<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><rss xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:openSearch="http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/" xmlns:blogger="http://schemas.google.com/blogger/2008" xmlns:georss="http://www.georss.org/georss" xmlns:gd="http://schemas.google.com/g/2005" xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0" version="2.0"><channel><atom:id>tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845</atom:id><lastBuildDate>Wed, 06 Nov 2024 02:44:28 +0000</lastBuildDate><category>Brainfuck</category><category>Herzeleid</category><category>Weltschmerz</category><category>Alltag</category><category>Prof. Dr. K.</category><category>Mutterkind</category><category>Verbalakrobatik</category><category>Selbstjustiz</category><category>Hassen für Fortgeschrittene</category><category>Liebes Tagebuch</category><category>Couching</category><category>Menstruationslyrik</category><category>Naturgeilheiten</category><category>Schweinskram</category><category>Helden</category><category>Himmel und Hölle</category><category>Traumpartner</category><category>Failed</category><category>Lynchen</category><category>Nonsens und Konsens</category><category>Prêt-à-porter</category><category>Sex and the City</category><category>Spießer</category><category>Fundbüro</category><category>True Blood</category><category>Blümchenwiese</category><title>Heidis Welt.</title><description>Der ganz normale Wahnsinn.</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/</link><managingEditor>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</managingEditor><generator>Blogger</generator><openSearch:totalResults>76</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>25</openSearch:itemsPerPage><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-620251466460722670</guid><pubDate>Mon, 27 Jun 2011 18:24:00 +0000</pubDate><atom:updated>2011-07-01T16:30:16.003+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Mutterkind</category><title>Lass uns ein Spiel spielen</title><description>&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;35 Grad im Schatten.&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;Gefühlte 2 Liter Schweiß rinnen meine Hüften herab, schlängeln sich am Gerüst meiner Luxussonnenliege tiefer nach unten, runter auf die siffigen Fliesen meines Balkons, der noch kein Wasser dieses Jahr gesehen hat, zumindest keines aus einem Putzeimer, und den ich mit einer unglaublichen Hartnäckigkeit gekonnt ignoriere.&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;Verstohlen werfe ich alle zehn Minuten einen Blick auf die Uhr. Zwei Stunden Bratzeit können ganz schön lange sein, wenn man selbst in der Sonne liegt und sich braten lässt. Draußen zwitschern die Vögel, der Himmel ist blau, ich in Kürze karibikbraun, reihenweise Männer werden ob meines &lt;br /&gt;
&lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;gebräunten Körpers in Ohnmacht fallen, soviel ist klar. Ich will gerade diesen äußerst erheiternden Gedanken weiterverfolgen, als...&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&quot;Mama, lass uns ein Spiel spielen!&quot;&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;Mir schwant Böses.&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&quot;Ich hab ein tolles Spiel, dafür musst du gar nix machen!&lt;i&gt;&quot; &lt;/i&gt;(Kinder sind schon clevere Biester, wissen ganz genau, wie sie einen kaufen können!) &quot;Du kannst dich ganz normal weiter sonnen und musst nur mit mir reden!&quot;&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;(Die gute Nachricht: &#39;Ich sehe was, was du nicht siehst&#39; ist es schon mal nicht. Die Schlechte ist: Da das weggefallen ist, kann es jetzt quasi alles sein!)&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&quot;Wir spielen Stadt, Land, Fluss - nur ohne Stadt, Land und Fluss und ohne Papier!&quot;&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;Genial! Dass ich solche Einfälle mit stolzen 10 Jahren nicht hatte, ist fast schon besorgniserregend...&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&quot;Also, wir nehmen Namen, Tier und Beruf. Ok, Mama? Man muss immer eines davon finden, was mit dem letzten Buchstaben des Wortes beginnt, was der Andere davor genannt hat.&quot;&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;Also gut. Nur reden. Und bissi denken. Sollte zu schaffen sein.&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;15 Minuten später. Nachdem die As, Ms und Ss (fühl mich gerade politisch inkorrekt) durch sind, drehen wir uns ständig um die Es, Rs, Is und anderes Gesocks. Eine Stilblüte nach der anderen verlassen seinen Mund.&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;Ein Tier auf R, Rindschwein. Geht nicht. Gut, dann halt Beruf auf R: Renaultverkäufer! Und kennt ihr schon den Nashornzüchter? Oma ist übrigens ein Beruf. Und da wir Erich schon hatten, nimmt Sohn einfach Ehrlich. Ehrlich geht natürlich nicht, &quot;ok, dann eben Ehrli... ne, Ehrlin!&quot;&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;Ich nenne als Beruf Ingenieur, Sohn muss auf R was finden und nennt Jojo. Als ich ihn frage, mit welchem Buchstaben Ingenieur aufhört, kommt: H! Kurze Zeit später ist wieder das R dran, Sohn gehen offensichtlich die Namen aus, daher nennt er Ratti. In der Schule gibt es einen Jungen, der nämlich so heißt. Bestimmt. Als ich ihn entlarve, will er einen anderen Buchstaben. Er wählt das N und nennt Nulli. Nulli? &quot;Ja, Nulli wie Schnulli, Mensch Mama, du kennst ja gar keine echten Namen!&quot;&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;Er steht kurz vor der Disqualifizierung und bekommt als letzte Chance das T und die Aufgabe einen passenden Namen zu finden. Stille. Zwei Falten bilden sich auf seiner Stirn. Seine Lippen formen Worte, ich sehe förmlich, wie er alle ihm bekannten Namen im Geist abklappert. Nach einer gefühlten Ewigkeit dann mit erhellender Mine: Tubert!&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2011/07/lass-uns-ein-spiel-spielen.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>3</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-6219217215827704019</guid><pubDate>Mon, 26 Jul 2010 23:46:00 +0000</pubDate><atom:updated>2011-07-01T16:29:01.462+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Herzeleid</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Verbalakrobatik</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Weltschmerz</category><title>Generation der Verdammten</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Ich war etwa 17, als ich Janek in einem dieser Modeschuppen kennenlernte, in welche man geht um sehen und selbst gesehen zu werden. Meine Freundin und ich waren weder auf das Eine noch auf das Andere aus. Doch wir waren viel zu jung um zu wissen, worauf wir uns an jenem Nachmittag einließen, als wir seine Einladung auf einen Kaffee annahmen und uns an seinen Tisch setzten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Janek war gute 16 Jahre älter als wir und obwohl uns damals sein Alter nahezu biblisch vor kam, waren wir nicht mutig genug seine Einladung auszuschlagen. Wir hatten es mit einem erwachsenen Menschen zu tun, dessen Alltag aus Arbeit und Verpflichtungen bestand, während sich unser Lebensmittelpunkt hauptsächlich um die große Liebe und den dazugehörigen Liebeskummer drehte. Zeitweise rückte auch das bevorstehende Abitur in den Vordergrund, insbesondere vor den Klassenarbeiten im letzten Halbjahr, so dass wir uns wieder auf das besannen, was vermeintlich wichtig war. Wie unwichtig vieles davon tatsächlich war, sollten wir erst Monate später erfahren, als der Krieg ausbrach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie zogen erst die Berufssoldaten ein sowie jene, die sich freiwillig zur Verfügung stellten.&lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;Die Hälfte von ihnen kam Jahre später, als der Krieg zu Ende, war nicht mehr zurück. Und auch jene, die das Pech hatten, den Anfang des Krieges beim Bund zu erleben, mussten schließlich irgendwann daran glauben und zogen an die Front. Andere hofften, die 12 Monate Wehrpflicht durchstehen zu können, ohne von ihrer Waffe je Gebrauch machen zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass Menschen tagtäglich starben war uns bewusst. Die Medien waren voll davon. Schon längst war das herkömmliche Fernsehprogramm eingestellt worden und bestand mehr oder weniger nur noch aus Nachrichten und Berichterstattungen diverser Korrespondenten an der Front. Wie bitter die Lage jedoch tatsächlich war, erfuhren wir erst als das große Verschwinden begann. Menschen, die Jahrzehnte nebenan wohnten, waren eines Tages einfach nicht mehr da. Sie wurden deportiert oder flohen freiwillig. Andere, die sich weigerten ihre Häuser zu verlassen, wurden ermordet. In die verlassen Häuser zogen jene ein, die sich auf Grund ihrer Nationalität selbst als rechtmäßige Eigentümer einschätzten. Die Mieter fluktuierten. Je nach aktueller Kriegslage konnte es durchaus vorkommen, dass schon nach wenigen Monaten die vermeintlichen Eigentümer selbst fliehen und Anderen Platz machen mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir fühlten uns trotz der Umstände sicher. Wenngleich vorerst nur strategisch wichtige, als auch militärische Ziele beschossen wurden und wir selbst davon eines in Form einer Kaserne in unserer Stadt hatten, hatten wir keine Angst. Die Kaserne kannte jeder von uns, viele waren sogar im Rahmen des Unterrichts dort zu Besuch und durften Schießübungen beiwohnen oder gar daran teilnehmen. Ich selbst hatte dort das erste Mal ein Gewehr in der Hand, welches ich zuvor nach Anleitung zusammen gebaut hatte. In allen höheren Schulen wurde damals noch Verteidigung und Schutz unterrichtet, so dass der Kasernenbesuch zum Schulalltag gehörte. Die Jungs in diesem grauen, hässlichen Bunker hatten in unseren Augen ohnehin den ganzen Tag nichts zu tun. Und warum wir uns mit einem Fach wie Verteidigung und Schutz herumschlagen mussten, konnten wir uns bis Kriegsbeginn nie so richtig erklären. Wir waren jung und voller Träume. Wir wollten Abitur machen, studieren und in die große weite Welt ziehen um Karriere zu machen. Dass es kaum einer von uns weiter als bis zur nächsten Ortschaft schaffen sollte, konnten wir damals noch nicht ahnen. Erst als einige Monate später die Sperrstunden jeden Abend um 20:00 Uhr einsetzten und Panzer durch unsere Straßen rollten, brach die bittere Realität über uns ein. Wir waren die Generation der Verdammten, diejenigen, die einfach das Pech hatten, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, deren Zukunft mit Waffen und Schüssen besiegelt wurde, noch bevor sie begonnen hatte. Und einige von uns, sollten nie die Gelegenheit haben herauszufinden, was ihnen ihre Zukunft gebracht hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer Kontakte im Ausland hatte, zog sämtliche Register um Möglichkeiten zu finden das Land zu verlassen, was auf Grund der Sanktionen allerdings nicht einfach war. Sämtliche Botschaften waren mit Ausbruch des Krieges überfüllt und je länger der Krieg anhielt, umso mehr Menschen standen vor den Botschaften an. Sie wurden wie Tiere zusammengepfercht und genauso behandelt. Wer das Glück hatte noch am selben Tag die Botschaft zumindest betreten zu können, konnte nicht auch noch darauf hoffen, verrichteter Dinge wieder gehen zu können. Die Anforderungen für ein Touristenvisum waren exorbitant. Junge Leute wie wir,&amp;nbsp; ohne feste Arbeitsstelle und ohne Perspektive waren dabei die schlechtesten Kandidaten überhaupt. Diejenigen, die Familie oder Arbeit hatten bzw. in irgendeiner Form gebunden waren, hatten da schon bessere Chancen. Von denen konnten sich die Behörden zumindest eine Rückkehr in ihr Heimatland erhoffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer das nötige Kleingeld hatte, konnte sich sein Visum auch einfach erkaufen. Natürlich nur unter der Hand. Korruption war ein Wort, was man sich nur denken, aber nie laut aussprechen konnte. Jene, die vom Krieg profitierten waren namentlich in der Stadt bekannt und hatten über Nacht wichtige Positionen eingenommen. Den Vorgängern  wurde Hab und Gut genommen. Sie konnten sich glücklich schätzen, wenn sie im Anschluss noch ein Dach über dem Kopf hatten und am Leben waren. Das Gleiche passierte mit allen anderen wichtigen gesellschaftlichen, politischen und staatlichen Positionen bzw. Funktionen. Wer in der falschen Partei war, hatte darüber hinaus besonders schlechte Karten und konnte nur darauf hoffen, nicht in die Schusslinie zu geraten und mit dem Leben davon zu kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Strom abgestellt wurde und wir nur noch stundenweise Wasser hatten, stieg auch unsere Frustration eklatant an. Mit jedem Tag wurde uns bewusster, dass wir nichts hatten, worauf wir hoffen konnten. Statt abends auszugehen, saßen wir mit unseren Familien bei Kerzenlicht im Dunklen und konnten froh sein, wenn ein Transistorradio mit den neuesten Nachrichten wenigstens halbwegs die tödliche Stille überbrücken konnte. Vor allem die langen Nächte im Winter waren ohne Strom nahezu unerträglich. Wir organisierten uns soweit wie wir es konnten. Die Stadt war in unterschiedliche Sektoren, die für jeweils 6-8 Stunden täglich ohne Strom waren, aufteilt. Wer das Glück hatte, jemanden in einem anderen Sektor zu kennen, konnte zumindest dorthin fahren, um so wenigstens ab und an der Dunkelheit, Stille und Kälte zu entkommen. Über Monate hinweg wuschen und kochten wir mit Wasser aus Kanistern, Flaschen, Töpfen und anderen Gegenständen, die wir in weiser Voraussicht dann mit Wasser auffüllten, wenn die Leitungen wieder welches hergaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Grund des Embargos brach die Wirtschaft nahezu vollständig ein. Grundnahrungsmittel wurden nur noch gegen Bons verteilt, wobei jede Familie auf eine beschränkte Menge Anspruch hatte. Milch bekamen nur diejenigen, die kleine Kinder hatten. Pro Haushalt standen außerdem 20 Liter Sprit zur Verfügung, welchen man jedoch nie zu Gesicht bekam, weil die Tankstellen über Monate hinweg keinen Sprit hatten. Der Schwarzmarkt und der damit verbundene Devisenmarkt boomten. Nahezu alles konnte man unter der Hand erwerben – wenn man denn das nötige Kleingeld dafür hatte. Die Inflation fraß nicht selten ein Monatsgehalt binnen Stunden auf und manchmal konnte man sich davon am Ende des Tages gerade noch eine Schachtel Zigaretten kaufen. Um sich halbwegs abzusichern, hoben die Menschen noch am Zahltag ihr Geld ab und liefen damit zum nächsten Devisendealer, um es in eine stabile Währung umzutauschen. Geld war nichts mehr wert. Binnen Monaten wurde es mehrfach neu gedruckt, zeitweise gab es sogar einen 2-Millionen-Schein, von dem man nicht einmal ein Kilo Brot kaufen konnte. Die Regale in den Supermärkten waren leer oder reihenweise mit ein- und demselben Produkt aufgefüllt. Sie hatten schlichtweg nichts zu verkaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Janek sich in diesen miserablen Kriegszuständen eine halbwegs vernünftige Wohnung und ein Auto leisten konnte, weiß ich bis heute nicht. Nicht selten lebten Erwachsene mit Ihren Eltern bis zu deren Tod unter dem gleichen Dach. Janek lebte alleine und das nicht einmal so schlecht. Und auch über ausbleibendes Geschäft konnte er sich nicht beklagen. Die kleine Boutique, die er nahe dem Zentrum führte und die vor allem für italienische Mode und Angora-Pullover bekannt war, lief recht gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während anderswo Menschen starben, fuhr er mich in seinem Audi nach der Schule nach Hause. Nicht selten versteckte ich mich dabei, indem ich die Lehne vollständig runterließ. Die Stadt hatte überall Augen und Ohren. Ich konnte es mir nicht leisten, dass andere Mensch oder gar meine Eltern Wind von der Sache bekamen.  Sie hätten es ohnehin nicht verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Janek  hatte, vielleicht aus einer Vorahnung heraus, schon früh dafür gesorgt, dass ihm auch außerhalb des Landes Möglichkeiten offen stehen. Für gut 15.000 DM hatte er eine Freundin mit einem Schweizer verheiratet und wartete nun geduldig auf den Moment, da sie sich scheiden lassen und er sie heiraten konnte. Auf diese Weise wollte er seinen Weg außer Landes finden. In regelmäßigen Abständen fuhr er, soweit es die Sanktionen erlaubten, nach Ungarn, Italien und manchmal auch in die Schweiz und beschaffte dort die Ware für seine Boutique. Auch wenn er mich irgendwann als seine Freundin betrachtete, konnte ich nie mit ihm auf Reisen gehen. Wir machten nur ein einziges Mal sogenannten Urlaub, als er mich für ein verlängertes Wochenende mit nach Ungarn nahm. Mehr war ohne Visum ohnehin nicht möglich. Für mich war dieser Ausflug, als käme ich vom Regen in die Traufe. Ungarn war damals bei Weitem kein wirtschaftlich starkes Land, aber für mich war es das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Da ihn seine Reise&amp;nbsp; weiter führte und ich nicht mitkommen konnte, blieb ich den Tag über in einem kleinen Hotel und vertrieb mir die Zeit mit Shoppen. Er hatte mir ein kleines Taschengeld überlassen, was umgerechnet zweifelsohne mehr war, als so manch ein Monatsgehalt zu Hause. Ich hatte es binnen weniger Stunden ausgegeben. In erster Linie für süße Stückchen, aber auch für Kosmetika und Unterwäsche. Die Diskussionen, die ich anschließend mit ihm hatte, habe ich bis heute nicht vergessen, trugen sie sich doch zum Teil auf der leergefegten Autobahn auf dem Weg nach Hause zu. Er war so wütend über meine Maßlosigkeit, dass er mich kurzerhand auf der Autobahn aussetzte, nur um mich wenige Minuten später wieder einzusammeln. Ich habe Jahre lang nicht verstanden, warum ausgerechnet er sich über das Geld aufgeregt hatte. Ihm ging es schließlich besser als den meisten von uns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Monate nach unserem Kennerlernen gaben wir das Versteckspiel auf. Ich zeigte mich von da ab offen in seiner Gesellschaft. Mir war nie bewusst, wie viel das zu meinem Schutz beigetragen hatte. Denn auch er war in der Stadt bekannt wie ein bunter Hund und jeder wusste, dass ich mit ihm zusammen war. Was die Menschen in meinem Umfeld darüber dachten, habe ich nie erfahren. Aber es war sicherlich nichts Gutes, schon auf Grund des hohen Altersunterschiedes.  Wahrscheinlich dachten sie, ich wäre mit ihm nur wegen des Geldes zusammen, doch Geld hat für mich nie eine Rolle gespielt. Er symbolisierte Normalität in all diesem Wahnsinn. Er stand für ein Leben, welches meine Generation und ich nicht führen konnten und auch nicht führen sollten. Er hellte die tristesten und düstersten Momente meines Lebens auf und bot Hoffnung, wenn meine Familie und ich im dunklen, kalten Keller saßen, während draußen der Luftalarm tobte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich mein Studium begann, keimte erneut die Hoffnung in mir auf. Viele meiner Klassenkameraden zogen gemeinsam mit mir von zu Hause aus. Wir fühlten uns nicht nur erwachsen, wir waren es auch, schließlich waren wir auf uns selbst gestellt. Wir konnten nicht jedes Wochenende nach Hause fahren, da die Fahrkarten viel zu teuer waren. Wie unsere Eltern unser Studium finanzierten, wussten wir nicht. Und wie sie die Miete für unsere Unterkunft – welche umgerechnet 100 – 150 DM betrug, bezahlten, auch nicht. Statt uns gesund und ausgewogen zu ernähren oder das eine oder andere Unimaterial zu besorgen, gingen wir lieber bis morgens um 5 aus. Wir holten alles nach, was uns vorher verwehrt blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem anfänglichen Traum, mit Janek zusammen zu ziehen, wurde nichts. Er konnte die Stadt nicht verlassen, also sahen wir uns an den Wochenenden, manchmal auch unter der Woche, wenn ich an der Uni blau machte. Als wir etwa 2 Jahre zusammen waren, heiratete er die Freundin, die er damals gegen Geld mit einem Schweizer verkuppelt hatte. Wann immer sie zu Besuch war, war ich Tabu. Wenn sie weg war, führten wir unsere Beziehung  ganz normal fort. Die Phasen ihres Besuches waren die schlimmsten Momente unserer Beziehung. Ich fühlte mich hintergangen und betrogen, obwohl er mich nie in dieser Hinsicht belogen hat. In den Ferien oder wenn er auf Reisen war, kümmerte ich mich ein wenig um seinen Laden, was makaber war, da unter seinen Angestellten auch die Schwester der Frau war, die er geheiratet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich mich in das vierte Semester einschrieb, war der Krieg zu Ende und das Land schöpfte neue Hoffnung. Es war klar, dass wir noch Jahrzehnte mit den Nachwirkungen des Krieges zu kämpfen haben sollten, doch darüber wollte niemand so wirklich sprechen. Jeder wollte, dass es einfach mal voran geht – egal in welcher Hinsicht und wie sehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Janek war mit Ende des Krieges nicht mehr so häufig auf Reisen, vieles konnte abgewickelt werden, ohne dass er persönlich vor Ort sein musste. Auch wenn der Krieg zu Ende war, bot er mir weiterhin einen Zufluchtsort, wo ich Ruhe und Geborgenheit finden konnte. Ich hatte nie die Hoffnung aufgegeben, dass wir vielleicht doch eines Tages ein ganz normales Paar sein würden, doch im Nachhinein denke ich, dass das schlichtweg nicht unser Schicksal war. Ich hatte den Krieg überlebt, während andere ihr Leben dafür lassen musste und ich hatte meine große Liebe gefunden. Das war mehr als ich mir damals erträumt hatte, mehr als viele andere hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sich die wirtschaftliche als auch politische Lage ein wenig gebessert hatte, wollte auch ich frühzeitig mein Glück in Sachen Ausland versuchen und vielleicht sogar nach meinem Studium auswandern. Also stand ich für ein Visum an und hoffte aufs Beste. Die Menschenschlangen hatten zwar etwas nachgelassen, aber man musste nach wie vor morgens um vier oder fünf vor der Botschaft sein, wenn man darauf spekulierte, noch am gleichen Tag seine Unterlagen abgeben zu können. Wochen später kam das Einladungsschreiben der Botschaft, in welchem man mir mitteilte, welche Dokumente ich für ein Visum vorzulegen hatte und wann ich erscheinen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem kalten, verschneiten Dezemberabend  verließ ich in Lederjacke und Jeans und mit meinem Rucksack als Gepäck Janek und meine Heimat und kehrte erst viele, viele Jahre später das erste Mal zurück. Bis heute war ich noch einige weitere Male zu Hause, allerdings immer nur zu Besuch. Während dieser Zeit traf ich Janek genau ein einziges Mal. Wir taten beide so, als ob wir uns nicht kennen und starrten uns lediglich mit stummer Mine an. Die weit aufgerissenen Augen und der entsetzte, schmerzerfüllte Blick ließen vielleicht erahnen, dass uns einst etwas Wunderbares und Außergewöhnliches verbunden hatte.&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2010/07/die-generation-der-verdammten.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>1</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-2864187489608225967</guid><pubDate>Thu, 15 Jul 2010 21:39:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-15T23:43:17.299+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Liebes Tagebuch</category><title>Schein und Sein</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Warum wird man ausgerechnet dann mit diversen Dingen konfrontiert, wenn man sie am wenigsten erwartet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind seltsame Zeiten angebrochen. Abgründe tun sich auf, Bekenntnisse noch und nöcher und zwar von allen Seiten. Und auch wenn ich jetzt schon weiß, dass diesen Blog wieder nur ein paar wenige Leute verstehen werden und das Thema im Prinzip stinklangweilig für jeden Anderen ist, kann ich es irgendwie nicht sein lassen und muss trotzdem darüber schreiben. Das ist nun einmal meine Art mich mit Themen auseinander zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigste Frage überhaupt &quot;Wo stehe ich eigentlich?