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	<description>Psychologie in Beruf und Privatleben</description>
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		<title>Wichtige Lektion – Warum wir aus eigenen Erfolgen und fremden Fehlern lernen</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 06:12:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Angeblich lernen Menschen vor allem aus eigenen Fehlern. Eine aktuelle Studie resümiert hingegen: Wir lernen mehr aus eigenen Erfolgen - und von den Fehlern anderer Menschen. "Es ist gut, Erfolge zu feiern", sagte einst der Microsoft-Gründer Bill Gates, "aber es ist wichtiger, aus Fehlern zu lernen." Dahinter steckt die Annahme, dass Erfolge zwar wichtig und [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Angeblich lernen Menschen vor allem aus eigenen Fehlern. Eine aktuelle Studie resümiert hingegen: Wir lernen mehr aus eigenen Erfolgen - und von den Fehlern anderer Menschen. <span id="more-12093"></span></p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/Antrieb1.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-12095" title="Antrieb" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/Antrieb1-300x174.jpg" alt="" width="300" height="174" /></a>"Es ist gut, Erfolge zu feiern", sagte einst der Microsoft-Gründer Bill Gates, "aber es ist wichtiger, aus Fehlern zu lernen." Dahinter steckt die Annahme, dass Erfolge zwar wichtig und angenehm sind; dass wir aber vor allem dann wachsen, wenn wir Fehler begehen.</p>
<p>Tatsächlich weisen Wissenschaftler schon seit langem darauf hin, dass <a href="http://www.alltagsforschung.de/steh-auf-was-dich-nicht-umbringt-macht-dich-starker/" target="_blank">Rückschläge</a> wichtig sind, vor allem für unsere Entwicklung. Das Bad im Fettnapf lenke die Aufmerksamkeit auf vermeintliche oder tatsächliche Probleme und führe erst dazu, dass wir neue und letztlich bessere Wege gehen. Soweit zumindest die Theorie. Die Praxis sieht da schon anders aus.</p>
<p>Das legt zumindest eine neue Studie (<a href="http://www.hbs.edu/research/pdf/12-065.pdf" target="_blank">.pdf</a>) eines asiatischen Wissenschaftlers mit dem etwas seltsam anmutenden Namen <a href="http://www.goizueta.emory.edu/faculty/DiwasKC/index.html" target="_blank">Diwas Kc</a> von der US-Universität Emory nahe. Gemeinsam mit seinen Kollegen <a href="http://www.kenan-flagler.unc.edu/faculty/directory/operations-technology-and-innovation-management-otim/bradley-staats.aspx" target="_blank">Bradley Staats</a> (Universität von North Carolina) und <a href="http://www.francescagino.com/" target="_blank">Francesca Gino</a> (Harvard) analysierte er die Daten von 71 Herzchirurgen im US-Bundesstaat Massachusetts. Die Chirurgen hatten über einen Zeitraum von zehn Jahren mehr als 6500 Eingriffe im Bereich der minimal-invasiven Herzchirurgie vorgenommen. Anstatt den Patienten für eine Bypass-Operation den ganzen Brustkorb zu spalten, werden dabei die Instrumente über kleine Öffnungen in den Körper eingeführt.</p>
<h5>Neue Technik</h5>
<p>Die Forscher wählten diesen Bereich aus verschiedenen Gründen: Zum einen wirken sich schwere Fehler der Chirurgen besonders tragisch aus - dann nämlich, wenn die Patienten bei dem Eingriff sterben. Zum anderen gehen die meisten Krankenhäuser solchen Fehler intensiv nach - sodass die Ärzte daraus lernen können (aber nicht müssen). Und: Die minimal-invasive Herzchirurgie gibt es seit den späten Neunzigerjahren. Mit dem Datensatz konnten die Wissenschaftlern also analysieren, welche Lernkurze die Chirurgen angesichts der neuen Technik nahmen.</p>
<p>Dafür werteten sie aus, wie viele Patienten ein Chirurg in diesem Zeitraum operiert hatte, wann der Eingriff stattgefunden hatte und wie er verlaufen war. Dadurch konnten sie herausfiltern, ob ein Arzt nach einem Fehler noch weitere beging oder daraus lernte. Und dabei bemerkten die Wissenschaftler: Eigene Fehler führten nicht dazu, dass sich die Ärzte verbesserten. Stattdessen waren es vielmehr die eigenen Erfolge, die die Chirurgen noch besser machten und künftige Fehler weiter minimierten.</p>
<p>Jedoch: Die Fehler von Kollegen wirkten sich positiv auf die eigene Leistung aus. "Menschen lernen mehr aus eigenen Erfolgen als aus eigenen Fehlern", resümiert Diwas Kc, "und mehr aus den Fehlern anderer als aus deren Erfolgen."</p>
<h5>Gewisse Gründe</h5>
<p>Er begründet dieses Ergebnis mit der so genannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Attributionstheorie" target="_blank">Attributionstheorie</a> (attribution theory), die auf den österreichischen Psychologen Fritz Heider zurückgeht. Demnach haben Menschen das Bedürfnis, für das Verhalten anderer Menschen oder das eigene gewisse Gründe zu finden. Dabei gibt es laut Heider zwei Möglichkeiten: Entweder man sieht die Ursache bei sich selbst ("internale Kausalattribuierung") oder bei anderen Personen und Faktoren ("externale Kausalattribuierung"). Und dieser Mechanismus greift auch bei Erfolgen und Misserfolgen.</p>
<p>Erfolge schreiben Menschen gerne sich selbst zu, weil sie sich für fähig und kompetent halten wollen. Misserfolge hingegen begründen sie lieber mit gewissen Umständen, die nicht in ihrer Macht lagen. Motto: "Ich konnte ja nichts dafür!"</p>
<p>Durch diese Verzerrung lernen wir weniger aus unseren eigenen Fehlern, weil wir sie gar nicht an uns ranlassen. Ganz im Gegensatz zu den Misserfolgen anderer Personen. Die schreiben wir gerne deren Unfähigkeit zu - und lernen selbst daraus.</p>
<p><strong>Quelle:</strong><br />
Diwas Kc, Bradley Staats und Francesca Gino (2012). Learning from My Success and From Others’ Failure: Evidence from Minimally Invasive Cardiac Surgery. <em>Harvard Business School Working Paper, Nummer 12-065</em>.</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/keoni101/5291096057/" target="_blank">keoni101</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
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		<title>Mach langsam – Verzögerung steigert den Genuss</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 08:17:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Privatleben]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine neue Studie liefert einen Appell für mehr Muße und Ruhe. Demnach genießen wir Dinge nicht nur umso stärker, wenn wir ihren Verzehr verzögern - wir haben auch länger etwas davon. Der Musikfan, der sein neues Lieblingslied in Dauerschleife hört - und es plötzlich nicht mehr ertragen kann. Die Naschkatze, die ständig dieselbe Schokolade isst [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Eine neue Studie liefert einen Appell für mehr Muße und Ruhe. Demnach genießen wir Dinge nicht nur umso stärker, wenn wir ihren Verzehr verzögern - wir haben auch länger etwas davon.<span id="more-12075"></span></p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/Entspannung.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-12076" title="Entspannung" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/Entspannung-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Der Musikfan, der sein neues Lieblingslied in Dauerschleife hört - und es plötzlich nicht mehr ertragen kann. Die Naschkatze, die ständig dieselbe Schokolade isst - bis sie sie eines Tages leid ist. Oder der Verliebte, der seinen neuen Schwarm zuerst in jeder freien Minute sehen will - und sich bald fragt, ob ein bisschen Distanz nicht doch ganz gut wäre. So unterschiedlich die Fälle auch sind, eines haben sie gemeinsam: Alle leiden unter den Konsequenzen übermäßigen Konsums.</p>
