<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" standalone="no"?><!--Generated by Site-Server v@build.version@ (http://www.squarespace.com) on Fri, 10 Jul 2026 07:53:37 GMT
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interessiert – Teil 8: Alfredo Stéfano Di Stéfano Laulhé ist ein 
außergewöhnlicher Vertreter seiner Zunft. Bei der FIFA-Wahl zum „Spieler 
des Jahrhunderts“ belegte er den vierten Platz. Franz Beckenbauer (in der 
Liste auf Platz drei) nannte ihn mal den „komplettesten Spieler“.]]></description><content:encoded><![CDATA[<h3 data-rte-preserve-empty="true">11 Fußballer, die man kennen sollte, auch, wenn man sich nicht für Fußball interessiert – Teil 8</h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-large">Alfredo Stéfano Di Stéfano Laulhé ist ein außergewöhnlicher Vertreter seiner Zunft. Bei der FIFA-Wahl zum „Spieler des Jahrhunderts“ belegte er den vierten Platz. Franz Beckenbauer (in der Liste auf Platz drei) nannte ihn mal den „komplettesten Spieler“.</p>


  










  


  
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  <p data-rte-preserve-empty="true">Komplett außergewöhnlich war die Posse um seinen Wechsel nach Spanien Anno 1953: </p><p data-rte-preserve-empty="true">Real Madrid und der FC Barcelona stritten sich um die Dienste des Argentiniers, der schon mit beiden Vereinen handelseinig war. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Letztlich setzte sich der Hauptstadtclub unter bis heute nicht vollständig aufgeklärten Umständen im Transferpoker durch. Ein halbes Jahrhundert später ging eine ähnliche Auseinandersetzung um einen Profi aus Südamerika zugunsten von Barça aus: Neymar wechselte 2013 zu Messi, Xavi &amp; Co., nachdem auch Real Madrid großes Interesse signalisiert hatte.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">Hawkey: <a target="_blank" href="https://amzn.to/4t5BGhq"><strong>Di Stéfano</strong></a> (#Ad/Affiliate-Link) englische Ausgabe</p>


  










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  <p data-rte-preserve-empty="true">Bei Real Madrid bildete Di Stefano mit dem Ungarn Ferenc Puskás ein geniales Sturmduo, das den Mythos vom „Weißen Ballett“ begründete. Zwischen 1956 und 1960 gewann Di Stefano fünfmal hintereinander den Europapokal der Landesmeister (heute: Champions League). Insgesamt wurde er achtmal spanischer Meister. 1957 und 1959 war Di Stefano Europas Fußballer des Jahres.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Länderspiele absolvierte er – auch das ist einzigartig – für drei Nationen: für seine Heimat Argentinien (6), für Kolumbien (4), das Land, in dem er Anfang der 1950er lebte, und für seine Wahlheimat Spanien (31), in der er nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn (1966) noch lange als Trainer wirkte (u.a. bei Real Madrid, aber auch beim FC Valencia). Im Jahr 2000 wurde Di Stefano Ehrenpräsident von Real Madrid, 2008 Ehrenpräsident der UEFA.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Ein letztes ist ebenfalls außergewöhnlich: Di Stefano nahm nie an einer Weltmeisterschaft teil, obwohl er als einer der besten Fußballer aller Zeiten gilt. Und das, obwohl er nicht aus einem fußballerischen Zwergstaat stammt wie seine Schicksalsgenossen Ryan Giggs (Wales), George Best (Nordirland) und George Weah (Liberia). Vielleicht der Preis für sein unstetes Leben zwischen Südamerika und Europa, das ihn zu einem der ersten Fußball-Migranten gemacht hat. 1958 in Schweden war Spanien nicht qualifiziert (Argentinien hingegen schon), 1962 in Chile war zwar Spanien dabei, nicht aber Di Stefano, der verletzungsbedingt ausfiel.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» <a target="_blank" href="https://amzn.to/4dLXUk1"><strong>The Wit and Wisdom of Alfredo Di Stéfano</strong></a> (#Ad/Affiliate-Link), English Edition, kindle Ausgabe</p>


  









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  <h2 data-rte-preserve-empty="true">Fußball ist eine Kunst </h2><p data-rte-preserve-empty="true">– das war das Motto Di Stefanos, der aufgrund von Haarpracht und Spielweise schon als junges Talent bei River Plate Buenos Aires seinen Spitznamen verliehen bekam: <em>La Saeta Rubia</em>, zu deutsch: „Der blonde Pfeil“. Es wäre schön, wenn die Botschaft vom Fußball als Kunstform in den Köpfen und Herzen der Protagonisten bliebe und als kleine Hommage an den großen Ballkünstler auch öfter sichtbar wäre.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Alfredo Di Stefano verstarb 2014 im Alter von 88 Jahren in Madrid. Was blieb, sind seine Erfolge, die eng mit der spanischen Hauptstadt verbunden sind. Darauf angesprochen meinte Di Stefano mal, er sei Stürmer gewesen und eine der Pflichten eines Stürmers sei es nun mal, Tore zu erzielen – das sei alles. 216 waren es in 282 Spielen für Real Madrid. Pflicht erfüllt.</p>]]></content:encoded><media:content height="844" isDefault="true" medium="image" type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775826470326-E86OGHHD8DWM4FQNK940/unsplash-image-GCwmoJYNXno.jpg?format=1500w" width="1500"><media:title type="plain">Alfredo Di Stefano</media:title></media:content></item><item><title>Ab wann ist es sexuelle Belästigung? | Erfahrung</title><category>Philosophie</category><dc:creator>Tamara Niebler (Inkognito-Philosophin)</dc:creator><pubDate>Mon, 06 Jul 2026 05:27:30 +0000</pubDate><link>https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/sexuelle-belaestigung</link><guid isPermaLink="false">5f26f247cb729c57bdf69edc:5f26f3ca510a750ec73011dd:6a478e90247eb95001435375</guid><description><![CDATA[Belästigung lauert nicht nur nachts im dunklen Park. Wenn Männer Frauen 
bedrängen, passiert das oft mitten am helllichten Tag, direkt unter Leuten. 
Doch statt laut zu werden, schweigen wir meistens. Nicht, weil wir nicht 
wütend sind. Sondern weil wir an uns selbst zweifeln: Reagiere ich gerade 
völlig über – oder ist das hier sexuelle Belästigung?]]></description><content:encoded><![CDATA[<p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-large">Belästigung lauert nicht nur nachts im dunklen Park. Wenn Männer Frauen bedrängen, passiert das oft mitten am helllichten Tag, direkt unter Leuten. Doch statt laut zu werden, schweigen wir meistens. Weil wir an uns selbst zweifeln: Reagiere ich gerade völlig über – oder werde ich hier belästigt?</p>


  










  


  
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  <h2 data-rte-preserve-empty="true"><strong>Grenz-überschreitung im öffentlichen Raum</strong></h2><p data-rte-preserve-empty="true">Der Bus ist eigentlich nichts Besonderes. Er gehört zum Alltag, wie Zähneputzen. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Ich kenne die Strecke, die Haltestellen, die Uhrzeiten, die Umgebung. Ich steige ein, setze mich, Kopfhörer drin, Tasche auf dem Sitz neben mir&nbsp;– das alles bildet mein privates Biotop aus Sicherheit im öffentlichen Raum.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Doch da ist dieser Mann.&nbsp;</p><p data-rte-preserve-empty="true">Seit vielen Monaten <strong>drängt er sich auf</strong>, wenn ich ihm begegne. An der Haltestelle geht er jedes Mal ganz nahe an mir vorbei, fast als würde er mich streifen wollen. Dann stellt er sich neben mich. Und jedes Mal der gleiche Satz: „<em>War der Bus schon da?</em>“ Wie eine kaputte Schallplatte. Er will keine Antwort, er will <strong>meine Aufmerksamkeit erzwingen</strong>.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Ich gebe ihm nie eine Reaktion. Keine einzige. Bisher fahre ich am besten damit, wenn ich ihn konsequent ignoriere, Abstand suche und dabei ein todernstes Gesicht mache.&nbsp;</p>


  











  


  
    <html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/B09PFKLPV1?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="PTBS Arbeitsbuch: Ein Tagebuch zum Ausfüllen und Ankreuzen, zur Selbsthilfe und Unterstützung einer Trauma Therapie mit Flashbacks oder Dissoziationen für PTBS Betroffene." target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/41Eo7k80ctL._SL500_.jpg" alt="PTBS Arbeitsbuch: Ein Tagebuch zum Ausfüllen und Ankreuzen, zur Selbsthilfe und Unterstützung einer Trauma Therapie mit Flashbacks oder Dissoziationen für PTBS Betroffene."><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/B09PFKLPV1?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="PTBS Arbeitsbuch: Ein Tagebuch zum Ausfüllen und Ankreuzen, zur Selbsthilfe und Unterstützung einer Trauma Therapie mit Flashbacks oder Dissoziationen für PTBS Betroffene." target="_blank">PTBS Arbeitsbuch: Ein Tagebuch zum Ausfüllen und Ankreuzen, zur Selbsthilfe und Unterstützung einer Trauma Therapie mit Flashbacks oder Dissoziationen für PTBS Betroffene.</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
<html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3608400575?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Bewegen statt Erstarren!: Das Praxisbuch für DBT-Körperskills" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/41LSnS3BylL._SL500_.jpg" alt="Bewegen statt Erstarren!: Das Praxisbuch für DBT-Körperskills"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3608400575?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Bewegen statt Erstarren!: Das Praxisbuch für DBT-Körperskills" target="_blank">Bewegen statt Erstarren!: Das Praxisbuch für DBT-Körperskills</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
  
  








  
  <p data-rte-preserve-empty="true"><strong>Doch seit einiger Zeit</strong> setzt er sich im Bus absichtlich in meine Nähe. Aus den Augenwinkeln nehme ich wahr, wie er mich immer wieder mustert. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Allein dieses Begutachten macht etwas mit mir. Das sind Blicke, die mich auffressen, ohne mich zu berühren. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Mehr erfahren » <a target="_blank" href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/angst-vor-blicken">Der Blick des Anderen</a> (nach Sartre) und » <a target="_blank" href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/leiblichkeit">Leiblichkeit</a>: Körper haben, Leib sein</p><p data-rte-preserve-empty="true">Mein Körper reagiert zuverlässig: Bauchmuskeln und Schultern spannen sich an, mein Herz schlägt schneller. Ich zwinge mich, auf mein Handy zu blicken. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Er soll nicht merken, dass ich ihn bemerke. Sonst interpretiert er das als Einladung. Ich erlebe so etwas schließlich nicht zum ersten Mal. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Offensichtliches Desinteresse funktioniert.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Jedenfalls meistens.</p>


  









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  <h3 data-rte-preserve-empty="true"><strong>3 Warnsignale für Belästigung</strong></h3><p data-rte-preserve-empty="true">Belästigung oder sexuelle Belästigung fangen viel früher an, als viele denken – <span data-text-attribute-id="58f0f654-a9ae-4422-a7c2-36979f9194e1" class="sqsrte-text-highlight">nicht erst bei „handfesten“ Übergriffen</span>. Wir sprechen von Belästigung, wenn jemand deine Grenzen wiederholt missachtet, obwohl du deutlich zeigst, dass du das ablehnst. <strong>Typische Merkmale im Alltag</strong> sind:&nbsp;</p><ul data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true"><strong>Aufgedrängte physische Nähe:</strong> Die Person drängt sich in deinen körperlichen Raum (persönliche Distanzzone), obwohl mehr als genug Platz ist.</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true"><strong>Ignorierte Signale:</strong> Sie spricht dich permanent an, obwohl du schweigst, wegschaust oder deutlich abwehrst.</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true"><strong>Fixierung:</strong> Sie verfolgt dich mit Blicken oder Schritten.</p></li></ul><p data-rte-preserve-empty="true">Evtl. auch interessant für dich » <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/mehrgardt-grenzverletzungen">Grenzüberschreitungen in der Psychotherapie</a></p>


  










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  <h2 data-rte-preserve-empty="true"><strong>Wo Belästigung beginnt</strong></h2><p data-rte-preserve-empty="true">Das letzte Mal kippte es.</p><p data-rte-preserve-empty="true">​Ich stehe wieder an der Haltestelle. Zehn andere Menschen warten mit mir auf den Bus. Ich tippe auf meinem Handy, da geht plötzlich jemand so nah an mir vorbei, dass er mich beinahe berührt. Ich blicke verärgert auf, erkenne ihn und trete einige Schritte beiseite, um Distanz zu gewinnen.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Allein sein Glotzen lässt eine Blockade in mir wachsen. Er macht mich zum <strong>Objekt</strong> – ohne auch nur einen Finger zu rühren.&nbsp;</p><p data-rte-preserve-empty="true">Und wieder beginnt das Spiel: Er quatscht mich von der Seite an. Ich ignoriere, gehe auf Abstand. Mein Gesicht und meine Körpersprache zeigen eiskalte Ablehnung. Meine Gedanken rattern: <em>Muss ich etwas sagen, damit er mich in Ruhe lässt? Sind meine Signale nicht klar genug?</em></p><p data-rte-preserve-empty="true">Als der Bus hält, steige ich bewusst hinten ein, weit weg von ihm. Dort sitzen schon ein paar andere Fahrgäste. Ich suche mir schnell einen Fensterplatz. Meine Tasche blockiert den Sitz neben mir als <strong>sichtbare Barriere</strong>. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Ich atme kurz auf.&nbsp;</p><p data-rte-preserve-empty="true">Und erschrecke. Plötzlich kommt der Mann direkt auf mich zu. Überall sind freie Plätze. Er tut lautstark so, als würde er telefonieren, schiebt sich wie zufällig auf den Sitz neben mich und drängt meine Tasche beiseite.&nbsp;&nbsp;</p><p data-rte-preserve-empty="true"><strong>Mein Raum schrumpft auf ein Nichts</strong>: rechts die kalte Fensterscheibe, an die ich mich presse, links er – viel zu nah.&nbsp;Jetzt kriecht Ekel in mir hoch. Mein Fluchtweg ist versperrt, ich sitze in der Falle. Immer noch erschrocken, drehe ich mich weg und konzentriere mich auf mein Handy, zeige meine Kopfhörer, überlege fieberhaft, was ich jetzt tun soll. </p>


  










  


  
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  <p data-rte-preserve-empty="true">Er spricht mich wieder an. Doch ich schweige eisern.&nbsp;Ich will ihm nicht die geringste Aufmerksamkeit geben, denn das ist ja sein Ziel. <em>Oder reagiere ich hier über? Ist MEIN Verhalten falsch, weil ich nicht sofort laut “Nein” schreie?</em></p><p data-rte-preserve-empty="true">Plötzlich rumpelt sein Bein „zufällig“ gegen meines. Nicht flüchtig oder sanft, sondern so fest, dass ich es bemerken soll, um ihn anzusehen.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Ich höre, wie er sich lachend entschuldigt, doch mir kommt nur ein abfälliges Zischen über die Lippen. Ich ziehe die Schulter abweisend hoch, klammere mich weiter an meine Tasche und drücke mich noch fester gegen das Glasfenster.</p>


  









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  <h3 data-rte-preserve-empty="true"><strong>Belästigend vs. strafbar – Unterscheidung:</strong></h3><p data-rte-preserve-empty="true">Es gibt Verhalten, das <strong>klar belästigend ist, sich bedrohlich anfühlt und psychisch belastet</strong> – so wie in meinem Bus-Beispiel mit aufgedrängter Nähe, Fixierung und „zufälligen“ Berührungen. Nicht jedes dieser Verhaltensmuster ist automatisch strafrechtlich verfolgbar, aber:</p><ul data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true">Es handelt sich trotzdem um einen Übergriff, wenn nonverbale Signale übergangen werden</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true">Du darfst jederzeit Grenzen setzen</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true">Du hast das Recht, jetzt Unterstützung zu holen</p></li></ul>


  










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  <h2 data-rte-preserve-empty="true"><strong>Kein Freeze, sondern strukturelle Blockade</strong></h2><p data-rte-preserve-empty="true">Von außen sitze ich ruhig da, starre aufs Smartphone und höre Musik. Doch in mir tobt ein Krieg. Meine Gedanken brüllen:&nbsp;</p><ul data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true"><em>Steh auf!</em></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true"><em>Sag was!</em></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true"><em>Schieb ihn weg!</em></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true"><em>Bitte die anderen Fahrgäste um Hilfe!</em></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true"><em>Schrei laut: Lassen Sie mich in Ruhe!</em></p></li></ul><p data-rte-preserve-empty="true">Doch ich tue nichts.&nbsp;</p><p data-rte-preserve-empty="true">Nicht, weil mein Körper gelähmt ist, ich erlebe hier kein Trauma-Freeze (der Begriff wird viel zu inflationär für normale Blockaden genutzt), ich fühle mich nicht in Lebensgefahr und ich kann mich bewegen. Aber Kopf und Gefühle feuern aus allen Rohren. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Ich <strong>rechne blitzschnell jede (soziale) Konsequenz durch</strong> und weiß am Ende nicht, was ich tun soll. <em>Was, wenn ich mich täusche? Was, wenn die anderen Fahrgäste sich gegen mich wenden und ihn verteidigen? Was, wenn er aggressiv wird? </em></p><p data-rte-preserve-empty="true">Während mein Kopf verzweifelt nach dem richtigen Ausweg sucht, klebe ich auf diesem verdammten Sitz fest. Er sagt immer wieder etwas, und schaut mich fest an. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Nach unendlichen 10 Minuten muss ich aussteigen. Da platzt der Knoten. Ich stehe auf, er starrt mich nur an und fragt irgendwas. Erst als ich scharf erwidere: „<em>Ich muss jetzt aussteigen!“,</em> macht er Platz. Nachdem ich an ihm vorbei bin, schaffe ich es, meinen Satz herauszubringen: „<em>Und hören Sie endlich auf, mich anzusprechen</em>!“&nbsp;</p><p data-rte-preserve-empty="true">Mit rasendem Herzen steige ich aus. <em>Hat er es kapiert? Haben die anderen Leute im Bus es gehört?</em> Keine Ahnung. Ich weiß nur: Zuvor empfand ich diesen Mann als sehr unangenehm, jetzt fühle ich mich massiv bedrängt und in Gefahr.</p><p data-rte-preserve-empty="true">In mir brennt es lichterloh. Seinetwegen und wegen all der alten Wunden, die er gnadenlos aufreißt. </p>


  









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  <h2 data-rte-preserve-empty="true"><strong>Psychische Folgen</strong></h2><p data-rte-preserve-empty="true">Die Situation und das <strong>Gefühl der Bedrängnis und Gefangenschaft</strong> beschäftigen mich ab diesem Zeitpunkt über viele Wochen. Mental spiele ich immer wieder passende Reaktionen durch.&nbsp;</p><p data-rte-preserve-empty="true">Meine Nächte werden zur Qual. Ich träume nicht direkt von ihm, aber Bildfetzen und <strong>diffuse Unruhe</strong> jagen mich. (Vgl. <a target="_blank" href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/depression-bilder-im-kopf">Intrusionen bei Depressionen</a>) Etwas Bedrohliches kriecht in mir hoch. Ich wache mit flauem Magen auf und habe als Erstes seine Gestalt im Kopf. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Unheimlich, dunkel und viel größer, als er in Wirklichkeit ist. Sofort bin ich wieder gefangen im Bus, eingeklemmt zwischen ihm und der Fensterscheibe. Meine Gedanken rasen: <em>Was, wenn er das nächste Mal wieder an der Haltestelle steht? Was, wenn ich wieder so blockiert bin? Was denken die Leute, wenn ich ihn anschreie? Was, wenn die Leute mir nicht helfen? Was, wenn er mich nicht in Ruhe lässt?</em></p><p data-rte-preserve-empty="true">Im Geist entstehen Katastrophen, die nicht passiert sind und niemals passieren müssen. Ja, hier meldet sich meine PTBS … aber nicht nur sie.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» Beatrice Frasl: <a target="_blank" class="in-cell-link" href="https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1063663763"><strong><u>Patriarchale Belastungsstörung</u></strong></a>. (#Affiliate-Link/Anzeige), Geschlecht, Klasse und Psyche</p>


  









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  <p data-rte-preserve-empty="true">Schlimmer sind diese elendigen Scham- und Schuldgefühle:&nbsp;</p><ul data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true"><em>Warum hast du nicht schon an der Haltestelle reagiert? Ist doch klar, dass sowas passiert, wenn du deine Grenzen nicht klar und verbal verteidigst.</em></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true"><em>Du hättest doch nur laut etwas sagen müssen!&nbsp;Selbst schuld.</em></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true"><em>Warum hast du nicht sofort reagiert und dich umgesetzt?&nbsp;Wäre doch ganz einfach gewesen.</em></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true"><em>Wieso stresst dich das so? Ist doch alles harmlos.</em></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true"><em>Vielleicht hast du das völlig missverstanden und klagst einen Unschuldigen an!</em></p></li></ul>


  









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    <html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3426303159?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Die Erschöpfung der Frauen: Wider die weibliche Verfügbarkeit | »Eine Kampfschrift im besten Sinn.« Süddeutsche Zeitung" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/41uxEaz24+L._SL500_.jpg" alt="Die Erschöpfung der Frauen: Wider die weibliche Verfügbarkeit | »Eine Kampfschrift im besten Sinn.« Süddeutsche Zeitung"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3426303159?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Die Erschöpfung der Frauen: Wider die weibliche Verfügbarkeit | »Eine Kampfschrift im besten Sinn.« Süddeutsche Zeitung" target="_blank">Die Erschöpfung der Frauen: Wider die weibliche Verfügbarkeit | »Eine Kampfschrift im besten Sinn.« Süddeutsche Zeitung</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
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  <h2 data-rte-preserve-empty="true"><strong>Woher kommen internalisierte Schuld &amp; Scham?</strong></h2><p data-rte-preserve-empty="true">Diese Stimme kenne ich gut. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Viele Therapeuten würden an dieser Stelle individualisieren und pathologisieren – also alles nur in mir suchen: Diese Stimme kommt bestimmt von deiner Familie, früheren Erfahrungen, ist ein Täter-Introjekt, Selbst-Aggression, Insuffizienzgefühle usw.&nbsp;</p><p data-rte-preserve-empty="true">Aber dann erklärt mir bitte, warum es so vielen Frauen genauso geht – auch denen, die keine „Vorgeschichte“ mit Gewalt oder Missbrauch haben, nicht unter psychischen Problemen leiden, nicht mit Minderwertigkeitsgefühlen kämpfen. <strong>Wie kann es sein, dass die allermeisten von uns (gesunde wie auch kranke) in solchen Situationen schweigen</strong> und sich anschließend selbst hinterfragen, statt das Verhalten des anderen?</p><p data-rte-preserve-empty="true">Die innere Stimme, die alles kleinredet, klingt verdächtig nach Kommentaren, die alle Frauen überall hören – in Medien, Familie, Freundeskreisen, überhaupt in der <strong>Gesellschaft</strong>. Viele übernehmen Schuld, weil sie gesellschaftliche Vorstellungen von „richtiger Weiblichkeit“ und „richtigem Verhalten“ verinnerlicht haben (angepasst, freundlich, nicht „übertreiben“, nicht hysterisch wirken).&nbsp;</p><p data-rte-preserve-empty="true">Mehr erfahren » <a target="_blank" href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/toxische-weiblichkeit">toxische Weiblichkeit</a>: überholte Rollenbilder und ihre Wirkung</p>


  









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  <h2 data-rte-preserve-empty="true">Warum Frauen so häufig schweigen</h2><p data-rte-preserve-empty="true">Schweigen ist i.&nbsp;d.&nbsp;R. eine Schutzreaktion. Viele Betroffene berichten von Scham, Angst, Unsicherheit und dem Gefühl von Kontrollverlust; hinzu kommt ein <strong>realistisches Abwägen</strong>: Wer glaubt, dass die eigene Beschwerde keine Konsequenzen hat, dass man ausgelacht wird oder die Situation eskaliert, schweigt eher. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Das ist besonders plausibel, wenn Täter sozial überlegen sind, wenn der Übergriff im Alltag passiert oder wenn man auf Hilfe aus dem Umfeld nicht vertraut. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Der <strong>zentrale Perspektivwechsel</strong> lautet: Nicht die Betroffenen haben versäumt, ihre Grenzen zu zeigen, sondern das Umfeld und die sozialen Normen machen es den Tätern zu leicht.</p>


  










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  <h2 data-rte-preserve-empty="true"><strong>Victim Blaming ist, wenn andere dein Erleben kleinreden</strong></h2><p data-rte-preserve-empty="true">Die gesellschaftliche Stimme ist sehr überzeugend. Insbesondere, weil sie starke Verbündete hat. Als ich einer Freundin vor ein paar Wochen erzählte, dass ich mich von diesem Typ bedrängt fühle, fiel ein Satz, der unfassbar viel über unsere Gesellschaft aussagt: <em>„Das passiert dir aber oft mit diesen komischen Typen.</em>“</p><p data-rte-preserve-empty="true">Fehlt nur noch: Hattest du einen kurzen Rock an? Vielleicht bist du selbst schuld, weil du diese Art von Männern unterbewusst anziehst?</p><p data-rte-preserve-empty="true">Es stimmt, ich werde immer wieder mal angesprochen. Von völlig normalen wie auch seltsamen Typen. Das macht mir aber in der Regel keine Angst. Und in den allermeisten Fällen rückt mir keiner unangenehm auf die Pelle und übergeht meine Signale.</p><p data-rte-preserve-empty="true"><em>Ist das also nur meine Angst oder PTBS? Sehe ich Gespenster? </em></p><p data-rte-preserve-empty="true">Nein. Meine Geschichte erklärt, warum ich stärker blockiert bin als andere. Sie erklärt, warum die Situation, Ängste in mir auslöst, die mich über lange Zeit nicht mehr loslassen.<strong> Aber sie erfindet nicht</strong>, dass mich der Mann pausenlos anquatscht. Mich anstarrt, mich im Bus verfolgt. Sie erfindet nicht, dass er mir zu nahekommt und meine Grenzen einreißt.&nbsp;</p><p data-rte-preserve-empty="true">Der Satz meiner Freundin ist fast schon übergriffiger als der Typ selbst. Denn er nährt die <strong>falschen Selbstzweifel</strong>. Plötzlich ist nicht der Mann das Problem, sondern ich! Meine Wahrnehmung, mein Körper, meine Geschichte.&nbsp;</p><p data-rte-preserve-empty="true">Und irgendwo dazwischen versuche ich, mir selbst zu glauben.</p>


  









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  <p data-rte-preserve-empty="true">Doch die Fakten zeigen klar: Mein Erlebnis ist <strong>kein Einzelfall</strong>. Es gehört zum Alltag vieler Frauen.</p>


  









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  <h2 data-rte-preserve-empty="true"><strong>Wie verbreitet ist sexuelle Belästigung in Deutschland?</strong></h2><ul data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true">60 % der Frauen (mehr als <strong>jede 2. Frau</strong>!) erleben ab ihrem 15. Lebensjahr sexuelle Belästigungen. (1)&nbsp;</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true">73 % begegnen Tätern direkt im öffentlichen Raum – an Haltestellen, auf Straßen, auf der Arbeit etc. (2)&nbsp;</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true">Gleichzeitig zeigen Betroffene über 80 % dieser Vorfälle nie an. Sie schweigen, weil sie fürchten, dass <strong>niemand ihnen glaubt</strong> oder die Polizei <strong>nichts unternimmt</strong> (3).</p></li></ul>


  










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  <h2 data-rte-preserve-empty="true"><strong>Kontrolle zurückholen</strong></h2><p data-rte-preserve-empty="true"><strong>Erster Schritt</strong>: Ich fresse das nicht in mich hinein, sondern weihe meine Familie ein. Mein Mann und mein Schwiegervater fassen sofort den Plan, beim nächsten Mal mit mir an dieser Bushaltestelle zu stehen.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Genau diese praktische Hilfe brauche ich! Keine Belehrungen darüber, ich solle doch mal Grenzen ziehen (wer das zu mir sagt, kennt mich ohnehin schlecht!), sondern Menschen, die sich neben mich stellen und dem Typen glasklar sagen, dass es reicht. </p><p data-rte-preserve-empty="true"><strong>Zweiter Schritt</strong>: Nur, wenn andere eingreifen, rettet mich das nicht, sobald innerlich alle Alarmglocken schrillen. Ich musste mir selbst wieder mal die Gewissheit erarbeiten, dass ich nicht übertrieben fühle und reagiere. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Darum schreibe ich das hier. Ich banne die Szene aus meinem Kopf aufs Papier. Ich seziere, was vorgefallen ist, und gewinne wieder Abstand. Dieser Mann reißt meine persönlichen Grenzen ein – also nehme ich die Geschichte ab jetzt selbst in die Hand und erobere mir <strong>meinen Raum</strong> zurück.</p>


  









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  <h2 data-rte-preserve-empty="true"><strong>Fazit: Belästigung braucht keine Übergriffe</strong></h2><p data-rte-preserve-empty="true">Das reicht aber noch nicht, es braucht einen <strong>dritten Schritt</strong>, damit ich mit dem Vorfall abschließen kann: Ich muss selbst aktiv werden. Ich möchte nicht, dass andere das Problem für mich lösen, solange ich meine Stimme nicht selbst erhoben habe. Schließlich bin ich oft genug alleine unterwegs.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Das nächste Mal bin ich vorbereitet. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Ich werde laut sein.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Noch viel wichtiger: Selbst wenn ich es nicht auf Anhieb schaffen sollte, verbal und körperlich meine Grenzen zu verteidigen, ist nicht meine Reaktion das Problem, sondern das Verhalten dieses Mannes.</p>


