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Wir kennen uns zwar nicht besonders gut und auch bisher nicht persönlich, aber immerhin ich sehe ihn jeden morgen vom Schlafzimmer aus&amp;nbsp; - er mich selbstverständlich eher weniger, aber das ist auch nicht schlimm, solange er mir weiter&amp;nbsp;morgens gute Laune macht und mich aus dem Bett holt. (Muss schließlich nachschaun, ob er noch da ist) DENN: Im Sommer ist er weg. Feuchte Luft plus Smog&amp;nbsp;frisst Fuji-Blick. So einfach ist das.&lt;br /&gt;
Als wir damals das Haus gemietet haben, war April und man konnte gar nirgends wohin gucken. Höchstens auf die Häuser unten am Fluß und die sind nur 500 Meter weg, was selbstverständlich den Vermieter nicht daran gehindert hat, den horrenden Mietpreis mit dem Fuji-Blick zu begründen, der uns zu diesem Zeitpunkt sowieso noch relativ schnurz gewesen ist. Der Fuji. Bei der Miete hatten wir keine Wahl - schließlich waren wir ja selbst schuld - mit 4 Kindern&amp;nbsp;nach Tokyo. Wer kommt auch auf sowas? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keiner von uns hat den Fuji jemals bestiegen, obwohl das natürlich Pflicht ist&amp;nbsp;und auch fast das Erste, was&amp;nbsp;wir grundsätzlich gefragt werden, wenn wir sagen, dass wir in Japan wohnen &lt;br /&gt;
(gleich&amp;nbsp;nach "Und? Wie ist das so mit dem rohen Fisch"?) Also, nein, da haben wir noch Bedarf - fast schon ein Trauma, weil jeder, selbst der Besuch, ist immer schon oben gewesen, nur wir wieder nicht. Außerdem gibt es ja da dieses Sprichwort: &lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;"Man sagt, wer einmal auf den Berg Fuji steigt, ist weise. Wer ihn zweimal besteigt ist ein Narr... "&lt;/strong&gt; Und wer von uns will nicht weise sein? Zumindest mal so tun, als ob? &lt;br /&gt;
Die einzige verbleibende Frage ist: "Gilt hochfahren auch?" &lt;br /&gt;
Oder vielmehr: Hochfahren ende Januar mit SOMMERREIFEN?&lt;br /&gt;
Ich hab zwar versprochen, das mit den Sommerreifen nicht zu erwähnen, aber nur damit ihr wisst, was für ein großartiger Autofahrer mein Mann in echt ist, naja und der Vollständigheit halber..... &lt;br /&gt;
Ich will hiermit in keinster Weise mitteilen, dass ich das für ziemlich mutig - will heißen - völlig bekloppt halte, aber MIR hat er von den Sommerreifen vorher auf jeden Fall nichts gesagt - MIR sagt ja hier sowieso keiner irgendwas! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immerhin war aber ja Samstag, strahlender Sonnenschein und es hatte pflichtschuldigst auch schon ordentlich gewackelt - was sollte man an einem solchen Tag in Japan sonst tun, außer den glorreichen Entschluss zu fassen, am Fuji Schlittenfahren zu gehen? Wobei es ja schon ein bißchen frevelhaft scheint. Ich meine, immerhin ist es DER FUJI!!! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber egal - dieser Sonnenschein ist immer extrem überzeugend, verführerisch und motivierend. Alles ist möglich. Außer Schneefall. Oder sonst was Unvorhergesehenes. &lt;br /&gt;
Wenn Engel reisen, sag ich nur.... &lt;br /&gt;
Gut, wenn Hutzenlaubs reisen, gehen vermutlich die Engel mal prophylaktisch in Deckung. Zumindest die, die fürs zuverlässig gute Wetter zuständig sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;Der Fuji ist eigentlich leicht zu beschreiben - immerhin ist es ein Vulkan. &lt;br /&gt;
Will heißen: Auf der einen Seite geht es rauf, oben ist ein Loch und dann geht es auf der anderen Seite wieder runter.&amp;nbsp;Ganz einfach. Und ganz steil.&lt;br /&gt;
Und wenn es schneit, dann wird es glatt. Auch ganz einfach. Das wiederum ist eine alte Winter-Autofahrer-Weisheit. "Aber" - sagt mein Mann (und&amp;nbsp;schon&amp;nbsp;beim&amp;nbsp;ABER&amp;nbsp;krieg ich die ulitmative Ehefrauen-auf Beifahrersitz-Krise) in Tokyo sei schließlich schönes Wetter und die Straßen sicher frei. Und ER könne&amp;nbsp;ja schließlich Autofahren (im Gegensatz zu mir, soll das natürlich heißen) und dann erklärt er mir, wie man sich im Falle eines Falles bei Automatik-Getriebe und glattem Untergrund zu verhalten hat, damit gar nichts passiert.Worin er selbstverständlich Profi ist.&lt;br /&gt;
Kollektives innerliches Augenverdrehen. Aber wir wollen&amp;nbsp;alle sehr&amp;nbsp;gern Schlittenfahren und ich will auf gar keinen Fall selber fahren, deshalb beiß ich mir auch auf die Lippe. Demonstrativ wenigstens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;Unser Hinweg verläuft ruhig, Stress - weil Stau-frei, was uns schon zu denken geben sollte. Tut es aber nicht - wir finden es es einfach nur unglaublich seltsam, dass nicht ALLE auf die grandiose Idee gekommen sind, gen Fuji zum Schlittenfahren bei Sonnenschein zu reisen. Außerdem vermeiden wir überflüssiges Denken am Wochenende sowieso tunlichst. Und erfolgreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Fuße des Fuji befindet sich sowas wie ein Informations-Zentrum. Mit Wanderschildern, den obligatorsichen Souveniers und netten uniformierten Damen, die einem erklären, was man rund um den Fuji so alles erleben kann. Da ist richtig was geboten, sage ich euch! &lt;br /&gt;
Immerhin zwei Routen führen zu einem Kinderland mit Schneepiste (wobei es dort, laut der uniformierten Dame angeblich eher keinen Schnee hat), es gibt einem Safari-Park und man kann sich anschauen, wie weit und wie steil man theroretisch laufen muss, wenn man den Gipfel besteigen will. Was selbstverständlich nur im Juli und August geht. Ein Traum. IM SOMMER! &lt;br /&gt;
Wir entscheiden uns für das Kinderland&amp;nbsp; - genannt Kodomonokuni - und die Route rechts auf der Anhöhe um den Fuji rum und verlassen das Gebäude. Irgendwie ist die Sonne weg. Außerdem tanzen die ersten Schneeflocken so ganz pseudoromantisch und harmlos heimlich vom Himmel. &lt;br /&gt;
Wir ignorieren das, weil&amp;nbsp;laut meinem Mann&amp;nbsp;"kommts dahinten&amp;nbsp;schon wieder ganz hell..."&lt;br /&gt;
Nach ca 2 Kilometern sehen wir den ersten Schnee am Straßenrand. Nach 5 Kilometern&amp;nbsp;auch auf der Straße und nach 20 Kilometern fahren wir über eine geschlossene Schneedecke. Begeistert ist vorallem mein Sohn, denn der hat in seinen 4 Lebensjahren noch nie Schnee "in echt" gesehen. &lt;br /&gt;
Selbstverständlich müssen wir sofort aussteigen und Fotos machen, denn man weiß ja nie, wann man mal wieder soviel Schnee zu sehen bekommt. &lt;br /&gt;
&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-fRHRsXrwfWs/TyuMmKChEvI/AAAAAAAAANM/rNy0KrBhEAA/s1600/P1090980.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://1.bp.blogspot.com/-fRHRsXrwfWs/TyuMmKChEvI/AAAAAAAAANM/rNy0KrBhEAA/s200/P1090980.JPG" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;Ich bin ein sehr sehr großer Fan von Fotos mit Autos drauf. Auto vor Schneehaufen ist quasi mein liebstes Motiv. Auch dafür auszusteigen, finde ich großartig, dabei&amp;nbsp;die Autotüre weit aufzureißen&amp;nbsp; und kalte Luft samt Schneeböe herzlich in das Innnere einzuladen,&amp;nbsp;macht, dass ich&amp;nbsp;mich gleich nochmal in meinen Mann verliebe.&amp;nbsp;&amp;nbsp;Und am Tollsten finde ich es obendrein, wenn man dann die Schiebetüre gleich offenlässt, ist ja auch viel praktischer und außerdem sieht man sonst nicht, wer im Auto sitzt und ganz ohne Aufforderung "doch mal lacht". &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem wir unseren Aufenthalt vor verschneitem Straßenschild samt Auto für die Ewigkeit festgehalten haben, können wir zum Glück weiter. &lt;br /&gt;
Mein Mann macht das mit dem Autofahren in der Tat ganz spitze, aber ich fände es durchaus angebracht, wenn er jetzt auch die Schneeketten anlegen würde, die hier selbstverständlich Pflicht sind und die auch die paar Autos, die wir ÜBERHOLT haben, an ihren Reifen haben. &lt;br /&gt;
"Schneeketten? Was für Schneeketten?" sagt mein Mann und hat Glück, dass ich&amp;nbsp;völlig fassungslos über deren Nichtvorhandensein, und mir außerdem völlig im Klaren darüber bin, daß&amp;nbsp; ein gezielter&amp;nbsp; Hieb gegen seinen Oberarm die Sicherheit im Straßenverkehr nicht unbedingt fördern würde.&lt;br /&gt;
Mein Mann ist tiefenentspannt. Ich hasse das.&lt;br /&gt;
Es schneit zwar mittlerweile richtig, aber er findet das großartig, denn schließlich ist er quasi mit dem Lenkrad in der Hand und Schnee unter den Füßen aufgewachsen. Pfff. Bloß weil er als Kind am Albtrauf gewohnt hat und ein motorisierten Gokart hatte. Angeber. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider kann man die Straßenschilder jetzt auch nicht mehr lesen, selbst wenn man Japanaisch könnte, denn eine dicke Schneehaube bedeckt die Schrift. Aber wir haben ja ein Navi und das sagt: gleich sind wir da. &lt;br /&gt;
Bisher sind uns insgesamt vier Autos begnet und uns ist klar - hier ist kein Mensch. &lt;br /&gt;
Schlecht, sollten wir hängenbleiben (Handy-Empfang gibt es selbtverständlich auch nicht - denn wir befinden uns schließlich in der wilden NATUR) - gleichzeitig gut, weil so müssen wir niemand ausweichen und keiner uns...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plötzlich aber nach einer Kurve liegt vor uns ein riesiger Parkplatz mit Bussen und tausend Autos, zwei Skiliften und sehr sehr vielen Menschen... Wo kommen die denn alle her? Und wo&amp;nbsp;SIND wir? &lt;br /&gt;
Eins ist klar: Das ist auf alle Fälle nicht das Kodomonokuni, sondern eine Skipiste. Das sieht man daran, dass keine Kinder dafür viele, typischerweise enorm&amp;nbsp;gestylte Menschen mit&amp;nbsp;Snowboard-Accessoire durch die Gegend laufen, während J-Pop in ungeahnter Dezibel-Höhe aus millionen Boxen uns kurzzeitig in eine staunende Starre versetzt. Sehr kurzzeitig, denn es muss schließlich diskutiert werden, was wir jetzt machen. &lt;br /&gt;
Ich würde ja gerne behaupten, wir seien flexibel - flexibel genug, um hierzubleiben und uns am Gewusel zu erfreuen, das sind wir aber leider nicht. Denn was, wenn wir jetzt nicht ins Kodomonokuni fahren, aber nachher dran vorbei und feststellen, dass es viel viel toller ist&amp;nbsp; - toller, als das hier? Und vielleicht besser für Kinder geegnet? Und außerdem haben wir es jetzt schon gesagt und versprochen und da war schon mal jemand aus Lillis Klasse und aus Marias auch und der hat gesagt, es sei ganz toll, und wir sind voll unfair! &lt;br /&gt;
Nicht, dass ich Autofahren gerade sehr attraktiv finde, aber die Alternative scheint jetzt für unsere Bedürfnisse auch nicht optimal, also fahren wir weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht auch schon wieder runter. Ziemlich kurvig und steil zwar, aber hey - wie gesagt, hier fährt der Profi, also was solls, und bisher sind wir gut durchgekommen.&amp;nbsp;Mittlerweile vertraue ich ihm fast. &lt;br /&gt;
Den japanischen Fujji-Straßen allerdings weniger, denn die sind: Schmal, ohne Bordstein, dafür mit ca 1 Meter tiefem Graben auf der Bergseite und Abhang auf der Talseite. Einzig an Flüßchen oder Steilhängen findet man eine zarte Alibi-Leitplanke,&amp;nbsp;dann einen tiefen Graben und dann den freien Fall... Einmal&amp;nbsp;ins Rutschen geraten und man kann nur hoffen, dass man auf der Bergseite landet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier ist nach ca 25 Kilometern die Schneegrenze wieder erreicht und die Straßen werden freier. Außerdem schneits nicht mehr. Beim Kodomonokuni hat es also konsequenterweise auch keinen Schnee. WIE GUT, DASS WIR NACHGESCHAUT HABEN!!&lt;br /&gt;
Der&amp;nbsp;Schlittenfahr-wütige und nach wie vor unflexible Familienrat&amp;nbsp;beschließt: Wir fahren zurück. &lt;br /&gt;
ICH&amp;nbsp;halte&amp;nbsp;mich da jetzt raus. Schließlich hatte ich als Kind auch&amp;nbsp;kein Gokart sondern nur Bücher und Puppen. &lt;br /&gt;
Jawohl. Da lernt man früh im Rollenspiel, VERANTWORTUNG zu übernehmen! Theoretisch.&lt;br /&gt;
Praktisch fährt ja immer noch mein Mann. Und der sagt auch. "Zurück".&lt;br /&gt;
Ich finde, man kann nicht oft genug betonen, dass AUF MICH JA KEINER HÖRT -&amp;nbsp;WAS ABER SICHER SEHR VIEL BESSER GEWESEN WÄRE!!!! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-LukJ7Qn5-0A/TyuMsMChVyI/AAAAAAAAANU/TctA_CyxGWU/s1600/P1090982.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-LukJ7Qn5-0A/TyuMsMChVyI/AAAAAAAAANU/TctA_CyxGWU/s200/P1090982.JPG" width="150" /&gt;&lt;/a&gt;So. Das Ganze also wieder zurück. Schneegrenze. Schneeketten- bezogenene Personenkraftwagen. Kurven. Mittlerweile ist es meiner Meinung nach noch ein wenig kälter geworden. Und dennoch: Zwischenfallsfrei erreichen wir den Parkplatz. William ist total aus dem Häuschen über soviel frei rumliegenden SCHNEE!!! &lt;br /&gt;
Wie überall in Japan sind solche Freizeitaktivitäten ziemlich teuer, aber hey, man ist nur einmal jung und ich fahre jetzt auch nicht gleich wieder da runter, bloß weil&amp;nbsp;wir&amp;nbsp;auf einmal finden, 100 Euro für eine 20m lange Schlittenbahn&amp;nbsp;sei zu teuer! Das könnt ihr mit mir nicht nicht machen!&lt;br /&gt;
Immerhin&amp;nbsp;bekommt man für den Preis einen Plastik-Bob und man kann das Skilift-Förderband für die Ski-Anfänger mitbenutzen. Das ist doch quasi dann geschenkt! &lt;br /&gt;
Ja, am Albtrauf ist das Schneevergnügen natürlich umsonst, aber DA ist ja sowieso alles besser. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich nur so halb verstehe, ist, dass mitten auf der Schlittenbahn so ein orangenes Netz gespannt ist, das einen nach 10 Metern zwingt, aufzustehen, darum herum zu laufen und dann erst weiter zu fahren. Möchte man die ganzen 20 Meter am Stück fahren, muss man jemand finden, der einem das Netzt hochhebt und auf einen günstigen Moment wartet, denn diese enorm wichtige Sicherheitsvorkehrung wird selbstverständlich gut bewacht - nicht, dass sich einer darin verfängt oder sonstwie mit Schnee, Bob oder dem Leben nicht klar kommt. Das Hochheben des Netztes ist ganz klar im Regelwerk für Schlittenhangbetreiber nicht vorgesehen und somit strengstens verboten. Sowie auch das Runterrodeln auf Nebenhängen, die unberührt und frei von Skifahrern, Liften und&amp;nbsp;Netzen ganz laut in unsere Richtung rufen"KOMM!" Nix darf man wieder! NIX!&lt;br /&gt;
Wir riskieren eine mehrfach eine Verwarnung (die natürlich immer überaus höflich vorgebracht wird) und schützen vor, nichts zu verstehen.&lt;br /&gt;
Irgendwann aber kommt leider ein englisch-sprachiger&amp;nbsp;Lift-Mensch und erklärt uns nochmal langsam und deutlich, dass wir das Wohl der Menschheit aufs Spiel setzen, was&amp;nbsp;natürlich hier auf keinen Fall gebilligt werden kann. Dazu braucht er theoretisch noch nicht mal Worte. Japanische Pantomime kann man einfach&amp;nbsp;nicht&amp;nbsp;falsch verstehen. Es reicht, die beiden Hände nachdrücklich vor der Brust zu überkreuzen, den Kopf schiefzulegen und die Luft durch die Zähne zu ziehen... &lt;br /&gt;
Na guuut. Wir gehen ja schon außenrum und haben&amp;nbsp;auch gar keinen Spaß mehr.Versprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie erwartet, kann man damit meine Kinder aber auch nicht länger als eine Stunde fesseln (und das ist schon echt lang, wenn man bedenkt, dass keiner von denen eine Skihose hat (JA! Ich weiß! das wäre besser gewesen, aber für einmal Schlittenfahren in 3 Jahren braucht man sowas wirklich nicht, oder?) &lt;br /&gt;
Ok. Es ist viel Geld für eine Stunde und manche verbringen hier den&amp;nbsp;ganzen Tag, aber die haben auch Skier oder Snowboards dabei, mögen Japanische Pop-Musik und haben SCHNEEKETTEN, was bedeutet, sie müssen nicht die ganze Zeit innendrin hysterisch&amp;nbsp;an die Heimfahrt denken, so wie ich. &lt;br /&gt;
Aber jetzt schneits ja auch endlich wieder. Dicke Flocken&amp;nbsp;machen jegliches Schlittenfahren - und sei es auch noch so langsam -&amp;nbsp;unmöglich, man sieht einfach gar nichts mehr. &lt;br /&gt;
Selbst Holger findet, man könne jetzt gehen, um nichts zu riskieren, außerdem hat er Hunger. &lt;br /&gt;
In meinem mütterlichen Eifer hatte ich immerhin heißen Tee und Gummibären eingepackt, aber das kann natürlich nicht mit einer Pizza mithalten, die wir am Fuße des&amp;nbsp;Fuji zu uns zu nehmen gedachten. War zwar erst&amp;nbsp;4 Uhr Mittags und die Pizzeria macht um halb sechs auf - aber beim Fuji gibt es auch ein riesen&amp;nbsp;Outlet mit Gap und Starbucks und ... genau das&amp;nbsp;Richtige, um sich ein wenig AUFZUWÄRMEN....&lt;br /&gt;
Den Weg kannten wir ja jetzt. Neu war allerdings, dass sich bereits an der ersten&amp;nbsp;Leitplanke ein Kleinwagen in dieselbe gebohrt hatte. Das Auto vorne komplett eingedrückt, die Airbags&amp;nbsp;offen. Auf meine Geste, die da&amp;nbsp; heißen sollte "brauchen sie Hilfe?", lächelten die zwei&amp;nbsp;jungen Insassen freundlich und streckten mir die Daumen entgegen.&lt;br /&gt;
Hier ist es wohl so, dass man dann die Polizei ruft und wartet, bis sie kommen, solange aber das Auto nicht verlässt, um sich selbst nicht zu gefährden. &lt;br /&gt;
Hmmm. Ich wäre ja ausgestiegen und hätte irgendwas Sinnvolles geholfen, aber bei Holgers Bremsversuch machte das Auto komische Geräusche und rutschte selber ein bißchen. Nur ein bißchen. Aber genug, um solche Manöver in Zukunft zu unterlassen. &lt;br /&gt;
Am Straßenrand stehen doch jetzt einige Autos (mit Schneeketten und ohne) und wir fragen uns: Was machen die da? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittlerweile weiß ich es: Sie warten.&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-a8KnNl5u8YU/TyuOZQQ0ylI/AAAAAAAAANk/6XyXWgnfs8w/s1600/IMG_0535%5B1%5D.JPG" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="149" src="http://1.bp.blogspot.com/-a8KnNl5u8YU/TyuOZQQ0ylI/AAAAAAAAANk/6XyXWgnfs8w/s200/IMG_0535%5B1%5D.JPG" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;Nur: AUF WAS? &lt;br /&gt;
Gestreut wird hier nicht. Geräumt schon, aber nur selten und jetzt sowieso nicht mehr, weil die Straßen ja von stehengebliebenen Autos verstopft sind.&amp;nbsp;DAS haben wir ja wieder GROßARTIG hingekriegt. &lt;br /&gt;
Vorsorglich haben die Menschen in den Autos Decken über sich gebreitet, trinken Tee&amp;nbsp;und harren der Dinge. WOLLEN DIE DA DIE GANZE NACHT BLEIBEN? Und: Was wird denn dann aus uns??? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für&amp;nbsp;Rumsitzen und Warten haben wir aber gar keine Zeit, denn wir haben ja schließlich Hunger. &lt;br /&gt;
Noch kann man auch vorsichtig auf der rechten Straßenseite, also der für BERGAUF, an den Autos vorbeifahren. Die ist nämlich frei. KOMISCH....&lt;br /&gt;
Ich habe&amp;nbsp;einen akuten Anfall von&amp;nbsp;Respekt vor den Fahrkünsten meines Mannes und diesmal meine ich es echt so.&amp;nbsp;Morgen kauf ich sofort&amp;nbsp;4 motorisierte Gokarts, versprochen! Wenn wir das hier überleben. &lt;br /&gt;
Leider können auch wir jetzt nicht mehr weiter, weil links alles steht und ab und zu doch ein Polizei-Auto oder ein Abschlappwagen nach oben fährt. Wozu eigentlich? Die kommen ja dann auch nicht mehr runter??? Aber ich muss nicht alles verstehen. Nein, muss ich nicht. Ganz ehrlich, besteht auch keine Gefahr. &lt;br /&gt;
Noch sind wir&amp;nbsp;alle guter Dinge - vorallem Holger, weil so langsam ist klar, dass er jetzt nicht die Zeit bis zur Pizza mit Shoppen überbrücken muss. &lt;br /&gt;
Maria muss aufs Klo und das ist doof, weil sie jeder sehen kann hinter ihrem Busch, aber sonst haben wir keine Probleme. &lt;br /&gt;
Das heißt, Maria&amp;nbsp;dann schon, denn aus dem Auto aussteigen bedeutet quasi, sofort in den Schlittschuh-Modus umschalten zu müssen. Und jetzt weiß ich auch, warum die Leute in ihrem Autos bleiben. Scheiße! Das ist ja spiegelglatt!!!!!! &lt;br /&gt;
Das hätte mir Maria auch sagen können, die den Weg zurück zum Auto auf Knien und Händen zurücklegt. &lt;br /&gt;
&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-1D5blLnj9WU/TyuZcpsn1BI/AAAAAAAAANs/-WB3a4TgjI4/s1600/P1090992.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://2.bp.blogspot.com/-1D5blLnj9WU/TyuZcpsn1BI/AAAAAAAAANs/-WB3a4TgjI4/s200/P1090992.JPG" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;Es wird langsam dunkel. Und es bewegt sich hier&amp;nbsp; GAR NICHTS. &lt;br /&gt;
Kurze Standortbestimmung: Wir befinden uns im Navi-Niemandsland. Selbst wenn wir weit nach oben und nach unten scrollen, gibt es keinen Ort, kein Haus, und schon gar keine Pizzeria, die uns mit ihrem warmen Lichtschein willkommen heißt. Aber so kann das nicht weitergehn. Wir können ja schließlich nicht hier&amp;nbsp; übernachten? Wobei? Was haben wir denn für eine Wahl? &lt;br /&gt;
OH -WIR HABEN EINE! GROßARTIGE, SCHLAUE SPITZENWAHL!!! Natürlich kommt die Idee von meinem MANN! Der nämlich schickt mich mit meinem Handy in die KÄLTE auf die&amp;nbsp;SPIEGELGLATTE Fahrbahn: Ich soll mal ein bißchen vorauslaufen und schauen, ob die Straße frei ist, und ihn dann anrufen (wobei wir selbstverständlich immer wieder Empfangslücken haben, die er MIR PERSÖNLICH vorwirft! Als ob ich sie gefressen hätte! HA!), dann fährt er so lange es geht&amp;nbsp;und immer so weiter, bis wir schließlich glücklich und zufrieden am Fuße des Berges angekommen sind. &lt;br /&gt;
SPITZE.&amp;nbsp;Ich laufe also los, am Fahrbahnrand gibt es auch&amp;nbsp;tatsächlich &amp;nbsp;noch ein bißchen Schnee, auf dem man unfallfrei gehen kann und komme an eine Kreuzung auf der sich ca 7 Fahrzeuge ineinander verkeilt haben. Da klingelt auch schon mein Telefon."WARUM RUFST DU MICH NICHT AN?" Ja, warum eigentlich nicht? Vielleicht, weil ich damit beschäftigt bin, nicht auszurutschen und mir zu überlegen, wie&amp;nbsp;er jetzt da durchkommen könnte? &lt;br /&gt;
"EGAL, ICH BIN SCHON LOSGEFAHREN, WO KANN ICH DURCH?" &lt;br /&gt;
Aaaahhhhh, woher soll ich das wissen? Vorallem jetzt, wo sich direkt vor mir ein Lastwagen aus der Schlage löst, und losfahren will?&lt;br /&gt;
ICH BIN GLEICH HINTER DEM LASTWAGEN sagt mein Mann und dann bricht die Verbindung ab - macht auch nichts, denn ich kann jetzt eh nicht mehr telefonieren, der LKW kommt nämlich ins Rutschen. Immer wieder sehe ich unseren silbernen Bus dahinter auftauschen und auch Holgers Bemühungen, seine zahlreichen Gokart-Erfahrungen anzuwenden. &lt;br /&gt;
Da entscheidet sich der Lastwagenfahrer klugerweise&amp;nbsp;für die Bergseite und lässt sich einfach an den Berg rutschen. Gut für ihn. Schlecht für uns. Holger kann natürlich auf keinen Fall bremsen. Es gibt aber nur einen Weg an dem&amp;nbsp;LKW vorbei, doch da laufe ich ja noch - und habe auch keine Wahl, denn wir befinden uns an einer dieser Leitplanken-vor-Abgrund Stellen. &lt;br /&gt;
Da reißt die Brut das Fenster auf und brüllt:"MAMA!!!! SPRING!!!!!"&lt;br /&gt;
Die opfern mich!!!! Das denke ich natürlich in diesem Moment nicht, sondern wie immer gar nichts, und ich bringe mich mit einen total James-Bond mäßigen Sprung über die Leitplanke in Sicherheit. Ok. Da gings jetzt auch nicht ganz so weit runter. Nur vielleicht 1 Meter, aber das konnten die ja gar nicht wissen. &amp;nbsp;Dafür hab ich&amp;nbsp;die Kinder&amp;nbsp;gerettet. Und den Mann. UND das AUTO! Sogar! &lt;br /&gt;
Aber auf MICH hätten sie gut verzichten können. Da muss ich nochal drüber nachdenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo hat Holger einen Platz unter einer Laterne gefunden, an dem der Boden frei ist und da steht er jetzt und wartet auf mich. So geht das nicht weiter. Das ist ja richtig GEFÄHRLICH!!!&lt;br /&gt;
Nachdem ich mir Tannennadeln und anderes Geäst von der Jacke geklopft und meine ZAHLREICHEN Blessuren gezählt habe, mache ich mich auf, um mit meiner Familie gemeinsam am Fuji zu nächtigen. &lt;br /&gt;
Da habe ich allerdings nicht mit meinem Mann gerechnet, der schon aus dem Auto ausgestiegen ist und sagt: "Jetzt geh ICH mal". So, als ob das jetzt endlich mal richtig gemacht werden müsste. Tssss.&lt;br /&gt;
Kaum ist er ein paar Minuten weg, setzt sich der Verkehr in Bewegung! Das gibts doch nicht! DIE FAHREN JA!!! Und von meinem Mann weit und breit keine Spur. &lt;br /&gt;
Sein Telefon ist AUS! OH, wie ich ihm jetzt gerne den vorher versäumten Hieb&amp;nbsp;verpassen würde!!! &lt;br /&gt;
Die Mädels finden, ich solle halt dann jetzt mal endlich auch mal fahren. Aber das hier ist ein BUS! Und ich hab SCHIß!!!!&lt;br /&gt;
Aber was&amp;nbsp;DER kann, kann ich auch, oder? Ich komme zwar nicht vom Albtrauf sondern aus Aichschieß aber ich hab ja jetzt lang genug zugeschaut, oder? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich rutsch also rüber. Das Auto leider auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hiermit sind wir Zeugen eines zwei-Sekündigen Versuchs geworden, der eindeutig gescheitert ist. Immerhin hab ich dabei nix kaputt gemacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holger kommt und ist zuversichtlich - gut, das 10%ige Gefälle in Kombination mit den Haarnadelkurven ist schon unangenehm, plus die vielen stehenden Autos, aber er traut es sich zu. MEIN MANN - EIN HELD!!!! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir fahren. Nicht weit. Denn wir haben zwar eine Kurve bewältigt, aber vor uns hat sich ein Bus in den Graben geneigt und an dem kommen wir jetzt einfach nicht mehr vorbei. Rechts geht zwar eine kleine Straße ab, aber die ist komplett unbeleuchtet und wer weiß, ich sehe uns ja schon wieder in irgendwelchen Schlagzeilen, aber diesmal ohnne selber dazu was sagen zu können. SCHLUCHZ! &lt;br /&gt;
Plötzlich kommt ein minikleines Auto mit Ketten an uns vorbeigefahren und hält an der Abzweigung. Der Aufkleber auf dem Auto zeigt den Fuji - und ein Auto im Straßengraben. Das habe ich verstanden. EIN ECHTER RETTER!!! &lt;br /&gt;
Offensichtlich haben wir uns den allerbesten Standort ausgesucht, denn über die kleine Straße kommen wohl die ganzen Abschleppwagen, die die Japaner aus ihren Autos angerufen haben, um sich abschleppen zu lassen und auf die sie jetzt mit&amp;nbsp;tee und&amp;nbsp;Decke warten.&lt;br /&gt;
Noch besser (zumindest für uns) ist, dass diese Abschlepper gar nicht bis zu ihren Kunden durchkommen. Aber - und jetzt bin ich richtig glücklich - sie bieten an, uns für 10.000 Yen (also ca 100 Euro) in die Stadt zu schleppen! DAS finde ich, IST DER BESTE VORSCHLAG, DEN MIR HEUTE EIN MANN GEMACHT HAT! &lt;br /&gt;
MEIN Mann hingegen ist fast ein bißchen beleidigt. Immerhin hätte&amp;nbsp;ER da SELBSTVERSTÄNDLICH auch runterfahren können, wenn er gewusst hätte, dass es da auch in die Stadt geht und keiner im den Weg versperrt. &lt;br /&gt;
Aber wir sagen ihm alle und meinen es auch so - dass er das ganz großartig gemacht hat! &lt;br /&gt;
Und er&amp;nbsp;kriegt auch nach der Pizza noch einen Nachtisch und ich den obligatorischen Schnaps.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, so geht ein weiterer, ganz gewöhnlicher Tag im Leben der Familie Hutzenlaub zu Ende...&lt;br /&gt;
Und wenn sie nicht erfroren, abgestürzt, oder überfahren worden sind, dann machen sie vermutlich bald wieder einen Ausflug....&lt;br /&gt;
Also, ihr&amp;nbsp;Lieben, bis ganz bald - Sayoonara, eure Lucie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-l4KWQv969aU/TyuMw0S_ysI/AAAAAAAAANc/Lm6uBEShXPg/s1600/P1100005.JPG" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://2.bp.blogspot.com/-l4KWQv969aU/TyuMw0S_ysI/AAAAAAAAANc/Lm6uBEShXPg/s200/P1100005.JPG" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
p.s.: Ich muss noch was richtigstellen: Noch lieber, als "Auto vor Schneehaufen" mag ich jetzt das Motiv "Auto auf Abschleppwagen" - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
"Holger! HEE! HOLGER!!! Lach doch mal!!!!"&lt;br /&gt;
pps: und im Sommer versuch ichs nochmal mit meinem Freund dem Fuji - dann aber zu Fuß. Ohne Kinder. Und ohne Mann. Die wollten mich ja eh loswerden!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5274528999735162604-1466669278406374346?l=sixinjapan.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/RQIWKRG1nu2RSpM-l7vZHieDsWU/0/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/RQIWKRG1nu2RSpM-l7vZHieDsWU/0/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;
&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/RQIWKRG1nu2RSpM-l7vZHieDsWU/1/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/RQIWKRG1nu2RSpM-l7vZHieDsWU/1/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/blogspot/CECPK/~4/5nXUsTgdACU" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://sixinjapan.blogspot.com/feeds/1466669278406374346/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://sixinjapan.blogspot.com/2012/02/der-berg-ruft.html#comment-form" title="4 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/5274528999735162604/posts/default/1466669278406374346?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/5274528999735162604/posts/default/1466669278406374346?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/blogspot/CECPK/~3/5nXUsTgdACU/der-berg-ruft.html" title="Der Berg ruft!" /><author><name>six in Japan</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15267163111101392339</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="31" height="21" src="http://3.bp.blogspot.com/_OMAEWToMd9g/Srsy4eqAE0I/AAAAAAAAAAY/VfqN_yIMQj8/S220/family096.JPG" /></author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="http://3.bp.blogspot.com/-9eXLtCbwDQ8/TyuK1SfV7AI/AAAAAAAAANE/5-KEiKsGzlE/s72-c/P1090953.JPG" height="72" width="72" /><thr:total>4</thr:total><feedburner:origLink>http://sixinjapan.blogspot.com/2012/02/der-berg-ruft.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;C0YFQn8zcSp7ImA9WhRVF0Q.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-5274528999735162604.post-1420929780718844908</id><published>2012-01-13T16:38:00.000+09:00</published><updated>2012-01-17T18:05:13.189+09:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2012-01-17T18:05:13.189+09:00</app:edited><title>a oder u? Auf alle Fälle "Lost in Trainstation...."</title><content type="html">Die Ferien sind vorbei - es leben die Ferien!!!&amp;nbsp;Nicht, dass ich nicht gerne ausschlafen würde, oder dass ich meine Kinder unerträglich finden würde, also grundsätzlich, wirklich nicht. Aber drei Wochen sind echt lang, vorallem, wenn man eine Woche vor Schulbeginn wieder nach hause kommt und keiner&amp;nbsp;sonst da ist. &lt;br /&gt;
Ist ja nicht so, dass es hier nichts zu tun gäbe,&amp;nbsp;die Kinder brauchen nur ungefähr genauso lange wie ich, in ihren Alltag wieder reinzufinden. &lt;br /&gt;
Sie&amp;nbsp;sind noch in dem Modus, in dem sie denken, "was für die Schule tun" heißt, die ollen Pausenbrote von vor drei Wochen aus der Tasche zu räumen. Das Maximium an Lerneinsatz ist, das Vokabelheft dabei zu haben und vor sich auf den Tisch zu legen. Natürlich geschlossen. In der Hoffnung, Osmose würde auch in Hinblick auf ein volles Vokabelheft und ein leeres Hirn funktionieren.(Aus meiner eigenen Schulzeit weiß ich, das tut es nicht). &lt;br /&gt;
Ja, sehr gerne hätte ich mal wieder Kinder, die freiwillig was lernen oder am Liebsten: Kinder, die in der Schule UNTERFORDERT sind. Ja, glaubt mir, zwischendurch wäre das sehr sehr angenehm. Aber bei dem Genpool, aus dem sie enstammen, eher unwahrscheinlich. Zu gern würde ich mal behaupten, ich fände, eine 3 sei eine schlechte Note. Also, es ist ja nicht so, dass meine Kinder schlecht in der Schule sind. Richtig schlecht meine ich. Maria ist gut in Sport, Paulina ist gut in Musik und Lilli ist gut in Trickfilm. Ist das etwa nichts?&lt;br /&gt;
Aber darum gehts ja jetzt auch gar nicht. &lt;br /&gt;
Fakt ist: &lt;br /&gt;
Die Kinder&amp;nbsp;langweilen sich. Ich langweile mich. Wir langweilen uns. &lt;br /&gt;
Nicoles Ferienprogramm ist auch schon abgeschlossen und auch deren Mann wieder bei der Arbeit, so dass wir entscheiden, mit ihr und ihren 2 Söhnen zusammen Schlittschuhlaufen zu gehen. &lt;br /&gt;
Katrin hat mir eine Schlittschuhbahn in Asakasa ans Herz gelegt. &lt;br /&gt;
Um genau zu sein, hat sie mir den Namen sogar gemailt. Katrin trifft also nicht die geringste Schuld. &lt;br /&gt;
ICH war es, die Asakasa gesehen aber Asaksa (geschrieben Asakusa) wahrgenommen hat. Oder heißt es gar nicht Asakasa sondern Akasaka? Ich bin immernoch überfordert. Akasaka, Asakasa, Asakusa.... Same difference. Es sei denn, es gibt nur an einer Stelle eine Eisbahn, was logischerweise der Fall ist,&amp;nbsp;aber davon wusste ich ja bis zu diesem Zeipunkt noch nichts und war dementsprechend motiviert, gut gelaunt und entspannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man in Tokyo U-Bahn fahren will (und das will man, weil mit dem Auto gibt es, wie wir wissen, nicht nur mitten in der Stadt millionen Möglichkeiten, verloren zu gehen), dann braucht man als erstes den "Jorudan". Der Jorudan&amp;nbsp;ist ein simples Fahrplan-Programm (und zwar&amp;nbsp;auf englisch!), &lt;br /&gt;
bei dem man Ursprungs- und Ziel-Bahnhof eingeben kann, und dann weiß man Alles: Wo man umsteigen muss, wie lange es dauert und wieviel es kostet. &lt;br /&gt;
Nach Asakusa dauert es von uns aus 55 Minuten. Eigentlich wäre es natürlich sehr nett gewesen, wenn ich zu diesem Zeitpunkt meinen Irrtum bemerkt hätte, aber wie soll ich denn bitteschön stutzig werden, wenn es diese Station GIBT und ich eine sinnvolle und erträgliche Verbindung von der uns am nächsten gelegenen Yoga-Station&amp;nbsp;angeboten bekomme? &lt;br /&gt;
Yoga lässt sich immer gut identifizieren, denn&amp;nbsp;der Bahnsteig ist blau gekachelt, was man wissen muss, wenn man a die Durchsage nicht versteht - worauf eh keiner mehr hofft oder b das Auge auch kein Schild erblickt, dass einem auf englisch sagt, wo man ist oder c ein Kind ist und sich jenseits von "blau" auch nicht viel mehr - wie zum Beispiel den Namen der Station oder Ähnliches- merken kann). Freundlicherweise ist auch Yoga die einzige blau gekachelte Station der Denentoshi-line. Alle anderen sind gelb, rot oder lila - durchdacht ist das und hilfreich kann ich euch sagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Kinder bis auf Paulina fahren eingentlich nie U-Bahn. Schon gleich gar nicht alleine. Das heißt, ich erinnere sie nochmal prophylaktisch an die blauen Kacheln und fange mir von Pauli ein ziemlich überhebliches&amp;nbsp;Lachen, von Maria einen genervten Blick und von Lilli gar nichts ein, denn die ist sehr damit beschäftigt, sich auf einem Platz für Schwangere und gehandicapte Menschen ihren Raum zu erobern. Während William verlangt, aus Spaßgründen an die Haltegriffe an der Decke gehängt zu werden und ich versuche, nicht einzuatmen, weil ich diesen japanischen Mottenkugel-Wintermantel-Geruch so früh am Morgen nicht so gut ertragen kann. Oh, hab ich schon erwähnt - die Bahn ist natürlich brechend voll, schließlich ist es halb zehn, allerbeste Arbeitsweg-Zeit für den japanischen Durchschnittsbürger. &lt;br /&gt;
Wir sind genau 17 Minuten unterwegs und ich bereue. Ich will mich bitte wieder langweilen! Langweilen ist doch eingentlich gar nicht so schlimm? Ja, gesund gar, wenn man manchen Pädagogen glauben schenken darf? &lt;br /&gt;
Aber die Kinder freuen sich wirklich sehr und ich kann ja auch nicht immer nur eine Rabenmutter sein, die findet, in einer Familie mit 4 Kindern gibt es immer einen Spielkameraden und deshalb müsse man nicht auch noch künstlich Aktivitäten kreieren. Einfach so zum Spaß. Wo kommen wir denn da hin? &lt;br /&gt;
Und außerdem fällt mir jetzt ein, KANN MANN IMMER NOCH 20 KÖRBE WÄSCHE ZUSAMMENLEGEN ODER SICH SONST WIE IM HAUSHALT NÜTZLICH MACHEN. Und nein: OHNE BEZAHLUNG was die Kinder betrifft! Mich sowieso. &lt;br /&gt;
Nicole ist&amp;nbsp;erst&amp;nbsp;das zweite Jahr&amp;nbsp;in Tokio und dementsprechend noch nicht so viel Bahn gefahren, weshalb sie auch ein bißchen unsicher war, ob das mit dem Umsteigen klappt. &lt;br /&gt;
Ich habe ihr natürlich großspurig erklärt, das sei alles kein Problem und überhaupt, wenn ich das bewältigen kann, dann kann es ja wohl sowieso jeder und wir&amp;nbsp; würden uns dann am Ausgang 3b (laut Katrin) draußen treffen, da würde man die Eisbahn schon sehen. &lt;br /&gt;
&lt;a href="http://img.fotocommunity.com/photos/12991892.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img alt="Tokio 2007: Asahi-Brauerei von Ralf Bürkle" border="0" class="fc_image" height="150" id="fc_image" rel="12991892" src="http://img.fotocommunity.com/photos/12991892.jpg" style="left: -100px;" title="Tokio 2007: Asahi-Brauerei von Ralf Bürkle" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;Abgesehen davon haben wir alle Handys und somit kann gar nichts schiefgehen. &lt;br /&gt;
Das erste Mal wurde ich ein wenig unruhig, als ich in Asakusa zwar einen Ausgang 3 entdeckte, aber das b dazu nicht vorhanden war. Auch fiel mein Auge nach dem mühsamen Aufstieg keineswegs auf eine Eisbahn, sondern vielmehr auf eine lange Reihe Rikschafahrer und&amp;nbsp;auf die Asahi-Brauerei, die auf ihrem Dach eine goldenen Schaumkrone hat. &amp;nbsp;Also wenn ihr mich fragt, muss man das mit der Schaumkrone auf jeden Fall dazu sagen, oder?&amp;nbsp;Ich finde, es sieht eher aus, wie Zahnpasta - oder Schlimmeres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ja, ich wil nur ablenken. &lt;br /&gt;
Ok. Langsam dämmert mir, dass es sich hierbei um&amp;nbsp;das falsche Ziel handeln könnte. &lt;br /&gt;
Irgendwann hatte ich schonmal einen ähnlichen Fehler gemacht (vermutlich nicht nur einmal) und aus den tiefen Abgründen meiner Erinnerung&amp;nbsp;bahnte sich langsam die unangenehme Wahrheit ihren Weg in die Erkenntnis: "Scheiße, hier sind wir falsch".&lt;br /&gt;
Doch ja, ich muss es leider zugeben, das "Sch" Wort hab ich gedacht. Ganz laut hab ich das&amp;nbsp;sogar gedacht! &lt;br /&gt;
Der hektische Abgleich mit Katrins Email bestätigte mir mein Versagen, und auch &lt;br /&gt;
der extrem hilfsbereite (und ansatzweise englischsprachige) Rikscha-Fahrer, den ich quasi anfiel, schaute sogleich sehr mitleidig, als er mir mitteilte, das von mir anstrebte Akasaka sei wo ganz anders (ÜBERRASCHUNG!!!!), auf Navi-Deutsch: Wenn möglich, bitte wenden......&lt;br /&gt;
Nein, leider reicht es&amp;nbsp;noch nicht mal, einfach wieder zurückzufahren, man muss, um von Asakusa nach Akasaka zu kommen, zweimal umsteigen (dabei einmal in unsere Heimat-Linie, grrrr) und ist dann innerhalb von einer weiteren Stunde zwanzig Minuten am Ziel. Aaaaahhhhh! &lt;br /&gt;
Für manche ist es nur ein anderer Buchstabe - für uns sind es INSGESAMT 2,5 STUNDEN!!!!!!&lt;br /&gt;
ICH WILL MICH SOFORT WIEDER LANGWEILEN!!!!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;Uh, da fällt mir auch Nicole wieder ein und es fragt sich jetzt nur, ob&amp;nbsp;sie ebenfall hier landen würde, oder ob sie ein glücklicher Zufall&amp;nbsp;nach Akasaka/Asakasa&amp;nbsp;leiten würde. &lt;br /&gt;
Diese Frage ist schnell beantwortet, denn offensichtlich liest sie ihre Emails aufmerksamer als ich, denn keine Minute später sehe ich ihren Blondschopf und die Jungs am Ausgang von Gate 3.&amp;nbsp; Zum Glück können wir sie wenigstens davon abhalten, rauszukommen, denn dann muss sie wenigstens nicht bezahlen. Das ist überhaupt das Tolle an der Tokioter U-Bahn: Man zahlt immer nur die Entfernung von Gate zu Gate. Man kann also (wenn man die Bahnsteige nicht verlässt) ewig in Tokios Untergrund rumfahren. Wenn man dann an am Schluss an einer gnz nahen Station wieder aussteigt, zahlt man nur die Entfernung, nicht die gefahrenen Kilometer. Genial, was? &lt;br /&gt;
Also, für Menschen wie mich, die sich selbst mit der Bahn verfahren können , auf jeden Fall eine gute Idee. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicole und die Jungs waren ganz entspannt und auch kein bißchen schadenfroh, was man ja Mneschen in solchen Situationen durchaus zugestehen&amp;nbsp;- &amp;nbsp;und wenn ich jetzt von mir auf andere schließen würde - von ihnen auch erwarten würde.... &lt;br /&gt;
Meine Mädels finden es extrem spannend, dass jetzt Jungs in ihrem Alter dabei sind und benehmen sich dementsprechend, aber so haben wenigstens die Japaner, die in unserem Abteil sind auch mal eine nicht ganz so langweilige Fahrt. Ich schäme mich nur minimal und bekomme Kopfschmerzen. Das ist ja wohl die Mindeststrafe für einen solchen Ausflug. &lt;br /&gt;
&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-68hfM_tKllA/Tw_Zufqrl_I/AAAAAAAAAM0/s_quntV7oyQ/s1600/IMG_0443%255B1%255D.JPG" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://2.bp.blogspot.com/-68hfM_tKllA/Tw_Zufqrl_I/AAAAAAAAAM0/s_quntV7oyQ/s320/IMG_0443%255B1%255D.JPG" width="239" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Endlich erreichen wir unser Ziel samt Ausgang drei B. Unser Blick fällt auf ein&amp;nbsp;zwanzig mal zehn Meter großes Areal, das zur Eisbahn umfunktioniert wurde.&lt;br /&gt;
An einem Automaten kann man Kärtchen ziehn. Ich bin entzückt, bin ich doch mittlerweile ein Kärtchenzieh-Profi. Mit den sechs Kärtchen in der Hand trete ich einen Schritt nach links und darf alsbald 5 paar Schlittschuhe entgegen nehmen. &lt;br /&gt;
Schlittschuhlaufen für Erwachsene samt Schuhen kostet 1500 Yen (im Moment ca 15 Euro) und für Kinder 1000 Yen. Endlich mal kommt Paulis Schülerausweis zum Einsatz und sie geht als Kind durch. Obwohl ihr der Erwachsenenstatus durchaus die 500 Yen wert gewesen wäre, was man aus unserer Diskussion heraushören kann und die Schlange hinter uns auch nicht kürzer macht. ICH LIEBE MEINE KINDER! ICH LIEBE FERIEN!&amp;nbsp;UND ICH LÜGE NIE!!!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben zwar alle Handschuhe dabei, aber sonst könnte man zur Not am Automaten nebenan für 300 Yen auch welche ziehen. Schade, dass ich mein Handy samt Kamera schon eingeschlossen habe, sonst würde ich davon für euch ein Foto machen, aber es kostet jedesmal hundert Yen, wenn man das Schließfach&amp;nbsp;aufmacht, was ich weiß, weil ich meine Handschuhe mit eingeschlossen habe.&amp;nbsp;Und dann meine&amp;nbsp;Sonnenbrille. Und dann meinem Geldbeutel, das war besonders schlau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß auch,&amp;nbsp;an was das liegt: Es ist schon weit nach MITTAG. Um genau zu sein, viertel nach zwei (jaaa, so lange hat es nämlich gedauert, bis wir endlich&amp;nbsp;da waren) Und ich habe Hunger! Das gebe ich natürlich nicht zu,&amp;nbsp;vorallem nicht jetzt, wo endlich alle ihre Schlittschuhe anhaben, aber trotzdem funktioniert mein Gehirn eben nur&amp;nbsp;auf einer gesunden Basis von Kalorien und Kaffee. &lt;br /&gt;
Egal. Ich kann mich zusammenreißen, solange die Kinder nicht auf den selben Gedanken kommen.&lt;br /&gt;
Ich begebe mich also aufs Eis. ICH KANN DAS! &lt;br /&gt;
Ich schon, aber William nicht. Mit Schlittschuhen bin ich aber&amp;nbsp;fast 2 Meter groß und William immer noch ein kleiner Pimpf.&amp;nbsp;Außerdem&amp;nbsp;bin ich über 40, es ist kalt und ich habe seit mindestens 4 Stunden nichts gegegsssen. Will heißen, meine Bemühungen,&amp;nbsp;ihn zwischen den Knien eingeklemmt und unter den Armen festgehalten, übers Eis zu bugsieren, ist nach einer Runde (und die Runden sind klein) schmerzhaft. Aber wer, wenn nicht eine liebende Mutter wie ich, ist gwillt, eigene Schmerzen und Bedürfnisse zurückzudrängen, um dem Kind das mühelose Gleiten übers Eis zu ermöglichen? Na? Niemand natürlich. Außerdem kann weder von "mühelos" noch von "gleiten" die Rede sein....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgesehen davon tun William nach dieser Runde sowieso die Füße weh und er will sofort aufhören. &lt;br /&gt;
Eine Runde schiebe ich hin noch gegen seinen Willen (das arme Kind ist leider ohne meine Halte-Schieb-Stütze völlig hilflos) aber dann, nach den teuersten 10 Minuten seiner Eislaufkarriere gebe ich mich geschlagen und Williams Schuhe zurück. &lt;br /&gt;
Zum Glück werden wir auch just in diesem Moment alle von Eis gescheucht, denn es ist halb drei und um diese Zeit wird immer der Belag erneuert. &lt;br /&gt;
Ich fahre noch schnell alleine eine klitzekleine Runde in der ich langsam wieder versuche, mich zu meiner vollen Größe aufzurichten, während William am Rand steht und heult, weil er findet, wenn er aufhört, muss selbstverständlich auch ich aufhören, außerdem ist sein Blick mittlerweile auf ein großes gelbes M auf der anderen Straßenseite gefallen, was dazu führt, dass ihm einfällt, wie hungrig er eigentlich schon seit Stunden ist und nur nichts zu Essen bekommen hat, weil seine blöde Mutter wieder nur ihren eigenen Spaß im Sinn hat und nie nie sich um ihre Kinder kümmert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mädels und Jungs &amp;nbsp;haben zwar dann doch auch ein bißchen Hunger, wollen aber auf jeden Fall noch fahren (ich meine, eine Anreise von ZWEIENHALB STUNDEN rechtfertigt durchaus auch den Wunsch, länger als 15&amp;nbsp;Minuten Schlittschuh zu fahren, aber HUNGER ist immer auch ein Argument, das sich allerdings vorrübergehend aushebeln lässt, in dem wir alle in den praktisch am Bahnenrand und provisorisch mit Gummimatten ausgelegten Starbucks strömen und meine Kinder eine Sahne-karamell-Milch zu sich nehmen. Ich sage euch, das Zeug ist so süß, da zieht es sebst mir alles zusammen. Natürlich braucht jeder eine eigene - die er genauso natürlich nachher stehen lässt, weil erst&amp;nbsp; zu heiß und dann kann nich mehr...&amp;nbsp;Oh, ich liebe das. Vorallem, weil ich dann alles austrinke. Nicht, dass ich&amp;nbsp;das unbedingt müsste, ich kann ja auch noch nichtmal behaupten,&amp;nbsp;ich sei schließlich Kriegsgeneration, aber da ist was in mir, das Essen ganz schlecht stehen lassen kann. Und glaubt mir, auch wenn eine Karamell-Milch als Getränk daher kommt,&amp;nbsp;ein Becher davon&amp;nbsp;hat mindestens soviele Kalorien wie eine komplette Mahlzeit und vermutlich&amp;nbsp;genauso wenig Nährstoffe wie ein Kids Menu bei MC&amp;nbsp;Donalds....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicole ist Knie-geschädigt und somit&amp;nbsp;fährt sie nicht, was natürlich&amp;nbsp;wiederum für mich toll ist, weil dann kann William bei ihr bleiben, solange ich mit den Kindern fahre. &lt;br /&gt;
Lilli möchte gerne an meiner Hand, und Maria rückwärts geschoben werden (was selbstverständlich verboten ist, denn wir sind in Japan und da gibt es Regeln. Regel Nummer eins: Alle in die selbe Richtung und mit Blick nach vorne. &lt;br /&gt;
Im Grund genommen ist das auch schlau, denn seitdem das Eis wieder befahrbar ist, drängen sich die Leute hier. Die die fahren können, fahren&amp;nbsp;Schlangenlinien durch die, die es nicht können,&amp;nbsp;was aber&amp;nbsp;selbstverständlich nicht gerne gesehen wird (aber, da Regel&amp;nbsp;Nummer eins ja befolgt wird, nicht wirklich angemahnt werden kann), und die&amp;nbsp;die es nicht können,&amp;nbsp;halten sich gerne am Rand fest oder legen sich einmal quer über die Bahn.&amp;nbsp;Wir&amp;nbsp;befinden uns alle in dem Zwischenstadium und fahren Schlangenlininen solange bis wir uns&amp;nbsp;querlegen. &lt;br /&gt;
William heult immer noch,&amp;nbsp;weil er jetzt doch lieber wieder fahren will,&amp;nbsp;aber ich kann das gut ignorieren,&amp;nbsp;denn was ich noch gar nicht&amp;nbsp;erwähnt habe: Wir werden auch beschallt. &lt;br /&gt;
Und zwar wurde diese Bahn offensichtlich von einer Automarke gesponsert, deren Werbefilm auf einer Großbildleinwand hinter uns in der Endlos-Schleife läuft und von ein paar Takten "time to say goodbye" von Bocelli untermalt wird. &amp;nbsp;ICH KANN ES NICHT MEHR HÖREN! Aber es deckt zugegebenermaßen gründlich das Geschrei meines&amp;nbsp;Sohnes ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem jeder einmal hingefallen ist und ich dann doch ein schlechtes Gewissen habe, weil meinem Sohn mittlerweile nur noch stumm die Tränen aus den Augen rinnen, geben wir auf. &lt;br /&gt;
Der Hunger ist stärker, es ist zu eng, die Knie tun weh und es ist kalt. Was hatten wir Spaß!&lt;br /&gt;
Außerdem hat sich bisher keiner ernsthaft wehgetan (von ziemlich blauen Knien mal ganz abgesehen) und man soll sein Schicksal nicht herausfordern, schon gleich gar nicht, wenn man zu meiner Familie gehört. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ramen-Suppe am Bahnhof weckt alle Lebensgeister und deshalb entscheidet sich Paulina ganz spontan, in Shibuya auszusteigen, um die Ohrringe bei H&amp;amp;M "kurz" zu kaufen, die sie letztes Mal&amp;nbsp;gesehen hat. Und, ein Wunder, sie fragt ihre Schwestern, ob sie mit wollen. Das gabs noch nie!Lilli mag gerne und Maria kann nicht, weil sie nämlich noch Paulinas Rad bei ihrer Freundin abholen muss, dass sie, ohne zu fragen, dorthin mitgenommen und dann vergessen hat ("aber nicht drüber schreiben, Mama, Ok? Und wenn, dann darfst du auf gar keinen Fall sagen, wie sauer Paulina auf mich war, Ok? Weil eigentlich passiert mir sowas ja nie, oder? Gell? OK?" - mhmmhm naja)&lt;br /&gt;
So trennen sich also unsere Wege bei der nächsten Station. William und ich fahren nach Hause, Nicole und ihre Jungs auch, nur in die andere Richtung, Maria muss noch eine Station weiter&amp;nbsp;und Pauli und Lilli gehen noch "kurz" shoppen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin noch nicht mal halb zur Türe rein, da ruft mich Paulina an, um mir mitzuteilen, dass Lilli weg ist. Verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-WemW5Tb7Gcc/Tw_Zi1GGQFI/AAAAAAAAAMs/FrnYtJIKve4/s1600/IMG_0462%255B1%255D.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="236" src="http://4.bp.blogspot.com/-WemW5Tb7Gcc/Tw_Zi1GGQFI/AAAAAAAAAMs/FrnYtJIKve4/s320/IMG_0462%255B1%255D.JPG" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;Ok: Atmen. Denken. Atmen. Das hier ist Tokio. Die U-Bahn. Aber immerhin weiß Lilli vielleicht noch, dass Yoga blau gekachelt ist. Hoffe ich. &lt;br /&gt;
Wir befinden uns wieder in der Rush Hour - diesmal natürlich in die andere Richtung und Paulina (1,80 groß, 16 Jahre alt, ca 60 kg schwer - wohlwollend) hat gesehen, dass da gerade ein Zug kam und&amp;nbsp; sich noch schnell reingequetscht. Wohl wissend, dass der nächste Zug ein Express ist, der an unserer Sation gar nicht hält sondern erst wieder in Futago-Tamagawa, also am Fluß kurz vor Yokohama. Lilli (1.50 groß, 35 kg, völlig Zug-unerfahren und 11 Jahre alt) hat weder die Kraft, noch die Schnelligkeit oder das Bedürfnis, sich in überfüllte Züge zu quetschen, noch erkennt sie die Notwendigkeit und hat außerdem keine Ahnung, dass es außer dem normalen Zug auch noch einen EXPRESS gibt. Paulina also drin. Lilli also draußen. Paulina ruft Lilli zu "WARTE!" Lilli versteht "ICH WARTE" - und steigt prompt in den nächsten Zug, was Pauli nicht weiß.&lt;br /&gt;
Die blauen Kacheln hat sich Lilli zwar gemerkt, aber dass sie durch diese Sattion durchbraust, nimmt das Kind nicht wahr, das Gefühl sagt ihr aber, sie sei ca 5 Stationen von "zuhause" entfernt und deshalb macht sie es sich erstmal auch ein bißchen gemütlich, vermutlich wieder auf dem Sitz für&amp;nbsp;Schwangere. &lt;br /&gt;
Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass sich Lillis Handy und ihre Bahnkarte selbstverständlich in PAULINAS Tasche befinden, DAMIT SIE NICHT VERLOREN GEHEN????&amp;nbsp; Paulina selbst ist mittlerweile nach Shibuya zurückgefahren, dann, als Lilli nicht dort war, in die andere Richtung, also theoretisch in die Richtige, immer davon ausgehend, dass Lilli kapiert, dass sie aus einem EXPRESS sobald wie möglich wieder aussteigen muss, was in unserem Fall die bereits oben erwähne Futago-Tamagawa Station ist. Und selbstverständlich nicht passiert, denn das&amp;nbsp;wäre absolut gegen das Hutzenlaubsche Chaos-Gesetz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitterweile ist zum Glück Maria endlich zuhause und ich kann auch los und suchen helfen, denn selbstverständlich kommt ein Ehemann und Vater nicht zufälligerweise dann ein paar Stunden früher von der Arbeit, wenn es gerade gut passen würde und ich kann schließlich William nicht gut alleine lassen, ohne zu wissen, wann Maria heimkommt. Und Holger kann ich auch nicht anrufen, weil er dann erschrickt und mir sofort und völllig ungerechtfertigterweise einen Vortrag über die Verantwortungslosigkeit meines und Paulinas Handelns hält und wenn ich gerade jetzt was nicht brauchen kann, ist ein völlig&amp;nbsp;SUBSTANZLOSER Vortrag über Kinderziehung. Ich kanns ihm ja dann immer noch erzählen, wenn wir Lilli wieder gefunden haben. &lt;br /&gt;
Mit Paulina mache ich aus, dass sie jede Station zwischen Futago und Yoga abklappert und ich mache das Gleiche Richtung Shibuya. Auf die Idee, dass Lilli sich mittlerweile in Tama-Plaza (also mitten in Yokohama) befindet, kommen wir überhaupt nicht - aber immerhin ist Tama-Plaza nicht die Endstation, aber wie die heißt, habe ich sowieso vergessen, ich weiß nur, dass es Stunden dauert, wenn man von dort mit dem regulären Zug nach Yoga zurückfährt, was man muss, weil der Express bekanntlich dort nicht hält. Aber wie gesagt, in Tama-Plaza hat dann auch Lilli gemerkt, dass da was nicht stimmt, ist ausgestiegen und tatsächlich in die gleiche Linie nur in die andere Richtung wieder eingestiegen. Und das bei all den MÖGLICHKEITEN, die sie in Tama-Plaza gehabt hätte!!! Also, das finde ich, ist fast zu glatt gegangen - wobei ich das ja zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht weiß. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor ich mich aber auch in den Zug setze, versuche ich dem netten uniformierten Mann am Gate zu sagen, dass mir mein Kind abhanden gekommen ist. Um es allerdings vorsichtig auszudrücken, sind sein Englisch und mein Japanisch nicht wirklich kompatibel. Meine Geschichte kommt ihm vermutlich auch so seltsam vor, dass er bestimmt denkt, dass das war er da hört, auf gar keinen Fall stimmten kann. &lt;br /&gt;
Aber er gibt mir immerhin Stift und Zettel und jetzt weiß ich auch warum ich Grafik-Desing studiert habe, denn meine dolle Zeichung von sechs Strichmännchen in Kombination mit dem Japanischen Wort für "Mutter" macht ihm auf jeden Fall klar, dass ich eine Mutter bin. Herzlichen Glückwunsch, denkt er vermutlich, aber warum erzählt die mir das? Er nickt und lächelt nett. &lt;br /&gt;
Leider weiß ich gerade das Wort für Tochter nicht und Schwester schon gleich gar nicht, außerdem bin ich zugegebnermaßen ein kleines bißchen aufgeregt, aber "Shibuya", meine dramatische Mimik-Gestik-Kombi macht ihm klar, dass da wohl irgendwas schiefgelaufen ist. &lt;br /&gt;
Ich schreibe ihm Marias Handy-Nummer auf, meine bringt nix, denn mein Akku ist leer (vom vielen Akasaka/Akasuka- Bahnhof suchen und der nicht vorhandenen Möglichkeit, es wieder aufzuladen)&amp;nbsp; - deshalb hab ich ihres dabei, natürlich ohne jegliche Kenntnis ihrer Nummer&amp;nbsp;und es verwirrt ihn zusätzlich, dass ich erst noch zuhause anrufen muss, um nach dieser Nummer zu fragen, aber er nimmt den Zettel dann klaglos an und ich darf sogar noch einen schreiben (auf dem steht auf deutsch, also für Lilli geschrieben,&amp;nbsp;dass&amp;nbsp;sie unter allen Umständen stehen bleiben und auf uns warten soll). Und ich hoffe, dass er&amp;nbsp;diesen Zettel dem nächstbesten Gaijin-Mädchen&amp;nbsp;in lila&amp;nbsp;Jacke in die Hand drückt, das er sieht. Die Chancen sind gut, dass das Lilli sein wird, denn soviele Gaijins (also Ausländer) gibts an unserer Station nicht. Mädchen weiß er,weil meine&amp;nbsp;Zeichnung hat einen Pferdeschwanz und&amp;nbsp;lila ist mein Schal. &lt;br /&gt;
Während ich mich bereit mache, das Gate zu betreten und&amp;nbsp;Lillis Schicksal ab Ausgang Yoga-Station vertrauensvoll in die Hände dieses Mannes zu legen, sehe ich mein Kind auf mich zu kommen. Oh.&lt;br /&gt;
Damit hab ich&amp;nbsp;irgendwie gar nicht gerechnet. So einfach? &lt;br /&gt;
Natürlich sind wir alle froh, dass sie da ist, Paulina sowieso (und hat auch noch was&amp;nbsp;dabei gelernt, was sie selbstverständlich niemals zugeben würde, nämlich, das man als große Schwester nach der kleinen zuerst schauen muss - aber sehe ich da etwa eine erleichtungs-Träne glitzern?? Ich muss mich täuschen!) und nach ca 5 Stunden im japanischen U-Bahnsysthem gehen wir alle froh und&amp;nbsp;erleichtert nach hause.&amp;nbsp;Schnaps und Deo wären jetzt nicht schlecht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dass das Jahr 2012 so anfängt, wie es aufgehört hat, ist ja auch irgendwie beruhigend, findet ihr&amp;nbsp;nicht? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seid auf alle Fälle ganz herzlich gegrüßt - bis ganz bald! Sayoonara, Lucie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P.S.: Am Abend flüstert mir Lilli übrigens ins Ohr:"Du Mama, das war so schön, können wir das mal wieder machen?"&lt;br /&gt;
PPS: Ich hoffe, sie hat das Schlittschuhlaufen gemeint......&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5274528999735162604-1420929780718844908?l=sixinjapan.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/R2qYV4GqovWShzTvi2huVOzYm94/0/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/R2qYV4GqovWShzTvi2huVOzYm94/0/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;
&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/R2qYV4GqovWShzTvi2huVOzYm94/1/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/R2qYV4GqovWShzTvi2huVOzYm94/1/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/blogspot/CECPK/~4/GlLYvHGgDdQ" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://sixinjapan.blogspot.com/feeds/1420929780718844908/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://sixinjapan.blogspot.com/2012/01/oder-u-auf-alle-falle-lost-in.html#comment-form" title="11 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/5274528999735162604/posts/default/1420929780718844908?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/5274528999735162604/posts/default/1420929780718844908?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/blogspot/CECPK/~3/GlLYvHGgDdQ/oder-u-auf-alle-falle-lost-in.html" title="a oder u? Auf alle Fälle &quot;Lost in Trainstation....&quot;" /><author><name>six in Japan</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15267163111101392339</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="31" height="21" src="http://3.bp.blogspot.com/_OMAEWToMd9g/Srsy4eqAE0I/AAAAAAAAAAY/VfqN_yIMQj8/S220/family096.JPG" /></author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="http://2.bp.blogspot.com/-68hfM_tKllA/Tw_Zufqrl_I/AAAAAAAAAM0/s_quntV7oyQ/s72-c/IMG_0443%255B1%255D.JPG" height="72" width="72" /><thr:total>11</thr:total><feedburner:origLink>http://sixinjapan.blogspot.com/2012/01/oder-u-auf-alle-falle-lost-in.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;DkEGQXc_cCp7ImA9WhRQGEw.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-5274528999735162604.post-7736854467246515094</id><published>2011-12-08T11:40:00.001+09:00</published><updated>2011-12-14T07:17:00.948+09:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2011-12-14T07:17:00.948+09:00</app:edited><title>Weihnachsstimmung -  クリスマス精神</title><content type="html">Weihnachtsstimmung im Hause Hutzenlaub entsteht irgendwie nur schleppend. Oder geballt. So haben wir zwar in bester Absicht die Kiste mit der Weihnachts-Deko vom Dachboden geholt und sie in die Küche gestellt, aber das dumme Ding hat sich nicht wie erwartet selber ausgepackt! Unmöglich&amp;nbsp;ist das! Dabei konnte ich mir so gut vorstellen, wie bei durch die Wohnung waberndem Plätzchenduft, brennenden Kerzen, lieblicher Weihnachtsmusik und Schneegestöber draußen, die gute Stube in weihnachtlichem Glanz erstrahlt. &lt;br /&gt;
Nix erstrahlt hier. &lt;br /&gt;
Die Kinder geben zwar alles und singen lautstark Weihnachtslieder - leider jeder ein anderes und mit einer gehörigen Portion Ehrgeiz, wer lauter singen kann. Untermalt wird das Ganze nur dadurch, dass mein Mann in meiner unmittelbraren Nähe weihnachtstimmungs- und entspannungsfördernd Plastikflaschen zertritt (damit sie besser in die dafür vorgesehen Container passen, was mir völlig wurscht ist, weil ob man 15 oder 20 leere Plastik-&amp;nbsp;Flaschen an die Straße vorträgt, macht keinen Unterschied, dieser Krach obendrauf aber schon). Das macht er in diesem Moment&amp;nbsp;weil "&lt;span style="color: #3d85c6;"&gt;was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen&lt;/span&gt;". &lt;br /&gt;
Überhaupt&amp;nbsp;befinden wir uns gerade in einer Phase,&amp;nbsp;in der gerne solche Sprüche ausgegraben werden, und jeder sein Rechthaben grundsätzlich mit&amp;nbsp;Sprichwörtern bekräftigt.Weil dann ist es quasi schon bewiesen. &lt;br /&gt;
Sprichwörter a la:"&lt;span style="color: #3d85c6;"&gt; Morgenstund hat Gold im Mund&lt;/span&gt;" (Holger, mich am Samstag morgen um halb acht aus dem Schlafe reißend&amp;nbsp;- spinnt der? ) &lt;br /&gt;
"&lt;span style="background-color: white; color: #3d85c6;"&gt;Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben&lt;/span&gt;" (ich zu ihm ebenfalls Samstag Morgen Wochenende UM HALB ACHT. Immerhin funktioniert sprechen auch ohne dass ich richtig wach bin) - &lt;br /&gt;
Er: mit Lächeln&lt;br /&gt;
Ich: Ohne. &lt;br /&gt;
Er: "&lt;span style="color: #3d85c6;"&gt;früher Vogel fängt den Wurm&lt;/span&gt;!"&lt;br /&gt;
Ich: Hau ihn gleich!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich weiß auch genau warum. Schließlich&amp;nbsp;IST ja wohl tatsächlich WOCHENENDE. "Man" soll sich also erholen, Dinge tun, die man GERNE macht und zu denen man unter der Woche keine Zeit hat.&amp;nbsp;"Falsch" sagt Holger&amp;nbsp;"&lt;span style="color: #3d85c6;"&gt;Erst die Arbeit, dann das Vergnügen&lt;/span&gt;"&lt;br /&gt;
&lt;span style="color: #3d85c6;"&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Ich:"&lt;/span&gt; Einen Tag ungestört in Muße zu verleben heißt, einen Tag lang ein Unsterblicher zu sein"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span style="color: black;"&gt;Das hat jetzt keiner von uns kapiert, aber wer würde das schon zugeben? Immerhin sind wir beide ruhig. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span style="color: black;"&gt;Dennoch: D&lt;/span&gt;ie Hoffung auf Frieden, Ruhe und Entspannung tendiert also gleich null, der einzige wesentliche Unterschied zu Wochentagen ausserdem ist, dass ich anstatt einmal am Tag jetzt zweimal kochen soll. &lt;br /&gt;
William findet, sein Weihnachtlied müsse unbedingt mit Polizeisirenen-Gekreische untermalt werden, aber klar im Vorteil ist Paulina, denn sie kann gleichzeitig laut singen UND Klavierspielen. Das Telefon klingelt, Lilli nutzt den Moment, um mir eine weitere 5 im Vokabeltest unter die Nase zu halten, und das was da so riecht, sind keineswegs zart duftende Vanillekipferl - NEIN, es ist der Topflappen, der leider auf der nicht ganz ausgestellten Herplatte liegt. &lt;br /&gt;
Von Schneegestöber kann auch keine Rede sein - denn wenn ich einmal EINMAL für schlechtes Wetter bin, dann scheint garantiert die Sonne. Immer mit Absicht gegen mich. &lt;br /&gt;
Das Weihnachtsmärchen, das ich gerne mit William lesen würde, ist unauffindbar und auf der Couch ist sein kompletter Fuhrpark aufgebaut schließlich "wollen es meine Autos auch mal so gemütlich haben wie Du, Mama"&amp;nbsp; &lt;br /&gt;
Ja, das ist bald Weihnachten! Da weiß man was man hat! Warum nur bin ich nicht rechtzeitig vor der Gründung einer Familie GEWARNT worden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Weihnachten fällt Eines hier besonders auf: Japan ist ein mehr oder weniger Tannen-loses Land. Gibts hier nicht und muss importiert werden. Das mit dem Weihnachtsbaum ist also entweder eine sehr kostspielige oder aber aussichtslose Angelegenheit. Macht nix, finde ich, denn wir fahren ja sowieso am 17. in den Urlaub, was meine Kinder besonders freut, denn so konnten sie mich ünerreden, ihre Kalender schon ab dem 1 Advent zu öffen. Eigentlich ist das ja sicher gar nicht erlaubt und verdirbt die Brut auf ewig, aber ach, Advent gilt doch auch ein bißchen&amp;nbsp;als Anfang, oder? Und noch schlimmer und unweihnachtlicher&amp;nbsp;finde ich es sowieso, wenn dann am 16 alle Törchen auf einmal aufgemacht werden. &lt;br /&gt;
Kalender haben meine Kinder sowieso nur, weil der liebe Herr Kerner - vielmehr seine Redakteurin bereit war, ihre Koffer mit meinen in deren Redaktion geschickte Kalender zu füllen. Haben die gemacht! Ist ja aber auch das Mindeste, nachdem sie mich durch ihren Besuch hier (und die Streichung ihrer Sendung in Deutschland) daran gehindert haben, meine Kalender selber zu kaufen. &lt;br /&gt;
Der&amp;nbsp;Kerner-Dreh-Nachmittag war übrigens sowieso sehr nett. Wir haben erstaunlicherweise in ganzen Sätzen gesprochen, haben uns gegenseitig&amp;nbsp;ausreden lassen (meistens - also mein Mann mich- andersrum nun ja - Ausredenlassen ist jetzt auch nicht gerade eine meiner herausragendsten Eigenschaften), sind&amp;nbsp;über kein einziges Kabel&amp;nbsp;gestolpert und sind danach (ohne Kameras) Karaoke singen gegangen. Ja, das&amp;nbsp;hättet ihr gern gesehen, was? Hören kann ich euch sowieso nicht empfehlen - da sind die Plasitkflaschen von Holger Balsam für die Ohren....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber eigentlich wollte ich euch ja vom Weihnachtsbaum erzählen. Also: Ich fand ja, man könne ja ausnahmsweise mal drauf verzichten. SKANDAL! In Deutschland hätte ich ja ähnlich empört empfunden, aber hier, mit dem schönen Wetter und dann auch noch für nur 2 Wochen? &lt;br /&gt;
Da habe ich aber die Rechnung ohne William gemacht. Denn wie ich ja sicherlich schon mehrfach erzählt habe, ist mein Sohn enorm entspannt, sensibel und sanft. Zurückhaltend, scheu. Naja, ihr habt ein Bild. Also all das - es sei denn, er hat eine feste Vorstellung. (Hat er selten, aber wenn, dann Gnade! Ich bin einmal in den 100 Yen-Shop gefahren, weil William sein Bild nicht mit einem Kleber mit gelbem Deckel kleben konnte. Rot musste er sein. ROT!) Ich bin zwar in meiner Wuschvorstellung eine konsequente Mutter, aber meine Ohren sind stärker und meine Nerven schwächer geworden in all den vielen Jahren, in denen ich meine Gesund - und vorallem Schön- heit heit der Erziehung meiner Brut geopfert habe. Und ich sage euch, es war eine Wohltat, den dringenden Erwerb eines Klebstoffs mit rotem Deckel&amp;nbsp;vorschützen zu können, und eine halbe Stunde dieses Haus zu verlassen!&amp;nbsp;Doch, ich&amp;nbsp;finde das sehr konsequent! Schließlich muss man wissen, wann man eine Pause braucht! Und&amp;nbsp;wie man sie rechtfertigt!&lt;br /&gt;
Dieser Kerl hatte also entschieden, ohne Baum geht hier gar&amp;nbsp; nix. Diesmal war ihm aber durchaus bewusst, das es nicht nur an meiner mangelnden Kauffreude liegen konnte, sondern dass es hier einfach per se&amp;nbsp;schwierig ist. Ja, quasi aussichtlos. Zum Glück gibt es Kawai-San, den Gärtner, der hier die Häuser betreut und Williams bester Freund ist. Sie sprechen nicht miteinander. Gut, das ist nichts aussergewöhnliches in einer Männerfreundschaft, macht ja vermutlich den für uns Frauen nicht nachvollziehnbaren Wert aus, aber irgendwie schaffen sie es doch zu kommunizieren. &lt;br /&gt;
Immerhin steigt Kawai-San auf seine höchste Leiter und kappt meinem Sohn die Spitze einer Tuja. Also, näher kann man einem Weihnachtsbaum hier fast nicht kommen. Und einem Liebesbeweis von einem japanischen Görtner auch nicht. &lt;br /&gt;
Jetzt kommt auch zum Glück die Weihnachtskiste zu ihren Ehren, weil da müssen "rote Bälle" dran. Und ein goldener Stern oben drauf. Ich mach ja einiges mit. "Rote Bälle" in der richtigen Größe&amp;nbsp;habe ich sogar,und bei dem goldenen Stern lässt sich der Bub mit einer pinken Geschenk-Verzierung abspeisen. Für so flexibel hätte ich ihn gar nicht gehalten! &lt;br /&gt;
Fairerweise muss ich zugeben, dass sich seine Hartnäckigkeit gelohnt hat. Beim Anblick der geschmückten Tuja-Spitze fühle ich fast so etwas wie Vorfreude. Kann aber auch daran liegen, dass es jetzt endlich regnet. Aber heute hab ich das gar nicht bestellt, denn es ist mittlerweile Montag und da kann man sich mit schlechtem Wetter noch schlechter zu irgendwas aufraffen. &lt;br /&gt;
&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-uMvH3XvgF8E/TuGgrgaTEbI/AAAAAAAAAMc/T7hYGmGKT9Q/s1600/IMG_0403%255B1%255D.JPG" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://4.bp.blogspot.com/-uMvH3XvgF8E/TuGgrgaTEbI/AAAAAAAAAMc/T7hYGmGKT9Q/s200/IMG_0403%255B1%255D.JPG" width="149" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Was aber immer geht, ist einkaufen. Kaufen kann ich sowas von gut, wie wir wissen und es hebt die Stimmung ungemein. Also meine. bei Holger bin ich mir da nicht ganz so sicher.&lt;br /&gt;
Ich halte es mit meiner klugem Mutter, die sagt nämlich "&lt;span style="color: #3d85c6;"&gt;notwendig ist nur das Überflüssige&lt;/span&gt;" - "papperlapapp" sagt mein Mann (nein, das sagt er zum Glück nicht, sonst müsste ich mich wiedermal sofort scheiden lassen, aber sowas Ähnliches sagt er auf jeden Fall, nämlich: "&lt;span style="color: #3d85c6;"&gt;Notwendig ist nur das Notwendige&lt;/span&gt;" Pfff. Macht keinen Spaß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber heute ist echt was Besonderes: Heute ist nämlich Kokeshi-sale. &lt;br /&gt;
Kokeshi-dolls sind Holzpuppen zum Aufstellen. Einrichtungsgegenstände. Traditionelles Kunsthandwerk. Formschön. Bereichernd. Ein bezauberndes Andenken an Japan. &lt;br /&gt;
"Ach, so ein Briefbeschwerer-Staubfänger-Ding?" -&amp;nbsp;&amp;nbsp;Mein Mann. &lt;br /&gt;
Überhaupt ist es kein Wunder, dass Kerstins Auto mit 4 Damen besetzt ist und auch während des Vormittags ausser dem uralten Kokeshi-Puppen-Verkäufer kein Mann zu sehen ist. &lt;br /&gt;
Dieser Verkauf findet zweimal im Jahr statt und der Zeitpunkt ist spitze, weil Kokeshis dankbare Geschenke sind. Außer mir befinden sich im Auto nur Frauen, die im nächsten Jahr nach hause - also nach Deutschland gehen - und das bedeutet, sie sind vom akuten hemmungslosen Andenken-Kaufzwang-Virus befallen und der ist ansteckend.&amp;nbsp; &lt;br /&gt;
Wir sind auch extra früh losgefahren und ich höre schon, was wer alles "braucht". &lt;br /&gt;
Hemmungsloser Kaufzwang ist meinem Fall völlig unangemessen, denn erstens haben wir unser Geld für eine Reise nach Vietnam bereits ausgegeben, und das, was noch nicht mal mehr übrig war, hat mein Mann in mein Weihnachtsgeschenk investiert: Einen alten schwarzen glänzenden tollen,&amp;nbsp; hinreißenden&amp;nbsp;Käfer. Ja. Das hat er gemacht. Ein großartiges, passendes und&amp;nbsp;völlig uneigennütziges Geschenk.&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-GVso50x2g04/TuGgg-E1iVI/AAAAAAAAAMU/oXnRgapwIjc/s1600/IMG_0378%255B1%255D.JPG" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://2.bp.blogspot.com/-GVso50x2g04/TuGgg-E1iVI/AAAAAAAAAMU/oXnRgapwIjc/s200/IMG_0378%255B1%255D.JPG" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;Ich bin sehr verliebt und könnte ihn den ganzen Tag anhimmeln. DEN KÄFER - nicht den Mann. Aber doch, ich war schon auch besonders nett zu Holger&amp;nbsp;dann. Er durfte sogar mal fahren!&lt;br /&gt;
Also, wie gesagt, eigentlich wäre ich ja versorgt, was Geldausgeben angeht. Aber ich gebe es zu: Ich bin schwach und anfällig. Widerstandsun - dafür beigeisterungs- fähig, für alles was man kaufen kann. Mist. &lt;br /&gt;
Von der festen Überzeugung "nur mal zu schauen" zu einem leeren Geldbeutel sind es nur ein paar Wimpernschläge, aber heute bin ich gut, hab ich mir vorgenommen. Nur was Kleines überflüssiges zu Weihnachten für meine Mutter, nicht wahr?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir betreten das leeregeräumte und mit Kokeshi-Puppen komplett gefüllte Wohnzimmer. Oh. &lt;br /&gt;
Kerstin, Maria und Anette haben schon glänzende Augen und die Schuhe aus.&lt;br /&gt;
Ich spüre, hier muss ich sehr sehr stark sein.&lt;br /&gt;
Kerstin hat sich schon&amp;nbsp;drei Puppen vorbestellt, von einem Künstler, der schon über achtzig ist und gar nicht mehr malt. Also, diese Art gibt es gar nicht mehr. Uuuhhh - vielleicht sollte man dann doch...? Weil, schön sind sie schon? Nein. Konzentration! Nur schauen. Das Interesse der anderen Frauen ist ebenfalls geweckt, auch sie haben "selten" "kostbar" und "ausverkauft" gehört. &lt;br /&gt;
Die Puppen sind riesig und sehr sehr teuer. Und die Gastgeberin konnte zwei Puppen dieser Art zusätzlich organisieren. Naja, zur Not hab ich ja mal prophylaktisch ein bißchen mehr Geld mitgenommen....Schön sind sie schon und ich hatte sie zuerst. Zueherst. Zueherst!&lt;br /&gt;
Das heißt eine große, ungefähr 50cm hohe&amp;nbsp;und eine mittlere - ca 40 cm. Ich zähle rückwärts. Will ich diese Puppen haben? Nein, andersrum: Kann ich auf diese Puppen verzichten? Werde ich es nicht mein Leben lang bereuen? Gut, es ist jetzt nicht hunderpro mein Stil, aber hat man nicht schon ab und zu etwas nicht gekauft und es dann direkt danach bereut? Und dann wars zu spät? &lt;br /&gt;
Nein - ich muss, ja ich MUSS diese Puppen kaufen! Es hilft alles nichts. Und dann noch eine kleine nicht so teure für meine Mutter und .....&amp;nbsp;zum Glück&amp;nbsp;muss ich niemand anpumpen! Bin mir auch nicht sicher, ob die Frauen denen ich die Puppen, die ich gar nicht haben wollte (zuerst - aber dann ja schon!) vor der Nase weggekauft hatte, mir was geliehen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beschwingt und pleite besteigen wir Kerstins Auto. Alles wird nochmal genau durchgesprochen. Wer für wen welche gekauft hat und warum diese besonderen Puppen so besonders toll sind. Und was es für ein Glück war, dass es noch welche gab.Maria und Anette haben natürlich sowieso schon die gleichen wie ich jetzt. Ich hatte noch gar keine - wie konnte ich nur bisher OHNE Kokehsi-Puppen überleben? Und das Taschengled kann ich den Kindern ja auch noch nächste Woche geben, oder? &lt;span style="color: #3d85c6;"&gt;Spare in der Zeit, so hast Du in der Not&lt;/span&gt; - genau!&lt;br /&gt;
Mit meiner Beute betrete ich stolz unser Haus und wickle als erstes meine zwei neuen Kostbarkeiten aus. Schön sind sie. Ich könnte sie am Eingang auf unsere Kommode stellen. Oder nein, dafür sind sie zu groß. Vielleicht auf den Tisch in unserem "offiziellen Esszimmer"? Dumm nur, dass sie dann garantiert umfallen, sobald einer an den Tisch stößt, worauf man sich verlassen kann. In die Küche passen sie nicht, da ist kein Platz.&amp;nbsp;Im Schlafzimmer wäre&amp;nbsp;es eine Verschwendung (und außerdem ist der einzige Platz, der möglich wäre, ein kleines Möbelstück, auf dem die in diesem Moment enorm beschämte Dame des Hauses immer gern ihre Kleider ablegt). Nee, und Kleider dann immer gleich wegräumen, nur wegen den Puppen? Mhmmm. eher nicht. Jaja, &lt;span style="color: #3d85c6;"&gt;Ordnung ist das halbe Leben&lt;/span&gt;, ich weiß.&lt;br /&gt;
Aber das löst ja mein Puppen-Problem jetzt nicht wirklich. &lt;br /&gt;
Wie ich also so da stehe mit den beiden Puppen in der Hand, wird mir plötzlich klar: Ich werde sie weiterverkaufen! Genau! Kerstin wollte sowieso noch eine große Puppe und die mittlere will sie dann vielleicht auch! Ja! So mache ich das! Ich fühle mich unglaublich gut. Befreit. erleichtert. Und&amp;nbsp; ja, doch, wenn man von dem klitzekleinen Umweg absieht, den ich hier genommen habe, dann finde ich, kann ich auch ein bißchen stolz auf mich sein, wie wenig Geld ich ausgegeben habe. Also, im Endeffekt. &lt;br /&gt;
&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-JI7GS-CMtgc/TuGgxeo52oI/AAAAAAAAAMk/dcselmtbSaI/s1600/IMG_0404%255B1%255D.JPG" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://2.bp.blogspot.com/-JI7GS-CMtgc/TuGgxeo52oI/AAAAAAAAAMk/dcselmtbSaI/s200/IMG_0404%255B1%255D.JPG" width="149" /&gt;&lt;/a&gt;Dafür muss ich jetzt natürlich die kleine Puppe behalten, die ich ursprünglich für meine Mutter gakauft habe, aber ich finde hier bestimmt schnell was anderes Überflüssiges, das ihr und mir Freude macht. &lt;br /&gt;
Oh - zufälligerweise ist morgen früh ja auch bei Kerstin, die vor Tokyo in Shanghai gelebt hat und noch beste Kontakte dorthin hat, ein "Kettenvormittag".&amp;nbsp;Nein, hab ich gar nicht mehr dran gedacht! WIRKLICH! Da verkauft sie Perlenketten, die sie aus China mitgebracht hat. Ganz günstig. Aber weil Kerstin ja&amp;nbsp;leider leider&amp;nbsp;im Februar geht, ist das quasi meine letzte Chance..Eigentlich wollte ich ja gar nicht hingehen, aber&amp;nbsp;man weiß ja nie - und erwähnte ich es bereits? so günstig - und außerdem hat man mit Schmuck schließlich nie das Problem, dass man nicht weiß, wo man&amp;nbsp;sowas aufstellen soll.....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sag mal, findet ihr mich etwa oberflächlich? Das finde ich jetzt nicht fair. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ja. Ich weiß ja, es geht nicht nur um Geschenke. Aber manchmal eben schon. Unsere Vorweihnachtszeit besteht ja nicht nur aus Kaufen. Nein, wir haben zum Beispiel auch ein&amp;nbsp; Charity-Konzert von Williams Kindergarten gehabt, das war sehr schön - mit japanischen Künstlern am Anfang und dann einem Teil, bei dem die Kinder was vorgeführt haben. DAA wollte jetzt mein Sohn lieber nicht mitsingen. Aber vielleicht hat ihm auch seine Polizeisirenen-Untermalung gefehlt? &lt;br /&gt;
Dass wir dieser Verantaltung beiwohnen durften, war gar nicht so selbstverständlich, ich hatte nämlich anstelle des Umschlags mit den Eintrittskarten, den mit der vierteljährlichen Rechnung dabei... Ahem. Zum Glück war Mr Alex (der alles weiß und alles macht und überhaupt der Beste ist) der Kartenabreißer und hat uns so reingelassen. Natürlich nicht ohne mir zu sagen, wie sehr es ihn freut, dass es Menschen gibt, die eine noch größere Organisations-Katastrophe sind als er. Wir beide sind spitze&amp;nbsp;in unserem Beruf&amp;nbsp;. &lt;span style="color: #3d85c6;"&gt;Da beißt die Maus kein Faden ab.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Außerdem wird Lilli elf Jahre alt&amp;nbsp; und der Nikolaus kommt. William ist mal wieder sauer, weil an Nikolaus hats IMMER Schnee, was er weiß, weil er ja schließlich ein Buch nach dem anderen anschaut, und wenn es keinen Schnee hat kommt, der Nikolaus nicht, denn der hat nen Schlitten und das geht nur auf Schnee, oder soll der etwa mit der U-Bahn kommen? &lt;br /&gt;
Auweia. Bei Schnne sind meine und auch Kawai-Sans Grenzen erreicht... Aber ich könnte mal schnell noch in den 100 Yen-Shop - Ohropax kaufen.....Schließlich: &lt;span style="color: #45818e;"&gt;Der Zweck heiligt die Mittel&lt;/span&gt;, oder? &lt;br /&gt;
Danach beantworte ich meinem Sohn die Frage, ob der Nebel da draußen bedeutet, dass die Wolken abgestürzt sind und spreche mit ihm über griechische Sagen, wobei er meine mangelhafte englische Aussprache von "Odysseus" bemängelt und es total furchtbar findet, dass mir leider das Vokabular für eine ordnungsgemäße Diskussion über Tempel-Architektur im alten Griechenland mit einem Vierjähringen fehlt. &lt;span style="color: #3d85c6;"&gt;Klug reden kann jeder. &lt;span style="color: black;"&gt;HA!&lt;/span&gt; &lt;span style="color: black;"&gt;Und&lt;/span&gt; Irren ist menschlich!!! Und Undank ist der Welten Lohn. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Dass diese Sprichwörter abfärben, merke ich&amp;nbsp;&amp;nbsp;beim Zähneputzen. Ich&amp;nbsp;frage William, obs geklappt hat und er sagt:"Ja, &lt;span style="color: #3d85c6;"&gt;wie angegossen&lt;/span&gt;!"&lt;br /&gt;
Weihnachten.... hab ich eigentlich schon erwähnt, dass ich Heimweh habe? &lt;br /&gt;
Nach der Kälte, den Kerzen, dem Weihnachtsmarkt, meinen Freunden, meine Eltern. Frühstücken im Cafe. Sauna. Ich vermisse das Frieren, weil das Aufwärmen so schön ist. Ich vermisse den Weihnachtsgeruch. Das Christbaum-Loben und die tausend verschiedenen Plätzchen, die meine Freundinnen gebacken haben und die viel viel besser schmecken als meine.&amp;nbsp;Ich vermisse definitiv nicht das&amp;nbsp;Kratzen. &lt;br /&gt;
Und hier gibt es außerdem noch so viel zu tun.&lt;br /&gt;
Aber davon erzähle ich euch dann nächstes Jahr, wenn ich sowas von erholt aus dem Familien-Urlaub in Vietnam zurückkomme. Moment Mal - habe ich gerade Familie und Erholung im Zusammenhang erwähnt? Naja. was soll ich sagen, außer: &lt;span style="color: #3d85c6;"&gt;Die Hoffnung stirbt zuletzt&lt;/span&gt;? &lt;br /&gt;
Also - euch allen ein fröhliches, entspanntes Weihnachtsfest mit euren Lieben und ein gesundes, katastrophenfreies Jahr 2012, Sayoonara, Lucie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
p.s.&amp;nbsp;Kerners Rückblick (natürlich nicht nur mit uns) kommt am Donnerstag, 15.12 um 22.15 Uhr&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;/div&gt;
&amp;nbsp;&lt;a href="http://www.sat1.de/kerner/video/clips/clip_2011-ganz-nah-der-jahresrueckblick-mit-johannes-b-kerner_245391/"&gt;http://www.sat1.de/kerner/video/clips/clip_2011-ganz-nah-der-jahresrueckblick-mit-johannes-b-kerner_245391/&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5274528999735162604-7736854467246515094?l=sixinjapan.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/dgNNr5RVSIPmxGZDw-yyyE97OUg/0/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/dgNNr5RVSIPmxGZDw-yyyE97OUg/0/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;
&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/dgNNr5RVSIPmxGZDw-yyyE97OUg/1/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/dgNNr5RVSIPmxGZDw-yyyE97OUg/1/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/blogspot/CECPK/~4/yQZbGtRumU8" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://sixinjapan.blogspot.com/feeds/7736854467246515094/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://sixinjapan.blogspot.com/2011/12/weihnachsstimmung.html#comment-form" title="2 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/5274528999735162604/posts/default/7736854467246515094?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/5274528999735162604/posts/default/7736854467246515094?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/blogspot/CECPK/~3/yQZbGtRumU8/weihnachsstimmung.html" title="Weihnachsstimmung -  クリスマス精神" /><author><name>six in Japan</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15267163111101392339</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="31" height="21" src="http://3.bp.blogspot.com/_OMAEWToMd9g/Srsy4eqAE0I/AAAAAAAAAAY/VfqN_yIMQj8/S220/family096.JPG" /></author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="http://4.bp.blogspot.com/-uMvH3XvgF8E/TuGgrgaTEbI/AAAAAAAAAMc/T7hYGmGKT9Q/s72-c/IMG_0403%255B1%255D.JPG" height="72" width="72" /><thr:total>2</thr:total><feedburner:origLink>http://sixinjapan.blogspot.com/2011/12/weihnachsstimmung.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;A04FR347cCp7ImA9WhRREks.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-5274528999735162604.post-2698766031095026132</id><published>2011-11-25T11:12:00.001+09:00</published><updated>2011-11-26T10:11:56.008+09:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2011-11-26T10:11:56.008+09:00</app:edited><title>Cup Noodles und das Drachenjahr</title><content type="html">Ihr habt euch doch sicher auch&amp;nbsp;schon&amp;nbsp;wahnsinnig oft&amp;nbsp;gefragt, wer wohl (und auch wo und wie) die geniale Idee zu den Cup-Noodles hatte. ODER? Also - wir fragen uns das ja STÄNDIG! TÄGLICH MEHRFACH!!!Und weil man Wissenslücken bekanntlich schließen sollte, bevor man sie überhaupt als solche wahrnimmt, machen wir quasi einen Bildungsausflug, indem wir uns entscheiden, anstatt den Mount Takao bei Regen das Cup-Noodles Museum in Yokohama (ebenfalls bei Regen)&amp;nbsp;aufzusuchen. &lt;br /&gt;
Denn im Moment ist zwar (und so erklärt sich das Projekt "Mount Takao") die berühmte "Herbstlaubfärbung" (in der Tat ein Japanisches Wort) und somit jedes Stückchen Natur mit Laubgefärbten Bäumen&amp;nbsp; - also auch der Mount Takao - sehr sehr schön - aber eben auch schwer überlaufen und deshalb doch vielleicht nicht das allerbeste Ziel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie gut aber, dass es wie aus Kübeln&amp;nbsp;schüttete - da konnten wir leider leider ja dann sowieso gar nicht gehen und mussten sogar ausschlafen...&lt;br /&gt;
Als Alternativ-Projekt wurde das "Cup-Noodles-Museum" in Yokohama auserkoren, denn &lt;br /&gt;
die Kombi aus Museum UND Essen ist quasi unschlagbar - da kommt sogar Paulina mit. &lt;br /&gt;
Und da sind wir hunderpro auch alleine, wenn man davon absieht, dass wir selber schon 15 Leute sind, und weil nämlich auch nur wir bei Regen lieber drinnen was machen. Katrin mit Philippa und Sophie&amp;nbsp;macht drei&amp;nbsp;- Kerstin mit Mann und Kindern und wir&amp;nbsp;Hutzenlaubs sind jeweils zu sechst. Drei plus sechs plus sechs gleich fünfzehn. Viele. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es SCHÜTTET! Ja, wir müssen leider alle Gummistiefel anziehen, was vorallem der weibliche&amp;nbsp;und in hohem Maße&amp;nbsp;pubertierende Teil der Kinder als extreme Zumutnung empfindet. Aber was solls. Hauptsache wir haben auch genug Regenschirme dabei und eine Kamera um die glücklichen Gesichter zu fotografieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überraschenderweise sind wir doch nicht ganz so alleine wie angenommen und&amp;nbsp;wir müssen&amp;nbsp;ein bißchen an der Kasse anstehen - so eine knappe Stunde - ist aber ja auch erst zwölf Uhr und die Männer brauchen&amp;nbsp;sowieso ein wenig Zeit, bis sie den optimalen Parkplatz gefunden haben.&lt;br /&gt;
Immerhin haben sie uns vor dem Museum rausgelassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Passt ganz gut, dass wir dann&amp;nbsp;für 3 Uhr&amp;nbsp;noch die letzten Tickets für die Nudelwekstatt ergattern können - ich meine drei Stunden in einem Museum sind ja gar nichts! Die gehen rum, so schnell kann man gar nicht gucken! Und schon ist es drei und wir dürfen in die&amp;nbsp;sogenannte Noodle-factory. &lt;br /&gt;
Da,&amp;nbsp;wo man sich seine eigene Suppen-Verpackung designen und den Inhalt zusammenstellen darf. Da, wo wir eigentlich hin wollten. Uns trennen also nur noch 3 Stunden von unserer eigenen, selbst kreierten Cup-Noodle-Noodle-Cup! Davon träume ich schon EWIG!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein&amp;nbsp;bißchen müssen wir nur noch geduldig sein. Sind wir. So wie die insgesamt 10 Kinder - allen voran Maria, die GEDULD in Person - äh, wo ist die denn eigentlich schon wieder?? Und "ich-bin-zwar-erst-5-Schritte-gegangen-aber-kann-auf-gar-keinen-Fall-mehr-weitergehen-sonst-sterbe-ich-sofort" - William. Über die anderen Kinder sage ich nix - sind ja nicht meine, aber gerade deshalb auf alle Fälle besser erzogen, kann man sich ja vorstellen. &lt;br /&gt;
Hab ich es eigentlich&amp;nbsp;schon erwähnt? Es ist zwölf Uhr. Wir haben also&amp;nbsp;pünktlich auch schon&amp;nbsp;alle wieder Hunger..... ICH LIEBE AUSFLÜGE MIT MEINER FAMILIE!!!! &lt;br /&gt;
Am End entscheiden wir uns&amp;nbsp; - und die Betonung liegt auf GEMEINSAM - den Teil der Ausstellung anzuschauen, bei dem man nicht warten muss und dann erst mal ins nahegelegene Einkaufszentrum zu gehen, um was zu essen. Sind dann&amp;nbsp;doch alle Menschen gleich. &lt;br /&gt;
&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-z8FJBgF6Wic/Ts86IZrfuuI/AAAAAAAAAKw/mnVHQ_rdtS8/s1600/P1080559.JPG" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="240" src="http://2.bp.blogspot.com/-z8FJBgF6Wic/Ts86IZrfuuI/AAAAAAAAAKw/mnVHQ_rdtS8/s320/P1080559.JPG" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Wir lernen also, wer die Nudelsuppe in der Box erfunden hat (ich will euch nicht länger auf die Folter spannen: Ihr habt es euch bestimmt schon gedacht): Tata!&amp;nbsp;Es ist nämlich Momofuko Ando!&amp;nbsp; (der fast 100 geworden ist, also können die Dinger gar nicht so ungesund sein), wie sie entstanden sind (das Geheimnis liegt im FRITTIEREN der Nudeln - sag ich ja - TOTAL gesund!) -&amp;nbsp;und - dass man Ideen umsetzen soll, auch wenn sie noch so absurd klingen. Das gefällt mir. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-DE9VfmNaC-0/Ts85_Zhjv1I/AAAAAAAAAKo/nCm0CGYbnsY/s1600/P1080553.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://1.bp.blogspot.com/-DE9VfmNaC-0/Ts85_Zhjv1I/AAAAAAAAAKo/nCm0CGYbnsY/s320/P1080553.JPG" width="240" /&gt;&lt;/a&gt;So. Wir sind durch. Es ist jetzt also kurz vor halb eins. Es schüttet immer noch. Die Regenschirme, die wir in Ermangelung einer Alternative am Eingang auf den Boden gelegt haben, sind mittlerweile leider verschwunden (wer legt denn auch einfach so an einer nicht extra dafür ausgewiesenen Stelle Regenschirme ab? Das können nur wir Ausländer sein!!!). Wo es doch gegen halb drei, als wir später wieder zurückkommen und ja dann auch erst seit ca 7 Stunden Monsun-mäßig regnet, &amp;nbsp;doch auch schon abschließbare Regenschirm-Aufbewahrungs-Ständer im Eingangsbereich gibt - aber das ist natürlich jetzt noch nicht abzusehen und auch völlig unwichtig, denn wir brauchen die Schirme! JETZT! &lt;br /&gt;
Eine freundliche japanische (was das "freundlich" selbstverständlich schon impliziert) Mitarbeiterin macht sich auf die Suche. Erst allein. Dann mit ihrer Vorgesetzten. Als wir schon bereit sind, auf die Schrime zu verzichten&amp;nbsp; - schließlich haben wir HUNGER&amp;nbsp; und sind eh schon völlig durchweicht, haben sie sie doch irgendwo gefunden. Wir sind gerettet. &lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-pktWfYl3-9E/Ts87lvDuinI/AAAAAAAAALw/Sdcfe7njd-k/s1600/P1080595.JPG" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://2.bp.blogspot.com/-pktWfYl3-9E/Ts87lvDuinI/AAAAAAAAALw/Sdcfe7njd-k/s200/P1080595.JPG" width="150" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
Um in das Einkaufszentrum zu gelangen, muss man 2 mehrspurige Straßen überqueren und das während einer extrem kurzen Fußgängerampel-Grünphase. Und das mit vielen Kindern, vielen Schirmen, und diesem Gefühl, das noch keine schlechte Laune ist, aber doch schon eine beginnende sich rapide ausbreitende Gereiztheit (zumindest was mich betrifft)...&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;Ach ja, hab ich schon erwähnt, dass es auch noch sehr sehr stark windet und zwar quer&amp;nbsp; - also von hinten unter der Schirm? &lt;br /&gt;
William zum Beispiel muss leider völlig auf den Schirm verzichten, denn er kann mit Schirm in der Hand nicht mehr anhalten und es weht ihn kurzerhand auf die Fahrbahn. Zum Glück lässt Holger William nicht los - dieser seinen Schirm aber schon - und deshalb muss auch nachher nur (aber dafür unter bitteren Anschuldigungen in Richtung seines Vaters) Williams erster gelber Regenschirm zerbröselt von der Staße geklaubt und beweint&amp;nbsp;werden. &lt;br /&gt;
Währenddessen haben sich die anderen Schirme komplett von innen nach außen gedreht und die Ampel ist auch wieder rot. &lt;br /&gt;
Durch die Wand aus Regen und Wind sehe ich Paulina auf der anderen Straßenseite, im Eingangsbereich des Kaufhauses (war ja klar,&amp;nbsp;DIE muss sich&amp;nbsp;ja schließlich auch nur um sich selber kümmern!)&amp;nbsp;wie sie ihre Gummistiefel umdreht unnd mehrere Liter Wasser auskippt. Es dauert auch nur noch ca ein Viertelstunde, bis die Ampel wieder grün wird und wir anderen rüberkönnen. Solange&amp;nbsp;nutzen wir&amp;nbsp;die Zeit, um die kaputten Regenschirme in ihre recyclebaren Bestandteile zu zerlegen, weil man sie so viel leichter entsorgen kann, wennn man je demnächst auf einen Mülleimer stößt, was in Japan auch eher unwahrscheinlich ist. Und - ja, die Stimmung ist auf ihrem Höhepunkt, als ich Williams Gesicht mit einem Taschentuch aus meiner Handtasche trocknen möchte, dieses sich aber leider schon mal prophylaktisch in eine ordentliche Masse Pappmache verwandelt hat. Leider gibt es keinen, der Schuld sein könnte,&amp;nbsp;Holger ist grad auf dem Klo, und so muss jeder ganz alleine mit dem Gefühl von an den Oberschenkeln festklebenden Jeans fertig werden. &lt;br /&gt;
&amp;nbsp;Im Hintergrund läuft Weihnachtsmusik. Die Kinder wollen alles haben und mögen dann NICHTS. &lt;br /&gt;
Nach ca 200 Euro die wir für&amp;nbsp;Speisen&amp;nbsp;&amp;nbsp;ausgegeben haben, die unsere Kinder unbedingt haben wollten, aber im Nachhinein dann auf gar keinen Fall essen konnten, weil sie A zu fettig B zu&amp;nbsp;heiß C zu kalt und D überhaupt völlig anders als erwartet waren (weswegen wir sie gegessen haben und deshalb auch nicht gerade schöner geworden sind) können wir dieses Projekt jedoch mit gutem Gewissen abhaken. Zumindest wir sind satt. &lt;br /&gt;
Zum Abschluss sagt Katrin zu mir: "Also, da komm ich mal wieder her. ABER DANN OHNE KINDER!!!" - und ich könnte mir vorstellen, damit hat sie meine gemeint, denn mir gehts genauso. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-DP2choMDYms/Ts9e-hi98sI/AAAAAAAAAMM/I1SvFkokPKQ/s1600/P1080611.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="300" src="http://3.bp.blogspot.com/-DP2choMDYms/Ts9e-hi98sI/AAAAAAAAAMM/I1SvFkokPKQ/s400/P1080611.JPG" width="400" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
So. Jetzt aber auf zum eigenen Cup-Noodle-Design - schließlich haben wir lange genug darauf gewartet: &lt;br /&gt;
Wir dürfen uns am Automaten&amp;nbsp;einen Rohling ziehen. &lt;br /&gt;
Dann Hände desinfizieren. Und dann dürfen wir das Ganze bemalen. Nebenan in der Küche hinter einer Glaswand sitzen viele Japaner mit Entenkopftüchern auf und dürfen selber Nudeln machen und frittieren. EIN SPAß! &lt;br /&gt;
Das geht aber nur, wenn man japanisch kann. Holger und Christoph sind ein kleines bißchen eingeschnappt, weil sie schon sehr gerne auchmal so ein Entenkopftuch aufgesetzt hätten. Aber macht nix. Kerstin und ich kaufen nachher welche im Cup-Noodle-fan-shop. Versprochen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-0wGhrApY3Nc/Ts866x14sPI/AAAAAAAAALQ/9_Lez6LgDJs/s1600/P1080622.JPG" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="240" src="http://3.bp.blogspot.com/-0wGhrApY3Nc/Ts866x14sPI/AAAAAAAAALQ/9_Lez6LgDJs/s320/P1080622.JPG" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
Dann aber kommt der wirklich spannende Teil : Man darf nämlich seine Ingredientien selber zusammenstellen! JAWOHL! Und es gibt immerhin 12 verschiedene - das lässt über 5000 Kombinations-Möglichkeiten zu! NEIN! ÜBER FÜNFTAUSEND!!!WAS DU NICHT SAGST!!!! &lt;br /&gt;
Aber natürlich darf man&amp;nbsp;nicht&amp;nbsp;MEHR als Vier auswählen! Auf gar keinen Fall darf man aber auch WENIGER als 4! Das geht nicht. So stehts drauf und so wirds gemacht! Schwierig wird es schon, wenn einer&amp;nbsp;(William, wer sonst) aber gerne dann dafür zweimal Fischcake mit Hühnchenbild drauf haben möchte und nur einmal "Ei". (Oooh, jetzt weiß ich auch, warum die alle Hühnerkopftücher aufhaben - die erste Cup-Noodle Suppe von Momofuku Ando war auf HÜHNERBASIS!!!! Ich bin ja sowas von langsam!!!!! )&lt;br /&gt;
Ich habe meine 4 Zutaten schon voll, will aber so ein Hühnerdings probieren. VERBOTEN!&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/--MhIOVsq6R8/Ts87ZHmgJYI/AAAAAAAAALo/RuPo4Zdj70o/s1600/P1080639.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://3.bp.blogspot.com/--MhIOVsq6R8/Ts87ZHmgJYI/AAAAAAAAALo/RuPo4Zdj70o/s200/P1080639.JPG" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
&amp;nbsp;Dafür ist meine Kombi die Beste: Ich habe Knoblauch, Frühlingszwiebeln, Shrimps und Kimuchi. (Scharfer Koreanischer Kohl) auf der original-Cup-Noodle-Basis wie anno dazumal. Es hätte sonst noch Curry, Seafood oder Tomate gegeben. Hört sich scheußlich an. Aber wer will diese Kunstwerke auch essen? Vorallem nachdem sie noch verschweißt und in aufblasbare und&amp;nbsp;rot bekordelte Plastiktüten verpackt werden? Hübsch sieht das aus. &lt;br /&gt;
Und&amp;nbsp;warum kann ich mich wieder mal&amp;nbsp;nicht daran freuen??? Genau: Weil am Ende ICH wieder aussehe wie der letzte Idiot mit 6 aufblasbaren Plastiktüten um den Hals und 15 Regenschirmen am Arm. &lt;br /&gt;
Herzlichen Dank, liebe Familie, für diesen Ausflug! Ihr macht mich sooo glücklich! &lt;br /&gt;
Wenn ihr mich fragt - am Schönsten an diesem Tag fand ich sowieso die Treppe im Eingangsbereich. Die sieht irgendwie so aus, als ob sie im Nichts endet......&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-5jKsye7kAPc/Ts85tH6zOrI/AAAAAAAAAKg/z7WF84Cuv-s/s1600/P1080544.JPG" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="300" src="http://1.bp.blogspot.com/-5jKsye7kAPc/Ts85tH6zOrI/AAAAAAAAAKg/z7WF84Cuv-s/s400/P1080544.JPG" width="400" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;Aber dafür macht mir ja mein Sohn sehr viel Freude: Sein Englisch wird immer besser und er geht singend in den Kindergarten. Was will man eigentlich mehr? &lt;br /&gt;
Nun - offensichtlich sollten wir ein wenig an seiner Neugier arbeiten. Als ich ihn nämlich gestern vom Kindergarten abholen wollte, nahm mich sein Lehrer beiseite. Das heißt ja nie was Gutes. Aber ich kenne William schon länger und er ist niemand, der wirklich Blödsinn macht oder andere Kinder gemein behandelt (gut, das sagen die meisten Mütter von ihren Kindern, aber bei mir stimmt es WIRKLICH!!!) Auf jeden Fall sagte sein Lehrer Mr Martin, den ich einfach nur richtig toll finde, ja solche Lehrer sind ein Geschenk: aufgeschlossen,witzig, interessant, souverän, jung&amp;nbsp;(ist gut, krieg dich wieder ein, sagt mein Mann) unter viel winden und drehen (sprich: völlig untypisch für ihn) - ich übersetze es mal ins Deutsche: "Ihr Sohn........äh William....hat was gefunden! (Ich: Toll?!) auf dem Weg vom Park in die Schule... Also... eine Überraschung! (Ich????) ...äh... also einen Ballon! (????) EINEN BALLOHON!!! (Ich erst...????? dann&amp;nbsp; - !!!!! OHHH....!!! Einen Ballohon!!!!!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mr Martin war&amp;nbsp; - wie er mir sagte - sehr froh, dass er mir &amp;nbsp;und nicht einer japanische Mutter sagen musste, was dieses Kind da tatsächlich gefunden hat&amp;nbsp; - auf alle Fälle wurde William sehr sehr gründlich gereinigt und sogar&amp;nbsp;desinfiziert - und ich war einfach nur erleichtert, dass er nicht auch noch versucht hat, das Kondom aufzublasen...&lt;br /&gt;
Mr Martin hat die Gelegenheit übrigens genutzt, den Kindern zu erklären, dass man nichts vom Boden aufheben und schon gleich gar nicht in den Mund stecken soll - auch wenn es noch so sehr nach was ganz ganzTollem aussieht! Angeblich haben die Kinder zugestimmt und versprochen, NIE NIE wieder was mitzunehmen. Das ist gut. Ich habe abends in Williams Tasche auch nicht wesentlich mehr als einen alten Ohrring, einen abgerissenen Barbie-Fuß&amp;nbsp;und eine eindeutig sich vorher nicht in seinem Besitz befindliche alte Trillerpfeife gefunden... Auf den Kerl ist halt Verlass! &lt;br /&gt;
Dafür hat er mir abends im Bett dann gesagt, ich sei seine beste Mama. &lt;br /&gt;
Und deshalb würde er mir jetzt seine Lieblingswörter schenken: "Schau Mama&amp;nbsp;- ganz viele: Bruderherz...Erdbeerstängel...Mischmasch...Trüffeleis...Morgenstern." &lt;br /&gt;
Das, meine Lieben, ist mein allerschönster Moment - und ja, eine leise Hoffnung keimt in mir auf: Vielleicht kommt er ja doch ein wenig nach mir? Schlaf auf alle Fälle gut, mein&amp;nbsp;bester Bube! &lt;br /&gt;
Und ihr auch! Sayoonara, Lucie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ps. Die Sonne scheint wieder! Vorhin war ich mit Katrin im Takashimaya - einem tollen neuen großen Einkaufszentrum direkt am Tama (UND - nur 10 Minuten von uns weg mit dem Rad). Zuerst mussten wir in der Sonne im 5- Stock einen Kaffee trinken. Ja, das ist Pflicht, denn Holger war zuhause und blöd. WEIL! Wir hatten uns über Weihnachtskarten unterhalten. Da kann schon mal so eine klitzekleine Meinungsverschiedenheit entstehen. Denn hier sind die Weihnachtskarten&amp;nbsp;mit dem jeweiligen&amp;nbsp;chinesischen Tierkreiszeichen bedruckt. Dieses Jahr war also auf allen Karten EIN HASE - weil es das Jahr des Hasen ist. Soweit so gut. Hab ich kapiert.&amp;nbsp;NÄCHSTES JAHR ist (so habe zumindest&amp;nbsp;ich gedacht, weil die Japaner wieder mal Alles so niedlich zeichnen) das Jahr des SEEPFERDCHENS. HALLO!? Was kann ich dafür, wenn hier alles so&amp;nbsp;klein und süß ist? Hab ich vielleicht chinesische Tierkreiszeichen studiert? Mein Mann kann sich gerade noch beruhigen und sagt:" Nächstes Jahr ist das Jahr des DRACHEN&amp;nbsp; - das müsstest Du doch wissen - ist schließlich DEIN JAHR!!!!!"&lt;br /&gt;
Ich sage nur:"HAHAHAAAA!!!!"...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...und habe sofort Kaffee-Durst und Sonnenhunger. Und keinen weiteren Bedarf an männlicher Gesellschaft! Holger findet das auch gar nicht schlimm, solange ich ein Brot mitbringe und aus dem 100-Yen-Shop noch einen Außenthermometer und Klebeband und..... Oohhh! Ich bin viel zu verheiratet! &lt;br /&gt;
AUF JEDEN FALL&amp;nbsp; - denke ich jetzt nicht mehr dran, weil ich wie gesagt mit Katrin und mit Kaffee auf die Hand und dem Gesicht in der Sonne auf der Außenterasse des Takashimaya sitze. Tieeef einatmen - und wieder aus. PEACE!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir öffen die Augen und sehen - eine junge Frau mit einem Sweatshirt mit lesbarem Aufdruck auf uns zukommen. Wenn man in Japan ist und sich daran gewöhnt hat, dass man nichts&amp;nbsp;entziffern kann, liest man aber auf der anderen Seite&amp;nbsp;automatisch alles, was zufälligerweise nicht als japanisches Schriftzeichen daherkommt - immer wieder eben&amp;nbsp;auch gerne Pulli- und T-Shirt Aufdrucke. Ja, man kann einfach nicht anders - und so müssen Katrin und ich noch eine Weile sitzenbleiben und uns sammeln, nachdem die junge Frau schon lange weitergegangen ist,&amp;nbsp;denn&amp;nbsp;auf ihrem Pulli stand&amp;nbsp;auf Deutsch vorne drauf :" Mitleid durch Erleben"&lt;br /&gt;
Selbst nach längerer Reflektion und trotz vorangegangener Kaffee-Meditation konnten wir den tieferen Sinn nicht so recht erfassen. Leider half auch die Rückseite nicht wirklich - oder kann einer von euch das Ganze kombinieren?: "Der Ton ist pur".&lt;br /&gt;
Hmmmm. "Der Ton ist pur"-"Mitleid durch Erleben"-"Der Ton ist pur". Nein. Hilft auch nichts, wenn man es ganz oft sagt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5274528999735162604-2698766031095026132?l=sixinjapan.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/xoeyi5zbzHpUMF2gAnlbbZKYNEA/0/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/xoeyi5zbzHpUMF2gAnlbbZKYNEA/0/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;
&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/xoeyi5zbzHpUMF2gAnlbbZKYNEA/1/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/xoeyi5zbzHpUMF2gAnlbbZKYNEA/1/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/blogspot/CECPK/~4/tEENlRmw7NI" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://sixinjapan.blogspot.com/feeds/2698766031095026132/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://sixinjapan.blogspot.com/2011/11/cup-noodels-und-das-drachenjahr.html#comment-form" title="4 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/5274528999735162604/posts/default/2698766031095026132?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/5274528999735162604/posts/default/2698766031095026132?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/blogspot/CECPK/~3/tEENlRmw7NI/cup-noodels-und-das-drachenjahr.html" title="Cup Noodles und das Drachenjahr" /><author><name>six in Japan</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15267163111101392339</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="31" height="21" src="http://3.bp.blogspot.com/_OMAEWToMd9g/Srsy4eqAE0I/AAAAAAAAAAY/VfqN_yIMQj8/S220/family096.JPG" /></author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="http://2.bp.blogspot.com/-z8FJBgF6Wic/Ts86IZrfuuI/AAAAAAAAAKw/mnVHQ_rdtS8/s72-c/P1080559.JPG" height="72" width="72" /><thr:total>4</thr:total><feedburner:origLink>http://sixinjapan.blogspot.com/2011/11/cup-noodels-und-das-drachenjahr.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;CkcFQn0_eSp7ImA9WhRSE0k.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-5274528999735162604.post-7509049917029437492</id><published>2011-11-09T13:42:00.001+09:00</published><updated>2011-11-15T15:53:33.341+09:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2011-11-15T15:53:33.341+09:00</app:edited><title>RAMEN-HUNGER oder   ラーメンに飢えた</title><content type="html">&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;/div&gt;
Auch in Japan wird es Herbst. Das merkt man&amp;nbsp;natürlich an den Temperaturen, oder vielmehr daran, dass es eben erst mittags 22 Grad warm ist und daran, dass wir vom Schlafzimmerfenster aus den Fuji wieder sehen - aber vorallem merkt man es an einem ganz besonderen Phänomen: Dem Ramen-Hunger.&lt;br /&gt;
Der Ramen-Hunger kommt plötzlich, ohne Vorwarnung, zu den unmöglichsten Zeiten und lässt sich durch nichts - noch nicht mal durch Schokoklade - kompensieren. Wenn der Ramen Hunger kommt, ist man völlig machtlos. Man kann sich nicht ablenken, man kann an nichts anderes denken, man muss sofort los und einen Ramen haben. Ganz unerwartet entsteht im Körper ein schmerzhaftes Vakuum, das nur mit einem Ramen wieder verschwindet. Ramen-Hunger ist gemein&amp;nbsp;und das, was meine schwäbische Großmutter sicher sehr zu schätzen gewusst hätte: "A guade Supp" &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Suppe, die einfach alles kann: Satt macht sie und froh, müde auch, aber das vergeht schnell. Sie heilt alles: Schlechte Laune, kalte Hände, Erkältung, Husten, Liebeskummer (ganz bestimmt). Laut Christoph ist es auch essentiell notwendig, nach einer etwas längeren Nacht&amp;nbsp;noch einen&amp;nbsp;Ramen essen zu gehen, denn nur so kann ein Kater am nächsten Morgen verhindert werden.&lt;br /&gt;
Vergesst Sushi - jugendliches Aussehen, Zähigkeit und unendliche&amp;nbsp;Geduld haben die Japaner nur, weil sie darauf achten, dass&amp;nbsp;ihr Ramen-Pegel nicht absinkt. GLAUBT ES MIR - selbst ich bin für mindestes eine halbe Stunde ein ausgeglichener Mensch, wenn ich eine Nudel-Suppe gegessen habe! Die Japaner wissen das natürlich schon lange, &amp;nbsp;und haben deshalb überall - besonders rund um die zahlreichen Bahnhöfe und ebenso rund um die Uhr geöffnete Ramen-Shops. Ein Traum! Angeblich&amp;nbsp;gibt es in Japan über 200.000 sogenannte Ramen-Ya. Ich glaub das sofort. Ramen ist die&amp;nbsp;japanische Antwort&amp;nbsp;auf alle Schnell-Imbisse dieser Welt. Nur in gesund.&lt;br /&gt;
Und wer hats erfunden? Nein, zur Abwechslung mal nicht die Schweizer - die Chinesen waren es. &lt;br /&gt;
Hier hat sich die Suppe dann aber in alle Richtungen weiterentwickelt. &lt;br /&gt;
Ich empfand diesen intensiven Brühe-Geruch am Anfang ja als ein wenig verstörend. &lt;br /&gt;
Vorallem am Morgen eine olfaktorische Herausforderung (hab ich das nicht schön gesagt?).&lt;br /&gt;
Aber Ramen wird eben zu jeder Tages- und Nachtzeit gegessen.&amp;nbsp;Und&amp;nbsp;im Winter ist es hier so durchdringend dauerhaft kalt und die Heizungen sind so schlecht und man muss auch alles mal probieren - kurz: Seitdem mag ich Ramen. Ja, ich liebe ihn. Und ich finde ganz im Gegenteil den Duft von Ramen am Morgen am Bahnhof verführerisch. Und sehr beruhigend. Denn ich frage euch Frauen da draußen: Könnt ihr euch etwas Tolleres vorstellen, als Hunger und kalte Füße gleichzeitg zu bekämpfen??? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht dass ihr denkt, ein Ramen ist ein Ramen ist ein Ramen - NEIN! Da gibt es natürlich GROßE Unterschiede: Zum Beispiel gibt es den Ramen auf Miso-Basis, der kommt aus&amp;nbsp;Hokkaido, oder den mit Tonkotsu, also Schweinefleisch,&amp;nbsp;aus Kyshu, und Shoyu - also Soja-Sauce, der ist in Tokyo besonders berühmt. Eines haben alle gemeinsam: Sie bestehen immer aus einer tagelang in riesigen Bottichen gekochte Brühe mit zweifelhaften Bestandteilen, die natürlich streng geheim sind. Glaubt mir, man will es auch gar nicht unbewdingt wissen -&amp;nbsp;aber was so gut riecht, kann gar nicht schlecht sein. &lt;br /&gt;
&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-WzqPpy6s11I/TsHl5NpL-qI/AAAAAAAAAKI/Q7ivGyPpct4/s1600/IMG_0265%255B1%255D.JPG" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://4.bp.blogspot.com/-WzqPpy6s11I/TsHl5NpL-qI/AAAAAAAAAKI/Q7ivGyPpct4/s200/IMG_0265%255B1%255D.JPG" width="149" /&gt;&lt;/a&gt;Mein Favorit heißt Tantanmen&amp;nbsp; (der rote auf dem Bild) und ist scharf mit viel Sesampaste, Knoblauch, Ingwer und Hackfleisch. In&amp;nbsp;die anderen&amp;nbsp;gehört oft ein halbes hartgekochtes Ei und Nori (also Algen), ein bis zwei Scheiben bunter Fish-cake(schmeckt nach gar nichts,&amp;nbsp;würde ich sagen, aber vermutlich bin ich eben ein fischcake-Banause und habe keine Ahnung)&amp;nbsp;selbstverständlich Nudeln&amp;nbsp;und immer auch viele Sojasprossen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ramen essen ist eine Kunst für sich. Ich sage es gleich vorne weg: Ich bin ein Dilletant. Ich mache es falsch. Die Japaner (und zumindest beim Ramen- Essen zählt sich mein Mann auch dazu) fangen sofort nachdem die kochend heiße Suppe vor Ihnen steht, damit an, die Nudeln aus der Suppe via Stäbchen und mit viel lautem Schlürf-Geräusch zu inhalieren. Dabei, sagt mein Mann, kühlen Sie ab und entfalten erst ihren richtigen Geschmack. Bei mir haben sie dazu keine Zeit, weil ich die Schlürf-Intensität nicht steuern kann. Ich kann entweder schlürfen ODER Nudeln im Mund haben. Die Kombination aus beidem macht, dass meine Nudeln direkt in meiner Luftrröhre landen und mein Mann, anstatt mir liebevoll und fürsorglich auf den Rücke zu klopfen, sagt, er hätte immer gedacht, Frauen könnten mehrere Sachen gleichzeitig. Währen ich also neben ihm unschön ersticke, hält er mir einen Vortrag darüber, was Männer noch alles viel besser können als Frauen (ICH finde es ja auch WAHNSINNIG beeindruckend, wenn einer Essen, Einatmen und gleichzeit noch ANGEBEN kann) und macht dabei zwischendruch diese schrecklichen Schlürf-Geräusche. Sobald ich wieder atmen kann, ersteche ich ihn mit meinen Stäbchen. Ich schwörs! Und dann ich geh nur noch mit Kerstin, die hat auch Manieren. So wie ich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-0Roqj6THz3Q/TroHIWbM3SI/AAAAAAAAAJg/zW7qkft6cf4/s1600/IMG_0178%255B1%255D.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="149" src="http://1.bp.blogspot.com/-0Roqj6THz3Q/TroHIWbM3SI/AAAAAAAAAJg/zW7qkft6cf4/s200/IMG_0178%255B1%255D.JPG" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gestern war ich&amp;nbsp; wieder mal unglaublich fleißig und habe mich mit sinvollen dingen beschäftigt. Ja, ich habe online einen Berufsfindungstest gemacht, der eigentlich für Paulina bestimmt war, aber ich dachte so bei mir, es wäre ja auch bei mir vielleicht an der Zeit, zu wissen, was für mich der geeignete Broterwerb wäre. Besser spät als nie, nicht wahr? &lt;br /&gt;
Also: Um es vorweg zu nehmen: Finanz-Dienstleistung, Altenpflege und Pädagogok sind nicht so meine Stärke, auch sollte ich mich von technischen oder handwerklichen Berufen fernhalten, Verkehr und Ordnung, sowie Verwaltung sind nicht empfehlenswert, Tiere und Pflanzen schwierig, Naturwissenschaften ausgeschlossen. Ganz knapp bin ich an der Polizistinnen- , oder Feuerwehrfrau - Laufbahn vorbeigeschrappt, wenn vielleicht mein Interesse an einer sportlichen Ausbildung ausgeprägter gewesen wäre und oder&amp;nbsp;ich "Nervenstärke" als eine meiner herausragenden Fähigkeiten hätte angeben können. &lt;br /&gt;
&amp;nbsp;Leider zählt "sich gut in was reinsteigern können" oder "im Handumdrehen viel zu viel Geld für nichts ausgeben können"&amp;nbsp;nicht als wesentliche Kriterien für iegendwelche Berufe, in denen man auch was verdient. Dafür konnte ich ein paar Punkte bei "kreativem Umgang mit Sprache" und "Mut zu Herausforderungen"&amp;nbsp;sammeln. Ja, da kam der Test ins Schwimmen. Denn schließlich geht er ja davon aus, ich sei ein junger hoffnungsvoller Mensch in der beruflichen Orientierungsphase - so jemand kann man schließlich&amp;nbsp;schlecht sagen: "Du - werd doch einfach Mutter von 4 Kindern!? Da hast Du Polizei, Feuerwehr, Theater und kreativen Umgang mit Sprache soviel du willst! Medizinsiches&amp;nbsp;und ernährungswissenschaftliches Interesse wird natürlich vorausgesetzt, genauso wie eine gewisse Grundsportlichkeit und Abiturwissen in allen Fächern dieser Welt inklusve denen, in denen Du selbst grandios gescheitert bist (wie wir alle meinem Berufsfindungstest entnehmen können, waren das eigentlich alle außer Sprachen, Deutsch und Kunst)&amp;nbsp; - deine Bezahlung wird bescheiden sein, natürlich arbeitest Du nachts und am Wochenende - Urlaub hast Du unter der Woche von&amp;nbsp;zehn bis zwölf, beamtet und privat krankenversichert wirst Du natürlich nie, von deiner Rente sprechen wir erst gar nicht, genauso wenig von der Anerkennung deines Tuns seitens der Nutznießer - wenn Du möchtest, aber gerne von der deiner lebenslangen Anbhängigkeit von einem EHEMANN (einem, der dich noch nicht mal&amp;nbsp;RETTET, wenn Du kurz vor dem Erstickungstod bist) &amp;nbsp;- aber was das Allerbeste ist: Ab einem gewissen Alter (nämlich spätestens wenn deine Kinder 12 sind) wirst Du dafür in der Öffentlichkeit gemieden,&amp;nbsp;denn spätestens ab da bist Du offiziell&amp;nbsp;PEINLICH und AN ALLEM SCHULD. Das hält bis ca 25&amp;nbsp; - dann&amp;nbsp;wirst du Oma und das ist noch die Steigerung, nur merkst du es&amp;nbsp;bis dahin nicht mehr, weil Du bist taub&amp;nbsp;und bis dahin&amp;nbsp;hast du soviele Falten und einen krummen Rücken, dass alles aus ist, aber immerhin kannst auf einen&amp;nbsp;LANGES und&amp;nbsp;GLÜCKLICHES Leben zurückschauen mit 3000 Kindergeburtstagen, Jahren voller Angst um die Versetzung deiner Brut,&amp;nbsp;mitleidsvollen Beratungen &amp;nbsp;in Liebes- und Freundschaftsdingen, tausend verbundenen Knien, verbrauchten Taschentüchern&amp;nbsp;und millionen gefahrener Kilometer erst zu samstäglichen Sport-Wettkämpfen und dann zu&amp;nbsp;unendlichen Parties und das dann gerne nachts um eins. Wäre das nichts? DAS WÄRE DOCH WAS FÜR DICH!!!!?? &lt;br /&gt;
Doch ja. Das ist ganz sicher ein Traumberuf. Möchte irgendwer da draußen vielleicht TAUSCHEN???? Ich glaube, die einzige Ausbildung in meinem Leben, die sich wirklich gelohnt hat, war der Führerschein. &lt;br /&gt;
Und nein, ihr Lieben, im Ernst: Das&amp;nbsp;ist keine Berufs-Empfehlung, das ist eine DIAGNOSE!!! Ich brauche SOFORT einen Ramen! KERSTIN!!?? &lt;br /&gt;
Ja, Kerstin hat auch vier Kinder. Wir teilen also Vieles. Auch ein gewissens Ramen-Grundbedürfnis. Darauf ist Verlass und deshalb kommt Kerstin mit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-lrje5YIlYJI/TsHm8n4f6JI/AAAAAAAAAKY/EOVHr87fOM8/s1600/IMG_0290%255B1%255D.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://4.bp.blogspot.com/-lrje5YIlYJI/TsHm8n4f6JI/AAAAAAAAAKY/EOVHr87fOM8/s200/IMG_0290%255B1%255D.JPG" width="149" /&gt;&lt;/a&gt;Wenn man so einen Ramen-Shop durch die obligatorische Schiebetüre betritt, wird man erstmal lautstark begrüßt "Irrashaimaseeeeeee!"&amp;nbsp; - "herzlich willkommen" aus allen Kehlen. &lt;br /&gt;
Vielleicht hat man Glück und der Shop hat ein Schaufenster, in dem man sich seine Ramen-Suppe schon mal anhand der dort ausgestellten Plastik-Ramen-Suppen Exponate aussuchen kann. Denn man kann sich absolut darauf verlassen, dass man bekommt, was man sieht. Menge, Farbe und Anordnung - identisch. Nur anderes Material zum Glück.&lt;br /&gt;
Immer sind die Ramen Shops winzig und bestehen oft nur aus einer Theke, ein paar Barhockern einem Wasserspender und&amp;nbsp; - wenn nicht mit einem Schaufenster ausgestattet - dann haben sie einem Automaten. Obwohl ich ja seit meinem Krankenhausbesuch mit Pauli ein eher gespaltenes Verhältnis zu Automaten habe, bei Ramen-Shops finde ich sie gut: &amp;nbsp;Auf den Tasten sind Suppenbilder und der Preis, man bezahlt, drückt auf die Taste und bekommt ein Kärtchen. Oft gibt es noch extra Reis oder Gyosa - das sind kleine gebratene und sehr sehr leckere japanische Maultaschen. Aber das kann ja jeder. Pff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kerstin und ich&amp;nbsp;gehen nämlich "Ramen-Essen für Fortgeschrittene".&lt;br /&gt;
Und das geht so: Man soll ja immer da essen, wo die Einheimischen essen, aber da wo wir wohnen, ist das überall der Fall. Trotzdem, dieser Ramen-Shop am Bahnhof in Kaminoge hat es uns schon lange angetan. Was uns an diesem Laden so&amp;nbsp;beeindruckt, ist die Tatsache, dass er nur mittags auf hat und immer eine lange&amp;nbsp;und geduldig wartende Schlange davor steht. Gut, dieser spezielle Ramen-Laden&amp;nbsp;ist noch winziger als alle anderen.&amp;nbsp; Er&amp;nbsp;befindet sich in einer umgebauten Garage. Dass&amp;nbsp;er nicht auf hat, erkennt man am geschlossenen Rolltor. Hat er offen, passen außer den Suppenköchen und der Theke vielleicht noch 8 Esser hinein und davor warten normalerweise mindestens doppelt soviele. &lt;br /&gt;
&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-9WzHdgqKa2A/TroHboSUBkI/AAAAAAAAAJw/Q6FsWO1HU0A/s1600/IMG_0283%255B1%255D.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-9WzHdgqKa2A/TroHboSUBkI/AAAAAAAAAJw/Q6FsWO1HU0A/s200/IMG_0283%255B1%255D.JPG" width="149" /&gt;&lt;/a&gt;Leider hat dieser Laden aber weder ein Schaufenster noch eine Karte. Aber einen Automaten. &lt;br /&gt;
Bei näherem Hinsehen stellen wir fest, Bildchen und einfache Bedienung können wir uns abschminken. Hier gibt es: Orange, blau und gelb. &lt;br /&gt;
Und keinen Menschen, der zugibt, englisch zu sprechen. Natürlich wollen und können wir uns jetzt keine Blöße geben. &lt;br /&gt;
Da die Portionen üppig, meist sehr üppig sind, gehen wir mal davon aus, dass wir zur Not auch einen Ramen teilen könnten, wenn wir mit einer Wahl gar nicht klar kommen sollten. Ich entscheide mich also für orange (in Anlehung an die Farbe meines Tantanmen - ich dachte orange gleich scharf) und Kerstin&amp;nbsp;nimmt blau. Besser so unterschidlich wie möglich, dann ist die Chance größer, dass einer passt. &lt;br /&gt;
Man bezahlt also und dann spuckt der Automat ein Stück Plastik in der jweiligen Farbe aus. RISIKO! Das legt man dann vor sich auf den Tresen und wartet was passiert. &lt;br /&gt;
Während man wartet, darf man Vieles tun: Sich schon mal Stäbchen nehmen, sie auseinanderbrechen und aneinander reiben, sich beim Wasser bedienen und sich die Hände an einem feuchten Tuch abwischen. Was man nicht darf - und zwar auf keinen Fall! - ist an die Decke, auf den Boden oder in die Töpfe schauen. Weil dann muss man anfangen zu denken und Bilder mit schonmal Gesehenem in Verbindung bringen und dann hat man vielleicht nicht mehr so arg viel Hunger. &lt;br /&gt;
Ach ja, außerdem muss man sich entscheiden, ob man die Arme gerne auf dem Tresen ablegen möchte oder nicht, denn wenn man das mal gemacht hat, ist es schwierig, die Arme wieder zu lösen, aber macht ja nichts, man&amp;nbsp; muss es nur einplanen.&lt;br /&gt;
Die Köche sind fleißige, hart abrbeitende Männer. &lt;br /&gt;
Eine Geschirrspülmaschine gibt es nicht und sie haben genug damit zu tun, in den Bottichen zu rühren und Fleisch zu schneiden, Sosjasprossen abzukochen und so weiter. Also, Putzen steht auf ihrer Liste vermutlich ganz ganz weit unten.Versteht mich richtig: Es ist nicht wirklich schmutzig. Naja, nur vielleicht einfach Glück, dass die Jungs immer Gummistiefel tragen! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also - Zusammenfassung: Kerstin und ich befinden uns in einer zu einem Ramen-Shop umgebauten Garage, in der es sehr&amp;nbsp;gut riecht, und viele Leute immer gerne essen. Wir haben an einem Automaten bunte Plastik-Plättchen gekauft, ohne zu wissen für was, aber in der Hoffnung, nicht etwas völlig Exotisches zu bekommen (der Mann vor uns hatte auch blau - und er sieht eher durchschnittlich aus -&amp;nbsp;aber woher wissen wir, dass er nicht einen g anz ausgefallenene Ramen-Geschmack hat? Vielleicht ist sein unscheinbares Äußeres ja auch nur Tarnung??) Was der junge Mann neben mir für eine Farbe hatte, weiß ich leider nicht, denn die hätte ich nicht gewollt. Auf seiner Suppe liegt eine ansehnliche Portion Extra-Fett.(Nicht blau, nicht blau, nicht...) &amp;nbsp;Da spricht der eine Koch mit mir. Auf japanisch. Und ich verstehe ihn. Ich bin schockiert. &lt;br /&gt;
Die Japaner finden die beginnende Konversation offensichtlich auch sehr spannend, denn von ca 47 dezibel Schlürfgeräusch auf null - das fällt auf. (Ich habe keine Ahnung von Dezibel. Ach, das habt ihr gemerkt? Na, ihr seid toll!)&amp;nbsp; Aber es ist natürlich notwendig, wenn man verstehen will, was diese Langnase da sagt.....&lt;br /&gt;
Sie sagt." Nein danke, Entschuldigung, danke" "ie, domo, sumimasen, arigatoo!" bestimmt kann sich der Koch da das Passende raussuchen, denn er hatte wissen wollen, ob&amp;nbsp; die große Portion (orange war auch das Teuerste, ich gebs zu) wirklich Ok sei?&amp;nbsp;&amp;nbsp;"Dajoobu desu ka? "&lt;br /&gt;
Ich bezweifle, dass ich die normale Portion überhaupt bewältigen kann (vorallem, nachdem ich sehe, dass selbst die Bauarbeiter rechts von uns nicht alles schaffen) auch wenn ich Hunger habe und es so lecker riecht.&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-puXNDr49LpE/TsHmDkvmIII/AAAAAAAAAKQ/mZ3aZenezng/s1600/IMG_0282%255B1%255D.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://4.bp.blogspot.com/-puXNDr49LpE/TsHmDkvmIII/AAAAAAAAAKQ/mZ3aZenezng/s200/IMG_0282%255B1%255D.JPG" width="149" /&gt;&lt;/a&gt;Daraufhin bekomme ich von ihm 50 Yen und er nimmt mir meine schöne orangene Karte weg und ersetzt sie durch die blaue, die auch Kerstin hat. Jetzt heißt es Daumen drücken.....&lt;br /&gt;
Der Ramen den wir bekommen, sieht extrem lecker aus. Berge von&amp;nbsp;Soja-Sprossen, darauf ein paar Scheiben zartes Fleisch. Kein Fett.&amp;nbsp;Glück gehabt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;In andächtiger Stille und unter höchster Konzenttration( HA! Ist viel angenehmer mit Kerstin!) schaffen wir die Hälfte und brauchen doppelt so lange wie alle anderen, die die Luftkühlung einsetzen - aber dafür genießen wir jeden Bissen. Ich finde, SO gehört sich das! Und Essen&amp;nbsp;UND Genießen gleichzeitig ist immerhin auch Multitasking! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann Ramen-Suppe natürlich auch selber machen. Für meineKinder&amp;nbsp;lieber mit Huhn als mit Schwein und&amp;nbsp; auch lieber ohne Fish-Cake. Nudeln viele, Algen nun ja. Das Huhn aber aus dem Süden. Normalerweise&amp;nbsp;gehe ich einkaufen und entscheide, je nachdem, was ich finde&amp;nbsp;(was manchmal&amp;nbsp;auch NICHTS sein&amp;nbsp;kann - denn nicht immer gibt es Nahrungsmittel aus dem Süden - und zum Beispiel SALAT ist immer noch ein überraschendes Highlight). Also nicht, dass meine Kinder dann nichts zu essen kriegen - aber dann muss halt die TK-Kost herhalten.&amp;nbsp;Das Sortiment ist so oder so oft sehr ähnlich und deshalb&amp;nbsp;habe ich das dringende Bedürfnis nach Abwechslung. &lt;br /&gt;
Heute finde ich, passt sich das Angebot mal&amp;nbsp;meinen Kochwünschen an. Naja,oder vielleicht übermorgen,&amp;nbsp;weil meine einzige Chance auf ein Huhn aus dem Süden ist&amp;nbsp; mein japanischer Lieblingsversand (der einzige, den ich irgendwie Ansatzweise durchschaut habe): &amp;nbsp;&amp;nbsp;"Rakuten" in Kombination mit google translator. &lt;br /&gt;
Noch habe ich mich nicht entschieden, aber zwie Hühner sind in die engere Auswahl gekommen: &lt;br /&gt;
Entweder ich nehme: "Kostenlos Set Ich stach ein Metzger"oder: "Huhn beißt gut aussehenden Metzger Kyushu!" Ich kann mich einfach nicht entscheiden....&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Also, Sayoonara, und bis nächste Woche - Lucie&lt;/div&gt;
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&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
p.s..: Weil die Japaner ihre Ramen-Suppe so sehr lieben, gibt es in Yokohama ein ganzes Ramen-Museum. Dort kann man die Ramen-Suppen &amp;nbsp;aus den verschiedenen Regionen Japans durchprobieren. Dieses, und das Cup-Noodle-Museum stehen auf alle Fälle beide ganz oben auf Kerstins und meiner Sightseeing-Liste. Unsere Männer müssen aber zuhause bleiben! &lt;br /&gt;
Und eigentlich wollte ich diesen Blog schon am Freitag posten, aber dann hat William Lungenentzündung bekommen. (Geht ihm schon wieder viel besser, danke der Nachfrage. Ja in der Tat geht es ihm so gut, dass ich sehnsüchtig darauf warte, dass unser Arzt in seiner Praxis auftaucht, und ihn wieder für den Kindergarten freischaltet). &lt;br /&gt;
So hatte ich aber wenigstens genug Zeit, ein bißchen aufzuräumen, denn&amp;nbsp;morgen kommt uns Herr Kerner besuchen und weil er Kameras mitbringt, muss man ja wenigstens alibimäßig ein bißchen das Playmobil unter die Couch schieben und Kissen knicken. Also, danke Herr Kerner, sagt mein Mann, Sie können ruhig öfter kommen. &lt;br /&gt;
Vielleicht hab ich das nächste Mal auch dann keinen Pickel am Kinn. Das sage ich. &lt;/div&gt;
&lt;table cellspacing="0"&gt;&lt;tbody&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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&lt;/tbody&gt; &lt;/table&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5274528999735162604-7509049917029437492?l=sixinjapan.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/ntYBdSFLlaV0v3M0pzIRWWCvKnY/0/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/ntYBdSFLlaV0v3M0pzIRWWCvKnY/0/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;
&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/ntYBdSFLlaV0v3M0pzIRWWCvKnY/1/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/ntYBdSFLlaV0v3M0pzIRWWCvKnY/1/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/blogspot/CECPK/~4/N5IXO-QDqTg" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://sixinjapan.blogspot.com/feeds/7509049917029437492/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://sixinjapan.blogspot.com/2011/11/ramen-hunger.html#comment-form" title="2 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/5274528999735162604/posts/default/7509049917029437492?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/5274528999735162604/posts/default/7509049917029437492?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/blogspot/CECPK/~3/N5IXO-QDqTg/ramen-hunger.html" title="RAMEN-HUNGER oder   ラーメンに飢えた" /><author><name>six in Japan</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15267163111101392339</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="31" height="21" src="http://3.bp.blogspot.com/_OMAEWToMd9g/Srsy4eqAE0I/AAAAAAAAAAY/VfqN_yIMQj8/S220/family096.JPG" /></author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="http://4.bp.blogspot.com/-WzqPpy6s11I/TsHl5NpL-qI/AAAAAAAAAKI/Q7ivGyPpct4/s72-c/IMG_0265%255B1%255D.JPG" height="72" width="72" /><thr:total>2</thr:total><feedburner:origLink>http://sixinjapan.blogspot.com/2011/11/ramen-hunger.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;CEAHRX0zfSp7ImA9WhRTFE0.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-5274528999735162604.post-4677308727982585792</id><published>2011-11-04T18:59:00.000+09:00</published><updated>2011-11-04T19:32:14.385+09:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2011-11-04T19:32:14.385+09:00</app:edited><title>Kyoto  - 京都市</title><content type="html">&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-cGQ3gcxQCS8/TrOcHH8t-0I/AAAAAAAAAHA/qZO8C-CRTJA/s1600/P1080032.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://2.bp.blogspot.com/-cGQ3gcxQCS8/TrOcHH8t-0I/AAAAAAAAAHA/qZO8C-CRTJA/s200/P1080032.JPG" width="150" /&gt;&lt;/a&gt;Im Reisen sind wir spitze. Wenn wir mal unterwegs sind. Wir lieben Aufbrüche im Morgengrauen. Zumindest manche von uns.&amp;nbsp;Mit "manche" meine ich ein Sechstel der Familie, nämlich&amp;nbsp;meinen Mann. Er&amp;nbsp;macht grundsätzlich denVorschlag, das Haus vor dem Frühstück zu verlassen und in den Sonnenaufgang hinein zu fahren, So stellt er sich das vor, ganz cowboymäßig.&lt;br /&gt;
Für uns andere ist das zusammengesetzte Wort Morgen-GRAUEN schon ganz richtig gewählt... &lt;br /&gt;
Natürlich fällt ihm dann ein, dass er ja vielleicht doch gerne einen Kaffee vorher hätte und die Kinder wahrscheinlich auch irgendwann Hunger bekommen - wenn wir Glück haben natürlich just in dem Moment, in dem ein Starbucks vor uns auf der Autobahn auftaucht - also quasi nie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besser&amp;nbsp; man ist vorbereitet. Das heißt, am Abend vorher müssen mindestens 12 Brote geschmiert, Gemüse geschnippelt, Gummibärchen, Getränke und, wenn wir es besonders gut meinen auch noch Eier hartgekocht werden. Das ist dann das, was mein Mann einen frühen Aufbruch ohne großen Aufwand nennt. Aber auf jeden Fall unverzichtbar, denn wenn man weiß, dass man eine Weile unterwegs ist, muss man spätestens beim Auffahren auf die Autobahn anfangen zu essen - und darf keinesfalls vor Erreichen des Ziels damit aufhören und dabei ist es völlig egal, ob man Hunger hat oder nicht - sonst ist es kein Urlaub und gilt nicht.&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-Q61t5yzj-ik/TrObWwy-9wI/AAAAAAAAAGw/zhFK8Qzx-20/s1600/P1080485.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://4.bp.blogspot.com/-Q61t5yzj-ik/TrObWwy-9wI/AAAAAAAAAGw/zhFK8Qzx-20/s200/P1080485.JPG" width="150" /&gt;&lt;/a&gt;Nicht, dass uns das daran hindern würde, an jeder zweiten Raststätte Kaffee, Klo oder sonst irgendwas zu brauchen. Für meine Kinder würde so eine Raststättenbefahrung als Urlaubsprogramm auch eigentlich völlig ausreichen. &lt;br /&gt;
Sie finden die Automaten mit kleinen Kaugummis, Autos, Puppen oder "garantierten" Gewinnen von Gameboys usw so faszinierend, da brauchen die keine Tempel in Kyoto. &lt;br /&gt;
Paulina ist sowieso zufrieden, solange ihr Handy Empfang hat und das ist in Japan quasi überall. &lt;br /&gt;
Aber da wären ja auch noch wir Eltern - und wir wollen nun mal endlich ein bisschen was von Japan sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Glück findet&amp;nbsp;Holger&amp;nbsp;übrigens auch&amp;nbsp;Autofahren&amp;nbsp;mitten in der Nacht&amp;nbsp;großartig und behelligt mich wenigstens damit nicht -&amp;nbsp; oder aber sein Sicherheitsbedürfnis ist doch präsenter als ich dachte. &lt;br /&gt;
Ich selber kann so früh nämlich noch gar nichts. Schon gleich gar nicht Auto fahren, denken, oder Kinder ertragen, die mit dem gleichen Bedürfnis gesegnet sind wie ich, in der Früh weder zu sprechen noch irgendwelche wesentlichen Tätigkeiten wie "gehen" "antworten" oder sich "beteiligen" auszuführen. Nein, wir können das alle nicht leiden. &lt;br /&gt;
Wir reagieren im Gegenteil enorm unentspannt auf Menschen, die um nachtsschlafende Zeiten FRÖHLICH und ENERGIEGELADEN sind. Da kriegen wir sofort einen akuten (und leider langanhaltenden) Anfall von Kopfschmerz mit schlechter Laune. &lt;br /&gt;
Trotzdem. Mein Mann ist unverbesserlich. Und wenn ich mir auch sonst noch so sehr wünsche, dass er mit mir spricht (welche Ehefrau tut das nicht? Also ich meine, Gespräche über Gott und die Welt oder gar Gespräche, die mit einer FRAGE - und zwar seinerseits - beginnen und die nichts mit dem zubereiten der nächsten Mahlzeit zu tun hat) - in diesem Moment kann ich es nicht so gut aushalten. Da finde ich es schon eine Zumutung, dass in Japan die Sonne um 6 (oder sogar noch früher!) aufgeht. Schrecklich! Es hilft auch nichts, wenn ich die größte und schwärzeste Sonnenbrille aufsetze - um diese Uhrzeit gehören meine Augen geschlossen. Genauso wie der Rest meiner Sinnesorgane.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um es also in einem Satz zu sagen: Bevor wir tatsächlich unterwegs sind, bereuen wir alle längst, uns überhaupt auf diese gemeinsame Reise eingelassen zu haben, stellen Verwandtschaft, Ehe und andere Gemeinsamkeiten in Frage und sind alle überzeugt, dass wir so was nie nie wieder machen. Wer nicht bis Kilometer eins gesagt hat, er bleibt sowieso viel lieber alleine zu hause, der kann auf gar keinen Fall mein Fleisch und Blut sein. &lt;br /&gt;
&amp;nbsp;Aber da mein Mann uns hartnäckig gut gelaunt&amp;nbsp;ignoriert und anstatt anzuhalten dem jeweiligen Urlaubs-Saboteur einfach ein Schinkenbrot reicht (und ich sage euch, es funktioniert!) sind wir irgendwann alle doch im Auto, wach, satt und viel zu bequem um die mittlerweile zurückgelegten Kilometer wieder zurückzulaufen. Kurz und gut: Wir kommen gnädigerweise doch alle mit. Wie es wäre, wenn wir mit dem Shinkansen gefahren wären, kann ich mir nur unter Qualen, dafür aber sehr lebhaft vorstellen. &lt;br /&gt;
&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-U2k9XHSqhvI/TrOavh21GXI/AAAAAAAAAGI/EQ7hPyq9SWw/s1600/P1080431.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://1.bp.blogspot.com/-U2k9XHSqhvI/TrOavh21GXI/AAAAAAAAAGI/EQ7hPyq9SWw/s200/P1080431.JPG" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Im Falle unserer Bleibe in Kyoto hatten wir uns für eine Jugendherberge entschieden. Bescheiden wie wir sind, jawohl. Ein Sechsbettzimmer mit drei Stockbetten, Gemeinschaftsbad, Küche und Oropax für alle. Das nenne ich Urlaub. Aber gut, immerhin hat "K-house" eine Telefonnummer und das ist wichtig. Denn das Tolle in Japan ist, dass man nur die Telefonnummer ins Navi eingeben muss, um die Zielführung  zu starten. Alles andere würde uns sowieso völlig überfordern. Und man kommt wie durch ein Wunder immer an der richtigen&amp;nbsp;Stelle - oder zumindest in der Nähe - an.&lt;br /&gt;
Wir haben diesesmal sogar einen Reiseführer dabei und finden es großartig, dass hier offensichtlich auch&amp;nbsp;jeder Tempel eine Telefonnummer hat. Das erhöht in unserem Fall enorm die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns tatsächlich einen anschauen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf unserem Weg dorthin liegt &amp;nbsp;aber auch das vielgerühmte Miho- Museum.&lt;br /&gt;
Wir hatten gehört, man müsse es sich auf jeden Fall anschauen. Die Architektur und Lage seien unglaublich. Sogar unsere Kinder ließen sich interessieren - dadurch, dass wir ihnen erzählt haben, dass es einer schwer kritisierten Sekte gehört. Der Unterschied von kritisiert und kriminell war&amp;nbsp;ihnen zum Glück&amp;nbsp;nicht sofort klar und so gerieten sie ins Schwärmen über dubiose Gestalten, Folterkammern und höchst geheime Machenschafften. Fluchtgänge. Ninjas. Was man sich&amp;nbsp;halt&amp;nbsp;so unter einem Museum vorstellt. &lt;br /&gt;
