<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><rss xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:openSearch="http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/" xmlns:blogger="http://schemas.google.com/blogger/2008" xmlns:georss="http://www.georss.org/georss" xmlns:gd="http://schemas.google.com/g/2005" xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0" version="2.0"><channel><atom:id>tag:blogger.com,1999:blog-21756612</atom:id><lastBuildDate>Wed, 11 Sep 2024 01:43:00 +0000</lastBuildDate><title>Ferngefluester</title><description>Die hier versammelten Texte schreibe ich seit Oktober 2003 etwa einmal monatlich für meine Kolumne im &lt;i&gt;Warsteiner Anzeiger&lt;/i&gt;. Sie gleichen Momentaufnahmen, die kleine Einblicke in mein &#39;israelisches&#39; Leben und mein Leben zwischen den Welten vermitteln sollen.</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/</link><managingEditor>noreply@blogger.com (Jeanne)</managingEditor><generator>Blogger</generator><openSearch:totalResults>37</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>25</openSearch:itemsPerPage><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-113887188471694147</guid><pubDate>Mon, 11 Jun 2007 09:25:00 +0000</pubDate><atom:updated>2007-06-11T12:20:35.944+03:00</atom:updated><title></title><description>&lt;table bordercolor=&quot;#7799bb&quot; cellpadding=&quot;0&quot; width=&quot;100%&quot; bgcolor=&quot;#113355&quot; border=&quot;0&quot;&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;table bordercolor=&quot;#7799bb&quot; height=&quot;500&quot; cellpadding=&quot;0&quot; width=&quot;100%&quot; bgcolor=&quot;#113355&quot; border=&quot;40&quot;&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Inhaltsverzeichnis&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2007/06/ein-anderer-sommer.html&quot;&gt;Ein anderer Sommer (Juni 2007)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2007/05/von-der-tragik-des-staates.html&quot;&gt;Von der Tragik des Staates (April 2007)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2007/04/sederabend.html&quot;&gt;Sederabend (April 2007)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2007/03/neue-horizonte.html&quot;&gt;Neue Horizonte (März 2007)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2007/02/perspektiven.html&quot;&gt;Perspektiven (Februar 2007)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2007/01/nordwrts-in-die-natur.html&quot;&gt;Nordwärts in die Natur (Januar 2007)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2007/01/tannenduft-in-haifa.html&quot;&gt;Tannenduft in Haifa (Weihnachten 2006)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/12/last-christmas_19.html&quot;&gt;&quot;Last Christmas&quot; (Dezember 2006)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/12/vollmondwste.html&quot;&gt;Vollmondwünste (Dezember 2006)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/12/biblische-zustnde.html&quot;&gt;Biblische Zustände (Oktober 2006)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/12/superkrfte.html&quot;&gt;Superkräfte (September 2006)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/12/der-mann-am-bett-nebenan.html&quot;&gt;Der Mann am Bett nebenan (August 2006)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/12/angst-im-bauch.html&quot;&gt;Angst im Bauch (August 2006)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/07/sommerliche-nebenschlichkeiten.html&quot;&gt;Sommerliche Nebensächlichkeiten (Juli 2006)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/06/schwere-entscheidung.html&quot;&gt;Schwere Entscheidung (Juni 2006)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/04/ungesuertes.html&quot;&gt;Ungesäuertes (April 2006)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/03/purim-helau.html&quot;&gt;Purim Helau (März 2006)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/das-ende-einer-ra.html&quot;&gt;Das Ende einer Ära (Januar 2006)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/jahreszeitzauber.html&quot;&gt;Jahreszeitzauber (Dezember 2005)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/ein-ganz-normaler-sommer.html&quot;&gt;Ein ganz normaler Sommer? (September 2005)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/ausgang.html&quot;&gt;Ausgang (Juni 2005)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/sonnenschein-zu-dritt.html&quot;&gt;Sonnenschein zu dritt (April 2005)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/deutschtum.html&quot;&gt;Deutschtum? (Januar 2005)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/hoffnungsschimmer.html&quot;&gt;Hoffnungsschimmer (Dezember 2004)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/vernderungen_01.html&quot;&gt;Veränderungen (November 2004)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/jom-kippur.html&quot;&gt;Jom Kippur (September 2004)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/alte-sachen.html&quot;&gt;&quot;Alten Sachen!&quot; (August 2004)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/deutschstunde.html&quot;&gt;Deutschstunde (Juli 2004)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/morgenstund.html&quot;&gt;Morgenstund (Juni 2004)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/berstunden.html&quot;&gt;Überstunden (Mai 2004)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/ade-safta-hana.html&quot;&gt;Ade Safta Hana (April 2004)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/hebrischstunde.html&quot;&gt;Hebräischstunde (Februar 2004)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/jahreswechsel.html&quot;&gt;Jahreswechsel (Januar 2004)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/weihnachtliches-chanukka.html&quot;&gt;Weihnachtliches Chanukka (Dezember 2003)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/regen.html&quot;&gt;Regen (November 2003)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://ferngefluester.blogspot.com/2006/01/abschiede.html&quot;&gt;Abschiede (Oktober 2003)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2006/07/inhaltsverzeichnis-abschiede-oktober.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-8603325708017798576</guid><pubDate>Mon, 11 Jun 2007 09:07:00 +0000</pubDate><atom:updated>2007-06-11T12:22:27.722+03:00</atom:updated><title>Ein anderer Sommer</title><description>&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;Juni 2007&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;left&quot;&gt;&lt;br /&gt;Auf leisen Sohlen ist der Sommer ins Land gezogen. Wieder surren allerorts die Klimaanlagen, Eiscreme und gekühlte Wassermelonen haben Hochsaison, die Strände sind überfüllt, der Himmel wölbt sich blau, Zikaden und Kakerlaken schwirren durch laue Nächte und im Kindergarten tummeln sich Zweijährige im Plantschbecken und gefrässige Seidenraupen in einem Karton voller Erdbeerblätter. In unserer Wohnung hingegen türmen sich Kisten, und darin liegt der feine Unterschied zu anderen Sommern. Unsere Umzugsvorbereitungen laufen auf Hochtouren und krempeln unseren Alltag um.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In wenigen Wochen werden wir die Wohnung für den Mieter räumen, der dann mit Sack, Pack und Tocher einziehen und den letzten Hauch unseres Daseins aus diesen Räumen vertreiben wird. Die Möbelpacker werden anrücken, alles nicht aussortierte in Kisten packen, die Kisten in einen Container laden und den Container verschiffen, damit er sich auf die lange Reise über den grossen Ozean machen kann, in das ferne Land, an die westliche Küste, in die kunterbunte Stadt, die sich Berkeley nennt und San Francisco so nah ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade heute haben wir in Tel Aviv endlose Stunden bei der amerikanischen Botschaft verbracht, nur um festzustellen, dass Bürokratie eben überall gleich ist. Die Schlangen sind lang, die Mühlen mahlen langsam, wer nicht alle Belege vorlegt, muss wiederkommen, nochmals durch die glühende Stadt laufen, Geld holen, Überweisungen tätigen, sich erneut durch die strengen Sicherheitskontrollen schleusen lassen, noch einmal am Schalter warten, um dann am Ende selig das gewünschte Visum in Empfang zu nehmen. Der plötzliche Adrenalinstoss liess gleich alle Qualen vergessen, die Kopfschmerzen verrauchen, Durst und Hunger verschwinden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Langsam werden also die Hürden kleiner und die Planungen konkreter. Die Tage bei der Arbeit sind gezählt, der Tag der Abreise ist noch nicht festgelegt, aber ins Auge gefasst. Eine Wohnung ist gefunden, ein Kindergarten auch, fehlt nur noch ein neuer Job für mich, aber der ist mit Genehmigung des besonderen Visums zumindest schon in die Kategorie &quot;Erlaubt&quot; gerutscht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn die Zeit reif ist, wird mir dann ein entscheidender Faktor bei der Jobsuche helfen: Globalisation. Denn durch die Society for Technical Communication (STC), die ein weltweites Netzwerk technischer Redakteure geschaffen hat und deren örtliche Schriftführerin ich zur Zeit noch hier in Israel bin, werde ich im Grossraum des Silicon Valley gleich einen Anlaufpunkt haben. Interessanterweise ist Israel übrigens der grösste STC-Verband ausserhalb der Vereinigten Staaten—ein weiteres Indiz dafür, dass dieses kleine Land tatsächlich ein zweites Silicon Valley darstellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob sich weitere Parallelen ziehen lassen, werde ich vielleicht später im Jahr berichten können. Bis dahin gilt es, den Umbruch zu meistern. Eiscreme und Wassermelonen helfen da sehr.&lt;/div&gt;</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2007/06/ein-anderer-sommer.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-2895129558134004443</guid><pubDate>Mon, 07 May 2007 07:27:00 +0000</pubDate><atom:updated>2007-05-07T10:29:25.217+03:00</atom:updated><title>Von der Tragik des Staates</title><description>&lt;p align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;April 2007&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Lachen und Weinen liegen in Israel nah beieinander. Das manifestiert sich besonders in der Tragik des Staates selbst: in der tiefen Trauer um jene, die in endlosen Überlebenskämpfen ihr Leben lassen mussten, und in der ausgelassenen Freude darüber, dass er gegründet wurde und seit Jahrzehnten seinen Feinden trotz. Und so liegen denn die beiden Tage, die dieser Gegebenheiten gedenken, nah beieinander. Am Yom HaZikaron, wörtlich dem „Tag der Erinnerung“, gedenken wir der gefallenen Soldaten. Er geht nahtlos in den Yom HaAtzmaut, den Unabhängigkeitstag, über.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wie alle jüdischen Feiertage, so beginnen auch diese am Vorabend, mit Sonnenuntergang. Sobald sich die Dunkelheit über das Land senkt und damit der 4. Tag des Monats Iyar Einzug hält (gemäss dem jüdischen Kalender), fangen überall im Land Gedenkveranstaltungen an. Um 20:00 Uhr dröhnen allerorts Sirenen durch die Luft, laut und klagend: Israel hält inne, kommt zur Ruhe, kehrt in sich. Selbst jene, die nicht einer Trauerfeier beiwohnen, lassen alles fallen und erheben sich für 60 Sekunden. Stehen, lauschen, erinnern sich. Nicht wenige wischen sich Tränen aus den Augen, besonders in diesem Jahr, da zu den zahllosen Kriegen ein weiterer hinzugekommen ist. Die Wunde ist noch offen, der Schmerz zu frisch.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Uns erwischt die Sirene beinahe unvorbereitet bei der allabendlichen Zu-Bett-Geh-Routine. Hastig stelle ich den Fön aus und knie mich zu Yair, der entgeistert zu mir aufschaut ob des plötzlichen Lärms. In einfachen Worten erkläre ich ihm, was dieser Krach zu bedeuten hat. Und als ob er versteht, bleibt er stumm und lauscht, reglos, bis die abrupt folgende Stille ihn aufschreckt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Traurige Lieder werden gesungen, die Zeugnis von einem schweren Los geben. Die Ausdruck eines Versuchs sind, mit einer Realität fertig zu werden, in der Krieg und Verlust nicht der Vergangenheit angehören. Jüdisches Erbe. Doch wenn nach diesem Tag wieder die Dunkelheit Einzug hält, machen die Tränen einer grossen Freude Platz, einer unendlichen Dankbarkeit, die sich in üppigen Feuerwerken am nächtlichen Himmel entlädt: Wir haben ein Land, das uns gehört! &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bei uns gibt es staunende Kinderaugen und einen Mund, der sich zunächst ein bisschen ängstlich verzieht, nur um dann fasziniert zu rufen: „Ima, ze kmo geshem bashamaim!“ („Mama, das ist wie Regen am Himmel!“) und begeistert nach mehr zu verlangen, als die Farbexplosionen langsam versiegen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bis spät in die Nacht wird gefeiert, gesungen und getanzt. Ganz Israel ist auf den Beinen. Wer kann, fährt irgendwann nach Sonnenaufgang raus ins Grüne. Heute wird grillt, was das Zeug hält. Kaum jemand, der zu Hause bleibt. Und über allem flattert die israelische Flagge im Wind, unzählbar, überall: ein blauer Davidsstern gerahmt von den Streifen des Tallit, des jüdischen Gebetsschals.