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	<title>Dialogische Kommunikation</title>
	
	<link>http://www.dialogische-kommunikation.ch</link>
	<description>Arbeit an der Öffentlichkeit</description>
	<pubDate>Sat, 19 Sep 2009 09:14:45 +0000</pubDate>
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		<title>Marketingkommunikation 2.0</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 13:16:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Schenkel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Unternehmenskommunikation]]></category>

		<category><![CDATA[Marketing]]></category>

		<category><![CDATA[Marketingkommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[«Ich glaube nicht, dass Marketing lange so weiterexistieren wird, wie es einmal war. Ein Produkt einfach in der Werbung anzupreisen, ist weniger wert, als mit Freunden über ein Produkt zu kommunizieren» (Chris Hughes, Mitbegründer von «Facebook», «SonntagsZeitung» vom 13. September 2009».
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>«Ich glaube nicht, dass Marketing lange so weiterexistieren wird, wie es einmal war. Ein Produkt einfach in der Werbung anzupreisen, ist weniger wert, als mit Freunden über ein Produkt zu kommunizieren» (Chris Hughes, Mitbegründer von «Facebook», «SonntagsZeitung» vom 13. September 2009».</p>
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		<title>Das «Internet-Manifest» oder Lobbying für die digitalen Mikropublizisten</title>
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		<comments>http://www.dialogische-kommunikation.ch/das-%c2%abinternet-manifest%c2%bb-oder-lobbying-fur-die-digitalen-mikropublizisten/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 19:49:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Schenkel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

		<category><![CDATA[Cluetrain-Manifest]]></category>

		<category><![CDATA[Internet-Manifest]]></category>

		<category><![CDATA[Long Tail]]></category>

		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[In Deutschland haben sich über ein Dutzend etablierte Blogger zusammengetan, um im «Internet-Manifest» ihre Position bezüglich dem angespannten Verhältnis zwischen den digitalen Mikropublizisten und den Journalisten und Verlegern der etablierten Massenmedien zu definieren. Das Echo in der Blogosphäre ist durchzogen. In den Kommentaren zum Manifest ist von «sehr schön» bis zu «anmassende Sammlung alter Hüte» [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" style="border: 1px solid #cccccc; float: left; margin-left: 5px; margin-right: 5px;" src="http://www.dialogische-kommunikation.ch/wp-content/images/internetmanifest.jpg" alt="" />In Deutschland haben sich über ein Dutzend etablierte Blogger zusammengetan, um im <a href="http://www.internet-manifest.de/" target="_blank">«Internet-Manifest»</a> ihre Position bezüglich dem angespannten Verhältnis zwischen den digitalen Mikropublizisten und den Journalisten und Verlegern der etablierten Massenmedien zu definieren. Das Echo in der Blogosphäre ist durchzogen. In den Kommentaren zum Manifest ist von «sehr schön» bis zu «anmassende Sammlung alter Hüte» alles zu finden. <span id="more-24"></span></p>
<p>Die Autorinnen und Autoren gehen davon aus, dass das digitale Publizieren eine «andere Öffentlichkeit schafft» (1. These). Doch die Herstellung medial vermittelter Öffentlichkeit ist ein Machtspiel. Denn Öffentlichkeit ist erst hergestellt, wenn eine «gesellschaftsbildende Aufgabe» (6. These) wahrgenommen werden kann. Und dies Bedarf einer effektiven Deutungsmacht.</p>
<p>Deutungsmacht wird entweder durch wirtschaftliche und politische Gewalt von oben ausgeübt oder durch basisdemokratische Macht von unten aufgebaut. Die ersten zwei Möglichkeiten stehen den digitalen Mikropublizisten eher selten zur Verfügung. Bleibt also der Mythos der Graswurzelbewegung im Internet. Deren Vertreter halten an der Theorie des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_Long_Tail" target="_blank">«Long Tail»</a> fest und hoffen, eines Tages selbst im Rampenlicht der Öffentlichkeit zu stehen bzw. das Licht selbst anknipsen zu können.</p>
<p>Um Deutungsmacht von unten aufzubauen, nützt es aber nichts, sich gegenseitig bloss zu verlinken und Kommentare wie «sehr schön» oder «anmassende Sammlung alter Hüte» auszutauschen. Marx würde vermutlich sagen, dass das gegenseitige Verlinken und Kommentieren unter den digitalen Mikropublizisten zwar zu einer «Klasse an sich», aber noch lange nicht zu einer Klasse von Publizisten für sich führe.</p>
<p>Wollen die digitalen Mikropublizisten eine andere Öffentlichkeit herstellen, dann müssen sie für ihr Anliegen kämpfen und nicht bloss lamentieren. Sie müssen sich organisieren und lobbyieren. Dazu braucht es ein gemeinsames Verständnis. Das vor zehn Jahren publizierte <a href="http://www.cluetrain.de/" target="_blank">«Cluetrain-Manifest»</a> war ein erster Schritt in diese Richtung. Das «Internet-Manifest» könnte diesen verloren gegangenen Faden wieder aufnehmen. Erzielen die digitalen Mikropublizisten kein gemeinsames Verständnis, haben sie keine gemeinsame Zwecke und Ziele und können sie sich nicht zu einer kritischen Masse organisieren, dann bleiben sie nicht mehr als eine störende Randerscheinung ums Zentrum der wirtschaftlich und politisch gesteuerten (Deutungs-)Macht.</p>
<p><strong>Weiterführende Links</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://netzpolitik.org/2009/internet-manifest-wie-journalismus-heute-funktioniert-17-behauptungen/" target="_blank">Internet-Manifest: Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen</a> netzpolitik.org</li>
<li><a href="http://netzpolitik.org/wiki/index.php/Internet_Manifest" target="_blank">Wiki zum «Internet-Manifest»</a> netzpolitik.org (Diskussion wird leider immer wieder sabotiert)</li>
</ul>
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		<item>
		<title>Web-Wahlkampf: im Maschinenraum</title>
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		<comments>http://www.dialogische-kommunikation.ch/web-wahlkampf-im-maschinenraum/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Sep 2009 13:35:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Schenkel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Politische Kommunikation]]></category>