Das Miho-Museum liegt inmitten eines riesigen Waldes in den Bergen vor Kyoto. Als wir von der Hauptstraße abbogen und das erste Mal einen Blick auf den einsamen, schmalen dunklen und gewundenen Pfad bergauf werfen konnten, verdunkelte sich der Himmel. Keine Menschenseele irgendwo unterwegs. Das "Miho-Museum"-Schild baumelte einsam im böigen Wind. Ich bin mir sicher, wenn wir das Fenster aufgemacht hätten, hätten wir das Knarren und Quietschen gehört. Haben wir uns aber nicht getraut. Der vorhin vielgerühmte Handy-Empfang: Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotzdem, da wollten wir hin. Vorsichtshalber&amp;nbsp;haben wir vorher nochmal vollgetankt. &lt;br /&gt;
Immer steiler und einsamer wurde der Weg. Rechts und links immer mal wieder Pfade, die ins dunkle Dickicht führten. Vögel kreisten über unseren Köpfen. Nein - keine Geier.&lt;br /&gt;
Plötzlich öffnet sich vor uns der Wald und gibt den Blick frei auf ein großes&amp;nbsp;Metall-Tor. &lt;br /&gt;
Wir überlegen uns, wer&amp;nbsp;klingeln gehen muss und entscheiden 5:1 für Holger. &lt;br /&gt;
Aber er darf im Auto direkt hinfahren.&amp;nbsp;Ja, das edle Geschlecht der Hutzenlaubs zeichnet sich wieder einmal durch Entschlusskraft und Mut aus. Und durch praktisches Denken.&amp;nbsp;Beim näher ans&amp;nbsp;Tor&lt;span style="background-color: yellow;"&gt; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
fahren entdecken wir ein Schild: "Montags geschlossen". &lt;br /&gt;
Irgendwie sind wir alle ein bisschen erleichtert. Ja, erleichtert, aber auch enttäuscht. Bleibt uns nichts weiter übrig, als direkt nach Kyoto zu fahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstaunlicherweise finden wir Kyoto auf Anhieb und unsere Telefonnummern-Navi-Eingabe bringt uns sogar in die richtige Gegend. Schließlich landen wir aber doch in einem Einbahnstrassen-Gewirr und&amp;nbsp;nachdem wir uns erfolgreich so lange um uns selber gedreht haben, dass wir noch nich tmal mehr wissen, woher wir kamen, beschließt mein Mann zu fragen und das will was heißen, schließlich, wie gesagt, ist er ein Mann. Was ist nur das Männer-Problem beim Nach-dem-Weg fragen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-COkqgehU9mY/TrOhBvrepqI/AAAAAAAAAII/iXUvU9Bg5A8/s1600/P1080320.JPG" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://4.bp.blogspot.com/-COkqgehU9mY/TrOhBvrepqI/AAAAAAAAAII/iXUvU9Bg5A8/s200/P1080320.JPG" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;Wir treffen auf einen mitteljungen Mann, der sich hier offensichtlich ein bisschen auskennt und sich zumindest unserer minikleinen google-maps Karte annimmt. Nach 2&amp;nbsp;Jahren in Japan können wir&amp;nbsp;sogar rechts (migini) und links (hidari) auf japanisch verstehen.&amp;nbsp;Unser Ziel scheint also in greifbarer Nähre.... &lt;br /&gt;
Allerdings befinden wir uns in einem sehr alten,&amp;nbsp;also sehr engen&amp;nbsp;Viertel Kyotos, wir haben ein großes Auto und hinter uns kommen zwei Busse.&lt;br /&gt;
Man kann den Japanern sicher&amp;nbsp;das eine oder andere vorwerfen, ungeduldig sind&amp;nbsp;sie aber auf&amp;nbsp;keinen Fall. Ganz im Gegenteil. Unser ortskundiger Helfer bittet also Holger, erstmal das Auto zu verlassen, damit er ihm den Weg besser erklären kann. Dafür muss Zeit sein. Hinter den Bussen befinden sich mittlerweile sicher noch ein paar Autos, bisher hupt aber keiner, also drehen und wenden die zwei Männer die Karte ein paarmal, um sie optimal auf unseren Standort einzustellen. &lt;br /&gt;
Dann&amp;nbsp; - offensichtlich ist&amp;nbsp;es ganz einfach, nur für uns wieder nicht ersichtlich,&amp;nbsp;bedankt sich Holger bei dem Mann und signalisiert ihm, dass er jetzt alleine klar käme. "Domo arigatoo! ". Das geht so aber nicht, denn der Mann hat ja jetzt eine Verantwortung zu tragen und ganz klar hat er auch seinen Stolz. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder plötzlich glauben würde, er wüsste schon, wo es langgeht? &lt;br /&gt;
Nein nein, er geht auf gar keine Fall. Kein Problem. Wirklich. Wir haben keine Chance. Sein nächster Vorschlag sieht vor, dass Holger und der Mann ein Stück Richtung Hauptstrasse&amp;nbsp;laufen. &lt;br /&gt;
Maria, immer noch ganz geprägt vom Miho-Museum vermutet sogleich eine potentielle Entführung. Offensichtlich denkt der Busfahrer hinter uns das auch - oder was ganz Ähnliches - auf jeden Fall hupt er.&amp;nbsp;Vorsichtshalber mache ich mich auf dem Beifahrersitz klein, nicht, dass hier irgendjemand denkt,&amp;nbsp;ICH könnte das Auto vielleicht wegfahren. &lt;br /&gt;
Zum Glück ist das aber den beiden Männern&amp;nbsp;(oder zumindest meinem) auch klar und sie kommen zurück. Maria ist ein bisschen beruhigt, aber in unserer Routenfindung sind wir keinen Schritt weiter und die Schlange hinter uns&amp;nbsp;geht mittlerweile bestimmt schon fast bis Tokio. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es&amp;nbsp;ist immer noch keiner ausgestiegen und hat uns angebrüllt. &lt;br /&gt;
Da beschließt der Mann, dass es für ihn überhaupt kein Problem ist, zu uns ins Auto zu steigen und uns den Weg selber bis ganz vor die Herberge zu zeigen. Nein,&amp;nbsp;überhaupt kein Aufwand. Bevor wir es nicht finden, lieber so. Maria protestiert, ich fege kurz die Schinkenbrotkrümel zusammen, stopfe Schokopapiere in meine Handtasche und zwänge mich zu den Kindern.&amp;nbsp;Er steigt ein. Wir fahren. Was sind schon 20 Minuten im Vergleich zu einem ganzen Leben? &lt;br /&gt;
Erstaunlich und faszinierend ist allein die Tatsache, dass der Busfahrer garantiert trotzdem pünktlich ans Ziel kommen wird. Das können nur Japaner. An der Herberge angekommen, bedankt er sich (??) und geht seines Wegs - ja, er besteht darauf, zu Fuß weiterzugehen. also, so schlecht ist Holger dann auch wieder nicht gefahren.....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-0lj2O1GnzYU/TrOfytM3lUI/AAAAAAAAAHY/-P4wMcprpeg/s1600/P1080089.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://2.bp.blogspot.com/-0lj2O1GnzYU/TrOfytM3lUI/AAAAAAAAAHY/-P4wMcprpeg/s200/P1080089.JPG" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-2fnkrKdIslk/TrOfOmnFNMI/AAAAAAAAAHI/7sS2HQHtsgo/s1600/P1080114.JPG" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-2fnkrKdIslk/TrOfOmnFNMI/AAAAAAAAAHI/7sS2HQHtsgo/s200/P1080114.JPG" width="150" /&gt;&lt;/a&gt;Am nächsten Morgen besichtigen wir als Erstes&amp;nbsp;den "Kiyomizu-dera"-Tempel. Zum Glück sind wir früh dran, denn natürlich füllt sich so ein Platz sehr schnell. Wir bewundern die&amp;nbsp; bis zu 10 Meter hohen Holzstelzen, auf denen der Tempel steht und laufen den gewundenen Pfad zu dem Wasserfall, der dem Tempel seinen Namen gab: Kyomizu dera - reines Wasser. "Der Wasserfall befindet sich unterhalb vom Haupttempel und es gehört zur Pflicht bei einem Besuch des Kiyomizu Dera, einen Schluck Wasser mit einer Schöpfkelle aus dem Wasserfall zu trinken. Der Wirkung des Wassers wird Gesundheit, ein langes Leben und Erfolg zugesprochen". Mist. Und wir gingen davon aus, dass man sich was&amp;nbsp;wünschen darf, wen man daraus trinkt und den Wunsch keinem verrät. Also William wollte gerne ein Playmobil-Schiff. &lt;br /&gt;
&amp;nbsp;Um die Ecke&amp;nbsp;des Tempels&amp;nbsp;&amp;nbsp;ist der Jishu-jinja Schrein, der dem Gott der Liebe geweiht ist und dem Glück in der Liebe auf die Sprünge helfen kann.&amp;nbsp;Da MÜSSEN wir hin. Auch wenn Holger die Augen verdreht. Wir anderen sind romantisch. Gut, William schaut sich schon Mal um, ob irgendwo sein Schiff daher kommt, aber wir Mädels steigen die Treppen zum Tempel hoch. &lt;br /&gt;
&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-4sixykrJKTI/TrOgtUJ1CcI/AAAAAAAAAIA/r5dUlFmTn3A/s1600/P1080196.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://2.bp.blogspot.com/-4sixykrJKTI/TrOgtUJ1CcI/AAAAAAAAAIA/r5dUlFmTn3A/s200/P1080196.JPG" width="150" /&gt;&lt;/a&gt;Dort gibt es zwei Steinbrocken die ca 10 Meter auseinander liegen. Wenn man es schafft, mit geschlossenen Augen von einem zum anderen zu gehen, wird einem die Liebe im nächsten Jahr begegnen. So haben wir das verstanden. Was allerdings passiert, wenn man es nicht schafft, wollen wir gar nicht wissen.&amp;nbsp;Paulina findet es selbstverständlich total peinlich mit&amp;nbsp;&lt;span style="background-color: yellow;"&gt;&lt;span style="background-color: white;"&gt;geschlossenen&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="background-color: white;"&gt;Augen durch die Gegend zu laufen, aber&lt;/span&gt;&amp;nbsp;Maria ist da unerschrocken. Leider ist es ziemlich voll und Japaner mögen Körperkontakt ja eher nicht so, aber für die Liebe kann man ja mal eine Ausnahme machen, nicht wahr, denkt sich Maria. Am Ende&amp;nbsp; hat sie zwar den Stein nicht getroffen, aber dafür mindestens drei japanische Jungs über den Haufen gelaufen, die sie allesamt um ein Foto bitten.&lt;br /&gt;
Aha. So funktioniert der Stein also! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-5HfSJVPq-2M/TrOgI9DizwI/AAAAAAAAAHo/STQT4g38AdM/s1600/P1080157.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://3.bp.blogspot.com/-5HfSJVPq-2M/TrOgI9DizwI/AAAAAAAAAHo/STQT4g38AdM/s200/P1080157.JPG" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;Außer uns befinden sich mittlerweile gefühlte Millionen Touris vor Ort - hauptsächlich aber japanische Schulklassen mit ihren Englischlehrern, die die&amp;nbsp;Aufgabe haben, die&amp;nbsp;&amp;nbsp;sich in der Unterzahl&amp;nbsp;befindlichen Ausländer anzusprechen und sie am Ende zu einem gemeinsamen Foto zu überreden. Besonders scharf sind sie dabei auf William, den sie extrem kawaii (also süß) finden. Leider ist er nicht so sehr begeistert von der Aussicht tausendfach mit Victory-Zeichen machenden japanischen Teenies fotografiert zu werden, da müssen sie halt uns andere nehmen. Wir sind zwar nicht so kawai, aber dafür gerne auf japanischen Sightseeing-Bildern. &lt;br /&gt;
I&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-iiPJC_2No84/TrOa7xuXCII/AAAAAAAAAGY/QOvuYF7ndGU/s1600/P1080409.JPG" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://4.bp.blogspot.com/-iiPJC_2No84/TrOa7xuXCII/AAAAAAAAAGY/QOvuYF7ndGU/s200/P1080409.JPG" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-DKosBm6kN5k/TrOgbMVlgvI/AAAAAAAAAH4/gK1NbwdqtQo/s1600/P1080201.JPG" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://1.bp.blogspot.com/-DKosBm6kN5k/TrOgbMVlgvI/AAAAAAAAAH4/gK1NbwdqtQo/s200/P1080201.JPG" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;rgendwann erlöst uns der&amp;nbsp;sogenannte Philosophenweg, ein alter wunderschöner Steinweg vom "Liebes-Tempel" in die Stadt, mit traditionellen Häusern auf beiden Seiten, in denen sich &amp;nbsp;kleine tolle Kunsthandwerkläden befinden. Wir Damen geraten in Verzückung - Holger in Schnappatmung. Offensichtlich der perfekte Zeitpunkt, das fürs Miho-Museum gesparte Eintrittsgeld unter die Leute zu bringen? Ganz plötzlich wird uns klar, wie dringend wir winzige Soja-Saucen-Kredenzfläschen und passende Untersetzer, sowie eine winkende Katze (ach was eine - mindestes zwei!)und eine in anmutiger Pose verharrende Maiko-Puppe brauchen. William ist mehr für ein kleinen Ninja-Schwert als Schlüsselanhänger und einem großen aus Holz zum Spielen. Holger ist für Williams Wahl - die muss man nicht abstauben.&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-s1tSPsP0nwM/TrOgQ4l4DfI/AAAAAAAAAHw/pvVfez8IB1c/s1600/P1080179.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://1.bp.blogspot.com/-s1tSPsP0nwM/TrOgQ4l4DfI/AAAAAAAAAHw/pvVfez8IB1c/s200/P1080179.JPG" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;Voll ungerecht - Immer kriegt William alles! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich, also seine Erziehungsberechtigte sage ihm, er solle&amp;nbsp;DIE WAFFEN zurücklegen, schließlich hat er ja schon ein kleines Schwert plus ca 15 weitere zuhause. Er schaut mich entrüstet an und sagt: "Du kannst hier gar nichts bestimmten! Du bist nicht meine Mutter!" &lt;br /&gt;
Gut, ich bin nicht seine Mutter. Nie wieder,&amp;nbsp;NIE WIEDER&amp;nbsp;stehe ich nachts auf und tröste, schmuse, verarzte und verwöhne (ja offensichtlich habe ich da ein wenig über die Stränge geschlagen) dieses kleine blonde Kerlchen! Dann kann er mal sehen, wer hier am längeren Hebel sitzt! HA! Und damit das auch ordentlich klar wird, besuchen wir jetzt grad nochmal einen Tempel! Gibt ja an jeder Ecke mindestens einen! &lt;br /&gt;
Da wäre zum Beispiel der Sanjusangen-Do, in dem 1001 Krieger-Statuen stehen, oder ... ...oder - "doch, Mama, doch! Du bist die beste und einzige Mama! Wirklich! Von uns allen!" &lt;br /&gt;
Pfff. Banausen! &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-so2k6D89yi4/TrOkFBPvBtI/AAAAAAAAAIw/RPrVEKaVUmk/s1600/P1080412.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://1.bp.blogspot.com/-so2k6D89yi4/TrOkFBPvBtI/AAAAAAAAAIw/RPrVEKaVUmk/s200/P1080412.JPG" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;Für einen Tempel lassen sie sich aber dann doch noch begeistern: &lt;br /&gt;
Den Fushimi Inari&amp;nbsp;Schrein,&amp;nbsp;&amp;nbsp;Inari gewdmet, dem Shinto-Gott von Reis und Sake. Und dem Fuchs, wenn ich es richtig verstanden habe. Auf jeden Fall ist hier&amp;nbsp;ja wohl für alle was dabei. &lt;br /&gt;
&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-zZun_KD7b_4/TrOa1DMPBXI/AAAAAAAAAGQ/GDAApQlEldM/s1600/P1080352.JPG" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://3.bp.blogspot.com/-zZun_KD7b_4/TrOa1DMPBXI/AAAAAAAAAGQ/GDAApQlEldM/s200/P1080352.JPG" width="150" /&gt;&lt;/a&gt;Viele viele knallrote Torii winden sich über mehrere Kilometer den Berg hinauf. Wunderschön. Die Kinder haben Spaß an der Katze, die uns begleitet und am Fotografieren. Einzig Paulina ärgerte sich über die extrem wesentliche Tatsache,&amp;nbsp;dass sie ein lila Sweatshirt trägt, das so unmöglich zu den roten Toriis aussieht, deshalb kann sie jetzt die schönen Bilder nicht auf facebook als Profilbilder hinzufügen. Ja, das ist schlimm. &lt;/div&gt;Und dann hatten wir uns noch ein typisches Kinderhighlight ausgedacht. Wir fanden, es wäre sicherlich schön, wenn sie nach all der Begeisterung, die sie für Touristen, kilometerlange Wanderwege und diverse Exponate sowie Schreine und Tempel&amp;nbsp; - empfinden - ahem - &amp;nbsp;mussten, auch noch was hätten, was sie einfach so gut finden. &lt;br /&gt;
Holgers Sekretärin hatte ihm nämlich ein Resort auf dem Heiweg ans Herz gelegt, das in japanischen Kreisen sehr begeistert besucht wird. &lt;br /&gt;
Uns hätte vielleicht der Name schon stutzig machen sollen: Shima spain village. &lt;br /&gt;
Ja, wir mögen Spanien. Und Japan natürlich sowieso - allein die Kombination von beidem ist - schwer vorstellbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-1aXAz8Gkq7s/TrObEf-pPZI/AAAAAAAAAGg/K37gAvGLgoI/s1600/P1080435.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-1aXAz8Gkq7s/TrObEf-pPZI/AAAAAAAAAGg/K37gAvGLgoI/s200/P1080435.JPG" width="150" /&gt;&lt;/a&gt;Der uns zugeteilte Page war rührend. Er verschwand beinahe hinter seinem Kofferwagen. Aber seine Aufgabe war eben nicht nur, unsere Taschen ins Zimmer zu bringen, sondern wir bekamen auch gleich noch die volle Tour. Wo die Notausgänge sind, welchen Weg man nach unten in die Halle nehmen kann, und sollte, wo die Restaurants sind, wie der Feuerlöscher funktioniert, wo wer welche Plastikschläppchen anziehen darf (im Onsen, im Zimmer UND im Restaurant) und natürlich auch die Yukata (nur im Zimmer und im Onsen - auf keinen Fall im Restaurant, bitteschön) nicht dass irgendjemand von uns auf die Idee gekommen wäre, sich in dieser Yukata irgendwo freiwillig der Öffentlichkeit preiszugeben, aber leider war es nicht nur so, dass man dieses japanische Bademantel-Kleidungsstück in den Onsen anziehen DURFTE, nein man MUSSTE.So kam es also, dass sich die komplette Familie glücklich (vorallem Holger war sehr sehr glücklich) und im Sonnenblumenprint-Bademantel, aufmachte, den Onsen zu suchen. Natürlich unter allergrößter Vermeindung der Eingangshalle.&lt;br /&gt;
Währendessen erholte sich der Page von seinen sprachlichen Bemühungen - von denen Holger behauptete, sie seien in spanisch gewesen. Ich war für englisch. Verstanden hatten wir beide nichts.&lt;br /&gt;
Aber unsere Kinder hatten die verschiedene Gänge natürlich längst und instinktiv erfasst, somit konnten wir uns die Halle und den anderen Gästen weitgehend unseren Anblick ersparen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Onsen ist übrigens eine heiße Quelle. Eine&amp;nbsp;riesengroße Badewanne&amp;nbsp;in der man sich ganz wunderbar entspannen kann. Man kann nicht darin schwimmen - das Wasser ist nicht tiefer als 40 cm, aber man kann prima darin herumliegen und wenn keine ausländischen respektlosen Kinder darin herumtollen, ist es wie Urlaub. &lt;br /&gt;
Oft befinden sich die Onsen draußen - wie auch hier - und man kann beim Sonnenuntergang aufs Meer gucken und warten bis man aufgeweicht und schrumplig ist.&lt;br /&gt;
Großartig. Die japanischen Damen, die mit uns im Wasser sitzen, finden das&amp;nbsp;offensichtlich&amp;nbsp;genauso großartig wie wir - was sie allerdings noch mehr fasziniert, sind wir. Denn wir sind riesig. Und verdrängen mindestens 50 % des sich im Becken befindlichen Wassers. &lt;br /&gt;
Ein Onsen ist was Tolles - mit dem für mich einzigen Nachteil, dass Tatoos nicht erlaubt sind. Nachdem früher Tätowierungen ein untrügliches Zeichen für die Zugehörigkeit zu den Yakuza war (also der japanischen Mafia) und die sich wohl häufig in Badehäusern getroffen haben und somit den Rest der Bevölkerung vom Baden abgehalten&amp;nbsp;haben (pfui!), darf man jetzt eben nicht mehr. Man sollte meinen, dass ich ziemlich eindeutig nichts mit irgendeinem japanischen Verbrechersydikat zu tun habe, aber man weiß es eben nicht, und außerdem ist dies eben mal wieder eine von diesen Regeln, die unter allen Umständen&amp;nbsp;eingehalten werden müssen, so dass mir klar ist: Wenn ich entdeckt werde, vielmehr mein Tatoo, bin ich raus. Nicht, dass ich großflächig bemalt wäre, aber ein Kleines gibt es doch. Und schon bin ich nicht mehr erwünscht. In den gemischen Onsen ist es nicht so wild, denn da tragen alle Badeanzüge, aber in den getrennten ist man nackig und da kann ich dann nur noch versuchen, mich unauffällig an der Wnad entlang zu bewegen.&lt;br /&gt;
Sieht super aus. Ins Wasser steigen ist nicht wirklich ein Problem, aber wieder raus, ohne dem sowieso uns beobachtenden Publikum meine Kehrseite zu präsentieren, ist eine extrem ungrazile Gratwanderung. Leider fällt mir das natürlich erst ein, als ich schon mal drin bin. &lt;br /&gt;
Ich fühle mich wieder mal&amp;nbsp;riesig wohl&amp;nbsp;zwischen all den kleinen, zarten, wohlproportinierten Japanerinnen, die genetisch verwöhnt sind und offensichtlich mehr Beherrschung an den Tag legen in&amp;nbsp;Punkto Nahrungsmittelaufnahme als&amp;nbsp;ich. Ich sage mir selber aufmunternd, dass das Hotel wenigstens viel viel Wasser spart, wenn ich im Becken sitze. &lt;br /&gt;
Neben dem Becken gibt es mehrere Reihen mit umgedrehten Eimern, auf denen man sitzen kann. Vor&amp;nbsp;den&amp;nbsp;Eimern eine Wand&amp;nbsp;mit Spiegeln und kleinen Plastikwännchen, sowie Shampoo, Spülung, Duschgel,einem Reinigungsschaum fürs Gesicht und natürlich einem eigenen&amp;nbsp;Duschschlauch für jeden. Da sitzen also die Japanerinnen neben einander&amp;nbsp; - Po an Po - und waschen sich. Ist echt interessant, dass sich das aufrechterhalten hat. Ich bin mir sicher, es gibt mittlerweile in fast jeden Haus oder jeder Wohnung ein Bad - aber das öffentliche Badehaus scheint sich trotzdem durchzusetzen. &lt;br /&gt;
Zumindest meine Kinder sind begeistert: Sitzen da zu dritt neben einander auf den Eimern und haben nicht zu knapp grünen Reinigungsschaum im Gesicht. Da ich&amp;nbsp;mich ja nicht dazu setzen kann, denn dann müsste ich meine Tarnung an der Wand aufgeben und vorallem auch das kleine Handtuch, das mich im Monment rettet, stehe ich also da und beobachte die Mädels, die sich hier verhalten, als ob sie in ihrem Leben noch nie Seife oder Shampoo benutzen durften. Ja, sie sind ein bißchen verschwenderisch und es ist mir auch ein wenig peinlich, aber erstens sind sie seit Langem mal wieder garantiert überall sauber und offensichtlich sind sie sich ihrer stärkeren Position auch bewusst, denn sie bewegen sich kein Stück in Richtung Ausgang. Mein "kommt jetzt bitte" wird mit einem frechen Grinsen und Wasserspritzen in meine Richtung kommentiert. Kein Respekt haben die! Leider greift jetzt auch meine Tempel-Sightseeing-Drohung nur wenig...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frauen gucken schon. Peinlich. Die Mädels werfen sich mittlerweile Schaumfäuste zu. Das ist bestimmt nicht erlaubt. Und sie lachen sich dabei kaputt. Ich gehe davon aus, dass hier bestimmt eigentlich andächtige Entspannungs-Stille herrschen sollte. &lt;br /&gt;
Natürlich wäre ich längst alleine gegangen - und ich halte diese Alternative immer noch für die beste - wenn ich nicht davon ausgehen müsste, dass sie sich&amp;nbsp;dann noch unmöglicher benehmen würden - und vorallem, wenn ich den Weg zurück in unser Zimmer kennen würde. &lt;br /&gt;
Doch schließlich (und meine Schadenfreude lässt sich nur schwer verbergen) hat Lilli in ihrem Sauberkeitsbedürfnis wohl das eine oder andere Beauty-Produkt verwechselt - auf alle Fälle hält sie mir mit zusammengekníffenen Augen den Desinfektions-Schaum für Oberflächen entgegen und jetzt will auch&amp;nbsp;sie&amp;nbsp;unverzüglich gehen.&lt;br /&gt;
Auf unserem Rückweg kommen wir am Restaurant vorbei. Ist zwar noch nichts los, aber sicher trotzdem ein Segen, dass keiner&amp;nbsp;einen Blick auf unsere Sonnenblumen-Karawane&amp;nbsp;werfen konnte. &lt;br /&gt;
Allerdings riecht es lecker und wir stellen fest: Onsen macht hungrig.&lt;br /&gt;
Und so machen wir uns, nachdem wir uns selbstverständlich umgezogen und gegen das Tragen von den uns zugedachten Plastikschlappen entschieden haben, auf in das (spanische) Restaurant. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt waren wir gar in einem Spanischen Hotel gelandet, was natürlich für japanische Verhältnisse extrem exotisch und somit schon der Ausbund an Luxus ist - und die Kinder hatten Hunger. In dem logischerweise ebenfalls spanischen Restaurant gab es spanische Speisen wie zum Beispiel Paella oder gegrillten Tintenfisch. Es ist nicht so, dass wir nicht bereit gewesen wären, für einen kleinen Teller Paella 60 Euro auszugeben - wir wussten schlicht, dass unsere Kinder spätestens bei den darin befindlichen Muscheln den Hals strecken würden. Also gab es für sie die allgegenwärtigen Spagetti Bolognese (sehr spanisch!) und für mich ein Curry (dito)&amp;nbsp; - Holger ging den&amp;nbsp;echten&amp;nbsp;spanischen Weg und entschied sich für gegrillte Gambas, von denen er glaubte, dass sie&amp;nbsp; - als ein in Japan häufig verzehrtes Nahrungsmittel - sicherlich auch in der spanischen Variante zur Bestellung geeignet wären. Außerdem waren sie ein ebenfalls bezahlbares Gericht auf einer Karte, die sonst vorallem eher &lt;br /&gt;
hochpreisig angelegt war. &lt;br /&gt;
Es war nicht so einfach, mir das Lachen zu verkneifen, aber ich hielt mich wacker. Wir alle bekamen unser Essen in überschaubaren aber für die hiesigen Verhältnisse normalen Portionen. Dann kam Holgers Teller, auf dem der Küchenchef liebevoll 2 Gambas angerichtet hatte. Also, immerhin 2 ganze. Mit Kopf. Gut, es war noch ein Löffel Salat dabei, kann man nicht meckern. &lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu sonst aßen die Kinder zu Holgers Unglück alles auf. Aber mein Mann ist ja&amp;nbsp;Kummer &amp;nbsp;gewöhnt, schließlich lebt er ja schon lange mit uns zusammen und muss immer an angsteinflößenden Toren klingeln, Haare aus Gullis entfernen, Getränke einkaufen und&amp;nbsp; Fahrräder reparieren - kurz: er hat er nicht leicht. Dass er jetzt auch noch Hungern muss, hat er fast schon erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir entschieden uns überraschenderweise dagegen, einen Tisch für das Frühstück am nächsten Morgen zu reservieren und machen uns statt dessen gleich auf zu einen Convenient-Store (kurz "konbini") den wir zum Glück ein paar Kilometer vor dem Hotel entdeckt hatten. Holger bekam ein Sandwich und ein Bier und wir alle Toast und Marmelade, sowie Instant-Kaffee und ein Joguhrt fürs Frühstück. Was für ein Glück dass es in den japanischen Hotels meistens Wasserkocher gibt. Und überall im ganzen Land an jeder Ecke 24 Stunden&amp;nbsp;geöffnete&amp;nbsp;kleine Läden, in denen man&amp;nbsp;alles kaufen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-jR6bqvPJgQA/TrObPz2hvnI/AAAAAAAAAGo/vA4UfgA2NjU/s1600/P1080472.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://4.bp.blogspot.com/-jR6bqvPJgQA/TrObPz2hvnI/AAAAAAAAAGo/vA4UfgA2NjU/s200/P1080472.JPG" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;Die Kinder waren sowieso völlig aus dem Häuschen über die Aussicht auf den Besuch des Vergnügungsparks nebenan am nächsten Morgen. Versprochen ist versprochen - auch wenn wir uns in einer der schönsten Gegenden Japans befanden, der Himmel blau und die Möglichkeiten zahlreich waren. Immerhin war es ihnen nach einem halben Tag in der Achterbahn so schlecht, dass sie freiwillig ins Auto stiegen und mit uns die Prefektur Mie und die Stadt Ise ansteuern konnten. &lt;br /&gt;
Wir Erwachsenen wollten uns nämlich den Ise-Schrein anschauen&amp;nbsp; - das höchste shintoistische Heiligtum des Landes. Die Kinder bevorzugten es, im Auto zu bleiben, in der stillen Hoffnung, ihre Gesichtsfarbe wieder unter Kontrolle zu bringen. &lt;br /&gt;
Als wir allerdings nach der&amp;nbsp;Besichtigung &amp;nbsp;und der darauffolgenden Fahrt entlang der Küste von Mie anhielten um&amp;nbsp;ein bißchen in Treibgut zu stöbern und dabei tolle Muscheln fanden, waren sie fast wieder hergestellt. &lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;In dieser Gegend rund&amp;nbsp;um Toba&amp;nbsp;gab es früher die berühmten Perlentaucherinnen, die 30 meter und mehr in die Tiefe tauchten, nur mit einem Messer und einem schwimmenden Korb bestückt, und die Perlen unter Wasser "ernteten" - natürlich nicht mit Sauerstoffflaschen, sondern nur mit Luftanhalten und das mehrere Minuten lang.Wahnsinn. &lt;br /&gt;
Wir wären mehr für die Variante "Familie aus Deutschland findet zufällig zahlreiche Perlen am Strand und ist jetzt unfassbar reich" gewesen, aber leider leider....&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-jgykZOwrypI/TrOnPAXK2lI/AAAAAAAAAJA/USzjlLJR-5U/s1600/P1080267.JPG" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://2.bp.blogspot.com/-jgykZOwrypI/TrOnPAXK2lI/AAAAAAAAAJA/USzjlLJR-5U/s200/P1080267.JPG" width="150" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-YYeg9W1aLOQ/TrOjooPQ1uI/AAAAAAAAAIY/ZFbQlpnhbBE/s1600/P1080329.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://3.bp.blogspot.com/-YYeg9W1aLOQ/TrOjooPQ1uI/AAAAAAAAAIY/ZFbQlpnhbBE/s200/P1080329.JPG" width="150" /&gt;&lt;/a&gt;Auch sonst aber war es ein unvergleichlicher Urlaub, wenn man bedenkt, dass wir nur drei Nächte weg waren und ich euch noch gar nicht vom Karaoksingen erzählt habe, oder vom Besuch im historischen Gion-Viertel und unser unverhofftes und auf wenig Begeisterung stoßendes aber ausversehenes Eindringen in die Dreharbeiten einer echt schrillen japanischen Fernsehsendung vor Ort&amp;nbsp; - mit einem Moderator, der so groß ist wie ich und pinkfarbene Zöpfe und neidisch machende Highheels trug, dass wir aus Versehen und ohne es zu merken echt vielSpaß miteinander hatten und absolut vergaßen, dass wir ja eigentlich nie wieder und&amp;nbsp;schon gar nicht miteinander unterwegs sein wollten und natürlich, dass wir selbstverständlich den goldenen Pavillion-Tempel (Kinkaku-ji)&amp;nbsp; &lt;br /&gt;
&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-39h_FG5-FfE/TrOnX5glFcI/AAAAAAAAAJI/UOvwQ451JIA/s1600/P1080280.JPG" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://3.bp.blogspot.com/-39h_FG5-FfE/TrOnX5glFcI/AAAAAAAAAJI/UOvwQ451JIA/s200/P1080280.JPG" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;besichtigt haben und unglaublich schön fanden, nebenan versuchten, unsere 1 Yen Stücke in eine Steinschale&amp;nbsp;zu treffen, was uns ewig-währenden Reichtum garantiert hätte (bleibt zu erwähnen, dass es nur William geschafft hat - und sofort durch die Absprerrung kletterte, um seinen Yen wieder zurückzuholen, was diese These bestätigt, aber so vermutlich nicht gemeint war.... )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass wir mit der Fähre zurück fuhren - was zumindest das Grün im Gesicht meiner Kinder wieder ein wenig auffrischte - und dass wir am Schluss fanden, ein Tag mehr mindestes sei in Zukunft Pflicht. &lt;br /&gt;
Es gibt ja tatsächlich noch so Einiges, was wir nicht gesehen haben - und ich bin mir sicher, uns wird die Zeit und die&amp;nbsp;Ferien nicht reichen, alles anzuschauen. Aber nach Hiroshima möchte ich unbedingt - genauso wie ich einmal nach Hakuba zum Skifahren will, nach Hokkaido und natürlich nach Kyushu. Nagoya. Kobe. Osaka? &lt;br /&gt;
Vermutlich müssen wir einfach noch eine Weile hierbleiben. Also, bis nächste Woche, &lt;br /&gt;
Sayoonara, Lucie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-cLUfYD62Bl8/TrOabN9yVSI/AAAAAAAAAGA/3cA1bBJDVU8/s1600/P1080487.JPG" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://3.bp.blogspot.com/-cLUfYD62Bl8/TrOabN9yVSI/AAAAAAAAAGA/3cA1bBJDVU8/s200/P1080487.JPG" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;P.S: Erstaunlicherweise haben wir auch nur ganz wenige Dinge verloren: &lt;br /&gt;
Lilli hat ihre Flip-flops in der Jugenherbege stehen lassen und ihren gelben Pulli irgendwo angebaut. Wo, weiß sie nicht und außerdem hat sie es auch nur gemerkt, weil es so kalt wurde. Zum Glück hat ihre fürsorgliche Schwester Maria für diesen Fall schon extra eine&amp;nbsp; zweite&amp;nbsp;Jacke eingepackt. Die bekommt Lilli aber nur, wenn sie sich zum Dank dafür von Maria mit Herblassung quälen läst. Nun, sie hat keine Wahl. Da es kalt ist, kann Maria sich wenigstens drauf verlassen, dass die Jacke am Ende auch wieder in Tokio ankommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-TfSx0QApEtY/TrOjxa-TrvI/AAAAAAAAAIg/m8vYLCqAPf0/s1600/P1080340.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-TfSx0QApEtY/TrOjxa-TrvI/AAAAAAAAAIg/m8vYLCqAPf0/s200/P1080340.JPG" width="150" /&gt;&lt;/a&gt;Paulina hat dafür&amp;nbsp;ihr Kopfkissen im&amp;nbsp;Hotel gelassen. 40 mal 40 cm großes Kissen. Mit ganz buntem Überzug. Übersieht man leicht. Dieses Kind - Verzeihung&amp;nbsp;Teenie - ging aber ja auch davon aus, dass&amp;nbsp;WIR das Kissen mit ins Auto nehmen. Natürlich machen wir das normalerweise selbstverständlich immer - genaus wie ihr die Zähne zu putzen und die Schuhe zuzubinden. Das gehört sich so, für&amp;nbsp;die Eltern&amp;nbsp;einer 15jährigen, oder?Jetzt ist sie sauer, dass sie das Porto selber bezahlen muss, das anfällt, nachdem Holgers Sekretärin freundlicherweise im Hotel angerufen und veranlasst hat, dass uns das Kissen zugeschickt wird. Undankbares Kind, anstatt sich über ihr Kissen zu freuen, werden wir mal wieder als total blöd und gemein beschimpft. Außerdem geht sie sowieso nie nie wieder mit uns irgendwo hin, denn mit uns ist es immer schrecklich und peinlich und wir quälen Kinder immer mit Kultur und mit unserer Anwesenheit. Genau.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5274528999735162604-4677308727982585792?l=sixinjapan.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/43eRsrKSm78kFsLHcxABKVlJLKM/0/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/43eRsrKSm78kFsLHcxABKVlJLKM/0/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;
&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/43eRsrKSm78kFsLHcxABKVlJLKM/1/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/43eRsrKSm78kFsLHcxABKVlJLKM/1/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/blogspot/CECPK/~4/EPn8YMEL2iw" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://sixinjapan.blogspot.com/feeds/4677308727982585792/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://sixinjapan.blogspot.com/2011/11/kyoto.html#comment-form" title="2 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/5274528999735162604/posts/default/4677308727982585792?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/5274528999735162604/posts/default/4677308727982585792?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/blogspot/CECPK/~3/EPn8YMEL2iw/kyoto.html" title="Kyoto  - 京都市" /><author><name>six in Japan</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15267163111101392339</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="31" height="21" src="http://3.bp.blogspot.com/_OMAEWToMd9g/Srsy4eqAE0I/AAAAAAAAAAY/VfqN_yIMQj8/S220/family096.JPG" /></author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="http://2.bp.blogspot.com/-cGQ3gcxQCS8/TrOcHH8t-0I/AAAAAAAAAHA/qZO8C-CRTJA/s72-c/P1080032.JPG" height="72" width="72" /><thr:total>2</thr:total><feedburner:origLink>http://sixinjapan.blogspot.com/2011/11/kyoto.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;DUcCR3g-fyp7ImA9WhdaEUQ.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-5274528999735162604.post-7414309377653339256</id><published>2011-10-21T19:57:00.000+09:00</published><updated>2011-10-21T20:37:46.657+09:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2011-10-21T20:37:46.657+09:00</app:edited><title>Nummernzettel  - ticketo - チケット und Kichijoji 吉祥寺</title><content type="html">Einmal alle paar Monate muss es wohl passieren: &lt;br /&gt;
Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen lösche ich aus Versehen meinen (logischerweise fast fertigen) Blogeintrag und kann es nicht mehr rückgängig machen. Aaah.&lt;br /&gt;
In solchen Momenten möchte ich weinen, rauchen, viel Alkohol trinken und die Augen zukneifen, in der Hoffnung, dass Alles wieder gut ist, wenn ich sie wieder aufmache. &lt;br /&gt;
(Klappt&amp;nbsp;NIE und sieht blöd aus.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz ähnlich ging es wohl Paulina bei den Bundes-Jugend-Spielen: Mit 15 beim Sprinten mit vollem Körpergewicht und einer Größe von 1.80m vor der versammelten Schule so richtig lang hinzufallen, ist auch so ein Moment, in dem man sich sicher ist, dass das "in echt" jetzt grad gar&amp;nbsp;nicht passieren KANN.&lt;br /&gt;
So ein Sturz mit 15 ist&amp;nbsp;natürlich superpeinlich. Und schmerzhaft. Da hilft es auch wenig, wenn man versucht, das Ganze damit zu retten, in dem man fragt, "ob das vielleicht wenigstens als Weitsprung gelten könne". Abends dann war es mal wieder soweit: der Fuß dick, die Gestaltung des nächsten Tages vorhersehbar: Ein Besuch im Krankenhaus. Wir lieben das.&lt;br /&gt;
Das Kinderkrankenhaus am Kinuta-Park kenne ich ja mittlerweile gut. Allerdings ist das nicht mehr für 15jährige Paulinas zuständig und wir müssen uns ein anderes suchen. Dass dieser Moment kommt, habe ich befürchtet und erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kerstin empfiehlt mir ein Krankenhaus, das sie nur nachts aus der Notaufnahme kennt - und immer das Glück hatte, auf einen englisch-sprachigen Arzt zu treffen. Das sind doch super Vorraussetzungen - und&amp;nbsp;ich weiß sogar, wo es ist. Das ist&amp;nbsp;in meinem Fall&amp;nbsp;wohl sowieso die halbe Miete, oder? &lt;br /&gt;
Beim Einfahren bekomme ich ein Parkticket. Ich finde einen Parkplatz und den Eingang zum Krankenhaus. Das ist mir jetzt aber schon ein bißchen unheimlich - &amp;nbsp;so ganz ohne Hindernisse?&lt;br /&gt;
Fast entspanne ich mich sogar! &lt;br /&gt;
In der großen Eingangshalle befinden sich ungefähr 200 Japaner, viele Empfangstheken und Anstellmöglichkeiten, dazu ausreichend Schilder und &amp;nbsp;diverse Pfeile. Hmmm. Paulina schaut mich an. Ich schaue Paulina an. Wir kapieren gar nichts. Ein beruhigend gewöhnlicher Zustand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Netterweise tragen die hier arbeitenden Damen alle ein blaues Hütchen - zumindest kann ich so schon mal Personal von Besuchern unterscheiden. Eine hat gerade nichts zu tun und ich stürze mich sogleich auf sie. "Chotto matte kudasai" - einen Moment bitte -&amp;nbsp;sagt sie auf meine Frage, ob sie englisch spricht - "eego wakarimasu ka?" &lt;br /&gt;
Schnell trippelt sie davon. Wer es noch nie gesehen hat, dem kann man es schwer beschreiben. Trippeln ist eigentlich nicht der richtige Ausdruck, es ist vielmehr ein auf-Zehenspitzen-Traben mit gleichzeitigem Schlurfen. Ich glaube, das können nur Japaner. Und man braucht dazu Schuhe, die einem mindestens eine Größe zu groß sind. &lt;br /&gt;
Auf jeden Fall ist&amp;nbsp;die junge Dame&amp;nbsp;weg und sofort weiß ich nicht mehr wie sie aussah. Wir bleiben einfach stehen, in der Hoffnung, dass sie wiederkommt. &lt;br /&gt;
Das tut sie auch und hat im Schlepptau eine andere, ebenfalls blau behütete junge Dame, die mir sagt, ich solle&amp;nbsp;DA VORNE&amp;nbsp;eine Nummer ziehen und dann warten, bis ich aufgerufen werde. &lt;br /&gt;
Alles klar. Nummer ziehen, DA VORNE, warten. Kann ich. Die Nummer ist 4stellig.&lt;br /&gt;
Ich starre auf meinen Zettel und versuche gleichzeitig die Zahlen zu verstehen die durchgesagt werden. Leider kann ich nicht so schnell denken, wie die sprechen. Und dann wüsste ich wiedermal auch gar nicht wohin mit mir und die englischsprechende junge Dame von vorhin ist auch weg. Das heißt, so genau weiß ich das ja nicht, denn sie sehen in ihrern Kostümchen wie gesagt alle gleich aus.&amp;nbsp;Mist. &lt;br /&gt;
Hinter einer der Theken ist eine Frau, die aus Versehen zu uns rübergschaut hat und jetzt nicht mehr so tun kann, also ob es uns nicht gibt - ich nutze meine Chance und drücke ihr den Nummern-Zettel in die Hand. Die Arme. Es wäre viel zu unhöflich gewesen, mich wieder wegzuschicken, das ginge auf gar keinen Fall. Deshalb"&amp;nbsp; chotto matte kudasai" trabt sie davon. &lt;br /&gt;
Das heißt, sie verlässt ihre sichere Theke und kommt auf unsere Seite. "Dozo" "hier entlang" geleitet sie mich zu einer Kollegin, die offensichtlich gerade unsere Nummer aufgerufen hat, aber leider natürlich auch kein englisch spricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versteht mich nicht falsch: Ich bin wirklich sehr dafür, dass man die Landessprache spricht, wenn man in diesem Land lebt. Wirklich. Und es ist auch nicht so, dass ich nicht versucht hätte, japanisch zu lernen - ganz im Gegenteil. Ich bin nur grandios gescheitert. &lt;br /&gt;
Am Anfang habe ich noch gedacht, ich könnte irgendwann zumindest ein wenig kommunizieren, aber weit gefehlt: Selbst wenn ich eine Frage formulieren kann (und schon das war eine große Herausforderung für mich, kann ich euch sagen!) bedeutet das noch lange nicht, dass ich auch die ANTWORT verstehe! Meistens aber war schon meine Frage offensichtlich so falsch gestellt, dass mich andersrum auch niemand verstanden hat ODER was natürlich noch viel Schlimmer war, wenn ich dann endlich irgendwas japanisches gesagt habe, traf ich in diesem Moment just auf jemanden, der mir dann IN PERFEKTEM ENGLISCH geantwortet hat. &lt;br /&gt;
Ja, ich habe aufgegeben. Und ja, an manchen Tagen bereue ich es. Aber an den meisten hab ich gar keine Zeit dazu. So wie jetzt zum Beispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dame legt mir einen Bogen vor, den ich offensichtlich ausfüllen soll. Name geht noch, Adresse und Geschlecht auch. Schwierig wird es dann - Ich kann gar nichts mehr identifizieren. Offensichtlich ist die Dame scheiternde Ausländer schon gewohnt, denn sie dreht den Zettel um und versucht selbst ihr Glück, die Gute. Mein Part bei dieser Aktion ist die vollkommen unprofessionelle pantomimische Darstellung von Paulinas Krankengeschichte (inklusive Schwangerschaften - nein - und Kinderkrankheiten - Windpocken, Keuchhusten - Ja- Mumps und Röteln - nein) Sehr schön haben wir das gemacht. Und den 200 anderen wartenden Menschen&amp;nbsp;ist es jetzt auch gar nicht mehr so&amp;nbsp;furchtbar langweilig.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;Ich hoffe nur, dass die Überwachungskameraleute hier das Video nicht an NHK verkaufen sondern sich nur privat darüber schlapplachen, wie sich zwei offensichtlich unfähige Gaijins abmühen, sich verständlich zu machen. Im Nachhinein wundere ich mich übrigens immer noch, dass nach unserer Vorstellung Paulina nicht am Blinddarm operiert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zettel ist also ausgefüllt. Die Dame gibt mir einen neuen Nummerzettel, sagt "Chotto matte kudasai" und bedeutet mir, mich zurückzuziehen und zu warten. Soweit ich sie verstanden habe, wird sie mich aufrufen, wenn ich wieder dran bin. &lt;br /&gt;
Hinter mir steht keiner, wir könnten also einfach stehen bleiben und warten, bis sie unsere Unterlagen fertig hat, aber so ist dieser Ablauf nicht vorgesehen. Ein Vorgang, in dem nicht mindestens eine Wartezeit von 10 Minuten&amp;nbsp;beinhaltet ist, taugt einfach nichts. &lt;br /&gt;
Meine Hoffnung, dass Paulina vieleicht doch noch ein paar Stunden in die Schule gehen kann, schwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die junge Dame steht auf uns geht einmal hin und her. Sortiert ihre Papiere. Zehn Minuten sind vorbei.&amp;nbsp;Ganz geschäftig wuselt sie an ihrem Platz. Ich stehe auf und gehe langsam (um sie nicht zu erschrecken) auf die Theke zu. Kurz bevor ich sie erreiche, schaut sie auf, nimmt mich wahr und sagt schnell&amp;nbsp;meine Nummer. Zweimal hintereinander.&amp;nbsp;Nicht, dass da&amp;nbsp;was durcheinander kommt! Ordnung muss sein.&amp;nbsp; &lt;br /&gt;
Dann darf ich nähertreten und bekomme zu meinem Parkticket und dem ersten Nummerticket, das ich ziehen musste, um&amp;nbsp;mich vorzustellen und dem&amp;nbsp;zweiten, das ich bekam, um Paulinas Unterlagen in Empfang zu nehmen, eine dritte Nummer, mit der ich mich mit Paulina im dritten Stock anmelden soll&amp;nbsp;(das kann man gut mit dem Fingern zeigen) und natürlich den&amp;nbsp;ausgefüllten Fragebogen plus ein Kärtchen,&amp;nbsp;auf dem Paulinas Daten gespeichert sind.&amp;nbsp;Darüber bin ich aber jetzt echt&amp;nbsp;mal froh. Wobei ich meine Darstellung von operiertem Herzfehler im Säuglingsalter gar nicht mal so schlecht fand - beim nächsten Mal hätten sie es sicher gleich verstanden. &lt;br /&gt;
Paulinas Name in Hiragana (glaube ich) kann ich nicht lesen, sieht aber hübsch aus (viele kleine Kringel)&amp;nbsp;- wenn ich jetzt einen Edding hätte, könnte ich in romajii - also so, dass es auch für mich lesbar ist - Name und Krankenhaus draufschreiben und wüßte ich in ein paar Wochen noch, dass diese Karte zu diesem Krankenhaus und zu meiner Erstgeborenen gehört. Ich habe aber keinen Edding dabei. Und in meinem Geldbeutel befinden sich mindestens 25 Karten der unterschiedlichsten Sorte, die ich nicht aussortieren kann, weil ich ja nicht, weiß, ob ich sie nicht gleich morgen furchtbar dringend brauche.&lt;br /&gt;
Diese Karten gibt es übrigens in ganz ähnlicher Ausführung noch beim Friseur, beim Bäcker, beim Zahnarzt&amp;nbsp;und überall sonst auch, wo man was bezahlt oder sich registrieren lässt. Und das tut man. Glaubt mir!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt aber erstmal in den dritten Strock. Wieder eine Theke, wieder eine nette junge Frau mit blauem Hut. Ich lege ihr alles auf den Tisch, samt allen Nummernzetteln. Die interessieren sie nicht die Bohne. Schade eigentlich, wo ich sie doch so fleißig gesammelt habe. Dafür erklärt sie mir, dass wir mindestens eine Stunde warten müssen. Uhh, an der länge der Wartezeit erkenne ich, dass wir kurz vor dem Ziel sind. Je länger&amp;nbsp;die Wartezeit, desto&amp;nbsp;kürzer vor dem Ziel.&amp;nbsp;Alte japanische Weisheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paulina findet das gar nicht schlecht, denn erstens hat sie gerade Erdkunde und außerdem ist in der Empfangshalle ein Starbucks.&lt;br /&gt;
Das Menu ist bebildert und hier gibt es außerdem noch ein Set: Kaffee mit Sandwich. Easy. Paulina will dann doch lieber keinen Kaffee sondern einen Kakao und wir beide gerne ein Wasser dazu. Ich möchte den Kaffe schon,&amp;nbsp;also kann das Set bleiben, deshalb nur ein Kakao extra und das Wasser.&lt;br /&gt;
Ich schaue in zwei ratlose Mandelaugen. "eego wakarimasuka?" Sprechen sie englisch? "Sumimasen" - Entschuldigung und Kopfschütteln. Naja. Das heißt noch gar nichts. Ich habe&amp;nbsp;bisher noch nie nie nie von einem Japaner&amp;nbsp;auf diese Frage ein "ja" gehört. Vermutlich ist das viel zu unbescheiden.Wer würde denn von sich sagen, dass er&amp;nbsp;irgendwas KANN? &lt;br /&gt;
Aber meistens, wenn ich das "nein" ignoriere, werde ich trotzdem gut verstanden. &lt;br /&gt;
Also setze ich auch hier auf eine&amp;nbsp;Gestik-unterstützte englisch-japanisch-Bestellung und&amp;nbsp;finde,&amp;nbsp;das hat prima geklappt.&amp;nbsp;Immerhin tippt sie in ihre Kasse, reicht mir ein Tablett&amp;nbsp;mit einem Aufstell-&amp;nbsp;Nummernfähnchen und zwei&amp;nbsp;&amp;nbsp;Oshi Buris - feuchtes Tücher zum Händewaschen, sowie einen NUMMERNZETTEL! Diesmal nur zweistellig. Mir hätte auch was gefehlt. &lt;br /&gt;
&amp;nbsp;Vor mir steht also das kleine Tablett mit allem drauf. Dahinter ein etwas Kleineres aus Leder auf dem mein Rückgeld liegt, Paulina sitzt irgendwo ganz hinten, und weil ich so damit beschäftig bin zu überlegen, wozu diese Fahne (vorallem in Kombination mit dem Nummernzettel) gut ist, nehme ich nicht nur Tablett und Rückgeld sodern auch noch den Lederteller mit. &lt;br /&gt;
Weder ich noch die Kassiererin merken es gleich. Also ich bin sowieso gewohnt, grundsätzlich Dinge gereicht zu bekommen, von denen ich keine Ahnung habe wofür sie gut sind, da kann das schon mal passieren - mittlerweile nehme ich sowas einfach hin. &lt;br /&gt;
Gestern auch wieder: da war ich bei Zara und wollte einen Pulli anprobieren (nicht Holger sagen, ja? Er findet, ich hab schon so viele! Aber noch keinen in türkis und außerdem war schlechtes Wetter und ich esse ja gerade keine Schokolade.. naja, also bitte pssst. Ok?) &lt;br /&gt;
Also, da reichte mir auch die Umkleidekabinen-Fräulein eine Art Gazestoff-Tüte. Ich bin es ja gewohnt, dass man in Japan vor den Umkleidekabinen seine Schuhe ausziehen muss (und dann stehen welche drinnen, mit denen man ausprobieren kann, wie die Kleider mit hohen Schuhen aussehen - was bei einem Pulli nicht unbedingt möglich und bei meiner Schuhgröße abgesehen davon auch kaum möglich ist), hier aber durfte man sie offensichtlich anlassen. Sollte diese Tüte dazu gedacht sein, sie über die Schuhe zu ziehen? &lt;br /&gt;
Ich kann mir in solchen Momenten nur schlecht eine Blöße geben, denn ich mag es immer lieber, als souverän empfunden zu werden. Gut, es mag souveräner gewesen sein, zu fragen, aber dann, wer weiß?&lt;br /&gt;
Ich nahm auf alle Fälle die Tüte mit nach Hause und weiß jetzt, nach der Befragung von Katrin: &lt;br /&gt;
Man zieht sich diese Tüte über der Kopf um die Kleidungsstücke vor Makeup-Verschmutzung zu bewahren! Auf diese IDEE wäre ich NIE gekommen! Niemals! &lt;br /&gt;
Viel eher hätte ich die Umkleidekabine mal wieder mit diesem Ding an den Füßen verlassen, um mich im großen Spiegel anzuschauen. Herzlichen Dank. Die Möglichkeiten,sich in Japan lächerlich zu machen, sind vielfältig und ich nutze sie ALLE!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So. Jetzt aber war ich ja schon einen Schritt weiter - nämlich mit Pauli beim Starbucks (ich habe den Pulli übrigens gekauft - schöne Farbe!) mit - wir fassen zusammen: einem Parkticket, einem Ticket zur Vorstellung, einem zur Abholung der Unterlagen, einem für den dritten Stock, einem vom Starbucks plus einem Nummernfähnchen UND einer ledernen Rückgabeschale, die ich nicht hätte mitnehmen sollen und die schon schmerzlich vermisst wurde, was man daran erkennen kann, dass die Bezahlschlange mittlerweile sehr sehr lang war. &lt;br /&gt;
JA, so kann man schließlich keinen Kaffee verkaufen! Wo kämen wir denn da hin, wenn plötzlich das Rückgeld keine eigene Schale mehr hätte? &lt;br /&gt;
Auf jeden Fal war die Verwirrung groß. Ich war mir natürlich keiner Schuld bewusst. Glücklicherweise aber war offensichtlich unsere Bestellung fertig und eine Kellnerin brachte unseren Snack (die Nummer! deshalb die Nummer auf der Fahne!) Stellte zwei Tabletts vor uns ab, nahm das Fähnchen und entdeckte dabei die sich fälschlicherweise an unserem Tisch befindliche Rückgeldschale. "Aaaah - ooooh! Sumimasen!!!!"Verbeug! "Sumimasen!" Verbeug. Diesmal wir: Ratlose Mandelaugen. Zaghaft zeigt sie auf die Schale und jetzt hab ichs auch kapiert. Ich meine, was hätte ich wohl mit dem Ding anfangen sollen? Ich entschuldige mich auch.&amp;nbsp;Ebenfalls mit Verbeugung, so gut das halt im Sitzen geht, aber egal, sie ist sowieso glücklich und trippelt zur Theke zurück, wo endlich endlich der Kaffe-Verkauf weitergehen kann. Erleichterung allenthalben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paulina kann nicht fassen, was sich auf unseren Tabletts befindet. Ich auch nicht.&amp;nbsp;Zwei Kaffees,&amp;nbsp;ein Kakao, drei Wasser,&amp;nbsp;zwei Sandwiches, ein Muffin und ein Eis. Ich komme mir vor wie Herr Rossi (kann man nur kennen, wenn man vor ca 30 Jahren Nachmittags-Programm geschaut hat).&lt;br /&gt;
Es ist zehn Uhr dreißig. Wir haben die volle Aufmerksamkeit des gesamten Krankenhauses und vermutlich werden wir ab jetzt täglich gebucht damit sich die Leute dort nicht so schrecklich langweilen müssen, bis sie enlich dran sind. &lt;br /&gt;
Wir tun so, als ob wir das alles unbedingt essen wollten - aber wie das Eis in meine Bestellung kam, ist doch auch für mich ein wenig rätselhaft. &lt;br /&gt;
Eines ist allerdings klar, an meiner&amp;nbsp;Gestik-gestützten japanisch-englisch-Kombi -Darstellung von "ANSTATT" muss ich unbedingt noch&amp;nbsp;arbeiten, aber die eine&amp;nbsp;Stunde Wartezeit ist endlich rum. Das ist gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So. Wir wandern also wieder in den dritten Stock. Man kennt uns bereits. An der Wand eine digitale Anzeige auf der tabellarisch dagestellt viele Nummern&amp;nbsp;unterschiedlichen Zimmern (mit wiederum eigenen Nummern) zugeordnet werden und es blinkt. Die einzelnen Räume sind unterschiedich farbig unterlegt. Die Reihenfolge ist unklar. Auch ob man jetzt von unten nach oben oder oben nach unten lesen muss, ist für mich nicht ersichtlich - das ändert sich auch nicht, wenn man den Kopf schräg legt. &lt;br /&gt;
In Ermangelung einer Alternative setzen Paulina und ich uns einfach hin und tun so, als ob wir wüssten, was von uns verlangt wird. Frei nach dem Motto:" If you can't make it - fake it"&lt;br /&gt;
Dass wir wohl dran sind, merken wir daran, dass es gongt (es gongt immer, wenn jemand dran ist, und dann kommt eine Durchsage, einer steht auf und verschwindet in einem Zimmer - nie - NIE- kommt er wieder raus, weil er im falschen Zimmer war, wo vieleicht schon ein anderer sitzt, oder hat aus Versehen die Toilettentür erwischt - das passiert keinem. Und mir auch nicht. das hab ich mir fest vorgenommen) aber bei diesem Gong steht keiner auf.&amp;nbsp;Das Gespräch verstummt. Die Köpfe wenden sich kaum merklich in unsere Richtung. Die Durchsage kann aber nichts mit uns zu tun haben, denn es sind keine Zahlen oder mir in anderer Weise bekannten Wörter darin enthalten.&lt;br /&gt;
Da - plötzlich öffnet sich eine der Türen und eine Ärztin kommt heraus. Sie sieht uns an und sagt "Paorinapaha! Dozo!" und jetzt verstehe ich es auch: Will heißen "Paulina Pacher, bitteschön".&amp;nbsp;Was&amp;nbsp;sind wir aber auch schwer von Begriff! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun gut. Sie untersucht den Fuß und ordnet ein Röntgenbild an.&amp;nbsp;Röntgen ist im 1. Stock. Da waren wir schon zur Anmeldung, das finden wir wieder. &lt;br /&gt;
Zwar wurden wir&amp;nbsp;dort schon angekündigt und außer uns&amp;nbsp;ist da auch kein Mensch, aber natürlich läßt uns die Dame dort noch nicht mal in den Wartebereich, ohne dass ich eine Nummer gezogen habe. Noch während das Ticket gedruckt wird, reißt der Radiologe die Tür auf und bittet Paulina herein. Dem war wohl echt ziemlich langweilig vorher. Meine Nummer will er nicht, auch egal, ich heb sie mal auf, für schlechte Zeiten - oder vielleicht brauche ich sie, um die Bilder nachher zu bekommen. &lt;br /&gt;
Bevor ich mich hinsetzen kann, ist Paulina schon wieder da - kein Wunder dass es so schnell geht, wenn man darauf verzichtet, Mädchen im gebärfähigen Alter eine Bleischürze umzulegen. Aber hey - war ja nur der Fuß und der ist schließlich weit weg - und vielleicht sind wir jetzt&amp;nbsp;strahlungstechnisch einfach ein bißchen entspannter hier? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schimpfe ungerechterweise mit meinem Röntgen-unerfahrenen Kind anstatt mit dem Radiologen -&amp;nbsp;die Arme. Aber das liegt nur daran, dass ich seine Sprache nicht spreche und immer noch diese tausend Zettel in der Hand halte von denen ich nicht mehr weiß,&amp;nbsp;welchen ich für was brauche.&lt;br /&gt;
Das, und die Tatsache, dass es nirgendwo Mülleimer gibt - nirgends, auch nicht an Bahnstationen, Bushaltestellen, Parks und anderen öffentlichen Plätze - machen mich ein wenig ungeduldig. Ahem. &lt;br /&gt;
Was bei uns dazu führen würde dass der ganze Müll einfach überall rumliegt, ergibt hier, dass die Leute ihren Müll mit nach Hause nehmen. Keine Mülleimer - kein Müll. So einfach ist das. Aber Japan ist natürlich auch das Land, an dem&amp;nbsp;täglich die Bahnsteige feucht rausgefeuedelt werden. Jawohl, da kann sich jede Kehrwochen-erprobte schwäbische Hausfrau eine Scheibe davon abschneiden! &lt;br /&gt;
Sehr hübsch. aber zugegebenermaßen ein bißchen lästig, wenn man die ganze Hand voller Zettel hat. &lt;br /&gt;
So. Auf in den dritten Stock. &lt;br /&gt;
Paulis Fuß ist nicht gebrochen - das ist fast ein bißchen schade, denn für diesen ganzen Aufwand hätten wir schon gerne wenigstens einen Gipsfuß gehabt. Siet ja auch viel besser aus und relativiert die Peinlichkeit ein bißchen, wenn man&amp;nbsp;wenigstens mit Krücken dakommt. Dann&amp;nbsp;müssen sich die, die gelacht haben, nämlich wenigstens schämen. &lt;br /&gt;
Dafür aber hatte ich ja meinen Ausflug mit Kerstin sausen lassen - natürlich lasse ich mein Kind sowas niemals spüren - ich doch nicht. NIE! Auch nicht, dass der Aufwand ja wohl in keinem Verhältnis zu einem verknacksten Fuß steht - Im LEBEN Nicht. Nein. &lt;br /&gt;
Ein bißchen irritiert mich allerdings, dass wir ja wegen der Ferse kamen. Eingebunden wurde dann der ganze Fuß. Also alles AUßER der Ferse. Gut, ich bin kein Orthopäde und vielleicht ist das hier das Prinzip von Schutz und Stütze&amp;nbsp; - ach was weiß ich, mittlerweile ist das auch nebensächlich - Hauptsache wir können jetzt gehen. &lt;br /&gt;
Die Ärztin sagt mir noch, dass nur 2 Kilometer entfernt eine Apotheke ist, in der wir ein für uns vorbestelltes Medikament - vielmehr ein in Japan sehr beliebtes, mit einer Kräuterlösung getränktes Klebeläppchen - abholen können. Aber vorher bezahlen,&amp;nbsp;gell? &lt;br /&gt;
Oh nein. Ich wusste es. Daher auch die lange Schlange und die vielen Menschen im Eingangsbereich. Übrigens ein weiterer Augenkneif- und akutes Schnapstrink und Rauch-Bedürfnis-auslösender Moment. (btw: Der&amp;nbsp;oder das? Moment, meine ich&amp;nbsp;) &lt;br /&gt;
Bezahlen geht nämlich so: Man zieht eine Nummer. Und wartet. die Nummer erscheint auf einem&amp;nbsp;Display&amp;nbsp;(ich will mich nicht beschweren, diesmal komme ich ganz alleine zurecht und muss auch nicht extra abgeholt und an den für mich zuständigen Schalter gebracht werden) Man geht dorthin und gibt alle Unterlagen inklusive DER NUMMER, der Karte mit den gespeicherten Daten, dem Brief und dem Parkticket ab. Dann bekommt man&amp;nbsp;sofort alles bis auf die&amp;nbsp;Karte mit den Daten wieder zurück, weil die Dame am Schalter mit den ganzen Zetteln nämlich auch nix anfangen kann und dann - UND DAHANNN bekommt man einen weiteren - in meinem Fall den siebten - &amp;nbsp;Zettel mit einer Nummer und darf sich wieder setzen. Bis man erneut seine&amp;nbsp;NUMMER auf dem Display sieht und sich in einer Schlange anstellt um dann&amp;nbsp;am Schalter seine Karte&amp;nbsp;wieder ausgehändigt bekommt, auf der dann gespeichert ist, wieviel man bezahlen darf. Das aber macht man an einem Automaten. Ich sage euch, das ist nichts für schwache Nerven.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis von&amp;nbsp;japanischen Regeln, japanischer Ausdauer und japanischen Nummernzetteln, die nachher keiner haben will, zu meinen deutschen,&amp;nbsp;nur rudimentär angelegten Nerven in Kombination mit einer Schokoladen-Diät und völlig anderen Plänen für diesen Dienstag ist: Gelinde gesagt: Unausgewogen. Jawohl. &lt;br /&gt;
Von den Automaten gibt es mehrere und ich darf auch einfach so meine&amp;nbsp;Karte einführen. Ganz ohne Zettel diesmal. Und! UND! Der Automat hat einen Button ENGLISCH! Ich glaub, ich muss mich setzen! Ich drücke den Button, schiebe mein Ticket rein und der Automat spricht! Mit MIR! ENGLISCH: Er sagt: "You will be charged&amp;nbsp;8900 Yen"! Oh, ich bin begeistert! Ich hätte ihm auch&amp;nbsp;10.000 gegeben, einfach, weil er so nett ist! Mein&amp;nbsp;Kärtchen kommt wieder raus und der Auotmat sagt, ich könne ihm auch noch gleich mein Parkticket überlassen. Wie rührend! wie fürsorglich! Das mach ich glatt. Ich muss auch kaum was fürs Parken bezahlen. Der Automat gibt mir mein Parkschein zurück mit den Worten: "Please take your ticket and take care"! Taschentuch! Ich brauche eine Taschentuch! Oh, so gut ist dieser Automat zu mir! "Take CARE" - ! Das hat schon so lang keiner mehr zu mir gesagt! Ganz ehrlich, am Liebsten hätt ich ihn umarmt - aber das hätte den mit mir im Raum befindlichen Japanern vermutlich den Rest gegeben....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber trotzdem hat mir ja dadurch mein Dienstags-Ausflug mit Kerstin&amp;nbsp;gefehlt und so zwang ich meine Familie zu einem kompensatorischen gemeinsamen Ausflug am Samstag. Das haben sie jetzt davon, wenn sie sich einfach so unter der Woche vorsätzlich in mein Leben einklinken! &lt;br /&gt;
Alle zusammen, so dachte ich mir, bei schönem Wetter in einen tollen Park mit einem interessanten Tempel, ein leckeres Mittagessen und gute Stimmung. Das wird bestimmt toll! Ganz arg schön! &lt;br /&gt;
Ich weiß nicht,wann ich das letzte Mal mit der gesamten Familie unterwegs war - auf jeden Fall muss es schon sehr sehr lange hergewesen sein, so lange, dass ich vergessen konnte, wie Ausflüge sind, bei den alle dabei sind. Oder ich leide an einer selektiven Erinnerung. &lt;br /&gt;
Unsere Ausflüge zeichnen sich&amp;nbsp;im Allgemeinen&amp;nbsp;dadurch aus, dass sie im Nachhinein (wenn ein bißchen Gras darüber gewachsen ist) und man die Fotos wieder anschaut, doch irgendwie gar nicht mal so schlimm waren. Und das ist noch das Netteste, was ich daüber sagen kann. &lt;br /&gt;
Ja, offensichtlich verblasst die Erinnerung schnell. Das ist gnädig. Und gefährlich. Man ist versucht, immer wieder Ausflüge zu machen. Und freut sich drauf. Um dann schon beim Betreten der U-Bahn und dem ersten genervten Blick, weil die kleine Schwester die große Schwester BERÜHRT hat, schlagartig von der schmerzhaften Erinnerung an den letzten Ausflug überrollt zu werden.&lt;br /&gt;
Ausgeprägter Augenkneif- Schnapstrink-Moment, kann ich nur sagen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Familien können das ja. Und haben ganz ganz viel Spaß. Wir haben keinen Spaß. Wir haben Hunger, schlechte Laune, uns tun die Füße weh und wir finden Tempel langweilig und Familienausflüge sowieso völlig überschätzt. Wir lassen uns immer gleich im Anschluss alle voneinander scheiden. Irgendwie ist es ein bißchen so, wie mit dem Kinderkriegen&amp;nbsp;generell&amp;nbsp; - im Nachhinein war die Geburt das schönste Erlebnis überhaupt und die ersten Wochen sooo süß! Ich meine, wie sonst ist es zu erklären, dass ich VIER KINDER habe!? &amp;nbsp;Wieso hat mich keiner gewarnt? Und wie komme ich darauf, mit diesen Kindern AUSFLÜGE machen zu wollen?! Gehts noch? &lt;br /&gt;
Dieses Mal kommt erschwerend hinzu, dass es regnet. Dass Paulinas&amp;nbsp; Fuß wehtut. Dass alle Klassenarbeiten schreiben und gestern bei Freunden (oder die bei uns) übernachtet haben. Und ich noch nicht joggen war. Egal. Wir haben es uns vorgenommen, wir machen das auch. &lt;br /&gt;
Unser Ziel ist der Inokashira-Park in Kichijoji. &lt;br /&gt;
Der, in dem ein Teil von "Lost in Translation" gedreht wurde. Oder war es Kirschblüten-Hanami? &lt;br /&gt;
Auf jeden Fall der Park, in dem es im Frühling und bei Sonnenschein im Herbst wunderschön sein soll. &lt;br /&gt;
Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass es regnet? Und dass Paulinas Fuß wehtut? Und das....? Und dass wir unsere Kinder sowieso nur hierher&amp;nbsp;locken konnten, weil es hier angeblich einen total coolen Secondhand-Shop gibt? Und wir Park und Tempel nicht erwähnt haben? &lt;br /&gt;
Doch -&amp;nbsp;der Park (und der Tempel!) ist wirklich schön und zwischendurch vergessen die Kinder sogar zu schimpfen. Fast haben sie ein bißchen Spaß - und ich erst! &lt;br /&gt;
Dann kommt auch noch zu allem Luxus die Sonne ein bißchen raus - und wir können endlich eine Sache tun, die auf meiner Japan-Liste ganz ganz oben steht: in einem Schwanen-Tretboot fahren! &lt;br /&gt;
Das finde ich großartig und romantisch. Natürlich brauchen wir zwei Schwäne - und teilen uns auch so auf, dass die, die sich einigermaßen vertragen in einen Schwan zusammen gepfercht werden - wobei ich leider nicht beachte, dass ich ausser Lilli noch die Fußlahme Paulina&amp;nbsp; abkriege -schlechte Voraussetzungen für den Gewinn des Schwanenbootrennens. "Anstrengend" kam in meiner Schanen.Tretboot-Phantasie nicht vor. &lt;br /&gt;
Holger hat Maria. Und ist ein Mann. Und immer dann, wenn ich es völlig überflüssig finde, ist er natürlich einfach so auch ohne tausend Jogging-Runden im Park stärker als ich. Super. &lt;br /&gt;
Ich und ehrgeizig? Nie im Leben! Ich finde bloß, Aufwand und Erfolg sollten im richtigen Verhältnis zueinander stehn, oder? Oh Mann, ist das anstrengen! Ich hab Hunger! Und ich bin Müde!!! UND WO BLEIBT DIE ROMANTIK? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach ja - auf den Fotos könnt ihr sehen, WIE SCHÖN der Ausflug war. WIE GUT wir uns vertragen haben und wie VIEL SPAß wir hatten! EHRLICH! &lt;br /&gt;
Also, ihr Lieben, bis&amp;nbsp;nächste Woche - Sayoonara, Lucie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
p.s.: Ach ja, nächste Woche schauen wir uns Kyoto an. Zu Fuß.&amp;nbsp;Zu sechst. 4 Tage lang. Das wird bestimmt ganz arg toll! &lt;br /&gt;
pps: Und weil alle so Hunger hatten, gabs zwischendurch einen Kuchen aus der Dose - Japan, Du bist unglaublich!!!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-0RUaRO3RuGA/TqFO845jjmI/AAAAAAAAAFg/B1RCE1Fw6zI/s1600/P1070896.JPG" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="240" src="http://3.bp.blogspot.com/-0RUaRO3RuGA/TqFO845jjmI/AAAAAAAAAFg/B1RCE1Fw6zI/s320/P1070896.JPG" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-8mh4kIVL320/TqFPNnnd7dI/AAAAAAAAAFo/e5LZgHe0rtI/s1600/P1070919.JPG" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="240" src="http://4.bp.blogspot.com/-8mh4kIVL320/TqFPNnnd7dI/AAAAAAAAAFo/e5LZgHe0rtI/s320/P1070919.JPG" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-AbulTneLDNg/TqFPSsQfNvI/AAAAAAAAAFw/NozF0WDQmMY/s1600/P1070870.JPG" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://1.bp.blogspot.com/-AbulTneLDNg/TqFPSsQfNvI/AAAAAAAAAFw/NozF0WDQmMY/s320/P1070870.JPG" width="240" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5274528999735162604-7414309377653339256?l=sixinjapan.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/rdmeXDYWNh-kAs7q9P30E1ubIpg/0/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/rdmeXDYWNh-kAs7q9P30E1ubIpg/0/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;
&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/rdmeXDYWNh-kAs7q9P30E1ubIpg/1/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/rdmeXDYWNh-kAs7q9P30E1ubIpg/1/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/blogspot/CECPK/~4/5kl20n2WVDI" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://sixinjapan.blogspot.com/feeds/7414309377653339256/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://sixinjapan.blogspot.com/2011/10/nummernzettel-ticketo-und-kichijoji.html#comment-form" title="3 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/5274528999735162604/posts/default/7414309377653339256?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/5274528999735162604/posts/default/7414309377653339256?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/blogspot/CECPK/~3/5kl20n2WVDI/nummernzettel-ticketo-und-kichijoji.html" title="Nummernzettel  - ticketo - チケット und Kichijoji 吉祥寺" /><author><name>six in Japan</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15267163111101392339</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="31" height="21" src="http://3.bp.blogspot.com/_OMAEWToMd9g/Srsy4eqAE0I/AAAAAAAAAAY/VfqN_yIMQj8/S220/family096.JPG" /></author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="http://3.bp.blogspot.com/-0RUaRO3RuGA/TqFO845jjmI/AAAAAAAAAFg/B1RCE1Fw6zI/s72-c/P1070896.JPG" height="72" width="72" /><thr:total>3</thr:total><feedburner:origLink>http://sixinjapan.blogspot.com/2011/10/nummernzettel-ticketo-und-kichijoji.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;DEMESH0-fCp7ImA9WhdUGUQ.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-5274528999735162604.post-1272778470153782757</id><published>2011-10-07T23:06:00.000+09:00</published><updated>2011-10-07T23:06:49.354+09:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2011-10-07T23:06:49.354+09:00</app:edited><title>Die Rainbow Bridge  レインボーブリッジ  - unter anderem...</title><content type="html">Ach, was für ein grandioser Tag! Seit gestern scheint die Sonne und weil es vorgestern so scheußlich war, weiß ich es auch besonders zu schätzen. Es hat 25 Grad und ich habe die allerbeste Laune! Vielleicht liegt es auch daran, dass seit einigen Tagen der Kinmokkusei (ich hab nachgewikkied: Es handelt sich dabei um Osmanthus frangrans - die Duft-Olive) seinen unglaubliches Duft verbreitet. Die Blüten sind total unspektakulär: klein und orange - aber der Duft - unvergleichlich. Ich muss immer die Fenster offen haben - und hoffen, dass es nicht so schnell wieder regnet, denn dann ist Alles vorbei. &lt;br /&gt;
Sogar meine Kinder haben den Duft wahrgenommen, ihn allerdings mit:" Mama, wer war'n bei dir?" kommentiert. So sind sie, kein Gespür für die Schönheit der Natur!&lt;br /&gt;
Da fallen die Jogging-Runden im Park leicht (vorallem wenn auch noch die Playlist stimmt) Oh ich muss mir eine Tanzeinlage ab und zu verkneifen! Auch wenn es wahrscheinlich niemanden interessieren würde - die Leute machen hier ja die komischsten Sachen im Park! Da ist Tanzen richtig harmlos!&lt;br /&gt;
Apropos Tanzen: Morgen ist Oktoberfest an der DSTY. Die Dirndl sind schon ausgemottet und gebügelt und wir alle haben unsere Stand-Schichten. &lt;br /&gt;
Ich bin am schwäbischen Stand. Ach. Irgendwie habe ich gedacht, dass könnte man sich aussuchen. Kann man wohl auch, es sei denn man ist Schwabe und mit dem Standverantwortlichen verheiratet. (Der einem am Donnerstag vorher - also gestern - so mal ganz leise die Frage stellt:"Sag mal, meinst Du es ist Ok, wenn ich zwischendurch für zwei Stunden arbeiten gehe? Du bist ja da?")&lt;br /&gt;
ALS OB!&amp;nbsp;Erstens: der Stand keine Arbeit ist und Zweitens: wir keinen 4 jährigenSohn hätten, der vielleicht noch andere Pläne hat außer Schupfnudeln vom Boden aufzulesen und Drittens: zwei Stunden! Dass ich nicht lache!"Schon gut"&amp;nbsp;sagt mein Mann "dann halt nicht". Und wisst ihr was? Ich glaube ihm kein Wort! Ganz plötzlich wird er mir morgen zurufen"Oh - ich muss mal kurz weg!" Um dann 7 Stunden später wieder aufzutauchen "tut mir leid!" zu säuseln und abzuwarten, bis ich ausgeschimpft habe um mich zum Lachen zu bringen, was dazu führt, dass ich&amp;nbsp;nicht mehr sauer sein kann! &lt;br /&gt;
Ich weiß es genau! Und dann nächstes Jahr (so denn wir noch hier sind) mir zu sagen, er wäre wieder verantwortlich, er hätte es letztes&amp;nbsp;Mal&amp;nbsp;gar nicht so anstrengend gefunden.... Ja, so läuft das. Jedesmal. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immerhin bin ich besser dran als Maria in der 6. Klasse - die müssen nämlich Müll aufsammeln. Aber da die Schwaben immer eine Lücke haben, muss sie auch bei uns helfen - und freut sich. Das ist gut. Friedi aus Hamburg hilft auch. Sieht man mal. &lt;br /&gt;
Die Schwaben sind halt flexibel -&amp;nbsp;sogar die aus dem hohen Norden! Paulina zum Beispiel ist so flexibel, dass sie bei den Österreichern am Stand hilft. Hauptsache weit weg von den Eltern, also uns. Dabei finde ich uns gar nicht peinlich. Ihr vielleicht? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Lilli hat mit ihrer Klasse schon Lebkuchenherzen gebacken - mein Job war "DSTY" mit Zuckerguß draufzuschreiben. DSTYDSTYDSTY. &lt;br /&gt;
Ich habe bestimmt mindestens eine Lese-Rechtschreibschwäche, wenn man bedenkt, wieviel von den Dingern ich essen musste, weil ich DYST oder DSYT draufgeschrieben habe. Und dabei sehen sie viel schöner aus, als sie lecker schmecken!&amp;nbsp;Also nach dem dritten, meine ich... Außerdem geht dann mein Dirndl morgen wieder nicht zu. &lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-49vOq8xL4t8/To7yMu1AeWI/AAAAAAAAAFM/2x9F_6zvgVM/s1600/Dstyherzen.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="240" src="http://2.bp.blogspot.com/-49vOq8xL4t8/To7yMu1AeWI/AAAAAAAAAFM/2x9F_6zvgVM/s320/Dstyherzen.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem bin ich fleißig und habe gedanklich schon zwei Kuchen gebacken. Und backen kann ich viiel besser also kochen (was auch nicht wirklich schwierig ist).&lt;br /&gt;
Aber leider sind die Kuchen noch nicht gemacht - kann auch&amp;nbsp;noch eine Herausforderung&amp;nbsp;werden, denn im Moment ist die Buttter rationiert. Ein Spitzen-Zeitpunkt für sowas. &lt;br /&gt;
Ich habe also gestern keine Mühen gescheut, um für die Schule meiner Kinder, bzw für das dort stattfinde Oktoberfest, bzw für das wesentlich zum finanziellen Erfolg beitragende Kuchenbuffet einen, vielmehr mehrere Kuchen zu produzieren. &lt;br /&gt;
Dazu schwang ich mich auf mein Rad (und wir erinnern uns, das Wetter ist toll, deshalb war ich auch ganz fröhlich und sang, was wiederum zum Glück keiner gehört hat - schönes Wetter hin oder her, wir wollen die Leute nicht allzusehr strapazieren - aber abgesehen davon, hören Japaner anders (ich will nicht sagen schlechter- aber vielleicht selektiver?) - als wir. Die können einwandfrei Geräusche ausblenden. Fahrradfahrer hinter sich hören sie zum Beispiel grundsätzlich erst, wenn diese im Prinzip an ihre Hacken stoßen.&lt;br /&gt;
Supermärkte gibt es hier ja wie Sand am Meer, aber zu dem einen, in dem man Produkte aus Kyushu findet, nämlich dem Seijo Ishi muss man ca 15 Minuten mit dem Rad hinfahren. &lt;br /&gt;
Da ist natürlich die Erfolgserwartung relativ hoch. Leider gab es in den letzten 3 Tagen keine Butter somit war ich schon ein bißchen skeptisch, aber nicht gewillt, mir vorab selbst die Hoffnung zu nehmen. Und siehe da:&amp;nbsp;Meine mir vertraute Butter gab es zwar nicht, dafür aber&amp;nbsp;empfahl mir diesesmal eine Verkäuferin, die ansatzweise Englisch spricht, eine Butter-Mischung aus Osaka. Eine Aufschrift in Englisch versprach: "delicious butter-blended with ingredients" Ja, da nehm ich doch gleich zwei! Und für Katrin auch noch eine! Vorallem, weil der Preis unschlagbar ist. Umgerechnet 7 Euro für 450 Gramm! SUPER! &lt;br /&gt;
An der Kasse dann die Ernüchterung. Eben diese Verkäuferin kann auf einmal kein Englisch mehr und räumt hartnäckig 2 von meinen 3 Butters wieder aus meinem Korb. "Das geht nicht" signalisiert sie mir mit verkreuzten Händen. Meine "Tomodachi" (Freundin) müsse schon selbst vorbeikommen. Sonst pro Person nur eine Butter. &lt;br /&gt;
Och nö! Ich bezahle also, bringe meine eine Butter zu meinem Fahrrad und betrete den Laden erneut. Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen erinnert sich die Verkäuferin an mich und gestattet mir nicht, noch eine Butter zu kaufen.&amp;nbsp;Immerhin habe ich jetzt dafür gesorgt, dass Sie was zu reden haben und es mir auch ein kleines bißchen peinlich ist. Ich wollte sie ja nicht für doof verkaufen. Ich wollte nur ein PAAR KUCHEN FÜRS OKTOBERFEST BACKEN! Meine unglaublichen Sprachkentnisse hindern mich leider auch an einer weiteren (vermutlich sowieso erfoglosen und kräftezehrenden Auseinandersetzung. DENN here comes my todays&amp;nbsp;mantra: A RULE IS A RULE!!!&lt;br /&gt;
Also keine Butter. &lt;br /&gt;
PFF, mir doch egal, ich kann nämlich auch Internetbestellungen aufgeben!&lt;br /&gt;
Also habe ich jetzt bei "Rakuten", meinem Lieblingsversand (wir erinnern uns: " Öffnen Sie ein Geschäft auf Rakuten! Sagen Sie der Filialleiter und Charisma sind der Schlüssel. Geschenkverpackungen garantierte Ruhe! Einfache Muster - unbenutzten Farbe tote Handtasche/Einkaufstasche")&amp;nbsp;Butter gesucht - und nach einigen Umwegen auch die aus Kyshu gefunden. Vor lauter Freude hab ich gleich 15 Stück bestellt - ist vermutlich auch das erste Mal, dass ich fast 70 Euro für Butter ausgegeben habe...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nochmal zum Oktoberfest: Letzten Samstag waren wir schon mal zu einem sogenannten Solchen eingeladen und ich habe Folgendes herausgefunden (das IST aber auch mal wieder Spannend: Egal wie gut der Tänzer, der führt&amp;nbsp; - und ich kann euch sagen, es ist nicht so einfach, sich bei mir dahingehend durchzusetzen- ich kann nur rechtsrum. Oder war es linksrum? Egal: Eine Richtung. Da kann ich dann aber sogar auch zusätzlich sprechen. Also wem seine Füße lieb sind, der&amp;nbsp;VERSUCHT noch nicht mal, die Richtung zu wechseln - das kann fatale Folgen haben. Übrigens genauso gefährlich ist es, mir&amp;nbsp;Alkohol anzubieten. Wobei mich das wiederum richtungstechnisch relativ flexibel macht, kann ich euch sagen - aber dann bitte nicht loslassen, ja? &lt;br /&gt;
Am Ende dieses wirklich sehr gelungenen Festes haben wir noch von netten neuseeländischen Menschen (die wir ja gleich schon mal vorab unglaublich sympathisch finden, nur allein, weil sie aus NZ kommen - nicht so wie die Schwaben!) &amp;nbsp;eine Farn-Anstecknadel bekommen. &lt;br /&gt;
Mein Mann ist da genauso empfänglich wie ich und wir waren uns zumindest an diesem Abend sicher: DAS WAR EIN ZEICHEN! Wir sollten doch nach Neuseeland auswandern. Alles anders machen. Ich Einklang mit der Natur leben. Ein Cafe eröffen.&amp;nbsp;DANN wäre alles gut! Die Kinder würden automatisch perfekt&amp;nbsp;Englisch sprechen und ich wäre automatisch immer IMMER froh! Aber ACH, nur während ich dann in solchen Fällen am nächsten Tag schon die Einreisebstimmungen auslote, hat mein Mann schon wider vergessen, dass wir gleich heute unser Leben ändern. &lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-8-LYj_IGgbE/To7ycN5YQuI/AAAAAAAAAFQ/gkuzvkjbwFw/s1600/dm%25C3%25A4dels.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="240" src="http://3.bp.blogspot.com/-8-LYj_IGgbE/To7ycN5YQuI/AAAAAAAAAFQ/gkuzvkjbwFw/s320/dm%25C3%25A4dels.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
Was für eine Woche! Unser Dienstagsausflug (oben im Bild Kerstin und Nicole) führte uns dieses Mal übringens einmal über die Rainbow-Bridge (japanisch: &lt;em&gt;Reinbō Burijji) v&lt;/em&gt;on Shibaura-Kai nach Odaiba und wieder zurück.&lt;br /&gt;
Ich habe mir das ja immer wahnsinnig spektaulär vorgestellt, so mit Blick auf Odaiba und diese seltsame Fersehstation-Kugel oder auf der anderen Seite auf den rotweißen Tokio-Tower... &lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-6vzoK3O9gmM/To7rCJYRuqI/AAAAAAAAAFA/jlBiqEbpUZo/s1600/dtokiotower.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="240" src="http://1.bp.blogspot.com/-6vzoK3O9gmM/To7rCJYRuqI/AAAAAAAAAFA/jlBiqEbpUZo/s320/dtokiotower.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
Also, ich meine, ja, das kann man schon alles sehen. Aber wir wären nicht in Japan, wenn nicht dafür gesorgt würde, dass man maximal geschützt ist bei der mindestens Lebensgefährlichen Überquerung der Bay. Auf einer Brücke! &lt;br /&gt;
Zu den Sicherheitsmaßnahmen gehört: Maschendrahtzaun bis auf 2 Meter und Gerüste und Gestelle soweit das Auge reicht. Ich will nicht ungerecht sein, ganz am Anfang und ganz am Schluss gibt es Aussichtsplattformen, da kann man schon was sehen. &lt;br /&gt;
Ein weiterer wesentlicher Beitrag zur allgemeinen Sicherheit sind Skateboard-ähnliche&amp;nbsp;Holzbretter&amp;nbsp;für Fahrräder, auf denen man sein Rad über die Brücke schieben kann. Nicht, dass es Treppen gäbe. Oder wahnsinnig viel Fußgängerverkehr. Es gibt nicht wirklich einen Grund (das heißt, es gibt natürlich einen, aber er erschließt sich mir heute morgen mal wieder nicht - was aber bestimmt an mir liegt! GANZ SICHER SOGAR!) Also, die Fahrräder haben Räder, wie der Name schon sagt. Trotzdem muss man&amp;nbsp;sie auf das selbstgebastelte (vielmehr gibt es dort ca 20 solche Dinger - könnte ja mal eine Radreisegruppe kommen)&amp;nbsp;Holz-Rollbretter unter dem strengen Blick des&amp;nbsp;Brückenwachpersonals&amp;nbsp;vertäuen. Und dann darf man sein Rad unter extrem lautem Quietschen ganz langsam über die&amp;nbsp;Brücke schieben. Ich sage euch, sowas geht nur in Japan. &lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-ynOs-7zh6eU/To7q3EFSDbI/AAAAAAAAAE8/a1uITEsyxoA/s1600/dfahrrad.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="223" src="http://2.bp.blogspot.com/-ynOs-7zh6eU/To7q3EFSDbI/AAAAAAAAAE8/a1uITEsyxoA/s320/dfahrrad.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
Beängstigend fanden wir allerdings nicht die Möglichkeit, ins Wasser zu fallen, als vielmehr die Tatsache, dass die schweren Lastwagen, Züge und Autos mit Gewicht und Schnelligkeit diese Hängebrücke zum Beben bringen. Und das können wir immer noch nicht so gut haben. Bis das Hirn gedacht hat "Aha, hier fahren also schwere Lastwagen und deshalb wackelt es" haben wir schon die Augen aufgerissen und uns nach einem Unterstand umgeschaut. Reiner Instinkt. und auch ein bißchen nutzlos auf einer Hängebrücke. Aber wird man halt nicht so schnell los.&lt;br /&gt;
Aber wir fanden es wirklich schön. Die Sonne war zwar auf der anderen Laufseite, es war extrem laut - und da hatten&amp;nbsp;die Quietschräder wirklich nur einen minmalen&amp;nbsp;Anteil,&amp;nbsp;aber wir waren höchst-entschlossen, später&amp;nbsp; - und dann in der Sonne - zurückzulaufen. &lt;br /&gt;
Sind ja nur 1.4 km. Das steht zumindest auf der Brücke. Bei Wikipedia steht 798m. Aber die haben ja auch nicht immer recht. &lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Auf der anderen Seite (also in Odaiba) mussten uns nach dieser anstrengend Tour&amp;nbsp;erstmal auf ein Holzpodest legen und unser Gesicht in die Sonne halten. Was haben wir Mütter doch für ein hartes Leben! Schrecklich. Rechter Hand hinter dem&amp;nbsp;aufgeschütteten Strand Fuji Tv Station (die mit der Kugel zwischen den Gebäuden)&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Wir freuen uns. Alles 1a wiedererkannt. &lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Obwohl es wie immer viele wesentliche Dinge zu besprechen gab - die Männer, die Kinder, die Diät, der nächste Urlaub, das Abendessen - oh, apropos Abendessen -&amp;nbsp;darf man&amp;nbsp;natürlich das MITTAGESSEN nicht vergessen. Und es war schließlich auch schon halb zwölf! &lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Also machten wir uns auf den Weg zurück. Genossen diesmal die Sonne und den Blick auf die vorgelagerten&amp;nbsp;künstlichen Inselchen. Die nämlich (wieder Wikipedia) errichtet wurden&amp;nbsp;als Reaktion auf die Ankunft des US-amerikanischen Commodores Matthew Perry mit seinen vier schwarzen Schiffen. Und zwar &amp;nbsp;beschloss das Tokugawa-Shogunat elf Kanonenstände (jap. &lt;i&gt;Daiba&lt;/i&gt;) vor der Küste Shinagawas zum Schutz vor einer Invasion zu errichten. Mit der Errichtung der 3. &lt;i&gt;Daiba&lt;/i&gt; wurde 1853 begonnen. Letztendlich wurden nur fünf realisiert (&lt;i&gt;Daiba&lt;/i&gt; 1, 2, 3, 5 und 6), einerseits aufgrund eines Abschlusses eines Freundschaftsvertrages mit den USA und andererseits aus Geldmangel. Das moderne Odaiba besteht allerdings zum überwiegenden Großteil aus einer künstlich aufgeschütteten Insel des 20. Jahrhunderts. &lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Also, wie bei uns zuhause. Total kompliziert, ein Haufen schwarze Schiffe, aber wenn Geld ins Spiel kommt, verträgt man sich besser wieder...&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-SvCL0jBRJTk/To7tRimIhXI/AAAAAAAAAFE/ZQOUKzEI8d4/s1600/d+insel.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="240" src="http://2.bp.blogspot.com/-SvCL0jBRJTk/To7tRimIhXI/AAAAAAAAAFE/ZQOUKzEI8d4/s320/d+insel.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Was man auf dieser Seite auch sehen kann ist der "Tower of Wind" - sieht aus wie ein großes gestreiftes Segel, ist aber eine Raststätte miten in der Tokio-Bay, die man nur über eine Brücke (4km) und einen Tunnel (9km) erreichen kann. Also mitten im Meer steht diese Segel-Insel mit tausend Restaurants und allerlei Amusement, natürlich einem Starbucks, vielen vielen Parkplätzen und einer grandiosen Aussicht. Da will ich auch mal hin.&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-67GxcVxMhuA/To7tkIo9RvI/AAAAAAAAAFI/A65rkMUsAFM/s1600/dsegel.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="240" src="http://3.bp.blogspot.com/-67GxcVxMhuA/To7tkIo9RvI/AAAAAAAAAFI/A65rkMUsAFM/s320/dsegel.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Das ist immer das Gute an unseren Ausflügen: Das nächste Ziel findet sich&amp;nbsp;mehr als von selbst. Und unsere Liste ist&amp;nbsp;lang. &lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Die Zeit mit&amp;nbsp;Kerstin und Nicole ist allerdings wie immer im Verhältnis viel kürzer als der Nachmittag, an dem wir heute zu allem Überfluß einen Kieferorthopäden-Termin haben.&amp;nbsp;Solche Mittage mag ich besonders. Zuerst aber muss ich&amp;nbsp;herausfinden, ob Lilli ihre Spange dabei hat. Worauf im Allgemeinen Verlass ist. Also, darauf, dass sie sie nicht dabei hat. Weil ja auch genau dieses Kind sein Handy irgendwann irgendwo verloren hat, muss ich&amp;nbsp;Paulina&amp;nbsp;irgendwie&amp;nbsp;auf mich aufmerksam machen,&amp;nbsp;mit der ich seit gestern&amp;nbsp;nattürlich völlig gerechtfertigertweise nicht&amp;nbsp;mehr gesprochen habe, obwohl ich schon&amp;nbsp;längst vergessen habe warum&amp;nbsp;(und auch heute morgen im Bett zur Strafe geblieben bin, anstatt meinen Kindern beim Frühstück Gesellschaft zu leisten - ist immer gut, wenn man eine Mutter hat, die sich&amp;nbsp;souverän und erwachsen aufführt. Kein bißchen kindisch. Nein- absolut NICHT) &lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Zum Glück&amp;nbsp;bin&amp;nbsp;ich nicht nachtragend und Pauli auch nicht, weswegen sie sich&amp;nbsp;auch sofort auf die Suche nach ihrer kleinen Schwester macht,&amp;nbsp;um herauszufinden,&amp;nbsp;ob die Spange&amp;nbsp;am Kind ist, oder nicht. &lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Natürlich nicht, teilt mir Paulina mit, nachdem sie wieder zu "den Großen" zurückgekehrt&amp;nbsp;ist. &lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Wo sie denn sei,&amp;nbsp;also die Spange, möchte ich gerne wissen. "Oooh mama, das hättest Du mich doch gleich fragen können", Klar hätt ich. Wenn sie mich gleich angerufen hätte, hat sie aber nicht, also muss sie nochmal zurück, macht aber nichts, denn sie hat sowieso gerade nichts Wichtiges. Nur Mathe. Großartig. Lilli weiß natürlich leider nicht, wo ihre Spange ist (was wir uns schon hätten denken können) schlägt aber vor, auf dem Fensterbrett, auf dem Schreibtisch, im Bad oder hinter dem Bett nachzuschauen. Das Gute ist, ich habe ja Zeit. Ich bin schließlich Mutter. &lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Die haben IMMER Zeit. &lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Nicole ist noch hier und wir backen gemeinsam eine Ladung Lebkuchenherzen für&amp;nbsp;Lillis Klasse, bis gerade eben&amp;nbsp;voller Liebe, jetzt naja, aber wie gesagt, ich habe meine Gefühle ja grundsätzlich unter Kontrolle.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
&amp;nbsp;Trotz unserer&amp;nbsp;vorweihnachtlichen Back-Idylle&amp;nbsp;brauche ich aber immer noch Lillis Zahnspange. Maria&amp;nbsp;musste sowieso schon absagen, weil sie Training hat. Die Zahnspangen-Aufenthalts-Vorschläge entpuppen sich als Fehlanzeige. Mist.&amp;nbsp;Nicht im Bad. Nicht im Bett. Nicht auf dem Schreibtisch. Nicht in der Küche. Nicht auf dem Fensterbett. Nicht oben auf der Kante ihres Bettes. Nirgends. ich sehe allerdings Lillis Bett ist ein wenig von der Wand aberückt.&amp;nbsp;Das will wirklich was heißen, denn dieses Bett ist Maßarbeit. Holger hat die Matratze und das Bett 20cm gekürzt, damit es in diese Nische passt.&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-ZpAKjyeweqM/To8FbJxn2xI/AAAAAAAAAFc/MZZlcei_xxs/s1600/Dlillibett.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="240" src="http://4.bp.blogspot.com/-ZpAKjyeweqM/To8FbJxn2xI/AAAAAAAAAFc/MZZlcei_xxs/s320/Dlillibett.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Manchmal (und in diesem Fall ist es soweit) &amp;nbsp;weiß man einfach, wenn eine Sache nur einen einzigen Ausgang haben kann.&amp;nbsp;Und zwar keinen guten. Ich schaue in den Spalt und sehe nichts. Die Zeit läuft. Ich müsste längst weg sein. Zu spät kommen ist zwar doof, aber ohne Kinder, zu spät&amp;nbsp;UND dann auch noch ohne Spange, geht überhaupt nicht. Ich hole eine Taschenlampe. Und sehe. Die Zahnspange ist tatsächlich in den Ritz gefallen und klemmt da, quasi in greifbarer Nähe&amp;nbsp; - wenn man mit einem langen Messer von unten vielleicht? Ich hole ein Messer. Die Spange hängt fest. Ich hole ein Lineal. Flach muss es sein und trotzdem stabil. Das Lineal ist nur suboptimal, rutscht ab und knallt mir gegen die Stirn. Zum Glück war es nicht das Messer! Und zum Glück ist Nicole schon weg. Sowas kann man unmöglich in Gesellschaft ertragen!&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
&amp;nbsp;Ich spüre eine ungute Energie in mir aufsteigen und versuche sie ganz Yogamäßig wegzuatmen. Klappt aber nicht so gut wie sonst,wenn ich keine klaffende Stirnwunde und enormen Zeitdruck &amp;nbsp;gleichzeitig zu beklagen habe. Dafür ist die Spange jetzt 20 cm in die Tiefe gerutscht. &lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Während ich Alles unter dem Bett entferne, weil mir nichts&amp;nbsp;Besseres einfällt&amp;nbsp;(und ich kann euch sagen, da findet sich so manches intereressante Zeugnis der Machenschaften meines braven Kindes, wie zum Beispiel eine Tüte mit ca 200 "Sendung mit der Maus"-Aufklebern, 4000 Magneten mit der Aufschrift: "Freude-Joy-Bonn", 3 gelbe Golfbälle und nasse Schwimmsachen). Ich liebe das!&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Ich versuche eine Hebel-Zieh-Technik, sozusagen als letzte Rettung, aber ich versage kläglich und die Zahnspange verschwindet undwiederbringlich in der Dunkelheit. Das Wort mit "Sch" bitte. Schnell!&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Ich lasse das ganze Chaos wie es ist. Denn wenn ich das Bett zurückdrücke, ist die Zahnspange auf jeden Fall platt. Soweit kann ich noch denken.&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Zum Glück befindet sich außer mir keiner im Auto als ich Holger anrufe und (wie immer kontrolliert, entspannt, und distanziert, vorallem völlig Schimpfwörter-frei) informativ von meinem Leben berichte, sogleich kündige, und nichts ausser Empathie ertragen kann. Ich sage euch, er bewegt sich auf dünnem Eis! &lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Die Zahnärztin lacht. &lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Ich habe immerhin zwei von drei angekündigten Kindern dabei und eine davon hat sogar die Zahnspange an! Naja, ist auch eine feste. &lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Als wir nach hause kommen, hat Maricel (unsere Hilfe) das Zimmer natürlich picobello aufgeräumt inklusive Bett an Ort und Stelle zurückschieben. &lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Holger erklärt mir, es sei gar nicht möglich, das Bett zu verschieben, und wenn, hätte&amp;nbsp;ICH es mutwillig kaputtgemacht und sowieso die Zahnspange (die sich natürlich unter gar keinen Umständen HINTER dem Bett befinden kann) in den Abgrund geschubst. Wenn dann. Ich bin auf jeden Fall schuld. Ganz klar. Wie er es schafft, weiß ich nicht, aber schließlich landet die Spange doch in unserem Zugriffsbereich. Allerdings leider in drei Teilen. Gut, sie war schon alt - nämlich genau drei Wochen - da kann sowas schon mal passieren. &lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Ich setze mich auf unsere Terasse, zünde mir eine Kerze an und atme tief ein. &lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
KINMOKUSEI - RETTE MICH!&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Da kommt mein Mann und fragt: "Sag mal, hast Du 'n neues Parfüm?"&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Also, ihr Lieben, bis nächste Woche! &lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Sayoonara, Lucie&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
PS:&amp;nbsp;&amp;nbsp;Falls ihr morgen vorbeikommen wollt, ich würd mich sehr freuen! &lt;a href="http://www.dsty.jp/schule/news/oktoberfest-2011"&gt;http://www.dsty.jp/schule/news/oktoberfest-2011&lt;/a&gt;&amp;nbsp;- Ihr wisst ja wo ihr mich findet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-kk0Ay3Mcv0c/To7zHERlO6I/AAAAAAAAAFU/H-KhQYM0X3E/s1600/dwegweiser.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="240" src="http://4.bp.blogspot.com/-kk0Ay3Mcv0c/To7zHERlO6I/AAAAAAAAAFU/H-KhQYM0X3E/s320/dwegweiser.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-ILHIpmUyAP8/To7zRWssVII/AAAAAAAAAFY/QSmgWVPxi1E/s1600/dkinder.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="240" src="http://2.bp.blogspot.com/-ILHIpmUyAP8/To7zRWssVII/AAAAAAAAAFY/QSmgWVPxi1E/s320/dkinder.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
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&lt;br /&gt;
Das Bestellen ist sowas von einfach sage ich euch - völlig&amp;nbsp;easy. Wenn man japanisch lesen kann. Dann geht das QUASI wie von selbst. Als Ezko mir das&amp;nbsp;Alles erklärt hat, hörte es sich auch total bewältigbar an. Nur leider haben wir für die Anmeldung so lange gebraucht, dass&amp;nbsp;Ezko jetzt weg ist. Aber sie hat gesagt, das würde ich auch alleine schaffen. Und ich glaub ja Alles. &lt;br /&gt;
Man - also ich - &amp;nbsp;muss nämlich nur auf das Bild mit der schönen Gemüsekiste klicken.&lt;br /&gt;
Dann die Anzahl. Das Gute&amp;nbsp;an japanischen Zahlen ist, dass sie genau gleich aussehen, wie unsere -das ist aber auch eine Freude! Und total überraschend, denn (und ich weiß ich wiederhole mich hier, aber es ist ja auch FASZINIEREND!: In Japan zählt man Menschen, Zahlen, Stockwerke, Uhrzeiten,&amp;nbsp;lange hohe Gegenstände, Blätter und sicher noch 35 weitere maßgebliche Stützen der Welt wie wir sie kennen, mit unterschiedlichen Zahlen! Das wiederum ist eine Zumutung! Für sowas hätte ich noch nicht mal die nötige Phantasie! Aber das&amp;nbsp;Schlimmste ist, dass, wenn ich zum Beispiel "3 Menschen" sagen will (und ich weiß noch nicht mal, ob es da schon einen Unterschied gibt, wenn ich diese Menschen PERSÖNLICH kenne oder nicht) und ich&amp;nbsp; dann&amp;nbsp; fälschlicherweise&amp;nbsp;die Zahl für zum Beispiel 3 lange hohe Gegenstände benutze - ihr könnt mir folgen? - mich KEIN MENSCH versteht! Unglaublich! Gut, es gibt immer noch die Möglichkeit, dass nicht nur die Zahl falsch war, aber trotzdem: Ein unendliches Thema!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Wo war ich stehengeblieben? BEIM EINKAUFEN WIE IMMER, würde mein Mann sagen, aber der ist ja zum Glück beim Elternabend. &lt;br /&gt;
Ich gebe also "1" ein. Beeindruckend, was? Dann darf man am Besten&amp;nbsp;überhaupt gar nicht&amp;nbsp;mehr nachdenken und muss einfach instinktiv einen Button drücken - am Besten den hier: &lt;br /&gt;
&lt;a href="http://rd.rakuten.co.jp/s/?R2=http%3A%2F%2Forder.step.rakuten.co.jp%2Frms%2Fmall%2Fbasket%2Fvc%3F__event%3DES01_003_001%26l2-id%3Dheader_top_cart_02&amp;amp;D2=3.260.48889.760895.23024729&amp;amp;C3=86c8704848c8e5470d09bf20a66bfa7c7614bec4"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;span style="color: #bf0000;"&gt;&lt;span id="cartNumDisplay-template-inItemNum"&gt;1&lt;/span&gt;個&lt;/span&gt;の商品が入っています&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; und schon ist man weiter! Dann nur noch email-Adresse und Passwort eingeben, abesenden (nicht nachdenken, wie gesagt) und dann kann man sogar noch das preferierte Lieferdatum und (UND! Diesntleister aufgepasst!) ein Zeitfenster von 2 Stunden angeben, in&amp;nbsp;dem man das Ganze gerne geliefert hätte - absenden! Fertig.&lt;br /&gt;
Ja, und dann muss man natürlich warten und auch ein bißchen vergessen, dass man was bestellt hat - vorallem aber darf man es niemand erzählen, denn wenn nachher nichts ankommt oder gar etwas komplett anderes (was im Prinzip nicht vorkommen kann, weil man hat ja alles richtig gemacht), also sagen wir mal, irgendwelche hochpreisigen unnützen Dinge, von denen man geglaubt hat, dass man sie höchstens&amp;nbsp;ANGESEHEN hat (auch angeblich eine immerwährende Diskussionsgrundlage zwischen Ehepaaren in anderen Lebensbereichen), ist man ein bißchen angeschmiert. &lt;br /&gt;
In meinem Fall ging ich natürlich NIEMALS davon aus, dass sich in meinem Warenkorb je etwas anderes befand also gesundes Kyushu-Gemüse, aber, nun ja, im Falle einer (ähem, also jetzt meiner) zusätzlichen Teekiste sieht es so aus: &lt;a href="http://item.rakuten.co.jp/nagamine/587343/"&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;湿気に強い収納ボックス茶箱（ちゃばこ）国産天然杉１００％木箱　20ｋｇサイズ容量約55リットル和風ウッドボックス・インテリアとしても人気急上昇！&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
EZKO! WO BIST DU?????&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich schwierig ist es,&amp;nbsp;eine TEEKISTE mitten im Wohnzimmer mit einem Fassungsvermögen von 110 Litern zu erklären, die hier nirgendwo Platz hat, die keiner braucht und von der auch niemand weiß, wozu sie gut ist. Es ist eine Kiste. OKOKOK - es ist nicht irgendeine Kiste-  es ist jetzt MEINE Kiste.&lt;br /&gt;
In diesem Fall ist es allerdings wiederum auch gar nicht gut, wenn man nicht die eigene Kreditkarte benutzt hat. Vorallem, wenn das gute Stück 6000Yen (also ca 55 Euro kostet). &lt;br /&gt;
Vielleicht ist die "nicht nachdenken - einfach machen" Theorie nocht nicht ganz ausgereift....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich will mich ja nicht beschweren.  &lt;br /&gt;
Es ist ja nicht so, dass das Gemüse nicht kam. Es kam schon, aber halt zusätzlich. Die Familie muss also nicht hungern und ich habe ein neues Projekt für kalte hoffentlich weit entfernte Wintertage. &lt;br /&gt;
Ich habe nämlich&amp;nbsp;sofort eine Teekisten-mit-Washipapier-beklebe-Selbsthilfegruppe&amp;nbsp;gegründet und warte jetzt auf schlechte Zeiten. Und das ist gut, weil sonst weiß ja nicht, wohin mit meiner vielen Freizeit. Und ich behaupte natürlich, ich hätte schon immer so eine Teekiste haben wollen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SO,&amp;nbsp;jetzt aber zum Gemüse: &lt;br /&gt;
Alles ist sehr frisch und das meiste kenne ich sogar. Ich glaube ich kann Alles verwerten&amp;nbsp; - bis vielleicht auf die klebrig-gelben Stinkepilze, die sich direkt nach dem Auspacken vorallem geruchstechnisch ziemlich hartnäckig in meine Hand fräsen, die hab ich gleich weggeschmissen. Die durchsichtigen grünstieligen und kleinblättrigen Sprossen hab ich immerhin vor dem Wegwerfen&amp;nbsp;gebraten. Und die eine (die einzige!) Schwarzwurzel. Die war nach dem Schälen auch nicht mehr wirklich der Rede wert. Nun ja. Aber sonst, ich schwörs, ist bisher alles gegessen worden. Wäre ja auch zu schade, wenn das Einzige, was nachher von dieser Bestellung übrigbleibt, die unverzehrbare Teekiste ist. Das wäre vermutlich der Punkt, an dem mir mein Mann sagt, ich solle doch lieber in Zukunft die 5000Yen-Scheine direkt in den Mülleimer schmeißen, dann fällt wenigstens das lästige Entsorgen der Gemüsekisten-Verpackung weg.&lt;br /&gt;
Ja, es ist nicht immer einfach verheiratet zu sein. Und doch, ich bereue es nur selten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz unten in meiner Kiste befinden sich wie immer&amp;nbsp;die obligatorischen haarigen Kokosnuss-Kartoffeln. So als ob die dringend weg müssten. Sie sehen ein bißchen so aus wie die Hells-Angels Version einer normalen Kartoffel (Ihr wisst, was ich meine?) &lt;br /&gt;
Ich habe sie immer schön ganz unten in mein Gemüsefach gelegt und den Rest obendrauf, aber jetzt ist der Punkt erreicht, an dem ich eine Entscheidung treffen muss. Das Fach geht beim besten Willen nicht mehr zu. &lt;br /&gt;
Entsorgen kommt auch nicht in Frage, denn mein Mann bringt (wie in jeder guten Ehe) den Müll raus. Und da ich sonst gesteigerten Wert darauf lege, fände er es sicher äußerst verdächtig, wenn ich das plötzlich selber und freiwillig tun würde. Also das fällt weg. &lt;br /&gt;
Ich könnte sie Ezko schenken. Aber das ist auch schwierig, weil dann hätte ich signalisiert, dass ich etwas, bei dessen Beschaffung sie mir geholfen hätte,&amp;nbsp;nicht mochte&amp;nbsp;und dann wäre es ihr wieder unangenehm gewesen. &lt;br /&gt;
Außerdem werfe ich&amp;nbsp;so ungern Nahrungsmittel weg. (DU WIRFST GAR NIE IRGENDWAS FREIWILLIG WEG! Mein Mann...Soeben vom Elternabend zurück)&lt;br /&gt;
Außerdem bin ich neugierig. Ich werde diese Kartoffeln also zubereiten. &lt;br /&gt;
Ist ja nicht so, dass ich das eine oder andere Gemüse hier nicht auch schätzen gelernt hätte. Ich finde zum Beispiel Süßkartoffeln und Lotuswurzel ganz großartig. Wirklich! In Maßen - aber großartig. Vielleicht verbirgt sich hinter diesem eher unattraktiven Gemüse mein neues Lieblingsgericht? &lt;br /&gt;
In meinen japanischen Kochbüchern finde ich aber leider schon mal nichts. Super. Ich werde also googeln.&lt;br /&gt;
Das Internet bietet mir die japanische Bergkiefer und oder Bier (aus Kartoffeln?) an&lt;br /&gt;
und Wikipdia teilt mir mit, es gäbe keinen Artikel zum Thema japanische Kartoffel - ich könnte aber gerne einen erstellen. Herzlichen Dank - vielleicht später, wenn ich meine Teekiste beklebt habe. &lt;br /&gt;
Dann gibt es noch eine Kartoffelrose - hört sich toll an, Kartoffelnase (auch schön)&amp;nbsp;und Yams - aber mein Favorit ist der Knollenziest, die Ziestknolle - kurz: die japanische Kartoffel - und die Bilder erst! Nein, da muss ich meine Gemüsefach-Blockierer in Schutz nehmen: So scheußlich sehen sie auch wieder nicht aus. &lt;br /&gt;
Aber wenn es keine Kartoffeln sind, was&amp;nbsp;sind es dann? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da, nach vielen Umwegen (die alle mit der Sucheingabe "haarig" zu tun haben) &amp;nbsp;finde ich sie: Satoimo 里芋 - die japanische Taro Wurzel. &lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-qkebT5JV0Pw/ToVZkRgJugI/AAAAAAAAAE0/D_PebDQoX8k/s1600/P1070585.JPG" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="240" src="http://2.bp.blogspot.com/-qkebT5JV0Pw/ToVZkRgJugI/AAAAAAAAAE0/D_PebDQoX8k/s320/P1070585.JPG" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
Als Erstes lese ich, dass Satoimo die Menschen teilt: In die, die es mögen und in die, die es nicht mögen. Ach was! Was für eine&amp;nbsp;gewaltige, bahnbrechende&amp;nbsp;Aussage! Die Geschmäcker scheiden sich aber - und das finde ich jetzt doch wieder spannend - vorallem ein einer Eigenschaft dieser Wurzel: Die Schleimigkeit. Oh, dieses Wort finde&amp;nbsp;ich schon ziemlich eklig. Aber Japaner mögen sowas gerne. Wenn ich nur an Natto denke (&lt;strong&gt;Nattō&lt;/strong&gt; (&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Japanische_Schrift" title="Japanische Schrift"&gt;&lt;span style="color: #0645ad;"&gt;jap.&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; &lt;span class="lang" xml:lang="ja"&gt;納豆&lt;/span&gt; oder &lt;span class="lang" xml:lang="ja"&gt;なっとう&lt;/span&gt;) ist ein traditionelles &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Japan" title="Japan"&gt;&lt;span style="color: #0645ad;"&gt;japanisches&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lebensmittel" title="Lebensmittel"&gt;&lt;span style="color: #0645ad;"&gt;Lebensmittel&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; aus &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sojabohne" title="Sojabohne"&gt;&lt;span style="color: #0645ad;"&gt;Sojabohnen&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;. &lt;span class="goog_qs-tidbit goog_qs-tidbit-0"&gt;Zur Herstellung werden die Bohnen gekocht und anschließend durch Einwirkung des Bakteriums &lt;/span&gt;&lt;i&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bacillus_subtilis" title="Bacillus subtilis"&gt;&lt;span class="goog_qs-tidbit goog_qs-tidbit-0"&gt;&lt;span style="color: #0645ad;"&gt;Bacillus subtilis ssp. natto&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fermentation" title="Fermentation"&gt;&lt;span class="goog_qs-tidbit goog_qs-tidbit-0"&gt;&lt;span style="color: #0645ad;"&gt;fermentiert&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;span class="goog_qs-tidbit goog_qs-tidbit-0"&gt;. Während dieses&lt;/span&gt; Vorgangs bildet sich eine schleimige, Fäden ziehende Substanz um die Bohnen) Und es schmeckt - hm - speziell? Ist aber sehr sehr gesund. Damit kann man mindestens hundert Jahre alt werden. Faltenfrei, intellektuell auf den Punkt und gesund. Das ist sicher auch nötig, denn sonst würde es bestimmt keiner freiwillig essen. Noch Fragen? Wobei ich zugeben muss, nach drei Jahren in Japan finde ich auch manche Speisen lecker, die ich am Anfang vermutlich für eine Zumutung gehalten hätte....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Desweiteren erfahre ich, dass das Schälen der haarigen Kartoffel Hautirritationen hervorrufen kann. Uh, dieses Gemüse wird immer attraktiver!&lt;br /&gt;
Immerhin ist die Zubereitung aber ganz nach meinem Geschmack: Man kann die Dinger waschen und dann auf einem Teller mit einer Klarsichtfolie abdecken. 5 Minuten in die Mikrowelle - schon&amp;nbsp;sind sie fertig und beißen auch nicht mehr. Das mach ich glatt. Entspricht auch so ungefähr meinen Fertigkeiten als Köchin. &lt;br /&gt;
&amp;nbsp;Ich gebe zu, immmer wieder verspüre ich den Wunsch,&amp;nbsp;Satoimo wegzuwerfen (oder draußen irgendwo einzupflanzen - wer weiß, was dabei herauskommt. Tulpen vielleicht? ) Aber ich habe es mir versprochen. Einmal muss ich sie kochen....&lt;br /&gt;
Aber (und nicht weitersagen, ja?) Erstens ist es noch Vormittag - das heißt, bis zum Abendessen ist noch Zeit für eine Alternative und zweitens hab ich parallel dazu angefangen, Lasagne zu machen. Nur zur Sicherheit. &lt;br /&gt;
Ich stelle die Satoimos (eine Satoimo, zwei Satoimos .......) wie beschrieben in die Mikorwelle und stelle auf fünf Minuten. Nach ca 20 Sekunden durchdringt ein feucht-erdiger Geruch meine Küche - ein bißchen so, als ob ich da drin eine Tüte Torf gekocht hätte. Sehr attraktiv. Für Blumen. &lt;br /&gt;
Bin ich froh, dass die Mikrowellentür noch geschlossen ist! &lt;br /&gt;
Ich beschließe, das auch so zu lassen. Man sollte das Ganze sicher sowieso erstmal abkühlen lassen. &lt;br /&gt;
Ich hole also William ab, der beim Betreten des Hauses fragt, ob ich hier jemand beerdigt hätte. &lt;br /&gt;
Ich liebe Kinder mit morbider Phantasie! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausnahmsweise möchte er auch lieber nicht mit mir in die Küüche sondern lieber in seinem Zimmer Kasette hören. Die Satoimos indess haben sich geruchstechnisch soweit beruhigt, dass ich sie aus der Mikrowelle nehmen kann und schälen. Innen sind sie gar nicht so exotisch: Vielleicht ein bißchen blass für Kartoffeln (aber ist ja auch kein Wunder, wenn man sogar im Sommer einen Fellmantel anhat) und sooo schleimig sind sie gar nicht. &lt;br /&gt;
Ich schneide sie in Scheiben und brate sie mit Sesam-Öl, Sojasauce und Mirin an. Nicht zu vergessen den Kohl, denn davon hab ich mittlerweile auch ein ganzes Fach voll.&lt;br /&gt;
Mittlerweile ist auch die Lasagne fertig. Ich finde ja, so einen ganzen Tag immer wieder mit Kochen zu verbringen, äußerst befriedigend: Das zeigt einem doch mal wieder, was wirklich wichtig ist im Leben, also ich meine für Kinder, da haben die dann was, wenn sie heimkommen....Fehlt nur noch, dass ich Kittelschurz trage. &lt;br /&gt;
MEINE Kinder kommen auch tatsächlich (Du meine Güte, schon 5 Uhr?), &amp;nbsp;ziehen die Nase hoch und fragen mich, ob das, was da so stinkt, etwa das Abendessen ist?&lt;br /&gt;
UNDANK IST DER WELTEN LOHN, sage ich euch! Da bemüht man sich um Abwechslung, um eine gesunde und ausgewogene Ernährung, damit die Brut wachsen und gedeihen kann - und dann SOWAS? Nun gut, ich muss zugeben, ich habe mir die selbe Frage auch gestellt, aber immerhin habe ICH Gekocht! Wann darf ich mich mal an einen gedeckten und bekochten Tisch setzen? (Außer am Wochenende und wenn Holger Zeit hat, aber das tut hier nichts zur Sache!) und wenn, würde ich es NIEMALS wagen, auch nur irgendeinen HAUCH von Kritik zu üben! ICH! NICHT! Ich bin sozusagen die bescheidene Dankbarkeit in Person. Schon immer gewesen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wo sie recht haben, haben sie recht (trotzdem: umso vehementer muss ich meine Kochkünste verteidigen, ist ja wohl klar!)&amp;nbsp; und zum Glück habe ich ja&amp;nbsp;Lasagne gemacht.&lt;br /&gt;
Ich stelle Beides auf den Tisch: Lasagne und den Topf mit der Satoimo-Kohl-Mischung. Komischerweise ist die Lasagne innerhalb kürzester Zeit weg. Satoimo eher nicht. &lt;br /&gt;
Leider&amp;nbsp;konnte Holger nicht so früh zum Abendessen zuhause sein. Wir sagen ihm auch nicht, dass es mal &amp;nbsp;Lasagne gab. Die Kinder erzählen ihm dafür&amp;nbsp;vom gesundheitlichen Mehrwert dieses Abendessens, von den vorzügen des ewigen Lebens und ich habe fast ein bißchen Mitleid mit ihm, aber mein Mann ist ja flexibel: Er hat dann ein Käsebrot gegessen.&lt;br /&gt;
Heute morgen fand ich ihn, wie er schwarzen Sesam und noch ein bißchen mehr Sojasauce auf das mittlerweile kalte Satoimo gab, Thunfisch druntermengte, probierte und sagte:" Mhmm, schmeckt total lecker! Ich habe schon mal für dich dein Mittagessen gemacht!" &lt;br /&gt;
Sprachs, lachte sich ins Fäustchen und ging. SCH...EIDUNG! EZKO! SCHOKOLADE!!!! &lt;br /&gt;
Sayoonara, bis nächste Woche - Lucie&lt;br /&gt;
p.s. Ich werde euch nicht mehr mit meinen Kochkünsten behelligen, wenn ich es vermeiden kann, verprochen! Da habt ihr es besser, als meine Kinder! &lt;br /&gt;
pps: Mein Führerschein ist abgelaufen! &lt;br /&gt;
UND ppps: Maria ist eins von zehn Mädchen, das ihre Schule bei den Ostasien-Spielen in Shanghai vertritt. Bin stolz! &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5274528999735162604-3906701757462492978?l=sixinjapan.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/ZS2tKQCfWa90inPRMA3JuA6jQLQ/0/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/ZS2tKQCfWa90inPRMA3JuA6jQLQ/0/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;
&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/ZS2tKQCfWa90inPRMA3JuA6jQLQ/1/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/ZS2tKQCfWa90inPRMA3JuA6jQLQ/1/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/blogspot/CECPK/~4/_4ogJEzisAI" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://sixinjapan.blogspot.com/feeds/3906701757462492978/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://sixinjapan.blogspot.com/2011/09/satoimo.html#comment-form" title="3 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/5274528999735162604/posts/default/3906701757462492978?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/5274528999735162604/posts/default/3906701757462492978?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/blogspot/CECPK/~3/_4ogJEzisAI/satoimo.html" title="Satoimo 里芋" /><author><name>six in Japan</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15267163111101392339</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="31" height="21" src="http://3.bp.blogspot.com/_OMAEWToMd9g/Srsy4eqAE0I/AAAAAAAAAAY/VfqN_yIMQj8/S220/family096.JPG" /></author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="http://2.bp.blogspot.com/-qkebT5JV0Pw/ToVZkRgJugI/AAAAAAAAAE0/D_PebDQoX8k/s72-c/P1070585.JPG" height="72" width="72" /><thr:total>3</thr:total><feedburner:origLink>http://sixinjapan.blogspot.com/2011/09/satoimo.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;A0cHQHY4eCp7ImA9WhdVFko.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-5274528999735162604.post-3567746394973354676</id><published>2011-09-22T16:10:00.000+09:00</published><updated>2011-09-22T17:10:31.830+09:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2011-09-22T17:10:31.830+09:00</app:edited><title>Tamagawa daishi 玉川大師 und natürlich der Taifun Roke</title><content type="html">&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-19fFCZC0GtE/Tnq27WCMPsI/AAAAAAAAAEs/yXZABFv4YVo/s1600/a20.9.skeleton" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left;"&gt;&lt;tbody&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-19fFCZC0GtE/Tnq27WCMPsI/AAAAAAAAAEs/yXZABFv4YVo/s1600/a20.9.skeleton" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="133" src="http://4.bp.blogspot.com/-19fFCZC0GtE/Tnq27WCMPsI/AAAAAAAAAEs/yXZABFv4YVo/s200/a20.9.skeleton" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;nicht mein favorisierter Friseur&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;
So harmlos kommt dieser Tag mal wieder daher, tut so, als ob nichts geswesen ist! Ja, das haben wir gern: Erst hier wüten und stürmen, Angst und Schrecken verbreiten und dann wieder: Sonnenschein, Zikaden-Gebrüll, Himmel&amp;nbsp; so blau, Temeperaturen perfekt. Als ob Japan kein Wässerchen trüben könnte.....Naja - wir wollen uns nicht beklagen, nachdem uns Taifun Roke gestern mal wieder gezeigt hat, wer hier immer noch das Sagen hat!&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
Die Kinder fanden es zuerst gannz großartig - nachmittags keine Schule und ein bißchen Aufregung ist ganz nach deren Geschmack. Und dann am Besten auch noch so scheußliches Wetter, damit man mit gutem Gewissen mitten am Nachmittag&amp;nbsp;einen Film anschauen und dazu Kekse essen kann. &lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;
Ich hab mal wieder erst kapiert, dass ein Taifun kommt, nachdem mir besorgte Freunde auf Facebook Links mit Nachrichten aus Deutschland geschickt haben. Gut, es hat geregnet, und auch gewindet, aber nicht unangenehm.&amp;nbsp;Ich habe es mehr&amp;nbsp;als Inpiration empfunden, endlich mal wieder die Kleiderschränke auszumisten. Das war allerdings noch am Vormittag. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Gegen 12 fing der Wind dann an, horizontal zu wehen. Da habe ich mir dann schon überlegt, ob und wie ich William vom Kindergarten abholen soll. Dabei war&amp;nbsp;Roke ja noch weit entfernt...&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&amp;nbsp;Als ich mich dann um zwei tatsächlich auf den Weg gemacht habe, hatten die Leute sich schon von dem Gedanken verabschiedet, ihre Regenschirme auch als solche zu benutzen. Einzig ein paar aufrechte Japaner trugen entweder das völlig verbogene hüllenlose Gerippe spazieren (aber natürlich trotzdem über ihrem Kopf. Stoisch, da kennen die nix) Oder Variante B, sie entschieden sich für die Regenschirm-Plane, diese trugen sie aber dann lieber über der Tasche (um ihre Computer zu schonen) und ließen sich ebenso stoisch komplett durchweichen. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Der Baum vor Williams Kindergarten war entwurzelt (naja, eher ein Bäumchen, aber trotzdem) und ich fand auch, man hätte mir den Knaben sehr gerne direkt ans Auto&amp;nbsp;reichen können. Interessanterweise ist so ein Taifun aber nicht kalt. Wenn man raus schaut, sieht es zwar aus wie in Deutschland bei allerfiesestem Novemberwetter, aber dabei ist es so warm, dass man sich im T-Shirt wohl fühlt. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Trotzdem, die Kinder waren für Tee und auf die&amp;nbsp;japanischen Häuser ist auch&amp;nbsp;Verlass, da ist&amp;nbsp;es immer dann drinnen viel kälter als draußen, wenn es einem sowieso kalt ist und viel wärmer, wenn draußen die Hitzen brütet. Also Tee ging gut. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Aber so ein&amp;nbsp;Taifun schlägt sich offensichtlich auch auf das Gemüt&amp;nbsp;meiner Mädels&amp;nbsp;- nein, sie sind auch sonst nicht diejeningen, die gerne mal auf der Couch sitzen und ein Buch lesen. Nein, wir lieben uns nicht immer allle. Und nein, auch wenn es drei Mädchen sind, sie sind NICHT vorallem ordentlich, liebreizend und wohlerzogen - sie sind vorallem eins: UNTERSCHIEDLICH, höchst emotional (was Holger im Guten auf sich und im schlechten logischerweise auf mich zurückführt). Positiv ausgedrückt, sie verschließen ihre Augen niemals vor Ungerechtigkeiten - realisitsch: Jede einzelne fühlt sich grundsätzlich ungerecht behandelt und somit berechtigt, selber wiederum ordentlich auszuteilen. William hingegen sagt von sich: Nein er sein nicht unerzogen. Er sei ÜBERHAUPT NICHT erzogen!!! &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Dem kann Paulina selbstverständlich&amp;nbsp;nur beipflichten.&amp;nbsp;Woraufhin er bitterlich&amp;nbsp;weint, sich bei Maria beklagt, diese ihn sofort in&amp;nbsp;Schutz nimmt (man sollte auch keine Gelegenheit auslassen, sich mit irgendeinem Geschwister in die Wolle zu kriegen), was dazu führt, dass Paulina ihr sagt, sie solle sich raushalten und Lilli dann und Maria dann und ich dann.....&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Da hab ich mir den&amp;nbsp;Nachmittag so gemütlich vorgestellt, und dann sind die hier lauter als der komplette Taifun?! Das halte ich nicht aus! &amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Zum Glück finde ich im Kühlschrank eine Packung Mon Cherie. Die mag ich nicht, aber es ist Alkohol drin und das hilft bestimmt. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Ich nehme zwei und ändere die&amp;nbsp; 15 von "15 Pralinen mit Piemontkirsche" in eine 13 um.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Nur damit keineVerwirrung aufkommt. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Mittlerweile ist Maria&amp;nbsp; entnevt in ihre Joggingschuhe gestiegen und hat das Haus verlassen. Es ist dunkel, es stürmt, es regnet Sturzbäche und ganze Bäume fliegen durch die Gegend (ganz abgesehn von den&amp;nbsp;geschätzten 7 paar&amp;nbsp;Schuhen,die wir leider draußen stehen lassen haben) und mein Kind geht spazieren! STOP! Das ist selbst mir zu gefährlich. Zum Glück hat sie nur so getan&amp;nbsp;(haha, was für ein guter Scherz!) Ich ändere die 13 auf eine 12 und schicke&amp;nbsp;Maria in ihr Zimmer. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Mittlerweile haben wir das Gefühl, wir könnten eventuell doch abheben, das&amp;nbsp;ganze Haus wackelt, die Fenster klappern und die Bäume peitschen gegen die Fensterscheiben. Es regnet keine Tropfen sondern flächendeckende Wassermassen. Da kommt Maria aus ihrem Zimmer und teilt mir mit, dass ihr ganzer Boden durchnässt ist. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Zum Glück ist es nicht ganz so schlimm, aber irgendwas stimmt mit ihrer Wand nicht. Das heißt, ich habe natürlich wieder mal keine Ahnung aus was diese Häuser sind, aber diese Wand ist nicht dicht. Sie ist einfach komplett mit Wasser durchdrungen. Durchweicht! Durchnässt! &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Die Fensterscheiben beschlagen von innen.&amp;nbsp;Der Teppich vor&amp;nbsp;Marias (und übrigens auch vor Paulinas und unserem Schlafzimmer) Fenster ist nass und der Teppichboden auch. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
ELF! Ich sage ich nur ELF! Es lohnt sich wohl eher nicht mehr, die Zahl auf der Packung zu verändern, was?&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Immerhin konnten wir Computer und&amp;nbsp;Transformatoren sowie diverse Mehrfachsteckdosen vor der Durchfeuchtung retten - und hoffentlich somit unser Haus vor einer Explosion, aber ich&amp;nbsp;bin mir immer noch nicht sicher, ob eine durchweichte Pappwand ein massives Dach tragen&amp;nbsp;kann? Muss ich mir eventuell Sorgen machen? &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Beruhigend finde ich, dass&amp;nbsp;die sich im Bau befindlichen japanischen Häuser alle ein Holzfachwerk drunter haben.&amp;nbsp;Also selbst wenn die Pappe fällt, bleibt das Dach vielleicht stehen. Das sind doch&amp;nbsp;Aussichten&amp;nbsp; - ZEHN!!!&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Ich überlege mir, die Spitze von unserer Steinlaterne in Sicherheit zu bringen. Aber die ist so fest, dass ich sie nicht runternehmen kann - allerdings habe ich bei dem Versuch, sie zu retten plus Taifun plus dunkel plus nass beinahe das ganze Ding umgeworfen. Ich lass es wohl besser. Roke&amp;nbsp; scheint sich nicht mit so Kleinkram wie unserer Gartenbeleuchtung aufzuhalten. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Ein Mon Cherie hab ich mir aber doch auf jeden Falll verdient, oder? Bin bei neun - Mittlerweile schmecken die Dinger gar nicht mehr so schlecht!&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Wir erfahren, dass einige Menschen in den Zügen festhängen. Das stelle ich mir immer schlimm vor. Schon wenn ich nur dran denke, muss ich dringend aufs Klo! &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Ein paar Stationen sind gesperrt und die Hotels natürlich alle überbucht. Christoph, Kerstins Mann schaffte es aus Hamamatsu&amp;nbsp;(wo der Sturm aufs Festland traf) nach&amp;nbsp;mehreren Stunden im Zug schließlich um 4 Uhr nachts mit dem Mietwagen nach Hause, hier in der internationalen Schule übernachteten einige der Kinder, weil weder Bus noch Bahn fährt.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Holger bleibt auch erstmal in Yokohama - das Wasser kommt unter der Studiotür durch, seine Mitarbeiter können teilweise nicht heim und ein paar Bäume liegen auf der Strasse.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Ganz&amp;nbsp;abgesehen davon, dass er die Brücke über den Tama überqueren müsste. Nein, ist schon besser er bleibt wo er ist. Ich kann ihm zwar nicht helfen,&amp;nbsp;&amp;nbsp;aber ich könnte ja immerhin freundlicheweise ein Mon Cherie für ihn mitessen - und bin somit bei 8. So gut bin ich zu meinem Mann!&lt;br /&gt;
Meine Kinder streiten sich immer noch. Draußen tobt der Sturm. Uh,&amp;nbsp;ganz schön unheimlich. Beides. Auf der Wetterkarte im Internet sind wir gerade über das Zentrum raus und Roke bewegt sich Richtung Fukushima. Hoffentlich haben die da oben Alles im Griff.... &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Die Kinder wollen nicht ins Bett. Obwohl ich finde an einem Tag wie heute kann man auch schon mal ein bißchen früher, oder? Oooh, da fällt Ihnen natürlich ein, sie müssen noch dringend Hausaufgaben machen und Hefte neu schreiben und Dinge im Computer recherchieren. Außerdem sind sie jetzt wieder Freunde und wollen deshalb nur noch ein bißchen Spiel des Lebens spielen. Ich bin mittlerweile bei 6, sehe ein wenig verschwommen&amp;nbsp;und spüre meine Zunge nicht mehr. Was haben die denn da ausser ihrer Kirsche noch alles drin? &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Eigentlich sind das ja sowieso Holgers und er teilt sie nur echt ungern, aber jetzt fehlen schon so viele, das geht irgendwie ja auch nicht. Und auf die Kinder kann ichs so schlecht schieben, weil bis auf Paulina mögen die keinen Alkohol, noch nicht mal wenn Schokolade drum ist&amp;nbsp;und das weiß sogar mein Mann. Mist. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Ich glaube, ich muss alle essen. Passt auch gut, weil wenn man sündigt, soll es sich auch lohnen, finde ich, dann fällt einem das Bereuen nicht so schwer. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen acht Uhr&amp;nbsp;hat sich bei uns der Sturm mehr oder weniger beruhigt. Das geht ja bei so einem Taifun alles sehr plötzlich - und ist auch faszinierend, wenn man auf der Karte beobachten kann, wann er wo ist. So ein Wetter gibt es in Deutschland gar nicht.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Aus den Kinderzimmern höre ich: Stille. Einige Zikaden haben vor unserem mittlerweile geöffneten Fenster ihre Arbeit wieder aufgenommen, die Luft ist sauber, warm und frisch. William und ich legen uns ins große Bett und lesen endlich ein Buch.&amp;nbsp; &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Neben mir liegt der süßeste unerzogenste und beste Bub, den man sich nur wünschen kann und das nicht nur weil ich eine Mon Cherie Überdosis habe - ach, ich bin schon ziemlich erleichtert, dass nichts Schlimmes passiert ist. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Natürlich schlafe ich ein, ist ja schließlich auch schon halb neun. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Kurz nach zehn kommt mein Mann. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Und um halb elf dann ein Erdbeben. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
So als ob die Natur hier doch noch das letzte Wort haben müsste. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Bin trotzdem froh, dass Kerstin und ich unseren Tokio-Ausflug am Dienstag gemacht haben, obwohl es da eher kalt und grau gewesen ist. Diesmal war auch Nicole dabei - Zum Glück stehen vor unserem Haus soviele Fahrräder, dass wir eines in ihrer Größe finden. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Unser heutiges Ziel ist Futago Tamagawa - von hier aus zehn Minuten mit dem Rad am Tamagawa River kurz Tama gelegen, dem Fluß, der Tokyo und Yokohama trennt. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Nach ca 50 Metern stellten wir fest: Keine Luft in Nicoles Reifen, aber eine uralte Mofa-Wekstatt auf dem Weg und somit die Hoffnung auf Luft. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Nicole ergänzt unser Ausflugsgespann perfekt, denn sie kann genauso wenig japanisch wie wir beide, weshalb sie auch in diesem Fall auf den älteren Japaner zuging, "Sumimasen" -&amp;nbsp;" Entschuldigen sie bitte" sagt&amp;nbsp;und dann mit beiden Händen eine Pumpbewegung machte. Man kann es ihm nicht verübeln: Der alte Mann war völlig überfordert. Seine Augen weit aufgerissen. Er selbst, gelähmt. Komplett Bewegungsunfähig, ihr Ansinnen verdauend. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Um ihm ein weing auf die Sprünge zu helfen, zeigte sie auf ihr Fahrrad. Da endlich schien er zu verstehen, was sie im Sinn hatte und zeigte einen gewissen Anflug von Erleichterung, der Gute.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
10 Yen koste es, den Kompressor zu benutzen, können wir seinen Worten entnehmen. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Vor lauter Aufregung vergaß er aber, den Deckel abzunehmen und war auch sonst nicht in Form. Alles ein bißchen viel für ihn so früh am morgen und dann auch noche eine blonde Frau, und zwei weitere drum rum&amp;nbsp;also, da kann man ja schon mal ein bißchen verwirrt sein.&amp;nbsp;Dass der&amp;nbsp;Reifen icht geplatzt ist, war knapp kann ich euch sagen. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Aber dann&amp;nbsp;war das Rad dafür spitzenmäßig aufgepumpt und wir schon wieder albern. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Dabei wollten wir doch ganz besinnlich in einen nahegelegenen Tempel. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Wobei, so richtig wussten wir nicht, was als Nächstes auf uns zukommen würde. Die Informationen über unser Ziel &amp;nbsp;hörten sich so seltsam an, dass ich mir gar nichts und alles vorstellen konnte. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-ZaNKejDinrs/Tnq25NzndaI/AAAAAAAAAEo/3hZHAk79dJw/s1600/a20.9.4" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="149" src="http://1.bp.blogspot.com/-ZaNKejDinrs/Tnq25NzndaI/AAAAAAAAAEo/3hZHAk79dJw/s200/a20.9.4" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;Der Tempel (oder Schrein - ich habe den Unterschied noch immer nicht so richtig begriffen)&amp;nbsp;heißt Gyokushin Mitsuin Tempel. Besser bekannt als Tamagawa Daishi. Man (also auch wir) findet ihn relativ einfach in einem Wohngebiet und erkennt ihn daran, dass ein riesiger Buddha seinen Kopf über die Hecke streckt. Soweit so gut. Laut meinem Reiseführer gibt es in diesem Tempel einen unterirdischen Gang. Diesen Gang kann man betreten und er ist finster. Das ist doch total verlockend! NICHT! &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Mehr weiß ich aber bis dahin auch nicht. Meine Phatasie rät mir allerdings trotzdem dringend von einem Besuch ab. Naja, vorsichtshalber trage ich immerhin schon mal geschlossene Schuhe. Uah!&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Der&amp;nbsp;Garten um den Tempel ist nett und der Tempel selber auch. Aber nicht irgendwie spektakulär. Drinnen sortiert ein Mann irgendwelche Kerzen und eine Frau betet. Japanische Tempel-Idylle.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Wir versuchen, um den Tempel herum zugehen, in der Hoffnung einen Eingang zu&amp;nbsp; einer Höhle zu finden, von der wir nicht wissen, wie sie aussieht. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Nichts.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Da ist die Frau plötzlich weg. Unsere Vermutung bestätigt sich. Der Gang ist IM Tempel.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Der Kerzen-Mann spricht kein Englisch, versteht aber meine Sprach/Gesten-Kombi&amp;nbsp;offensichtlich und zeigt auf eine komplett finstere winzige Treppe hinter einem Tisch. Da gehts runter. Stockdunkel ist es am Ende der&amp;nbsp;Treppe. Ahem. Räusper. Kerstin fällt ein, dass sie dringend noch telefonieren muss und leider leider nicht mit uns da runter kann. Mist. Das kann ich ja jetzt schon nicht mehr behaupten. Außerdem habe ich das ja angezettelt. Nicole ist auch schon ein bißchen blasser geworden. Wir lesen mal die Verhaltensregeln zur Beruhigung. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Also, der Tempel wurde 1925 von buddhistischen Shingon-Möchen gebaut. Da ist schön, weil eine Weile her -&amp;nbsp;&amp;nbsp;hat er also &lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-ZSxzCEaOmUQ/Tnq21S06ffI/AAAAAAAAAEg/EQUIKFVSMJk/s1600/a20.9.1" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-ZSxzCEaOmUQ/Tnq21S06ffI/AAAAAAAAAEg/EQUIKFVSMJk/s200/a20.9.1" width="149" /&gt;&lt;/a&gt;schon ein paar Erdbeben überstanden. Heil. Hoffentlich. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Nicole und ich zahlen also brav unsere 100Yen, nehmen uns Plastisklatschen aus dem Korb, ekeln und ein kleines bißchen&amp;nbsp;und steigen hinab. Was ich vielleicht bisher nicht erwähnt habe: Der Gang ist angeblich dem Gedärm Buddhas nachempfunden. Das ist denen ihr Ernst!&amp;nbsp;Und ich finde deshalb auch diese Gebrauchanweisung völlig fragwürdig: Man solle sich mit der Hand an der rechten Wand entlang tasten und die Angst spüren, die einen in der absoluten Dunkelheit überkommt. Dazu braucht es doch nicht auch noch göttliche Innereien, oder? Wer denkt sich denn sowas AUS? &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Ich gebe zu, das mit der Angst machen Nicole und ich spitze. Meine Hände sind eiskalt.&amp;nbsp;Komisch, denn es ist feuchtwarm und stockdunkel und ich taste mich mit meiner rechten HAnd durch Buddhas Gedärm? Hab ich eigentlich nicht mehr alle Tassen im Schrank?&amp;nbsp; &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Zum Glück ist wenigstens der Boden nicht auch noch&amp;nbsp;rutschig und außerdem haben wir eine Taschenlampe dabei, die zwar fast nicht leuchtet, weil kaum Batterie, aber dafür Nicoles &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Handy-Taschenlampe perfekt ergänzt, die nach 2 Sekunden ausgeht. Uh, das ist echt unglaublich. Dann geht es auch noch bergab und immer schön 180 grad Kehren zwischendrin. Was haben wir uns da eingebrockt? Naja, immerhin sind wir zu zweit....&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&amp;nbsp;Ich weiß, der Gang ist nur 100 meter&amp;nbsp;lang - aber diese 100m sind definitiv die längsten meines Lebens!&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Dann plätzlich ein erleuchtete Nische mit einem liegenden Buddha und vielen kleinen drum rum. Räucherstäbchen, Schmuck und Überfluss. Unheimlich und schön. Und immerhin ein bißchen Licht. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Leider geht es dahinter genauso finster weiter, wie davor und wir beide sagen unser aller altbekanntes Mantra: "kein Erdbeben, bitte, bitte nicht JETZT!" &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Der nächste erleuchtete Raum ist riesig. 300 Kannon-Statuen stehen da, es sieht so aus, als ob alle mit Kerzen beleuchtet wären, aber auf jeden Fall ist das Licht total schön und warm. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Laut Anweisung sollen wir hier die Statue mit unserem diesjähringen Geburtstag suchen und davor beten und ein Räucherstäbchen anzünden. Leider können wir nichts lesen und fühlen uns, nun ja, auch ein wenig zu unentspannt, um länger zu verweilen. Wir müssen ja ausserdem nach Kerstin schauen!&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Rechts und links auf dem boden gibt es noch kleine Gänge durch die man in eine weitere Halle kriechen kann. Ähm, tja - heute ist es leider schlecht.&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Der arme Buddha kann einem aber auch echt leid tun!&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Dann sind es nur noch 20 meter und wir kommen in den letzten Raum. Dort befinden sich noch mal Buddhafiguren und ein Gong, den man schlagen kann, als Zeichen dafür, dass man erfolgreich die Angst und Buddhas Eingeweide überwunden hat. &lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Wir verzichten und steigen schnell die Treppe hoch. Wobei - jetzt, wo wir oben sind, fand ichs gar nicht mehr so unheimlich. Könnte glatt nochmal mit Kerstin...? Aber leider geht das auch nicht, denn die Zeit rast und wir müssen unbedingt was Essen (hab ich euch eigentlich schon gesagt, dass ein wesentlicher Bestandteil unsere Ausflüge der lunch hinterher ist? Ach, da seid ihr selber drauf gekommen? Na, ihr seid aber oberschlau!! Kerstin ist auf jeden Fall UNTRÖSTLICH, dass sie sich nicht mit uns gruseln durfte. Kann ich verstehen. Echt!&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-_RSuoWVkLtY/Tnq2-glztXI/AAAAAAAAAEw/WWhY2xVPcYU/s1600/a20.9.2" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-_RSuoWVkLtY/Tnq2-glztXI/AAAAAAAAAEw/WWhY2xVPcYU/s200/a20.9.2" width="146" /&gt;&lt;/a&gt;Wir wenden uns also dem neuen Einkaufszentrum in Futago zu und da gibt es mal wieder wirkich alles: vom 100 yen shop über H&amp;amp;M und eine riesige Food-show - Einkaufen vom Feinsten.... Und einen leckeren Inder. Das Gute an dem Inder ist, dass der Fahrradparkplatz davor auch ganz ganz lange offen hat - nämlich bis 25.30 Uhr!!!&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
Also, meine Lieben, so lange bleiben wir sicher nicht, obwohl es wieder mal ein unglaublicher Ausflug war - freu mich schon auf nächste Woche! Sayoonara - Lucie&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div style="text-align: left;"&gt;
p.s.: Paulina hat einen Berufsberatungstest im Internet gemacht. Wir sind sehr stolz auf sie und müssen uns sicher später keine Sorgen um ihr Wohlergehen machen. Es gab offensichtlich auch nur einen einzigen Beruf, der perfekt auf&amp;nbsp;unser Kind passt, da muss sie sich wenigstens nicht so kompliziert entscheiden. Also der Traumberuf meiner Tochter ist&amp;nbsp;- HOLZFÄLLER!!!! Aaah! Man reiche mir die restlichen Mon Cherie!!!!&amp;nbsp; &lt;/div&gt;
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&lt;p&gt;&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/cASaP0AOT7TZ4tUljwS8Bam5LJY/0/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/cASaP0AOT7TZ4tUljwS8Bam5LJY/0/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;
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Ganz schwierig. Und ein Glück für meinen Mann, dass er immer noch in Deutschland ist. 
Am meisten macht mir schlechte Laune, dass man darauf so gar keinen Einfluss hat. Ja, ich finde das ungerecht. 
Und dann auch noch die Waage. Entweder sie ist kaputt, oder ich habe tatsächlich nichts abgenommen seitdem wir da sind und dabei gehe ich JEDEN ABEND fast 10 km joggen! Voll fies! Ob das am ALTER liegt??? Oder daran, dass ich danach unbedingt noch ein paar nachos mit Guacamole essen muss?
Ja, das nenn ich schlechte Laune! MIT GRUND!