&quot; habe ich natürlich nicht vergessen. Sie fällt mir mindestens einmal die Woche ein. Eigentlich hat die Frage gar nichts mit philosophischen Dingen zu tun, sie wurde vor einigen Jahren geboren, als ich meine unaufhaltsame Karriere als &lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;Pokerstar angefangen und mich dann doch für andere Herausforderungen entschieden habe. Mein damaliger Mentor betonte jedoch stets, dass beim Pokerspiel die wichtigste Frage überhaupt die Frage &quot;Wo stehe ich eigentlich?&quot; sei. Ich gab ihm Recht und wandte ab da die Frage auf alle Situationen des Lebens an. Manchmal mit einer Antwort darauf und manchmal auch ohne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie sehr sich Fremd- und Eigenbild voneinander entscheiden, musste ich erst letztens wieder erfahren. Darauf fällt mir eigentlich nur folgendes ein: Es ist nicht alles Gold was glänzt. Ich bin kein Pessimist, oh nein, ich versuche nur realistisch zu sein. Denn auch ich koche nur mit Wasser. Nur lasse ich manchmal das Wasser etwas bunter erscheinen als Andere. Aber in Wirklichkeit ist es genauso farblos wie der Roman, in dem die Protagonistin vorkommt, von der ich letztens erst in einem anderem philophischen und im Grunde genommenen überflüssigen Blog schrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schreibhemmungen werden von Jahr zu Jahr fieser. Es sind keine Blockaden, Material gäbe es genug, es wird nur immer schwieriger das Material so zu verpacken, dass es nachvollziehbar aber dennoch unerkannt bleibt. Ich habe vor einiger Zeit beschlossen unterzutauchen, in der Hoffnung unerkannt Klartext schreiben zu können, aber leider ist das gar nicht so einfach. Vor allem nicht dann, wenn man Blogs schreibt. Einige Leute meinten erst in jüngster Zeit wieder, ich solle ein Buch schreiben. Ich finde die Idee so unglaublich lachhaft. Ich wüsste gar nicht, wovon ich darin schreiben soll. Und wer würde das lesen wollen? Jeder Text, der länger als 10 Zeilen ist, ist schon abgeschrieben, weil sich heutzutage kaum noch jemand die Mühe macht, etwas Längeres zu lesen. Menschen sind lesefaul. Am Ende des Tages schreibt man längere Texte immer nur für sich selbst und ein Buch für mich selbst zu schreiben, grenzt schon etwas an Idiotie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letztens kam ja wieder der ultimative Satz: Ich will dich. (Ich weiß, dass du weißt, dass ich gerade dich meine und ich weiß auch, dass du irgendwie davon erfahren wirst, dass ich über dich schreibe). An sich ist der Satz ja schon total geil. Wenn man ihn denn irgendwo einordnen kann. Ihm eine konkrete Bedeutung zuweisen kann. Ich konnte es nicht. Die 5%-Regel hatte mich fest im Griff (95% meines Verstandes sagten: Ich glaube dir. Und dann meldeten sich die anderen 5 % mit: Obwohl ... ) Unterschätze niemals 5%. Eine weitere Weisheit, die ich vor über 15 Jahren gelernt habe. So wahr wie das Amen in der Kirche und auf so vieles übertragbar wie die wichtigste Frage überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mache es dieses Mal etwas kürzer, es muss ja nicht jedes Mal eine neue Bibel sein: Manche werden vielleicht in den Genuss meines Wassers kommen. Aber die meisten wohl eher nicht. Es ist doch nur Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2010/07/schein-und-sein.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>6</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-3876237151345690233</guid><pubDate>Sat, 12 Jun 2010 23:12:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-25T14:36:29.419+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Himmel und Hölle</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Selbstjustiz</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Verbalakrobatik</category><title>Der Tag an dem ich Gott umbrachte - Part IV</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Kairo war eine Stadt, welche sich als eines der weltweit größten Zentren für Kriminalität herausstellte. Vom Hobbydieb bis hin zum professionellen Auftragskiller konnte man hier alles finden. Ich war nicht mal überrascht, dass man unter der Ladentheke Annoncenblätter kaufen konnte, welche sich ausschließlich dem kriminellen Markt widmeten. Mit Interesse erwarb ich eines dieser Exemplare, welches den Titel &quot;Gangstas Paradise&quot; trug, und kam mir dabei seltsam verrucht vor. Ich war angenehm überrascht, als ich im Hotelzimmer einen ersten Blick hinein warf und feststellte, dass es nicht nur auf Englisch war, sondern dass das Anzeigenangebot sehr vielfältig war. &quot;10 kg C2-Sprengstoff wegen Inhaftierung in gute Hände abzugeben&quot; stand genauso auf der &lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;Tagesordnung wie &quot;Scharfschütze sucht neuen Wirkungskreis auf 400 £E Basis&quot; oder &quot;Kugelsichere Weste wegen Todesfall zu verkaufen. Nur einmal benutzt.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier war ich zweifelsohne an der richtigen Adresse, dachte ich zufrieden und klopfte mir in Gedanken auf die Schulter. Schon Morgen würde ich selbst ein Inserat aufgeben und nach Satans Anhängern und seinem Stellvertreter suchen. Der Erfolg würde auf meiner Seite sein. Dessen war ich mir sicher. Ich fragte mich jedoch, ob es sinnvoll wäre, auch noch anderweitig die Aufmerksamkeit von Satans Stellvertreter auf sich zu ziehen. Ein Plan B war schließlich nie schlecht, daher inspizierte ich am nächsten Abend sämtliche Friedhöfe, in der Hoffnung, dort auf Sekten ähnlich denen in Deutschland anzutreffen. Nachdem ich jedoch auch in der dritten Nacht keinerlei verdächtige Aktivitäten feststellen konnte, gab ich die nächtlichen Patrouillen auf. Erst am nächsten Morgen ging mir beim Frühstück ein Licht auf. Ich hatte meine Suche nach den Satanisten völlig falsch begonnen! Was für uns in Deutschland der Friedhof war, war hier in Kairo die Pyramide. Wie hatte ich das nur vergessen können? In meiner Euphorie meldete ich mich auf der Stelle für eine Sightseeing-Tour der Pyramiden von Gizeh an. Als Tourist konnte ich mich vorerst heimlich vor Ort begeben und dann in der Nacht die Lage näher erkunden. Mit Schlapphut, Sonnenbrille und Safarihemd ausgerüstet, bestieg ich kurze Zeit später das Kamel was mir zugeteilt wurde und ritt meinem Verderben entgegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Führung durch die Pyramiden war zwar recht nett, ging aber für meinen Geschmack zu wenig ins Detail. Mich interessierte vor allem welche Kammern für die Satanisten von Interesse sein würden, doch darüber verlor der Touristenführer kein Wort. Auf der anderen Seite war die Luft mehr schlecht als recht und ich hatte schon sichtliche Schwierigkeiten in den schmalen Gängen überhaupt noch zu Atem zu kommen. Den anderen Touristen ging es offenbar ähnlich. Wir hatten gerade die Cheops-Pyramide betreten und zwängten uns durch den schmalen Korridor zum Inneren des Grabmals, als eine ältere Frau vor mir über Atemnot klagte und kurze Zeit später ohnmächtig wurde. Da der Gang schmal war, war ein Fallen zur Seite ausgeschlossen. Und so fiel sie üblicherweise nach hinten, mit ihr ihr Hintermann und mit diesem auch dessen Hintermann. Ich versuchte meinem Schicksal auszuweichen und zwängte mich an die Wand links von mir. Dabei muss ich wohl eine Art Schalter betätigt haben, denn urplötzlich gab die Wand nach und ich fiel in die Tiefe, landete unsanft und verlor schließlich das Bewusstsein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich später wieder zu mir kam, versuchte ich das Geschehene zu begreifen. Entweder hatte der Touristenführer keine Ahnung von diesem geheimen Schalter oder aber er verschwieg ihn bewusst und verbarg somit etwas. Die zweite Variante erschien mir logischer. Ich hatte leider keine Taschenlampe dabei und hatte somit ernsthafte Schwierigkeiten zu erkennen wo ich mich überhaupt befand und vor allem wie ich diesen Ort wieder verlassen konnte. Ich konnte die Touristengruppe darüber hinaus nicht hören, was entweder daran lag, dass ich zu weit von ihr entfernt war oder sie schon längst die Pyramide verlassen hatte. Wer weiß, wie lange ich hier gelegen hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich rappelte mich auf und war gottfroh, dass ich noch alle Gliedmaßen bewegen konnte. Im Dunklen tastete ich nach meinem Schlapphut, der mir vielleicht doch noch irgendwann gute Dienste leisten konnte, als ich etwas zwischen meine Finger bekam, was sich ganz und gar nicht wie ein Hut anfühlte. Im Gegenteil, es war etwas aus Metall, ein Anhänger vielleicht, mit einer Kette daran. Ich wollte den Gegenstand aufheben, aber etwas hinderte mich daran. Etwas Schweres. Ich gab nicht nach und zog mit aller Kraft an dem Gegenstand. Es knackste einmal kräftig in der Dunkelheit und dann landete ich auf meinem Hosenboden. Mit beiden Händen tastete ich den Anhänger ab, den ich soeben von irgendetwas befreit hatte. Ich hatte Recht mit meiner Vermutung. Es war eine Kette, wenn auch eine recht kurze, vermutlich ein Armband. In ihr hatte sich offenbar irgendein Stock verheddert, den ich nun von der Kette löste und achtlos zur Seite warf. Der Anhänger war klein, meinem Tastsinn nach handelte es sich um ein Kreuz, was mich zugegebenermaßen erstaunte. Wie kam ein Kreuzanhänger an einem Armband in die Cheops-Pyramide? Und warum wuchsen hier Bäume? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Bäume sind, muss auch Leben sein, dachte ich und begab mich blind auf die Suche nach einem Ausgang. Recht schnell verfluchte ich mein Schuhwerk, welches nun einmal nicht für Geröll und holprige Wege geeignet war. Nach einer gefühlten halben Ewigkeit ging plötzlich das Licht an. Zuerst dachte ich, es wäre die Sonne - doch seit wann schien in Pyramiden die Sonne? Ich hatte Schwierigkeiten mich an die Helligkeit zu gewöhnen, doch als ich endlich klar sehen konnte, wurde mir bewusst, dass es Elektrizität war, die den Raum erhellt hatte. Ich staunte nicht schlecht. Die alten Ägypter wussten mehr über Strom als uns je bekannt war! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein paar Schritte von mir entfernt entdeckte ich meinen Schlapphut, was mir doch etwas seltsam vorkam. Ich war eine ganze Weile unterwegs gewesen und entdecke dann meinen Hut quasi neben mir? Nichtsdestotrotz freute ich mich ihn wieder gefunden zu haben. Ich wollte ihn gerade aufheben, als mein Blick auf den Stock fiel, in dem die Kette festhing, die ich vorhin gefunden hatte.&amp;nbsp; Der Stock sah gar nicht aus wie ein Stock, doch was konnte man von Bäumen erwarten, die hier in dieser unwirklichen Gegend wuchsen und auch überlebten? Als ich meinen Hut aufgesetzt hatte, machte ich mich mit meiner Umgebung vertraut und schaute mich etwas um. Die Wände des Raumes waren hauptsächlich kahl, hier und dort hingen irgendwelche Apparaturen, die ich nicht kannte. Möglicherweise handelte es sich hierbei um irgendwelche geheimen Erfindungen der alten Ägypter. Der Raum hatte eine leicht rundliche Form, was wiederum erklärte, warum ich meinen Hut fast an der Stelle fand, von der ich losgezogen war. Ich war die ganze Zeit im Kreis gelaufen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Decke des Raumes hing ein kitschiger Kronleuchter, der mir seit ein paar Minuten Licht beschwerte. Wann und wie hier Stromleitungen verlegt wurden, würde ich wohl nie erfahren. Der Boden war voll mit Steinen und Stöcken - wenngleich von den Bäumen noch immer jede Spur fehlte. Mir fiel die Kette wieder ein, die ich noch immer in der Hand hielt. Etwas war in den Anhänger eingraviert worden, doch ich konnte es nicht entziffern. Vermutlich handelte sich um ein männliches Armband, den ein Armband für eine Frau wäre wohl wesentlich filigraner verarbeitet worden. Ich steckte das Armband in meine Hosentasche und beschloss mich später darum zu kümmern. Zuerst musste ich erfahren, wo ich war und wer das Licht eingeschaltet hatte. Und vor allem wollte ich endlich den Ausgang finden und diesen Raum verlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte mich gerade auf die Socken machen, als sich eine der Wände plötzlich wie von selbst teilte und der Touristenführer erschien. Ich war sichtlich erleichtert ihn zu sehen, wenngleich seine Führung wirklich miserabel war. Aber seit meinem Sturz war er das erste Lebewesen, was mir begegnete, also wollte ich es nicht gleich vermasseln. Ich lächelte ihn an und wollte mich für die Rettung bedanken, doch er war schneller. Seine Lippen verzogen sich zu einem gehässigen Grinsen, ein Goldzahn blitzte in seinem schäbigen Gesicht auf und plötzlich kam mir der Gedanke, dass er irgendwie wusste, warum ich mich da befand, wo ich mich nun einmal befand. Das alles konnte kein Zufall sein! Vielleicht war er der Mann, den ich gesucht hatte? Vielleicht hielt er Satans Stellung, solange dieser im Gefängnis saß? Der Mann sagte etwas auf Arabisch und wie aus dem Nichts tauchten ein paar andere Männer in schwarzen Roben und mit Turbanen auf. Die Satanisten! Ich hatte sie tatsächlich gefunden! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erleichtert, dass meine Suche nach Satans Anhängern nun beendet war, wollte ich schon ein Loblied anstimmen, als sich plötzlich die Männer zu meiner Linken und Rechten aufbauten und meine Hände fesselten. Ich wollte protestieren, doch kurze Zeit später wurde ich auch noch geknebelt und somit mundtot gemacht. Sie zerrten mich unsanft zu einer der Apparaturen, die hier und dort an den Wänden des Raumes hingen. Plötzlich dämmerte mir, was das für Gerätschaften waren. Ich blickte ängstlich um mich und erkannte, dass das gar keine Steine und Stöcke waren, die auf dem Boden des Raumes verteilt lagen, sondern menschliche Knochen. Offenbar gingen die Ägypter einen Schritt weiter und hielten sich mit Kleinigkeiten wie der Opferung eines Kalbes erst gar nicht auf. Stattdessen opferten sie für Satan lebende Menschen und bei Gott, ich sollte das nächste Opfer sein!&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;a class=&quot;art-button&quot; href=&quot;http://h3idiswelt.blogspot.com/2005/04/der-tag-dem-ich-gott-umbrachte-part-iii.html&quot;&gt;Zurück&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2010/06/der-tag-dem-ich-gott-umbrachte-part-iv.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-3641003212986855740</guid><pubDate>Thu, 10 Jun 2010 16:24:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T00:08:38.916+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Mutterkind</category><title>Berechenbar</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Sohn geht in den Keller um sich aus der Gefriertruhe ein Eis zu holen. Völlig unerwartet holt er auch gleich die Wäsche aus der Waschmaschine und bringt sie mit hoch.&amp;lt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Ich:&lt;/strong&gt; »Wow! Du hast die Wäsche mit hochgebracht?! Das ist aber lieb von dir! Die hätte ich glatt vergessen. Ich glaube, damit hast du dir ein weiteres Eis verdient!«&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Sohn:&lt;/strong&gt; »Ja. Deswegen habe ich auch gleich zwei mitgebracht.«&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
?</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2010/06/berechenbar.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-4861409286701966916</guid><pubDate>Thu, 10 Jun 2010 15:36:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T00:10:24.468+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Hassen für Fortgeschrittene</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Spießer</category><title>Der ganz normale Wahnsinn</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Seit letzten Donnerstag versuche ich erfolglos die Kinderärztin meines Sohnes aufzusuchen. Letzte Woche war sie auf Fortbildung, da konnte ich sie nicht erreichen, aber sie wollte ab Montag wieder da sein. Sagte zumindest die Sprechstunde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Montag habe ich es dann partout nicht geschafft, ein einziges Mal ein Freizeichen zu bekommen. Ich wollte ja vorher anrufen, denn das Ausstellen der Rezepte dauert bei dieser Ärztin mindestens eine halbe Stunde. (25 Minuten braucht alleine die Sprechstunde um das Formular auszufüllen. &lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;Warum hat die überhaupt noch einen Job? Die wäre bei mir schon längst gefeuert, weil sie unfähig ist. Das Dumme ist, bei jedem Besuch sitzt eine andere unfähige Sprechstunde hinter der Theke. Die Fluktuation scheint enorm zu sein.) Ich hab 30 Mal angerufen, habe früher Feierabend gemacht, um noch innerhalb der Sprechzeiten auftauchen zu können und stand am Ende trotzdem wieder vor verschlossener Tür. Und das gleich zweimal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SO ein Hals!! Als ob ich nichts anderes zu tun hätte, als bei brennender Hitze blöd durch die Gegend zu fahren. Ihre Praxis ist schließlich nicht direkt vor meiner Haustür. Seit vorhin hat sie zum Glück wieder ein Freizeichen, ...allerdings kommt dann ein unverständliches Gemurmel, mit dem Hinweis auf Vertretungsärzte, was ich partout nicht verstehen konnte. Weder die Namen noch die Telefonnummern. Vorher werde ich freundlich darauf hingewiesen, dass ich außerhalb der Sprechzeiten anrufe. Ah ja. Und warum steht dann an der Praxistür, dass genau zum Zeitpunkt meines Anrufes die besagte Sprechzeit ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die haben sich übrigens im April geändert. Die Frau arbeitet jetzt nur noch an zwei Nachmittagen und zwar Montags und Donnersags, wobei ja donnerstags offenbar nicht stimmen kann. Sonst hätte ich heute wohl kaum die Tür abgeknutscht. Mo - Do hat sie von 8-11 und Freitags von 8-10 Sprechstunde. Ich glaube, ich spinne! Was sind denn DAS bitte für Sprechzeiten? Und wem genau sagen die zu? Den arbeitenden Eltern? Den Schulkindern? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ich mittlerweile schon den 8. Tag ohne Rezept für meinen Sohn bin, kotze ich Knochen. Morgen muss ich also erneut zur Ärztin fahren, später ins Büro kommen, in der Hoffnung dass ich endlich das besagte Rezept erhalte bzw. die gute Frau vor allem mal die Praxis aufmacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klar war auch der Anruf, der gestern Abend einging, vom Klassenlehrer, der um ein Gespräch gleich nächste Woche bat, weil mein Sohn wieder zweimal aus dem Matheunterricht geflogen ist und unerträglich war. Ob er denn noch seine Tabletten nehmen würde. Der nächste dicke Hals! Was glauben die eigentlich alle? Das Kind schluckt ein paar Pillen und funktioniert dann wie ein Roboter? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gedanke, dass ich den Kinderarzt wechseln muss, kommt mir nicht zum ersten Mal. Aber bei jedem Mal fällt mir ein, dass die Alternativen bei uns im Ort eher mickrig sind. Gibt ja einen, soll sogar sehr gut und auf ADHS spezialisiert sein, aber der nimmt entweder keine neuen Patienten auf (Stand 2008) oder nur Patienten, die im selben Stadteil wohnen (Stand 2009). Was soll denn die verfickte Scheiße? Nur weil ich im Stadteil 5 km weiter weg wohne, hat mein Sohn kein Anrecht auf ärztliche Hilfe? Dass ich in eben jenem Stadteil aber arbeite und mein Sohn dort auch zur Schule geht, interessiert ihn wiederum kein Stück. Stattdessen werde ich auf Ärzte verwiesen, die 15-20 km weiter zu finden sind. Hallo? Ich sehe es überhaupt nicht ein, abends nach Feierabend jeden Monat eine halbe Weltreise zu unternehmen, um irgendwo irgendwelche Rezepte abzuholen, die er genauso ausstellen könnte. Wie unverschämt ist das eigentlich!? Mir kommt jedes Mal die Galle hoch, wenn ich an die Telefonate mit der Sprechstunde denke.&amp;nbsp; Aber ich habe dieses Jahr noch nicht angerufen, mal schauen, warum mein Sohn dieses Mal nicht aufgenommen werden kann. Ich glaube, ich rufe Morgen mal an.&amp;nbsp; Schon wegen der Warteschleife: &quot;Drücken Sie die 1, wenn...&quot; *kopfschüttel*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin im falschen Film.&amp;nbsp; Ganz großes Kino! Servicewüste Deutschland - gilt auch und vor allem im medizinischen Bereich. Ich glaube, ich lasse mir bald auch ein paar Pillen verschreiben. Lange halten das meine Nerven nicht mehr aus.&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2004/10/der-ganz-normale-wahnsinn-oder-being.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-6281071305725663862</guid><pubDate>Tue, 08 Jun 2010 20:40:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-10T01:00:09.041+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">True Blood</category><title>Hmpf</title><description>&lt;div style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;object height=&quot;340&quot; width=&quot;560&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/12xKVQdooPg&amp;amp;hl=de_DE&amp;amp;fs=1?rel=0&amp;amp;color1=0xcc2550&amp;amp;color2=0xe87a9f&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/12xKVQdooPg&amp;amp;hl=de_DE&amp;amp;fs=1?rel=0&amp;amp;color1=0xcc2550&amp;amp;color2=0xe87a9f&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;560&quot; height=&quot;340&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;Und es wird doch eine Diskussion geben. &lt;a href=&quot;http://h3idiswelt.blogspot.com/2010/05/warten-auf-godot-part-i.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Frau K. gegen den Rest der Welt&lt;/a&gt;. *seufz*&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2010/06/httpwww.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-3360842106282664733</guid><pubDate>Fri, 04 Jun 2010 11:38:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T00:11:25.601+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Fundbüro</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Mutterkind</category><title>Mutter und Sohn</title><description>&lt;div class=&quot;separator&quot; style=&quot;clear: both; text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://26.media.tumblr.com/tumblr_l4480j5nyL1qcst0qo1_400.jpg&quot; imageanchor=&quot;1&quot; style=&quot;margin-left: 1em; margin-right: 1em;&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; height=&quot;161&quot; src=&quot;http://26.media.tumblr.com/tumblr_l4480j5nyL1qcst0qo1_400.jpg&quot; width=&quot;320&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;(Das mit der Kippe in der linken Hand sieht mir total ähnlich.)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.faceyourmanga.com/faceyourmanga.php?lang=ita&quot;&gt;Und wie siehst du aus? &lt;/a&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2010/06/mutter-und-sohn.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-2163477660506722832</guid><pubDate>Sat, 29 May 2010 10:31:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T00:23:03.986+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Herzeleid</category><title>Krieg und Frieden</title><description>&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&lt;strong&gt;I&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Neulich, aber in Wirklichkeit erst vorhin, habe ich begriffen, dass ich nimmer malen kann. So wie früher. Du weißt schon, ich habe dir davon erzählt, aber ob du mir je geglaubt hast, weiß ich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein seltsamer Abend und ich bin mir nicht sicher, warum ich ausgerechnet dich anspreche. Vielleicht weil ich es schon lange nicht mehr getan habe. Vielleicht vermisse ich es einfach. Ja, bestimmt. Die schöne heile Welt von früher, die mindestens genauso schmerzhaft war wie die heutige. Damals war Gott noch Schuld, heute finde ich keinen Schuldigen mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß, warum ich nicht malen kann. Ich habe das über die Jahre&amp;nbsp;mitverfolgt. Schuld ist &lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;er und Schuld sind auch die anderen. Alle anderen, die irgendwann mal in mein Leben traten. Ich kann entweder malen oder mein Leben teilen. Aber beides zusammen geht nicht. Sie stehlen mir die Muse und meine Farben. Ich verbrachte nicht nur einen Abend mit ausdruckslosem Gesicht vor einem leeren Blatt...