  









<hr />

  
  <p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small"><strong>Quellen</strong>:</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">1) Europäische Agentur für Grundrechte (FRA): „Gewalt gegen Frauen“<br>2) Plan International. 2021 „Sicher in der Stadt?“&nbsp;<br>3) Bundeskriminalamt (BKA).&nbsp;<br>4) Studie „LeSuBiA“ (Februar 2026)&nbsp;<br>5) Antidiskriminierungsstelle des Bundes: Warum der Schutz vor sexueller Belästigung im AGG verbessert werden muss (2026-02)</p>]]></content:encoded><media:content height="360" isDefault="true" medium="image" type="image/png" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/d7aaf981-348a-490e-b355-2f9b9cfb7612/Ab-wann-sexuelle-belaestigung.png?format=1500w" width="480"><media:title type="plain">Ab wann ist es sexuelle Belästigung? | Erfahrung</media:title></media:content></item><item><title>Paulo Moacyr Barbosa Nascimento</title><dc:creator>Dr. phil. Josef Bordat</dc:creator><pubDate>Sun, 05 Jul 2026 05:52:27 +0000</pubDate><link>https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/barbosa-nascimento</link><guid isPermaLink="false">5f26f247cb729c57bdf69edc:5f26f3ca510a750ec73011dd:69d8f2885afc6468a5edbbbc</guid><description><![CDATA[11 Fußballer, die man kennen sollte, auch, wenn man sich nicht für Fußball 
interessiert – Teil 7: So wie ein einziger Schuss einen Spieler für immer 
zum Volkshelden machen kann, so kann ein einziger Schuss des Gegners einen 
Spieler für immer zum Buhmann stempeln, wenn er denn Torwart ist und jenen 
Schuss nicht parieren kann. So wie Paulo Moacyr Barbosa Nascimento.]]></description><content:encoded><![CDATA[<h3 data-rte-preserve-empty="true">11 Fußballer, die man kennen sollte, auch, wenn man sich nicht für Fußball interessiert – Teil 7:</h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-large">So wie ein einziger Schuss einen Spieler für immer zum Volkshelden machen kann, so kann ein einziger Schuss des Gegners einen Spieler für immer zum Buhmann stempeln, wenn er denn Torwart ist und jenen Schuss nicht parieren kann. So wie Paulo Moacyr Barbosa Nascimento.</p>


  










  


  
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  <p data-rte-preserve-empty="true">Der Schuss kommt am 16. Juli 1950 auf sein Tor, kurz vor dem Abpfiff. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Es ist das 2:1, der Siegtreffer für den Gegner. Und es ist nicht irgendein Spiel, sondern eines der größten Spiele aller Zeiten, das letzte und entscheidende Spiel der Finalrunde bei der Weltmeisterschaft 1950 im (alten) Maracanã-Stadion vor 173.850 Zuschauern – die meisten in der WM-Geschichte. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Gastgeber Brasilien gegen Uruguay. Uruguay gewinnt, wird zum zweiten Mal Weltmeister. Brasilien muss noch acht Jahre auf den ersten Titel warten.</p>


  










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  <h2 data-rte-preserve-empty="true">Es war eine nationale Tragödie</h2><p data-rte-preserve-empty="true">Ähnlich vielleicht wie das 1:7 im Halbfinale 2014 gegen Deutschland, den späteren Weltmeister. Aber eigentlich noch schlimmer, denn damals hatte Brasilien noch keine WM gewonnen, heute immerhin schon fünf an der Zahl. Egal, was passiert, man bleibt die Nummer eins der Welt, das war die Ausgangslage 2014. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Im Jahre 1950 war die Sehnsucht nach dem ersten Titel indes groß.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Trotz der insgesamt zehn Gegentore im Halbfinale und im Spiel um Platz 3 (das 0:3 gegen die Niederlande verloren ging) bei der Heim-WM 2014, können sich Abwehr und Torwart der aktuellen Generation überall sehen lassen. Anders Barbosa. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Ihm hat man das eine Tor nie verziehen, das sicherlich nicht unhaltbar war. Er stirbt im Jahre 2000 – mit seinen Landsleuten unversöhnt.</p>


  









&nbsp;
  
  <p data-rte-preserve-empty="true">Kurz vor seinem Tod sagte er in einem Interview: „In Brasilien sieht das Gesetz 30 Jahre Haft für einen Mord vor. Es ist weit mehr als diese Zeit seit dem Finale von 1950 vergangen, und ich fühle mich noch immer eingekerkert, die Menschen sehen in mir immer noch den Schuldigen für unsere Niederlage“.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Wer ein solch schweres Schicksal zu tragen hat, wird für die Kunst interessant. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Es gibt einen Kurzfilm der brasilianischen Regisseure Ana Luiza Azevedo und Jorge Furtado aus dem Jahre 1988 über den Unglückskeeper, der auch in dem Roman <em>Brasyl</em> von Ian McDonald (2007) eine tragende Rolle spielt. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Barbosas tragische Lebensgeschichte ist auch Thema des Romans <em>Die letzte Parade von Moacyr Barbosa</em> von Darwin Pastorin (2005). </p><p data-rte-preserve-empty="true">Später Ruhm für den Verachteten.</p>]]></content:encoded><media:content height="2250" isDefault="true" medium="image" type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775826091482-RYOGD0357JV4BMIQGVUK/unsplash-image-Bwf3_ja1hy0.jpg?format=1500w" width="1500"><media:title type="plain">Paulo Moacyr Barbosa Nascimento</media:title></media:content></item><item><title>Selbstoptimierung - oder Selbstausbeutung?</title><category>Psychotherapie</category><dc:creator>Dr. phil. Michael Mehrgardt</dc:creator><pubDate>Sat, 04 Jul 2026 06:00:24 +0000</pubDate><link>https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/selbstoptimierung-oder-selbstausbeutung</link><guid isPermaLink="false">5f26f247cb729c57bdf69edc:5f26f3ca510a750ec73011dd:6a2fa8a6f99b21027d60a6e9</guid><description><![CDATA[Selbstoptimierung - oder Selbstausbeutung?

Viele Menschen haben Angst, nicht ok zu sein. Sie beginnen, sich mit 
anderen zu vergleichen, bis sie schließlich merken, dass etwas mit ihnen 
nicht stimmt.
Auf social media erfahren sie dann, dass es anderen ähnlich geht und dass 
ihr Leiden einen Namen hat, sprich: dass es dafür eine Diagnose gibt.

Aber Vorsicht! Auf diese Weise werden immer mehr normale Phänomene 
pathologisiert, und es entstehen immer neue Krankheiten - diesen Vorgang 
nennt man Looping.
Ich erkläre dir, warum dieser Weg eine Sackgasse ist und dass es einen 
besseren Ausweg gibt, wenn du dich nicht ok findest: Selbstaffirmation!]]></description><content:encoded><![CDATA[<img src="https://vg06.met.vgwort.de/na/11958354a9fb4151a8f307d5088284f9" width="1" height="1" alt="">
  
  







  
  <h2 data-rte-preserve-empty="true">Bin ich wirklich nicht ok??</h2>


  









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              <img data-stretch="false" data-image="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1a467beb-4772-4963-8744-63bd6c25b0c1/25-03-Karte-CanvaMM-Erfahrungen.jpg" data-image-dimensions="722x722" data-image-focal-point="0.5,0.5" alt="" data-load="false" elementtiming="system-image-block" data-sqsp-image-classic-block-image src="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1a467beb-4772-4963-8744-63bd6c25b0c1/25-03-Karte-CanvaMM-Erfahrungen.jpg?format=1000w" width="722" height="722" sizes="(max-width: 640px) 100vw, (max-width: 767px) 100vw, 100vw" onload="this.classList.add(&quot;loaded&quot;)" srcset="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1a467beb-4772-4963-8744-63bd6c25b0c1/25-03-Karte-CanvaMM-Erfahrungen.jpg?format=100w 100w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1a467beb-4772-4963-8744-63bd6c25b0c1/25-03-Karte-CanvaMM-Erfahrungen.jpg?format=300w 300w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1a467beb-4772-4963-8744-63bd6c25b0c1/25-03-Karte-CanvaMM-Erfahrungen.jpg?format=500w 500w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1a467beb-4772-4963-8744-63bd6c25b0c1/25-03-Karte-CanvaMM-Erfahrungen.jpg?format=750w 750w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1a467beb-4772-4963-8744-63bd6c25b0c1/25-03-Karte-CanvaMM-Erfahrungen.jpg?format=1000w 1000w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1a467beb-4772-4963-8744-63bd6c25b0c1/25-03-Karte-CanvaMM-Erfahrungen.jpg?format=1500w 1500w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1a467beb-4772-4963-8744-63bd6c25b0c1/25-03-Karte-CanvaMM-Erfahrungen.jpg?format=2500w 2500w" loading="lazy" decoding="async" data-loader="sqs">

              
            
          
            
          

        

        
          
          <figcaption data-width-ratio class="image-card-wrapper">
            

              
                <p class=""><strong><em>Ich bin ok - ich bin nicht ok - ich bin ok - ich bin nicht ok - ich bin …</em></strong></p>
              

              
                <p class="">Hast du auch den Eindruck, dass du irgendwie nicht richtig bist? Vergleichst du dich mit anderen? Suchst du auf social media nach Antworten? Und hast du jetzt endlich die passende Diagnose gefunden, die alles erklärt? – Aber Vorsicht: </p><p class=""><strong>Du zahlst einen Preis dafür!</strong> </p>
              

              

            
          </figcaption>
        

      </figure>

    

  


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  <p data-rte-preserve-empty="true"><strong>In den sozialen Medien</strong></p><p data-rte-preserve-empty="true">gibt es unendlich viele Personen, die angeblich genau wissen, was dir gut tut. Sie geben dir Anleitungen, wie du selbstbewusst, attraktiv, beliebt und erfolgreich sein kannst - Du musst einfach nur:</p><p data-rte-preserve-empty="true"><em>abnehmen, täglich trainieren, deine Lippen aufspritzen und Fett absaugen lassen, täglich auf deine Wangenknochen einschlagen (damit sie stärker hervortreten!), Proteine futtern, richtiges Englisch lernen, Shots trinken, positiv denken …</em></p><p data-rte-preserve-empty="true"><strong>Glaube mir: Das ist eine Falle!</strong></p><p data-rte-preserve-empty="true">Folge mir für einen Moment und finde eine bessere Alternative!</p>


  










&nbsp;
  
  
<h3 data-rte-preserve-empty="true"><span class="sqsrte-text-color--custom">Was sagt die Philosophie?</span></h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Der südkoreanisch-deutsche Philosoph<strong> Byung-Chul Han</strong><br>schreibt, dass in unserer heutigen Gesellschaft nur noch Effizienz und Vermarktungszwang eines Jeden zähle. <br>Folgen seien Sinnleere, Müdigkeit und Depression. Unter dem Deckmantel der Erzählungen von <em>Freiheit</em> und <em>Individualismus</em> verwandle sich die kapitalistische Ausbeutung der Arbeitenden zunehmend in eine scheinbar freiwillige Selbstausbeutung, die sich als <em>Selbstoptimierung</em> tarnt.<br></p><h3 data-rte-preserve-empty="true">Warum bin ich, wie ich bin?</h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Immer wieder stellst du fest, dass du im Vergleich zu anderen Menschen nicht richtig funktionierst, dass dir alles viel schwerer fällt! Was anderen leicht von der Hand zu gehen scheint, ist für dich unendlich schwer. <br>Die Vergleiche mit anderen nehmen zu und fallen immer negativer aus: Schließlich merkst du, dass du nicht ok bist, dass du nicht der Norm entsprichst.</p><blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><strong>Du gerätst in eine Spirale der Selbstabwertung! Du suchst Hilfe!</strong><br></p></blockquote><h3 data-rte-preserve-empty="true">Social Media hilft – hilft Social Media??</h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">All deine vermeintlichen Mängel und Unzulänglichkeiten erzeugen großes Leid und ungeheuren Druck in dir. Also fängst du an, bei Google, Tiktok &amp; Co nach Posts von Leuten zu suchen, denen es genauso geht wie dir. Du stößt auf Erfahrungsberichte, in denen du dich wiederfindest – und schließlich taucht ein Begriff auf, der deinem ganzen Leiden einen Namen gibt. <br></p><h3 data-rte-preserve-empty="true">Du findest eine passende Diagnose </h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><em>Das passt ja genau auf mich</em>, denkst du! Du beginnst dich zu fragen, ob du vielleicht auch unter ADHS, hochfunktionaler Angst/ Depression oder Hochsensibilität leidest! Sofort fühlst du dich entlastet, endlich kannst du dir und anderen dein Versagen und dein Sosein erklären! Du bist rehabilitiert: Du kannst ja überhaupt nichts dafür! </p><blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Also weißt du jetzt, dass dein Leiden einen Namen hat!</p></blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Außerdem gibt es andere Leute mit genau denselben Symptomen. Es sind gar nicht so wenige. Leute, die genauso sind wie du. </p><blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Also bist du nicht allein!</p></blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Und diese Leute kennen sich aus. Sie haben Erfahrungen, von denen du lernen kannst. Sie wissen, welche Wege in der Sackgassen enden und welche erfolgversprechend sind.</p><blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Es gibt also Hoffnung. <br></p></blockquote><h3 data-rte-preserve-empty="true">Die Diagnose hat 2 Seiten</h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Aber irgendwann merkst du, dass das ganze zwei Seiten hat. Es gibt auch einen Haken, du zahlst einen Preis für deine neue Zugehörigkeit und Hoffnung. Sicherlich: Einerseits spürst du vielleicht eine große </p><ul data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><strong>Entlastung:</strong><br>Du weißt jetzt: <em>Es ist eine Krankheit, die jeden treffen kann. Ich kann mich jetzt akzeptieren, wie ich bin. Ich kann nichts dafür, wie ich bin!</em></p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Andererseits erlebst du zunehmend auch die andere Seite der Medaille, eine</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><strong>Stigmatisierung:</strong><br>Du erlebst auch den mitleidigen Blick, das Naserümpfen oder die Ungläubigkeit anderer. Du weißt jetzt ebenso: <em>Ich muss einen Preis dafür zahlen: Ich habe jetzt eine Diagnose, die besagt: Ich bin nicht normgerecht! Also bin ich offenbar schlechter, schwächer, weniger leistungsfähig als andere - und kein vollwertiges Mitglied unserer Gesellschaft!</em><br></p></li></ul><h3 data-rte-preserve-empty="true">Loopings* rollen auf uns zu</h3><h4 data-rte-preserve-empty="true">Loopings sind eine Art soziale „Ansteckung“</h4><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Es sind selbstbestätigende Rückkopplungs-Schleifen. Sie führen dazu, dass vormals normale Verhaltens- und Erlebensweisen nunmehr als krankheitswertig bezeichnet werden und dass sogar ganz neue Krankheitsbilder entstehen. Diese erweiterten Krankheitskategorien können auf unterschiedliche Weise zustande kommen, und zwar durch </p><ul data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Interaktion zwischen Betroffenen, zB in social media-Posts: <strong>Looping I</strong></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraph">Interaktion zwischen Therapeutinnen untereinander: <strong>Looping II</strong></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraph">Interaktion zwischen Betroffenen und Therapeuten: <strong>Looping III</strong></p></li></ul>
<blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">* Zu <em>Looping </em>vgl.: Padberg, Thorsten, 2025: Die Macht der Diagnosen. Looping-Effekte und die Folgen für die Psychopathologie. Psychotherapeutenjournal, 1, 4-11. </p></blockquote>
<h4 data-rte-preserve-empty="true"><br>Neue Normen und Bewertungs-Maßstäbe entstehen</h4><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Infolge dieser “Ansteckungen” bei digitalen und analogen Treffen von Leuten,   zwischen Fachleuten im kollegialen Austausch oder in den therapeutischen und ärztlichen Praxen werden ganz neue Krankheitsbilder und Diagnose-Kriterien generiert. Man unterscheidet zwischen horizontalen und vertikalen Loopings:</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><strong>a)&nbsp; Horizontale Loopings</strong><br>bezeichnen einen Vorgang, der in Studien von Nicolas Haslam* als <em>concept creep</em> bezeichnet wird.</p><blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small"><em>*Haslam, Nicolas, 2016: Concept creep: Psychology’s expanding concepts of harm and pathology. Psychological Inquiry, 27 (1), 1-17.</em></p></blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Das bedeutet, dass sich Klassifikations-Kataloge psychiatrischer Erkrankungen (wie DSM oder ICD-11) immer neue menschliche Phänomene als krankheitswertig “einverleiben” und in spätere Ausgaben aufnehmen, die zuvor nicht als Krankheiten galten, zB: </p><blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><em>Schlafstörungen, Substanzmissbrauch, Verhaltenssüchte, Bulimie, Tourette oder Anorgasmie, ADHS, amotivationales Syndrom („Null Bock“)</em></p></blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraph"><strong>b) Vertikale Loopings </strong><br>liegen dann vor, wenn immer leichtere Symptom-Ausprägungen oder zuvor als normale Lebenskrisen angesehene Zustände als krankheitswertig definiert werden, zB:</p><blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraph"><em>Früher galt Trauer mit einer Dauer von über 2 Jahren als pathologisch, heute reichen schon etwas mehr als 2 Wochen, um von einer Erkrankung zu sprechen.</em></p></blockquote><h4 data-rte-preserve-empty="true">Das sind die Folgen</h4><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Statt dich gegen soziale und pathologische (Selbst-) Bewertungen und Optimierungszwänge zur Wehr zu setzen, bezeichnest du dich selbst als nicht der Norm entsprechend und schreibst dein fehlerhaftes Sosein fest.<br></p><h3 data-rte-preserve-empty="true">Lösungen</h3><h4 data-rte-preserve-empty="true">Selbstaffirmation statt Selbstoptimierung!</h4><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Diese Selbstoptimierungs-Strategien scheitern nahezu immer: </p><ul data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><em>Entweder </em>man schafft die selbstauferlegte Optimierung nicht - und fühlt sich schlecht. </p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><em>Oder </em>man hat das Ziel tatsächlich erreicht - die Lippen sind dicker, der Bauch dünner, die Falten gestrafft, die Wangenknochen exotischer - und fühlt sich noch schlechter! </p></li></ul><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><strong>Erklärung: </strong>Die Optimierung solcher Attribute bringt für Selbstbewusstsein, Selbstzufriedenheit und Selbstsicherheit gar nichts! Sobald nämlich ein Attribut verbessert wurde, drängt sich die nächste Unperfektheit in den Vordergrund. </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><strong>Wirklich nachhaltig</strong> - und auch viel beeindruckender - ist es, wenn ein Mensch lernt, sein Sosein zu akzeptieren und zu lieben; denn lieben kann man nur, was man nicht verändern will! </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><strong>Verborgene Stärken:</strong> Manchmal entdeckt man sogar, dass “hinter” dem vermeintlichen Defizit eine wahre Stärke verborgen war, die sich dem Betreffenden erst jetzt, da er sich so mag, wie er ist, zeigt.</p><h4 data-rte-preserve-empty="true">Was du stattdessen für dich tun kannst</h4><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraph">Du kannst dich zB fragen, welche erlernten oder “geschluckten” Überzeugungen dafür verantwortlich sind, dass du mit dir so unzufrieden bist:</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraph"><strong>a)&nbsp; Introjekte: </strong>Lerne, deine Introjekte (verinnerlichte Normen, Gebote, Verbote, Regeln, Glaubenssätze …) kennen. Lerne, sie zu hinterfragen. Verabschiede dichvon denjenigen, die dich krank machen! </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraph">Dazu kannst du dir anschauen, was ich über <strong><em>Introjekte </em></strong>veröffentlicht habe: <br><a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/mehrgardt-auswege-depressionen#2">https://www.die-inkognito-philosophin.de/mehrgardt-auswege-depressionen#2</a></p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraph"><strong>b) Selbstunzufriedenheit:</strong> Lerne, dass deine Selbstoptimierungen auf deiner Unzufriedenheit mit dir selbst beruhen. Lerne zu erkennen, dass deine Optimierungsversuche Selbstabwertungen und letztlich Selbstverletzungen sind. Lerne, wie du den “Spieß”, den du gegen dich selbst richtest, (wieder) nach außen zu wenden!</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraph">Schaue dir also meine Beiträge über <strong><em>Retroflexionen</em></strong>an und lerne zu erkennen,was wir uns so alles selbst antun: <br><a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/mehrgardt-auswege-depressionen#3">https://www.die-inkognito-philosophin.de/mehrgardt-auswege-depressionen#3</a></p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraph"><strong>c)&nbsp;Psychotherapie:</strong> Leider ist die heutige Psychotherapie dabei keine große Hilfe, weil sie nämlich den Blick ebenfalls eher auf die Fehlerhaftigkeit der Hilfesuchenden richtet und gesellschaftliche Bedingungen aus dem Blick verliert! Unter dem Titel <em>Die vergessene Gesellschaft</em> kannst du mehr über meine <strong>Kritik an der heutigen Psychotherapie</strong> erfahren: <br><a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/mehrgardt-sackgassen#kritik4">https://www.die-inkognito-philosophin.de/mehrgardt-sackgassen#kritik4</a></p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><br><em>War mein Beitrag für dich hilfreich? Dann würde ich mich freuen, wenn du ihn</em></p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><em>* likest</em></p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><em>* teilst</em></p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><em>* kommentierst</em></p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><em>* meinen Kanal abonnierst.</em></p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><em>Danke!</em></p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal is-empty"><br><br></p>]]></content:encoded><media:content height="424" isDefault="true" medium="image" type="image/png" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1740838649626-LM2ZSXDSHVJYGSVUPOZG/23-10-21aMindrFrei.png?format=1500w" width="424"><media:title type="plain">Selbstoptimierung - oder Selbstausbeutung?</media:title></media:content></item><item><title>Kann jeder mit KI gute Texte schreiben?</title><category>Philosophie</category><dc:creator>Tamara Niebler (Inkognito-Philosophin)</dc:creator><pubDate>Wed, 01 Jul 2026 05:57:21 +0000</pubDate><link>https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/kann-jeder-mit-ki-schreiben</link><guid isPermaLink="false">5f26f247cb729c57bdf69edc:5f26f3ca510a750ec73011dd:69da0cee35751f0597b6b1b0</guid><description><![CDATA[Können jetzt alle „gute“ Texte mit KI schreiben? Wenn du unter „schreiben“ 
so etwas wie „produzieren“ verstehst, dann lautet die Antwort: Ja. Wenn du 
damit meinst, ob jede:r gute, hochwertige Inhalte mit Mehrwert kreieren 
kann: Nein. Denn das entscheidet immer noch dein Kopf!]]></description><content:encoded><![CDATA[<p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-large">Können jetzt alle „gute“ Texte mit KI schreiben? Wenn du unter „schreiben“ so etwas wie „produzieren“ verstehst, dann lautet die Antwort: Ja. Wenn du damit meinst, ob jede:r gute, hochwertige Inhalte mit Mehrwert kreieren kann: Nein. Denn das entscheidet immer noch dein Kopf!</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small"><em>Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem SEO Philosophie-Blog www.loewentext-seo.de/blog</em></p>


  










  


  
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                <img data-stretch="false" data-image="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/f3bf8d95-dcaa-4623-b2d3-eb607ad9c2ec/Kann+jeder+mit+KI+gute+Texte+schreiben%3F.jpg" data-image-dimensions="643x668" data-image-focal-point="0.5,0.5" alt="" data-load="false" elementtiming="system-image-block" data-sqsp-image-classic-block-image src="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/f3bf8d95-dcaa-4623-b2d3-eb607ad9c2ec/Kann+jeder+mit+KI+gute+Texte+schreiben%3F.jpg?format=1000w" width="643" height="668" sizes="(max-width: 640px) 100vw, (max-width: 767px) 100vw, 100vw" onload="this.classList.add(&quot;loaded&quot;)" srcset="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/f3bf8d95-dcaa-4623-b2d3-eb607ad9c2ec/Kann+jeder+mit+KI+gute+Texte+schreiben%3F.jpg?format=100w 100w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/f3bf8d95-dcaa-4623-b2d3-eb607ad9c2ec/Kann+jeder+mit+KI+gute+Texte+schreiben%3F.jpg?format=300w 300w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/f3bf8d95-dcaa-4623-b2d3-eb607ad9c2ec/Kann+jeder+mit+KI+gute+Texte+schreiben%3F.jpg?format=500w 500w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/f3bf8d95-dcaa-4623-b2d3-eb607ad9c2ec/Kann+jeder+mit+KI+gute+Texte+schreiben%3F.jpg?format=750w 750w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/f3bf8d95-dcaa-4623-b2d3-eb607ad9c2ec/Kann+jeder+mit+KI+gute+Texte+schreiben%3F.jpg?format=1000w 1000w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/f3bf8d95-dcaa-4623-b2d3-eb607ad9c2ec/Kann+jeder+mit+KI+gute+Texte+schreiben%3F.jpg?format=1500w 1500w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/f3bf8d95-dcaa-4623-b2d3-eb607ad9c2ec/Kann+jeder+mit+KI+gute+Texte+schreiben%3F.jpg?format=2500w 2500w" loading="lazy" decoding="async" data-loader="sqs">

            
          
        
          
        

        
      
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  <h2 data-rte-preserve-empty="true">KI erstellt Content, aber keine Qualität</h2><p data-rte-preserve-empty="true" class="">KI-Tools spucken per Klick Texte aus, für die du früher Stunden gebraucht hättest. Grammatik sitzt, die Sätze fließen, das Ganze liest sich vermeintlich „professionell“.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Und trotzdem merkst du beim Lesen: Da fehlt was – da ist nichts drin.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Kein Gedanke, der hängen bleibt.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Kein Satz, der überrascht.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Kein wirklicher Mehrwert.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Genau hier liegt der Haken bei KI-generierten Texten: Eine Künstliche Intelligenz ist nicht darauf trainiert, „genial“ zu schreiben, sondern „wahrscheinlich“. Sie berechnet das nächste passende Wort und <strong>landet damit zwangsläufig im Mittelmaß.</strong></p>


  










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  <h3 data-rte-preserve-empty="true"><strong>Seelenlose KI-Texte sind der Standard</strong></h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-large">Ohne dein <strong>Urteilsvermögen</strong> und ohne dein eigenes Textgefühl bekommst du Texte, die formal okay sind, aber geistig leer. Ein hübsch verpacktes Nichts.</p>


  










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  <h2 data-rte-preserve-empty="true">Das Mittelmaß-Paradoxon</h2><h3 data-rte-preserve-empty="true">Warum KI nicht aus sich heraus glänzt</h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="">KI ist auf Durchschnitt trainiert. Das ist wichtig, um ein akzeptables Text-Niveau zu erhalten. Doch Durchschnitt ist per Definition nicht herausragend, nicht besonders und nicht einzigartig. </p>


  











  


  
    <html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3946130410?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Das Ich zwischen Du und Es: Zwischenmenschliche Beziehungen im Zeitalter der Digitalisierung" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/31glUNDHHnL._SL500_.jpg" alt="Das Ich zwischen Du und Es: Zwischenmenschliche Beziehungen im Zeitalter der Digitalisierung"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3946130410?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Das Ich zwischen Du und Es: Zwischenmenschliche Beziehungen im Zeitalter der Digitalisierung" target="_blank">Das Ich zwischen Du und Es: Zwischenmenschliche Beziehungen im Zeitalter der Digitalisierung</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
<html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3837654222?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Digitalisierung als Distributivkraft: Über das Neue am digitalen Kapitalismus (X-Texte zu Kultur und Gesellschaft)" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/4157LgD409L._SL500_.jpg" alt="Digitalisierung als Distributivkraft: Über das Neue am digitalen Kapitalismus (X-Texte zu Kultur und Gesellschaft)"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3837654222?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Digitalisierung als Distributivkraft: Über das Neue am digitalen Kapitalismus (X-Texte zu Kultur und Gesellschaft)" target="_blank">Digitalisierung als Distributivkraft: Über das Neue am digitalen Kapitalismus (X-Texte zu Kultur und Gesellschaft)</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
  
  







  
  <p data-rte-preserve-empty="true" class="is-empty">Wer den <strong>Output der KI nicht kritisch hinterfragt</strong>, bekommt das Mittel. Leute ohne Schreibkompetenzen akzeptieren einfach, was die KI liefert. Sie merken oft gar nicht, dass das Argument schwach ist oder die Formulierung nicht passt. Und sie übernehmen ungefiltert und unbewusst Floskeln, leere Phrasen und Allgemeinplätze, die sowieso keiner mehr lesen will.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Das fühlt sich für dich als Autor vielleicht produktiv an („<em>Wow, schon 1.500 Wörter!</em>“), ist aber nur Content-Rauschen und ein Zeitfresser. </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Talentierte Copywriter und gute Texter, Schreiberinnen, Autoren erkennen sofort, wo der Text fad, beliebig oder unlogisch wird. Um einen KI-Text auf ein <strong>menschliches Level</strong> zu heben, müssen Strukturen verändert, Passagen umsortiert, Aussagen stilistisch geschärft, Fülltexte gestrichen und konkrete Beispiele eingefügt werden. </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Am besten mit <em>Erfahrungen, Haltung und Stil</em>. </p>


  









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  <h3 data-rte-preserve-empty="true"><strong>Der Mensch als Wissens- und Qualitätsfaktor</strong></h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Im Klartext: Die KI liefert dir das Rohmaterial. Doch du als Texter <strong>bzw. als Mensch entscheidest</strong>, ob daraus ein billiger Kunststoffstuhl wird oder ein echtes Designerstück.</p>