<p>Egal ob man das nun Anpassung, Gewohnheit, Routine oder Sättigung nennt, der Mechanismus ist derselbe: Wer einer Person oder einer Sache wiederholt und über einen längeren Zeitraum ausgesetzt ist, verliert irgendwann den Spaß an ihr. Der Reiz verliert seinen Reiz. Aber warum ist das so? Und lässt sich etwas dagegen unternehmen?</p>
<p>Eine Antwort sucht <a href="http://jeffgalak.com/" target="_blank">Jeff Galak</a>, Assistenzprofessor an der Carnegie Mellon Universität, schon seit einiger Zeit. Denn der Marketingforscher arbeitet gerade an seiner Doktorarbeit. Einen Auszug seiner bisherigen Recherche hat er jetzt in eine <a href="http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2050035" target="_blank">Studie</a> gepackt, die einer kommenden Ausgabe des Fachmagazins "Journal of Consumer Research" erscheinen wird. Und darin hat er tatsächlich Antworten darauf gefunden, warum wir auf den Gewöhnungseffekt hereinfallen - und wie wir ihn bekämpfen können.</p>
<h5>Freiwillige Hektik</h5>
<p>Das Kernproblem ist laut Galak: Eigentlich sollten wir den Konsum dosieren, egal ob bei Lieblingsliedern, Lieblingsessen oder Lieblingsmenschen - um uns länger daran zu erfreuen. Doch seine Studie zeigt: Die meisten Menschen neigen dazu, schöne Dinge zu schnell genießen zu wollen. Und zwar völlig freiwillig. Mit der Konsequenz, dass sie sie umso schneller wieder leid sind. Die Lösung ist denkbar simpel: "Wer langsamer konsumiert, wirkt der Sättigung entgegen", sagt Galak.</p>
<p>Zu diesem Ergebnis gelangte er in insgesamt vier Experimenten. Bei einem davon sollten 45 Studenten 20 Minuten lang Zeichentrickfilme schauen und gleichzeitig verschiedene Pralinen testen. Der einen Hälfte teilte ein Computer automatisch mit, wann sie die Süßigkeiten in den Mund stecken sollten - und zwar im Abstand von 200 Sekunden. Die andere Hälfte konnte den Zeitpunkt des Verzehrs selbst wählen. Allerdings wies Galak sie vorher an, dass sie die Pralinen so essen sollten, dass sie den Verzehr möglichst stark genießen konnten.</p>
<p>Man könnte nun davon ausgingen, dass sich die Freiwilligen Zeit ließen und sich die Schokolade buchstäblich auf der Zunge zergehen ließen. Denkste. Im Schnitt steckten sie sich alle 93 Sekunden eine in den Mund - sie mampften die Pralinen also mehr als doppelt so schnell. Und das, obwohl sie genau wussten, dass sie das 20-minütige Video auf jeden Fall zu Ende schauen mussten. Will sagen: Sie hatten keine Vorteile vom schnellen Konsum. Ganz im Gegenteil.</p>
<p>Als Balak alle Freiwilligen hinterher fragte, ob ihnen die Pralinen geschmeckt hatten, zeigte sich: Jene mit fixem zeitlichen Abstand fanden sie insgesamt wesentlich leckerer. Mehr noch: Wer den Verzehr selbst bestimmen konnte, schadete sich gewissermaßen selbst - denn bei ihm sank das Vergnügen wesentlich schneller.</p>
<p>Bei einem weiteren Versuch ließ der Wissenschaftler die Probanden ein Videospiel daddeln. Das Resultat war ähnlich: Wer zu längeren Pausen gezwungen wurde, fand den Versuch amüsanter als jene, die sich die Dauer der Unterbrechungen selbst aussuchen konnten - vermutlich auch deshalb, weil Letztere sich aus eigenen Stücken für wesentlich kürzere Pausen entschieden. "Die meisten Menschen wissen nicht, dass längere Pausen zwischen dem Verzehr den Prozess der Sättigung verlangsamen", resümiert Balak.</p>
<p>Was er empfiehlt? Vor allem sollte man sich selbst immer wieder daran erinnern, dass schneller Verzehr zu ebenso schneller Abnutzung führt. Zugegeben, eine nicht gerade sensationelle Erkenntnis - aber eine, die man trotzdem nicht oft genug betonen kann. Wer länger genießt, zehrt auch länger davon. Morgen ist eben auch noch ein Tag.</p>
<p><strong>Quelle:<br />
</strong>Jeff Galak, Justin Kruger und George Loewenstein (2012). Slow Down! Insensitivity to Rate of Consumption Leads to Avoidable Satiation. <em>Journal of Consumer Research</em>.</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/40006794@N02/5012254973/" target="_blank">Candida.Performa</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
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		<title>Glück kommt selten allein – Zufriedenheit macht erfolgreich</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 06:06:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Macht Glück satt und genügsam oder fördert es die Motivation? Eine neue Studie kommt jetzt zu einem eindeutigen Ergebnis: Demnach ist Zufriedenheit mit dem eigenen Leben die Basis für Erfolg - egal ob im Beruf oder Privatleben. Die deutsche Psychologin Claudia Haase, seit Anfang 2011 an der Universität von Kalifornien in Berkeley, konzipierte für ihre Untersuchung [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Macht Glück satt und genügsam oder fördert es die Motivation? Eine neue Studie kommt jetzt zu einem eindeutigen Ergebnis: Demnach ist Zufriedenheit mit dem eigenen Leben die Basis für Erfolg - egal ob im Beruf oder Privatleben. <span id="more-12048"></span></p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/Sprung.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-12049" title="Sprung" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/Sprung-265x300.jpg" alt="" width="265" height="300" /></a>Die deutsche Psychologin <a href="http://claudia-haase.net " target="_blank">Claudia Haase</a>, seit Anfang 2011 an der Universität von Kalifornien in Berkeley, konzipierte für ihre <a href="http://psp.sagepub.com/content/early/2012/05/04/0146167212444906.abstract?rss=1" target="_blank">Untersuchung</a> zwei Langzeitstudien. Für die erste begleitete sie über mehrere Monate 752 Schüler von vier Schulen in Los Angeles. Kurz vor deren Highschool-Abschluss machten die Freiwilligen umfangreiche Angaben zu ihrem Gefühlsleben - und zwar in zwei unterschiedlichen Kategorien.</p>
<p>Erstens erkundigte sich Haase nach dem Gefühlsleben der Probanden. Dafür bestimmte sie zum einen deren so genannten positiven Affekt (<em>positive affect</em>). Darunter verstehen Psychologen angenehme Gefühle wie Begeisterung, Freude, Glück oder Zufriedenheit. Haase fragte die Probanden beispielsweise, ob sie in der vergangenen Woche glücklich gewesen seien, ob sie optimistisch in die Zukunft geblickt und das Leben generell genossen hätten. Zum anderen fragte sie nach depressiven Symptomen wie Appetitlosigkeit oder Verzweiflung.</p>
<p>Zweitens untersuchte die Psychologin die Mentalität der Schüler. Genauer gesagt analysierte sie, wie es um deren "Kontrollstrategien" bestimmt war. An dieser Stelle ein kurzer Exkurs in die Welt der Theorie.</p>
<h5>Verschiedene Strategien</h5>
