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	<description>Sprache - Philosophie - Geschichte</description>
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		<title>Zufällig in der Bibliothek gefunden &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 20:38:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; habe ich letzte Woche ein Lehr- und Übungsbuch für Altgriechisch. Diese &#8220;Einführung in die griechische Sprache&#8221; wendet sich speziell an diejenigen, die das Neue Testament im Original lesen wollen, eignet sich aber auch sehr gut, um einen einfachen Einstieg in das Altgriechische überhaupt zu bekommen.
Nach den genau 400 Seiten bzw. 40 Lektionen, die das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://altgriechisch-lernen.de/wp-content/uploads/2009/08/griechische_sprache.jpg' style="float: left; margin: 5px 15px 5px 0;" alt='Einführung in die griechische Sprache' />&#8230; habe ich letzte Woche ein Lehr- und Übungsbuch für Altgriechisch. Diese &#8220;Einführung in die griechische Sprache&#8221; wendet sich speziell an diejenigen, die das Neue Testament im Original lesen wollen, eignet sich aber auch sehr gut, um einen einfachen Einstieg in das Altgriechische überhaupt zu bekommen.</p>
<p>Nach den genau 400 Seiten bzw. 40 Lektionen, die das Buch umfasst, sollten alle, die die Vokabeln gelernt und mit Hilfe der zahlreichen Aufgaben geübt haben, das Neue Testament auf Altgriechisch lesen können. Das Buch hat, neben den üblichen Regeln zur Grammatik, Vokabeln und Textbeispielen, noch zwei besondere Vorzüge:<span id="more-106"></span></p>
<ol>
<li>Jedes Kapitel beinhaltet Übungen &#8211; mit Lösungen! Das ist bemerkenswert, weil ich bisher noch kein Altgriechisch-Lehrbuch gefunden habe, das Lösungen zu den Aufgaben liefert. Für Autodidakten ist aber genau das sehr hilfreich. Geübt wird sehr ausgiebig das Übersetzen von Altgriechisch in Deutsch und umgekehrt, das Bestimmen von Formen (Flexionsendungen) und Satzteilen; es gibt Lückentexte und Vergleiche zwischen altgriechischer und deutscher Grammatik.</li>
<li>Schon ab der 2. Lektion wird mit syntaktischen Erklärungen und Übungen begonnen. Auch das hat mir bisher in jedem anderen Lehrbuch gefehlt. Dabei beginnt man natürlich ganz langsam mit Subjekt und Prädikat. Nach und nach werden die verschiedenen Objekte, Attribute und adverbialen Bestimmungen ergänzt, bis in der 6. Lektion die Untersuchung des Satzbaus abgeschlossen ist. Mir hat das Verständnis der syntaktischen Zusammenhänge sehr geholfen, um einen ganzen Satz zu überblicken. Die Übersetzung fällt mir dann leichter, weil ich die allgemeine Struktur schon erkenne, bevor ich jedes einzelne Wort übersetzt habe.</li>
</ol>
<p>Vielleicht sind die Textbeispiele aus dem Neuen Testament für diejenigen nicht so interessant, die sich eher für klassische philosophische Lektüre interessieren. So haben ein paar Vokabeln hier eine spezifisch christliche Interpretation, z.B. ἁμαρτάνω bedeutet im christlichen Kontext <i>sündigen</i>, während es in der Klassik allgemeiner mit <i>ein Ziel verfehlen</i> übersetzt wird. Andererseits ist das Altgriechisch des Neuen Testaments sehr einfach, was den Einstieg ungemein erleichtert. Man fängt mit kurzen Sätzen und einfachen Bedeutungen an und wird nicht mit einem komplexen Satzbau und philosophischen Mehrdeutigkeiten überfordert.</p>
<p>Etwas unkonventionell ist das handschriftliche Layout. Aber da es sehr sauber geschrieben ist, konnte ich mich schnell daran gewöhnen.</p>
<p>Die &#8220;Einführung in die griechische Sprache&#8221; von Wilhelm Höhn ist 2003 im Verlag der Lutherischen Buchhandlung erschienen. 400 Seiten; Hardcover; 19,80 Euro. Online kannst Du es bei <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3861472600?ie=UTF8&#038;tag=altgriechis0e-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3861472600">amazon.de</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=altgriechis0e-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3861472600" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> oder bei <a href="http://www.buchhandel.de/default.aspx?strframe=titelsuche&#038;caller=vlbPublic&#038;nSiteId=11">buchhandel.de</a> bestellen.</p>
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		<title>Lehrreicher Ausflug in die deutsche Syntax</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Jun 2009 22:24:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grammatik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe hier ja schon einmal geschrieben, dass mich der griechische Satzbau zur Verzweiflung getrieben hat. Ich habe oft zu sehr an der sequenziellen Wortfolge geklebt und den Satzzusammenhang nicht verstanden. Jetzt bin ich diesem Problem endlich auf die Schliche gekommen: durch eine Beschäftigung mit dem deutschen Satzbau. Plötzlich fällt es mir auch im Griechischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe hier ja schon einmal geschrieben, dass mich der griechische Satzbau zur Verzweiflung getrieben hat. Ich habe oft zu sehr an der sequenziellen Wortfolge geklebt und den Satzzusammenhang nicht verstanden. Jetzt bin ich diesem Problem endlich auf die Schliche gekommen: durch eine Beschäftigung mit dem deutschen Satzbau. Plötzlich fällt es mir auch im Griechischen leichter, von den einzelnen Wörtern abzusehen und die Satzglieder zu erkennen. Meine folgenden Erklärungen mit Beispielen beziehen sich also auf die Funktionsweise deutscher Nebensätze, weil ich erst diese verstehen musste, bevor ich es auf das Griechische anwenden konnte. <span id="more-105"></span></p>
<h3>Die Funktionen der Gliedsätze</h3>
<p>Gliedsätze (Nebensätze) sind ihrem Hauptsatz, auf den sie sich beziehen, untergeordnet. Sie stehen immer vor oder hinter dem Hauptsatz oder sind in ihn eingeschoben. Der Hauptsatz kann für sich alleine stehen, während der Gliedsatz von ihm abhängt. Welcher Art die Abhängigkeit ist, wird durch die Funktionen, die die Gliedsätze annehmen können, ausgedrückt.</p>
<p>Gliedsätze erfüllen die gleichen Funktionen wie die Satzglieder bzw. Satzgliedteile (Attribute), d.h. sie beziehen sich in gleicher Weise auf das Prädikat wie diese. Entsprechend gibt es:</p>
<ul>
<li>Subjektsatz</li>
<li>Objektsatz</li>
<li>Adverbialsatz</li>
<li>Attributsatz</li>
</ul>
<h3>Subjektsätze</h3>
<p>Wenn der Gliedsatz thematischer Gegenstand der übergeordneten Satzaussage ist, hat er Subjektfunktion. Der Gegenstand, über den etwas im Hauptsatz ausgesagt wird, wird dargestellt. Der Subjektsatz kann durch ein Substantiv oder Pronomen im Nominativ ersetzt werden. Nach dem Nominativ wird mit <b>Wer?</b> gefragt.</p>
<p><b>Beispiele</b></p>
<ul>
<li>Dass du die Prüfung bestanden hast, freut mich. &#8211; <i>Wer/was freut mich?</i></li>
<li>Wer raucht, zahlt 15 Euro. &#8211; <i>Wer zahlt?</i></li>
<li>Ihn interessiert, ob ich schon ein Geschenk habe. &#8211; <i>Wer/was interessiert ihn?</i></li>
<li>Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. &#8211; <i>Wer fällt hinein?</i></li>
</ul>
<p>Zwischenfrage: Wieso steht das Verb <i>fällt</i> im Hauptsatz des letzten Beispiels an erster Stelle? Ist nicht das Kennzeichen von Hauptsätzen, dass das Verb an zweiter Stelle steht? (Im Gegensatz zu Gliedsätzen, in denen das Verb immer an letzter Stelle steht.) Ganz einfach: Das Verb steht auch in diesem Satzgefüge an zweiter Stelle, weil der ganze vorangehende Gliedsatz als <i>eine</i> Stelle betrachtet wird.</p>
<h3>Objektsätze</h3>
<p>Wenn der Gliedsatz das Ziel darstellt, auf das sich die Handlung des übergeordneten Satzes richtet, hat er Objektfunktion. Der Objektsatz kann durch ein Substantiv oder Pronomen im Akkusativ, Dativ, Genitiv oder durch ein Präpositionalobjekt ersetzt werden und mit <b>Wen?</b>, <b>Wem?</b>, <b>Wessen?</b> oder mit <b>Präposition und Fragewort</b> erfragt werden.</p>
<p><b>Beispiele</b></p>
<ul>
<li>Sie sagt, dass sie die Prüfung bestanden hat. &#8211; <i>Wen/was sagt sie?</i></li>
<li>Ich will wissen, ob du kommst. &#8211; <i>Wen/was will ich wissen?</i></li>
<li>Er erklärte mir, wie das Gerät funktioniert. &#8211; <i>Wen/was erklärte er?</i></li>
</ul>
<p>Das sind Beispiele, in denen mit <i>Wen/was?</i> nach dem Akkusativobjekt gefragt wird. Jetzt noch ein paar Beispiele, in denen nach einem Objekt in den anderen Kasus gefragt wird:</p>
<ul>
<li>Sie schämt sich, das ihrem Mann gegenüber zuzugeben. &#8211; <i>Wessen schämt sie sich?</i></li>
<li>Er sah zu, wie wir arbeiteten. &#8211; <i>Wem sah er zu?</i></li>
<li>Er muss aufpassen, dass der Kühler nicht überläuft. &#8211; <i>Auf wen/was muss er aufpassen?</i></li>
</ul>
<h3>Adverbialsätze</h3>
<p>Adverbialsätze sind leicht an den einleitenden Konjunktionen zu erkennen, die auch die jeweilige Funktion anzeigen, d.h. die Art und Weise, wie sich der Nebensatz auf den Hauptsatz bezieht. Die Unterteilung entspricht der der adverbialen Bestimmung (nur die konsekutive Funktion kommt noch hinzu) und wird ebenso erfragt:</p>
<p>temporal &#8211; Wann? Seit wann? Bis wann?<br />
lokal &#8211; Wo? Wohin? Woher?<br />
modal &#8211; Wie?<br />
kausal &#8211; Warum?<br />
konditional &#8211; Unter welcher Bedingung?<br />
konzessiv &#8211; Trotz welcher Gegengründe?<br />
final &#8211; Zu welchem Zweck? Mit welcher Absicht?<br />
konsekutiv &#8211; Mit welcher Folge? Mit welcher Wirkung?</p>
<p><b>Beispiele</b></p>
<ul>
<li><i>Während</i> er spricht, isst er.</li>
<li><i>Wo</i> man dich braucht, nimmt man dich freundlich auf.</li>
<li>Er tat <i>so, als</i> würde er mich nicht kennen.</li>
<li>Er konnte nicht mitfahren, <i>weil</i> er krank war.</li>
<li><i>Wenn</i> ein Gliedsatz auf ein Substantiv im Hauptsatz als Beifügung bezogen ist, hat er attributive Funktion.</li>
<li><i>Obwohl</i> es schneite, brachen wir auf.</li>
<li>Nehmt ein Taxi, <i>damit</i> ihr pünktlich ankommt!</li>
<li>Er setzt den Termin <i>so</i> an, <i>dass</i> es gerade zu schaffen ist.</li>
</ul>
<h3>Attributsätze</h3>
<p>Wenn der Gliedsatz auf ein Substantiv im übergeordneten Satz als Beifügung bezogen ist, hat er attributive Funktion. Attributsätze werden oft durch Relativpronomen eingeleitet, aber auch Konjunktionalsätze mit dass oder Infinitivgruppen kommen vor. Nach dem Attribut fragt man mit: <b>Was für ein?</b></p>
<p><b>Beispiele</b></p>
<ul>
<li>Das war ein Film, den ich nicht vergessen werde. &#8211; <i>Was für ein Film? Relativanschluss</i></li>
<li>Es gibt die Regel, dass hier nicht geraucht wird. &#8211; <i>Was für eine Regel? Konjunktionalsatz mit dass</i></li>
<li>Er schließt seine Rede mit der Aufforderung, der Gewerkschaft beizutreten. &#8211; <i>Was für eine Aufforderung? Infinitivgruppe</i></li>
</ul>
<h3>Methoden</h3>
<p>Das sind die vier möglichen Funktionen, die ein Gliedsatz erfüllen kann. Es gibt ein paar hilfreiche Methoden, um die einzelnen Glieder zu erkennen:</p>
<ul>
<li><i>Verschiebeprobe:</i> Um zu erkennen, welche Satzglieder es in einem Satz gibt, kannst du diesen umstellen. Alle Wörter, sie zu einem Satzglied gehören, müssen zusammenstehen, sie dürfen nicht getrennt werden.</li>
<li><i>Einsetzungsprobe:</i> Statt dem Satzglied kannst du ein Nomen oder Pronomen (im entsprechenden Kasus) einsetzen. Der Adverbialsatz kann durch eine entsprechende adverbiale Bestimmung ersetzt werden.</li>
<li><i>Frageprobe:</i> Mit den Fragen, die ich zu jeder Satzart angegeben habe, kannst du die Satzglieder erfragen.</li>
</ul>
<p>Zum Schluss noch ein Link zu einer Übungsseite, auf der du prüfen kannst, ob du das Thema verstanden hast: <a href="http://www.eisinger-schmidt.de/grammatik/auswahl.php?ueb=9">Übungen zu den Arten der Nebensätze</a>. Viel Spaß dabei!</p>
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		<title>Gorgias 452 a &#8211; 454 b</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Dec 2008 22:22:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uni-Tagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[ .note { font-size: 10px !important; color: #777  !important; } 
Sokrates gelingt es die vagen Antworten von Gorgias immer weiter einzuengen, bis dieser sich auf ein konkretes Thema festlegt, das Gegenstand der Redekunst sein soll. 