  










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  <h2 data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775898609996_31576">Prompting ist Schreibkunst</h2><p data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775898609996_31575" class="">Viele Marketer oder Laien denken, mit dem einfachen Satz: „<em>Schreib mir einen perfekten SEO-Text über XY</em>“ erscheine magisch ein origineller Text auf dem Bildschirm. Die <strong>bittere Wahrheit</strong> ist allerdings: So läuft das nicht und so hat es auch noch nie funktioniert. </p><p data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775898609996_31574" class="">Ein guter Prompt ist selbst ein gehöriges Stück <strong>Denk- und Schreibarbeit</strong>. Als professioneller Schreiberling oder Autorin musst du:</p><ul data-rte-list="default" id="yui_3_17_2_1_1775898609996_31517"><li><p data-rte-preserve-empty="true" class=""><strong>Kontext</strong> klären (Wer liest das? Welches Problem hat diese Person? Was soll sie nach dem Lesen wissen, fühlen oder tun?)</p></li><li id="yui_3_17_2_1_1775898609996_31516"><p data-rte-preserve-empty="true" class=""><strong>Tonalität</strong> festlegen (locker, provokant, sachlich, empathisch? Fachpublikum oder Einsteiger? Du-Ansprache oder Sie-Ansprache?)</p></li><li id="yui_3_17_2_1_1775898609996_31523"><p data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775898609996_31577" class=""><strong>Struktur</strong> vorgeben (Welche Fragen muss der Text beantworten? Wo ist der Spannungsbogen? Welche Argumente gehören an den Anfang, welche ans Ende?)</p></li></ul>


  










  


  
    <html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3825263525?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Radikaler Digitaler Humanismus: Eine Philosophie für die digitale Gesellschaft des 21. Jahrhunderts" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/412Fqc102XL._SL500_.jpg" alt="Radikaler Digitaler Humanismus: Eine Philosophie für die digitale Gesellschaft des 21. Jahrhunderts"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3825263525?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Radikaler Digitaler Humanismus: Eine Philosophie für die digitale Gesellschaft des 21. Jahrhunderts" target="_blank">Radikaler Digitaler Humanismus: Eine Philosophie für die digitale Gesellschaft des 21. Jahrhunderts</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
<html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3451389150?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Kritik der digitalen Vernunft: Warum Humanität der Maßstab sein muss" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/51KGV7WnmtL._SL500_.jpg" alt="Kritik der digitalen Vernunft: Warum Humanität der Maßstab sein muss"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3451389150?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Kritik der digitalen Vernunft: Warum Humanität der Maßstab sein muss" target="_blank">Kritik der digitalen Vernunft: Warum Humanität der Maßstab sein muss</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
  
  







  
  <p data-rte-preserve-empty="true" class="">Das alles ist nichts anderes als klassisches Texten – nur, dass du es hier vor dem Schreiben machst, nicht währenddessen. </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Ohne Schreibgefühl klingt dein Prompt vage. </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Die KI rät dann fröhlich herum und du wunderst dich über beliebige, austauschbare Texte. </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Mit Schreibgefühl formulierst du <strong>präzise</strong>. </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Du grenzt ein, schärfst, gibst Beispiele und Gegenbeispiele. Und dann liefert die gleiche KI deutlich mehr Substanz!</p>


  









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  <h2 data-rte-preserve-empty="true">KI ist dein Praktikant, kein Hirn-Ersatz</h2><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Der Fehler liegt in der Logik. Die KI ist wie ein fleißiger, unermüdlicher Praktikant: </p><ul data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Er schreibt in 5 Minuten 10 Varianten einer Einleitung.</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Er fasst lange Fachartikel in Stichpunkten zusammen.</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Er strukturiert dein chaotisches Brainstorming in klare Abschnitte.</p></li></ul><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Aber: Dein Praktikant hat <strong>keine Kompetenz im selbständigen, kreativen Denken</strong>. Er hat keine eigene Meinung, keine Lebenserfahrung und keinerlei Intuition. Gibst du ihm keine klaren Anweisungen, erfüllt er nur die wichtigste Pflicht: nach Vorschrift zu arbeiten. Und wenn du seine Ergebnisse nicht prüfst, riskierst du Fehler, Banalitäten und Phrasen-Friedhöfe in deiner Kommunikation.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» <a target="_blank" class="in-cell-link" href="https://amzn.to/3UIhgeR"><strong><u>Digitalisierung als Transformation?</u></strong></a>: (#Affiliate-Link/Anzeige) Perspektiven aus Ethik, Philosophie und Theologie (Digitalitätsforschung / Digitality Research)</p>


  









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  <h3 data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775897839368_11383">Autoren-Rollen verändern sich</h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Früher warst du der Produzent, der mit dem weißen Blatt kämpft. Heute bist du die Kuratorin, die sich mit viel zu viel mittelmäßigen Inhalten herumschlagen muss. </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Gute Schreiberlinge sind heute vor allem hervorragende <strong>Text-Kuratoren</strong>: Sie wählen aus, streichen radikal und schärfen, bis der Text knallt.</p>


  










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    <html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3426301474?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Digitale Ethik: Ein Wertesystem für das 21. Jahrhundert" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/417ZEEnkzUL._SL500_.jpg" alt="Digitale Ethik: Ein Wertesystem für das 21. Jahrhundert"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3426301474?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Digitale Ethik: Ein Wertesystem für das 21. Jahrhundert" target="_blank">Digitale Ethik: Ein Wertesystem für das 21. Jahrhundert</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
<html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3751805265?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Infokratie: Digitalisierung und die Krise der Demokratie (Fröhliche Wissenschaft)" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/41ARjG1Hm6L._SL500_.jpg" alt="Infokratie: Digitalisierung und die Krise der Demokratie (Fröhliche Wissenschaft)"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3751805265?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Infokratie: Digitalisierung und die Krise der Demokratie (Fröhliche Wissenschaft)" target="_blank">Infokratie: Digitalisierung und die Krise der Demokratie (Fröhliche Wissenschaft)</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
  
  







  
  <h2 data-rte-preserve-empty="true">Mehrwert ist menschlich</h2><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Mehrwert entsteht dort, wo ein Text:</p><ul data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="">ein echtes Problem konkret löst,</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="">eine neue Perspektive öffnet,</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="">einen Gedanken klarer formuliert usw.</p></li></ul><p data-rte-preserve-empty="true" class="">KI kann dir dabei helfen, schneller zu formulieren. Aber sie weiß nicht, welche Erfahrung aus deinem Alltag wirklich relevant ist. Sie war nicht in deinen Meetings, hat keine Kundinnen und Kunden gesehen sowie keine Fehler gemacht, aus denen du gelernt hast. </p>


  









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  <p data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775897839368_53816" class="sqsrte-large">Das bedeutet: Fachwissen, Haltung und punktgenauer Mehrwert kommen von dir. Die KI bringt Geschwindigkeit und Form. <strong>Du bringst Inhalt und Relevanz.</strong></p>


  









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  <h2 data-rte-preserve-empty="true">Fazit: Muss man gut schreiben können, um mit KI gute Texte zu erstellen?</h2><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Wenn du „gut“ definierst als „Qualität mit echtem Mehrwert“&nbsp;– dann lautet die Antwort: Ja, du brauchst nach wie vor <strong>klare Gedanken, Sprachgefühl</strong> und ein <strong>Verständnis</strong> für deine Leserschaft. </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Nicht jeder muss und kann ein literarisches Genie sein – aber du musst unterscheiden können zwischen Floskel und Aussage; erkennen, wann ein Text hohl ist; wissen, wie man komplexe Dinge verständlich erklärt. </p><ol data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Die KI senkt die Hürde für akzeptable Texte massiv. </p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Doch die Hürde für <strong>exzellente Texte bleibt hoch</strong>. </p></li></ol><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Und genau darin liegt die Chance: Wer Schreiben (inklusive Denken) beherrscht, wird mit KI nicht überflüssig, sondern <strong>gefährlich gut</strong>!</p>


  









<hr />

  
  <p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» Nida-Rümelin: <a target="_blank" href="https://amzn.to/4c4ab1N"><strong>Digitaler Humanismus</strong></a>: (#Affiliate-Link/Anzeige) Eine Ethik für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» Nide-Rümelin: <a target="_blank" href="https://amzn.to/47Tr1Oz"><strong>Was kann und darf Künstliche Intelligenz?</strong></a>: (#Affiliate-Link/Anzeige) Ein Plädoyer für Digitalen Humanismus | ChatGPT, Metaverse und die Folgen</p>]]></content:encoded><media:content height="668" isDefault="true" medium="image" type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/f3bf8d95-dcaa-4623-b2d3-eb607ad9c2ec/Kann+jeder+mit+KI+gute+Texte+schreiben%3F.jpg?format=1500w" width="643"><media:title type="plain">Kann jeder mit KI gute Texte schreiben?</media:title></media:content></item><item><title>Depressionen, Imbots und Sich-Wegmachen</title><category>Psychotherapie</category><dc:creator>Dr. phil. Michael Mehrgardt</dc:creator><pubDate>Sat, 27 Jun 2026 06:00:08 +0000</pubDate><link>https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/depressionen-und-imbots</link><guid isPermaLink="false">5f26f247cb729c57bdf69edc:5f26f3ca510a750ec73011dd:6a2ebcd4ba8bd24e63c34283</guid><description><![CDATA[Wie Depressive “sich wegmachen” - und was Imbots sind

Imbots bedeutet Implizite Botschaften. Sie spielen in der Entstehung 
besonders hartnäckiger Depressionen eine bedeutende Rolle. Was das ist und 
auf welche Weise Menschen daran depressiv erkranken können, erfährst du in 
diesem Beitrag.

Natürlich zeige ich dir auch Wege auf, die dich aus diesem Dilemma 
herausführen können.]]></description><content:encoded><![CDATA[<img src="https://vg09.met.vgwort.de/na/18e8832a71554830a9f6e5fb2dca530e" width="1" height="1" alt="">
  
  







  
  <h3 data-rte-preserve-empty="true">Weißt du, was <span class="sqsrte-text-color--custom"><strong><em>Imbots</em></strong></span> sind?</h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><em>Imbots</em> ist ein Kunstwort und bedeutet: <strong><em>Im</em></strong><em>plizite </em><strong><em>Bot</em></strong><em>schaften</em>. Sie spielen in der Entstehung besonders hartnäckiger Depressionen eine bedeutende Rolle.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Was das ist und auf welche Weise Menschen daran depressiv erkranken können, erfährst du in diesem Beitrag.</p><h3 data-rte-preserve-empty="true">Wer ist betroffen?</h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Vorwiegend Frauen scheinen betroffen zu sein. Sie kommen in einem Alter zwischen 20 und 45 Jahren in meine Praxis. Gemeinsam sind ihnen folgende Merkmale:</p><ul data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpFirst">Alle leiden an einer hartnäckigen und andauernden depressiven Störung, die in unterschiedlichen Schweregraden auftreten kann.</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpLast">In der Anamnese findet sich nichts „Greifbares“: keine traumatischen Erlebnisse, keine „broken home“-Kindheit, keine Armut, keine besonderen Belastungen.</p></li></ul><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Bevor ich erkläre, was <em>Imbots</em> sind, schildere ich weitere typische …</p><h3 data-rte-preserve-empty="true">Symptome</h3><ul data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpFirst"><span class="sqsrte-text-color--darkAccent"><strong>Kraftlosigkeit:</strong></span> Die Patientinnen fühlen sich nach bestimmten sozialen Kontakten auf einmal niedergeschlagen und kraftlos, obwohl eigentlich alles ok oder sogar schön gewesen sein soll. <br class="ProseMirror-trailingBreak"></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpMiddle"><strong>Familie:</strong> Ganz besonders schlecht geht es ihnen bei und nach Treffen mit ihrer Kindheits-Familie. <br class="ProseMirror-trailingBreak"></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpMiddle"><strong>Schuldgefühle:</strong> Sie fühlen sich oft schuldig, weil sie doch „überhaupt keinen Grund haben“, sich so zu fühlen. Andere haben in ihren Augen „wirklich schlimme Sachen erlebt und einen richtigen Grund, krank zu sein“. Viele von ihnen fühlen sich undankbar, weil sie doch “eigentlich ein gutes Zuhause hatten”. Sie haben ein schlechtes Gewissen, weil sie oft aggressive Gefühle und böse Gedanken gegenüber ihren Eltern haben.</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpMiddle"><strong>“Watte im Kopf”: </strong>Sie berichten auffallend häufig von einem Zustand, den ich als <em>Dementoren</em>-Syndrom bezeichne, ähnlich den Dementoren in den Harry-Potter-Büchern, die den Betroffenen alles Leben heraussaugen, so dass nichts als die Hülle übrigbleibt. Die Patientinnen werden plötzlich müde, haben Nebel, Milchglas oder Dunst vor Augen. Alles ist unscharf, verschwommen, dämmerig, weit weg und unwirklich. Manche berichten von Schwindel, „Watte im Kopf“ oder innerer Leere. Sie können sich dann plötzlich nicht mehr konzentrieren, können nicht mehr klar denken. Ihre Kräfte und ihre Klarheit versickern im Boden oder „fließen aus ihnen heraus“.</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpMiddle"><strong>Vergessen: </strong>Auffallend ist auch, dass sich die Patientinnen oft nicht mehr erinnern, was genau bei diesen Begegnungen vorgefallen ist. Auch die Erinnerungen an die Kindheit sind blass oder bruchstückhaft.</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpMiddle"><strong>Die „Halbwertszeit“</strong> bei Familienkontakten beträgt oft nur wenige Sekunden oder Minuten. (Halbwertszeit ist die Zeitspanne, innerhalb derer die Hälfte aller familiendynamischen Muster, Rollen, Verhaltensweisen, Gedanken, Befindlichkeiten aktiviert wird.)</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpLast"><strong>“Nichts Schlimmes erlebt!”</strong> Auch im Therapieverlauf findet sich nichts „Gravierendes“, was die Symptomatik erklären könnte. Oft scheint es in der Behandlung nicht so richtig weiterzugehen. <br class="ProseMirror-trailingBreak"></p></li></ul><h3 data-rte-preserve-empty="true"><em>Imbots</em></h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">… nenne ich die Gebilde eines Kommunikationsstils, der von außen betrachtet relativ harmlos wirkt, der jedoch massive Schäden bei den Kindern und Jugendlichen anrichten kann, die einem solchen Kommunikationsumfeld ausgeliefert sind.</p><blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Das Kunstwort <em>Imbot</em> ist abgeleitet von dem Ausdruck <strong><em>Im</em></strong><em>plizite </em><strong><em>Bot</em></strong><em>schaften</em>.</p></blockquote><h4 data-rte-preserve-empty="true">Exkurs: Bateson, Watzlawick &amp; Co.</h4>


  




















































  

    

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                <p class=""><strong>Kommunikation und ihre Folgen</strong></p>
              

              
                <p class="">Alle, die es genau wissen wollen, sollten sich die Klassiker der Kommunikationsforschung anschauen, z. B.:</p><ul data-rte-list="default"><li><p class="">Watzlawick, Beavin &amp; Jackson (1969): Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien. Hans Huber: Bern. (Neue Auflagen verfügbar.)</p></li><li><p class="">Bateson, Jackson, Laing und andere (1969): Schizophrenie und Familie. Suhrkamp: Frankfurt am Main. (Neue Auflagen verfügbar.)</p></li></ul><p class="sqsrte-small"><em>Bild: Canva/ MM</em></p>
              

              

            
          </figcaption>
        

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  <h3 data-rte-preserve-empty="true">Kommunikation ist mehr als nur das Wort</h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Wie die meisten wissen, enthält eine vollständige Botschaft nicht nur die des gesprochenen Wortes, sondern weitere Aspekte, nämlich zB </p><ul data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Appell </p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Beziehungsaussage </p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">emotionale Botschaft.</p></li></ul><h4 data-rte-preserve-empty="true">Einige Beispiele</h4><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Wenn der Vater bspw beim Frühstück sagt </p><blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><em>Die Sonne scheint.</em></p></blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">ist dies zwar grammatisch ein vollständiger Satz, aber um eine vollständige Botschaft zu sein, fehlen noch wichtige Informationen. <br>Diese werden uA durch <em>Gestik, Mimik, Sprachmelodie </em>und auch durch den <em>Kontext </em>ausgedrückt. ZB könnte die eigentliche Botschaft dann lauten:</p><blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><em>Jens, du kannst jetzt den Rasen mähen!</em><br><em>Lasst uns an den Strand fahren!</em><br><em>Ich freue mich!</em><br><em>Ich bin genervt, weil ihr Kinder sicher wieder an den Handys daddeln wollt, statt rauszugehen!</em><br><em>Ich liebe euch!</em></p></blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Wenn Kommunikation funktioniert, machen die sogenannten nonverbalen Anteile der Aussage klar, was der Vater meint, fühlt und will. Und wenn es nicht dem Empfänger der Botschaft nicht klar ist, kann er gefahrlos nachfragen. Auch Kritik und Widerspruch sind erlaubt, ohne dass es in Eskalation, Krise oder tagelangem Schweigen endet.  </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Dann einigt man sich vielleicht auf etwas völlig anderes, zB einen gemeinsamen Serienguck-Vormittag bei geschlossenen Jalousien …</p><h3 data-rte-preserve-empty="true"><em>Imbots</em> als Sperrgebiet</h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">In manchen Familien können oder dürfen <em>Imbots</em> nicht erfragt und diskutiert werden. Dann können sie einen richtig krank machen!</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Manchmal liegt es einfach daran, dass es keine emotionale Kommunikations-Kultur gibt. Oder eine solche wird – wegen strikter Leistungsorientierung – von vornherein abgewehrt. Es kann auch damit zu tun haben, dass unausgesprochene brisante Themen im Raum stehen, deren Sichtbarmachung eine reale oder vermeintliche Katastrophe nach sich ziehen würde. </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Ein virales <em>Imbot</em> stellt Verbotsschilder auf, wertet den anderen ab, verteilt Schuld, enthält doppeldeutige oder gar widersprüchliche Anteile. Ein <em>Imbot</em> gibt unausgesprochen zB folgende Messages:</p><ul data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpFirst"><strong><em>Tabu</em></strong><br><em>Diese Message darf von niemandem ausgesprochen werden!</em></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpFirst"><strong><em>Leugnung</em></strong><br><em>Wenn du glaubst, sie zu verstehen, liegst du falsch!</em></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpFirst"><strong><em>Mythos</em></strong><br><em>Man muss immer etwas Sinnvolles tun! </em><br><em>Der Andere ist wichtiger als du selbst! </em><br><em>Wir Schmidts sind etwas Besonderes, sind besser als andere! </em>Dh auch:<em> Wir müssen immer besser sein! </em><br><em>Unsere Familie war immer schon konservativ. </em><br><em>Wir sind nicht so für das Handwerkliche!</em></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpFirst"><strong><em>Abwertungund Beschuldigung</em></strong><br><em>(und Erniedrigung, Bloßstellung, Demütigung …), zB: </em><br><em>Du bist nichts wert! </em><br><em>Du kannst nichts! </em><br><em>Du bist schuld! </em><br><em>Wieder mal hast du versagt! </em><br><em>Du bist undankbar! </em><br><em>Guckt alle her, mein Sohn ist ein Loser! </em></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpFirst"><strong><em>Ambivalenz</em></strong><br><em>Ich liebe und ich hasse dich! </em><br><em>Ich neide dir dein gutes Aussehen! </em><br><em>Ich missgönne dir den Erfolg! </em><br><em>Du solltest gar nicht leben! </em><br><em>Du bist ein Unfall! Wenn es dich doch bloß nicht gäbe!</em></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpFirst"><strong><em>Paradoxie</em></strong><br>Manche Botschaften sind in sich widersprüchlich, zB: <br>(verbal:) <em>Komm zu mir!</em> (zugleich Gestik, mittels abwehrender Hand:) <em>Geh weg!</em><br><em>Wenn du mich wirklich liebst, lässt du mich in Ruhe! </em></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpFirst"><strong><em>Konfluenz bzw Konfluenzforderungen</em></strong><br>Der gestalttherapeutische Begriff <em>Konfluenz </em>beschreibt das Verschwimmen von Grenzen, zB zwischen zwei Personen. Dann besteht die (unausgesprochene) Forderung, dass zB die Tochter genauso zu sein hat wie der Vater: erfolgreich, begabt, überall und immer die Beste. Oft wird dies durch ein vereinnahmendes <em>Wir </em>zum Ausdruck gebracht: <br><em>Wir Sinuweits …! </em><br>Oder die Konfluenzforderung besteht in einer Rollenfestschreibung. Die Mutter sagt bspw ständig Sätze wie: <br><em>Du bist so wichtig für mich! </em><br><em>Gut, dass ich dich habe! </em><br><em>Du bist ja schon so erwachsen!</em><br>Solche Sätze könnten zB die Forderung enthalten, sich nicht gegen die Pflicht, den kranken Vater zu pflegen, zur Wehr zu setzen. </p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpFirst"><strong><em>Außenreaktionen</em></strong><br>Andere Menschen bewirken zusätzliche Verunsicherung und Selbstzweifel, wenn sie sagen: <br><em>Ich verstehe dich nicht, deine Eltern sind doch unheimlich nett!!</em><br>Oder der beste Freund meint: <em>Deine Eltern hätte ich auch gerne!</em></p></li></ul>


  









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  <h2 data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1781447894827_672694">Die Reaktion auf Imbots ist <em>Sich-Wegmachen</em>!</h2>


  









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          <figcaption data-width-ratio class="image-card-wrapper">
            

              
                <p class=""><strong>Einfach nicht mehr da sein …!</strong></p>
              

              
                <p class="">Auf solche Imbots kann das Kind weder richtig reagieren noch kann es <em>nicht</em> reagieren! Es sitzt in der (Beziehungs-) Falle. Die einzige Möglichkeit, sich diesem toxischen Beziehungsmuster zu entziehen, ist das „Aus-dem-Felde-Gehen“. Weil das Kind jedoch existenziell von den Eltern abhängig ist (und weil es sie ja auch liebt!), versucht es, auf die einzige Art, die ihm möglich ist, aus dem Felde zu gehen: <em>Es macht sich weg!</em></p><p class="sqsrte-small"><em>Bild: Canva/ MM</em></p>
              

              

            
          </figcaption>
        

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  <p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Genau das ist die Funktion der genannten Symptome: mental einfach nicht mehr anwesend sein! In schlimmen Fällen „flieht“ der junge Mensch in die Psychiatrie, und zwar mittels schweren Depressionen, psychotischen Symptomen, Selbstverletzungen oder Suizidversuchen.</p><h2 data-rte-preserve-empty="true">Was dagegen helfen kann</h2><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Das Typische und Gemeine ist: Was ursprünglich dem Selbstschutz der kindlichen oder jugendlichen Seele diente, macht es in der Therapie schwer, diesen Mechanismen auf die Spur zu kommen! Denn dieses <em>Sich-Wegmachen</em> bedeutet ja auch, dass die Betroffenen überhaupt nicht bewusst wahrnehmen, was in diesen kritischen Kontakten abläuft.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Sie nehmen also <em>Imbots</em> nicht <em>bewusst</em> wahr – aber sie <em>nehmen</em> sie wahr! Sie nehmen sie sogar auf eine äußerst sensible Weise wahr! Der Beweis dafür sind die Symptome, diese Eintrübung der kognitiven Funktionen. Und genau das ist der beste Ansatzpunkt für die Therapie:</p><blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-large"><strong>Verwandle die Symptome in Signale!</strong></p></blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Wann immer die Patientin diese Symptome des <em>Sich-Wegmachens</em> aufweist, hat sie mit großer Wahrscheinlichkeit zuvor einen Kontakt zu jemandem gehabt, der <em>Imbots</em> produzierte. <br>In aller Regel passiert dies bei <em>nahestehenden</em> oder <em>bedeutsamen</em> Personen, also Leuten, zu denen ein emotionales oder ein Abhängigkeits-Verhältnis besteht. Dieser Zusammenhang scheint mir eine Gesetzmäßigkeit zu sein, auch wenn die Patientin typischerweise der Meinung ist, da sei gar nichts gewesen …</p><h4 data-rte-preserve-empty="true">Folgende therapeutische Schritte sind jetzt nötig</h4><ol data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpFirst"><strong>Den “Täter” dingfest machen!</strong><br>In der Sitzung wird jedes Auftreten der Symptomatik darauf untersucht, welche Interaktion kurz zuvor stattgefunden hat. Die Therapeutin darf darauf vertrauen, <em>dass</em> solche <em>Imbots</em> auftauchen, auch wenn sie sich zunächst nur nonverbal, zwischen den Zeilen oder in „kleinen“ Signal-Wörtern zeigen, zB: <br><em>- </em>Ich<em> war doch früher ihre beste Freundin!<br>- Ich verstehe nicht, wie er das vergessen konnte!</em></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpMiddle"><strong>Das Symptom zum Signal machen!</strong><br>Die Patientin lernt, das <em>Sich-Wegmachen</em> nicht mehr als <em>Symptom</em>, sondern als hilfreiches <em>Signal</em> zu betrachten. Wichtig ist, die diesbezügliche erhöhte Sensibilität nicht als pathologisch, sondern als adäquate, dem Überleben dienende Coping-Strategie zu werten. Sie lernt ferner, dass das <em>Sich-Wegmachen</em> oft einer depressiven Verschlechterung vorausgeht.</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpMiddle"><strong>Kleine Schritte machen!</strong><br>Sie lernt in sehr kleinen (!) Schritten folgende Strategien: </p></li></ol><ul data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpMiddle"><em>Selbst-Affirmation: </em>Meine Reaktionen sind gesund, angemessen und hilfreich!</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpMiddle"><em>Selbstschutz:</em> Sie lernt, sich zu schützen, aus dem Felde zu gehen (was früher nicht möglich war!), zB: <br><em>Ich merke gerade, wie müde ich bin. Ich brauche eine Pause!</em></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpMiddle"><em>Nachfragen:</em> Sie lernt, beim Sender der Botschaft nachzufragen, zB: <br><em>Meinst du damit …?, „Willst du mir damit sagen, dass …?</em></p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoListParagraphCxSpLast"><em>Konfrontation:</em> Sie lernt, den Spieß umzudrehen (s. Kasten), zB: <br><em>Dein letzter Satz fühlt sich nicht gut für mich an!</em><br><em>Das verletzt mich!</em></p></li></ul>


  




















































  

    

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          <figcaption data-width-ratio class="image-card-wrapper">
            

              
                <p class=""><strong>Dreh den Spieß einfach um!</strong></p>
              

              
                <p class="">Depressive Menschen richten “den Spieß” immerzu gegen sich selbst. Wichtig ist es, zu lernen, diesen Spieß wieder nach außen zu wenden!</p><p class="">Hier findest du mehr darüber:</p><p class=""><a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/mehrgardt-auswege-depressionen#3"><strong>De-Retroflexion</strong></a></p><p class="sqsrte-small"><em>Bild: Jannik Degner</em></p>
              

              

            
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  <h3 data-rte-preserve-empty="true">Weitere Methoden </h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Dabei können Theorien und Methoden aus verschiedenen Selbstwahrnehmungs-, Selbstsicherheits-, Kommunikations- oder Konfliktbewältigungs-Trainings angewendet werden. </p><blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-large">Die Betonung liegt hier aber weniger auf dem Aufbau dieser Skills, sondern eher auf deren Erlaubnis und Angemessenheit.</p></blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><em>Viel Erfolg!</em></p>]]></content:encoded><media:content height="424" isDefault="true" medium="image" type="image/png" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1740838649626-LM2ZSXDSHVJYGSVUPOZG/23-10-21aMindrFrei.png?format=1500w" width="424"><media:title type="plain">Depressionen, Imbots und Sich-Wegmachen</media:title></media:content></item><item><title>Edson Arantes do Nascimento</title><dc:creator>Dr. phil. Josef Bordat</dc:creator><pubDate>Sat, 27 Jun 2026 05:01:53 +0000</pubDate><link>https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/nascimento</link><guid isPermaLink="false">5f26f247cb729c57bdf69edc:5f26f3ca510a750ec73011dd:69d8e6a75a0c556e7aa2f718</guid><description><![CDATA[11 Fußballer, die man kennen sollte, auch, wenn man sich nicht für Fußball 
interessiert – Teil 6: Edson Arantes do Nascimento ist der mit Sicherheit 
bekannteste Fußballspieler. Die meisten werden ihn allerdings nur unter 
seinem Künstlernamen kennen: „Pelé“. Pelé spielte 112 mal für Brasilien und 
nahm für sein Land an vier Weltmeisterschaften teil.]]></description><content:encoded><![CDATA[<h3 data-rte-preserve-empty="true">11 Fußballer, die man kennen sollte, auch, wenn man sich nicht für Fußball interessiert – Teil 6</h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-large">Edson Arantes do Nascimento ist der mit Sicherheit bekannteste Fußballspieler. Die meisten werden ihn allerdings nur unter seinem Künstlernamen kennen: „Pelé“. Pelé spielte 112 Mal für Brasilien und nahm für sein Land an vier Weltmeisterschaften teil; </p>


  










  


  
    <img src="https://vg07.met.vgwort.de/na/f5acefa6fbb148989a8c8e1a27e87d09" width="1" height="1" alt="">
  
  

















































  

    
  
    

      