<p>Haase kooperierte für ihre Studie mit der renommierten Motivationspsychologin <a href="http://socialecology.uci.edu/faculty/heckhaus/" target="_blank">Jutta Heckhausen</a>. Die postulierte bereits vor einigen Jahren die "Lebenslauftheorie der Kontrolle" (<em>lifespan theory of control</em>). Demnach streben Menschen vor allem danach, ihr Leben wirksam beeinflussen zu können - und dafür stehen ihnen laut Heckhausen zwei verschiedenen Strategien zur Verfügung: Die primären Kontrollstrategien (<em>primary control</em>) und die sekundären Kontrollstrategien (<em>secondary control</em>).</p>
<p>Ein simples Beispiel: Nehmen wir an, jemand hat Übergewicht. Eine primäre Kontrollstrategie wäre, eine Diät zu beginnen oder sich im Fitnessstudio anzumelden. Eine sekundäre Kontrollstrategie hingegen bestünde darin, sich selbst gut zuzureden, weitere Hosen zu kaufen oder alle Spiegel in der Wohnung abzuhängen. Will sagen: Jemand mit primärer Kontrollstrategie geht das Problem direkt an; derjenige mit sekundärer Kontrollstrategie passt sich seine Umwelt so an, dass er mit dem Problem klar kommt.</p>
<p>Claudia Haase vermutete nun zu Beginn ihrer Langzeitstudie, dass sich der positive Affekt direkt auf die positiven Kontrollstrategien auswirkt. Oder anders formuliert: Dass glückliche und zufriedene Menschen ihre Ziele konsequenter verfolgen und daher letztlich erfolgreicher sind. Die Forscherin sollte Recht behalten.</p>
<p>In der ersten Untersuchung zeigte sich: Schüler, die sich zum Zeitpunkt der ersten Befragung besonders wohl fühlten, zeigten ein Jahr später vermehrt positive Kontrollstrategien. Mit anderen Worten: Sie behielten ihre Ziele stärker im Auge und glaubten eher an ihren Erfolg als jene, die zum Start der Studie unglücklich waren.</p>
<p>Die zweite Studie führte Haase nach Deutschland. Diesmal stellte sie die Fragen knapp 500 Realschüler, und zwar an sechs verschiedenen Zeitpunkten - fünf Mal während deren letztem Schuljahr sowie zwei Monate nach dem Abschluss. Und siehe da: Wieder zeigte sich der Zusammenhang zwischen dem Wohlbefinden und dem beruflichen Willen. Mehr noch: Jene Realschüler, die zufrieden durchs Leben gingen und an sich glaubten, waren sogar ausdauernder und erfolgreicher bei der Suche nach Praktika.</p>
<p>"Glücksgefühle machen erfolgreich", resümierte die renommierte US-Psychologin Sonja Lyubomirsky bereits in einer Studie (<a href="http://www.faculty.ucr.edu/~sonja/papers/LKD2005.pdf" target="_blank">.pdf</a>) im Jahr 2005 - ganz gleich, ob im Beruf oder Privatleben. Haases Studie stützt diese Annahme und liefert zugleich einen Grund: "Menschen mit ausgeprägtem positiven Affekt investieren mehr Zeit und Mühen, um ihre Ziele zu erreichen, und lassen sich von Rückschlägen nicht aufhalten", schreibt Haase, "weil sie davon überzeugt sind, dass sie diese Ziele aus eigener Kraft erreichen können."</p>
<p><strong>Quelle:</strong><br />
Claudia Haase, Michael Poulin und Jutta Heckhausen (2012). Happiness as a Motivator: Positive Affect Predicts Primary Control Striving for Career and Educational Goals. <em>Personality and Social Psychology Bulletin.</em></p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/rueful/7144706277/" target="_blank">rueful</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
<p><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/69d6f7e2999b4d0da3aaafdf0c7903fc" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Geistiger Rollentausch – Fremde Perspektive, bessere Entscheidungen</title>
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		<comments>http://www.alltagsforschung.de/geistiger-rollentausch-fremde-perspektive-bessere-entscheidungen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 08 May 2012 08:03:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Privatleben]]></category>
		<category><![CDATA[egocentric bias]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ilan Yaniv]]></category>
		<category><![CDATA[Journal of Experimental Social Psychology]]></category>
		<category><![CDATA[Shoham Choshen-Hillel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Hoch auf die Empathie: Es kann enorm helfen, sich in die Lage eines anderen Menschen zu versetzen - denn das führt einer neuen Studie zufolge zu besseren Entscheidungen. Früher waren unter gläubigen Christen mal diese Armbänder in Mode, auf denen vier Buchstaben prangten: "WWJD" - What would Jesus do? Die Abkürzung sollte den Träger daran [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Ein Hoch auf die <a href="http://www.alltagsforschung.de/die-psychologie-der-empathie/" target="_blank">Empathie</a>: Es kann enorm helfen, sich in die Lage eines anderen Menschen zu versetzen - denn das führt einer neuen Studie zufolge zu besseren Entscheidungen. <span id="more-12034"></span></p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/sichtweise.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-12035" title="Sichtweise" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/sichtweise-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Früher waren unter gläubigen Christen mal diese Armbänder in Mode, auf denen vier Buchstaben prangten: "WWJD" - What would Jesus do? Die Abkürzung sollte den Träger daran erinnern, sich bei wichtigen Entscheidungen die Frage zu stellen, wie Jesus sich wohl verhalten würde.</p>
<p>Eine neue Studie (<a href="http://psychology.huji.ac.il/.upload/shoham/YCperspective.pdf" target="_blank">.pdf</a>) zweier israelischer Psychologen untermauert jetzt die Sinnhaftigkeit dieses Sprüchleins - wenn auch nicht in einem religiösen Kontext. <a href="http://psychology.huji.ac.il/en/?cmd=Faculty.113&amp;act=read&amp;id=5&amp;page_id=70" target="_blank">Ilan Yaniv</a> und <a href="http://psychology.huji.ac.il/en/?cmd=Graduate.27&amp;act=read&amp;id=6" target="_blank">Shoham Choshen-Hillel</a> von der Hebräischen Universität Jerusalem fanden heraus: Menschen treffen tatsächlich bessere Entscheidungen, wenn sie sich in die Lage eines anderen hineinversetzen.</p>
<p>Zu diesem Ergebnis gelangten die Wissenschaftler in zwei Experimenten. Bei einem davon sollten 92 Studenten den Kaloriengehalt von 20 Lebensmittel schätzen, darunter ein Becher Naturjoghurt, eine Ofenkartoffel oder ein Teller überbackene Nudeln. Als Anreiz lobten die Forscher eine Belohnung aus: Wer maximal 15 Prozent vom korrekten Wert entfernt war, konnte sich ein paar Dollar dazu verdienen.</p>
<p>Zunächst sollten alle Probanden ihre Angaben in einen Computer tippen. Danach konfrontierten die Wissenschaftler sie bei einigen Lebensmitteln mit fünf unterschiedlichen Schätzungen fremder Personen. Die eine Hälfte der Freiwilligen durfte ihre Meinung nun noch mal revidieren. Die andere Hälfte jedoch sollte sich ausmalen, wie sich ein anderer Testteilnehmer nun wohl verhalten würde. "Versetzen Sie sich in seine Lage und tippen Sie seine Schätzung in den Computer ein", so die Aufgabe.</p>
<p>Mit anderen Worten: Die eine Hälfte der Probanden entschied ausschließlich für sich selbst, die andere Hälfte jedoch konzentrierte sich auf das Verhalten einer anderen Person. Kaum zu glauben, aber wahr: Diese unterschiedliche Perspektive wirkte sich beträchtlich auf die Schätzungen aus.</p>
