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		<title>Ich kann nicht, ich muss doch!</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 16:54:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[<p>Firlefanz. Zwei Phrasen, mit denen wir uns täglich billige Auswege zu suchen vermögen. Zwei Phrasen, die sich so eingebrannt haben in unseren täglichen Sprachgebrauch, dass wir gar nicht mehr darüber nachdenken, was wir da eigentlich sagen. Zwei Phrasen, die böse sind.
Ich kann nicht!
Natürlich ... <a class="more-link" href="http://blog.kno.at/trash/ich-kann-nicht-ich-muss-doch/" title="View Post">&#187;</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Firlefanz. Zwei Phrasen, mit denen wir uns täglich billige Auswege zu suchen vermögen. Zwei Phrasen, die sich so eingebrannt haben in unseren täglichen Sprachgebrauch, dass wir gar nicht mehr darüber nachdenken, was wir da eigentlich sagen. Zwei Phrasen, die böse sind.</p>
<h2>Ich kann nicht!</h2>
<p>Natürlich kannst du. Du willst nur nicht. &#8220;Hallo Sepp!&#8221; &#8211; &#8220;Hey Franz!&#8221; &#8211; &#8220;Du, gemma morgen auf a Bier?&#8221; &#8211; &#8220;Du morgen kann i net!&#8221; &#8211; &#8220;Warum das?&#8221; &#8211; &#8220;Da geh i mit dem Heinz ins Kino&#8221;. Die große Frage: <em>Kann</em> Franz nicht? Ich sage: Humbug. Natürlich <em>kann</em> Franz morgen mit Sepp auf ein Bier gehen. Er geht aber lieber mit Heinz ins Kino. Also will er lieber mit Heinz ins Kino als mit Franz auf ein Bier gehen. Das zu sagen wäre aber gemein. Deshalb sagt er <em>&#8220;ich kann nicht&#8221;.</em></p>
<p>&#8220;Ich kann nicht&#8221; ist eine rückgratlose Ausflucht, ein gefinkeltes Hintertürchen aus der Erklärungsnot, die auf die Höflichkeit anderer abzielt: Wenn jemand nicht kann, respektiert man das. Man will Freunde doch nicht über ihre Fähigkeiten hinaus strapazieren. Dass die richtige Übersetzung eigentlich lautet &#8220;ich setze meine Prioritäten, und <strong>du</strong> bist auf der Liste nicht ganz oben&#8221;, ist uns dabei gar nicht bewusst.</p>
<p>Ist es schlimm, auf Sepps Prioritätenliste nicht ganz oben zu stehen? Ich sage: Nein. Es ist sogar gut. Würde man bei ihm immer erste Priorität haben, müsste man sich ernsthafte Sorgen um Sepps Geisteszustand machen. Und um die eigene Sicherheit. Sepp wäre besessen von uns. Macht das die Aussage <em>&#8220;ich kann nicht&#8221;</em> besser? Nein, verdammt! Es gibt natürlich Situationen, in denen es legitim ist &#8220;ich kann nicht&#8221; zu sagen. &#8220;Du, Sepp, magst morgen mitgehn den Kilimanjaro besteigen?&#8221; &#8211; &#8220;I kann net!&#8221; &#8211; &#8220;Wieso?&#8221; &#8211; &#8220;Uhm, Querschnittslähmung, und so?&#8221;</p>
<p>Ja, zugegeben, das Beispiel mag etwas übertrieben erscheinen. Vielleicht auch ein bisschen aus der Luft gegriffen. Eventuell sogar makaber. Aber zählen tut die Grundaussage: &#8220;Ich kann nicht&#8221; sollte man nur dann sagen, wenn man <em>tatsächlich, aufgrund nicht änderbarer Umstände, nicht kann.</em> Und es sind nur sehr wenige Umstände nicht änderbar.</p>
<h2>Ich muss &#8230;</h2>
<p>Im Prinzip ist das genau das gleiche, nur anders formuliert. &#8220;Morgen kann i net, da geh i mit dem Heinz ins Kino&#8221; und &#8220;Morgen muss i mit dem Heinz ins Kino gehn&#8221;, sind im Kern ein und dieselbe Aussage. Man muss fast nichts. Sterben, das muss man irgendwann. Essen, trinken und atmen, wenn einem das Leben am Herzen liegt. Bei allen anderen Dingen, behaupte ich, hängt es von der persönlichen Überzeugung ab, ob man sie <em>tun muss,</em> oder nicht. Und damit wird aus <em>muss</em> auch schon <em>will.</em> Man <em>muss</em> sich nicht der Macht des roten Lichts der Ampel ergeben und in Ehrfurcht innehalten vor seiner verkehrsregelnden Macht. Man <em>will</em> es.</p>
<p>Bei vollem Berufsverkehr am Freitag Abend in der Innenstadt ist das Motiv dahinter auch noch relativ einfach festzumachen: Überleben. Um Mitternacht, bei leeren Straßen auf einer Landstraße zwischen Hintertupfing und Obergilgen wird die Sache aber schon interessanter. Wer hat sich nicht schonmal spät nachts an der roten Ampel im Stillen gefragt: &#8220;Warum steh ich da jetzt eigentlich?&#8221; &#8211; eine durchaus legitime Frage. Und eine, philosophisch betrachtet, äußerst spannende. Man realisiert, dass man etwas tut, das man gar nicht tun müsste, und ist sich nicht im Klaren darüber, warum.</p>