      
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                <img data-stretch="false" data-image="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775825399979-8QGHYK3P698TFQFFAW96/unsplash-image-4fdiRip2VV8.jpg" data-image-dimensions="2500x1667" data-image-focal-point="0.5,0.5" alt="" data-load="false" elementtiming="system-image-block" data-sqsp-image-classic-block-image src="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775825399979-8QGHYK3P698TFQFFAW96/unsplash-image-4fdiRip2VV8.jpg?format=1000w" width="2500" height="1667" sizes="(max-width: 640px) 100vw, (max-width: 767px) 100vw, 100vw" onload="this.classList.add(&quot;loaded&quot;)" srcset="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775825399979-8QGHYK3P698TFQFFAW96/unsplash-image-4fdiRip2VV8.jpg?format=100w 100w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775825399979-8QGHYK3P698TFQFFAW96/unsplash-image-4fdiRip2VV8.jpg?format=300w 300w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775825399979-8QGHYK3P698TFQFFAW96/unsplash-image-4fdiRip2VV8.jpg?format=500w 500w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775825399979-8QGHYK3P698TFQFFAW96/unsplash-image-4fdiRip2VV8.jpg?format=750w 750w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775825399979-8QGHYK3P698TFQFFAW96/unsplash-image-4fdiRip2VV8.jpg?format=1000w 1000w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775825399979-8QGHYK3P698TFQFFAW96/unsplash-image-4fdiRip2VV8.jpg?format=1500w 1500w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775825399979-8QGHYK3P698TFQFFAW96/unsplash-image-4fdiRip2VV8.jpg?format=2500w 2500w" loading="lazy" decoding="async" data-loader="sqs">

            
          
        
          
        

        
      
        </figure>
      

    
  


  



  
  <p data-rte-preserve-empty="true">Dreimal gewann er den Titel (1958, 1962, 1970). Pelé ist damit der erfolgreichste Fußballer aller Zeiten. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Viele halten ihn für den Größten, einige für den Allergrößten.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Dabei lebt Pelé ein im Grunde typisch brasilianisches Fußballerleben: Der Aufstieg vom Kind aus ärmlichen Verhältnissen zum Weltstar, das Leid des filigranen Technikers angesichts rauer Sitten auf dem Rasen, die Treue zur Heimat und eine immer wieder offen zu Tage tretende Religiosität. Kaum ein Unterschied zu Ronaldo, Neymar und Co.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» <a target="_blank" href="https://amzn.to/47T4T6Q"><strong>Pelé: Die Biografie</strong></a> (#Ad/Affiliate-Link) – » Abenteuer &amp; Wissen CD: <a target="_blank" href="https://amzn.to/4ckrWJi"><strong>Pelé: König aller Fußballer</strong></a> (#Ad/Affiliate-Link)</p>


  









&nbsp;
  
  <p data-rte-preserve-empty="true">Unterschiede zu den heutigen Stars vom Zuckerhut zeigen sich auch außerhalb des Platzes allenfalls quantitativ, nicht qualitativ. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Den Weltbürgerstatus, den die UNO dem Brasilianer am 27. September 1977 verlieh, erwarb sich Pelé nicht nur für die sportlichen Erfolge, sondern vor allem aufgrund seiner Vorbildfunktion und für sein bemerkenswertes soziales Engagement. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Auch die jetzige Generation lässt sich nicht lumpen – fast jeder brasilianische Nationalspieler hat sein Straßenkinderprojekt. Was bei ihnen zählt, ist eben nicht nur auf dem Platz.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» Fehring: <a target="_blank" href="https://amzn.to/4cARKC6"><strong>Pele – Der Traum eines jeden Jungen</strong></a> (#Ad/Affiliate-Link)</p>


  









&nbsp;
  
  <p data-rte-preserve-empty="true">So ist es dann doch wohl der überragende Erfolg, der Pelé heraushebt. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Und seine Treue zum Herkunftsverein. 18 Jahre blieb er bei seinem Club Santos und wechselte erst 1975 zu Cosmos New York, wo er 1977 seine Laufbahn beendete. </p><p data-rte-preserve-empty="true">In 1363 Spielen schoss Pelé insgesamt 1278 Tore. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Am 22. Dezember 2022 verstarb Edson Arantes do Nascimento in São Paulo, der Heimat des FC Santos.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» <a target="_blank" href="https://amzn.to/4vjirTj"><strong>Pele: Mein Leben</strong></a><strong> </strong>(#Ad/Affiliate-Link) – » <a target="_blank" href="https://amzn.to/3Q6n0jC"><strong>Ein Tribut an Pelé</strong></a>: (#Ad/Affiliate-Link) Eine Biografie in Bildern</p>]]></content:encoded><media:content height="1000" isDefault="true" medium="image" type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775825490344-4FYIKVCB8CAIO2O8PNMO/unsplash-image-4fdiRip2VV8.jpg?format=1500w" width="1500"><media:title type="plain">Edson Arantes do Nascimento</media:title></media:content></item><item><title>Reinhard „Stan“ Libuda</title><dc:creator>Dr. phil. Josef Bordat</dc:creator><pubDate>Sat, 20 Jun 2026 05:59:58 +0000</pubDate><link>https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/libuda</link><guid isPermaLink="false">5f26f247cb729c57bdf69edc:5f26f3ca510a750ec73011dd:69d8e63bab45bf355e1c1d76</guid><description><![CDATA[11 Fußballer, die man kennen sollte, auch, wenn man sich nicht für Fußball 
interessiert – Teil 5: Es gibt nur wenige Fußballer, die auch jenseits des 
Stadions als „legendär“ gelten können. Einer von ihnen ist Reinhard „Stan“ 
Libuda. Mit dem Ball war er Weltklasse, ohne Ball hingegen stand er im 
Abseits.]]></description><content:encoded><![CDATA[<h3 data-rte-preserve-empty="true">11 Fußballer, die man kennen sollte, auch, wenn man sich nicht für Fußball interessiert – <strong>Teil 5</strong></h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-large">Es gibt nur wenige Fußballer, die auch jenseits des Stadions als „legendär“ gelten können. Einer von ihnen ist Reinhard „Stan“ Libuda. Den Spitznamen „Stan“ erhielt er wegen seiner Position auf dem Spielfeld und wegen seiner Dribbelstärke in Anspielung auf den großen englischen Rechtsaußen Stanley Matthews. Libudas Kennzeichnen war aber eigentlich ein anderes: Mit dem Ball war er Weltklasse, ohne Ball hingegen stand er im Abseits.</p>


  










  


  
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  <p data-rte-preserve-empty="true">Der begnadete Rechtsaußen hat mit seinen Dribbelkünsten das Ruhrgebiet in Gänze hinter sich gebracht. Libuda zählt nämlich zu den wenigen Spielern, die sowohl für den FC Schalke 04 als auch für Borussia Dortmund aktiv waren. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Die längste Zeit spielte er für die Königsblauen, den größten Erfolg jedoch konnte Libuda mit dem BVB feiern: den Gewinn des Europapokals der Pokalsieger im Jahr 1966. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Im Endspiel gegen den FC Liverpool erzielt Libuda das unvergessene Siegtor. Für Deutschland spielte Libuda u.a. bei der Weltmeisterschaft 1970. Auch im „Jahrhunderspiel“, dem Halbfinale gegen Italien (3:4 n.V.) kam er zum Einsatz.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» SpielRaum <a target="_blank" href="https://amzn.to/4c3Wu31"><strong>T-Shirt Reinhard Stan Libuda</strong></a> (#Ad/Affiliate-Link)</p><p data-rte-preserve-empty="true">Trotz seiner enormen Popularität hatte Libuda nach seiner 1976 beendeten Karriere <strong>kein leichtes Leben</strong>. Er schlug sich mit Anlernjobs durch. Reinhard Libuda erkrankte Anfang der 1990er an Kehlkopfkrebs. Er starb 1996 an einem Schlaganfall. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Reinhard Libuda wurde 52 Jahre alt. Heute erinnert eine Straße an der Veltins-Arena in Gelsenkirchen an den auf dem Spielfeld mit fairen Mitteln kaum zu stoppenden Rechtsaußen: den „Stan-Libuda-Weg“.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» Wendelmann: An Gott kommt keiner vorbei - außer Reinhard Libuda: <a target="_blank" href="https://amzn.to/47T4EZu"><strong>Erinnerungen an einen Fußballkünstler</strong></a> (#Ad/Affiliate-Link) – Wir in Nordrhein-Westfalen </p>


  










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  <h3 data-rte-preserve-empty="true">Bekannt ist eine Anekdote aus den 1960er Jahren</h3><p data-rte-preserve-empty="true">Als der evangelikale Prediger Werner Heukelbach im Ruhrgebiet seine Veranstaltungen durch Plakate mit dem Slogan „An Jesus kommt keiner vorbei“ ankündigte, setzten Libuda-Fans darunter: „außer Stan Libuda“. „Keiner kommt an Gott vorbei – außer Stan Libuda“ ist auf Schalke seither ein geflügeltes Wort. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Das Musical zum 100. Geburtstag des Kult-Vereins im Jahre 2004 heißt in Erinnerung an Libuda „nullvier – Keiner kommt an Gott vorbei“. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Über sein bewegtes Leben gibt es zudem zahlreiche Abhandlungen. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Und zwei Biographien in Buchform: </p><ul data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true"><em>Thilo Thielkes</em> „<a target="_blank" href="https://amzn.to/4tyRf10"><strong>An Gott kommt keiner vorbei. Das Leben des Reinhard ‚Stan‘ Libuda</strong></a>“ (#Ad/Affiliate-Link) </p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true">und <em>Norbert Kozickis</em> „<a target="_blank" href="https://amzn.to/41qBX2A"><strong>Reinhard ‚Stan‘ Libuda – Eine Fußball-Biografie</strong></a> (#Ad/Affiliate-Link): Ein einfacher Junge aussem Kohlenpott...(2007).</p></li></ul>


  









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  <h3 data-rte-preserve-empty="true">Reinhard Libuda wäre der Rummel um seine Person wohl sehr suspekt. </h3><p data-rte-preserve-empty="true">Er war ein ganz Ruhiger. Wer heute im Netz nach flotten Sprüchen von ihm sucht, findet nicht viel. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Zudem galt er als äußerst sensibel und litt während der WM 1970 in Mexiko unter Heimweh. „<em>Hätte Libuda nur die physische Robustheit besessen, er wäre ein absoluter Weltstar geworden. So bleibt er ein bisweilen atemberaubender Fußballer, dem ein böses Schicksal so gut wie nichts für den Lebenskampf mit auf den Weg gegeben hatte</em>“, schrieb die Süddeutsche Zeitung in einem Nachwort. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Doch selbst das böseste Schicksal lässt niemanden tiefer fallen als in die Hand Gottes, und jeder Lebenskampf endet in der Geborgenheit des Barmherzigen, dort, wo jeder zu verweilen willkommen ist. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Auch Stan Libuda.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» <a target="_blank" href="https://amzn.to/4dAWR6h"><strong>Helden für einen Sommer</strong></a>: (#Ad/Affiliate-Link) Die Geschichte der besten Schalker Mannschaft aller Zeiten</p>]]></content:encoded><media:content height="1000" isDefault="true" medium="image" type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775825094872-FA0EDI62D8UZNQUQ2S1S/unsplash-image-SpDDMa7Nt5s.jpg?format=1500w" width="1500"><media:title type="plain">Reinhard „Stan“ Libuda</media:title></media:content></item><item><title>Philosophische Fragen für Kinder – Beispiele &amp; Methoden der Kinderphilosophie</title><category>Philosophie</category><dc:creator>Tamara Niebler (Inkognito-Philosophin)</dc:creator><pubDate>Tue, 16 Jun 2026 06:34:00 +0000</pubDate><link>https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/kinder-philosophie</link><guid isPermaLink="false">5f26f247cb729c57bdf69edc:5f26f3ca510a750ec73011dd:685037b24e13e01fcb748757</guid><description><![CDATA[Speziell für Kinder gibt es in der philosophischen Tradition 5 Methoden, 
die sich hervorragend auf die Anforderungen Heranwachsender anpassen 
lassen.]]></description><content:encoded><![CDATA[<p class="sqsrte-large">Speziell für Kinder gibt es in der philosophischen Tradition 5 Methoden, die sich hervorragend auf die Anforderungen Heranwachsender anpassen lassen.</p>


  










  


  
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                <p class="">Zum 1. Teil: <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/philosophieren-mit-kindern" target="_blank">Philosophieren mit Kindern</a> – Staunen, Sinnfragen &amp; Bedeutung</p><p class="sqsrte-small"><em>Dieser Artikel erschien im Rahmen meiner Arbeit bei der Kinder- und Jugendhilfsorganisation </em><a href="https://www.lebensbruecke.de/" target="_blank"><em>Deutsche Lebensbrücke</em></a></p>
              

              

            
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  <h2><strong>Moderne Kinderphilosophie</strong></h2><p class="">Kinder stellen Fragen, die uns Erwachsenen oft seltsam erscheinen. Und wir oft auch nicht so einfach beantworten können. Eine dieser typischen Kinderfragen ist zum Beispiel: “<em>Wo wohnen die Gefühle?</em>” oder “<em>Kann mein Teddy mein Freund sein?</em>” </p><p class="">Was für uns vielleicht irritierend klingt, ist für Kinder völlig weder ungewöhnlich noch irrational, sondern schlichtweg ein <strong>Versuch, sich Welt, Mensch und Sinn</strong> zu erschließen.&nbsp;» <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/gefuehle" target="_blank">Was sind Gefühle? (Phänomenologie)</a></p><p class="sqsrte-small"><a href="https://amzn.to/4nQ394p" target="_blank"><span><strong>Philosophieren mit Kindern</strong></span></a> (#Affiliate-Link/Anzeige), Eine Einführung in Theorie und Praxis</p>


  









&nbsp;
  
  <h3><strong>Gemeinsam Antworten suchen</strong></h3><p class="">Philosophieren können Sie mit einem Kind allein im Dialog oder direkt mit einer ganzen Kindergruppe. Von Bedeutung ist, dass es um eine gemeinsame Antwortsuche geht, in der <strong>respektvoll und wertschätzend</strong> Gedanken ausgetauscht werden.&nbsp;Es geht nicht um ein Gegeneinander und auch nicht um einen Wettstreit. Es geht allein um Gemeinsamkeit und die Freude am Gedankenspiel. » <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/was-ist-philosophieren" target="_blank">Was ist philosophieren?</a></p>


  









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  <h2>5 Beispiele &amp; Methoden beim Philosophieren mit Kindern</h2><p class="">Für die Antwortsuche von Kindern hat <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/philosophie" target="_blank">die Philosophie</a> 5 Grundmethoden entwickelt:</p><ol data-rte-list="default"><li><p class="">Die <strong>phänomenologische</strong> Methode</p></li><li><p class="">Die <strong>hermeneutische</strong> Methode</p></li><li><p class="">Die <strong>analytische</strong> Methode</p></li><li><p class="">Die <strong>dialektische</strong> Methode</p></li><li><p class="">Die <strong>spekulative</strong> Methode</p></li></ol>


  









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  <p class="sqsrte-large"><a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/phaenomenologie" target="_blank">“Was ist Phänomenologie?” einfach erklärt</a></p><h2>1. Die phänomenologische Methode <br>(nach Husserl)</h2><h3><strong>Ausgangspunkt: Wahrnehmung und Beschreibung</strong></h3><p class="">Der Philosoph <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/husserl" target="_blank">Edmund Husserl</a> (1859-1938) ist Begründer der <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/phaenomenologisch" target="_blank">philosophischen Phänomenologie</a>, die heute weitreichenden Einfluss in den Geisteswissenschaften genießt. Husserls Motto: „<strong>Zurück zu den Sachen selbst</strong>“. </p><p class="">Anstatt unsere Wahrnehmung als bloßen Schein abzutun, war er überzeugt, dass die sinnliche Erfahrung und Wahrnehmung von Gegenständen die unmittelbare menschliche Erfahrung ausmacht.&nbsp;Das ist eine perfekte Ausgangslage, um mit Kindern und Jugendlichen zu philosophieren. Schließlich begann die Philosophie nicht gleich mit abstrakten Gedankengängen, sondern mit dem Greifbaren und Mehrdimensionalen. </p><p class="">Genau im Konkreten und sinnlich Wahrnehmbaren liegt die Stärke dieser Philosophie-Methode.&nbsp;Das Ziel: die <strong>Beobachtungs- und Wahrnehmungsfähigkeit</strong> von Kindern zu fördern.&nbsp;» <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/bild-vom-kind"><span>Das Bild vom Kind – Was ist ein Kind? </span></a></p>


  









<hr />

  
  <h3><strong>Beispiel zur phänomenologischen Methode mit Kindern</strong></h3><p class="">Wählen Sie einen Gegenstand, eine Person, eine Situation oder eine Verhaltensweise, die untersucht werden soll. </p><p class="">Die Kinder können das Objekt oder die Sachlage zunächst mit allen <strong>Sinnen</strong> ertasten, begreifen, untersuchen und dann beschreiben. </p><p class="">Erst in einem 3. Schritt wird der Reflexionsprozess eingeleitet.&nbsp;</p><p class="">Vgl. <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/die-phaenomenologie" target="_blank">Phänomenologische Perspektiven</a></p>


  










  
    
  
  <h4><span class="sqsrte-text-color--darkAccent"><strong>Bsp: Was heißt Natur?</strong>&nbsp;</span></h4><ul data-rte-list="default"><li><p class="">Nutzen Sie verschiedene Naturmaterialien (Blätter, Tannenzapfen, Stück Holz) zur Veranschaulichung</p></li><li><p class="">Lassen Sie die Kinder den Untersuchungsgegenstand mit allen Sinnen untersuchen. Die Kids dürfen tasten, schmecken, sehen, riechen und hören.</p></li><li><p class="">Jetzt kommt die <strong>Beschreibungsphase</strong>: Inspirieren Sie die Kinder, die Gegenstände nach Formen, Farben und Beschaffenheit zu beschreiben.&nbsp;</p></li><li><p class=""><strong>Reflexionsphase</strong>: Jetzt können die Kinder darüber philosophieren, warum das Objekt/die Sache zur Natur gehört bzw. als natürlich verstanden werden kann.</p></li></ul>


  









<hr />
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  <h2>2) Die hermeneutische Methode <br>(nach Gadamer)</h2><h3><strong>Ausgangspunkt: Gedanken und Symbole verstehen</strong></h3><p class="">Die Hermeneutik ist die philosophische Wissenschaft vom Verstehen und Begreifen. Und zwar von allem Möglichen, insbesondere Texte, Kunstwerke, Musik, Taten oder Aussagen. Aus Tradition zielt die hermeneutische Methode auf die <strong>Deutung von Texten</strong> ab.&nbsp;Auf die Kunst der Textdeutung können Kinder bereits in der 1. Klasse eingehen. Natürlich werden hierbei keine schwierigen Original-Texte von Philosophen genutzt, sondern sorgsam ausgewählte Texte, die anschaulich und verständlich formuliert sind.</p>


  









<hr />

  
  <h3><strong>Beispiel zur hermeneutischen Methode in der Kinderphilosophie</strong></h3><p class="">Ein Text, der gerne mit kleineren Kindern untersucht wird, ist „Mit anderen mitfühlen“ von dem englischen Philosophen David <strong>Hume</strong> (1711-1776). </p><p class="">Hier geht es um Empathie und Mitgefühl für andere Menschen. Für dieses Vorgehen hat der amerikanische Philosoph <em>Matthew Lipman</em> eine Methode entworfen. </p><p class="">Lipman ist überzeugt, Kindern werde durch geführte Fragen das Verständnis von Texten vereinfacht.</p>


  










  
  <h4><span class="sqsrte-text-color--darkAccent"><strong>Beispiel: Was ist Mitgefühl? – Patnerinterview</strong></span></h4><ul data-rte-list="default"><li><p class="">Die Schüler lesen einen Text und stellen sich gegenseitig Fragen.</p></li><li><p class="">Der oder die Fragenstellende schreibt die Antworten in Stichworten auf ein Blatt Papier. Ebenso verfährt der Partner oder die Partnerin.</p></li><li><p class="">Auf diese Weise wird der Text in seinen Kernpunkten analysiert.</p></li><li><p class="">&nbsp;Die beiden Schüler im Partnerinterview urteilen selbst, ob die Antworten passen oder nicht.&nbsp;</p></li><li><p class="">Die Partnerarbeit kann dann zusammen mit der Klasse besprochen werden.</p></li></ul>


  









<hr />
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  <h2>3) Die analytische Methode <br>(nach Platon)</h2><h3><strong>Ausgangslage: Begriffe klären und argumentieren</strong></h3><p class="">Die philosophische Begriffsanalyse ist ein Klassiker und wurde uns vom griechischen Philosophen Platon (ca. 428/27–348/47 v.Chr.) überliefert. Immer wieder ließ er seinen weisen Lehrer Sokrates in verschiedenen Schriftstücken mit Schülern über Begrifflichkeiten diskutieren.&nbsp;Einmalig ist <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/sokrates-zitate" target="_blank">Sokrates</a> Fragetechnik durch ihre Konzentration auf Begriffsklärungen und Argumentationsstränge.&nbsp;</p>


  









<hr />

  
  <h3><strong>Beispiel zur analytischen Methode der Begriffsanalyse</strong></h3><p class="">Ziel ist es, abstrakte Begriffe (Glück, Gerechtigkeit, Freundschaft, Natur) die in Sinnfragen eine wesentliche Rolle spielen, in ihrer <strong>Bedeutung</strong> zu ergründen. </p><p class="">Am besten gelingt dass durch die Untersuchung von Wortfeldern</p><ul data-rte-list="default"><li><p class="">Lassen Sie die Kinder ein Objekt oder ein Erlebnis auf ein Stück Papier malen oder zeichnen. Das Objekt oder Erlebnis soll mit dem untersuchten Begriff in Beziehung stehen. Zum Beispiel, was die Kinder mit Freundschaft verbinden.</p></li><li><p class="">Wenn alle fertig sind, werden die Zeichnungen&nbsp; in einen Kreis gelegt – am besten so angeordnet, dass sich die Form einer Blume ergibt. Natürlich können mehrere Blumen entstehen..</p></li><li><p class="">Die Mitte der <strong>Begriffsblume</strong> ziert schließlich ein Symbol für Freundschaft (zum Beispiel die Gesichter zweier Kinder oder ein Freundschaftsarmband). Sie können auch einfach nur das Wort “Freunde” in einen Kreis einzeichnen und das Blatt in die Mitte legen.</p></li><li><p class="">Die Zeichnungen der Kinder sollen die Blütenblätter darstellen, welche um die Mitte der Begriffsblume liegen. Ziel ist es, zu verdeutlichen, dass ein Begriff durch andere Begriffe beschreibbar ist.</p></li></ul>


  









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  <h4><strong>Bsp: Argumentation &amp; Begründen</strong></h4><p class="">Mindestens genauso wichtig wie die Begriffsanalyse, ist die Argumentation in der Philosophie mit Kindern. Hat ein Kind eine Meinung, sollte es angehalten werden, diese zu begründen. Dabei wird in der Regel zwischen <strong>empirischen und nichtempirischen Argumenten</strong> unterschieden. Nichtempirische Argumente sind das Hauptinstrument der Philosophie.&nbsp;</p><ol data-rte-list="default"><li><p class="">Empirische Gründe sind <strong>Tatsachen-Informationen</strong>, die nachgeprüft werden können</p><p class=""><em>Bsp: „Ich bin zu spät in den Unterricht gekommen, weil der Schulbus Verspätung hatte“</em></p></li><li><p class="">Bei der 2. Argumentationsform handelt es sich um sogenannte <strong>Verstehensargumente</strong>, die das Verständnis einer Handlung bzw. eines Urteils „verbessern“ sollen. </p><p class=""><em>Beispiel: „Menschen benötigen Freunde, weil sie in Notlagen nicht gern allein sind.“</em>&nbsp;</p></li></ol>


  









<hr />
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  <h2>4) Die dialektische Methode <br>(nach Sokrates)</h2><h3><strong>Das sokratisches Gespräch</strong></h3><p class="">Die dialektische Methode wird auf den griechischen Philosophen Sokrates (ca. 470–399 v.Chr.) zurückgeführt. Mit gezielten Fragetechniken brachte er seine Gesprächspartner zum Nachdenken. Sokrates Anliegen war es, die bloße Meinung (doxa) zu als <strong>ungesichertes Schein-Wissen</strong> zu erkennen und zum überprüften Wissen zu gelangen. Wenn von Wissen im Zusammenhang mit der sokratischen Methode die Rede ist, dann geht es nicht um ein absolutes Wissen im Sinne einer letzten, unumstößlichen Gewissheit.&nbsp;» I<a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/ich-weiss-dass-ich-nichts-weiss" target="_blank">ch weiß, dass ich nicht weiß</a>.</p><p class="">Daher endeten viele Gespräche des Sokrates in der sogenannten Aporie: Der <strong>Ausgang bleibt offen</strong>. Stattdessen eröffnet sich den Gesprächspartnern ein Feld an möglichen Lösungen, Ansätzen und Denkfiguren. Auf den Punkt gebracht: so ein vieldeutiger und moralischer Begriff wie Gerechtigkeit lässt sich nicht endgültig definieren. Dagegen können <strong>mehrere Aspekte</strong> zum Vorschein kommen, wie gesetzliche Gleichheit, materielle Grundversorgung etc. » <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/sokratischer-dialog" target="_blank">Sokratischer Dialog</a></p>


  









&nbsp;
  
  <h3><strong>3 Merkmale des sokratischen Gesprächs</strong></h3><p class="">Für das Philosophieren mit Kindern sind vor allem drei Merkmale der klassischen sokratischen Gesprächsmethode wichtig:&nbsp;</p><ol data-rte-list="default"><li><p class="">der Ausgangspunkt von <strong>lebensweltlichen</strong> Erfahrungen&nbsp;</p></li><li><p class="">das Miteinander-Denken&nbsp;</p></li><li><p class="">die Vorläufigkeit möglicher Antworten</p></li></ol><p class="">Die Empathiefähigkeit, das „Sich-hineinversetzen in andere“ ist die notwendige <strong>Bedingung</strong> für sokratische Gespräche mit Kindern, gegenseitige Akzeptanz &amp; Wertschätzung ist der notwendige Startpunkt.&nbsp;» <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/zwischenmenschlichkeit" target="_blank">Zwischenmenschlichkeit</a></p>


  










  
    
  
  <h4><span class="sqsrte-text-color--darkAccent"><strong>Bsp: Blitzlicht</strong></span></h4><ul data-rte-list="default"><li><p class="">Lassen Sie die Kinder zu einer Sinnfrage brainstormen. Zum Beispiel: „Können Kuscheltiere Freunde sein?“ </p></li><li><p class="">Jedes Kind darf sagen, was ihm bei der Frage durch den Kopf geht.</p></li><li><p class="">Das geht auch schriftlich: Kopf auf ein Blatt Papier zeichnen, für alle Kinder kopieren und austeilen. In den Kopf wird nun ein Gegenstand oder Stichwort gemalt, das zur Frage passt.&nbsp;</p></li><li><p class="">Anschließend können die Blitzlichter in einen Kreis gelegt werden und sollen Gespräche anregen.&nbsp;</p></li></ul>


  









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  <h2>5) Die spekulative Methode in der Kinderphilosophie</h2><h3><strong>Gedankenexperimente durchführen</strong></h3><p class="">Beim Philosophieren spielen nicht nur Argumente und Logik eine Rolle, sondern auch <strong>Fantasie und Imaginationskraft</strong>. Gedankenexperimente sind darum eine beliebte Denkfigur in der Philosophie. </p>


  










  
    
  
  <p class="">Dabei wird ein Gedanke von der Wirklichkeit auf eine fiktive Situation oder Realität übertragen. </p><p class="">Zum Beispiel: “<em>Wie wäre eine Welt ohne Tiere?</em>” Natürlich können auch Gedankenexperimente schriftlich oder mündlich initiiert werden – eben so, wie es die Situation erfordert.</p>


  










  
    
  
  <h3><strong>Bsp: Gedankenexperiment</strong></h3><p class="">Gedankenexperimente lassen sich durch ihre Form charakterisieren. Sie werden oft folgendermaßen formuliert:&nbsp;</p><ul data-rte-list="default"><li><p class="">„Was wäre, wenn (nicht)...”</p></li><li><p class="">“Stellt euch mal vor…“&nbsp;</p></li><li><p class="">konkrete Beispielfrage: „Was wäre, wenn Tiere die gleichen Rechte wie Menschen hätten?“&nbsp;</p></li></ul>


  









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  <h2><span class="sqsrte-text-color--darkAccent"><strong>Fazit:</strong> Methoden in der Philosophie für Kinder</span></h2><p class="">Die 5 Grundmethoden des Philosophierens mit Kindern sind nicht zufällig gewählt, sondern eine <strong>spezielle Technik</strong> für Heranwachsende, tiefer in die Welt der Gedanken, Vorstellungen und Bedeutungen einzusteigen.&nbsp;</p><p class="">» Zum 1. Teil: <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/philosophieren-mit-kindern" target="_blank">Philosophieren mit Kindern</a> – Staunen, Sinnfragen &amp; Bedeutung</p>


  










  


  
    <html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3662661810?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen: Grundlagen – Methoden – Praxis (Philosophische Bildung in Schule und Hochschule)" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/51nqD8FhfVL._SL500_.jpg" alt="Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen: Grundlagen – Methoden – Praxis (Philosophische Bildung in Schule und Hochschule)"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3662661810?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen: Grundlagen – Methoden – Praxis (Philosophische Bildung in Schule und Hochschule)" target="_blank">Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen: Grundlagen – Methoden – Praxis (Philosophische Bildung in Schule und Hochschule)</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
<html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/B07S1ZJMNC?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Handbuch Philosophie der Kindheit" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/41TL60BDF6L._SL500_.jpg" alt="Handbuch Philosophie der Kindheit"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/B07S1ZJMNC?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Handbuch Philosophie der Kindheit" target="_blank">Handbuch Philosophie der Kindheit</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
  