<p>Wer für sich selbst entschied, ließ sich nicht wirklich von den fremden Meinungen beeinflussen - in 50 Prozent der Fälle blieben die Gruppenmitglieder einfach bei ihrer ersten Angabe! Ganz anders war das Bild bei denen, die sich in die Lage eines Mitmenschen hineinversetzen sollten: Sie behielten ihre erste Antwort nur in 17 Prozent der Fälle, sondern revidierten ihre Meinung häufig - und das wurde belohnt: Denn ihre Angaben waren sogar präziser. "Wer die Perspektive wechselt und sich in jemand anders hineinversetzt, trifft häufig bessere Entscheidungen", sagt Yaniv.</p>
<p>Er erklärt sich den Vorteil des mentalen Rollentauschs damit, dass dies vor dem so genannten "egocentric bias" bewahre. Dahinter verbirgt sich die allzu menschliche Tendenz, sich am liebsten auf sich selbst zu verlassen, eigene Ansichten kaum zu hinterfragen und selten zu ändern. Wer sich hingegen in jemand anders hineinversetzt, verzichtet auf geistige Scheuklappen - und trifft mitunter bessere Entscheidungen.</p>
<p><strong>Quelle:</strong><br />
Ilan Yaniv und Shoham Choshen-Hillel (2012). When guessing what another person would say is better than giving your own opinion: Using perspective-taking to improve advice-taking. <em>Journal of Experimental Social Psychology</em></p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/daveynin/1982503471/" target="_blank">daveynin</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
<p><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/76c962c67194464695a12dc3bfafa7e4" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Der Glaube versetzt Berge – Religiöse Gedanken stärken die Selbstbeherrschung</title>
		<link>http://feedproxy.google.com/~r/alltagsforschung/~3/HfJ3JCPAtpY/</link>
		<comments>http://www.alltagsforschung.de/der-glaube-versetzt-berge-religiose-gedanken-starken-die-selbstbeherrschung/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 May 2012 07:56:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beruf & Karriere]]></category>
		<category><![CDATA[Kevin Rounding]]></category>
		<category><![CDATA[Psychological Science]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Religiosität]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbeherrschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Angeblich kann der Glaube die sprichwörtlichen Berge versetzen. Eine neue Studie beweist die Macht des Glaubens: Demnach stärken religiöse Gedanken die Selbstbeherrschung. Egal ob Christen, Moslems oder Hindus - allen Religionen gemein ist der Glaube an eine überirdische, unsichtbare Kraft, die die Geschicke der Welt lenkt und gewisse Verhaltensweisen belohnt, andere hingegen bestraft. Weniger einig [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Angeblich kann der Glaube die sprichwörtlichen Berge versetzen. Eine neue Studie beweist die Macht des Glaubens: Demnach stärken religiöse Gedanken die Selbstbeherrschung. <span id="more-12021"></span></p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/Kirche.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-12022" title="Kirche" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/Kirche-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a> Egal ob Christen, Moslems oder Hindus - allen Religionen gemein ist der Glaube an eine überirdische, unsichtbare Kraft, die die Geschicke der Welt lenkt und gewisse Verhaltensweisen belohnt, andere hingegen bestraft. Weniger einig sind sich Wissenschaftler bei der Frage, warum Religionen überhaupt entstanden sind.</p>
<p>Die einen meinen, dass der Glaube dabei hilft, mit scheinbar zufälligen Ereignissen und natürlichen Phänomenen klarzukommen. Die anderen vermuten, dass er das menschliche Bedürfnis befriedigt, die Welt als geordnet und vorhersehbar wahrzunehmen. Eine dritte Erklärung lautet: Religionen sind so etwas wie der soziale Kitt einer Gesellschaft, denn sie fördern prosoziales Verhalten. Motto: Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.</p>
<p>Kevin Rounding, Doktorand an der kanadischen Queen's Universität, hat jetzt in einer <a href="http://pss.sagepub.com/content/early/2012/05/02/0956797611431987.abstract" target="_blank">Studie</a> einen weiteren psychologischen Mechanismus von Religiosität entdeckt: Demnach fördert der Glaube die Selbstbeherrschung. Darunter verstehen Psychologen die Fähigkeit, eigenen Impulsen zu widerstehen oder Verhaltensweisen zu unterdrücken, um damit ein höheres Ziel zu erreichen. Und dabei, so zeigen die Experimente von Rounding, kann auch Religiosität eine Rolle spielen.</p>
<p>Im ersten Versuch teilte er 48 Psychologiestudenten in zwei Gruppen. Alle sollten jeweils zehn Sätze mit fünf Wörtern in die grammatikalisch korrekte Reihenfolge bringen. Doch bei einer Gruppe enthielten einige der Sätze religiöse Begriffe wie Gott, Geist oder göttlich. Der Sinn der Sache: Rounding wollte jene Probanden auf Religiosität "primen", also gedanklich auf Glaube geeicht. Und das zeigte Wirkung auch.</p>
<p>Nach der Übung führte Rounding alle Freiwilligen an einen Tisch, auf dem er kleine Gläschen platziert hatte. Deren Inhalt: Orangensaft gemischt mit Essig. Na Prost. Roundings Angebot: Für jedes geleerte Gläschen wollte er den Probanden ein paar Cents zahlen. Und siehe da: Die Religionsgruppe trank im Schnitt doppelt so viel von dem sauren Gebräu wie die Kontrollgruppe.</p>
<p>Ähnlich wirkte sich die gedankliche Beschäftigung mit Religion in den weiteren Experimenten aus. Wer zuvor auf Religion geprimed worden war, zeigte sich ausdauernder, geduldiger und war eher dazu bereit, auf eine schnelle, kleine Belohnung zu verzichten und stattdessen länger auf eine größere Belohnung zu warten. Und das, obwohl sich insgesamt 35 Prozent aller Probanden als Atheisten oder Agnostiker bezeichneten!</p>
<p>Der Mechanismus funktioniert laut Rounding wie folgt: Religion vermittele stets die Bedeutung von Verzicht und Disziplin. Deshalb stärkten religiöse Gedanken die <a href="http://www.alltagsforschung.de/alles-im-griff-selbstbeherrschung-macht-erfolgreich/" target="_blank">Selbstbeherrschung</a> - und dafür reichen offenbar schon kleine, subtile Erinnerungen.</p>
<p><strong>Quelle:<br />
</strong>Kevin Rounding et al (2012). Religion Replenishes Self-Control. <em>Psychological Science</em></p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/downhilldom1984/5739788639/" target="_blank">downhilldom1984</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
<p><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/2f20291c68b349339371645a933195b1" width="1" height="1" alt=""></p>
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		<title>Hörsinn und Tastsinn haben gemeinsame genetische Basis</title>
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		<comments>http://www.alltagsforschung.de/horsinn-und-tastsinn-haben-gemeinsame-genetische-basis/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 May 2012 06:29:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Privatleben]]></category>
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		<category><![CDATA[Gary Lewin]]></category>
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		<category><![CDATA[Usher-Syndrom]]></category>