		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>

		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>

		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>

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		<description><![CDATA[	
	
	
Elektrischer Reporter – Web-Wahlkampf: im Maschinenraum
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>	<object width="480" height="270"><param name='movie' value="http://www.elektrischer-reporter.de/FlowPlayer.swf?config={ configFileName: 'http://www.elektrischer-reporter.de/embed.js', videoFile: 'http://www.blinkenfilme.de/elr/013/ELR_013.mp4', splashImageFile: 'http://www.blinkenfilme.de/elr/013/ELR_013.jpg'}"></param><param name="quality" value="high"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><param name="allowfullscreen" value="true"></param>
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	</object></p>
<p style="text-align: center; margin-top: 1em; margin-bottom: 1em;"><a href="http://www.elektrischer-reporter.de/elr/video/160/">Elektrischer Reporter – Web-Wahlkampf: im Maschinenraum</a></p>
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		<title>Online PR is all about Community</title>
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		<comments>http://www.dialogische-kommunikation.ch/online-pr-is-all-about-community/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2009 10:51:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Schenkel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>

		<category><![CDATA[Community]]></category>

		<category><![CDATA[PR]]></category>

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		<description><![CDATA[
Online PR is all about Community from RealWire on Vimeo.
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			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="400" height="230"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=6141912&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ff9933&amp;fullscreen=1" /><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=6141912&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ff9933&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="400" height="230"></embed></object>
<p><a href="http://vimeo.com/6141912">Online PR is all about Community</a> from <a href="http://vimeo.com/realwire">RealWire</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
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		<item>
		<title>Das Internet ist…</title>
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		<comments>http://www.dialogische-kommunikation.ch/das-internet-ist/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 13 Aug 2009 06:39:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Schenkel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>