Den griechischen Text findest du z.B. im Perseus-Projekt.
So: &#60;Ich meine>, dass, wenn dir gleich die Meister dessen, was der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<style> .note { font-size: 10px !important; color: #777  !important; } </style>
<p>Sokrates gelingt es die vagen Antworten von Gorgias immer weiter einzuengen, bis dieser sich auf ein konkretes Thema festlegt, das Gegenstand der Redekunst sein soll. <span id="more-104"></span></p>
<p>Den griechischen Text findest du z.B. im <a href="http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?doc=Perseus%3Atext%3A1999.01.0177;query=section%3D%23472;layout=;loc=Gorg.%20451e">Perseus-Projekt</a>.</p>
<p>So: &lt;Ich meine>, dass, wenn dir gleich die Meister dessen, was der Dichter des Trinkliedes lobte, entgegenträten, ein Arzt, ein Turnlehrer und ein Geschäftsmann, und der Arzt könnte zuerst sagen: &#8220;Sokrates, Gorgias täuscht dich; denn nicht die Kunst von diesem ist auf das größte Gut der Menschen bezogen, sondern die meine&#8221; &#8211; wenn ich ihn nun fragte: Als wer aber sagst du dies? könnte er vielleicht sagen: Als ein Arzt. Was meinst du jetzt? Ist das Produkt deiner Kunst das größte Gut? &#8220;Wie sollte es denn nicht,&#8221; könnte er vielleicht sagen, &#8220;Sokrates, Gesundheit sein? Was aber ist ein größeres Gut für Menschen als Gesundheit?&#8221; Und wenn wiederum danach der Turnlehrer sagte: &#8220;Auch ich, Sokrates, müsste mich wundern, wenn Gorgias dir ein größeres Gut vorzeigen könnte von seiner Kunst als ich von meiner.&#8221; Ich könnte wiederum auch zu diesem sagen: Was aber bist du für einer, Mensch, und was ist dein Produkt? &#8220;Turnlehrer,&#8221; könnte er sagen, &#8220;und mein Produkt ist schön und stark zu machen die Körper der Menschen.&#8221; Nach dem Turnlehrer könnte aber der Geschäftsmann sagen, wie ich glaube ganz und gar verachtend: &#8220;Prüfe wirklich, Sokrates, ob sich dir irgendein größeres Gut zeigt als Reichtum entweder bei Gorgias oder bei irgendeinem anderen.&#8221; Wir könnten nun zu ihm sagen: Was aber? Bist du ein Hersteller von diesem? Er dürfte das bejahen. Wobei du wer bist? &#8220;Ein Geschäftsmann.&#8221; Wie nun? Urteilst du, dass das größte Gut der Menschen Reichtum ist? werden wir fragen. &#8220;Wie denn nicht?&#8221; wird er sagen. Aber freilich behauptet zumindest Gorgias hier dagegen, dass die Kunst, die bei ihm selber liegt ursächlich sei für ein größeres Gut, als die deine, könnten wir sagen. Offenbar nun könnte er danach fragen: &#8220;Und was ist dieses Gut? Das soll Gorgias beantworten!&#8221; Also los jetzt, denke dir, Gorgias, gefragt zu werden auch von jenen und von mir, antworte was dies ist, wovon du sagst, dass es das größte Gut sei für die Menschen und eben davon du ein Schöpfer zu sein &lt;behauptest>.</p>
<p class="note">(452a2) τούτων ὧν: Kasus-Attraktion. Eigentlich müsste ἅ statt ὧν stehen, aber τούτων zieht einen Genitiv an sich. (452b2) ἔχοι&#8230;ἐπιδεῖξαι: ἔχω mit Infinitiv bedeutet: die Möglichkeit haben, können</p>
<p>Go: Eben dieses, Sokrates, ist in Wahrheit das größte Gut und Grund sowohl für die Freiheit der Menschen selbst, als auch für das Beherrschen der anderen in seiner jeweiligen Stadt.</p>
<p class="note">Ein Relativpronomen leitet den Hauptsatz ein: relativischer Anschluss, wird oft einfach mit einem Demonstrativpronomen übersetzt.</p>
<p>So: Was meinst du denn jetzt damit?</p>
<p>Go: Ich jedenfalls &lt;meine damit> in der Lage zu sein mittels der Reden zu beeinflussen sowohl im Gericht die Richter als auch im Rat die Ratsmänner und in der Volksversammlung die Volksvertreter und in jeder anderen Versammlung, welche auch immer eine politische Versammlung ist. Nun aber hast du mit dieser Fähigkeit den Arzt als Sklaven, und als Sklaven den Turnlehrer; und dieser Geschäftsmann wird sich offenbaren als ein Geschäftsmann, der anderen erwirbt und nicht sich selbst, sondern dir, da du fähig bist zu reden und die Menge zu beeinflussen.</p>
<p class="note">πείθειν bedeutet sowohl überreden als auch überzeugen, deshalb steht hier und weiterhin die Übersetzung &#8220;beeinflussen&#8221;, weil sie noch am ehesten beide Begriffe impliziert. Wichtig ist jedenfalls diese Zweideutigkeit im Hinterkopf zu behalten. Sie wird später im Dialog noch expliziert.</p>
<p>So: Mir scheinst du nun, Gorgias, die Redekunst in maximaler Annäherung klarzumachen, welche Art Kunst sie deiner Meinung nach ist. Und wenn ich etwas verstehe, sagst du, dass die Redekunst ein Erzeuger von Beeinflussung ist, und ihre ganze Sache und Summe läuft darauf hinaus. Oder hast du etwas zu sagen in Bezug auf weiteres, was die Redekunst kann, als Beeinflussung zu schaffen in der Seele von denen, die zuhören?</p>
<p>Go: Keineswegs, Sokrates, sondern mir scheinst du &lt;sie> ausreichend zu erklären, denn dies ist der Hauptpunkt von ihr.</p>
<p>So: Höre also, Gorgias. Denn ich, das wisse wohl, wie ich von mir überzeugt bin, wenn überhaupt irgendein anderer auf andere Weise sich unterhält, weil er eben dieses wissen will wovon die Rede ist, bin ich auch einer von denen; ich halte dich aber auch für einen.</p>
<p>Go: Was also nun, Sokrates?</p>
<p>So: Ich werde es gleich sagen. Ich weiß zwar nicht klar, das wisse wohl, was die Beeinflussung durch die Redekunst eigentlich ist, die du meinst, und in Bezug auf welche Dinge sie eine Beeinflussung ist. Freilich weiß ich nicht gar nichts, sondern ich habe zumindest eine Vermutung, was du meinst, glaube ich, und auf was &lt;du dich> beziehst. Trotzdem werde ich dich fragen, was du eigentlich meinst mit der Beeinflussung durch die Redekunst und worauf sie sich bezieht. Weshalb ich dich denn selbst frage, obwohl ich &lt;die Antwort> vermute, und nicht selbst sage? Nicht deinetwegen, sondern um der Rede willen, damit sie so weitergehe, wie sie am besten für uns klar machen möge, wovon sie redet. Überlege nämlich, ob es dir richtig erscheint, wie ich meine, dich weiterzufragen. So wie, wenn ich dich gerade fragen könnte, wer von den Malern Zeuxis ist, wenn du mir sagtest: der Maler von Tieren, würde ich dann nicht mit Recht fragen: der was für Tiere malt und wo?</p>
<p class="note">Der zweite Satz ist leichter zu bewältigen, wenn man zuerst das Prädikat zum Subjekt übersetzt. (453b7) οὐ μὴν ἀλλ&#8217; &#8230; hier liegt wieder eine Ellipse vor, die etwas ergänzt werden kann mit &#8220;freilich weiß ich nicht gar nichts, sondern &#8230;&#8221;</p>
<p>Go: Sicherlich.</p>
<p>So: Etwa deswegen, weil auch andere Maler sind, die viele andere Tiere malen?</p>
<p>Go: Ja.</p>
<p>So: Wenn aber zumindest kein anderer als Zeuxis malen würde, wäre deine Antwort gut gewesen?</p>
<p>Go: Wie sollte sie nicht?</p>
<p>So: Komm also, auch bezüglich der Redekunst sage: scheint dir die Redekunst allein eine Beeinflussung zu bewirken oder auch andere Künste? Ich meine aber folgendes: Wer auch immer irgendeine Sache lehrt, beeinflusst er mit dem, was er lehrt, oder nicht?</p>
<p>Go: Natürlich stimmt es nicht, dass er nicht beeinflusst, Sokrates, sondern er beeinflusst sogar ganz besonders.</p>
<p class="note">Das Οὐ bezieht sich auf das zuletzt genannte οὔ von Sokrates, verneint also das &#8220;oder nicht?&#8221; und bejaht den ersten Teil der Frage, bzw. verstärkt ihn noch: πάντων μάλιστα &#8211; mehr als alles (Genitivus comparationis).</p>
<p>So: Zurück also zu denselben Künsten, worüber wir jetzt reden wollen; Lehrt uns die Rechenkunst und der Rechenkünstler nicht, wie groß der Bereich der Zahl ist?</p>
<p>Go: Sicher.</p>
<p>So: Also beeinflusst sie auch?</p>
<p>Go: Ja.</p>
<p>So: Ein Erzeuger von Beeinflussung ist also auch die Rechenkunst?</p>
<p>Go: Es scheint so.</p>
<p>So: Nun, wenn jemand uns fragte, was für eine Beeinflussung &lt;es ist> und worauf sie sich bezieht, werden wir ihm etwa antworten: &lt;sie ist Beeinflussung im Bereich> des Belehrenden, der auf das Gerade und Ungerade bezogen ist, wie groß es ist; und bei allen anderen Künsten, über die wir gerade redeten, werden wir zeigen können, dass sie Erzeuger von Beeinflussung sind und welcher Art und worauf bezogen, oder nicht?</p>
<p>Go: Ja.</p>
<p>So: Also ist die Redekunst nicht allein ein Erzeuger von Beeinflussung.</p>
<p class="note">ἄρα ist die stärkste Form einer Folgerung, hat also logisch zwingenden Charakter.</p>
<p>Go: Richtig.</p>
<p>So: Da sie also nicht allein diese Wirkung hervorbringt, sondern auch andere, könnten wir zu Recht wie in Bezug auf den Maler danach den, der das sagt, weiterfragen: Was für eine Art Beeinflussung also und eine worauf bezogene Beeinflussung ist die Redekunst? Oder scheint es dir nicht richtig zu sein weiter zu fragen?</p>
<p>Go: Doch.</p>
<p>So: Antworte also, Gorgias, da es jedenfalls auch dir so scheint.</p>
<p>Go: Ich meine sie also als &lt;Erzeugerin> einer solchen Beeinflussung, Sokrates, die in den Gerichtshöfen und in den anderen Versammlungen &lt;stattfindet>, wie ich auch schon sagte, und in Bezug darauf, was gerecht und ungerecht ist.</p>
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		<title>Gorgias 450 c &#8211; 451 e</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Nov 2008 20:23:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uni-Tagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[ .note { font-size: 10px !important; color: #777  !important; } 
Sokrates will von Gorgias herausfinden, was das spezifische an der Redekunst ist, was sie von anderen Tätigkeiten, die sich auch durch Reden ausdrücken, unterscheidet &#8211; eine konkrete Antwort allerdings bleibt dieser bis jetzt noch schuldig. 