&lt;/p&gt;</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2007/05/von-der-tragik-des-staates.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-7985280637682227975</guid><pubDate>Tue, 17 Apr 2007 08:52:00 +0000</pubDate><atom:updated>2007-04-17T11:56:11.561+03:00</atom:updated><title>Sederabend</title><description>&lt;div style=&quot;text-align: right;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;April 2007&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;Pessach ist da: Die Schränke sind sauber, alle Krumen gesäuerten Teiges (Chametz genannt) weitgehend verbannt (abgesehen von dem Vorrat, den wir für unseren Ostergast angelegt haben), die Mazzen (nur aus Mehl und Wasser bestehende Fladenbrote) liegen bereit und wir, frisch geduscht und herausgeputzt, machen uns auf den Weg zum grossen Familienfestmahl, dem Seder.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch heute stürzt sich keiner auf das Essen. Alle sitzen brav um den Tisch, lesen reihum Passagen aus der Pessach-Haggadah, der überlieferten Geschichte vom Auszug aus Ägypten, schieben hier und da eine symbolische Speise in den Mund oder nippen an einem Glas Wein (insgesamt sind es vier Gläser, die an diesem Abend gelehrt werden).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich zähle wie jedes Jahr hastig die Textpassagen ab, damit ich mich schon in meinen Teil einlesen kann. Aber wie jedes Jahr geht meine Rechnung nicht auf, ich werde mit einem Abschnitt übberrascht, mit dem ich nicht gerechnet habe (weil mal wieder jemand zu viel oder zu wenig gelesen hat) und stolpere unbeholfen durch die hebräischen Schriftzeichen, bis mir ganz heiss ist und ich mit hochrotem Kopf das Heft an meinen Nachbarn abgebe. Im Hebräischen sind Sprechen und Lesen eben zwei verschiedene Paar Schuhe, und während mir das eine wunderbar passt, drückt das andere an mehreren Zehen zugleich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So schreitet der Seder voran. Für uns liegt über allem dieses Jahr ein Hauch von Wehmut, denn im nächsten Jahr werden wir vermutlich nicht im Kreise der Familie feiern. Schon bald packen wir unsere Koffer, um für unbestimmte (aber begrenzte) Zeit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten Zwischenstation zu machen, noch einmal Uniluft zu schnuppern und dem geregelten Alltag ein wenig den Rücken zu kehren. Und wie meist, wenn grosse Veränderungen anstehen, durchlaufen wir Hochs und Tiefs, mal von kribbelnder Aufgregung und Vorfreude gepackt, mal von der bösen Stimme des Zweifels heimgesucht, alles in allem aber der willkommenen Abwechslung entgegenfiebernd.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist kurz vor Mitternacht, als ich mich gut gemästet auf den Weg zum Flughafen mache, um unseren Ostergast abzuholen. Die Staus unterwegs, die aus dem Flugzeug besonders gut zu erkennen sind, vom Rundfunk aber leider nur ungenügend erfasst werden, künden von runden Bäuchen im ganzen Land. Das ist Pessach.</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2007/04/sederabend.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-7952221395870319327</guid><pubDate>Thu, 22 Mar 2007 19:43:00 +0000</pubDate><atom:updated>2007-03-22T21:46:26.869+02:00</atom:updated><title>Neue Horizonte</title><description>&lt;div style=&quot;text-align: right;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;März 2007&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Purim liegt hinter uns, Pessach steht vor der Tür und der Frühling ist eingezogen. Im Dorf, auf dem Weg zum Kindergarten, duften die Erdbeerfelder durchs offene Autofenster herein. Allerorts werden die frischen Früchte angeboten: in Supermärkten, an Bushaltestellen, in Parkbuchten. Zwei Schachteln für 15 Schekel, da schlage ich zu, denn mein Leckermäulchen verdrückt sie schneller, als man kaufen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An manchen Tagen beschert uns der Sharav (ein heisser, trockener Wüstenwind) sommerliche Temperaturen, bevor die Luft schwer wird von Staub und auf den Regen wartet, der sie wieder rein wäscht. Ganz im Einklang mit der Natur sehe ich auch auffällig viele hochschwangere Frauen in diesen Tagen an mir vorbeiziehen. Die meisten von ihnen sind verheiratet, einige verliebt, wenige alleinstehend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Denn in Israel kann man sich seinen Kinderwunsch selbst dann erfüllen, wenn kein Partner in Sicht ist. Ein Gang zur Samenbank, und schon tuen sich Welten auf. Aber nicht nur das: Das schwule Paar im Haus nebenan hat vor nicht allzulanger Zeit einen kleinen Jungen adoptiert. Manchmal trollt er mit einem seiner Väter über den Spielplatz, glücklich, endlich einen behüteten Platz gefunden zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wen es erstaunt, dass Israel sich so fortschrittlich gibt, wird schnell drei gute Gründe finden, zumindest was künstliche Befruchtungen anbelangt: die jüdische Ideologie, viele Kinder zu zeugen, das Holocaust-Erbe und die politische/demographische Situation. Die jüdische Geburtenrate liegt bei 2,7 Prozent, die muslimische jedoch bei 4. Daher hat in Israel jede Frau, ganz gleich ob verheiratet oder nicht, das Recht auf zwei durch IVF (in vitro fertilization) gezeugte Kinder. Israel hat die höchste IVF-Rate der Welt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wohl deshalb ist künstliche Befruchtung ein Thema, das offen auf der Strasse diskutiert wird. Es ist nicht ungewöhnlich, dass jemand im Gespräch beiläufig einstreut, seine Kinder seien beide &quot;IVF&quot;, ohne dass jemand dies ungewöhnlich findet oder gar eine nähere Erklärung verlangt. Und wenn eine Bekannte plötzlich schwanger ist, obwohl sie seit Jahren ein eingefleischtes Junggesellinen-Leben lebt, wundert niemand sich gross darüber, wer denn wohl der Vater sei. &quot;Sicher IVF, oder?&quot; wird gleich unumwunden vermutet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solch ein offener, unvoreingenommener Umgang mit künstlicher Befruchtung ist zweifelsohne umstritten. Dennoch gefällt mir dieses Recht auf Selbstbestimmung, das Horizonte öffnet. Und ganz unabhängig von den Problemen, die eine explodierende Weltbevölkerung mit sich bringt, liebe ich den Kinderreichtum meiner Umgebung, der so viel Ungezwungenheit mit sich bringt und von Lebenslust zeugt. Die Tatsache hingegen, dass in Berlin jedes vierte Kind abgetrieben wird, wie es diese Woche in der &quot;Welt&quot; zu lesen stand, stimmt mich traurig (auch wenn es oftmals sicher gute Gründe gibt). Aber das ist eine andere Debatte.</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2007/03/neue-horizonte.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-3873409758963448228</guid><pubDate>Sun, 18 Feb 2007 20:51:00 +0000</pubDate><atom:updated>2007-02-18T22:56:10.397+02:00</atom:updated><title>Perspektiven</title><description>&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;Februar 2007&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;right&quot;&gt; &lt;/div&gt;Diesmal also etwas Politisches. Eigentlich nicht schwierig in einem Land, in dem die Politik noch weiter oben auf der Tagesordnung steht als anderswo und in dem man es sich nicht leisten kann, uninteressiert, uninformiert und unparteiisch in den Tag hinein zu leben (was mich nicht davon abhält, das trotzdem manchmal zu tun). Hier passiert doch immer etwas.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Täglich fallen zum Beispiel Quassam-Raketen auf israelisches Gebiet, wie von Geisterhand. Das nennt sich Waffenstillstand. Das Selbstmordattentat in Eilat in der vergangenen Woche hat ebenfalls die Gemüter erhitzt, zumal es dort das erste seiner Art war. Im Büro verbreitete sich die Nachricht in Windeseile, gleichzeitig mit ungläubigem Erstaunen und der festen Überzeugung, es könne sich nur um eine Gasexplosion handeln. Pustekuchen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Gazastreifen bekriegen sich Fatah und Hamas, dass es zum Fürchten ist. Und an der libanesischen Grenze ist die israelische Armee zur Zeit auf Bomben-Jagd.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch nicht genug? Dann darf man sich auch noch über die Korruption der israelischen Politiker sorgen. Alles marode. Da tut es mir gar nicht leid, dass ich mangels Staatsbürgerschaft nur auf kommunaler Ebene wählen darf. So muss ich mir wenigestens nicht den Kopf darüber zerbrechen, wer das kleinere Übel unter den wirklich Grossen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber hier geht man fast alles mit (Galgen-)Humor an. Irgendwie. Vor wenigen Tagen sass ich in der Vorstandssitzung der Gesellschaft für Technische Kommunikation (STC), in der händeringend nach einem neuen Präsidentschaftskanditaten für die örtlichen Wahlen im März gesucht wurde. Alle drücken sich, keiner will Verantwortung übernehmen. Als die Stimmung auf dem Nullpunkt ist, wirft die derzeitige Schriftführerin ein: „Ich habe gehört, Katsav steht wieder zur Verfügung.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Internationale Nachrichten, sofern sie nicht irgendwie Israel berühren, verlieren sich da eher im Informationsdschungel. Die EU-Ratspräsidentschaft Angela Merkels zum Beispiel findet nur am Rande Erwähnung. Eine kleine Notiz unter ferner liefen. Merkels Reise in die Region und ihre Bemühungen um Frieden im Nahen Osten dagegen werden ausführlich dokumentiert und kommentiert, ebenso wie ihre Besorgnis angesichts wachsender rechtsradikaler Gewalt in Deutschland. Alles ist eben eine Sache der Perspektive.</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2007/02/perspektiven.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>1</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-2157356561481169167</guid><pubDate>Mon, 22 Jan 2007 07:57:00 +0000</pubDate><atom:updated>2008-12-09T13:47:03.481+02:00</atom:updated><title>Nordwärts in die Natur</title><description>&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;Januar 2007&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiGG7y35F-lc4FaSD6mCl79arcMByp6j0iUDKnr4qlFmXa2Zp_DNDW9sibP0aAunwFM7nCCRFrQd6jLHkHzR1VhncISnlbpIPkOnTQnQsdHkfVC0d_p-MZU1segy2LTMlNswlRz/s1600-h/sonnenuntergang.jpg&quot;&gt;&lt;img id=&quot;BLOGGER_PHOTO_ID_5022768584433414178&quot; style=&quot;FLOAT: left; MARGIN: 0px 10px 10px 0px; CURSOR: hand&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiGG7y35F-lc4FaSD6mCl79arcMByp6j0iUDKnr4qlFmXa2Zp_DNDW9sibP0aAunwFM7nCCRFrQd6jLHkHzR1VhncISnlbpIPkOnTQnQsdHkfVC0d_p-MZU1segy2LTMlNswlRz/s200/sonnenuntergang.jpg&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Fast bewährt sich meine Hoffnung auf Schnee in diesem Winter doch noch. Ganz nahe bin ich schon dem Hermon, dem grauhaarigen Berg, dem weissen Gipfel. Auf der kurvigen Strasse, gesäumt von knorrigen Olivenbäumen, unter denen hin und wieder faul ein paar Kühe grasen oder Ziegenherden vorbeiziehen, die flink über die Brocken rot-grauer Lava springen, rückt er immer näher, der fast 3000er.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Aber dann gebietet uns die Vernunft Einhalt. An einem solchen Wochenende macht es gar keinen Sinn. Eigentlich macht es überhaupt nie Sinn. Jetzt bin ich seit fast sechs Jahren hier und habe noch nie einen Fuss auf diesen Berg gesetzt. Denn im Winter, wenn der Riese über und über mit der weissen Pracht bedeckt ist, machen sich natürlich alle Schneeliebenden auf den Weg ins Skigebiet. Dann herrscht dort Chaos pur. Das sollten wir uns doch lieber nicht antun. So jedenfalls versucht man mir einzureden. Und obwohl ein wenig verstimmt, gebe ich schliesslich nach.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Kehren wir also um. Suchen wir stattdessen lieber eine der vielen kleinen Winzereien auf, die hier im Golan verstreut liegen. Zwar ist Israel (noch) nicht für seine Weine bekannt, doch tatsächlich haben schon einige von ihnen Goldmedaillen in internationalen Wettbewerben eingeheimst. Denn die Golanhöhen sind ein vulkanisches Plateau, dessen Boden und Klima gut geeignet sind für den Weinanbau. Trockene Rotweine herrschen vor, allen voran Cabernet Sauvignon und Merlot, aber auch Weissweine wie Sauvignon Blanc und Chardonnay werden hergestellt. Wir probieren sie alle und geniessen dabei die Leichtigkeit und Gelassenheit des israelischen Nordens. Hier tickt die Uhr anders, hier haben die Dinge Weile. Keine Staus, kein Stress, keine Eile.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgqISBcSEKmym2GwSYSGBoO_vC6NOl4Yr7hfiAtUJofwHFI1gbnqsXgzEt2DRudU3DA4Kc3VK4ZsDCZ9ZsPs81BYrwx5M0o-XjRsUESOvGoi6tcUT9CZmYCexE_onVOfdMA-PHL/s1600-h/fleskaninchen.jpg&quot;&gt;&lt;img id=&quot;BLOGGER_PHOTO_ID_5022768657447858226&quot; style=&quot;FLOAT: left; MARGIN: 0px 10px 10px 0px; CURSOR: hand&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgqISBcSEKmym2GwSYSGBoO_vC6NOl4Yr7hfiAtUJofwHFI1gbnqsXgzEt2DRudU3DA4Kc3VK4ZsDCZ9ZsPs81BYrwx5M0o-XjRsUESOvGoi6tcUT9CZmYCexE_onVOfdMA-PHL/s200/fleskaninchen.jpg&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Nach einer erholsamen Nacht in einer kleinen Hütte in Mizpe HaShalom—hoch über dem See Genezareth, mit einer phantastischen Aussicht über die Ebene und kleinen Felskaninchen direkt vor der Haustür—, einem Bad im Whirlpool und einem ausgiebigen Frühstück widmen wir uns am nächsten Tag ganz der Natur. Erst wandern wir mit Kind und Kegel den Bach Meshushim entlang bis zu einem natürlichen Teich, der von Basaltsäulen gebildet wird, die aus erkalteter Lava bestehen—ein vermutlich einzigartiges geologisches Phänomen.