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;II&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Ich war übrigens zu Hause, als du letztens da warst, wenn auch im Bett. Ja, ich meine gerade dich. Du kannst nicht einfach vorbei kommen, nach so langer Zeit, mein Territorium betreten wollen als wäre nichts passiert. Denn es ist viel passiert. Da wäre eine neutrale Zone angebracht gewesen. Aber mir war irgendwie klar, dass du das nicht so sehen würdest. Das sind die kleinen Dinge, in denen wir verschieden waren, die aber so viel ausgemacht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;III&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Manchmal hilft Musik. Heute nicht. Liegt vielleicht auch den stechenden Kopfschmerzen, die mich seit ein paar Stunden plagen. Und trotzdem ist der Drang da. Und die Fragen. Aber keine Antworten. Ich bin aus der Übung, weißt du. Und vielleicht will ich auch gar nicht mehr in Übung sein. Ich habe es satt, so satt. Ich denke, ich muss mich einfach damit abfinden, dass meine Blütezeit vorbei ist. Damals, ja, damals war ich in Bestform. Du hast sie mitbekommen. Heute kommen nur noch Nachwehen. Und immer farblosere Bilder mit Farben, die schneller verblassen als sie aufgetragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob ich glücklicher bin, wenn ich male? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich fühle mich vollständiger. Es ist ein Teil von mir, den ich die letzten Jahre ungewollt vernachlässigt habe. Und jetzt, da ich wieder malen könnte, rein theoretisch zumindest, kann ich es trotzdem nicht. Ich bin blind und stumm. Aber nicht taub. Ich nehme alles auf. Verarbeite die Informationen. Sie enthalten alle die gleiche Botschaft. Ich werde von Acryl auf Öl wechseln. Meine Bilder haben Wiederkennungswert. An sich eine gute Sache, aber mir gefällt sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;IV&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Das Lied läuft in Endlosschleife. Ohne Erfolg. Heute wird kein kleines Kunstwerk entstehen, worüber ich mir in ein paar Jahren den Kopf zerbrechen müsste. Letztens habe ich mir meine alten Bilder angeschaut. Glaubst du, dass es einige gibt, die ich selbst nicht mehr deuten kann? Das tut weh. Dabei war ich mir sicher, dass ich sie so gemalt habe, dass ich auch nach Jahren wissen würde, was sie beinhalten. Ich habe den Inhalt so gut getarnt, dass ich ihn selbst nicht mehr entschlüsseln kann. Meine Erinnerungen so gut versteckt, dass ich sie nicht mehr finden kann. Ja, es tut weh. Sehr weh. Zum Glück nicht immer. Ein paar Fragmente sind nach wie vor da. Die schönsten. Und die schmerzhaftesten. Ich wollte irgendwann mal mit dir darüber reden. Es hat sich nie die Gelegenheit dafür ergeben. Jetzt ist es leider zu spät.&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2010/05/krieg-und-frieden.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-8492192875236763727</guid><pubDate>Sat, 01 May 2010 23:35:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T02:28:13.352+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Prof. Dr. K.</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Weltschmerz</category><title>Warten auf Godot - Part II</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://h3idiswelt.blogspot.com/2010/05/warten-auf-godot-part-i.html&quot;&gt;» Part I&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neulich telefonierte ich mit meinem Freitag-Abend-Kumpel (der traurigerweise schon seit Jahren nicht mehr freitags bei mir war) und stellte fest, dass es ihm genauso geht, zumindest zeitweise, obwohl wir zwei völlig unterschiedliche Leben führen und uns auch in vielen Dingen überhaupt nicht ähneln. Uns war klar: Wir sind in der Midlife-Krise! Ich schon seit Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Traurige ist, man hat im Alltag viel zu wenig Zeit um darüber nachzudenken. Ich hatte in den letzten Tagen sehr viel Zeit und nutzte diese für all die Dinge aus, für ich im Alltag keine Zeit habe. Muss man sich mal geben. Ich war sechs (!) Jahre nicht mehr beim Zahnarzt. Zumindest laut meinem Bonusheft. Neulich war es ich. Ich hab es endlich geschafft,&amp;nbsp; zum Zahnarzt zu gehen und dort&amp;nbsp; zu kollabieren. Je länger man nicht geht, umso mehr Angst hat man. Ich war erstaunt, dass mein &lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;Zahnarzt keine Notwendigkeit sah, den Bohrer in die Hand zu nehmen, aber ich weiche vom Thema ab …&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist erschreckend. Man arbeitet von morgens bis abends, kommt heim, erledigt die Dinge, die man erledigen muss, geht seinen Verpflichtungen nach, die ja nicht mit dem Feierabend aufhören und ehe man sich versieht, fällt man todmüde ins Bett und weiß am Ende des Tages nicht mal genau, was man eigentlich den ganzen Tag gemacht hat, außer zu arbeiten – in jeglicher Hinsicht. Ich kam nicht drum rum um mich zu fragen: Ist es das? Ist das der Höhepunkt des Lebens? Ist das die Art und Weise wie ich bis zu meiner Rente leben werde, falls ich es bis dahin überhaupt lebend schaffe? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hätte ich kein Kind, wäre ein Teil der &quot;Arbeit&quot;, die auf mich auch nach Feierabend wartet nicht da. Aber was wäre dann da? Was machen Leute ohne Kinder? Fort gehen? Sich &#39;nen Hund kaufen? Länger arbeiten? Und dann widerfährt ihnen was? Was passiert dann? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich begriff, ich bin der Held in irgendeinem farblosen Roman einer Autorin, die in der Ich-Perspektive von ihrer Protagonistin erzählt, mit dem Unterschied, dass es hier keine blonden und dunkelbraunen Vampire und keine Massen von Männern gab, die in Ohnmacht fielen.&amp;nbsp; Hier gab es nur das echte Leben mitsamt seiner Tragik, die mal absolut gar nichts Romantisches an sich hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowas will natürlich kein Schwein lesen, daher schreiben Autoren Bücher und erzählen darin von Dingen, die wesentlich interessanter und spannender sind als das Leben selbst. Weibliche Autoren schreiben darüber hinaus auch von der ganz großen Liebe, die von einer noch größeren Liebe übertönt wird und von DEM Mann aller Männer, der sein ganzes Leben lang auf die Protagonistin wartet und zu ihr passt wie ein maßgeschneiderter Anzug. Autoren schreiben über Dinge, die es nicht gibt. Sie schreiben Fantasy-Romane, selbst wenn sie der Meinung ist, sie hätten sich einem ganz anderen Genre zugewandt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und damit wir uns mit solchen Gedanken nicht länger als nötig beschäftigen und am Schluss auch noch erhängen, hat das Leben dafür gesorgt, dass wir viel zu wenig Zeit haben und den Großteil unseres Lebens mit Arbeit und Verpflichtungen verbringen. Denn jemand, der beschäftigt und abgelenkt ist, der hat keine Zeit seinen Geist zu entfalten. Seelig sind die geistig armen. Je mehr man beschäftigt ist und je länger man in dieser Maschinerie gefangen gehalten wird, umso weniger Zeit und Lust hat man auf andere Dinge, weil diese Dinge irgendwann Verpflichtung bedeuten könnten und man froh ist über jede freie und ruhige Minute, in der man sich nicht um irgendetwas oder irgendjemanden scheren muss. Das ist auch der Grund, warum abends um 9 die Bürgersteige hochgeklappt werden und manche Leute noch nie ihre Nachbarn gesehen haben. Sowas geht nur so lange gut, bis man eines Morgens aufwacht und fest stellt, dass die Batterie alle ist und man aussteigen muss, bevor man völlig durchdreht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich absurd, dass es Wellness-Programme, ja ganze Einrichtungen gibt, die sich mit dem Thema Erholung und Entspannung beschäftigen. Als ob wir verlernt hätten zu entspannen. Haben wir nicht. Wir haben nur keine Zeit dafür, weil wir viel zu sehr damit beschäftigt sind das Geld fürs Überleben zu sichern. Manche leben um zu arbeiten und gehen darin richtig auf. Imho gehen sie nur deswegen darin auf, weil sie wissen, dass sie sonst in nichts anderem aufgehen würden. Nicht weniger tragisch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was passiert, während man sich entspannt und erholt? Man putzt die Wohnung, schaut sich Vampirserien an oder geht zum Zahnarzt. Man geht den Verpflichtungen nach, für die man im Alltag keine Zeit hat, tut Dinge, die man schon lange mal tun wollte und ärgert sich über die Dummheit und Ignoranz anderer Menschen.&amp;nbsp; Man erholt und entspannt sich damit man dann, wenn die Zeit der Erholung und Entspannung vorüber ist, wieder volle Kraft für die täglich wiederkehrenden Verpflichtungen aufbringen kann und keine Zeit hat um nachzudenken, über Sinn und Sinnlosigkeit, die Bedeutung und den Inhalt des Lebens, über den Stellenwert der eigenen Existenz in eben diesem Leben.&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2010/05/warten-auf-godot-part-ii.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-2292810069574670571</guid><pubDate>Sat, 01 May 2010 23:31:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T02:27:03.014+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Nonsens und Konsens</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">True Blood</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Weltschmerz</category><title>Warten auf Godot - Part I</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Neulich hörte ich &quot;Wonderful Life&quot; von Black im Radio.  Auch nach so vielen Jahren finde ich das Lied einfach nur genial. Es ist simpel, typisch 80er eben, aber hey, genau solche Lieder machen irgendwie glücklich und erinnern an die gute alte Zeit. Welche auch immer. Ich wollte ihn heiraten. Black natürlich. Ich habe sogar meine Mutter gefragt, ob sie damit einverstanden wäre, wenn ich so einen Mann heiraten würde. Was konnte sie schon dagegen sagen? So wie er im Musikivdeo zu sehen war, war er ein junger Gott. Elegant und geschmackvoll gekleidet, gut aussehend, charismatisch und  singen kann er auch noch. Das sind richtige Männer. Dachte ich damals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Jahre sind seitdem vergangen. Ich habe nicht einmal ansatzweise so einen Mann kennen &lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;gelernt, geschweige denn ihn geheiratet. Liegt vielleicht auch daran, dass ich nicht eine Frau bin, die von so einem Mann geheiratet wird. Und außerdem weiß ich auch gar nicht, wo sich solche Männer herumtreiben. Und selbst wenn ich es wüsste, würde ich einen davon wirklich heiraten, nur weil ich vor 20 Jahren dachte, dass ich einen an meiner Seite haben will?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schaue seit Neustem Vampirserien. In einer meiner Lieblingsserien gehören gleich zwei männliche Vampire zu den Protagonisten. Sie sind quasi Gut und Böse. Dunkelhaarig und Blond. Alle Welt steht auf den Blonden, wie ich zwischenzeitlich mitbekommen habe, weil er ja &quot;sooooo sexy&quot; ist (Hä?) und so unglaublich gut aussehend ist. Mag ja sein. Naja, er sieht wirklich gut aus, ist auch in meinem Alter und so. Aber er ist langweilig! Der andere... he is the man! Versteh gar nicht, warum die Millionen an weiblichen Zuschauern das nicht erkennen!?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat eine Weile gedauert, bis ich kapiert habe, warum das so ist. Sie lasen die Bücher. Zur Serie. Und in den Büchern, wird der dunkelhaarige Vampir offenbar richtig mies. Er betrügt und belügt die Protagonistin – vieles davon passiert eher zufällig als er nicht er selbst war. Was der Andere getan hat, wird dabei meistens geflissentlich unter den Teppich gekehrt, weil der Andere, der Blonde, nämlich im Buch irgendwann die Frau bekommt. Nachdem sie sich von dem dunkelhaarigen und  plötzlich mies gewordenem Vampir trennt. (Langweilige Story, ich weiß. Interessiert keine Sau). Ich bin ja eigentlich jemand, der sich nicht über Serien und Filme aufregt (meistens jedenfalls, aber als Robocop an einem Samstag Abend starb und kurze Zeit später auch noch Spock über den Jordan ging, hatte ich echt einen meiner miesesten TV-Abende), aber hier habe ich mich wirklich aufgeregt. Es ist nicht mehr möglich, auch nur ein Video, einen Kommentar, einen Forumsbeitrag oder ähnliches zu lesen, wo nicht alle lechzend den neuen Liebhaber in den Himmel loben, weil er ja sooo gut und soooo sexy ist. Ich fing an die Bücher zu lesen, man will ja schließlich wissen, was der Andere so Böses getan hat, dass die Protagonistin sich von ihm getrennt hat. Ich kam bis Band 4. Von ingesamt 9 Bänden. Danach habe ich aufgehört die Bücher zu lesen. Ich will das ganze Zeug eigentlich nicht wissen und stellte fest, dass ich ernsthafte Probleme bekam. Die Serie im TV hat bislang erst das 1. und 2. Buch ausgestrahlt. Glücklicherweise sind viele Dinge in der Serie anders als im Buch. Gott sei Dank. Und wo wir schon bei Gott sind: Ich hoffe, die Serie verfolgt die Bücher nicht allzu streng.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich mir dieser Gedanken bewusst war, war mir plötzlich klar: Ich bin ein Junkie! Ich bin die Freaks in den Foren, bei den Kommentaren in Youtube und in diversen Blogs. Nur gehöre ich der Minderheit an, die den falschen Vampir toll findet. Verdammt. An der Haarfarbe konnte es natürlich schon liegen, aber ich denke, es liegt viel mehr daran, dass der charismatische Dunkelhaarige, der früher gut war und böse wird, mehr Ecken und Kanten hat als der Blonde, der böse war, sexy aussieht und dann plötzlich gut wird. Durch eine Amnesie. Ich meine Hallo? Amnesie!? Kommt schon Leute, was ist das für eine erbärmliche Scheiße?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich beim Lesen der Bücher so aufgeregt, dass ich es wirklich nicht geschafft habe, weiter zu lesen. Nicht nur, dass die Bücher im Vergleich zur Serie sowas von platt geschrieben sind, ausdruckslos, farblos, nein, sie erzählen auch aus der Ich-Perspektive (ist das der Grund, warum romantische Geschichten von Autorinnen immer nur weibliche Leser anziehen? Träumen die Autorinnen davon selbst die Protagonistin zu sein? Wie in Herrgotts Namen kann aus der Ich-Perspektive heraus auch nur ansatzweise ein anderer Charakter porträtiert werden, ohne dass telepatische Fähigkeiten und Hellseherei ins Spiel kommen?). Das schlimmste ist: Jeder, absolut jeder männliche Charakter im Buch ist der Protagonistin verfallen. Unnötig zu erwähnen, dass alle (!) weiblichen Fans der Serie die Bücher klasse, ja sogar besser als die Serie selbst finden. Ich nicht. Aber ich wollte ja auch Black heiraten, während meine Freundinnen damals von ganz anderen Kalibern geträumt haben.  Nur mein mangelnder Wortschatz bezüglich der englischen Sprache hielt mich davon ab, mich auf der Stelle beim offiziellen Forum der Serie anzumelden und einen Streit vom Zaun zu brechen. Frau K. gegen den Rest der Welt. Frau K. gegen amerikanische Couchpotatos mit rosaroten Brillen, die auf blonde, durch Gedächtnisverlust geschlagene, von Böse zu Gut mutierte sexy Vampire stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich beschloss weiterhin englische Bücher zu lesen (die besagte Buchreihe ist ebenfalls auf Englisch) um mich auf künftige englischsprachige Diskussionen vorzubereiten und verschwand im Bad um wenigstens etwas Sinnvolles zu tun. Ich putzte mein Bad. So richtig. Mit Fliesen, unter den Badezimmerschrank kriechen, Ecken auswischen, Duschkabine schrubben. Ich hasse Putzen. Aber Putzen ist das Beste, wenn man sich aufregt. Es sei denn, man putzt die Duschkabine. Das hasse ich noch mehr als Putzen selbst. Fluchend und schimpfend zog ich meine Hose und meine Socken aus und stieg in Sweatshirt, Unterhose und blauen Gummihandschuhen bewaffnet mit Putzmittel und Schwamm in meine Dusche, um die verdammte Kabine von Kalk zu befreien in der Hoffnung, ich würde die Dämpfe von Antikal und Co. in einem 1x1 Raum überleben.  Beim Putzen hat man viel Zeit zum Denken. Ich dachte über Blond und Dunkelbraun nach, über Gut und Böse und darüber ob ich Lücken in meinen Unterlagen hatte und die Serie erneut schauen sollte. Vielleicht war mir ein wichtiges Detail entgangen? Vielleicht wollte der Regisseur, dass ich den Dunkelhaarigen besser als den Blonden finde, damit mich dann der Betrug und sein Abgrund, der sich – laut den Büchern - in der bald kommenden dritten Staffel auftun würde, besser aus den Socken haut? Wie viel Ehrlichkeit kann man von einem Schauspieler erwarten? Und was nutzt einem Menschenkenntnis bei einem fiktiven Charakter, der vom besagten Schauspieler dargestellt wird? Der bekommt Geld dafür, dass ich den Fernseher einschalte um die Serie zu verfolgen und dass ich mich in den englischen Foren mit allen anlegen will, die gegen seinen Charakter wettern. (Zum Glück hat er die Frau trotzdem. Er mag sie vielleicht in der Serie verlieren, aber im echten Leben ist er mit ihr verlobt. Sie wusste schon, warum sie ihn nahm und nicht den Blonden. *nick*)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo ich schon so gut in Fahrt war, putzte ich meine  Wohnung weiter. Jedes Zimmer, gründlich, so gründlich wie man eigentlich sonst nur im Urlaub Zeit hat. Mit Fenster putzen, Gardinen waschen, Möbel vorschieben und dahinter saugen und wischen und dem ganzen anderen verdammten Kram der dazu gehört. Irgendwann endet sowas immer bei meinem PC. Und meinem Schreibtisch bzw. dem Saustall darauf. Ach, wenn ich schon dabei bin, kann ich ja auch gleich hier und dort ein wenig rumschrauben … Sieben Tage lang lagen Staubsauger, Wischmopp, Lappen und diverse Putzmittel in meiner Wohnung im Flur, bis ich endlich fertig war. Mit der Wohnung und mit mir selbst. Zwischendrin ärgerte ich mich weiterhin über Blond und Dunkelbraun, über die Schrauben an einem der PC-Lüfter, die eine gewisse Person viel zu fest angezogen hatte, so dass ich sie nicht mehr aufdrehen konnte, und ich mit Zange und allen weiteren Werkzeugen, deren Verwendung mir teilweise nicht einmal bekannt war mit Gewalt das Ding aus dem PC-Gehäuse gerissen habe. Ich ärgerte mich auch über die Werkzeugsammlung in meinem Schlafzimmer, die ich am liebsten kurzerhand einfach aus dem Fenster geworfen hätte und über viele andere Dinge. Kurz gesagt: Ich ärgerte mich über alles und jeden und putzte meine Wut aus mir heraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Liebe Männer: Falls eure bessere Hälfte überdurchschnittlich viel Zeit mit dem Putzen verbringt, solltet ihr euch ernsthafte Gedanken um sie und vor allem um euch selbst machen! Das ist kein gutes Zeichen! Nein, ist es nicht.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen meinen Putzorgien, in meinen Raucherpausen, verfolgte ich diverse (Stamm)Foren mit, auch einige englischsprachige und regte mich erneut auf, nur um diesen Ärger bei der nächsten Putzwelle aus mir heraus zu lassen. Irgendwann fragte ich mich, ob es möglich war, dass ich in allem eine andere Meinung hatte, als die vermeintliche Mehrheit, die sich in diesen besagten Foren herum trieb, somit die pauschale Mehrheit in dieser kleinen Welt und möglicherweise auch in der großen, richtigen. Ja, es war möglich. Sind sie die Freaks oder bin ich es? Ich fand keine Antwort auf meine Frage, also putzte ich weiter.  Und doch beschäftigte mich dieses Thema. Und da fiel mir wieder die wichtigste Frage überhaupt ein: Wo stehe ich eigentlich? Seltsamerweise könnte ich diese Frage mit vielen Antworten beantworten. Mit guten, mit schlechten, mit neutralen. Aber welche Antwort die wahre ist, das kann ich nicht sagen. Vielleicht sind sie allesamt wahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://h3idiswelt.blogspot.com/2010/05/warten-auf-godot-part-ii.html&quot;&gt;» Part II&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2010/05/warten-auf-godot-part-i.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-6744931820121187507</guid><pubDate>Thu, 09 Apr 2009 21:50:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T00:21:51.534+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Herzeleid</category><title>BlackSun</title><description>&lt;img alt=&quot;(c) kzartworld.net&quot; height=&quot;250&quot; src=&quot;http://ug4.kwick.de/ug/0000/8835/72732055_full,r,470x470.jpg&quot; style=&quot;border: 0px; float: left; margin-right: 10px;&quot; title=&quot;[c] kzartworld.net&quot; width=&quot;224&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;text-align: justify; margin-top: -30px&quot;&gt;Der Rasen musste wirklich mal wieder gemäht werden. Wann war nochmal der Elternabend? Menschen, bei denen ich es nie für möglich gehalten habe, haben geheiratet und Kinder bekommen. Die Welt ist böse, Menschen töten und sterben jeden Tag. Die Oper ist ausverkauft. Oh, schade, das ist ja gar nicht mein Rasen. Wohnen die schon länger hier, hab’ die noch nie gesehen. Der Lattenzaun verdient mal wieder einen Anstrich. Die Kinder spielen draußen im Garten mit dem Ball. Kann ich dir mein Gehirn für eine Weile ausleihen? Ich freue mich schon riesig und kritzel Metal forever auf ein Stück Papier. Zum Glück genießen die Leute das schöne Wetter. Lass uns soziale Kontakte knüpfen! Elternbeitrag ist etwas tolles. Ich will alles. Spießer sind langweilig. Oh Gott, die Nachrichten kommen, ich mach lieber mal das Radio leiser. Du bei dir zu Hause und ich bei mir. Ich lass die Tür offen, für den Fall dass was passiert. Wann geht der Flug nochmal, ich bin da nämlich verhindert. Es kotzt mich trotzdem an. Oh ja, ich habe wirklich viel für intelligente Themen übrig. Dieses Jahr sehen die Eier besonders schön aus. Lass uns seriös sein! Ach draußen scheint die Sonne? Sonntags gibt es richtiges Sonntagsessen. Lass mich die Welt bereisen! Ich werde die nächsten Tage einfach nur zocken. Schenk vertrauen, es wird schon nichts passieren. Es ist gar nicht mein Lattenzaun. Ich fahr’ schon mal zum Mäc. Lass uns ein gemeinsames Hobby haben. Ich schmeiss gleich mal den Rechner an. Aber ohne Verantwortung. Was hat sich verändert? Mir doch egal.&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2009/04/blacksun.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-590773203120268635</guid><pubDate>Mon, 23 Jun 2008 20:12:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T00:23:58.908+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Couching</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Weltschmerz</category><title>Der zweite Frühling</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Ich bin neun und höre mir stundenlange Predigten meiner Mutter an, die meine Karriere als Dieb im Keim ersticken will. Vor mir liegt der Beweis meiner Schandtat, ein rotes Doppeldecker-Mäppchen, was Monate zuvor das Objekt meiner Begierde war. Nur leider reichte mein Taschengeld nicht für alle Ausgaben von Lucky Luke und das Mäppchen, also musste ich einen Kompromiss schießen. Es war wohl nicht der beste Kompromiss, den ich hätte schließen können. Jetzt, wo ich das Gesicht meiner Mutter sehe, bin ich mir sogar ganz sicher, dass es einen anderen, besseren Kompromiss gegeben hätte. Sie kommt auf Tuchfühlung. Ich schließe meine Augen, um mir ihr wutentbranntes Gesicht nicht aus allernächster Nähe ansehen zu&amp;nbsp; müssen, doch sie lässt sich keinen Strich &lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;durch die Rechnung machen. &quot;Schau mich an, wenn ich mit dir rede!&quot; keift sie, also öffne ich widerwillig meine Augen und starre sie an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die steile Falte zwischen ihren Brauen hat exorbitante Formen angenommen. Vor mir offenbart sich ein Wunder der Natur. Ich sehe einen Menschen, der in der Lage ist, einen Krater auf der Stirn zu bilden und dabei gleichzeitig die Augen weit aufzureißen. Spontan versuche ich diese Falte auch auf meiner Stirn zu reproduzieren und ziehe ein Gesicht. Welch ein Fehler! &quot;Nein, ich mache mich nicht über dich lustig, Mama. Ja, ich weiß, dass du die halbe Nacht auf warst und auf mich gewartet hast. Ja, ich weiß, dass ich versprochen hatte, pünktlich zu sein.