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	<title>Commentarium Catholicum</title>
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	<description>Et unam, sanctam, catholicam et apostolicam Ecclesiam.</description>
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		<title>Das m&#252;ssen in Zukunft Ehrenamtliche machen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin Recke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Jan 2018 13:26:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Catholica]]></category>
		<category><![CDATA[Diaconia]]></category>
		<category><![CDATA[Dienst]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer wenn ich den Satz „Das m&#252;ssen in Zukunft Ehrenamtliche machen“ h&#246;re, dann entsichere ich meinen Colt. &#8212; Martin Recke (@mr94) January 9, 2018 Was bedeutet dieser Satz? Das: Das, was bis dato Hauptamtliche gemacht haben? Das, was keiner mehr machen will? Von dem eigentlich auch keiner mehr will, dass es &#252;berhaupt noch gemacht wird? [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p lang="de" dir="ltr">Immer wenn ich den Satz „Das m&#252;ssen in Zukunft Ehrenamtliche machen“ h&#246;re, dann entsichere ich meinen Colt.</p>
<p>&mdash; Martin Recke (@mr94) <a href="https://twitter.com/mr94/status/950653623213678592?ref_src=twsrc%5Etfw">January 9, 2018</a></p></blockquote>
<p><script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Was bedeutet dieser Satz?</p>
<ul>
<li><strong>Das</strong>: Das, was bis dato Hauptamtliche gemacht haben? Das, was keiner mehr machen will? Von dem eigentlich auch keiner mehr will, dass es &#252;berhaupt noch gemacht wird? Das, was irgendwie oder unbedingt gemacht werden muss? Ja, was eigentlich?</li>
<li><strong>m&#252;ssen</strong>: Ehrenamtliche m&#252;ssen gar nichts, oder jedenfalls nur das, was sie wollen oder selbst meinen zu m&#252;ssen. Vor allem sind sie keine L&#252;ckenb&#252;&#223;er dort, wo die Profis nichts mehr rei&#223;en k&#246;nnen.</li>
<li><strong>in Zukunft</strong>: Was f&#252;r eine Zukunft? Und wann tritt sie ein? Muss in dieser omin&#246;sen Zukunft &#252;berhaupt noch etwas gemacht werden? Alles unklar. Vieles erledigt sich von selbst.</li>
<li><strong>Ehrenamtliche</strong>: Welche Ehre? Welches Amt? Zur gr&#246;&#223;eren Ehre Gottes? Oder wessen? Und was f&#252;r ein Amt? Sicher nicht das Lehramt, oder das Verwaltungsamt. Sicher nicht das Weiheamt, oder doch, wenn wir an Diakone im Zivilberuf oder gar Arbeiterpriester denken? Warum sprechen wir nicht von <a href="http://commentarium.de/2017/08/begriffskette/">Dienen</a> (Dienst -> Dienstleistung -> Service -> Ministry)? <a href="http://www.feinschwarz.net/vergesst-den-ehrenamtsbegriff/">Vergesst den Begriff!</a></li>
<li><strong>machen</strong>: Und warum &#252;berhaupt machen? Erst einmal geht es um das Sein. Wozu sind wir da? Da f&#228;ngt das Fragen von vorne an.</li>
</ul>
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		<title>Weihnachten 2017</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin Recke]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Dec 2017 10:17:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Familia]]></category>
		<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
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					<description><![CDATA[Das erfreulichste Ereignis des nun ablaufenden Jahres war ohne Zweifel die Goldene Hochzeit meiner Eltern, die wir im Mai feiern durften. Dieser sonnige und warme Fr&#252;hlingstag wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Mein Vater, der in diesem Jahr seinen 85. Geburtstag erlebt hat, war lange Zeit skeptisch, wenn er auf seinen 50. Hochzeitstag angesprochen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das erfreulichste Ereignis des nun ablaufenden Jahres war ohne Zweifel die Goldene Hochzeit meiner Eltern, die wir im Mai feiern durften. Dieser sonnige und warme Fr&#252;hlingstag wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Mein Vater, der in diesem Jahr seinen 85. Geburtstag erlebt hat, war lange Zeit skeptisch, wenn er auf seinen 50. Hochzeitstag angesprochen wurde. Doch nun war es soweit, und es war ein gl&#252;cklicher Tag. Dazu trug auch bei, dass meine Neffen dabei waren, nach etlichen Jahren ohne Kontakt. Die beiden, im Alter genau zwischen unseren beiden S&#246;hnen, sind inzwischen zu jungen M&#228;nnern herangewachsen, die schon ihre ersten Schritte ins Berufsleben gesetzt haben.</p>
<p>F&#252;r mich sind in diesem Jahr die Chancen, einmal in ferner Zukunft meine Goldene Hochzeit feiern zu k&#246;nnen, drastisch gesunken. Am 2. Januar teilte mir meine Frau mit, dass sie nicht mehr mit mir zusammenleben will. Nach dem ersten Schock habe ich schnell beschlossen, das Beste aus der neuen Lage zu machen, den Schaden zu begrenzen und eine m&#246;gliche Katastrophe abzuwenden. Und das ist uns bis jetzt auch ganz gut gelungen.</p>
<p>Es ist etwa so wie im Gefangenendilemma: Das Beste ist es, wenn beide Partner miteinander kooperieren. Verh&#228;lt sich einer unkooperativ, dann verlieren beide. So geschieht es h&#228;ufig bei Trennungen. Der Spieltheorie zufolge l&#228;sst sich das nur vermeiden, wenn das Spiel offen bleibt – wenn die Zahl der Runden nicht begrenzt ist. Es muss also darum gehen, das Spiel offen zu halten. Uns hat bis jetzt wohl ein gewisser Pragmatismus geholfen, die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen. Es w&#228;re sch&#246;n, wenn das so bliebe. Ich bin einigerma&#223;en optimistisch.</p>
<p>Zu Anfang des Jahres steckten wir noch mitten in der Sanierung unserer H&#228;user, die neuen Mieter zogen dann zum Februar und M&#228;rz ein. Da war noch etliches zu regeln, und meine Sorge war zudem, unsere finanziellen Verh&#228;ltnisse zu stabilisieren und auf die neue Situation anzupassen. Am Ende dieses Jahres scheint das erreicht. Die neuen Zinsvereinbarungen sind unterschrieben, die H&#228;user sollten bis 2028 schuldenfrei sein.</p>
<p>Meine Frau ist Anfang Februar in eine neue Wohnung gezogen, nicht weit von hier. Meine S&#246;hne haben viel dar&#252;ber gelernt, was in Haus und Garten zu tun ist. Im August ging unser Gro&#223;er dann aus dem Haus, um sein Studium aufzunehmen. Seitdem habe ich ihn nur noch zweimal gesehen, als wir das 60-j&#228;hrige Ordensjubil&#228;um meiner Tante und den Geburtstag meiner Mutter gefeiert haben. Erst zu Weihnachten wird er wieder f&#252;r ein paar Tage hier sein.</p>
<p>Seit Ende August leben also unser J&#252;ngster und ich zu zweit in diesem sch&#246;nen, gro&#223;en Haus, das wir gemietet haben. Es gab also in diesem Jahr doch einiges, an das wir uns erst gew&#246;hnen mussten. Den D&#228;nemark-Urlaub haben wir diesmal in zwei Etappen verbracht: in der ersten Woche meine S&#246;hne und ich, in der zweiten Woche unser J&#252;ngster und meine Frau. Eigentlich wollte unser &#228;ltester Sohn auch zwei Wochen in Aarhus bleiben, aber dann bekam er kurzfristig eine Zusage f&#252;r seinen Studienplatz und musste deshalb vorzeitig abreisen, um die Formalit&#228;ten zu regeln. Aarhus war in diesem Jahr Kulturhauptstadt Europas und auch unabh&#228;ngig davon eine Reise wert. Wir hatten dort ein wunderbares Ferienhaus, in dem wir uns sehr wohl gef&#252;hlt haben.</p>