<p>Dieses Verhalten ist nicht rational, es beschreibt vielmehr ein blindes Folgen von Vorschriften. Wir gehen davon aus, dass wer auch immer diese Ampel aufzustellen beschlossen hat, besser zu entscheiden weiß, ob die Kreuzung überquert werden kann, als wir. Dieser jemand ist nicht mal in der Nähe. Vielleicht hat dieser jemand die Kreuzung, an der die Ampel steht, noch nie in seinem Leben gesehen. Wir kennen diesen jemand nicht, haben ihn nie getroffen. Vielleicht ist dieser jemand inzwischen tot. Und trotzdem stehen wir jetzt hier, weil er es so will. Ist das nicht abstrus?</p>
<p>Meine persönliche Antwort auf die rote Ampel um 2.00 Uhr morgens ist übrigens so banal wie unangenehm: Ich bin feige. Aus dem gleichen Grund will ich nicht schwarzfahren. Ohne Ticket in einen Bus oder eine U-Bahn einzusteigen bereitet mir physisches Unwohlsein, psychische Schmerzen und Gewissenbisse schwerkrimineller Natur. John Dillinger war bei seinem ersten Banküberfall entspannter. Ich fühl mich so unwohl dabei, dass es mir den Stress nicht wert ist. Und ich hege eine gewisse Bewunderung für all jene, die das ganz lässig einfach tun. Es zeugt von Freiheit und einer starken Persönlichkeit, sich gesellschaftlicher (oder gesetzlicher) Normen nicht einfach unterzuordnen, sondern seine eigenen Ideale darüber zu stellen. Meiner Meinung nach ist das eine große Charakterstärke. Und deshalb hegen wir auch immer eine gewisse, stille Bewunderung für den Bösewicht im Film. Er ist stärker als wir.</p>
<h2>Was wäre denn besser?</h2>
<p>&#8220;&#8216;Du bist auf meiner Prioritätenliste derzeit nicht ganz oben&#8217; ist mir aber zu kompliziert zu sagen!&#8221; Nicht verzagen, auch dafür gibt es eine Lösung. Wie wär&#8217;s damit, einfach nur die Phrase &#8220;ich kann nicht&#8221; zu streichen? &#8220;Morgen Kino?&#8221; &#8211; &#8220;Morgen hab&#8217; ich schon was vor&#8221; &#8211; voila! Ehrlich, höflich und nicht &#8220;ich bin so arm, ich kann das nicht&#8221;. Eine viel stärkere Aussage. Wer &#8220;nicht kann&#8221; ergibt sich den Umständen seiner Umwelt. Er lässt sich einschränken von dem, was rund um ihn passiert. &#8220;Ich kann X nicht, weil ich Y tun muss&#8221;.</p>
<p>Das mag nach Haarspalterei klingen, ich bin aber davon überzeugt, dass diese kleinen Unterschiede große psychologische Auswirkungen haben. Jemand, der sich daran gewöhnt hat, alles mit <em>&#8220;ich kann nicht&#8221;</em> auszuschlagen, der sich und anderen immer und immer wieder sagt, er <em>könne nicht,</em> wird früher oder später wirklich glauben, nicht die Wahl zu haben. Nicht zu können. Wer kennt jemanden, der sich immer mal wieder darüber mokiert, das Leben überrolle ihn? Er/Sie keine Wahl hätte? Einfach nicht genug Zeit hat? Zu nichts kommt? Ich wette diese Person <em>kann sehr oft nicht.</em></p>
<p>Unser Bösewicht hingegen entscheidet. Zwischen A und B. Er fällt aktiv eine Entscheidung: Ich will A mehr als B, also mache ich A. Basta. Ich könnte auch B tun, aber A ist mir wichtiger. Solch eine Person wird sich nicht beschweren und in Mitleidsschwälle darüber ausbrechen, B nicht gemacht zu haben &#8211; es war immerhin die eigene, bewusst getroffene Entscheidung. Das formt nicht nur eine starke Persönlichkeit, das führt auch zu einem glücklicheren und bewussteren Alltag: Ich hab&#8217; mein Leben unter Kontrolle. Ich treffe die Entscheidungen.</p>
<h2>So schaut&#8217;s aus</h2>
<p>Wer überzeugt ist, vom Leben dirigiert zu werden, kann leicht und völlig unschuldig &#8211; er kann ja nichts dafür, es ist doch alles so, wie es ist &#8211; unglücklich sein, in Selbstmitleid baden und sich beschweren. Wer sein Leben selbst in die Hand nimmt übernimmt auch die Verantwortung für die Konsequenzen seiner Entscheidungen &#8211; solche Menschen konzentrieren sich, erfahrungsgemäß, auf das Gute das ihnen passiert und können über ihre Fehler lachen, während erstere Fraktion scheinbar keine eigenen Fehler zu verantworten hat, sondern Klagelieder singt ob der Ungerechtigkeit dieser unserer Welt.</p>
<p>Ein richtiger Schritt auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben ist aufzuhören Dinge <em>&#8220;zu müssen&#8221;</em> und <em>&#8220;nicht zu können&#8221;</em> und stattdessen Dinge <em>zu wollen,</em> und diese auch zu tun. Und man kann damit im Sprachgebrauch anfangen.</p>
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		<title>Ich würd’ ja eigentlich gern, aber irgendwie will ich nicht</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 10:36:22 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Warum tun wir, was wir tun? Und, viel wichtiger: Warum tun wir viele Dinge nicht, obwohl wir sie gerne tun würden? Und ich frage nicht, warum wir dem Hutfahrer vor uns nicht unsere Motorhaube bis auf den Rücksitz ins Heck rammen. Oder dem singenden Kind im Morgenzug nicht seine überdimensionale Clownrassel in seinen unmusikalisch krächzenden Rachen schieben. <em>(Wir kennen die Antwort: Wir sind schwach und verweichlicht. Schatten unserer selbst sind wir. Feige, mädchenhafte Memmen.)</em></p>