		<category><![CDATA[Definitionen]]></category>

		<category><![CDATA[Internet]]></category>

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		<description><![CDATA[
«a moving definition characterized by its use and it&#8217;s users», (Garrett Cobarr auf zitig.ch vom 19.09.2009),
&#8230;eine «neue Form der journalistischen Produktion, Distribution und vor allem Interaktion», (Stephan Weichert und Christian Zabel  in der NZZ vom 14.08.2009),
&#8230;ein «Wolkenkuckucksheim» (Joachim Güntner in der  NZZ vom 13.08.2009),
«das Metamedium, das alle anderen Medien aufsaugt, und damit diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ul>
<li>«a moving definition characterized by its use and it&#8217;s users», (Garrett Cobarr auf <a href="http://zitig.ch/Web/What-is-the-Internet-and-what-will-it-be" target="_blank">zitig.ch</a> vom 19.09.2009),</li>
<li>&#8230;eine «neue Form der journalistischen Produktion, Distribution und vor allem Interaktion», (Stephan Weichert und Christian Zabel  in der <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/medien/digitaler_kulturkampf_1.3338395.html" target="_blank">NZZ vom 14.08.2009</a>),</li>
<li>&#8230;ein «Wolkenkuckucksheim» (Joachim Güntner in der <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/buecher_in_der_wolke_1.3331712.html" target="_blank"> NZZ vom 13.08.2009</a>),</li>
<li>«das Metamedium, das alle anderen Medien aufsaugt, und damit diese alten Medien in ihrer Existenz bedorht», (Medienwissenschaftler Lutz Hachmeister in «Als würde man ständig kiffen» auf <a href="http://www.fluter.de/de/81/heft/7825/" target="_blank">fluter.de vom 10.07.2009</a>).</li>
</ul>
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		<item>
		<title>Über die Regulierung des Unregulierten</title>
		<link>http://feedproxy.google.com/~r/dialogische-kommunikation/~3/MKhzf4o9Hf4/</link>
		<comments>http://www.dialogische-kommunikation.ch/uber-die-regulierung-des-unregulierten/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 07:27:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Schenkel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>