<p>Unser J&#252;ngster hat im Sommer nach der 10. Klasse seinen ersten Schulabschluss gefeiert, mit einer Abschlussfeier in der Schule und einer Party f&#252;r Sch&#252;ler und Eltern. Es war schon fast wie eine Abifeier, die meisten M&#228;dchen trugen lange Kleider, die Jungen Anz&#252;ge oder Sakko. Nach den Sommerferien haben nun f&#252;r ihn die drei Jahre Oberstufe begonnen, in einer neu zusammengesetzten Klasse.</p>
<p>Beruflich lief in diesem Jahr alles rund. Ich habe eine Reihe von B&#252;chern auf den Markt gebracht und zu diesem Zweck f&#252;r meinen Arbeitgeber einen kleinen Verlag gegr&#252;ndet. Ich schreibe auch selbst regelm&#228;&#223;ig und habe viel Freude daran. Die Firma, f&#252;r die ich arbeite, ist Anfang des Jahres an einen gro&#223;en IT-Konzern verkauft worden. Es ist klar, dass sich daraus in den n&#228;chsten Jahren diverse Ver&#228;nderungen ergeben werden.</p>
<p>Nimmt man die letzten Jahre zusammen, so zeigt sich, dass kaum ein Lebensbereich ohne gro&#223;e Ver&#228;nderungen geblieben ist. Es f&#252;hlt sich wie ein Neustart an, mit allen Konsequenzen. Unter dem Strich haben die verschiedenen Neuanf&#228;nge jede Menge Energie freigesetzt, die zuvor gebunden war. Auch schmerzhafte Ver&#228;nderungen haben ihre guten Seiten, obwohl das nicht immer leicht zu erkennen ist. Um es mit einem Song von Mark Forster zu sagen: „Egal was kommt, es wird gut, sowieso. Immer geht ne neue T&#252;r auf, irgendwo. Auch wenn&#8217;s grad nicht so l&#228;uft, wie gewohnt. Egal, es wird gut, sowieso.”</p>
<p>Paulus schreibt im 1. Brief an die Korinther (13,13): „F&#252;r jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am gr&#246;&#223;ten unter ihnen ist die Liebe.“ Und Papst Benedikt notierte vor zw&#246;lf Jahren in seiner Enzyklika „Deus caritas est“:</p>
<blockquote><p>Die Hoffnung artikuliert sich praktisch in der Tugend der Geduld, die im Guten auch in der scheinbaren Erfolglosigkeit nicht nachl&#228;&#223;t, und in der Tugend der Demut, die Gottes Geheimnis annimmt und ihm auch im Dunklen traut. [&#8230;] Der Glaube, das Innewerden der Liebe Gottes, die sich im durchbohrten Herzen Jesu am Kreuz offenbart hat, erzeugt seinerseits die Liebe. Sie ist das Licht — letztlich das einzige –, das eine dunkle Welt immer wieder erhellt und uns den Mut zum Leben und zum Handeln gibt.</p></blockquote>
<p>Frohe, gesegnete Weihnachten und ein gl&#252;ckliches Jahr 2018!</p>
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		<title>Wundersames Wanderbuch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin Recke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Oct 2017 18:38:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ecclesia]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wandern]]></category>
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		<category><![CDATA[Wundern]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieses Buch ist nicht leicht zu rezensieren. Das liegt daran, dass es zur Positionierung zwingt. Der Leser muss sich irgendwie dazu verhalten. Neutral zu bleiben ist quasi unm&#246;glich. Es wirft ein neues Licht auf die eigene Biografie, ein reflexiver Vorgang. Aber auch aus anderen Gr&#252;nden bin hier nicht neutral. Mittlerweile kenne ich die Herausgeberinnen und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Dieses Buch ist nicht leicht zu rezensieren. Das liegt daran, dass es zur Positionierung zwingt. Der Leser muss sich irgendwie dazu verhalten. Neutral zu bleiben ist quasi unm&#246;glich. Es wirft ein neues Licht auf die eigene Biografie, ein reflexiver Vorgang.</h2>
<p>Aber auch aus anderen Gr&#252;nden bin hier nicht neutral. Mittlerweile kenne ich die Herausgeberinnen und einige der Autoren, war auf zwei Veranstaltungen, eine davon war quasi <a href="http://commentarium.de/2017/02/wandern-undwundern/">das Event zum Buch</a>. Deshalb ist hier keine mehr oder weniger objektive Rezension zu erwarten. Daf&#252;r sind schon zu viele Beziehungen entstanden. Genau dies leistet <a href="http://amzn.to/2yBknx2">dieses Buch</a>: Es stiftet Beziehungen.</p>
<p>Andererseits bin ich auch &#252;berhaupt nicht mit allem einverstanden, was in diesem Buch so steht. Zum Beispiel nerven mich sprachliche Desaster wie das mehrfach vorkommende Wortunget&#252;m „Mitglieder_innen“. Das Mitglied ist bekanntlich s&#228;chlich, ein Neutrum. Welcher Lektor hat da gepennt? Auch Begriffe wie „Pfarrperson“ halte ich nicht gerade f&#252;r den H&#246;hepunkt der Sprachkultur. (Obwohl besser als Binnen-I oder penetrante Doppelnennungen.)</p>
<p>Die Schw&#228;chen in der Form sind gewisserma&#223;en Programm. Hier ist nichts fertig, sondern alles im Fluss. Es ist kein theologischer Sammelband im engeren Sinne, sondern eher Dokument einer Theologie des Wanderns und Wunderns im Spannungsfeld zwischen Fremdheit und Dazugeh&#246;rigkeit. Das Wort Theologie darf hier nicht akademisch verstanden werden wie gewohnt, sondern eher wortgetreu <a href="http://commentarium.de/2017/07/achtung-theologieverdacht/">als die Rede von Gott</a>.</p>
<p>Das Buch ist das Manifest <a href="http://www.kirchehochzwei.de/">einer Bewegung</a>, ohne dass es diesen Anspruch erheben w&#252;rde und ohne ein Manifest im klassischen Sinne zu sein. Es versammelt eher eine ganze Reihe verschiedener Perspektiven. Es spannt damit einen Raum auf, ohne ihn f&#252;llen zu k&#246;nnen oder das &#252;berhaupt zu wollen. Es ist der Raum jener 95 Prozent der eingeschriebenen Kirchenmitglieder, die nicht mehr jeden Sonntag am Gemeindegottesdienst teilnehmen. Oder derer, die weder einer Kirche angeh&#246;ren noch ihren Fu&#223; in eine Kirche setzen w&#252;rden.</p>
<p>Wir sind n&#228;mlich l&#228;ngst eine Art virtueller Volkskirche geworden, die zwar <a href="http://www.dbk.de/nc/presse/details/?presseid=3440">auf dem Papier</a> <a href="https://www.ekd.de/EKD-Statistik-Hohe-Verbundenheit-der-Kirchenmitglieder-26671.htm">noch immer eine Mehrheit</a> der Bev&#246;lkerung umfasst, sich aber in der Praxis weit vom Leben der meisten Mitglieder entfernt hat. Oder ist es umgekehrt? Haben sich die Mitglieder vom Leben der Kirche entfernt?</p>
<p>Wie auch immer. Es ist ein gro&#223;er Raum der Fremdheit entstanden, in den hinein es zu wirken gilt. Dieses Wirken hei&#223;t gemeinhin Mission. Es ist und bleibt der Auftrag der Kirche, das Evangelium bis an die Enden der Erde zu tragen. Inzwischen kommt das Evangelium von den Enden der Erde wieder zur&#252;ck zu uns &#8211; ein Prozess, der gew&#246;hnlich als Neuevangelisierung beschrieben wird.</p>