&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, angefangen hat es gestern. Da wollte ich "kurz" mit dem Rad nach Denenchofu. Zum National. Ist nicht weit, nur ungefähr 15 Minuten.
Ich hätte so gerne mal einen Salat, ein paar Äpfel und Karotten. 
Bei meinem Trip zum Costco (dem amerikanischen Großhandel) gabs keinen Salat, dafür Brokkoli. Brokkoli. Brokkoli. 
Letzte Woche: Zuchini, Zuchini Zuchini.....Ich habe mittlerweile den Eindruck, es gibt beim Costco vorallem Obst, Cheddar und Fleisch aus dem Ausland, alles andere inklusive Milchprodukte, ist wie überall sonst auch aus Japan und zwar aus Gebieten, aus denen wir kein Gemüse haben wollen. Aber aus Mitleid mit den armen Bauern aus und um Fukushima kann ich doch trotzdem kein Gemüse von dort kaufen!
Von hier aus fährt man ungefähr eine Stunde - ganz schön lang, wenn man dann kein Gemüse findet. Und ganz schön kurzsichtig, wenn man das dann mit Eis und Keksen kompensiert....
Sprach ich eigentlich schon von den 7 (SIE-BEN!) Kilos, die irgendwie gar nicht von selber wieder verschwinden? KOMISCH, was? 
Wenn es dann was gibt, dann kauf ich immer soviel, dass es kaum in unseren Kühlschrank oder die Gefriertruhe passt. Und dann, weil es ja so heiß ist, muss man ganz schnell ganz viel essen, weil es sonst vergammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;