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Am Nachmittag dann machen wir uns auf zum Hula Naturschutzgebiet. Das Hula-Tal ist ein Sumpfgebiet, in dem alljährlich zehntausende von Vögeln überwintern. Als Israel in den 50er Jahren einen Grossteil des Sumpfes trocken legte, um ihn in landwirtschaftliches Nutzland umzuwandeln (aber auch, um der Malaria Einhalt zu gebieten), zogen sich viele der über 300 Arten aus der Gegend zurück, ganz zu schweigen von seltenen Schildkröten, Fischen und Pflanzen, die ein wahres Fauna-Flora-Wunderland kreierten. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;In den 90er Jahren wurde ein Teil des Ödlands wieder überschwemmt, und ein gezieltes Projekt, gesponsort von einer grossen deutschen Fluggesellschaft und Euronatur (Stiftung Europäischen Naturerbes), versucht inzwischen, die verschwundenen Spezies wieder zurückzubringen—und das mit Erfolg.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEg5bLdqh7KXdmseJ3KOn_BVMkke-nV5mYDfjY5OXxCycKIOcGDIPI1nb8mpsZrC6jOJgzNaCJoCRDKs6MOFfG3Mqf3xm82s415MuB_dlRlbIG1sVMnpxkxwO9uIwfW5iQIP3aD4/s1600-h/freundschaftlichverbunden.jpg&quot;&gt;&lt;img id=&quot;BLOGGER_PHOTO_ID_5022766844971659218&quot; style=&quot;FLOAT: right; MARGIN: 0px 0px 10px 10px; CURSOR: hand&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEg5bLdqh7KXdmseJ3KOn_BVMkke-nV5mYDfjY5OXxCycKIOcGDIPI1nb8mpsZrC6jOJgzNaCJoCRDKs6MOFfG3Mqf3xm82s415MuB_dlRlbIG1sVMnpxkxwO9uIwfW5iQIP3aD4/s200/freundschaftlichverbunden.jpg&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Als wir uns dem ersten Aussichtspunkt kurz nach 15 Uhr nähern, verschlägt uns die Geräuschkulisse schier den Atem. Kurz darauf passieren wir die hohen Bambusstauden und trauen unseren Augen kaum: Vögel soweit das Auge reicht. Und es werden immer mehr. Ununterbrochen sind sie im Landeanflug. Etwa 30.000 Kraniche, erzählt man uns, seien darunter. Neben Pelikanen, Kormoranen, und ein paar verirrten Flamingos. Die Kraniche kommen übrigens wegen der energieliefernden Erdnüsse her, die im Hula-Tal in Mengen angebaut werden. Das jedenfalls ist momentan die wohl am verbreitetste Theorie. Die lokalen Landwirte sind darüber natürlich alles andere als erfreut. Wir jedenfalls geniessen die Sensation. Und den wunderbaren Sonnenuntergang, den uns das Hula-Tal beschert.&lt;/p&gt;</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2007/01/nordwrts-in-die-natur.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiGG7y35F-lc4FaSD6mCl79arcMByp6j0iUDKnr4qlFmXa2Zp_DNDW9sibP0aAunwFM7nCCRFrQd6jLHkHzR1VhncISnlbpIPkOnTQnQsdHkfVC0d_p-MZU1segy2LTMlNswlRz/s72-c/sonnenuntergang.jpg" height="72" width="72"/><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-4733149633091184794</guid><pubDate>Sun, 31 Dec 2006 05:22:00 +0000</pubDate><atom:updated>2007-01-21T08:30:43.979+02:00</atom:updated><title>Tannenduft in Haifa</title><description>&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;Weihnachten 2006&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;&lt;/em&gt; &lt;/div&gt;Seit Jahren schreibe ich davon, dass Weihnachten hier unbemerkt vorübergeht. Dass selbst am Weihnachtstag in Jerusalem kaum etwas Festliches zu spüren ist. Und dann sitzt plötzlich Costi im Büro neben mir, der nicht nur das Fest der Feste feiert, sondern neben Arabisch, Hebräisch und Englisch auch noch fliessend Deutsch spricht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Costi ist Direktor der Abteilung Technischer Support. Schon seit Jahren hält er der Firma, für die ich seit August arbeite, die Treue. Aber vor langer Zeit hat er an der Technischen Universität Berlin studiert. Das war damals, kurz vor dem Mauerfall, als Berlin noch klein war und Witze über Ostfriesen und Helmut Kohl hoch im Kurs standen. Noch heute denkt Costi gern an diese Jahre zurück. Filterkaffee vermisse er, gesteht er. Doch da seine Frau den Instantkaffee liebt, der hierzulande getrunken wird, steht die mitgebrachte Kaffeemaschine schon seit Ewigkeiten im Schrank.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie er in Deutschland gelandet ist? Ganz einfach, erklärt Costi. Er sei auf eine deutsche Schule gegangen und habe über die lutheranische Gemeinde Kontakte geknüpft. Noch heute bekommt er regelmässig „TU Berlin International“ zugeschickt, eine Zeitschrift für ausländische Absolventen, und in seinem Büro hängt seit gestern der Kalender „Kieler Impressionen 2007“ -- das Weihnachtsgeschenk eines deutschen Kunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inzwischen hat Costi die deutschen Bande aber auch an seine Kinder weitergereicht. Fadi, sein 14jähriger Sohn, ist erst kürzlich begeistert aus Wiesbaden zurückgekehrt. Dort hat er gemeinsam mit deutschen Jugendlichen einen Schüleraustausch für April 2007 vorbereitet.&lt;br /&gt;Fadi und sein 10jähriger Bruder Rami gehen auf die „Schwestern von Nazareth“ Schule, eine katholische Privatschule in Haifa. Dabei gehört die Familie der Evangelischen Gemeinde an. Da Costi evangelisch und seine Frau katholisch ist, haben sie so einen ökumenischen Mittelweg gefunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überhaupt müssen sie sich als Christen im israelischen Alltag arrangieren. An Sonntagen zum Beispiel, wenn bei uns die Woche anfängt, bleibt es in Costis Büro dunkel. Dafür arbeitet er freitags, wenn wir anderen schon unser Wochenende geniessen. An christlichen Feiertagen muss er sich Urlaub nehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und Weihnachten? Das ist natürlich etwas ganz besonderes. Schon Anfang Dezember, passend zu Fadis Geburtstag, schmückt die Familie den Weihnachtsbaum. „Das macht jedes Jahr viel Spass,“ erzählt Costi. Besonders Nicole, seine 4jährige Tochter, ist bereits Tage vorher aufgeregt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am vierten Adventswochenende veranstaltet die Gemeinde einen Bazar, auf dem die Mitglieder selbstgemachte Handarbeiten verkaufen. In der darauf folgenden Woche zieht dann der Kirchenchor durch die Häuser der Gemeinde und bringt ein wenig Freude selbst in die Altersheime und Krankenhäuser. Nicht immer gelingt es Costi, dabei zu sein. Dieses Jahr jedenfalls hat ihm der Job einen Strich durch die Rechnung gemacht und seine Frau musste alleine die Stellung halten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Heiligabend feiert die Familie traditionell in ihrem Haus in Haifa, zusammen mit Costis Mutter Judith, seinem Bruder Saba, dessen Frau Hala und deren Söhnen (Hanna, 21, und Amir, 10) und Töchtern (Niveen, 22, und Mary, 15). Dann gibt es Truthahn, traditionellen Weihnachtskuchen und fruchtige Plätzchen. Und natürlich Geschenke. Nur Schnee erwartet hier niemand. Aber das ist manchmal auch besser so.</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2007/01/tannenduft-in-haifa.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-6222581639375902297</guid><pubDate>Tue, 19 Dec 2006 18:32:00 +0000</pubDate><atom:updated>2006-12-19T20:38:40.962+02:00</atom:updated><title>&quot;Last Christmas&quot;</title><description>&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;Dezember 2006&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;left&quot;&gt;&lt;br /&gt;Heute Morgen im Radio habe ich tatsächlich ein Weihnachtslied gehört. Plötzlich fand ich mich zu den Klängen von George Michaels „Last Christmas“ wieder. Das war ganz klar ein Ausrutscher des diensthabenden DJs. Normalerweise wird dieses Lied im Februar oder im Juni als Schlager gespielt, aber nie zur Weihnachtszeit. Es ist beinahe, als gebe es diesbezüglich ein ungeschriebenes Gesetz. Der Ärmste. Ich frage mich, ob dieser Missgriff für ihn Konsequenzen haben wird. Mir hat er gefallen — ich habe lauthals mitgesungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie ich mich persönlich auf Weihnachten vorbereite? Mit einer roten Nase, die dem Weihnachtsmann alle Ehre machen würde. Aber mal abgesehen von den Klängen heute morgen ist hier natürlich wie immer vom herrannahenden Fest nichts zu spüren. Selbst die Freundin, die mir in all den letzten Jahren jedes Mal pünktlich einen Adventskalender geschickt hat, hat schliesslich ein Einsehen gehabt, denn ein Kalender macht schliesslich noch keinen Advent. So ist das also: Wenn ich die Feiertage nicht in Deutschland verbringen würde, ginge das Weihnachtsfest völlig unbemerkt an mir vorüber. Dann müsste ich mir vermutlich einen Wecker stellen, um nicht zu vergessen, meiner Familie ein frohes Fest zu wünschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich sehe das positiv. So konnte ich meine Weihnachtseinkäufe ohne grosses Gedränge und Geschiebe hinter mich bringen, bei weitgehend blauem Himmel und Temperaturen über 20 Grad. Kurzfristig hatte ich vor, einen adventlichen Apfelkuchen zu backen, aber davon haben mich andere Pläne in letzter Minute abgebracht. Stattdessen habe ich eine Chanukka-CD eingelegt, um mit meinem Sohn eine Runde zu tanzen. Denn das Lichterfest, von dem ich in den vergangenen Jahren schon einige Male erzählt habe, steht an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zur Auffrischung: Es erinnert an die Reinigung des Jerusalemer Tempels von den griechischen und hellenisierenden Götzenanbetern und die Erneuerung des Gottesdienstes. Das geschah im Jahr 164 vor unserer Zeitrechnung. Man spricht auch vom Chanukka-Wunder über den einzigen Krug reinen Öls, denn statt einem einzigen Tag brannte es ganze acht Tage lang. Daher die acht Kerzen, von denen wir in diesem Jahr am Abend des 15. Dezember die erste anzünden. Daher auch das Ölgebäck, das zu diesem Fest in Unmengen verschlungen wird. Da dieses Fest wie alle jüdischen Feste dem hebräischen Kalender gemäß gefeiert wird, fällt es jedes Jahr auf ein anderes Datum des gregorianischen Kalenders. Damit ist wohl die scheinbar ignorante Frage zu erklären, die ich hier manchmal zu hören bekomme: „Wann ist denn dieses Jahr Weihnachten?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Derweil herrscht grosse Aufregung, weil Yair seine erste Chanukka-Feier im Kindergarten verpassen wird. Ausgerechnet zur geplanten Stunde sitzen wir bereits im Flieger gen Deutschland. Alle Bemühungen väterlicher- und grossmütterlicherseits, die Feier vorverlegen zu lassen, sind ins Leere gelaufen. Mit israelischer „Chuzpe“ (Unverschämtheit kommt diesem Wort im Deutschen wohl am nächsten) lässt sich eben doch nicht alles erreichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bleibe davon eher unberührt (es wird noch viele andere Feiern geben) und zähle unbeirrt die Tage bis zu unserem Deutschland-Flug. Der rückt mit Riesenschritten näher und beeinflusst meinen Stresspegel, weil ja noch so viel zu erledigen ist, bevor wir uns auf den Weg machen. Übrigens beobachte ich mit zunehmender Sorge die Wetteraussichten. Was sich da anbahnt, ist alles andere als feierlich. Mich dünkt, der Schneeanzug, der schon für Yair für diese eine Woche bereit liegt, wäre besser im Laden geblieben. Oder gibt es noch Hoffnung?&lt;/div&gt;</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2006/12/last-christmas_19.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-4308515476338405178</guid><pubDate>Mon, 04 Dec 2006 07:54:00 +0000</pubDate><atom:updated>2008-12-09T13:47:03.983+02:00</atom:updated><title>Vollmondwüste</title><description>&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEj_XpaoA6av9p7_D26ZNmlO7qzPwQjysolNjhgCeWqXP8wF9uPZ75WKsDRCQjx0UqJHYbxhaNuVNEzw_Ajn1qEEuTa1YGYDFqaatSL4bfg5L7H7oKTNCoE7cSxZFkmtF2se0vi6/s1600-h/DSCF9089.jpg&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float:left; margin:0 10px 10px 0;cursor:pointer; cursor:hand;&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEj_XpaoA6av9p7_D26ZNmlO7qzPwQjysolNjhgCeWqXP8wF9uPZ75WKsDRCQjx0UqJHYbxhaNuVNEzw_Ajn1qEEuTa1YGYDFqaatSL4bfg5L7H7oKTNCoE7cSxZFkmtF2se0vi6/s320/DSCF9089.jpg&quot; border=&quot;0&quot; alt=&quot;&quot;id=&quot;BLOGGER_PHOTO_ID_5004582978502780066&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;November 2006&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Als wir um 18:00 in den Bus steigen, haben wir den kurzen Sonnenuntergang bereits lange verpasst und ein voller Mond steht hell am Himmel. Ein paar Wolken verdecken ihn hin und wieder, in Erinnerung daran, dass der Sommer vorbei und der Winter ganz nah ist. Mit vollen Bäuchen lassen wir uns in die Sitze sinken, um drei Stunden lang gen Negev-Wüste zu schaukeln. Firmenausflug nennt sich das. Aber weil wir alternativ sind, machen wir die Nacht zum Tag und schlafen danach in den Abend hinein.