<p>Im Kern geht es um die Frage, ob die 99 verlorenen Schafe ignoriert werden d&#252;rfen, damit es das verbliebene Schaf weiterhin sch&#246;n kuschelig hat. Rhetorische Frage? Viele Gemeinden sehen das definitiv anders und kreisen in einer langsamen, aber stetigen Abw&#228;rtsspirale um sich selbst.</p>
<p>Dieses Buch handelt von der Fremdheit als Gabe und Aufgabe, und es beschreibt diese Fremdheit radikal subjektiv und ohne Anspruch auf Objektivit&#228;t. Es ist insofern ein Augen&#246;ffner, weil es einen neuen Blick auf die jeweils eigenen Fremdheitserlebnisse erlaubt. Ich kann meine eigene Kirchen- und Glaubensbiografie anders lesen.</p>
<p>Warum bin ich schon in den sp&#228;ten achtziger Jahren aus dem Ministrantendienst meiner Heimatstadt geworfen worden, zusammen mit einigen anderen Mitstreitern? Warum habe ich dennoch weiterhin ministriert? Warum bin ich vor vier Jahren aus der Ausbildung zum Diakon geworfen worden? Warum habe ich dennoch seit 2013 an drei Weiheliturgien teilgenommen, zweimal ministriert und davon einmal dem Bischof das Buch gehalten, w&#228;hrend er die Weihe eines meiner ehemaligen Kurskollegen vollzog?</p>
<p>Die erste Antwort hei&#223;t: Weil es geht. Eine typische Antwort der digitalen Generation. Das Internet und die Digitalisierung haben uns in die Lage versetzt, Dinge zu tun, die zuvor unm&#246;glich waren. Wir sind es gewohnt, so etwas zu tun. Wir gehen an die Grenzen und dar&#252;ber hinaus. Das ist im Kern ein missionaler Habitus. Wir k&#246;nnen nicht anders. Wir sind fremd, aber loyal. Wir gehen dorthin, wo es wom&#246;glich wehtut.</p>
<p>Aber es tut nicht weh, sondern es macht gl&#252;cklich, Grenzen zu &#252;berwinden. Ich bin aufgewachsen zwei Kilometer vor dem Eisernen Vorhang, allerdings auf der richtigen Seite. F&#252;r mich war die DDR-Grenze daher durchl&#228;ssig, aber ich wusste, was sie bedeutet, weil sie auch meine Familie getrennt hat. Wir hatten Verwandte im Osten. Und ich habe den Fall der Mauer und der Grenzz&#228;une im November 1989 miterlebt und gefeiert.</p>
<p>Ich geh&#246;rte zu den Sternsingern, die im Januar 1990 von Duderstadt nach Ecklingerode gingen. Am Tag der ersten und letzten freien Wahlen in der DDR im M&#228;rz bin ich mit einem heutigen Priester zum Sonnenstein gewandert, weil wir zu Ostern 1990 auf diesen Berg gehen und dort zusammen mit Jugendlichen aus dem Osten am Osterfeuer feiern wollten.</p>
<p>Nur wenige Jahre sp&#228;ter kam das Internet in mein Leben, das alle Grenzen &#252;berschritt und uns eine neue Welt &#246;ffnete. Ich lernte sp&#228;testens nach 2000/2001, dass Scheitern dazugeh&#246;rt, aber eher als Lernprozess denn als Katastrophe zu verstehen ist. <a href="http://commentarium.de/2017/05/lieben-durch-das-scheitern-hindurch/">Von toten Pferden abzusteigen und neue Wege zu suchen ist selbstverst&#228;ndlich.</a> Scheitern als Teil der Geschichte statt als Katastrophe.</p>
<p>Die zweite Antwort hei&#223;t daher: Ich bin es gewohnt, anzuecken und mich neu zu orientieren. Ich komme damit besser zurecht als die kirchlichen Strukturen, die zwar ihre autorit&#228;r-hierarchische Vergangenheit dekonstruiert, aber keine neue F&#252;hrungskultur herausgebildet haben und deshalb im Konfliktfall gern in autorit&#228;re Muster verfallen. Nicht mein Problem. Oder doch?</p>
<p>Aus dem zivilen Leben bin ich eine andere F&#252;hrungskultur gewohnt als wir sie in der Kirche erleben. Im Vergleich zu einem gut gef&#252;hrten Unternehmen sieht die Kirche f&#252;hrungsschwach und schlecht gef&#252;hrt aus. Daher kann es auch nicht verwundern, dass wir die entsprechenden Resultate sehen. Tragisch, denn gerade in Krisenzeiten ist starke F&#252;hrung gefragt.</p>
<p>Die dritte Antwort hei&#223;t: Es hat einen therapeutischen Wert, sich an die Orte und in die R&#228;ume vergangener Verletzungen zu begeben. Es ist wie mit dem regelm&#228;&#223;igen Besuch am Grab, der die Trauerarbeit erleichtert, weil er der Trauer einen Ort gibt. Oder wie bei einer Familienaufstellung nach Hellinger, die ein starkes Gef&#252;hl f&#252;r St&#246;rungen gibt, die zum Scheitern gef&#252;hrt haben k&#246;nnen.</p>
<p>Weglaufen hilft nicht. Wir m&#252;ssen uns unseren &#196;ngsten, unseren Schmerzen, unserem Scheitern und unseren Niederlagen stellen. Das liturgische Gewand ist wie das Taufkleid, mit dem wir Christus anziehen (Gal 3,27). Es ist ein Gewand des Heiles, der Heiligung und der Heilung. Wie das Gewand Jesu, dessen blo&#223;e Ber&#252;hrung heilt (Mk 5,28). Eine sch&#252;tzende R&#252;stung. Oder das Kost&#252;m einer Rolle, die Sicherheit gibt.</p>
<p><em>Maria Herrmann, Sandra Bils (Hg.): <a href="http://amzn.to/2yBknx2">Vom Wandern und Wundern: Fremdsein und prophetische Ungeduld in der Kirche</a>. Echter, 2017.</em></p>
<p><em>Photo by <a href="https://unsplash.com/photos/5_C_5aL6ztc?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Aidan Meyer</a> on <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></em></p>
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		<title>Genesis, Evolution und Augustinus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin Recke]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Oct 2017 18:07:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biblia]]></category>
		<category><![CDATA[Augustinus]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Genesis]]></category>
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					<description><![CDATA[In einem lesenswerten St&#252;ck, das sich mit dem Dauerbrenner „Religion vs. Wissenschaft“ (gern auch „Glaube vs. Vernunft“) besch&#228;ftigt, las ich neulich den folgenden Satz: The US represents a different cultural context, where it might seem that the key issue is a conflict between literal readings of Genesis and key features of evolutionary history. In letzter [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einem <a href="https://aeon.co/ideas/why-religion-is-not-going-away-and-science-will-not-destroy-it">lesenswerten St&#252;ck</a>, das sich mit dem Dauerbrenner „Religion vs. Wissenschaft“ (gern auch „Glaube vs. Vernunft“) besch&#228;ftigt, las ich neulich den folgenden Satz: </p>
<blockquote><p>The US represents a different cultural context, where it might seem that the key issue is a conflict between literal readings of Genesis and key features of evolutionary history.</p></blockquote>
<p>In letzter Zeit kam ich gelegentlich mit Freikirchlern und Evangelikalen in Kontakt, darunter auch ehemaligen, die inzwischen zu Atheisten geworden sind. (Was ich, bei allem Respekt vor der gro&#223;en Ernsthaftigkeit im Glauben, angesichts mancher zum Haareraufen haneb&#252;chenen Theologie dann auch wieder verstehen kann.) Der Konflikt zwischen einer vorgeblich w&#246;rtlichen Auslegung der Genesis und einigen Schl&#252;sselgedanken der Evolutionsgeschichte scheint tats&#228;chlich ein relevantes Thema zu sein.</p>