  






<hr />

  
    
  
  <p class="sqsrte-small"><strong>Quellen:</strong></p><p class="sqsrte-small">1) Universität Hamburg<br>2) » Barbara Brüning: <a href="https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1035028047"><span><strong>Philosophieren mit Kindern</strong></span></a> (#Affiliate-Link/Anzeige), Eine Einführung in Theorie und Praxis&nbsp;<br>3) Martin Textor: Kita-Handbuch<br>4) Philosophisch-Politische Akademie (PPA) e.V. Bonn&nbsp;<br>5) Institute for the Advancement of Philosophy for Children (IAPC)<br>6) ICPIC The International Council of Philosophical Inquiry with Children<br>7) Institut für Kinderphilosophie in Österreich<br>8) » Hofmann: <a href="https://amzn.to/3G06a13"><span><strong>Wozu eigentlich Philosophie?</strong></span></a> (#Affiliate-Link/Anzeige): Was ist der Geist? Bin ich wach oder träume ich? Woher weiß ich, was du denkst? Eine Einführung in die Philosophie für Kinder ab 10 Jahren<br>9) » <a href="https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1065343550"><span><strong>Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen </strong></span></a>(#Affiliate-Link/Anzeige), Grundlagen – Methoden – Praxis&nbsp;<br>10) » <a href="https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1053134754"><span><strong>Handbuch: Philosophie der Kindheit</strong></span></a> (#Affiliate-Link/Anzeige)&nbsp;</p>]]></content:encoded><media:content height="1868" isDefault="true" medium="image" type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1755332770144-QIZ3I9TE4VIVX8WY0646/unsplash-image-JZ51o_-UOY8.jpg?format=1500w" width="1246"><media:title type="plain">Philosophische Fragen für Kinder – Beispiele &amp; Methoden der Kinderphilosophie</media:title></media:content></item><item><title>Walther Bensemann </title><dc:creator>Dr. phil. Josef Bordat</dc:creator><pubDate>Sat, 13 Jun 2026 05:53:31 +0000</pubDate><link>https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/bensemann</link><guid isPermaLink="false">5f26f247cb729c57bdf69edc:5f26f3ca510a750ec73011dd:69d8e4b9e76ae66c62188eb0</guid><description><![CDATA[11 Fußballer, die man kennen sollte, auch, wenn man sich nicht für Fußball 
interessiert – Teil 4: Er ist sicherlich der schlechteste der elf Spieler 
dieser kleinen Serie. Als aktiver Fußballer galt er in seiner Jugend als 
nur wenig talentiert. Außerdem als viel zu langsam und – etwas zu dick.]]></description><content:encoded><![CDATA[<h3 data-rte-preserve-empty="true">11 Fußballer, die man kennen sollte, auch, wenn man sich nicht für Fußball interessiert – Teil 4</h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-large">Er ist sicherlich der schlechteste der elf Spieler dieser kleinen Serie. Als aktiver Fußballer galt er in seiner Jugend als nur wenig talentiert. Außerdem als viel zu langsam und – etwas zu dick. Nein, nein, es geht nicht um Diego Maradona – der kommt demnächst noch zu seiner Ehre. Es geht um Walther Bensemann. Als recht erfolgloser Spieler ist er hier auch vielmehr als Organisator und Publizist interessant, als Fußball-Funktionär und Edel-Experte, als Spielmacher einer ganzen Nation. Oder, kurz gesagt: Als größter Fan aller Zeiten.</p>


  










  


  
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                <img data-stretch="false" data-image="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775822278527-K6LV1Y3EHJUDNMUZTZIE/unsplash-image-sZr3YTMvQgs.jpg" data-image-dimensions="1667x2500" data-image-focal-point="0.5,0.5" alt="" data-load="false" elementtiming="system-image-block" data-sqsp-image-classic-block-image src="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775822278527-K6LV1Y3EHJUDNMUZTZIE/unsplash-image-sZr3YTMvQgs.jpg?format=1000w" width="1667" height="2500" sizes="(max-width: 640px) 100vw, (max-width: 767px) 100vw, 100vw" onload="this.classList.add(&quot;loaded&quot;)" srcset="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775822278527-K6LV1Y3EHJUDNMUZTZIE/unsplash-image-sZr3YTMvQgs.jpg?format=100w 100w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775822278527-K6LV1Y3EHJUDNMUZTZIE/unsplash-image-sZr3YTMvQgs.jpg?format=300w 300w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775822278527-K6LV1Y3EHJUDNMUZTZIE/unsplash-image-sZr3YTMvQgs.jpg?format=500w 500w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775822278527-K6LV1Y3EHJUDNMUZTZIE/unsplash-image-sZr3YTMvQgs.jpg?format=750w 750w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775822278527-K6LV1Y3EHJUDNMUZTZIE/unsplash-image-sZr3YTMvQgs.jpg?format=1000w 1000w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775822278527-K6LV1Y3EHJUDNMUZTZIE/unsplash-image-sZr3YTMvQgs.jpg?format=1500w 1500w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775822278527-K6LV1Y3EHJUDNMUZTZIE/unsplash-image-sZr3YTMvQgs.jpg?format=2500w 2500w" loading="lazy" decoding="async" data-loader="sqs">

            
          
        
          
        

        
      
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  <p data-rte-preserve-empty="true">1873 geboren, ist der junge Bensemann wie besessen von dem in Deutschland als „englische Krankheit“ verpönten Fußball. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Hierzulande hat das Ende des 18. Jahrhunderts entstandene und 1807 von Friedrich Ludwig Jahn institutionell begründete Turnen eine überragende Bedeutung in der Leibeserziehung.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Fußball gilt dagegen als „Sport“ (ein Gegensatz zum Turnen – noch heute erkennbar an Vereinen mit TSV im Namen: Turn- und Sportverein), manchem gar als „Fußlümmelei“ und „sinnloses Getrete“. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Fußballspiele werden regelmäßig gestört – nicht durch alkoholisierte englische Hooligans, sondern durch aufrechte preußische Bürger.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» Beyer: <a target="_blank" href="https://amzn.to/3NZKsyt"><strong>Der Mann, der den Fußball nach Deutschland brachte</strong></a>: (#Ad/Affiliate-Link) Das Leben des Walther Bensemann. Ein biografischer Roman</p>


  










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  <p data-rte-preserve-empty="true">Walther Bensemann ist mutig genug (und „fußballverrückt im besten Sinne“, wie Horst Hrubesch sagen würde), um dennoch mehrere Fußballvereine zu gründen – unter anderem die Vorläufer der heutigen Großclubs Eintracht Frankfurt, Karlsruher SC und Bayern München.</p><p data-rte-preserve-empty="true">1899 organisiert er die ersten beiden Länderspiele einer deutschen Mannschaft gegen England. Auf einem Bolzplatz in Berlin verliert die den englischen Profis in allen Belangen unterlegene Bensemannschaft am 23. und 24. November 1899 mit 2:13 und 2:10. Eine Blamage. Beziehungsweise gleich zwei.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» Walther Bensemann: <a target="_blank" href="https://amzn.to/4vp2fj8"><strong>Kosmopolit des Fußballs</strong></a>, (#Ad/Affiliate-Link) Gründer des „Kicker“ (Jüdische Miniaturen: Herausgegeben von Hermann Simon)</p>


  









&nbsp;
  
  <h2 data-rte-preserve-empty="true">Und dennoch der Durchbruch</h2><p data-rte-preserve-empty="true">Bensemann und seine Mitstreiter gründen wenige Wochen später, am 28. Januar 1900, heute vor 126 Jahren, den Deutschen Fußball Bund. Dass dieser einmal zu den größten und erfolgreichsten Sportfachverbänden der Welt gehören würde, war im Winter 1899/1900 alles andere als klar. Bensemann wollte lediglich seinem Sport in Deutschland zum Durchbruch verhelfen, ohne für den DFB große politische Ansprüche zu erheben, denn: „Sport veredelt den Charakter, Politik verdirbt ihn“. So Bensemann.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Darauf folgte 1920 der zweite Teil seines Lebenswerks: die Gründung der Sportzeitung „Kicker“. Darin berichtet Bensemann höchstselbst von den Großereignissen seiner Zeit, dem Olympischen Fußballturnier in Paris (1924) oder der zweiten Fußballweltmeisterschaft in Italien (1934). Noch heute ist der „Kicker“ <em>die</em> Fußballzeitschrift schlechthin.</p>


  









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  <p data-rte-preserve-empty="true">Am 12. November 1934 stirbt Walther Bensemann – zwanzig Jahre vor dem ersten großen Erfolg seines DFB bei der Weltmeisterschaft 1954, die Deutschland bekanntlich gewann. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Nach Bensemanns Tod erscheint in seinem „Kicker“ (mittlerweile von den Nazis in „Amtliches Organ des Reichsfachamtes Fußball im NS-Reichsbund für Leibesübungen“ umbenannt) ein einziger Satz als Nachruf. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Ansonsten wird der im Schweizer Exil verstorbene Bensemann in seiner Heimat totgeschwiegen. Walther Bensemann war Jude.</p>]]></content:encoded><media:content height="2250" isDefault="true" medium="image" type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775822326441-BJ7E39SIHAPUDSLWITWL/unsplash-image-sZr3YTMvQgs.jpg?format=1500w" width="1500"><media:title type="plain">Walther Bensemann</media:title></media:content></item><item><title>Horst Szymaniak </title><dc:creator>Dr. phil. Josef Bordat</dc:creator><pubDate>Sat, 06 Jun 2026 05:44:10 +0000</pubDate><link>https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/szymaniak</link><guid isPermaLink="false">5f26f247cb729c57bdf69edc:5f26f3ca510a750ec73011dd:69d8e287bb552b4ef821b715</guid><description><![CDATA[11 Fußballer, die man kennen sollte, auch, wenn man sich nicht für Fußball 
interessiert: Teil 3: Lange vor dem ersten Tatort aus Duisburg (1981) hatte 
das Ruhrgebiet seinen „Schimmi“. Mit Vornamen hieß er ebenfalls Horst, wie 
der von Götz George verkörperte Kriminalkommissar Horst Schimanski. Ich 
meine Horst Szymaniak.]]></description><content:encoded><![CDATA[<h3 data-rte-preserve-empty="true">11 Fußballer, die man kennen sollte, auch, wenn man sich nicht für Fußball interessiert: Teil 3</h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-large">Lange vor dem ersten Tatort aus Duisburg (1981) hatte das Ruhrgebiet seinen „Schimmi“. Mit Vornamen hieß er ebenfalls Horst, wie der von Götz George verkörperte Kriminalkommissar Horst Schimanski. Ich meine Horst Szymaniak, dessen regionale (und später auch nationale) Beliebtheit die Macher des Duisburger Tatorts inspirierte, den Helden des Kriminalspiels ganz ähnlich zu nennen.</p>


  










  


  
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                <img data-stretch="false" data-image="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775821791100-MZR2AWVC5ML5J1B427ZE/unsplash-image-f_QG9Y8VWX4.jpg" data-image-dimensions="2500x2500" data-image-focal-point="0.5,0.5" alt="" data-load="false" elementtiming="system-image-block" data-sqsp-image-classic-block-image src="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775821791100-MZR2AWVC5ML5J1B427ZE/unsplash-image-f_QG9Y8VWX4.jpg?format=1000w" width="2500" height="2500" sizes="(max-width: 640px) 100vw, (max-width: 767px) 100vw, 100vw" onload="this.classList.add(&quot;loaded&quot;)" srcset="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775821791100-MZR2AWVC5ML5J1B427ZE/unsplash-image-f_QG9Y8VWX4.jpg?format=100w 100w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775821791100-MZR2AWVC5ML5J1B427ZE/unsplash-image-f_QG9Y8VWX4.jpg?format=300w 300w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775821791100-MZR2AWVC5ML5J1B427ZE/unsplash-image-f_QG9Y8VWX4.jpg?format=500w 500w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775821791100-MZR2AWVC5ML5J1B427ZE/unsplash-image-f_QG9Y8VWX4.jpg?format=750w 750w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775821791100-MZR2AWVC5ML5J1B427ZE/unsplash-image-f_QG9Y8VWX4.jpg?format=1000w 1000w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775821791100-MZR2AWVC5ML5J1B427ZE/unsplash-image-f_QG9Y8VWX4.jpg?format=1500w 1500w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775821791100-MZR2AWVC5ML5J1B427ZE/unsplash-image-f_QG9Y8VWX4.jpg?format=2500w 2500w" loading="lazy" decoding="async" data-loader="sqs">

            
          
        
          
        

        
      
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  <p data-rte-preserve-empty="true">Und tatsächlich haben Horst Szymaniak und Horst Schimanski einiges gemein: </p><ul data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true">Eine klare, oft derbe Sprache, </p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true">die Attitüde des ehrlichen Malochers, </p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true">die große Sympathie für die Belange des „kleinen Mannes“, </p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true">das ungehobelte Aus-dem-Rahmen-Fallen, </p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true">die gesunde Skepsis gegenüber Macht und Schicki-Micki.</p></li></ul><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» <a target="_blank" href="https://amzn.to/3OixUCm"><strong>Horst Szymaniak: Eine Wuppertaler Fußball-Legende</strong></a> (#Ad/Affiliate-Link)</p>


  










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  <p data-rte-preserve-empty="true">Der 1934 geborene Szymaniak spielte anderthalb Jahrzehnte in verschiedenen europäischen Ligen und den USA, absolvierte 43 Länderspiele, darunter zehn bei den Weltmeisterschaften 1958 und 1962, und holte doch nur einen einzigen Titel (und auch den nur als Reservist): den Europapokal der Landesmeister (1964 mit Inter Mailand). Dennoch gewann er mit seinem unkonventionellen Instinkfußball die Herzen der Fans.</p>


  









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  <h3 data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775821498422_6406">Und mit seiner unbeugsamen Bergarbeiterhaltung. </h3><p data-rte-preserve-empty="true">Als er 1958 vor dem WM-Halbfinale gegen den Gastgeber Schweden bei der Begrüßung der deutschen Mannschaft durch König Gustav VI. Adolf den Blick nicht demütig senkte, sondern dem Monarchen beim Handschlag fest in die Augen sah und sich dafür später rechtfertigen musste, zitierte er eine alte Bergmannsregel: „Kein Kniefall, auch nicht vor gekrönten Häuptern“. Ins „All-Star-Team“ der Weltmeisterschaft, die Titelverteidiger Deutschland als Vierter beendete, kam Szymaniak trotzdem – als einziger Deutscher.</p>


  









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  <h2 data-rte-preserve-empty="true">Überhaupt: Szymaniaks flotte Sprüche. </h2><p data-rte-preserve-empty="true">Zu Franz Beckenbauer, mit dem er bei der Nationalmannschaft sein Zimmer teilte, soll er gesagt haben: „Wir sind die letzten Helden des 20. Jahrhunderts; nach uns kommen nur noch Spieler aus Kunststoff“. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Auf seinen manchmal übermäßigen Alkoholkonsum angesprochen, meinte „Schimmi“ lapidar: „Ein Pilsken gibt ’nen flachen Schuss“.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Horst Szymaniak, der „aufrechte Kerl“ (Uwe Seeler) einer deutschen Fußballergeneration, der ein ganz großer Titel verwehrt blieb, starb 2009 – wegen seiner großzügigen Art und ungeschickter Geschäftsabschlüsse ziemlich verarmt, obwohl er einer der ersten deutschen „Italien-Legionäre“ war. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Ausgerechnet Szymaniak. Vom Deutschen Fußball-Bund wurde er lange Zeit ignoriert und geriet so im offiziellen Fußballdeutschland weitgehend in Vergessenheit. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Vielleicht, weil dort in der Zwischenzeit zu viele Funktionäre aus Kunststoff tätig geworden sind.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» Die <a target="_blank" href="https://amzn.to/4vo12IY"><strong>deutsche Fußball-Illustrierte</strong></a> (#Ad/Affiliate-Link) - Jahrgang 1959; Nr. 6: Horst Szymaniak.</p>]]></content:encoded><media:content height="1500" isDefault="true" medium="image" type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775821859713-CHLAEA3XS6BHNBWC1C8K/unsplash-image-f_QG9Y8VWX4.jpg?format=1500w" width="1500"><media:title type="plain">Horst Szymaniak</media:title></media:content></item><item><title>Frau K. - Verletzungen in der Psychotherapie  </title><category>Psychotherapie</category><dc:creator>Dr. phil. Michael Mehrgardt</dc:creator><pubDate>Wed, 03 Jun 2026 06:00:07 +0000</pubDate><link>https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/frau-k-verletzungen-in-der-psychotherapie</link><guid isPermaLink="false">5f26f247cb729c57bdf69edc:5f26f3ca510a750ec73011dd:6a1d80c739722178e6796cda</guid><description><![CDATA[Verletzungen und Grenzüberschreitungen in der Therapie

Frau K. beschreibt, wie ihr Therapeut immer mehr seines Privatlebens in die 
Behandlung einfließen lässt. Am Ende ist für die Patientin kein Raum mehr - 
und ihr Selbstbewusstsein liegt mal wieder in Scherben.

Solche Schilderungen sind leider kein Einzelfall!
Wir Psychotherapeut*innen sollten uns dies zu Herzen nehmen.]]></description><content:encoded><![CDATA[<img src="https://vg07.met.vgwort.de/na/d47c69dd517947c5b688f2ebf4f96c9e" width="1" height="1" alt="">
  
  







  
  
<p data-rte-preserve-empty="true">Diesen Bericht schickte mir Frau K. Ende Mai 2026. Vorab schreibt sie:</p><p data-rte-preserve-empty="true"><em>“Es hat mich einiges an Überwindung gekostet, meine Erfahrung mit meinem EX-Psychotherapeuten aufzuschreiben. Vielleicht ist es zu etwas nütze ...”</em></p><p data-rte-preserve-empty="true">Sehr häufig erheben die Betroffenen <em>nicht </em>ihre Stimme. Viele behalten Verletzungen und Grenzüberschreitungen für sich: aus Loyalität, aus Scham, aus Angst vor Vergeltung?</p><p data-rte-preserve-empty="true">Frau K. meldet sich nach längerem Zögern jetzt zu Wort:</p><p data-rte-preserve-empty="true"></p>
<h2 data-rte-preserve-empty="true">Von warmherzig zu kaltschnäuzig </h2><h4 data-rte-preserve-empty="true"><br>Ein “pflegeleichter” Mensch</h4><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Ich gehöre zu den Mimosen in einer Rüstung, soll heißen meine Selbstkontrolle arbeitet nicht auf Stand by, sie läuft als Dauerprogramm.<br>Was mich sehr beliebt sein lässt für jeden Müll, den andere Menschen unbedingt jemandem erzählen müssen.&nbsp;<br>Auch Aufgaben überträgt man mir super gerne denn&nbsp;“Nein!” ist in meinem Wörterbuch leider fast nicht vorkommend.<br>Was mir die alleinige Pflege meiner Eltern und die meiner Schwiegermutter einbrachte, bis ich selbst nur noch ein Häufchen Elend war.&nbsp;<br>Denn auch meine eigene Familie würde ich jetzt nicht gerade als pflegeleicht beschreiben.<br>Es ist super, jemanden wie mich zu haben, den man nach getaner Arbeit kritisieren kann. Man hätte das ja alles ganz anders und viel besser gemacht.<br>Naja, am Ende war ich am Ende …</p><h4 data-rte-preserve-empty="true">Selbstwert-Scherben</h4><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Selbstwert als Scherben in der Gosse und Selbstbewusstsein nur noch ein gelegentliches Aufflackern eines fast erstorbenes Feuers.<br>Aber bevor ich mein Klingelschild abschrauben würde, wollte ich doch noch versuchen jemanden zu finden, der mich lehrt, wieder gerade zu gehen.<br>So viel zur Ausgangslage …</p><h4 data-rte-preserve-empty="true">Endlich Therapie!</h4><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Ich habe auch jemanden gefunden, privat bezahlt und es lief gut … allerdings gemäß den Vorgaben für Therapeuten sehr unorthodox ...<br><br><em>„Wäre es O.K., wenn wir Du sagen, dann spricht es sich doch viel besser?“</em></p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Ich hätte fast alles abgenickt, zumal ich keine Ahnung hatte, wie eine Therapie normalerweise läuft.<br>Ich habe Hausaufgaben bekommen und ganz folgsam gemacht.<br>Und wenn Stunde war, hat er sehr freundlich erklärt, warum und wieso, und dass in seiner Familie … ich weiß jetzt Dinge, die behalte ich lieber für mich ...<br>Mir ging es aber besser und nach etlichen Wochen hatte ich meinen Humor wieder.<br>Und begann mich, ab und zu so ähnlich wie „gut“ zu fühlen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Diese eine Stunde in der Woche war meine Krafttankstelle.&nbsp;</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Er gab die perfekte Blaupause für einen großen Bruder ab, mein Vertrauen war grenzenlos.&nbsp;Meine eigenen Brüder hätte ich sofort eingetauscht, zu ihnen verweigere ich jeden Kontakt.</p><h4 data-rte-preserve-empty="true">Die Freundin des Therapeuten als “Co.”</h4><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Bis seine Freundin bei ihm einzog. Erst habe ich mich sehr für ihn gefreut. aber dann tauchte sie im Behandlungsraum auf. Oder er lief rüber in die Küche zum Schmusen während unserer, <em>meiner </em>Stunde!&nbsp;<br>Ich fühlte mich damit unwohl auch weil ich Probleme habe, jemand mir Fremdem als Zuhörer zu haben.<br>Wir wechselten die Sprache von Deutsch auf Englisch, das wir beide sehr gut sprechen, da kam sie herein, als ich gerade mal alleine war, und meinte sie spräche auch gut englisch.</p><blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">So viel zu: <em>Sie hört doch nichts ...</em></p></blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Die Frau zeigte das Feingefühl einer Dachlatte und gleich viel Verständnis, was wir da eigentlich machen.&nbsp;Wir haben die Sprache doch nicht aus Jux und Dollerei gewechselt?</p><h4 data-rte-preserve-empty="true">Das “Krisengespräch”</h4><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Ich sagte, ich wolle nicht mehr kommen, er lachte mich aus, ich sei noch nicht so weit.<br>Ich bot eine andere Zeit an, auch einen anderen Tag, damit die beiden mehr Zeit für einander haben würden. Das lehnte er ab.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Ich fühlte mich nicht mehr wohl und sagte es auch.<br>Von da an war er kalt wie eine Hundeschnauze und von seinem freundschaftlichen Ton blieb nichts mehr übrig.&nbsp;Von: <br><em>Du bist mir wichtig, hier ist ein sicherer Ort, du kannst dich 100% auf mich verlassen</em>! zu: <br>- vor den Kopf gestoßen zu werden, <br>- angelogen zu werden und <br>- angetrunken angerufen zu werden, während seine Freundin im Hintergrund mit Geschirr hantierte.&nbsp;<br>Wie konnte er sich in so eine Situation bringen?</p><h4 data-rte-preserve-empty="true">Das Ende mit Schrecken</h4><p data-rte-preserve-empty="true">In unserer letzten Stunde sprang er auf, sein Stuhl kippte um, er brüllte, lief um den Tisch und drückte mich mit seinem Unterarm in meinem Nacken mit dem Kopf auf die Tischplatte.&nbsp;<br>Fragte mich etwas, ich antwortete. Seine Freundin war, angelockt durch den Krach, Zeuge der Szene.<br>Er ließ nach ein paar Sekunden, die mir ewig erschienen, los, ging zurück um den Tisch, hob den Stuhl auf, ging zu seiner Freundin, sprach mit ihr etwas, das ich nicht verstand, und kam zurück.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Ich packte währenddessen sehr beherrscht meine Sachen zusammen, stand auf, rückte meinen Stuhl zurück an den Tisch, schaute ihm direkt in die Augen, sagte:&nbsp;</p><blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><em>"Ich vertraue dir nicht mehr!"</em></p></blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Und ging. Vermutlich weiß wie eine Wand, aber völlig ruhig.&nbsp;Ich musste auf dem Weg nachhause anhalten, weil ich dachte, ich hätte einen Herzinfarkt, aber es ging vorbei.</p><h4 data-rte-preserve-empty="true">… und wieder Scherben!</h4><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Selbstwert als Scherben zurück in der Gosse und mein gerade wieder angezündetes Selbstbewusstsein mit einem Eimer kaltem Wasser gelöscht.&nbsp;</p><blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">16 Monate gute Arbeit in ein paar Wochen in die Tonne getreten.</p></blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Von beerdigtem Vertrauen in Psychotherapeuten will ich gar nicht erst reden.<br>Das war vielleicht nicht das Schlimmste, das mir in meinem Leben passiert ist, aber es hat mich über zwei Jahre gekostet, mir einen neuen Therapeuten zu suchen.<br>Und dem habe ich vor Aufregung und Stress vor der ersten Stunde erst einmal in den Vorgarten erbrochen.</p><h4 data-rte-preserve-empty="true">Angst, Schuld, Scham</h4><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Haben wir uns danach noch mal gesehen? Ja, ich habe dort noch etwas abgeholt.<br>Hat er sich entschuldigt? Nein. Er fragte, ob ich Angst vor ihm hatte, als der Stuhl umkippte, ich sagte “Nein”.&nbsp;<br>Ob ich mit Angst das Haus verlassen habe, auch da sagte ich “Nein”.&nbsp;<br>Warum sollte ich Angst haben, wenn auf der anderen Seite eines Tisches ein Stuhl umkippt?&nbsp;<br>Warum soll ich Angst haben, wenn ich das Haus verlassen kann? Er stand ja nicht in der Tür.<br>Wer die richtigen Fragen stellt, bekommt die Antworten, die er hören will.&nbsp;<br>Was er nicht fragte, war, ob ich Angst vor ihm hatte, als er mich von hinten mit seinem Arm auf die Tischplatte drückte.&nbsp;</p><blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Ja, ich hatte Angst vor ihm, in dem Moment.&nbsp;</p></blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Was mich mehr irritiert, ist, dass er sich nicht entschuldigen kann. Das hätte mir die letzten Jahre vieles erleichtert.&nbsp;<br>Das ist aber so ein Dr.-Ding. Die nehmen wohl jeden Morgen noch vor dem Frühstück ihre Unfehlbarkeitspille ein. Nicht alle, aber doch viele.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Ein gestandener Mann mit einen IQ von 130, auf den er so stolz ist, hat nach 16 Monaten guter Arbeit seinen Verstand komplett auf 0 gedreht.<br>Es langt nicht, dass man ihn hat, man muss ihn auch benutzen!&nbsp;Aber, nein, ich habe ihn nicht gemeldet; denn auch Psychotherapeuten sind nur Menschen.&nbsp;<br>Wenn man sich in seinem Alter noch mal verliebt, drehen die Hormone auf. Nicht weniger als bei einem pickeligen 15 Jährigen.<br>Und was macht man dann? Man wartet, bis sie 19 sind und wieder bei Verstand.&nbsp;</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Nach über 40 Jahren Ehe weiß ich, dass die meisten Dinge des Lebens sich mit der Zeit ändern. Wenn er Glück hat, bleibt nach seinem Höhenflug mehr als ein Kater übrig.</p><blockquote><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Wenn nicht, dann wird er sich in Grund und Boden schämen müssen. </p></blockquote><h4 data-rte-preserve-empty="true">Besserung - <em>trotz </em>Therapie!</h4><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Mich hat es gelehrt, dass ich am Ende viel stärker bin, als ich je dachte.&nbsp;<br>Und mein eigentliches Problem beackere ich mit jemand Neuem, der mich siezt!</p><h4 data-rte-preserve-empty="true">Nachlese</h4><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Ich nahm, was ich abholen wollte, er breitete seine Arme aus, um mich zum Abschied zu drücken. Ich habe sie ignoriert.&nbsp;<br>Irgend jemand hat ihm zu der gleichen Zeit eine Scheibe seines Autos eingeschlagen. Ich war es nicht!&nbsp;<br>Fand es aber interessant, zu wissen, dass wohl noch jemand nicht so ganz zufrieden mit dem Verhalten des Psychotherapeuten war ...<br>Rache als eine Reaktion auf eine Kränkung? Sie macht sie aber nicht ungeschehen.<br><br>Er bekommt von mir leere Postkarten geschickt.&nbsp;<br>Auch wenn außer der Adresse nichts darauf geschrieben steht, sagen sie doch etwas …&nbsp;<br>Ich habe es nicht vergessen. Und du wirst es auch nicht vergessen.&nbsp;</p><p data-rte-preserve-empty="true">Jemand nannte es „Rache mit Klasse!“&nbsp;</p><p data-rte-preserve-empty="true">P.U.K.</p>
<p data-rte-preserve-empty="true"><strong>Schlussbemerkungen von MM:</strong></p><ul data-rte-list="default"><li><p data-rte-preserve-empty="true">Ja, solche Dinge geschehen auch bei Richtlinien-Psychotherapeut*innen!</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true">Nein, wir dürfen uns nicht herausreden mit der Bemerkung, dass die Schilderungen der Patientin doch subjektiv seien! (Was denn sonst!?)</p></li><li><p data-rte-preserve-empty="true">Ja, solche Erfahrungsberichte sollten uns unter die Haut gehen!</p></li></ul>]]></content:encoded><media:content height="424" isDefault="true" medium="image" type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1704304317064-UX0KAT12ES4KEG1CRR2Z/24-01-03-c-MindrFrei.jpg?format=1500w" width="424"><media:title type="plain">Frau K. - Verletzungen in der Psychotherapie</media:title></media:content></item><item><title>Arthur Wharton</title><category>Philosophie</category><dc:creator>Dr. phil. Josef Bordat</dc:creator><pubDate>Sat, 30 May 2026 06:23:49 +0000</pubDate><link>https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/wharton</link><guid isPermaLink="false">5f26f247cb729c57bdf69edc:5f26f3ca510a750ec73011dd:69d8ddc26567262e1d97015e</guid><description><![CDATA[11 Fußballer, die man kennen sollte, auch, wenn man sich nicht für Fußball 
interessiert – Teil 2: Der Sport in den deutschen, französischen, 
belgischen und englischen Kolonien Afrikas hat sowohl bei der ideologischen 
Stützung imperialer Interessen als auch bei der Vorbereitung und Begleitung 
konkreter kolonialadministrativer Maßnahmen eine bedeutende Rolle gespielt.]]></description><content:encoded><![CDATA[<h3 data-rte-preserve-empty="true">11 Fußballer, die man kennen sollte, auch, wenn man sich nicht für Fußball interessiert – Teil 2</h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-large">Der Sport in den deutschen, französischen, belgischen und englischen Kolonien Afrikas hat sowohl bei der ideologischen Stützung imperialer Interessen als auch bei der Vorbereitung und Begleitung konkreter kolonialadministrativer Maßnahmen eine bedeutende Rolle gespielt. Die Vermittlung von „westlichen“ Werten und Lebensformen fand im Sport besonderen Ausdruck. </p>