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		<description><![CDATA[Hören Sie schlecht? Und haben Sie auch Probleme damit, Dinge zu ertasten? Kein Wunder: Laut einer neuen Studie haben unser Hör- und unser Tastsinn eine gemeinsame genetische Basis. So unterschiedlich alle Wirbeltiere sind, eines haben alle gemeinsam: Um Klänge hören und Gegenstände ertasten zu können, werden mechanische Reize in elektrische Signale umgewandelt. Beim Hören lösen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Hören Sie schlecht? Und haben Sie auch Probleme damit, Dinge zu ertasten? Kein Wunder: Laut einer neuen Studie haben unser Hör- und unser Tastsinn eine gemeinsame genetische Basis. <span id="more-12010"></span></p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/berührung.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-12017" title="berührung" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/berührung-207x300.jpg" alt="" width="207" height="300" /></a>So unterschiedlich alle Wirbeltiere sind, eines haben alle gemeinsam: Um Klänge hören und Gegenstände ertasten zu können, werden mechanische Reize in elektrische Signale umgewandelt. Beim Hören lösen die Schallwellen bestimmte Schwingungen aus, die die so genannten Haarzellen im Ohr verbiegen - und die setzen den mechanischen Reiz in elektrische Signale um. Diese wiederum gelangen über den Hörnerv in das Gehirn.</p>
<p>Ähnlich ist es beim Tasten: Der mechanische Reiz, etwa das Gleiten mit den Fingern über eine Oberfläche oder das Wahrnehmen von Vibrationen, wird über Sensoren in der Haut aufgenommen und via elektrischem Reiz an das Gehirn weitergeleitet.</p>
<p>In den vergangenen Jahren sind beim Menschen rund 70 Gene identifiziert worden, die Schwerhörigkeit oder Taubheit auslösen können - aber noch keine Gene, die den Tastsinn beeinflussen. Das wollten Henning Frenzel und Gary Lewin vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin ändern. Und deshalb schlossen sie sich für ihre neue <a href="http://www.plosbiology.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pbio.1001318" target="_blank">Studie</a> mit einer Reihe von Kollegen zusammen und untersuchten über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 518 Freiwillige.</p>
<p>In verschiedenen Tests mit 100 Zwillingspaaren, darunter sowohl eineiige als auch zweieiige, zeigte sich, dass deren unterschiedlichen Tastfähigkeiten zu mehr als 50 Prozent durch Gene bestimmt wurden. Außerdem bestand ein Zusammenhang zwischen dem Hörsinn und Tastsinn. Die Forscher vermuteten deshalb, dass bei beiden ähnliche Gene eine Rolle spielen.</p>
<p>Im nächsten Schritt gingen sie deshalb in eine Schule für Hörbehinderte in Berlin. Dort untersuchten sie die Tastfähigkeit von 39 Jugendlichen, die von Geburt an schwerhörig sind. Und siehe da: Bei auffällig vielen war der Tastsinn nur schwach ausgeprägt.</p>
<p>Für die letzte Untersuchung gewannen sie Patienten mit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Usher-Syndrom" target="_blank">Usher-Syndrom</a>. Dabei handelt es sich um eine besonders heimtückische Erbkrankheit, bei der die Betroffenen sowohl den Seh- als auch den Hörsinn verlieren. Und dabei konnten sie zeigen, dass nur diejenigen Patienten einen weniger empfindlichen Tastsinn hatten, die eine Mutation des Gens mit dem Kürzel "USH2A" aufwiesen - und genau diese Mutation ist auch für die Schwerhörigkeit verantwortlich. Die 29 Usher-Syndrom-Patienten, bei denen diese Mutation nicht festgestellt werden konnte, konnten normal tasten.</p>
<p>Und noch ein interessantes Detail fanden die Forscher in ihrer Studie heraus. "Wenn Frauen beklagen, dass ihre Männer ihnen nicht richtig zuhören, dann ist da in der Tat etwas dran", sagt Gary Lewin. Denn zumindest die weiblichen Probanden der Studie konnten besser hören als die männlichen - und feinfühliger waren sie auch.</p>
<p><strong>Quelle:</strong><br />
Henning Frenzel, Gary Lewin, et al. A Genetic Basis for Mechanosensory Traits in Humans. <em>PLoS Biology, Ausgabe 10, Band 5.</em></p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/katietegtmeyer/141391165/" target="_blank">katietegtmeyer</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
<p><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/279db8915c60460cbdd258ac5712d2d1" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Erlernt, nicht angeboren – Unser Gehirn ist nicht auf Zahlen programmiert</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Apr 2012 07:48:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kleine Zahlen links, große rechts - das Konzept der so genannten Zahlengerade ist im menschlichen Gehirn verankert. Das zumindest dachten Forscher lange Zeit. Eine faszinierende Studie räumt jetzt mit dieser Vorstellung auf. Mathematik ist ein zentraler Bestandteil unseres Lebens - auch wenn viele Menschen das nicht wahrhaben wollen. Nehmen wir mal die so genannte Zahlengerade. [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Kleine Zahlen links, große rechts - das Konzept der so genannten Zahlengerade ist im menschlichen Gehirn verankert. Das zumindest dachten Forscher lange Zeit. Eine faszinierende Studie räumt jetzt mit dieser Vorstellung auf. <span id="more-11993"></span></p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Zahlen.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11996" title="Zahlen" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Zahlen-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Mathematik ist ein zentraler Bestandteil unseres Lebens - auch wenn viele Menschen das nicht wahrhaben wollen. Nehmen wir mal die so genannte Zahlengerade. Vereinfacht gesagt geht es darum, dass wir Zahlen als Punkte auf einer geraden Linie darstellen - kleine Zahlen ganz links, größere rechts. Beispiele im Alltag: Ein Zollstock und ein Lineal oder, etwas fortgeschritten, die Tankanzeige im Auto und der Akkustand des Handys.</p>
<p>Klingt trivial, ist es auch - das zumindest dachten Wissenschaftler bislang immer. Bereits im Jahr 1880 vermutete der britische Forscher Francis Galton, dass die Zahlengerade und ihre Verwandten eben deshalb so weit verbreitet sind, weil sie gewissermaßen zur menschlichen Natur gehören. Diese Vermutung wurde seitdem in vielen Untersuchungen bestätigt. Einige konnten nachweisen, dass schon Vorschulkinder gewisse Vorstellungen von Zahlen haben; andere legten nahe, dass unser Gehirn gewissermaßen darauf programmiert sei, Zahlen auf einer Linie darzustellen. Die Zahlengerade, so der Konsens, sei ein globales Phänomen, das im Menschen verankert ist. Doch damit dürfte es nun vorbei sein.</p>
<p>Der Grund ist eine faszinierende neue <a href="http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0035662" target="_blank">Studie</a> des Kognitionswissenschaftlers <a href="http://www.cogsci.ucsd.edu/~nunez/web/index.html" target="_blank">Rafael Núñez</a> von der Universität von Kalifornien in San Diego. Mit seinem Mitarbeiter Kensy Cooperrider und dem Heidelberger Ethnologen <a href="http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~e97/index.html" target="_blank">Jürg Wassmann</a> reiste Núñez dafür im Herbst 2009 in das abgelegene Finisterre-Gebirge in Papua-Neuguinea. Dort lebt in verschiedenen Dörfern das Volk der Yupno, ein Stamm von etwa 5000 Eingeborenen. Die meisten können weder lesen noch schreiben, nur einige wenige erhalten schulische Bildung.</p>