<p>Wirklich? Hat eigentlich niemand Augustinus gelesen? Der hat in seinem Leben insgesamt drei Genesiskommentare geschrieben, einer davon nennt sich <em>De Genesi ad litteram</em>, handelt also von der w&#246;rtlichen Auslegung der Genesis. Um zu verstehen, was damit gemeint ist, muss an die klassische Lehre vom <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Vierfacher_Schriftsinn">vierfachen Schriftsinn</a> erinnert werden. Neben der buchst&#228;blichen (w&#246;rtlichen) Auslegung gibt es demnach auch noch die allegorische (Glaubenswirklichkeit), die moralische (Handlungsanweisung) und die anagogische (Ausdruck der Hoffnung).</p>
<p>Man sieht bereits, dass sich die altkirchliche Bibelauslegung nicht auf einen einzigen Sinn festlegen l&#228;sst. Dabei ist der vierfache Schriftsinn nicht alternativ zu verstehen, sondern additiv: Die Bibel ist wahr in jedem Sinn, im w&#246;rtlichen wie im allegorischen, moralischen und anagogischen Sinn. Schon die altkirchliche Tradition der Bibelauslegung ist also deutlich komplexer als es der moderne Biblizismus erlaubt.</p>
<p>Der Clou ist aber: Wenn Augustinus sich an einer w&#246;rtlichen Auslegung versucht, so zieht er v&#246;llig selbstverst&#228;ndlich den damaligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis heran. Ihm w&#252;rde es niemals einfallen, aus der Bibel naturwissenschaftliche Aussagen abzuleiten. Auch und gerade bei einer w&#246;rtlichen Auslegung greift er auf das ihm bekannte Wissen zur&#252;ck, um so dem w&#246;rtlichen Schriftsinn auf die Spur zu kommen. Ja, er polemisiert sogar gegen jene, wie er sieht nennt, unbesonnenen Eiferer, die das anders halten:</p>
<blockquote><p>Oft genug kommt es vor, da&#223; auch ein Nichtchrist ein ganz sicheres Wissen durch Vernunft und Erfahrung erworben hat, mit dem er etwas &#252;ber die Erde und den Himmel, &#252;ber Lauf und Umlauf, Gr&#246;&#223;e und Abstand der Gestirne, &#252;ber bestimmte Sonnen- und Mondfinsternisse, &#252;ber die Uml&#228;ufe der Jahre und Zeiten, &#252;ber die Naturen der Lebewesen, Str&#228;ucher, Steine und dergleichen zu sagen hat. Nichts ist nun peinlicher, gef&#228;hrlicher und am sch&#228;rfsten zu verwerfen, als wenn ein Christ mit Berufung auf die christlichen Schriften zu einem Ungl&#228;ubigen &#252;ber diese Dinge Behauptungen aufstellt, die falsch sind und, wie man sagt, den Himmel auf den Kopf stellen, so da&#223; der andre kaum sein Lachen zur&#252;ckhalten kann. Da&#223; ein solcher Ignorant Spott erntet, ist nicht das Schlimmste, sondern da&#223; von Drau&#223;enstehenden geglaubt wird, unsere Autoren h&#228;tten so etwas gedacht. Gerade sie, um deren Heil wir uns m&#252;hen, tragen den gr&#246;&#223;ten Schaden, wenn sie unsere Gottesm&#228;nner daraufhin als Ungelehrte verachten und zur&#252;ckweisen. Denn wenn sie einen von uns Christen auf einem Gebiet, das sie genau kennen, bei einem Irrtum ertappen und merken, wie er seinen Unsinn mit unseren B&#252;chern belegen will, wie sollen sie dann jemals diesen B&#252;chern die Auferstehung der Toten, die Hoffnung auf das ewige Leben und das Himmelreich glauben, da sie das f&#252;r falsch halten m&#252;ssen, was diese B&#252;cher geschrieben haben &#252;ber Dinge, die sie selbst erfahren haben und als unzweifelhaft erkennen konnten? Es ist unbeschreiblich, wie viel Verdru&#223; und Kummer einsichtigen Br&#252;dern durch solche unbesonnene Eiferer bereitet wird, die von Leuten, die nicht durch die Autorit&#228;t unserer B&#252;cher gest&#252;tzt werden, in ihren verkehrten und falschen Ansichten ver&#228;chtlich zur&#252;ckgewiesen werden und dann beginnen, das zu verteidigen, was sie in ihrer leichtsinnigsten Verwegenheit offenkundig falsch gesagt haben.<br />
<em>&#8211;Augustinus: &#220;ber den Wortlaut der Genesis</em></p></blockquote>
<p>Mir scheint, der moderne Biblizismus ist ein selbstgeschaffenes Problem, das eigentlich nur durch v&#246;llige Unkenntnis der Kirchenv&#228;ter, und hier namentlich Augustinus, zu erkl&#228;ren ist. Kann es sein, dass im Gefolge der Reformation (<em>sola scriptura</em>) mancherorts eine angemessene kirchliche Bibelhermeneutik verloren gegangen ist, wie sie zum Beispiel – nach wie vor vorbildlich – die P&#228;pstliche Bibelkommission 1993 in ihrem Dokument <a href="http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/pcb_documents/rc_con_cfaith_doc_19930415_interpretazione_ge.html"><em>Die Interpretation der Bibel in der Kirche</em></a> beschrieben hat? Ironie der Geschichte: In Ermangelung einer brauchbaren Hermeneutik zieht man sich am Ende auf ein w&#246;rtliches Verst&#228;ndnis der Bibel zur&#252;ck, das allerdings nicht einmal der w&#246;rtlichen Interpretation zum Beispiel eines Augustinus entspricht, ja im Gegenteil von Voraussetzungen ausgeht, die schon Augustinus abgelehnt hatte.</p>
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		<title>&#220;berlegungen am Vorabend der Wahl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin Recke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Sep 2017 20:12:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politica]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2017]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Schulz]]></category>
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					<description><![CDATA[Morgen wird der 19. Deutsche Bundestag gew&#228;hlt, und wie im Grunde schon l&#228;nger klar ist, werden dem neuen Parlament wahrscheinlich sechs (mit der CSU sieben) Parteien angeh&#246;ren. Auch wenn dies die Regierungsbildung erschweren d&#252;rfte, sehe ich keinen Grund zur Panik. Aber der Reihe nach. Martin Schulz ist der ideale Kanzlerkandidat, um die SPD unter 20 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Morgen wird der 19. Deutsche Bundestag gew&#228;hlt, und wie im Grunde schon l&#228;nger klar ist, werden dem neuen Parlament wahrscheinlich sechs (mit der CSU sieben) Parteien angeh&#246;ren. Auch wenn dies die Regierungsbildung erschweren d&#252;rfte, sehe ich keinen Grund zur Panik. Aber der Reihe nach.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Martin Schulz ist der ideale Kanzlerkandidat, um die SPD unter 20 Prozent zu dr&#252;cken.</p>
<p>— Martin Recke (@mr94) <a href="https://twitter.com/mr94/status/785151897539842049">October 9, 2016</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<ol>
<li><strong>Die Kanzlerfrage</strong> ist schon lange entschieden. Angela Merkel bleibt Kanzlerin, Martin Schulz hatte aus einer Vielzahl von Gr&#252;nden keine Chance und d&#252;rfte der SPD ein historisch schlechtes Wahlergebnis bescheren, und zwar v&#246;llig zu Recht. Der Wahlkampf der SPD war unterirdisch schlecht. Auch die Gr&#252;nen haben kaum Gr&#252;nde geliefert, warum sie gew&#228;hlt werden sollten.&nbsp;Weshalb auch nur ihre Stammw&#228;hler gr&#252;n w&#228;hlen werden und eine hohe Wahlbeteiligung f&#252;r die Gr&#252;nen gef&#228;hrlich werden d&#252;rfte.</li>
