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	<title>Deutschlandpuls.de - So steht es um Deutschland</title>
	
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	<description>Der Deutschlandpuls ist weder vorrangig deutschlandkritisch noch patriotisch ausgerichtet. Was verbindet, ist das Interesse an einem Landstrich, in dem es auch zur Identität der Bürger gehört, sich kritisch mit der eigenen Identität auseinander zu setzen. Deutschlandpuls  so stehts um Deutschland, lautet der Slogan. Der Deutschlandpuls ist ein Non-Profit-Projekt. Ins Leben gerufen wird es von den beiden Absolventen der Europa-Universität Viadrina André Winzer und Alexander Fromm, sowie dem ehemaligen Viadrina-Dozenten Walther Fekl. Alle drei sind auch als Autoren aktiv. Der Deutschlandpuls sieht sich als Mitmachportal. Wer ebenfalls Beiträge um und über Deutschland beisteuern möchte, der meldet sich einfach unter: mitmachen@deutschlandpuls.de.</description>
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		<title>Gen-Food-Cocktail sarazenisch</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 21:12:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roberto Koch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsche Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Eugenik]]></category>
		<category><![CDATA[Gen-Food]]></category>
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		<category><![CDATA[Thilo Sarrazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Sollten Sie dieses Gericht für unbekömmlich halten, gibt es nur eine Lösung: eiskalt abservieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="zemanta-img" style="margin: 1em; display: block;">
<div>
<dl class="wp-caption alignright" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://commons.wikipedia.org/wiki/File:Fotothek_df_roe-neg_0006526_045_Kochtopf_auf_einem_Feuer_im_Freien.jpg"><img title="Fotothek df roe-neg 0006526 045 Kochtopf auf e..." src="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/09/300px-Fotothek_df_roe-neg_0006526_045_Kochtopf_auf_einem_Feuer_im_Freien.jpg" alt="Fotothek df roe-neg 0006526 045 Kochtopf auf e..." width="300" height="206" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd zemanta-img-attribution" style="font-size: 0.8em;">Image via <a href="http://commons.wikipedia.org/wiki/File:Fotothek_df_roe-neg_0006526_045_Kochtopf_auf_einem_Feuer_im_Freien.jpg">Wikipedia</a></dd>
</dl>
</div>
</div>
<p>Das nachstehende Gericht dient nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern nicht zuletzt der Leistungssteigerung der intellektuellen Leistungsfähigkeit der deutschen Bevölkerung und der Verbesserung ihrer Erbmasse. Gen-Food meint hier also nicht nur gentechnisch veränderte Nahrung, sondern nicht zuletzt eine solche, die langfristig eine Verbesserung der genetischen Ausstattung des deutschen Volkes verspricht.</p>
<p>Unser Cocktail sollte daher ausschließlich aus Nahrungsmitteln aus nicht-muslimischen Herkunftsländern hergestellt werden. Auf indonesischen Reis ist beispielsweise zu verzichten. Reis sollte, wenn schon nicht aus Europa, dann zumindest aus China oder Vietnam stammen. Einwanderer aus diesen Ländern fallen seit Jahren durch ihre Schulerfolge auf – ganz im Gegensatz zu Türken oder gar Arabern –, was sich nur durch ihren Konsum von einheimischem Reis erklären lässt. Daneben dürfte auch Gen-Soja dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.</p>
<p>Grundlage unseres Cocktails ist Sea-Food. Das bedeutet insbesondere gentechnisch optimierten Fisch mit besonders hohem Eiweißgehalt, aber auch das Fleisch der intelligentesten Tiere der Welt, also von Delphinen. Fisch und Fleisch werden in Lamellen geschnitten und dann eingelegt in eine Sauce aus Gen-Soja, Zitronen und nicht zuletzt von Glutamat, das in der Generation heutiger Bundesbanker den Schülern als intelligenzspendendes Mittel verabreicht wurde (zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Bundesbankchef Axel Weber).</p>
<p><span id="more-5015"></span></p>
<p>Während Fisch und Fleisch in der intelligenzoptimierenden Sauce ziehen, bereiten Sie die vegetarische Beilage vor. Diese besteht aus Reis, aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_J%C3%BCrgen_Eysenck">eysenck</a>-haltigem und daher eugenisch wertvollem Gemüse (etwa Spinat), aus französischem Buchweizen, ersatzweise aus nordsibirischem Winterweizen, im Verhältnis 1:1:1. Auch hier ist streng auf die Herkunft zu achten. Buchweizen heißt auf Französisch &#8220;sarrasin&#8221;, womit jede weitere Begründung für die Verwendung dieses Produkts überflüssig sein dürfte. Nordsibirsiches kommt deswegen als Ersatz in Frage, weil schon allzu lange der Aufnordung unseres Volkes nicht die gebührende Aufmerksamkeit gezollt wurde. Wir wollen, da es hier ja um Küche und nicht etwa um Politik geht, in diesem Zusammenhang nur ganz nebenbei auf den ständig in Polizeiberichten auftauchenden Gegenbegriff von Kriminellen „mediterranen oder nahöstlichen Typs“ verweisen. So etwas landet dann vor einem anderen als bei unserem Gericht. Zurück zu diesem.</p>
<p>Reis und Weizen werden gut mit Milch überschüttet: etwa einen Fingerbreit über der Trockenmasse. Hierzu nehmen wir Vollmilch von reinrassigen Kühen mit bajuwarischem Reifezeugnis: nur so ist der wünschenswerte I-Kuh absolut gesichert. Sobald Reis und Weizen sich gut vollgesogen haben, werden sie stilvoll neben dem Seafood-Cocktail auf einem Rosenthal-Teller – auch dieses Detail ist wichtig, wegen der besonders wertvollen jüdischen Gene – verteilt, möglichst, wenn auch nicht zwingend, mit sarazenischem Dekor.</p>
<p>Sollten Sie dieses Gericht für unbekömmlich halten, gibt es nur eine Lösung: eiskalt abservieren.</p>
<div class="zemanta-pixie" style="margin-top: 10px; height: 15px;"><a class="zemanta-pixie-a" title="Enhanced by Zemanta" href="http://www.zemanta.com/"><img class="zemanta-pixie-img" style="border: medium none; float: right;" src="http://img.zemanta.com/zemified_a.png?x-id=1dbaf484-574c-42c2-aec4-5552f7252bbd" alt="Enhanced by Zemanta" /></a><span class="zem-script pretty-attribution"><script src="http://static.zemanta.com/readside/loader.js" type="text/javascript"></script></span></div>
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		<title>Angewandter Sarrazynismus</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 12:31:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Glossix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gut gemeint]]></category>
		<category><![CDATA[Biologismus]]></category>
		<category><![CDATA[Eugenik]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Buchholz]]></category>
		<category><![CDATA[Sparpaket]]></category>
		<category><![CDATA[Thilo Sarrazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Man sollte auch frühestens dann daran denken, Sarrazin den Mund zu verbieten, wenn man denen, die ihn praktizieren, das Handwerk gelegt hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } -->CDU-Ministerpräsident Böhmer hält es für sozial unausgewogen, dass nach dem Willen des „Sparpakets“ der Bundesregierung die 300 Euro Elterngeld für Hatz-IV-Empfänger gestrichen werden, während die Heim und Kind hütende Millionärsgattin diese Summe anstandslos auf ihr bescheidenes Konto überwiesen bekommt.</p>
<p>Böhmer hat im Prinzip schon Recht, nur nicht mit seiner parteigebunden weichgespülten Wortwahl. Reden wir also Klartext. Was hier Gesetz werden soll, ist praktizierter Sarrazin. Der Unterschicht (wir lassen uns hier der Kürze halber mal die ungenaue Gleichsetzung von Hartz IV und Unterschicht durchgehen) wird eher unsanft zur Kenntnis gebracht, dass Kinder eine Last sind, dass sie Geld kosten, das man nicht hat. Zu dieser – für sie ja nicht zutreffenden –  Einsicht muss man die Millionärsgattin nicht bringen. Deshalb darf sie das Geld, das sie nicht braucht, ruhig behalten. Logo.<br />
<a href="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/09/Thilo_Sarrazin.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-5001" title="Thilo Sarrazin in Erklärungsnot" src="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/09/Thilo_Sarrazin-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Anreize zum Kinderkriegen sind seit Jahren ein Hauptthema der Politik. Die sparpaket-sanktionierte Praxis setzt das nun schichtenspezifisch um, was sich nur vor dem Hintergrund einer biologistischen, eugenischen Ideologie begründen lässt: Wir brauchen Aufforstung durch Mittel- und Oberschicht-Gene – eben ganz nach Sarrazin.</p>
<p>Wer Sarrazin selbst praktische Politik werden lässt, möge seine künstliche Aufregung über den verbalen Sarrazin im Hals stecken lassen. Für die Auseinandersetzung mit den unsäglichen Thesen des feinen Herrn sind andere besser legitimiert. Man sollte auch frühestens dann daran denken, ihm den Mund zu verbieten, wenn man denen, die ihn praktizieren, das Handwerk gelegt hat,<span id="more-4993"></span></p>
<p style="text-align: right;">meint Glossix.</p>
<p>P.S. Glossix ruft nicht nach dem Kadi, aber nach ernsthafter, gründlicher Auseinandersetzung. Sein jüngstes und bislang lesenswertestes Beispiel dafür fand er bei <a href="http://www.martin-buchholz.de/kom0.html">Martin Buchholz</a> (&#8220;Wochenschauer&#8221; vom 3. September 2010). Dass es diesem beim Thema Thilo S. – vielleicht zum ersten Mal seit Jahrzehnten – weitgehend die kabarettistische Sprache und die Lust am Wortspiel – verschlagen hat, macht besonders nachdenklich.</p>
<div class="zemanta-pixie" style="margin-top: 10px; height: 15px;"><a class="zemanta-pixie-a" title="Enhanced by Zemanta" href="http://www.zemanta.com/"><img class="zemanta-pixie-img" style="border: none; float: right;" src="http://img.zemanta.com/zemified_a.png?x-id=40771ef8-c6c9-4541-ace3-318b84aea2b9" alt="Enhanced by Zemanta" /></a><span class="zem-script pretty-attribution"><script src="http://static.zemanta.com/readside/loader.js" type="text/javascript"></script></span></div>
<p>Bild:<a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/55/Thilo_Sarrazin030709.jpg">wikimedia</a></p>
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		<item>
		<title>Von den Sarazenen zu Sarrazin</title>
		<link>http://feedproxy.google.com/~r/Deutschlandpuls/~3/pfVX-rSIGhk/von-den-sarrazenern-zu-sarrazin-4965</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 17:47:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Trebor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gut gemeint]]></category>