Den griechischen Text findest du z.B. im Perseus-Projekt.
So: Verstehe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<style> .note { font-size: 10px !important; color: #777  !important; } </style>
<p>Sokrates will von Gorgias herausfinden, was das spezifische an der Redekunst ist, was sie von anderen Tätigkeiten, die sich auch durch Reden ausdrücken, unterscheidet &#8211; eine konkrete Antwort allerdings bleibt dieser bis jetzt noch schuldig. <span id="more-103"></span></p>
<p>Den griechischen Text findest du z.B. im <a href="http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?doc=Perseus%3Atext%3A1999.01.0177;query=section%3D%23464;layout=;loc=Gorg.%20450b">Perseus-Projekt</a>.</p>
<p>So: Verstehe ich nun wie du sie nennen willst? Bald aber werde ich es deutlicher wissen. Aber los, antworte: Für uns gibt es Künste. Nicht wahr?</p>
<p class="note">εἴσομαι ist hier 1.Sg.Ind.Fut.Med. von οἶδα (von εἶμι wäre die andere Möglichkeit)</p>
<p>Go: Ja.</p>
<p>So: Von allen Künsten also, glaube ich, ist bei den einen Tätigkeit das meiste und braucht kaum eine Rede, einige aber gar keine, sondern das &lt;Werk> der Kunst könnte auch mittels Schweigen durchgeführt werden, wie zum Beispiel Malerei, Bildhauerkunst und viele andere. Von solchen scheinst du mir zu reden, von denen du behauptest, dass sie keine Redekunst seien; nicht wahr?</p>
<p class="note">ἐργασία ist hier λόγος gegenübergestellt, also handwerkliche Tätigkeit dem sprachlichen Ausdruck. περαίνοιτο ἄν: Potentialis. Wenn φήμι verneint wird, steht das οὐ davor, wird aber übersetzt mit: &#8220;ich sage, dass nicht &#8230;&#8221; (nicht: ich sage nicht, dass &#8230;)</p>
<p>Go: Ganz genau so hast du es gut aufgefasst, Sokrates.</p>
<p>So: Aber zumindest gibt es andere unter den Künsten, die ganz mittels Reden ans Ziel führen, und eines Werkes gewissermaßen entweder gar nicht bedürfen oder ganz wenig, wie zum Beispiel die Zahlenlehre, Rechenkunst, Geometrie und Kunst des Brettspiels jedenfalls und viele andere Künste, von denen einige ungefähr gleich viele Reden wie Handlungen haben, die meisten aber mehr, und überhaupt geschieht die ganze Handlung und Realisierung von ihnen mittels Reden. Zu einer von solchen scheinst du mir die Redekunst zu zählen.</p>
<p class="note">ἀριθμητική ist theoretisch, λογιστική ist praktisch</p>
<p>Go: Richtig.</p>
<p>So: Aber gewiss keine von diesen jedenfalls, glaube ich, willst du eine Redekunst nennen, obwohl du wörtlich so sagtest, dass die &lt;Kunst>, die mittels Rede ihre Realisierung hat eine Redekunst ist, und jemand könnte erwidern, wenn er Ärger machen wollte mit den Worten &#8220;Die Zahlenlehre also ist eine Redekunst, Gorgias, sagst du?&#8221; Aber ich glaube, dass du weder die Zahlenlehre noch die Geometrie eine Redekunst nennst.</p>
<p class="note">ἡ διὰ λόγου τὸ κῦρος ἔχουσα ist das Subjekt, ῥητορική ist das Prädikatsnomen. Letzteres hat meistens keinen Artikel.</p>
<p>Go: Da glaubst du richtig, Sokrates, und du erwiderst auf berechtigte Weise.</p>
<p>So: Los, führe nun auch du die Antwort, wonach ich fragte, zu Ende. Denn da Redekunst zwar gerade eine von diesen Künsten ist, die oft von einer Rede Gebrauch machen, es aber auch andere derartige gibt, versuche zu sagen, worauf sich die Reden beziehen in der Kunst, die mittels Reden ihre Realisierung hat und die eine Redekunst ist. So wie, wenn mich jemand fragte, wovon ich gerade redete, hinsichtlich irgendeiner von den Künsten: &#8220;Sokrates, was ist die Kunst der Zahlenlehre?&#8221; ich ihm sagen könnte, wie du schon, dass sie eine von denen ist, die durch Rede ihre Realisierung haben. Und wenn er mich wieder fragte: &#8220;&lt;Sie ist eine> von denen, die sich worauf bezieht?&#8221; könnte ich sagen, dass sie eine von denen ist, die sich auf das Gerade und Ungerade beziehen, alles was diese Größen eben seien. Wenn aber er wieder fragte: &#8220;Und als was für eine bezeichnest du die Rechenkunst?&#8221; könnte ich sagen, dass auch diese eine von denen ist, die ganz durch Rede realisiert werden; und wenn er weiterfragte: &#8220;Die sich worauf bezieht?&#8221; könnte ich sagen wie die, die öffentlich einen Zusatzantrag in der Volksversammlung stellen, dass in Bezug auf das übrige gleichwie die Zahlenlehre so auch die Rechenkunst sich verhält &#8211; denn auf dasselbe bezieht sie sich, das Gerade und das Ungerade &#8211; sie unterscheidet sich aber insoweit, dass die Rechenkunst beobachtet, wie sich in den Mengen das Gerade und das Ungerade verhält sowohl im Verhältnis zu sich selbst als auch zueinander. Und wenn jemand nach der Astronomie fragte, könnte ich sagen, dass auch diese ganz durch Rede realisiert wird, &#8220;Aber die Reden der Astronomie,&#8221; wenn er fragte &#8220;worauf beziehen sie sich, Sokrates?&#8221; dann könnte ich sagen, dass sie sich auf den Lauf der Sterne, der Sonne und des Mondes beziehen, wie sie sich gegenseitig verhalten in Bezug auf Geschwindigkeit.</p>
<p class="note">Alle gedachten Fragen und Antworten sind hier als Potentialis formuliert.</p>
<p class="note">Sokrates greift im 2. Satz Subjekt und Prädikatsnomen seiner letzten Äußerung wieder auf und stellt innerhalb dieses Subjektes eine indirekte Frage, was im Deutschen gar nicht direkt wiederzugeben ist. πειρῶ εἰπεῖν ἡ περὶ τί ἐν λόγοις τὸ κῦρος ἔχουσα ῥητορική ἐστιν heißt wörtlich übersetzt: versuche zu sagen die &lt;Kunst>, die bezüglich was in Reden ihre Realisierung hat ist eine Redekunst. Mir hat es geholfen, erst diese wörtliche Übersetzung aufzuschreiben, dann den Sinn dessen zu verstehen und dann erst diesen Sinn im Deutschen wiederzugeben (wobei sich das Deutsche dann immer noch etwas holprig anhört).</p>
<p class="note">Ein paar Sätze später ist eine andere Vorgehensweise hilfreicher, nämlich bei: &#8230;, ὅτι καὶ πρὸς αὑτὰ καὶ πρὸς ἄλληλα πῶς ἔχει πλήθους ἐπισκοπεῖ τὸ περιττὸν καὶ τὸ ἄρτιον ἡ λογιστική. Zuerst das Subjekt suchen, dass am Satzende steht, dann das Prädikat und dann den Rest.</p>
<p>Go: Womit du jedenfalls recht hast, Sokrates.</p>
<p>So: Mach also auch du weiter, Gorgias. Denn die Redekunst ist also gerade eine von denen, die ganz durch Rede ausgeführt und realisiert werden, nicht wahr?</p>
<p class="note">Hier τυγχάνω mit Partizip, das die Haupthandlung bezeichnet. Im Deutschen wird τυγχάνω dann als Adverb ausgedrückt: zufällig, eben, gerade, etwa &#8211; und das Partizip als Verb.</p>
<p>Go: So ist es.</p>
<p>So: Sage also von diesen worauf sie sich beziehen! Was ist es von den Dingen, worüber diese Reden sind, wovon die Redekunst Gebrauch macht?</p>
<p>Go: Die größten unter den menschlichen Dingen, Sokrates, und die besten.</p>
<p>So: Aber, Gorgias, strittig ist auch dies. Du sagst auch noch nichts klares. Denn ich glaube, dass du bei den Symposien von den vortragenden Männern dieses Trinklied gehört hast, in dem von den Sängern aufgezählt wird, dass gesund zu sein zwar das beste ist, das zweitbeste aber schön zu werden, und das dritte, wie der Dichter des Trinkliedes sagt, reich zu sein ohne Betrug.</p>
<p>Go: Das habe ich freilich gehört. Aber im Hinblick worauf sagst du das?</p>
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		<title>Gorgias 449 b &#8211; 450 b</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Nov 2008 13:20:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uni-Tagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[ .note { font-size: 10px !important; color: #777  !important; } 
Im folgenden Abschnitt von Platons &#8220;Gorgias&#8221; unterhält sich Sokrates mit Gorgias darüber, was die Redekunst eigentlich ist. 
Den griechischen Text findest du z.B. im Perseus-Projekt.

So: Sollen wir sagen, dass du auch andere &#60;zu Rednern> machen kannst?