<li><strong>Die Koalitionsfrage</strong> hingegen ist offen. Die Merkel-CDU ist in der Mitte des politischen Feldes so positioniert, dass sie mit allen Parteien au&#223;er Linken und AfD koalieren k&#246;nnte, je nach Opportunit&#228;t und Machtverh&#228;ltnissen. Sie ist weder ausgepr&#228;gt rechts/konservativ noch links, weder autorit&#228;r noch besonders liberal – sie ist alles und nichts zugleich. Eine Partei wie die heutige CDU hat es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gegeben. Sie hat alle anderen Parteien zu Satelliten degradiert, die irgendwie um die CDU kreisen.</li>
<li>Im nun vergangenen Bundestag gab es zwei m&#246;gliche <strong>Alternativen zur Gro&#223;en Koalition</strong>: Rot-rot-gr&#252;n (R2G) und Schwarz-gr&#252;n. Beide sind Geschichte, wegen des Niedergangs der SPD und der Gr&#252;nen, die mit dem (Wieder-)Aufstieg der FDP und der AfD einhergehen. Was SPD und Gr&#252;ne mit der Linken (und der AfD) eint, ist ihr autorit&#228;res, illiberales Politikverst&#228;ndnis. Sie glauben sich im Kern moralisch &#252;berlegen und im Besitz einer Wahrheit, die dem Rest der Gesellschaft im Rahmen der M&#246;glichkeiten des demokratischen Rechtsstaates aufgezwungen werden muss, zu deren vermeintlich Besten.</li>
<li>Der neue Bundestag wird die Gesellschaft sehr viel besser abbilden als der alte. Das ist aus demokratischer Perspektive eine gute Sache. Mit au&#223;erparlamentarischer Opposition hat dieses Land keine guten Erfahrungen gemacht. <strong>Opposition</strong> geh&#246;rt ins Parlament. Ihre vornehmste Aufgabe ist, eine Alternative zur Regierung bereitzustellen. Hier versagt die SPD in einer dramatischen Weise, die jedem Demokraten Kopfschmerzen bereiten muss. Es ist leider &#252;berhaupt nicht zu erkennen, wie die CDU als Regierungspartei jemals abgel&#246;st werden kann.</li>
<li>Wer eine <strong>liberale Politik</strong> bevorzugt, hat in diesem Lande, im Gegensatz zu den Anh&#228;ngern eines autorit&#228;ren Politikstils, keine gro&#223;e Auswahl. Wer sich mit dem Opportunismus der Mitte, wie ihn die Merkel-CDU pflegt, nicht anfreunden kann, dem bleibt im Grunde nur die FDP, nachdem sich die AfD vom konservativ-liberalen ins rechts-autorit&#228;re Politikfeld bewegt hat.</li>
<li>Da gegen die CDU keine <strong>Regierung gebildet</strong> werden kann, l&#228;uft es also entweder auf eine Fortsetzung der Gro&#223;en Koalition, auf Schwarz-gelb oder auf Jamaika hinaus. Die SPD kann froh sein, wenn ihr Abstand zur AfD nicht zu sehr schrumpft und sie weiterhin mitregieren darf. Wird die FDP drittst&#228;rkste Kraft oder wenigstens zweistellig, ist eine schwarz-gelbe Mehrheit und eine dementsprechende Koalition wahrscheinlich. Ob Jamaika realistisch ist, l&#228;sst sich schwer einsch&#228;tzen. Wer keine Gro&#223;e Koalition w&#252;nscht, sollte daher FDP w&#228;hlen.</li>
<li><strong>Neuwahlen</strong> aufgrund einer gescheiterten Regierungsbildung sind hingegen unwahrscheinlich. Denn dann d&#252;rfte die AfD noch einmal zulegen, zum Schaden der &#252;brigen Parteien, die nicht zuletzt deshalb ein starkes Interesse am Mitregieren haben sollten.</li>
<li>Alle Parteien au&#223;er der AfD eint das Versagen, das <a href="https://interaktiv.morgenpost.de/probleme-bundestagswahl-2017/">Thema No. 1 dieses Wahljahres</a>, n&#228;mlich <strong>Einwanderung</strong>, nicht klar genug adressiert und letztlich der AfD &#252;berlassen zu haben. Es ist zugleich die einzige offene Flanke der CDU. Bei diesem Thema gab es keine Opposition im Parlament, einmal von der CSU abgesehen, die zeitweise die innerkoalition&#228;re Oppositionsrolle &#252;bernahm, aber selbstverst&#228;ndlich nicht so bl&#246;d war, diese Rolle auch im Wahlkampf einzunehmen. Einwanderung w&#228;re das Gewinnerthema der SPD gewesen, wenn sie sich dazu von Anfang an kl&#252;ger positioniert h&#228;tte und die Interessen derer vertreten h&#228;tte, die fr&#252;her einmal SPD-Stammw&#228;hler waren. So verliert die SPD, wie sie in den 80ern W&#228;hler an die Gr&#252;nen, in den 90ern an die Linke und zuletzt an die CDU verloren hat, zu guter Letzt auch noch an die AfD. Wir erleben das Ende einer gro&#223;en Volkspartei.</li>
</ol>
<p>Die Bundesrepublik wird am Montag eine andere sein.</p>
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		<title>Das Produkt der Kirche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin Recke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Aug 2017 18:48:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ecclesia]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Produktentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Rebuilt]]></category>
		<category><![CDATA[Saddleback]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei den folgenden Gedanken handelt es sich um leicht bearbeitete Ausz&#252;ge aus einer l&#228;ngeren Diskussion auf Facebook. Die passive Kirchenmitgliedschaft ist zun&#228;chst die Voraussetzung, um daraus mehr zu machen. Wir haben ja eine fl&#228;chendeckende Mitgliederdatei mit Adressen und pers&#246;nlichen Daten. Daraus l&#228;sst sich auch viel mehr machen als derzeit so gemacht wird, also weit &#252;ber [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Bei den folgenden Gedanken handelt es sich um leicht bearbeitete Ausz&#252;ge aus einer l&#228;ngeren Diskussion auf Facebook.</em></p>
<p>Die passive Kirchenmitgliedschaft ist zun&#228;chst die Voraussetzung, um daraus mehr zu machen. Wir haben ja eine fl&#228;chendeckende Mitgliederdatei mit Adressen und pers&#246;nlichen Daten. Daraus l&#228;sst sich auch viel mehr machen als derzeit so gemacht wird, also weit &#252;ber gelegentliche Bettelbriefe und Anschreiben von Kommunionkinderjahrg&#228;ngen hinaus.</p>
<p>Retention-Kampagnen sind schon ok. Wer erst mal weg ist, den bekommt man nicht so schnell wieder.</p>
<p>Heute ist es empirisch so, dass die meisten kirchlichen Produkte mehr oder weniger schwach nachgefragt werden. Trotzdem entwickeln wir kaum neue Produkte oder verbessern signifikant die bestehenden. Nehmen wir mal als unverf&#228;ngliches Beispiel das &#228;u&#223;ere Outfit der meisten Gemeinder&#228;ume – eine Zeitreise in die 60er oder 70er Jahre&#8230; Als Insider gew&#246;hnt man sich irgendwann vielleicht daran.</p>
<p>Beim Thema Spendensammeln funktioniert das Direktmarketing ja heute schon blendend. Spende einmal online f&#252;r die Sternsinger oder die Caritas, und es kommen kontinuierlich professionell gestaltete Mailings.</p>
<p>Erst einmal haben wir ja nur Postadressen. Mailadressen zu generieren w&#228;re mal ein sinnvoller Schritt. L&#228;sst sich aber alles machen.</p>
<p>Die &#252;blichen Kommunikationskan&#228;le der Durchschnittspfarrei (Vermeldungen und Pfarrbrief) brechen gerade zusammen, weil sie nur noch eine zu kleine Minderheit der Gemeindemitglieder erreichen.</p>
<p>Das ganze Thema Fundraising wirkt auf mich schon ziemlich professionell. Es ist aber auch einfach, da es sich praktisch selbst refinanziert.</p>