&quot; Die Sorgen habe ich vergessen zu erwähnen. Die Sorgen! Wegen mir und weil sie dachte, mir sei etwas passiert. Deswegen ist sie auch die ganze Nacht aufgeblieben und hat kein Auge zugedrückt. Dabei bin ich doch gar nicht die ganze Nacht zu spät gekommen. Nur fünf Minuten. Gut, vielleicht war es auch eine halbe Stunde. Aber mehr als eine Stunde habe ich mich bestimmt nicht verspätet. Und selbst wenn: Ich bin 15 und mit 15 hat man so langsam einen Plan vom Leben und kann es selbst managen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieso ist eigentlich nie jemand da, wenn man ihn braucht? Muss man denn alles selbst machen? Und warum kommt niemand vorbei und fragt, wie es einem geht oder ob man Hilfe braucht? Ich habe nie gesagt, dass ich erwachsen werden will. Ich war es plötzlich ganz einfach und es gab nichts was ich tun konnte, um diesen Prozess aufzuhalten. Woher kennen eigentlich die Anderen den Weg? Und warum kenne ich ihn nicht? Oder tun die nur so, als ob sie ihn kennen würden und haben in Wirklichkeit gar keinen Plan davon? Die Welt lügt und ich bin die Einzige, die das erkannt hat. Das Dumme ist nur, es glaubt mir niemand. Egal. Irgendwann wird es schon jemanden geben, der mir Gehör schenkt. Irgendwann kommt jemand, der mir glauben wird. Der alles glaubt, was ich sage. Und auch das was ich nicht sage. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis dahin werde ich einfach Predigten halten. Die tiefe Falte zwischen den Brauen habe ich mittlerweile fast bis zur Perfektion drauf. Sie ist ein Teil meines Gesichts, was ich mir ohne sie nicht mehr vorstellen kann. Ich bin mir nicht einmal mehr sicher, ob ich je ohne sie war. Sie ist immer da, morgens, mittags, abends. Sie ist die lästige Eigenschaft, die man nicht abstellen kann. Die Sorgen, die man nicht vergessen kann. Die Sorgen! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder ist das Produkt seiner Eltern. Ich bin das Produkt meines selbst im Zusammenspiel mit der Umwelt. Meiner Mutter geht es gut, auch wenn die Falte nach wie vor tief ist. Gerne würde ich sie um Rat fragen, einfach so. Einfach um jemanden um Rat zu fragen, der auch antworten kann. Sie kann hellsehen. Sie konnte es schon immer und manchmal träume ich davon, wie ich sie anrufe und frage, ob sie für mich sehen kann. Ob sie mir den Weg zeigen kann. Denn sie kennt den Weg. Sie hat ihn schon immer gekannt und bis heute erfolgreich bestritten. Sie ist bereits da, wo ich erst noch ankommen muss. Falls ich ankomme. Wer wird für mich sehen, wenn sie nicht mehr ist? Kannst du es tun? Nein. Nein, du kannst es nicht und wir wissen beide, dass es so ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin neun und bekritzele mein Lucky Luke-Heft mit den Stiften aus meinem neuen roten Doppeldecker-Mäppchen. Ich bin 15 und die ganze Nacht auf Achse, während meine Mutter ruhig schläft. Ich bin erwachsen und studiere die Karte. Zu viele Wege führen ins Nirgendwo. Zu viele überall und nirgendwohin. Welcher ist der Richtige? Und wo ist der rote Punkt, der meinen jetzigen Standort kennzeichnet?&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2008/06/der-zweite-fruhling.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-1640613963373498094</guid><pubDate>Mon, 27 Aug 2007 20:56:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T00:26:08.332+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Spießer</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Weltschmerz</category><title>Wenn ich groß bin, will ich auch ein Spießer werden!</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Nein, ich werde nicht schon wieder über meine Nachbarn schreiben, die seit Stunden unverschämterweise wieder einmal eine Grillsession auf ihrer Mörderterrasse abhalten. Aber wo wir schon dabei bin: Sollte es so weitergehen, werde ich demnächst völlig wahnsinnig!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Worüber ich eigentlich schreiben wollte weiß ich gar nicht so genau. Ich weiß allerdings, dass ich überhaupt nicht vor hatte irgendetwas zu schreiben, denn heute im Büro habe ich so viel getippt, wie die letzten drei Wochen nicht mehr. Der erste Tag nach dem Urlaub ist schon was Feines. *brumm*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwie gehen mir meine Nachbarn dennoch nicht aus dem Kopf. Spießer wie aus dem &lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;Bilderbuch, sag ich euch! Wohnen in einem schicken neugebauten Haus. Ganz alleine! Das Einzige, worum ich sie beneide, sind die dicken Sitzkissen für ihre Gartenstühle, ihre große Terrasse, das fette Windlicht und noch ein paar andere Dinge. Sie gehört imho zur Brigitte-Fraktion. Was das ist, habe ich irgendwo weiter hinten in meinem Blog beschrieben. Was er macht weiß ich nicht so genau. Eigentlich weiß ich auch nicht, was sie macht. Ob sie wohl arbeitet? Einer ihrer Söhne ist sechs und kommt vermutlich dieses oder nächstes Jahr in die Schule. Der andere ist älter, schätzungsweise schon acht oder neun Jahre. Arbeiten kann man mit Kindern in diesem Alter durchaus. Aber wer so eine Terrasse besitzt (mit angrenzendem Garten), braucht nicht arbeiten. Zumindest nicht als Frau. (Die Preisfrage wäre jetzt: Wieso habe ich nicht so eine Terrasse? Ach so, stimmt, weil ich nie ein Haus wollte. Jetzt weiß ich es wieder!) &amp;nbsp; &amp;nbsp;Wer will schon eine Terrasse? Die muss man ständig fegen, im Winter Schnee schippen und weil sie im Erdgeschoss ist, hat man ständig eklige Viecher in der Hütte. Und so oft ist es auch nicht schön, als dass man eine Terrasse haben müsste. Und wenn ich jetzt noch ein Weilchen länger darüber nachdenke, fallen mir bestimmt viele weitere Gründe gegen diese verdammte Terrasse ein. Sonnen kann man sich da auch nicht, schließlich gibt es nervige Nachbarn um einen herum, die ablästern und fiese Blogs darüber schreiben könnten. Kurzum: Terrassen sind doof. Braucht keine Sau. Ich auch nicht. Und dennoch finde ich ihr Sonntagsfrühstück, was ich bislang nur ein- oder zweimal sah und wo die ganze Familie daran teilgenommen hat, irgendwie reizvoll. Muss am Frühstück gelegen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ne, mal im Ernst, welche Gründe könnte es sonst dafür geben? Nur weil ich über 30 bin (und das nicht erst seit gestern), kann ich doch nicht meine Meinung über Häuser, Terrassen, Hunde, Lattenzäune, Garten, Kochen und Haushalt geändert haben. Oder etwa doch!? Immerhin habe ich schon Google nach Rezepten für einen idiotensicheren Bierteig befragt, wenn auch mit kläglichem Erfolg. Drei Mal habe ich versucht selbst einen zu produzieren, drei Mal ähnelte er einem Bierteig und drei Mal sah das Frittierte hinterher wie eine abgelutschte Schuhsohle aus. Bierteig ist nichts für mich, also versuchte ich es mit Guacamole. (Man spricht es übrigens nicht so aus, wie man es liest. Für die korrekte Aussprache bitte Mister … äh die persona non grata befragen). Zehn verschiedene Rezepte sind mir untergekommen, aber keiner meiner Versuche schmeckte so wie beim Mexikaner. Und selbst das gekaufte Exemplar schmeckte nicht so. Beim ersten Selbstversuch wusste ich übrigens nicht einmal, warum meine Avocado steinhart war, bis mir irgendwann die Idee kam, dass die Frucht noch grün sein musste... Immerhin wusste ich, wie eine Avocado aussieht und musste nicht die Verkäuferin befragen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letztens wollte ich mal wieder Schnitzel panieren und dabei fiel mir ein, dass ich nicht mehr die Reihenfolge bei der Zubereitung wusste. Erst Ei und dann Mehl oder erst Mehl und dann Ei? Muss wohl lange her sein, dass ich das letzte Mal etwas paniert habe, bestimmt über acht oder zehn Jahre. Warum ich damals Schnitzel paniert habe und dann nie wieder, ist mir schleierhaft. Aber warum ich sie jetzt, nach so langer Zeit, wieder panieren wollte, ist ein noch größeres Rätsel. Und wenn man dann, nach allen Fehlgriffen und peinlichen Experimenten ein &quot;Deine Mama kocht gut&quot; zu hören kriegt, will man sich am liebsten selbst für tot erklären. Wie verzweifelt muss ein Mensch sein, um solche Worte in meiner Gegenwart auszusprechen? Niemand weiß es. &amp;nbsp; &amp;nbsp;Es ist ja nicht so, dass ich überhaupt nichts kochen kann. Ich bin der absolute Crêpes-Gott, der Master of Crêpes! Ne, echt jetzt, die kann ich wirklich gut. Aber das liegt auch nur daran, dass mein Vater die Kunst des Crêpes-Backens beherrscht und ich nach ihm komme. Dies hat leider einige negative Begleiterscheinungen, wie ich irgendwann begriffen habe, von denen ich aber an dieser Stelle nicht berichten werde. Ich bin jetzt schon stigmatisiert und komme Jahrzehnte lang nicht mehr vom Kreuz runter, auf welches ich mich seit dem ich diesen Blogeintrag schreibe, selbst nagele. Auf diese Weise weiß man wenigstens, dass es vernünftig gemacht wird. Man kann sich ja heutzutage auf niemanden mehr verlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin der Überzeugung, dass jede Frau ein oder mehrere Wandlungen in ihrem Leben durchmacht (Männer sind von Anfang an Affen und bleiben es bis zu ihrem Tod. Sie lernen lediglich mit der Keule umzugehen.). Und ich glaube, dass Männer nicht ganz unbeteiligt sind an diesem Prozess. Kaum hat man sie öfters um sich herum, beginnt man – wenn man nicht vorher schon einen Schaden hat – irrsinnigerweise am Herd zu stehen und sich etwas vorzumachen. Wo man vorher aus Faulheit nicht einmal eine TK-Pizza für sich in den Ofen geschoben hat, bastelt man nun stundenlang an einem popligen Salat oder ähnlichem Kleinkruscht. Von größeren Dingen ganz zu schweigen! Momentan warte ich eigentlich darauf, dass ich ein Sonntagsessen koche oder noch besser, meine Schwiegereltern in spe sonntags zum Essen einlade, mich vor meiner Halb-Schwiegermutter und begnadeter Köchin blamiere und dann selig vom Balkon ab auf die doofe Terrasse meines Nachbarn werfe. Vorteil: Die Grillsessions wären für einige Zeit passé. Nachteil: Ich habe nichts mehr davon. Nun ja, irgendwas ist immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz so blöd bin ich ja nicht, daher wettete ich vor geraumer Zeit mit der persona non grata um ein Essen. Ein selbstgekochtes Essen wohlgemerkt, einfach um zu sehen wie er kocht. Natürlich verlor er die Wette – wie hätte es anders auch sein können? – aber obwohl der D-Day irgendwann Ende Mai war, habe ich mein Essen noch immer nicht bekommen. Und dabei wollte er nackt kochen! Der Traum einer jeder Frau. Also ihn nackt zu sehen, meine ich natürlich. Jaja, die Konkurrenz ist hart und schläft nie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich vermute, dass Frauen im Beisein von Männern eben zu dem mutieren, was sie eigentlich sind: Frauen. Natürlich passiert das nicht in allen Bereichen, soviel Glück haben die Herrschaften doch gar nicht verdient, aber eben in einigen. Und vielleicht ist es das, was mich an meinen Nachbarn so stört oder soll ich lieber sagen fasziniert? Sie stellen ein &quot;perfektes&quot; Ehepaar dar (er sogar mit Halbglatze!), entsprechen der Gesellschaft, haben ihre bürgerliche Pflicht erfüllt, zwei Nachkommen in die Welt gesetzt, haben ein spießiges Heim und sind brave Steuerzahler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich zahle übrigens auch Steuern. Vor allem an die Tabakindustrie. Jemand muss nun einmal die Wirtschaft ankurbeln und gestorben wird sowieso, ob mit oder ohne Kraut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Apropos Tod: Neulich träumte ich, ich wäre tot. Ich weiß nicht mehr, warum und wieso ich tot war (ich meine aber, dass ich an einer Naturkatastrophe starb), aber ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass mir meine Mutter die Organe entnahm, die ja &quot;sowieso nur verwesen würden&quot;. Der Tod an sich war nicht so beunruhigend. Vielmehr plagte mich die Frage, ob ich noch Sex haben würde. Denn: Wer will schon Sex mit einer Toten? Mister Unbekannt will ja einiges, davon bin ich überzeugt, aber ich glaube trotz seines Vollvogels geht auch er nicht über Leichen. (Was für ein nettes Wortspiel!) Andererseits wäre das ein schöner Liebesbeweis. Alles andere kann schließlich jeder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie dem auch sei, kommen wir zum Ende dieses hirnlosen, jämmerlichen Geplänkels. (So was darf übrigens nur ich sagen, für alle anderen sind das außergewöhnliche Texte einer hochbegabten Literarin). Außer Spesen nix gewesen und selbst mit 31 kann man noch sein blaues Wunder erleben und sieht sich nicht mehr auf der Überholspur wie noch vor einiger Zeit, sondern im Hexenhäuschen mit Lattenzaun und bösem drei-käse-hoch Bello im Garten. Grauenhaft? Find ich auch!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dennoch habe ich die Befürchtung, dass ich unausweichlich diesen Kurs ansteuere. Demnächst heirate ich noch und setze weitere Monsterkinder in die Welt, die die Gesellschaft verunsichern. Als würde mir eines nicht schon reichen …*schauder* Und dann werde ich Hausfrau und Mutter, die mit 40 für vier Stunden zurück in den Beruf geht und in einem kleinen mittelständischen Betrieb vormittags die Tippse macht und nachmittags neue Rezepte ausprobiert, um den noch immer neuwertigen Herd endlich so richtig fit zu machen. Es folgen &quot;Gala&quot; und &quot;Bild der Frau&quot;, Sauerkrautdiäten, herbstliche Ideen für das Treppenhaus, Stricken, Walking mit der Nachbarin, Dauerwellen und Fönfrisuren, Sonntagsbraten, Talkshows, Miederhöschen, Elternbeirat und Werbung für Vanish Oxi Action Powerweiß. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evolution nennt man wohl so was. &lt;br /&gt;
Und Gott stehe mir bei, an mir statuiert sie gerade ein Exempel!&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2007/08/wenn-ich-gro-bin-will-ich-auch-ein.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-1651814338529528581</guid><pubDate>Sat, 25 Aug 2007 21:31:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T00:27:24.251+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Alltag</category><title>Die Jugend von heute</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Ha! &lt;br /&gt;
Kaum lob&#39; ich mich selbst in den Himmel, schon schwirren dutzende Lobesmails in mein Postfach, in denen mir der Respekt für meinen Blog ausgesprochen wird. *freu* Besonders möchte ich dabei Nettiwa danken, dir mir ja fast schon Schamesröte ins Gesicht mit ihrem Lob getrieben hat! Vielen Dank! *verneig*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und sonst?&lt;br /&gt;
Nun ja, gestern ist mein Urlaub offiziell zu Ende gegangen und ich mag gar nicht daran denken, dass ich Montag wieder ran muss. Nichtsdestotrotz habe ich heute noch einmal richtig gechillt, im &lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;Freibad versteht sich, denn bei diesen Temperaturen wäre alles andere Wahnsinn. Ich habe mir noch überlegt, ob ich meinen oberknackigen, aber käsigen Hintern nicht im String präsentieren soll, einfach nur deswegen weil Mister Unbekannt (ach, er ist mit dieser Bezeichnung übrigens nicht einverstanden und möchte lieber als persona non grata betitelt werden *hehe*) nicht anwesend war und mir gerne unterstellt, ich würde mich immer dann, wenn er nicht anwesend wäre, besonders schick machen. Hast du richtig erkannt, Schatz, ich hock&#39; ja auch derzeit mit High Heels (rot, mit einem 10 cm Absatz, die überall, außer im Puff, uncool kommen UND unbequem sind) und Strapsen vorm Bildschirm. Was sonst?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine nackigen vier Buchstaben habe ich dann aber doch nicht im Freibad präsentiert, es war zuviel junges Gemüse anwesend, was ich nicht irritieren wollte, stattdessen wurde ich unfreiwillig Zeugin eines &quot;Gesprächs&quot; dreier junger &quot;Männer&quot;. Meine Güte, die Jugend zeigt sich nicht nur beknackt, sie IST beknackt und ich hoffe, die &quot;Mimi&quot; um die es da ging, lässt sich morgen im Auto nicht flachlegen, wie es ihr Datingpartner im Freibad noch angestrebt hat. Vorher will er aber mit ihr grillen, am Aichstrut (diese Idee hatte sein Kumpel) und wenn er schlau ist, fährt er morgen nicht zur Tanke, sondern hat heute noch das Fleisch im Supermarkt gekauft (das dann hoffentlich kein Schweinehals ist, wie er es vor hatte, bevor ich ihn darüber aufgeklärt habe, dass Schweinehals uncool bei jungen Mädels ist, die a) immer auf Diät sind und b) sowas meistens nicht mögen). Wie seine vorherigen Ex-Freundinnen hießen, habe ich nebenbei auch erfahren (sie hatten den gleichen Vornamen) und auch seine Sorge, er würde die nächste Frau während des *piep* versehentlich mit dem gleichen Namen ansprechen hat er uns mitgeteilt. Der Kumpel schien mir übrigens grundsätzlich vernünftiger. Der hat mir sogar &quot;Tschüss&quot; gesagt, als wir - völlig zufällig - zeitgleich das Freibad verließen. Sehr löblich! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die zwei nach Hause gekommen sind, ist mir völlig schleierhaft, zumal beide einige alkoholische Getränke mit Schaum eingenommen haben und der &quot;Coole&quot; noch Witzle darüber gerissen hat. (Er machte sich über eine Wespe lustig, die ihn gestochen hatte und danach sicherlich besoffen war)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor hier ein falsches Bild entsteht: Ich habe natürlich nicht nur fremden Gesprächen gelauscht (mei, es war nicht zu vermeiden,&amp;nbsp; die saßen ja nur &#39;nen Meter von mir entfernt), sondern auch gelesen und mich natürlich gesonnt. Dies ist ohnehin der einzige Grund für mich ein Freibad aufzusuchen. Und wie es das Schicksal will, bin ich prompt etwas rot geworden. Am Bauch. Wohl hatte ich mich eingecremt, überall nur nicht am Bauch, und das gleich zwei Mal - bitte fragt mich nicht nach dem Grund. Ich habe mir eingebildet, dass ich diesen Bereich nicht mehr eincremen muss, weil er das bräunste Körperteil an mir ist. Morgen bin ich hoffentlich schlauer, denn dann werde ich wohl erneut das Freibad aufsuchen, solange das gute Wetter anhält. Farbe muss sein!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis bald, &lt;br /&gt;
Hardsonning Frau K.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PS: Mimi, bevor ich es vergesse: Die zwei vorherigen Ex-Freundinnen deines Dates hießen Jenny - dies nur zur Info, falls er dir morgen Abend im Auto beim *piep* versehentlich diesen Namen ins Ohr stöhnen sollte...&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2007/08/die-jugend-von-heute.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-5036372893026496496</guid><pubDate>Sat, 18 Aug 2007 10:08:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T00:32:35.966+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Brainfuck</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Naturgeilheiten</category><title>Von Ritzenflitzern und Highheels</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Gibt ja Leute, die nix erleben und somit auch nicht bloggen können. Gibt aber auch Leute, die was erleben und dennoch nix bloggen. Und dann gibt&#39;s noch Leute, die nix erleben und trotzdem was bloggen. Ich gehöre zu dieser Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Leben ist eine einzige Katastrophe, geschwängert von pathologischer Lethargie und Schwermut. Aber da ich mich selbst gerne reden höre und das abends, alleine in der Wohnung, etwas uncool kommt, schreibe ich einfach Blogs. Klasse, was? Klar fragt sich nun der Eine oder Andere, was ich denn da so blogge. Och, das ist ganz unterschiedlich und hängt einzig und alleine von meiner Fantasie ab. Denn: Wer nix zu erzählen hat, erfindet einfach was!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eben habe ich mal wieder meine alten Blogs gelesen, zumindest einige, denn für alle bräuchte &lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;ich - bei den fantastischen Erlebnissen - schließlich Jahrzehnte, und stellte fest, dass ich wirklich tolle Blogs habe. Ne, echt jetzt, ohne Witz! Kennt doch jeder: Man hockt Freitag abends in ausgebeulter Jogginghose und mit Sturmfrisur am Rechner, unterhält sich mit anderen gescheiterten Existenzen, sucht nach 2-Euro-Schnäppchen bei Ebay, liest nebenbei so seine Blogs und denkt sich irgendwann einfach: Mensch, bist du klasse!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben: Ich habe 31 Jahre gebraucht um das festzustellen, aber mal im Ernst: Besser spät als nie! Klar fragen sich jetzt einige Haarspalter warum ich 31 Jahre dafür gebraucht habe, die Antwort ist ganz einfach, ihr Komiker: Weil ich nun einmal erst 31 bin und somit keine 50 Jahre dafür brauchen kann!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen aller 2-Euro-Schnäppchen bei Ebay (bei Porto von nur 6,95) habe ich heute ein Regal bei WASA gekauft. Das Besondere an diesem Regal ist, dass es Bücher beinhalten kann. Aber noch besonderer ist, dass ich seit Jahren kein Bücherregal hatte (&quot;Klar, weil du auch keine Bücher hattest&quot;... witzig!). Nun, da es aufgebaut ist und ich meine Bücher (nein, ich habe vorher keine Bücherüberraschungssammlung für nur 10 € ersteigert!) eingeordnet habe, habe ich mich auch gleich schlauer gefühlt. Ich habe mich so schlau gefühlt, dass ich gedacht habe: Mensch, diesen Moment musst du zu Papier bringen. Du musst der Nachwelt davon erzählen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sitze ich also hier und erzähle von diesem monumentalen Augenblick. Nicht dass es keine anderen monumentalen Augenblicke gäbe - Gott bewahre - aber man kann ja nicht von allem erzählen, sonst würde man ja nix anderes mehr für den Rest seines Lebens tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruhigend ist, dass neben diversen Sexratgebern auch noch richtig wichtige Bücher in meinem Regal stehen. Bücher, die Geschichte geschrieben haben! Hehe. Jo, wir leben im Land der Denker und Dichter (erst gestern hatte ich es übrigens mit Mister Unbekannt davon) und so dachte ich vor ein paar Jährchen, ich könnte mir einfach eine Scheibe davon abschneiden. Neben Wallenstein, Faust, Maria Stuart, Götz von Berlichingen, den Wahlverwandtschaften, Nathan dem Weisen (übrigens niemandem zu empfehlen, außer Leuten, die man nicht leiden kann), Münchhausen und anderem ultrakulturellen Zeugs, gibt es doch tatsächlich auch ganz normale Belletristik. Aber man stellt ja immer das zur Schau, was besonders cool kommt. Nur für den Fall, dass man völlig unerwartet Besuch bekommt und sich gut verkaufen muss. Dass so was stündlich, wenn nicht sogar minütlich passieren kann, wissen wir schließlich alle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herrje, jetzt habe ich schon 3500 Zeichen verbraucht, ohne überhaupt zum Punkt gekommen zu sein. Ich werde immer besser!... Äh, wo war ich stehen geblieben? Ach ja, ich wollte von meinem unglaublich tollen Leben erzählen. In meiner neuen Wohnung. (Seht ihr, ist ja nicht so, dass es gar nix Neues bei mir gibt! Gibt es nämlich, die neue Wohnung. Ha!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ja den Verdacht, dass ich zum Spießer werde (Igitt). Jetzt, wo das Bücherregal steht, geht es definitiv bergab mit mir. Als ob es nicht schon reichen würde, dass mir der Nachbar rechts auf die Nerven geht und ich seine Terrassensessions (Gibt es eigentlich ein Gesetz, was die Größe einer Terrasse beschränkt?) mit Skepsis betrachte, nein, jetzt denke ich auch noch, dass ich seine 15 cm hohen Sitzkissen für nur 25 € das Stück (und er hat davon mindestens sechs!) gar nicht mal so übel finde. Meine haben nur einen Euro gekostet. (Gibt übrigens &#39;nen tollen Ein-Euro-Shop in Waiblingen!) Und weil es keine vier Gleichen gab, habe ich jetzt zwei verschiedene Muster. Mister Unbekannt würde jetzt bestimmt sagen: Sieht ja eh keiner. Stimmt! Mehr als zwei Personen halten sich ohnehin nie in meiner Wohnung, geschweige denn auf meinem Balkon, auf. Und selbst wenn es mal genau zwei Personen sind - wie neulich, als mein Freitagabend-Kumpel da war - dann benötige ich keine zwei Sitzkissen, weil er lieber auf dem Schuhabtreter neben der Balkontür Platz nimmt. (Er hat die wichtigste Frage überhaupt, &quot;Wo steh&#39; ich eigentlich?