&lt;br /&gt;Kurz nach 21 Uhr haben wir unser Ziel erreicht: &lt;a href=&quot;http://kfarhanokdim.co.il&quot;&gt;Kfar HaNokdim&lt;/a&gt;, ein abgelegenes Beduinendorf unweit der Festung Mazada. Gleich am Eingang erwarten uns duftend-heisse Fladenbrote mit Zaartar und süß-dampfender Kaffee. Wir visieren in Windeseile das grosse Zelt, das uns heute Nacht als Lagerstätte dienen soll (falls wir doch eine Mütze Schlaf brauchen sollten)--Matratzen, Schlafsäcke, Tische beladen mit Früchten, Nüssen und Getränken, eine wahre Oase eben--, werfen unsere Rucksäcke ab und machen uns auf ins benachbarte Zelt, um einem faszinierenden Vortrag über die verschwindende Kultur der Beduinen, ihre Gastfreundschaft und die Bedeutung des Kaffeerituals zu lauschen. Doch noch ehe wir uns richtig auf den traditionell gekleideten Mann einstellen können, verschwindet auch er—und wir bleiben allein zurück, um zwei Stunden lang eifrig kniffelige Gruppenaufgaben zu lösen, in der Hoffnung, als Sieger des Abends in die Firmengeschichte einzugehen.&lt;br /&gt;Um Mitternacht huschen wir dann im hellen Schein des Vollmonds in ein drittes Zelt, zum festlichen Beduinenmahl. Abermals schlagen wir uns die Bäuche voll, diesmal mit Lammrippen, zartem Hühnerfleisch, Kebab, würzigem Ratatouille, Bedouinenreis, gegrillten Zwiebeln und Tomaten, Auberginensalat, Maiskolben, Pita, Früchten, Baklava, hauseigenem Rosewein, gesüßtem Kaffee und Tee.&lt;br /&gt;Träge wie wir sind, nicht nur ob der späten Stunde, schleppen wir uns dann zum einzigen Programmpunkt, dessen wir noch fähig sind: einem behaglichen Lagerfeuer unterm Sternenhimmel, das ausreichend Schutz gegen die empfindliche Kälte der nächtlichen Wüste bietet. Bei sanften Gitarrenklägen vertreiben wir singend unsere aufgekommene Müdigkeit—bis ein autoritäres Hüsteln den Höhepunkt des Abends ankündigt: die Siegerehrung. Kurz und schmerzlos geht sie über die Bühne; ich habe mit meiner Gruppe das Treppchen nur knapp verfehlt und gehe leer aus, während die Helden der Gruppenaktivitäten kuschelige Fleece-Decken mit nach Hause nehmen. Ich trage es mit Fassung und schnappe mir eine Flasche Bier als Schlaftrunk. Dann suche ich in der Schwärze der Nacht stolpernd meine Matratze und schlüpfe für knapp zwei Stunden Schlaf in den Schlafsack.&lt;br /&gt;Pünktlich um 5 Uhr werde ich sanft aus dem Schlaf geschüttelt. Für Hartgesottene und Romantisch-Verklärte ist die Nacht vorbei, noch ehe der Tag begonnen hat: Nach einer schnellen Tasse Kaffee fahren wir nach Mazada, erklimmen über die Rampe, die Flavius Silva vor fast 2000 Jahren anschütten lassen hat, in einem 20-minütigen Marsch die Festung, auf der sich im Jahre 72 fast 1000 Juden der Sage nach das Leben genommen haben sollen, und warten auf einen spektakulären Sonnenaufgang.&lt;br /&gt;Doch der kommt nicht. Zugegeben, die Sonne geht auf. Doch je höher sie steigt, desto weiter schiebt sich auch die Wolkenmasse voran, die von Jordanien heranzieht, der Sonne immer ein winziges Stückchen voraus. Eine Stunde verbringen wir 400 Meter über dem Toten Meer, schnuppern Geschichte, bewundern eine alte Kultur, kämpfen gegen den Schlaf und schielen hoffnungsvoll zum Himmel. Vielleicht bricht die Sonne doch noch durch, vielleicht müssen wir nur warten. Keiner gibt die Enttäuschung zu, aber alle empfinden sie. Stolz sind wir trotzdem und überzeugt davon, das üppige Frühstück verdient zu haben, das bei unserer Rückkehr auf uns wartet.&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgNbfmUMKPLQSx-4wl9gAZETJZQbHUhOAxT5banB9Qaeu2HJtaYBBAybSb-vbP2UNbIOHTGArH6EXknrW0ed_TeyRU6znRK7RAN6x9aKgKV8dRtqFOvPfa7A-R7xlK4Oz4GGIuS/s1600-h/PB076335.jpg&quot;&gt;&lt;img style=&quot;float:right; margin:0 0 10px 10px;cursor:pointer; cursor:hand;&quot; src=&quot;https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgNbfmUMKPLQSx-4wl9gAZETJZQbHUhOAxT5banB9Qaeu2HJtaYBBAybSb-vbP2UNbIOHTGArH6EXknrW0ed_TeyRU6znRK7RAN6x9aKgKV8dRtqFOvPfa7A-R7xlK4Oz4GGIuS/s320/PB076335.jpg&quot; border=&quot;0&quot; alt=&quot;&quot;id=&quot;BLOGGER_PHOTO_ID_5004583785956631730&quot; /&gt;&lt;/a&gt;Nochmals langen wir kräftig zu; dann steigen wir zurück in den Bus, der uns erst vor zwölf Stunden hier abgesetzt hat. Vom Fenster aus sehe ich frisch gesattelte (und ungesattelte) Kamele, die geduldig auf den neuen Tag warten. Erst jetzt, da die Dunkelheit der langen Nacht gewichen ist, nehme ich überhaupt die Schönheit der Umgebung wahr. Die Weite der Wüste, die Nähe der Jordanischen Berge, die schwarzen Beduinenzelte unter jetzt strahlend blauem Himmel, die Gruppen von Palmen, die hier und dort wie hingestreut wachsen. Und über allem liegt eine solche Ruhe und Gelassenheit, dass ich ergeben die Augen schliesse. Als ich sie wieder öffne, sind wir bereits zu unserem Glasbüropalast zurückgekehrt, in dessen glänzender Fassade sich lediglich die vorbeiführende Strasse spiegelt und vielleicht noch die Felder und Büsche auf der gegenüberliegenden Seite.&lt;/p&gt;</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2006/12/vollmondwste.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEj_XpaoA6av9p7_D26ZNmlO7qzPwQjysolNjhgCeWqXP8wF9uPZ75WKsDRCQjx0UqJHYbxhaNuVNEzw_Ajn1qEEuTa1YGYDFqaatSL4bfg5L7H7oKTNCoE7cSxZFkmtF2se0vi6/s72-c/DSCF9089.jpg" height="72" width="72"/><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-8799310167829876338</guid><pubDate>Mon, 04 Dec 2006 07:54:00 +0000</pubDate><atom:updated>2006-12-04T09:54:44.562+02:00</atom:updated><title>Biblische Zustände</title><description>&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;Oktober 2006&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Als wir uns auf den Weg nach Jerusalem machen, ist der frühe Morgen, den wir eigentlich ins Auge gefasst hatten, fast vorbei. Kein Wunder: Meine Schwiegermutter multipliziert die Verspätung, mit der wir gewöhnlich kalkulieren, um ein Vielfaches. Doch alles halb so schlimm. Innerhalb einer Stunde passieren wir die Stadtgrenzen, und nach ein paar Umwegen aufgrund falscher Internetplanung nähern wir uns endlich unserem Ziel: dem biblischen Zoo. Im Südwesten Jerusalems gelegen, schmiegt er sich weitläufig an den Hang eines Hügels; und wie sein Name verheisst, präsentiert er vor allem Tiere, die in der Bibel erwähnt werden, samt einer Arche Noah, die als Informationszentrum dient.&lt;br /&gt;Erleichtert, die ‚heilige Stadt’ ohne größere Probleme durchquert zu haben, steuere ich zielsicher auf die letzte Abfahrt zu. Doch da blockiert plötzlich eine Polizeistreife meinen Weg: Der Parkplatz des Zoos sei wegen Überfüllung gesperrt, wir möchten doch bitte die kostenlose Parkmöglichkeit am Stadion nutzen, um mit Shuttlebussen zum Eingang gekarrt zu werden. Genervt mache ich kehrt und suche mühsam den Weg zum Stadion. Es wäre auch zu schön gewesen, wenn einmal alles nach Plan verlaufen wäre. Irgendein Chaos gibt es hier immer.&lt;br /&gt;Dann dämmert es mir plötzlich: Natürlich herrscht Andrang! Schliesslich stellen die Halbfeiertage am Laubhüttenfest für religiöse Juden eine der zwei Möglichkeiten im Jahr dar, ihre Familien auszuführen. Ergeben mache ich mich auf das Schlimmste gefasst; predige mir Geduld; atme tief durch. Dann steige ich in Kampfstimmung aus dem Auto, mache den Kinderwagen startklar, und dirigiere Schwiegermama und meinen protestierenden Sohn, der nicht sitzen sondern laufen will, Richtung Bushaltestelle.&lt;br /&gt;Dort erlebe ich die erste Überraschung: keinerlei Wartetrauben, kaum Wartezeit. Innerhalb weniger Minuten finden wir uns schon vor den Ticketboxen am Zooeingang wieder. Überraschung Nummer 2: keinerlei Wartetrauben, kaum Wartezeit. Allerdings ziehe ich verstohlen an meinem Trägertop, weil mir in Anwesenheit so vieler Orthodoxer plötzlich unbehaglich ist mit meinen freien Schultern.&lt;br /&gt;Hinter den Toren dann Überraschung Nummer 3: keine Müllhalden, kein Durcheinander. Die Horden tief religliöser Grossfamilien, die durch die Anlage walzen, hinterlassen auf unerklärliche Weise kaum eine Spur. Fasziniert starre ich ihnen hinterher. Einige von ihnen wirken, als seien sie nicht von dieser Welt. Mit Hüten und Schäfenlocken, Kopftüchern oder Perücken, in schwarzen Anzügen oder langen Röcken, mit Strumphosen und festen Schuhen stapfen sie von Käfig zu Käfig, die meisten von ihnen so blass, als hätte ihre Haut niemals Sonne gesehen. Scharen von Kindern laufen umher, als seien sie es nicht gewohnt, ihre Glieder zu bewegen, auf ihren Gesichtern ein seliges Leuchten beim Anblick der biblischen Tiere. Fast finde ich ihre Anwesenheit spannender als die der eigentlichen Zoobewohner, doch Yair und seine Grossmutter belehren mich schnell eines besseren.&lt;br /&gt;Noch ehe ich mich losreissen kann, sind sie bereits auf und davon. Mein Sohn ist fasziniert von all den Tieren, die er aus seinen Bilderbüchern kennt; meine Schwiegermutter weidet sich an der Faszination meines Sohnes; und ich freue mich darüber, meine Seele ein bisschen baumeln lassen zu können.&lt;br /&gt;Inzwischen hat sich der Herbst auch bei uns auf leisen Sohlen herangeschlichen. Über Nacht hat er den ersten kräftigen Regen gebracht, wenn man von den paar Tropfen absieht, die schon vor ein paar Wochen gefallen sind. Hastig haben wir unsere wärmeren Klamotten hervorgekramt und beschämt festgestellt, dass Yair weder passende Strümpfe noch Halbschuhe hat. Aber da Regen nicht gleich Kälte bedeutet, ist das keine Katastrophe. Das Thermometer klettert am Nachmittag trotzdem über die 25-Grad-Marke, und ich fange in meinen langen Ärmeln an zu schwitzen.&lt;br /&gt;Die hohen Feiertage liegen hinter uns--ein weiteres Indiz dafür, dass der Sommer sich verabschiedet hat. Mit runden Bäuchen und noch schläfrig vom vielen Nichtstun schieben wir uns wieder tagtäglich hinter den Schreibtisch. Und während die meisten in Erinnerungen an üppige Mahlzeiten schwelgen, plappert Yair aufgeregt von den Tieren, die ihm letzte Woche einen unvergesslichen Tag beschert haben.</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2006/12/biblische-zustnde.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-6102566394927100999</guid><pubDate>Mon, 04 Dec 2006 07:52:00 +0000</pubDate><atom:updated>2006-12-04T09:54:02.096+02:00</atom:updated><title>Superkräfte</title><description>&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;September 2006&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Langsam entwickle ich Routine. Und dank der israelischen Mentalität—soll heissen, Flexibilität und Formlosigkeit—ist der Eiertanz auch gar nicht so schwer. Mit entsprechend viel Energie und ein bisschen Organisationstalent lässt sich alles bewerkstelligen. Es macht doch nichts, dass mein Mann erst kürzlich zwei Wochen lang seinen Job vernachlässigt hat und deshalb nicht einspringen kann. Auch dass wir im Büro kurz vor der Veröffentlichung unserer neuen Software-Version stehen, spielt eigentlich keine Rolle. Ganz zu schweigen von der Firmenfeier und der Hochzeit, die diese Woche noch anstehen, oder den Feiertagen, die am Wochenende beginnen und unseren Countdown zum Stichtag noch verkürzen. Mein kleiner Sohn ist eben schon wieder krank, und da muss man sich einfach ein bisschen behelfen.&lt;br /&gt;Ich sehe das eigentlich ganz locker. Als wir am Samstag abend Fieber feststellten, gingen zwar erstmal alle Alarmglocken an, aber inzwischen sehe ich keinen Anlass zur Panik mehr. Nur weil Yair krank ist, muss ich ja nicht zwangsläufig frei nehmen. Da steht man eben morgens mal ein bisschen früher auf als sonst. Sagen wir, so gegen 5:30. Das ist doch nun wirklich nicht so tragisch. Um 6:30 sitze ich schon im Büro und lege los. Gegen 9:00 fahre ich wieder nach Hause, um meinen Mann abzulösen. Der wälzt sich dann mit den allmorgendlichen Staus ins Büro. Nur 40 Minuten ins 15 Kilometer entfernte Ra’anana—das ist für hiesige Verhältnisse wirklich noch akzeptabel (habe ich erwähnt, wie froh ich bin, nicht mehr die 40 Kilometer zur Arbeit fahren zu müssen!?).&lt;br /&gt;Ich übernehme also zu Hause die Führung. Alles ganz normal. Als mein Sohn nach dem Mittagessen völlig erschöpft in einen dreistündigen Mittagsschlaf entschwindet, kann ich mich mühelos wieder der Arbeit zuwenden. Ein paar Telefonate erledigen. Ein paar Kapitel korrekturlesen. Zu letzterem komme ich im Büro ohnehin nie, weil diese Aufgabe explizit nur dann zu erledigen ist, wenn ich „Leerlauf“ habe; und das kommt nicht vor. Also ist es vielleicht ganz gut, dass ich mir den Tag so einteilen kann. So kann ich endlich Dinge abarbeiten, die schon zu lange liegengeblieben sind.&lt;br /&gt;Als Papa Shai um 18:00 nach Hause kommt, weil er sich dank unserer Ausnahmesituation extra früh von allen Terminen freigemacht hat, springe ich direkt wieder ins Auto, um im Büro die wirklich wichtigen Sachen in Angriff zu nehmen. Ich habe noch keinen Fuss durch die Tür gesetzt, als mich Arie aus der Entwicklung gleich mit Beschlag belegt. Erst zwei Stunden später verläßt er mein Büro, nachdem wir eingehend diverse Handbücher auf 2-Phasen-Commit und eingehende/ausgehende Transaktionen geprüft und korrigiert haben. Mir hängt inzwischen der Magen auf den Knien, aber ich will keine Schwäche zeigen und steuere beschwingt in Richtung Küche, um mir eine Tasse Tee zu machen und mich dann auf meine mitgebrachten Brote zu stürzen—echtes deutsches Mehrkornbrot übrigns, von einer bekannten Bäckerei aus Gütersloh, das es hier zu meiner Freude in fast jedem Supermarkt gibt.