<p>Ich frage, warum wir nicht öfter trainieren. Laufen gehen. Das interessante Buch lesen, das wir vor 3 Monaten bei Amazon bestellt haben. Die ganzen anderen interessanten Bücher lesen, die sich in den letzten 2 Jahren in Amazon-Paketen bei uns eingefunden haben. Warum wir diejenigen Dinge nicht tun, von denen wir wissen, dass wir uns danach gut fühlen werden. Aktiv, fit, Glücklich. Schlau wie ein Iltis. Voller Energie und Tatendrang. Sexy und wunderschön. Warum wir mit uns selbst streiten müssen, ob wir uns etwas Gutes tun oder nicht.</p>
<h2>Um das klar zu stellen</h2>
<p>All jenen, die hier einen Selbsthilfe-Artikel erwarten, sei gleich im Vorfeld jegliche Hoffnung mit stählerner Faust aus der Brust gerissen und zu Boden geschmettert. Und ein bisschen darauf herumgetrampelt. Denn erstens gibt es keine Selbsthilfe; wenn man Hilfe braucht, dann von jemand anderem. Wenn man es selbst macht, braucht man &#8211; per Definition &#8211; keine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hilfe">Hilfe</a>. &#8220;Hilfe im Sinne der Hilfsbereitschaft ist ein Teil der Kooperation in den zwischenmenschlichen Beziehungen.&#8221; &#8211; ergo: &#8221;Sich selbst zu helfen&#8221; ist nicht Hilfe, sondern die ureigene Definition von &#8220;Dinge tun&#8221;. Und zweitens hab ich keine Antworten. Aber wir können uns ein bisschen über das Problem unterhalten! Frauen, wie ich meine, sind besonders enthusiastische Anhänger dieser Vorgehensweise. Und ja, ich schreibe nicht Anhängerinnen. Auch nicht, wenn sich meine Aussage nur auf Frauen bezieht. Ich, für meinen Teil, bin ein Verfechter der Gleichberechtigung. Emanzipation für alle! Und Weltfrieden.</p>
<p>Zurück zum Thema. Am Besten, ich fange am Anfang an: Dort, wo das Mysterium &#8220;Motivation&#8221; seinen Ursprung nimmt (und überhaupt alles Andere auch, obgleich man bei uns Männern in zahlreichen Fällen andere Organe für unser Handeln verantwortlich zu machen sucht): Im menschlichen Gehirn. Wo elektrische Impulse dafür sorgen, dass wir des Atmens, Essens und anderer, artistischerer Betätigungen wie des Synchronschwimmens, Schönheitsoperierens und Zwergenweitwurfs mächtig sind.</p>
<p>Dieses wundersame Gehirn teilt sich im Wesentlichen, laienhaft und vereinfachter Weise, in drei Teile: Das reptile Gehirn, das limbische System und den Neocortex. Ganz grob und unwissenschaftlich gesprochen tun diese drei Kameraden folgendes:</p>
<h2>Atmen, und andere banale Freuden des Alltags &#8211; Überleben</h2>
<p>Dinge, die wir unbewusst tun, weil sie unserem Überleben und Fortbestehen zuträglich sind, werden vom reptilen Teil des Gehirns gesteuert, dem ältesten, primitivsten Mitspieler. Gewissermaßen der Fußballer unter den Teamspielern. Dieser Bursche überlegt nicht, fühlt nicht, wägt nicht ab. Er sitzt einfach da und sorgt fürs Notwendigste: Sauerstoff, Nahrung, Schlaf. Auch das Grundbedürfnis nach Fortpflanzung hat, übrigens, hier seinen Sitz. Denn nicht nur das Überleben des Individuums, auch der Fortbestand der Menschheit an sich ist ein evolutionäres &#8211; und durchaus zu begrüßendes &#8211; Anliegen. Dieser Teil des Hirns meldet dem geschlechtsreifen Männchen auch: &#8220;Paare dich mit möglichst vielen Weibchen, du Wurm!&#8221;. Ja, &#8220;Wurm&#8221; sagt es. Höflichkeit zählt nicht zu den Eigenschaften des reptilen Gehirns.</p>
<h2>Irgendwie weiß ich es einfach &#8211; Fühlen</h2>
<p>Gewissermaßen auch unbewusst agiert das limbische System. Diesem Teil des Gehirns werden grob gesagt Gefühle und reaktives Verhalten zugeschrieben &#8211; man könnte also sagen wir haben es mit einem weiblichen Fußballer zu tun. Wittern wir Gefahr und verfallen in Angst oder gar Panik, schaltet dieser Teil des Gehirns uns in den &#8220;Freeze/Flight/Fight&#8221; Modus: Erst erstarren wir sprichwörtlich &#8211; wie Medusa, die dumme Nuss, beim Blick in den Spiegel &#8211; um möglichst nicht gesehen zu werden. Das macht übrigens deshalb Sinn, weil &#8220;Gefahr&#8221; vor einigen Jährchen gleichzusetzen war mit &#8220;Fressfeind&#8221; &#8211; und diese besagten Fressfeinde haben im Regelfall nur bewegliche Ziele wahrgenommen, eine der ironischeren Launen von Mutter Natur.</p>