		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>

		<category><![CDATA[Regeln]]></category>

		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>

		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Gespenst geht um im deutschsprachigen Teil der Blogosphäre, von Twitterland und Facebook. Die aktuelle Ausgabe des «Spiegels» behauptet auf der Titelseite die Notwendigkeit der Regulierung des Internets («Netz ohne Gesetz. Warum das Internet neue Regeln braucht.», Heft 33/2009).
Diesseits und jenseits Internets hält sich hartnäckig der Mythos, die einzige Regel des Internets sie die Unreguliertheit! [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" style="border: 1px solid #cccccc; float: left; margin-left: 5px; margin-right: 5px;" src="http://www.dialogische-kommunikation.ch/wp-content/images/spiegel-2009-33.jpg" alt="" />Ein Gespenst geht um im deutschsprachigen Teil der Blogosphäre, von Twitterland und Facebook. Die aktuelle Ausgabe des «Spiegels» behauptet auf der Titelseite die Notwendigkeit der Regulierung des Internets («Netz ohne Gesetz. Warum das Internet neue Regeln braucht.», Heft 33/2009).</p>
<p>Diesseits und jenseits Internets hält sich hartnäckig der Mythos, die einzige Regel des Internets sie die Unreguliertheit! Alles ist möglich im Internet: jede Fantasie kann ausgelebt und jede kriminelle Energie entladen werden. Doch verhält sich das wirklich so? Ist das Internet der unregulierte Raum schlechthin? Und worin fühlen sich die wachsamen Bürgerinnen und Bürger sowie Politikerinnen und Politiker gestört, die nach einer Regulierung des Internets verlangen?<span id="more-20"></span></p>
<p><strong>Die Bedingungen der Möglichkeit</strong></p>
<p>Wollen wir uns diesen Fragen nähern, müssen wir zuerst einmal feststellen, dass eine Vielzahl von Regeln die Bedingungen der Möglichkeit von Mitteilung und Antwort im Internet bilden. Die Basisregel der Informationstechnologie lautet: 1 oder 0. Zu den technischen Grundregeln kommen verschiedene Sprachregeln. Dabei sind nicht nur die Regeln der Computersprachen, sondern auch die Regeln der menschlichen Ausdrucksweise gemeint. Jeder, der sich im Internet bewegt, muss die Grammatik und die Bedeutung von Wörtern und Sätzen sowie von Bildern und Tonfolgen verstehen. All diese Regeln können aber nicht gemeint sein, wenn von einer Regulierung des Internets die Rede ist.</p>
<p><strong>Erwartungen und Erwartungshaltungen</strong></p>
<p>Das Internet ist ein öffentlicher Ort. Denn niemandem würde es in den Sinn kommen, in einer liberalen Demokratie die Regulierung des physischen Briefverkehrs, der Telefongespräche, des Versendens von SMS und E-Mails zu verlangen. Dies sind alles Beispiele für den Einsatz einer bestimmten Technik für Mitteilung und Antwort in der Privatheit. Doch im Internet ist prinzipiell jede Mitteilung jedem Besucher zugänglich. Und dies Widerspricht der gängigen Erwartungshaltung, die wir vis-à-vis öffentlichen Räumen haben. Genau um diesen Aspekt dreht sich die Diskussion. Jemand kann seine privaten Fantasien und kriminellen Energien mit anderen Personen hinter verschlossenen Türen teilen. Doch die Öffentlichkeit will nichts davon wissen. Dies nicht zuletzt darum, weil sie die nachkommende Generation in ihre Welt mit ihren Sitten und Normen hinein(er)ziehen will.</p>
<p>Die Frage nach der Regulierung des Unregulierten dreht sich im Kern also darum, was unsere Erwartungen und Erwartungshaltungen an das Verhalten des Andern im öffentlichen Raum sind. Es geht nicht um die instrumentellen Regeln, die Kommunikation ermöglichen, sondern um die Regeln, wie wir uns als Menschen begegnen wollen. Und diese Regeln haben keine zweckbedingten Notwendigkeiten. Sie sind frei verhandelbar – durch unsere Taten und Worte.</p>
<p><strong>Weiterführende Links</strong></p>
<ul>
<li>no</li>
</ul>
<p><strong>Bildquelle</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.spiegel.de" target="_blank">www.spiegel.de</a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>Gemeinsamkeiten der UBS und der Blogosphäre</title>
		<link>http://feedproxy.google.com/~r/dialogische-kommunikation/~3/QDJnT1EtXtI/</link>
		<comments>http://www.dialogische-kommunikation.ch/gemeinsamkeiten-der-ubs-und-der-blogosphare/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 08 Aug 2009 10:52:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Schenkel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>