&lt;br /&gt;Dann geniesse ich die Abendruhe, die sich fast unmerklich über unsere Etage gesenkt hat, und arbeite konzentriert vor mich hin. Als ich um 22:30 den Heimweg antrete--morgen ist schliesslich auch noch ein Tag--, mache ich noch schnell eine Runde an allen Zimmern vorbei, damit ich nicht versehentlich alle Lichter aus- und die Alarmanlage einschalte. Und tatsächlich sitzt hinten links noch Gil vor seinem flimmernden Bildschirm und lächelt mich tapfer an, als ich eine Gute Nacht wünsche. So fahre ich denn durch die warme Nacht nach Hause, lausche noch kurz dem Fieberbericht und schlüpfe ins Bett. Alles halb so schlimm. Jetzt heisst es nur noch durchhalten bis zum Wochenende, um die Ankunft des jüdischen Neujahrs zu feiern. In 5767 wird dann hoffentlich alles ein bisschen leichter.</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2006/12/superkrfte.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-4457104625699402658</guid><pubDate>Mon, 04 Dec 2006 07:50:00 +0000</pubDate><atom:updated>2006-12-04T09:52:10.592+02:00</atom:updated><title>Der Mann am Bett nebenan</title><description>&lt;p align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;August 2006&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;So schnell kann es also gehen: Ein kleiner Magen- und Darmvirus schleicht sich übers Wochenende ein, und schon schläft mein Eineinhalbjähriger morgens ungewöhnlich lange, wird auch gegen 11 Uhr nur zögernd wach, hängt abwesend in seinem Hochstuhl und läßt sich teilnahmslos Joghurt in den Mund schieben. Der Kinderarzt diagnostiziert blitzschnell hohen Flüssigkeitsverlusst und ordnet eine Infusion an. Und so sitzt unsere kleine Familie am ersten Tag der Woche mittags im angenehm kühlen Service-Zentrum der Krankenkasse, während draussen Waschküchenwetter herrscht.&lt;br /&gt;Nachdem vier Erwachsene nötig waren, um Yair die Infusionsnadel in die Hand einzuführen, ist dieser gleich wieder in einen erschöpften Tiefschlaf gefallen. Wir sitzen besorgt an seinem Bett und starren hilflos die Flüssigkeit an, die langsam, über Stunden, in seinen jungen Körper tropft. Irgendwann steht mein Mann auf, um Kaffee und einen dürftigen Mittagssnack aufzutreiben. Weil unsere Mägen knurren, aber auch, um die Ruhelosigkeit und die Selbstvorwürfe zu bekämpfen.&lt;br /&gt;Am Bett neben uns sitzt ein religiöser Mann mit tiefschwarzem Haar und einer leuchtend weiß gehäkelten Kipa auf dem Kopf, dessen wenige Monate alter Sohn ebenfalls am Tropf hängt. Konzentriert über ein Gebetbuch gebeugt, murmelt er unaufhörlich vor sich hin. Sein Oberkörper bewegt sich vor und zurück, und seine Schläfenlocken schwingen dazu rhythmisch mit.  Er scheint uns kaum wahrzunehmen, aber als sein Sohn an zu wimmern fängt, springt er sofort auf, bereitet ein Fläschen zu, füttert ihn, und spricht beruhigend auf ihn ein. Wie vorher die Gebete, so dringen nun seine Trostworte an mein Ohr.&lt;br /&gt;Plötzlich starre ich den Kaffee in meiner Hand an, den angebissenen Croissant auf dem Tisch neben mir. Wie profan. Wie ordinär. Da liegt mein kleiner Sohn, und ich stopfe mir den Mund voll.  Und dieser Mann kümmert sich so hingebungsvoll, als gäbe es sonst nichts auf der Welt. Als hätte er nur diesen einen Sohn und nicht mindestens noch eine Handvoll Kinder, die zu Hause auf ihn warten. Ich bin gerüht und kann mir ein Lächeln nicht verkneifen, als ich höre, wie er seinen Sohn überschwänglich für ein unüberhörbares Bäuerchen lobt. Vorsichtig legt er ihn wieder hin, wartet, bis er eingeschlafen ist, und nimmt dann erneut sein Gebetbuch zu Hand.&lt;br /&gt;Vielleicht sollte man die Dinge wirklich mit dieser Gelassenheit hinnehmen. Mit solchem Gottvertrauen. Vielleicht hätte sich diese Woche dann weniger anstrengend gestaltet. Aber an diesem Tag, am Bett meines Sohnes, konnte ich ja nicht ahnen, was uns noch bevorstand. Das Yair am nächsten Tag eine zweite Infusion benötigen würde. Dass sein tückischer Virus nach Übelkeit und Erbrechen noch vier Tage Fieber nach sich ziehen würde. Dass dann mein Mann zu allem Überfluss selber noch bettlägrig werden würde, mit 40 Grad Fieber, Symptom einer akuten Lungenentzündung. Und all das ausgerechnet im ersten Monat in meiner neuen Firma.&lt;br /&gt;Inzwischen haben wir das Ende der Woche erreicht. Mein Sohn ist fieberfrei; mein Mann kann wieder alleine ein Glas Wasser heben. Und ich denke noch manchmal an den Mann am Bett neben uns zurück. Er hat etwas in mir berührt. Als er schliesslich aufstehen und seinen Sohn nach Hause schieben konnte, hat er uns freundlich Gute Besserung gewünscht. Als wären wir gute Bekannte. Als hätte er auch von unserer Geschichte jedes Detail mitbekommen. Ich hoffe sehr, dass es seinem Sohn wieder gut geht.&lt;/p&gt;</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2006/12/der-mann-am-bett-nebenan.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-108611628533740356</guid><pubDate>Mon, 04 Dec 2006 07:46:00 +0000</pubDate><atom:updated>2006-12-04T09:50:16.861+02:00</atom:updated><title>Angst im Bauch</title><description>&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;August 2006&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Diesmal fällt der Abschied noch schwerer als sonst. Da ist der Trennungsschmerz, der sich einfach nicht abschütteln lassen will und der, wenn er sich doch endlich verflüchtigt hat, unversehens zurück kommt, wenn mein Anderthalbjähriger fragend ruft: „Opa?“ Und der, wenn er keine Antwort erhält, ein leises „Oma?“ hinterherschiebt. Alle Erklärungen nützen da nichts. Wie soll er denn verstehen, dass Deutschland weit weg ist und wir die gerade so Liebgewonnenen erst in ein paar Monaten wiedersehen werden?&lt;br /&gt;Und da ist, eigentlich zum ersten Mal, die Angst, in ein Haus zurückzukehren, das nicht sicher ist, eigentlich auch nie sicher war, denn die Bedrohung durch die weitreichenden Raketen der Hisbollah ist ja nicht neu, nur die Entschlossenheit, sie auch einzusetzen, sie abzufeuern, ist jetzt traurige Realität, auch wenn die Absicht sicher schon lange bestand. Die Wahrscheinlichkeit, dass Netanya attakiert wird, ist nicht klein. Die Möglichkeit, dass dabei Zur Moshe unter Beschuss gerät, besteht. Doch wie gross ist die Gefahr, dass eine Rakete genau auf unser Haus fällt und dann auch noch den stahlbetonierten Sicherheitsraum zerstört, in den wir uns im Falle des Falles flüchten würden?&lt;br /&gt;Abends und Nachts hören wir die schweren Flugzeuge des Militärs gen Norden fliegen. Ein tiefes Brummen, das näher kommt, nur um sich wieder zu entfernen. Am Vormittag dann kehren sie zurück, leichter sicher, wie von einer Last befreit, aber nicht weniger bedrohlich. Kaum mache ich den Fernseher an oder lese Nachrichten im Internet. Die Situation ist schon frustrierend genug, ohne zu lesen, wie viele Menschen diesmal umgekommen sind. Auf israelischer Seite, auf libanesischer Seite. Berichtet wird immer von den Zivilisten, aber wie viele von ihnen waren wirklich Terroristen? Warum soll ich mich tagtäglich mit den selben Fragen herumschlagen? Wer ist im Recht, wer im Unrecht? Was gibt es über die (Un)Verhältnismäßigkeit von Gewalt noch zu sagen, das in den letzten Wochen nicht bereits gesagt wurde?&lt;br /&gt;Ich bin es auch leid, mich über die voreingenommene Berichterstattung im Ausland aufzuregen. Objektivität gibt es nun mal nicht, und es ist immer leichter, sich auf die Seite der scheinbar Schwachen zu stellen. Das verstehe ich ja. Weinende Kinder und Frauen. Verzweifelte Deutsch-Libanesen, die bei Verwandten zu Besuch waren, als der Wahnsinn begann. Dabei wäre es dazu vielleicht nicht gekommen, wenn sich Israel nicht im Jahr 2000 aus dem Südlibanon zurückgezogen und so der Hizbollah das Feld geräumt hätte. Oder wenn die Libanesische Regierung den Auftrag ernst genommen hätte, gemäss UN-Resolution 1559 die Hisbollah Miliz zu entwaffnen.&lt;br /&gt;Viele Bewohner des Nordens sind zu Verwandten und Freunden ins Zentrum Israels geflohen; davon künden ungewöhnlich lange und hartnäckige Staus und die fremden Gesichter, die man auch bei uns im Ort überall sieht: im Supermarkt, auf dem Spielplatz, auf dem Weg zur Synagoge. Im ganzen Land laufen Hilfsaktionen für die betroffenen Familien, allerorts werden ihnen Vergünstigungen angeboten.&lt;br /&gt;Derweil geht für uns erst einmal der Alltag weiter. Heute morgen haben wir eine Stipvisite in dem Hort gemacht, den Yair ab September besuchen wird. Die Kinder dort spielten so hingebungsvoll und unbefangen, als gäbe es nichts Böses auf der Welt, und Yair wollte gar nicht gehen, als ich fand, jetzt sei es Zeit. Ich bereite mich unterdessen im Geiste auf meine neue Arbeitsstelle vor. Gehe zum Zahnarzt. Plane den Ausstand in meiner alten Firma. Kaufe ein. Bringe das Auto in die Waschanlage und ein paar Sandalen zum Schuhster. Schaue im Fitnessstudio vorbei. Alles ganz normal. Und so wird es hoffentlich auch bleiben. Für die Menschen im Norden Israels und im Süden Libanons bleibt nur ein Satz zu wiederholen, den man hier zur Zeit allerorts hört und der ein Spiegel der hiesigen Mentalität ist: Yihiye beseder – Alles wird gut!</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2006/12/angst-im-bauch.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-115200682600134176</guid><pubDate>Tue, 04 Jul 2006 09:52:00 +0000</pubDate><atom:updated>2006-07-04T12:55:48.593+03:00</atom:updated><title>Sommerliche Nebensächlichkeiten</title><description>&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;Juli 2006&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;left&quot;&gt;Als ich mit Yair von unserem morgendlichen Spaziergang zurück komme, kleben mir die Kleider am Leib und mein Sohn schläft schwitzend in seinem Kinderwagen. Der Sommer hat endgültig Einzug gehalten—mit seiner Hitze, seiner Feuchtigkeit, seinen Kakerlaken und den Quallen, die sich ab Mitte Juni für knapp zwei Monate massenweise in Küstennähe niederlassen, um uns den Gang ins Wasser zu versauern. Damit haben auch wir unsere Strandgänge erst einmal eingeschränkt, denn manch einem Kind haben die Quallen das Badevergnügen schon gründlich verdorben, auf lange Sicht hin. Kein Wunder, denn diese Monsterquallen können leicht einen halben Meter Durchmesser erreichen. Das hat natürlich auch seine Vorteile: Übersehen kann man sie nicht.&lt;br /&gt;Ohnehin ist in diesen Monaten Vorsicht geboten am Strand. Ich selber habe mir Ende April einen heftigen Sonnenstich zugezogen—und das am Morgen, bei frühlingshaften Temperaturen, mit Sonnencreme und im Schatten. Bereits auf dem Weg nach Hause hatte ich Kopfweh, das sich im Laufe des Tages verschlimmerte, Übelkeit, Erbrechen und Schüttelfrost mitbrachte und am Abend einen Arzt erforderlich machte. Quallen hin oder her—ich werde mich so schnell jedenfalls nicht wieder bekannten Gefahren aussetzen.&lt;br /&gt;Was die Luftfeuchtigkeit anbelangt, so werde ich mich daran wohl nie ganz gewöhnen. Verregneten deutschen Sommern trauere ich wahrlich nicht hinterher, aber ein kräftiges Gewitter mit heftigen Schauern würde ich doch bei weitem der 80% Sättigung hier vorziehen. Nur meine Haare geraten darüber wie jedes Jahr in Ekstase und kräuseln sich mit Begeisterung. Daran lässt sich nichts ändern, aber ich stöhne trotzdem.&lt;br /&gt;Kakerlaken sind da eine ganz andere Geschichte. Zugegeben, bevor ich zum ersten Mal nach Israel kam, habe ich dieses Ungeziefer nur mit mangelnder Hygiene in Verbindung gebracht. Ich hatte ja keine Ahnung, dass es die feuchte Hitze der südlichen Länder ist, die ihnen optimale Lebensbedinungen gewährt. Damit ist hier kaum ein Kraut gegen sie gewachsen: Kakerlaken gibt es überall. Ab etwa Mitte Juni bis in den Oktober hinein sind sie ungern gesehene Gäste.&lt;br /&gt;Manchmal schwirren sie durch die Luft, wenn man abends gemütlich auf dem Balkon sitzt. Häufiger jedoch sieht man sie eilig den Rückzug antreten, wenn man in „ungespritzten“ Häusern unversehens Nachts das Licht in der Küche einschaltet. Ich bekomme sofort eine Gänsehaut und Lähmungssymptome. Selbst wenn ich eine Riesenschabe von 4 cm Länge hilflos im Badezimmer auf dem Rücken liegen sehe, nur schwerfällig mit den Beinchen strampelnd ob der guten Arbeit unseres Kammerjägers, stellen sich mir die Haare auf und ich hole nur wiederstrebend eine Dreckschüppe, um sie hohen Bogens aus dem Fenster in den Vorgarten unseres Nachbarn zu befördern.&lt;br /&gt;Natürlich kommt es trotz guter Vorsorge vor, dass sich ein quietschfideles Exemplar ins Zimmer „verirrt“—wie gestern abend, als es gegen 23 Uhr im Obergeschoss plötzlich ohrenbetäubend schepperte, weil mein Mann auf wilder Jagd Gegenstände zu Fall brachte und damit nicht nur die Kakerlake in unerreichbare Ecken verjagde, sondern auch unseren Sohn aufweckte. Der sass wimmernd und völlig benommen in seinem Bettchen und verstand die Welt nicht mehr.