		<category><![CDATA[elitärer Kleinbürger]]></category>
		<category><![CDATA[Immigration]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Stuttmann]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Buchholz]]></category>
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		<category><![CDATA[Nachdenkseiten]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Thilo Sarrazin]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>

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		<description><![CDATA[Thilo Sarrazin ist gerade mal einen Sturm im Wasserglas des Feuilletons und der Blogosphäre wert – und eigentlich noch viel mehr ist er ein Fall für Kabarettisten und Karikaturisten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heftig tobt er bereits, der Kampf um Thilo Sarrazins Opus „Deutschland schafft sich ab“.  Dabei wird die buchförmige Zusammenstellung seiner  Vorurteile doch erst heute offiziell vorgestellt. Vorabdrucke im SPIEGEL haben diese Diskussion ermöglicht, und schließlich heizt der Autor ja schon seit einiger Zeit die Diskussionen um Unterschicht und Einwanderer mit seinen grobkörnigen populistischen Thesen an. Als Tabubrecher versteht er sich wohl selbst, er sieht sich als einen, der gegen die <em>political correctness</em> löckt. Dabei ist er ein bloßer Sprücheklopfer, allenfalls ein minder begabter Provokateur, dem durch seine herausgehobene gesellschaftliche Stellung – Ex-Finanzsenator und Bundesbanker – unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird.</p>
<p>Wie verhält man sich da? Am besten, so sollte man meinen, unterstützt man mit den eigenen schwachen Mitteln nicht noch das, was man den Großen in den Medien vorzuwerfen hat, nämlich das Übermaß an Publizität für ein zweifelhaftes Produkt. Also mit Stillschweigen übergehen und sich wichtigeren Dingen zuwenden? Dazu ist es am Tag des Erscheinens leider schon zu spät. Der Puls, den wir, unserem Namen entsprechend, erfühlen und ergründen wollen, wird durch das Sarrazin-Buch nun einmal entscheidend beeinflusst.</p>
<p>Schlagen wir also lieber eine kleine Brücke der Intelligenz über den uns vorgesetzten Abgrund an Volksverdummung. Das Vorliegen einer Fülle fundierter Artikel macht dies möglich. Wir haben die Qual der Wahl. Beginnen wir mit einer kleinen Zusammenstellung lesenswerter Analysen:</p>
<p><a href="http://www.dasdossier.de/magazin/kultur/kulturkritik/der-elitaere-kleinbuerger">Das Dossier</a>, <a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2010/08/tabubrechende-idiotie.html">Blogspot</a>, <a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/intelligenz-ist-zu-50-bis-80-prozent-angeboren/1912078.html">Tagesspiegel</a>, <a href=" http://www.faz.net/s/RubC17179D529AB4E2BBEDB095D7C41F468/Doc~E8844167DB87E45D68639E4C19F5358E6~ATpl~Ecommon~Scontent.html;">FAZ</a>, <a href="http://www.fr-online.de/kultur/literatur/der-fall-sarrazin/-/1472266/4595198/-/index.html">FR-Online</a></p>
<p><span id="more-4965"></span></p>
<p>Die „Nachdenkseiten“ liefern auf ihren diversen Seiten nicht nur eine <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=6572">Analyse</a> der Sarrazin-Thesen, sondern auch einen instruktiven  <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=6584#h19">Vergleich der Argumentationsmuster</a> von Sarrazin und Nazi-Innenminister Frick. Lesenswert und erhellend auch das auf dieser Website zitierte <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=6577#h22">Lob </a>aus dem Mund eines NPD-Parlamentariers. Mit einem etwas längeren zustimmenden Zitat aus nationaldemokratischer Quelle wartet Jörg Lau in der <a href="http://blog.zeit.de/joerglau/2010/08/24/thilo-sarrazin-mutiger-tabubrecher_4087">ZEIT </a>auf.</p>
<p>Solches Lob sollte den noch immer sozialdemokratischen Autor schon etwas nachdenklicher machen. Diese Hoffnung darf man aussprechen, gerade wenn man – was mein Fall ist – ihn vorerst nicht gleich mit der Nazi-Keule erschlagen will. Ich will auch nicht mit der Meinung hinter dem Berg halten, dass Sarrazin ein Fall für alle möglichen Disziplinen sein mag, aber nicht für den Staatsanwalt.</p>
<p>Dummes und selbst Dumpfes muss gesagt werden dürfen. Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, das man nicht wegen der gesammelten Vorurteile eines elitären Kleinbürgers aufs Spiel setzen sollte. Und mit dieser Vokabel, die wir  dem eingangs genannten Blog „Das Dossier“ entleihen, ist Thilo Sarrazin gewiss besser beschrieben als mit justiziablen, aber ihrerseits groben Kategorien wie „Rassist“ und „Volksverhetzer“. Einzelne Äußerungen mögen dergleichen Einordnungen durchaus nahelegen, aber wohin kommen wir, wenn wir bei jedem Provokateur so in den Krümeln suchen?! Sarrazin per Gerichtsbeschluss verurteilen, während wir uns NPD-Parlamentarier leisten?? Da geraten, so scheint mir, bei einigen Leuten die Proportionen durcheinander.</p>
<p>Woher auch dieser plötzliche Eifer, nachdem man den Herrn so lange als Berliner Finanzsenator ertragen hat, obwohl er da schon wiederholt Unsägliches von sich gegeben hatte. Warum musste man ihn, obwohl all das bekannt war, auch noch zum Bundesbanker machen? Und warum musste ihn das „Haus der Kulturen der Welt“ zur Buchvorstellung einladen, obwohl dort sehr wohl bekannt war, was er zu Immigranten üblicherweise vom Stapel lässt? Wir sind der Meinung, dass ihm das nicht verboten werden sollte, aber deswegen muss man ihm nicht jedes Forum bieten und man musste ihn nicht jedes Amt ausüben lassen bzw. es ihm erst übertragen. Jetzt kritisieren ihn seine Vorgesetzten  scharf und das „Haus der Kulturen“ lädt ihn wieder aus. Das sieht dann natürlich wie Zensur aus und verschafft  einem Sarrazin nur eine Steigerung des Gefühls seiner eigenen Wichtigkeit – und zusätzliche Publizität.</p>
<p>Das ist alles überdimensioniert. Sarrazin ist gerade mal einen Sturm im Wasserglas des Feuilletons und der Blogosphäre wert – und eigentlich noch viel mehr  ist er ein Fall für Kabarettisten und  Karikaturisten. Mit diesen Gattungen sei unsere Linksammlung daher abgeschlossen:</p>
<p>Das beginnt mit dem <a href="http://www.martin-buchholz.de/">Wochenschauer </a>von Martin Buchholz, durch den ich – danke, Martin – auf die Nachdenkseiten gekommen bin, und setzt sich fort mit ein paar Zeichnungen (von, natürlich subjektiv, zunehmender Qualität):<a href="http://www.warping.org/karikatur/politiker/thilo-sarrazin.htm"></a></p>
<p><a href="http://www.warping.org/karikatur/politiker/thilo-sarrazin.htm">Warping</a>, <a href=" http://www.toonpool.com/cartoons/Thilo%20Sarrazin%20und%20sein%20Buch_95318">Toonpool</a>, <a href="http://www.sakurai-cartoons.de/">Sakurai-Cartoons </a>, <a href="http://derstandard.at/1277339378797/Cartoon-Neue-Marke?sap=2&amp;_slideNumber=3&amp;_seite=">Der Standard</a></p>
<p>Dass <a href="http://www.schaltzeitverlag.de/Buecher/Politische-Karikaturen-2010.html">Klaus Stuttmann</a>s erste <a href="http://www.stuttmann-karikaturen.de/archiv3.php?id=3314">Zeichnung zu Sarrazin</a> und den Migranten bereits fast ein Jahr alt ist, belegt, dass dessen Thesen von heute nicht so neu sind, wie manche der erst jetzt aufgescheuchten Hühner zu glauben vorgeben. Hier zum Abschluss Stuttmanns einstweilen letzte zum Thema:</p>
<p><a href="http://www.stuttmann-karikaturen.de/archivseq.php?id=3712"><img class="aligncenter size-full wp-image-4973" title="kari_20100826_Sarrazene" src="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/09/kari_20100826_Sarrazene.gif" alt="" width="544" height="380" /></a><br />
(mit freundlicher Genehmigung des Autors)</p>
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		<title>Spendenaffäre</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 09:52:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Glossix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gut gemeint]]></category>
		<category><![CDATA[Frank-Walter Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Nierenspende]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>

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		<description><![CDATA[Das könnte Steinmeier so sehr auf die Nieren gehen, dass er am Ende als Spender gar nicht mehr in Frage kommt und trotzdem im politischen Aus landet. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_4961" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/08/530px-Frank-Walter_Steinmeier_24.jpg"><img src="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/08/530px-Frank-Walter_Steinmeier_24-150x150.jpg" alt="" title="Frank-Walter Steinmeier" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-4961" /></a><p class="wp-caption-text">Frank-Walter Steinmeier</p></div>SPD-Parteichef Franz Müntefering hatte eine Auszeit von der Politik genommen, um seine todkranke Frau zu pflegen. Kurz nach seinem Wiedereinstieg kam das politische Aus für ihn.</p>
<p>SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier nimmt eine Auszeit, um seiner Frau als Nierenspender zur Verfügung stehen zu können.</p>
<p>SPD-Parteichef Sigmar Gabriel nimmt keine Auszeit. Er steht stattdessen seiner Partei als populistische Allzweckwaffe zur Verfügung und siegt lieber mal mit ihr – wenn auch vorläufig nur in Umfragen.</p>
<p>Die solidarische Geste der beiden Erstgenannten entspricht sozialdemokratischem Ideal. Der Drittgenannte verkörpert eher die Realpolitik. Das könnte Steinmeier so sehr auf die Nieren gehen, dass er am Ende als Spender gar nicht mehr in Frage kommt und trotzdem im politischen Aus landet.</p>
<p><span id="more-4956"></span></p>
<p>Die erste absolut mit dem Parteiengesetz vereinbarte Spendenaffäre eines deutschen Spitzenpolitikers hat anderes verdient,</p>
<p style="text-align: right;">meint Glossix.</p>
<p>Bildquelle: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Frank-Walter_Steinmeier_24.jpg">Wikimedia</a></p>
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		<title>US-Richter erlauben Rückzahlungsklage für deutsche Uralt-Anleihe</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 16:25:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melvin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Muss die Bundesrepublik Deutschland für die Rückzahlung einer Uralt-Anleihe des Deutschen Reichs aufkommen? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kurz notiert: Muss die Bundesrepublik Deutschland für die Rückzahlung einer Uralt-Anleihe des Deutschen Reichs aufkommen? Ein US-Berufungsgericht hat jetzt zumindest einer entsprechenden Klage-Forderung amerikanischer Investoren stattgegeben. Die Uralt-Verbindlichkeiten – deren Höhe die Klägerseite mit insgesamt 450 Millionen Dollar (347 Millionen Euro) beziffert – dürfen demnach vor dem US-Bezirksgericht Miami eingeklagt werden.</strong></p>