<p>F&#252;r innovative Projekte auf lokaler Ebene scheitert das Fundraising wahrscheinlich gern am fehlenden Zugriff auf die Verteiler (da k&#246;nnte ja jeder kommen&#8230;) oder an der Vorfinanzierung f&#252;r das Porto (5.000 Briefe kosten halt mit Dialogpost mindestens 1.400 EUR).</p>
<p>Wenn die heutigen kirchlichen Produkte kaum noch nachgefragt werden, zu ihrer Produktion aber die via Kirchensteuer beschafften Ressourcen n&#246;tig sind, dann befinden wir uns in einer dauerhaften Abw&#228;rtsspirale. Das kann man sicher als gegeben hinnehmen, aber Evangelii Gaudium oder auch Evangelii Nuntiandi sagen da etwas anderes.</p>
<p>Das Produkt der Kirche ist nicht Christus. H&#246;chstens insofern, als die Kirche der Leib Christi ist. Das Produkt ist unser Dienst an den Menschen, in Diakonie, Liturgie, Verk&#252;ndigung und Gemeinschaft. Dieser Dienst muss immer wieder neu ausgestaltet (=Design) werden.</p>
<p>Diakonie muss sich den Armen und Bed&#252;rftigen der jeweiligen Zeit zuwenden, da sind stetige &#196;nderungen erforderlich. Liturgie entwickelt sich weiter (siehe Ratzinger, Der Geist der Liturgie), Verk&#252;ndigung muss das Evangelium jeweils in die Sprache der Zeit &#252;bersetzen, und auch Gemeinschaft ver&#228;ndert sich. Was vor zwanzig Jahren vielleicht noch ganz schnafte war, lockt heute keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Das alles ist kirchliche Produktentwicklung.</p>
<p>Frag doch zur Abwechslung mal die 95 Prozent der zahlenden Kirchenmitglieder, die nicht da sind&#8230; Klar, die wollen wahrscheinlich auch, das alles bleibt, wie es ist. Ich will so bleiben, wie ich bin&#8230; Komisch, das Evangelium predigt Metanoia, aber alles soll so bleiben, wie es ist&#8230; Bei Design geht es nicht um bunte Bilder. Sondern um Produktdesign bzw. Service Design, um ver&#228;nderte Nutzererwartungen, ver&#228;ndertes Nutzerverhalten und am Ende auch ver&#228;nderte Gesch&#228;ftsmodelle, da das Modell Kirchensteuer ja ein Auslaufmodell ist. Deshalb Fundraising, weil neue Produkte auch neue Finanzierungsquellen brauchen. So sind ja auch viele t&#228;tige Frauenorden entstanden, um mal ein Beispiel zu nennen.</p>
<p>Ja, Abkehr von der S&#252;nde ist gemeint. Und genau deshalb kann nicht alles bleiben, wie es ist. Auch wenn das viele gern so h&#228;tten.</p>
<p>Die n&#246;tige Ver&#228;nderung ist h&#228;ufig ausgesprochen strittig. Allein schon der Perspektivwechsel, sich von denen, die (schon oder noch) da sind, hinzuwenden zu denen, die noch nicht oder nicht mehr da sind.</p>
<p>Wieso? Kann doch jeder kommen, wir sind doch eine offene Gemeinde&#8230;</p>
<p>Die Gemeinden s&#252;ndigen, wenn sie den 99 verlorenen Schafen nicht nachgehen, weil das eine verbliebene Schaf es gern weiterhin kuschelig h&#228;tte.</p>
<p>De facto gehen wir den verlorenen Schafen nicht nach, und das ist S&#252;nde.</p>
<p>Die Sonntagsmesse unterliegt seit Jahrzehnten einem Abw&#228;rtstrend, der uns normalerweise sehr stark beunruhigen m&#252;sste. Dieses Produkt verkauft sich schlecht. Es ist auch kein Einsteigerprodukt (mehr), sondern ein Premiumprodukt, das nur noch &#252;ber Upselling verkauft werden kann. Uns fehlen aber mittlerweile geeignete Basisprodukte, denn die Kasualien allein plus Heiligabend mit Stille Nacht, Erstkommunion und vielleicht noch Firmung reichen offensichtlich nicht. Der ganze Unterbau wackelt und ist zu gro&#223;en Teilen zusammengebrochen. Da ist Neubau angesagt.</p>
<p>Man kann sich die Situation auch irgendwie sch&#246;n definieren. Dann brauchen wir nicht weiter nachdenken.</p>
<p>Ansonsten ist es sicher so, dass Produktentwicklung erst einmal gewollt sein muss. Dazu geh&#246;rt der Gedanke, dass sich Nutzererwartungen, Nutzerverhalten und Gesch&#228;ftsmodelle &#228;ndern sollen.</p>
<p>Heute ist es ja in etwa so: Das Gesch&#228;ftsmodell ist die Kirchensteuer, die Nutzererwartungen sind nicht besonders hoch, und das Nutzerverhalten der gro&#223;en Mehrheit der zahlenden Kunden eher sporadisch. Das alles ist nicht nachhaltig und befindet sich in einer Abw&#228;rtsspirale.</p>
<p>Wo Produktentwicklung gewollt ist, da ist eine der ersten Fragen die nach den Ressourcen. Produktentwicklung geht nicht aus dem Nichts und auch nicht irgendwie nebenbei, sondern da muss investiert werden. Und was dort an Geld, Zeit, Personal und Engagement investiert wird, kann nicht anderweitig investiert oder konsumiert werden.</p>
<p>Mit dem fehlenden Unterbau meine ich nicht das Fundament, das in Christus gelegt ist, sondern das, was wir darauf bauen m&#252;ssen. Da sind nur noch einzelne Elemente &#252;brig, die aber kein stimmiges Ganzes mehr ergeben. So bleibt die Initiation mit Taufe, Erstkommunion und Firmung in den meisten F&#228;llen unvollst&#228;ndig, selbst wenn sie noch vollst&#228;ndig durchlaufen wird, weil das dementsprechende Glaubensleben nicht entwickelt wird.</p>
<p>Ein System funktioniert nur dann, wenn es sich selbst reproduzieren kann. Das ist heute nicht mehr gegeben, deshalb leben wir von der Substanz. Und die ist irgendwann aufgebraucht.</p>
<p>Wir k&#246;nnen durchaus von den amerikanischen Megachurches lernen, zum Beispiel von Pastor Rick Warren und Saddleback, oder von <a href="http://rebuiltparish.com/">Rebuilt Parish</a>. Es geht mehr als oft gedacht.</p>
<p><em>Photo by <a href="https://unsplash.com/photos/Hq1epA93Bj0?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Rob Bates</a> on <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></em></p>
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		<title>Lichtteilchen aus dem Kirchenlabor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin Recke]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Aug 2017 19:36:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ecclesia]]></category>
		<category><![CDATA[Ekklesiolab]]></category>
		<category><![CDATA[wewonder]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein paar wirre Notizen und Links zum Ekklesiolab und dar&#252;ber hinaus. Die Lichtteilchen-Liturgie in der Seminarkirche, und in der Kapelle die trockenen Laudes sowie die Heilige Messe mit den Priestern des Hauses und den beiden Hartkeksen. Die CA7-Kirche. Die Kirche im Singular und mit bestimmtem Artikel. Die Einsicht, dass ich exegetisch nicht hinter „Die Interpretation [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ein paar wirre Notizen und Links zum <a href="http://www.kirchehochzwei.de/cms/content/ekklesiolab-theologie-kirche-und-die-zukunft">Ekklesiolab</a> und dar&#252;ber hinaus.</em></p>