φῶμεν (Konjunktiv): deliberative Frage
Go: Das verkünde ich ja, nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<style> .note { font-size: 10px !important; color: #777  !important; } </style>
<p>Im folgenden Abschnitt von Platons &#8220;Gorgias&#8221; unterhält sich Sokrates mit Gorgias darüber, was die Redekunst eigentlich ist. <span id="more-102"></span></p>
<p>Den griechischen Text findest du z.B. im <a href="http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?doc=Perseus%3Atext%3A1999.01.0177;query=section%3D%23458;layout=;loc=Gorg.%20449a">Perseus-Projekt</a>.</p>
<p class="note">
<p>So: Sollen wir sagen, dass du auch andere &lt;zu Rednern> machen kannst?</p>
<p class="note">φῶμεν (Konjunktiv): deliberative Frage</p>
<p>Go: Das verkünde ich ja, nicht nur hier, sondern auch anderswo.</p>
<p>So: Wärest du nun bereit, Gorgias, wie wir uns jetzt unterhalten, fortzufahren einesteils fragend, andernteils antwortend, diese langen Reden aber, wie auch Polos anfing, auf ein andermal zu verschieben? Aber was du versprichst, sollst du nicht leugnen, sondern sei bereit das Gefragte kurz zu beantworten.</p>
<p class="note">ψεύσῃ (Konjunktiv Aorist): Prohibitiv</p>
<p>Go: Es gibt gewiss, Sokrates, einige Antworten, die notwendig durch lange Reden gegeben werden. Freilich nicht, sondern ich werde zumindest versuchen möglichst kurz &lt;zu antworten>. Denn auch wiederum dies ist eins der Dinge, von denen ich sage, dass niemand in weniger Worten als ich dasselbe sagen könnte.</p>
<p class="note">ἂν&#8230;εἰπεῖν: Potentialis</p>
<p>So: Von dieser soll es denn sein, Gorgias. Und gebe mir eben davon eine Demonstration, von der kurzen Rede, von der ausschweifenden aber ein andermal.</p>
<p>Go: Aber sicher, das werde ich tun, und von niemandem wirst du sagen eine kürzere gehört zu haben.</p>
<p>So: Also los, denn in der Kunst der Rede behauptest du sachverständig zu sein und wohl auch einen anderen zu einem Redner zu machen; auf welche von den Dingen bezieht sich die Redekunst? Wie die Webkunst die Herstellung von Kleidern betrifft, nicht wahr?</p>
<p class="note">φέρε δή: soll Aufmerksamkeit erregen, eigentl. Bring her!</p>
<p>Go: Ja.</p>
<p>So: Also auch &lt;wie> die Musik bezogen ist auf das Erzeugen von Tönen?</p>
<p>Go: Ja.</p>
<p>So: Ja, wahrhaftig, bei der Hera, Gorgias, ich bewundere die Antworten, weil du so kurz wie möglich antwortest.</p>
<p>Go: Na klar, denn ich glaube, Sokrates, dass ich das ziemlich gut mache.</p>
<p>So: Toll. Mach also weiter mir so auch zu antworten bezüglich der Redekunst, bezogen auf welche Dinge ist sie ein Wissen?</p>
<p>Go: Bezüglich Reden.</p>
<p>So: Welche von denen, Gorgias? &lt;Sind es diese> welche den Kranken erklären, welche Lebensweisen gesund sein könnten?</p>
<p class="note">ἂν&#8230;ὑγιαίνοιεν: Potentialis</p>
<p>Go: Nein.</p>
<p>So: Also zumindest nicht auf alle Reden ist die Redekunst bezogen.</p>
<p>Go: Natürlich nicht.</p>
<p>So: Aber freilich erzeugt sie im Reden jedenfalls fähige &lt;Menschen>.</p>
<p class="note">&#8220;Aber freilich&#8221; hat ebenso wie das griechische καὶ μήν und ἀλλὰ μήν sowohl affirmative als auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adversativsatz">adversative</a> Bedeutung.</p>
<p>Go: Ja.</p>
<p>So: Nun, &lt;macht sie fähig> auch vernünftig zu urteilen, worüber geredet wird?</p>
<p>Go: Allerdings.</p>
<p class="note">wörtl.: Wie denn nicht?</p>
<p>So: Erzeugt nun die Heilkunst, wovon wir gerade redeten, &lt;Menschen>, die fähig sind über die Kranken vernünftig zu urteilen und zu reden?</p>
<p>Go: Notwendig.</p>
<p>So: Auch die Heilkunst also, wie es scheint, hat mit Reden zu tun.</p>
<p>Go: Ja.</p>
<p>So: Mit denen zumindest über die Krankheiten?</p>
<p>Go: Auf jeden Fall.</p>
<p>So: Hat nun auch die Turnkunst mit Reden zu tun, die sich auf gute und schlechte Konstitution der Körper beziehen?</p>
<p>Go: Sicher.</p>
<p>So: Aber freilich verhalten sich so auch die anderen Künste, Gorgias; jede von ihnen hat mit denjenigen Reden zu tun, die sich gerade auf den Gegenstand beziehen, wovon jede einzelne die Kunst ist.</p>
<p>Go: So scheint es.</p>
<p>So: Warum denn nun nennst du die anderen Künste nicht Redekünste, obwohl sie auf Reden bezogen sind, wenn du durchaus diejenige Redekunst nennst, die jeweils auf Reden bezogen ist?</p>
<p class="note">ἄν + Konjunktiv: verallgemeinerter Relativsatz</p>
<p>Go: Weil, Sokrates, sozusagen das ganze Wissen der anderen Künste auf Handwerk und derartige Tätigkeiten bezogen ist, es aber von der Redekunst kein solches Handwerk gibt, sondern die ganze Tätigkeit und Realisierung durch Reden geschieht. Deshalb glaube ich, dass sich die Redekunst auf Reden bezieht, und das ist richtig, wie ich behaupte.</p>
<p class="note">Da δέ immer auf der gleichen Syntaxebene anschließt, ist der ganze ὅτι-Satz ein Nebensatz.</p>
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		<title>Gorgias 448 a &#8211; 449 a</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 22:29:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uni-Tagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[ .note { font-size: 10px !important; color: #777  !important; } 
Nächster Abschnitt aus Platons Dialog &#8220;Gorgias&#8221; &#8230; 
Den griechischen Text findest du z.B. im Perseus-Projekt.
Go: Richtig, Chairephon; denn auch gerade jetzt verkündete ich eben dieses, und ich behaupte, dass niemand mich je etwas neues gefragt hat seit vielen Jahren.
Ch: Also wirst du wohl leicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<style> .note { font-size: 10px !important; color: #777  !important; } </style>
<p>Nächster Abschnitt aus Platons Dialog &#8220;Gorgias&#8221; &#8230; <span id="more-101"></span></p>
<p>Den griechischen Text findest du z.B. im <a href="http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?doc=Perseus%3Atext%3A1999.01.0177;query=section%3D%23452;layout=;loc=Gorg.%20447d">Perseus-Projekt</a>.</p>
<p>Go: Richtig, Chairephon; denn auch gerade jetzt verkündete ich eben dieses, und ich behaupte, dass niemand mich je etwas neues gefragt hat seit vielen Jahren.</p>
<p>Ch: Also wirst du wohl leicht antworten, Gorgias.</p>
<p>Go: Es steht dir frei davon eine Kostprobe zu nehmen, Chairephon.</p>
<p>Po: Beim Zeus, wenn du denn unbedingt möchtest, Chairephon, von mir. Gorgias scheint mir nämlich auch erschöpft zu sein; denn er redete schon viel.</p>
<p class="note">ἄν ist hier die kontrahierte Satzkonjunktion ἐάν + Konjunktiv: Eventualis (im Hauptsatz müsste also ein Futur ergänzt werden). μέν betont das vorhergehende Wort, hier also Γοργίας.</p>
<p>Ch: Wie bitte, Polos? Glaubst du besser als Gorgias antworten zu können?</p>
<p class="note">erstaunte Frage. ἄν + Infinitiv: Potentialis.</p>
<p>Po: Was macht das aber, wenn es für dich zumindest genügt?</p>
<p>Ch: Nichts; da du also möchtest, antworte!</p>
<p>Po: Frage!</p>
<p class="note">Imperativ ist hier eine eher unhöfliche Anrede, höflicher wäre Potentialis: ἐρωτῴης ἄν.</p>
<p>Ch: Ich frage also. Wenn Gorgias gerade sachverständig ist in der Kunst, in eben welcher sein Bruder Herodikos es ist, wie würden wir ihn richtig bezeichnen? Nicht ebenso wie jenen?</p>
<p class="note">ἄν + Indikativ Imperfekt: Irrealis der Gegenwart.</p>
<p>Po: Sicherlich.</p>
<p>Ch: Wenn wir also behaupten, dass er ein Arzt sei, würden wir ihn richtig bezeichnen.</p>
<p class="note">ἄν + Indikativ Imperfekt: Irrealis der Gegenwart.</p>
<p>Po: Ja.</p>
<p>Ch: Wenn aber in eben der Kunst, in der Aristophon, der Sohn von Aglaophon, oder sein Bruder erfahren wären, wie würden wir ihn richtig nennen?</p>
<p class="note">Im Nebensatz εἰ + Imperfekt, Hauptsatz ἄν + Imperfekt: Irrealis der Gegenwart.</p>
<p>Po: Offenbar einen Maler.</p>
<p>Ch: Nun aber, da er in welcher Kunst sachverständig ist, wie könnten wir ihn richtig nennen?</p>
<p class="note">ἄν + Optativ: Potentialis. Im Deutschen sollten wir in diesem Fall zwei Hauptsätze bilden, wo das Griechische Kausal- und Fragesatz in einem Satz formulieren kann.</p>
<p>Po: Chairephon, viele Künste sind bei den Menschen aufgrund der Erfahrungen auf erfahrene Weise gefunden worden; denn Erfahrung bewirkt, dass wir unseren Lebensweg auf kunstvolle Weise entlang gehen, Unerfahrenheit aber auf zufällige Weise. Von allen diesen aber ergreifen andere andere auf andere Weise, von den besten aber die besten; von diesen ist auch Gorgias hier einer, und er hat Anteil an der schönsten der Künste.</p>
<p class="note">Gleiche Vokabeln sollten wir auch mit gleichen Wörtern übersetzen, um den Stil bestmöglich wiederzugeben, denn die Wortwahl hat ja einen bestimmten Sinn. Vielleicht will Platon hier die nichts sagende Aufgeblasenheit von Polos&#8217; Ausdrucksweise verdeutlichen.</p>
<p>So: Gut zumindest, Gorgias, scheint Polos vorbereitet zu sein auf das Reden; aber freilich macht er nicht, was er Chairephon versprach.</p>
<p class="note">φαίνεται mit Infinitiv meint ein oberflächliches Erscheinen, was aber tatsächlich etwas anderes verbirgt, mit Partizip hat φαίνεται die Bedeutung: etwas offen tun, sich zeigen.</p>
<p>Go: Wieso denn, Sokrates?</p>
<p>So: Das Gefragte scheint er mir ganz und gar nicht zu beantworten.</p>
<p>Go: Aber du, wenn du möchtest, frag ihn!</p>
<p>So: Nein, sondern viel lieber dich, wenn es dir genehm ist eben selbst zu antworten. Denn mir ist klar auch aus dem, was Polos gesagt hat, dass er besser die so genannte Redekunst geübt hat als sich zu unterhalten.</p>
<p class="note">εἰ σοὶ βουλομένῳ &#8211; wenn es für dich Sache eines Wollenden ist.</p>
<p>Po: Warum denn, Sokrates?</p>
<p>So: Weil, Polos, du auf die Frage von Chairephon in welcher Kunst Gorgias sachverständig ist, seine Kunst zwar lobst als ob sie jemand tadelte, was sie aber für eine ist, beantwortetest du nicht.</p>
<p>Po: Antwortete ich denn nicht, dass sie die schönste sei?</p>
<p>So: Gewiss. Aber niemand fragt, wie die Kunst von Gorgias ist, sondern was, und als wen man Gorgias bezeichnen müsste; wie dich vorher Chairephon fragte und du ihm richtig und kurz antwortetest, sage so auch jetzt was die Kunst ist und wie wir Gorgias bezeichnen müssen. Besser aber, Gorgias, sage uns selbst wie du genannt werden musst, als ein Wissender in welcher Kunst.</p>
<p class="note">ποία fragt nach den Eigenschaften, danach wie beschaffen sie ist, während τίς nach dem Gegenstand fragt. δέοι zeigt einen Optativ obliquus (indirekte Frage) an, der allerdings nur nach einem Vergangenheitstempus stehen kann. ἐρωτᾷ ist also als historisches Präsens zu verstehen, das grammatisch eine Vergangenheitsbedeutung hat.</p>
<p>Go: In der Redekunst, Sokrates.</p>
<p>So: Also muss man dich einen Rhetor nennen?</p>
<p>Go: Einen guten, Sokrates, wenn du mich nennen willst, als was jedenfalls ich mich zu sein rühme, wie Homer sagte.</p>
<p>So: Aber sicher möchte ich.</p>
<p class="note">affirmative Bedeutung von ἀλλά.</p>
<p>Go: Dann nenne mich so.</p>
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		<title>Gorgias 447 a-d</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Nov 2008 23:40:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uni-Tagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[ .note { font-size: 10px !important; color: #777  !important; } 
Der &#8220;Gorgias&#8221; wird als einer der großen Dialoge von Platon bezeichnet. Nach einer Einleitung unterhält sich Sokrates zuerst mit dem berühmten Sophisten Gorgias über die Rhetorik. Danach mit Polos über Unrecht tun und erleiden und dann mit dem Staatsmann Kallikles über Tugend und Politik. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<style> .note { font-size: 10px !important; color: #777  !important; } </style>
<p>Der &#8220;Gorgias&#8221; wird als einer der <i>großen Dialoge</i> von Platon bezeichnet. Nach einer Einleitung unterhält sich Sokrates zuerst mit dem berühmten Sophisten Gorgias über die Rhetorik. Danach mit Polos über Unrecht tun und erleiden und dann mit dem Staatsmann Kallikles über Tugend und Politik. Hier nun der erste Abschnitt (noch Teil der Einleitung) &#8230; <span id="more-100"></span></p>