<p>Konkret geht es um Staatsanleihen, die in den 1920er Jahren vom Deutschen Reich ausgegeben worden waren. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 war ihre Rückzahlung eingestellt worden. Ob die historischen Anleihen heute nicht nur Sammler- sondern auch noch einen realen Geldwert haben, darüber müssen nun die Richter in Florida entscheiden.</p>
<p><strong>siehe hierzu auch:</strong><br />
<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,711446,00.html"><u>Weimarer Republik: US-Investoren dürfen Auszahlung alter Anleihen einklagen</u></a> (Spiegel Online)<br />
<a href="http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:historische-wertpapiere-deutschland-kommt-wegen-hitler-schulden-vor-gericht/50155628.html"><u>Historische Wertpapiere: Deutschland kommt wegen Hitler-Schulden vor Gericht</u></a> (ftd.de)<br />
<a href="http://www.sueddeutsche.de/geld/gerichtsverfahren-gegen-deutschland-hitlers-erblast-1.987291"><u>Gerichtsverfahren gegen Deutschland: Hitlers Erblast</u></a> (sueddeutsche.de)</p>
<p>(via <a href="http://finanzwertig.de/linkwertig-berliner-wirtschaft-uralt-anleihe-volkszaehlung-kamps-akademikersteuer-398">finanzwertig.de (linkwertig vom 12.08.2010)</a>)</p>
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		<title>Bundesländer-Ranking: Berliner Wirtschaft ist Spitzenreiter</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 14:37:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melvin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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		<category><![CDATA[Länderfinanzausgleich]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach einem zehn Jahre dauernden Schrumpfungsprozess hat die Berliner Wirtschaft die Trendumkehr geschafft und bewegt sich auf einem recht stabilen Wachstumspfad. Insgesamt ist die Wirtschaftsleistung der Hauptstadt...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nach einem zehn Jahre dauernden Schrumpfungsprozess hat die Berliner Wirtschaft die Trendumkehr geschafft und bewegt sich auf einem recht stabilen Wachstumspfad. Insgesamt ist die Wirtschaftsleistung der Hauptstadt zwischen 2004 und 2009 im Jahresdurchschnitt um 1,7 Prozent gewachsen – und damit so stark wie in keinem anderen Bundesland, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) vermeldet.</strong> </p>
<p>&#8220;Berlin hat die Trendwende geschafft und holt jetzt auf, wenn auch der Rückstand zu anderen deutschen Großstädten noch groß ist&#8221;, sagte DIW-Experte Karl Brenke. Verantwortlich für das Wachstum sei allein der Dienstleistungssektor. Zum einen seien in Berlin einige besonders wachstumsstarke Dienstleistungsaktivitäten vergleichsweise stark vertreten, zum anderen könne die einzige deutsche Metropole in wichtigen Dienstleistungssektoren überdurchschnittliche Wachstumsraten erzielen. Dazu gehören laut DIW das Gastgewerbe, das kräftige Impulse vom wachsenden Städtetourismus erhält, unternehmensnahe Dienste sowie Dienstleistungen, deren Finanzierung stark vom Staat oder den Sozialversicherungsträgern abhängt.</p>
<p>Seit 2005 wurden der DIW-Studie zufolge in der Hauptstadt knapp 140.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen; das Wachstumstempo war dabei sowohl stärker als in Deutschland insgesamt als auch in den übrigen großen Städten. Zum allergrößten Teil handle es sich um zusätzliche sozialversicherungspflichtige Jobs, und dabei vor allem um qualifizierte Tätigkeiten. Weiter kräftig zugelegt habe auch die selbständige Beschäftigung, die in Berlin überdurchschnittlich verbreitet hat. </p>
<p><strong>Arbeitslosigkeit weiter hoch</strong></p>
<p><span id="more-4941"></span></p>
<p>Allerdings: Berlin weise auch weiterhin die höchste Arbeitslosenquote im Bundesgebiet auf. Zwar sei die Arbeitslosigkeit deutlich gesunken, aber nicht so stark wie es nach dem Beschäftigungszuwachs zu erwarten gewesen wäre. Ein erheblicher Teil der zusätzlichen Arbeitsplätze werde offenbar von Zuwanderern eingenommen. &#8220;Die Spaltung auf dem Berliner Arbeitsmarkt scheint sich zu vertiefen&#8221;, bilanziert dann auch Karl Brenke. Noch immer gebe es überdurchschnittlich viele Hartz IV-Empfänger und Personen ohne Berufsausbildung unter den Arbeitslosen.</p>
<p><strong>Mehr zum Thema:</strong><br />
<a href="http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.359115.de/10-32.pdf">Berliner Wirtschaft: Nach langem Schrumpfen auf einem Wachstumspfad</a> (in: Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 32/2010, .pdf-Datei)<br />
<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,711391,00.html">Bundesländer-Vergleich: Berlins Wirtschaft wächst am schnellsten</a> (Spiegel Online)</p>
<p>(Quelle: <a href="http://www.diw.de/de/diw_01.c.100319.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen.html?id=diw_01.c.359139.de">DIW Berlin</a>, via <a href="http://finanzwertig.de/linkwertig-berliner-wirtschaft-uralt-anleihe-volkszaehlung-kamps-akademikersteuer-398">finanzwertig.de (linkwertig vom 12.08.2010)</a>)</p>
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		<title>Der Juli im Rückblick</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 13:26:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Chronix</dc:creator>
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		<description><![CDATA[02.07. Schwiegersohn wird Landesvater. Christian Wulff, der vermeintlich so harmlos-brave Schwiegersohn-Typ und junge Vater wird nun auch noch zum Landesvater. Er startet jedenfalls in allen Umfragen mit Traumnoten ins neue Amt. Da er mit einigen politischen Wassern mehr gewaschen ist als sein Vorgänger und sich dennoch nie den Schafspelz nass gemacht hat, könnte das durchaus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_255" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-255" title="In den Rückspiegel geschaut!" src="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/08/deutschlandpuls_rueckspiegel.jpg" alt="" width="400" height="250" /><p class="wp-caption-text">Zurückgezwinkert: der Juli 2010 im Rückspiegel.</p></div>
<p><strong>02.07. Schwiegersohn wird Landesvater.</strong> Christian Wulff, der vermeintlich so harmlos-brave Schwiegersohn-Typ und junge Vater wird nun auch noch zum Landesvater. Er startet jedenfalls in allen Umfragen mit Traumnoten ins neue Amt. Da er mit einigen politischen Wassern mehr gewaschen ist als sein Vorgänger und sich dennoch nie den Schafspelz nass gemacht hat, könnte das durchaus andauern.</p>
<p><strong>02.07. Volksverdummung im Vormarsch. </strong>Der <em>Tagesspiegel </em>berichtet darüber, dass ein <a href="http://www.tagesspiegel.de/wissen/cornelsen-verlag-zieht-kapitel-aus-schulbuch-zurueck/1873076.html">Schulbuch-Verlag</a> auf Druck aus Bayern einen Text über religiösen Fundamentalismus in den USA zurückzieht. Das passt zur heutigen Vereidigung eines Bundespräsidenten, der zumindest bis zu seiner Wahl gleich bei zwei <a href="http://www.deutschlandpuls.de/wulff-%E2%80%93-mal-ohne-schafspelz-4620  ">evangelikalen Verbänden</a> führende Positionen einnahm. Wir sprechen ständig von der Wissensgesellschaft und unterstützen die Wissenschaftsfeindlichkeit.</p>
<p><strong>03.07. Dream-Team.</strong> <a href="http://www.deutschlandpuls.de/in-lows-und-goethes-namen-4673">Deutschland schlägt Argentinien 4:0.</a> Doch nicht das Ergebnis als solches, sondern sein Zustandekommen ist es, was begeistert. Spielfreude, Schnelligkeit, Spritzigkeit – die Palette der „deutschen Tugenden“ hellt sich erfreulich auf.</p>
<p><span id="more-4930"></span></p>
<p><strong>06.07. Rauch&amp;Kuss.</strong> Die Sauregurkenzeit ist endgültig ausgebrochen.  Belege dafür: die FAZ vom Tage bringt immerhin gleich drei Beiträge zum Thema Rauchverbot in Bayern und dem Rest der Republik (Info-Artikel zum erfolgreichen bayerischen Volksentscheid über ein absolutes Rauchverbot, Kommentar, Porträt des bajuwarischen Nichtraucher-Apostels Sebastian Frankenberger). Alle sprechen vom Rauchverbot – wir nicht. Irgendwie muss man sich ja unterscheiden. Da verlinken wir lieber mit dem Beitrag der Zeitung, hinter der sich offenbar immer ein gieriger Mund versteckt, zum heutigen „<a href="http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~E84ADCDE40B2C4DA29779C58D8EE36570~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Tag des Kusses</a>“. So schmecken saure Gurken gleich viel besser.</p>
<p><strong>06.07. 68er stirbt mit 67.</strong> <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Teufel">Fritz Teufel</a></span>, seit langem an Parkinson erkrankt, ist seit dem 6. Juli tot. Dass er eine Zeitlang den bewaffneten Kampf befürwortete, lässt sich nicht bestreiten. Wie weit er sich daran selbst beteiligte, ist schon erheblich fragwürdiger, zumal er sich wiederholt erstaunlich wenig für seine Verteidigung interessierte. Seine Waffe war eher das entlarvende, explosive Lachen als der Sprengsatz, die Respektlosigkeit und nicht der Revolver. Seine Gewalttaten, die in der Erinnerung bleiben, sind ein Pudding-Attentat auf einen amerikanischen Vizepräsidenten und das <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=37NV7lyaJKQ">öffentliche Bespritzen eines Ministers</a></span> mit einer Wasserpistole. Der Wahrheitsfindung konnte er schon lange nicht mehr dienen.  Der gebeugte Gang, zu dem ihn seine Krankheit zwang, musste einem wie ihm, besonders zu schaffen machen. Erinnert sich heute noch jemand an seine <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kommune_I">Kommune I</a></span> (K1)? Indirekt beeinflusst hat sie jedenfalls auch viele, die absolut nichts von ihr wissen: im Verhalten der Geschlechter zueinander, im Verhältnis zu Autoritäten und vielem mehr. Das ist so wenig nicht.</p>
<p><strong>06.07. Die Prämie kommt auf leisen Pfoten.</strong> Das regierungsinterne Duell Rösler – Seehofer ist (vorerst) beendet. Der Gesundheitsminister hat sich im Prinzip durchgesetzt: die Prämie kommt. CSU-Chef Horst Seehofer hat so viele Zusatzregelungen durchgesetzt, dass das Neue vorerst außer ein paar Fachleuten niemand bemerken und schon gar nicht verstehen wird. Die FAZ kommentiert das so: „ Warten wir&#8217;s ab.&#8221;  Horst Seehofer gibt den neuen Regelungen allenfalls eine Lebensdauer von „einigen Jahren“. Er gibt ein paar Tage später zu Protokoll, dass er nur schmunzeln könne, wenn jemand sagt: „Jetzt haben wir die langfristige Finanzierung gefunden.“ Wen er damit wohl meinen könnte?</p>