		<category><![CDATA[Unternehmenskommunikation]]></category>

		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>

		<category><![CDATA[Glaubwürdigkeit]]></category>

		<category><![CDATA[UBS]]></category>

		<category><![CDATA[Vertrauen]]></category>

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		<description><![CDATA[Im ersten Halbjahr 2009 sind von der Schweizer Grossbank UBS rund 54 Milliarden Franken an Kundengeldern abgeflossen. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise und seit die betrügerischen Machenschaften der UBS in den USA öffentlich wurden, sind Vertrauen und Glaubwürdigkeit der UBS schwer angeschlagen. In der Ausgabe vom 5. August 2009 kommentiert die «Neue Zürcher Zeitung» die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" style="border: 1px solid #cccccc; float: left; margin-left: 5px; margin-right: 5px;" src="http://www.dialogische-kommunikation.ch/wp-content/images/laub.jpg" alt="" />Im ersten Halbjahr 2009 sind von der Schweizer Grossbank UBS rund 54 Milliarden Franken an Kundengeldern abgeflossen. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise und seit die betrügerischen Machenschaften der UBS in den USA öffentlich wurden, sind Vertrauen und Glaubwürdigkeit der UBS schwer angeschlagen. In der Ausgabe vom 5. August 2009 kommentiert die «Neue Zürcher Zeitung» die Präsentation der Halbjahreszahlen der UBS unter dem Titel «Vertrauensdefizit» und schreibt weiter, dass das fehlende Vertrauenskapital die Achillesferse der Bank bleibe. <span id="more-19"></span></p>
<p>Auch in der Blogosphäre findet der grosse Auszug statt. David Bauer schreibt in der «SonntagsZeitung» vom 26. Juli 2009: «Die Blogosphäre […] wird immer mehr zur Geisterstadt. Wo noch vor ein, zwei Jahren Millionen Bloggerträume in den Himmel wuchsen, bleiben je länger je mehr nur die Erfolgreichsten und Ausdauerndsten übrig.» Die Blogosphäre als Institution leidet ebenfalls an mangelndem Vertrauen und mangelnder Glaubwürdigkeit. Die anfangs Juli 2009 präsentierte Bernet_PR/IAM-Studie «Journalisten im Internet» hat gezeigt, dass hiesige Journalisten die Glaubwürdigkeit der Blogosphäre im Vergleich zu anderen Informationsangeboten im Internet als tief einschätzen (vgl. <a href="http://bernetblog.ch/2009/07/09/journalisten-im-internet-studie-prasentiert/" target="_blank">«Journalisten im Internet: Studie präsentiert»</a> auf bernetblog.ch). Hinter dieser Einschätzung steht wohl mehr als der übliche Negativreflex, den Journalisten der traditionellen Medien gegenüber Blogs haben.</p>
<p>Der offensichtliche Unterschied in dieser Analogie zwischen der UBS und der Blogosphäre liegt darin, dass Erstere ihr Glaubwürdigkeit und Vertrauen verspielt, während Letztere über diese zwei Qualitäten gar nie verfügt hat. Doch schauen wir uns die Zusammenhänge genauer an.</p>
<p><strong>Glaubwürdigkeit und Vertrauen </strong></p>
<p>Im etymologischen Wörterbuch «Kluge» steht, dass das Wort «glaube» ursprünglich etwas mit dem Wort «Laub» im Sinne von «Laubbüschel als Futter und Lockmittel für das Vieh» zu tun hat. Glaubwürdig ist demzufolge jemand, den wir für würdig halten, an ihn und sein Lockmittel zu glauben. «Vertrauen» und «Vertrauen erweckend» haben gemäss «Kluge» den gleichen Ursprung.</p>
<p>Doch der zeitgemässe Gebrauch dieser Wörter verweist nach meinem Dafürhalten auf eine nicht unwichtige Nuance. Glaubwürdig nennen wir jemanden, der in unserem und auch im Urteil der Mehrheit («das Vieh») die Wahrheit sagt. Oft hören wir den Ausspruch: «Du kannst den Worten dieser Person keinen Glauben schenken». Glaubwürdigkeit hat also etwas mit Kommunikation und Wahrhaftigkeit zu tun.</p>
<p>Vertrauen demgegenüber bezieht sich auf Handlungen. Wenn eine Person A sagt, sie vertraue Person B vorübergehen ihr Kind an, dann geht A davon aus, dass B einen pflichtbewussten Umgang mit dem ihm anvertrauten Kind pflegt. Vertrauen hat also etwas mit Handlungen und Pflichten zu tun.</p>