<p>Hilft das nicht, sucht der wimmernde Feigling in uns nach Büschen zum Verstecken, Bäumen zum Erklimmen oder weiten Feldern, in denen er dann versuchen kann, vor diversem hungrigen Raubgetier davonzulaufen. Letztere Wahl führte, kürzlich entdeckten Höhlenmalereien zur Folge, tendenziell übrigens eher selten zum Erfolg, wird aber auch heutzutage noch oft beobachtet &#8211; vornehmlich in Filmszenen, in denen Fußgänger vor Autos zu flüchten suchen. Schlagen die Programme &#8220;Medusa&#8221; und &#8220;feige Sau&#8221; beide fehl, schlägt Furcht in Aggression um und wir prügeln Nonnen zu winselnden Klumpen: Niemand schleicht des nächtens in schwarzem Cape verhüllt hinter uns durch die Nacht. Niemand! Das limbische System ist, das sei noch erwähnt, des Lügens nicht mächtig und kontrolliert unsere Körpersprache &#8211; deshalb verraten unsere Ärmchen, Beinchen und gar lustigen, unbewussten Grimassen auch so oft die Unwahrheit unserer gefinkelt komponierten Lügenkonstrukte.</p>
<h2>Das muss ich mir überlegen &#8211; Denken</h2>
<p>Bleibt also noch ein Spieler des Trios zu beleuchten: Der Neocortex, der intellektuelle Teil des Gehirns. Um die fürchterlich ungeeignete Sportler-Metapher würdig, kurz und knapp abzuschließen: Der Schachspieler. Dieser Teil des Gehirns lässt uns Dinge überdenken, Argumente abwägen, Romane schreiben, forschen und &#8211; nicht zuletzt &#8211; lügen. Es ist der jüngste Teil des Gehirns und exklusiv im erlauchten Kreise der Säugetiere vorzufinden. Empirische Erhebungen bestätigen im Alltag täglich aufs Neue, dass die Nutzung der Fähigkeiten des Neocortex keine Grundvorraussetzung zum Überleben darstellt.</p>
<h2>Wozu der neurologische Grundkurs?</h2>
<p>Keine Fragen! Es geht weiter mit der Motivation. Die ist, vereinfacht gesprochen, die Antriebskraft hinter unseren Taten. Ein Motiv lässt uns nach einem Ziel streben, zu dessen Erfüllung bestimmte Handlungen führen. Klingt kompliziert, ist es aber nicht: Essen, zum Beispiel, funktioniert so. Wir haben das Motiv &#8220;Hunger&#8221;, welches uns nach dem Ziel &#8220;Sättigung&#8221; streben lässt und zur Handlung &#8220;Nahrungsaufnahme&#8221; bewegt. Jeder Handlung liegen ein Motiv und ein Ziel zugrunde (Peter Falk wusste das).</p>
<p>Oft allerdings konkurrieren verschiedene Motive, und irgendwie müssen wir uns entscheiden, welches wir bedienen &#8211; der Faktor &#8220;verfügbare Zeit&#8221; ist ein limitierendes Hindernis. Ergo: Man kann wirklich nicht Alles haben. Blöd, eigentlich. Im Regelfall triumphiert das &#8220;niedere&#8221; Bedürfnis: Überleben ist wichtiger als Wohlfühlen, und Wohlfühlen ist wichtiger als Denken. Maslow hat mit seiner lustigen Pyramide eine etwas facettenreichere Bedürfnishierarchie in den Raum gestellt, das Prinzip ist allerdings dasselbe: Die neue Staffel von Dr. House hat bessere Karten als unser emsig angehäufter Bücherstapel, denn gebildet zu sein ist im Vergleich zu ausgeruht sein &#8211; rein evolutionär betrachtet &#8211; völlig bedeutungslos.</p>
<p>Außerdem verbraucht jede nicht überlebenswichtige Aktivität wertvolle Energie. Das mag heutzutage nicht mehr so wichtig sein, vor einigen Jahrtausenden konnte es aber den Ausschlag zwischen erfolgreicher Jagd und kümmerlichem Verhungern im prähistorischen Straßengraben geben. Betrachtet man den Lauf der Zeit wird schnell klar: Unser Gehirn ist nicht ganz auf dem neuesten Stand der Dinge &#8211; der moderne Fortschritt ist schnell. Die Evolution eher nicht so. Der Wettstreit zwischen neuzeitigem Vorankommen und der Entwicklung des Gehirns ist in etwa so fair wie ein Rennen zwischen einem Maserati und einem Stein. Einem sehr, sehr langsamen Stein.</p>
<h2>Conclusio</h2>
<p>Um uns zu nicht-lebensnotwendigen Taten zu motivieren müssen wir also durch die Kraft unseres Neocortex unser veraltetes Überlebensprogramm und unsere memmenhafte Gefühlsduselei übertreffen. Darum wurden Sklaven misshandelt, geprügelt und bei Widerstand vor ihren Kollegen hingerichtet. Im Angesicht des Todes zählte nur ein Motiv: Überleben. Und nur eine Handlung konnte das erreichen: Harte Arbeit. Das mag alles furchtbar unmenschlich gewesen sein, die Pyramiden von Gizeh hätten aber wohl nicht gebaut werden können, hätte man den fleißigen Steineschiebern einen schönen Teppich versprochen wenn sie sich brav bemühen, anstatt den Tod wenn sie sich unerlaubt ein Päuschen gönnen.</p>
<p>Was den Pharaos &#8211; und allen sklaventreibenden Kollegen anderenorts &#8211; zwar keine Menschlichkeit attestiert, aber immerhin ein gewisses Maß an Schlauheit.</p>
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		<title>Es ist kein Wettbewerb.</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jan 2010 11:17:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[<p>Es ist eine gemeinsame Bemühung, ein Ziel zu erreichen.