<p><strong>07.07. Eingeknickt.</strong> Das Europa-Parlament stimmt dem modifizierten <a href="http://www.deutschlandpuls.de/lets-swift-again-4713">Swift-Abkommen</a> zu, obwohl bei weitem nicht alle Kritikpunkte beseitigt wurden. Nur Grüne und Linke sind dieses Mal dagegen.</p>
<p><strong>10.07. Soziale Schieflage in Neuauflage.</strong> Ein Stipendium für erfolgreiche Studierende, ohne jegliche Bindung an soziale Kriterien, wurde mit der voraussichtlich nur noch wenige Tage existierenden schwarz-gelben Bundesratsmehrheit verabschiedet.  Das war der Regierung so wichtig, dass sie die Kosten dafür allein übernahm, ohne Beteiligung der Länder. Gegen eine Belohnung von Leistung ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Aber wenn gleichzeitig die geplante Bafög-Erhöhung für die sozial Schwächeren erst einmal verschoben wird, dann sieht das eben wieder mal nach zweierlei Maß und Klientelpolitik aus. Euphemismus-Produzenten nennen so etwas „bürgerliches Profil“.</p>
<p><strong>10.07. Sie wollen die Kraft.</strong> SPD und Grüne billigen auf Landsparteitagen den Koalitionsvertrag. Bei der SPD herrscht Einstimmigkeit, die Grünen zeigen mit nur zwei Gegenstimmen auch ungewohnte Geschlossenheit. Die Linke will sich bei der Wahl am 14. enthalten, womit die Minderheitsregierung wohl erst im zweiten Wahlgang zustande kommen dürfte.</p>
<p><strong>10.07. Paul liegt weiter richtig.</strong> Der Oberhausener Krake hatte auf einen deutschen Sieg im kleinen Finale getippt und dementsprechend erzielte die deutsche Mannschaft in einem munteren Spiel ein 3:2 über Uruguay.</p>
<p><strong>10.07. Fröhliche Austern. </strong>Die Journalistenvereinigung „Netzwerk Recherche“ vergab ihren jährlichen Preis für den Informationsblockierer des Jahres an die Katholische Kirche. Die „Verschlossene Auster“ gibt es für mangelnde Offenheit und Einschränkung der Pressefreiheit. Der Kernsatz der Begründung: „Die deutschen Bischöfe geben bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle nur die Tatsachen zu, die sich nicht mehr leugnen lassen.“ Der Widerspruch zu den eigenen ethischen Standards sei offenkundig. G. Becker, der Schulleiter der Odenwald-Schule, ein potenzieller ernsthafter Konkurrent, der wohl aufgrund seiner schweren Erkrankung pietätvoll von einer Teilung des Preises verschont blieb, stirbt am gleichen Tag. Die Odenwald-Schule teilt mit, dass sie künftig ein Vorbild für offene Aufarbeitung sein will.</p>
<p><strong>10.07. Mutig.</strong> ZDF-Moderator Steffen Seibert wird Regierungssprecher. Die Muster-Schwiegersöhne sind im Kommen.</p>
<p><strong>10./11.07. DB-Saunaclub.</strong> An diesem <a href="http://www.deutschlandpuls.de/wiedergutmachung-deutsche-bahn-bietet-hitzeopfern-gutscheine-4723">Chaos-Wochenende</a> fallen Klima-Anlagen in Intercity-Zügen aus, Passagiere müssen ins Krankenhaus eingeliefert werden.  Kritiker sehen den Grund in mangelnder Wartung. Hier sei jahrelang wegen der Vorbereitung des Börsengangs gespart worden. Die Schatten des Systems Mehdorn sind lang. Der treffendste Titel zu den Vorfällen stammt vom <a href="http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,705992,00.html">Spiegel</a>: „Glut, Schweiß und Tränen.“</p>
<p><strong>12.07. Gebaute Aufklärung.</strong> Günter Behnisch stirbt im Alter von 88 Jahren. Er schuf Spiel-Räume statt Herrschaftsarchitektur, beförderte Partizipation statt Untertanengeist. Sein luftig-leichtes Olympia-Dach von 1972 wurde freilich von keinem Denkmalsschutz gerettet, sondern schon vor ein paar Jahren abgerissen, sein lichter Parlamentsneubau für Bonn, dieses transparente Haus der Demokratie wurde vom Bundestag aufgrund des Umzugsbeschlusses nicht mehr benötigt.  Sein Horror nicht nur vor der Nazi-Architektur, sondern auch vor wilhelminischem Monumentalismus ließ ihn vergeblich gegen den Einzug des Bundestags in das schreckliche Reichstagsgebäude kämpfen. Seine Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz litt unter Beschneidung der ursprünglich zur Verfügung stehenden Fläche zugunsten des Hotels Adlon und bleibt (auch deswegen) unter dem sonstigen Niveau des Bau-Meisters. So kam er in der Hauptstadt nicht so recht zum Zuge. Dort herrschte stattdessen absolut und gnadenlos das konsensfähig konventionelle Mittelmaß von des Stadtbaudirektors und Geschmack(losigkeit)sdiktators Stimmanns Gnaden. So ist seine Signatur ist entschieden zu wenig präsent im Bild der Stadt und des Landes. Die FAZ bezeichnet ihn als „Heinrich Böll der Architektur“. Fein gesagt. Der <a href="http://www.faz.net/s/RubEBED639C476B407798B1CE808F1F6632/Doc~E3664198FB2F1428381C91FA6F8BE7379~ATpl~Ecommon~Scontent.html">ganze Nachruf</a> ist übrigens sehr fein.</p>
<p><strong>14.07. Neue Konstellation.</strong> Hannelore Kraft wird, da eine Stimme zur absoluten Mehrheit fehlt, erst im zweiten Wahlgang NRW-Ministerpräsidentin. Rot-Grün, von Rot (= die Linke) toleriert – die politische Palette wird immer bunter.</p>
<p><strong>14.07. Zickenkrieg endgültig passé.</strong> Annie Friesinger wirft das Handtuch. Gezwungenermaßen. Das Knie will nicht mehr so recht. Eine der erfolgreichsten deutschen Sportlerinnen aller Zeiten tritt damit ab von einer Bühne, die sie auch außerhalb des Eises sehr kurzweilig bespielte. Ihre ältere Erzrivalin Claudia Pechstein will noch nicht aufgeben. Sie läuft inzwischen mehr ihrer durch Dopingvorwürfe befleckten Ehre nach und weniger um Geld und Gold.</p>
<p><strong>14.07. Jauch-Vertrag vom WDR gebilligt.</strong> Der Quiz-Kasper und Publikumsliebling kehrt im Nebenberuf zu ernsthaftem Politik-Talk im öffentlichen Fernsehen zurück. Die Vorschuss-Lorbeeren nehmen sich aus wie das <a href="http://www.deutschlandpuls.de/den-bach-runter-gunther-jauch-und-die-ard-4732">Honorar</a>: geradezu unanständig überdimensioniert.</p>
<p><strong>15.-21.07. Make trade, not war.</strong> Wenn&#8217;s zu Hause nicht rund läuft, sucht man lieber auswärts den Erfolg. In der finsteren Vergangenheit griff man da auch schon mal zum Mittel des Ablenkungskriegs. Dafür gibt es glücklicherweise inzwischen friedlicheren Ersatz. Die Kanzlerin begibt sich auf politisch-ökonomische Ost-Mission. Auf dem jährlichen deutsch-russischen Spitzentreffen funktioniert der Kontakt mit Präsident Medwedjew mindestens so gut wie dereinst das Macho-Gespann Putin – Schröder: Ausbau der Beziehungen, Klimaschutz, Schutz vor Produktpiraterie etc. – man scheint voranzukommen. Siemens schließt einen Vertrag über die Entwicklung von Dampf- und Gasturbinen in Höhe von 2,7 Mrd. Dollar ein. Die begleitende Wirtschaftsdelegation ist riesig und erfolgreich. Im russischen Ruhrgebiet sackt Siemens, das den größten Auftrag einsackte: Regionalzügen im Wert von 2,2 Mrd. Euro. Um Aufträge n dieser Größenordnung, allerdings für die gesamte deutsche Industrie, geht es dann auch in China, wo die Kanzlerin am 17. ihren 56. Geburtstag feiert, und in Kasachstan. So kann man sich dann (am 21.) mit einer Erfolgsbilanz in die Ferien verabschieden.</p>
<p><strong>16.07. Kleine Unterschiede.</strong> Die evangelische Bischöfin Jepsen tritt nach Vorwürfen, sie sei Missbrauchsfällen nicht konsequent genug nachgegangen, zurück. Opfer zollen ihr hohen Respekt und bestätigen, dass sie ihr keine unmittelbare Schuld zurechnen ist. Ihr katholischer Kollege Zollitzsch taktiert dagegen munter weiter. Nun gibt er zu, er hätte die Staatsanwaltschaft einschalten müssen in einem Missbrauchsfall, für den er, so jedenfalls seine bisherigen Äußerungen, angeblich gar nicht zuständig war. Sicherheitshalber argumentiert er auch noch mit dem Opferschutz. Das unappetitliche Gerangel um und mit Mixa geht derweil weiter.</p>
<p><strong>18.07. Demissionitis – eine ansteckende Krankheit?</strong> Ole von Beust tritt zurück, noch vor Beginn der Auszählung des Schul-Referendums. Der sechste CDU-Chef einer Landesregierung innerhalb von einem Jahr.</p>
<p><strong>18.07. Hamburger Schule.</strong> Alle im Parlament vertretenen Parteien unterstützen die von Schwarz-Grün durchgeführte und von SPD und Linker mitgetragener Schulreform. Doch die Mehrheit der Wähler, die sich an der Abstimmung beteiligt haben, sieht das anders. 276.000:218.000 für den Erhalt der vierjährigen statt der geplanten sechsjährigen Primarschule. Dahinter stand der Kampf um den Erhalt des Gymnasiums: ein Lehrstück für die Politik. Die Grünen, die erst die Verbindlichkeit von Volksentscheiden durchgesetzt haben, werden gleich beim ersten solchen hart getroffen.</p>
<p><strong>19.07. Königin der Herzen.</strong> Luise von Preußens 200. Todestag wird begangen, mit vielen Veranstaltungen, vor allem in Brandenburg.</p>
<p><strong>20.07. Die Fußball-Nation atmet auf.</strong> Bierhoff, Löw und Co machen weiter. Und was wird aus DFB-Chef Zwanziger?</p>
<p><strong>21.07. Norbert Blüm wird 75.</strong> Seine Sorte Politiker stirbt aus, nicht nur in der CDU. Der Industriearbeiter hat sich auf dem zweiten Bildungsweg sein Abitur erworben und schließlich promoviert. Seine Herkunft hat er nie vergessen, nie verleugnet, nicht in seiner Sprache, nicht in seiner Politik. So blieb er auch immer seinem zentralen politischen Thema treu, der Sozialpolitik. Die war bei ihm stets linkskatholisch fundiert. Sein soziales Gewissen lässt ihn heute zum zornigen alten Mann werden, der problemlos mit Peter Sodann, dem ehemaligen Präsidentschaftskandidaten der Linken, auf Tournee geht. Abgesehen von Heiner Geißler ist auf weiter Flur kein verwandter Geist zu erkennen, der auf vergleichbarer weltanschaulich-religiöser Grundlage ähnlich hart mit neoliberaler sozialer Kälte ins Gericht geht.</p>
<p><strong>21.07. Launig.</strong> Seit 1986 gibt es den Forsa-Wahltrend. Seine letzte Ausgabe gibt den Koalitionsparteien zusammen genommen gerade mal 34 Prozent. Das entspricht dem niedrigsten Stand seit Beginn dieser Umfrage. Rot-Grün käme danach auf 47 Prozent der Stimmen und könnte damit mit absoluter Mehrheit regieren. Die Kanzlerin verabschiedet sich, davon unbeeindruckt, auf einer Pressekonferenz in guter Laune in den Sommerurlaub.</p>