<p>Die <a href="http://lichtteilchen.com/">Lichtteilchen-Liturgie</a> in der Seminarkirche, und in der Kapelle die trockenen Laudes sowie die Heilige Messe mit den Priestern des Hauses und den beiden Hartkeksen. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Confessio_Augustana#Artikel_7:_Von_der_Kirche">CA7-Kirche</a>. Die Kirche im Singular und mit bestimmtem Artikel. Die Einsicht, dass ich exegetisch nicht hinter <a href="http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/pcb_documents/rc_con_cfaith_doc_19930415_interpretazione_ge.html">„Die Interpretation der Bibel in der Kirche“ (1993)</a> zur&#252;ck m&#246;chte.</p>
<p>Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Imagine_(Film)">Film „Imagine“ (2012)</a>. Podcasts von <a href="https://soundcloud.com/maerys/tracks">The little web service</a> bis <a href="http://www.theliturgists.com/podcast/">The Liturgists</a>, Michael Gungor („Beautiful Things“) und <a href="https://robbell.podbean.com/">Rob Bell</a>. <a href="http://www.freakstock.de/">Freakstock</a> und <a href="https://mehrkonferenz.org/">MEHR</a>. Eine <a href="http://www.novaetvetera.de/nova/nova_7.html">Literaturempfehlung</a> zum Lutherjahr, ach was, zur Lutherdekade. <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/The_Young_Pope">The Young Pope</a>.</p>
<p>Ein therapeutischer Aufenthalt in einem Haus, mit dem eine schmerzliche biografische <del datetime="2017-08-06T18:38:35+00:00">Katastrophe</del> <del datetime="2017-08-06T18:38:35+00:00">Niederlage</del> <del datetime="2017-08-06T20:03:17+00:00">Episode</del> Geschichte verbunden ist. <a href="http://shop.echter.de/vom-wandern-und-wundern.html">Ein Buch</a>, das mich nun schon mit <a href="http://commentarium.de/2017/02/wandern-undwundern/">zwei</a> <a href="http://commentarium.de/?s=ekklesiolab">Veranstaltungen</a> verbindet. Eine wunderbare Wander- und Laborgemeinschaft. <a href="https://www.facebook.com/Bienes-Holzwurm-1117816384916288/">Biene&#8217;s Holzwurm</a> und der <a href="https://twitter.com/barmissionar">Barmissionar</a> mit Thekenkompetenz. Wasser vom Himmel, die Innerste gef&#252;llt bis zum Rand, Blaulicht und Martinshorn rund um die Uhr.</p>
<p>Eine Woche voller Leben, Licht, Wasser, Wort und Geist. Deo gratias!</p>
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		<title>Begriffskette</title>
		<link>http://commentarium.de/2017/08/begriffskette/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin Recke]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Aug 2017 12:35:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Catholica]]></category>
		<category><![CDATA[Diaconia]]></category>
		<category><![CDATA[Ecclesia]]></category>
		<category><![CDATA[Produktentwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[Aus einer Diskussion auf Facebook zu einem Beitrag von Christian Hennecke, der seinerseits auf ein Interview bei katholisch.de Bezug nimmt: F&#252;r mich sieht die Begriffskette etwa so aus: Diakonia -> Dienen -> Dienst -> Dienstleistung -> Service -> Produkt. Vielleicht k&#246;nnen wir da noch irgendwo Ministry unterbringen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Aus einer Diskussion auf Facebook zu einem <a href="https://christianhenneckehildesheim.wordpress.com/2017/08/02/brauchen-katholiken-ihre-kirche/">Beitrag von Christian Hennecke</a>, der seinerseits auf ein <a href="http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/wann-katholiken-ihre-kirche-noch-brauchen">Interview bei katholisch.de</a> Bezug nimmt:</p>
<blockquote><p>F&#252;r mich sieht die Begriffskette etwa so aus: <code>Diakonia -> Dienen -> Dienst -> Dienstleistung -> Service -> Produkt.</code></p>
<p>Vielleicht k&#246;nnen wir da noch irgendwo Ministry unterbringen.</p></blockquote>
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		<title>Achtung, Theologieverdacht!</title>
		<link>http://commentarium.de/2017/07/achtung-theologieverdacht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin Recke]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jul 2017 17:54:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theologia]]></category>
		<category><![CDATA[Ekklesiolab]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>
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					<description><![CDATA[Notizen aus dem Ekklesiolab, dritte Lieferung Theologie, die Rede von Gott, manifestiert sich offensichtlich im gesprochenen und geschriebenen Wort. Wo Christliche Theologie sich im Wort manifestiert, ist sie notwendigerweise reflexiv, soweit sich dieses Wort auf den Logos bezieht, der im Anfang war (Joh 1,1). Vermutlich liegt jedoch der gr&#246;&#223;te Teil der real existierenden Theologie gar [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Notizen aus dem <a href="http://www.kirchehochzwei.de/cms/content/ekklesiolab-theologie-kirche-und-die-zukunft">Ekklesiolab</a>, dritte Lieferung</em></p>
<p>Theologie, die Rede von Gott, manifestiert sich offensichtlich im gesprochenen und geschriebenen Wort. Wo Christliche Theologie sich im Wort manifestiert, ist sie notwendigerweise reflexiv, soweit sich dieses Wort auf den Logos bezieht, der im Anfang war (Joh 1,1). Vermutlich liegt jedoch der gr&#246;&#223;te Teil der real existierenden Theologie gar nicht im expliziten Wort vor, sondern manifestiert sich implizit in Strukturen, R&#228;umen, Geb&#228;uden, Gemeinschaften, Zeiten, Sprache, Bildern, Kunst, Musik etc. – das ist der Verdacht. Widmen wir uns also der Beweisaufnahme.</p>
<h2>Beweismittel No. 1: Struktur</h2>
<p> Die kirchliche Hierarchie ist strukturgewordene Theologie. Sie bildet das R&#252;ckgrat des Leibes Christi, der die Kirche ist. Darin, wie die Hierarchie lebt und gelebt wird, manifestiert und ver&#228;ndert sich ein St&#252;ck Theologie.</p>
<h2>Beweismittel No. 2: Raum</h2>
<p> Die Beziehung von Kirche und Raum ist raumgewordene Theologie. Bist&#252;mer, Landeskirchen, Dekanate, Kirchenkreise, Sprengel und Pfarreien sind nicht nur Verwaltungseinheiten, sondern Beziehungsr&#228;ume. Ob sie nach dem Vorbild der Lehnsherrschaft, der B&#252;rokratie oder der Dienstleistung funktionieren, ist ein theologisch schwerwiegender Unterschied. Es ist theologisch gerade nicht egal, ob zwischen Pfarrei (Territorium) und Gemeinde (Versammlung) unterschieden wird oder nicht, ob es Kirchort hei&#223;t oder Gemeinde. Wortungeheuer wie „Seelsorgeeinheit“ transportieren eine (schlechte und wahrscheinlich unreflektierte) Theologie.</p>
<h2>Beweismittel No. 3: Geb&#228;ude</h2>
<p> Kirchen (als Geb&#228;ude) sind gebaute Theologie. In ihnen manifestiert sich neben Zeitgeist und Mode immer auch Theologie. Zun&#228;chst die Theologie der jeweiligen Bauzeit, deren Ausdruck der Bauk&#246;rper selbst und die Erstausstattung sind. Und dann die unterschiedlichen Theologien, die mit jeder Erg&#228;nzung der Ausstattung, jeder Renovierung und jedem Umbau einhergehen. Die <a href="http://commentarium.de/2011/07/seminarkirche-in-hildesheim/">Hildesheimer Seminarkirche</a> ist daf&#252;r ein starkes Exponat.</p>
<h2>Beweismittel No. 4: Gemeinschaft</h2>