&lt;br /&gt;Glücklicherweise haben wir dem ungebetenen Gast dann doch noch den Garaus machen können, so dass schnell wieder Nachtruhe einkehrte. Heute bin ich gleich losgezogen, um uns für den nächsten Notfall zu wappnen – mit Vernichtungsspray aus den Supermarkt. Dass wir dringend einem Termin mit dem Kammerjäger machen müssen, steht ausser Frage. Einmal pro Jahr ist der ohnehin fällig.&lt;br /&gt;Klingt das alles jetzt so, als seinen die Sommer hier gänzlich unerträglich? Dann sei noch angemerkt, dass ich jeden Morgen bei Sonnenschein aus dem Haus gehe und über die Monate verteilt die Wolken zählen kann, die sich am Himmel zeigen. Und wenn ich mich dabei ertappe, eine garantierte Wetterprognose für meinen Heimaturlaub Mitte Juli finden zu wollen, aus Angst vor zwei Wochen schlechter Witterung, dann weiss ich, dass mir 100% Sonne wichtiger sind als Kakerlaken, Quallen und Luftfeuchtigkeit. Das sind ja Nebensächlichkeiten. Damit kann ich mich schon arrangieren.&lt;/div&gt;</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2006/07/sommerliche-nebenschlichkeiten.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-115121279216232140</guid><pubDate>Sun, 25 Jun 2006 05:18:00 +0000</pubDate><atom:updated>2006-06-25T08:19:52.176+03:00</atom:updated><title>Schwere Entscheidung</title><description>&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;Juni 2006&lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;left&quot;&gt;Gestern noch habe ich nur vorsichtig mit der Möglichkeit geliebäugelt, mir einen Job in der näheren Umgebung zu suchen. Fast 40 Kilometer Fahrt sind mit der Zeit sehr ermüdend, wenn man zusehen muss, mindestens neun Stunden pro Tag im Büro zu sitzen, aber gleichzeitig das Kind pünktlich von seinen Tageseltern abzuholen. Teilzeitjobs sind äusserst rar gesät, und an  „Heimarbeit“ glaubt die israelische Management-Etage meiner jetzigen Firma nicht.&lt;br /&gt;Und so finde ich mich plötzlich im Bewerbungsdschungel wieder, mehr oder weniger unfreiwillig. Ein Jobangebot nur zehn Minuten Fahrtzeit entfernt hat mich angesprochen. Nur diese eine Bewerbung, denke ich, und fange gleich an, meinen Lebenslauf zu überarbeiten. Bewerbungen sind hier ja so herrlich einfach. Da ist keine Bewerbungsmappe gefragt: keine Passfotos, keine (beglaubigten) Kopien von Zeugnissen oder Zertifikaten, kein Gang zum Postamt. Ein formloses Anschreiben und drei weitere Maus-Klicks genügen, schon ist die Bewerbung elektronisch unterwegs. Hier hat noch nie jemand einen Beweis dafür verlangt, dass ich tatsächlich meinen Magister Artium gemacht habe.&lt;br /&gt;Keine 12 Stunden später klingelt schon das Telefon: Einladung zum Vorstellungsgespräch. Jetzt geht es also los—Stress im Bauch (noch mehr als im Kopf), erdachte Entschuldigungen, um ein paar Stunden Abwesenheit bei der Arbeit zu rechtfertigen, viel Fahrerei, und an den Abenden extra Arbeit, um die Testaufgaben zu erledigen, die der potentielle Arbeitgeber mir aufgetragen hat, um Textproben einsehen zu können. Und zu allem Überfluss bin ich diese Woche auch noch „alleinerziehend“, weil mein Mann mal wieder beruflich in Deutschland herumschwirrt. Ganz zu schweigen von meiner nächsten Auslandskolumne, die darauf wartet, geschrieben zu werden.&lt;br /&gt;Aber ich schlage mich tapfer. Die Firma beisst an und lädt mich zur nächsten Runde ein. Alles klingt prima, ich bin völlig motiviert—und fasst bereit, auch die durchschnittlich 110% an Arbeitsstunden aufzubringen, die auf jährlicher Basis gefordert werden. 50-Stunden-Woche. Klingt erschreckend? Ein bisschen, zugegeben. Doch vom Hocker haut diese Zahl hier heutzutage niemanden. Man sollte meinen, dafür hätte man doch zumindest mehr Urlaub verdient. Aber Pustekuchen. Ich habe mich inzwischen auf stolze 18 Tage pro Jahr hochgearbeitet und kann damit sogar recht gut haushalten. Aber 14 Tage sind vielerorts die Regel; manchmal auch 12.&lt;br /&gt;Noch liegt die endgültige Entscheidung vor mir. Ist ein längerer Arbeitstag die kürzere Anfahrt wert? Die paar zusätzlichen Stunden kann ich schliesslich auch von zu Hause aus erledigen.&lt;br /&gt;Als ich kurz vorm Dunkelwerden mit meinem Sohnemann tief in Gedanken zum Spielplatz schiebe, treffe ich eine Nachbarin, die derzeit noch mit ihrem Kleinen das Haus hütet.  Nein, sie habe noch nicht angefangen, einen neuen Job zu suchen. Hightech? Fast mitleidig sieht sie mich an. Nie wieder, meint sie entschieden. Im Gegenteil, sie überlege gerade, sich ein bisschen als Tagesmutter verdient zu machen. Das biete sich in einer Nachbarschaft mit so vielen Kindern doch an. Ich nicke etwas abwesend. Wo sie recht hat, hat sie recht. Aber mit meiner eigenen Entscheidung bleibe ich trotzdem allein. Die schiebe ich lieber noch ein wenig vor mir her.&lt;/div&gt;</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2006/06/schwere-entscheidung.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-114590758329604195</guid><pubDate>Mon, 24 Apr 2006 19:38:00 +0000</pubDate><atom:updated>2006-04-24T22:45:23.176+03:00</atom:updated><title>Ungesäuertes</title><description>&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;April 2006&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;left&quot;&gt;„Chag sameach!“ klingt es von überall her. „Frohe Feiertage!“ Morgen ist Pessachabend, und im Büro sind alle in Aufbruchstimmung. Ich sitze mit einem steifen Nacken vor meinem Computer und zähle die Stunden bis Feierabend, damit ich endlich nach Hause düsen und die letzten Vorbereitungen treffen kann. Nicht, dass ich viel zu tun hätte. Pessach ist einer dieser Feiertage, an denen wir uns bislang noch bei grossen Familienessen durchge(fr)essen haben, ohne selber in der Küche stehen zu müssen. Das ist angenehm. Aber trotzdem muss ich unser Haus von allem Gesäuertem befreien (Chametz genannt) oder es zumindest an einen geschlossenen Ort verbannen – denn schliesslich ist Pessach das Fest der ungesäuerten Brote, und damit nehmen es selbst nicht-religiöse Familien genau.&lt;br /&gt;Ich habe mich schon oft gefragt, ob der kulturübergreifende Frühjahrsputz nicht eigentlich von diesem jüdischen Brauch herrührt. Denn welch objektiven Grund gibt es sonst, ausgerechnet im Frühling wie verrückt das ganze Haus zu reinigen? Dass unsere Putzhilfe genau am Donnerstag vor Pessach anrief, um ihren Besuch abzusagen, hätte mich fast in eine Krise gestürzt. Nach einigem Hin und Her haben wir glücklicherweise doch noch einen freien Tag gefunden. Das war allerdings der Shabbat, an dem wir nachmittags Gäste erwarteten und ich den ganzen Morgen die Küche blockierte, so dass Inna zwar überall saubermachen, aber den eigentlich wichtigen Bezirk gar nicht erst angehen konnte. So bleibt es also mir überlassen, die Schränke auszuwischen, den Kühlschrank zu reinigen, auf grosse Krümeljagd zu gehen und alle Back- und Teigwaren, die sich noch im Haus befinden, in einer Schublade zu sammeln und zu verschliessen.&lt;br /&gt;Verzicht auf diese Produkte an Pessach ist eines der Gebote, das längst nicht nur religiöse Juden befolgen. Ich selber werde schweren Herzens meinen allmorgendlichen Müsligenuss für eine Woche einstellen; aber dafür freue ich mich auf Mazot mit Charoset—einem gelbbraunen, köstlichen Aufstrich aus Honig, Wein, Nüssen, Datteln, Rosinen und Äpfeln (es gibt etliche Variationen, aber Safta Shulas Rezept ist bei weitem das beste)—, Hühnersuppe mit Maze-Knödeln, und Pessach-Kekse aus Matze-Mehl, die immer etwas ganz besonderes sind. Die klebrige Beschaffenheit des Charoset soll übrigens an den Lehm für die Ziegel erinnern, den die Israeliten für den Bau der ägyptischen Städte brennen mussten, und der süsse Geschmack auf den Genuss der herrannahnden Freiheit hindeuten. Matza ist das knusprige, flache, ungesäuerte Brot aus Mehl und Wasser, dass die Israeliten bei ihrem Auszug aus Ägypten assen, weil keine Zeit für den Säuerungsprozess blieb.&lt;br /&gt;Es ist eine Erfahrung für sich, an den Tagen zwischen den Pessach-Feiertagen einen gängigen Supermarkt aufzusuchen. Weit und breit findet sich kein Krumen Sauerteig. Alle Regale mit Teigwaren—Brot, Kuchen, Kekse, Nudeln—und Getreideprodukten wie Müsli oder Kornflakes sind leergeräumt oder verhängt; einige Gänge sind sogar gänzlich blockiert. Und auf allen angebotenen Produkten steht „Kosher für Pessach.“ Bäckereien und Konditoreien sind geschlossen, und viele Cafés und Restaurants ebenfalls.&lt;br /&gt;Ähnlich wie mit dem Frühjahrsputz verhält es sich übrigens auch mit Ostereiern und Afikoman. Beide werden versteckt und anschliessend von Kindern gesucht. Dass die Osterei-Tradition auf einen heidnischen Brauch zurückgeht, ist mir bekannt. Auch kann ich keine inhaltliche Verbindung zum Afikoman, einem Stück Matza, das vor dem Seder-Mahl versteckt wird und auf dessen Finden ein Preis ausgesetzt ist, herstellen. Dennoch fallen mir diese Parallelen auf, und sie verwundern mich. Am Ende des Tages finden sich ähnliche Bräuche und Glaubenssätze in fast allen Kulturen wieder. Und Chanukka oder Weinachten, Purim oder Karneval, Pessach oder Ostern sind da nur einige Beispiele. In diesem Sinne wünsche ich allen Frohe Ostern!&lt;/div&gt;</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2006/04/ungesuertes.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-114345841102362344</guid><pubDate>Mon, 27 Mar 2006 11:17:00 +0000</pubDate><atom:updated>2006-04-24T22:45:39.900+03:00</atom:updated><title>Purim Helau</title><description>&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;März 2006&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;left&quot;&gt;Um uns herum wimmelt es von Feen und Prinzessinnen, Bienen und Marienkäfern, Clowns und Cowboys, und auf meinem Arm zappelt ein kleiner Drache ungeduldig mit den Beinchen, weil er lieber jetzt als gleich am Boden mitmischen möchte. Gleichzeitig mühe ich mich mit dem Kinderwagen ab, dessen Räder mal wieder blockieren, während der Riemen meiner Kamera durch das unruhige Wippeln meiner Hauptlast eifrig über meine sonnenbrandgebeutelte Schulter scheuert.&lt;br /&gt;Es ist zum Haareraufen. Wer meint, man könne dem Karneval entkommen, nur weil man sich aus Deutschland entfernt, dem sei eins versichert: mir hat es nicht viel geholfen, mehrere Länder und das Mittelmeer zwischen mich und die närrischen Hochburgen zu bringen. Zugegeben, hier ist das ganze Spektakel auf wenige Tage begrenzt und fast ausschliesslich den Kindern vorbehalten, aber trotzdem kann man sich dem Treiben nicht völlig entziehen. Zumindest hat meine Firma sich dieses Jahr ruhig verhalten und keine verrückten Partys organisiert oder Kostümwettbewerbe veranstaltet. Stattdessen gab es ein Päckchen Süssigkeiten für Familien mit Kindern und Hamantaschen für alle.&lt;br /&gt;Purim nennt sich dieses Fest; und obwohl es Karneval-ähnliche Symptome aufweist und genau wie Karneval im Bezug auf Ostern fast genau einen Monat vor Pessach gefeiert wird, hat es doch völlig andere Wurzeln. Purim hat sich aus der Geschichte entwickelt, die im Buch Esther erzählt wird. Das ist die Geschichte einer jungen, schönen Jüden zur Zeit des persischen Königs Achasverus, der es in letzter Minute gelingt, die Vernichtung ihres Volkes auf Befehl des Haman, eines königlichen Beraters, zu verhindern.&lt;br /&gt;Seither feiert das jüdische Volk ausgelassen den Tag, den Haman als den Tag seiner Vernichtung ausgelost hatte. Daher also die Hamantaschen, ein süsses, mit Mohn gefülltes Gebäck (meines Erachtens die eigentliche Attraktion und die einzige, von der ich nicht genug bekomme), die süssen Geschenke und die närrischen Umzüge. Daher auch meine momentan etwas missliche Lage im Gedränge der Schaulustigen...&lt;br /&gt;Ich habe Mühe, meinen kleinen Drachen davon abzuhalten, voller Begeisterung den Elefanten am Schwanz zu ziehen, der neben uns auf den Schultern seines Vaters thront. Eine Weile versuche ich noch, ihn von der Faszination des Umzugs zu überzeugen, der sich unendlich langsam an uns vorbei bewegt, aber dann gebe ich auf und entlasse ihn aus meinen Armen. Sofort macht er sich auf den Weg zu einer Familie, die Zuckerwatte schleckend und Erdnussflips knabbernd neben uns im Gras sitzt. Wenige Sekunden später hat er selber den Mund voll und verlangt mit seiner freien Hand die nächste Portion. Verlegen ziehe ich ihn zu mir und krame die Früchte hervor, die ich mitgebracht habe. Kurz darauf reisst er sich ungeduldig wieder los, um zielstrebig auf einen grossen schwarzen Hund zuzusteuern, der gelassen neben seinem Frauchen auf das Ende der Veranstaltung wartet. Ich hechte hinterher, gleichzeitig bemüht, den Kinderwagen mit den Taschen im Auge zu behalten.&lt;br /&gt;Ich gebe zu, strahlende Kinderaugen machen alle Unannehmlichkeiten vergessen. Am Ende des Tages haben wir Purim genossen und nehmen ein paar erheiternde Bilder mit in den Schlaf, der uns ungewöhnlich früh und tief überkommt. Das Drachenkostüm wandert am nächsten Morgen in die Wäsche. Aber einen Vorrat an Hamantachen habe ich noch im Schrank. Der wird mich bis Pessach herrüberretten. Und mein kleiner Drache, der sich jetzt wieder als Yair zu erkennen gibt, wird sicherlich auch den ein oder anderen Biss davon ergattern.