  










  


  
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  <p data-rte-preserve-empty="true">Die entstehenden Vereine übernahmen rasch eine gesellschaftliche Führungsrolle, sorgten einerseits für Integration, andererseits für vertiefte Rassentrennung, abhängig von der jeweiligen Sportart. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Während sich die Weißen aus der Oberschicht der Kolonialverwaltung Mannschaftsspielen wie Rugby oder Cricket widmeten bzw. Individualsportarten wie Tennis oder Leichtathletik betrieben, war der Fußball der Sport des „kleinen“, in der Kolonialgesellschaft: schwarzen Mannes.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» Phil Vasili: <a target="_blank" href="https://amzn.to/4vp23As"><strong>The First Black Footballer</strong></a>: (#Affiliate-Link/Anzeige) Arthur Wharton 1865-1930: An Absence of Memory (Cass Series: Sport in the Global Society, 11, Band 11)</p>


  









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  <h2 data-rte-preserve-empty="true">Das erste Fußballspiel auf afrikanischem Boden</h2><p data-rte-preserve-empty="true">Das erste Fußballspiel auf afrikanischem Boden fand am 26. November 1866 in Natal (Südafrika) statt. Es spielten Einheimische gegen Offiziere der englischen Garnison; das Ergebnis ist unbekannt. Der erste Fußballverein wurde 1879 in Pietermaritzburg gegündet („Pietermaritzburg-Country“). </p><p data-rte-preserve-empty="true">Bald darauf folgten weitere Vereinsgründungen („Natal-Wasps“, „Durban-Alpha“, etc.), so dass im Jahre 1892 die Gründung der „Football-Association of South Africa“ möglich war. </p><p data-rte-preserve-empty="true">1897 war als erste ausländische Mannschaft das Londoner Team der „Corinthians“ zu Gast und 1906 tourte eine südafrikanische Mannschaft auf Einladung des argentinischen Verbandes durch Südamerika – mit Erfolg: 11 von 12 Partien wurden gewonnen.</p>


  









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  <h3 data-rte-preserve-empty="true">Das große Talent vieler Schwarzer für das Fußballspiel war eine echte Entdeckung. </h3><p data-rte-preserve-empty="true">Einige Spieler versuchten gar, als Profis in England ihr Glück. Bereits 1889 bekam der erste Afrikaner in England einen Profivertrag: Arthur Wharton.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Doch „Othello“, wie der Profi nach literarischem Vorbild genannt wurde, hatte trotz seines sportlichen Talents wenig Glück auf der Insel. Der sowohl als Torwart als auch als Feldspieler eingesetzte Wharton galt dort als Kuriosität, diente der Belustigung der Zuschauer, starb schließlich verarmt und wurde schnell vergessen.</p>


  









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  <p data-rte-preserve-empty="true">Auch wenn die Zeit der „Exoten“ im europäischen Fußball vorbei ist und heute fast jede Profimannschaft Europas Schwarzafrikaner oder deren Nachfahren in den eigene Reihen hat, knüpft die aktuelle Situation im Kontext des dubiosen Geschäfts der Spielervermittlung ziemlich nahtlos an den Kolonialismus an. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Freilich wurden die „Scouting“-Methoden professionalisiert, doch das Streben nach dem Profiglück treibt auch heute viele junge Afrikaner in die Hände fragwürdiger Gestalten, mit dem Ergebnis, dass viele von ihnen so enden wie Arthur Wharton.</p>]]></content:encoded><media:content height="1000" isDefault="true" medium="image" type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775821134424-NK0TC3H2BLL4BGM2NGDG/unsplash-image-10D_1gUt65U.jpg?format=1500w" width="1500"><media:title type="plain">Arthur Wharton</media:title></media:content></item><item><title>Wenn KI mit KI-Texten gefüttert wird – der digitale Rinderwahn</title><category>Philosophie</category><dc:creator>Tamara Niebler (Inkognito-Philosophin)</dc:creator><pubDate>Tue, 26 May 2026 06:53:15 +0000</pubDate><link>https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/digitaler-rinderwahn</link><guid isPermaLink="false">5f26f247cb729c57bdf69edc:5f26f3ca510a750ec73011dd:69943a881d03d0174901adcd</guid><description><![CDATA[Was passiert, wenn KI nicht mehr mit frischen, menschgemachten Texten 
trainiert wird, sondern immer mehr mit Content, den andere KIs produziert 
haben? Klingt erst mal nach einem cleveren Spartrick, ist aber eine 
Katastrophe für alle.]]></description><content:encoded><![CDATA[<p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-large">Was passiert, wenn KI nicht mehr mit frischen, menschgemachten Texten trainiert wird, sondern immer mehr mit Content, den andere KIs produziert haben? Klingt erst mal nach einem cleveren Spartrick, ist aber eine Katastrophe für alle.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small"><em>Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem SEO Philosophie Blog am 28.09.2025</em></p>


  










  


  
    <img src="https://vg06.met.vgwort.de/na/c229aebe2a924128a7cef3c6204b28ae" width="1" height="1" alt="">
  
  

















































  

    
  
    

      

      
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  <h2 data-rte-preserve-empty="true">Saturn verschlingt seine Kinder</h2><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Forscherinnen und Forscher von der Stanford University und Rice University haben herausgefunden, dass KI-Modelle eine Art „<strong>digitale Krankheit</strong>“ entwickeln können, wenn sie zu viele <span data-text-attribute-id="223ec8d1-0288-4c26-94f6-97e4692d9bf1" class="sqsrte-text-highlight">KI-generierte Texte als Trainingsmaterial</span> bekommen. </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Sie nennen das Ganze <em>Model Autophagy Disorder (MAD)</em> (tlws. auch Habsburg AI oder digitaler Rinderwahnsinn) – übersetzt so etwas wie „selbstverzehrende Störung“. </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» <a target="_blank" href="https://amzn.to/4cBkdHP"><strong>Atlas der KI</strong></a>: (#Ad/Affiliate-Link) Die materielle Wahrheit hinter den neuen Datenimperien</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Der <strong>Grund</strong>: KI-Modelle lernen aus Mustern und Wahrscheinlichkeiten. Wenn sie aber nur noch auf KI-Texte zurückgreifen, verstärken sich mehr und mehr <strong>dieselben Muster, Fehler und Eigenheiten</strong>. Die Vielfalt und die kleinen Unregelmäßigkeiten, die menschliche Texte so lebendig und authentisch machen, gehen abhanden. </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Das Ergebnis: Die KI wird immer schlechter, produziert schludrige, ungenaue oder sinnlose Texte.</p>


  









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  <h3 data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775895740173_54817">Model Autophagy Disorder (MAD)</h3><h4 data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775895740173_54816">Hat ein bisschen was von Rinderwahn …</h4><p data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775895740173_54815" class="">Die Forscher ziehen eine ernste <strong>Analogie</strong> zum Rinderwahn (BSE): Ähnlich „frisst“ die KI ihre eigenen Texte, bis das System krank wird. Nur wird mit “krankem Content” das ganze Internet beeinflusst.</p>


  










  


  
    <html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3946130410?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Das Ich zwischen Du und Es: Zwischenmenschliche Beziehungen im Zeitalter der Digitalisierung" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/31glUNDHHnL._SL500_.jpg" alt="Das Ich zwischen Du und Es: Zwischenmenschliche Beziehungen im Zeitalter der Digitalisierung"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3946130410?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Das Ich zwischen Du und Es: Zwischenmenschliche Beziehungen im Zeitalter der Digitalisierung" target="_blank">Das Ich zwischen Du und Es: Zwischenmenschliche Beziehungen im Zeitalter der Digitalisierung</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
<html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3837654222?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Digitalisierung als Distributivkraft: Über das Neue am digitalen Kapitalismus (X-Texte zu Kultur und Gesellschaft)" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/4157LgD409L._SL500_.jpg" alt="Digitalisierung als Distributivkraft: Über das Neue am digitalen Kapitalismus (X-Texte zu Kultur und Gesellschaft)"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3837654222?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Digitalisierung als Distributivkraft: Über das Neue am digitalen Kapitalismus (X-Texte zu Kultur und Gesellschaft)" target="_blank">Digitalisierung als Distributivkraft: Über das Neue am digitalen Kapitalismus (X-Texte zu Kultur und Gesellschaft)</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
  
  







  
  
<p data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775895740173_54814" class="">Das Internet ist mittlerweile voll mit KI-Texten. Blogs, Nachrichten, Social-Media-Posts – immer mehr Inhalte entstehen mithilfe von KI-Tools. Wenn zukünftige KI-Modelle nur noch auf solche Texte zurückgreifen, verschlechtert sich ihre Qualität. Das bedeutet weniger hilfreiche, weniger kreative und weniger glaubwürdige Inhalte <strong>für uns alle</strong>.</p><p data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775895740173_54968" class="sqsrte-small">» <a target="_blank" href="https://amzn.to/4tJshMH"><strong>QualityLand</strong></a> (#Ad/Affiliate-Link) Roman | Eine satirische Dystopie und Gesellschaftskritik</p>
<p data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775895740173_33116" class="">Um zu verstehen, warum das Füttern von KI mit KI-Texten problematisch ist, müssen wir uns anschauen, wie KI-Modelle lernen. Sie werden mit riesigen Datenmengen trainiert. Diese bestehen aus Texten, Bildern, Videos und anderen Inhalten, die meist aus dem Internet stammen. Die KI analysiert diese Daten, erkennt Muster und lernt, wie Sprache funktioniert.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Wenn diese Trainingsdaten vielfältig und „echt“ sind, lernt die KI, flexibel und kreativ zu sein. Doch wenn die Daten immer ähnlicher werden – etwa weil sie hauptsächlich aus KI-generierten Texten bestehen –, lernt die KI nur noch eine begrenzte Anzahl von Mustern. Sie wird quasi „betriebsblind“ und verliert die Fähigkeit, neue, originelle Inhalte zu erzeugen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» <a target="_blank" href="https://amzn.to/3ObRD6M"><strong>Filter Bubble</strong></a>: (#Ad/Affiliate-Link) Wie wir im Internet entmündigt werden</p>


  









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  <h3 data-rte-preserve-empty="true">Die Folgen: haufenweise miese KI-Texte</h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Schon 2023 zeigten erste Studien, dass die Qualität von KI-generierten Texten abnimmt, wenn die Modelle zu stark auf KI-Daten zurückgreifen. Ein Beispiel: Die Programmierfähigkeiten von ChatGPT haben im Laufe des Jahres 2022 deutlich nachgelassen (vgl. Studie der Stanford University). </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Das liegt vermutlich daran, dass die Trainingsdaten zunehmend KI-generierte Codes enthalten, die Fehler oder schlechte Muster verstärken.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Das Problem ist also nicht nur theoretisch, sondern hat schon <strong>jetzt praktische Auswirkungen</strong>. Wenn KI-Modelle schlechter werden, leidet die Qualität der Inhalte im Internet – und damit auch unser digitales Leseerlebnis.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» <a target="_blank" class="in-cell-link" href="https://amzn.to/4fkM4Mb"><strong><u>Radikaler Digitaler Humanismus</u></strong></a>: (#Affiliate-Link/Anzeige) Eine Philosophie für die digitale Gesellschaft des 21. Jahrhunderts</p>


  









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  <h4>Warum Filter und digitale Wasserzeichen nicht helfen</h4><p class="">Eine naheliegende Lösung wäre, KI-generierte Texte mit digitalen Wasserzeichen zu versehen oder Filter einzusetzen, die solche Inhalte erkennen. Leider sind diese Methoden bisher nicht zuverlässig genug.</p><p class="">Das bedeutet, dass KI-Unternehmen und Forscherinnen und Forscher es immer schwerer haben, reine, menschgemachte Daten zu sammeln. Die Gefahr steigt, dass KI-Modelle immer mehr auf KI-Daten (synthetische Daten) angewiesen sind – und damit in die „digitale Autophagie“ rutschen.</p>


  










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  <h2 data-rte-preserve-empty="true">Was bedeutet das für die Zukunft der Künstlichen Intelligenz?</h2>


  










  


  
    <html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3451389150?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Kritik der digitalen Vernunft: Warum Humanität der Maßstab sein muss" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/51KGV7WnmtL._SL500_.jpg" alt="Kritik der digitalen Vernunft: Warum Humanität der Maßstab sein muss"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3451389150?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Kritik der digitalen Vernunft: Warum Humanität der Maßstab sein muss" target="_blank">Kritik der digitalen Vernunft: Warum Humanität der Maßstab sein muss</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
<html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3957574765?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Philosophie der Maschine" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/61QIkRRfy3L._SL500_.jpg" alt="Philosophie der Maschine"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3957574765?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Philosophie der Maschine" target="_blank">Philosophie der Maschine</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
  
  







  
  <p data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775895740173_60633" class="">Die Forscherinnen und Forscher warnen, dass ohne genügend frische, menschgemachte Daten zukünftige KI-Modelle zwangsläufig an Qualität verlieren werden. Das könnte zu einer <strong>Abwärtsspirale</strong> führen: Schlechtere KI-Texte führen zu schlechteren Trainingsdaten, was wiederum zu noch schlechteren Modellen führt.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Das wäre fatal, denn KI wird in immer mehr Bereichen eingesetzt: von der Medizin über die Wissenschaft bis hin zur Medienproduktion. Wenn die KI-Qualität sinkt, leiden auch diese Bereiche – und wir alle bekommen weniger verlässliche und hilfreiche Informationen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» <a target="_blank" class="in-cell-link" href="https://amzn.to/451RRTE"><strong><u>Digitale Ethik</u></strong></a>: (#Affiliate-Link/Anzeige) Ein Wertesystem für das 21. Jahrhundert</p>


  









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  <h3 data-rte-preserve-empty="true">Was kann man dagegen tun?</h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Die Lösung ist eigentlich simpel, aber nicht unbedingt easy: <span data-text-attribute-id="113b2b6f-9a6a-42d9-a72b-31a77c60f7b9" class="sqsrte-text-highlight">Mehr echte, menschgemachte Inhalte</span>! Menschen müssen weiterhin kreativ schreiben, forschen und kommunizieren. Nur so bleibt die Datenbasis vielfältig und hochwertig.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Außerdem könnten <strong>neue Geschäftsmodelle</strong> entstehen, bei denen Autorinnen und Autoren für ihre Texte bezahlt werden, damit KI-Modelle mit diesen Inhalten trainiert werden können. </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Das wäre eine faire Win-win-Situation: Die KI bekommt frische Daten, und die Menschen verdienen Geld mit ihrer Kreativität. Bislang sieht es aber nicht danach aus, als würden <strong>Urheberrechte</strong> irgendwie honoriert werden, im Gegenteil, keiner der Big Player hat Skrupel, fremde Texte und Daten zu klauen.</p>


  










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  <p data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775895740173_82577" class="sqsrte-large">KI-Betreiber haben ein großes Problem: </p><h2 data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775895740173_82576">Daten werden knapp</h2><p data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775895740173_82575" class="">Die Entwicklungssprünge bei neuen Sprachmodellen werden kürzer, die Verbesserungen weniger dramatisch – und ein Hauptgrund dafür ist: Den KI-Firmen gehen die frischen, hochwertigen Daten aus.</p><p data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775895740173_82574" class="">Als OpenAI im Mai 2023 GPT-4 vorstellte, war das noch ein echter Knaller. Das Modell konnte komplexe Fragen beantworten, sauberen Programmiercode schreiben und mathematische Probleme lösen – alles auf einem neuen Level. </p>


  










  


  
    <html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3426301474?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Digitale Ethik: Ein Wertesystem für das 21. Jahrhundert" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/417ZEEnkzUL._SL500_.jpg" alt="Digitale Ethik: Ein Wertesystem für das 21. Jahrhundert"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3426301474?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Digitale Ethik: Ein Wertesystem für das 21. Jahrhundert" target="_blank">Digitale Ethik: Ein Wertesystem für das 21. Jahrhundert</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
<html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3751805265?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Infokratie: Digitalisierung und die Krise der Demokratie (Fröhliche Wissenschaft)" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/41ARjG1Hm6L._SL500_.jpg" alt="Infokratie: Digitalisierung und die Krise der Demokratie (Fröhliche Wissenschaft)"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3751805265?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Infokratie: Digitalisierung und die Krise der Demokratie (Fröhliche Wissenschaft)" target="_blank">Infokratie: Digitalisierung und die Krise der Demokratie (Fröhliche Wissenschaft)</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
  
  







  
  
<p data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775895740173_82623" class="">Doch das nächste Modell, das intern „Orion“ genannt wird, zeigt schon jetzt, dass der Fortschritt ins Stocken gerät. Laut Insiderberichten bringt es zwar viele kleine Verbesserungen, doch im Vergleich zu GPT-4 sind die Sprünge eher marginal. Sogar bei der Programmierung, einem der Paradefähigkeiten von GPT-4, ist Orion nicht spürbar besser – teilweise sogar etwas schlechter.</p>
<p data-rte-preserve-empty="true" id="yui_3_17_2_1_1775895740173_72134" class="">Nicht nur OpenAI kämpft mit diesem Phänomen. Auch andere große Player wie Google mit Gemini stoßen an eine „<em>massive Wand des abnehmenden Ertrags</em>“. Trotz mehr Training und größerer Modelle geht nicht mehr viel voran. Das Training erreicht ein Plateau.</p>


  









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  <h3>Warum fehlen die Daten?</h3><p class="">KI-Modelle brauchen Unmengen an Trainingsdaten – Texte, Bilder, Videos, die sie analysieren und aus denen sie lernen. Doch die <strong>klassischen Quellen sind praktisch erschöpft</strong>. Datensätze aus dem Internet, Fachpublikationen, Community-Plattformen und Archive sind weitgehend ausgereizt. </p><p class="">Zwar kommen täglich neue Inhalte hinzu, und einige Unternehmen kaufen sich Zugang zu exklusiven Archiven, doch das reicht nicht mehr aus, um große Fortschritte zu erzielen.</p>


  










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  <h2 data-rte-preserve-empty="true">Fazit: Nix geht ohne den Menschen</h2><p data-rte-preserve-empty="true" class="">KI ist ein mächtiges Werkzeug, aber sie kann nur so gut sein wie die Daten, mit denen sie gefüttert wird. Wenn wir zulassen, dass KI-Modelle sich nur noch selbst zitieren und replizieren, ist eine Abwärtsspirale garantiert. </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Gleichzeitig ist klar, dass hier politisch unbedingt nachgebessert werden muss, damit die Menschen hinter dem Content in Zukunft fair bezahlt werden.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» Pörksen: <a target="_blank" href="https://amzn.to/4sXZNP8"><strong>Die große Gereiztheit: Wege aus der kollektiven Erregung</strong></a><strong> </strong>(#Ad/Affiliate-Link)</p>


  









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  <p class="sqsrte-small"><strong>Quellen</strong><br>1) Michael Förtsch: Trainingsdaten werden knapp: Droht das Ende der rasanten KI-Fortschritte? (1E9 Community)<br>2) Nicht Kuhl: Wie KI-Modelle an "Rinderwahnsinn" zugrunde gehen können (Der Standard)<br>3) Studie: Self-Consuming Generative Models Go MAD (<a href="https://arxiv.org/pdf/2307.01850" target="_blank">PDF online</a>)</p>]]></content:encoded><media:content height="863" isDefault="true" medium="image" type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775896794364-XH174LT2G8K1Q2S4FW02/unsplash-image-waDAyTyGqXM.jpg?format=1500w" width="1500"><media:title type="plain">Wenn KI mit KI-Texten gefüttert wird – der digitale Rinderwahn</media:title></media:content><enclosure length="26428126" type="application/pdf" url="https://arxiv.org/pdf/2307.01850"/><itunes:explicit>no</itunes:explicit><itunes:subtitle>Was passiert, wenn KI nicht mehr mit frischen, menschgemachten Texten trainiert wird, sondern immer mehr mit Content, den andere KIs produziert haben? Klingt erst mal nach einem cleveren Spartrick, ist aber eine Katastrophe für alle.</itunes:subtitle><itunes:summary>Was passiert, wenn KI nicht mehr mit frischen, menschgemachten Texten trainiert wird, sondern immer mehr mit Content, den andere KIs produziert haben? Klingt erst mal nach einem cleveren Spartrick, ist aber eine Katastrophe für alle.</itunes:summary><itunes:keywords>Philosophie</itunes:keywords></item><item><title>Arthur Friedenreich</title><category>Philosophie</category><dc:creator>Dr. phil. Josef Bordat</dc:creator><pubDate>Thu, 21 May 2026 06:16:57 +0000</pubDate><link>https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/friedenreich</link><guid isPermaLink="false">5f26f247cb729c57bdf69edc:5f26f3ca510a750ec73011dd:69d8dc254a9d0216e36bcde3</guid><description><![CDATA[11 Fußballer, die man kennen sollte, auch, wenn man sich nicht für Fußball 
interessiert – Teil 1: Wir schreiben das Jahr 1919. Europa sucht nach dem 
Ersten Weltkrieg den Neuanfang, die Welt im Völkerbund eine rechtliche 
Gestalt friedlicher internationaler Beziehungen. Das „kurze 20. 
Jahrhundert“ (1919-1989) hatte begonnen.]]></description><content:encoded><![CDATA[<h3 data-rte-preserve-empty="true">11 Fußballer, die man kennen sollte, auch, wenn man sich nicht für Fußball interessiert – Teil 1</h3><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-large">Wir schreiben das Jahr 1919. Europa sucht nach dem Ersten Weltkrieg den Neuanfang, die Welt im Völkerbund eine rechtliche Gestalt friedlicher internationaler Beziehungen. Das Schloss Versailles vor den Toren Paris‘ spielt in beiden Fällen eine Rolle: Im Januar wurde dort der Friedensvertrag unterzeichnet, im April die Völkerbundsatzung angenommen. Das „kurze 20. Jahrhundert“ (1919-1989) hatte begonnen.</p>


  










  


  
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                <img data-stretch="false" data-image="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775820529710-I0XDKMESE2ZDX0Q7SROF/Arthur+Friedenreich+%E2%80%93+11+Fu%C3%9Fballer%2C+die+man+kennen+sollte%2C+auch%2C+wenn+man+sich+nicht+f%C3%BCr+Fu%C3%9Fball+interessiert.jpg" data-image-dimensions="2500x1667" data-image-focal-point="0.5,0.5" alt="" data-load="false" elementtiming="system-image-block" data-sqsp-image-classic-block-image src="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775820529710-I0XDKMESE2ZDX0Q7SROF/Arthur+Friedenreich+%E2%80%93+11+Fu%C3%9Fballer%2C+die+man+kennen+sollte%2C+auch%2C+wenn+man+sich+nicht+f%C3%BCr+Fu%C3%9Fball+interessiert.jpg?format=1000w" width="2500" height="1667" sizes="(max-width: 640px) 100vw, (max-width: 767px) 100vw, 100vw" onload="this.classList.add(&quot;loaded&quot;)" srcset="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775820529710-I0XDKMESE2ZDX0Q7SROF/Arthur+Friedenreich+%E2%80%93+11+Fu%C3%9Fballer%2C+die+man+kennen+sollte%2C+auch%2C+wenn+man+sich+nicht+f%C3%BCr+Fu%C3%9Fball+interessiert.jpg?format=100w 100w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775820529710-I0XDKMESE2ZDX0Q7SROF/Arthur+Friedenreich+%E2%80%93+11+Fu%C3%9Fballer%2C+die+man+kennen+sollte%2C+auch%2C+wenn+man+sich+nicht+f%C3%BCr+Fu%C3%9Fball+interessiert.jpg?format=300w 300w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775820529710-I0XDKMESE2ZDX0Q7SROF/Arthur+Friedenreich+%E2%80%93+11+Fu%C3%9Fballer%2C+die+man+kennen+sollte%2C+auch%2C+wenn+man+sich+nicht+f%C3%BCr+Fu%C3%9Fball+interessiert.jpg?format=500w 500w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775820529710-I0XDKMESE2ZDX0Q7SROF/Arthur+Friedenreich+%E2%80%93+11+Fu%C3%9Fballer%2C+die+man+kennen+sollte%2C+auch%2C+wenn+man+sich+nicht+f%C3%BCr+Fu%C3%9Fball+interessiert.jpg?format=750w 750w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775820529710-I0XDKMESE2ZDX0Q7SROF/Arthur+Friedenreich+%E2%80%93+11+Fu%C3%9Fballer%2C+die+man+kennen+sollte%2C+auch%2C+wenn+man+sich+nicht+f%C3%BCr+Fu%C3%9Fball+interessiert.jpg?format=1000w 1000w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775820529710-I0XDKMESE2ZDX0Q7SROF/Arthur+Friedenreich+%E2%80%93+11+Fu%C3%9Fballer%2C+die+man+kennen+sollte%2C+auch%2C+wenn+man+sich+nicht+f%C3%BCr+Fu%C3%9Fball+interessiert.jpg?format=1500w 1500w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775820529710-I0XDKMESE2ZDX0Q7SROF/Arthur+Friedenreich+%E2%80%93+11+Fu%C3%9Fballer%2C+die+man+kennen+sollte%2C+auch%2C+wenn+man+sich+nicht+f%C3%BCr+Fu%C3%9Fball+interessiert.jpg?format=2500w 2500w" loading="lazy" decoding="async" data-loader="sqs">

            
          
        
          
        

        
      
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  <h2 data-rte-preserve-empty="true">In Brasilien wird 1919 Fußball gespielt</h2><p data-rte-preserve-empty="true">Die dritte Copa América – das älteste immer noch ausgetragene Nationenturnier – findet statt. Im Entscheidungsspiel stehen sich Brasilien und Uruguay gegenüber. Brasilien gewinnt 1:0 nach Verlängerung. Der Torschütze in der 150. und letzten Minute der vierten 15-minütigen Verlängerung – quasi der Mario Götze Brasiliens – ist ein gewisser <strong>Arthur Friedenreich</strong>.</p>


  









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  <h3 data-rte-preserve-empty="true">Dieses Tor hat ihn unsterblich gemacht. </h3><p data-rte-preserve-empty="true">Zumindest in Brasilien, das dadurch seinen ersten von acht Titeln bei der Südamerikameisterschaft gewann. Hierzulande ist Arthur Friedenreich praktisch unbekannt. Es wird Zeit, das zu ändern. Denn Friedenreich ist Jahrzehnte vor Pelé der König des Spiels – und wie dieser ist Friedenreich dunkelhäutig. Vor allem aber ein Torjäger, der selbst Pelé, Messi und Cristiano Ronaldo in den Schatten stellt: In 1239 Spielen soll er laut FIFA-Statistik 1329 Tore erzielt haben – ein einsamer Rekord.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="sqsrte-small">» Martin Curi: <a target="_blank" href="https://amzn.to/47VWH5Q"><strong>Friedenreich: Das vergessene Fußballgenie</strong></a><strong> </strong>(#Affiliate-Link/Anzeige)</p>


  









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  <p data-rte-preserve-empty="true">Der Sohn eines deutschen Auswanderers und einer Afro-Amerikanerin kam 1892 in São Paulo zur Welt und hat zunächst einen schier übermächtigen Gegner auszuschalten: den Rassismus. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Fußball ist in Brasilien zu dieser Zeit das Spiel der Weißen. Bis 1909 darf Friedenreich keinem Club beitreten, danach spielt er für die von Deutschstämmigen gegründete Mannschaft SC Germânia São Paulo (eine Hommage an den SC Germania Hamburg). </p><p data-rte-preserve-empty="true">Doch auch dann hat es der technisch versierte Stürmer schwer: </p><p data-rte-preserve-empty="true">Fouls gegen ihn werden oft nicht geahndet, Demütigungen sind an der Spieltagesordnung. So soll er regelmäßig genötigt worden sein, <strong>sich die Haut mit Mehl zu weißen</strong>. Zudem glättete er sich die krausen Haare oder spielte mit einem Haarnetz.</p>


  