<p>Núñez und seine Kollegen konnten für ihr Experiment 20 Yupno gewinnen. 14 hatten noch nie eine Schule besucht, sechs waren in etwa auf dem Niveau eines Achtklässlers, was bei dem Stamm selten vorkommt. Auf einer Linie sollten sie nun die Zahlen eins bis zehn anordnen - mal wurden den Probanden die Ziffern in ihrem Dialekt vorgetragen, mal als Punkte auf einem Papier.</p>
<p>Und siehe da: Jene Yupno mit Schulbildung platzierten die Zahlen tatsächlich auf einer geraden Linie, auch wenn die einzelnen Abstände etwas unregelmäßig waren. Das eigentlich Verblüffende kommt aber erst jetzt. Denn jene Yupno, die noch nie eine Schule besucht hatten, ignorierten das Konzept der Zahlengerade völlig. Sie platzierten die Zahlen eins und zwei an das eine Ende der Linie - und alle restlichen Zahlen an das andere Ende.</p>
<p>Selbst als Núñez die Zahl fünf in die Mitte legte, behielten sie ihre eigenwillige Anordnung bei. Mit anderen Worten: Das Konzept der Zahlengerade war ihnen fremd - ganz im Gegenteil zu jenen Stammesbrüdern, die bereits eine Schule besucht hatten.</p>
<p>"Die Zahlengerade ist also keinesfalls im menschlichen Gehirn verankert", resümiert Núñez, "sondern vielmehr ein kulturelles Werkzeug, das Erziehung und Übung erfordert."</p>
<p><strong style="text-align: right;">Quelle:<br />
</strong>Rafael Núñez, Kensy Cooperrider, Jürg Wassmann (2012). Number Concepts without Number Lines in an Indigenous Group of Papua New Guinea. PLoS One 7(4).</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/rbowen/4136648237/" target="_blank">rbowen</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
<p><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/fe0aaadcdab8484ba2358c326802db32" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Gefährliches Schubladendenken – Klischees schmälern die Leistung</title>
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		<comments>http://www.alltagsforschung.de/gefahrliches-schubladendenken-klischees-schmalern-die-leistung/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 07:01:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beruf & Karriere]]></category>
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		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Lucy Erickson]]></category>
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		<category><![CDATA[Yan Mu]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon Kinder lassen sich von Klischees und Stereotypen negativ beeinflussen - selbst dann, wenn sie eigentlich gut gemeint sind. Der Grund: Sie untergraben den Glauben an die eigene Leistungsfähigkeit. Zunächst mal ein Geständnis: Auch ich habe manchmal Vorurteile. Oder sagen wir besser: Ich sitze gewissen Stereotypen auf. Irgendwie habe ich mich an die Vorstellung gewöhnt, dass [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Schon Kinder lassen sich von Klischees und Stereotypen negativ beeinflussen - selbst dann, wenn sie eigentlich gut gemeint sind. Der Grund: Sie untergraben den Glauben an die eigene Leistungsfähigkeit. <span id="more-11977"></span></p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Leiter.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11978" title="Leiter" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Leiter-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Zunächst mal ein Geständnis: Auch ich habe manchmal Vorurteile. Oder sagen wir besser: Ich sitze gewissen Stereotypen auf. Irgendwie habe ich mich an die Vorstellung gewöhnt, dass Afrikaner gute Marathonläufer sind oder Kanadier gute Eishockeyspieler. Ich meine das überhaupt nicht rassistisch oder despektierlich, ganz im Gegenteil, ich bewundere solche Leistungen, denn ich kann weder Schlittschuhlaufen noch 42 Kilometer am Stück über Asphalt rennen (oder über irgendeinen anderen Boden).</p>
<p>Aber es deckt sich mit meinen Alltagsbeobachtungen, dass Marathons meist von Afrikanern gewonnen werden und die kanadische Eishockey-Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften oft weit kommt. Solche <a href="http://www.alltagsforschung.de/mauer-in-den-kopfen-wie-entstehen-vorurteile/" target="_blank">Vorurteile entstehen</a> beinahe automatisch, und im Falle sportlicher Leistungen sind sie zudem harmlos, denn ich meine es ja nur gut.</p>
<p>Von wegen, würde jetzt wohl <a href="http://www.psychology.illinois.edu/people/acimpian" target="_blank">Andrei Cimpian</a> erwidern, Psychologe an der Universität von Illinois in Urbana-Champaign. Und zwar aus zwei Gründen. "Zum einen ist es fraglich, ob solche Aussagen wahr sind", sagt Cimpian, "zum anderen vermitteln sie eine falsche Vorstellung von Erfolg - und untergraben dadurch womöglich die Leistungsfähigkeit."</p>
<p>Zu diesem Ergebnis kam der Wissenschaftler in einer neuen <a href="http://pss.sagepub.com/content/early/2012/04/11/0956797611429803.abstract" target="_blank">Studie</a>, für die er zwei Experimente konzipierte. Im ersten legte er 48 vier- und fünfjährigen Kindern ein Blatt Papier vor, auf das verschiedene geometrische Formen gedruckt waren - Rechtecke, Kreise, Dreiecke und Sterne. In deren Mitte sollten die Kinder nun einen Kreis malen, ohne jedoch die Ränder zu berühren.</p>
<p>Vorab teilte Cimpian die Kleinen allerdings in zwei Gruppen. Der einen Hälfte sagte er: "Jungen (oder Mädchen) sind in diesem Spiel wirklich gut!" Die andere Hälfte bekam zu hören: "Es gibt da einen Jungen (oder ein Mädchen), der in diesem Spiel wirklich gut ist." Mit anderen Worten: Die eine Hälfte wurde mit einem Klischee konfrontiert. Sie gingen davon aus, dass Jungen oder Mädchen sich in diesem Spiel generell gut schlugen. Die andere Hälfte wurde gewissermaßen auf individuelle Exzellenz gepolt.</p>
<p>Und siehe da: Allein diese unterschiedliche Ansage wirkte sich auf die Leistungsfähigkeit im Mal-Spiel aus. Kinder, die glaubten, dass der Erfolg in dieser Übung vom Geschlecht abhing, erzielten wesentlich schlechtere Leistungen. Das Faszinierende war: Diese negative Wirkung zeigte sich sogar auch dann, wenn die Klischees eigentlich etwas Positives vermittelten. Will sagen: Selbst wenn Jungen und Mädchen hörten, dass ihr eigenes Geschlecht in diesem Spiel gut war, litt ihre Leistung.</p>
<h5>Negativer Effekt</h5>
<p>Für ein zweites Experiment ließ Cimpian 144 Kinder, die Hälfte davon sechs und sieben Jahre alt, noch schwierigere Aufgaben lösen. Das Gemeine war: Bei manchen gab es keine Lösung. Damit wollte der Psychologe die Kinder nicht quälen, sondern herausfinden, wie sie auf offensichtliche Hindernisse und Rückschläge reagierten.</p>
<p>Wieder wurde einem Teil der Kinder suggeriert, dass der Erfolg in der Aufgabe vor allem Jungen oder Mädchen vorbehalten war. Ein zweites Drittel glaubte an den Erfolg einzelner Individuen, der Rest bekam keine Information. Und wieder zeigte sich der negative Effekt der Stereotypen: Kinder, die an Klischees glaubten, schnitten am schlechtesten ab - vor allem dann, wenn die Aufgaben schwierig bis unmöglich waren. Allein die Vorstellung eines Gott gegebenen Talents schmälerte ihre Leistung.</p>