&quot;, zu ernst genommen *vermut*)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ja Mister Unbekannt vor Monaten versprochen, einen Blog für ihn zu schreiben. Aber was schreibt man über einen Menschen, dessen Lieblingssatz &quot;Sieht ja keiner&quot; ist? Er hat gut reden, er brauchte ja keine Sitzkissen für seinen Balkon! Er hat ja nicht einmal einen Balkon! Wozu auch? Schließlich habe ich einen. Praktisches Denken nennt man so was wohl. Und Frauen denken seiner Meinung nach bestimmt nicht praktisch genug. Außer mir vielleicht. Aber da ich praktisch denke, denke ich nicht schön. Dies behauptet zumindest Mister Unbekannt. Ein Beispiel gefällig? Also gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bringt man Männern bei, dass rote High Heels im Büro etwas uncool kommen? Wie bringt man Männern überhaupt bei, dass rote High Heels überall, außer im Puff, uncool kommen? Doch es geht weiter! Wie bringt man Männern bei, dass rote High Heels mit einem 10 cm Absatz überall, außer im Puff, uncool kommen? Und abschließend die Frage: Wie bringt man Männern bei, dass rote High Heels mit einem 10 cm Absatz überall, außer im Puff, uncool kommen UND unbequem sind, ohne darauf folgende Antwort zu ernten: &quot;Ich kenne Frauen, die in so was tanzen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preisfrage: Was sind das für Frauen? (Wer die Antwort errät, gewinnt rote High Heels mit einem 10 cm Absatz, die überall, außer im Puff, uncool kommen UND unbequem sind.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin ja alles, aber kein Unmensch, also versuchte ich in säuselndem Tonfall mit liebreizenden Worten (&quot;Hast du &#39;nen Vollvogel? Trag&#39; den Scheiß selber!&quot;) auf den Tragekomfort einzugehen (die Optik konnte ich ihm keinesfalls schlecht reden, soviel war klar, aber die Gesundheit meines Fußes musste ihm, als Fußfetischisten, doch etwas bedeuten?). Ich nahm mich dieser schweren Aufgabe also an und versuchte ihm zu erklären, dass ich in roten High Heels mit einem 10 cm Absatz, die überall, außer im Puff, uncool aussehen UND unbequem sind, nicht laufen kann und Schuhwerk mit einem kleineren Absatz bevorzugen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prompt kam mir ein &quot;Du hast ja keine Ahnung&quot; gepaart mit &quot;Du hast keine Ahnung was Männer wollen&quot; und &quot;Ja, lauf&#39; ruhig weiterhin in deinen Birkenstock rum&quot; entgegen. Klogriff. Wo ist das Verständnis, was man von Männern erwartet, wenn man ihnen versucht zu erklären, warum man manche Dinge einfach nicht tragen kann? Wie argumentiert man unbequeme Ritzenflitzer, wenn der Angebetete selbst diese mit Begeisterung trägt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher war einfach alles besser. Damals, als Männer noch Boxershorts oder zumindest Unterwäsche, die den Hintern bedeckt, trugen und Frauen in schwarzer Spitze bereits Erektionen jenseits von Gut und Böse hervorriefen. Heute muss man als Frau mit Männern um den knappsten String und knackigsten Hintern konkurrieren, obwohl man rein biologisch schon auf Grund von Feind Nr. 1 namens Zellulite benachteiligt ist. Und hat man dann als Versöhnungspaket einen Tanga an, kriegt man lediglich Kommentare wie &quot;Sind 2-Mann-Zelte gerade im Angebot?&quot; zu hören. Scheißwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und überhaupt, was heißt da &quot;2-Mann-Zelte&quot;? Spricht er da von der Größe meines Hinterns? War dies ein Wink mit dem Zaunpfahl, den ich auf den ersten Blick nicht richtig interpretiert hatte? Letztens habe ich mich schon über &quot;Alle Größen ein Preis&quot; aufgeregt. Was heißt denn bitte das? Früher waren große Größen Ulla Popken, heute sind alle Größen ein Preis. Mister Unbekannt hat das ja ganz elegant versucht zu erklären: Man findet quasi einen Mittelpreis, denn während kleine Größen weniger Stoff verbrauchen, verbrauchen große Größen mehr. Also bildet man einen Preis, der auf dem Durchschnitt beruht. Aber eigentlich zahlen die kleinen Größen für die Großen mit. Ah ja, wieder was gelernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Doofe ist, mir ist erst im Nachhinein ein gutes Argument für Tangas bzw. gegen Strings, eingefallen: &quot;Schatz, wieso sollte ich für wenig Stoff so viel bezahlen, wenn ich doch fürs gleiche Geld mehr haben kann?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bin mal gespannt, wie er beim nächsten Mal darauf reagiert!&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2007/08/von-ritzenflitzern-und-highheels.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-5821192819371504202</guid><pubDate>Thu, 12 Jul 2007 10:21:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T00:34:12.579+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Alltag</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Prof. Dr. K.</category><title>Sauf&#39; dich schlank!</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Bevor ich 32 werde und/oder wieder in den unendlichen Weiten des Internets äh ... (Wie lautet eigentlich das Präsenz von verschollen? Ich verscholle?) ... , möchte ich noch mein Pensum an sinnvollen Blogs für dieses Jahr erfüllen. Klarer Fall, hierbei konnte es sich nur um einen Diätblog handeln, denn alles andere interessiert eh keine Sau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles fing damit an, dass ich vor ein paar Monaten dachte: Mensch, du solltest mehr auf dein Gewicht achten, nicht dass du noch auseinander gehst wie ein Hefekuchen. Wochen später dachte ich: Mensch, du hast nicht aufgepasst, denn du bist auseinander gegangen, allerdings nicht wie ein Hefekuchen. Aber bevor es soweit ist, solltest du echt was unternehmen. Tage später dachte ich: &lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;Mensch, kauf dir doch mal &#39;ne Waage, damit du dein Gewicht kontrollieren kannst. Du solltest nun &lt;em&gt;wirklich&lt;/em&gt; etwas unternehmen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesagt - getan. Allerdings erst vor einigen Tagen. Ich stapfte also zum Mediamarkt und kaufte mir eine Waage. Zu Testzwecken probierte ich ein paar Geräte aus, stellte aber recht schnell fest, dass ich mich nie und nimmer im angezogenen Zustand wiegen kann, ohne einen Herzkasper zu bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt, allerdings ein paar Stunden später, kam ich dann auf die glorreiche Idee zu Fasten. Allerdings entschied ich mich hier nicht für eine so genannte Nulldiät (Totales Fasten), bei der nur getrunken aber nichts gegessen wird und sämtliche Vitamin- und Mineralstoffe in Form von diversen Präparaten zu sich genommen werden, sondern für das modifizierte Fasten. Das bedeutet, man isst wie bei der Nulldiät nichts, nimmt aber noch eiweißspezifische Produkte in Form von Präparaten oder Molke zu sich, um dem Gehirn den notwendigen Traubenzucker bereitzustellen, aber auch um dem Abbau von Muskelmasse so gut es geht vorzubeugen. Denn beim Fasten greift der Körper auf die körpereigenen Eiweißreserven zurück - vorzugsweise erstmal da, wo sie am meisten verbraucht werden, den Muskeln. Was nutzt ein schlanker Körper, wenn nachher kein Hintern in der Hose ist? Der Vorteil vom modifizierten Fasten ist außerdem, dass man fast alle Nährstoffe erhält, die man benötigt und zusätzlich kaum weiteres Zeugs zu sich nehmen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In meinem Fall handelt es sich hierbei um ein Präparat namens Almased (liebevoll auch Alma genannt!), was in Wasser oder fettarme Milchprodukte eingerührt wird und 3x am Tag getrunken wird. Nebenbei sollte natürlich auch andere Flüssigkeit zugeführt werden, z. B. Wasser, kalorienarme Getränke, Gemüsebrühe, Saftschorle etc. Da Alma den Bedarf an ungesättigten Fettsäuren nicht decken kann, muss hier noch pro &quot;Mahlzeit&quot; ein Teelöffel Sonnenblumen- oder Rapsöl hinzugefügt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Insiderkreisen ist Alma unlängst bekannt und ein beliebtes &quot;Diätmittel&quot;. Insbesondere die Turbo-Diät (auch bekannt als Markert-Diät), bei der man 14 Tage lang ausschließlich Alma zu sich nimmt, soll viel versprechend sein. Ich weiß das, weil ich mich ausgiebig über Alma informiert habe. Aber viel wichtiger ist der geniale Salto, den ich soeben vom Fasten zur Diät vollzogen habe. Ich bin schon toll *find*.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klar, Fans denken nun: Frau K. sieht doch Hammer aus, warum will die denn bitte abnehmen? Ihr habt natürlich Recht, liebe Freunde und Feinde, aber, man wird ja nicht jünger und die Haut leider auch nicht straffer und wie schon weiter oben erwähnt, habe ich im Laufe der letzten Monate einige Kilos zugelegt. Verdammte Büroarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entschlacken + Fasten + nebenher ein paar Kilos abnehmen schien mir somit die beste Methode, um mehrere Fliegen mit einer Klatsche zu schlagen. Und außerdem rege ich mich jeden Tag über meine Kollegin auf, die mit ihrem Fliegengewicht durch die Flure hechtet, ständig auf Trab, als würde sie jemand verfolgen. Sie wiegt vermutlich höchstens 50 kg, ich verwette jedoch meinen Allerwertesten, dass es noch weniger sind. Und dabei ist sie fast genauso so groß ich. Schön, dass ich nur knapp 15 kg mehr wiege als sie! *freu wie blöd*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon mies, wenn man mit der Frau im Besprechungsraum hockt … sie mit schmaler Hüfthose und kurzem Oberteil, der Bauch guckt raus, jeder normale Mensch erwartet nun etwas, was sich über den Hosenbund schiebt und siehe da … ihr Bauch wölbt sich mit viel Fantasie gerade mal einen Zentimeter nach vorne. Gleichmäßig wohlgemerkt. Von Speck ist da nicht einmal aus Versehen die Rede. Ich hingegen sehe meinen Bauch ohne überhaupt hinzugucken. Verdammte Speckschwarten. Aaaaber, man darf ja nicht vergessen, dass ich ein Kind habe und sie nicht. *schönred* Keine Schwangerschaft geht spurlos am Körper vorbei. Jawohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist übrigens meine erste Fastendiät, falls man das so nennen kann. Ich hatte in meinem früheren Leben jedoch eine halbe Diät und zwar nach meiner Entbindung, als ich den Schaden, den Sohn hinterlassen hat, korrigieren musste. Mein lieber Schwan, damals habe ich über 20 Kilo zugenommen. Vorher habe ich übrigens weitere 5-6 Kilo zugenommen, weil ich in weiser Voraussicht mit dem Rauchen aufgehört habe. Witzigerweise kam mein Startgewicht, also das, was ich vor dem Aufhören mit dem Rauchen hatte, erst dann wieder, als ich mit dem selbigen wieder begonnen hatte. Soll noch mal einer sagen, Rauchen wäre schädlich. Nun ja, einen Tod muss man sterben (*wegbrech*), aber an dieser Stelle schloss sich immerhin ein Kreis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der Jahre wollte ich ja immer wieder mit dem Rauchen aufhören, aber wenn man trotz Rauchen zunimmt, wie sieht es erst dann aus, wenn man mit dem Rauchen aufhört? Ich weiß, saublödes Geschwätz, was ich da von mir lasse und spätestens seit dem Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden wäre es einen Versuch wert. Aber ich warte lieber auf die nächste fiese Fieberwelle (wenn es mir richtig dreckig geht, kann ich nämlich nicht rauchen) oder darauf, dass mir meine Frauenärztin nicht einmal mehr östrogenfreie Verhütungspräparate verschreibt, weil ich über 30 und Raucherin bin. Rauchen oder Pille - entscheiden Sie selbst … ich höre die Frage bereits jetzt schon in den Ohren und ahne, was ich antworten werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genug geschwafelt, zurück zum Thema. &lt;br /&gt;
Äh, was war eigentlich das Thema? Ach ja, genau. Der Speck. Jetzt fällt es mir wieder ein. Reden wir also über den Speck und meine grandiosen Abnehmerfolge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß gerade gar nicht wo ich anfangen soll, schließlich gibt es sooo viel zu erzählen! Vielleicht könnte ich meinen Ernährungsplan posten? Ist eigentlich &#39;ne Supi-Idee. Also, mein Ernährungsplan sah bislang so aus: 1. Tag 3x Alma, 2. Tag 3x Alma, 3. Tag 3x Alma, 4. Tag 3x Al … ok, lassen wir das. Ich glaube, so wichtig ist der Ernährungsplan nun auch wieder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe nicht einmal nach Plan angefangen … normalerweise wird das Fasten nämlich mit Hilfe von natürlich Abführmitteln eingeleitet, auf die ich einfach mal verzichtet habe. Kurz darauf, quasi zeitgleich, kam ja schon mein erster Fastentag. Es ging mir dabei richtig gut! Ich soff Alma und freute mich darüber, dass ich als notorischer Wenigtrinker endlich die Gelegenheit hatte herauszufinden, wie viel Wasser ich in mich reinkippen kann, bevor ich mich übergebe. Nebenbei verspürte ich auf Grund von akutem Hunger leichte aggressive Tendenzen und erörterte die besten Methoden zum Entvölkern ganzer Landstriche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alma sollte mit kalorien- bzw. fettarmen Getränken angerührt werden, ich nahm einfach 3,5%ige Milch, da ich davon noch etwa 10 Liter im Schrank hatte. (Wer konnte schon ahnen, dass ich plötzlich auf die glorreiche Idee kommen würde zu fasten?) Und: Jetzt, da Lebensmittel, insbesondere Milch, teurer geworden sind, kann man nicht einfach neue Milch kaufen und die alte vergammeln lassen, auch wenn Gammelmilch sicherlich eine nette Alternative zum Gammeldöner wäre. Und außerdem haben Kinder in Afrika nichts zu essen! Ich sollte froh sein, dass ich überhaupt etwas habe, auch wenn das nur 3,5%ige Milch ist!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach so, den Teelöffel Öl habe ich weggelassen … Öl hin oder her, das macht den Kohl nicht fett. Meine Waage hatte ich ja jetzt auch und probierte sie gleich mal aus. Hätte ich die früher gehabt, jahaaa, ich wäre nie in Teufelsküche gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich war positiv überrascht, als mein Wasserpegel laut Waage mehr als 50% betrug, hatte ich doch schon den Verdacht, in Kürze auf Grund von chronischem Wassermangel umzufallen. Und auch der Muskelwert überraschte mich, da er sich im grünen bereich bewegte, obwohl ich nur alle Schaltjahre Sport treibe. Jetzt, wo mir diese zwei Werte bekannt waren, konnte eigentlich nichts mehr schief gehen - dachte ich zumindest - und wartete auf die Anzeige des Körperfetts. Diese erschien auch sogleich und da, wo der Smiley bei Wasser und Muskeln stand, erschien nur der Hinweis &quot;schlecht&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was heißt denn da bitte schlecht? Verdammt, ich hatte sicherlich einen falschen Standort fürs Wiegen gewählt und verlagerte die Waage vom Bad ins Wohnzimmer. Voller Zuversicht stieg ich erneut auf die Waage, als … Das kann ja wohl nicht wahr sein! Kaum gekauft und schon ist das Ding im Eimer. Ich war drauf und dran die Waage bei Ebay zu verkaufen, rief mich jedoch in letzter Minute zur Vernunft. Was konnte sie denn dafür, dass ich mittlerweile einen fast nahtlosen Übergang von Hüfte zur Taille habe?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas Gutes hatte das Wiegen allerdings schon an sich: Ich begann nämlich noch am selben Tag mit dem Fasten.&lt;br /&gt;
Der zweite Tag ging eigentlich recht gemütlich vorüber. Ich wog bereits ein paar Gramm weniger (obwohl Wasser und Muskeln gleich geblieben sind), somit war klar, dass es ab jetzt nur noch bergab gehen konnte! Der Hunger war natürlich noch immer da, doch jetzt wollte ich meine Mitmenschen nicht mehr töten. Eher foltern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich begann nun auch den empfohlenen Teelöffel Öl in Alma zu werfen und war beruhigt, dass das ihren Geschmack in keinster Weise beeinflusst hatte. Mir schmeckt Alma nämlich außerordentlich gut, was das Wichtigste überhaupt an diesem Projekt ist. Gegen Mittag des zweiten Tages stellte sich ein elendes Geblubber im Bauch ein, was bis heute anhält. Am Abend verdrängte ich sogar den Fernseher von seiner Pool Position und unterhalte meine Mutter und meinen Freund mit Bauchgrummeln. Wir versuchen Melodien herauszuhören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am dritten Tag mache ich mir bereits Gedanken um meine Arbeit. Wie erkläre ich meinen Kollegen dass ich faste? Mama hat in der Zwischenzeit Gefallen an meinen Bauchgeräuschen gefunden und will nun selbst mit dem Fasten beginnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Büroalltag bringt genau das, was ich erwartet hatte. Bereits am Morgen nörgelt mein Kollege über den Geruch meiner Brühe, der sich im Büro ausbreitet. Ich versuche es mit Wasser und scheitere kläglich. Verständnislose Blicke und Fragen kommen mir von anderen Kollegen entgegen, aber dafür habe ich es gegen Nachmittag geschafft, auch meinen Kollegen von meiner Bauchmusik zu begeistert. Mittlerweile beschlagnahme ich übrigens die Toilette ganz für mich alleine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Brühe hängt mir irgendwie zum Hals heraus. In einem Anflug von Wahnsinn kaufe ich in der Mittagspause einen Bio-Gemüsesaft bestehend aus Tomaten-, Karotten-, Sauerkraut-, Sellerie-, Rote Beete- und Zwiebel(!)saft. Meine Kollegen erklären mich endgültig für verrückt. Niemand will an dem Saft riechen, geschweige denn ihn probieren. Ich finde ihn seltsamerweise ziemlich lecker und am Abend belohnt mich meine Waage dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute schreibe ich meinen fünften Fastentag und kann voller Stolz berichten, dass ich mein Hungergefühl besiegt habe. Mittlerweile verstehen wir uns ganz gut, die Alma und ich, wenngleich die heutige Mittagspause ziemlich fies war. Meine Abteilung beschloss kollektiv zum Mittagessen zu gehen, doch anstatt dem üblichen Supermarktbesuch oder der heißen Theke, entschloss man sich den Döner nebenan zu besuchen. Bei Pide und Lahmacun hört der Spaß auf, daher konzentrierte ich mich auf Gammeldöner - mit Erfolg! Mittlerweile habe ich 3 Kilo weniger auf der Hüfte und fühle mich außerordentlich wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist davon auszugehen, dass der Erfolg weiterhin auf meiner Seite bleibt. Ich weiß noch nicht so genau, wie lange ich fastendiäten werde, vermutlich aber eben so lange, wie ich mich wohl fühle und die 16-18 Euros für 500 Gramm Alma aufbringen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Montag will übrigens eine Kollegin in mein Projekt einsteigen. Hat sie heute zumindest so gesagt. Eine Andere bekundete feierlich, dass sie ihre Diät bereits abgeschlossen und zehn Kilo abgenommen hat. Zur Stunde frage ich mich allerdings noch immer wo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PS: Word mag &quot;Supi-Idee&quot; nicht und schlägt an dieser Stelle &quot;Susi-Idee&quot; vor. Guter Tipp eigentlich, darauf wäre ich von alleine nie gekommen! Mein nächster Blog wird von der Rechtschreibung in Word handeln. Warum? Na, weil ich Word einfach susi finde! Ihr etwa nicht?&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2007/07/sauf-dich-schlank.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-6725403268948695690</guid><pubDate>Fri, 24 Nov 2006 21:35:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T00:35:44.036+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Alltag</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Liebes Tagebuch</category><title>358 Tage nach 30</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Mir fiel eben auf, dass ich schon lange nicht mehr über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens geschrieben habe. Ich weiß zwar im Moment nicht, welche das sein könnten, aber sobald sie mir einfallen, werde ich sie an dieser Stelle mitteilen - soll ja niemand dumm sterben müssen. Nichtsdestotrotz brauche ich keinen Grund, um über 358 Tage nach 30 zu schreiben. Ja, liebe Freunde und Feinde, heute in einer Woche ist es soweit: Ich werde erwachsen. Dieses Mal endgültig und unaufhaltsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtige Frage ist nun: Wie geht man mit dieser Erkenntnis eigentlich um? Oder andersrum: Was hat sich in den letzten 358 Tagen verändert? Das ist doch eigentlich supi einfach, denn in dieser Zeit hat sich wirklich etwas getan:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Ich stopfe nicht mehr. Seitdem mir diverse Bösewichte einen Strich durch die Rechnung gemacht und meine Sticks abgeschafft haben, bin ich auf Zigarillos (wie dekadent!) umgestiegen. Muss man &lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;sich mal reinziehen. Im Büro werde ich selten dämlich angeguckt und mit &quot;Was für ein Kraut rauchst du denn?&quot; bemitleidet. Alles Pappnasen. Die haben doch gar keine Ahnung was Qualität ist! Vor allem haben sie keine Ahnung, wie man gut und günstig rauchen kann. Der Vorteil von Zigarillos liegt auf der Hand: Wenn man vergisst an ihnen zu ziehen, gehen sie aus - ähnlich wie Zigarren. Auch der Preis weiß zu begeistern. Für 17 Stück muss man 1,40 € hinlegen, was in etwa dem Preis von Sticks samt Hülsen nahe kommt. Wer jetzt meint, man müsse Stopftabak rauchen, dem will ich sagen, dass ich dieses Theater satte 4 Tage mitgemacht habe und schier Amok gelaufen bin. Mal abgesehen von der Tatsache, dass der Tabak überall nur nicht in der Hülse war, hat man mit Stopftabak schnell einen neuen Lebensinhalt, weil man für andere Dinge gar keine Zeit mehr hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Ich arbeite Vollzeit. Jaha, das sind sensationelle Neuigkeiten, ich weiß! Ich hab es selbst nicht geglaubt, weiß aber jetzt, warum ich seit gut drei Monaten am Stock gehe. Geplagt von einer Jenseitsmüdigkeit, die so tief in den Knochen sitzt, dass sie nicht einmal durch mehr Schlaf reduziert werden kann, geistere ich tagtäglich durch die Gegend in der Hoffnung, die Zeit bekämpfen zu können. Um 6.15 Uhr klingelt der Wecker, der schon längst Schrott wäre, wenn es nicht mein Handy wäre, was mich morgens weckt. Ich quäle mich also aus dem Bett, ärgere mich jeden Morgen darüber, dass ich keinen Kran im Schlafzimmer habe, der mich aus dem Bett hievt und auf die Beine stellt, bettele Sohn 20 Minuten an, dass er endlich mal aufsteht, überstehe das erste morgendliche Theater in Form seines Sirenengeheuls, weil er zu müde ist und verlasse wie immer 5 Minuten zu spät das Haus. Manchmal hat sich die Welt richtig mich verschworen, nämlich dann, wenn ich noch kratzen muss, weil es wieder einmal klar und affenkalt zugleich war. Und manchmal versuche ich die Welt zu überlisten, in dem ich denke &quot;nicht mit mir&quot; und in weiser Voraussicht meine Iso-Folie auf die Windschutzscheibe lege, nur damit ich am nächsten Morgen feststelle, dass es dieses Mal nicht gefroren, sondern in Strömen geregnet hat. Um 7.10 sitzen wir endlich im Auto, kurz darauf liefere ich Sohn im Kindergarten ab und heize im Wahnsinnstempo ins Büro, weil ich ja trotz Gleitzeit nicht gleiten kann, auf Grund der beschränkten Öffnungszeiten des Kindergartens. Ein paar Stunden später, nämlich spätestens um 16.25 Uhr heize ich genauso wahnsinnig wieder zurück, weil der Kindergarten nämlich um 17 Uhr zu macht und die Erzieherinnen sehr bissig reagieren, wenn man erst um 17.01 Uhr auftaucht. Zwischendrin versuche ich produktiv zu sein - jemand muss schließlich die Wirtschaft ankurbeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer nun glaubt, mein Tag würde um 17 Uhr zu Ende sein, dem will ich sagen, dass er sich täuscht. Ab 17 Uhr steppt hier nämlich erst richtig der Bär. Sechsjährige haben kein Verständnis dafür, dass ihre Mama todmüde ist, nein, sie wollen unterhalten werden, quengeln dass alles zu spät ist, machen Unsinn, leiten den nächsten Weltuntergang ein und viele andere lustige Dinge. Dies hält in etwa 3,5 Stunden an, weil Sohn früher nicht ins Bett will, trotz meines O-Tons und der Prophezeihung, dass er am nächsten Morgen müde sein wird. Und wenn er dann endlich mal im Bett ist, schaffe ich es vor lauter Gähnen nicht einmal mehr zu einem aufrechten Gang, sondern krieche bald auf allen Vieren durch die Wohnung, in der Hoffnung meine Müdigkeit doch irgendwie in die Knie zu zwingen zu können (Was ein Wortspiel!). Einen Vorteil hat Vollzeitarbeit: Abends ist alles so, wie man es morgens im Eifer des Gefechts stehen gelassen hat. Das Ganze kann sogar tagelang gehen, was im Übrigen auch die Wäsche auf der Wäscheleine erklärt, welche von Samstag bis Samstag trocknet, bis sie schließlich nur noch an der Wand aufgebaut werden muss, weil sie von selbst steht und somit anziehbereit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Männer! Mama sagt ja mir ja mindestens 2x im Jahr, dass ich immer nur Flachzangen an meiner Seite habe, die mir nicht das Wasser reichen können. Sie war und ist der festen Überzeugung, dass man an Orten wie Büro bzw. Arbeitsplatz &quot;gescheite&quot; Männer kennen lernen kann und ich bislang eben nur in den falschen Kreisen war. Ich war gottfroh, dass ich Mama nach 7 Tagen Vollzeit mitteilen konnte, dass ich endlich gescheite Männer kennen gelernt habe und sie babysitten darf, weil mich einer davon bekochen möchte. Irrsinnigerweise reagierte sie gar nicht so erhellt, wie ich mir das erhofft hatte, denn prompt kamen die ersten Zweifel auf: Ob ich mir denn im Klaren wäre, dass Beziehungen am Arbeitsplatz uncool sind (möchte mal wissen, wie sie auf Beziehung gekommen ist?), weil sie eine Menge Ärger bedeuten können und unvorteilhaft vor allem für Frauen sind. Offenbar hält sie nichts von Hochschlafen - davon mal abgesehen war der besagte Kollege nicht einmal ranghöher, insofern hätte sich die ganze Sache eh nicht gelohnt. Aber, never fuck the company kommt ja nicht von ungefähr, also habe ich mich bestens gerüstet und den Satz ein wenig modifiziert in &quot;Think twice before you fuck the company&quot;. Wenn sie wüsste, dass ich nicht nur 2x sondern mehrfach nachgedacht habe und jetzt auch noch auf - äh - mit dem Kollegen reite, würde ihr garantiert die Kinnlade runterklappen. Gott sei Dank bin ich gerade so an der Volljährigkeit vorbei gerauscht und ihr somit keine Rechenschaft mehr schuldig. Nochmal Glück gehabt. (An alle Verbalakrobaten: Das mit dem Reiten war ernst gemeint! Und selbstverständlich spreche ich von Pferden! Was ihr schon wieder denkt …) (Aber wo wir schon dabei sind: Wusstet ihr eigentlich, dass reitende Männer lockerer in der Hüfte sind *debilgrins*… und nein, meine Müdigkeit hat rein gar nichts damit zu tun!