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  <h2 data-rte-preserve-empty="true">Seiner großen Karriere tat das aber keinen Abbruch</h2><p data-rte-preserve-empty="true">Nur an einer Weltmeisterschaft konnte der <em>Pé de Ouro</em> („Goldfuß“) nicht teilnehmen – 1930 waren nach Verbandsquerelen keine Spieler aus São Paulo im Kader der Seleção (die prompt in der Vorrunde ausschied), 1934 war Friedenreich schon zu alt. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Heute undenkbar, damals völlig normal: Nach der Zeit auf dem Fußballplatz und einer kurzen Trainertätigkeit begann für den Top-Torjäger das Arbeitsleben in einer Brauerei. Am 6. September 1969 starb Arthur Friedenreich in seiner Heimatstadt São Paulo – einsam und verarmt. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Und von der Fußballwelt vergessen, obgleich diese ihm die Körpertäuschung (mit der Friedenreich den Fouls seiner Gegner auswich) und den Effetschuss verdankt (und mit diesem auch die „Bananenflanke“ – Manni Kaltz auf Horst Hrubesch, Fachleute erinnern sich).</p>


  









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  <p data-rte-preserve-empty="true">Die Fußballwelt hatte sich in den 50 Jahren seit Friedenreichs großem Triumph bei der Copa América sehr gewandelt. Weitere gut 50 Jahre später ist die Kommerzialisierung noch einmal vorangeschritten. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Dass Spieler von der Klasse eines Arthur Friedenreich nach ihrer Karriere einer gewöhnlichen Arbeit nachgehen müssen, ist heute eher selten der Fall. Nur eines ist dem Fußball erhalten geblieben: der Rassismus. </p><p data-rte-preserve-empty="true">Nicht so offen wie vor 100 Jahren, aber doch immer noch so eklatant, dass die UEFA die Stars der Champions League seit Jahren für jenes <em>Nein zum Rassismus</em> werben lässt, das eigentlich selbstverständlich sein sollte.</p>]]></content:encoded><media:content height="1000" isDefault="true" medium="image" type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/1775820573566-JM3B0DA42MZ48AU567DJ/unsplash-image-SEXCSKfMYWc.jpg?format=1500w" width="1500"><media:title type="plain">Arthur Friedenreich</media:title></media:content></item><item><title>Embodiment – philosophisch spannend, praktisch heikel</title><category>Philosophie</category><dc:creator>Tamara Niebler (Inkognito-Philosophin)</dc:creator><pubDate>Thu, 14 May 2026 06:28:52 +0000</pubDate><link>https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/embodiment</link><guid isPermaLink="false">5f26f247cb729c57bdf69edc:5f26f3ca510a750ec73011dd:6998a7e131a3b405c0a976e6</guid><description><![CDATA[Embodiment-Konzepte sind in aller Munde. Das klingt modern, ganzheitlich, 
ein bisschen nach Aufbruch. Ein kritischer Blick zeigt leider: Da ist viel 
„Leib“ im Vokabular, aber erstaunlich wenig Leib in der Sache.]]></description><content:encoded><![CDATA[<p class="sqsrte-large">Embodiment-Konzepte sind in aller Munde. Das klingt modern, ganzheitlich, ein bisschen nach Aufbruch. Ein kritischer Blick zeigt leider: Da ist viel „Leib“ im Vokabular, aber erstaunlich wenig Leib in der Sache. </p>


  










  


  
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                <img data-stretch="false" data-image="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/bef39eab-7c7d-4f64-ba45-7e61c70ac7b5/unsplash-image-_Zd6COnH5E8.jpg" data-image-dimensions="1666x1666" data-image-focal-point="0.5,0.5" alt="" data-load="false" elementtiming="system-image-block" data-sqsp-image-classic-block-image src="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/bef39eab-7c7d-4f64-ba45-7e61c70ac7b5/unsplash-image-_Zd6COnH5E8.jpg?format=1000w" width="1666" height="1666" sizes="(max-width: 640px) 100vw, (max-width: 767px) 100vw, 100vw" onload="this.classList.add(&quot;loaded&quot;)" srcset="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/bef39eab-7c7d-4f64-ba45-7e61c70ac7b5/unsplash-image-_Zd6COnH5E8.jpg?format=100w 100w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/bef39eab-7c7d-4f64-ba45-7e61c70ac7b5/unsplash-image-_Zd6COnH5E8.jpg?format=300w 300w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/bef39eab-7c7d-4f64-ba45-7e61c70ac7b5/unsplash-image-_Zd6COnH5E8.jpg?format=500w 500w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/bef39eab-7c7d-4f64-ba45-7e61c70ac7b5/unsplash-image-_Zd6COnH5E8.jpg?format=750w 750w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/bef39eab-7c7d-4f64-ba45-7e61c70ac7b5/unsplash-image-_Zd6COnH5E8.jpg?format=1000w 1000w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/bef39eab-7c7d-4f64-ba45-7e61c70ac7b5/unsplash-image-_Zd6COnH5E8.jpg?format=1500w 1500w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/bef39eab-7c7d-4f64-ba45-7e61c70ac7b5/unsplash-image-_Zd6COnH5E8.jpg?format=2500w 2500w" loading="lazy" decoding="async" data-loader="sqs">

            
          
        
          
        

        
      
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  <h2><strong>Was Verkörperung bedeutet</strong></h2><h3>Und wogegen die Leibphänomenologie protestiert </h3><p class="">Philosophisch sind Embodiment-Thesen ein <strong>Aufstand</strong> gegen:</p><ul data-rte-list="default"><li><p class="">den alten Dualismus von Körper und Geist</p></li><li><p class="">die Idee, der Mensch sei vor allem ein denkendes oder rationales Bewusstsein</p></li><li><p class="">die Reduktion des Körpers auf Biologie und Mechanik</p></li></ul><p class="">Orientiert an Phänomenologen wie <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/merleau-ponty" target="_blank">Merleau-Ponty</a> lautet die Pointe: Der Körper ist nicht nur etwas, das wir haben, sondern etwas, das wir sind. Wir sind nicht im Körper „drin“, wir sind <strong>als Leib in der Welt</strong>. Vgl. <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/leiblichkeit" target="_blank">Leib &amp; Leiblichkeit</a>: Körper haben, Leib sein</p><p class="">Das Embodiment-Konzept in der Psychotherapie greift diese Idee sinnvoll auf. <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/gefuehle" target="_blank">Gefühle</a> sollen nicht nur beschrieben, sondern auch gespürt werden. <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/du-bist-was-du-denkst" target="_blank">Gedanken</a> sind mehr als Sätze im Kopf, sie sind auch Haltungen, Spannungen, Atemrhythmen. Damit korrigieren leiborientierte Ansätze einen <strong>überbetonten Rationalismus</strong> und Kognitivismus.</p>


  









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  <h3><strong>Die Falle im modernen Embodiment-Verständnis</strong></h3><p class="">Zugleich drohen die gehypten Embodiment-Ansätze, einfach nur den Pol zu wechseln: Wo zuvor Denken romantisiert wurde, wird nun der <strong>Körper idealisiert</strong>. Er rückt sogar in die Rolle eines Wahrheits-Orakels.</p><p class="">Vgl. <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/mehrgardt-orientierungen#Wahrheit1" target="_blank">Über Wahrheit</a>: Wie kommt Wahrheit in die Therapie?</p><p class="">So werden körperliche Reaktionen schnell zu „Beweisen“. Dabei ist der Leib kein eindeutiger „Text“, den man einfach so lesen kann, sondern mehrdeutig, historisch geformt und kulturell geprägt.</p>


  









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  <h2><strong>Der blinde Fleck:</strong> Körper statt Leib</h2>


  










  


  
    <html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3868881557?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Die Einheit von Körper und Seele: Die bio-psycho-soziale Perspektive auf Krankheit und Gesundheit (DWV-Schriften zur Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie)" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/411puSJeULL._SL500_.jpg" alt="Die Einheit von Körper und Seele: Die bio-psycho-soziale Perspektive auf Krankheit und Gesundheit (DWV-Schriften zur Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie)"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3868881557?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Die Einheit von Körper und Seele: Die bio-psycho-soziale Perspektive auf Krankheit und Gesundheit (DWV-Schriften zur Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie)" target="_blank">Die Einheit von Körper und Seele: Die bio-psycho-soziale Perspektive auf Krankheit und Gesundheit (DWV-Schriften zur Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie)</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
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  <p class="">Aus leibphänomenologischer Sicht ist die zentrale Schieflage, dass Embodiment vom Leib redet, aber ausschließlich am Körper arbeitet. Im Diskurs und in der Praxis wird der Körper gemessen und reguliert – über Muskeltonus, Atemfrequenz, Herzrate (vgl. <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/vagusnerv" target="_blank">Polyvagal-Theorie</a>) und Körperhaltung. Dieses Vorgehen begreift den Körper als Objekt (<em>Körper</em>), ein beobachtbares und manipulierbares Ding.</p><p class="">Der <strong>Leib</strong> dagegen ist die subjektive, gelebte Dimension. Wenn Du Deine Hand hebst, ist das nicht einfach eine Bewegung im Raum, sondern ein „<em>Ich-greife-nach-etwas</em>“ oder ein „<em>Ich kann”</em>. Dieses „Ich-kann“ wird zwar gerne zitiert, aber praktisch oft in ein Set von Techniken übersetzt: manualisierte Körperübungen, standardisierte „Regulations-Tools“, technologisierte Arbeit am Körper.</p><p class="sqsrte-small">Zum Beispiel hier: <a href="https://amzn.to/3IUCIuJ" target="_blank"><span><strong>Embodiment entdecken</strong></span></a> (#Affiliate-Link/Anzeige) – körperliche Ressourcen nutzen: Mit über 100 praktischen Übungen und Selbstexperimenten</p>


  









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  <h2>Leibphänomenologie ist relational</h2><p class="">Leib–Welt, Leib–Andere, Leib–Zeitlichkeit – das alles sind wesentliche Wechselbeziehungen. Haltung, Spannung, Atem sind <strong>Antworten auf eine Welt</strong>, die mich anspricht, fordert, bedroht oder trägt.</p>


  









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  <h2><strong>Illusion des „reinen Spürens“</strong></h2><p class="">In therapeutischen Embodiment-Ansätzen schwingt die Idee mit, der Körper sei der tiefere, wahrere Zugang zum Selbst. Sprache komme erst danach und verfälsche eher.</p><p class="">Philosophisch ist das so <strong>nicht haltbar</strong> und zu einseitig: Der Leib ist nie sprachfrei. Wie Du Empfindungen einteilst, benennst, verstehst, ist sprachlich und kulturell vorgeprägt. Begriffe wie „Angst“, „Trigger“ oder „Blockade“ beeinflussen, was Du überhaupt als körperliches Erleben wahrnimmst. <strong>Ohne Deutung bleibt Erfahrung roh</strong>. Spüren ist wichtig, aber kein Endpunkt. </p><p class="">Erst im Deuten, Erzählen, In-Beziehung-Setzen wird leibliche Erfahrung verstehbar.</p><p class="">Vgl. <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/biografiearbeit" target="_blank">Beispiele für Biografiearbeit</a> (Biografische Selbstreflexion)</p><p class="sqsrte-small"><a href="https://amzn.to/4owCZV0" target="_blank"><span><strong>Auf der Suche nach einer anderen Medizin</strong></span></a>: (#Affiliate-Link/Anzeige) Psychosomatik im 20. Jahrhundert </p>


  









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  <h3><strong>Verleiblichung ist kein Optimierungsprogramm</strong></h3>


  










  


  
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  <p class="">In vielen Varianten trägt Embodiment ein unausgesprochenes Ideal des „gut verkörperten“ Menschen in sich: präsent, reguliert, flexibel, achtsam und verbunden mit sich selbst. Das wird noch verstärkt durch die <strong>Mechanisierung des Leibbezugs</strong>: „<em>Spüre Deinen Atem</em>“, „<em>geh in Deinen Körper</em>“, „<em>kontaktiere Deine Mitte</em>“ – als gäbe es einen neutralen, direkten Zugang zum Leib, den man nur technisch korrekt herstellen müsste.</p><p class="">Tatsächlich ist leibliche Erfahrung aber immer schon individuell, biografisch geprägt, sozial gerahmt und sprachlich durchdrungen. </p><p class="">Mehr spüren heißt nicht automatisch, mehr <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/wahrheit" target="_blank">Wahrheit</a> und Bedeutung. Oft bedeutet es einfach nur: mehr Schichten von Sinn, Ambivalenz und Irritation.</p><p class="">Vgl. <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/sinn-feld-gestalt" target="_blank">Sinnkonzepte in Kurt Lewins Lebensraum</a>, <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/und-ischa-knurrte-2" target="_blank">Sinnkonzepte in der Gestalttherapie</a> und <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/sinn-3" target="_blank">Sinn-Matrix: eine erkenntnistheoretische Vertiefung</a></p>


  









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  <h3>Der verlockende Pragmatismus</h3><p class="">Was in der Praxis funktioniert, bekommt schnell den Anschein theoretischer Wahrheit. Wenn sich Menschen nach körperorientierten Interventionen besser fühlen, gilt das Konzept als bestätigt – auch dort, wo die philosophischen Grundlagen wackeln. </p><p class="">Vgl. <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/wahrheitssuche" target="_blank">Suche nach Wahrheit</a> – Philosophie: Ist die Wahrheit relativ?</p><p class="">Doch <strong>Funktionalität ist kein Beweis für theoretische Stimmigkeit</strong>. Ein Ansatz kann hilfreich und zugleich in seiner theoretischen Begründung einseitig, verkürzt oder ideologisch aufgeladen sein.</p>


  









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    <html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3662663848?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Sprache und Embodiment (essentials)" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/41iMVCF-paL._SL500_.jpg" alt="Sprache und Embodiment (essentials)"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3662663848?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Sprache und Embodiment (essentials)" target="_blank">Sprache und Embodiment (essentials)</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
<html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3825235920?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Das Leib-Seele-Problem. Eine Einführung in die Philosophie des Geistes (Kurs Philosophie)" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/41tuQDahADL._SL500_.jpg" alt="Das Leib-Seele-Problem. Eine Einführung in die Philosophie des Geistes (Kurs Philosophie)"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3825235920?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Das Leib-Seele-Problem. Eine Einführung in die Philosophie des Geistes (Kurs Philosophie)" target="_blank">Das Leib-Seele-Problem. Eine Einführung in die Philosophie des Geistes (Kurs Philosophie)</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
  
  







  
  <h2 data-rte-preserve-empty="true"><strong>Fazit</strong>: Embodiment in der Praxis</h2><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Wenn Du das Embodiment-Konzept in der Psychotherapie nutzt oder diskutierst, gewinnst Du einen wichtigen Gegenentwurf zum „schwebenden Kopf“ des traditionellen Menschenbildes. </p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Das ist ein echter <strong>Fortschritt</strong>.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Aber der Körper ist nicht Zeichen der Wahrheit, sondern geprägter <strong>Träger von Wahrheiten.</strong> Er ist nicht eindeutig, sondern mehrdeutig. Und er ist ohne eine genaue Kenntnis der Lebensgeschichte und Werte des Gegenübers nicht auf einen Blick zu „entschlüsseln“.</p>]]></content:encoded><media:content height="1500" isDefault="true" medium="image" type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/bef39eab-7c7d-4f64-ba45-7e61c70ac7b5/unsplash-image-_Zd6COnH5E8.jpg?format=1500w" width="1500"><media:title type="plain">Embodiment – philosophisch spannend, praktisch heikel</media:title></media:content></item><item><title>Deutsch-Sein – Gedanken zur Frage, was „Volk“ heute bedeutet</title><category>Philosophie</category><dc:creator>Dr. phil. Josef Bordat</dc:creator><pubDate>Thu, 07 May 2026 07:47:00 +0000</pubDate><link>https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/deutsch-sein</link><guid isPermaLink="false">5f26f247cb729c57bdf69edc:5f26f3ca510a750ec73011dd:689d94a98b010e583650b613</guid><description><![CDATA[Wenn man darüber nachzudenken beginnt, was es eigentlich heißt, „deutsch“ 
zu sein – wenn es einem denn überhaupt etwas bedeutet –, und wenn man dabei 
mal Oberflächlichkeiten wie Bier, Bratwurst, Goethe und „Tatort“ weglässt, 
dann bleibt oft ein großes Fragezeichen bestehen.]]></description><content:encoded><![CDATA[<p class="sqsrte-large">Wenn man darüber nachzudenken beginnt, was es eigentlich heißt, „deutsch“ zu sein – wenn es einem denn überhaupt etwas bedeutet –, und wenn man dabei mal Oberflächlichkeiten wie Bier, Bratwurst, Goethe und „Tatort“ weglässt, dann bleibt oft ein großes Fragezeichen bestehen.</p>


  










  


  
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  <h2>Die Definition des „Deutsch-Seins“ ist gar nicht so einfach</h2><ul data-rte-list="default"><li><p class="">Gehört „Deutsch-Sein“ zum Wesen meiner Person? </p></li><li><p class="">Ist es etwas Ontologisches, also ein Ausdruck meines Seins? </p></li><li><p class="">Oder einfach ein So-Sein, eine Eigenschaft? </p></li><li><p class="">Und ist es dann ein unveränderliches Konstitutionsmerkmal wie etwa die Blutgruppe oder ist es ein Distributionsmerkmal, das sich auch ändern kann?</p></li></ul><p class="">Das hat eine individuelle (Gefühls-)Ebene (da geht es um Volk und Nation) und eine kollektive (Rechts-)Ebene (da geht es um Zugehörigkeit und Staatsbürgerschaft). </p><p class="">Beides sollte man nicht durcheinanderbringen. Zu jemandem zu sagen, sie oder er könne keine Deutsche oder kein Deutscher sein, verlangt eine Erläuterung, welche Ebene damit angesprochen sein soll. </p><p class="">Eigentlich ist es aber auch klar: Die rechtliche kann es nicht sein, weil „Deutsch-Sein“ ja gerade über den Besitz der Staatsangehörigkeit bestimmt wird (Art. 116 GG) und die Erteilung der deutschen Staatsangehörigkeit nach geltendem Recht auch Menschen gewährt wird, die vormals „Ausländer“ waren.  </p><p class="">Also wird bei einer solchen Meinung, Ausländer könnten keine „richtigen“ Deutschen werden, weil sie keine Deutschen <em>sind</em>, „Deutsch-Sein“ als <strong>Kategorie des Gefühlsempfindens</strong> in Anschlag gebracht. Mehr noch: Es muss zunächst eine wichtige Kategorie des Gefühlsempfindens sein, sonst würde man „Deutsch-Sein“ nicht (ständig) thematisieren, so als gäbe es nichts Anderes, zumindest aber nichts Wichtigeres in und auf dieser Welt.</p>


  









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  <h3>Die vier Mütter und 61 Väter des Grundgesetzes schrieben </h3><p class="">in den Art. 116 GG nicht „Deutscher ist...“, sondern wesentlich bescheidener: „Deutscher im Sinne dieses Grundgesetzes ist...“. Solange dieses Grundgesetz gilt, läuft es freilich de facto auf das gleiche hinaus, nur depotenziert Art. 116 GG in seinem konventionalistischen Charakter die hehre Ontologie der Nationalität.</p><p class="">Die 30 Jahre zuvor verabschiedete <strong>Weimarer Reichsverfassung</strong> sprach noch vom „deutschen Volk, einig in seinen Stämmen“. Deutschland hatte damals einen ethnisch definierten Volksbegriff. Die Vorstellung eines „deutschen Volkes“, das aus „deutschen Stämmen“ besteht, ist eine Idee des 19. Jahrhunderts. Im 20. Jahrhundert trieb sie extrem krude Blüten. Im 21. Jahrhundert hat sie nichts mehr verloren.</p><p class="">Das Abstammungskriterium des ius sanguinis führt – wenn man es denn ernst nimmt – in einen <strong>unendlichen Regress</strong>, denn wenn derjenige Deutscher ist, der deutsche Eltern hat, dann ja nur deshalb, weil seine Eltern deutsch sind, was bedeutet, dass die Eltern der Eltern wiederum deutsche Eltern gehabt haben müssen usw. Entweder waren also Adam und Eva Deutsche (für die Kreationisten) oder „Lucy“ und ihr Mann (für die Evolutionisten).</p><p class="">Wer ein statisches Konzept von Zugehörigkeit vertritt (und wer sagt, jemand kann im Hinblick auf das „Deutsch-Sein“ nicht werden, was er nicht schon ist, gehört sicher dazu), muss eine Lösung finden. </p><p class="">In der Tat behalf man sich hierzulande mit einem Stichtag: Eine nach dem 1. Januar 1975 geborene Person erhält die deutsche Staatsangehörigkeit qua Abstammung, wenn ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Eine Pragmatik, die mit der feierlichen Bedeutungsschwere eines ethnisch-biologistischen „Deutsch-Seins“ bricht. Und das Ende eines abstammungszentrierten Staatsangehörigkeitsrechts einleitete. Heute wird die deutsche Staatsangehörigkeit in den meisten Fällen erworben durch Geburt oder durch Einbürgerung. Beides führt gleichermaßen dazu, dass jemand „deutsch“ ist.</p><p class="">Das <strong>dynamische Konzept von Zugehörigkeit</strong> im Gemeinschaftskriterium des ius soli, das fast überall auf der Welt in Abstufungen gilt, sieht das verbindende Element eines Volk weniger in den Genen, sondern vielmehr in der Lebenswirklichkeit. Wer sich gemeinsam an einem Zusammenleben auf einem bestimmten Territorium interessiert zeigt (schon dadurch, dass er dort dauerhaft lebt) soll zum Volk gehören, wenn er bestimmte Mindestanforderungen an Sprach- und Kulturkenntnis erfüllt und sich mit den grundlegenden Bedingungen des Zusammenlebens, die auf dem bestimmten Territorium herrschen, einverstanden erklärt.  </p><p class="">Volk als Kategorie ethnisch-biologistischen Denkens wird von einem sozialen Volkskonzept abgelöst. Nicht die historische Verwandtschaft, sondern die gegenwärtigen und künftigen Aufgaben, die sich uns stellen, halten uns zusammen. </p><p class="">Diese Perspektive ist schon deswegen sinnvoll, weil es andere Bindungskräfte zwischen Menschen gibt, die weit stärker prägen als die Nationalität. Ich denke an die Religion, die Weltanschauung oder die Zugehörigkeit zu einem Kulturkreis oder einer Kommunikationsgemeinschaft. Diese bilden sich heute kaum noch über feste ethnische Konstitutionen, sondern über frei gewählte Lebensformen. Und das ist gut so.</p>]]></content:encoded><media:content height="1000" isDefault="true" medium="image" type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/4cad1b8d-68cb-4d62-9d1f-9095faa1d188/unsplash-image-_jFZFtCVdbc.jpg?format=1500w" width="1500"><media:title type="plain">Deutsch-Sein – Gedanken zur Frage, was „Volk“ heute bedeutet</media:title></media:content></item><item><title>Kapital, Klasse &amp; Karriere – Wie Herkunft Chancen verteilt</title><category>Klassismus</category><dc:creator>Tamara Niebler (Inkognito-Philosophin)</dc:creator><pubDate>Thu, 30 Apr 2026 05:42:00 +0000</pubDate><link>https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/kapital-klasse-karriere</link><guid isPermaLink="false">5f26f247cb729c57bdf69edc:5f26f3ca510a750ec73011dd:68e24bac39fab50a2c914015</guid><description><![CDATA[Herkunft ist keine biografische Fußnote, sondern eine strukturelle Kraft. 
Sie zeigt, wie Kapitalbeziehungen und Klassenverhältnisse das Leben prägen. 
Sie zeigt, wie Rahmenbedingungen die individuellen Handlungsräume formen. 
Und sie zeigt, wie extrem die Lebensqualitäten auseinanderklaffen.]]></description><content:encoded><![CDATA[<p class="sqsrte-large">Herkunft ist keine biografische Fußnote, sondern eine strukturelle Kraft. Sie zeigt, wie Kapitalbeziehungen und Klassenverhältnisse das Leben prägen. Sie zeigt, wie Rahmenbedingungen die individuellen Handlungsräume formen. Und sie zeigt, wie extrem die Lebensqualitäten auseinanderklaffen.</p>


  










  


  
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  <h2><strong>Von Sprachreisen &amp; Sparschweinen</strong></h2><p class="">Soziale Herkunft beschreibt im Kern, aus welchem sozioökonomischen Umfeld ein Mensch stammt. Entscheidend sind dabei vor allem das <strong>Einkommen</strong> und der <strong>Bildungsgrad</strong> der Eltern. </p><p class="">Wer aus einer Familie mit hohem Einkommen und akademischem Hintergrund stammt, hat meist ganz andere und viel mehr Möglichkeiten als jemand, der aus einem weniger privilegierten Umfeld kommt. Und das gilt in den meisten Fällen für <span data-text-attribute-id="8dee545b-62de-48b2-8a1a-40a3a94bfaf2" class="sqsrte-text-highlight">das ganze Leben</span> » <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/kinderarmut-narben" target="_blank">Kinderarmut hinterlässt Narben bis ins hohe Alter</a></p>


  









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  <h2><strong>Soziale Herkunft als Weichensteller</strong></h2><p class=""><a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/aufstieg-durch-bildung" target="_blank">Sozialer Aufstieg</a> wird oft als Ergebnis von Leistung, Fleiß und individueller Entscheidung erzählt. <strong>Diese Erzählung verschleiert</strong> jedoch, wie sehr Herkunft, Besitzverhältnisse und sozialer Status bereits die Spielregeln bestimmen. Wer mit stabilem Kapital&nbsp;– ökonomischem, kulturellem oder sozialem&nbsp;– aufwächst, verfügt über <span data-text-attribute-id="604d2662-ca3c-48f4-86a4-8b9a8e81871c" class="sqsrte-text-highlight">unsichtbare Startvorteile</span>, deren Auswirkungen zu oft <strong>unterschätzt</strong> werden: Zugang zu Bildung, Netzwerken, Ressourcen und normativen Erwartungen, die Erfolg sichern. Umgekehrt erzeugen mangelnde Mittel, stigmatisierte Herkunft und strukturelle Ausschlüsse dauerhafte Barrieren, die individuelle Handlungsmöglichkeiten erheblich einschränken.</p><p class="">Mehr erfahren » <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/diskriminierung-herkunft" target="_blank">Diskriminierung aufgrund sozialer Herkunft</a> – das ist Klassismus</p>


  









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  <h3>Ein Beispiel macht das deutlich: </h3><p class="">Stell dir 2 Jugendliche vor – Anna und Ben.  </p>


  




















































  

    
  
    

      

      
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  <p class=""><strong>Annas</strong> Eltern sind beide Akademiker. Sie verdienen gut, leben in einem eigenen Haus und fahren regelmäßig in den Urlaub (vgl. <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/urlaubsarmut" target="_blank">Urlaubsarmut</a>).</p><p class="">Anna macht eine Sprachreise nach England, bekommt Nachhilfe und ihre Eltern kennen genug einflussreiche Leute, die ihr später ein Praktikum in einer renommierten Institution oder Praxis vermitteln.</p><p class="sqsrte-small">» Andreas Kemper, Heike Weinbach: <a href="https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1000958248" target="_blank"><span><strong>Klassismus</strong></span></a> (#Affiliate-Link/Anzeige), Eine Einführung</p>


  




















































  

    
  
    

      

      
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  <p class=""><strong>Ben</strong> hingegen lebt mit seiner Familie in einer kleinen Mietwohnung. Seine Eltern arbeiten beide im Schichtdienst, <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/urlaubsarmut" target="_blank">für Urlaube fehlt das Geld</a> und Nachhilfe ist nicht bezahlbar. Praktikumsplätze muss Ben sich später selbst suchen – oft bleibt nur das, was gerade übrig ist. </p><p class="sqsrte-small">» <a href="https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1067285928" target="_blank"><span><strong>Klassenreise</strong></span></a> (#Affiliate-Link/Anzeige): Wie die soziale Herkunft unser Leben prägt</p><p class="">Das zeigt: Schon im Kindes- und Jugendalter werden die Weichen für den späteren Lebensweg gestellt. <strong>Diese Unterschiede sind kein Einzelfall</strong>: Studien belegen, dass Kinder aus Familien mit höherem sozioökonomischem Status deutlich häufiger ein Gymnasium besuchen und später studieren als Kinder aus einkommensschwächeren Haushalten. Mehr Info » <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/armut-selbstbild" target="_blank">Was Armut mit Kindern macht</a></p>


  









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  <h3><strong>Umweltfaktoren werden systematisch unterschätzt</strong></h3><p class="">Das liegt ganz sicher nicht an unterschiedlichen Talenten&nbsp;– Anna ist von Natur aus nicht klüger oder fleißiger als Ben. Vielmehr spielt das <strong>soziale Umfeld</strong> (inkl. Schule etc.) eine zentrale Rolle » <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/soziale-umwelt-gesundheit"><span>Soziale Umwelt (Exposom) &amp; Gesundheit</span></a> – Laut dem Deutschen Studentenwerk beginnen (immer noch) ca. 79 % der Kinder aus Akademikerfamilien ein Studium, während es bei Kindern aus Nichtakademikerfamilien nur ca. 27 % sind.</p><p class="">Mehr erfahren » <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/kinderarmut-bildung"><span>Kinderarmut &amp; Bildung</span></a> – Kein Schutz vor Armut</p>


  