Ich versuche also mein Glück beim National (im Gegensatz zu seinem Namen gibt es dort vorallem auch internationale Delikatessen zu dementsprechenden Preisen) und dort finde ich: NICHTS! 
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man reinkommt gleich rechts befindet sich Obst und Gemüse. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Ich sehe in der Tat rotwangige Äpfel und frischen grünen Salat! 
&lt;br /&gt;
Immerhin muss ich mich hier nicht mit meinem Kärtchen abmühen um herauszufinden, wo das Alles herkommt, denn es steht auf Englisch auf den Schildern. 
&lt;br /&gt;
Sonst läuft das nämlich so: Ich brauche ca 5 Minuten, um das Zeichen für "made in" zu finden. Habe ich das, kann ich mich an die verschiedenen Kanjis für die Präfekturen machen. Manche sind relativ einfach zu identifizieren, wie zum Beispiel Chiba (eine Vogelscheuche - zumindest für mich), Yamagata (ein Dreizack) und Tokyo (zwei Laternen)  - alle anderen sehen für mich gleich aus, aber innerhalb einer weiteren Viertelstunde habe ich auch die zugeordnet. &lt;br /&gt;
Dann noch schnell meine Japan-Karte gezückt, denn leider hilft einem der Name ja nur was, wenn man dann auch weiß, wo es ist, was bei mir natürlich wieder mal nur unter Zuhilfenahme einer Landkarte möglich ist -  und schon habe ich flugs innerhalb von 20 Minuten herausgefunden, dass die Pfirische leider leider aus Aomori kommen. Dass wir die nicht haben wollen, sagt mir entweder die Landkarte, oder wenn ich keine dabei habe, ein Telefonjoker, in Person meistens Katrin. 
Hauptsache, man tut was Sinnvolles mit seiner Zeit, was? 
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch mit den Äpfeln und dem Salat vom national Denen wird es nichts - denn ich lese  dort "Nagano" - was zuerst als ein sicheres Anbaugebiet galt, ist wohl jetzt laut verschiedener Informationen ein sogenannter "hot spot" mit hoher messbarer Radioaktivität in der Luft und im Boden. Beim Anblick des knackigen Salats und der rotpolierten Äpfel in ihren Schutzmäntelchen fällt es wirklich schwer zu glauben, dass hier irgendwas verstrahlt sein soll. Aber genau das ist ja die Gefahr. 