<p>Den griechischen Text findest du z.B. im <a href="http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?doc=Perseus%3Atext%3A1999.01.0177&#038;query=head%3D%233">Perseus-Projekt</a>.</p>
<p>(Die grammatischen Anmerkungen habe ich in etwas kleinerer grauer Schrift eingefügt.)</p>
<p>Teilnehmer des Gesprächs sind Kallikles (Ka), Sokrates (So), Chairephon (Ch), Gorgias (Go) und Polos (Po).</p>
<p>Ka: Am Krieg und an der Schlacht soll man, Sokrates, auf diese Weise Anteil haben, sagen die Leute.</p>
<p>So: Wie bitte? Kommen wir nach dem Fest und zu spät, wie das Sprichwort sagt?</p>
<p class="note">ἀλλ&#8217; ἦ ist ein Ausdruck der Verwunderung</p>
<p>Ka: Und jedenfalls ein sehr feines Fest: denn über viele schöne Dinge hielt uns Gorgias gerade eben einen Vortrag.</p>
<p class="note">vgl. epideiktische Rede</p>
<p>So: Daran freilich, Kallikles, ist Chairephon hier schuld, der uns nötigte auf der Agora zu verweilen.</p>
<p>Ch: Macht nichts, Sokrates, denn ich kann es auch wieder gut machen. Gorgias ist nämlich mit mir befreundet, so dass er uns einen Vortrag halten wird, wenn du meinst, jetzt, wenn du aber möchtest, ein andermal.</p>
<p>Ka: Was denn, Chairephon? Sokrates will Gorgias hören?</p>
<p class="note">ἀκούω mit Genitiv bedeutet unmittelbares Hören mit den eigenen Ohren</p>
<p>Ch: Eben gerade deswegen sind wir hier.</p>
<p>Ka: Nun &lt;ihr werdet ihn hören>, wenn ihr zu mir nach Hause kommen wollt; denn bei mir wohnt Gorgias und wird euch einen Vortrag halten.</p>
<p class="note">In spitzen Klammern steht eine Einfügung, die die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ellipse_(Sprache)">Ellipse</a> vervollständigt. Im Nebensatz steht Konjunktiv mit ἄν, ein Eventualis, weshalb im Hauptsatz ein Futur stehen müsste.</p>
<p>So: Gut, Kallikles. Aber ob er wohl bereit ist sich mit uns zu unterhalten? Denn ich möchte von ihm erfahren, was die Wirkung der Kunstfertigkeit des Mannes ist, und was es ist, was er verkündet und lehrt. Aber die andere Schaustellung soll er ein andermal, wie du sagst, vorbringen.</p>
<p class="note">Potentialis der Gegenwart: ἄν + Optativ. ἐθέλω meint: bereit sein zu etwas, was impliziert, dass man sich darauf versteht und auch bedeuten kann, dass jemand sich dazu überwindet etwas zu tun, etwas auf sich nimmt. Es unterscheidet sich von ἐπιθυμέω, begehren, auf etwas Lust haben und von βούλομαι, einen vernünftig begründbaren Wunsch haben. τέχνη bezeichnet ein Können, das nach erklärbaren Regeln ausgeführt wird, wonach es gelernt werden kann.</p>
<p>Ka: Das Beste ist ihn zu fragen, Sokrates. Denn auch dies war ein Teil der Schaustellung von ihm; gerade eben forderte er jedenfalls auf zu fragen, was auch immer jemand von den Anwesenden drinnen wolle, und auf alles versprach er zu antworten.</p>
<p class="note">Wörtlich: nichts wie das ihn selber zu fragen. Der Infinitiv hat oft imperativische Bedeutung, wie auch im Deutschen, z.B.: Rasen betreten verboten. Iterativ der Vergangenheit: im Hauptsatz Imperfekt, um die Wiederholung anzuzeigen, im Nebensatz Optativ.</p>
<p>So: Das hört sich gut an. Frage ihn, Chairephon!</p>
<p>Ch: Was soll ich fragen?</p>
<p class="note">Konjunktiv: deliberative Frage, d.h. der Fragende will es konkret wissen, nicht nur prinzipiell.</p>
<p>So: Wer er ist.</p>
<p class="note">Diesmal ist ὅστις ein Fragepronomen, das keine verallgemeinernde Bedeutung hat.</p>
<p>Ch: Wie meinst du das?</p>
<p>So: Wie wenn er zufällig ein Hersteller von Schuhen wäre, er hätte dir doch wohl geantwortet: ein Schuster; oder verstehst du nicht wie ich es meine?</p>
<p class="note">ὥσπερ ἄν ist der Hauptsatz, der etwa so ergänzt wird: Ich meine es so, wie ich es meinen würde, wenn &#8230; Irrealis der Vergangenheit: ἄν + Aorist. Hier liegt ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anakoluth">Anakoluth</a> vor.</p>
<p>Ch: Ich verstehe und werde fragen. Sage mir, Gorgias, sagt es Kallikles hier richtig, dass du dich anbietest zu antworten was auch immer dich jemand fragt?</p>
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		<item>
		<title>Es geht weiter mit dem Unitagebuch &#8230;</title>
		<link>http://altgriechisch-lernen.de/unitagebuch-weiter-gehts</link>
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		<pubDate>Sun, 02 Nov 2008 23:33:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uni-Tagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe mich entschlossen nach dem Graecum noch einen Schritt weiterzugehen und den nächsten Kurs an der FU belegt. Das Ziel ist jetzt einen mittelschweren altgriechischen Text ohne (!) Lexikon lesen und verstehen zu können, was am Ende des Semesters wieder mit einer Klausur geprüft wird. Wir lesen zur Zeit den Dialog &#8220;Gorgias&#8221; von Platon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mich entschlossen nach dem Graecum noch einen Schritt weiterzugehen und den nächsten Kurs an der FU belegt. Das Ziel ist jetzt einen mittelschweren altgriechischen Text ohne (!) Lexikon lesen und verstehen zu können, was am Ende des Semesters wieder mit einer Klausur geprüft wird. Wir lesen zur Zeit den Dialog &#8220;Gorgias&#8221; von Platon und wiederholen systematisch die grammatischen Satzkonstruktionen. Je besser ich die Sprache verstehe, umso faszinierender wird sie! <span id="more-99"></span></p>
<p>Im letzten Kurs haben wir ja Platons Apologie gelesen und ich ärgere mich immer noch, dass ich meine ganzen Anmerkungen in verschiedenen Heften verstreut notiert habe. Diesmal will ich die Notizen hier im Blog sammeln. Dann finde ich sie auf jeden Fall wieder und vielleicht sind sie für den ein oder anderen auch hilfreich. Bis Februar 2009 wirst du hier also einmal wöchentlich Übersetzungen mit grammatischen Erklärungen &#8211; derzeit zum Gorgias &#8211; lesen können. Der erste Teil kommt morgen.</p>
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		<item>
		<title>Altgriechisch lernen durch Zuhören</title>
		<link>http://altgriechisch-lernen.de/lernen-durch-zuhoeren</link>
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		<pubDate>Fri, 10 Oct 2008 17:54:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lernen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn du mal die Nase voll hast vom Vokabellernen und Grammatik pauken kannst du als erholsame Übung für Zwischendurch einem gesprochenen Text zuhören und mitlesen. Dabei kommt es nicht so sehr drauf an alles bis ins einzelne zu verstehen, sondern es geht darum, ein Gefühl für die Sprache zu bekommen. Ich habe mit zwei Varianten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn du mal die Nase voll hast vom Vokabellernen und Grammatik pauken kannst du als erholsame Übung für Zwischendurch einem gesprochenen Text zuhören und mitlesen. Dabei kommt es nicht so sehr drauf an alles bis ins einzelne zu verstehen, sondern es geht darum, ein Gefühl für die Sprache zu bekommen. Ich habe mit zwei Varianten experimentiert: <span id="more-98"></span></p>
<ol>
<li>eine deutsche Übersetzung anhören und parallel dazu das altgriechische Original lesen, z.B. <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3899402995?ie=UTF8&#038;tag=altgriechis0e-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3899402995">Ilias von Homer</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=altgriechis0e-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3899402995" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /></li>
<li>einem altgriechisch gesprochenen Text zuhören und eine deutsche Übersetzung mitlesen, z.B. <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3487118076?ie=UTF8&#038;tag=altgriechis0e-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3487118076">Griechische Verse &#8211; Griechische Prosa</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=altgriechis0e-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3487118076" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> (Textauszüge von Homer, Sophokles, Aristophanes, Xenophon, Thukydides, Platon)</li>
</ol>
<p>(Zu diesen beiden CD&#8217;s folgen demnächst Rezensionen hier im Blog.)</p>
<p>Für die erste Variante eignet sich die Übersetzung von Wolfgang Schadewaldt zum Parallel-Lesen deshalb sehr gut, weil sie in Wortwahl und -stellung relativ dicht am altgriechischen Original bleibt. Dadurch kannst du die einzelnen Wörter gut erkennen und dem Sprechfluss besser folgen. Außerdem ist sie eingängiger formuliert als zum Beispiel die Übersetzung von Johann Heinrich Voß, der zwar das Versmaß des Hexameters beibehält &#8211; was bei Schadewaldt nicht der Fall ist &#8211; aber durch das etwas altertümliche Deutsch schwieriger zu verstehen ist. Die Neuübersetzung von Raoul Schrott weicht zu stark vom Ursprungstext ab, um ihn gut mitvollziehen zu können. So sind zumindest meine Erfahrungen mit diesen Hör-Experimenten.</p>
<p>Ein Text wie die Ilias ist wahrscheinlich nur sinnvoll für diese Lernmethode, wenn man schon Kenntnisse etwa auf Graecumsniveau hat. Ich verstehe bei weitem nicht alles &#8211; aber ich bin erstaunt, wie viel ich schon beim einfachen Mitlesen nachvollziehen kann. Und das ist dann wieder ein kleines Erfolgserlebnis, welches zum weiteren Lernen motiviert. :)</p>
<p>Auch für die zweite Variante sind solche Übersetzungen am besten geeignet, die möglichst wortgetreu bleiben. Darum habe ich beim ersten Kapitel der Apologie von Platon (das ist auf der CD &#8220;Griechische Verse &#8211; Griechische Prosa&#8221; enthalten) auf meine eigene Übersetzung zurückgegriffen, die wir während des Uni-Kurses durchgesprochen haben.</p>
<p>Hinterher habe ich erfahren, dass Vera Birkenbihl diese Lernmethode systematisiert und dazu das Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3636072153?ie=UTF8&#038;tag=altgriechis0e-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3636072153">Sprachenlernen leichtgemacht!</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=altgriechis0e-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3636072153" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> geschrieben hat. Eine Kurzbeschreibung dieser Methode findest du <a href="http://www.birkenbihl-insider.de/PDF/AuszugNeuesStrohImKopf.pdf">hier (im pdf-Format)</a>.</p>
<p>Christian Stenner hat sie in seinem Blog auf die <a href="http://www.vosloh.com/griechisch/lektionen/">Kantharos-Lektionstexte</a> angewandt, die du dort in gesprochener Form und als Wort-für-Wort-Übersetzungen (De-Kodierungen) findest. Damit kann auch der Altgriechisch-Neuling Erfolgserlebnisse erzielen. Die manchmal etwas merkwürdig erscheinenden Übersetzungen werden verständlich, wenn man die Vorgehensweise kennt.</p>
<p>So gezielt, wie dort beschrieben, habe ich nicht mit dieser Methode gelernt, weil ich zu den (von Birkenbihl genannten) 8% der Menschen gehöre, die Spass an der Grammatik haben. :) Aber meine einfachen Leseübungen sind zum einen eine nette Abwechslung und zum anderen helfen sie mir, einen besseren Gesamtüberblick über die Satzstrukturen zu bekommen. Denn ich tendiere immer noch dazu, mich an einzelnen Wörtern festzubeißen. Das Mitlesen während des Hörens zwingt mich jedoch dazu, über unverstandene Passagen erstmal hinwegzulesen und zuerst das Ganze eines Satzes zu erfassen.</p>
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		<title>Biographie: Demosthenes von Athen</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Sep 2008 09:26:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://altgriechisch-lernen.de/demosthenes-von-athen/</guid>
		<description><![CDATA[Demosthenes von Athen
Demosthenes von Athen lebte von 384 bis 322 v.Chr. und wurde als Staatsmann berühmt. Viele seiner Reden, die als Musterbeispiele für Eloquenz gelten, sind erhalten, so dass sein politisches Wirken relativ gut rekonstruiert werden kann.