Das gilt für so ziemlich alles, an dem mehr als eine Person beteiligt ist. Nur leider übersehen wir diese Dinge gern und lassen uns blenden von Neid, Eifersucht, Geltungsbedürfnis und Egoismus. Man möchte mehr beitragen als andere. Man ... <a class="more-link" href="http://blog.kno.at/personal/es-ist-kein-wettbewerb/" title="View Post">&#187;</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist eine gemeinsame Bemühung, ein Ziel zu erreichen.</p>
<p>Das gilt für so ziemlich alles, an dem mehr als eine Person beteiligt ist. Nur leider übersehen wir diese Dinge gern und lassen uns blenden von Neid, Eifersucht, Geltungsbedürfnis und Egoismus. Man möchte mehr beitragen als andere. Man möchte einen Großteil der Lorbeeren ernten. Man möchte besser sein als Teamkameraden, Arbeitskollegen, Parteimitglieder, Partner, Mitbeteiligte. Man möchte an erster Stelle genannt werden, im Rampenlicht stehen, hervorstechen.</p>
<p>Am Ende zählt das Ergebnis und der Weg dorthin. Der &#8220;meiste Beitrag&#8221; muss nicht der wichtigste sein. Wenn jeder tut, was er kann, und am Ende alle mit dem Ergebnis zufrieden sind, gibt es keinen Grund, unzufrieden zu sein.</p>
<p><em>&#8220;Wissen und nicht danach handeln heißt: noch nicht wissen.&#8221; &#8211; Konfuzius</em></p>
<p>Wir mögen daran glauben, unseres eigenen Glückes Schmiede zu sein, suchen aber mit einem an Wahnsinn grenzenden Fanatismus nach Fehlern und Unzulänglichkeiten. Wenn wir die nicht im Ergebnis finden können, suchen wir sie im Prozess. Wenn wir sie im Prozess nicht finden können, suchen wir sie in den beteiligten Personen. Wenn wir sie nicht in anderen Personen finden können, suchen wir sie in uns selbst. Und wenn wir dann noch immer keine Fehler gefunden haben sind wir unzufrieden, weil wir so lange umsonst gesucht haben.</p>
<p>Wenn etwas fertig ist sollte man sich selbst für das Ergebnis loben, feiern (nicht den Erfolg <a href="http://www.fastcompany.com/resources/innovation/watson/112105.html">oder Misserfolg,</a> sondern die Tatsache, es getan zu haben), kurz Resümee ziehen und etwas Neues tun. Nicht durch endlose Fehleranalysen und Schlechtrederei wird etwas besser, sondern durch Bewusstmachen der größten Probleme, positive Einstellung, und &#8211; allem voran &#8211; Tun, Tun, Tun.</p>
<p><em>&#8220;Don&#8217;t be afraid to fail. Be afraid not to try.&#8221; &#8211; Michael Jordan</em></p>
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		<title>Das Steuer loslassen</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 16:50:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Personal]]></category>
		<category><![CDATA[glück]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[psychologie]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Eine der stärksten Szenen aus Fight Club: Edward Norton lässt das Lenkrad des Wagens los und steigt auf&#8217;s Gaspedal. Ziel der Übung: Die Kontrolle abgeben. Das Leben, mit all seinen Gefahren, geschehen und sich darin treiben lassen.
Manchmal ist es genau das, was man tun sollte. Um sich selbst ... <a class="more-link" href="http://blog.kno.at/personal/das-steuer-loslassen/" title="View Post">&#187;</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine der stärksten Szenen aus Fight Club: Edward Norton lässt das Lenkrad des Wagens los und steigt auf&#8217;s Gaspedal. Ziel der Übung: Die Kontrolle abgeben. Das Leben, mit all seinen Gefahren, geschehen und sich darin treiben lassen.</p>
<p>Manchmal ist es genau das, was man tun sollte. Um sich selbst zu finden, oder zumindest besser kennenzulernen. Um zu genießen. Nicht nachdenken. Nicht alles kontrollieren wollen. Nicht jeden Schritt planen. Einfach das Steuer loslassen und mitten ins Leben rasen.</p>
<h2>Aber &#8230; wenn man dabei &#8230; einen Unfall baut?</h2>
<p>Aus Unfällen lernen wir. Unfälle bilden unseren Charakter. Sie machen uns stark und nehmen uns die Angst vor Unbekanntem, Neuem, Anderem. Sie machen uns zu offeneren, selbstsichereren Menschen.</p>
<p>Wenn man weiß, was man will und was nicht, wenn man schon den einen oder anderen Unfall hatte und weiß, was man sich zumuten und womit man fertig werden kann, kann man sich getrost eine Zeit lang vom Leben treiben lassen. Das macht es reicher, spannender, erfüllter und lehrreicher.</p>
<p>Rase ins Leben.<br />
Baue Unfälle.<br />
Genieß die Reise.<br />
Fühl das Kribbeln.<br />
Und blicke später mit einem zufriedenen Lächeln darauf zurück.</p>
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		<title>Was macht einen guten Lehrer, und was einen guten Schüler aus?</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 16:44:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Personal]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein guter Schüler &#8230;

hört aufmerksam zu
nimmt möglichst viel auf
geht über sich hinaus

Ein guter Lehrer &#8230;

erklärt geduldig
gibt all sein Wissen weiter
fordert seinen Schüler immer

Woran erkennt man einen guten Lehrer? Meiner Meinung nach sind die besten Lehrer diejenigen, die ihre ... <a class="more-link" href="http://blog.kno.at/personal/lehrer-schueler/" title="View Post">&#187;</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Ein guter Schüler &#8230;</h2>
<ul>
<li>hört aufmerksam zu</li>
<li>nimmt möglichst viel auf</li>
<li>geht über sich hinaus</li>
</ul>
<h2>Ein guter Lehrer &#8230;</h2>
<ul>
<li>erklärt geduldig</li>
<li>gibt all sein Wissen weiter</li>
<li>fordert seinen Schüler immer</li>
</ul>
<p>Woran erkennt man einen guten Lehrer? Meiner Meinung nach sind die besten Lehrer diejenigen, die ihre Schüler über ihr eigenes Niveau hinaus anleiten können. Also nicht nur weitergeben, was sie selbst können, sondern das Talent des Schülers erkennen und fördern, bis der Schüler letzten Endes besser als der Lehrer ist.</p>
<p>Woran erkennt man einen guten Schüler? Ein guter Schüler kennt das Wort &#8220;unmöglich&#8221; nicht. Er will nicht, dass die Aufgaben einfacher sind, sondern er selbst besser. Er misst sich nicht an anderen, sondern versucht ständig, sich selbst zu übertreffen.</p>
<p>Wenn du einen guten Lehrer findest, sei ein guter Schüler und bleib dran &#8211; du wirst über dich hinauswachsen.</p>
<p>Wenn du einen guten Schüler triffst, sei ein guter Lehrer &#8211; am Ende wirst du von ihm lernen.</p>
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		<title>Ein kleines Experiment</title>
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		<comments>http://blog.kno.at/personal/ein-kleines-experiment/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 10:43:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Personal]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Vor kurzem kam mir ein Bild im Internet unter, mit folgender Aufgabenstellung:
Versuche, nichts Negatives über irgendjemanden zu sagen.

für drei Tage
für 45 Tage
für 3 Monate

Beobachte, was mit deinem Leben passiert.