<p> Gemeinschaften sind Kommunikation und Beziehung gewordene Theologie. Egal ob sie einer expliziten Regel (Ordensregel, Gesch&#228;ftsordnung) folgen oder implizite Kommunikations- und Beziehungsregeln haben, steckt darin immer eine bestimmte Theologie. Dies gilt f&#252;r jede Gemeinschaft, denn auch eine esoterische oder eine atheistische Theologie ist eine solche. In diesen F&#228;llen ist der theós eben ein esoterischer theós, oder es handelt sich um die Ablehnung des theós und der Rede davon.</p>
<h2>Beweismittel No. 5: Zeit</h2>
<p> Die Unterscheidung heiliger Zeiten von profanen Zeiten ist eine Theologie auf der Zeitachse. Wie R&#228;ume aus dem profanen Bereich herausgenommen und sakralisiert werden k&#246;nnen, so auch bestimmte Zeiten. Gebetszeiten am Tag, der Sonntag als erster Tag der Woche, heilige Festtage, gepr&#228;gte Zeiten wie Fastenzeit und Osterzeit, aber auch die Abwesenheit solcher Zeiten sind Theologie. Die Aufhebung der Trennung zwischen sakralen und profanen Zeiten ist Theologie.</p>
<h2>Beweismittel No. 6: Sprache</h2>
<p> Sprache selbst ist Theologie, auch wenn sie sich nicht explizit auf Gott bezieht. In Sprache sind Annahmen enthalten und Vorentscheidungen getroffen, die enorme theologische Konsequenzen haben. Sprachliche Strukturen spannen einen Raum auf f&#252;r die Rede von Gott und pr&#228;formieren sie.</p>
<h2>Beweismittel No. 7: Bild</h2>
<p> Lange vor dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ikonische_Wende">iconic turn</a> hat Theologie in Bildern gesprochen. Biblische Bilder und Gleichnisse stehen schon am Anfang aller christlichen Theologie, bildliche Darstellungen des Glaubens geh&#246;ren zu den fr&#252;hesten Zeugnissen theologischer Reflexion. Bilder sind wahrscheinlich die einfachste und grundlegendste Form der Theologie.</p>
<h2>Beweismittel No. 8: Kunst</h2>
<p> Die Rede von Gott hat zu allen Zeiten gr&#246;&#223;te Kunst hervorgebracht. Lange bevor der Kunst das Museum als eigener Ort angewiesen wurde, waren Kirchengeb&#228;ude Fokuspunkte f&#252;r das Kunstschaffen der sie tragenden Gemeinschaften. Hier stand Kunst den Menschen aller Schichten offen, selbst wenn sie nicht getauft waren. Kunst in der Kirche war nicht exklusiv den Reichen vorbehalten.</p>
<h2>Beweismittel No. 9: Musik</h2>
<p> Geistliche Musik gleicht einem Gottesbeweis. Der Gregorianische Choral, die H-Moll-Messe von Bach oder die Ges&#228;nge von Jacques Berthier sprechen auf eine Weise von Gott, wie sie sonst vielleicht nur noch in Kunst und Bild m&#246;glich ist – durch ihre pure Existenz.</p>
<h2>Fazit der Beweisaufnahme:</h2>
<p>Die implizite Theologie ist viel umfangreicher als die explizite Theologie. Das Verh&#228;ltnis zwischen beiden gleicht dem Verh&#228;ltnis zwischen &#196;hnlichkeit und Un&#228;hnlichkeit zwischen Sch&#246;pfer und Gesch&#246;pf, wie im Jahre 1215 das Vierte Laterankonzil formuliert hat: </p>
<blockquote><p>„Denn von Sch&#246;pfer und Gesch&#246;pf kann keine &#196;hnlichkeit ausgesagt werden, ohne da&#223; sie eine gr&#246;&#223;ere Un&#228;hnlichkeit zwischen beiden einschl&#246;sse.“</p></blockquote>
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		<title>Kirchliche R&#228;ume und Resonanz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin Recke]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jul 2017 15:39:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ecclesia]]></category>
		<category><![CDATA[Ekklesiolab]]></category>
		<category><![CDATA[Räume]]></category>
		<category><![CDATA[Resonanz]]></category>
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					<description><![CDATA[Notizen aus dem Ekklesiolab, zweite Lieferung Nisi Dóminus ædificáverit domum, * in vanum laboravérunt qui ædíficant eam. Ps 126(127),1 Wir kommen ja aus einer Zeit, in der kirchliche R&#228;ume vor allem durch Geb&#228;ude definiert waren, die wiederum den sie umgebenden Raum definiert haben. In der Gegend, in der ich wohne, hei&#223;en sogar Orte nach ihren [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Notizen aus dem <a href="http://www.kirchehochzwei.de/cms/content/ekklesiolab-theologie-kirche-und-die-zukunft">Ekklesiolab</a>, zweite Lieferung</em></p>
<blockquote><p> Nisi Dóminus ædificáverit domum, * in vanum laboravérunt qui ædíficant eam.<br />
Ps 126(127),1</p></blockquote>
<p>Wir kommen ja aus einer Zeit, in der kirchliche R&#228;ume vor allem durch Geb&#228;ude definiert waren, die wiederum den sie umgebenden Raum definiert haben. In der Gegend, in der ich wohne, hei&#223;en sogar Orte nach ihren Kirchen: Steinkirchen, dort ist die Kirche aus Stein. Neuenkirchen, dort steht die j&#252;ngste und kleinste Kirche. Mittelnkirchen, dort liegt die Mitte zwischen den anderen beiden Orten.</p>
<p>Auch wenn diese Kirchen heute nur noch recht sporadisch genutzt werden, die Identifikation der B&#252;rger mit den Geb&#228;uden ist nach wie vor hoch. Sie sind kulturelle Zeichen und ein Erbe, auf das zu verzichten nicht leicht f&#228;llt. Sie definieren auch noch den s&#228;kularen Raum, den Kulturraum. Ihre Kunstsch&#228;tze und die zum Teil wertvollen Orgeln geh&#246;ren zum Weltkulturerbe, wenn auch (noch) nicht zu dem der UNESCO.</p>
<p>In diesen Geb&#228;uden findet ein geistliches Restprogramm statt, das in seiner r&#228;umlichen Umgebung nur noch schwache Resonanz findet. Es hat einen gewissen musealen Charakter, es belebt die Geb&#228;ude, die andernfalls tats&#228;chlich zu Museen oder gar Gastst&#228;tten, Wohnungen und dergleichen umgenutzt w&#252;rden. Die Signifikanz der Geb&#228;ude w&#252;rde kaum leiden, falls dies eines wahrscheinlich nicht mehr allzu fernen Tages geschehen sollte.</p>
<p>Die Geb&#228;ude sind den Kirchen l&#228;ngst wertvolles Erbe und unertr&#228;gliche Altlast zugleich. Sie binden Ressourcen, Energie und Zeit, die in keinem Verh&#228;ltnis zur tats&#228;chlichen Nutzung stehen. Sie machen uns zu H&#252;tern eines Museums. Nicht zuf&#228;llig greifen Kirchenrenovierungen derzeit h&#228;ufig zu musealen Stilelementen. Je wichtiger das museale Erlebnis wird, desto mehr m&#252;ssen die Geb&#228;ude daraufhin optimiert werden.</p>
<p>Und je mehr die Geb&#228;ude ihre geistliche und sakrale Signifikanz verlieren, desto schwieriger wird es, &#252;berhaupt geistliche und sakrale Signifikanz zu generieren. Die Ressourcen (Geld, Zeit, Personal, Engagement) sind in bestehenden Strukturen gebunden, die kaum noch eine Funktion haben, die &#252;ber den reinen systemischen Selbsterhalt hinausgeht. Und selbst dieser wird zunehmend fraglich, denn nachhaltig ist anders.</p>
<p>Es ist hohe Zeit f&#252;r kirchliche Neugr&#252;ndungen, die nicht von bestehenden Geb&#228;uden ausgehen und sich dem Raum anders als durch die signifikante Kirche im Dorf &#246;ffnen. Die den Raum anders und neu bespielen und sich nicht scheuen, die Kommunikationsmittel der Gegenwart effektiv und effizient zu nutzen, um Resonanz zu erzeugen. Mit dem Buchdruck hat die Kirche das schlie&#223;lich auch getan.</p>
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