Die Bewertung ist unterschiedlich: Für die einen war er Provinzpolitiker, der die neuen Zeichen der Zeit nicht sehen wollte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="bildtext" style="float: right; width: 220px; text-align:center; margin-left: 10px;"><img src='http://altgriechisch-lernen.de/wp-content/uploads/2008/09/demosthenes_louvre.jpg' alt='Demosthenes-Louvre' style="margin: 0 0 10px 0;"/><br />Demosthenes von Athen</div>
<p>Demosthenes von Athen lebte von 384 bis 322 v.Chr. und wurde als Staatsmann berühmt. Viele seiner Reden, die als Musterbeispiele für Eloquenz gelten, sind erhalten, so dass sein politisches Wirken relativ gut rekonstruiert werden kann.</p>
<p>Die Bewertung ist unterschiedlich: Für die einen war er Provinzpolitiker, der die neuen Zeichen der Zeit nicht sehen wollte und an der lethargisch gewordenen athenischen Demokratie festhielt. Andere sahen in ihm einen vorausschauenden Staatsmann, der mit realistischer Einschätzung der politischen Lage für die Freiheit kämpfte.</p>
<p>Plutarch (45 bis 125 n.Chr.) verglich in seinen Parallelbiographien, in denen er griechische und römische Persönlichkeiten gegenüberstellte, Demosthenes mit Cicero.</p>
<p>Ich habe gerade eine spannende Biographie über Demosthenes gelesen, die mir ein recht ausgewogenes Bild zu zeichnen scheint. Ich stelle sie im folgenden kurz vor. <span id="more-95"></span></p>
<h3>Ein Leben für die Freiheit</h3>
<div id="bildtext" style="float: left; width: 180px; text-align:center; margin-right: 20px;"><img src='http://altgriechisch-lernen.de/wp-content/uploads/2008/09/demosthenes-von-athen.jpg' alt='demosthenes-von-athen.jpg' style="margin: 18px 0 10px 0;" /><br />G.A. Lehmann, 284 Seiten, 6 Abbildungen, 3 Karten. Gebunden. <a href="http://www.chbeck.de/productview.aspx?product=20937">C. H. Beck Verlag</a>, 2004. 24,90 € [D], 42,00 SFR [CH], 25,60 € [A]</div>
<p>In 19 Kapiteln gewinnt der Leser eine lebendige Vorstellung vom Leben und Wirken Demosthenes&#8217;, das durch die innige Verknüpfung mit den politischen Entwicklungen gleichzeitig einen interessanten Einblick in die Auseinandersetzungen Athens mit seinen oft wechselnden Gegnern und Verbündeten liefert.</p>
<p>Die Prozessfreudigkeit der Athener, mit den gelegentlich harten Konsequenzen, und die Aufgaben des bürgerlichen Lebens treten anschaulich vor Augen.</p>
<p>Demosthenes erscheint als tragische Figur, die zeitlebens für die Behauptung der athenischen Demokratie gegenüber der makedonischen Monarchie kämpft und doch immer wieder von der &#8220;Stimme des Volkes&#8221; überstimmt wird. Als er dann doch die athenischen Bürger von einem Feldzug gegen Philipp II. überzeugen kann, erleidet Athen im Bündnis mit Theben eine Niederlage, während die Macht Makedoniens weiter wächst und Alexander der Große &#8220;die Welt&#8221; erobert. Nach dem Ende der athenischen Demokratie im Lamischen Krieg stirbt auch Demosthenes, der den Freitod einer Auslieferung der Feinde vorzieht. 35 Jahre nach seinem Tod wird er durch die Aufstellung einer Bronzestatue auf der Agora geehrt.</p>
<p>Die Erzählung ist gewürzt mit kleinen Anekdoten, die den Menschen Demosthenes ein wenig näher heranholen, mit Redeausschnitten (in deutscher Übersetzung) sowohl von Demosthenes als auch von seinen Gegnern und mit kritischen Stellungnahmen zu bisherigen Interpretationen und Bewertungen der Geschichte. So entsteht eine in sich schlüssige Persönlichkeit, die plausibel mit den einzelnen Teilen der Überlieferung zusammenpasst. Und trotzdem wird klar, dass keine Rekonstruktion alle Lücken ausfüllen kann.</p>
<p>Das letzte Kapitel über die Wiederentdeckung und das Nachleben von Demosthenes und die Quellenangaben in den ausführlichen Anmerkungen ermöglichen ein weitergehendes Studium. Das Glossar hilft beim Verständnis der antiken politischen Grundbegriffe.</p>
<p>Der Autor Gustav Adolf Lehmann ist Professor für Alte Geschichte an der Universität Göttingen und gilt weltweit als einer der besten Kenner der ägäischen Bronzezeit. 2005 erhielt er den Ausonius-Preis der Universität Trier für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Altertumswissenschaften.</p>
<div id="fussnote">Foto oben: Büste des griechischen Redners Demosthenes. Römische Marmor-Nachbildung nach einer Bronze-Statue von Polyeuktos (ca. 280 v.Chr.). Foto von <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Demosthenes_orator_Louvre.png">Pypaertv</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/deed.de">Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen</a></div>
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		<title>Einfaches Mind Map-Programm für Mac OS X</title>
		<link>http://altgriechisch-lernen.de/mindnode</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 19:04:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lernen]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor ein paar Wochen schrieb ich hier wie Du Mind Maps zum Lernen verwenden kannst. Jetzt habe ich ein genial einfaches Programm zum Erstellen von Mind Maps gefunden: MindNode. Es hat außerdem den Vorzug, dass mehrere Mind Maps (bzw. mehrere zentrale Knotenpunkte) auf einem Blatt angelegt werden können, was die Anwendungsmöglichkeiten noch flexibler macht. Sehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor ein paar Wochen schrieb ich <a href="http://altgriechisch-lernen.de/lernen-mit-mind-maps/">hier</a> wie Du Mind Maps zum Lernen verwenden kannst. Jetzt habe ich ein genial einfaches Programm zum Erstellen von Mind Maps gefunden: <a href="http://www.mindnode.com/">MindNode</a>. Es hat außerdem den Vorzug, dass mehrere Mind Maps (bzw. mehrere zentrale Knotenpunkte) auf einem Blatt angelegt werden können, was die Anwendungsmöglichkeiten noch flexibler macht. Sehr zu empfehlen!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Ausstellung: Die Gräber von Paestum</title>
		<link>http://altgriechisch-lernen.de/ausstellung-graeber-von-paestum</link>
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		<pubDate>Thu, 14 Aug 2008 22:38:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://altgriechisch-lernen.de/ausstellung-graeber-von-paestum/</guid>
		<description><![CDATA[Bis zum 28. September 2008 läuft noch die Ausstellung &#8220;Die Gräber von Paestum. Malerei für die Ewigkeit&#8221; in Berlin, im Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7.
Ich habe mir die Ausstellung gestern angesehen und kann sie nur empfehlen! Sie zeigt 2400 Jahre alte Malereien, die nur erhalten sind, weil sie allein den Toten vorbehalten waren. Denn die tonnenschweren Grabplatten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://altgriechisch-lernen.de/wp-content/uploads/2008/08/paestum-plakat.jpg' style="float: left; margin: 5px 15px 5px 0;" alt='paestum-plakat.jpg' />Bis zum 28. September 2008 läuft noch die Ausstellung &#8220;<a href="http://www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/11_gropiusbau/mgb_04_programm/mgb_04_ProgrammlisteDetailSeite_9056.php">Die Gräber von Paestum. Malerei für die Ewigkeit</a>&#8221; in Berlin, im Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7.</p>
<p>Ich habe mir die Ausstellung gestern angesehen und kann sie nur empfehlen! Sie zeigt 2400 Jahre alte Malereien, die nur erhalten sind, weil sie allein den Toten vorbehalten waren. Denn die tonnenschweren Grabplatten sind von innen bemalt. Die zum Teil sehr fein gezeichneten Gesichtszüge haben eine faszinierende Ausdrucksstärke.</p>
<p>Dazu gibt es ein <a href="http://www.amazon.de/gp/product/377743745X?ie=UTF8&#038;tag=altgriechis0e-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=377743745X">Katalogbuch zur Ausstellung</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=altgriechis0e-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=377743745X" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" />, das ich kurz durchgeblättert habe. Die großformatigen Fotos haben eine sehr gute Qualität, so dass sie das Flair der Malereien auch im Buch ein Stück weit vermitteln.</p>
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		<title>Lernkartei &#8211; ein Erfahrungsbericht</title>
		<link>http://altgriechisch-lernen.de/lernkartei-erfahrungsbericht</link>
		<comments>http://altgriechisch-lernen.de/lernkartei-erfahrungsbericht#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 Aug 2008 22:19:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lernen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://altgriechisch-lernen.de/lernkartei-erfahrungsbericht/</guid>
		<description><![CDATA[Ein Jahr lerne ich nun regelmäßig mit der Lernkartei Altgriechisch und nach wie vor bin ich davon begeistert. Nachdem ich die grundlegende Methode hier schon beschrieben habe, geht es im Folgenden um die Vor- und Nachteile, die ich im Laufe der Zeit erfahren habe, um nützliche Tipps und Tricks und um alternative Lernkarteien. 