Gestern hab&#8217; ich das Experiment gestartet, leider mit baldigem Stolpern. ... <a class="more-link" href="http://blog.kno.at/personal/ein-kleines-experiment/" title="View Post">&#187;</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor kurzem kam mir ein Bild im Internet unter, mit folgender Aufgabenstellung:</p>
<h2>Versuche, nichts Negatives über irgendjemanden zu sagen.</h2>
<ol>
<li>für drei Tage</li>
<li>für 45 Tage</li>
<li>für 3 Monate</li>
</ol>
<p><em>Beobachte, was mit deinem Leben passiert.</em></p>
<p>Gestern hab&#8217; ich das Experiment gestartet, leider mit baldigem Stolpern. Unglaublich, wie tief lästern und verunglimpfen in unseren Köpfen verankert sind. Heute morgen begann 1.) von Neuem.</p>
<p>Die erste Veränderung, die mir jetzt schon auffällt, ist, dass Alarmglocken losgehen, wenn ich was Schlechtes über jemanden sagen will. Es ist aber ganz schön schwierig, diesen Reflex zu unterdrücken. Es is so einfach, negativ zu sein, und so verdammt schwer, seinen Mund zu halten.</p>
<p>Ich mag das Experiment.</p>
<p>Und jetzt noch etwas für Herz &amp; Seele: <a href="http://www.digitalvoodoo.de/blog/archives/katze/das-susseste-katzenvideo-aller-zeiten-viraler-katzen-content.php">Das süßeste Katzenvideo aller Zeiten</a></p>
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		<item>
		<title>Was ist das eigentlich, Weisheit?</title>
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		<comments>http://blog.kno.at/personal/was-ist-das-eigentlich-weisheit/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 16:49:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Personal]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Weisheit hat ja meiner Auffassung nach nichts mit Wissen zu tun. Kinder sind oft weise, eben weil sie noch nicht Wissen. Menschen, die ganz einfach denken, sind oft weise, weil sie nicht verkomplizieren, analysieren und zerpflücken.
Also schauen wir uns Weisheit einfach mal ein bisschen genauer ... <a class="more-link" href="http://blog.kno.at/personal/was-ist-das-eigentlich-weisheit/" title="View Post">&#187;</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weisheit hat ja meiner Auffassung nach nichts mit Wissen zu tun. Kinder sind oft weise, eben weil sie noch nicht Wissen. Menschen, die ganz einfach denken, sind oft weise, weil sie nicht verkomplizieren, analysieren und zerpflücken.</p>
<p>Also schauen wir uns Weisheit einfach mal ein bisschen genauer an.</p>
<h2>Weisheit hat bestimmt mit Erfahrung zu tun.</h2>
<p><em>Erfahrung</em> ist, meiner Meinung nach, das kumulierte aus Erfolgen und Fehlern Gelernte. <em>Weisheit</em> ist, dieses Gelernte verallgemeinern, vereinfachen und in anderen Situationen anwenden zu können.</p>
<h2>Weisheit hat bestimmt auch mit Querdenkertum zu tun.</h2>
<p>Mein Neffe hat, wie wahrscheinlich jedes Kind, einen dieser Form-Erkennungs-Kästen (das ist jetzt ganz bestimmt kein sehr weises Wortkonstrukt) geschenkt bekommen: Eine Holzkiste, deren Deckel Löcher in verschiedenen Formen hat &#8211; Stern, Kreis, Quadrat und so weiter. In der Holzkiste gibt&#8217;s die passenden Bausteine. Wir nehmen also die Bausteine raus und beobachten den Lerneffekt. Ein 1,5-jähriger sieht uns kurz ratlos an, dann geht alles ganz schnell: Deckel auf, Bausteine rein, Deckel zu, weiter zu interessanteren Aufgaben. Die Weisheit darin: &#8220;Bevor du dich einem Problem widmest frag dich, ob es überhaupt wichtig ist für das, was du erreichen willst.&#8221;</p>
<p>Marcel Proust schrieb &#8220;der Instinkt diktiert die Pflicht, der Verstand aber liefert die Argumente, sich ihr zu entziehen&#8221; &#8211; das ist ganz bestimmt weise. Es ist etwas, das er &#8211; nehme ich einfach mal an &#8211; durch Beobachtung und Erfahrung, durch Gespräche, Diskussionen und aufmerksames Durch-Die-Welt-Gehen gelernt hat. Das Faszinierende daran ist nicht die Erkenntnis an sich, sondern die Fähigkeit, diese komplexe Beobachtung so pointiert in leicht verständliche Worte zu fassen.</p>
<p>&#8220;Lass uns nicht über das Schlechte, das war reden, sondern über das Gute, das noch sein wird&#8221; &#8211; auch das ist weise. Anders als Proust&#8217;s Zitat ist das einfach der Ausdruck einer optimistischen Lebenseinstellung. Man braucht keine Erfahrung, um so zu denken, aber Überzeugung.</p>
<p>Mir persönlich zaubern weise Aussagen ganz gern ein inneres Lächeln in die Brust. Lockernde Worte in einer gespannten Situation, die richtige Antwort auf eine schwierige Frage, die richtige Frage in einem unangenehmen Gesprächsumfeld. Woran erkennt man Weisheit? Ich würde sagen ein weiser Mensch ist jemand, den man bewundert, aber nicht beneidet. Der hilft und leitet, aber nicht berichtigt und führt. Jemand, dessen Anwesenheit und Charisma man genießt, der daraus aber keine Überheblichkeit schöpft. Jemand der weiß, wann sein Rat und seine Meinung hilfreich sind, und wann nicht. Jemand, der dich Fehler begehen lässt und dir dann hilft, daraus zu lernen, anstatt dich vor ihnen bewahren zu wollen. Jemand, von dem man etwas lernen kann, ohne das Gefühl zu haben, belehrt zu werden.</p>