&lt;/div&gt;</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2006/03/purim-helau.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-113887129685513544</guid><pubDate>Thu, 02 Feb 2006 09:04:00 +0000</pubDate><atom:updated>2006-02-02T11:08:16.856+02:00</atom:updated><title>Das Ende einer Ära</title><description>&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;Januar 2006&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;Ich werde unsanft aus dem Schlaf gerissen. „[Ariel] Sharon ist schon wieder im Krankenhaus. Er wird gerade operiert. Jetzt stirbt er bestimmt.“ Mein Mann ist völlig bestürzt, und ich bin, obwohl schlaftrunken, gleichermassen betroffen. „Aber er ist der einzige, der wirklich etwas bewirken kann!“ ist der erste Gedanke, der mir kommt. „Er darf doch jetzt nicht einfach gehen.“ Es ist weit nach Mitternacht.&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen stürze ich als erstes zum PC, um im Internet Nachrichten zu lesen. Keine Neuigkeiten. Die Ärzte operieren noch. Es ist kurz nach 6. Auf dem Weg zur Arbeit lausche ich angestrengt den 7 Uhr Nachrichten. Die OP ist beendet, jetzt heißt es Abwarten. Der Gesundheitszustand des Premierministers wird als ernst, aber stabil bezeichnet.&lt;br /&gt;Im Büro gibt es kaum ein anderes Thema. Alle sind gleichermaßen besorgt. Dennoch lasse ich hier Vorsicht walten, denn zu viel Mitgefühl verrät sehr schnell politische Einstellungen, und ich bin gerade wirklich nicht in der Laune, heiße Diskussionen zu führen. So schleppt sich eine Nation durch den ersten Tag nach Ariel Sharons erneuter Einlieferung ins Krankenhaus: fassungslos, deprimiert, aber mancherorts vielleicht auch mit einem leisen Anflug von verhaltener Hoffnung und Freude.&lt;br /&gt;Fünf Jahre zuvor: In den ersten Herbstagen des Jahres 2000 fahre ich mit meinem jetzigen Mann von Galilea zurück in die Küstenebene. Bereits seit zwei Tagen herrschen Unruhen im Land, scheinbar ausgelöst durch eine einzige Person, noch dazu jemand, dessen Namen ich noch nie zuvor gehört habe: Ariel Sharon.&lt;br /&gt;Protestierend blockieren die israelischen Araber Kreuzungen mit brennenden Reifen, werfen Steine. Statt unser Wochenende im grünen Norden zu genießen, haben wir die meiste Zeit vor dem Fernseher verbracht, um die Aufstände zu verfolgen. Jetzt müssen wir unsere Route ändern, um belagerte Kreuzungen zu vermeiden.&lt;br /&gt;Wenige Tage danach sitze ich im Flugzeug zurück nach Deutschland. Dort kämpfe ich mit der Vollendung meiner Magisterarbeit, doch im Hintergrund flimmern stundenlang Bilder von CNN oder N-TV über den Fernsehbildschirm. Ständig neue Hiobsbotschaften. Die Unruhen wollen kein Ende nehmen. Tag und Nacht verfolge ich die Nachrichten, sorge mich um Shai und seine Familie, sein Land. Aus der Ferne erscheint mir alles noch viel schlimmer. Die räumliche Distanz wirkt wie ein Exponent.&lt;br /&gt;Im November 2000 gibt es die ersten vorsichtigen „Hochrechnungen“—diese Intifada werde vermutlich noch mindestens ein Jahr dauern. Ich bin völlig ausser mir, und das nicht nur, weil ich plane, im April des kommenden Jahres meine Koffer zu packen. All das wegen des provokativen Betretens des Tempelberges durch Ariel Sharon? Das finde ich entschieden übertrieben.&lt;br /&gt;Heute, im Januar 2006, zittert eine ganze Nation um den einstigen „Bulldozer“. Schon schien ein wenig Ruhe zum Greifen nahe, wie ein dünner Silberstreif am Horizont. Zehn Jahre nach der Ermordung Yitzchak Rabins hatte der Friedensprozeß endlich wieder an Momentum gewonnen. Jetzt steht alles erneut in den Sternen. Hoffnungen scheinen zerschlagen. Wer außer Ariel Sharon hätte die Kraft, die Entschlossenheit, und die Überzeugung, in dieser Region wirklich etwas zu bewirken?&lt;br /&gt;Inzwischen widmen sich die Medien wieder anderen Schlagzeilen. Der politische Aparat mahlt weiter, Ehud Olmer plant seine erste USA Reise, und die Wahlen im März werden wohl stattfinden—doch eine Ära neigt sich unweigerlich dem Ende zu. Wieder einmal können wir nur abwarten.</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/das-ende-einer-ra.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-113887101958183328</guid><pubDate>Thu, 02 Feb 2006 09:02:00 +0000</pubDate><atom:updated>2006-02-02T11:38:12.150+02:00</atom:updated><title>Jahreszeitzauber</title><description>&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;Dezember 2005&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;Der Zauber der Jahreszeit ist verflogen. In meinem fünften Jahr in Israel läßt meine innere Uhr mich im Stich. Vielleicht liegt es daran, dass ich abends zu müde bin, um Kerzen anzuzünden; dass sich meine Lichterkette versteckt hat; dass ich keine Zeit finde zum Plätzchen backen. Die paar Spekulatius, die Oma mir im Oktober mitgegeben hat und die ich jetzt hin und wieder auf den Tisch stelle, schmecken zwar lecker, aber scheinen irgendwie aus dem Zusammenhang gerissen. Kekse eben. Wenngleich Yair sich begeistert so viele wie möglich auf einmal in den Mund stopfen will.&lt;br /&gt;Wenn ich morgens aus dem Haus in die für hiesige Verhältnisse kühle Dezemberluft trete, meine ich jedenfalls nicht mehr, Winter riechen zu müssen. 20 Grad Celcius erscheinen mir normal, wenn ich in der Mittagspause kurz über die Strasse flitze, um Windeln zu kaufen. Ich wundere mich nicht über die frischen Erdbeeren im Supermarkt. Stattdessen macht sich der religiöse Adventskalender, den eine Freundin mir nach wie vor jedes Jahr schickt, in meinem Büro irgendwie fehl am Platz aus. Ob er deswegen ständig von der Wand fällt?&lt;br /&gt;Das soll also heißen: sie berührt mich dieses Jahr nicht, die Vorweihnachtszeit. Ich verschwende kaum einen Gedanken daran. Wenn mein Kollege mehrmals am Tag mit einer duftenden Tasse Zimttee durchs Büro läuft, löst dies kaum Assoziationen aus. Und wenn Sonntags und Dienstags, sobald die Obstlieferung eingetroffen ist, Mandarinenduft durch unsere Etage weht, dann genieße ich zwar das Aroma, aber die weihnachtlichen Konnotationen sind verschwunden.&lt;br /&gt;Dabei hat doch letztes Jahr noch alles so schön funktioniert. Ich habe mich abends mit einer Decke vor den Fernseher gekuschelt, bei Kerzenschein Weihnachtstee geschlürft, und meine kribbelnde Vorfreude genossen (die aber im Nu wieder verflog, sobald der Tee getrunken und die Kerzen gelöscht waren). Aber irgendwie klappt das jetzt nicht mehr. Vielleicht, weil ich einfach mit beiden Beinen fester auf dem Boden stehe, seit wir zu dritt sind. Oder gibt es vielleicht ein Verfallsdatum für ansozialisierte Empfindungen und Erwartungen, das jetzt, nach fast fünf Jahren, überschritten ist? Vermutlich bringt das Heimischwerden in einem anderen Kulturkreis solche Verluste eben mit sich.Ein bißchen traurig bin ich schon, dass mir da ein Stück Gefühlserleben einfach so abhanden gekommen ist. Dabei fallen gerade dieses Jahr Weihnachten und Chanukka beinahe zusammen, so dass die Menschen hier von „Chrismukka“ sprechen. Und gerade dieses Jahr löse ich endlich mal mein Versprechen ein, Weihnachten „zu Hause“ zu verbringen. Mit Mann, Kind und Kegel unterm Weihnachtsbaum. Darauf freue ich mich natürlich uneingeschränkt, Weihnachtsgefühle hin oder her. Und wenn ich erst einmal in Deutschland bin, dann schlägt sicher die Regression zu und die alten Mechanismen greifen wieder. Wer weiß, vielleicht wird es ja sogar eine weiße Weihnacht. Ich habe schon so lange keinen Schnee mehr gesehen, dass ich mich darüber doppelt freuen würde.</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/jahreszeitzauber.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-113887093916339728</guid><pubDate>Thu, 02 Feb 2006 08:58:00 +0000</pubDate><atom:updated>2006-02-02T11:02:19.166+02:00</atom:updated><title>Ein ganz normaler Sommer?</title><description>&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;September 2005&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align=&quot;left&quot;&gt;Ganz langsam neigt sich der Sommer, oder besser gesagt: die Sommerzeit, dem Ende zu. Zwar wird es noch bis spät in den November hinein angenehm warm bleiben, aber Ende September, vor Beginn der hohen Feiertage, stellen wir bereits auf Winterzeit um. Die Kinder haben gerade ihre letzte Ferienwoche genossen; seit ersten September drücken sie wieder die Schulbank. Und die Erwachsenen bereiten sich gedanklich auf die wiedereinsetzenden allmorgendlichen Staus vor. Denen blicke ich allerdings gelassen entgegen, husche ich doch schon vor sieben Uhr aus dem Haus, wenn die Welt noch in Ordnung ist.&lt;br /&gt;Eigentlich ist es ein ganz normaler Sommer. 30º Grad Celsius. 80% Luftfeuchtigkeit. Surrende Klimaanlagen. Überfüllte Strände. Bevölkerte Spielplätze. Kreischende Zikaden. Eis. Wassermelonen. Passionsfrüchte. Mangos.&lt;br /&gt;Ein Sommer so ruhig, wie er schon lange nicht mehr war. Seit fünf Jahren wagen wir uns deshalb zum ersten Mal wieder auf die Internationale Kunst- und Gewerbemesse, die jeden August rund um den Sultanspool vor den Toren der Jerusalemer Altstadt stattfindet. Dort herrscht buntes Treiben—kunstgewerbliches, kulinarisches, musikalisches. Ein bisschen mühselig zwar, den Kinderwagen durch das historische Gelände zu schieben, doch wir schlagen uns wacker und genießen es sehr.&lt;br /&gt;Aber dies ist auch ein Sommer, der Geschichte schreibt. Ein orange-blauer Sommer, der die Gemüter gegeneinander aufgebracht hat. Wochenlang haben engagierte Siedler und ihre Anhänger neben überzeugten Linken an Kreuzungen gestanden und orange bzw. blaue Bänder verteilt. Kaum ein Auto, das nicht die ein oder die andere Farbe ziert. Wer keine Mißverständnisse aufkommen lassen will, hat ein Band an beide Außenspiegel und an die Antenne geknotet. Israel ist gespalten, und die Welt schaut zu.&lt;br /&gt;Aber nichts ist rein orange oder blau, schwarz oder weiß. Ich befürworte die Räumung Gazas. Habe mich wochenlang über alle orange Geflaggten aufgeregt. Über ihre ungerechtfertigten Ansprüche und Forderungen. Über ihre Uneinsichtigkeit und Sturheit. Über ihre Einstellungen und Ansichten. Aber als ich an den Tagen der Räumungsaktion weinende Kinder sehe, schluchzende Männer, verzweifelte Frauen, Familien, die nach Generationen ein Heim zurücklassen müssen, das sie als einziges zu Hause kennen, und die nicht wissen wohin, da wird auch mir weh ums Herz und ich denke plötzlich: wie leid sie mir tun.&lt;br /&gt;Inzwischen ist Gaza verwaist, sind die Häuser zerstört. Viele der heimlosen Evakuierten leben vorübergehend in Hotels, was diesen eine schon lange nicht mehr erreichte Belegungsquote beschert. Die Wogen haben sich, rein äußerlich zumindest, geglättet. Doch die innere Zerissenheit läßt sich nicht einfach flicken. Dieser Sommer 2005 wird ein historischer Sommer bleiben; weiterreichende Konsequenzen werden sich erst noch zeigen. Beim Schulanfang waren jedenfalls viele neue Gesicher dabei, und sicher nicht nur glückliche. Und wer weiß, vielleicht werden die Staus in diesem neuen Schuljahr ja noch ein Stückchen länger sein.&lt;/div&gt;</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/ein-ganz-normaler-sommer.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-113881959588813936</guid><pubDate>Wed, 01 Feb 2006 18:45:00 +0000</pubDate><atom:updated>2006-02-01T20:46:35.960+02:00</atom:updated><title>Ausgang</title><description>&lt;p align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;Juni 2005&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wie immer in letzter Zeit bin ich spät dran. Die Zeiten, in denen ich mir einfach meine Tasche schnappen und schnell aus dem Haus eilen konnte, sind vorbei. Zwar hat sich schon so etwas wie Routine eingeschlichen, aber noch immer gibt es hundert Dinge, die mir noch in letzter Minute einfallen, wenn ich bereits—mit dem Kleinen auf dem Arm, Rucksack auf dem Rücken, Tasche in der Hand und Autoschlüssel zwischen den Zähnen (so ungefähr)—abmarschbereit auf die Tür zusteuere.&lt;br /&gt;Dabei dürfen wir uns heute Abend nicht verspäten, gilt es doch, ein hier rares Stück deutscher Kultur zu genießen: Die &quot;Söhne Mannheims&quot; gastieren in Tel Aviv, zu einem Konzert gemeinsam mit ihrem israelischen Kollegen Mosh Ben-Ari. Anläßlich 40 Jahre diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel stellen das Auswärtige Amt, die Deutsche Botschaft Tel Aviv, die Deutsch-Israelische Gesellschaft und das Goethe-Institut in diesem Jahr allerlei Veranstaltungen auf die Beine—politische, sportliche, literarische, musikalische.&lt;br /&gt;19.37 Uhr habe ich endlich Yair in seinem Maxi Cosi (der hier Sal Cal heißt) festgeschnallt und mache mich auf den Weg. Beim Zwischenstopp in Ra&#39;anana laden wir Shai und Peter ein. Peter, ein Kollege meines Mannes aus Deutschland und auf seiner ersten Geschäftsreise in Israel, ist völlig begeistert von dem Land, das so wider Erwarten gar nicht dem Bild entspricht, das die Medien ihm eingetrichter haben.