Ich könnte jetzt natürlich Käse aus Europa kaufen. Oder Milch - die erkenne ich immerhin und weiß auch ohne Kartenlektüre, die rotgelbe kommt aus Kyushu, aber Milch hab ich noch und der Käse ist mir viel zu teuer, dafür dass meine Banausenkinder ihn einfach über ihre Spagetti Bolo reiben. 
&lt;br /&gt;
Aber was red ich da -  heut gibt es doch  BROKKOLI!!!! Mit Hühnchen. Aus den USA. ÜBERRASCHUNG!!!
Leider hat sich meine schlechte Laune auch auf mein Kochgeschick ausgewirkt. Ich hab mich voll verkocht! Da hatte ich ganz fürsorglich geplant, das heutige Hühnchen mit Brokkoli mal indisch zuzubereiten (gestern gabs das B-Gemüse italienisch mit Nudeln und Tomaten) also mit Reis und Kokosmilch und Curry und so und dann fand ich es selber so scheußlich, dass ich noch eine Dose indisches Fertig-Curry dazugeschüttet habe.Die Hoffnung stirbt auch beim Kochen zuletzt.  
Leider muss ich diesmal erstens lernen, dass es nichts hilft, immer mehr Zutaten zu zugeben - versaut ist versaut - und zweitens hab ich währenddessen mit meiner Mutter telefoniert, die mir den glorreichen Vorschlag macht, doch ein paar Karotten reinzuschnipfeln - und ein bißchen Sahne würde auch wahre WUNDER wirken. Leider LEIDER sind das im Moment nicht wirklich verfügbare Zutaten, wofür meine Mutter natürlich nichts kann, ich aber gerne gewillt bin, ihr trotzdem Vorwürfe dafür zu machen. Oh, ich bin so ein netter Mensch!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Morgen kommt Holger aus Deutschland wieder und bringt einen Geigerzähler mit. Ich bin gespannt, was der hier wohl findet. 
Also, wenn er was findet, ist das natürlich schrecklich und wenn er nix findet, müssen wir estmal sehen, ob ich das auch glaube. Und gebebt hats auch schon wieder. 6,4 Epizentrum irgendwo im Norden....
&lt;br /&gt;
Ach je länger ich hier bin, um so gegensätzlicher empfinde ich. 