<p>Letzten Endes kann Weisheit auch wunderschön subtil sein. Wie in diesem Zitat, das mich seit Jahren begleitet und mir in jeder Lebenslage ein helfendes Lächeln zu spenden vermag:</p>
<p>&#8220;Ich bin froh, dass ich Spargel nicht mag&#8221;, sagte Alice. &#8220;Denn würde ich Spargel mögen, müsste ich ihn auch essen &#8211; und ich kann Spargel einfach nicht ausstehen!&#8221;</p>
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		<title>Erzählungen und die Macht der Zeit</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Nov 2009 18:26:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kno</dc:creator>
				<category><![CDATA[Personal]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.kno.at/?p=342</guid>
		<description><![CDATA[<p>Über Filme lässt sich streiten und Geschmäcker sind verschieden. Dennoch gibt es Techniken, die Filme einzigartig, bemerkenswert machen. Ein starkes Werkzeug dafür ist Zeit. Hier drei verschiedene Beispiele, wie der Spannungsbogen eines Films durch das Arbeiten mit Zeit gesteuert werden ... <a class="more-link" href="http://blog.kno.at/personal/erzahlungen-und-die-macht-der-zeit/" title="View Post">&#187;</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Über Filme lässt sich streiten und Geschmäcker sind verschieden. Dennoch gibt es Techniken, die Filme einzigartig, bemerkenswert machen. Ein starkes Werkzeug dafür ist Zeit. Hier drei verschiedene Beispiele, wie der Spannungsbogen eines Films durch das Arbeiten mit Zeit gesteuert werden kann:</p>
<h2>Memento</h2>
<p>Der &#8220;rückwärts&#8221;-Film. Der Film beginnt am Ende. Und arbeitet sich, Szene für Szene, bis zum Anfang &#8220;zurück&#8221;. Die Spannung ist unglaublich, der Aufbau ein Meisterwerk. Memento ist so aufgebaut, dass die Richtung keine Rolle spielt (obwohl, meiner Meinung nach, die normale Abfolge wesentlich uninteressanter ist). Wer auch nur geringes cineastisches Interesse hat, sollte sich Memento das ein oder andere Mal zu Gemüte führen. Zeit wird hier eingesetzt, um mit dem gewohnten Klischee zu brechen. Dieser Film ist anders. Und nicht zum Selbstzweck, sondern mit einer profunden Wurzel in der Handlung selbst.</p>
<h2>Pulp Fiction</h2>
<p>Chaos. Auch hier beginnt der Film in der letzten Szene &#8211; aber das weiß man anfangs noch nicht. Danach wird zeitlich und örtlich gesprungen, gemischt, durcheinandergebracht. Es gibt in jedem Teil des Films klare Hinweise darauf, wann dieser zeitlich einzuordnen ist &#8211; dafür muss man aber mitdenken und richtig kombinieren. Anfühlen tut sich Pulp Fiction wie eine Aneinanderreihung miteinander nur ganz leicht verwobener Kurzfilme, jeder mit seiner eigenen kleinen Handlung. Was daraus wiederum einen doch eigenständigen Film macht ist die übergeordnete Entwicklung der Charaktere und deren Beziehungen zueinander. Der chaotische Zeitmix dient hier dazu, zu kaschieren, dass der Film keine klassische Handlung hat &#8211; es gibt keine &#8220;Schlüsselszene&#8221;, keinen Höhepunkt, Vorspann und kein wirkliches Ende. Trotzdem fehlt es nicht an Spannung.</p>
<h2>Boondock Saints</h2>
<p>Synchronizität. Dieser Film geht etwas subtiler ans Werk. Der Aufbau des Films ist eine Wiederholung eines simplen, aber sehr effizienten Musters: Eine Szene baut sich auf, und kurz vor dem Höhepunkt, der Eskalation der Situation, findet ein Zeitsprung in die Zukunft statt: Die Tatrekonstruktion am Ort des Verbrechens. Umgesetzt ist die Tatrekonstruktion synchron: Die Beamten ermitteln, ziehen ihre Schlüsse und versuchen, den Hergang nachzuvollziehen &#8211; während man die Bilder des wahren Ablaufs sieht. Es wird also vom aktuellen Handlungsmoment in die Zukunft geschnitten, und die Handlung dann in der Vergangenheitsform wieder aufgerollt. Der Film springt voraus und lässt den Zuseher dann wieder aufholen, nur um das gleiche Spielchen wieder von vorn zu starten.</p>
<h2>Und weiter?</h2>
<p>Ein überwiegender Großteil aller Filme verläuft einfach linear. In den letzten Jahren wurde es modern, Rückblicke (Traumsequenzen, Erinnerungen, etc.) einzuarbeiten &#8211; an diese, meist ganz klar gekennzeichneten (akustisch durch Hall, visuell durch Verzerrungen, Überbelichtung, Schwarz/Weiß Szenen, etc.) haben wir uns inzwischen gewöhnt. Ich persönlich hoffe, dass mit dem Element Zeit in Filmen viel mehr experimentiert, viel freier und kreativer umgegangen wird. Vielleicht so weit, wie in Robert A. Wilson&#8217;s Illuminatus!-Trilogie, aber die Sprünge dort sind wohl eine Kategorie für sich.</p>
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		<title>Was wir sagen, was wir meinen</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 12:04:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kno</dc:creator>
				<category><![CDATA[All the Rest]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&#8220;Wahr ist nicht, was A sagt, sondern was B versteht.&#8221;
Naja. Das Problem liegt tiefer. Wahr ist nicht, was A sagt, sondern was A meint.