&lt;br /&gt;Erst drei Tage hier, schmiedet er schon Pläne, demnächst mit Freundin und Tocher herzukommen, um mal richtig Urlaub zu machen. Aber bis dahin wird es wohl noch ein wenig dauern. Vorerst jedenfalls setzen wir ihn in Tel Aviv am Friedensturm ab, damit er noch ein bisschen bummeln kann, bevor er in sein Hotel zurückkehrt. Wir düsen weiter, um unseren Sohn für drei Stunden bei seiner Uroma abzuliefern, bevor wir unser letztes Ziel ansteuern: die Oper.&lt;br /&gt;Das Konzert ist gewaltig, die &quot;Söhne Mannheims&quot; in ihrem besten Element. Leitsänger Xavier Naidoo verkündet, für ihn gehe heute ein Traum in Erfüllung—er habe schon immer in Israel auftreten wollen. Rasenden Beifall gibt es gleich zu Anfang, als er in bestem Hebräisch ein religiöses Lied singt. Danach hält es uns alle nicht mehr lange auf unseren Sitzen, und zweieinhalb Stunden später, als die Söhne und Mosh als Zugabe ein gemeinsames Stück improvisieren, tobt der Saal. Das Konzert endet als voller Erfolg, nicht nur für die Musiker, sondern auch für die deutsch-israelischen Beziehungen.&lt;br /&gt;Unser Sohn hat indessen bei Uroma Shulamit ein bisschen geschrien, ein wenig gegessen und dann endlich doch geschlafen. Als ich ihn zurück zum Auto trage, öffnet er nur einmal prüfend die Augen, dann flüchtet er sich wieder in seinen Traum. Warte nur, denke ich, bis du alt genug bist, um selber zu deutschen Konzerten zu gehen. Dass er daran Interesse hat, dafür werde ich schon sorgen. Irgendwie. Die deutschen Kinderlieder, die wir beim täglichen Baden vor dem Zubettgehen hören und singen, sind da schon mal ein Anfang.&lt;/p&gt;</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/ausgang.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-113881909061701236</guid><pubDate>Wed, 01 Feb 2006 18:36:00 +0000</pubDate><atom:updated>2006-02-01T20:38:14.480+02:00</atom:updated><title>Sonnenschein zu dritt</title><description>&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;April 2005&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;Langsam wird es Zeit, dass ich meine Aufmerksamkeit auch wieder anderen Dingen schenke. Doch die Welt ist eine andere. Die Tage sind länger und heller, die Nächte kürzer und lauter, und das nicht nur, weil wir auch hier inzwischen auf Sommerzeit umgestellt haben.&lt;br /&gt;Seit 15. Februar sind wir zu dritt. Yair heißt der kleine Mann in unserer Mitte, was so viel bedeutet wie &quot;wird Licht bringen&quot; oder &quot;wird erleuchten&quot;. Und Licht hat er tatsächlich gebracht, nachdem das Trauma der Geburt überwunden war. Inzwischen lächelt er schon wie ein Weltmeister, pinkelt mit Vorliebe ins frisch eingelassene Badewasser und entdeckt jeden Tag ein Stück mehr Welt.&lt;br /&gt;Letzte Woche dann die Schreckensnachricht. Nachdem mein Mann den Kleinen auf unsere gemietete Babywaage gelegt hat, verkündet er lautstark, Yair habe in den letzten Tagen an Gewicht verloren, habe überhaupt im letzten Monat nicht zugenommen, wie es sich gehört. Mir bricht der Schweiß aus – schon wieder Stress pur, dabei dachte ich, wir hätten dieses Problem inzwischen zu den Akten gelegt. Kopflos starte ich also einen Still-Marathon, den zweiten in Yairs jungem Leben. Gönne ihm kaum eine ruhige Minute, verbanne den Schnuller so gut es eben geht, stille stundenlang.&lt;br /&gt;Bis mein Mann gestern abend plötzlich kleinlaut neben mir steht. Es sei ja so... Er habe sich vertan... Er habe die Waage nicht richtig eingestellt... Mehr als fünf Kilo bringt unser Sohn bereits auf die Waage – den Marathon hätte ich mir also getrost sparen können. Seither gehen wir das ganze gelassener an, und ich nehme mir endlich Zeit zum Schreiben, während mein Schwager unten mit seinem Neffen spielt.&lt;br /&gt;Wir haben uns also schon gut aneinander gewöhnt und drehen jeden Tag unsere Runde im Dorf. Ab dem späten Nachmittag tummeln sich auf dem nahen Spielplatz die heimgekehrten Mütter (zuweilen auch Väter) mit ihren Kindern – und das sind viele hier, im Gegensatz zu Deutschland. Noch halte ich Sicherheitsabstand und schiebe höchstens mal mit dem Kinderwagen durchs Gemenge, aber bald werde ich sicher auch eine dieser Mütter sein, die mit anderen Müttern über die Fortschritte reden, die ihr Kind in Hort oder Kindergart macht, während seine Hightech-Mami im gut akklimatisierten Büro am Computer sitzen.&lt;br /&gt;Die Vorbereitungen hierfür sind bereits getroffen; wir haben unserem Sprößling ein drittes Großeltern-Paar gefunden: Andi und Ruti, die vor zehn Jahren aus Venezuela eingewandert sind, werden ihn im ersten Jahr unter ihre Fittiche nehmen, damit ich Ende Juni wieder vollzeit hinter meinem Bildschirm verschwinden kann. Dass die beiden weder Hebräisch noch Deutsch oder Englisch mit ihm sprechen werden, sondern als Viertsprache Spanisch einführen, macht meinem Mann da mehr Sorgen als mir. Bevor Yair an zu sprechen fängt, muß er jedenfalls erstmal auch den Rest seiner Familie kennenlernen. Nicht, dass er die zwei März-Wochen mit den Großeltern aus Deutschland nicht genossen hätte, aber schließlich warten auch Onkel, Tante und vor allem die Urgroßeltern auf ihn. Deshalb steigen wir nächste Woche in den Flieger, um drei Wochen lang auf Tuchfühlung zu gehen. Und die werden wir genießen. Jetzt aber steht erst einmal ein kalorienreiches Pessach-Fest an, mit ungesäuerten Broten, Wein und vielen Leckereien.</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/sonnenschein-zu-dritt.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-113881894281351430</guid><pubDate>Wed, 01 Feb 2006 18:34:00 +0000</pubDate><atom:updated>2006-02-01T20:35:42.950+02:00</atom:updated><title>Deutschtum?</title><description>&lt;p align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;Januar 2005&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Am Hermon haben vor ein paar Tagen die Skilifte geöffnet, aber im Rest des Landes versinken wir in Wassermassen. Ich habe kurz daran gedacht, auf dem Heimweg am Postfach anzuhalten, verwerfe den Gedanken aber schnell wieder, als ich durch die fast 20 cm tiefen Pfützen fahre, die sich innerhalb einer halben Stunde gebildet haben. Dass wir am Freitag bei über 20 Grad gemütlich ein Eis gegessen haben, ist jetzt kaum noch vorstellbar. Inzwischen ist die Temperatur unter die 10 Grad Marke gesunken, und Eis lasse ich lieber Gefrierfach. Jedenfalls heute.&lt;br /&gt;Dass sich bei diesen Fluten gleich wieder neue undichte Stellen in unserer Wohnung offenbaren, obgleich wir schon den dritten Winter hier verbringen, ist ein Ärgernis, an dem man nicht viel ändern kann. Glück nur, dass der Bauherr noch immer sein Unwesen in der Nachbarschaft treibt, so dass wir nur zu pfeifen brauchen, um jemanden herbeizuholen, der sich mit solchen Dingen auskennt. Zum xten Mal rückt Nelo (aus Rumänien) an, um Wände aufzumeißeln und auszugipsen. Dann steigt er aufs Flachdach, um dort die Lage zu erkunden. Am nächsten Tag steht schließlich Ling (aus China) mit einem Eimer Farbe vor der Tür, um die Spuren zu beseitigen. Bis zum nächsten Mal vermutlich.&lt;br /&gt;Dass deutsche Wert- und Massarbeit geographisch beschränkt ist, daran werde ich kurz darauf auch beim Dekorieren des noch unbewohnten Babyzimmers erinnert. Fein säuberlich klebe ich Tür- und Fensterrahmen, Lichtschalter und Steckdosen ab, damit wir unsere Streichaktion starten können. Bis plötzlich der Rahmen der letzten Steckdose komplett mit Kreppband scheppernd aus der Wand fällt. Da hilft nur eins, jedenfalls provisorisch: Die Lampe wieder einstöpseln, damit sie das Plastikgestell an seinem Platz hält. Man wird erfinderisch. Und entwicklt übrigens auch Scheuklappen gegen schief angebrachte Schalter, die nicht ganz das dahinterliegende Loch verdecken, schlecht ausgefugte Kacheln, un-rechtwinklige Zimmerecken und dergleichen. Es gibt schließlich wichtigeres im Leben. Zumal ich ohnehin (fast) die einzige hier bin, die diesen Sachen Beachtung schenkt.&lt;br /&gt;Abgesehen davon ist die Kehrseite der Medaille eine erfrischende Formlosigkeit, mit der die Menschen hier alles und jedem Begegnen. Die kann jedoch einen Israeli in Deutschland wiederum in so manch peinliche Lage bringen – wie unlängst meinen Mann, der beim Mittagessen mit Kollegen auf die höfliche Frage, ob ihm seine Suppe schmecke, frank und frei (und voller Stolz auf seine Sprachkenntnisse) in bestem Deutsch erklärte: &quot;Die Suppe schmeckt schrecklich.&quot; Das betretene Schweigen hing eine Weile in der Luft... Knigge hat eben keine globale Relevanz, wenngleich mein Mann seine Lektion gelernt hat. Jedenfalls für seinen nächsten Deutschland-Aufenthalt.Das Babyzimmer ist also inzwischen gestrichen und alle Zeichen stehen auf Ankunft. Die Möbel sind bestellt, bereit zur Lieferung, sobald der Kleine den ersten Schrei tut. Das Krankenhaus ist gewählt, die Kliniktasche soweit gepackt, die letzten Arztbesuche und Untersuchungen stehen an. Bei der Arbeit heißt es, Projekte abzuschließen und zu übergeben (jeder Tag könnte schließlich der letzte sein). Und für ein paar Wochen noch werde ich mich als Kugel durch die Gegend schieben, auch diese Schwerfälligkeit genießend.&lt;/p&gt;</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/deutschtum.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-21756612.post-113881871699695563</guid><pubDate>Wed, 01 Feb 2006 18:31:00 +0000</pubDate><atom:updated>2006-02-01T20:31:57.103+02:00</atom:updated><title>Hoffnungsschimmer</title><description>&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;&lt;em&gt;Dezember 2004&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;Wenngleich es nicht weihnachtet, so stehen hier doch viele Zeichen auf Hoffnung. Das Land grünt ob der endlich fallenden Niederschläge, die an manchen Tagen sintflutartig herabstürzen, aber niemals ganz das Licht und die wärmenden Strahlen der sanften Wintersonne zu verdrängen vermögen. An Chanuka, nicht viel mehr als einen Monat nach Arafats Ableben, leuchten Kerzen in die Nacht, klingen hoffnungsfrohe Lieder durch leicht geöffnete Fenster, schlägt die Natur aus und das Herz höher.&lt;br /&gt;Die Zeitung &quot;Haaretz&quot; berichtet zwar noch nicht von einem Friedensabkommen mit den Palästinensern, aber immerhin ist eine Einigung hinsichtlich der anstehenden Wahlen erzielt worden. Ein Waffenstillstand ist in Sicht. Gleichzeitig haben sich die diplomatischen Beziehungen zu Ägypten so drastisch erwärmt, dass Hosni Mubarak, das ägyptische Staatsoberhaupt, jetzt sogar ein Fenster zum Frieden mit Kuwait und den Golfstaaten öffnen will, die ihrerseits nicht abgeneigt scheinen. Deren Einfluß möchte er dann nutzen, um Syrien zu mehr politischen Zugeständnissen zu bewegen. Alles deutet also auf positive Veränderungen hin—die Zeit des Umbruchs scheint gekommen.&lt;br /&gt;Bis wieder ein Anschlag verübt wird, dieses Mal auf einen Militärstützpunkt im südlichen Gazastreifen. Fünf israelische Soldaten kommen dabei ums Leben, und das nur Stunden, nachdem die israelische Regierung die Freilassung von bis zu 200 palästinensischen Häftlingen angekündigt hat. Für die Hamas geht der Kampf weiter. Im Gegenzug beginnt Israel mit einer Reihe gemäßigter Vergeltungsschläge, ohne jedoch die Freilassung der Häftlinge aufzuheben...&lt;br /&gt;Hoffnungsschimmer hin oder her, die Verfolgung der politischen Lage ist ermüdend und der Duft frischgebackener Souvganiot, mit viel Puderzucker bestäubt und reichlich Marmelade gefüllt, weit verlockender als die täglichen Schlagzeilen. Vielleicht bleibt mein persönlicher Alltag deshalb davon eher unberührt. Viel mehr fällt ins Gewicht, dass mir dieses Jahr einmal mehr der Vorweihntachtsrummel entgeht.&lt;br /&gt;Wenngleich Weihnachtseinkäufe auch hier in Streß ausarten können. Als mein Mann sich am Ende unserer Tour völlig erschlagen auf einen Stuhl neben der Kasse fallen läßt, lächelt die Verkäuferin mitfühlend und bemerkt (mit einem Blick auf mich, die noch immer unentschlossen zwischen den Regalen hin und her wandert): &quot;Ganz schön anstrengend, so eine Schwangerschaft, was?&quot; Sie kann nicht ahnen, wie richtig sie damit liegt—schließlich ist er derjenige, der all die Tüten und Päckchen anschließend zum Auto schleppen muß. Dafür machen wir auf dem Weg aber noch für ein Sandwich und einen Kaffee halt, um Energie zu tanken.Jetzt sind all die mit Liebe ausgesuchten Geschenke auf dem Weg nach Deutschland. Ohne mich zwar, aber das trage ich dieses Jahr mit Fassung. Vielleicht werden wir das Weihnachtswochenende in Jerusalem verbringen. Auf Kosten unserer Küchenfirma, die so lange brauchte, um unsere zusätzlichen Schränke einzubauen, dass sie zu guter letzt um eine Wiedergutmachung nicht herum kam: Übernachtung mit Frühstück in einem Fünf-Sterne-Hotel unserer Wahl. Und während ich mich über den Vertragsbruch schon gar nicht mehr aufregen kann, freue ich mich auf Jerusalem, die goldene Stadt mit ihrer besonderen Atmosphäre, in der wir sicherlich ein wenig Weihnachtsluft schnuppern können.</description><link>http://ferngefluester.blogspot.com/2006/02/hoffnungsschimmer.html</link><author>noreply@blogger.com (Jeanne)</author><thr:total>0</thr:total></item></channel></rss>