<p><strong>23.07. Banken-Stresstest.</strong> Europaweit wird gecheckt, inwieweit Banken auf eine eventuelle neue Finanzkrise vorbereitet sind. Die Hypo Real Estate fällt erwartungsgemäß durch, desgleichen fünf spanische Banken und eine griechische. Insgesamt atmet das politische Europa auf.</p>
<p><strong>24.07. Schwarzer Samstag.</strong> Bei einer Massenpanik am Rande der Loveparade von Duisburg gibt es zunächst 19, am Ende aber sogar 21 Tote, und über 500 – zum Teil schwer – Verletzte. Stadt und Veranstalter lassen weiter tanzen und feiern, um eine zusätzliche Massenpanik zu verhindern. Die Nation trauert, nur für die <a href="http://www.tagesspiegel.de/zeitung/eva-herman-ist-eine-schamlose-person/1891468.html;jsessionid=0B3CE68937D48D4FDB99FC5F1E563AB4">schamlose </a>Eva Herman sind, ganz Mixa-konform, natürlich die 68er am <a href="http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/eva-herman/sex-und-drogenorgie-loveparade-zahlreiche-tote-bei-sodom-und-gomorrha-in-duisburg.html">Sodom und Gomorrha </a>schuld, das in Duisburg seiner gerechten Strafe (!) zugeführt wurde.</p>
<p><strong>24.07. Geiz ist geil.</strong> Aldi-Mitgründer Theo Albrecht stirbt mit 88  Jahren. Sein Vermögen beträgt nach der Forbes-Liste 16,7 Mrd. €. Allein  mit Theos notorischem Knausern ist das nicht zusammengekommen. Der <em>Spiegel</em> bescheinigt den Brüdern, „das erfolgreichste Einzelhandelsformat der  Welt“ erfunden zu haben. Theo ist allerdings,  wie es sich gehört, nur  der zweite Platz, hinter seinem älteren Bruder Albrecht (90). Wie&#8217;s  weitergeht mit seinem Aldi-Nord, steht in den Sternen, und die scheinen  nicht restlos günstig zu stehen. Laut <a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,708848,00.html"><em>Spiegel</em> </a>ist dort eine DDR-ähnliche Gerontokratie am Werk.</p>
<p><strong>25.07. Nie sollst Du mich befragen.</strong> Denn wenn man nicht dort war, weil&#8217;s für normale Sterbliche unerschwinglich ist und man außerdem schon wieder auf der Liste der 200 Ehrengäste vergessen wurde, kann man halt, anders als beispielsweise die <em>FAZ</em>, nichts sagen zum Kult(ur)-Ereignis des Monats. Gemeint ist die Eröffnung der Bayreuther Festspiele, mit „<a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~EE70B6EBFB13A4708A424DE9DC6DCA71B~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Lohengrin</a>“, in der Inszenierung von Neuenfels, also mit vorprogrammiert gespaltenem Publikum: Begeisterung und Buhrufe im regisseurüblichen Rahmen.</p>
<p><strong>26.07. Streit um die Rentengarantie.</strong> Der Wirtschaftsminister will sie abschaffen, die Sozialministerin beibehalten. Letztere erhält Unterstützung von der Kanzlerin, die auf den Koalitionsvertrag verweist. Mehr als nominale Beibehaltung der Rentenhöhe garantiert sie freilich auch nicht. Ohne sie hätte es dieses Jahr im Westen allerdings eine Absenkung um 0,9 Prozent gegeben. Im Osten, der endlich mit einer günstigeren Lohnentwicklung aufwarten kann, wäre diese ohnehin nicht fällig geworden.</p>
<p><strong>26.07. Stuttgart-Schilda oder Berlin-Schilda?</strong> Der von der Bevölkerung ungeliebte und funktionell fragwürdige neue Stuttgarter Bahnhof wird um mindestens 860 Mio. € teurer als erwartet, nach Schätzung etlicher Experten sogar um etliche Milliarden. Wenn man denkt, an welchen Beträgen es scheiterte, dass am fantastischen Berliner Hauptbahnhof die von Bahnchef Mehdorn zu verantwortenden fantastischen Verhunzungen beseitigt wurden, fasst man sich in den Kopf. In der Hauptstadt wird die erste Klasse weiterhin im Regen stehen und statt der vorgesehenen Eleganz bleiben an beiden Enden Stummel, obwohl die Materialien für die Fertigstellung längst produziert sind und für teures Geld eingelagert werden.</p>
<p><strong>27.07. Schwarze Afghanentage.</strong> Wikileaks-Veröffentlichungen lösen Debatte über Bundeswehreinsatz in Afghanistan aus. Die Lage, so die Vorwürfe, die nun verstärkt auch von Koalitionsparlamentariern zu hören sind, wurde beschönigt, Informationen wurden zurückgehalten und Entscheidungen des Parlaments auf dementsprechend unzureichender, manipulierter Grundlage getroffen.</p>
<p><strong>28.07. Annäherung.</strong> Die CDU liegt zum ersten Mal seit der Parteispendenaffäre, also seit zehn Jahren, unter 30 Prozent: 29 in Stern-RTL-Umfrage, einen Punkt vor der SPD. Die Grünen  freuen sich über ein Allzeithoch von 19 Prozent, die Linke verharrt bei 11 und die FDP bei fünf Prozent. Wen wundert&#8217;s, ist doch das Vertrauen in ihren Vorsitzenden auf ein Allzeittief von 31 Punkten gesunken. Gregor Gysi bringt&#8217;s auf 34.</p>
<p><strong>29.07. Erholung.</strong> Der VW-Konzern steigert den Gewinn im ersten Halbjahr auf 1,8 Mrd. €. Das operative Ergebnis liegt bei 2,8 Mrd. Der Umsatz weist mit einem Plus von 20,7 Mrd. Eine Steigerung um 20.7 Prozent aus. Verantwortlich dafür ist vor allem der boomende Absatz in China, aber auch gute Ergebnisse in Nord- und Südamerika, wo sich die Wechselkursänderungen günstig auswirken. Diese Entwicklung wird sich im zweiten Halbjahr voraussichtlich nicht fortsetzen, aber von einem Ergebnis deutlich über dem des Vorjahres, darf ausgegangen werde. Auch bei Lufthansa (trotz Vulkanasche), Siemens, Bayer, BASF, Merck und MAN sind es zumindest die Quartalszahlen, die deutlich nach oben weisen. Die wirtschaftliche Erholung schreitet deutlich schneller als erwartet voran.</p>
<p><strong>30.07. Bühnenweltrekord mit alten Hüten.</strong> Johannes Heesters tritt mit 106 Jahren im Berliner Ensemble, das de facto Rolf Hochhuth gehört, in einem schon bei Erscheinen 1974 grob verrissenen Hochhuth-Stück auf. Die <em><a href="http://www.faz.net/s/Rub4D7EDEFA6BB3438E85981C05ED63D788/Doc~E2EF13564714B4666BEDA54C2FCE54F43~ATpl~Ecommon~Scontent.html  ">FAZ </a></em>findet das Resultat „nicht unterbietbar“.</p>
<p><strong>30.07. Und man bewegt sich doch. </strong>Im Oberen Mittelrheintal darf eine Brücke gebaut werden und die Landschaft bleibt Weltkulturerbe. Dieser Status ist also nicht mit absolutem Konservatismus (im mehrfachen Wortsinn) verbunden und widerspricht dankenswerterweise doch nicht jeglicher Weiterentwicklung. Warum war das im Fall des Elbtals bei Dresden nicht möglich? Weil da offenbar von deutscher Seite nicht so umfassend informiert und weniger eng mit der Unesco kooperiert wurde. Dumm gelaufen, damals. Aber man hat aus der Geschichte gelernt.</p>
<p><strong>31.07. Dax-Land über alles?</strong> Mit einer Zunahme von knapp 60 Prozent liegt der Dax deutlich vor den entsprechenden Indizes vergleichbarer Länder. Als Weltmeister kann ihn aber nur gelten lassen, wer die Schwellenländer nicht berücksichtigt. Die sind aber ebenso zu berücksichtigen wie die Tatsache, dass die Gewinne der entsprechenden Konzerne vielfach gar nicht in Deutschland, sondern im Ausland erzielt wurden.</p>
<p><strong>31.07. Trauer muss Elektro tragen.</strong> Doch nicht nur die Techno-Szene ist betroffen, sondern das ganze Land, das – gläubig oder nicht – unter dem Eindruck der ökonomischen Trauerfeier steht.</p>
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		<title>Männer ignorieren Tempo-Limits auf Autobahnen</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 20:51:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melvin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die deutschen Männer halten offenbar nicht viel von Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Autobahnen – das überrascht sicher nicht weiter, wird jetzt aber durch eine aktuelle Umfrage noch mal bestätigt. Danach erklärten 78 Prozent der befragten Männer, dass sie in der Regel 20 Stundenkilometer schneller als erlaubt fahren. Weitere 6 Prozent räumten sogar ein, auf der Autobahn "immer Vollgas" zu geben. Nur 16 Prozent halten sich nach eigenen Angaben stets an die Geschwindigkeitsbegrenzungen.]]></description>
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<div>
<dl class="wp-caption alignright" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://commons.wikipedia.org/wiki/File:Zeichen_330.svg"><img title="Sign No. 330.1 – motorway" src="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/07/300px-Zeichen_330.svg_.png" alt="Sign No. 330.1 – motorway" width="300" height="300" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd zemanta-img-attribution" style="font-size: 0.8em;">Image via <a href="http://commons.wikipedia.org/wiki/File:Zeichen_330.svg">Wikipedia</a></dd>
</dl>
</div>
</div>
<p><strong>Die deutschen Männer halten offenbar nicht viel von Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Autobahnen – das überrascht sicher nicht weiter, wird jetzt aber durch eine aktuelle Umfrage des Männer-Lifestylemagazins &#8220;Men&#8217;s Health&#8221; noch mal bestätigt. Danach erklärten 78 Prozent der insgesamt 1.344 Teilnehmer, dass sie in der Regel 20 Stundenkilometer schneller als erlaubt fahren. Weitere 6 Prozent räumten sogar ein, dass sie auf der Autobahn &#8220;immer Vollgas&#8221; unterwegs sind. Nur 16 Prozent halten sich nach eigenen Angaben stets an die Geschwindigkeitsbegrenzungen.</strong></p>
<p>Bei so viel Willen zum Tempo ist es kaum ein Wunder, dass alles, was sie am Rasen hindert, ein großes Ärgernis für die Männer ist. Für 71 Prozent seien Staus auf der Autobahn am nervigsten. An zweiter Stelle der Ärgernis-Hitliste stünden so genannte Elefantenrennen, bei denen ein LKW versucht, einen anderen zu überholen (70 Prozent). Und auf Rang 3 des Nervtöter-Rankings folgen &#8220;Schleicher&#8221; (63 Prozent).</p>
<p>Bei so viel Ärgernissen wäre es möglicherweise am klügsten, das Steuer zumindest bei einer gemeinsamen Urlaubs-Fahrt mit der Partnerin einfach mal aus der Hand zu geben. Aber für die meisten Männer ist das immer noch ausgeschlossen: 46 Prozent erklärten in der Umfrage, das Autofahren sei reine &#8220;Männersache&#8221;. Nur eine verschwindend kleine Minderheit von zwei Prozent verzichte dagegen auf dem Weg in die Ferien vollständig auf die Gewalt über das Auto. Aber immerhin: Für 41 Prozent sei es normal, sich die Fahrerei in den Urlaub zu teilen.</p>
<p><span id="more-4727"></span></p>
<p><strong>Die ausführlichen Ergebnisse der Online-Umfrage finden Sie unter <a href="http://www.menshealth.de/autobahn">MensHealth.de/autobahn</a>.</strong><br />
<small><br />
Quelle: &#8220;Men&#8217;s Health&#8221; (Ausgabe 8/2010)<br />
</small></p>