&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum einen habe ich das dringende Bedürfnis, so normal wie möglich und so ähnlich wie vor dem 11. März zu leben. Meine Gedanken kreisen aber natürlich trotzdem ständig um sichere Nahrungsmittel und deren Beschaffung. Ich kann auf der einen Seite keine Statistiken und Erklärungen mehr hören - (am Samstag gab es an der Schule einen Vortrag des Strahlenbeauftragten der deutschen Botschaft: Formeln und Erklärungen. Bequerel und Millisievert. Gut gemeint und gründlich informiert. Über Moleküle und Zerfall, Belastungen und Halbwertzeit. Ich kann da gar nicht hinhören. Diese ganzen Tabellen und Schaubilder sind mir viel zu hoch - es mag manche Menschen beruhigen, so etwas zu sehen. Zu wissen, dass Kartoffeln und Milch sowie unser Köper sowieso eine Grund-Radioaktivität mitbringen. Ja doch. Mich macht es ganz irre, weil ich das Ganze dann noch weniger kapiere, als sowieso schon.  Nein. ich bin nicht für Periodensystheme und Tabellen gemacht, sonst hätt ich ja auch Physik studiert und würde jetzt eine schlaue Brille und eine Aktentasche anstatt Einkaufstüten tragen!
&lt;br /&gt;
Für mich (der ich leider keinerlei wissenschaftliche physikalische oder chemische oder sonstwelche intellektuellen Ambitionen mit in dieses Leben gebracht habe), gibt es einfach zu viele und auch oft zu widersprüchliche Informationen. Ich will nichts Gegensätzliches mehr hören - aber verpassen will ich auch nichts, denn dann habe ich Angst davor, irgendeine wesentliche Information zu verpassen. Eine Information, die möglicherweise meine Kinder betrifft. Sei es jetzt - oder später.

Und dabei ist das im Vergleich zu dem, was die Menschen - vorallem die Kinder - in Fukushima und unmittelbarer Umgebung erleben müssen, ein Witz. 
Es ärgert mich, dass das, was da oben passiert, so langsam aber sicher in unseren, zumindest in meinen Alltags-Kämpfen versickert.  
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich war mit Katrin auf einer Pressekonferenz vom "international correspondents club" am Freitag - auf dem Rednerpult Menschen, die sich engagieren, die in Fukushima leben, die Aufklärung und Handlung seitens der Regierung fordern - die jeden Tag betroffen sind - und ich schäme mich ganz schön für meine selbstgewählten Luxusprobleme. &lt;br /&gt;
Immerhin bin ich freiwillig hier, also kein Mitleid! 

&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören dort, dass die Regierung sich weigert, den Evakuierungsradius zu erweitern - das heißt aber nicht nur, dass Meschen nach wie vor dieser extremem Stahlenbelastung ausgesetzt sind, wenn sie dableiben, sondern auch, dass sie keine Wahl haben - denn finanzielle Unterstützung bekommen natürlich nur die, die innerhalb der 30 km-Sperrzone um Fukushima leben oder lebten. Außer dieser Zone wurden am 25. März 62.000 Menschen evakuiert - übrigens mit der Begründung der Regierung, es gäbe dort "Versorgungsengpässe". &lt;br /&gt;
Hätte man die Zone auf 80 Km ausgeweitet, wären immerhin 1,9 mio Menschen betroffen gewesen. 1,9 mio Menschen, von denen der größte Teil noch dort ist!
Selbstverständlich ist es nicht so einfach möglich, diese Menschen irgendwo unterzubringen, Japan ist ja auch nicht riesig - aber trotzdem: Die Werte die dort gemessen werden, sind auf der anderen Seite viel zu hoch, um zu bleiben.  
Und natürlich haben die Männer dort auch Angst um ihre Jobs - in Japan zu kündigen ist fast ein Ding der Unmöglichkeit - einen neue Arbeit zu finden noch viel schwieriger. Ohne Arbeit aber Haus und Hof (dort oben ist eben auch sehr viel Landwirtschaft) und oft auch die Großeltern zu verlassen - das kann sich kaum einer vorstellen. Die Mütter haben Angst um ihre Kinder, alleine und auf gut Glück gehen sie aber auch nicht weg. Und so bleiben sie da - die Kinder gehen in die Schule und spielen draußen, treiben Sport im Schulhof, als ob nichts gewesen wäre und werden versorgt von der Schulkantine, die natürlich Lebensmittel von den umliegenden Bauernhören kauft. 
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Unrin-Analysen, die zeigen, dass der Urin der Kinder, je länger sie nach der Katastrophe in der Stadt Fukushima und um das Kraftwerk gewesen sind, wesentlich erhöhte radioaktive Bealstung aufweist (Was uns alle nicht überrascht) aber die Werte nehmen auch wieder ab, wenn man sich nicht weiter exponiert - Cäsium 134 hat eine relativ kurze Halbwertzeit - so dass es möglich (und natürlich existentiell notwendig) wäre, alle dort lebenden Menschen  zu evakuieren - zumindest vorrübergehend, bis manche Bereiche dekontaminiert sind (wobei die Behörden behaupten, dazu brauche es nicht unbedingt mehr, als die Böden unzugraben. Macht das Sinn? Das macht doch keinen Sinn!)

Anstatt dessen geschieht einfach gar nichts. Die Menschen bleiben dort täglich der Strahlung ausgesetzt und wenn man dann die Werte dür die "Belastbarkeit" von Kindern noch ein bißchen höhersetzt, ist doch plötzlich Alles gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Sprecherin auf der Konferrenz erzählte uns unter anderem auch, dass ein Lehrer, der die Schule kurz nach dem 11.3. verlassen hat, um sich und seine Familie zumindest vorrübergehend in Sicherheit zu bringen, übelst von seinen Kollegen beschimpft worden ist - als er dann das Lehrerzimmer verließ, traten sie auf seinen Tisch ein. Der Mann kam nach kurzer Zeit wieder zurück - seitdem spricht keiner mehr mit ihm. Und er hat wahrscheinlich auch noch Glück, dass er überhaupt unterrichten darf. Was haben solche Menschen für eine Wahl? was haben deren Kinder für eine Wahl? Wieviel mehr Mut braucht es, für einen Japaner, zu gehen, als für uns? 
Und ich finde es schon schrecklich, dass ich jede 2. Woche in den amerikanischen Großmarkt fahren muss, weil ich Obst, Gemüse und Fleisch kaufen will. ... 

&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar erzählen die drei Redner, dass sie immerhin nicht körperlich angegriffen wurden - aber ihre Flyer mit Informationen über Radioaktivität dürfen auch nicht den lokalen Zeitungen beigelegt werden. &lt;br /&gt;
Und etwa&amp;nbsp;einen ortsansässigen Arzt aus Fukushima zu finden, der die Urin- oder sonstigen Tests durchfühhrt, ist unmöglich. Zu groß ist der Einfluss vom Vize-Präsident der Fukushima Medical University, Dr. Yamashita. Dessen eigene "Tests" beruhen wohl  - vorallem was die Folgen der Expostition von Kindern mit radioaktiv belasteten Stoffen angeht - auf Schätzungen. Wie sonst ist zu erklären, dass die Werte, die für Kinder offziell gefährlich sind, auf 20 mSv pro Jahr (von 1 mSv) angehoben wurden - soviel, wie die maximale erlaubte Jahresdosis für beruflich strahlenexponierte Personen beträgt...
&lt;br /&gt;
Ich verstehe nicht, warum es keine&amp;nbsp;Wahrheit gibt. Warum die Regierung nicht versucht, die Menschen dort zu schützen, anstatt abzuwiegeln und alles unter den Teppich zu kehren - in der Hoffnung, dass Alles von selber wieder gut wird, wenn man es nur nicht thematisiert....Wer, außer sie selbst, wird dadurch geschützt? 

&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir alle haben die Kinder dort gesehen, wir, die wir das Land verlassen haben, haben eine Ahnung von der Angst und der Bedrohung gespürt - wie muss es sich erst dort oben anfühlen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und doch, so&amp;nbsp;fragwürdig ich die Informationspolitik von Japan finde, so gerne bin ich trotzdem wieder hier - will ich wieder hier sein. 
&lt;br /&gt;
Ob ich mich sicher fühle? Naja. Ich denke oft an Erdbeben. Überlege mir, dass ich Lilli, die so gern in meinem Bett schlafen möchte, vielleicht doch nicht ein Stockwerk tiefer in ihr eigenes Bett schicke - denn was, wenn es heute nacht wackelt und ihr passier da unten etwas? Nicht immer gehen mir diese Gedanken im Kopf rum, aber oft. Dass wir eine Erbebenübung hier zuhause gemacht haben nur ein paar Tage vor dem 11. März, weil ich das Gefühl hatte, es wäre mal an der Zeit, lässt mich jetzt ständig glauben, ich müsste jeder Vorahnung Gewicht geben. Anstrengend. 
&lt;br /&gt;
U-Bahn fahre ich immer mit einer Flasche Wasser und einer Taschenlampe. 
&lt;br /&gt;
William sagte zu Lilli neulich, als sie ihm ein Glas Soja-Milch anstatt "richtiger" Milch einschenkte, das könne er nicht trinken, das sei so scheußlich - ganz bestimmt sei es verstrahlt. In solchen Momenten hinterfrage ich unsere Entscheidung schon. Frage mich, ob ich ihnen die Möglichkeit nehme, ein normales Leben zu führen  -  (wobei, was ist schon normal?)  - und ob es das wert ist. An Tagen wie heute weiß ich es einfach nicht. 
Und doch war es ja unsere eigene und ganz bewusste Entscheidung zurückzukommen - und ich würde es immer wieder so machen. 

&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich habe übrigens auch noch eine dritte Nahrungsmittelquelle aufgetan und darauf hoffe ich jetzt: Einen Gemüseversand (auf japanisch) bei dem Holgers Sekretärin Mitglied ist und wir somit eine Probebestellung machen können, Eier und Milch gibt es auch. &lt;br /&gt;
Itagaki-San (so der name der Sekretärin) bemüht sich redlich, uns zu unterstützen. Sie organisiert also eine Probelieferung (16 verschiedene Sorten Gemüse, nicht wählbar - EIN ABENTEUER!!!) 24 Liter Milch (stapel- und haltbar - trotzdem: Wo soll ich die eigentlich unterbringen?) und 24 Eier. Was hab ich mir eigentlich dabei gedacht??? 
&lt;br /&gt;
Ganze wird heute Vormittag geliefert. Also warte ich gespannt. Der Lieferant kommt zu spät - ganz eigenartig hier - und übergibt mir einen Papkarton, der mit ca 100 Geschenk-Kleber-Herzen verziert ist, auf denen "thank you" steht - fängt ja gut an. Er drückt es mir in die Hand und ich bin froh, dass es das Gemüse und nicht die Milch ist, denn der Karton ist lang (wie ihr im Bild unten sehen könnt)  - dann lässt er mich unterschreiben, verbeugt sich, sagt irgendetwas Unverständliches (das aber dafür mehrmals) und rennt davon. 
Ich gehe davon aus, dass er die Milch holt, aber er kommt einfach nicht wieder. Nach einer halben Stunde rufe ich Itagaki nochmal an, die sich sofort darum kümmern will. Ist mir ja peinlich, schließlich will sie ja bestimmt lieber was arbeiten, als meiner Milch hinterherzutelefonieren....&lt;br /&gt;
Aber sie entschuldigt sich tausendmal bei mir, dafür, dass ihre Organisation so schlecht ist, sie wolle sich sofort darum kümmern. Ich entschuldige mich auch, dann sie wieder - dann -  manchmal kann man das eine ganze Weile trieben, aber heute habe ich ja schlechte Laune, da muss nach der zweiten Entschuldigung Schluss sein! 
Wieder eine halbe Stunde später ruft sie mich an und sagt, meine Adresse sei nicht korrekt gewesen. Muss ich das verstehen? Fürs Gemüse hat es gereicht. Außerdem wolle mich der Liferant nochmal anrufen, wegen eines erneuten, mir angenehmen Termins. Fünf Minuten später klingelt tatsächlich auch das Telefon. Leider spricht der Mann am anderen Ende nur japanisch - als er mit seiner Rede fertig ist und ich ihn schließlich fragen kann, ob er Englisch spricht (soviel japanisch kann ich schließlich), sagt er nein, schnauft noch ein paarmal ins Telefon, wartet ein bißchen und legt auf. Itagaki, die ich hier um ihren sicherlich wohlverdienten Feierabend bringe ("no ploblem, leally, no ploblem!") bemüht sich erneut. 
&lt;br /&gt;
Seitdem habe ich nichts mehr gehört, aber dafür endlich Zeit, mal in die Kiste zu sehen. 
Ich finde interessante Dinge, von denen ich leider wenig weiß, außer, dass ich sie im Supermarkt nie gekauft habe, weil ich nicht wusste, was man damit macht. 
Da wäre als erstes die berühmte Goya, die picklige Gurke aus Okinawa, von der die Japaner behaupten, sie lasse einen uralt werden, die aber selbst für sie ziemlich bitter schmeckt (ich habe sie mal in einem Thai-Gericht probiert - nun, "Bäh" ist eigentlich das Einzige, was ich dazu sagen kann.)  - und ich fühlte mich in der Tat gleich um 25 
Jahre gealtert. 
&lt;br /&gt;
Dann gibt es noch zwei verschiedene Pilzarten, davon jeweils 3 Stück. Eine Zwiebel, 2 Tomaten und drei Kartoffeln. Für eine 6-köpfige Familie quasi ein komplettes Festessen. 
Dann haben wir etwas, das Katrin als Mangold identifiziert, und noch was, was ich für Thai-Auberginen halte, sie aber behauptet, es seien japanische Chillies. Ich finde es lohnenswert, es vor der Zubereitung herauszufinden. 
&lt;br /&gt;
Desweiteren gibt es etwas, das entfernt an extrem behaarte Minikosnüsse erinnert, aber angeblich eine Art Kartoffel ist, die beim Kochen breiig wird, und die man wohl wie Orangen schälen muss. So genau weiß es noch nichtmal das Internet. 
Ich will nicht undankbar sein. Soviel grüne Pracht befand sich schon lange nicht mehr in meinem Kühlschrank und ich habe ja auch Fühlingszwiebeln und Auberginen bekommen. Außerdem habe ich umgerechnet 40 Euro dafür bezahlt (und das nicht ungern) - aber es wird auf jeden Fall gegessen! 
Aber mal so unter uns: ein einziger Salat - oder (und ich kann das Wort kaum schreiben, ohne dass mir das Wasser im Mund zusammenläuft) EIN APFEL - und ich wäre sehr sehr glücklich gewesen!  
&lt;br /&gt;
Bedenklich finde ich vorallem Eines: Wenn ich schon mit den Dingen die ich kenne, nur schreckliche Mahlzeiten zustande bringe, dann wartet mal ab, bis ich versuche die langhaarigen Kartoffeln zu kochen! 
Nein, ich befürchte es wird sich nicht viel ändern: So oder so  - das in jeder Hinsicht einzige und absolut sichere Nahrungsmittel ist und bleibt SCHOKOLADE!
&lt;br /&gt;
Sayoonara, ihr Lieben, und viele Grüße von&amp;nbsp;Lucie der Küchenfee! 

&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ps: Von hier an nur noch aufwärts! Aber das musste ja auch mal gesagt werden!!!

&lt;br /&gt;
&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
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&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
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&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;
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Da gibt es Kultur, Architektur, Kunst, Askese und innere Einkehr - ganz abgesehen von millionen Tempeln liebevoll auf ganz Tokio verteilt -  und wir zwei entscheiden uns ausgerechnet für DAS Pracht-Einkaufsviertel von Tokio! Schnöder Mammon! 
Aber ist nun einmal so, dass die Ginza auch zu den Sehenswürdigkeiten von Tokio gehört (ganz schlechte Entschuldigung!) und ich Tokio viel weniger kenne, als alle unsere bisherigen Besucher. Die waren ALLE auf der Ginza als allererstes! Vermutlich war ich einfach noch nicht dort, weil mir ja dort sowieso nichts passt außer vielleicht einem Brilliantarmband und ich nehme an, das shoppt man nicht einfach so an einem Dienstag-Vormittag. Auch nicht, wenn man ganz verzweifelt ist, weil man so ganz und gar nicht in xxxs reinpasst.

Ich hab ja mal wieder gedacht, "die Ginza" ist nur eine Strasse. Aber von "nur" kann nicht die Rede sein. Die Ginza ist - und ich hab extra -wie immer leider erst hinterher - nachgeschlagen: Die Ginza ist ein ganzes Viertel, was ich mir natürlich hätte denken können, aber dafür ist es zu heiß. Die Ginza (und da frage ich mich doch,  wieso "die"? Ist ein Viertel automatisch weiblich, bloß weil man dort einkaufen kann??)  ist aber beileibe nicht nur für die großen Shops zuständig, sondern auch für Kabuki-Theater und Museen. Nicht nur KAUFEN nein, auch KULTUR! Aber wenn wir behaupten, wir seien deshalb gekommen, glaubt uns das sowieso kein Mensch. Trotzdem schäm ich mich gleich ein bißchen weniger. 

Sei es drum -  was wir wollen ist klar: Eine Mischung aus "Frühstück bei Tiffany" und "Pretty Woman". Breite Flaniermeilen und prächtige Flagship-Stores. Sonnenschein und Eleganz. Pudel und große Designer-Papiertüten. Türsteher. Aufzug-Boys. Das volle Programm. 

Wir bekommen: Eine U-Bahn-Station die so niedrig ist, dass ich ohne Anstrengung die Decke berühre. Und zwar mit dem Kopf. Ein klitzekleiner Hinterkopfgedanke überfällt einen in so einer Situation immer: "Jetzt bloß keine Erdbeben!""
Deshalb nehmen wir auch den erstbesten Ausgang und landen in der Kosmetik-Abteilung des darüberliegenden Kaufhauses. Dort verbeugt sich sofort eine Armada aus 20 adretten Verkäuferinnen mit gleichem Kostüm und Hut vor uns und heißt uns herzlich willkommen - Bitte, geht doch! 
Draußen begrüßt uns zwar außer der feuchten Hitzewand niemand, dafür finden wir uns auf einer ziemlich dicht befahrenen aber immerhin breiten Strasse wieder. Das also ist die berühmte Chuo-Dori. Die, an der die Läden liegen. Ja, genau die, die am WOCHENENDE gesperrt wird  und die NACHTS sehr schön beleuchtet ist, was man weiß, wenn man seinen Reiseführer VORHER liest.
Dafür sind kaum Passanten unterwegs.

Paulina war natürlich schon ein paarmal hier. Also Samstag-Abends. In der Dunkelheit. Mit 15. Hat das Kind denn gar keine Mutter??? 
Paulina also hat uns gesagt, dass wir auf keinen Fall "Abercrombie &amp; Fitch" verpassen dürfen. Das sei "voll cool" (wie auch sonst?)  und da stünden überall Models rum und zwar oben ohne und es riecht so gut - also, Ginza ohne "A&amp;F" sei völlig vergeudete Zeit.
Kerstin und ich folgen selbstverständlich dem Rat meiner halbwüchsigen Tochter gerne, schließlich haben wir sowieso kein festes Ziel und da das Gebäude anscheinend 11 Stockwerke hat, rechnen wir mindetens mit einer tollen Aussicht. Ich meine natürlich von oben runter! Die nackigen Jungs interessieren Kerstin und mich natürlich NICHT DIE BOHNE!!!

Genauso natürlich haben wir keine Ahnung, wo genau sich dieser Laden befindet, aber da wir ja schon mal auf der richtigen Straße sind, können wir ihn ja - so denken wir - nicht verfehlen. 
Nachdem wir uns also in Ermangelung von irgendeinem Plan für "links" entschieden haben, stellen wir fest, die Straße ist lang. Sehr lang. Und wir haben schon wieder Hunger. 
Das heißt, wenn wir nicht stundenlang umherirren wollen, müssen wir fragen. 
Wer je in Japan nach dem Weg gefragt hat, weiß, wie aussichtslos dieses Unterfangen ist. Entweder man bekommt keine Auskunft. Oder man bekommt eine falsche. Trotzdem, wir sind optimistisch. 11 Stockwerke, eine Straße, nackte Männer, das können die Japaner nicht nicht wissen. 
Die ersten Beiden, die optisch (also Style-mäßig) zu diesem Laden passen würden, schicken uns einfach immer weiter in unsere Richtung, sagen aber, wir müssten auch mal zwischendurch  rechts abbiegen. Hm. Prinzipiell sind wir da ja nicht so, aber in diesem Fall scheint uns die Weg-Beschreibung wenig erfolgversprechend. Macht nichts, denn vor uns liegt ein H&amp;M. Und wer sollte besser wissen, wo unser Laden ist, als die Konkurrenz? Kerstin fragt  und in der Tat führt uns ein überaus freundlicher Verkäufer nach draußen. 
Dort zeigt er nach rechts (wo wir herkommen) und schickt uns an einem braunen Gebäude nach links. Eingentlich passt seine Beschreibung ganz gut zu der von den anderen beiden. Dennoch. Wir beide, ganz japanisch, haben keine Ahnung was genau er meint oder von welchen Gebäude er spricht, können auch auf keinen Fall ein "braunes Haus" indentifizieren, aber wir nicken trotzdem tapfer und sagen "Hai!" (Ja) und "Domo" (gut oder danke) und gehen wie befohlen die Straße entlang, bis er fertiggewunken hat (auch sehr japanisch) und wieder drin ist. 
Dann fragen wir sofort, ganz "aller guten Dinge sind drei-mäßig" an einer Bierhalle (was es alles gibt!)  einen Kellner, der zufällig gerade am Eingang sein Tagesgericht in Form von Spaghetti mit Soße aus Plastik liebebevoll neu arrangiert. Auf unsere Frage runzelt er die Stirn und wir wissen, was auch immer er sagt, auch er hat keine Ahnung. Hoffnungsvoll  buchstabiere ich dennoch und in meinem besten Japanisch-Englisch: "A-ba-ku-lomb-bi-fitch?" ("fitch" unbedingt zwei Töne höher) Er. überlegt. "A-Bo-ka-do?" ("do" immerhin auch zwei Töne höher)
Aaaah! Er kann nichts dafür! Ich weiß! Ich will ihn trotzdem beißen! Wie kann man das nicht verstehen??!!! 
Das sieht man meinem Gesicht nicht an (so hoffe ich jedenfalls) - trotzdem zieht er sich schnell und rückwärts mit "sumimsensumimasen" (EntschuldigungEntschuldigung) in seine Bierhalle zurück, dabei nickt er ruckartig mit dem Kopf und wedelt mit seiner Hand vor seinem Mund. Es tut mir sehr leid, dass ich ihn so in Verlegenheit gebracht habe und deshalb rücke ich noch schnell das Häufchen Plastik-Parmesan zurecht, dass ihm in der Hektik abgeruscht ist, bevor wir uns wieder auf unseren Weg machen. 