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Auto. Seit drei Jahren habe ich ein- und denselben Parkplatz, seit drei Jahren gibt es eine Stange zum Aufschließen, die mich von Fremdparkern schützen soll und ca. 30x im Jahr macht sich jemand den Spaß, die Stange aufzustellen und somit meinen Parkplatz unbefahrbar zu machen. Letztens komme ich wieder einmal nach Hause geheizt, fahre im 3. Gang wie immer mit einer gekonnten Leichtigkeit auf meinen Parkplatz, setze noch mein schönstes Siegerlächeln auf, als plötzlich ein ekliges, haareaufstellendes Geräusch unterhalb meines Autos ertönt und mir klar wurde, dass irgendwas, irgendwo da unten, jetzt einen Schaden hat. Ich spähe aus dem Auto, danke einem höheren Wesen eurer Wahl, dass sich keine schwarze Lache ausgebreitet hat und stelle dann mit Entsetzen fest, dass mein Auspuff eine seltsame Krümmung bekommen hat. Für einen Moment beschließe ich, meinem elenden Dasein einfach ein Ende zu bereiten und mich kurzerhand zu erschießen, doch wie immer scheitert solch ein Plan am Fehlen der entsprechenden Waffe, also bleibt mir gar nichts anderes übrig, als mein Auto nochmal anzuschmeißen um zu überprüfen, wie groß der Schaden ist. Drei Sekunden lang läuft der Motor, ich sitze mit regungsloser Mine im Auto, steige dann seelenruhig aus und laufe nach Hause um dort in Ruhe brüllen zu können, ohne viel Aufsehen zu erregen. Mein kleiner Clio klang wie ein großer - nein, nicht wie ein großer, sondern wie der Größte! Wüsste ich es nicht besser, hätte ich gedacht, dass Panzer durch die Straßen fahren. Und da kommt jetzt wieder die Sache mit den Männern ins Spiel. Gut, dass ich meinen Kollegen mittlerweile in- und auswendig kenne, denn ihm habe ich es zu verdanken, dass mein Auto innerhalb von drei Tagen mit einem neuen Auspuff ausgestattet wurde, weil der Alte nicht einmal mehr geschweißt werden konnte. Das sagt doch wieder nur eins! Genau. &quot;Gescheite&quot; Männer braucht die Welt. (Er ist wirklich gescheit! Echt jetzt!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Schwindelgefühl. Die letzten zwei Wochen verbrachte ich im Delirium. Kreislaufprobleme noch und nöcher plagten mich und ich fragte mich allen Ernstes, ob irgendwas mit mir nicht stimmt oder ob die Müdigkeit überhand genommen hat und ich deswegen planlos durch die Gegend gondele. Eine erschreckende Benommenheit hatte mich erfasst, machte mich unfähig produktiv zu arbeiten und gab mir das Gefühl ständig auf Speed zu sein. Ich stand von morgens bis abends kurz vor der Ohnmacht, war permanent neben mir und befürchtete schon das Schlimmste. Ich wäre nicht ich, wenn ich meinen Freund Google nicht befragt hätte, jedoch mit mickrigen Ergebnissen. Parallel dazu hatte ich bestialische Zahnschmerzen, eigentlich waren es gar keine Zahnschmerzen, der Weisheitszahn unten rechts hatte lediglich den Wunsch weiter in meine Mundhöhle vorzudringen. Ich habe keine Ahnung, warum ich diese beiden Geschichten in Verbindung gebracht habe, jedenfalls befragte ich erneut Google und siehe da, ich bekam seitenweise Resultate angezeigt und las von Betroffenen, die von enormen Schwindelanfällen berichteten, auf Grund von Zahn- und Kieferproblemen. Das schien mir einleuchtend, schließlich tat mein ganzer rechter Unterkiefer weh und rein anatomisch befinden sich die Gleichgewichtsorgane nicht sonderlich weit davon entfernt. So war das also. Den Gang zum Zahnarzt konnte ich dennoch nicht wagen, ich hoffte stattdessen, dass sich die Probleme wie von selbst in Luft auflösen würden. Heute kann ich sagen, dass ich nicht mehr ganz so beknackt durch die Gegend laufe und sogar wieder das Gefühl habe, geschäftsfähig und bei vollem Bewusstsein zu sein. Wenn das kein Erfolg auf ganzer Ebene ist, was dann?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sicherlich gab es noch viele viele andere Dinge, die sich in den letzten 358 Tagen ergeben haben, aber es würde jeglichen Rahmen sprengen diese aufzuzählen. Und letzten Endes spielen sie auch gar keine Rolle. Ich werde übrigens meinen Geburtstag nicht feiern, auch wenn ich es eigentlich vorhatte, weil ich in den vergangenen Jahren immer gefeiert habe. Dieses Jahr ist es einfach so, dass mir das gänzlich enfallen ist, weil ich gar keine Zeit für eine anständige Planung hatte! Und so wird der Weltaidstag bzw. mein Geburtstag über die Bühne gehen, als wäre es ein Tag wie jeder andere. Der einzige Unterschied wird vielleicht der sein, dass ich nur den halben Tag arbeiten und den Rest des Tages auf einem Pferderücken irgendwo auf einer Wiese verbringen werde. Idealerweise mit geröteten Wangen, einem breiten Grinsen und wehendem Haar.&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2006/11/358-tage-nach-30.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-4441643935396782146</guid><pubDate>Sat, 28 Oct 2006 14:50:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T00:41:10.644+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Helden</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Mutterkind</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Prof. Dr. K.</category><title>Basteln für Dummies. Heute: Die Laterne</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Alle Jahre wieder immer das Selbe: Ich ahne nichts böses, will Sohn vom Kindergarten abholen und habe in dem kleinen Holzfach mit dem roten Apfel, welches Sohn gehört, was zu sehen: Ein herbstlicher Zettel mit genauso herbstlichem Text, welcher mir deutlich zu verstehen gibt, dass sich der nächste Elternabend in rasanter Geschwindigkeit anbahnt. Und wie auch schon letztes Jahr und die Jahre davor, habe ich es mal wieder mit einem Motto-Elternabend zu tun: Das anstehende Laternenfest und das damit verbundene Basteln einer Laterne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch dieses Jahr war ich schlicht und ergreifend nicht in der Lage am Elternabend teilzunehmen, also durfte ich freundlicherweise die Laterne in meinen heimischen vier Wänden basteln und hatte  &lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;sage und schreibe satte zwei Wochen dafür Zeit. Gut wie ich bin, schaffte ich das sogar in einer Woche. Ich weiß, dass sich jetzt, in diesem Augenblick, Millionen Menschen fragen, wie ich das bewerktstelligt habe. Ich zeig&#39;s euch, denn jemand muss es schließlich tun. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Vorbereitung:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Idealerweise habt ihr jemanden, der euch einen Vordruck liefert bzw. das Motiv auf Papier aufmalt. Da ich sämtliche Utensilien vom Kindergarten bekommen habe, habe ich mir das Abpausen des Motivs sparen können. Außerdem braucht ihr natürlich Transparentpapier o. ä. und zwei &quot;Käseschalen&quot;, die den Boden der Laterne bilden und den Kranz:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/120063452_full,r,470x470.jpg&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;120063452_full,r,470x470.jpg&quot; height=&quot;300&quot; src=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/120063452_full,r,470x470.jpg&quot; title=&quot;Usergrafik&quot; width=&quot;400&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Käseschalen! (z. B. Rotkäppchen *grins*)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/119879643_full,r,470x470.jpg&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;119879643_full,r,470x470.jpg&quot; height=&quot;300&quot; src=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/119879643_full,r,470x470.jpg&quot; title=&quot;Usergrafik&quot; width=&quot;400&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Der Vordruck samt buntem Papier, was natürlich halbwegs transparent sein sollte. &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne Werkzeug funktioniert das Ganze natürlich nicht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/119879645_full,r,470x470.jpg&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;119879645_full,r,470x470.jpg&quot; height=&quot;300&quot; src=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/119879645_full,r,470x470.jpg&quot; title=&quot;Usergrafik&quot; width=&quot;400&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Uhu, Bastelschere und ganz wichtig die Nagelschere für die schwer zugänglichen Stellen.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Das Basteln:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Ok. Nachdem nun Material und Werkzeug bereit stehen, kann es los gehen. Erstmal das Motiv ausschneiden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/119879647_full,r,470x470.jpg&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;119879647_full,r,470x470.jpg&quot; height=&quot;300&quot; src=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/119879647_full,r,470x470.jpg&quot; title=&quot;Usergrafik&quot; width=&quot;400&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Supi einfach. Schafft man sogar mit links!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Ausschneiden fallen natürlich Papierschnipsel an. Damit die nicht überall in der Wohnung rumfliegen, räumen wir sie gleich weg und werfen sie in den nahegelegenen Aschenbecher (Wer keinen hat, kann auch einen anderen Behälter nehmen!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/119879651_full,r,470x470.jpg&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;119879651_full,r,470x470.jpg&quot; height=&quot;300&quot; src=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/119879651_full,r,470x470.jpg&quot; title=&quot;Usergrafik&quot; width=&quot;400&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Der Aschenbecher - eine der genialsten Erfindungen seit es Papierschnipsel gibt... &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig: Sobald Schnipsel im Aschenbecher liegen, sollte man auf keinen Fall mit brennbaren Gegenständen in die Nähe kommen. Das Tonpapier fackelt nämlich dann vor sich hin und macht Qualm ohne Ende. Gut bedient ist jetzt der, der noch einen zweiten Aschenbecher hat. Keinen Zweiten zur Hand? Gibt&#39;s aktuell beim Marktkauf für knapp 2 €. Hammer!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/119879655_full,r,470x470.jpg&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;119879655_full,r,470x470.jpg&quot; height=&quot;300&quot; src=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/119879655_full,r,470x470.jpg&quot; title=&quot;Usergrafik&quot; width=&quot;400&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Qualmendes Tonpapier braucht niemand. Daher: Don&#39;t work and smoke!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwann hat man dann hoffentlich das Motiv ausgeschnitten, ohne wichtige Teile abzusägen. Wenn man fertig ist, sieht das dann in etwa so aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/120063460_full,r,470x470.jpg&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;120063460_full,r,470x470.jpg&quot; height=&quot;300&quot; src=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/120063460_full,r,470x470.jpg&quot; title=&quot;Usergrafik&quot; width=&quot;400&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Eine düstere Landschaft, irgendwo da draußen... &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt geht&#39;s an Eingemachte, denn die Fenster müssen ja noch ausgeschnitten werden. Hier hat sich die Nagelschere besonders gut bewährt. Achtung, Verletzungsgefähr!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/119879665_full,r,470x470.jpg&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;119879665_full,r,470x470.jpg&quot; height=&quot;300&quot; src=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/119879665_full,r,470x470.jpg&quot; title=&quot;Usergrafik&quot; width=&quot;400&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Endlich geschafft. So langsam sieht es nach etwas aus!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser anstrengenden Arbeit hat jeder Laternenbastler erstmal eine ordentliche Pause verdient...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/119879667_full,r,470x470.jpg&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;119879667_full,r,470x470.jpg&quot; height=&quot;300&quot; src=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/119879667_full,r,470x470.jpg&quot; title=&quot;Usergrafik&quot; width=&quot;400&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;(Aschenbecher vorher geleert?)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter geht&#39;s mit unserer Laterne, die ja noch nicht einmal nach einer Laterne aussieht. Das ausgeschnittene Motiv muss auf das Transparentpapier geklebt werden. Dafür benutzen wir den guten alten Uhu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/119879673_full,r,470x470.jpg&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;119879673_full,r,470x470.jpg&quot; height=&quot;300&quot; src=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/119879673_full,r,470x470.jpg&quot; title=&quot;Usergrafik&quot; width=&quot;400&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Eine unrealistische Landschaft, irgendwo da draußen... &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem das Motiv auf dem Transparentpapier befestigt wurde, müssen wir das Transparentpapier nur noch um die beiden Käseschalen kleben, damit unsere Laterne einen Boden hat und an der Öffnung etwas mehr Stabilität bekommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/119879675_full,r,470x470.jpg&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;119879675_full,r,470x470.jpg&quot; height=&quot;400&quot; src=&quot;http://ug4.kw.cx/ug/0000/8835/119879675_full,r,470x470.jpg&quot; title=&quot;Usergrafik&quot; width=&quot;300&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Eine Laterne, irgendwo da draußen... &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was jetzt noch fehlt ist ein Draht, womit man das gute Ding an einem Holzstäbchen befestigen kann. Und natürlich benötigen wir außerdem noch eine Kerze, schließlich ist Laternelaufen ohne Kerze ziemlich uncool (Tipp: Kerze nicht in der Hand halten, sondern in die Laterne stellen. Bitte unbedingt darauf achten, dass diese beim Laternelaufen auch brennt! Kein Feuerzeug dabei? Einfach den freundlichen Raucher  nebenan fragen!). Da ich weder das eine, noch das andere gerade zur Hand  habe bzw. die Erzieherinnen des Kindergarten diesen Part übernehmen,  ist hier meine Arbeit beendet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig: Unbedingt noch ein  Laternenlied unter der Dusche einstudieren. Die Konkurrenz ist groß und  nur die Harten kommen in den Garten. Nach dieser Glanzleistung darf man  sich nicht durch peinliches Falschsingen blamieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wäre  nicht ich, wenn ich nicht dafür sorgen würde, dass man auch hier mit  einem Siegerlächeln davon kommt und von sämtlichen Laternenläufern  dieser Welt beneidet wird, daher gibt&#39;s nachfolgend noch das ultimative  Laternenlied für alle Laternengötter und solche, die es werden wollen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.heiliger-martin.de/lieder/bilder/noten/geh_mit_meiner_lat.gif&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;geh_mit_meiner_lat.gif&quot; height=&quot;500&quot; src=&quot;http://www.heiliger-martin.de/lieder/bilder/noten/geh_mit_meiner_lat.gif&quot; title=&quot;Usergrafik&quot; width=&quot;378&quot; /&gt;&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Spaß beim Basteln und  Singen wünscht&lt;br /&gt;
Bastelfrau K.&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2006/10/basteln-fur-dummies-heute-die-laterne.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-6788006746252774903</guid><pubDate>Wed, 27 Sep 2006 23:44:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T00:41:52.150+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Fundbüro</category><title>Fiese Scheitel</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Selten so einen Käse im Netz gelesen und selten so gelacht wie hier. Die Seite ist ein wahres Unikat!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Homepagetitel schon andeutet, hat es der Besucher mit einer verdammt haarigen Sache zu tun. Das klingt jetzt auf den ersten &quot;Blick&quot; langweilig, ist es aber gar nicht, denn das wahre Highlight sind nicht - wie vermutet - Bilder von diversen Haarschnitten (oben wie unten! *anmerk* CDU/CSU-Mitglieder bitte weiter klicken!), sondern die genialen Kommentare, die es zu den pics zu lesen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eins vorne weg: Der Homepage-Betreiber hat sich nicht die Mühe gemacht, die Seite optisch wie grammatikalisch auf Vordermann zu bringen, aber das kann man ihm locker verzeihen. Hier gibt es &lt;em&gt;so&lt;/em&gt; viele Bilder und &lt;em&gt;so&lt;/em&gt; viele Kommentare dazu, dass sowas einfach zu viel verlangt wäre. Daher präsentiert sich die Seite in einem leicht chaotischen Zustand. Ich empfehle dem Besucher, sie mit System zu durchforsten, damit er nichts übersieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Existenz hat die Seite einem gewissen John Kincade zu verdanken. Niemand weiß so genau wer dieser Mensch ist, außer irgendwelchen Spießern, die gerade googlen. Und mal ehrlich: Es ist völlig bums, wer das ist! Wichtig ist doch, dass er ein hervorragendes Vorbild wurde, schließlich würde es diese Wahnsinnseite ohne ihn nie geben! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Lesenwerte Scheitellinks:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Besonders interessant ist imho der &quot;Neckermann Katalog&quot; aus dem Jahre 1975, das Glossar und natürlich die Fotogalerie (hier unbedingt die Schamhaarfrisuren anklicken! Wer danach noch immer nichts von Intimrasur hält, hat einen Orden verdient!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hingehen, schlapplachen!&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2006/09/fiese-scheitel.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-8024405847959845104</guid><pubDate>Tue, 26 Sep 2006 21:20:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-25T17:24:20.924+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Brainfuck</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Verbalakrobatik</category><title>Das Abschiedsgeschenk</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Es muss irgendwann im Juni 1987 gewesen sein, als ich Pjotr am Bahngleis 1, dem einzigen Gleis, was der Bahnhof von Žaclér (Tschechische Republik) vorzuweisen hatte, begegnete. Unser erster Kontakt war genauso unspektakulär wie die anschließende Freundschaft (um diesem seltsamen zwischenmenschlichen Konstrukt einen Namen zu geben), die wir nach unserer ersten Begegnung ein gutes Jahrzehnt lang pflegten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unweit vom Žaclér Bahnhof gab es eine kleine Absteige, in der Pjotr täglich zur Mittagszeit anzutreffen war. Mir wird heute noch ganz anders, wenn ich an diese Klitsche denke. Noch nie zuvor hatte ich solch eine lausige Kneipe gesehen, geschweige denn betreten. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass es in Žaclér weit und breit keine öffentliche Toilette gab, war der Schuppen das &lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;Beste, was mir passieren konnte. Früher gab der Laden sicherlich einiges her, aber über die Jahre hinweg fraß ihn sichtlich der Verfall auf. Die gute Eiche, aus der die Inneneinrichtung bestand und die schon lange ihren Glanz und ihre Leuchtkraft verloren hatte, moderte vor sich hin, seitdem den damaligen Besitzer das Zeitliche gesegnet hatte und seine Witwe das Geschäft übernahm. Der Gute hatte sich eines Nachts an einem Balken über der Theke erhängt. Tragischerweise war er nie lange genug nüchtern gewesen, um ein Testament aufsetzen zu können, so dass seine Frau all seine Habseligkeiten erbte, von denen es ohnehin nicht allzu viele gab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Stammgästen gehörte neben Pjotr auch ein armer alter Schlucker, dessen Frau in einer Nacht und Nebel-Aktion Žaclér mitsamt den beiden Kindern verließ und nie wieder zurückkehrte. Das ist mittlerweile 30 Jahre her, aber überwunden hatte er sie nie und erneut geheiratet auch nicht. Ich glaube tatsächlich, dass ihn dieses Ereignis tief geprägt hatte, denn ich habe ihn niemals lachen oder mit jemandem reden gehört. Ich zweifele sogar, dass er Verwandtschaft oder Freunde hatte und selbst wenn, so wollten diese sicherlich nichts mit ihm zu tun haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Pjotr in dieser Absteige zu suchen hatte, ist mir bis heute nicht klar. Wann immer ich ihn danach fragte, antwortete er in gebrochenem Deutsch mit russischem Akzent, dass ihm die Frage zu persönlich sei. Überhaupt war ihm alles irgendwie zu persönlich, was wohl auch erklärt, warum ich nichts über ihn weiß. Makaber, nicht wahr? Da ist man 10 Jahre lang mit jemandem befreundet, dessen richtiges Alter man nicht einmal kennt! Ich denke, er wird heute um die 35 sein, aber wer weiß das schon so genau. Diese russischen Auswanderer sehen schließlich alle gleich aus. Und selbst Sergej, ein alter Bekannter von Pjotr, hatte erstaunliche Ähnlichkeiten mit ihm. Ich fragte ihn sogar einmal, ob er nicht in Wirklichkeit Pjotrs Bruder war und erntete daraufhin lediglich ein seltsames breites Grinsen, was ein derart umfassendes Bild von Zahnverfall präsentierte, wie ich es seither nie wieder sah. Die heutigen Zahnärzte hätten sich zweifelsohne um ihn gerissen und ihm sogar kostenlose Behandlungen angeboten, wenn er nur endlich diese Ruinen aus seinem Mund entfernen und somit seine Umwelt nicht weiter schocken würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, Pjotr hatte nie eine Schulausbildung genossen, doch das ist nicht weiter verwunderlich. Kaum jemand in Žaclér hatte mehr als vier Schulklassen hinter sich, eben so viel, wie viel die Grundschulen damals hergaben. Es herrschten ähnliche Zustände wie zur Nachkriegszeit und mich würde es nicht wundern, wenn sich bis heute nichts daran geändert hat. Zigaretten wurden stückweise verkauft, eine ganze Schachtel konnte sich dort eh niemand leisten. Und wenn man Grundnahrungsmittel wie Milch und Brot kaufen wollte, musste man morgens um vier vor dem kleinen Gemischtwarenladen anstehen - dem einzigen, den es in Žaclér gab - und auf genügend Glück hoffen. Glück war überhaupt das einzige, worauf es sich zu hoffen lohnte. Die Zustände waren so miserabel, dass nicht nur die Wirtschaft darunter litt, sondern auch die Lebensfreude. Die Zahl der Selbstmordopfer stieg von Jahr zu Jahr und die Armut der Hinterbliebenen war so eklatant, dass es nicht einmal ein anständiges Begräbnis gab. Die Toten wurden in anonymen Massengräbern bestattet und erhielten nie einen Grabstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In all diesem Elend schaffte es Pjotr aber, sich irgendwie über Wasser zu halten, sich sogar ein halbwegs vernünftiges Mittagessen bestehend aus fettigen Bratkartoffeln und Speck leisten zu können. Ich weiß bis heute nicht, wie er das bewerkstelligen konnte. Ich weiß ja noch nicht einmal, wie er ein paar Jahre später einen alten klapprigen Renault organisieren konnte, der uns in unser Glück fahren sollte. Sprit war Mangelware, nahezu unbezahlbar und wurde auf dem Schwarzmarkt in Kanistern, verdünnt mit Wasser, verkauft. Wer das Glück hatte, ein Auto unterhalten zu können, brauchte noch mehr Glück um es mit diesem Gemisch fahrtauglich zu halten. Die Winter in Žaclér waren mehr als eisig, drastische Minusgrade waren da keine Seltenheit und gefrorener Sprit erst recht nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwie schaffte es Pjotr dennoch all diese Hürden zu überwinden und so fuhren wir 1991 an einem Herbstabend voller Vorfreude und Erwartungen dem Westen entgegen. Der Westen war in diesem Fall nicht etwa ein Land wie Deutschland, nein, der Westen war schlicht und ergreifend alles, was irgendwie westlich lag. Unser Ziel war vorerst Ungarn, Budapest um genauer zu sein. Pjotr hatte dort angeblich einen alten Schulfreund, was ich ihm allerdings nie geglaubt habe. Aber wer auch immer diese Person war, die uns damals empfing, aus irgendeinem Grund kannte sie Pjotr und nahm uns bereitwillig in ihrer kleinen heruntergekommenen Wohnung auf. Wohl hatten wir es nun besser als damals in Žaclér, schließlich gab es hier fließend Wasser und eine funktionierende Toilette anstatt Plumpsklos, aber das Chaos in dem Pjotrs Bekannter wohnte war wirklich eine filmreife Leistung. Darius, der Bekannte, gehörte zu den Typen, die man nur ungern zu seinen Freunden zählen möchte. Er war ein alternativ angehauchter schräger Vogel, der grundsätzlich erstmal gegen alles war, vorzugsweise aber gegen alles, was mit der Gesellschaft und dem System in Verbindung gebracht werden konnte. Die Hackerszene in Budapest stand Anfang der 90er noch auf wackeligen Beinen, aber Darius war bereits mittendrin statt nur dabei. Seine Wohnung war vollgestopft mit irgendwelchem Computerkram, und ließ nur unschwer erkennen, dass er ein Freak war. Wohin man auch blickte, entdeckte man Computer, Fachliteratur, Scherzartikel und alles andere, was die Computerbranche so hergab. Entsprechend seinem Lebensstil und der Inneneinrichtung seiner Wohnung, fiel auch Darius&#39; Äußeres aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muss Jahre her gewesen sein, dass er einen Frisörsalon von innen gesehen hatte, denn seine Haare hingen unordentlich und zersaust bis über die Schultern in Strähnen herab und deuteten außerdem auf einen eklatanten Mangel an Haarpflegeprodukten wie Kamm oder Bürste hin. Was einst möglicherweise einen 3-Tage-Bart darstellen sollte, war mittlerweile zu einem Gesichtsurwald mutiert, aus dessen Reihen sich lediglich der immer länger werdende Ziegenbart abhob, an dem Darius gerne spielte, wenn er sich auf etwas konzentrierte. Die Brille, die er beim Arbeiten – wie er seine dubiosen Aktivitäten nannte – trug, verstärkte das Bild eines zerstreuten Programmierers, der, um seinen Nachschub an Kaffee gewährleisten zu können, in die Küche geht und bereits auf dem Weg dorthin vergisst, was er da überhaupt wollte. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich mit dem Zusammenschrauben von Pokalen, aber seine wahre Leidenschaft galt dem Programmieren. Nahezu jede freie Minute widmete er sich seinen Computern, entwickelte seltsame Programme, die ihm und seinesgleichen angeblich das Leben erleichtern sollten und schlug so eine Minute nach der anderen tot. Es gab nichts anderes, was seine Neugier und sein Interesse derart wecken konnten wie das Programmieren - nichts, bis auf Pornofilme. Darius hatte meiner Meinung nach ein doch recht ausgeprägtes Faible für Filmmaterial dieser Art. Manchmal schloss er sich stundenlang in seinem Schlafzimmer ein um diesem Hobby zu frönen. Was und ob er dabei tat, entzog sich meiner Kenntnis und um ehrlich zu sein, bin ich darüber nicht einmal enttäuscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa zwei Monate nach unserer Ankunft in Budapest, beschloss Pjotr irgendwelche Verwandten in Szeged zu besuchen. Natürlich habe ich ihm auch diese Geschichte nicht geglaubt, zweifelte ich doch, dass er überhaupt Verwandte dort hatte, aber ich nahm seine Entscheidung dennoch hin. Er wollte nicht lange fort bleiben, also wohnte ich bis auf weiteres bei Darius, der sich über meine Gesellschaft ausgesprochen freute. Ich weiß nicht so genau, was in den nachfolgenden Tagen passiert war. Darius schien nur darauf gewartet zu haben, mit mir alleine in der Wohnung zu sein, denn plötzlich machte er mir Avancen. Noch weniger konnte ich mir allerdings meine Reaktion auf seine Annäherungsversuche erklären. Zwar fasste ich sie mit gemischten Gefühlen auf, aber ich lehnte sie auch nicht ab. Im Gegenteil. Recht schnell entwickelte sich eine Romanze zwischen uns, deren Ausgang keiner vorhersagen konnte. War ich nach unserem Einzug in Darius&#39; Wohnung der Meinung, den unordentlichsten und unzuverlässigsten Menschen auf Gottes Boden kennen gelernt zu haben, so bestätigte sich nun dieser Eindruck noch mehr. Aber ich erkannte auch ganz andere Seiten an ihm. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich meinen, Darius sei sentimentaler, als es immer den Anschein hatte. Immer wieder überraschte er mich mit kleinen Aufmerksamkeiten, mit denen ich nie und nimmer gerechnet hatte. Er konnte ausgesprochen gut kochen, womit ich nun gar nicht rechnete, und hatte sogar Spaß daran. Auch wenn er selbst seit Jahren aus ethischen Gründen kein Gemüse mehr aß, bereitete er es gerne für mich zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittlerweile waren einige Wochen vergangen, seitdem Pjotr uns verlassen hatte und ich fragte mich ernsthaft ob er überhaupt zurückkehren würde. Interessanterweise hatte Darius eine ähnliche Auffassung von persönlichen Dingen wie Pjotr. Wonach ich ihn auch fragte, alles war außerordentlich persönlich und dennoch verriet er mir ein Geheimnis nach dem anderen, was mich zugegebenermaßen freute. Er schloss sich auch weiterhin oft im Schlafzimmer ein, aber ich bildete mir ein, dass das bei weitem nicht mehr so oft der Fall war, wie zu Beginn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Knapp ein Jahr nachdem Pjotr und ich in Budapest ankamen, setzten wir unsere Reise gen Westen fort. Aus den zwei Wochen Verwandtschaftsbesuch wurden 10 Monate und ich weiß bis heute nicht, wo Pjotr wirklich war und was er dort tat. Fakt ist allerdings, dass er den klapprigen Renault gegen einen alten Opel Ascona eingetauscht hatte, seinen Kleidungsstil verändert hatte und ein völlig neuer Mensch wurde. Darius hatte nicht vor mit uns zu gehen und ich konnte mich nicht wirklich an ein Leben in Budapest gewöhnen. Der Abschied von ihm fiel mir dennoch erstaunlich schwer. Wir versprachen den Kontakt zwischen uns weiterhin aufrecht zu erhalten, doch keiner von uns hielt sich daran.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn seit jenem verregneten Montagvormittag, als Pjotr und ich uns auf den Weg machten und er uns mit stummer Mine vom Wohnzimmerfenster aus verabschiedete, nie wieder gesehen, aber als wir die österreichische Grenze passierten, fand ich in meinem Reisepass einen kleinen Zettel auf dem ich Darius&#39; krakelige Handschrift erkannte. &quot;Ich wollte dir etwas ganz persönliches mit auf den Weg geben&quot; stand da in blauen Lettern, &quot;ich hoffe, es gefällt dir. Es ist wirklich sehr persönlich!&quot; Ich faltete gespannt den Zettel auseinander und fand ein Foto darin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://media.tumblr.com/tumblr_l4aat3Y7vP1qc1rrr.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich musste mir das Bild schon sehr genau anschauen und es dauerte eine Weile, bis ich begriff, was das Foto darstellte, denn Darius hatte es ein wenig präpariert, um mich nicht allzu sehr zu schocken. Doch dann wurde mir plötzlich klar, was Darius u. a. in all den vielen Stunden im Schlafzimmer trieb und mich übermannte solch eine Trauer, dass sie mir schier das Herz zerbrach. Ich begriff, dass ich erst jetzt, nachdem ich bereits viele viele Kilometer von ihm entfernt war, wusste, wer er wirklich war. Diese erschreckende Erkenntnis schlug auf mich zuerst wie eine Bombe ein, doch dann empfand ich nur noch eins: Unendliche Dankbarkeit.&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2006/09/das-abschiedsgeschenk.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-4196999543856251124</guid><pubDate>Thu, 24 Aug 2006 01:02:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T00:46:16.559+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Brainfuck</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Failed</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Hassen für Fortgeschrittene</category><title>Salatwörter</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Bla …blabbla … blubb. $$$$$$$$. Motherfucker. Fuck. Mother. Bbla. I&#39;m immune.Hoch. Runter. Raus. Nein … Alles nur blabla. Booooiiinnng. Boiiiiiiing. Ihng. Grütze. Kill&#39;em all. Oh my God. Gummizelle. Uaaaaaaargh. Srrrrrrrrrrrm. Drdrdruummm. No hate. Da hat einer den Titel geklaut. Sauerei. MH forever. Yey! Hmpffffffff… Breath in – breath out. Ui toll. Grütze. Schon wieder leere Seite. Oberhass. Ich find den Scheißlink nimmer. Ich will keinen Leerstuhl für Semantik, ich will nur den Scheiß Link. (Scheißlink oder scheiß Link?). Öööööörrrrrrrrrrrrrrrrrrh. Was zum Teufel ist forensische Linguistik und wie schlecht ist das Lied eigentlich? Blllaaaaaaa. Such mal nach Sehnsucht und du kriegst Pilger. Verschwindet. Ich glaub nicht an Gott und ich bin nicht katholisch. Ade. &lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;Adieu. Good bye. Arrivederci. Fuck! (Die Decke brennt nicht). Bulls on parade. Ah! Geht doch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wort: Grütze &lt;br /&gt;
Anzahl: 209&lt;br /&gt;
Häufigkeitsklasse: 16 (d.h. der ist ca. 2^16 mal häufiger als dasgesuchte Wort)&lt;br /&gt;
Beschreibung: &lt;br /&gt;
breiartiges Gericht&lt;br /&gt;
Sachgebiet: &lt;br /&gt;
Nahrung&lt;br /&gt;
Morphologie: &lt;br /&gt;
grütz|e&lt;br /&gt;
Grammatikangaben: &lt;br /&gt;
Wortart: Substantiv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschlecht: weiblich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Flexion: die Grütze, der Grütze, der Grütze, die Grütze&lt;br /&gt;
die Grützen, der Grützen, den Grützen, die Grützen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.degruyter.de/rs/bookSingle.cfm?isbn=3-11-009822-9&amp;amp;fg=SK&amp;amp;L=D&quot;&gt;Dornseiff&lt;/a&gt;-Bedeutungsgruppen:&lt;br /&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;7.59 Breiig: &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=9671388&quot;&gt;Aspik&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=987921&quot;&gt;Eiweiß&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=6201266&quot;&gt;Gelee&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=6012798&quot;&gt;Grütze&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=937465&quot;&gt;Honig&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=9661159&quot;&gt;Kompott&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=2303593&quot;&gt;Marmelade&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=3702952&quot;&gt;Molke&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=6468280&quot;&gt;Mus&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=10952186&quot;&gt;Püree&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=4960748&quot;&gt;Rahm&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=904075&quot;&gt;Saft&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=1470380&quot;&gt;Sahne&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=6070462&quot;&gt;Schlagsahne&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=5332967&quot;&gt;Sirup&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=2086929&quot;&gt;Soße&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=733044&quot;&gt;Suppe&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=7660568&quot;&gt;Sülze&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;amp;Wort_id=2036897&quot;&gt;Teig&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;Scheiße? Ljiljsscht. Ich werde einfach meine Wände damit tapezieren…Burn my eyes. Omg. Ich glaub, ich rauch erstmal eine. Wie krank sind die Typen eigentlich? Fuckin&#39; whore... Ja klar. Frauen, die Ausgeburt der Hölle, Abschaum dieser und aller anderen Welten. Willkommen in deinem Körper. Nein, einen Schwanz gibt&#39;s gerade nicht zum Verschenken. Mal dir einfach einen Wand. Kommt besser als das Zeug an den Tapeten. Plong! Zzzzzzzzzzzz. Irgendwie klingen die genauso wie die anderen davor. Sind das die gleichen? Ne, sind sie nicht. Eben nachgeguckt. Aber sind bestimmt genauso auf Speed. Ich werde jetzt einfach die Wände hochlaufen. Jkasöd@ü?sdfj!d§²sjl. Röar. Geht angeln, ihr habt es nicht drauf. The Blood, The Sweat... Genau. Schon viel besser. Ich brauche unbedingt einen Nasenring. Einen richtig fetten durch die Nasenscheidewand. Bullennasenring. Oh yeah, i like it very much! Next please. Wer ist Helmet? Tristan! I&#39;m your God now. Ja, das bist du in der Tat. Verbeug&#39; dich vor dir selbst und bau dir ein Denkmal. Kann ich mir deine Stimme leihen? Nur für einen Tag? Blaaaaaa. Suck! Gut, meinetwegen auch Fuck. Lass uns gemeinsam den Frieden teilen. Ist genug für jeden da. Wir müssen vorher nur ein bisschen um ihn kämpfen. Ich hab biochemische Waffen. Biohazard, joar. Attention please. Hau ab! Moll. Gimme Moll! Ich liebe Moll. Gibt auch Naturmoll, hab ich gehört. Hat aber nichts mit Naturgeilheit zu tun. Hätte mich auch gewundert. Naturgeilheit steht ja nicht mal im Duden und Google findet es nur 814 Mal. Arme Welt. Ich kann mir keine Meinung über Nirvana bilden, aber ich mag Cobains Stimme. $$$. You&#39;re not my destiny. Ich setz einfach meinPokerface auf. Darin bin ich so fuckin&#39; good. Argh! This pain is killing me. Hab ich nicht noch irgendwo Dolormin oder oder irgendein anderes Gift rumfliegen? Blabla. Ich krieg meinen Arsch nicht hoch. Oh Gott. Ich werde jetzt einfach sterben. Wie kommt eigentlich jemand auf die kranke Idee Enter Sandman zu covern? Hat denn heute niemand mehr Respekt? Der Opa ist mittlerweile bestimmt tot. Blaaaaa bla bla. Ich zieh mir jetzt einfach kurz das Original als Entschädigung rein. Soviel Armut muss verarbeitet werden. Ätsch-bätsch. Jau, ich streck gerade meine Zunge raus und ziehe eine fiese Grimasse dabei. In meinem nächsten Leben werde ich Lars Ulrich und James Hetfield in einem und rasier mir die Schläfen kahl. Something&#39;s wrong. Mist, ich hab einiges in meinem nächsten Leben vor. Ob die Zeit für alles reichen wird? Grütze! Rotz? Take my hand … Didedelidum. Hähä! Niemand macht so gut Background wie du, Junge. Morgen könnte ich schon anders darüber denken. Die Welt ist nicht genug. Ööörrrrrrgh. Boaaaaaaaaar. Scheiße, drummen muss ich auch noch lernen. RRRROOOOOOOOAR! Pour the salt in den the Wound. Schzzzzzzsst. Das Beste ist, wenn man beides kann. Ohne Witz jetzt. Er kann es und das ist gut so. War klar, dass es ein er sein würde und keine sie. Immer dieselbe Scheiße. Blabla. Für fehlende Lücken zwischen den Wörtern bin ich nicht verantwortlich und wenn jetzt die Blogs nicht gehen, werde ich irre. My spirit you cannot break. And I won&#39;t lose. Blabla...blaa...bl.&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2006/08/salatworter.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-8040743598274581467</guid><pubDate>Mon, 31 Jul 2006 13:50:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T00:48:45.530+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Naturgeilheiten</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Schweinskram</category><title>Von Mördern und Latten</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Festplatten sind toll. Man findet allerlei Kram, den man einmal im Zustand der geistigen Umnachtung geschrieben hat. Ich weiß, dass es viele Fans meiner geistigen Umnachtung gibt, daher möchte ich natürlich niemandem den nachfolgenden Text von äußerst wichtigem Inhalt vorenthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Zensurliebhaber, CDU/CSU-Mitglieder und Jesusfreaks gehen jetzt bitte woanders hin. Danke. &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Mal wurde ich mit einem männlichen Geschlechtsorgan in den 70er Jahren konfrontiert, als ca. die Hälfte meiner Gene aus dem selbigen katapultiert wurde und sich bei meiner Mutter &lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;einnistete. Damals war mir die Größe noch scheißegal. Eigentlich war mir alles egal, ich muss jedoch zugeben, dass ich äußerst dankbar war, dass ich dieses Spektakel nicht als Außenstehender betrachten musste. Der elterliche Sex gehört noch immer zu den Dingen, die ich nicht erleben muss und auch nicht will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Jahre vergingen, ohne dass mir der Penis auch nur ansatzweise in die Quere kam - sowohl als auch. Ich glaube, ich war 10 als ich das erste Mal so ein Ding real sehen durfte. Naja, real nur eingeschränkt. Per Zufall bekam ich nämlich Karten in die Hand, welche Männer und Frauen in komischen Konstellationen abbildeten. Auffällig war, dass die Frauen dabei häufig das männliche Geschlechtsorgan im Mund hatten, was ich mir damals überhaupt nicht erklären konnte. &quot;Was zum Henker tun die da?&quot; war die einzige Reaktion, gepaart mit einer unbeschreiblichen Übelkeit, zu der ich fähig war. Einige Stunden später wusste ich zumindest, dass es nichts Anständiges ist, denn als ich vom Nachmittagsunterricht nach Hause kam und vor der Wohnungstür stand, fiel mir ein, dass ich im Eifer des Gefechts vergessen hatte, die Spielkarten wegzuräumen. Hausarrest, ein äußerst unangenehmes Gespräch mit meiner Mutter gepaart mit Wetten-Dass-Verbot war die Konsequenz meines kindlichen Leichtsinns. Immerhin blieben meine Erinnerungen und in denen war ausnahmslos jedes auf den Karten abgebildete Geschlechtsorgan groß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 14 hatte ich dann mein erstes Schlüsselerlebnis, während eines Versteckenspiels. Ich wählte schlauerweise den Müllraum aus, wo mich einige Minuten später mein damaliger Schwarm entdecke, als er sich plötzlich von hinten an mich presste. Die Tatsache, dass mein Versteck so schnell aufgedeckt wurde, ärgerte mich nur bis zu den Zeitpunkt, als ich zwischen meinen Hinterbacken Körperpartien wahrnahm, die auf keinen Fall mir gehören konnten und deren Existenz ich seit dem 10. Lebensjahr verdrängt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch es sollte noch besser kommen. Kein Jahr später bekam ich es mit einem echten Ständer aus Fleisch und Blut zu tun. Er war damals satte drei Jahre älter ich. Der Träger, nicht der Ständer. Aristokratisch schön, temperamentvoll und ein begnadeter Tanzkursteilnehmer. Er war die Nr. 1 des ganzen Viertels und ich hatte die Ehre nach einem Tritt ins Schienbein, mit dem Rücken an einem grünen und ungemütlichen Heizkörper zu stehen, während er meine Hände festhielt und mich bedrohte. Im Doppelpack. Die Angst raubte mir die Luft zum Atmen. Ich wollte sterben, zum einen weil ich hoffte, er würde mich jetzt küssen und zum anderen, weil ich hoffte, er würde es nicht tun. Und als ob das nicht schon genug war, irritierte mich die komische Beule, die ich zwischen seinen Beinen spürte und mit der er sich auf unglaublich unverschämte Weise an meinem Körper rieb. Gott, wohl hatte ich bis dato noch immer keinen echten Penis gesehen, aber seiner musste gigantisch sein. Dessen war ich mir sicher. Für einen kurzen Moment fragte ich mich tatsächlich, wo er das gute Stück bis dato verstaut hatte, wenn es mir nie aufgefallen war. Noch mehr interessierte mich, wie denn nun so ein Ständer zu Stande kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, die meisten Frauen denken in diesem Alter, dass das Ding von jetzt auf gleich steht. Ich dachte es auch. Erst viele Monate später sollte ich eines Besseren belehrt werden, als ich begriff, dass ein Ständer mit dem Blut gefüllt wird, welches sich vorher im männlichen Gehirn befand und so langsam erst zu dem wird, was er ist: Ein knallharter Fickprügel (ich liebe dieses Wort).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute, da ich vor meinem Rechner sitze und über Schwänze schreibe, kann ich sagen, dass mir die eine oder andere Erfahrung mit dem männlichen Geschlechtsorgan nicht erspart blieb (und vermutlich auch nicht erspart werden sollte). Aber wie ist das denn jetzt eigentlich mit der Größe?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde es euch sagen, denn jemand muss es schließlich tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meinen Erfahrungen zufolge, ist das durchschnittliche männliche Glied zwischen 16 und 17,5 cm lang. Im ausgefahrenen Zustand natürlich. Der Durchmesser dürfte sich an der dicksten Stelle auf ca. 3,5 - 4,5 cm beschränken. Das wäre also der typische Allerweltspenis. Jaja, ich weiß, dass profamilia da ganz andere Werte hat, aber wenn ich ein Kerl wäre und meine Latte für profamilia auspacken müsste, würde ich auch nur auf jämmerliche 13 - 14 cm kommen. Und außerdem ist es erwiesen, dass Männer bei Ihren Messungen mehr herausbekommen, als wenn andere messen, was ja nur zeigt, dass jeder bis auf den Träger mal null Ahnung von Wahrscheinlichkeitsrechnung, Kombinatorik und Potenzrechnungen (*g*) hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Kategorie ist das &quot;Würschtle im Hausflur&quot;, wobei ich darauf hinweisen möchte, dass nicht der Hausflur riesig erscheint und das Würstchen deswegen ein Würstchen ist - nur um Gegenargumenten einiger Verbalakrobaten vorzubeugen. Wir wissen ja alle, dass Männer äußerst emotional reagieren, wenn es um ihren besten Freund geht. Und natürlich sind wir Frauen äußerst fürsorglich und sparen uns überflüssige Kommentare über die Länge, der sich der Träger ja bereits bewusst sein dürfte, spätestens seit seinem ersten Besuch eines öffentlichen Pissoirs, welches zweifelsohne als Tatort für Schwanzvergleiche gilt. Was soll Frau also noch sagen, wenn es endlich soweit ist, dass man sich bei &quot;mir&quot; oder &quot;dir&quot; daheim trifft und sie gerade beim Auspacken ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;i&gt;&quot;Oh, der ist aber goldig!&quot;&lt;/i&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