<div class="zemanta-pixie" style="margin-top: 10px; height: 15px;"><a class="zemanta-pixie-a" title="Enhanced by Zemanta" href="http://www.zemanta.com/"><img class="zemanta-pixie-img" style="border: medium none; float: right;" src="http://img.zemanta.com/zemified_a.png?x-id=31b55d30-1b89-4ffb-82c3-9c51c1b6ceda" alt="Enhanced by Zemanta" /></a><span class="zem-script pretty-attribution"><script src="http://static.zemanta.com/readside/loader.js" type="text/javascript"></script></span></div>
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		<title>Witz und Schärfe: Klaus Stuttmann in der Marheineke-Halle Kreuzberg</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 09:02:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walther</dc:creator>
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		<category><![CDATA[politische Karikatur]]></category>
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		<category><![CDATA[Wilhelm Busch Museum]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Marheineke-Markthalle mitten in Berlin, Kreuzberg ist ein Magnet für Kiezbewohner wie für Berlin-Touristen. Aber es hat sich nicht hinreichend herumgesprochen, dass es da ja auch noch eine Etage gibt, die zu besuchen sich lohnt. Im Augenblick ganz besonders...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4767" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.schaltzeitverlag.de/Buecher/Politische-Karikaturen-2010.html"><img src="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/07/Traumschiff_2010_small.jpg" alt="" title="Traumschiff 2010" width="600" height="260" class="size-full wp-image-4767" /></a><p class="wp-caption-text">Klaus Stuttmann - Traumschiff 2010</p></div>
<p>Die <a href="http://www.meine-markthalle.de/">Marheineke-Markthalle</a> mitten in Kreuzberg ist ein Magnet für Kiezbewohner wie für Berlin-Touristen. Aber es hat sich nicht hinreichend herumgesprochen, dass es da ja auch noch eine Etage gibt, die zu besuchen sich lohnt. Im Augenblick ganz besonders.</p>
<p>Bis zum 28. August ist dort nämlich, veranstaltet von der <a href="http://www.community-impulse.de/index.html">Community Impulse Initiative</a> (CII), eine 140 politische Karikaturen umfassende Stuttmann-Ausstellung zu sehen. Diese könnte man, analog zu dem Spruch „Gefühl und Härte“, der jahrelang auf Kreuzberger Hauswänden prangte, unter das Motto „Witz und Schärfe“ stellen. Die gelungene Verbindung dieser beiden Elemente ist eines der Markenzeichen des Wahl-Kreuzbergers. Er geht die Missstände in dieser unserer Republik und dem Rest der Welt härter an als viele seiner Kollegen und zugleich provoziert er, Tag für Tag, unwiderstehliches Lachen, ohne jemals in versöhnliche Humorigkeit zu verfallen.</p>
<p>Wie er das macht? Die Antwort darauf gibt die Ausstellung. Basierend auf der großen <a href="http://www.wilhelm-busch-museum.de/442_Klaus_Stuttmann-_Karikaturen_aus_der_Hauptstadt.html">Werkschau</a>, die <a href="http://www.stuttmann-karikaturen.de/">Klaus Stuttmann</a> bis Anfang dieses Jahres im Hannoveraner Wilhelm-Busch-Museum gewidmet war, wird sie um einige neuere Zeichnungen ergänzt, die man übrigens auch in „<a href="http://www.schaltzeitverlag.de/Buecher/Politische-Karikaturen-2010.html">Land unter!</a>“, Stuttmanns neuem Jahresrückblick sehen wird. Der wird Ende des Jahres wiederum im Schaltzeit-Verlag herauskommen und ist <a href="http://www.schaltzeitverlag.de/Buecher/Politische-Karikaturen-2010.html">schon jetzt vorbestellbar</a>. Aber jetzt geht’s erst einmal in die Ausstellung:</p>
<p><span id="more-4752"></span></p>
<p><a href="http://www.kreuzbergmuseum.de/index.php?id=6">Ich bin Kreuzberg   / Ich bin Klaus Stuttmann</a></p>
<p><strong>Wo? </strong><br />
Marheineke Markthalle<br />
Bergmannstraße / Marheinekeplatz<br />
Berlin, Kreuzberg</p>
<p><strong>Wann?</strong><br />
5.Juli &#8211; 28. August 2010<br />
Mo–Fr: 8–20 Uhr   Sa: 8–18 Uhr  So: geschlossen  </p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 		A:link { so-language: zxx } --></p>
<p><a href="http://www.wilhelm-busch-museum.de/442_Klaus_Stuttmann-_Karikaturen_aus_der_Hauptstadt.html"><br />
</a></p>
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		<title>Den Bach runter: Günther Jauch und die ARD</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 14:05:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Glossix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gut gemeint]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[Erstes Deutsches Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Günther Jauch]]></category>
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		<category><![CDATA[Promi-Gehälter]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.deutschlandpuls.de/?p=4732</guid>
		<description><![CDATA[JAUCHzet, frohlocket  dem Herrn allen Talkes und rühmet, was die ARD hat getan – so ähnlich stellt sich das Erste Deutsche Fernsehen offenbar die angemessene Reaktion des Publikums auf ihre teure Neuerwerbung namens Günther Jauch vor. Tut mir leid, in den Chor kann ich nicht einstimmen. Ich meine vielmehr, dass hier einiges den Bach runter gegangen ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4748" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/07/393px-Günther_Jauch_HPI-e1279551221476.jpg"><img src="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/07/393px-Günther_Jauch_HPI-e1279551221476-300x237.jpg" alt="Verstärkung für die ARD" title="Günther Jauch" width="300" height="237" class="size-medium wp-image-4748" /></a><p class="wp-caption-text">Verstärkung für die ARD(-Gebühren)</p></div>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 		A:link { so-language: zxx }</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" mce_style="margin-bottom: 0cm;"--><a href="http://www.youtube.com/watch?v=MVewzMm1uts">JAUCHzet, frohlocket</a> dem Herrn allen Talkes und rühmet, was die ARD hat getan – so ähnlich stellt sich das Erste Deutsche Fernsehen offenbar die angemessene Reaktion des Publikums auf ihre teure Neuerwerbung namens Günther Jauch vor. Tut mir leid, in den Chor kann ich nicht einstimmen. Ich meine vielmehr, dass hier einiges den Bach runter gegangen ist.<br />
Mit Sozialneid hat es allerdings nichts zu tun, wenn ich die 10,5 Millionen Euro, die GJ für Produktion und Leitung seines Polit-Talks pro Jahr erhalten soll, für absolut ungerechtfertigt halte. Deutsche-Bank-Chef Ackermann werden ständig seine Bezüge in etwa gleicher Größenordnung vorgehalten. Auch wenn man diese Kritik für nachvollziehbar hält, muss man zugeben, dass Herr Ackermann der private Chef eines privaten, auf Gewinnmaximierung ausgelegten Konzerns ist. Wenn die Aktienbesitzer sein Gehalt und seine Boni für gerechtfertigt halten und ihre Interessen bei ihm gut aufgehoben sehen, dann muss man sich darüber nicht über Gebühr ereifern – jedenfalls solange der Herr nicht nach Staatsknete schreit und soweit er sich nicht gesellschaftsschädlicher verhält als seine Artgenossen.</p>
<p>Kapitalistische Unternehmungen und erst recht Banken sind jedenfalls keine philanthropischen Anstalten, sie sollen Gewinn machen. Öffentlich-rechtliche Anstalten haben dagegen durchaus einen öffentlichen Auftrag und leben von Gebühren, also von öffentlichen Geldern. Wenn diese demnächst von jedem, unabhängig von seiner Mediennutzung, erhoben werden, wird noch deutlicher, was schon jetzt der Fall ist: Hier geht es fast um so etwas wie das Entrichten von Steuern, und damit ist öffentliche Rechenschaft nötig. Wenn etwas über Gebühren finanziert wird, kann man gar nicht anders, als sich gegebenenfalls über Gebühr aufzuregen.</p>
<p><span id="more-4732"></span></p>
<p>Wie will man es denn rechtfertigen, dass einer, der vorzugsweise als Sportreporter und netter Quiz-Onkel reüssiert hat, nun für seinen Polit-Talk, auch nach Abzug von Produktionskosten Beträge bekommt, die die Gehälter von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundeskanzler_(Deutschland)#Gehalt">Kanzlerin </a>+ <a href="http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20070624055854AAlh9Ln">Präsident </a>+ Parlamentspräsident + sämtlichen Länder-Ministerpräsidenten zusammen genommen deutlich übersteigen. Da sind die Proportionen eindeutig verschoben. Die öffentlichen Aufgaben der genannten Herrschaften sind, unabhängig von aller notwendigen Politik-Kritik, schon ein wenig höher einzuschätzen.</p>
<p>Günther Jauch, der neben viel Sport und Show in den 80ern auch mal Politik-Talk gemacht hatte, hat die Öffentlichkeit die letzten zwei Jahrzehnte nur spärlich an seinem überragendem Politik-Verstand teilhaben lassen. Lediglich sein Bürger-Engagement für seine konservativen Liebhabereien ist einigermaßen bekannt geworden. Das reicht von seinem Einsatz für die Gottseidank gescheiterte Berliner <a href="http://www.deutschlandpuls.de/vox-populi-vox-dei-volkes-stimme-gottes-stimme-1221  ">Pro-Reli-Bürgerinitiative</a> in Berlin über die Unterstützung katholischer Bildungseinrichtungen bis hin zu seinem finanziellen Engagement für das Restaurative in der Architektur. Für solche Zwecke lässt er in landesunüblicher, fast schon amerikanischer Großzügigkeit durchaus die Millionen springen. Das reicht nicht ganz als Begründung für sein Wiedereinstiegshonorar im öffentlich-rechtlichen Job.</p>
<p>Herr Jauch, der ja weiter bei den Privaten den stirnrunzelnden Kasper geben will, soll dort so viel Geld kassieren, wie er will. Das ist nicht mein Problem, es ist nicht das der Gebührenzahler in diesem Land. Wenn gewinnorientierte Geschäftsleute das als gut für ihr Geschäft erachten, dann soll das so sein. Halt wie bei Herrn Ackermann. Nicht einzusehen ist dagegen, weshalb unsere stetig steigenden Gebühren für <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/teuer-teurer-jauch/1883724.html">überteuertes </a> Jauch-TV herhalten sollen.</p>
<p>Die Proportionen sind – das sei hier in voller Absicht wiederholt – verschoben in unserem Land. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat den Auftrag, derartige Schieflagen zu kritisieren anstatt sie zu verstärken,</p>
<p style="text-align: right;">meint Glossix.</p>
<p>Bildquelle: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Günther_Jauch_HPI.jpg">wikimedia</a></p>
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		<title>Der Juni 2010 im Rückblick</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 08:59:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Chronix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zurückgezwinkert]]></category>