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  <h2><strong>Kapital ist mehr als Geld</strong> </h2><h3>Bourdieu und die Klassenfrage</h3><p class="">Der französische Soziologe Pierre Bourdieu hat das Thema soziale Herkunft um die Begriffe des kulturellen und sozialen Kapitals erweitert. Während im 19. Jahrhundert die Zugehörigkeit zu einer Klasse vor allem vom Beruf abhing, spielen heute auch <span data-text-attribute-id="9b33155a-89d6-4db8-8985-93183349ca18" class="sqsrte-text-highlight">Bildung, kulturelle Ressourcen und Netzwerke</span> eine zentrale Rolle.</p><p class="">Vgl. Philosophie: <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/was-ist-armut"><span>Was ist Armut?</span></a> Und warum ist sie ein Problem?</p><p class="sqsrte-small">Bourdieu: <a href="https://amzn.to/4kHy1S9" target="_blank"><span><strong>Die verborgenen Mechanismen der Macht</strong> </span></a>(#Affiliate-Link/Anzeige)</p>


  










  


  
    <html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3518282581?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/31SfEP73q7L._SL500_.jpg" alt="Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3518282581?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft" target="_blank">Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
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  <h3><strong>Kulturelles Kapital</strong> </h3><p class="">Kulturelles Kapital in Annas Familie zeigt sich zum <strong>Beispiel</strong> darin, dass abends gemeinsam gelesen wird oder Museumsbesuche selbstverständlich sind. Anna wächst mit der <span data-text-attribute-id="86c01a15-3efa-4d60-8e3b-0b57b899eea5" class="sqsrte-text-highlight">Selbstverständlichkeit</span> auf, dass Bildung wertvoll ist und ihr zusteht. </p><p class="">Ben dagegen wird in einem Umfeld groß, in dem Bücher selten sind und kulturelle Aktivitäten kaum eine Rolle spielen. Für ihn ist ein Museumsbesuch so besonders, dass er davon kaum etwas mitnehmen kann. Zu ungewohnt und anders sind die Räume und die Menschen. Er fühlt sich hier unwohl und fehlplatziert.</p><p class="">Vgl. <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/bildungsexpansion"><span>Bildungsexpansion</span></a>: Bildung ist keine Lösung</p>


  









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    <html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3550202768?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Wir von unten: Wie soziale Herkunft über Karrierechancen entscheidet | Diskriminierung von sozialen Aufsteiger:innen – und wie wir sie stoppen können ... leben wollen: herausgegeben von Silvie Horch)" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/419E4ebim6L._SL500_.jpg" alt="Wir von unten: Wie soziale Herkunft über Karrierechancen entscheidet | Diskriminierung von sozialen Aufsteiger:innen – und wie wir sie stoppen können ... leben wollen: herausgegeben von Silvie Horch)"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3550202768?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Wir von unten: Wie soziale Herkunft über Karrierechancen entscheidet | Diskriminierung von sozialen Aufsteiger:innen – und wie wir sie stoppen können ... leben wollen: herausgegeben von Silvie Horch)" target="_blank">Wir von unten: Wie soziale Herkunft über Karrierechancen entscheidet | Diskriminierung von sozialen Aufsteiger:innen – und wie wir sie stoppen können ... leben wollen: herausgegeben von Silvie Horch)</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
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  <h3><strong>Soziales Kapital</strong></h3><p class="">Soziales Kapital manifestiert sich ebenfalls in <strong>handfesten Vorteilen</strong>: Anna kann ihre Eltern bitten, sie bei der Bewerbung für ein Stipendium zu unterstützen – sie kennen die Abläufe und haben <span data-text-attribute-id="967b694c-3439-4082-a9dc-4e74f4734f41" class="sqsrte-text-highlight">Kontakte</span>. Ihr Vater kennt jemanden, der im Auswahlgremium sitzt, ihre Mutter hat Erfahrung mit Motivationsschreiben.</p><p class="">Ben muss sich dagegen allein durch den Bewerbungsdschungel schlagen, denn in seinem Umfeld gibt es niemanden, der sich mit solchen Themen auskennt. Das soziale Netzwerk, das Anna zur Verfügung steht, ist für Ben unerreichbar.</p>


  









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  <h3><strong>Ökonomisches Kapital</strong> </h3><p class="">Geld ist ein wesentlicher Faktor für die Lebensqualität, der immer wieder kleingeredet wird – besonders von denjenigen, die es haben. Während Anna sich keine Gedanken über Studiengebühren, Bücher oder einen Laptop machen muss, ist Ben <span data-text-attribute-id="a4b0ab54-7a7d-43c8-a26b-8ee400e72342" class="sqsrte-text-highlight">gezwungen</span>, nebenbei zu arbeiten, um sich das Nötigste (Essen, Miete, Studiengebühren) zu leisten. Das kostet viel Zeit und Energie, die ihm für das Studium fehlt.</p><p class="">Mehr erfahren » <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/kinderarmut-narben"><span>Kinderarmut hinterlässt Narben in der Psyche</span></a></p>


  









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  <h2>Armut und Reichtum – wo verläuft die Grenze?</h2><p class="">Ob jemand als arm oder reich gilt, hängt nicht allein vom Kontostand ab. Fragen wie die folgenden machen deutlich, wie unterschiedlich die Lebensrealitäten sind:</p><ul data-rte-list="default"><li><p class="">Welche Bildung haben deine Eltern?</p></li><li><p class="">Bist du mit Menschen befreundet, die „akademische“ Berufe haben (Ärzte, Anwälte, Professoren, Therapeuten etc.)?</p></li><li><p class="">Hast du geerbt oder wirst du erben?</p></li><li><p class="">Wohnt ihr zur Miete oder im eigenen Haus?</p></li><li><p class="">Fahrt ihr regelmäßig in den Urlaub?</p></li><li><p class="">Kannst du eine plötzliche größere Ausgabe (z. B. Autoreparatur, kaputte Waschmaschine) problemlos bezahlen?</p></li></ul><p class="">Vgl. <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/klassismus-deutschland"><span>Klassismus in Deutschland</span></a> – Kampf gegen Arme statt Armut</p>


  









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  <p data-rte-preserve-empty="true" class="">Für <strong>Anna</strong> ist es selbstverständlich, andere Länder zu bereisen, Sprachen zu lernen und internationale Freundschaften zu schließen. <strong>Ben</strong> hingegen kennt nur die Nachbarschaft. Während Annas Familie jedes Jahr in den Sommerurlaub fährt, hat Ben vielleicht einmal eine andere Stadt wie Berlin besucht. Das prägt nicht nur die Erfahrungen, sondern auch die Sicht auf die Welt und die eigenen Möglichkeiten.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Ein weiteres Beispiel aus dem Alltag betrifft die <span data-text-attribute-id="146d2372-f659-45c9-a74f-5eb461dbe2f1" class="sqsrte-text-highlight">Mobilität</span>: Anna bekommt von ihren Eltern zum 18. Geburtstag ein Auto geschenkt. Ben muss sich mit einem gebrauchten Fahrrad begnügen, das er sich selbst zusammengespart hat. Während Anna mobil und unabhängig ist, muss Ben jede Fahrt genau planen und kann viele Angebote überhaupt nicht wahrnehmen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="">Vgl. auch: <a target="_blank" href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/urlaubsnorm">Warum „Reisen“ für Menschen mit Angst, Depression &amp; Co. keine Erholung ist</a></p>


  










  


  
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  <h2><strong>Das Sozialsystem &amp; seine Hürden</strong></h2><p class="">Das deutsche Sozialsystem ist komplex und stellt hohe Anforderungen an Menschen mit wenig Einkommen. Wer staatliche Unterstützung erhält, muss zahlreiche Nachweise erbringen und strenge Auflagen erfüllen. Das erzeugt zusätzlichen und vor allem unnötigen Druck, der<strong> oft den Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben erschwert</strong>. Studien beweisen, dass ständiger Stress und existenzielle Unsicherheit die Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigen und nachhaltige Verbesserungen verhindern.</p><p class="">Mehr erfahren » <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/arme-menschen"><span>Arme Menschen</span></a> sind…deutsch, arbeitstätig, qualifiziert&nbsp;</p>


  









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                <img data-stretch="false" data-image="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/e3259b25-e09b-4c80-a283-c9c4f742423b/haus-kaput.png" data-image-dimensions="438x438" data-image-focal-point="0.5,0.5" alt="" data-load="false" elementtiming="system-image-block" data-sqsp-image-classic-block-image src="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/e3259b25-e09b-4c80-a283-c9c4f742423b/haus-kaput.png?format=1000w" width="438" height="438" sizes="(max-width: 640px) 100vw, (max-width: 767px) 100vw, 100vw" onload="this.classList.add(&quot;loaded&quot;)" srcset="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/e3259b25-e09b-4c80-a283-c9c4f742423b/haus-kaput.png?format=100w 100w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/e3259b25-e09b-4c80-a283-c9c4f742423b/haus-kaput.png?format=300w 300w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/e3259b25-e09b-4c80-a283-c9c4f742423b/haus-kaput.png?format=500w 500w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/e3259b25-e09b-4c80-a283-c9c4f742423b/haus-kaput.png?format=750w 750w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/e3259b25-e09b-4c80-a283-c9c4f742423b/haus-kaput.png?format=1000w 1000w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/e3259b25-e09b-4c80-a283-c9c4f742423b/haus-kaput.png?format=1500w 1500w, https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/e3259b25-e09b-4c80-a283-c9c4f742423b/haus-kaput.png?format=2500w 2500w" loading="lazy" decoding="async" data-loader="sqs">

            
          
        
          
        

        
      
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  <h2><strong>Ungleiche Chancen von Anfang an</strong></h2><p class="">Die soziale Herkunft beeinflusst nicht nur die Bildungschancen, sondern auch die <strong>spätere Gesundheit und Lebenserwartung</strong>. </p><p class="">Statistiken belegen, dass Menschen aus sozial schwächeren Schichten im Durchschnitt <strong>bis zu 12 Jahre früher versterben</strong>. Gründe sind unter anderem:</p><ul data-rte-list="default"><li><p class="">schlechtere medizinische Versorgung</p></li><li><p class="">höhere körperliche, psychische und soziale Belastungen </p></li><li><p class="">weniger Zugang zu gesunder Ernährung</p></li></ul><p class="">Vgl. <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/gesundheit-ungleichheit"><span>Armut und Depression</span></a> + <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/gesundheitliche-ungleichheit-deutschland"><span>gesundheitliche Ungleichheit in Deutschland steigt</span></a></p>


  









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  <p class="">Konkretes Beispiel: Während Anna zum Arzt gehen kann, wann immer sie möchte, muss Ben oft lange Wartezeiten in Kauf nehmen oder auf Vorsorgeuntersuchungen verzichten, weil die Eltern keine Zeit oder kein Geld dafür haben. Anna bekommt eine Zahnspange, Ben nicht – mit Folgen für sein Selbstbewusstsein und seine Gesundheit.</p><p class="">Auch das <strong>Wohnumfeld</strong> spielt eine Rolle: Anna wächst in einer ruhigen, grünen Wohngegend auf, Ben in einem Viertel mit viel Verkehrslärm und wenig Freizeitangeboten. Während Anna nachmittags zum Klavierunterricht oder ins Schwimmbad geht, verbringt Ben seine Zeit vor dem Fernseher oder auf dem öffentlichen Spielplatz, der sehr heruntergekommen ist.</p>


  









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  <h2><strong>Armut &amp; Selbstbewusstsein</strong></h2><p class="">Armut wirkt sich nicht nur materiell, sondern auch <strong>psychisch</strong> <strong>aus</strong>. Wer sich trotz großer Anstrengung nicht aus der eigenen Lage befreien kann und gleichzeitig <span data-text-attribute-id="be19f9e8-5dcf-49d2-ab80-448c379bc28a" class="sqsrte-text-highlight">gesellschaftliche Vorurteile</span> erlebt, verliert schnell das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Das erschwert es zusätzlich, neue Wege zu gehen und Chancen zu ergreifen.</p><p class="">Ben sieht im Fernsehen immer wieder Politiker, die Menschen wie ihn als „faul“, „schwach“ oder „Sozialschmarotzer“ darstellen. Das nagt gewaltig am Selbstbewusstsein – und irgendwann glaubt man selbst, dass man nichts schaffen kann und weniger wert ist. Vgl. <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/buergergeld-kritik"><span>Kritik am Bürgergeld - Studie</span></a></p>


  









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  <h3><strong>Was hilft Menschen in Armut wirklich?</strong></h3>


  










  


  
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<html><head><meta charset="utf-8"/></head><body>  <a class="paapi5-pa-product-image-link" href="https://www.amazon.de/dp/3103975570?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Es braucht nicht viel: Wie wir unseren Sozialstaat demokratisch, fair &amp; armutsfest machen" target="_blank"></a><img class="paapi5-pa-product-image-source" src="https://m.media-amazon.com/images/I/41vzMLZnxqL._SL500_.jpg" alt="Es braucht nicht viel: Wie wir unseren Sozialstaat demokratisch, fair &amp; armutsfest machen"><a class="paap5-pa-product-title-link" href="https://www.amazon.de/dp/3103975570?tag=ink1-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1" title="Es braucht nicht viel: Wie wir unseren Sozialstaat demokratisch, fair &amp; armutsfest machen" target="_blank">Es braucht nicht viel: Wie wir unseren Sozialstaat demokratisch, fair &amp; armutsfest machen</a><span class="paapi5-pa-product-list-price-value"></span><span class="icon-prime-all"></span> </body></html> 
  
  







  
  <p class="">Direkte finanzielle Unterstützung hilft Menschen in schwierigen Lebenslagen effektiv. Sie wissen in der Regel selbst am besten, wie sie das Geld sinnvoll einsetzen – sei es für eine bessere Unterkunft, Bildung oder den Alltag.  </p><p class="">Vgl. <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/geld-hilft"><span>Geld hilft gegen Armut</span></a> + <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/diskriminierung-herkunft"><span>Diskriminierung aufgrund sozialer Herkunft</span></a> </p><p class="">Statt komplizierter Programme würden gezielte, unbürokratische Hilfen den Alltag vieler Menschen erleichtern; und ihnen das <strong>Gefühl geben, selbstbestimmt handeln zu können</strong>. </p>


  










  
  <p class="">Vielversprechende Ideen gibt es jedenfalls. Wie das <em>bedingungslose Grundeinkommen</em>, das allen Menschen ein Existenzminimum sichern könnte, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Status. Erste <a href="https://www.pilotprojekt-grundeinkommen.de/unerwartete-effekte" target="_blank">Pilotprojekte</a> (externer Link) zeigen, dass Menschen mit mehr finanzieller Sicherheit häufiger Weiterbildungen machen, sich ehrenamtlich engagieren und insgesamt zufriedener leben.</p><p class="sqsrte-small">» Julia Friedrichs: <a href="https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1063555806" target="_blank"><span><strong>Working Class</strong></span></a> (#Affiliate-Link/Anzeige), Warum wir Arbeit brauchen, von der wir leben können</p>


  









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  <h2>Gesellschaftliche Wahrnehmung und Vorurteile</h2><p class="">In vielen Köpfen hält sich das Bild, dass „<em>jeder es schaffen kann, wenn er nur will</em>“. <strong>Die Realität sieht jedoch anders aus</strong>. Wer in Armut aufwächst, muss deutlich mehr Hürden überwinden und bekommt weniger Unterstützung. Vgl. <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/teufelskreis-armut"><span>Teufelskreis der Armut</span></a></p><p class="">Armut wird individualisiert, statt als gesellschaftliches Problem erkannt zu werden.</p><p class="">So zeigt ein Blick auf die skandinavischen Länder wie Schweden oder Norwegen, dass die soziale Durchlässigkeit mit <span data-text-attribute-id="9b7893fd-edef-4d84-b821-989e3899540c" class="sqsrte-text-highlight">geringen Mitteln</span> erhöht werden kann. In Finnland bekommt jedes Kind ein kostenloses Mittagessen in der Schule, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Das sorgt nicht nur für <strong>bessere Gesundheit</strong>, sondern auch für <strong>mehr Chancengleichheit</strong>, weil die Kinder sich besser im Unterricht konzentrieren können. </p><p class="">In Deutschland ist das anders: Hier weigert man sich, eine kostenlose Schulverpflegung einzuführen, die Ungleichheiten abbauen würde. Stattdessen hängen Regelmäßigkeit und Qualität der Ernährung vom Geldbeutel der Eltern ab.</p><p class="sqsrte-small">» Francis Seeck: <a href="https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1062252563" target="_blank"><span><strong>Zugang verwehrt </strong></span></a>(#Affiliate-Link/Anzeige), Keine Chance in der Klassengesellschaft: wie Klassismus soziale Ungleichheit fördert</p>


  









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  <h3><strong>Wer liegt hier wem auf der Tasche?</strong></h3><h4><strong>Genug mit dem Bürgergeld-Fetisch.</strong></h4>


  










  


  
  
    
    
      
        
        
        
        
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              <p data-rte-preserve-empty="true">Kurzweiliger und informativer Vortrag von Helena Steinhaus vom Verein Sanktionsfrei</p>
            
          
        
      
    
  
  
    



  



  

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  <h2><strong>Fazit</strong>: Kapital, Klasse &amp; Karriere</h2><p class="">Soziale Herkunft ist ein entscheidender Faktor für das Leben eines Menschen. Wer Chancengleichheit fördern will, muss diese Unterschiede erkennen und gezielt abbauen – durch bessere Bildung, weniger bürokratische Hürden und mehr gesellschaftlichen Respekt für alle Lebenslagen. </p><p class="">Soziale Ungleichheit erschöpft sich nicht in einem Mangel an Geld, sondern schließt auch Erfahrungen, Netzwerke und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten mit ein.</p>]]></content:encoded><media:content height="1000" isDefault="true" medium="image" type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/6be016a4-2a7d-4435-9e25-27e7b344f170/unsplash-image-kyeJW1zRH0I.jpg?format=1500w" width="1500"><media:title type="plain">Kapital, Klasse &amp; Karriere – Wie Herkunft Chancen verteilt</media:title></media:content></item><item><title>Schlafstörungen &amp; Co</title><category>Psychotherapie</category><dc:creator>Dr. phil. Michael Mehrgardt</dc:creator><pubDate>Sun, 26 Apr 2026 06:00:00 +0000</pubDate><link>https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/schlafstrungen-amp-co</link><guid isPermaLink="false">5f26f247cb729c57bdf69edc:5f26f3ca510a750ec73011dd:68e67f8e4d73a52b592e7e35</guid><description><![CDATA[Die Macht des "Unerledigten" – Du kannst oft nicht einschlafen oder du 
wachst nachts häufig auf? Du grübelst und kannst nicht aufhören, immer 
wieder über dasselbe nachzudenken? Du hast Alpträume, aus denen du 
schweißgebadet hochschreckst? In diesem Video erläutere ich, warum 
Unerledigtes dich nicht schlafen lässt.]]></description><content:encoded><![CDATA[<h2>Die Macht des <em>Unerledigten</em></h2>


  









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  <h4>Alles Unerledigte raubt dir den Schlaf!</h4><ul data-rte-list="default"><li><p class="">Du kannst oft nicht einschlafen oder du wachst nachts häufig auf? </p></li><li><p class="">Du grübelst und kannst nicht aufhören, immer wieder über dasselbe nachzudenken? </p></li><li><p class="">Du hast Alpträume, aus denen du schweißgebadet nochschreckst? </p></li></ul><p class="">In diesem Video erläutere ich, warum Unerledigtes - engl.: unfinished buisiness - dich nicht schlafen lässt, dein Gedankenkarussell kreisen lässt und dir fiese Alpträume beschert. </p><p class="">Nach einem Ausflug in die Theorie der <span class="sqsrte-text-color--custom"><strong>Gestalttherapie</strong> </span>gebe ich dir einige <span class="sqsrte-text-color--custom"><strong>wirksame Tools</strong></span> an die Hand, die dir helfen können, wieder besser ein- und durchzuschlafen.</p>


  









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                <p class=""><strong>Verweise:</strong></p>
              

              
                <p class="">Überblick: <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/mehrgardt-auswege-sonstige#schlafstoerung">Schlafstörungen &amp; Co</a></p><p class="">Vertiefender <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/schlafstrungen-grbeln-amp-alptrume">Artikel</a></p>
              

              

            
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Grundtypen unterscheiden: die teleologischen und die deontologischen 
Ansätze.]]></description><content:encoded><![CDATA[<p class="sqsrte-large">Ethik entwickelt Moraltheorien. Dabei lassen sich modellhaft zwei Grundtypen unterscheiden: die teleologischen und die deontologischen Ansätze.</p>


  










  


  
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  <p class="">Im Laufe der letzten 2500 Jahre haben Menschen immer wieder versucht, Moraltheorien zu entwickeln. Dabei lassen sich modellhaft <strong>zwei Grundtypen</strong> unterscheiden: die teleologischen und die deontologischen Ansätze. </p><p class="">Aus ihren Annahmen erwachsen die klassischen Antagonismen der Ethik, die Gegensätze von zweckgerichteter Tugend und prinzipieller Pflicht, von <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/innere-zufriedenheit-glueck" target="_blank">Glück</a> und Güte, von „Streben“ und „Sollen“. </p><p class="">Eine parallel zur „klassischen“ Differenzierung in teleologische und deontologische Ansätze liegt bei Max Webers Unterscheidung von „Verantwortung“ und „Gesinnung“ vor – man könnte auch sagen: von „Handlung“ und „Haltung“.</p>


  









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  <h2><strong>Aristoteles und Kant</strong> </h2><p class="">Diese grundlegende Differenz wird in vielen Ethik-Einführungen paradigmatisch durchdekliniert an </p><ul data-rte-list="default"><li><p class="">Aristoteles’ <em>eudaimonia</em> </p></li><li><p class="">und Kants <em>kategorischem Imperativ</em>, </p></li><li><p class="">wobei die teleologische Front <em>motivational</em> durch den Konsequentialismus (Prinzip: <em>Gut ist, was gute Folgen hat</em>; bekannt aus utilitaristischen Theorien), </p></li><li><p class="">die deontologische durch den Intentionalismus (Prinzip: <em>Gut ist, was aus guten Motiven getan wird</em>; bekannt aus der Strafrechtstheorie) gestärkt wird. </p></li></ul><p class="">Fraglich ist auch, wie sich in den Theorien das Gute als das mit der Moral der Gemeinschaft Übereinstimmende mit dem Guten des glücklichen Gelingens individueller Lebensvollzüge paart.  <strong>Zu klären ist, wie sich die Güte zum Glück verhält</strong> und das Glück zur Güte, unter welchen Umständen der Glückliche gut und der Gute glücklich wird.</p>


  









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  <h2><strong>Das Gute und das Glück</strong></h2><p class="">Kant entwickelte im Umfeld des preußischen Pietismus’ sein Konzept einer <strong>autonom begründeten</strong> deontologischen Ethik. Er trägt damit seiner Abneigung gegenüber neuen eudämonistischen Strömungen Rechnung, die mit dem frühen Utilitarismus Benthams aus England auf den Kontinent hineinzubrechen drohten: <em>Pflicht</em> und <em>Gebot</em> statt <em>happiness</em> und <em>pleasure</em>. </p><p class="sqsrte-small">Immanuel Kant: <a href="https://amzn.to/4au1cpZ" target="_blank"><strong>Kritik der praktischen Vernunft</strong></a><strong> </strong>(#Affiliate-Link/Anzeige)</p><p class="">Das <strong>Problem</strong> ist dabei (im Pietismus mehr als in der Ethik Kants): Nicht nur, dass das Gute und das Glück auseinanderfallen, auch werden die <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/liebe-philosophie" target="_blank">Liebe</a> und andere Tugenden zur Pflicht gemacht. Sie werden nicht mehr um ihrer selbst willen und wegen ihres glücksstiftenden Moments, sondern als Konsequenz der Gebotstreue verfolgt. <strong>Das Glück spielt keine Rolle mehr, es ist aus der Moral ausgeklammert</strong>. Ein gefährliches Unterfangen, denn wir können ohne das Streben nach Glück nicht leben.</p><p class="">Andererseits können wir auch ohne Moral nicht leben – ein echtes Dilemma. Aber ist es denn wirklich so, dass das Glück und das Gute in den teleologischen und den deontologischen Ansätzen bei Aristoteles respektive Kant auseinanderfallen? Mitnichten!</p>


  









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  <h3>„<strong>Geht es Dir gut?“ – „Ja, ich handle gut.“</strong></h3><p class="">„Gutsein“ und „Glücklichsein“ – in der griechischen Antike war die Unterscheidung der beiden Begriffe überhaupt kein Gegenstand. „Gutsein“ als Gesamtheit tugendhafter Lebensvollzüge und „Glücklichsein“ als Gefühlskomponente fielen zusammen. </p><ul data-rte-list="default"><li><p class="">Auf die Frage „Geht es Dir gut?“ antwortete man: „Ja, ich <em>handle</em> gut.“ </p></li><li><p class="">Es geht mir gut, wenn ich gut handle! </p></li></ul><p class="">Mit anderen Worten: Aus tugendhaftem (= gutem) Handeln erwächst Glück. Bei Aristoteles gilt: Ich bin glücklich, wenn ich gut bin.</p><p class="sqsrte-small">Aristoteles: <a href="https://amzn.to/4atp2C7" target="_blank"><strong>Nikomachische Ethik</strong></a> (#Affiliate-Link/Anzeige)</p>


  









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  <h2>„<strong>Freiheit zum Guten“ und Glückseligkeit </strong></h2><h3><strong>Thomas von Aquin</strong></h3><p class="">Thomas von Aquin bringt Freiheit (verstanden als „Freiheit zum Guten“) und Glückseligkeit zusammen, indem er die aristotelische Verbindung von Glück und Moral anthropologisch begründet: Das Streben nach dem Glück und dem Guten sind verschiedene Ausdrücke der einen menschlichen Natur. </p><p class="sqsrte-small">Thomas von Aquin: <a href="https://amzn.to/40mp8FH" target="_blank"><strong>Summa Theologiae</strong></a> (#Affiliate-Link/Anzeige)</p><p class="">Das natürliche Sittengesetz ist somit ein inneres, es ist dem Menschen <strong>ins Herz und in den Verstand geschrieben</strong>, auch wenn es sich in äußerer Gebotsform ausdrücken lässt, wie etwa in der <a href="https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/goldene-regel" target="_blank"><em>Goldenen Regel</em></a>, die uns an das inhärente Sittengesetz „erinnert“. </p><p class="">Die Natur des Menschen „weckt die Tugenden“ und liefert damit die Bedingung der Einsichtsmöglichkeit in die Gültigkeit der Regel, die nicht vermittelt, gelernt und befolgt werden könnte, wenn nicht im Menschen die entscheidende Triebkraft ihrer Anerkennung läge. </p><p class="">Die anthropologische Betrachtung und die Bewusstmachung, was der Mensch ist, geht damit der Ethik voraus, so wie die Goldene Regel nur verstanden werden kann, wenn das Wesen des Menschen als „Freiheit zum Guten“ erkannt wird, eine Freiheit, die letztlich bei Thomas eine „Freiheit in Gott“ ist, denn Gott ist das <em>summum bonum</em>.  </p>


  









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  <h2><strong>Achtung vor dem moralischen Gesetz – Kant</strong></h2><p class="">Kant wiederum zeigt uns in der Güte der Befolgung des moralischen Gesetzes ebenfalls eine Spur des Glücks. Moralisches Handeln geschieht zwar <em>aus Pflicht</em>, verursacht dabei jedoch eine <strong>tiefe innere Gefühlsregung</strong>, eine Bewegtheit, die Kant <em>Achtung</em> nennt. </p><p class="">Diese Achtung vor dem moralischen Gesetz, die jeder Mensch empfindet, sorgt dafür, dass aus pflichtgemäßem (also: gutem) Handeln Glück erwächst. Auch bei Kant gilt also letztlich: Ich bin glücklich, wenn ich gut handle.</p>


  









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  <h2><strong>Moral macht glücklich!</strong></h2><p class="">Einerseits macht Moral glücklich, andererseits ist ein Glücksstreben ohne moralische Grundsätze undenkbar, denn „auf dem Gebiet des Willens gibt es Zusammenhänge, die nicht beliebig aufgelöst werden können“, was zur Folge hat, dass sich unser Streben nach Glück stets im Rahmen gewisser moralischer Einstellungen hält. </p><p class="">Die Trennung von „Glück“ und „Güte“ erweist sich somit als völlig unbegründet, obgleich sie als wirkmächtiges Strukturierungsparadigma nach wie vor den „Frontverlauf“ im ethischen Diskurs markiert.</p>


  









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  <ul data-rte-list="default"><li><p class="sqsrte-small"><a href="https://www.medimops.de/josef-bordat-das-gewissen-taschenbuch-M03942605074.html" target="_blank"><span><strong>Das Gewissen</strong></span></a> (#Affiliate-Link/Anzeige)</p></li><li><p class="sqsrte-small"><a href="https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1072106977" target="_blank"><span><strong>Unendliche Würde</strong></span></a> ,(#Affiliate-Link/Anzeige) Ein Kommentar zu Dignitas infinita – Erklärung des Dikasteriums für die Glaubenslehre über die menschliche Würde.</p></li><li><p class="sqsrte-small"><a href="https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1058830258" target="_blank"><span><strong>Würde, Freiheit, Selbstbestimmung</strong></span></a>. (#Affiliate-Link/Anzeige) Konzepte der Lebensrechtsdebatte auf dem Prüfstand</p></li></ul>]]></content:encoded><media:content height="1000" isDefault="true" medium="image" type="image/jpeg" url="https://images.squarespace-cdn.com/content/v1/5f26f247cb729c57bdf69edc/2f0fd678-89c2-4c17-855e-dfa386bdde74/unsplash-image-pWhx6q22d_I.jpg?format=1500w" width="1500"><media:title type="plain">Streben und Sollen, Glück und Güte. Grundtypen moraltheoretischer Begründungsmodelle</media:title></media:content></item></channel></rss>