Ich habe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Jahr lerne ich nun regelmäßig mit der Lernkartei Altgriechisch und nach wie vor bin ich davon begeistert. Nachdem ich die grundlegende Methode <a href="http://altgriechisch-lernen.de/die-lernkartei/">hier</a> schon beschrieben habe, geht es im Folgenden um die Vor- und Nachteile, die ich im Laufe der Zeit erfahren habe, um nützliche Tipps und Tricks und um alternative Lernkarteien. <span id="more-91"></span></p>
<p>Ich habe am 13. Februar 2007 die ersten Karten für die Lernkartei erstellt. Da ich zwei längere Pausen gemacht habe und etwa einmal pro Woche einen Tag ausfallen lasse, habe ich bis heute, anderthalb Jahre später, an 380 Tagen die Lernkartei gebraucht. (Wenn ich von &#8220;Lernzeit&#8221; und &#8220;täglich&#8221; rede, dann meine ich immer die Tage, an denen ich mit der Kartei gelernt habe &#8211; nicht die tatsächlich vergangene Zeit insgesamt.)</p>
<p>Eine Session mit 40 Karten dauert etwa 10 Minuten, wenn nicht mehr nur einfache Vokabeln darauf stehen, sondern auch einige Stammformen von Verben und Deklinationen.</p>
<p>2400 Karten habe ich insgesamt beschriftet, die durch die Kartei gegangen oder noch darin sind.</p>
<p>Wenn ich neue Karten hinzufüge, dann immer einen abgezählten Stapel von 40 Karten. Bei den Karten, die ich innerhalb der Kartei lerne, nehme ich einen etwa fingerdicken Stapel, d.h. wähle die Menge nach Gefühl: Wenn ich gut drauf bin, eher daumendick &#8211; wenn ich keine Lust habe, eher wie der kleine Finger. :)</p>
<p>Mein tägliches Lernkartenpensum hat sich zwar im Laufe der Zeit erhöht: nicht mehr 30 bis 40, wie ich im ersten Artikel schrieb, sondern eher 60 bis 80 Karten. Aber nicht erschrecken, das ist keine mühsame Notwendigkeit, sondern hat sich ganz locker so ergeben. Denn ich habe ziemlich bald angefangen jeden Tag &#8211; zusätzlich zu einem Stapel aus einem anderen Fach &#8211; auch alle Karten aus dem 1. Fach zu lernen, um die schwierigeren Karten intensiver zu wiederholen. Das ist sehr zu empfehlen, sonst ziehen sich diese Nachzügler zu lange hin &#8211; und das kann vielleicht demotivierend wirken.</p>
<p>Nach einem halben Jahr sind die ersten Karten, nachdem sie das 5. Fach durchlaufen haben, aus der Kartei herausgewandert. Ich traute mich aber nicht, sie wegzuwerfen, wie Sebastian Leitner in seinem Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3451050609?ie=UTF8&#038;tag=altgriechis0e-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3451050609">So lernt man lernen: Der Weg zum Erfolg</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=altgriechis0e-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3451050609" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> empfiehlt, und habe sie erstmal noch in einer Schublade gesammelt. Nach einem weiteren halben Jahr, also vor ein paar Tagen Realzeit, wollte ich wissen, ob ich wirklich noch alle Vokabeln weiß. Das Ergebnis hat mich beeindruckt: von 100 Karten habe ich alle gewusst! Ich finde es trotzdem schade, sie jetzt einfach schnöde in den Papierkorb zu werfen. &#8230; Ich könnte sie z.B. umgedreht, also zum deutschen Begriff den altgriechischen abfragend, wieder durch die Lernkartei laufen lassen. ;)</p>
<h3>Welche Vorteile hat die Lernkartei?</h3>
<p>Ich kenne keine bessere Methode Lernstoff systematisch zu wiederholen:</p>
<p>Das Lernen ist effizient, denn du wiederholst nur die Karten, bei denen es wirklich nötig ist. Im einfachsten Fall wiederholst du eine Karte innerhalb eines halben Jahres fünfmal &#8211; in größer werdenden Abständen. Ansonsten genau so oft, wie du es brauchst, um sie dir einzuprägen.</p>
<p>Die Kartei ist schnell und einfach zu handhaben. Eine Session dauert nur 10 bis 20 Minuten und du musst nicht lange überlegen, was und wie du anfängst. Das ist zum Beispiel von Vorteil, wenn du gerade überhaupt keine Lust hast oder an dem Lernstoff verzweifelst.</p>
<p>Sie ist übersichtlich, so dass du auf einen Blick siehst, wo du stehst. Du siehst, wie viel du schon gelernt hast und wie viel Lernstoff in jedem Fach ansteht. Das hat auf mich oft sehr motivierend gewirkt.</p>
<p>Der Lerninhalt ist frei variierbar. Du entscheidest selbst welche Vokabeln, Grammatikregeln oder Beispielsätze du in deine Lernkartei aufnimmst und wie viel du jeweils lernst. Je nachdem wie viel Zeit oder Lust du hast, greifst du einen größeren oder kleineren Stapel heraus.</p>
<p>Die Kartei ist in einzelnen Stapeln gut transportierbar, so dass du gut unterwegs lernen kannst, z.B. im Zug oder Wartezimmer. Vielleicht ist hierfür die <a href="http://www.lernkartei.biz/LernBox/MemoCardRing.htm">&#8220;japanische Variante&#8221;</a> nützlich, bei der die Karten an einer Ecke gelocht auf einen Ring oder ein Band gezogen werden.</p>
<p>Auch nach einer längeren Pause lässt sich unproblematisch an den letzten Stand anknüpfen. Ich habe z.B. während meinem letzten Umzug eine zweimonatige Pause eingelegt und konnte danach mit der Lernkartei fast ohne Rückschritt weitermachen &#8211; nur an den ersten zwei Tagen sind mehr Karten als normal wieder im 1. Fach gelandet.</p>
<h3>Welche Nachteile hat die Lernkartei?</h3>
<p>Jede Methode hat ihre Tücken, und so auch die Lernkartei:</p>
<p>Die Karten wollen alle erst einmal beschriftet werden. Das ist jedoch für diejenigen kein Nachteil, für die das Aufschreiben selbst schon einen wichtigen Lerneffekt bringt &#8211; so wie für mich.</p>
<p>Die Suche nach einer bestimmen Karte im Karteikasten ist praktisch unmöglich. Es kann deswegen hin und wieder passieren, dass du zwei Karten gleich beschriftest, weil du vergessen hast, dass es sie schon gibt. Aber das ist mir nur sehr selten passiert.</p>
<p>Mit der Kartei lässt sich nicht gezielt kurzfristig lernen. Wenn ich z.B. im Altgriechisch-Kurs für die nächste Woche ganz bestimmte Inhalte lernen wollte, habe ich mir Karten dafür angelegt, die ich nach dieser Woche in die Kartei einsortiert habe.</p>
<p>Wenn jemand Katzen oder kleine Kinder hat, die gerne mit Karten spielen und die wohlangelegte Ordnung durcheinanderbringen, dann ist das System futsch und man kann theoretisch noch einmal von vorne anfangen. Das ist mir zum Glück nie passiert!</p>
<h3>Tipps und Tricks</h3>
<p>Locker bleiben! Das ist vielleicht der wichtigste Tipp, den auch Sebastian Leitner in seinem Buch gibt. Nicht ärgern oder enttäuscht sein, wenn es Karten gibt, die immer wieder im 1. Fach landen. Irgendwann prägen sie sich ein, wenn sie nur oft genug wiederholt werden, was das Lernkartei-System gewährleistet.</p>
<p>Manchmal hat jedoch reine Wiederholung bei mir nichts geholfen oder ich bin doch ungeduldig geworden und habe mich gefragt, was an dieser Vokabel oder Grammatikregel so schwer sein kann. Durch das Nachdenken darüber ist mir oft aufgefallen, was ich noch nicht verstanden habe. So lege ich manchmal während des Karteilernens schon die nächsten Karten an, die die schwierigen Karten näher erklären &#8211; durch einen Beispielsatz, eine Grammatikregel oder durch die Gegenüberstellung ähnlicher oder entgegengesetzter Bedeutungen.</p>
<p>Im Laufe der Zeit kam ich zwar manchmal an den Punkt, da ich den Eindruck hatte, dass mir der ganze Stoff über den Kopf wächst &#8211; dagegen hilft nur cool bleiben und weitermachen &#8211; andererseits erhöhen sich mit den Lernelementen auch die Möglichkeiten, diese stärker untereinander zu verknüpfen, was sie viel leichter erinnerbar macht. Deswegen lege ich auch Karten an, die verschiedene Vokabeln mit der gleichen Endung zusammenfassen, z.B. auf die Vorderseite:  ὡσπερ, ἐάνπερ, εἴπερ und auf die Rückseite: -περ ist eine verstärkende Nachsilbe: gleichwie, wenn überhaupt, wenn auch. Zu jedem einzelnen Wort hatte ich vorher schon eine Karte erstellt. Aber da ich z.B. immer wieder ἐάνπερ und εἴπερ oder auch ὥσπερ und ὥστε verwechselte, habe ich die Vokabeln so in einen anderen Zusammenhang gebracht und kann sie nun unterscheiden.</p>
<p>Man sollte sich übrigens auch nicht scheuen, veraltete Karten aus der Kartei zu entfernen und durch neue zu ersetzen. Es ist ja durchaus sinnvoll, wenn man zuerst nur eine einfache Bedeutung zu einem an sich komplexeren Wort lernt, sonst wäre der Neuling wahrscheinlich hoffnungslos überfordert. Aber später sollte man die Karten dann aktualisieren. Das ist z.B. bei den Präpositionen der Fall. Ich lernte zuerst, dass ἐπί &#8220;auf&#8221; bedeutet und später erst, dass es auch &#8220;bei, während, wegen, nach, gegen, &#8230;&#8221; bedeuten kann. Diese Vielzahl an Möglichkeiten auf eine Karte zu quetschen ist jedoch unsinnig. Besser zu handhaben sind in diesem Falle mehrere Karten mit je einem Beispielsatz oder einer Redewendung, was sich auch viel besser merken lässt, weil es in einem bedeutungsvollen Zusammenhang steht. Zum Beispiel ἐπὶ τούτῳ &#8211; darauf (zeitlich), aber mit Akkusativ ἐπὶ τοῦτο &#8211; zu diesem Zweck. Und als feststehende Redewendung bedeutet ὡς έπὶ τὸ πολύ &#8211; meistens. An diesen Präpositionen habe ich ziemlich lange geknabbert, bis ich festgestellt habe, dass ich sie im Zusammenhang einer sinnvollen Bedeutung viel besser nachvollziehen und erinnern kann.</p>
<p>Ein anderes Beispiel ist die Karte für ἡ χρεία. Auf einer Karte stand auf der Rückseite die Übersetzung &#8220;Bedürfnis; Gebrauch, Nutzen&#8221;, und dann gab es die gleiche Vokabelkarte mit der Übersetzung &#8220;Notwendigkeit; Not, Bedarf, Mangel&#8221;. Keine Bedeutung ist falsch, aber in dieser Doppelung etwas verwirrend. Als mir das auffiel und mir die Karte wieder begegnete, ergänzte ich die Bedeutung auf einer Karte und entfernte die andere.</p>
<p>Du kannst beim Lernen auch mit dem Tempo experimentieren, also mit der Zeit, die du dir für das Erinnern lässt. Du kannst es entweder locker angehen und dir Zeit damit lassen oder dich selbst mehr fordern. Den Unterschied erfuhr ich, nachdem ich eine Weile selbst gelernt hatte und dann den Unikurs besuchte. Ich hatte mich an ein gemütliches Tempo gewöhnt, und musste mich erstmal daran gewöhnen, dass der Dozent die Antworten &#8220;wie aus der Pistole geschossen&#8221; erwartete. Ich fand diese Erfahrung sehr erfrischend. Denn ein bisschen mehr Dynamik wirkt sich durchaus positiv auf das Erinnerungsvermögen aus. :)</p>
<p>Inzwischen habe ich also Karten mit folgenden Arten von Lerninhalten:</p>
<ol>
<li>Vokabel<br />
	Bsp.: ἡ ἑσπέρα >> 1. Abend (lat. vesper; Hesperus = Abendstern) 2. Westen</li>
<li>Flexionsendungen<br />
	Bsp.: Indikativ/Aorist/Aktiv >> -σα -σας -σε(ν) -σαμεν -σατε -σαν</li>
<li>Vorsilbe oder Endung, die einem Wort eine bestimmte Färbung gibt<br />
	Bsp.: -θεν >> -woher</li>
<li>ein Verb mit verschiedenen Vorsilben<br />
	Bsp.: ἀπέχω, ἐπέχω, κατέχω, μετέχω, προσέχω >> abhalten, dabei haben, festhalten, Anteil haben, zuwenden</li>
<li>Wörter mit gleicher Wurzel<br />
	Bsp.: ἀνάγκη, ἀναγκαῖος, ἀναγκάζω >> Zwang, zwingend, zwingen</li>
<li>ähnliche Vokabeln, die ich immer wieder verwechsle, auf einer Karte<br />
	Bsp.: αἱρέω &#8211; αἴρω >> nehmen, fangen &#8211; hochheben</li>
<li>Frage nach dem Ursprung eines Fremd- oder Lehnwortes<br />
	Bsp.: Woraus wird Anarchie gebildet? >> ἀν + ἀρχή (nicht + Herrschaft)</li>
<li>gegensätzliches Begriffspaar<br />
	Bsp.: φύσει &#8211; νόμῳ >> von Natur &#8211; auf Grund bloßer Übereinkunft</li>
<li>grundlegende Grammatikregel<br />
	Bsp.: ὡς θύσων &#8211; welche Regel gilt hier? >> um zu opfern &#8211; Das prädikativ gebrauchte Partizip Futur bezeichnet eine Absicht &#8211; meist mit ὡς.</li>
<li>Beispielsatz, der eine bestimmte Verwendung demonstriert<br />
	Bsp.: Οὐδενὶ πώποτε συνεχώρησα οὐδέν. >> Ich habe niemand jemals etwas zugestanden. &#8211; Wenn die 2. Negation mehrsilbig ist, verstärkt sie die erste.</li>
<li>interessante Sätze von Philosophen oder Dichtern<br />
	Bsp.: Θαλῆς ᾠήθη πάντα πλήρη θεῶν εἶναι. >> Thales glaubte, dass alles voll von Göttern sei. (schrieb Aristoteles in &#8220;De Anima&#8221;)</li>
<li>gebräuchliche Redewendung<br />
	Bsp.: ὡς έπὶ τὸ πολύ >> meistens</li>
<li>Deklination (vor allem die Dritte) eines Wortes<br />
	Bsp.: τὸ γένος >> γένος, γένους, γένει, γένος, γένη, γενῶν, γένεσι(ν), γένη</li>
<li>Stammreihe eines Verbs<br />
	Bsp.: αἱρέομαι >> αἱρέομαι (wählen), αἱρήσομαι, εἱλόμην, ᾕρημαι</li>
</ol>
<h3>Alternativen</h3>
<p>Wer es ganz ordentlich mag und dafür mindestens 50 Euro ausgeben will, kann mit einer Lernkartei-Software Karten erstellen, verwalten, ausdrucken und sie in einen eigens dafür gebauten Karteikasten einsortieren. Zu beziehen bei <a href="http://www.memocard.de/Produkte/StarterSet.htm">memocard.de</a></p>
<p>Wer mit papiernen Karten nicht so gut klarkommt und lieber am Computer lernen will, kann sich z.B. die beiden OpenSource Java-Programme <a href="http://jmemorize.org/">jMemorize</a> oder <a href="http://pauker.sourceforge.net/pauker.php?target=index&#038;lang=de">Pauker</a> anschauen.</p>
<p>Neulich habe ich noch eine interessante Lernkartei gefunden, die webbasiert funktioniert: <a href="http://www.cobocards.com/">Cobocards</a>.</p>
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		<title>Bücherliste</title>
		<link>http://altgriechisch-lernen.de/lesetipps</link>
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		<pubDate>Fri, 01 Aug 2008 22:26:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe jetzt meine Bücherliste veröffentlicht, die ich regelmäßig aktualisieren werde. Dort trage ich alle Bücher rund um das Thema Altgriechisch ein, die ich selbst gelesen habe &#8211; und auch empfehlen kann.