<p><strong>Der Fall der UBS</strong></p>
<p>Ich masse mir hier nicht an, der Schweizer Grossbank Ratschläge zu erteilen. Denn die ergeben sich aus dem Gesagten von selbst. Will die Bank ihre Reputation wieder herstellen, muss sie erstens regelmässig über die wirklichen Zusammenhänge kommunizieren und diese nicht hinter PR-Sprüchen verschleiern. Zweitens muss sie in Zukunft pflichtbewusst handeln. Ihre Rechtspflicht ist es, überall das geltende Recht zu akzeptieren. Ihre moralische Pflicht besteht darin, neben der ökonomischen, auch ihre ökologische und gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen.</p>
<p><strong>Der Fall der Blogosphäre</strong></p>
<p>Hier ist die Ausgangslage nicht so eindeutig. Denn es ist alles andere als klar, was für einen Anspruch die Blogosphäre als solche an sich erhebt. Stellt die Blogosphäre eine neue Art kritischer Öffentlichkeit her? Ist sie die fünfte Gewalt im Staat? Oder ist die Blogosphäre ein Mitmachmedium für alle, in dem das Primat des Privaten über das Öffentliche herrscht? Oder ist sie beides? Allein schon diese Fragen zeigen auf, dass mit den Kategorien Glaubwürdigkeit und Vertrauen in Bezug auf die Blogosphäre schwer zu operieren ist. Dennoch: Falls es Teile der Blogosphäre gibt, die für sich in Anspruch nehmen, eine andere Sicht der Wirklichkeit mitzuteilen, was spielen dann Glaubwürdigkeit und Vertrauen für eine Rolle?</p>
<p>Mit Blick auf die Glaubwürdigkeit stellt sich schnell die Frage nach der Wahrhaftigkeit der Akteure in der Blogosphäre. Und diese ist eng verknüpft mit der immer wieder aufflammenden Diskussion über die Anonymität im Internet. Magnus Klaue hat jüngst in einem Artikel geschrieben: «Die spezifische Wirkung der Internet-Anonymität besteht lediglich darin, gewisse zivilisatorische Rüstungen, die in der sozialen Aussenwelt mitunter noch funktionieren, endgültig überflüssig zu machen» (vgl. <a href="http://www.freitag.de/positionen/0930-unser-netz-muss-sauber-bleiben" target="_blank">«Unser Netz muss sauber bleiben»</a> auf freitag.de). Die Auseinandersetzung über Anonymität im Internet ist schliesslich eine Auseinandersetzung über die Glaubwürdigkeit des neuen Mediums.</p>
<p>Mit Blick auf das Vertrauen stellt sich eben die Frage nach den Pflichten, die die User im Allgemeinen und die Blogger im Speziellen eingehen, wenn sie sich im Internet bewegen. Viele User und Blogger sind der Ansicht, dass die einzige Regel des Internets die Regellosigkeit sei und damit auch keine Pflichten entstünden. Auch diesbezüglich laufen hitzigen Debatten. Jan Krone hat im April 2009 auf carta.info gefordert, dass das Netz mit all seinen Inhalten und Akteuren erwachsen werden soll und die Verantwortung für sein Tun übernehmen müsse (vgl. <a href="http://carta.info/8427/adieu-sandkasten-internet-wir-werden-erwachsen/" target="_blank">«Adieu Sandkasten Internet – wir werden erwachsen»</a>).</p>
<p>Wollen die UBS und die Blogosphäre in Zukunft mit einem wirksamen Lockmittel die Kunden und Leser wieder anziehen, dann müssen sie noch hart an ihrer Glaubwürdigkeit und Vertrauenswürdigkeit arbeiten.</p>
<p><strong>Weiterführende Links</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://klauseck.typepad.com/prblogger/2009/08/der-onlinedialog-versuch-einer-definition.html" target="_blank">Der Online-Dialog – Versuch einer Definition</a> PR Blogger 13.09.2009</li>
</ul>
<p><strong>Bildquelle</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">www.pixelio.de</a></li>
</ul>
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		<title>Das Internet als Störkanal</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 12:44:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Schenkel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>