		<category><![CDATA[Börne-Preis]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wulff]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball-Weltmeisterschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Walter Mixa]]></category>

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		<description><![CDATA[08.06. „Wildsau“ versus „Gurkentruppe“. Die wechselseitigen Beschimpfungen zwischen CSU und FDP in Zusammenhang mit der Kopfpauschale werden zur Chefsache. Die Kanzlerin findet die Wortwahl „nicht nachahmenswert“. Damit hat sie den Streithähnen aber wieder mal besonders heftig die Leviten gelesen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_255" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-255" title="In den Rückspiegel geschaut!" src="http://www.deutschlandpuls.de/wp-content/uploads/2010/07/deutschlandpuls_rueckspiegel.jpg" alt="" width="400" height="250" /><p class="wp-caption-text">Zurückgezwinkert: der Juni 2010 im Rückspiegel.</p></div>
<p><strong>01.06. Weises Voraussicht.</strong> Der Mai war in vielfacher Hinsicht grausam: sonnenarm wie nie, kalt und politisch chaotisch. Wie wohltuend, dass der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, erstaunlich gute Zahlen zu vermelden hat: Das war der Mai mit der niedrigsten Arbeitslosenquote seit 1993: 7,7 Prozent. Weise warnt vor Euphorie und sieht die Gefahr von Konjunktur-Einbrüchen. Wer frohen Mutes mit früheren Zeiten vergleichen will, muss zudem zwei Wermutstropfen mitschlucken: den hohen Stand bei der Kurzarbeit und die Ausdehnung des Niedriglohnsektors. Es bleibt also bewölkt, aber immerin mit unerwarteten Aufheiterungen.</p>
<p><strong>01.06. Aufgebracht.</strong> Der israelische Angrif auf eine kleine Flottille mit Hilfslieferungen für Gaza in internationalem Gewässer in der Nacht zum 31.05. ruft weltweit empörte Reaktionen hervor. 16 türkische Angehörige des Hilfskonvois wurden getötet. Auch die fünf deutschen Angehörigen des Konvois erheben bei ihrer Rückkehr schwere Vorwürfe gegen das israelische Militär.</p>
<p><strong>02.06. Politik der unruhigen Hand.</strong> Nach dem Köhler-Rücktritt ist die Koalition ganz schön durch den Wind. Beim Kandidaten-Würfelspiel erzielt zuerst Arbeitsministerin von der Leyen die meisten Augen, am Ende aber Christian Wulff. In der FDP regt sich Unmut wegen der Intransparenz der Vorgänge. Parlamentspräsident Lammert hätte auch gerne kandidiert. SPD und Grüne stellen Joachim Gauck auf, der sich selbst als konservativ bezeichnet.</p>
<p><span id="more-4717"></span></p>
<p><strong>03.06.  Kritik mit Urteilskraft.</strong> <a href="http://reich-ranicki.com/">Marcel Reich-Ranicki</a> wird 90.    Zur Verkörperung der Kulturnation, wie vom Bundespräsidenten vollmundig formuliert, muss man ihn nicht gleich stilisieren. Die besteht nicht nur aus Literatur und Literaturkritik. Seine knarrende Rechthaberei wird man auch als nervig bezeichnen dürfen. Überhaupt wird man ihm nicht gerecht, wenn man in allen Medien sein Lob mit der gleichen Festtagskonsenssauce serviert. Dankbar muss man ihm sein für seinen nie nachlassenden Mut zur Meinung. Und dass ein polnischer Jude seines Jahrgangs die deutsche Sprache und Literatur, wie er immer wieder betont, zu seiner Heimat auserkoren hat, verdient und verlangt beschämte Bewunderung.  Drei Tage später, am 06.06. wird ihm für sein Lebenswerk die <a href="http://www.faz.net/s/RubBE163169B4324E24BA92AAEB5BDEF0DA/Doc~E914833D02E27441E99FA1FC85AD04A20~ATpl~Ecommon~Sspezial.html">Börne-Medaille</a> verliehen.</p>
<p><strong>03.06. Kopfjäger unter sich.</strong> Kurz vor einem Treffen der Gesundheitsexperten der Koalition kursiert ein Beitrag des CSU-Generalsekretärs für sein Parteiblatt „Bayernkurier“, in dem dieser das „Ergebnis“ der Sitzung bereits vorwegnimmt: „Wir haben die Einführung einer Kopfpauschale verhindert.“ Eine Zeitlang herrscht der Eindruck, das könne auch den Kopf des Ministers kosten.</p>
<p><strong>07.06. Es wird weiter ge</strong><span style="text-decoration: line-through;"><strong>w</strong></span><strong>merkelt.</strong> Die Sparklausur der Koalition zeigt, wie rein machttaktisches Sparen aussieht: nicht nachhaltig, nicht sozial, nicht gerecht, nicht zukunftsorientiert. Die einzige Frage scheint gewesen zu sein: Was ist klientelpolitisch machbar, sprich: Was ist dem jeweiligen Koalitionspartner gerade noch zumutbar? Wie weit kann ich gehen, ohne dessen Klientel zu vergraulen?  Statt Einführung einer Vermögensabgabe gibt es die Streichung des Heizkostenzuschusses für Hartz-IV-Empfänger und die Streichung der Unterstützung bei der Altersvorsorge – die dann am Ende halt doch wieder aus dem Haushalt finanziert werden muss. Das heißt, die kommenden Generationen werden wieder mal belastet. Nachdem man – beispielsweise – zu Jahresbeginn zum einen das Hotelgewerbe, zum anderen das bekanntlich mit keinerlei Leistung verbundene Erben entlastet hatte, ist die soziale Schieflage dieses Spar-“Konzepts“ unübersehbar.</p>
<p><strong>07.06. Kellerkind.</strong> Der Euro sinkt auf den tiefsten Stand seit vier Jahren: 1,1878 Dollar. Er verbessert sich im Laufe des Nachmittags ein wenig auf 1,1957. Gegenüber dem Yen wird sogar ein 8-Jahres-Tiefststand erreicht. IWF-Chef Strauss-Kahn verteilt verbale Stimmungsaufheller. Im Unterschied zu seinem Amtsvorgänger Köhler hat er einen Sinn fürs rechte Timing.</p>
<p><strong>07.06. Karstadt bleibt Karstadt?</strong> Es sieht erst einmal so aus, als würde der Traditionskonzern  nicht zerschlagen. Zufriedenheit allenthalben. Nicolaus Berggruen übernimmt den Laden, ohne Mitarbeiter zu entlassen, ohne von ihnen weiteren Verzicht zu fordern. Einen solchen erwartet er aber vom Konzern <em>High Stream</em>, dem die meisten Häuser gehören. Kommt das nicht zustande, kann er vom Vertrag zurücktreten. Trockene Tücher sehen anders aus.</p>
<p><strong>07.06. Schloss-Strich?</strong> Das Berliner Stadtschloss, das schon lange mehr ein Last- als ein Lustschloss ist, droht zum Luftschloss zu werden. Baubeginn soll nun 2014 sein. Man sollte allmählich überlegen, was man statt Schloss an dieser Stelle bauen könnte.</p>
<p><strong>08.06. Noch eine Bewerbung.</strong> Luc Jochimsen, in Thüringen wahlbeheimatete kulturpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion im Bundestag, den weniger Jungen noch von Funk und ARD-Fernsehen als eloquente und unerschrockene Journalistin in Erinnerung, tritt für ihre Partei bei der Wahl zum Bundespräsidenten/ der Bundespräsidentin an. Eigentlich heißt sie Lukrezia. Der Name stand schon bei den alten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lucretia">Römern </a>für Opferbereitschaft.</p>
<p><strong>08.06. „Wildsau“ versus „Gurkentruppe“.</strong> Die wechselseitigen Beschimpfungen zwischen CSU und FDP in Zusammenhang mit der Kopfpauschale werden zur Chefsache. Die Kanzlerin findet die Wortwahl „nicht nachahmenswert“. Damit hat sie den Streithähnen aber wieder mal besonders heftig die Leviten gelesen!</p>
<p><strong>08.06. Euro goes Est.</strong> Estland wird zum 1. Januar 2011 der Währungsunion beitreten: von der Bevölkerungsgröße und der Wirtschaftskraft her <em>peanuts –</em> psychologisch wohl ganz wohltuend.</p>
<p><strong>09.06. Kakophonie.</strong> Bundeswirtschaftsminister Brüderle bleibt seiner Linie treu und lehnt Staatshilfen und -bürgschaften für Opel ab. Die Kanzlerin gibt daraufhin zu Protokoll, dass damit das letzte Wort noch nicht gesprochen sei.</p>
<p><strong>10.06. Disharmonie aufgelöst?</strong> Die FDP ist offenbar nicht bereit, eine Umgehung der von Wirtschaftsminister Brüderle  getroffenen Entscheidung zu Opel hinzunehmen. Ihr Generalsekretär Lindner spricht in diesem Zusammenhang von „winkeladvokatorischen Versuchen“. Prompt sieht die so angesprochene Kanzlerin nach ihrem Treffen mit den Ministerpräsidenten mit Opel-Standorten keine Möglichkeiten für Zusagen des Bundes. – Das Sagen hat in dieser Koalition offenbar immer derjenige, der überzeugend mit ihrer Beendigung droht – eine eigenartige Interpretation der Richtlinienkompetenz.</p>
<p><strong>10.06. Viel Lärm um 1,30€.</strong> Die Kassiererin Emmely muss laut Urteil des Bundesarbeitsgerichts wieder eingestellt werden. Das ist natürlich sehr gut so. Chronix gestattet sich jedoch, abweichend vom <em>mainstream</em>, nicht ausschließlich und noch nicht einmal vordringlich Justizschelte zu betreiben. Auch wenn Parlamentsvizepräsident Thierse das Urteil besonders heftig kritisiert hat, ist  nachzufragen, inwiefern der Gesetzgeber, also das Parlament, die Grundlagen für die Möglichkeit eines solchen Urteils geschaffen hat. Da scheint „Barbarisches“ schon in den Gesetzen angelegt zu sein. Und dann gibt es noch den Arbeitgeber, der sich durch die Gesetzeslage zu seinem Handeln ermächtigt fühlte. Er – und nicht die Justiz – hat die Kündigung ausgesprochen.</p>
<p><strong>10.06. Produzent teuerster Deko-Stoffe gestorben.</strong> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sigmar_Polke">Sigmar Polke</a>, zu dessen Markenzeichen – bei aller formalen Vielfalt seines Werkes – neben der Rasterung die Verwendung von Deko-Stoffen und Karo-Mustern gehörte, stirbt im Alter von 69 Jahren an Krebs. Mit Gerhard Richter und Baselitz zählt er zu den wenigen deutschen Gegenwartskünstlern, deren Werke zu Lebzeiten Preise erzielten, die in die Hunderttausende gingen, ja die Millionengrenze überschritten. Da macht der Begriff „Kapitalistischer Realismus“, wie er die von ihm mitgegründete Richtung der Malerei bezeichnete, gleich mehrfach Sinn.</p>
<p><strong>11.06. Demonstranten und Kriminelle.</strong> In Berlin und Stuttgart demonstrieren ca. 40.000 Menschen gegen die Sparpläne der Regierung. In Berlin werden am Rande dieser Demonstration 15 Polizisten durch Sprengkörper zum Teil so schwer verletzt, dass von einer Tötungsabsicht ausgegangen werden muss. Es beginnt eine Debatte über Gewalt von links. Dabei sind solche Taten weder links noch rechts, sondern schlicht kriminell.</p>
<p><strong>11.06. Spitze.</strong> Das Sparpaket ist selbst Kurt Lauk, dem Vorsitzenden des Wirtschaftsrats der CDU, zu einseitig: Es schone die Wohlhabenden zu sehr. Eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes hätte es gestattet, den sog. Mittelstandsbauch bei der Einkommensteuer abzuflachen. Originalton Lauk: „Wir verweigern uns der Solidarität nicht.“ Aber wenn die Regierung von dieser gar nichts wissen will, &#8230;</p>