Tja. Irgendwie drehen wir uns im Kreis. Gegenüber bei einem Juwelier gibt es ein Kaleidoskop, das im Schaufenster steckt und das man selber drehen kann - befüllt mir Diamanten. Wir befinden uns eindeutig an einer Stelle jenseits des Einkommens unserer Ehemänner. Wir überqueren besser die Strasse und gehen nach links. Immerhin haben wir beide das Gleiche verstanden und wir gehen davon aus, dass keine perfide Rache des H&amp;M-Verkäufers ob unserer Frage nach der Konkurrenz dahinter steckt.  Aber man weiß es eben nicht. 
Zum Glück begegnet uns bei der zweiten Querstrasse ein Schild mit Plan. Es ist auf Japanisch. Bis auf Burberry können wir selbstverständlich nichts lesen und da wollen wir schließlich nicht hin.  
Kerstin hat die glorreiche Idee, mein neu erworbenes Iphone einzusetzen. Also, bisher war ich ja mit meinem total simplem Handy völlig einverstanden, auch wenn es mir ab und zu kryptische japanische SMS oder sonstige Nachrichten schickte. Ich kann keine Nachrichten abhören oder meine eigene Ansage aufnehmen. Aber es ruft immer die Nummer an, die ich gewählt habe und das reichte mir bisher völlig. 
Aber am 11 März und in den Tagen danach gab es keinerlei Telefon-Verbindung. Die einzige Möglichkeit, zu kommunizieren war via Internet. Und abgesehen davon erinnere ich mich immer wieder mit Schrecken an mein japanisches Navi plus verpasstem Flug aus Osaka. Also, eine weitere Sicherheitsmaßnahme für hoffenltich nie wieder eintretende Notfälle ist mein neues Iphone, denn mit dem, so hoffe ich, kann ich jederzeit auf Internet und somit auf Warnungen, Informationen und Wegbeschreibungen zugreifen. Bevor ich es gekauft habe, habe ich natürlich ein wenig recherchiert. Was für Vertrags-Möglichkeiten es gibt usw kann man theoretisch bei seinem lokalen Handy-Dealer erfragen. WENN er englisch spricht, was nicht sehr wahrscheinlich ist. So ein bißchen Vorab-Recherche kann also nicht schaden  - außerdem liebe ich das Übersetzungsprogramm von Google, wie wir wissen sehr. Auch dieses Mal sagt es mir treu, was ich wissen will. Nämlich wörtlich: "Mit einer geringen Tariferhöhung können Sie auf ein tragbares Apfel-I-Telefon umsteigen." 
Und wer will das nicht?  

So. jetzt aber solll es doch mal zeigen was es kann, das gute Apfeltelefon. Geben wir also Ginza und Abercrombie&amp;Fitch ein. Im Laufen. Schade, dass wir nicht H&amp;m suchen, ich breche mir gleich die Hand!Immerhin hat es uns schon lokalisiert und ich sehe uns als blauen Punkt über den Bildschirm laufen. Faszinierend! Wenn also alle Stricke reißen und ich keine Ahnung haben sollte, wo was ist - mich finde ich wohl immer. 
Mittlerweile habe ich  sogar A&amp;F fehlerfrei eingegeben. Leider spuckt mir mein neuer Lebensretter 3 rote Punkte aus. Alle irgendwo hier verteilt. Ich drücke auf erneut Suchen. Da! Es erscheint eine Antwort! 
Die Weltkarte wird angezeigt und A&amp;F irgendwo in Wilmington. Schrägstrich Amerika. Prima. Ich darf lesen, dass es 36 Tage und mehrer Stunden dauern würde, dorthin ztu gelangen. Das ist uns zu lang, schließlich muss Kerstin ihre Tochter vom Bus abholen. Aber auch so kommen mir 36 Tage viel vor. Ich schaue mir den Routenplaner genauer an. Die Hinweise sind klar: Nachdem wir also ein paarmal rechts und links abbiegen müssen (hatten die 2 vorher doch recht!!), gelangen wir  - was einen in Japan nun weniger überraschen mag - irgendwann an die Küste. 
Dort angekommen, nehmen wir laut Google schließlich DAS KANU und fahren ganz "Herzblatt-mäßig" nach Pearl Harbour.
Einmal quer durch Hawaii gesaust  (vermutlich hat das Kanu integrierte Räder - so hoffe ich ) und dann wieder Kanu -via Seattle durch das ganze Land nach WILMINGTON! 
Zu Abercrombie&amp;fitch. Im Handumdrehen! 
(Riko hat mir daraufhin erzählt, sie wollte von Tokio nach Taiwan. Da werden einem immerhin Jet-Ski ans Herz gelegt. Ich frage mich:  Was soll das denn jetzt wieder heißen? Ist Hawaii etwa zu weit für Jet-Ski, oder hat sich google von den Hula-Mädchen insirieren lassen?  Sitzt da möglicherweise gar ein Arbeitnehmer bei Google und hat die Aufgabe, sich sowas auszudenken?Und wenn ja, wo kann man sich bewerben?  Jetzt will ich es aber wissen: Sofort muss ich eine Adresse in Deutschland angeben. Wisst ihr, was passiert? Gar nichts. Da fällt dem Typ bei Google nichts ein. Phantasieloser Kerl. Als ob noch nie einer mit Jet-Ski von Tokio nach Stuttgart gereist wäre!!! 

Auweia. Ich bin vermutlich der einzige Mensch auf dieser Welt, der bei google Maps nur sich selber findet! Gebt mir ein Apfeltelefon - und ich sage euch, wo meine intellektuellen Grenzen sind! 

Noch stehen wir aber hier. Auf der Chuo-Dori. Wir haben Hunger. Und wir wollen endlich auch nackige Models sehen. 
Wir beschließen, noch ein einziges Mal unser Glück zu versuchen, und ansonsten in irgendeinem netten kleinen Restaurant unsere Schmach im Oolong-Tee zu ertränken, in der Hoffnung, dass uns auch an diesem Abend keiner mit der Frage behelligt, wie wohl unser Tag gewesen sein, denn dann hätten wir LÜGEN müssen und sagen: "Och, jooo, nix besonderes. War zuhause...." 
Aber wir werden erlöst. Endlich versteht uns jemand und auch wir verstehen ihn! Wir stehen schon wieder vor der Bierhalle. Diesmal mit dem Rücken zum Eingang. Uns direkt gegenüber befindet sich ein graues (mit viel Wohlwollen auch braunes) Gebäude mit 11 Stockwerken auf dem steht in ebenso graubraunen Lettern "Abercrombie &amp; Fitch". 
Ich sollte die Bierhalle betreten. Den Kellner bitten, mir zu folgen. Ihm zeigen, was ich gemeint habe. Ich befürchte allerdings, davon würde er sich nie mehr erholen....

Mittlerweile ist uns klar, warum wir das Gebäude nicht identifizieren konnten. Erstens: Es hat keine Fenster.(für uns sah es aus, wie ein eingerüstetes, im Bau befindliches Gebäude - aber wie gesagt, es ist ja nicht nachts - und somit auch nicht ganz ganz wundervoll beleuchtet) - soviel übrigens auch zu unserem Bedürfnis nach Aussicht aus dem 11. Stock...
Zweitens: Es war bis gerade geschlossen! So kamen wir nicht in den Genuss von 100 Dezibel Lady Gaga sprich Extrem-Disko, die uns selbstverständlich sofort in die Eingangshalle getrieben hätten..Ausserdem hat der Mann an der Türe was an! Sauerei! Hose UND Jacke! 
´
Drinnen ist es finster (Überraschend, so ganz ohne Fenster) lediglich die Treppenstufen sind mit kleinen Lichtern bestückt und das ganze Treppenhaus ist über alle 11 Stockwerke geöffnet. Also, wir fassen zusammen: Dunkel und Disko, Treppenhaus nach oben offen, Treppenstufenlichtlein. Oh, und ich vergaß: A&amp;F-Parfüm-Schaden wabern nebelmaschinengleich durchs ganze Haus. Grundfläche: Aufzug plus ca 70 Quadratmeter pro Stockwerk. Was mich wirklich beeidruckt, ist ein Fresko von ganz oben 11. Stock bis ganz unten EG, auf dem junge Männer (teilweise bekleidet - je nach Sportart) im 20er.Jahre Stil in verschiednen Sportszenen dargestellt sind. Beeindruckend. Riesig. Schwülstig. Und - Moment, ich muss nachschlagen - äußerst homophil. 

Im Foyer warten 5 sehr hübsche Menschen (auch Frauen) nur darauf, uns beide zu begrüßen.Wir werden von einem sehr schönen jungen Mann (der hier hoffentlich nur neben seinem Studium der Astrophysik jobbt und sich nicht damit zufrieden gibt, schön und bald auch taub zu sein) in den Aufzug begleitet. Seine ebenso hübsche und ebenso hoffentlich hoffnungsvolle Kollegin erklärt uns auf dem Weg nach oben, in welchem Stockwerk sich was befindet plus wo die Kassen sind. Sie muss nur ein kleines bißchen gegen Lady Gaga anschreien und ich erkenne vage: Sie sieht sehr sehr glücklich aus, in diesem tollen Disko-Laden zu arbeiten. Nach einem Blick auf uns empfiehlt sie uns, ganz nach oben zu fahren und dann Stockwerk für Stockwerk nach unten zu gehen. Das sei nicht so anstrengend.  
Als sich die Türen öfffen, stehen wir in der Kinderabteilung, wo man sich für die lieben Kleinen mit Jogging-Höschen und College-Jäckchen eindecken kann. Ganz außerordentlich günstig! Wirklich! Und hält ewig. Es sei denn, man hat Kinder, die WACHSEN! So wie meine! Die Verkäuferin beruhigt mich. Das sei keinesfalls die Kinderabteilung. 
Herzlichen Dank. Jetzt fühle ich mich doch gleich VIEL BESSER!!!!
Auf unserem Weg nach unten treffen wir auf viele schöne Menschen in den gleichen Klamotten. Gerne stehen sie vor Spiegeln und ondulieren ihre Haare. Sie arbeiten alle hier und haben nicht viel zu tun. Erstens, weil Dienstag ist. Zweitens, weil man nicht sehn kann, ob die Pullis rot, blau oder braun sind - dass sie verschieden Farben haben, erkennt man dran, dass sie auf unterschliedlichen akkuraten Stapeln liegen. Und weil sie keinem passen, den ich kenne, außer vielleicht der neugeborenen Tochter meiner Freundin, muss man sie noch nicht mal neu zusammenlegen.
Es gibt übrigens noch einen Job bei A&amp;F - ein junger schöner Mann und eine junge schöne Frau stehen am Geländer im 5. Stock (ungefähr - man hört auf zu zählen irgendwann) und tanzen. 
Es ist Dienstag. Halb Eins. Stockfinster und saulaut hier drin. Ein ganz normaler Arbeitstag bei A&amp;F hat gerade begonnen. Und sollte sich eines meiner Kinder je das Bedürfnis haben, sich ein wenig Geld nebenher zu verdienen - ich bin für Rasenmähen. Babysitten. Ich zahl auch was dazu! 

Kerstin und ich suchen hektisch nach unseren Sonnenbrillen. Ohne können wir unmöglich wieder ins Tageslicht zurückkehren. Unsere Stimmung ist grandios. Wir sind taub. Wir sind blind. Wir sind jenseits von allen Kleidergrößen bei Abercrombie &amp;Fitch. Wir sind spießig und langweilig. Da hilft nur Eines: Mittagessen!
Wir entscheiden uns für das Mitsukoshi-Kaufhaus. Seehr berühmt und sicher auch waahnsinnig beleuchtet. Außerdem wissen wir, dass sich dort eine U-Bahn Station befindet. Ja, wir finden auch ein Restaurant, das uns gefällt und entscheiden uns für Tempura und Soba-Nudeln, auf einem Tablett mit Süppchen und kleinen Häppchen, die wir nicht zuordnen können. Wir einigen uns darauf, dass wir immer abwechselnd zuerst was probieren müssen - ganz lunch-roulette-mäßig - aber es darf nichts ausgelassen werden. Manche Sachen sind sehr lecker, manche undefinierbar - und nur ein einziges Mini-Häufchen, entpuppt sich ausgerechnet als ich dranbin  und von dem ich dachte, es sei irgendein harmloser Klacks Thunfisch-Salat, als scharf-harter-fischig-roher und extrem scheußlicher Ingwer. Bevor ich es schlucken kann, muss ich weinen. Kerstin lacht. Ha! JEDER hier beobachtet uns - es ist einfach zu schön, zu sehen, wie die dummen Ausländer SCHEITERN!) Ich versuche, das Ganze unauffällig in eine Serviette zu spucken. Das geht in Ermangelung von ernstzunehmenden Servietten nicht, im Mund verteilen und auf bessere Zeiten hoffen, geht auch nicht - zu wenig Platz - und der Kellner, der den Tee nachschenkt, ist viel zu sehr damit beschäftigt, ganz demonstrativ wo anders hinzusehen (nicht, weil er uns ignorieren möchte- nein, weil er will, dass wir sehen, dass ER uns NICHT beobachtet!!!)
Es hilft Alles nichts. Ich schlucke es runter. Kerstin hat Mitleid. Das hilft ein bißchen- aber nicht genug. Ich brauche was Süßes. 
Nachdem wir eine Rechnung bezahlt haben, die der Prachtstraße auf alle Fälle angemessen ist, gehen wir deshalb noch einen Stock tiefer, um einen Kaffee zu trinken. Da gibts tatsächlich ein Cafe, bei dem man draußen sitzen kann - und das ist wirklich ein Highlight. 
Es gibt dort sogar Eis! Genau das Richtige, um meine Geschmacks-Papillen ein wenig zu besänftigen. Bei näherem Hinsehen beschränkt sich das Angebot auf "Sellerie" ,"Tomate" oder "Kürbis".  Wenigstens ist der Kaffee aber aus Kaffee. 
Ok. Vielleicht war es anders, als wir es uns vorgestellt haben. Vielleicht war es auch nicht unbedingt der schönste und erhebenste Ausflug, den wir je unternommen haben, aber Eines ist sicher: Es war durchaus ein Erlebnis!
Vielleicht, liebe Ginza probiere ich es irgendwann mit Liebe auf den zweiten Blick. Mal Sonntags, mit Sonnenschirm (zum Druntersitzen, nicht Rumtragen) oder nachts, wenn alles glitzert und die Jungs bei A&amp;F auch wirklich nackig sind. Vielleicht werden wir Freunde. Und dann gehe ich auch ins Kabuki-Theater. Wenn ich es finde. Aber dafür habe ich ja schließlich mein tolles Apfel-Telefon. 
Also, bis nächste Woche, Sayoonara, Lucie

P.S. Paulina fragte mich gestern, ob wir nicht mal was "Geschmackvolles" kaufen könnten. Was meint sie damit? Gefallen ihr unsere Vorhänge nicht? Geschirr? Beleuchtung? Hab ich nicht mein Bestes gegeben?  Nein, es war ihr lediglich nach einem aromatisierten Kaltgetränk. Noch Fragen? William hingegen erklärte heute auf dem Weg in den Kindergarten, die Schuhe, die er an seinen Füßen trägt, seien nicht die richtigen, er wolle heim und die anziehn "die er morgen angehabt hat". 
Leute, ich gebe auf. Dass mein Japanisch miserabel ist, ist eine Sache, aber dass ich noch nicht mal mit meinen Kindern anständig kommunizieren kann, das schockiert mich wirklich! 
Und! PPS: Nach 2 Jahren Sixinjapan-Blog habe ich es immerhin geschafft, herauszufinden, wie man Bilder einfügt! Ich glaube, es besteht auch für mich noch eine gewisse Hoffnung - halt nein, ich revidiere: Dafür kann ich keine Absätze mehr machen.... Oh.
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&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-s2kilKbF0FM/TmgZPzPsLtI/AAAAAAAAADw/c1V1eiV72fc/s1600/ginza1.jpg" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="320" width="235" src="http://2.bp.blogspot.com/-s2kilKbF0FM/TmgZPzPsLtI/AAAAAAAAADw/c1V1eiV72fc/s320/ginza1.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;