Wenn ich zu einem Titel oder Autor einen Blogbeitrag schreibe, verlinke ich von der Liste dorthin.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe jetzt meine <a href="http://altgriechisch-lernen.de/about/buecherliste/">Bücherliste</a> veröffentlicht, die ich regelmäßig aktualisieren werde. Dort trage ich alle Bücher rund um das Thema Altgriechisch ein, die ich selbst gelesen habe &#8211; und auch empfehlen kann.</p>
<p>Wenn ich zu einem Titel oder Autor einen Blogbeitrag schreibe, verlinke ich von der Liste dorthin.</p>
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		<title>Homer &#8211; eine Buchrezension</title>
		<link>http://altgriechisch-lernen.de/homer-buchrezension</link>
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		<pubDate>Mon, 28 Jul 2008 22:07:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://altgriechisch-lernen.de/homer-buchrezension/</guid>
		<description><![CDATA[Bildnis des Homer aus Marmor, römisch, nach griech. Original um 460 v. Chr. (München, Staatl. Antikensammlungen u. Glyptothek)
Homer hat mit seinen unsterblichen Werken die Kultur des Abendlandes geprägt wie kein anderer, ja überhaupt erst ins Leben gerufen. Während er selbst im Nebel verhüllt bleibt &#8211; sogar die Frage gestellt wurde, ob die Person &#8220;Homer&#8221; wirklich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="bildtext" style="float: right; width: 220px; text-align:center; margin-left: 10px;"><img src='http://altgriechisch-lernen.de/wp-content/uploads/2008/07/homer.jpg' alt='Homer' style="margin: 0 0 10px 0;"/><br />Bildnis des Homer aus Marmor, römisch, nach griech. Original um 460 v. Chr. (München, Staatl. Antikensammlungen u. Glyptothek)</div>
<p>Homer hat mit seinen unsterblichen Werken die Kultur des Abendlandes geprägt wie kein anderer, ja überhaupt erst ins Leben gerufen. Während er selbst im Nebel verhüllt bleibt &#8211; sogar die Frage gestellt wurde, ob die Person &#8220;Homer&#8221; wirklich existierte &#8211; sind die beiden Großepen Ilias und Odyssee bis in die Neuzeit gegenwärtig. Seit fast 3000 Jahren inspirieren sie Denker und Wissenschaftler, Künstler und weltliche Herrscher.</p>
<p>Jetzt ist ihm eine Ausstellung mit umfangreichem Buchkatalog gewidmet, die das Ziel haben, dem Besucher und Leser die Wirkungsgeschichte und Bedeutung von Homer näherzubringen. &#8220;Die Qualitäten und die Wirkungsmacht Homers aus der esoterischen Gemeinschaft der Wissenden herauszuholen und einer breiteren Öffentlichkeit als Erinnerung, Erlebnis, Genuss und freundliche Empfehlung zur Beschäftigung mit seinen Werken vorzustellen &#8211; das hat sich diese Ausstellung zur Aufgabe gemacht.&#8221; (J. Latacz)</p>
<p>Die Ausstellung habe ich zwar noch nicht besucht, aber das Buch hat mich bis zum Ende gefesselt. Im folgenden ein kleiner Überblick: <span id="more-68"></span> </p>
<h3>Ausstellungtermine zu Werk und Wirkung von Homer</h3>
<p>in Basel vom 16.03.2008 bis 17.08.2008<br />
im <a href="http://www.antikenmuseumbasel.ch">Antikenmuseum und Sammlung Ludwig</a></p>
<p>in Mannheim vom 14.09.2008 bis 18.01.2009<br />
in den <a href="http://www.homer2008.de/">Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim</a></p>
<p>Zahlreiche große Museen aus ganz Europa haben zusammen über 230 Objekte als Leihgabe für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt. Sie umfassen einen Zeitraum von fast vier Jahrtausenden: Die ersten Stücke stammen aus der mykenischen Kultur im 16. Jahrhundert v. Chr. &#8211; die Vorgeschichte der homerischen Dichtung. Und als neueste Interpretation der Odyssee wird eine Video-Installation aus dem 21. Jahrhundert vorgestellt.</p>
<p>&#8220;Die Ausstellung selbst bietet die Möglichkeit, wenigstens in Teile dieser Welt auch visuell, akustisch, ästhetisch und emotional einzutauchen und sie zumindest ansatzweise in sich wiedererstehen zu lassen. Die Synthese freilich muss die Phantasie des Betrachters selber leisten.&#8221; (J. Latacz)</p>
<h3>Homer &#8211; Der Mythos von Troia in Dichtung und Kunst</h3>
<div id="bildtext" style="float: left; width: 180px; text-align:center; margin-right: 20px;"><img src='http://altgriechisch-lernen.de/wp-content/uploads/2008/07/homer-buch.jpg' alt='homer-buch.jpg' style="margin: 18px 0 10px 0;" /><br />Hrsg. Joachim Latacz, Thierry Greub, Peter Blome und Alfried Wieczorek, 508 Seiten, 406 Farb- und 101 s/w-Abbildungen, 10 Grafiken, 14 Karten. 24,5 x 30 cm. Gebunden. 45,00 € [D], 76,00 SFR [CH]</div>
<p>Das Buch zur Ausstellung, erschienen im <a href="http://www.hirmerverlag.de/controller.php?cmd=detail&#038;titelnummer=3965">Hirmer-Verlag</a>, ist in zwei Teile gegliedert: Im ersten Teil schreiben namhafte Autoren und Homer-Experten aus verschiedenen Fachrichtungen in 31 Beiträgen über Homer und seine Zeit, die Vorgeschichte der homerischen Dichtung, Inhalt und Bedeutung von Ilias und Odyssee sowie zur Überlieferung und Rezeption von der Antike bis zur Neuzeit. Im zweiten Katalogteil werden die einzelnen Ausstellungsstücke ausführlich beschrieben.</p>
<p>Ausgehend von der wohlbegründeten Hypothese, dass Homer in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts v. Chr. lebte, lernen wir die Verhältnisse und Lebensbedingungen kennen, unter deren Einfluss er seine Werke geschrieben hat. Nach dem (fälschlicherweise) sogenannten &#8220;Dunklen Zeitalter&#8221; (ca. 1200-800 v. Chr.), aus dem uns kaum Artefakte erhalten sind, erfolgte ein kultureller Aufschwung, von dem ein wesentliches Element die Entwicklung der Alphabetschrift ist, die solche komplexen Dichtungen erst ermöglichte.</p>
<p>Die Handlung der Ilias selbst liegt jedoch vor dieser Zeit. Vielleicht war es am Ende der mykenischen Palastzeit (ca. 1400-1300 v. Chr.), in der die Griechen (von Homer &#8220;Achaier&#8221; genannt) sich zu ihrem ersten gemeinsamen Unternehmen zusammenfanden und Troia zehn Jahre lang belagerten.</p>
<p>Natürlich basieren alle Angaben auf Hypothesen, weil es in dieser Zeit weder wirklichkeitsgetreue Bildnisse noch Beschreibungen gab. Die Schriftkultur fing ja gerade erst an. Und inwieweit die Ilias erfundene Dichtung ist oder auf tatsächlichen Ereignissen beruht ist umstritten. Doch gerade die Herleitungen und Begründungen dieser Hypothesen sind sehr interessant, weil sie einen faszinierenden Einblick in die Arbeitsweise und Fragestellungen der Homer-Forschung geben.</p>
<div id="bildtext" style="text-align:left; width: 420px;"><img src='http://altgriechisch-lernen.de/wp-content/uploads/2008/07/pylos.jpg' alt='Pylos' />
<div style="text-align:center">Pylos: Rekonstruktion der zentralen Halle (Megaron) im Palast des Nestors</div>
</div>
<p>Nach der geschichtlichen Rekonstruktion geht es natürlich auch um die Epen selbst, die in Inhalt und Aufbau erklärt werden. Auch der großen Struktur der Heldendichtung, der Erzählkunst und dem Verhältnis des homerischen Menschen zu den Göttern wird je ein Artikel gewidmet, so dass man einen Eindruck bekommt, was Ilias und Odyssee auszeichnet, weshalb sie in 3000 Jahren nicht an Wirkungskraft verloren haben.</p>
<p>Wie umfassend diese Wirkungskraft ist, davon erzählen die zahlreichen Werke, die den Sagenstoff der Heldenepen aufgenommen und interpretiert haben. Die Rezeptionsgeschichte, die im Buch fast 100 Seiten umfasst, beginnt in der Antike und reicht bis zur heutigen Zeit, sie erstreckt sich über verschiedene Formen der Bildkunst, Literatur und Philosophie.</p>
<p>&#8220;Wie ungebrochen dieser Homer auch späterhin durch die Jahrhunderte hindurch weiterlebte, bis zum heutigen Tag, das will unsere Ausstellung deutlich machen. Einem, der nie gelebt hat, gilt sie nicht. Sie gilt einem Unsterblichen.&#8221; (J. Latacz)</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Ich habe einen guten Überblick über das weite Feld der Homer-Forschung gewonnen. Die Artikel sind auf dem aktuellen Stand des Wissens, allgemeinverständlich geschrieben und spannend zu lesen. Durch die Fülle an Information und die reiche Bebilderung wird die Geschichte lebendig und ermöglicht dem Leser, sich besser in die Zeit und Atmosphäre hineinzuversetzen. Kontroverse Thesen werden durchaus erwähnt, ohne durch übermäßige Details den Laien zu langweilen. Durch die Hinweise auf weiterführende Literatur kann man jedoch tiefer in das ein oder andere Thema einsteigen. Noch ein Pluspunkt sind die angegebenen Homepages der Autoren, wodurch ich zu dem Artikel &#8220;Gott und Mensch bei Homer&#8221; von Arbogast Schmitt auf weiterführende Lektüre gestoßen bin, die sonst nur schwer zu finden ist.</p>
<p>Der Aufbau des Buches als einzelne Artikel von verschiedenen Fachautoren erlaubt dem Leser das Thema jedesmal neu aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Trotzdem stehen die Artikel nicht beziehungslos nebeneinander sondern verweisen aufeinander, wo es inhaltlich paßt, so dass sie ein einheitliches, sich ergänzendes Ganzes bilden. Auch auf die betreffenden Ausstellungsstücke, die im zweiten Teil ausführlich beschrieben und abgebildet sind, wird im Artikelteil hingewiesen, so dass man gut beide Teile parallel lesen kann.</p>
<div id="bildtext" style="text-align:left; width: 420px;"><img src='http://altgriechisch-lernen.de/wp-content/uploads/2008/07/loewentor-mykene.jpg' alt='Mykene' />
<div style="text-align: center;">Mykene: das sogenannte Löwentor</div>
</div>
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