<p><strong>13.06. PMCM (Poldi-Miro-Cacau-Müller).</strong> Deutschland schlägt die Aussies 4:0. Mit schöner Leichtigkeit des Spiels: Kombinationszauber und Abschluss-Stärke.  Nicht nur effektiv, sondern einfach schön und überraschend souverän. Ein gelungener Auftakt.<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>15.06. Kabel-Fernsehen am Ende.</strong> Jetzt müssen natürlich noch ein paar Aufzeichnungen mit ihr, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heidi_Kabel">Heidi Kabel</a>, über die Mattscheibe gehen, aber ansonsten war&#8217;s das nun. Die Volks- und Erfolgsschauspielerin des Hamburger Ohnsorg-Theaters war seit 1954 im Fernsehen präsent – und das mit ständig wachsendem Erfolg. Am Theater ist sie in mehr als 160 Stücken aufgetreten – da biste platt, wat?</p>
<p><strong>15.06. Verlust der Mitte(lschicht).</strong> Eine Studie des DIW, die das Schrumpfen der Mittelschicht in Deutschland konstatiert, erregt großes Aufsehen. Dabei wird dort nur wissenschaftlich untermauert, was ohnehin schon jeder weiß. Die DIW-Forscher kritisieren bei Vorlage Ihres Berichts, dass beim Sparpaket der Bundesregierung nur die unteren Einkommen belastet würden. Ein <em>scoop</em> ist das nicht gerade, aber eine gewichtige Argumentationshilfe im Kampf gegen unsoziale Politik.</p>
<p><strong>16.06. Kein Staats-Opel.</strong> Opel zieht europaweit seine Anträge auf staatliche Unterstützung zurück. GM kann die Sanierung alleine stemmen – wie bereits von Wirtschaftsminister Brüderle festgestellt. Da hat doch mal wieder ein Liberaler einen Stich gemacht und die subventionsbereite Kanzlerin wurde arg düpiert.</p>
<p><strong>18.06. Subtile Unterscheidungen.</strong> Der zurückgetretene Bischof Mixa ist vor einer Woche ins Bischofspalais zurückgekehrt und verlangt seine Wiedereinsetzung ins Amt. Darüber wolle er im Juli mit dem Papst sprechen.Daraufhin wird nun ein Brief von zehn Priestern bekannt, die über Vorfälle bei einer Rom-Reise berichten: „Es gab keine sexuellen Übegriffe, aber es gab verbale und körperliche Grenzüberschreitungen.“ Mit ähnlichen Sprachtricks arbeitete seinerzeit auch Bill Clinton in der Lewinsky-Affäre. Der hatte allerdings nie ein Keuschheitsgelübde abgelegt. Er hatte sich auch nie als scheinheiliger Moralapostel aufgespielt, musste sich vielmehr gegen solche verteidigen. <em>That&#8217;s the difference.</em></p>
<p><strong>19.06. Klärtext.</strong> Entwicklungsminister Niebel will sich im Gaza-Streifen über die Fortschritte beim Bau eines mit deutscher Hilfe errichteten Klärwerks erkundigen. Israel verweigert ihm die Einreise, was der Minister ungewohnt deutlich als „großen außenpolitischen Fehler“ und als „Beleg uneingestandener Schwäche“ bezeichnet. Israel wird parteiübergreifend kritisiert. Das häuft sich in ungewohnter Weise.</p>
<p><strong>19.06. Rückzug.</strong> Der geschäftsführende NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers kündigt in einer Pressekonferenz an, dass er bei der Wahl des Ministerpräsidenten nicht gegen Hannelore Kraft antreten werde, die inzwischen doch zur Führung einer Minderheitsregierung bereit ist. Es werde auch keinen anderen CDU-Kandidaten geben. Er und seine Partei träten weiterhin für eine Große Koalition ein. Auch den Fraktionsvorsitzes werde er nicht übernehmen. Sein Landtagsmandat will er aber beibehalten und eine Übernahme der Spitzenkandidatur im Fall einer baldigen Neuwahl schließt er nicht aus.</p>
<p><strong>23.06.Nächstenliebe.</strong> Gerade erst hatte er gegen seine Kollegen Mobbing-Vorwürfe erhoben und mit juristischen Mitteln zur Erzwingung seiner Wiedereinsetzung als Bischof gedroht, heute kriecht Walter Mixa plötzlich zu Kreuze und bittet um Vergebung – wahrscheinlich für die Fehler der 68er. Die wohldosierten amtsbrüderlichen Anspielungen auf des heiligen Mannes mutmaßlichen Umgang mit Sex, Alk und Knete sowie auf seine psychiatrische Behandlung scheinen ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben. In der katholischen Kirche geht man allmählich miteinander so um wie in der schwarz-gelben Koalition.</p>
<p><strong>23.06. Ewig aktueller Klassiker.</strong> Deutschland erreicht durch seinen 1:0-Sieg über Ghana das Achtelfinale. Der nächste Gegner heißt England.</p>
<p><strong>24.06. Das ist wieder mal der Gipfel.</strong> Schon im Vorfeld des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/G20-Gipfel_in_Toronto_2010">G20-Gipfels von Toronto</a> wird Angela Merkel wegen der deutschen Spar-Politik von Obama kritisiert und bleibt auch auf dem Gipfel weitgehend isoliert. Nur Frankreich setzt in ähnlicher Weise auf einen Sparkurs. Der Vorwurf vieler Partner: Deutschland lasse es an Solidarität fehlen. Das Land müsse mehr importieren, um den Aufschwung – bei sich und seinen Partnern –  nicht zu gefährden und die Exportchancen  in Richtung Deutschland zu begünstigen. Stattdessen favorisiere es einseitig die eigenen Exportchancen. Zu den Ergebnissen des Gipfels selbst fällt einem am ehesten der Begriff Hornberger Schießen ein. Was unter anderem nicht erreicht wurde: eine Bankenabgabe und/ oder eine <a href="http://www.burkhard-mohr.de/B._Mohr/cartoon.show.php?id=3199">Finanztransaktionssteuer</a>.</p>
<p><strong>25.06. Selbstbestimmung gestärkt.</strong> Der Bundesgerichtshof hat die Rechte von Patienten auf ein selbstbestimmtes Lebensende gestärkt. Der Wille eines Patienten, nicht (mehr) behandelt zu werden, ist auch dann zu respektieren, wenn er sich nicht in der finalen Phase befindet. Auch entsprechende Patientenverfügungen sind wirksam bzw. die Entscheidungen eines Betreuers, der den mutmaßlichen Willen von Patienten zum Ausdruck bringt, die nicht mehr in der Lage sind, diesen selbst kundzutun. Das klingt selbstverständlich, war es aber bisher nicht.</p>
<p><strong>25.06. Zurück zu Bayer.</strong> Michael Ballack spielt in der kommenden Saison wieder – wie schon von 1999 bis 2002 – für Bayer Leverkusen.</p>
<p><strong>27.06. <a href="http://www.deutschlandpuls.de/fusball-wm-2010-deutschlands-revanche-fur-das-wembley-tor-1966-4666">Wembley</a> – umgekehrt.</strong> Beim Stand von 2:1 für Deutschland prallt ein Schuss von Frank Lampard von der Latte ins deutsche Tor und wird erst dann von Manuel Neuer gefangen. Im Unterschied zum umstrittenen und auch in der Zeitlupe nicht eindeutigen Tor von Wembley 1966 ist dieses Mal die Fehlentscheidung offenkundig. Deutschland siegt schließlich nach deutlicher Überlegenheit mit 4:1.</p>
<p><strong>30.06. Es geht um drei Konservative. Sieger: Joachim Gauck, Verliererin: Angela Merkel, Gewählt: Christian Wulff.</strong> Er wird allerdings erst im dritten Wahlgang zum Bundespräsidenten gewählt. Dieses Mal aber mit absoluter Mehrheit und bei weniger Stimmen für Joachim Gauck als im ersten Wahlgang (626:494 bei 121 Enthaltungen und zwei ungültigen Stimmen), obwohl die Linken-Kandidatin bei diesem letzten Wahlgang nicht mehr kandidiert. Damit ist klar, dass nicht der Kandidat selbst in Frage stand. Koalitionsanhänger wollten vielmehr ihre Unzufriedenheit mit der Arbeit ihrer Wunschkoalition ausdrücken. Gauck kann sich bis ans Ende seiner Tage im Bewusstsein sonnen, dass er sogar für die FAZ der Kandidat der Herzen war. Die wechselseitigen <a href="http://www.burkhard-mohr.de/B._Mohr/cartoon.show.php?id=3203">Respektsbekundungen </a>der beiden Ex-Kandidaten Wulff und Gauck gehen weiter. Wulff: „Ich freue mich, dass Ihr Wort weit über Deutschland hinaus auch weiterhin Gewicht haben wird.&#8221; Wulff selbst erhält in ersten Meinungsumfragen sehr hohe Zustimmungsraten, während fast zwei Drittel der Befragten – etwas voreilig –  ein vorzeitiges Ende der Koalition nahen sehen.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.stuttmann-karikaturen.de/archivseq.php"><br />
</a></span></p>
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		<title>Wiedergutmachung: Deutsche Bahn bietet Hitzeopfern Gutscheine</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Jul 2010 13:46:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melvin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blognotiz]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Bahn]]></category>
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		<category><![CDATA[Klimaanlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem die Klimaanlagen in mehreren Fernverkehrszügen vor der Sommerhitze kapituliert haben, will die Deutsche Bahn betroffene Fahrgäste jetzt "schnell und unbürokratisch" entschädigen. Passagiere, die gesundheitliche Beeinträchtigungen erlitten haben und ärztlich versorgt werden mussten, sollen als Ausgleich Reisegutscheine im Wert von 150 Prozent ihres Fahrkartenpreises erhalten. Wer lediglich massive Komforteinschränkungen bei der Bahnfahrt hinnehmen musste, dem gewährt die Bahn noch 50 Prozent des ursprünglichen Fahrpreises als Wiedergutmachung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kurz notiert: Nachdem die Klimaanlagen in mehreren Fernverkehrszügen vor der großen Hitzewelle kapituliert haben, will die Deutsche Bahn betroffene Fahrgäste jetzt &#8220;schnell und unbürokratisch&#8221; entschädigen. Passagiere, die gesundheitliche Beeinträchtigungen erlitten haben und ärztlich versorgt werden mussten, sollen als Ausgleich Reisegutscheine im Wert von 150 Prozent ihres Fahrkartenpreises erhalten. Wer durch ausgefallene Klimaanlagen massive Komforteinschränkungen bei der Bahnfahrt hinnehmen musste, dem gewährt die Bahn noch 50 Prozent des ursprünglichen Fahrpreises als Wiedergutmachung.</strong></p>
<p><em><b>Nachtrag vom 21. Juli 2010:</b> Wie die Deutsche Bahn jetzt mitgeteilt hat, sollen Hitzeopfer, die ernsthafte Gesundheitsprobleme erlitten haben, nun auch eine <a href="http://finanzwertig.de/hitze-chaos-deutsche-bahn-500-euro-entschaedigung-passagiere-284">Bargeld-Entschädigung in Höhe von 500 Euro erhalten</a></em>.</p>
<p>Die Entschädigung kann über folgende drei Kontaktmöglichkeiten bei der Deutschen Bahn beantragt werden:</p>
<p>- per E-Mail: hitzewelle@deutschebahn.com<br />
- per Telefon: DB-Kundenportal 0180 5 99 66 33 (14 Cent/Min. aus dem deutschen Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 42 Cent)<br />
- per Post: DB Fernverkehr AG, Kundendialog, Stichwort &#8220;Hitzewelle&#8221;, Postfach 10 06 13, 96058 Bamberg<br />
<small><br />
Quelle: finanzwertig.de (<a href="http://finanzwertig.de/ausgefallene-klimaanlagen-deutsche-bahn-entschaedigt-hitzeopfer-210">Deutsche Bahn entschädigt Hitzeopfer mit Gutscheinen</a>)<br />
</small></p>
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