Und wir sagen das, was wir meinen, meistens sehr kryptisch. Unser Gegenüber nimmt es dann auf, interpretiert und zieht einen Schluss – kommt also wieder ... <a class="more-link" href="http://blog.kno.at/trash/was-wir-sagen-was-wir-meinen/" title="View Post">&#187;</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Wahr ist nicht, was A sagt, sondern was B versteht.&#8221;</p>
<p>Naja. Das Problem liegt tiefer. Wahr ist nicht, was A sagt, sondern was A meint.</p>
<p>Und wir sagen das, was wir meinen, meistens sehr kryptisch. Unser Gegenüber nimmt es dann auf, interpretiert und zieht einen Schluss – kommt also wieder zu einer Meinung.</p>
<p>Ein ganz schön komplizierter Weg, den so eine Aussage nimmt.</p>
<p>Nachricht &#8211; Formulierung (Kodierung) &#8211; Transport &#8211; Interpretation (Dekodierung) &#8211; Meinung</p>
<p>Und jetzt wirds erst richtig kompliziert:</p>
<p>Die Nachricht wird nicht nur in Worten, sondern auch nonverbal kommuniziert und nuanciert.</p>
<ol>
<li>Nachricht</li>
<li>verbale Formulierung</li>
<li>nonverbale Formulierung</li>
<li>Transport</li>
<li>nonverbale Interpretation</li>
<li>verbale Interpretation</li>
<li>Meinung</li>
</ol>
<p>Und der nonverbale Teil passiert noch dazu zum überwiegenden Großteil unbewusst.</p>
<p>Die meisten Menschen machen sich nicht allzu viele Gedanken, wie genau sie etwas sagen. Welche Gesten sie dazu machen. Was genau sie sagen. Wie ihre Körperhaltung dabei aussieht. Welche Worte sie wählen werden. Wär auch etwas mühsam, sich jeden Satz dreimal zu überlegen und eine Choreografie zu basteln, bevor man ihn sagt. Auf der anderen Seite steht der Zuhörer, der sich auch nicht viele Gedanken über die Kommunikation macht, sondern meistens recht ungeduldig darauf wartet, endlich selber was sagen zu können.</p>
<p>Noch nicht kompliziert genug? Setzen wir noch die vier Ebenen drauf, die jede Nachricht hat:</p>
<ul>
<li>Information</li>
<li>Appell</li>
<li>Gefühl</li>
<li>Beziehung</li>
</ul>
<p>Huch? Alles, was wir sagen, kann auf vier Arten gemeint sein und in vier Arten aufgenommen werden:</p>
<p>&#8220;Die Ampel ist rot!&#8221;</p>
<ul>
<li>Die Ampel ist rot.</li>
<li>Bleib stehen!</li>
<li>Ich fühle mich unwohl.</li>
<li>Du fährst schlecht.</li>
</ul>
<div class="conImg"><a href="http://blog.kno.at/wp-content/uploads/2009/10/Bild-10.jpg" title="Weg einer Nachricht"><img title="Click to view Full" src="http://blog.kno.at/wp-content/themes/200/flickpic/flickpic.php?grayscale=1&amp;width=88&amp;height=88&amp;imageUrl=http://blog.kno.at/wp-content/uploads/2009/10/Bild-10.jpg" width="88" height="88" alt="" /></a></div>
<p>A will nur sagen &#8220;die Ampel ist rot&#8221;, B nimmt das auf als &#8220;du fährst schlecht&#8221; und schon haben wir einen schönen Ehestreit, von dem beide überzeugt sind, der andere hätte damit angefangen.</p>
<p>Ganz schön kompliziert, diese Kommunikation.</p>
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		<title>Katzen sind die besseren Menschen</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 14:44:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kno</dc:creator>
				<category><![CDATA[All the Rest]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wer liebt es nicht, Katzen zu beobachten? Wunderschöne Kreaturen voll Eleganz, Stolz und Anmut.
Aber darum lieben wir Katzen nicht.
Wir lieben Katzen wegen ihrer Fehler. Katzen haben diese wundersame Gleichgültigkeit gegenüber dem Rest der Welt, und es ist diese Gleichgültigkeit, die sie zu ... <a class="more-link" href="http://blog.kno.at/trash/katzen-sind-die-besseren-menschen/" title="View Post">&#187;</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer liebt es nicht, Katzen zu beobachten? Wunderschöne Kreaturen voll Eleganz, Stolz und Anmut.</p>
<p>Aber darum lieben wir Katzen nicht.</p>
<p>Wir lieben Katzen wegen ihrer Fehler. Katzen haben diese wundersame Gleichgültigkeit gegenüber dem Rest der Welt, und es ist diese Gleichgültigkeit, die sie zu besseren Menschen macht.</p>
<p>Eine Katze wird in jedem Moment das tun, wonach ihr gerade der Kopf steht. Egal, ob das, was sie tut, sinnlos ist, gefährlich, dumm oder lächerlich.</p>
<p>Eine Katze, die sich gerade in all ihrer Anmut suhlt, mit halbgeschlossenen Augen auf einem bequemen Polster thront und die Welt Welt sein lässt, kann jeden Moment hochschnellen, durchs Wohnzimmer rasen, die Bremsung auf dem Parkett verpatzen und in ihrer ganzen Pracht gegen die Mauer knallen &#8211; sie wird sich dafür nicht schämen. Sie wird sich nicht umsehen, wer sie eventuell beobachtet hat, sich nicht verstecken und nicht mit gesenktem Kopf möglichst unauffällig davonschleichen.</p>
<p>Die gerade hart aufgeprallte Katze wird kurz verwundert dreinschauen und im nächsten Moment wieder einem Schatten nachjagen, einfach weiter Katze sein &#8211; als wäre nichts passiert.</p>
<p>Menschen haben ein großes Problem, sie selbst zu sein, und dieses Problem begründet sich zu einem großen Teil in einem Gefühl: Scham. Wir schämen uns für das, was wir sagen, was wir tun, manchmal sogar was andere tun. &#8220;Mit dir muss man sich ja schämen!&#8221;, &#8220;Da hab ich mich ganz schön blamiert&#8221;, &#8220;Wie peinlich&#8221;. Wir können mit Fehlern nur sehr schlecht umgehen, das geht soweit, dass wir so ziemlich alles tun würden, um erst gar keine Fehler möglich zu machen: &#8220;Sicher nicht &#8211; ich mach mich doch vor allen lächerlich!&#8221;.</p>
<p>Ein bisschen katzenhafte Gleichgültigkeit würde uns alle ein ganzes Stück menschlicher machen.</p>
<p><a href="http://www.funnycatvideos.net/a-cat-in-a-box.html">A Cat in a Box</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Wvo-g_JvURI">The best cat video you&#8217;ll ever see</a></p>
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