<p>Die Studie demonstriert eindrucksvoll, dass gut gemeinte Aussagen mitunter genau das Gegenteil erreichen. Dann nämlich, wenn sie Kindern den Glauben an die eigene Leistungsfähigkeit rauben. Oder, wie es die legendäre US-Psychologin Carol Dweck einst mit ihrem <a href="http://www.alltagsforschung.de/der-effort-effekt-warum-lob-auch-schaden-kann/" target="_blank">Effort-Effekt</a> ausdrückte: Kinder müssen wissen, dass sie Kontrolle über ihr eigenes Handeln haben - sonst stürzt das Selbstbild beim ersten Misserfolg in sich zusammen.</p>
<p>Anstatt gewisse Fähigkeiten und Talente an diesem oder jenen Geschlecht festzumachen, sollten sich Eltern vielmehr nach einem <a href="http://www.alltagsforschung.de/20-zitate-fur-ein-besseres-leben/" target="_blank">schönen Zitat</a> aus dem Film "Das Streben nach Glück" richten:</p>
<blockquote><p><em>Lass Dir von niemanden je einreden, dass Du etwas nicht kannst. Wenn Du einen Traum hast, musst du ihn beschützen. Wenn andere etwas nicht können, wollen sie dir immer einreden, dass du es auch nicht kannst. Wenn du was willst, dann mach es. </em></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Quelle:<br />
</strong>Andrei Cimpian, Yan Mu und Lucy Erickson (2012). Who Is Good at This Game? Linking an Activity to a Social Category Undermines Children’s Achievement. <em>Psychological Science.</em></p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/myklroventine/4143699557/" target="_blank">myklroventine</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
<p><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/6a65d36b687b4062998149380fb0ee10" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>So soll es bleiben – Warum wir ungern unsere Meinung ändern</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Apr 2012 06:34:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Privatleben]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Erik Vasaasen]]></category>
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		<category><![CDATA[Geir Kirkebøen]]></category>
		<category><![CDATA[Journal of Behavioral Decision Making]]></category>
		<category><![CDATA[Justin Kruger]]></category>
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		<description><![CDATA["Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben", wusste schon der deutsche Dichter Friedrich Hebbel. Aber warum? Eine neue Studie hat eine Antwort gefunden. Immer dasselbe: Haben wir uns einmal entschieden, fällt uns das Umschwenken schwer. Zwar haben wir häufig die Chance, unsere Meinung zu revidieren, der Kurswechsel wird [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>"Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben", wusste schon der deutsche Dichter Friedrich Hebbel. Aber warum? Eine neue Studie hat eine Antwort gefunden. <span id="more-11956"></span></p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-11958" title="Unentschlossenheit" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Unentschlossenheit-300x275.jpg" alt="" width="300" height="275" />Immer dasselbe: Haben wir uns einmal entschieden, fällt uns das Umschwenken schwer. Zwar haben wir häufig die Chance, unsere Meinung zu revidieren, der Kurswechsel wird sogar per Gesetz gefördert. Klamotten können wir umtauschen, Verträge widerrufen.</p>
<p>Manchmal hat eine solche Richtungsänderung sogar Vorteile. Ein Team von Psychologen analysierte zum Beispiel im Jahr 1984 die Ergebnisse Dutzender Multiple-Choice-Tests. Fazit: Die Teilnehmer profitierten davon, ihre Meinung noch mal zu revidieren und das Kreuzchen an einer anderen Stelle zu setzen. Meistens wählten sie die richtige Antwort, selten die falsche.</p>
<p>Dennoch wissen Psychologen seit langem, dass die meisten Menschen davor zurückschrecken, eine einmal gefasste Meinung zu ändern. Nach dem Motto: Mein Bauchgefühl wird mich schon nicht täuschen.</p>
<h5>Falle des Instinkts</h5>
<p>Der US-Wissenschaftler Justin Kruger bezeichnet dieses Verhalten als "Erste-Instinkt-Falle" (first instinct fallacy). Für seine Studie im Jahr 2005 sollten sich die Probanden ausmalen, Entscheidungen zu revidieren. Und dabei bemerkte Kruger, dass das Gefühl des Bedauerns eine große Rolle spielt. Die meisten Probanden glaubten, dass sie es wesentlich stärker bereuen würden, eine ursprünglich korrekte Antwort noch mal in eine falsche umzumünzen. Mit anderen Worten: Sie blieben vor lauter Angst, etwas falsch zu machen, lieber bei der ersten Wahl.</p>
<p>Wie entscheidend das Gefühl der Reue bei Entscheidungen wirklich ist, bemerkte kürzlich auch der norwegische Psychologen <a href="http://www.sv.uio.no/psi/personer/vit/geirki/" target="_blank">Geir Kirkebøen</a> von der Universität von Oslo. Für seine <a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/bdm.756/abstract" target="_blank">Studie</a> nahmen Hunderte von Freiwilligen an verschiedenen Laborexperimenten teil. Dabei gab Kirkebøen einem Teil der Probanden immer die Chance, ihre Meinung noch mal zu ändern, und dadurch ihren Gewinn zu steigern.</p>
<p>Einige Tage nach den Experimenten kontaktierte Kirkebøen alle Teilnehmer erneut. Und siehe da: Wer seine Meinung hatte ändern dürfen, profitierte davon überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, er bereute sein Umschwenken sogar und war keineswegs zufriedener mit seiner Wahl als jene, die bei ihrer ersten Entscheidung geblieben waren - und das selbst dann, wenn die Änderung zu einem größeren Gewinn geführt hatte!</p>
<p>Was war mit den Probanden los? Wollten Sie Ihren Profit etwa nicht maximieren? Verfügten sie über ein <a href="http://www.alltagsforschung.de/selbstlos-forscher-finden-ein-altruismus-gen/" target="_blank">Altruismus-Gen</a>? Neigten sie womöglich am <a href="http://www.alltagsforschung.de/das-impostor-syndrom-warum-sich-manche-keinen-erfolg-go%CC%88nnen/" target="_blank">Impostor-Syndrom</a>?</p>
<p>Nichts dergleichen.</p>
<h5>Alles beim Alten</h5>
<p>Fakt ist: Entscheidungen, die irgendetwas beibehalten, bereuen wir wesentlich seltener als Entscheidungen, die etwas ändern. Man könnte auch sagen: Lieber belassen wir alles beim Alten, als uns auf Neues einzulassen.</p>
<p>Und das liegt auch an dem gedanklichen Prozess, den eine Meinungsänderung in Gang setzt. Wer eine Entscheidung revidiert, der sieht sich nun mit mindestens zwei Alternativen konfrontiert: Jener, die er verworfen hat und jene, die er stattdessen bevorzugt. Allein dieses Vergleichen reduziert jedoch tendenziell den empfundenen Wert aller Optionen - und führt zu größerem Bedauern. Wer seiner ersten Entscheidung treu geblieben ist, muss sich mit solchen Gedanken gar nicht erst herumschlagen.</p>
<p>Man könnte auch sagen: Die Angst, aus einer richtigen eine falsche Entscheidung zu machen, führt häufig zu einer Art Schockstarre. Der englische Philosoph Francis Bacon hat das 1620 so ausgedrückt:</p>