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&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-JFODJQKMvjo/TmgZQGUIIpI/AAAAAAAAAEA/_upMzJrH8Xw/s1600/Ginza3.jpg" imageanchor="1" style="clear:left; float:left;margin-right:1em; margin-bottom:1em"&gt;&lt;img border="0" height="320" width="240" src="http://3.bp.blogspot.com/-JFODJQKMvjo/TmgZQGUIIpI/AAAAAAAAAEA/_upMzJrH8Xw/s320/Ginza3.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5274528999735162604-4450775249699313891?l=sixinjapan.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;
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&lt;br /&gt;
Eigentlich muss ich ja mal dankbar sein. Denn ich wünsche mir immer, dass er, völlig ohne mich zu behelligen, irgendwas Ausflugsmäßiges für uns daherzaubert - um es dann nachher auf alle Fälle ganz anders zu machen - jaaa, der Arme! ABER dieser mir in bestem Wissen und Gewissen angetraute Mann lebt schon seit dreikommafünf Jahren in Japan und weiß, oder vielmehr sollte wissen, dass es keine Badeseen gibt! Man geht nicht einfach so irgendwo hin und hat unkontrolliert Spaß. Schon gleich gar nicht im Wasser! Und noch viel mehr nicht, wenn man nicht auf den Grund sehen kann, oder gar wie in unserem Fall, der See noch zusätzlich ein STAUSEE ist! ABUNAYOOOOO!!!!! GEFÄHRLICH!!!! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Parkwächter, den Holger nach einer Bademöglichkeit fragt, lacht sich total kaputt (und das will echt was heißen im eher zurückhaltenden Japan) - schon die Idee findet er völlig absurd.&lt;br /&gt;
Selbst am Meer gibt es an vielen Stellen abgesteckte markierte Abschnitte und da ist dann immer auch ein Bademeister. Wenn der Feierabend hat oder Pause macht oder aufs Klo muss (nein, das nehme ich zurück - ich glaube, Japaner müssen während der Arbeitszeit nie aufs Klo), dann wird gehupt und alle kommen aus dem Wasser.&lt;br /&gt;
Gebadet wird ordnungsgemäß im Schwimmbad und zwar von Juli bis einschließlich August und nur von 3 bis 5 Uhr. Obwohl dieser Tage das uns am nächsten gelegene Schwimmbad im Komazwa-Park gar nicht erst aufgemacht hat - die einen sagen wegen Radioaktivität, die anderen sagen, zum Stromsparen. Beides jedenfalls wegen Fukushima. &lt;br /&gt;
Meine Kinder würden sagen: "Krass!"&lt;br /&gt;
Aber da Mister Alex aus dem Kindergarten jeden Morgen mit dem Geigerzähler umhergeht, in unmittelbarer Nähe des Pools vorbeikommt und dabei keinerlei Belastung messen kann, glaube ich ans Stromsparen. Ich sage mal - lieber nichts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber, um auf das ursprüngliche Thema zurückzukommen: WARUM baden die Japaner nicht in Badeseen? &lt;br /&gt;
Darum. Weil eine Regel eine Regel ist! Jawoll! Und es fehlt Ihnen gar nichts dabei. Anschauen reicht den Japanern völlig. Sie laufen sehr gerne um Seen herum. In diesem Fall um den sehr sehr schönen, in den Tokio-nahen Hügeln gelegenen, und ob des dazugehörigen erhöhten Wasserkraftwerk-Einsatzes (damit man den Fukushima-Ausfall ein wenig kompensieren kann) auch ziemlich niedrigem Stausees &lt;i&gt;Lake Myagase&lt;/i&gt;. &lt;br /&gt;
Bei fast 40 Grad Celsius auch in langen Hosen und langärmeligen Shirts, mit Hut, Sonnenbrille und -Schirm (eher die Damen), sind blaß und vornehm und erfreuen sich an der Aussicht, sowie an dem Metallgerippe des höchsten Weihnachtsbaumes, den die Gegend je gesehen und an Weihnachten mit Lichtern bestückt hat. Nur wir wieder: Schwimmen. Tsss!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holger nutzt die vermeintliche Ruhe im hinteren Busbereich um "nur kurz" auf den Pass zu fahren. Da war er nämlich schon mal im Winter mit dem Motorrad und das war total schön und ganz nah und die Aussicht lohnt sich wirklich! &lt;br /&gt;
Ungelogen 45 Minuten sind wir dorthin unterwegs. Von Aussicht keine Spur. Allerdings wird bei Kurve zwei Lilli schon schlecht, weil sie nicht auf dem Motorrad sondern in einem Bus ganz hinten sitzt. Ach. So eine Überraschung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holger kennt den Weg ganz genau und ist extrem fröhlich. So fröhlich, dass man selbst gleich furchtbar schlechte Laune bekommt. Das kann ja kein Mensch ertragen! &lt;br /&gt;
Er ist ausserdem schon seit 20 Minuten überzeugt, dass wir in 5 Minuten oben sind und dann ganz begeistert sein werden - alles hat sich dann gelohnt und die Zweifler unter uns werden sofort andächtig verstummen. Also wir alle außer ihm. Ich kenne meinen Mann: Zeit- und Entfernungseinschätzungen fallen nicht in die Rubrik seiner Stärken. &lt;br /&gt;
Wie gut dass der Weg so wenig Spielraum lässt, sonst hätte wir uns womöglich auch noch verfahren. &lt;br /&gt;
Kurven und Strasse sind so eng, dass wir hinten noch in der Rechtskurve liegen, währen wir vorne schon links rum fahren. Lilli will eine Tüte, Maria endlich baden, William will "Hui Buh" hören und ich will wissen, wie lange man für den Mord am eigenen Ehemann ins Gefängnis muss. Holger übrigens möchte uns nur sehr gerne in jeder zweiten Kurve darauf hinweisen, wieviele schöne Wanderwege es hier gibt und dass es sicher sehr leckeren Waldhonig gäbe, wenn hier Bienenvölker leben würden. &lt;br /&gt;
Ich sage euch: dieser Mann lebt gefährlich! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gegenverkehr ist freundlich und vernünftig genug, ob unsers Anblicks von selbst den Rückzug zu einer kaum wahrnehmbaren Ausweichstelle anzutreten. Das ist doch was. Dafür, dass es keine Aussicht gibt, kann ich direkt links von mir wunderbar ca 500 Meter nach unten schauen - das Einzige, was zwischen mir und dem endlosen Abgrund steht, ist eine enorm verbeulte, manchmal vorhandene Leitplanke. Auf mein Zucken (und glaubt mir, ich zucke auf dieser Strecke oft)reagiert Holger wahlweise mit einem ungläubigen "was denn?" oder einem genervten Augenverdreher. Doch sein Ärger währt nur kurz, denn er hat ja noch gar nicht darauf hingewiesen, wie scön es hier ist. Und die Wanderwege....und der Honig! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwann sind wir aber echt oben. Also, naja, "oben" ist übertrieben, aber an einem Parkplatz mit einem Aussichtsturm, von dem aus man prima, also PRI-MA! den Fuji-San sehen kann. Also könnte. Und das Tal und die Gegend. All das - aber dazu muss es natürlich klar sein. Nein, das kann man vom heutigen Tag wirklich nicht behaupten. Es ist zwar warm  - aber nicht im geringsten klar. Wir steigen trotzdem auf den Turm, also alle bis auf Lilli, die immer noch versucht, ihre Übelkeit zu unterdrücken. &lt;br /&gt;
Wir haben ihr noch nicht gesagt, dass wir auch wieder runter müssen. &lt;br /&gt;
Auf der Hochfahrt hatten wir auf halber Höhe, neben den vielen schönen Wanderwegen, auch ein kleines Cafe entdeckt, und wir entscheiden, dort eine kleine Rast einzulegen. Immerhin schlängelt sich ein kleiner Bergbach am Haus entlang und Holger glaubt, das könnte den Badedrang seiner Kinder kompensieren. HA! Wers glaubt wird selig! (Bin ich eigentlich die Einzige, die immer gedacht hat, es heißt "wers glaubt, verzähl ich!?" und sich gefragt hat, was das heißen soll?)&lt;br /&gt;
Aber da ich gerne eine Kaffe möchte, lass ich ihn in dem Glauben - schließlich hat er das Baden versprochen, nicht ich. &lt;br /&gt;
Wir trinken auf dem idyllischen Brücklein unseren Kaffee, die Kinder spielen im eiskalten Wasser und Alles ist gut. 5 Minuten Frieden. Kein Erdbeben, kein Streit, kein Fukushima, nichts zu organisieren, nichts zu entscheiden - tief ausatmen..... PEACE ON EARTH! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Kinder ja immer noch die Hoffnung auf Badesee nicht aufgegeben haben, können wir allerdings nicht ewig bleiben ("ewig" in den Augen meiner Kinder ist ca eine Viertelstunde) und wir bewegen uns Richtung Auto. Beim Einsteigen bemerkt Lilli eine kleine braune Schnecke unter Williams Knöchel. Leider läßt sie sich nicht abstreifen. Lilli möchte sehr gerne gleich wieder spucken, Maria übernimmt und versucht die Schnecke zu entfernen. Die Schnecke ist aber wohl eher stur. Mittlerweile findet William auch, dass "die böse Giftschnecke" endlich gehen soll. Sie tut nämlich weh. Während Lilli würgt, entfernt Maria das Vieh - das sich unangemessenerweise als Blutegel entpuppt. Nun würgt auch Maria, während Holger fröhlich pfeifend schonmal die kurvige Abfahrt angetreten hat. William blutet, Maria und Lilli ist schlecht und der Egel ist runtergefallen. Mist. Ich brauche FERIEN! RUHE! Wenigstens eine PAUSE!! Und wo? WO? ist der verflixte Blutegel hin????&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hilft alles nichts, wir müssen anhalten, das sieht sogar Holger ein.&lt;br /&gt;
Wir entscheiden uns für eine kleine zivilisierte Oase  am Fluß, mit einem Restaurant und abgeteilten Parzellen, wo jeder sein eigenes Stück Fluss, seinen eigenen Steg und seinen eigenen Grill hat - auf der Länge von ca 10 Metern. Das sieht so nett aus, dass ich fast vergesse, warum wir hier sind -und ausnahmsweise sind wir uns alle einig: hier könnten wir doch den Rest des Tages verbringen? &lt;br /&gt;
Der Einzige, der nicht unserer Meinung ist, ist der Vermieter dieser Idylle. Er will und kann einfach nicht verstehen, was wir wollen - obwohl es eindeutig wie im Freibad an der Kasse ist und außer uns nur noch 2 weitere Familien dort sind. Nein, die Kinder sind nicht erlaubt. Sagt er. Nein. geht nicht. Nein, auf gar keinen Fall. &lt;br /&gt;
Schon lange ist es uns nicht mehr passiert, dass wir irgendwo abgelehnt wurden. Also so offensichtlich grundlos. wenn man spürt, dass man nicht willkommen ist, ist das für uns ein ganz seltsames Gefühl - nicht zum ersten Mal wird mir bewußt, dass ich ein "Ausländer" bin - und denke an die vielen nicht mehr oder weniger ausländischen Menschen in Deutschland. &lt;br /&gt;
Trotzdem: Sch...ade - denn an unserer Situation hat sich nicht viel geändert - außer, dass wir den Egel gefunden, ihm ein neues Zuhause im Blumentopf vom unfreundlichen Mann gegeben (hat er jetzt davon!) und noch kurz die Frage geklärt haben, warum der liebe Gott überhaupt Blutegel gemacht hat. &lt;br /&gt;
Alles wieder einsteigen. Weiterfahren. Zum Glück hat Holger das Pfeifen eingestellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas weiter unten am Fluß finden wir dann einen "Tages-Campingplatz". Für 20 Euro dürfen wir ans Ufer und dort picknicken. Das machen wir sofort. Bei diesem extrem gelungenen Ausflug hilft nur eine Tüte Gummibären auf EX.&lt;br /&gt;
Ws soll ich sagen - nach weiteren 20 Minuten und einer Steinpyramide fängt es an zu regnen. Aber hey - wir waren da. Wir haben als Familie einen Ausflug gemacht und unseren Vorsatz umgesetzt, Japan besser kennenzulernen. Wir haben unser Bestes gegeben.&lt;br /&gt;
Wir fahren heim. Die Kinder wollen doch lieber ihre Zimmer aufräumen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Heimweg halten wir an einem kleinen Gemüse-Stand. Mittlerweile kaufen wir nur noch Nahrungsmittel, die südlich (die Japaner sagen dazu aber "westlich" - das machen die nur, um mich wieder mal völlig aus dem Konzept zu bringen) vom Fuji angebaut worden sind. Milch und Milchprodukte sollte man nur aus Kyushu kaufen, denn in Hokkaido sind die ganzen Milchkühe aus Fukushima gelandet und auch jetzt noch wird angeblich die Milch aus der weiteren Umgebung des Kraftwerks dorthin gebracht und gemischt. Ich habe meine kleine Karte auf der das japanische Zeichen ist für "hergestellt in" (was zb bei Joghurt nur die Produktion, nicht aber die Herkunft der Milch beschreibt -dafür mal wieder herzlichen Dank). &lt;br /&gt;
Was der Regen wohin bringt, weiß auch keiner, also nach wie vor ist Einkaufen kompliziert. Entweder ich fühle mich hysterisch, oder unvorsichtig - je nachdem mit wem ich mich gerade unterhalte.&lt;br /&gt;
Deshalb nutzt man eben jede Gelegenheit, um irgendetwas zu kaufen, von dem man glaubt, dass es sicher ist. Wie dieser Gemüsestand am Straßenrand. &lt;br /&gt;
Oder man versucht, eine Gemüse/Milch/Eierkiste bei einem japanischen Bio-Versand zu bestellen. &lt;br /&gt;
Tolle Idee. Leider ist auch da jede Information auf japanisch. Also entweder Holgers Sekretärin unterstützt mich (was sie oft tut, aber nebenher ja auch noch arbeitet - und man ist ja doch auch lieber unabhängig) oder ich bemühe den Google-Translator. &lt;br /&gt;
Google übersetzt ja Alles. Und weil ich damit so unglaublich erfolgreich war, möchte ich euch auch ungekürzt am Ergebnis meiner Internet- Recherche in Sachen "Radish-Boya", dem führenden Bio-Versand in unserer Ecke, teilhaben lassen. Soviel vorab, ich habe bisher überraschenderweise nichts bestellt, denn vorher muss ich mich anmelden. Und wenn ich mich anmelden will, muss ich Folgendes tun: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
"Der Einsatz der ersten, die eine neue Registrierung gemacht, registrieren Sie einen Benutzer. &lt;br /&gt;
(Die Mitglieder dieser und bereits über Isshubo zum Zeitpunkt der Website gibt es auch den Mitgliedern des Antragstellers, oder, noch einmal Registrierung ist nicht erforderlich.)"&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einmal, erfolgreiches Mitglied geworden kann ich also bestellen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
"Halten der pasteurisierten Milch beliebten Aal Kagoshima - NO.1 - ★ beliebt, was sieben Wochen NO1 Isshu Umsatz in diesen Produkten? Das Geheimnis ist hier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2011.08.04 (Donnerstag) , gefolgt brach auf Lager - Lager - für die beliebte "gehackt gegrilltem Aal (für Blendung Wardrobe)" und hat die Aktie wieder zu verkaufen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2011.07.28 (Donnerstag) , sondern eine Reihe von Preiserhöhungen und armen jugendlichen Aale in Aal] [★ Angebote, und sie sind in über Isshubo der latenten Preis verkauft in diesem Jahr wieder! In dieser Woche mehr in unserer Schnäppchenpreis"&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch Fragen? Und das war nur der Schnäppchenpreis! Ich hoffe, ich nehme auf diese Weise wenigstens meine 7 Kilo aus Deutschland wieder ab! Also bis nächste Woche - Sayoonara, Lucie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
p.s. Vorgestern hat es kurz aber heftig gewackelt. Eine 4,5. Maria saß neben mir am Tisch. Bisher haben die Kinder Erdbeben entweder nicht mitbekommen, oder einfach ignoriert - als Bedrohung hat sie keiner empfunden. Dieses Mal ist Maria panisch aus dem Haus gerannt, um nach ihren Geschwistern zu suchen. &lt;br /&gt;
Ich hoffe sehr, es hilft ihr, Beben zu spüren, bei denen nichts passiert, um das Trauma zu heilen - aber ich weiß es natürlich nicht - und ab und zu hab ich auch meine Zweifel. Aber wer hat die nicht?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5274528999735162604-2194754153366951721?l=sixinjapan.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/TsMQEHBVEHoXTk8MPl79UbZGL0E/0/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/TsMQEHBVEHoXTk8MPl79UbZGL0E/0/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;
&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/TsMQEHBVEHoXTk8MPl79UbZGL0E/1/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/TsMQEHBVEHoXTk8MPl79UbZGL0E/1/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/blogspot/CECPK/~4/2PZ79N48CtM" height="1" width="1"/&gt;</content><link rel="replies" type="application/atom+xml" href="http://sixinjapan.blogspot.com/feeds/2194754153366951721/comments/default" title="Kommentare zum Post" /><link rel="replies" type="text/html" href="http://sixinjapan.blogspot.com/2011/09/der-ausflug.html#comment-form" title="1 Kommentare" /><link rel="edit" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/5274528999735162604/posts/default/2194754153366951721?v=2" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.blogger.com/feeds/5274528999735162604/posts/default/2194754153366951721?v=2" /><link rel="alternate" type="text/html" href="http://feedproxy.google.com/~r/blogspot/CECPK/~3/2PZ79N48CtM/der-ausflug.html" title="Der Ausflug  旅行" /><author><name>six in Japan</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15267163111101392339</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel="http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail" width="31" height="21" src="http://3.bp.blogspot.com/_OMAEWToMd9g/Srsy4eqAE0I/AAAAAAAAAAY/VfqN_yIMQj8/S220/family096.JPG" /></author><thr:total>1</thr:total><feedburner:origLink>http://sixinjapan.blogspot.com/2011/09/der-ausflug.html</feedburner:origLink></entry><entry gd:etag="W/&quot;CEcMRH88eip7ImA9WhdXFEg.&quot;"><id>tag:blogger.com,1999:blog-5274528999735162604.post-9123409225718423205</id><published>2011-08-27T12:50:00.000+09:00</published><updated>2011-08-27T22:34:45.172+09:00</updated><app:edited xmlns:app="http://www.w3.org/2007/app">2011-08-27T22:34:45.172+09:00</app:edited><title>Die Ankunft - 到着</title><content type="html">Wir sind da. Alle zusammen. Es erstaunt mich immer wieder, wie erfreulich unkompliziert meine Kinder solche Mammut-Reisen mitmachen. Ziemlich unspektakulär, wenn man davon absieht, dasss ich meinen kostbaren Hut im Flieger liegen lassen habe, und das wohl ahnend, dass es passieren würde. Und abgesehen auch davon, dass ich voller Begeisterung der Stewardess beim Landeanflug auf Kopenhagen erzählt habe, ich sei ja noch nie in Schweden gewesen. &lt;br /&gt;
Aber sich aufregen, wenn Menschen Japan und China verwechseln, das haben wir gerne! Die Stewardess schaute zwar etwas irritiert, schlug mir aber dann ganz diplomatisch vor, doch mal hin zu reisen. &lt;br /&gt;
Ich habs aber tatsächlich erst im Flughafen gemerkt, als ich Öre erwartete und Kronen bekam.... Immerhin ist meine Schweden-Wissen geprägt von Astrid Lindgrens Büchern. Meine liebste Kindheits-Sehnsucht ist, für einen Öre ein Ochsenauge (also ein ganz bestimmtes Bonbon aus einem Laden in Bullerbü) einmal selbst kaufen zu können. Und jetzt das: Flughafen Stockholm - DÄNEMARK! Keine Ochsenaugen. Noch nicht einmal Öre! Zum Glück hören mir meine Kinder sowieso nur selten zu und müssen deshalb nicht gleich in Erdkunde scheitern. Dafür sind sie in allen Fächern, in denen man Fantasie braucht, unschlagbar. Leider ist das nur Deutsch und Kunst - obwohl wir es auch schon in Mathe damit probiert haben. Erfolglos aber schön bunt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holger war tatsächlich fast gleichzeitig mit uns, unseren 9 Koffern und dem Laufrad von William am Gate. Übrigens, das Einpacken des Rades hat fast so lange gedauert, wie alle Koffer zusammen. Schließlich musste ich mir bei meinen Freunden nebenan ein passendes Werkzeug leihen und dann, damit es auch flott von der Hand geht, eine Flasche Rose mit Ihnen trinken. Ging dann auch tatsächlich wie von selbst! Als ich wieder bei uns vor der Tür stand, kam meine liebste Nachbarin Fräulein May noch mit einer Flasche Sekt zum Abschied vorbei. Ich sage euch, das muss nächstes Jahr beser geplant werden! Ich brauche unbedingt einen Tag Ruhe nach all der Abschiednehmerei! Obwohl ich zugeben muss, manchmal ist es vielleicht auch gar nicht mal so schlecht, wenn man nicht so genau denken kann. HALLO! Sonst kann ich das sehr wohl! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mädels waren gerührt bei der Heimfahrt: "Schau mal, Disney Land!" "Kuck mal, die Rainbow-Bridge" - äh vorbei gefahren - gut, Holger ist auch nicht ganz auf der Höhe. Soviel Familie so plötzlich auf einem Haufen, soviele Menschen, die gleichzeitig soviel sprechen müssen, das ist der Gute halt auch nicht mehr gewohnt. Da kann man schon mal eine Auffahrt verpassen. &lt;br /&gt;
Aber noch sind wir alle in der "wir sind so froh, dass wir uns haben"- Phase. Da ist so Kleinkram noch nicht wirklich gefährlich, will heißen, Streitauslösend. Das ändert sich erst wieder in sagen wir ein zwei Stunden, dann waren wir alle lange genug nett zueinander. Soviel Nettigkeit hält ja auch keiner länger als 2 Stunden aus! Außerdem sind wir müde und erschöpft, ein bißchen überwältigt und sentimental - da kann man schonmal aus Versehen ein bißchen länger nett zueinander sein... Vielleicht hilft es auch, dass es uns allen beim Anblich der Skyline doch noch die Sprache verschlägt. So als ob der Tokyo Tower in rot-weiß uns ordentlich in den Arm kneift und sagt: "Willkommen zuhause!". Wir sind wieder da. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nachbarn hier sind auch fast alle zurück - bis auf eine Familie aus Argentininen, bei denen gerade die Möbelwagen vor der Türe stehen. ich glaube, sie waren 6 Monate hier. Dafür ist im Nachbarhaus eine neue Familie aus Island eingezogen, immerhin auch mit 3 Kindern. Allerdings haben die schon vorher mehrere Jahre in Tokio gelebt und sind nur innerhalb der Stadt umgezogen. Es fällt auf, dass wir schon fast die sind, die am kürzesten hier waren - die meisten, die ich kenne und die noch hier sind, leben seit vielen Jahren in Japan, die Kinder kennen oft nichts anderes, manche sind hier geboren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und plötzlich haben wir wieder viel Platz. Die Kinder ziehen sich in ihre Zimmer zurück und lesen, malen, schauen in ihre Schränke und machen die Türe hinter sich zu. Erstmal "nicht stören, bitte". Lang hält aber auch das nicht, dann müssen die Freundinnen abtelefoniert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holger und ich gehen solange einkaufen. Er hat zwar den Kühlschrank bis zum Rand gefüllt, aber ich muss mich jetzt natürlich total neu orientieren. Der alte Supermarkt, in dem ich mich auskannte, kommt nicht mehr in Frage. Gemüse, Milchprodukte, Fleisch und Wurst - alles kommt aus Fukushima, oder sagen wir: das Meiste - und ich kann sprachbedingt nicht unterscheiden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holger zeigt mir einen Laden, in dem es Dienstags und Donnerstags eine Milchlieferung aus Kyushu gibt. Am Anfang hat er die Milch aus Hokkaido gekauft, bis bekannt wurde, dass erstens die Kühe aus Fukushima dorthin evakuiert wurden und zweitens wohl auch jetzt noch die Milch aus der Umgebung nach Hokkaido gebracht und mit der dortigen Milch gemischt wird. Unglaublich eigentlich. Wenn man dann noch in den Nachrichten sieht, dass die Bauern 80 km entfernt von Fukushima (Zur Information: Sperrzone für Nahrungsmittel sind 30 km) ihre Produkte teilweise auf eigene Kosten in unabhängigen Laboren testen lassen, weil sie selber Angst davor haben, ihr Gemüse zu essen, und Ihnen gesagt wird, ihre Ernte ist komplett radioaktiv verseuchter Sondermüll, dann wird einem schlecht und man möchte eigentlich gar nichts mehr kaufen. Vertrauen ist schwierig. &lt;br /&gt;
In Williams Kindergarten konnte man zum Beispiel eine Liste vom Schulessen anfordern, auf der die Herkunft der Nahrungsmittel steht: Paprika aus Neuseeland, Eier aus Nagoya usw. Alles südlich von Yokohama. Das haben wir, wie viele andere auch, als unsere Grenze festgelegt, also sollte man meinen, alles ist gut. Natürlich sind aber die "sicheren" Produkte viel teurer - der Preis für das Schulessen ist aber gleich geblieben. Und wenn die Herkunftsangabe jetzt nicht stimmt? Ich spreche mein altes Mantra wieder:" ich werd gleich verrückt, ich werd gleich verrückt, ich werd gleich verrückt"&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Supermarkt halten wir den Betrieb auf, weil wir mit unserer Liste mit den Kanjis der "gefährlichen" Präfekturen versuchen, uns durch die Gemüse-Abteilung zu bewegen. &lt;br /&gt;
Es ist Zufall, wenn wir auf den Etiketten den Herkunftsnachweis finden. Der Standpunkt, die Nahrungsmittel seien nicht aus Fukushima, Chiba, Ibaragi usw, bloß, weil wir die verdächtigen Schriftzeichen nicht entdecken können, kommt uns gewagt vor. Aber selbst der freundliche Angestellte, den wir zu Hilfe bitten, muss erst eine Weile suchen und wir halten ziemlich den Betrieb auf, weil wir wissen wollen, woher das Joghurt kommt. Es kommt aus Nagoya, also völlig unbedenklich. Ich lerne später: Das Joghurt wird zwar in Nagoya produziert, aber das heißt noch gar nichts über den Herkunftsort der Milch. Genauso geht es uns mit Soya-Milch. &lt;br /&gt;
Katrin hat das gleiche Joghurt im Regal stehen lassen, weil man ihr einen anderen Herkunftsort genannt hat.&lt;br /&gt;
Wir lernen eine weitere Vokabel, diesmal auf Deutsch: Spitzfindig. Das muss man sein, wenn man wirklich wissen will woher die Dinge kommen. Wir sind jetzt seit einer Stunde in diesem Laden und in unserem Korb befindet sich ein Bund Frühlingszwiebeln. Immerhin sagt mir eine Japanerin auf Englisch, Brot könne man ganz unbedenklich kaufen, denn in Japan würde so gut wie gar kein Getreide angebaut. Reicht mir "so gut wie gar kein"? &lt;br /&gt;
Soja-Milch und Tofu würde meistens aus Soja-Bohnen aus den USA hergestellt werden, weil die japanischen zu teuer sind. "Meistens"? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende kehren wir mit unseren Frühlings-Zwiebeln und einem Toast heim. Pfirsichen aus Kanagawa konnten wir auch nicht widerstehen. Wobei ich mir jetzt schon nicht mehr sicher bin, ob ich die wirklich essen will. Meine Kinder bekommen auf alle Fälle doch lieber nichts. &lt;br /&gt;
Tja. Hat keiner behauptet, dass es einfach werden würde. &lt;br /&gt;
Dafür hatte ich 5 Laibe Brot in meinem Koffer und noch ein paar Bio-Karotten. Hätte mir einer gesagt, dass ich das mal mit nach Japan bringen würde, ich hätte vermutlich laut gelacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist aber nicht ganz so schlimm, wie befürchtet. Es gibt einen amerikanischen Großmarkt, da muss man halt die Stunde fahrt pro Woche in Kauf nehmen, aber das macht ja nichts. Milch bekommt man immerhin Dienstags und Donnerstags auch hier in der Nähe, wenn auch nur in begrenzten Mengen. Aber wir haben schon überlegt, ob wir nicht versuchen sollen, die Firma aus Kyushu zu übezeugen, eine Lieferung hierher zu organisieren - für die lohnt es sich vielleicht - immerhin haben wir ausgerechnet, dass auf unserem Compound pro Woche ca 50 Liter verbraucht werden. Da fällt mir ein: warum organisieren wir nicht einen Milchverkauf an der deutschen Schule? &lt;br /&gt;
Katrin ist dabei für sich und uns so einen Arztpraxen-Wasserspender zu organisieren - das Wasser kommt aus Hawaii und obwohl einige hier das Hahnenwasser benutzen (wir auch - zum Zähneputzen), möchte ich zum Trinken und Kochen doch lieber drauf verzichten. &lt;br /&gt;
Also, ich denke, bis wir ein Gleichgewicht und eine Routine zwischen Vorsicht und einigermaßen entspanntem Leben herstellen können, vergeht noch ziemlich viel Zeit. Aber es ist möglich und notwendig. Ich will mich nicht die ganze Zeit nur damit beschäftigen! Da werd ich ja verückt, da werd ich ja.....  &lt;br /&gt;
Schlimm finde ich übrigens auch, dass man so gar nichts über die Menschen erfährt, die immmer noch in den Notunterkünften leben. Menschen, die ihre Heimat aufgeben müssen, die nichts mehr haben - und die dankbar sein müssen, wenn sie Nahrungsmittel bekommen - ohne die Möglichkeit, zu entscheiden,ob sie die aus Fukushima überhaupt haben oder ihren Kindern geben wollen. Sie sind einfach aus den Nachrichten verschwunden. Ich hoffe, wenn hier ein wenig Ruhe eingekehrt ist, gibt es irgendein Hilfs-Projekt, an dem ich mich beteiligen kann.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich rufe Nienke an. Nienke ist meine Freundin hier, und spricht das schönste Deutsch, das man sich vorstellen kann. Das muss sie auch, weil sie Japanern Deutsch-Kurse gibt (gut, das hat noch nie einen Schwaben vom Unterrichten abgehalten) - ich melde mich mit "hallo" und sie erkennt mich sofort. Nicht an meiner Stimme sagt sie, nein, sie erkennt mich am Dialekt! Ich habe nur "hallo" gesagt! "Hallo"! Ich war einfach zu lange unter Meinesgleichen. Nichts für ungut, liebe Freunde daheim - ich vermisse euch schmerzlich! Hier gibt es nur so viele Menschen, die völlig dialektfrei sind und sich deshalb schon tausendmal schlauer anhören, egal, was sie sagen. Ja, ich bin neidisch. Ich will auch mal schlau klingen. Und nein, ich habe keine Komplexe. Aber ich hab mich ja jetzt ein paarmal in "den Medien" erleben dürfen und ich finde, seinen eigenen Anrufbeantworter-Spruch hören zu müssen ist ein Witz dagegen. &lt;br /&gt;
Besonders anregend fand ich übrigens Bildunterschirften wie "die 41-jährige Schwäbin" oder "...- Hausfrau und Mutter". Total sexy, würde ich sagen! &lt;br /&gt;
Also, soviel fürs Erste, Sayoonara, Lucie&lt;br /&gt;
ps: Wir haben mittlerweile einen tooollen Ausflug gemacht und auch sonst allerhand erlebt, aber davon nächste Woche. Jetzt grillen wir erstmal. Steaks aus Amerika und Würstchen aus Deutschland. Mit allen Nachbarn. Und wir feiern, dass wir uns, Japan und unser Hab und Gut doch wiedersehen  - obwohl wir alle zwischendurch daran gezweifelt haben. &lt;br /&gt;
pps: Meine japanische Freundin Riko hat mir gerade eben ein kleines laminiertes selbergemachtes Kärtchen für den Geldbeutel mit allen Präfekturen und den existentiell wichtigen Sätzen wie zum Beispiel: "Wo kommt das her", "das kommt aus Australien, USA...." auf Deutsch und auf Japanisch und auch als Schriftzeichen geschenkt. Das ist so hilfreich und süß - ich bin total gerührt! DANKE RIKO!&lt;br /&gt;
OHA - ppps: Für Alle, die uns gern mal gucken möchten:&lt;br /&gt;
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&lt;p&gt;&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/1krIQUOlK_irOD5XKXWhsZQwvFY/0/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/1krIQUOlK_irOD5XKXWhsZQwvFY/0/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;
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Ich kann also alle Sportvereine und Schulen, Telefon-Verträge und Krankengymnastiken wieder kündigen. Manche wollen ernsthaft eine Kopie von unserem Ausreise-Ticket, als ob sich jemand sowas ausdenken würde!&lt;br /&gt;
Plötzlich hab ich auch total viel Zeit – das ganze Grübeln fällt ja weg!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider fällt mir allerdings auf, dass ich in den letzten Wochen nicht wirklich ich selbst war. Ich war manchmal richtig ungerecht. Sogar zu meinem Mann! Ja,vielleicht manchmal hätte ich ein wenig ausgeglichener sein können. Ich gebe es zu. Aber ich war es halt einfach nicht! Und wenn dann einer einfach so daher kommt und sich beschwert, anstatt mir zu sagen, wie toll ich das mache. Und wie tapfer und fleißig und dabei schön und begehrenswert PLUS verdientermaßen erschöpft und tröstungsbedürftig ich bin - das ist ja wohl das Mindeste - ja, dann muss er sich doch nicht wundern, oder?  &lt;br /&gt;
Also, mein Mann, der hatte es ja wohl immer entspannt. Der durfte allein in Japan arbeiten. IMMER. SOWAS VON! Ich will nix hören! &lt;br /&gt;
Um so besser fand ich die Idee (und ich gebe sogar zu, es war seine) in den Urlaub zu fahren. Vorher aber muss ich meine Strategie ändern. &lt;br /&gt;
Weil ich nämlich meinen enormen Schokoladen-Konsum mit den Umständen gerechtfertigt habe, muss ich jetzt umdenken: weil ich soviel Schokolade gegessen habe, muss ich mir leider leider einen neuen Bikini kaufen. Ja, das trifft mich hart. &lt;br /&gt;
Besser ich hätte gleich mit shoppen angefangen, dann müsse ich ich jetzt nicht bei "big is beautiful" suchen. Hab aber mein Essverhalten schon umgestellt. Esse jetzt keine Schokolade mehr vor dem Fernseher. (Nein, ich esse sie gleich in der Küche!!!) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Egal, mein Mann mag mich, wie ich bin. Sagt er. Solange er mich noch wiederekennt. Und ich liebe seinen Charme. Und zweifle an seiner Sehkraft. Beinah hab ich doch jetzt was Nettes über ihn gesagt, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein mich trotzdem (oder gerade weil) liebender Mann hat - weil er fand, ich müsste mal raus (was ich persönlich ja schon lange finde) - vorgeschlagen, wir könnten die Kinder auf bereitwille Babysitter verteilen und "übers Wochendende" wegfahren. &lt;br /&gt;
Nur mal so: Das letzte Mal, als wir allein irgendwo waren, ist über 2 Jahre her. Da nimmt man was man kriegen kann – auch wenn sich das vermeintliche Wochenende zu zweit plötzlich als Kurztrip von ziemlich genau 24 Stunden entpuppt.  Rein planungstechnisch hatten wir schließlich Zeit von Samstag Nachmittag bis Sonntag Nachmittag - aber wenn man es richtig anstellt, fühlt es sich sicher an wie 2 Wochen Malediven! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man nur 2 halbe Tage und eine Nacht Zeit hat, ist man ein wenig unter Druck, alles in diesen paar Stunden unterzubringen. Zum Glück sind wir aber äußerst bescheiden: Ein wenig Wellness, wandern, Fahrrad fahren, gemütlich frühstücken und ausschlafen. Lächerliches Programm für 24 Stunden!&lt;br /&gt;
Wir einigten uns auf den Bodensee, weil er unter normalen Umständen  - also unter der Woche nachts um 3 zum Beispiel - in 1,5 Stunden zu erreichen ist. &lt;br /&gt;
ABER: Wellness-Hotel bedeutet BIKINI. Wie schon oben erwähnt: Ich hatte keinen. Zumindest nicht hier in Deutschland. Ok. Und keinen vom letzten Sommer, der mir passt. Aber wenn mein Mann schon mal Zeit nur für mich hat, will ich natürlich auch schön sein. &lt;br /&gt;
Es gibt nur eine Lösung für so geartete Probleme: H&amp;M. Sofort. Das Problem bei H&amp;M ist, dass es viel zuviel von allem gibt und mein ausgehungertes, japanische Untergrößen und somit mangelndes Shopping-verwöhntes Ich muss immer alles stundenlang anprobieren. &lt;br /&gt;
Ja, voller Vorfreude legte ich mir diverse (diverse heißt mindestens 10) Bikinis nebst Blusen, Hosen und allerlei Zubehör über den Arm und enterte eine Umkleide-Kabine. Das "maximal 5 Teile" Schild ignorierte ich tunlichst und fand mich sehr souverän dabei. Dass ich die Tür quasi mit dem Kinn aufstoßen musste, keinen Platz für 1. Klamotten und 2. Das Anprobieren derselben hatte, geschweige denn mich im Spiegel von hinten betrachten konnte, macht nichts - sich im Spiegel von hinten anschauen wird heutzutage sowieso völlig überschätzt. Ich meine, wer kauft denn dann noch einen Bikini, wenn er gesehen hat, was andere nicht übersehen können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich fand verschiedene Ober- und Unterteile, die mir passten. Das ist schön. Und es ermutigte mich, ein paar weitere Kleidungsstücke anzuprobieren. Ja, ich möchte fast sagen, ich vergaß ein wenig die Zeit. Ich hätte mich dort noch sehr gern sehr lange aufgehalten, und weiter in dem Glücksgefühl geschwelgt, dass man nur hat, wenn  man in Klamotten passt, die man aus Versehen eine Nummer kleiner mitgenommen hat. Ich persönlich vermute ja, das ist eine Verkaufsstrategie. Ich würde es zumindest so machen. Wenn ich in einem Laden sagen wir mal immer in eine 38er Hose passe anstatt zu einer 42 greifen zu müssen, dann hab ich doch am Ende nicht nur eine Hose sondern auch noch einen unglaublichen Aufschwung für mein Selbstwertgefühl mitgenommen! Da geh ich wieder hin!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt erstmal habe ich einen türkisfarbenen Bikini gefunden. Größe? Nebensache. Nicht die schönste der welt, übrigens. Ich hoffe, das trägt man jetzt. Mit dem Berg auf meinem Arm kann ich leider nur rückwärts aus der Umkleide-Kabine ausparken und schäme mich ein bißchen für meine Klamotten-Gier, aber immerhin hab ich alles was mir nicht gepasst hat, wieder mit rausgenommen. Sogar die Bügel! Kann die Frau H&amp;M nicht schimpfen.&lt;br /&gt;
Natürlich ganz plötzlich kommt die Ernüchterung - ich schaue nämlich aus Versehen auf die Uhr und muss mich gleich wieder hetzen. Mist. Solche 24 Stunden Wochenenden sind nichts für unflexible und schlecht vorbereitete Mütter wie mich, die sich plötzlich in die rasend begehrenswerte Frau von damals verwandeln wollen.   &lt;br /&gt;
An der Kasse der Klassiker. Irgendwas mit dem Beleg stimmt nicht, also alle Schätze wieder raus und nochmal von vorne. Da weiß man schon, was als nächstes kommt: Jawohl, die Sicherheitsschranke piept auch noch. Auf Murphy kann man sich einfach 100%ig verlassen. &lt;br /&gt;
Also muss man nochmal alles rausnehmen (inklusive Haargummis, Gürtel, Sonnenbrillen und den paar Klamotten - nur 2 Tüten, ehrlich! Das meiste ist nicht für mich, sondern für meine Mädels! Ich schwöre!)&lt;br /&gt;
Nix gefunden, nochmal Schranke. Es piept immer noch.&lt;br /&gt;
Ich gehe dann ohne Tüte durch. Ahem. Es piept. ABER: Mir fällt ein, ich trage neue Schuhe und manchmal, also ganz selten, aber immerhin, ist da die Sicherung nicht entfernbar! Das merkt man dann erst in so einer Situation. Das ist doch allerhand! Die Verkäuferin entschuldigt sich bei mir tausendmal und empfiehlt mir, die Schuhe sofort zurück zu bringen. Das mach ich glatt! Bis dahin muss ich aber noch einiges erledigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Gedanken daran, vor jedem Laden die Schuhe auszuziehen, um mich dem zu erwartenden Piepen nicht aussetzen zu müssen, vergeht mir aber mein Bedürfnis, weiter in der Stadt zu bleiben. Auch wenn ich mich kurz ganz japanisch fühle. &lt;br /&gt;
Ich entschiede mich also für den Heimweg. Ich fahre übrigens mit der Bahn. Erschöpft lasse ich mich mit meinen Tüten auf den Sitz fallen. Aber irgendwas liegt da - sehr unangenehm. &lt;br /&gt;
Ich stehe auf und sehe: Nichts. Durch meine hintere Hosentasche kann ich  allerdings einen verdächtigen Gegenstand tasten. Unverschämtheit! Da hat mir doch einer in dem Gedränge beim H&amp;M einen Sicherheits-Kopf in die Tasche geschoben! Wie findet ihr das? Komisch nur, dass er sich nicht in der Tasche befindet! Plötzlich wird mir heiß. Ich habe einen Verdacht. &lt;br /&gt;
Leider bestätigt er sich zuhause: ich habe eine Bikini-Hose entwendet! Sozusagen am Körper aus dem Laden geschmuggelt. Unbemerkt - vorallem auch von mir! Es gibt nichts zu beschönigen: Ich bin kriminell! Eine Diebin! Aber was das Schlimmst ist: Der Pin geht nicht ab! &lt;br /&gt;
Holger lacht sich schlapp und sagt, ich solle die Hose zurückbringen, sonst sei die Geschichte nicht zu Ende. Meine pragmatische Freundin Dagmar rät mir, den Pin als Mode-Accessoire zu deklarieren und es einfach dran zu lassen. Und ich? Oh ja, ich schäme mich. Aber nur ein bißchen. Ein bißchen bin ich auch froh, dass ich erwachsen bin und man mir so viel kriminelle Energie nicht zutraut, denn sonst - hätte ich mich vermutlich dort ausziehen müssen! Nur vorstellen! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer langen und mühevollen Jagd hatte ich aber wenigstens den Bikini. Zum Glück war nicht so viel weiteres Gepäck nötig. Nicht auszudenken, was da alles passieren kann....&lt;br /&gt;
Alles war geplant, die Kinder untergebracht und wir waren unterwegs. Die Sonne schien. Samstag nachmittag um drei. KEIN MENSCH will da an den Bodensee, wieso auch? HAllo?! Mein Mann weiß das, denn der ist dort praktisch aufgewachsen. Ich bemühe mich redlich, die Kontrolle über mein Gemüt zu bewahren. Das ist nicht einfach. Die Nagelabdrücke in der Seitenverkleidung werden vermutlich auf ewig Zeugen meiner Behrrschung sein, aber das ist es wert! Gut, dass dann die Autobahn auch noch komplett wegen Fahrbahnsanierungen gesperrt war, konnte man ja nicht ahnen.&lt;br /&gt;
Da standen wir nun. Vor uns im Auto öffnete ein Mann die Beifahrertür, übergab sich und legte sich an den Straßenrand. Das hatte ich jetzt davon. Einmal Ersthelfer, immer Ersthelfer... Mir war auch schon ganz schlecht. Ich liebe spontane Wochenenden. Über alles. Nächstes mal (HA!Mal sehen!)nehme ich was zu trinken mit - irgendwas mit viel Alkohol, das man auch in einem üerhitzten Auto TOTAL LeCKER finden kann!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich will ja fair bleiben: Als wir nach 6 Stunden am See ankamen, war es aber sogar noch ein bißchen hell und wer will schon den ganzen Nachmittag bei Sonnenschein an einem See rumliegen und sich womöglich entspannt UNTERHALTEN? Fragt meinen Mann - freie Konversation über "Dinge" wird sowieso grundsätzlich überschätzt! "So halt" ein bißchen reden - immer gefährlich - vermutlich sagt er dann gar nichts, oder das Falsche - so oder so: Irgendwie wird es sehr gerne - nun ja - ein wenig schwierig.So wie eben bei allen, die eigentlich Kinder haben und es gewöhnt sind, rechzeitig (also nach ca 2 Minuten) grundsätzlich unterbrochen zu werden.  &lt;br /&gt;
Besser man hebt sich die wenigen guten Gesprächsthemen ein bißchen auf. So zum  Beispiel für den schönen Platz direkt am Wasser, wo wir perfekt den Sonnen Untergang schauen konnten. Es gab sogar kühlen Weißwein dazu. &lt;br /&gt;
Was ein Glück, dass wir nicht nachtragend sind!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das Hotel fanden wir auf Anhieb. Wirklich sehr schön. Ganz neu und cool und leider mit einem Spa, das um 18 Uhr schließt. Ach, dachte mich mir, was solls, wir haben ja noch morgen 3,5 Stunden Zeit, bis wir wieder nach hause fahren müssen. Nur nicht immer so krampfahaft an irgendwelchen Plänen festhalten wollen. Entspaaannt mit dem Fluß gehen, nehmen was kommt. Ja! Ich persönlich nahm in diesem Fall sehr gerne einen Williams. Zur Not kann man den Bikini sicher auch drunter tragen. Wass soll ich sagen: Am nächsten morgen war das Spa zwar theoretisch offen – also das Tauchbecken von der Sauna, der ganze Rest öffntete seine Pforten grundsätzlich aber nicht vor 16 Uhr!  Gut, dass es wenigstens inklusive war.&lt;br /&gt;
Also entschieden wir uns für eine Fahrradtour. Ich muss sagen, der Bodensee ist wirklich schön und wenn man Glück hat und alle in die gleiche Richtung fahren, dann ist es richtig entspannt. Davon sollte man aber besser nicht ausgehen. &lt;br /&gt;
Wie immer, wenn wir eine Stunde oder sogar länger unterwegs sind, bekommen wir schrecklichen Hunger. Und dann müssen wir auch sofort was dagegen unternehmen. Meistens fängt es ungefähr so an: "Du, Lucie?" "ja, Holger?" "Wie groß sollte der Abstad zwischen zwei Mahlzeiten eigentlich sein?" "Hm. So ungefähr 4 bis 5 Stunden, würd ich sagen" "Ah - äh, Sonntags gilt das aber nicht, oder?". So ist es. Jedesmal. Nur meistes andersrum. &lt;br /&gt;
Wir fanden gleich ein Restaurant, das leider parallel zu uns 2 Kommunionen und noch ein paar runde Geburtstage hatte, weswegen wir unser Essen als Trennkost, sprich, die Beilage zuerst und dann 15 Miuten später den Rest und den dann auch noch kalt serviert bekamen. Obendrauf einen eisigen Blick aus tiefster Seele und wir fühlten uns so richtig wohl. Ich bin ja sonst keine die sich beschwert (fragt meinen Mann, wenn er das Gegenteil behauptet, glaubt mir, er lügt!) aber kalte schwarze Pommes und dazu ein muffiges Gesicht, nein, das geht nicht. Die Chefin kommt und entschuldigt sich. Und schenkt mir eine Flasche selbergemachten Holunder-Sirup. Jetzt hab ich schon gleich wieder ein schlechtes Gewissen! Nicht mal in Ruhe sich beschweren kann man hier! Saftladen! Die Flasche nehm ich aber trotzdem mit. Leider bekommt ihr die Fahrt über den Rollsplit zurück nicht sehr gut und bei unserer Ankunft ist sie leider leer. Macht nix. Ich hab Holunder-Sirup sowieso noch nie gemocht. Phh. &lt;br /&gt;
Ja,So war das. Voll erholsam!&lt;br /&gt;
Da war unser 2-wöchiger Türkei-Urlaub mit meinen Eltern fast langweilig dagegen. Gut, bis auf die Tatsache, dass ich aus Versehen quasi nackt dem Kinderbetreuer die Tür aufgemacht habe, weil ich gedacht habe, es sei eines meiner Kinder - er hat aber was ganz anderes gedacht - und hat einen riesen Schrecken gekriegt! Unverschämtheit! Er hätte ja wenigstens eine bißchen freugige Überraschung heucheln können! Aber nein, er ist mir den Rest der Zeit sehr deutlich aus dem Weg gegangen. Und dabei hab ich so einen schönen türkisenen nigelnagelneuen Bikini! &lt;br /&gt;
Meinem Mann ist das Gleiche übrigens einen Tag später mit einer sehr netten Frau passiert, die uns zu einem Drink abholen wollte - obwohl -  ich weiß ja nicht, ob das vor oder nach dem überraschenden Anblick war....&lt;br /&gt;
Ach ja. 3 pubertierende Mädchen plus einem 90 jährigen Großvater, der zu deren (und seinem eigenen) Glück sein Hörgerät nach ein paar Tagen verlegt hat, eine Oma Moses, die IMMER auf der Seite ihres Schwiegersohnes war - und somit NICHT auf meiner, und nicht nur, was die Erziehung der drei Grazien anging,ein 4jähriger, der gerne mal alleine schwimmen geht - ohne irgendwelche Kenntnis davon zu besitzen - aber sonst? Sehr erholsam. Doch. Doch doch. Für viele. Wer will mal tauschen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also, ihr Lieben, bis bald, dann wieder hoffentlich aus Japan - Sayoonara - Lucie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ps.Muss ich mir Gedanken machen, weil mein Sohn Dinge zu mir sagt wie: "Mama.Du hast ganz graulich geschreit, du alte Fettnase!"? Ich glaube nicht. Nein. Ganz normal, was?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5274528999735162604-8731151625050579558?l=sixinjapan.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;
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Dass es mich so berühren würde, Japanern zu begegnen, habe ich nicht erwartet. Ein Flugzeug voller Fremder und ich bin schon wieder den tränen nahe. gehts noch? Ich bin 41! Da heult man nicht einfach so. es sei denn, das Einzige, was man bei der japanischen Durchsage versteht, ist "tadaima" "ich bin zurück"! &lt;br /&gt;
So geht das nicht. Ich muss mich besser konzentrieren. Wie will ich denn sonst eine entscheidung treffen? der Flieger und der Flughafen ist viel leerer als sonst - es fehlen die Touristen. Geschäftsleute gibt es natürlich nach wie vor. Klima-Anlagen und Lampen sind teilweise ausgeschaltet- es ist viel ruhiger und dunkler. Und heißer. Wenn ihr mich fragt, könnten sie mindestens soviel Strom sparen, wenn sie ihre Klodeckel von Hand aufklappen und auf die tausend Durchsagen verzichten würden...&lt;br /&gt;
Dann das ultimative Japan-im-Sommer-Erlebnis: ich trete nach draußen und weiß, die klima-Anlage war doch an: Ich pralle vor eine heiße Wand aus feuchter luft. Es ist stickig und schwül und es ist ein bißchen so, als wolle man versuchen, unter Wasser einzuatmen. Ja, so muss es sein! Ich bin angekommen! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuerst fahren wir in Holgers "Headquarter" zur Sicherheitseinführung. &lt;br /&gt;
Was im März total chaotisch lief, soll jetzt besser vorbereitet werden. Fürs nächste Mal. Äh? &lt;br /&gt;
Trotzdem, es ist beruhigend zu wissen, wer wann wohin fährt, welche Route man nehmen soll, wenn an den unterschiedlichsten Stellen die erde wackelt, wo man sich sammelt, wie ein Warn-Anruf zu behandeln ist und so weiter.&lt;br /&gt;
Ich kann mich nicht entscheiden:Ist das jetzt beruhigend oder beunruhigend? &lt;br /&gt;
Ach - vielleicht sollte man sich selbst einreden, es ist, wie wenn man den Regenschirm dabei hat, eher unwahrscheinlich, dass es auch regnet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag treffe ich mich mit Ezko, meiner Japanisch-Lehrerin, vor dem Ok-Markt um einzukaufen. Ich habe mir fest vorgenommen, einfach alles in meinen Wagen zu laden, was ich sonst kaufen würde. schließlich will ich ja genau das wissen: Ist einkaufen möglich? diesmal bin ich besser vorbereitet und habe mich unter Kontrolle. Umarmen muss ich sie trotzdem, ob sie will oder nicht. Sie scheint sich ein bißchen weniger zu winden als sonst - ich glaube sie freut sich auch!&lt;br /&gt;
Wir machen aus, dass ich alles in meinen Wagen packe, was ich sonst auch einkaufen würde und sie mir dabei sagt, was geht und was nicht. &lt;br /&gt;
Nudeln, Reis, Wasser, Klopapier - geht. Müsli, Schokolade (wichtig!) geht auch. Dann ein stockwerk höher sieht alles aus, wie immer: Wir beginnen mit dem Obst. Wenn man aus deutschland kommt, ist Obstkaufen in Japan immer ein bißchen frustrierend. Menge im Verhältnis zum Preis wie immer ein Schock. Allerdings habe ich mir bisher auch nicht die Mühe gemacht, nachzufragen, woher die sachen kommen. Jetzt weiß ich es: Bananen und Ananas von den Philippinen, Äpfel aus China und Kirschen (abgepackt zu je 10 Stück) aus Amerika! Kirschen aus Amerika! ich fass es nicht. Unter normalen Umständen würde ich sowas nie kaufen - aber jetzt ist vielleicht ganz gut so, wie es ist. Trotzdem - mehr als die Ananas kann ich nicht mitnehmen - und die hatte immerhin die kürzeste Reise. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann das Gemüse. Lauchzwiebeln, Tomaten, salat - Ezko sagt: "Alles sicher" und lächelt. Ich spüre es ist ihr unangenehm, mit mir hier die Etiketten anzuschauen, so als ob ich dem OK-markt misstrauen würde. Wo sie natürlich recht hat... ich nehme eine Gurke. "Alles sicher" und frage woher sie stammt. "Oh,die kommt aus Fukushima - aber außerhalb der 30km-Zone. Ist ganz sicher" Lächel. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. natürlich essen Ezkos Kinder alles. Sie trinken auch Hahnenwasser - und haben bis auf ein paar Tage auch nie damit aufgehört. Ich bin geschockt. natürlich habe ich gewusst, dass ich nur hierherkommen kann, wenn ich in der Lage bin, zu vertrauen. die letzten beiden Tage haben mir das gefühl gegeben, ich bin hier sicher. meine Familie ist hier sicher. &lt;br /&gt;
Und natürlich war ich abends im restaurant und habe Gemüse und Salat gegessen - wo die eingekauft haben, weiß ich natürlich nicht. Aber das hier ist etwas anderes. ich kann nichts lesen. ich kann noch nichtmal herausfinden, wo der herkunftsort STEHT. Meine geografie-kentnisse sind ebenfalls eine Katastrophe. Gunma, Chiba, Ibaraki, Tochigi. alles Prefekturen, die man meiden sollte. Das weiß ich wohl. Jetzt. Obwohl vermutlich mein halber Einkauf von dort stammt. &lt;br /&gt;
Mutig schleppe ich meine einkäufe nach Hause. Um dort die Hälfte wegzuschmeißen. Mist. So geht es nicht. &lt;br /&gt;
mein nachbar erzählt, dass in einem anderen Laden an allen Lebensmitteln Karten-Zeichnungen hängen. Das ist gut. Und ich fühle mich auch schon deshalb besser, weil ich offensichtlich nicht die Einzige bin, die nix kann und trotzdem kommen will. aber was sage ich denn da: Will ich? &lt;br /&gt;
Wir haben uns für den Abend DIE ENTSCHEIDUNG vorgenommen. Aber vorher gehen wir Sushi Essen. Angeblich ist der ganze Fisch soweiso importiert - bis auf Aal. kann man auch drauf verzichten. Aber das Lokal ist leer und die einheitlichen günstigen Preise sprechen dafür, dass es nicht mehr ganz so gut läuft, wie noch vor dem 11.3....Es schmeckt wie immer unglaublich gut. wir schwanken zwischen "noch ein Bier trinken gehen" und "nach hause" - wissend, dass wir ES nicht ewig aufschieben können. Also gut. Packen wir es an. &lt;br /&gt;
Die Sicherheit der Kinder und die tolle schule, an der vorallem Maria so superglücklich ist. Die Freunde, Oma und Opa. Sportverein und Wald,ein  unkompliziertes vorhersehbares Leben gegen? Eine komplette Familie, das Gefühl, hier nicht abgeschlossen zu haben, eine unverheilte Wunde, die wir gerne heilen würden,gegen das Land, das wir noch gar nicht kennen und auch hier: Freunde, Alltag und ein Leben, das wir mochten. Und eine Unsicherheit, die immer bleiben wird.&lt;br /&gt;
Ach, was weiß denn ich???&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wir uns entschieden haben, uns endlich zu entscheiden und es sich zwar nicht so 1000%sicher anfühlt wie ich es gerne hätte, fällt die Entscheidung schließlich: Wir bleiben. Erstmal für ein Jahr. wie es dann ist, weiß ich nicht. ob wir dann nochmal verlängern wollen, kann ich nicht sagen. Ob wir uns in diesem Jahr hier immer gut fühlen, und die entscheidung nie in Frage stellen, kann ich mir und den Kindern nicht versprechen. Soviel weiß ich immerhin. Ich hoffe aber, dass diese Entscheidung die richtige ist, dass ich mich nicht allzuviel rechtfertigen muss und dass der liebe Gott seine schützenden Hände vorallem über meine Kinder hält.&lt;br /&gt;
Was ich aber auch weiß, ist, dass wir eine Familie sind und auch als eine leben wollen. Holger hier und wir in deutschland und das womöglich für mehr als 1,5 Jahre. nein, das geht auch nicht. ich spüre, ich kann das hier bewältigen, ja ich möchte und muss diese Herausforderung annehmen. Ich weiß, es wird immer wieder Momente geben, in denen ich das bereuen werde, aber nicht zurückzukommen, würde das Gleiche bedeuten. &lt;br /&gt;
Ich weiß ausserdem, dass uns der Abschied von deutschland dieses Mal sicher noch schwerer fällt. Wir haben viele neue wertvolle Freunde gefunden (vorallem die Kinder), wir haben unsere "alten" Freundschaften gespürt und genossen, wir haben unsere Familien um uns gehabt,und einen genialen Urlaub gemacht, wir haben erfahren, was es heißt in einer Gemeinschaft einfach so aufgenommen zu werden. Die unterstützung, die wir erfahren haben, von Menschen um uns rum, die wir nicht kannten (aber auch von denen, die wir kannten)von den Schulen, vom Kindergarten, Lehrern und Klassen, das war unglaublich. Und es hat uns klar gemacht, dass wir dann auch irgendwann gerne wieder "nach hause" gehen wollen. Ich danke euch Allen für alles!&lt;br /&gt;
Sayoonara, Lucie &lt;br /&gt;
ps.: bitte irgnoriert meine fragwürdige groß- und kleinschreibung - ich mach das schließlich auch!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5274528999735162604-3302062810339994315?l=sixinjapan.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/6yKc3uIsVA_zuJmWB6z22OEbjpY/0/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/6yKc3uIsVA_zuJmWB6z22OEbjpY/0/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;
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Holger war mittlerweile 2 mal in Japan. Jedesmal wenn er dort ist, hat er das Gefühl, wir könnten, ja wir sollten alle wieder zurück. &lt;br /&gt;
Wenn er hier ist, fühlt es sich genau andersrum an. &lt;br /&gt;
Sein Arbeitgeber läßt Holgers Stelle weiterlaufen. Offiziell geht sein Vertrag bis Ende diesen Jahres - allerdings hat er ihn noch Stunden vor dem Beben um ein Jahr verlängert, mit der Hoffnug darauf, dass wir bis 2014 bleiben können und Paulina dort ihr Abitur machen kann...&lt;br /&gt;
De Schulleiter, mit dem Holger letzte Woche gesprochen hat, war zuversichtlich, dass sie es schafft - auch wenn sie dann nach diesem Schuljahr von Realschule aufs Gymnasium wechseln muss - und nicht alle Lehrer ihr das wiklich zutrauen. Den Druck spürt sie jetzt schon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DSTY - so gerne würde ich meine Kinder wieder dort sehen. Würde Japan bereisen und nicht von Holger getrennt sin - denn das ist die Alternative zu Japan: Wir bleiben hier. Er ist dort. Fast zwei Jahre lang.&lt;br /&gt;
Und doch: Kann ich mit der Unsicherheit leben? Mit dem gefühl, dass ich meinen Kindern nicht garantieren kann, dass sie nie wieder so eine flucht erleben müssen? Oder ein Beben, das vielleicht für uns nicht mehr so glimpflich abläuft? Dass sie wirklich kein verseuchtes Wasser oder Lebensmittel zu sich nehmen? &lt;br /&gt;
Kann ich je wieder abends ausgehen? Mit den Kindern essen gehen, ohne Angst?&lt;br /&gt;
Mein Japanisch ist so schlecht - oder vielmehr, es ist überhaupt nicht vorhanden, wenn es darum geht, auf Nahrungsmitteln zu lesen, wo sie herkommen... Kann ich vertrauen? Und wenn ja Wem? &lt;br /&gt;
Andererseits - wie kann ich überhaupt daran zweifeln...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Anfang habe ich gesagt: Wennn wir hier das schuljahr zuende machen müssen, gehe ich nicht wieder zurück. Die Kinder immer wieder eingewöhnen lassen, um sie dann wieder rauszureißen, ist für sie, aber auch für mich eine unglaubliche Belastung. Wir wohnen immer noch in einer 2 Zimmer Wohnung- Erstaunlicheweise klappt das ganz gut. Trotzdem habe ich, nachdem klar war, dass wir das Schuljahr hier zuende machen, gesagt, wenn wir etzt ein tolles Haus finden würden, einfach so, dann würde ich dableiben....Ich merke, wie ich meine Bedingungen immer weiter ausdehne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tja, heute abend werden wir ein haus kaufen. Als wir es besichtigt haben, blühte ein kleiner japanischer Kirschbaum an einem Goldfischteich im Garten. ich habe nach einem zeichen gefragt - war es das nicht? &lt;br /&gt;
Was ist meine Pflicht?  Was, wenn nichts passier dort drüben, und ich bin hier, ohne meinen Mann? Ist das nicht auch verantwortungslos? &lt;br /&gt;
Und wie könnten wir - davon ausgehend, dass wir erstmal nur noch ein Jahr bleiben - dort leben, ohne dass wir jetzt im Prinzip ein Jahr lang Abschied nehemen? Warum sollten wir das tun? &lt;br /&gt;
William wäre dann bis er in die schule kommt, jedes jahr in einem anderen Kindergarten gewesen. Paulina könnte nächstes Jahr nicht mehr auf die Waldorfschule  sie hätte einfach zuviel russisch versäumt. Dafür hätte sie Latein, was auch bedeutet, sie önnte nicht mehr auf die Schule zurück auf der sie jetzt ist.&lt;br /&gt;
Lilli hätte so gerne eine Katze. &lt;br /&gt;
William einen Freund. &lt;br /&gt;
Mein Vater ist 90, meine Mutter 70. jede Minute mit Ihnen ist mir so kostbar - vielleicht gerade, weil sie uns nicht unter Druck setzen, hier zu bleiben. &lt;br /&gt;
Ich bin dankbar für meine Freunnde hier - gewachsene Strukturen. Vertrauen. Vertrautheit. &lt;br /&gt;
Aber ich vermisse auch meine Freunde dort - mit ein paar wenigen hat sich auch in dieser kurzn Zeit eine intensive Freudschaft entwickelt. &lt;br /&gt;
Was ist aber mit den Freundschaften meiner Kinder? Bis auf Paulinas beste Freundin sind alle weg...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieviel erzwungene Flexibilität können Kinder aushalten? Was kann ich Ihnen zumuten? Braucht nicht gerade eine 15jährige eine starke Basis? Ein Zuhause, an das sie sich noch 3 Jahre gewöhnen kann, bevor sie ihren eigenen Weg geht? ja, meine Kinder machen das alles toll. Aber wie lange noch? &lt;br /&gt;
Maria hat ihre Fingernägel bis zum Nagelbett abgekaut. Lillis Finger sehen auch nicht besser aus und Paulina ist einfach nur unglücklich...&lt;br /&gt;
Könnten Finger und Seelen hier heilen? Oder dort? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann sind viele viele Familien weg - aber eben auch Lehrer. Was bedeutet das? Und was gibt es für die Kinder dann als Freizeit-Angebot? Da sie nicht in Sportvereine gehen können, weil es das auf ENglisch nicht gibt - zumindest nicht da, wo wir wohnen, sind sie auf die Schule und das Angebot dort beschränkt. Wenig. Für Kinder, die jeden Nachmittag irgendwo sind - nur nicht zuhause...Die kurz mal mit dem Rad zu Freunden, in die Eisdiele oder ins Schwimmbad fahren. Und in die Schule mit der Bahn 5 Minuten? Kann ich sie in Tokio U-Bahn fahren lassen, ohne jedesmal angst haben zu müssen? Angst, dass ein Beben kommt...Muss ich mir, vielmehr uns das antun? &lt;br /&gt;
Ich beneide die Familien, die sich bald entscheiden konnten. zu gehen. den Job zu wechseln. Zu bleiben. Wo ist meine Überzeugung? &lt;br /&gt;
Und wo die Kraft für eine Entscheidung? &lt;br /&gt;
Ich wünschte, ich könnte mal eben nach Japan fliegen, um mir selbst ein bild zu machen. Aber das ist betreuungstechnisch nicht möglich. Mitnehmen kann ich die Kinder auch nicht. Wir als Familie dürfen erst ab Juli wieder zurück. Bis dahin müssen wir uns aber entschieden haben. Ausserdem, nur um zu kucken, viel zu anstrengend.... &lt;br /&gt;
Ich möchte mit Holger eine gemeinsame Entscheidung treffen. Immer wenn wir das Gefühl haben, jetzt sei es entschieden, geht es uns ein paar Stunden gut. Bis uns die ZWeifel einholen. Ich hoffe auf den morgen, eine Eingebung oder Einsicht über nacht. Was ich morgens habe, sind maximal Augenringe, weil die Gedanken und zuviele Kinder in unserm Bett uns am Schlafen hindern.&lt;br /&gt;
Ich möchte nicht, dass Holger seine Arbeit dort einfach sausen lässt - sein Verantwortungsgefühl seinen Mitarbeitern und dem Studio gegenüber ist groß. Seitdem er in Japan ist, kämpft er so sehr für seine Leute  und er weiß genau, keiner wird freiwillig jetzt mit seiner familie nach Japan gehen. Zu gehen, hieße also, sie im Stich zu lassen. Mit nicht wirklichen großen Hoffnungen auf einen interessanten Job hier. Sicher, er würde "untergebracht" werden. Aber das fände ich auch furchtbar. Schuldgefühle also auch noch. Und ich habe das Gefühl, ich bin feige. &lt;br /&gt;
Die Verantwortung für uns kann er aber natürlich genauso spüren. Unsere Gesundheit und unser Wohlbfinden sind für ihn das Wichtigste. Aber wie gesund sind wir, wenn er dort ist und wir hier für so eine lange Zeit? William braucht seinen Vater am dringendsten - aber die anderen auch.Und ich will nicht ohne ihn sein. &lt;br /&gt;
Bevor wir als Familie nach Tokio gegangen sind, war er 9 Monate alleine da - und alle 4 Wochen bei uns. Wenn er ging, waren wir unglaublich traurig. Dann haben wir uns daran gewöhnt. Wenn er dann wieder kam, haben wir uns erstmal alle furchtbar in die Wolle gekriegt. Seinen  Platz  musste er erst wieder erkämpfen. Und wir unsere Abläufe ohne ihn...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann und will das nicht mehr. Das andere aber kann ich genauso wenig bewältigen. Ein "nie mehr" ist so unvorstellbar. Und ich hab dort auch noch so viel vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben nicht in der Lage, meinen, unseren Weg zu sehen. Ich möchte den Menschen glauben, die in japan sind und sagen: Alles kein Problem. Alles gut. Alles sicher. auch wenn diese Menschen im gegensatz zu mir japanisch können. Ich will mein Vertrauen und meinen Glauben wieder haben - egal für welche Richtung ich mich entscheide - ich möchte davon überzeugt sein. aber das bin ich nicht. &lt;br /&gt;
Hab ichs schon erwähnt? Ich fühle mich schrecklich.....&lt;br /&gt;
Schickt mir ein bißchen Entscheidungshilfe, ja? Münze werfen hab ich probiert - es hilft gar nichts, wen man sie auch tausendmal wirft. Die blöde Münze hat immer nur zwei Seiten.....&lt;br /&gt;
Viele Grüße aus dem freien Fall - eure Lucie&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5274528999735162604-6744910246836729612?l=sixinjapan.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/rkXUUKEM4SBHyV_tMGGP0szzB2w/0/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/rkXUUKEM4SBHyV_tMGGP0szzB2w/0/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;
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Ich kann a - Alles lesen und b - Alles verstehen, zumindest akustisch. Auch wenn ich manchmal wünschte, es wäre nicht so. Mittlerweile habe ich sogar aufgehört, mich vor allen und jedem zu verbeugen (und sei es auch nur angedeutet), denn es ruft allgemeine Verwirrung hervor. Immerhin sehen mir dann zwar die Leute oft noch ein paar Sekunden nach - auch wenn ich gewillt bin zu glauben, dass es an meiner gefälligen - nach Wochen des hemmungslosen weil existentiell wichtigen Schokoladen-Verzehrs auch etwas fülligen Optik liegt, aber nein, sagen meine Kinder, und schämen sich ein wenig fremd, Du musst auch nicht allen erklären, dass Du nur deshalb so seltsam bist, weil wir eigentlich aus Japan und so weiter und so weiter - das will doch keiner mehr hören - wir zumindest nicht, und dann stehen wir wieder 2 Stunden da. Und zum Schluss streichelt einem immer jemand über den Kopf. Meine Kinder lieben das! Nicht!&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
Aber das Wetter ist grandios, obwohl bald Ostern ist und deshalb bin ich gestern zu Ikea gefahren. &lt;br /&gt;
Daran erkennt man, dass mein Mann nicht da ist - der hätte mich nämlich daran gehindert. Vorallem, weil es sich nicht lohnt, in eine Übergangslösung (die unsere Wohnung hier bei Stuttgart auf jeden Fall ist)zu investieren und zweitens weil er dann wieder tagelang Möbel aufbauen darf. Aber ich sage euch: Er hat unrecht. &lt;br /&gt;
Erstens lohnt es sich auf alle Fälle immer, denn: Es hebt die Laune und ich verstehe sowieso nicht, warum man nicht wahlweise Schuhe, Taschen oder neues Balkon-Mobiliar auf Krankenkassen-Rezept kaufen kann, denn meiner Meinung nach wirkt es tausend- ach was, millionen Mal besser als jedes Anitdepressivum - und es hat, außer vielleicht einem kurzfristigen schlechten Gewissen an der Kasse, keinerlei Nebenwirkungen. Keine! Und das sage ich jetzt ganz fürsorglich als Heilpraktikerin - nicht als Frau und Kunde!&lt;br /&gt;
Ikea finde ich beruhigend, weil sich so wenig verändert. Billy bleibt Billy. Egal, wo auf der Welt man sich befindet - Ikea ist eine verlässliche Größe. Köttbullar und kleine Holzbleistifte lösen in mir wohlige Heimatgefühle aus. Hier bin ich sicher. Alles bleibt immer gleich. Ich kann Ikea. &lt;br /&gt;
Nicht so wie an der Tankstelle, wo es plötzlich kein bleifreies Benzin mehr gibt. Es gibt es schon, aber es steht nicht mehr drauf! Das ist toll!Vorallem für Leute wie mich, die erst drei Tankstellen anfahren und sich wundern, dass es keines mehr gibt, bevor sie auf die Idee kommen zu fragen (immerhin hab ichs noch ohne Schieben überhaupt an die dritte Tankstelle geschafft) Es fehlte dann auch gleich noch Öl. ÖL! dieses blinkende Kännchen darf man nicht ignorieren. Soviel weiß sogar ich über Autos.  Vorallem nicht bei einem Auto, dass man von Freunden ausgeliehen hat. Und das man gerne noch die eine oder andere Woche behalten möchte.&lt;br /&gt;
Meine Güte bin ich verheiratet! Ich habe keine Ahnung, wie man Öl nachfüllt, ich kann keine Steuererklärung machen und ich weiß nicht, wo unser Werkzeug ist!&lt;br /&gt;
Hoffentlich kommt Holger überhaupt zurück! Jetzt, da ich weiß, wie abhängig ich von ihm bin...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Tankstelle numero drei arbeitet eine blonde Frau. Ich habe Vorurteile. Ungerechtfertigte. Das sind die Schlimmsten. &lt;br /&gt;
Sie verdreht entnervt die Augen, als ich nach bleifreiem Benzin frage. Ich habe Angst, dass ihre Augen komplett kollabieren, wenn ich sie gleich darum bitte, mir beim Öl-Nachfüllen zu helfen. Ich machs trotzdem. ich hab nämlich keine Wahl. Sie fragt mich, ob ich wenigstens selber Autofahren kann. Ich bejahe und erkläre ihr außerdem, dass ich aber dafür auch echt gut Apfelkuchen backen kann. Und Pflaster auf Knie kleben. Nase putzen. Wäsche waschen. Trösten. Schimpfen. Vokabeln abfragen. Fernbedienungen verstecken. Geheime Passwörter kreieren. Geld ausgeben. Um Hilfe bitten. Sie fängt an zu lachen. Und hilft mir. Puh! Im kollabierte-Augen-Wiederbeleben bin ich nämlich wirklich katastrophal!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So. Wo Ikea ist, weiß ich. Ich kann auch fehlerfrei Auf- und Abfahrt im Parkhaus unterscheiden (manchmal machen mich Dinge wie lesbare Schilder oder eine übersichtliche Rechts- und Linksregelung fast ein bißchen glücklich) und bin deshalb frohgemut und außerdem hab ich auch keine Kinder dabei! es fühlt sich frei an, urlaubig und gut!&lt;br /&gt;
Ich kaufe einen Tisch, zwei rote Stühle, eine rote Bank und einen Teppich. Ausserdem kann man nicht zu Ikea gehen, ohne Teelichter zu erwerben, was erneut ein sicheres Indiz dafür ist, dass ich alleine bin. Mit Holger hätte ich das nicht gedurft - er hätte sofort und aus dem Kopf gewusst, wieviele tausend Teelichter sich an welcher Stelle in unserer Wohnung hier sowie in unserem Haus in Tokio befinden. Ich persönlich finde, Teelichter kann man nie genug haben. &lt;br /&gt;
Mit meiner Beute mache ich mich auf nach Hause. In Gedanken sitze ich schon auf der Bank mit Tee und Buch. Die Stimme der Verkäuferin, die mich bis in den Aufzug verfolgt, hat es nicht leicht zu mir durchzudringen. Mist. Ich habe den Tisch an der Kasse stehen lassen! &lt;br /&gt;
Ich mag Ikea. Ich mag auch unsere Wohnung. Gut, 60 Quadratmeter zu sechst sind kein Palast, aber schließlich waren wir drei Wochen im Wohnmobil unterwegs und sind trotzdem noch verheiratet. Und - wir haben einen überdachten Balkon und die soeben von mir gekauften Möbel sind dazu gedacht, eben diesen Balkon als drittes Zimmer zu aktivieren. Ich werde dort sitzen und schreiben, lesen und ins Grüne schauen. "Das Grüne" ist zwar ein nur Busch auf einem Tiefgaragen-Dach, aber wir wollen mal nicht so streng sein, ja? Schließlich hat irgend jemand alte Gummistiefel drunter drapiert, daran erkennt man, dass der Busch noch viel vorhat. &lt;br /&gt;
Ich finde,jede Form der positiven Einstellung muss honoriert werden. &lt;br /&gt;
So. &lt;br /&gt;
ich habe mir vorgenommen, meinen Mann stolz zu machen. Ihm zu zeigen, dass er mit einer unabhängigen, starken und praktisch veranlagten Frau vereiratet ist. Das ist gar nicht so einfach - schließlich kennt er mich schon eine ganze Weile. &lt;br /&gt;
Lästigerweise hab ich auch schon beim Verpackung aufmachen seine Stimme im Ohr. "Da vorsichtig", "besser was drunterlegen" und "erstmal das ganze Wekzeug zusammensuchen". NAAAA guuut. &lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen entspricht sowas von gar nicht meinem etwas (!) ungedudigen Naturell. Und "viele Weg führen nach Rom. Früher Vogel fängt den Wurm. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Nicht alles Gold, was glänzt". Das war jetzt mein Vater - muss der sich auch noch einmischen??? Hallo? Kann man hier eigentlich auch mal was alleine machen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem ich das Wergzeug meines Mannes gefunden habe - wohl wissend, dass er es merkt (und nicht für gut befindet), dass ich es benutzt habe, nämlich daran, dass ich es niemals schaffen werde, Schraubenzieher und anderes Gerät so aufeinander zu stapeln, wie es für die Einzig wahre Stapelung hält - fange ich an. Heutzutage kann ein normaler Mensch ja solche Anleitungen fast schon nicht mehr falsch verstehen. Keiner. Ausser vielleicht mir. &lt;br /&gt;
Nachdem ich bei der Bank die zweite Kopfleiste falschrum abgeschrägt (hab gar keine Schräge wahrgenommen, bis das Bein nicht gepasst hat) angeschraubt habe - und wieder ab, entscheide ich für mich: Alles ist gut! Etweder es klappt! Oder ich habe wenigstens etwas dabei gelernt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich ebenfalls relativ schnell herausgefunden habe, ist die traurige Tatsache, dass ich quasi ohne Kreuzschlitz-Festschraub-Muskulatur ausgestattet bin. Ein stechender Schmerz lähmt mich nach der ersten Schraube. Kann doch nicht sein, dass mein Traum vom erweiterten Wohnzimmer an meiner Körperkraft scheitert? Und das, wo ich mich doch schon dort sitzen sehe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich gehe zu meiner Nachbarin, die im Urlaub ist (wobei mir zum Glück einfällt, dass ich versprochen habe, ihre Katze zu füttern) - und treffe auf ihren Sohn, der mir zwar einen Akku-Schrauber geben kann, aber nicht die Schnirpsel, die da reingehören. Wie auch immer sie heißen. &lt;br /&gt;
Immerhin ist er männlichen Geschlechts und weiß es auch nicht. Das beruhigt mich ein wenig. Ich nehm das Teil trotzdem mit und stelle unterwegs fest, dass die Aufsätze, wie auch immer sie heißen, sich im Griff befinden. Das nenn ich mal eine durchdachte Aufbewahrung! Wir haben immerhin zu dritt mindestens zehn Minuten danach gesucht! Jetzt bin ich schon wieder etwas zuversichtlicher, was mein Balkon-Projekt angeht....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich ist so ein formschönes Wekzeug eine enorme Unterstützung bei diesem Unterfangen - und bei jeder Schraube denke ich so für mich "bitte, lass den Akku halten". Er hält. Es ist zwar spät, aber irgendwann bin ich tatsächlich fertig. Nur noch schnell die anderen Nachbarn verärgert, indem ich die Verpackungs-Pappe über den Balkon schmeisse. Paulina hat sich schon aussen positioniert. Wenn sie es schafft, die Pappe einigermaßen geräuscharm innerhalb von höchstens 5 Minuten im Papiermüll zu versenken, muss ich vielleicht nicht mit einer Rüge in Form eines Aushanges an meinem Briefkasten rechnen. Wahrscheinlich sind die sowieso alle froh, wenn Pauli Pappe entsorgt, anstatt Klavier zu spielen. Mein armes Kind. &lt;br /&gt;
Ich gebe zu, ich bin ein bißchen stolz. Zu recht. Dass es dunkel ist, tut meiner Freude keinen Abbruch - schließlich ist morgen auch noch ein Tag. Und es soll schönes Wetter geben. Oh, ich freu mich!&lt;br /&gt;
Ich bin beim Frühstück auch nur ein bißchen spießig mit meinem weißen Teppich. Auf dem Balkon. Unter dem Tisch. Mit 4 Kindern. Davon einer im besten Nutellamesserrunterschmeiss-Alter. Was hab ich mir nur dabei gedacht?&lt;br /&gt;
Ich helfe mit beim Abräumen, geht dann schneller. Gebe ihnen sofort Geld für ein Eis, es ist erst zehn, hoffentlich hat die Eisdiele überhaupt schon auf. Und Hauptsache, ich bin mal eine halbe Stunde allein! &lt;br /&gt;
Ich, ein Tee und ein paar Frauenmagazine, dürfen gerne auch anspruchslos sein. Für ein Buch fehlt mir die Konzentration. An einer Tiefgaragen-Ein- und Ausfahrt zu leben ist wirklich großes Kino!Jedes Mal wieder spannend, wenn sich Menschen mit Autos und ungeklärter Vorfahrtslage begegenen. Ich bin sowas von in Deutschland....!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Zeitungen finde ich allerlei Proben. Was ich zum Beispiel ursprünglich für eine Damenbinde gehalten habe, entpuppt sich schließlich als ein Probe von zwei Kaltwachs-Streifen. Was bin ich weltgewandt!&lt;br /&gt;
Ich bin mit Proben jeder Art sowieso völlig überfordert. Ich kann sie nicht wegschmeissen, aber ich benutze sie auch nie. Sicher sind sie super praktisch auf Reisen und unterwegs, aber da hab ich sie nie dabei. In meiner Familiengröße reist man mit Klinik-Packungen.&lt;br /&gt;
Aber die Kaltwachsstreifen haben es mir angetan. Immer wieder fällt mein Blick darauf. Irgendwann dann bin ich soweit. &lt;br /&gt;
In der Gebrauchsanweisung steht, man solle  die Streifen (ca 5 ma 15 cm) erst ein paar Sekunden warm reiben und dann mit der abgerundeten Spitze nach unten auf das Schienbein im Haarwuchsrichtung auflegen. Ich mach ja alles mit. Wie immer. Beim zweiten Streifen stelle ich fest, dass ich die abgerundete Seite nach oben habe und will das schnell ändern, dabei fällt mir das Ding aus der Hand auf den Parkettboden. Selbstverständlich mit dem Gesicht nach unten! Der Parkettboden verhält sich zudem Gebrauchsanweisungs-untypisch und gibt zwar das Papier, nicht aber das Wachs wieder her. Komischerweise trifft das auch für mein anderes Schienbein zu. Ich stelle fest: Boden und Bein sind Kaltwachs-resistent. Ausserdem ist es es gar nicht kalt. Es ist warm und klebrig. Und alle Haare sind noch an Ort uns Stelle. Toll. &lt;br /&gt;
In der Gebrauchsanweisung steht außerdem, man solle mögliche Wachsreste (Reste! HA!) mit ein wenig Baby-Öl entfernen. BABYÖL? Wo bitte, soll ich das jetzt hernehmen? Ich entscheide mich in Ermangelung einer Alternative für Olivenöl. Bitte, es war nicht wirklich eine Entscheidung, ich hatte nicht wirklich eine Wahl. Ausserdem hätte ich meine Babies alle mit Olivenöl gereinigt, oder was man halt sonst mit Babyöl macht.&lt;br /&gt;
Was macht man eigentlich mit Babyöl? Und was ist das für ein Thema mit mir und jeder beliebigen Sorte Öl? Ich beschließe, ein anderes Mal darüber nachzudenken, denn mittlerweile verbringe ich schon eine dreiviertel Stunde mit dieser Kaltwachs-Aktion. Beine-Rasieren unter der Dusche dauert höchstens 5 Minuten. Wer hat das mit dem Wachs erfunden? &lt;br /&gt;
Zum Olivenöl nehme ich ein Papier-Küchentuch und beginne mit den Beinen. Mit dem Erfolg, dass ich jetzt ausser warmem Kaltwachs an beiden Schienbeinen auch noch kleine Papierwürstchen dran kleben habe. Ich bin begeistert. Der Erfolg auf dem Parkett ist ungefähr genauso groß. &lt;br /&gt;
Aber ich gebe nicht auf. Ich nicht! beim Boden bin ich am Ende erfolgreich mit einem Ceranfeldschaber. (Jaha, mein Mann ist immernoch weg - schon gut. Macht euch nur lustig über mich!) - doch der Erfolg von  Ceranfeldschaber auf Schienbein ist zweifelhaft, deshalb versuche ich mein Glück mit einem Dusch-Peeling. Dazu muss ich meine schwarze Leggins ausziehen. Das ist gut, denn dabei entferne ich die Papierschipsel. Und wiederum schlecht, weil ich ersetze sie durch schwarzen Leggins-Flaum. Natürlich nicht ohne eine gewisse Wachsschicht auf diesem Kleidungsstück zu hinterlassen. Ich habe das Gefühl, dieses Wachs wird immer mehr. Das Duschpeeling hilft genau gar nicht. Mein Versuch, die Wachsschicht von meinem Bein zu rasieren, ist zwar gewitzt, aber erfolglos. Zwei 5 auf 15cm lange schwarze Flaum-Vierecke prangen vorne auf meinen Beinen. super. Sieht aus, als hätte ich dort eine spezielle Beinhaar-Kultur angelegt. Ich fühle mich prima. Und möchte meinen Rechtsanwalt sprechen. Was soll ich denn jetzt machen? Es klingelt und meine Kinder stehen wieder vor der Tür. Eisverschmiert und glücklich fragen sie mich:"Na Mama, hast Du dich gut erholt?" Ich möchte weinen. &lt;br /&gt;
Beim Abendessen mit meinen Eltern trage ich Jeans. Danach sind die Fusseln wie durch ein Wunder verschwunden. Samt der Wachsschicht. Wie gut, dass ich mich für Holgers Jeans entschieden habe. Wo man doch jetzt "boyfriend-cut" trägt, hab ich vorher gelesen. Und einfach, weil er mir mental so beim Aufbau der Balkon-Möbel geholfen hat....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also, meine Lieben - bis bald! Es tut so gut, wieder zu schreiben - ich hoffe, es werden auch bald wieder japanische Geschichten dabei sein! Alles Liebe, Lucie&lt;br /&gt;
p.s.: Die Ereignisse der letzten Wochen haben mir die Sprache regelrecht verschlagen. Áuch wenn ich hier zu meinem ursprünglichen Schreibton zurückgekehrt bin, denkt nicht, ich würde das Schicksal der Japaner oder die Geschehnisse dort auf die leichte Schulter nehmen. Ich habe nur für mich festgestellt, dass ich das Leben schön finde - und voller Zuversicht und Hoffnung bin. Wenn ich nicht mehr über mich selber lachen kann, dann habe ich auch keine Kraft, mein eigenes Leben und meine Aufgaben in dieser Famile anzunehmen. Und ich weiß, jede Lebenseinstellung (so auch meine)funktioniert wie ein Magnet - und ich möchte lieber Fröhlichkeit und Lachen anziehen, als Kummer und Schwermut...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5274528999735162604-6572063613413253690?l=sixinjapan.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;
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Dieses Mal ist es anders: Es hört nicht auf. Im Gegenteil – es wird immer stärker – die ersten Bücher fallen aus den Schränken, da weiß selbst ich: Jetzt ist es ernst. Die Japaner warten schon seit 70 Jahren auf das Eine. Das Große . Und wir insgeheim auch.&lt;br /&gt;
Ich verlasse das  Haus mit dem Nötigsten   - Geldbeutel , Handy, eine Flasche Wasser….&lt;br /&gt;
Draußen treffe ich meine völlig verängstigte Nachbarin – sie war im Auto unterwegs,  ihr Baby hat im Haus geschlafen, ein kleiner Junge krank zuhause– und nur zwei Hände. &lt;br /&gt;
Die Erde bebt so stark, dass wir uns auf den Boden setzen müssen.  Selbst nach mehreren Minuten spürt man es noch deutlich. In den Häusern hören wir, wie Geschirr aus den Schränken fällt.&lt;br /&gt;
Mein erster Gedanke: Bitte lass die Brücke über den Fluss ganz sein – die einzige Verkehrsverbindung zu meinem Mann und meinen Kindern. &lt;br /&gt;
Die Telefonleitungen sind zusammengebrochen – ich kann weder meine Kinder noch  meinen Mann erreichen – doch das Internet funktioniert und unsere Kommunikationsplattform heißt ab jetzt facebook. &lt;br /&gt;
Gerne würde ich meinen Sohn abholen – aber an Auto- oder Fahrradfahren ist nicht zu denken. &lt;br /&gt;
Langsam wird es ruhig und wir gehen wieder in die Häuser. Die ersten Meldungen über ein starkes Beben tauchen auf – aber weder wissen wir etwas über die Stärke, noch über die Folgen….&lt;br /&gt;
Und die Erde beruhigt sich nicht. Das Beben ist wieder so stark, dass wir das Haus erneut verlassen müssen. &lt;br /&gt;
Die Nachbarskinder aus der nahen internationalen Schule  können abgeholt werden – weinend und blass kommen die Mädchen vom Tennisplatz ihrer Schule, wo sie alle versammelt waren – zu Glück: Keines verletzt. Ein Mädchen allerdings stark angeschlagen – mit Magendarmgrippe  und einem Eimer im Arm.&lt;br /&gt;
Und keine Nachricht  von meinen Kindern…&lt;br /&gt;
Unsere Haushaltshilfe wollte William vom Kindergarten abholen – wo die beiden sind und wie es dort aussieht – ich weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Ich entscheide mich, die beiden zu suchen. Mit dem Rad – denn so kann ich auch vorwärtskommen, wenn die Straßen blockiert sind, was zum Glück nicht der Fall ist.  &lt;br /&gt;
Im Park ist die ganze Gruppe versammelt – doch auch die immerhin über 40 Jahre alten Gebäude des olympischen Parks stehen noch -  haben wohl aber mächtig geschwankt.&lt;br /&gt;
Die japanischen Mütter sind unruhig. Auch sie haben noch nie so ein starkes Beben gespürt.&lt;br /&gt;
Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nichts von dem Wert 8,9 – wir schätzen 5 bis 7.&lt;br /&gt;
Immerhin sind wir jetzt also zu dritt. Unser Heimweg ist einfach, die Straßen sind frei. &lt;br /&gt;
Ganz anders höre ich, ist es downtown. Der Mann meiner Nachbarin erzählt bei einem kurzen und einzigartigen Telefon-Kontakt von Bränden, zerstörten Straßen und totalem Chaos. ZU Fuß will er sich von Roppongi nach Setagaya durchschlagen – wir hören später, dass das erst bei seinem 2 . Versuch geglückt ist – zuerst muss er unverrichteter Dinge wieder in sein Büro zurück. Die Straßen sind einfach zu verstopft.  Die ersten Tsunami-Warnungen treffen gleichzeitig mit den ersten Tsunami-Bildern ein. Unfassbar. Doch ein beschädigtes AKW ist kein Thema.&lt;br /&gt;
Wir denken an alle, die irgendwo in höheren Stockwerken arbeiten und hoffen immer noch, dass auf der anderen Seite des Flusses in Yokohama an der Deutschen Schule nichts zu spüren war. &lt;br /&gt;
Zuhause versuchen wir den  Schaden einigermaßen zu beheben und füllen, wie man uns gesagt hat, die Badewannen mit Wasser. Gas und warmes Wasser gibt es nicht.  Aber wir verschwenden natürlich keinen Gedanken daran, dass das so bleiben könnte. Unwirklich fühlt es sich an. &lt;br /&gt;
Es ist mittlerweile ziemlich unangenehm kalt und nieselt. Nicht angenehm, draußen zu sein. Drinnen  fühlen wir uns aber auch nicht sicher. Selbst wenn es nicht bebt, schwankt irgendwie Alles – wir zweifeln an unserer Wahrnehmung.&lt;br /&gt;
Dass der Kühlschrank leer ist und wir kein Trinkwasser haben beunruhigt uns bisher noch nicht. Naiv glauben wir, dass wir jetzt  zwar ein schweres Beben überstanden  haben, aber die Welt morgen schon wieder zu ihrem alten Rhythmus  zurückkehrt.&lt;br /&gt;
Mittlerweile ist es 5 Uhr – angefangen hat es gegen halb drei – die Erde bebt ununterbrochen immer noch– manchmal mehr manchmal weniger, aber man sieht es an dem Wasser im Glas, man hört die typischen  Knirsch-Geräusche und wir fühlen uns alle wacklig auf den Beinen. &lt;br /&gt;
Holger  mailt mir, dass er mit seinen 2 Kollegen das Büro verlassen hat und sich Richtung Tokio aufmacht – auch dort kein Strom dafür Verkehrschaos überall. Die Brücke ist dicht. &lt;br /&gt;
Wen er aber meint mit „wir sind Richtung Tokio unterwegs“ weiß  ich nicht. Da sein Büro nur 200 Meter von der deutschen Schule entfernt ist, denke und hoffe ich, dass er die Kinder bei sich hat – er wiederum  denkt – und hofft, dass sie längst mit dem Schulbus zuhause sind. Aber natürlich dürfen die Kinder die Schule nicht verlassen.  Die Lehrer sind großartig berichten die  Kinder später – ruhig und besonnen. Nach  außen hin. Die Schule ist gut vorbereitet – Decken, Wasser und Kekse liegen bereit. Die Stimmung ist eigentlich ganz gut – zum Glück empfinden manche das ganze fast schon als Abenteuer – natürlich wissen wir alle noch nichts von einander zu diesem Zeitpunkt und keiner ahnt, was für Folgen noch auf uns zukommen.  &lt;br /&gt;
Fünf Uhr 30  - ich beschließe mit meiner Nachbarin, William bei ihr zu lassen und dafür ihre und meine Töchter von der deutschen Schule abzuholen. Ich habe natürlich keine Ahnung, was  mich erwartet: Straße gesperrt? Stau? Ist die Brücke überhaupt noch da? &lt;br /&gt;
Ich habe Glück – ich bin fast die Erste und Einzige, die Tokio in dieser Richtung verlässt. Ich bin außerdem die erste Mutter aus Tokio, die an der Deutschen Schule eintrifft. Dort gibt es kein Internet im Moment– also keine Möglichkeit, die Eltern zu informieren, dass es ihren Kindern gut geht und dass sie solange in der Schule bleiben, bis die Schulbusse sicher wieder fahren können.  Und sie haben natürlich keinerlei Zugriff auf irgendwelche Nachrichten  - freuen sich dementsprechend, zu sehen, dass es jemand aus Tokio  geschafft hat und die Straßen frei sind. Eine gute Prognose für die Busse.&lt;br /&gt;
Komisch, in diesem Augenblick so etwas zu empfinden, aber eine unglaubliche fast greifbare Nähe ist entstanden zwischen Lehrern und Schülern – etwas wird uns alle für immer verbinden – und das ist auch ein schönes Gefühl. &lt;br /&gt;
Ich sehe die Kinder von Freunden und auch weinende Kinder, die wissen, dass ihre Geschwister alleine zuhause sind. Warten ist schwieriger als einfach machen – am liebsten würde jeder etwas tun. Umso besser, dass es ganz klare Regeln gibt – die Kinder dürfen nur mit ihren Eltern mit. Oder im Schulbus. Auch wenn es schwerfällt, denn natürlich will jeder wissen, ob es Eltern und Geschwistern gut geht &lt;br /&gt;
Paulinas beste Freundin, deren Eltern dringend in die Schweiz mussten, weil die Oma schwer krank ist und wo Pauli das Wochenende verbringen sollte, will nicht mit uns kommen – se möchte ihren Vogel nicht alleine lassen. Zu diesem Zeitpunkt überlege ich noch, Pauli zu erlauben mit ihr zu gehen, aber ich weiß, es fahren keine Züge und sie kann nicht mehr nach hause, wenn es weitere Beben gibt. So nehme ich Paulina also mit und lasse ihre Freundin Vivi  zurück. Die Lehrer haben zum Glück so entschieden. Im Nachhinein bin ich doppelt dankbar für dieses verantwortliche Handeln. &lt;br /&gt;
Andere Kinder darf ich auch nicht mitnehmen, Sicherheit geht vor – außerdem habe ich nur einen Smart for four. Als wir uns ins Auto setzen, bebt es . Die Vorstellung, dass sich Spalten und Abgründe auftun, ist sehr present.&lt;br /&gt;
Wir fahren zurück nach Tokio. Der Verkehr ist auch ohne Strom super geregelt –  zum Glück sind die Japaner  auf diesen Tag schon immer vorbereitet worden. &lt;br /&gt;
Wieder zuhause sehen wir die ersten Bilder von zerstörten Häusern und Straßen.  Wir können es nicht glauben.&lt;br /&gt;
Eine mail von meinem Mann: Sie fahren in die Stadt ins Hotel der beiden – Zimmer im 43. Stock…&lt;br /&gt;
Es ist halb acht. Es wackelt und wackelt. Wir beschließen, alle im Wohnzimmer zu schlafen und bauen uns ein Matratzen-Lager, schauen  Germanys next topmodel und essen Toastbrot. Wir tun so, als ob Alles normal wäre. Da ich eigentlich faste, ist unser Kühlschrank vergleichsweise leer. Milch, Wasser und Eier, Früchte sind in den Convenient-Stores auserkauft – angeblich wurden sie einfach umsonst ausgegeben… &lt;br /&gt;
Toll, welche Notfallpläne greifen.&lt;br /&gt;
Immer wieder bebt die Erde und wir sind froh, dass wir zusammen sind. Die Männer der Nachbarinnen sind alle zuhause die meisten zu Fuß – bis auf meiner  - und berichten von wirklich unglaublichen Zuständen.   Einer hat eine mail von Herrn Westerwelle bekommen, das ist so schräg!&lt;br /&gt;
Ein japanischer Freund erzählt später, er hat 15 Stunden vom Flughafen in die Stadt gebraucht, aber immerhin kam er an – aus Tokio raus braucht man allein 7 Stunden.&lt;br /&gt;
Die Schulbusse fahren gegen 22 Uhr, begleitet von einigen Lehrern. Um drei Uhr morgens werden diese Lehrer wieder aus der Stadt  draußen sein.&lt;br /&gt;
In der Zwischenzeit versuchen Holger und Kollegen, was zu Essen zu bekommen, aber die Restaurants sind größtenteils dicht . Holger überlegt, ob er in der Stadt bleiben soll, denn er muss ja am nächsten Morgen wiederhin um die beiden zum Flughafen zu fahren – entscheidet sich aber dagegen und ist um halb vier zuhause. &lt;br /&gt;
Um 4.20 Ortstzeit bebet es erneut mit der Stärke 6,6 und die zwei  im 43. Stock werden geweckt und evakuiert – erstaunlicherweise funktionieren die deutschen Handys , so können die beiden mit uns telefonieren und erreichen sie Holger, der sofort losfährt. Immer noch in der Hoffnung, sich irgendwie zum Flughafen durchzuschlagen. Aber mit der Vorahnung , dass sie chancenlos sind. Zwar gibt es Meldungen, dass die Flüge narita verlassen werden. Sie kommen auch über die Rainbow-Bridge. Ab da werden sie allerdings wieder nach Tokio zurück geleitet.&lt;br /&gt;
Endlich entschließen sie sich, zu uns nach hause zu fahren. Getrennt zu sein, ist in diesen Zeiten fast unerträglich. Wir haben Internet, ein Telefon, das nach Deutschland funktioniert und Platz. Ausserdem  Medikamente und eine große Wiese, auf der man vor allem einigermaßen sicher ist, was so runterfallen kann. &lt;br /&gt;
Meine größte Angst waren immer die Strom-leitungen über den Straßen – so dicht dass man manchmal den Himmel kaum sieht. Aber sie halten. &lt;br /&gt;
Immer wieder gibt es Durchsagen in den Straßen – wir ignorieren sie – schließlich können wir sie sowieso nicht verstehen.  Die Sirenen verstehen wir aber schon.  &lt;br /&gt;
Im convenient store kann ich noch 200.000 Yen abheben. Limitierter Betrag, damit alle was bekommen. Die Regale sind  weiterhin leer. &lt;br /&gt;
Und wieder sind wir hin und hergerissen zwischen dem Wunsch nach Normalität und den immer ernster werdenden Nachrichten vom AKW. So grotesk es klingen mag, aber wir überlegen uns ernsthaft, den Grill anzuschmeissen.  Wir lassen es sein, denn die ersten Meldungen über eine nicht mehr ausreichende Kühlung der Brennelemente im 1. AKW werden gezeigt. &lt;br /&gt;
Wir packen vorsichtshalber unsere Rucksäcke und stellen sie vor die Tür – im Notfall  müssen wir in Minuten aufbrechen können. &lt;br /&gt;
Holger und seine Kollegen sind natürlich total erschöpft, als sie ankommen. Schlafmangel, jet-lag und die ganze Aufregung fordern ihren Tribut… Zum Glück können  unsere Gäste ein wenig auf der Terasse schlafen. Wir sitzen vor den Computern und überlegen, ob wir die Stadt verlassen sollen oder ob das total übertrieben ist. Allerdings wissen wir auch – wenn es tatsächlich offiziell ist, dass eine Kernschmelze droht, kommen wir vermutlich nicht mehr sehr schnell heraus. &lt;br /&gt;
Bei unseren  Nachbarn tagt der Krisenstab: Wir beschließen, auf jeden Fall  als Compound zusammen zubleiben und entweder alle zu fahren, oder alle zu bleiben.&lt;br /&gt;
Wir sind 10 Erwachsene und 10 Kinder. Holger tankt mein Auto. Alles ist ruhig. Holgers Kollege telefoniert mit Deutschland – eventuell  können wir mit einer Firmenmaschine ausfliegen – 18 Plätze gibt es. Wir sind 20. &lt;br /&gt;
Die Bilder vom überfluteten Sendai schockieren uns – einer unserer Freunde  ha t eine dependance direkt am Flughafen. Die gibt es nicht mehr. Allerdings sind angeblich alle Mitarbeiter geflohen. Von den Eltern eines anderen Kollegen, die dort wohnen, wissen wir gar nichts. &lt;br /&gt;
Plötzlich  die befürchtete Meldung im japanischen news-ticker .&lt;br /&gt;
Eine akute Kernschmelze droht. Die Kühlung funktioniert nicht mehr.  Innerhalb von 15 Minuten verlassen wir das Haus. Holger und ich fahren jeweils ein Auto  - er eine für den Besuch geliehene S-Klasse, ich Smart ohne richtig funktionierendes Navi – ich verfluche die Tatsache, dass er seinen Bus abgeben musste. So können wir weder zusammen bleiben, noch uns beim Fahren abwechseln – und wer weiß, wo wir landen?&lt;br /&gt;
Unterwegs schlie0ßt sich noch eine Familie mit 3 Kindern und einem Hund an – Botschafts-Angehörige. Der Mann muss natürlich bleiben, aber durch ihn erhalten wir zum Glück immer wieder genaue Informationen – so auch gegen später dass es eine Explosion in einem der Kernkraftwerke gab. Zwei kurze Pausen gönnen wir uns – wir sind auf dem Weg nach Nagoya – dort gibt es einen Flughafen und wir sind ein bißchen mehr als die 200km weg, die unser Haus vom ersten AKW trennen….&lt;br /&gt;
Und wir sind aus der Stadt draussen.&lt;br /&gt;
Einer reserviert im Marriot-Hotel  mit über 100 Zimmern ein paar für uns alle– offensichtlich eine gute Idee, denn als wir später dort eintreffen, gibt es keine mehr – aber wir treffen auch viele Bekannte, die die gleiche Idee hatten. Zusammensein tut gut. &lt;br /&gt;
Wir haben Holger verloren, doch zum Glück hat er das Auto mit dem funktionierenden Navi und so tauchen die Männer samt Lilli 15 Minuten später auch auf. Holgers Firma bietet uns an uns aus Osaka nach Dubai auszufliegen – Osaka ist nochmal knapp 200 km von Nagoya weit weg und wir haben 1,5 Stunden, bis wir die Tickets holen können. Wir fahren los.&lt;br /&gt;
Nach 150 km wird uns klar: Wenn wir uns weiterhin auf die Smart-Geschwindigkeit einigen, kommen wir nicht rechtzeitig an, auf mein Navi ist allerdings kein Verlass. Was sollen wir tun?&lt;br /&gt;
Wir entscheiden uns, dass Holger vorausfährt und die Tickets holt und wir in ständigem Telefon Kontakt bleiben. Was wir nicht wissen, ist, dass das Telefonsystem bis auf kurze Momente wieder zusammengebrochen ist.&lt;br /&gt;
Mein Navi lenkt mich irgendwann  vom highway runter. Holger ist zum Glück zufällig durchgekommen und am Telefon und bestätigt. Doch leider sprachen wir von zwei völlig unterschiedlichen Ausfahrten.  Um es kurz zu machen – ich landete in Osaka in völlig unbeleuchteten dubiosen Gegenden, mein navi schickt mich mal rechts ml links-  ob das überhaupt noch Osaka war, wusste ich nicht, alle die ich fragte, waren entweder betrunken, konnten überhaupt kein Englisch  oder lachten mich bloß aus, als ich den Namen des Flughafens nannte.&lt;br /&gt;
Das war der Punkt an dem ich die Nerven verlor. Ich wusste nicht mehr wo ich war – ich wusste nur in 35 Minuten ging der einzige Flug aus Japan, der für uns vorgesehen war und ich konnte Holger nicht anrufen. Ich konnte nicht mehr denken. Ich wollte nur noch raus. Ich fuhr einfach drauflos. Am Ende landete ich an einem stillgelegte Bahnhof. Endstation. Dunkelheit. Angst. &lt;br /&gt;
In meinem Auto drei meiner Kinder und ich wusste nicht mehr wohin. Neben unserem Aufbruch aus Tokio war das der dunkelste Moment. Ich drehte um.  &lt;br /&gt;
Als Holger mich schließlich erreichte, entschieden wir uns, dass die beiden Gäste fliegen sollten, er aber mit Lilli dableiben wollte. Der Flughafen hatte den Flug so lange wie möglich gehalten, aber wir waren einfach zu weit entfernt. &lt;br /&gt;
Paulinas Telefon war, nachdem bei meinem der Akku leer war, nun unsere einziger Kontakt nach außen und wir versuchten uns so gut es ging per sms mit unseren Freunden zu vernetzten. Teilweise sehr entspannte Menschen waren anzutreffen, die gerade beim Einkaufen waren oder mit dem Hund Gassi – keinerlei  Aufbruch in manchen Familien….Das ZDF rief an und wollte Informationen  - zum Glück ging danach die (falsche) Meldung raus- wir seien in Deutschland- so waren wenigstens unsere Familien und Freunde beruhigt. Bis auf meine: meine Eltern sind auf einer Kreuzfahrt – über die Reederei und Freunde in Deutschland versuchten wir, ihnen zu sagen, dass es uns gut geht. Ob es geklappt hat, weiss ich nicht. Ich weiss aber, ich bin noch Lichtjahre vom Flughafen entfernt,  habe eine Nacht nicht geschlafen und habe keine Ahnung, wo ich bin.  &lt;br /&gt;
Ein glücklicher Zufall oder mein Schutzengel schickt mir einen freundlichen Japaner am Strassenrand, der englisch spricht und mein Navi neu programmiert – ich kann nichts lesen, es ist alles auf japanisch.   Noch 63 km. Wo war ich nur? &lt;br /&gt;
Aber wir haben es geschafft. Völlig übernächtigt kamen wir an – anstatt uns zu freuen, haben wir uns leider erst mal  total angemotzt – im Gegensatz dazu die Kinder: Vorbildlich. Ich schäme mich. Aber Angst und Stress sind einfach zu groß.&lt;br /&gt;
Die Sekretärin und de Assistentin von Holgers Kollege  aus Deutschland tun ihr Möglichstes, um uns aus Japan rauszubekommen.  Ein Flug geht am nächsten Morgen um halb 9  - allerdings wieder von Nagoya nach Deutschland, ein anderer um 11  von Osaka nach Bangkok. Holgers Firma ruft ihn zurück. Er hadert, weil auch andere „chefs“ bleiben.  Ich bin froh, dass er sich fürs Mitkommen entscheidet. &lt;br /&gt;
Unser erster Gedanke ist Bangkok – aber  was, wenn wir ein paar Wochen ausharren müssen? &lt;br /&gt;
Vermutlich wäre das die bessere Lösung gewesen – aber wir können sowieso keine klaren Gedanken mehr fassen und das Wichtigste ist auch: Raus aus Japan.&lt;br /&gt;
Also entscheiden wir uns für Deutschland und für 200 km zurück jetzt sofort nach Nagoya. &lt;br /&gt;
Es ist halb eins als wir uns endlich auf den Weg machen können – die 2 Damen in Deutschland haben den Flug fest gebucht – auch sie haben eine schlaflose Nacht hinter sich. &lt;br /&gt;
Und wir? Nach der ersten halben Stunde verfahren wir uns – beide können wir die Augen kaum aufhalten, aber die Zeit drängt – es gibt nicht genug, um noch ein paar Stunden in irgendein Hotel zu gehen. Und wir wissen auch, wenn wir diesen Flug nicht bekommen, alle weiteren sind mittlerweile ausgebucht. &lt;br /&gt;
Wir müssen trotzdem die erste Pause machen.  15 Minuten power-napping , tanken….&lt;br /&gt;
Wir fahren weiter. Eine Stunde halten wir durch, dann wieder: 45 Minuten im Auto schlafen. Ich sehe, wie Holgers Auto mehrfach die Fahrbahn überquert – und weiß, Kernschmelze und Erdbeben ist die eine Gefahr -  Übermüdung und totale Erschöpfung  gepaart mit dem Zeitdruck die andere. Es  wird langsam wieder  hell. Tag 2 nach der Katastrophe ist genau so schön und unwirklich wie der erste. &lt;br /&gt;
So unwirklich kommt uns Alles vor, dass wir uns fragen, ob  wir nicht übertrieben reagiert haben. Wir können niemand von unseren Freunden erreichen. Mittlerweile ist auch  Holgers Handy tot.&lt;br /&gt;
Eine weitere Rast und noch eine Stunde später sind wir am Flughafen. So knapp, dass Holger wieder voraus rennt, um die Tickets zu bekommen. Mit China air über Peking nach München oder Frankfurt. Ich weiss es immer noch nicht so genau. Es ist mir auch egal.&lt;br /&gt;
Zum Glück treffen wir am Flughafen unsere Freunde wieder – teilweise sind sie auf den gleichen Flug gebucht, teilweise habe die Firmen einfach gebucht, was sie kriegen konnten. Meine Freundin mit Hund entscheidet sich zu bleiben. Mit drei Kindern. Und dem Mann in der Botschaft. &lt;br /&gt;
Die einen haben  nur Kopien ihrer Pässe dabei . Die Originale sind für ein China-Visum in der Chinesischen Botschaft – und ein Pass ist überhaupt abgelaufen. Eine weitere Familie hat ein 4 Monate altes Baby – das noch keinen pass hat – auch sie können das Land nicht verlassen. &lt;br /&gt;
Wir haben nicht geschlafen, nicht gegessen, wissen nicht, wie  es hier weiter geht und doch: Es war die richtige Entscheidung – die Nachrichten aus Tokio und dem AKW sind schlecht – alle Firmen haben ihre Mitarbeiter  zurückgerufen. Und doch gibt es einige die bleiben  wollen. Müssen. Nicht wegkommen. Ich mache mir große Sorgen und fühle mich elend, dass ich nichts ändern kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittlerweile sitzen wir im Flieger nach Peking – Erleichterung auf der einen Seite, Angst und Sorge auf der anderen. Zu viele liebe Freunde sind immer noch in Tokio. Außerdem wird mir bewusst, wie sehr ich mein Leben  dort und die Stadt mag. &lt;br /&gt;
Wann wir zurückkehren, weiß keiner. Ob überhaupt. Ob es unser Leben so noch geben wird, unser  Zuhause? Werden wir alle Menschen, die uns in Tokio ans Herz gewachsen sind, wiedersehen? &lt;br /&gt;
Sind die eher verhaltenen und beruhigenden Meldungen aus Japan wahr oder die aus  Deutschland, die die schlimmsten Befürchtungen haben?&lt;br /&gt;
Was ist mit all denen, die kein Auto haben? Zum Beispiel den Lehrern? Und was ist mit unseren japanischen Freunden, die niemanden haben, der ihnen Flüge aus dem Land organisiert? Selbst mit Beziehungen gibt es erst wieder freie Plätze am Dienstag. Ab  Haneda. Und ob sie gehen mit der ganzen Familie, mit ihren Haustieren, ihren Jobs?  &lt;br /&gt;
Du was ist mit all denen, die wir nicht kennen und die nicht so viel Glück hatten wie wir? &lt;br /&gt;
Wir beten für alle.&lt;br /&gt;
Ps. So eben lese ich in der Zeitung, dass Japan sich um 2,4 m von seinem ursprünglichen Platz entfernt hat und die Erdachse sich um 25cm verschoben hat.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5274528999735162604-560333124721421952?l=sixinjapan.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/0VRsMVdzFz9BiYWPkDVMsCZm8_I/0/da"&gt;&lt;img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/0VRsMVdzFz9BiYWPkDVMsCZm8_I/0/di" border="0" ismap="true"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;
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Es muss auch nicht weiter darauf eingegengen werden, dass ich noch gar nicht so lange faste, aber da ich parallel auch noch auf Ausreden verzichten möchte, nur der Vollständigkeit halber: Ich faste genau seit 3,5 Stunden. Ja, doch in finde schon, dass das auch rückwirkend als Entschuldigung gilt, es fühlt sich nämlich so an, als hätte ich seit Monaten nichts gegessen. &lt;br /&gt;
UND ich war beim Zahnarzt. Man dichtete mir schon ein Verhältnis mit dem armen Mann an, aber ich glaube, wir sind weit von einem Verhältnis  entfernt, denn es findet ja nie irgendeine Komunikation statt. Da mag einer denken "eben! Das ist ja das Gute daran!", aber ich weise das entschieden von mir. Unerhört!&lt;br /&gt;
Tatsächlich aber verbringe ich a) mehr Zeit mit ihm als mit meinem eigenen Mann und b)gibt es bei ihm für mich mittlerweile meine eigenen blauen Hausschläppchen, die mir  - und nur mir! - bei meinem jeweiligen Aufenthalt dort sofort gereicht werden. Mit Namen drauf. Also vielleicht mag er mich doch ein bißchen. &lt;br /&gt;
Ausserdem verabreicht er mir immer eine Narkose, die dazu führt, dass ich während seiner Behandlung einschlafe. Beim Zahnarzt. Ist das nicht cool? Vielleicht sollte ich danach aufs Autofahren verzichten, so ungefähr für 24 Stunden, aber wenn ich meie Kinder schonmal fremdbetreut habe, darf ich das ja auch noch für ein bißchen Spaß ausdehnen, oder? Um den schrecklichen Zahnarzt-Besuch wieder auszugleichen, meine ich. Letztes Mal bin ich direkt vom Zahnarzt zum Shopping Center gefahren. Also ins Parkhaus. 7 Stockwerke Spiral-Auffahrt nach oben und 7 Stockwerke Spiral-Abfahrtnach unten. Da kann man manchmal schon ein bißchen den Überblick verlieren! Ich weiss nicht wie und ich weiss auch nicht wo ich die falsche Richtung erwischt habe, auf alle Fälle fand ich mich aufwärtsfahrend auf Höhe des 5. Stockwerks in der Spirale für Abwärts -  eingekeilt von oben und unten zwischen fassungslosen japanischen Kleinbusfahrern. &lt;br /&gt;
Japaner können mit solchen Situationen nicht umgehen. Ich ja schon gleich zehnmal nicht. Aber dass einer falsch rum in der Parkhausabfahrt steht, ist sowas von gegen alle Regeln, da bleibt denen glatt der Mund offenstehen und sie sind für Minuten paralysiert. &lt;br /&gt;
Ich kann aber weder vor noch zurück, denn von oben will einer runter und aus meiner vermeintlichen Einfahrt will einer raus und versperrt mir somit jegliche Rückzugsmöglichkeit. Mein Wedeln versteht er nicht. Der Mund ist nach wie vor offen. Er kann nicht glauben, was er sieht. Von oben wird gehupt. Autsch. Dann ist wirklich jemand sauer. Aber ich kann trotzdem nicht weg! Ich wedele weiter. Nichts. Ich steige aus, um dem Japaner hinter mir in irgendeiner Sprache klar zu machen, was ich von ihm möchte. Er macht die Knöpfchen runter. LEUTE! Ich bin im Begriff, wie früher mit 5 meinen Autoschlüssel auf den Boden zu werfen und ein paarmal drauf rum zu hüpfen. Aber dann werde ich vermutlich verhaftet. Ausserdem stehe ich ja immernoch unter Drogen und möchte die Aufmerksamkeit der Polizei nicht unnötig auf mich lenken. Während ich also zu meinem Auto zurückschwanke, innerlich die schlimmsten Schimpfwörter vom Stapel lasse, die ich von meinen Kindern gelernt habe - woher denn sonst? - bemerke ich auf einmal, dass das Auto hinter mir weg ist. Was auch immer ihn dazu bewegt haben wird, das Feld zu räumen, ich weiß es nicht. Ich weiss nur, er ist weg. Rechts und links von mir geht es 5 Stockwerke hinunter. Ich muss mit meinem Auto rückwärts um eine echt enge japanische Parkhauskurve fahren, ohne runterzufallen und ich sehe immernoch nicht ganz klar. Aber. Ich schaff das. Ich habe zum Glück nach wie vor einen Smart. &lt;br /&gt;
Zum Glück tut sich auch schnell ein Parkplatz vor mir auf und  nachdem alle von mir gestauten Kleinbusse weg sind, warte ich nur noch ca 7 Minuten, bis mein Kopf nicht mehr rot ist und steige aus. Jetzt brauche ich erstmal einen Kaffee. Dazu: tief ein- und ausatmen. &lt;br /&gt;
Beim Starbucks bin ich versucht, die Kaffeeverkäuferin mit allen mir zur Verfügung stehenden Gesten auf den großen weissen Fleck in ihrem Gesicht hinzuweisen (Creme? Sahne?) lasse es aber sein, weil es ja auch eine - wenn auch eher ungeschickte - Methode sein könnte, einen Pickel abzudecken Da wo ich herkomme, würde man in so einem Fall einfach sagen" Sie hen da was!"  - Was für ein Glück, dass ich mir das noch verkneifen konnte. &lt;br /&gt;
Denn ich stelle fest: Das haben hier alle. Entweder ich hab echt zuviel von der Betäubung erwischt, oder es gibt mal wieder ein Motto. Während ich noch so sitze und froh bin, dass ich weder beim Kaffee-trinken noch beim Sitzen irgendwelche peinlichen Fehler machen kann, wird mir und allen Anderen als "Gruß aus der Küche" ein rosa Getränk mit Sahne und weißen Schoko-Stückchen überreicht - "please tly - its Sakula! Chelly-blossom!!!"&lt;br /&gt;
Jetzt wird mir alles klar - der weiße Fleck im Gesicht ist ein Kirschblütenblatt! Ich denke es immer wieder: Ich bin einfach kein Japaner!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine nächste Station ist das Sportgeschäft, denn mein Mann hat mich zwischendurch angerufen, um mich zu bitten, ihm doch 2 Hanteln a 6 Kilo zu kaufen. Die moderne Frau von heute denkt natürlich über nichts nach, denn sie kann sowieso alles bewältigen: Alles, bis auf 6 Kilo auf jeder Seite....&lt;br /&gt;
Der freundliche Mann an der Kasse bietet mir an, die Hanteln zu meinem Auto zu tragen. Sehr charmant. Wenn ich nur wüsste, wo ich mein Auto geparkt habe? Irgendwo zwischen dem 4 und dem 6. Stock muss es doch gewesen sein, wenn man zurückrechnet, wo und wie ich gefahren bin. Vor lauter Aufregung hab ich mir das natürlich nicht gemerkt - wozu auch? Kann ich ja nicht wissen, dass ich mein Auto in Gesellschaft suchen muss! Da es aber auch halbe Stockwerke gibt, nötige ich meinen freundlichen Helfer im 6. Stock auszusteigen (runterlaufen ist doch immer angenehmer) und mit mir Runde um Runde im Parkhaus abwärts zu gehen. Mit einer 6 Kilo Hantel in jeder Hand. Da er wirklich gar kein Englisch spricht und mein Japanisch auch nicht für eine Konversation über das Wetter im Allgemeinen und das Klima im Parkhaus im Besonderen ausreicht, begnüge ich mich damit, ihn immer wieder anzulächeln und "Sumimasen" - "Entschuldigung" zu sagen. Immerhin hat er am Abend eine gute Geschichte von den bekloppten Gaijins zu erzählen, ist doch auch schon mal was.&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich wäre es sinnvoll gewesen, mich an diesem Tag ruhig und unauffällig in mein Zimmerchen zurückzuziehen und jeglichen Außenkontakt zu meiden, aber das entspricht ja wiederum leider gar nicht meiner Persönlichkeit, weswegen ich  - immerhin zwischenfallsfrei zuhause angekommen - auch gleich noch ein paar Briefe an alle Eltern bezüglich des Kuchenbuffets beim Sommerflohmarkt schrieb. Die offizielle Version war gelungen und so ergänzte ich nur noch für Kerstin den folgenden Satz: &lt;br /&gt;
"Liebe Kerstin - und am Ende brennen wir mit der Kuchenkasse durch, ja?"&lt;br /&gt;
Erst kurze Zeit später wurde mir schlagartig klar, dass ich leider leider den Verteiler auch nicht geändert hatte. &lt;br /&gt;
Gegen später erreichte uns ein Anruf meiner Eltern aus Australien, die zum Glück Neuseeland am Tag des Erdbebens rechtzeitig verlassen haben. Aber natürlich erinnert es uns daran, dass wir ebenfalls in einer Stadt, in einem Land leben, in dem wir auch immer mit einem großen Erdbeben rechnen müssen - an die kleinen haben wir uns natüerlich längst gewöhnt. Wenn wir sie denn mitbekommen und nicht schlafen. So wie ich immer. &lt;br /&gt;
Beunruhigt von diesem Gedanken beschließen meine Kinder, eine Erbebenübung in unserem Haus durchzuführen (Die Schulen machen das sowieso regelmäßig). Eine Erdbebenübung im Hause Hutzenlaub geht so: &lt;br /&gt;
Ein Küchenwecker klingelt willkürlich irgendwann - wenn möglich innerhalb der Zeit, in der wir uns noch erinnern können, dass wir gerade eine Übung machen - und dann muss man kucken, dass man rauskommt. Alles klar. Der Wecker klingelt. Die Kinder diskutieren erstmal ein paar Minuten, ob die Treppe noch da ist. Lilli entscheidet sich dafür und nimmt sich ein Eis mit raus. (Man muss doch was zu Esen haben, oder?) Maria und Paulina versuchen das Haus über Marias Zimmerfenster (1.Stock) zu verlassen. Maria klettert aufs Vordach und über den relativ dünnen Baum nach unten. Paulina versucht ihr Glück ebenfalls und schafft es imerhin aufs Vordach, doch der Baum ist eindeutig höchstens für japanische Körpermaße gemacht. Während sie noch versucht, sich am Vordach herab zu hangeln, kommt unser Nachbar vorbei und fragt, ob sie vieleicht eine Leiter haben möchte. Sie möchte nicht. Lieber möchte sie wieder durch Marias Fenster ins Haus. Gut. Da ja aber die Treppe nicht mehr da ist(was Maria nicht daran hindert, auf ihr nach oben zu laufen, denn nach oben ist die Treppe intakt und da gilt die Übung auch nicht), sitzt Paulina nach wie vor oben fest. &lt;br /&gt;
Die beiden versuchen es auf dern anderen Seite über das Schlafzimmerfenster. In alter erprobter Manier schickt Paulina ihre kleine Schwester voraus. Unter unserem Schlafzimmerfenster ist ein kleiner Erker, auf den Maria geklettert ist, allerdings ist es selbst ihr zu hoch um einfach runter zu springen und der Baum der dort steht ist selbst für Maria zu dünn. Schade, dass wir vorher die Leiter nicht angenommen haben, denn Maria kommt auch nicht mehr ins Zimmer zurück. Lilli und William beobachten begeistert das Geschehen und fachsimpeln von unten. Paulina kann jetzt natürlich Maria auch nicht im Stich lassen und seilt ihr einen Hocker ab. Dafür muss sie natürlich über die Treppe in den unteren Stock, aber das tut hier nichts zu Sache. &lt;br /&gt;
Bis also Lilli die Leiter ausgeliehen hat, kann sich Maria immerhin hinsetzen. Zum Glück für uns alle kommt es aber nicht soweit, denn Maria schafft es, mit dem Hocker so nah ans Fenster zu kommen, dass wir sie reinziehen können. Und den Hocker auch. William und Lilli klatschen Beifall. &lt;br /&gt;
Irgendwie beruhigt mich diese Übung nur minimal. Vielleicht wäre es möglich, dass ihr uns einfach die Daumen drückt, dass die Erdplatten unter Tokio sich vorläufig ruhig und unauffällig verhalten? So wie wir halt..... Und wenn es nicht klappt, möge bitte wenigstens die Treppe stehenbleiben! Bis bald, Sayoonara, Lucie&lt;br /&gt;
ps. zum Glück gibt es hier immer wieder schon richtg schöne warme Tage -auf die Frage allerdings, warum William nur eine Socke trägt, antwortet er sofort:"Dem Sock war langweilig, der ist schon zu Sophie vorausgegangen"  &lt;br /&gt;
und pps: Ich schwöre: Jetzt gerade in dieser Sekunde hab ich es genau gespürt: Es bebt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
http://web.de/magazine/nachrichten/panorama/12328468-starkes-erdbeben-erschuettert-japan.html#.A1000107&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5274528999735162604-6033325943894616093?l=sixinjapan.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;
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Mein Sohn William kam am 2. nach hause und erklärte mir, sie würden am nächsten Tag "bones" auf "goonies" schmeißen. Da sieht man mal wieder was man davon hat, wenn man sein Kind in einen internationalen Kindergarten steckt - irgendwann kann man sich nur noch unter Zuhilfenahme eines Wörterbuches unterhalten! Mit dem eigenen Sohn! Und dabei ist mein Englisch gar nicht mal so schlecht... Wie dem auch sei - mein Wörterbuch übersetzt "goonies" mit "Tütenwein", "Trottel" oder "angeheuerter Schläger". &lt;br /&gt;
Nicht dass ich Probleme damit hätte, wenn meine Kinder Knochen auf Tütenwein schmeissen, aber noch dazu wurde mir gesagt, sie gingen dazu ins Altenheim! &lt;br /&gt;
Ich traue den Japanern ja Einiges zu - und ich traue mich auch nicht mehr unbedingt nachzufragen - schließlich kann man ja nach fast 2 Jahren auch erwarten, dass ich weiß, um was es bei "Setsubun" geht, aber das ging zu weit. Ich fragte also Holgers Sekretärin Itagaki(bei der ich mich wiederum jedesmal extrem konzentrieren muss um nicht "Itadaki" also mehr oder weniger "guten Appetit" zu ihr zu sagen), die mir Folgendes erklärte: Erstens würde mein Sohn "Beans" also Bohnen - in diesem speziellen Fall geröstete Sojabohnen - auf "Onis" (Dämonen) werfen, und dabei folgendes rufen:"Oniwasoto! Fukuwauchi!" Übersetzt heißt das: "Geh weg Teufel! Komm herein Glück!" und dazu - und das gefällt mir auch ungemein - essen sie zweitens ein "Ehou-Maki", also "glückliche-Richtungs-Röllchen". &lt;br /&gt;
Ein mit Nori (Seetang) umwickeltes Reisröllchen, mit irgendeiner speziellen Füllung, wobei sie auch in die Glücks-Richtung gewandt stehen müssen, die sich natürlich (natürlich!Wir sind schließlich in Japan!)jedes Jahr ändert. Für 2011 Süd-süd-Ost. Dagegen ist Abbiegen in Neuseeland ja ein Witz! Lacht ihr? Ihr lacht doch nicht etwa!? Wo bleibt der Respekt vor fremden Kulturen? &lt;br /&gt;
Immer noch besser, als im Altenheim Knochen auf Tütenwein zu werfen, oder?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holger und ich haben auf unsere ganz eigene Weise Glücksröllchen gegessen: wir sind am Samstag mit ein paar Freunden nach Shimo-Kitazawa gefahren, einem sehr sehr netten Viertel, südwestnordöstlich (alte, extrem wirksame Hutzenlaubsche Glücks-Richtung!)von Sangenjaya.&lt;br /&gt;
Insgesamt waren wir 13. Das erfordert Flexibilität auf Kellner-Seite und ist - schwierig. Flexibilität ist nicht gerade eine der herausragendsten Eigenschaften der Japaner. Aber, vielleicht weil es andererseits zu kompliziert gewesen wäre, uns wieder rauszuschicken, doch möglich. &lt;br /&gt;
Es gab einen Tisch für 8. Für 8 Japaner, die traditionell auf dem Boden sitzen und ihre normalerweise nicht allzu lang geratenenen Beine grazil und ohne viel Aufhebens unter die Tische schieben. &lt;br /&gt;
13 wohlgenährte und großgewachsenene Deutsche (darunter 2 Schwangere - wovon ich KEINE bin, also bitte!!), die sich unter diese 20 cm hohen Tischchen falten, sind ein schöner Anblick. Wir müssen uns konzentrieren. Japanisches Gelächter (nicht hör- aber deutlich spürbar) begleitet unsere Bemühungen. Es hält so einen Restaurant-Betrieb auch maximal 20 Minuten auf. Immerhin haben wir alle am Eingang unsere Schuhe ausgezogen, jawohl, das gehört sich so!&lt;br /&gt;
Die Kellner lieben uns schon jetzt. Wir sind zu groß. Wir sind zu laut. Und wir können nie die Karte lesen.&lt;br /&gt;
In diesem speziellen Etablissement ließ sich das aber einigermaßen entspannt lösen, denn es gab ein "drink-set". Was soviel heißt wie, man hat eine spezielle Speisenfolge und ein Zeitfenster von normalerweise 2 Stunden. In dieser Zeit darf man trinken, was man will(und kann). Ganz gefährlich schon wieder. &lt;br /&gt;
Ursprünglich waren wir ja noch nichtmal sicher, ob wir überhaupt ausgehen wollten. Es war kalt. Es war dunkel. Wir mussten mit dem Rad zum Bahnhof..... Aber nach ein zwei "Ume-Sho" war alles vergessen. Der Abend wurde nett. Sehr sehr nett. Irgendjemand hatte eine Kamera dabei (facebook--user aufgepasst - Menschen mit Kameras können euren Ruf innerhalb von einer Nacht völlig ruinieren!)das Essen war lecker. &lt;br /&gt;
Natürlich musste ständig irgendjemand aufs Klo, was bedeutet, dass Alle wieder aufstehen müssen. Das wiederum führt vorallem gegen später zu allgemeiner Erheiterung und hat was von der "Reise nach Jerusalem". Irgendwann an diesem Abend entstand die Idee, doch noch nach Shibuya zu gehen, da sein ein Konzert und viel los und "Sven fährt". Gut, dachte ich mir, wenn das so ist, alle gehen und Sven fährt - ich bin dabei. Es hätte mir zu denken geben sollen, dass keiner von uns Sven hieß oder mit dem Auto da war. Aber ich kannte die ja alle vorher nicht. Alle bis auf Kerstin und ihren Mann Christoph. Erinnert ihr euch eigentlich an Kerstin? Wie ihr wisst, geraten wir gerne mal in "Situationen". Und, wie ihr sicher ebenfalls wisst, halten wir zusammen. Vorallem, nachdem unsere Männer ganz langweilig nach Hause gehen wollten. &lt;br /&gt;
Das großangelegte Schuhewiederanziehen am Eingang ist übrigens auch immer wieder ein Erlebnis, denn natürlich waren wir nicht alle gleichzeitig gekommen und hatten, wie es sich gehört, die Schuhe ordentlich in die Schränke geräumt. Jetzt befanden sich 13 enorm fröhliche Menschen in einem 2 Quadratmeter großen Eingang und wollten alle gleichzeitig ihre wahlweise Schnür - oder langen Schaft-Stiefel anziehen. Erstaunlicherweise fiel keiner kopfüber in den Kochbereich, der sich direkt dahinter (und - schwerkraftbedingt ungünstig - unterhalb) befand und es gab auch sonst an Leib und Seele keine schwerwiegenden Verletzungen. Nicht dass ich wüsste zumindest.&lt;br /&gt;
Draussen war es superkalt und mir lief die Nase. Mein fürsorglicher Mann zückte ein vermeintliches Mini-Päckchen Taschentücher - das sich seiner Meinung nach aufmerksamerweise zur Mitnahme auf dem Restaurant-Klo befand(neben allerlei anderem Beauty-Equipment - so zum Beispiel Ohrenstäbchen - ist das nicht GRU-SE-LIG?!)und war mehr als peinlich berührt, denn das was er mir da unter die Nase hielt, war eindeutig eine einzeln verpackte Damenbinde.&lt;br /&gt;
Also sind wir - in allerbester-post-drink-menu-Laune mit allen Anderen los nach Shibuya. Mit dem Zug. Kein Sven mit Auto weit und breit. Unzuverlässiger Kerl. &lt;br /&gt;
In Shibuya trifft man sich am Hatchiko. Der Hatchiko ist eine Hunde-Statue, die an einen treuen Hund erinnert, der sein Herrchen immer zur Arbeit brachte und dort wartete, bis er fertig war. Sogar als das Herrchen schon lange tot war. Ein Ebenbild von Treue. Ausdauer. Geduld. Eine Statue für wesentliche japanische Werte. Und selbst für mich etwas, das ich finden kann.&lt;br /&gt;
Apropos "finden kann" - Kerstin musste leider mal und ging in den Bahnhof umm nach einer Toilette zu suchen. Dort wurde sie plötzlich so müde, dass sie auch gleich noch den letzten Zug nach hause nahm. Ich hatte natürlich mein Handy zuhause gelassen (womöglich ruft mich sonst noch ein Kind an und beschwert sich über das andere), ich konnte Kerstin also nicht anrufen. Kerstin war weg. Wir waren mittlerweile eine relativ große Gruppe und schwärmten aus, um sie zu suchen - bis uns die Bahnhofs-Cops aus dem Gebäude schmissen. Nur, dass ihr nicht denkt, ich hätte meine Freundin im Sitch gelassen - nie würde ich das tun. NIE!  &lt;br /&gt;
Und dann machten wir uns auf ins "Womp". Fragt mich nicht, wo es ist. Irgendwo hinter tausend Ecken im tiefsten Shibuya. Bin nur dankbar, dass mich keiner ausgesetzt hat. Ich wäre verloren gewesen. &lt;br /&gt;
Nachdem wir zum ca 30. mal an der gleichen Isekaya vorbeikamen, tat sich plötzlich vor uns der Eingang auf. &lt;br /&gt;
Die Türsteher machen: "Sshhhhhhhhhhhhhh!". Wir sollen leise sein. Wohnt da jemand? Wo bin ich? Ich kapier gar nix. Und ich habe Sehnsucht nach Kerstin. &lt;br /&gt;
Aber wir gehen rein und drinnen ist es so, wie es sich gehört: Laut, dunkel, verqualmt. Die Mädels schmeissen sich auf dem Klo in high-heels und Kleider - da wird es mir schlagartig klar: Ich bin schon sooo lang raus! Ich weiß gar nicht mehr, wie man in eine disco geht (nicht, dass man "Disco" sagen würde, sondern man sagt "Club", aber das finde ich wiederum schwierig, da muss ich immer an Tennis denken) Aber egal - ich bin auch ohne high-heels wieder mal die Längste (schon gut, ich sag ja schon nicht mehr "Größte") und eigentlich find ichs auch ganz spannend. Endlich taucht auch Sven auf. Er ist der DJ und heißt Väth mit Nachnamen. Ich hätte auch gar nicht gewusst, wo der hier parken will.....&lt;br /&gt;
Aber es ist schön, jemanden zu sehen, der offensichtlich in meinem Alter ist - Sven hat schütteres Haupthaar und trägt ein ausgeleiertes T-Shirt. Ein bißchen erinnert er mich (rein optisch) an die Jungs, die früher in der Technik-AG die Bühnen-Scheinwerfer und den Ton betreut haben, wie er da so über seinem Pult steht mit dem Kopfhörer auf Halbmast und sich abmüht.  &lt;br /&gt;
Im krassen Gegensatz dazu räkeln sich zwei afro-japanische Damen (gibts!) im Glitzerbadeanzug auf der Bühne.&lt;br /&gt;
Techno-Musik (bin mir noch nichtmal sicher, ob das welche ist - ich bin ja sowas von out!) kann ich ca 2 Stunden aushalten. In dieser Zeit habe ich mindestens 5 Menschen getroffen, die ich kenne: Holgers Praktikant und diverse Lehrer. Schon allein das ist ein unglaubliches Gefühl - mehrere Menschen zufällig in Tokyo treffen, die man kennt. Wow. Einen Moment der inneren Einkehr bitte. Wenn man sich überlegt, wie oft ich schon Leute nicht gefunden habe, obwohl ich mit ihnen verabredet war! Sogar am Hatchiko! Oh, und ob Kerstin wohl gut heimgekommen ist? &lt;br /&gt;
Es gab ziemlich viele Ausländer dort - und ich wurde sogar angesprochen! Jaha, da staunt ihr, was? Und ich erst!&lt;br /&gt;
Und das, obwohl ich mich gar nicht in Schale geworfen habe! Aber gut, ist ja auch enorm dunkel da drin. Und ich meine auch, ein kurzes Zurückzucken zu spüren, als ich dem (sehr interessierten) Lehrer an einem internationalen Kindergarten erzähle, dass er vielleicht meinen Sohn unterrichtet, also den jüngeren Bruder von seinen 3 Schwestern, davon die älteste 15... Er musste dann auch ganz schnell weg. Fand ich fast ein bißchen schade, ich hätt ihn so gern gefragt, was er an "Setsubun" mit den Kindern gemacht hat... &lt;br /&gt;
Dem Nächsten, der mich ansprach, erzählte ich nichts von den Kindern, dafür, dass ich sozusagen mit einem Automobil-Hersteller hier sei und Grafikerin (was ja beides stimmt - übrigens, hier meine Moral-Frage: Ist es eine Lüge, wenn man Dinge - Ehemänner, Kinder, Alter.... - einfach weglässt? Er hat mich ja nicht direkt danach gefragt, oder?)  &lt;br /&gt;
Egal, er hat mir seine Karte gegeben und mir gesgat, er sei freiberuflicher Designer, wenn ich mal Bedarf hätte. Bedarf? An was? Einem Designer? Hab ich schon. Einem Mann? Oh Hilfe! Wenn dieser Kerl mal so alt ist, wie ich, ist Paulina 27 und ich 103! Hallo!? Sooo dunkel kann es gar nicht sein! Das ist doch nicht natürlich? Ich glaube, es ist Zeit. Ich will nach hause. Aber geschmeichelt hats mir doch!&lt;br /&gt;
Trotzdem: Ich bin nicht gemacht für eine komplettes Nachtprogramm, ich finde es fürchterlich, mit der ersten Bahn zurück zu fahren und den ganzen Tag zu schlafen - nicht dass das einer in meiner Familile auch nur ansatzweise akzeptieren würde..... &lt;br /&gt;
Beim Verlassen des Womp shhhshhten mir die Türstehen nochmal hinterher - vielleicht tun sie das in Ermangelung einen sprachübergreifenden Begrüßungs- und Abschiedsformel? Ich weiss es nicht. Dankbar war ich dafür, dass der Taxifahrer meinen Worten offensichtlich entnehmen konnte, wo ich hinwollte. Noch dankbarer war ich, beim Betreten des Hauses in der Diele ein großes Glas Wasser, in einem kleinen Schälchen eine Kopfschmerztablette und eine Notitz vorzufinden auf der stand: "Hoffe, ihr hattet es schön!" DANKE! Ich bin so froh, daß sich nicht mehr da raus muss, um nach dem Mann zu suchen, der offensichtlich für mich gemacht ist. Dafür, dass ich ihm nicht verschweigen muss, wie viele Kinder ich habe, der mich liebt, auch  wenn ich im Winter einen fleece-Schlafanzug und eine Wärmedecke brauche und der wie ich gewebetechnisch gegen die Schwerkraft kämpfen muss. Das, meine Lieben, ist Glück. Wenn es auch nur einen kurzen Moment vorhält, denn morgen finde ich bestimmt wieder irgendwas auszusetzen und die Kinder bekommen Halbjahreszeugnisse und ich weiß nicht, was ich kochen soll, aber jetzt, um 3 Uhr morgens ganz allein mit meinem Glas Wasser und dem Zettel - bin ich glücklich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag darf ich sogar bis halb zehn schlafen - bevor mich meine Familie nötigt, mit Ihnen ins Bauerhof-Museum zu gehen. Sehr interessant dort. Doch wirklich. Kann man viel lernen! Interessante Architektur, Handwerkskunst und Tradition. Zum Glück das meiste draussen - denn die offenen Feuerstellen in den Häusern mit den qualmenden Strohfeuern sind heut nix für mich.  &lt;br /&gt;
Also, bis nächstes mal, sayoonara, Lucie&lt;br /&gt;
p.s.: Am Abend schmiegt sich der einzige junge Mann an mich, der mich auch bei Tageslicht (noch)für die Allerschönste hält, schaut mir tief in die Augen und sagt: Du Mama, wie heißt du eigentlich mit Vornamen?"&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5274528999735162604-6019150678005866468?l=sixinjapan.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;
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&lt;br /&gt;
Neuseeland also: Unser Flug sollte abends um 8 gehen und natürlich waren wir alle einigermassen froh, dass wir nicht nach Deutschland fliegen sollten - die Flüge waren alle gestrichen. "Was aber" rief mein Mutterherz "wenn Paulina, die am nächsten Tag allein zu der restlichen Familie nach Deutschland fliegen wollte, ebenfalls nicht fliegen kann?" Schließlich war unser Haus von einem Sicherheitsdienst mit einem Alarm für 3 Wochen gesichert, weswegen Paulina auch die Nacht bei einer Freundin verbrachte. Und überhaupt - wenn der Flug gestrichen würde, bedeutet das: Weihnachten ganz allein in Tokio! Drei Wochen! Das Kind, das vor 2 Jahren noch nicht mal alleine mit der S-Bahn nach Stuttgart fahren durfte...! Beinahe hätte ich unseren Flug gecancellt. Aber kann man ja nicht machen. Auch nicht als Mutter. Und schon gar nicht für ein "wenn aber vielleicht...". Außerdem hatte ich ja schließlich diese Ferien selber so arrangiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz nach dem  Start unserer Maschine (den ich immer an der Hand von irgendeinem Kind verbringe und mich aufs Ein- und Ausatmen konzentriere - ja - auch eine Frau wie ich hat ihre Ängste! Fliegen ist schrecklich. Und jedesmal, wenn ich wieder im Flugzeug sitze, beschließe ich, das nie nie wieder zu tun! Wie man sieht, habe ich abgesehn von Flugangst auch noch ein sehr schlechtes Gedächntis...) möchte ich aber doch wie immer lieber aussteigen, denn was, wenn wir abstürzen? Abgesehen davon, dass ich mir das leider sehr lebhaft vorstellen kann, dann ist ja Paulina für immer allein!? Noch schlimmer - wir sind für immer tot! Anhalten! ich will sofort aussteigen! AUSSTEIGEN!!!!!! Aber nein, das macht natürlich kein Mensch, schon gar nicht ich. Wie sähe denn das aus? Also bleibe ich sitzen und ergebe mich in mein Schicksal. &lt;br /&gt;
Nach ca 20 Minuten allerdings kommt eine Durchsage und ich bereue es zum wiederholten Mal, in dieses Flugzeug gestiegen zu sein. "bitte schnallen sie sich an - ein äußerst unruhiger Flug steht uns bevor, wir stellen jeden Service bis auf Weiteres ein"  &lt;br /&gt;
Jetzt bin ich mir sicher, ich werde doch sterben. Paulina wird für immer in Tokyo vor unserem verschlossenenen Haus stehen und um uns trauern. Nachdem sie erstmal ordentlich laut Musik gemacht und meinen Kleiderschrank geplündert hat. &lt;br /&gt;
Die Turbulenzen sind so stark, dass das halbe Flugzeug sich übergibt - inklusive William. Ich kann euch sagen...oder nein, vielleicht lieber nicht? &lt;br /&gt;
Paulinas Flieger nach München ging dann zum Glück tatsächlich (aber der von München nach Stuttgart nicht, weshalb sie dort von ihrem Papa abgeholt wurde (das Gepäck bekam sie allerdings erst eine Woche später) und sie auf halber Strecke feststellen musste, dass sie ihren Pass auf dem Flughafen-Klo liegenlassen hat. Aber das ist ihre Geschichte und ich bin ja weit weg. Ist ja auch mal schön, dass der zugehörige leibliche Vater in den vollständingen Genuss seiner etwa kopflosen - kann sie nur von ihm haben - Tochter kommt). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu waren wir natürlich suuuuper vorbereitet. Der Reisefüher, den ich Holger zum Geburtstag geschenkt habe (im Mai), war unauffindbar, was uns natürlich erst am Abreisetag aufgefallen ist, den den wir uns von Freunden zusätzlich ausgeliehen hatten, hatte Holger im Flieger liegen lassen - irgendwo dort befand sich sicher auch meine einzige und heißgeliebte Wind/Wetter/Regen-aber trotzdem schön genug auch mal für ein Restaurant-Besuch-Jacke,aber in Neuseeland regnet es ja nie. Nie! Kurzum: Wir standen am Flughafen und hatten NICHTS. NICHTS schließt übrigens auch ein, dass niemand da war, der uns abholen wollte, wovon ich eigentlich ausging, schließlich hatte ich dem Camping-Bus Leuten unsere Ankunftszeiten mitgeteilt. Zum Glück sind die Neuseelännder sehr freundlich, offen und hilfsbereit - ausserdem dachten wir ja, sie sprächen englisch, somit sei Kommunikation kein Problem. Aber weit gefehlt: Die freundliche Dame an der Information wollte uns sicher gerne helfen, indes auf unsere Frage, ob sie uns bei der Kontaktaufnahme mit unserem Bus-Vermieter behilflich sein könne, sagte sie etwas, in dem zwar von einem "Keeemperweein" die Rede war, aber vielmehr war für uns nicht Neuseeländer auch nicht zu entschlüsseln. In dem Spiegel hinter ihr konnten wir uns selber sehen: Schräggelegter Kopf, leicht zusammengekniffene Augen, hochkonzentrierter Blick - und glaubt mir, das sollte unsere Komunikations-Körperhaltung für die nächsten 3 Wochen sein. Aber das kennen wir ja schon aus Japan. &lt;br /&gt;
Was auch immer diese Frau tat, der Abholdienst tauchte auf und innerhalb kürzester Zeit standen wir vor unserem Wohnmobil. Bisher hatte ich ehrlich gesagt immer einen großen Bogen ums Campen gemacht. Ich gebe zu, ich bin Pfadfinder geschädigt. Ich finde gemeinschaftliches Duschen mit Geldeinwurf und Großraum-Gemeinschaftküchen schrecklich. Ich ekle mich vor tausend Sachen. Ich finde meine Familie großartig, vorallem wenn wir nicht dauerhaft im selben Raum sind. Autofahren mit meinem Mann führt grundsätzlich zu Scheidungs-Androhungen. Und - gerade um der Wettervorhersage zu trotzen - es regnet. Meine Jacke ist im Flieger. Mein Sohn riecht streng undich nehme nicht an, dass dieser spezielle Keeemperweeen (Merkmale: Alles oll und geschätztes Baujahr 1980) über eine Waschmaschine verfügt. Ich will duschen und weinen. Aber auf gar keinen Fall möchte ich irgendetwas berühren. WER HAT DIESEN URLAUB GEBUCHT?????? Und warum bin ich nicht einfach in Tokio geblieben????&lt;br /&gt;
Zu meiner Aufmunterung sagt mein Mann:"Komm, ist doch alles nur halb so schlimm - morgen scheint die Sonne (wers glaub wird selig) und wir gehen jetzt erstmal einkaufen" Sprachs, griff nach der Tür und schwang sich auf den Fahrersitz. Indes der Türgriff befand sich immernoch in seiner Hand und so war vorallem er mal wieder froh, dass er was anständiges gelernt hatte und was reparieren konnte. Da ist man ja auch ein wenig aufgeräumt dann und muss sich nicht mit Frauen auseinandersetzen, die nicht so sehr dafür geeignet sind, "erstmal das Beste draus zu machen". Der Türgriff sollte übrigens nicht das Einzige sein, was mein Mann im Laufe der 3 Wochen reparierte, aber er hatte uns erstmal natürlich davon abgelenkt, dass wir keine Ahnung hatten, wohin wir wollten - denn, auch wenn die Reise schon seit Mai gebucht war, leiderleider hatte sich der Planungsbeuaftragte - in diesem Fall mein Mann - nicht im geringsten mit Neuseeland beschäftigt. Das Einzige, was wir wissen, ist, dass wir auf der Süd-Insel sind, wo es verwirrenderweise kälter ist, als auf der Nordinsel. Ist ja schon mal was. Nicht das uns das gefällt, aber gut.  &lt;br /&gt;
Am Flughafen hatten wir immerhin eine Karte besorgt. Dort gibt es auch viele Broschüren zu Touren, schönen Plätzen und Sehenswürdigkeiten, die man ja aber erstmal lesen muss, weswegen sie jetzt also einen Stapel auf der Ablage bilden, um sich natürlich beim ersten Gasgeben im kompletten Fußraum zu verteilen. Meine Laune ist spitze. &lt;br /&gt;
Nach reiflicher Überlegung (wir standen immer noch auf dem Parkplatz des Vermieters und er war auch schon zweimal rausgekommen um zu fragen ob unser Keeemperweeen nicht anspringt - was ich durchaus für eine berechtige Frage halte) - wurde uns klar: Es gibt nur zwei Optionen: "Links" oder "rechts". Vom Betrachter aus gesehn - was man vorher klären muss.In diesem Stadium dauert so eine Einigung ca 5 Minuten und endet damit, dass einer nicht mehr mit dem anderen spricht. Gut. War ja auch alles gesagt.  Nachdem es so aussah, als ob es rechts in der Ferne ein wenig weniger regen würde, entschieden wir uns dafür. Was sind wir doch spotan. &lt;br /&gt;
Wenigstens ist zumindest das Fahren auf der linken Seite Für uns Japaner kein Problem. Ja, man muss sich auch an den kleinen Dingen freuen können!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Neuseeländische Supermarktkette Nummer eins heisst übrigens "new world" ein wenig hochtrabend mag einer denken, aber für uns, die wir westliches Essen zur Abwechslung auch sehr zu schätzen wissen und vorallem Großfamilien-taugliche Portionen mögen, war es ein Schlaraffenland (beim Campen, Im Regen und sowieso immer in anstrengenden Lebensphasen muss man auf jeden Fall genug Dinge zu essen haben, deren Verzehr man später bereut. Ich sage nur: 4 Kilo liegen zwischen selbigem Moment und meinem Weihnachtsferien-Endgewicht. Noch Fragen? ich LIEBE campen! Aaaah!)&lt;br /&gt;
Meine Kinder - ums sie zwischendurch auch mal zu erwähen - lieben campen auch. Diese allerdins "in echt". Sie finden es spitze, über dem Fahrerhaus zu schlafen und auf dem Bett zu fahren, sie lieben es, dass alles immer dabei ist und man sich bei jeder Gelegenheit ein Brot schmieren kann - der Regen und der Bus machen ihnen überhaupt nichts aus und sie sind einfach nur supergut gelaunt. Ich schäme mich. Wann bin ich eigentlich zu dieser seltsamen komplizierten und unflexiblen Person geworden? Selbst meine Eltern (70 und 90 - die wir 2 Wochen später zu einer gemeinsamen Etappe treffen sollten) sind unkomplizierte Camper als ich. Aber die haben auch ein Superluxusedelmobil. Da könnt ich das auch. Phhh!&lt;br /&gt;
Es ist der 17 Dezember. Wir verlassen Christchurch nach rechts (wohin auch immer das führt) weil wir glauben, da sei das Wetter schöner. Wir fahren ca 30 Minuten, dann fallen Holger die Augen zu und wir suchen nach einem Schlafplatz. Campingplätze gibt es auch in Christchurch viele, aber sobald man die Stadt verlassen hat, muss man wild campen. Das kann ich ja grad leiden.  Wir entscheiden uns für einen Platz an einem Fluss in Kaiapoi und irgnorieren die Schranke, die wir dabei passieren. Das darf man bestimmt nicht, sage ich. Stell dich nicht so an, sagt mein Mann.Immerhin spricht er wieder mit mir. Es regnet immernoch. Ich bin zum Glück so müde, dass ich nix mehr genau anschauen muss. Allerdings nicht müde genug, um zu verhindern, mir vorzustellen, wie eine aufgebrachter Polizist oder 5 nachts an unsere Türe hämmern und uns alle verhaften. &lt;br /&gt;
Aber alles gut. keine Polizei. Nicht diese Nacht. Der nächste Morgen überrascht uns erstaunlicheweise mit Sonnenschein und einer wunderschönen Umgebung, das unkomplizierte Frühstück mit Marmeladenbrot und Kaffee aus der Hand am Ufer versöhnt sogar mich. Vielleicht ist campen ja doch nicht so schlimm? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Frühstück fahren wir weiter Richtung "rechts" - offensichtlich war unsere Enscheidung nicht ganz falsch. Nach Hügeln und unendlichen grünen Weiten, gelangen wir an die Küste und der Blick auf das Meer und die Sonne und die Seehunde auf den Felsen am Strand überwältigen uns alle fast. Keiner von uns kann glauben, dass es soviel gleichzeitig zu bewundern gibt uns sogar die Mädels streiten für eine Weile nicht. 5 sekunden Frieden breitet sich aus. Hab ich gesagt, Campen sei doof? Sollte diese Reise doch wider erwarten ein Erfolg sein, dann hat meine Familie das nur mir zu verdanken. Mir, die ich diesen tollen Urlaub organisiert habe! jawohl! &lt;br /&gt;
Unser heutiges Ziel heißt Kaikoura - berühmt für "Whale-watching" und "dolphin-swimming" - und mit einem Campingplatz mit Waschmaschine, was Williams Flug-Klamotten sehr zu Gute kommt. &lt;br /&gt;
Holger und Maria melden sich für den nächsten Morgen zum Delfinschwimmen an(und Lilli, William und mich zum Zuschauen) und bis dahin machen wir einen Spaziergang am Strand. Ein paar Taucher haben, abgesehn von ein paar Fischen, auch 4 Paua-Muscheln zum Grillen mitgebracht, deren Muschelfleisch so groß ist, wie ein kleines Schnitzel. Auf das Flehen seiner Töchter hin kauft Holger den Fischern 2 der Muscheln ab und wir lassen sie nebenan polieren. &lt;br /&gt;
Diese Paua-Muscheln sind ungefähr 20 cm groß und schillern perlmuttgrünblau. Wunderschön. Auch wenn man sich lange darüber austauschen kann, welche schöner ist. Meine. Nein meine natürlich. Meine heisst Paula. Meine heißt Flavia. Pah, Paula ist doof. Du bist auch doof. (Aahhhhh - wo ist die Schokolade? Der Alkohol? Das Wellness-Hotel mit Einzelzimmer?) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am nächsten Morgen müssen wir früh aufstehen - die Delfine warten. Das Boot das uns zu den Delfin-Spielplätzen bringt, ist klein, der Seegang naja. Das Wasser ist selbst mit Taucheranzügen saukalt. Holger und Maria sind in Gesellschaft von ca 15 anderen Delfin-Schwimmern, die alle mit Flossen, Brille und Schnorchel auf das Signal zum Wassern warten. Sofort stürzen sie sich in die Fluten, machen Fiepsgeräusche und drehen sich im Kreis. Angeblich lockt das die Delfine an. Sieht fragwürdig aus, klappt aber. Ziemlich schnell schwimmen mehrere hundert Delfine in unserer Nähe und immerhin ca 50 kreuz und quer durch die Schwimmer. Wir sehen Sprünge und schnelle Tauchgänge, die Delfine "spielen" richtig mit den Menschen. Wirklich sehr berührend. &lt;br /&gt;
Ich persönlich hätte allerdings auch schon ein bißchen Geld ausgegeben, nur um den fiepsenden sich im Kreis drehenden Menschen zuzuschauen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch dann überrascht uns der Regen wieder. Diesmal so stark, dass wir manchmal die Strasse nicht sehen können und ich kehre zu meinem alten Mantra zurück: Campen ist doof. Campen ist doof. Campen ist....&lt;br /&gt;
Es tropfte durchs Dach. Alles ist feucht. Holger und ich schließen das stille Übereinkommen, solange "rechts" zu fahren, bis es wieder besser wird. Irgendwo muss die Sonne ja sein, oder? &lt;br /&gt;
Auf der einen Seite geht es steile Abhänge hinunter (nicht runterschauen!), auf der anderen geht es steile Abhänge hinauf, von dort kommen immer mal wieder Schlammlawinen und da ist man als Keemperweeen echt froh, wenn es keinen Gegenverkehr gibt und man ausweichen kann. So fahren wir einfach immer weiter - wie wir im Nachhinein hören, natürlich auch an wesentlichen und unbedingt zu besichtigenden Plätzen vorbei. Es giesst immernoch. Nach gefühlten 36 Stunden einsamer Fahrt durch Dauerregen gelangen wir wieder in die Zivilisation. Der erste (und einzige) Mensch der uns begegnet, ist der Briefträger auf dem Fahrrad und er ist nicht amused, dass wir ihn anhalten. Briefe tragen bei dem Wetter ist ja auch noch unangenhemer als Campen. Aber er hat Glück, wir haben ihn nicht geherzt, obwohl wir uns zugegebenrmaßen sehr über den Anblick eines MENSCHEN gefreut haben. Und er sagt uns nicht nur wo wir sind (in Nelson nämlich) sondern er sagt uns auch, hier gäbe es die meisten Sonnenstunden auf der ganzen Südinsel! Und am Nachmittag würde die Sonne scheinen! Aha.&lt;br /&gt;
Es ist zwei Uhr. der Himmel ist nicht zu erkennen. die Gullis laufen über. AB WANN IST NACHMITTAG???? &lt;br /&gt;
Wir beschliessen in Ermangelung einer besseren Idee und in vollem Vertrauen auf die Aussage des neuseeländischen Optimisten, in Nelson zu bleiben. Bis wir einen Campingplatz gefunden haben und installiert sind, ist es 3.20 Uhr. Der Himmel reißt auf. Die Sonne scheint. So als ob nichts gewesen wäre. Nelson ist toll. Neuseeland ist toll. Und der Briefträger erst! Jetzt wäre er ums geherzt werden nicht mehr drumrumgekommen!&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Endlich können wir wieder mal raus und wir laufen zur angeblichen Mitte Neuseelands. Da steht ein Denkmal auf einem Berg und man hat viel Blick und wir machen tausen Fotos und wissen selber nicht warum, weil eigentlich ist es gar nicht so spannend. Aber immerhin scheint die Sonne und das muss dokumentiert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sagt uns, noch ein bisschen weiter gäbs sogar Strand und tolle Bademöglichkeiten. Mittlerweile glauben wir alles und verlassen Nelson am nächsten Tag Richtung "oben". Immerhin eine Alternative zu "rechts". &lt;br /&gt;
Jaa, ich weiss, das heisst Norden, aber mein Mann, der Fahrer, will wissen: Links, rechts oder gerade aus. Wenn ich dem mit Nordosten komme, dann bleibt er für immer im Kreisverkehr, das könnt ihr mir glauben. Deshalb also "oben" - keine Widerrede! &lt;br /&gt;
Oben ist Keiteriteri. Und der Abel-Tasman National Park. Am Strand steht ein Pinguin. Bei 32 Grad. Ich finde das äußerst merkwürdig. Auf der anderen Seite wundert einen in Neuseeland eigentlich gar nichts mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um unserem Camper gerecht zu werden, können wir aber natürlich nicht ewig dort bleiben, auch wenn es meinem Bedürfnis nach Wärme und Entspannung doch sehr nahe kommt, und so fahren wir weiter richtung Westküste. ("Links" -kein gutes Zeichen...) Dort hat man uns schon vorgewarnt, würde es ziemlich viel regnen. Und Wind gäbe es auch. Hmm. Die Westküste und ich - wir werden wohl dann eher keine Freunde...&lt;br /&gt;
Noch haben wir allerdings Glück und es stürmt nur, als wir einmal quer über die Insel fahren.  &lt;br /&gt;
Mittlerweile schreiben wir den 24. Dezember. wir versuchen, uns weihnachtlich zu fühlen. Ich persönlich fühle mich allenfalls ein wenig ungewaschen, aber das ist nich allzu unangenehm. Man gewöhnt sich an fast Alles.  Als die ersten Regentropfen fallen, behauptet William noch, es wäre Schnee und wir schaffen ein halbherziges "Schneeflöckchen, Weißröckchen". Ja, wir geben uns Mühe. Unsere Kinder finden es trotzdem spitze. &lt;br /&gt;
Mein Weihnachtsgeschenk von Holger: Eine Flasche Baileys. Und zwei Röhrchen. Wir teilen. Die Mädels finden alles eingentlich gut, vorallem seitdem sie "den kleinen Hobbit" auf ihrem MP3-player hören. Unsere Schlafplatz-Suche gestaltet sich schwierig. Die Camping-Plätze sind alle geschlossen (ist Weihnachten, ich weiß) und überall sonst ist campen verboten. Ich komme mir vor wie Maria und Josef auf ihrer Herbergsuche. Wenigstens bin ich nicht auch noch schwanger - das hätte mir gerade noch gefehlt! &lt;br /&gt;
in der Zwischenzeit hatte ich immerhin viel Zeit, alle Broschüren zu lesen und weiss, an was wir grußlos vobei gefahren sind. Ja, Reisen mit uns ist toll. Es bildet leider nur halb so sehr, wie mit anderen Menschen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die uns von Freunden empfohlenen Pfannkuchenfelsen in Punakeiki finden wir trotzdem auf Anhieb. Was den Neuseeeland-Laien erstauen mag, aber tatsächlich ist eigentlich immer Alles direkt an der Strasse. So kann man auch ohne ausführliche Reiseführer-Studien vieles finden. (Siehste - sagt mein Mann - ich sag da nix. Was soll man da auch sagen?)&lt;br /&gt;
Die Straßen-Nähe kommt uns sehr entgegen, denn nach all den Regentagen im Camper sind die Geh-Muskeln unserer Kinder leider verkümmert und deshalb können sie auf keinen Fall mehr als 500m laufen. Für Pfannkuchenfelsen allerdings nehmen sie doch Einiges in Kauf. Und sind auch ganz angetan, obwohl man sie nicht essen kann. Auf dem Parkplatz begegnet uns auch unser erster Kiwi. Ein Vogel, der nicht fliegen kann und tatsächlich ein bißchen aussieht wie die gleichnahmige Frucht mit Schnabel. Sehr zutraulich dieses spezielle Tier. Es läßt sich füttern und wagt sogar einen Blick in unser Auto. Soll noch einer sagen, die Kiwis seien sehr scheu und auch nur nachts zu sehen! Das ist ein Irrtum! Wenn wir kommen, sind die Kiwis nicht zimperlich! Wir sind begeistert. Unsere Freude hält solange vor, bis ein junger - deutscher - Mann uns darüber aufklärt, dass das kein Kiwi sondern ein Wicker ist. Ein gemeiner Wicker!Der hat sich Zuneigung und Proviant erschlichen, durch Vortäuschung einer anderen Identität! Die Fütterung und Aufmerksamkeit wird sofort eingestellt. Wir fahren! Aber der Mann war auch ein echter Spielverderber. &lt;br /&gt;
Unser nächstes Ziel ist der Franz Josef Gletscher. Der reckt sich einfach so aus dem Urwald und wandert jeden Tag 3 Meter! Ich persönlich nehme an, er geht ebenfalls nach rechts, denn die Leute sagen, er wird immer weniger und das kann ihm ja bei dem Regen niemand verdenken, aber was weiss ich schon. Man steckt ja nicht drin, nicht wahr? Obwohl, ein bißchen fühlt es sich so an. Ich friere. Das ist was Neues. Bei schönem Wetter ist hier sicherlich grandios, aber heute, nein heute ist vermutlich der meteorologische Tiefpunkt unserer Reise. Emotional auch. Spätestens, als Holger beim Ausparken ein anderes Wohnmobil "übersieht". Sprechen wir nicht davon. Wir sind ja gut versichert....&lt;br /&gt;
Weil wir genug von dem Regen haben, wenden wir uns gen Queenstown. Das habe ich auf einer Karte gefunden, in der viele Drehplätze vom "Herr der Ringe" eingezeichnet sind. Da MÜSSEN wir hin! Maria überlegt sich schon mal, was sie sagt, wenn sie Aragorn trifft. Ich bin auch ein bißchen aufgeregt. Mittelerde! Wahre Helden!&lt;br /&gt;
Zuersteinmal landen wir aber in Arrowtown, einem alten Golgräber-Städtchen mit viel flair. Wir geben unser Bestes, leihen Goldpfannen im Museum und geben uns professionell. Wenn einer Glück hat, dann in solchen Fällen mein Mann und wir träumen bereits davon, unser zukünftiges Leben auf einen zufälligen Goldnugget-Fund in der Größe eines Strausseneis begründen zu können, aber irgendwie passiert nichts. Das Einzige was wir entdecken, ist eine Gruppe, die mit einem Jeep durch die Gegend fährt und "Herr der Ringe Drehorte" besichtigt. Marias Augen leuchten. Meine Augen leuchten. Aragron wir kommen! &lt;br /&gt;
Wir melden uns an. Unser Guide Tony fährt uns durch allerlei Flußbetten und an Schluchten (für meinen Geschmack ein bißchen zu nah an den Rand, aber ich bin schließlich auch kein Maßstab)und er erzählt uns alles Mögliche zu unserem Helden und dem Film. Ein bißchen traurig fürwahr, zu wissen, dass der Held unserer schlaflosen Nächte anstatt von einer Klippe zu stürzen nur über eine 1 m hohe Kante auf eine Matte hopste und aufpassen musste, dass er nicht ins Bild zurückfedert. It will never be the same! Was ist bloß heutzutage aus all den Helden geworden????&lt;br /&gt;
Tony übrigens gehört zu der Menschengruppe, von der wir am meisten kennengelernt haben: Einwanderer. Auch er erzählt mit Begeisterung, wie er in England alles hinter sich gelassen, seinen erfolgreichen Job aufgegeben hat und jetzt hier Touren fährt.&lt;br /&gt;
Hmm. Wenn man nicht im Camper leben muss, ist Neuseeland natürlich großartig. Vor meinem inneren Auge erscheint das Cafe, das ich immer schon einmal haben wollte. Die Schafe die Holger immer schon hüten will. Die Kinder, die glücklich über grüne Hügel rennen. Gut, bis wir soweit wären, sind 3 von 4 Kindern aus dem Haus (aus welchen auch immer) und wir können ihnen leider keine Ausbildung jenseits der Schafzucht bieten, aber man wird ja wohl noch träumen dürfen, oder? Und vieleicht finden wir ja doch noch ein Nugget irgendwo? &lt;br /&gt;
So langsam müssen wir allerdings auch ein bißchen den Kalender im Auge behalten, denn meine Eltern wollen an Silvester zu uns stoßen. Das heisst erstens, wir müssen am 31. wieder in Christchurch sein und zweitens, dass wir davon ausgehen, dass sie alle Flieger erreicht und tatsächlich angekommen sind. Das wiederum weiss man bei meinen Eltern nie. Ich übe mich in Vertrauen und Gelassenheit. Eine gute Übung für die nächsten 800 km.&lt;br /&gt;
So schön die Natur besonders auf der Südinsel ist, so einsam ist es dort auch. Man fährt und fährt und schaut und schaut (wenn man was sieht - also bei schönem Wetter eben, sagt "ah" und "oh" und "schau mal", aber ein bißchen nutzt es sich ab nach ein paar Stunden und vorallem bei Regen. Ach ja, hab ich erwähnt, dass es wieder regnet?)&lt;br /&gt;
Das ist nur halb so schlimm, denn wir müssen sowieso einmal quer duchs Land in einer Gegend, in der Alles gleich aussieht: Steppe. Steine. Steine. Steppe. Kann ja auch nicht immer üppig und grün und spektakulär sein. &lt;br /&gt;
Einen kurzen Stop machen wir am Lake Tekapo, da scheint nämlich kurz die Sonne und wie der Name schon sagt, es gibt einen See. Beim Aussteigen hoppeln uns viele viele Kaninchen über die Füße. Das ist bestimmt ein gutes Vorzeichen. Schließlich ist das nächste Jahr bei den Japanern das Jahr des Kaninchens. Oder war es "des Hasen"? Ich bin da mittlerweile vorsichtig. Schließlich hab ich auch 2010 behauptet, es sei das Jahr der Katze - kann ich ja nicht wissen, dass die japanischen Tiger so niedlich sind... &lt;br /&gt;
Wir schlafen zu Füßen der Kapelle "of the good shepard". Der beschützt uns. Hier ist Campen nämlich auch nicht erlaubt, aber mittlerweile glaube sogar ich, dass uns keiner was tut. Anstelle des Altar-Bildes hat der Erbauer übrigens ein großes Fenster einbauen lassen und man hat einen unglaublich Blick auf den türkisfarbenen See und die Neuseeländischen Alpen dahinter. Was für eine gute Idee! Das hätt ich in meinem Cafe dann auch! Ausserdem werden wir hier mit eienm Sternenhimmel verwöhnt, der so unglaublich nah scheint, dass man ihn bestimmt berühren kann, wenn man die Hand ausstreckt. Nicht umsonst gibt es dort ein Observatorium, was wir typischerweise aber erst am nächsten Morgen entdecken. &lt;br /&gt;
Dort gibt es aber auch spitzenmäßiges Frühstück und Essen versöhnt uns wie gehabt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich sind meine Eltern (im Gegensatz zu uns) zur verabredeten Zeit am verabredeten Platz - sie haben auch nur einen einzigen FLieger verpasst und sind, als wir auch endlich ankommen, total scharf drauf, sofort loszufahren. &lt;br /&gt;
Wir verbringen diese Nacht (es ist immerhin Silvester) in der Zivilisation bei einem Freund meiner Eltern. Aber gleich am nächsten Morgen fahren wir im Konvoi los. Das Wohnmobil meiner Eltern ist: Neu. Schön. Sauber. Geräumig. Hell - Kurzum: Ich bin NEIDISCH! Und wie! Trotzdem sind es ja meine Eltern und ich versuche, ihnen ihr Glück zu gönnen. Als meine Mutter mit einem lässigen Fingerdruck auf den Schlüssel alle Türen automatisch verriegelt und mich fragt, wann ich endlich komme (ich brauche beide Hände, um den Schlüssel in der Beifahrertür umzudrehen)- fällt es mir allerdings schwer. Ja, dazu stehe ich.&lt;br /&gt;
Wir haben jetzt noch 5 Tage Zeit und Maria, Lilli und William wollen unbedingt noch einmal in die Sonne, meinen Eltern ist alles recht, hauptsache mit uns und so entscheiden wir uns dafür, noch einmal nach oben also nach Norden also rechts - auf jeden Fall Richtung Sonne zu fahren. An der Küste ist diesmal schönes Wetter, aber meine Eltern sind gebührend beeindruckt von den Überflutungs-und Erdrutschspuren, die man immer noch überall sehen kann und denen wir natürlich wagemutig und unter extremen Bedingungen getrotzt haben. Wir sind nämlich ab jetzt unsere eigenen Helden! Jawohl!&lt;br /&gt;
Wir bleiben in Momorangi, einem Ort am Charlotte-Sound, auf einem Mini Campingplatz mit leckeren Fish und chips und millionen von Sandfliegen. Gegen die ich allergisch bin. Was ich bis dahin nicht wusste. Den nächsten Tag verbringen also meine Kinder und mein Mann am Strand und ich sitze im Schatten im Stühlchen und schwelle an. Ich kann mich nicht bewegen, denn meine Gelenke tun weh und nachts wache ich auf und alles juckt. Um keinen zu stören, stehe ich auf. Natürlich sind dann erstmal alle wach, weil ich auf diverse Gliedmassen treten muss um überhaupt die Türe zu erreichen, aber da ich ja bloß die Mutter bin und deshalb sich keiner weiter für mich interessieren muss, schlafen sie auch gleich wieder ein. Draussen treffe ich ein Opossum. Es schaut mich an und bewegt sich nicht. Es steht noch nicht mal einen Meter vor mir. Beißen Opossums? Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich in die Knie gehen und "dutzdutzi"sagen soll, oder ob ich es irgnorieren oder gar verjagen soll. wir schauen uns tief in die Augen und ich werde das Gefühl nicht los, dass das Opossum das gleiche denkt wie ich. Auf Englisch natürlich.  &lt;br /&gt;
Am nächsten Tag trennen sich unsere Wege wieder - meine Eltern wollen an die Westküste, bitte sehr, aber man muss mal da gewesen sein, das ist ja klar, ausserdem muss es ja auch mal aufhören zu regnen, nicht wahr? &lt;br /&gt;
Wir fahren, mit einem kurzen Zwischenstop bei einer Krankenschwester, die mich mit einem Antiallergikum und vielen tröstenden "sweethearts" versorgt, nach Christchurch um nach Japan zurückzukehren. Die Sonne scheint, als ob nichts gewesen wäre und ich winke meinen Eltern wehmütig hinterher. Nicht dass ich nochmal an die Westküste oder überhaupt 3 weitere Wochen in einem Wohnmobil verbringen möchte, aber es war so schön, sie ein bißchen an meiner Seite zu haben...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wohnmobil auszuräumen, die Koffer zu schließen und an den Flughafen zu fahren ist eine bewältigbare Aufgabe und ich stelle erstaunt fest, dass mir unser Urlaub gefallen hat. Ja, er war schön. Spannend und vielseitig. Nicht unkompliziert und auch nicht erholsam, aber wer will das schon? Vielleicht gerade weil wir keine Kare und auch keine vorbereitete Tour hatten, haben wir unglaublich schöne Plätze entdeckt und mehr als einmal gedacht - ja, hier könnt ich leben. Wir haben uns gut vertragen (vorallem dafür, dass es geregnet hat!) Wir sind nicht verhaftet worden und&lt;br /&gt;
wir sind tatsächlich noch verheiratet! Selbst das Fliegen haben wir überlebt - also Alles gut. Auch wenn ich natürlich nie nie mehr fliegen möchte - nach Neuseeland könnt ich schon nochmal......&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr Lieben, auf ein tolles neues Hasenjahr - Sayoonara, Lucie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
p.s.: Meine Eltern (zusammen immerhin 160 Jahre alt) haben übringes gerade angerufen - Sie finden Wohnmobil-Fahren so toll, dass sie noch eine Woche verlängert haben. Und sie hätten nur schönes Wetter! Ich glaube, ich bin doch adoptiert....&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5274528999735162604-9187937950904789222?l=sixinjapan.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;
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Es ist namlich so: Dieses neue, tolle Navi spricht zwar englisch, wenn man es mal auf ein Ziel angesetzt hat, aber die Progammierung erfolgt auf japanisch. Also alle Tasten, Knöpfe und "onscreen"-Bedienelemente sind in Katakana und Kanji - also für mich unles- und somit unbenutzbar. &lt;br /&gt;
Ich liebe das! Ich kann es noch nicht mal daran hindern, mir ständig zu sagen wo ich hinfahren soll- vorallem weil es nie meinem tatsächlichen Ziel entspricht, zumindest glaube ich das, denn ich habe keines eigegeben. Insofern ist es fast so, als ob man mit dem eigenen Ehemann Auto fahren würde. Schließlich sagt der auch immer, ich soll abbiegen, obwohl ja wohl jeder weiss, dass das auf gar keinen Fall sein kann.UND: Es lässt mich niemals und aus Prinzip nicht in Ruhe einparken, ohne mir zu erklären,ich solle bitte wenden. Ich ertappe mich dabei, wie ich meinem Navi einen genervten Blick zuwerfe, der sonst ausschließlich Holger vorbehalten ist. (Wie zu erwarten: Holger, wie auch das Navi reagieren NICHT)&lt;br /&gt;
Ausserdem kann ich es noch nicht mal ausschalten, denn wenn ich den vermeintlichen Ausschaltknopf drücke, klappt es sich einfach auf. Es klappt sich auf!Wie ein hungriges Vogelküken! Mit dem Gesicht nach oben! Ich kann das weder das Display sehen, noch per hektischem "einfach auf alles drücken" die Klappe schließen. Leider muss ich mich jetzt doch ein bißchen ärgern und weil das Navi mit dem Gesicht nach oben in meinem Auto sitzt, kann es noch nichtmal meinen bösen Blick sehen. &lt;br /&gt;
Lange kann ich aber die angespannte Stimmung icht ertragen und versuche ein Friedensangebot, denn der Klügere gibt nach. HALLO?! Natürlich bin das ich! Schließlich weiss ich, was es will! Es will eine CD! &lt;br /&gt;
Das letzte Mal, als ich eine hatte, hat es sofort sein gieriges Maul geschlossen und die CD in de internen Speicher gefressen. Von dort wird sie jetzt im Dauerlauf abgespielt. Es ist Lillis Lady Gaga-CD. Wenn ich das nächste Mal einen Wunsch bei der charakterlichen Prägung meiner Kinder frei habe - und es ist mir völlig schnurz, ob sie gut in der Schule sind oder sich abends die Zähne putzen - ich will nur Eins: dass sie alle den gleichen Musikgeschmack haben. Und zwar meinen! Ich kann Lady Gaga nicht ausstehen! Aber was noch viel schlimmer ist, ich kann auch nicht verhindern, dass sie ihr Repertoire abspult, sobald ich den Zündschlüssel umdrehe - denn! Es gibt keinen Ausschaltknopf!(Weder für Lady Gaga, noch für mein Navi!) Ist das zu fassen? Ich kann auf verschiedene Playlisten theroetisch zugreifen, wenn ich dann nicht aus versehen wiederum beim Navi lande, das mit immerhin die Möglichkeit gibt, zwei andere mir aber ebenfalls völlig unverständliche Buttons zu drücken. &lt;br /&gt;
Am Anfang dachte ich, links wäre "ja" und rechts wäre "nein". Ich habe beides ausprobiert - man hat ja allerhand viel Zeit und Muße beim Autofahren - ich kann keinen Unterschied erkennen. Dazu singt immer und immer Lady Gaga- ich werd noch verrückt! &lt;br /&gt;
Manchmal sagt mir mein Navi, ich müsse jetzt aber gleich abbiegen. Manchmal rät es mir zu wenden. Ich weiss nicht, wie es darauf kommt - schließlich kann es keine Ahnung haben, wo ich hinwill - ich habe ausser Lillis CD noch nie etwas eingegeben! Ich nehme an, es ist auf einer geheimen Mission! &lt;br /&gt;
Irgendwann, wenn ich viel Zeit habe und bis dahin nicht wegen diverser Auffahrunfälle den Führerschein verloren, wahlweise verhaftet worden bin - weil ich mich mit meinem Navi auf sehr niedrigem Niveau gestritten habe ("Halt die Klappe!Sofort! Sonst schmeiss ich dich aus dem Fenster"),fahre ich mal dahin, wo mein Navi hinmöchte. Ich bin ja ein friedliebender Mensch und extrem Kompromiss-bereit!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittlerweile weiss ich aber auch ab und zu selber, wo ich hin will. So auch letzte Woche: Ich kam vom Zahnarzt in Yokohama und hatte noch eine gute Stunde Zeit, bis ich Maria vom Tanzen abholen musste. Perfekt für einen Kaffe bei "Starbucks". Dort wollte ich gerne mein Auto in einem Parkhaus parken. Es war 4.30pm, graues Novemberwetter und man hat wirklich wenig gesehen. Also ohne Autoscheinwefer quasi nichts. Das parkhaus selber ist komplett unbeleuchtet. Wie es sich gehört,hatte ich das Parkticket zwischen den Lippen und wollte gerade aus dem Auto aussteigen, als das Telfon klingelte, während ich festgestellt habe, dass der Schlüssel noch steckt. Frauen können das. Nur habe ich leider das Ticket in meinem Mund vergessen. Ein "Hallo" und aus dem Augenwinkel sah ich mein Ticket abwärts gleiten. Es war gelb. &lt;br /&gt;
Während ich herauszufinden versuchte, wer da  am Telefon war, tastete ich in den finsteren Fußraum nach meinem Ticket. Zum Glück musst ich mich auf das Gespräch konzentrieren, sonst hätte ich mir ja nebenher überlegen müssen, was meine Hände da berührten...Was aber viel schlimmer war, ich fand das Ticket nicht. Die Innenbeleuchtung an, auf den Boden gelegt, unters Auto geschaut  - kein Ticket gefunden, dafür ein wenig Aufmerksamkeit erregt. &lt;br /&gt;
EIn Dankgebet an meinen Mann geschickt, der eine Taschenlampe in mein Auto gelegt hat (war mir bisher nicht klar wofür man sowas braucht) jedoch -  Nichts. In meinem Kopf läuft ein Film mit dem Titel "wie ich versuchte, irgendjemand zu finden, der hier zuständig ist, irgendeine Sprache spricht, die ich auch kann und mir ein neues Ticket ausstellt" und ich kann euch sagen, es ist keine Komödie....Mein Telefonat kann ich aber dabei auf gar keinen Fall abbrechen, denn wenn man eine Frau ist, hält Telefonieren auf jeden Fall Leib und Seele zusammen. &lt;br /&gt;
Leider habe ich jetzt auch nur noch 30 Minuten Zeit, bis ich wieder gehen muss, um Maria abzuholen, ausserdem habe ich vergessen, was ich (ausser einem Kaffee bei Starbucks, was sowieso das Wichtigste war) eigentlich noch hier wollte. Ausserdem sollte ich ein wenig dankbar sein: In solchen Situationen stelle ich normalerweise fest, dass ich zusätzlich meinen Geldbeutel zuhause vergessen/mich im Wochentag geirrt/oder einen anderen Termin verschwitzt habe. In diesem Fall ist nur mein Parkticket weg. &lt;br /&gt;
Ich entscheide mich dafür, mich in Gelassenheit zu üben (das fällt mir schwer, kann ich euch sagen!) gehe in eine Sportgeschäft, in dem ich mir eine Jogging-Jacke kaufe, die ich nicht haben will, aber dafür eigentlich die Parkzeit erstattet bekommen sollte und hoffe dabei auf ein neues Ticket, das ich ohne längere Erklärung auch bekomme. Weil ich schon mal da bin, probiere ich danach auch eine Yoga-Hose an. Aus dem Aufschlag meiner Jeans segelt mir mein Parkticket entgegen. Das Leben ist schön! Nur zu kurz, um auch noch zu Starbucks zu gehen.&lt;br /&gt;
Jetzt muss ich nur noch zwischenfallfrei wieder zu meinem Auto zurückfinden, das Parkhaus verlassen, und bei der nächsten Gelegenheit die Jacke zurückgeben, die ich soeben gekauft habe,dann ist wieder alles wie vorher. Manchmal  bin ich fast froh, wenn Holger mich nicht fragt, was ich den ganzen Tag so gemacht habe.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ausserdem müssen wir backen. Es ist schließlich bald Weihnachten. Ich würde gerne sagen, dass ich Plätzchen backen mit den Kinder total schön und gaz entspannt finde. Es ist nur leider nicht wahr. Vielleicht liegt es daran, dass Maria (mit ungefähr genausoviel Geduld gesegntet, wie ich - also keiner)den Teig für Engels-Augen in Ermangelung von sofort auffindbarem weißem Mehl halt mit einer schon gesalzenen Brotbackmischung angerührt hat, was zur Folge hat, dass diese Plätzchen schmecken, wie Kräuterbrot mit Marmelde, und Lilli ihre Ausstecher ohne Zucker hergestellt und gebacken hat ("ich habs genaus gesehn - da stand aber kein Zucker in dem Rezept, Mama!") und auch diese ganz lecker wären, zum Beispiel mit einem Käse-Dip oder so - wenn sie sie nicht liebevoll mit allerlei Zuckerstreuseln bes