(Spätestens nach diesem Kommentar, dürfte er goldig gewesen sein...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frauen sind ja alles, aber keine Unmenschen, also verkneifen wir uns jeden Kommentar und denken wehleidig, dass es ruhig etwas mehr hätte sein können, während wir darauf hoffen, dass die Actionnummer, die er gerade abzieht um die Kürze der Länge zu kompensieren, bald ein Ende findet. Ein weiterer Fall im Übrigen, wo Frauen Orgasmen vortäuschen könnten. Ich stelle gerade fest, dass wir eigentlich immer Grund dafür hätten, doch das ist eine andere Geschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Männliche Emanzen schreien nun zweifelsohne empört auf und sagen: Es kommt nicht auf die Länge an, die Technik ist wichtig!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jo. Sagen auch immer nur die, die einen Kleinen haben. Und wenn wir schon dabei sind: Welche Techniken außer rein und raus gibt es noch? Geschüttelt aber nicht gerührt? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut meinen jahrelangen Feldstudien und wissenschaftlichen Analysen, können sich etwa 15% aller Männer mit einem größeren männlichen Geschlechtsorgan glücklich schätzen. Als groß bezeichne ich dabei einen Penis, der im steifen Zustand über 18 cm lang ist. Ich erinnere mich auch noch sehr gut an meine erste Begegnung mit einem &quot;Großen&quot;. Mein Leuchten in den Augen hielt nämlich nur solange an, bis mir klar wurde, dass der Träger die Absicht hat, das Ding zwischen seinen Beinen in meinem Körper zu verstauen. Herr im Himmel! Wo ich bis dato glaubte alles über Atemnot zu wissen, so wurde mir nun klar, dass ich mich gewaltig geirrt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sex mit einem großen Penis wird in folgende Bereiche unterteilt: Vorspiel, Eindringen in die Vagina und der eigentliche Geschlechtsverkehr. Das Eindringen benötigt in der Tat seine Zeit und wie &quot;er&quot; vorankam, so ging mir die Puste aus. Ich fühlte mich wie ein Schlauchboot, welches nach einem erfolgreichen Freibadaufenthalt fein säuberlich zusammen gefaltet wird, während man konsequent die Luft aus ihm heraus presst. Es muss sich wohl eine Art Vakuum gebildet haben *überleg*, was glücklicherweise nicht mit einem PLOPP endete, als er sich später aus meinem Körper zurückzog. Jedenfalls wusste ich nun, wie sich Völlegefühl anfühlt und was es bedeutet ausgefüllt zu sein. Da war wirklich kein Platz mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage ist jedoch, welche Auswirkungen hat ein großer Penis auf die Psyche? Es ist nicht zu bestreiten, dass er imposant auf uns Frauen wirkt. Er ist eben wesentlich schöner anzuschauen als ein Normaler. Fälschlicherweise wird ein großer Schwanz gerne mit Potenz und Männlichkeit gleichgesetzt, doch da muss ich definitiv widersprechen. Ich habe schon große Penise (Penisse?) an mindestens genauso großen Luschen gesehen. Auch ist ein großer Schwanz natürlich keine Garantie für abartig guten Sex. Denn auch hier ist es so, dass a) immer zwei dazu gehören und b) wenn der Typ nichts auf dem Kasten hat, dann nutzt ihm sein Willy beim besten Willen rein gar nichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer Frage steht jedoch, dass die Mörderlatte (geiles Wort, was?), sofern sie auch den entsprechenden Umfang mitbringt, Gefühle hervorrufen kann, die ein normaler Penis vielleicht nicht kann. Ich habe jedenfalls begriffen, dass der Umfang weitaus wichtiger ist, als die Länge, welche u. U. sogar schmerzhaft sein kann, wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Frau ca. 10 - 13 cm tief sein soll. Wo wird also der Materialüberschuss verstaut? Richtig - am Gebärmuttermund und das ist alles andere als angenehm, sondern kann zu einer schmerzhaften Angelegenheit werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man liest ja immer wieder von Vor- und Nachteilen eines großen Geschlechtsorgans beim Oralverkehr. Nun, Deep Throat sollten wirklich nur diejenigen praktizieren, die dafür ein Faible haben. Alle anderen könnten ja mal bei der Eichel anfangen, welche selbst bei &quot;Überlänge&quot; eine akzeptable Größe haben dürfte. Außerdem dürfte jede Frau, die mindestens einmal in ihrem Leben einen Big Mac gegessen hat, den Mund auf die erforderliche Weite aufsperren können. Und im Übrigen: Stellt euch nicht so an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend möchte ich  Menschen- und Männerfreunden sagen, dass es natürlich auf die inneren  Werte ankommt und dass Intelligenz, Humor, Vertrauen, Respekt,  Zuneigung, Toleranz, Liebe (*stundenspäter* usw.) eine weitaus größere  Rolle spielen als die Länge des besten Stückes. Und dennoch: Auch wenn  niemand von uns seinen Partner anhand äußerlicher Kriterien auswählt, so  läuft keiner von uns blind durch die Gegend. Für Männer spielt das eine  oder andere weibliche Attribut die gleiche Rolle wie für uns Frauen die  Penislänge. Nämlich gar keine :D&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne&lt;br /&gt;
In Liebe Frau K.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PS: Es lebe der Zentimeter!&lt;br /&gt;
PPS:  http://www.schwanzvergleich.de/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Epilog:&lt;br /&gt;
Dieser Blog ist einem sehr guten  katholischen Freund gewidmet! *handkuss*&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2006/07/von-mordern-und-latten.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>1</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-4342813546935365176</guid><pubDate>Sun, 23 Jul 2006 20:18:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T00:50:15.971+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Herzeleid</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Menstruationslyrik</category><title>Bonjour Tristesse</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Liebster,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
du würdest vermutlich herzhaft lachen, wenn du wissen würdest, was ich gerade tue. Und vermutlich würdest du noch nicht einmal glauben, dass ich es wirklich für dich tue. Aber für wen denn sonst, Liebster, wenn nicht für dich?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieviele Worte habe ich in den letzten Jahren in mühevoller Kleinarbeit zu Papier gebracht? Wie oft saß ich stundenlang vor einem leeren Blatt, weil ich mich unfähig sah, meine Gefühle und Gedanken niederzuschreiben? Wieviele Nächte vergingen, in denen ich nach den passenden Worten gesucht habe und doch nur minderwertigen Ersatz fand? So viele Worte und doch so wenig gesagt. Sie kamen aus meinem tiefsten Inneren und haben doch nur an der Oberfläche kratzen können. Ich bin ein Maler, der nur eine Farbe kennt und doch kann ich farbenfrohe Bilder mit bloßen Worten malen. Aber diese Worte werden nur in meinen Gedanken gemalt, denn ich bin nicht im Stande sie &lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;zu Papier zu bringen oder gar auszusprechen. Du bist meine Schreibblockade, Liebster, und du machst mich stumm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie sollte es auch anders sein? Nur ein Narr würde glauben, dass er die Farbe deiner Augen beschreiben könnte, ohne ihnen Unrecht zu tun. Die Wahrheit ist, deine Augen lassen sich nicht beschreiben, weil es keine Bezeichung für ihre Farbe gibt. Wie könnte ich mir da anmaßen sie zu definieren? Ich würde ja doch nur scheitern, wie alle anderen vor mir auch, also versuche ich es erst gar nicht und genieße lieber meinen Untergang in ihnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach … unzählige Male habe ich mich in ihnen verloren, unzählige Male dachte ich, dass ich mich nicht noch mehr verlieren könnte und unzählige Male wurde ich eines Besseren belehrt. Deine Augen sind kühle Seen von nie dagewesener endloser Tiefe, die jeden in ihren Bann ziehen, der in sie hineinblickt und doch lodert eine Flamme in Ihnen, an der man sich mühelos verbrennen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dein Duft, Liebster, ist ein ebenso großes Mysterium wie deine Augen. In all den Jahren hast du nie anders geduftet. Es ist ein Geruch, der sich tief in das Gedächtnis brennt und den man einmal aufgenommen nie wieder vergisst. Unter hundert verschiedenen Gerüchen, würde ich deinen im Halbschlaf wieder erkennen, denn du riechst nach Sommer, Sonne und ganz viel du.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre ich Bildhauerin, wärst du das einzige Motiv, welches ich in Stein hauen wollen würde. Du wärst mein Lebenswerk, die einzige Skulptur, die ich je erschaffen würde, weil es ein ganzes Leben dauern würde, aus einem Steinklotz deinen Körper in all seiner Perfektion zu formen. Alleine dein Gesicht würde ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen und am Ende wäre ich doch unzufrieden, weil meine Unzulänglichkeit siegen würde und ich deine markanten Gesichtszüge niemals realitätsnah bis in alle Ewigkeiten festhalten könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oh Liebster, es ist dir bestimmt nicht entgangen wie ich die Form deiner Brauen, deiner Nase und deiner Lippen nachgemalt habe. Vor allem die obere Gesichtspartie hat es mir angetan. Ich wüsste keine schönere Beschäftigung, als diesen Bereich stundenlang zärtlich mit den Fingern zu berühren und dabei zu vergehen. Und obwohl ich nicht sagen kann, was ich an dir am meisten liebe, so ist es glaube ich doch dein Lachen, was mich am meisten betört hat. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass deine Augen beim Lachen eine Spur dunkler werden und gefährlich blitzen oder ob es daran liegt, dass zwischen deinen herrlichen Lippen 32 strahlend weiße, perfekt gemeißelte Zähne zum Vorschein kommen. Alleine über die verschiedenen Arten deines Lachens könnte ich ein Buch schreiben. Ich kenne alle Formen und ich liebe sie alle. Ich kenne das zaghafte Schmunzeln, das freundliche Lächeln, das verwegene und spitzbübische Grinsen und auch das herzhafte Lachen, was dir Tränen in die Augen treibt. Glaube mir Liebster, eins ist schöner als das andere ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ein einziges Mal versucht meinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf zu lassen. Ich wollte dir wenigstens einmal sagen, wie es tief in mir aussieht, damals, als ich dir gestand, dass die Sonne einzig und alleine wegen dir aufgeht und sie ohne dich Liebster keinen Grund hat zu scheinen. Ich werde nie dieses peinlich berührte Lächeln auf deinem Gesicht vergessen, denn es war etwas gänzlich Unerwartetes und Neues für mich. Nie wieder habe ich in diesen Dimensionen von meinen Gefühlen gesprochen, auch wenn ich die berühmten drei Worte zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt aussprechen sollte. Doch wir beide wissen, dass das nur reine Formalität war. Die eigentliche Gewalt und Symbolik dieser Worte hatte ich bereits vorher, an einem perfekten Morgen gänzlich wortlos verdeutlicht. Ich werde diesen Morgen nie vergessen und ich bin mir sicher, du auch nicht. Ich erinnere mich an keinen anderen Moment, wo so wenig gesprochen und doch so viel gesagt wurde. Nie waren wir uns näher als damals. Hat das alles wirklich statt gefunden? Es erscheint mir unwahr, als ob seitdem Jahre vergangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach Liebster, ich bin mir sicher, du wärst stolz auf mich wenn du diesen Text lesen würdest. Nicht weil er für dich ist, das waren andere auch, sondern weil er anders ist. Und vielleicht auch deswegen, weil es keinen zweiten dieser Art geben wird. Manche Dinge passieren eben nur einmal und jedes weitere Mal wäre überflüssig oder würde den Moment zerstören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß, dass du diesen Brief nicht lesen wirst. Du hast so vieles von mir nicht gelesen, entweder weil du keine Zeit oder keine Motivation hattest - ich habe nie nach dem Grund gefragt, aber geschmerzt hat es immer. Nicht, dass ich mir etwas auf die Qualität meiner Texte einbilden würde, aber das Nichtlesen derselbiger habe ich heimlich mit Weghören bei einem Gespräch unter vier Augen gleichgesetzt …&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du meine Güte! Es ist schon spät, sehr spät und ich habe wieder viel zu viel geraucht und noch mehr nachgedacht. Im Hintergrund läuft übrigens ein ganz bestimmtes Lied - du würdest jetzt wissen welches es ist, wenn ich dir das Stichwort Freiheit nennen würde …&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde jetzt mit dem Schreiben aufhören. Ich sollte noch etwas schlafen, bevor der Morgen anbricht. Die Nacht ist schon jetzt nicht mehr ganz so schwarz wie vor ein paar Stunden und morgen komme ich bestimmt nicht aus dem Bett. Es wird übrigens ein schöner Tag, das kann man bereits erkennen. Der Himmel ist klar und hinter den Dächern der Nachbarshäuser räkelt sich langsam die Sonne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PS: Wie geht es dir eigentlich? Ich hoffe, es ist alles im Lot? Wie läuft es mit deiner neuen Errungenschaft?&lt;br /&gt;
PPS: Deine Augen sind übrigens blau-grün.&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2006/07/bonjour-tristesse.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-4689577751617702845.post-4279354106550026961</guid><pubDate>Fri, 09 Jun 2006 11:51:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-07-11T00:52:02.174+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Helden</category><title>Helden wie ich</title><description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;strong&gt;1. &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Schon seit zwei oder drei Wochen ziert das Rasenmäher-Schild die rechte Wand neben meiner Haustür. Ich schaute weg, ich verband mir die Augen, ich hing das Schild jemandem anderen an die Tür, ich versuchte es zu vernichten... ich gab wirklich alles und doch war es der Nachbar unter mir, der mir mit einem freundlichen Hinweis mitteilte, dass der Rasen bald zu hoch für den Rasenmäher sein würde und ich ran müsste.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin mit Abstand die Frau mit den meisten männlichen Bekannten auf diesem Planeten. Diese zahlreichen Bekanntschaften führten auch dazu, dass ich seitdem ich in dieser Wohnung wohne, &lt;a name=&#39;more&#39;&gt;&lt;/a&gt;noch nie selbst den Rasen mähen musste. Drei Sommer vergingen, jedes Jahr kam ein anderer netter Herr vorbei, der diesen Rasen für mich gemäht hat. Dieses Jahr sollte alles anders werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorgestern begannen die Tage des Hasses. Ich habe zwei Stunden lang den verfluchten Rasen gemäht. Nicht ohne männliche Hilfe, da ich den Rasenmäher nicht einmal selbst anbekommen habe. Der Nachbar von schräg unten links hat mir glücklicherweise geholfen. Wirklich hilfsbereit wäre er jedoch erst dann gewesen, wenn er gleich den Rasen gemäht hätte. Hat er natürlich nicht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hasse Rasen, Rasenmäher, Gärten, Gras und alles was dazu gehört. Bei meinem nächsten Umzug werde ich darauf achten, dass zum Haus nicht mehr als 2m² Grünfläche gehören oder ich jemanden lebenslang unter Vertrag fürs Rasenmähen habe. Doch mit dem Mähen des Rasens war es nicht getan. Der Rasen musste auch zusammen gerecht werden. Ich hab nicht mal einen Rechen. Gut, dass der Nachbar unter mir einen hat und so freundlich war ihn mir auszuleihen. Und sich dann wieder dünn zu machen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde einfach in ein freundlicheres Bundesland umziehen. In eins, wo die Gentlemen noch nicht ausgestorben sind. Ich habe nie behauptet, dass ich überall gleichberechtigt und emanzipiert sein will. Beim Rasenmähen will ich es definitiv nicht. Ein Fünftel hab ich zusammen gerecht. Dann hatte ich die Schnauze voll und wollte entweder das ganze Viertel vernichten oder den Rechen kurz und klein hacken.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;
2. &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Am nächsten Morgen fühle ich mich wie ein Halbinvalide. Ich brauche einen Kran der mich aus dem Bett hebt. Ich beschließe den ganzen Tag sitzend oder liegend zu verbringen und sonst nichts zu machen. Leider hab ich nicht mit Papa gerechnet, der spontanerweise zu Besuch kam. Er kommt nie zu Besuch. Er nötigt mich, mein Radlager zu reparieren. Ich wusste nicht einmal, dass ich noch eins habe. Denn da, wo normalerweise vorne links ein Radlager ist, habe ich eine enorme Geräuschquelle. Bei jeder Fahrt erkenne ich neue Baustellenfahrzeuge, die aus dieser Ecke brummen. Kaputte Radlager sind lecker. Und eine Herausforderung. Wenn man nur lange genug mit der Reparatur wartet, hört man sich nämlich selbst nicht mehr reden. Ich höre mich schon lange nicht mehr. Ich muss sogar das Radio auf Lautstärke 40 stellen (von insgesamt 67) um das Brummen halbwegs zu übertönen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin doch nicht so faul, wie ich dachte. Brav kaufe ich das Radlager für nur 50 € ein. Cool, dass sie das auf Vorrat hatten. Dann besuche ich den Kfz-Mechaniker meines Vertrauens und will einen Termin mit ihm ausmachen. Oh, er hat glücklicherweise eh gerade Zeit. Ich erkläre ihm, dass er bitte das linke Radlager austauschen soll. Abgemacht. In drei Stunden darf ich das Auto wieder abholen. Wie schlägt man drei Stunden mit Kind tot, wenn man weder in einer Großstadt wohnt, noch zentrumsnah ist und erst recht keine Uhr dabei hat? Genau. Man läuft zu Fuß zum Zentrum. Und trinkt einen Saft eine Stunde lang. Dann besucht man noch den Frisör, weil Kind wie ein Terrorist aussieht. Dann fährt man zwei Haltestellen und läuft nochmal eine Ewigkeit an der B10 entlang zum Mäc. Dann läuft man vom Mäc wieder an der B10 eine halbe Stunde zur Werkstatt. Zwischendrin fragt man zehn Leute nach der Uhrzeit. Kind meckert, nörgelt, nervt, hat keinen Bock mehr zu laufen, hat Durst, Hunger, muss aufs Klo, ist müde und vieles mehr. Wir sind doch bald zu Hause, sage ich frohen Mutes. Wir holen jetzt eben nur noch das Auto und fahren dann... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich die Werkstatt betrete, habe ich was zu sehen. Auto auf der Hebebühne. Ohne Vorderrad. Ohne beide Vorderräder. Ich erfahre, dass das rechte Radlager nicht weniger im Sack ist als das linke. Komisch. Das habe ich gar nicht rausgehört. Hat das linke etwa so laut gebrummt, dass ich das Brummen des rechten nicht mehr hören konnte? Was bedeutet das jetzt eigentlich? Wir haben 19 Uhr, mein Auto schwebt ohne Vorderräder in der Luft, der Kfz-Typ hat schon Feierabend und ich will heim.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen einen kleinen Spaziergang zum Zentrum habe ich natürlich nichts einzuwenden. Drei Stunden Rumlaufen waren eh zu wenig. Eine weitere halbe Stunde wird mich nicht umbringen. Oder etwa doch? Cool, dass um halb acht nur noch stündlich Busse fahren. Ich hätte eh nichts anderes vor gehabt. Um halb neun bin ich endlich daheim. Meine Hasslaune hat den einsamen Höhepunkt erreicht. Ich bin jetzt bereit zum Morden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich rufe den Kfz-Typ an, weil ich jetzt auch wieder ein Telefon/Handy zur Hand habe und will wissen, was da los ist. Bla. Rechtes Radlager ist genauso eine Zumutung wie das linke. Ich kann damit nicht mehr fahren. (Der hat doch gar keine Ahnung _wie_ ich fahren kann) Ach und übrigens: Die Bremsen sind abgelutscht. Als ich auflege, bin ich in Gedanken bei der Sparkasse, hecke einen Plan für einen nächtlichen Überfall aus und denke über die Konsequenzen nach. Mein Kind wird in ein Heim kommen, soviel ist klar. Kinder werden nicht mit ihren Müttern einlocht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Papa könnte mich jetzt vielleicht retten. Ich bin erst 30 und da ist es durchaus normal, dass man finanzielle Unterstützung von seinen Eltern erhält. Doof, dass Papa übermorgen in den Urlaub fährt und dafür selbst Asche braucht. Man kann sich eben auf niemanden verlassen und ist sich selbst der Nächste. Na warte, das war der letzte Kaffee, den du bei mir getrunken hast.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;3. &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Heute morgen rufe ich den Kfz-Typen ein weiteres Mal an. Ich will ihm sagen, dass er nur das linke Radlager wie geplant austauschen soll, weil ich für den Rest keine Kohle habe. Oh. Er hat schon ein weiteres Radlager besorgt und bereits eingebaut. Die Bremsen hat er so belassen wie sie waren. Ich überlege, ob er vertragswidrig gehandelt hat. Für das rechte Radlager hatte er keinen Auftrag. Aber bezahlen muss ich es trotzdem, wenn ich es behalte. Immerhin hat er das Radlager billiger bekommen als ich. Daher wird er es mir auch billiger berechnen. Er will jetzt für die Reparatur beider Radlager und für das Ersatzteil nur 130 €. Noch mal Glück gehabt. Gerade diese 130 € hatte ich über und wusste nicht, was ich damit machen soll, nachdem ich mir einen Wohnzimmerschrank gekauft, einen neuen Teppich verlegt, meinen eigenen Chef-Rasenmäher besorgt und mir ein komplettes Sortiment an Rechen zugelegt habe. Ich freue mich, dass ich mein Geld sinnvoll einsetzen kann. Auf Nahrung wird eh zuviel Wert gelegt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut war auch, dass ich wieder zusehen musste, wie ich zur Werkstatt komme. Ach was, denke ich noch, morgens fahren häufiger Busse. Ja. Aber nur an Schultagen. Sind jetzt eigentlich gerade irgendwelche Ferien oder warum kam der Bus um 10.50 Uhr nicht? Um 12 macht der Kindergarten zu. Das packst du locker. 5km sind es bis zur Werkstatt. Ob ich wohl per Anhalter fahren soll? Mit 13 hatte ich den Mut dazu. Heute denke ich an Verbrecher, die mich in irgendeinen Wald verschleppen und ermorden könnten. Also laufe ich zu Fuß. Ich bewege mich eh viel zu selten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man schafft 5 km in nur 50 Minuten, wenn man schnell läuft und auf Schweiß steht. So ein Spaziergang an der B10 hat außerdem was. Ich ziehe mein Kwickhemd an und nutze die Gunst der Stunde für ein wenig Werbung. Um viertel vor 12 stehe ich in der Werkstatt. Am linken Zeh bildet sich eine Blase. Morgen werde ich spezielle Schuhe für lange Strecken kaufen. Ich habe beschlossen jeden Tag 5 - 10 km zu laufen. An der B10. Gerade jetzt, wo ich jeden Stock und jeden Stein dort kenne, sollte ich diese zarten Verbindungen nicht unterbrechen. Voller Freude lege ich die 130 € auf den Tisch. Der Kfz-Typ schwafelt noch was von den Bremsen. Ich habe keine Zeit für Bremsen. Und auch keine Zeit für eine kleine Testfahrt um den Block. Wer seit über 2 Jahren mit kaputten Radlagern fährt (erst das rechte, dann das linke und dann beide) merkt sofort, wenn das Auto die gewohnten Geräusche nicht mehr macht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenigstens ist es im Auto nicht warm, weil es in der Halle stand. Ich stelle den KM-Zähler auf 0, da ich es genau wissen will. Dann fahre ich los. Einige Meter später bleibe ich stehen, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich wirklich gefahren bin. Angst und Panik! Ich höre mein Auto nicht mehr! Sicherheitshalber mache ich das Radio aus und schließe die Fenster, als ich wieder los fahre und meine Ohren spitze. Stille. Nichts als Stille. Ich denke an den Tag als ich mein Auto gekauft habe. So muss das Fahrgefühl gewesen sein - damals, als alles noch funktionierte. Die Erkenntnis schlägt ein wie eine Bombe. Mein Auto ist leise! Und ich bin arm! Aber verdammt, ich glaube, das war es wert.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PS: Es sind nur 4,8 km.&lt;/div&gt;</description><link>http://h3idiswelt.blogspot.com/2006/06/helden-wie-ich.html</link><author>noreply@blogger.com (Heidis Welt)</author><thr:total>0</thr:total></item></channel></rss>