<blockquote><p>"Hat der menschliche Verstand einmal eine Meinung angenommen, so zieht er alles heran, um diese zu bestätigen und mit ihr zusammenzustimmen. Und selbst wenn sich für das Gegenteil mehr und weit bessere Beweise anbieten, so wird er diese mit großer und schädlicher Voreingenommenheit ignorieren, verdammen oder sie durch Spitzfindigkeiten als irrelevant betrachten, auf dass die Autorität seiner ersten Annahme ungeschmälert erhalten bleibe."</p></blockquote>
<p>Ändern Sie auch so ungern Ihre Meinung? Hadern Sie häufig mit Ihren Entscheidungen? Oder schwenken Sie problemlos um? Hinterlassen Sie mir doch einen Kommentar! Entweder in der unteren Spalte oder auf meiner <a href="http://www.facebook.com/alltagsforschung" target="_blank">Fanseite</a>.</p>
<p><strong>Quelle:</strong><br />
Geir Kirkebøen, Erik Vasaasen und Karl Halvor Teigen (2011). Revisions and Regret: The Cost of Changing your Mind. Journal of Behavioral Decision Making.</p>
<p><strong>Weitere Literatur:</strong><br />
Justin Kruger, Derrick Wirtz und Dale Miller (2005). <a href="http://psycnet.apa.org/journals/psp/88/5/725/" target="_blank">Counterfactual thinking and the first instinct fallacy</a>. Journal of Personality and Social Psychology, Band 88, Nummer 5, Seite 725–735.</p>
<p>Ludy Benjamin et al (1984). <a href="http://www.eric.ed.gov/ERICWebPortal/search/detailmini.jsp?_nfpb=true&amp;_&amp;ERICExtSearch_SearchValue_0=EJ307553&amp;ERICExtSearch_SearchType_0=no&amp;accno=EJ307553" target="_blank">Staying with initial answers on objective tests: Is it a myth?</a> Teaching of Psychology, Band 11, Seite 133–141.</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/snigl3t/1747917718/" target="_blank">snigl3t</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
<p><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/8a622e5b8a7e4921993dc909d507a5c4" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Feine Sache – Gerüche verbessern unser Verhalten</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 07:28:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Privatleben]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Jarrett]]></category>
		<category><![CDATA[Experiment]]></category>
		<category><![CDATA[Gerüche]]></category>
		<category><![CDATA[Martijn de Lange]]></category>
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		<description><![CDATA[Manche Gerüche wecken Erinnerungen, andere Ekel. Laut einer neuen Studie lässt sich die Macht der Düfte aber auch anderweitig nutzen: Zuggäste hinterlassen in aromatisierten Zügen weniger Müll. Die Zugfahrt vom niederländischen Amersfoort ins Städtchen Enkhuizen dauert etwa zwei Stunden. Genug Zeit, während der Fahrt die Landschaft zu genießen - oder in den Waggons Müll zu [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Manche Gerüche <a href="http://www.alltagsforschung.de/duftmarke-geruche-wecken-erinnerungen/" target="_blank">wecken Erinnerungen</a>, andere Ekel. Laut einer neuen Studie lässt sich die Macht der Düfte aber auch anderweitig nutzen: Zuggäste hinterlassen in aromatisierten Zügen weniger Müll. <span id="more-11941"></span></p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/03/Geruch.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11483" title="Geruch" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/03/Geruch-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a> Die Zugfahrt vom niederländischen Amersfoort ins Städtchen Enkhuizen dauert etwa zwei Stunden. Genug Zeit, während der Fahrt die Landschaft zu genießen - oder in den Waggons Müll zu hinterlassen.</p>
<p>Wie die Deutsche Bahn hierzulande, so hat auch die staatliche Eisenbahngesellschaft der Niederlande Probleme mit der Sauberkeit ihrer Fahrgäste. Regelmäßig hinterlassen die Passagiere leere Dosen, Flaschen oder Zeitungen. Vielleicht kooperierte das Unternehmen auch deshalb mit dem Psychologen <a href="http://www.ru.nl/socialpsychology/faculty/dr_martijn_de_lange/" target="_blank">Martijn de Lange</a> von der Universität Nimwegen.</p>
<p>Für eine <a href="http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/15534510.2012.659509" target="_blank">Feldstudie</a>, auf die ich kürzlich <a href="http://bps-research-digest.blogspot.de/2012/03/passengers-litter-less-on-carriages.html" target="_blank">im Blog</a> von Christian Jarrett gestoßen bin, stellte die Bahn de Lange einen Zug zur Verfügung. Der fuhr über einen Zeitraum von mehreren Wochen immer auf derselben Strecke, von Amersfoort nach Enkhuizen und wieder zurück.</p>
<p>Vor dem Experiment präparierte de Lange jedoch zwei Zugabteile. Dort versteckte er sieben Behälter mit Reinigungsmittel, das in den Waggons Zitrusduft versprühte. Um den Duft noch zu verstärken, träufelte er noch ein wenig dezentes Parfüm hinzu.</p>
<p>Nun kontrollierten zwei Kollegen an jeder Endhaltestelle der Route die Mülleimer - und zwar in den zwei Aroma-Abteilen sowie in zwei Kontrollabteilen, die nicht nach Zitrone rochen. Die Mitarbeiter packten den Müll in Tüten, zählten danach die Anzahl der Fundstücke und bestimmten ihr Gewicht.</p>
<p>Sie ahnen es vermutlich schon: Der Zitrusduft wirkte sich erheblich auf die Sauberkeit der Fahrgäste aus. In den aromatisierten Abteilen hinterließen sie wesentlich weniger Abfall: Dort steckten in den Eimern im Schnitt knapp drei Stücke Müll, in den Kontrollabteilen waren es hingegen fünf.</p>
<p>Auch das Gewicht unterschied sich erheblich: In den Zitruswaggons wog der Müll knapp zwölf Gramm, in den Kontrollabteilen waren es fast 36 Gramm. Offenbar lassen sich die Passagiere schon durch eine relativ kostengünstige Methode disziplinieren, resümiert de Lange. Aber wieso?</p>
<p>Dahinter steckt das Prinzip des so genannten Primings. Offenbar weckt der Zitrusduft im Unterbewusstsein Assoziationen von Reinheit und Sauberkeit - und die wirken sich auf das tatsächliche Verhalten aus.</p>
<p><strong>Quelle:<br />
</strong>Martijn de Lange et al (2012). Making less of a mess: Scent exposure as a tool for behavioral change. <a href="http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/15534510.2012.659509" target="_blank">Social Influence</a>, Band 7, Nummer 2, Seite 90-97.</p>
<p><strong>Weitere Literatur:<br />
</strong>Rob Holland et al (2005). Smells like clean spirit: Nonconscious effects of scent on cognition and behavior. <a href="http://pss.sagepub.com/content/16/9/689.abstract" target="_blank">Psychological Science</a>, Band 16, 689–693.</p>
<p>Ap Dijksterhuis und Ad van Knippenberg (1998). The relation between perception and behavior or how to win a game of Trivial Pursuit. <a href="http://psycnet.apa.org/journals/psp/74/4/865/" target="_blank">Journal of Personality and Social Psychology</a>, Band 74, Seite 865-877.</p>
<p>Neil Macrae und Lucy Johnston (1998). Help, I need somebody: Automatic action and inaction. <a href="http://www.mendeley.com/research/help-i-need-somebody-automatic-action-and-inaction-1/" target="_blank">Social Cognition</a>, Band 16, Seite 400-417.</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/juhansonin/4548727820/" target="_blank">juhansonin</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
<p><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/26a930ee33b8471398c87aa306970472" alt="" width="1" height="1" /></p>
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