		<category><![CDATA[Politische Kommunikation]]></category>

		<category><![CDATA[Unternehmenskommunikation]]></category>

		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>

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		<category><![CDATA[Interne Kommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Internet ist kein demokratisches Medium! Es kann den demokratischen Meinungs- und Willensbildungsprozess fördern, indem es Menschen vernetzt und Informationen leichter zugänglich macht. Aber das sind nur notwendige und keine hinreichende Bedingungen für die demokratische Meinungsbildung. Das Internet ist primär ein Störkanal. Es entfaltet seine Wirkung dort, wo geschlossene Systeme die Kontrolle über die Kommunikation [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" style="border: 1px solid #cccccc; float: left; margin-left: 5px; margin-right: 5px;" src="http://dialogische-kommunikation.ch/wp-content/images/Trojanischer-Schweifedited.jpg" alt="" />Das Internet ist kein demokratisches Medium! Es kann den demokratischen Meinungs- und Willensbildungsprozess fördern, indem es Menschen vernetzt und Informationen leichter zugänglich macht. Aber das sind nur notwendige und keine hinreichende Bedingungen für die demokratische Meinungsbildung. Das Internet ist primär ein Störkanal. Es entfaltet seine Wirkung dort, wo geschlossene Systeme die Kontrolle über die Kommunikation und Deutungshoheit verlieren.<span id="more-18"></span></p>
<p style="padding: 5px; float: right"><!--adsense#Linkblock--></p>
<p> Der demokratische Diskurs hat eine andere Funktion und basiert auf anderen Regeln als die Auseinandersetzungen in der dialogischen Online-Kommunikation (Blog, Mikro-Blogs, soziale Netzwerke). Ersterer hat die Funktion, in einer Gesellschaft ein gemeinsames Verständnis über die Gesetze und Sitten des Zusammenlebens zu etablieren sowie gemeinsame Ziele für die Zukunft zu formulieren. Die Regeln des demokratischen Diskurses sind prinzipiell auf Konsens angelegt. Sie verlangen gegenseitigen Respekt, Wahrhaftigkeit und eine auf Gründen und Argumenten basierende Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen Interessen und Vorstellungen des Zusammenlebens.</p>
<p>Die dialogische Online-Kommunikation hat die Funktion, dort eine Dialogbereitschaft einzufordern, wo die Meinungen der Bürger, Arbeitenden und Konsumenten blind übergangen werden. Sie ist nicht auf Konsens, sondern auf Dissens angelegt. Der Diskurs im Internet kennt selten Respekt und Fairness – dies hat nicht zuletzt mit der Anonymität im Netz zu tun. Es geht nicht um die Ermittlung eines gemeinsamen Verständnisses, sondern um die Betonung des individuellen Standpunktes. Die einzige Regel (noch) in der virtuellen Öffentlichkeit scheint ihre Regellosigkeit zu sein.</p>
<p>In der Politik entfaltet die dialogische Online-Kommunikation ihre Kraft allein in autoritären Systemen. Wird die Bevölkerung von einem echten demokratischen Meinungs- und Willensbildungsprozess ausgeschlossen, sucht sie über das Internet ihre Meinung kund zu tun. Sie fordert auf diesem Weg eine Dialogbereitschaft der Machthaber ein. Der Erfolg der dialogischen Online-Kommunikation gründet in diesen Fällen in der schieren Unkontrollierbarkeit des Kommunikationsmittels Internet. Die am 12. Juni 2009 abgehaltenen Präsidentschaftswahlen im Iran und die anschliessenden Proteste auf der Strasse und im Netz sind ein musterhaftes Beispiel dafür.</p>
<p>In relativ gut funktionierenden Demokratien wie die Schweiz, spielt die dialogische Online-Kommunikation eine untergeordnete Rolle. Der demokratische Diskurs ist etabliert und die Bürger können ihre Meinung in regelmässigen Wahlen und Abstimmungen kund tun. Das Internet ist allenfalls relevant für die Vernetzung und Mobilisation der ausserparlamentarischen Opposition. Doch diese ist in einer Konkordanzdemokratie wie die Schweiz ziemlich bedeutungslos.</p>
<p>Die Wirtschaft sieht sich zunehmend mit Konsumenten konfrontiert, die nicht mehr blind auf die manipulierende Marketing- und PR-Kommunikation hereinfallen. Im Internet wird über Produkte, Dienstleistungen und das Image eines Unternehmens verhandelt, ohne dass die Unternehmenskommunikation wirklich Einfluss auf diese Marktgespräche nehmen könnte. Bei Fehlleistungen eines Unternehmens wird dieses in der virtuellen Öffentlichkeit unmittelbar an den Pranger gestellt. Auch hier fordern die Konsumenten eine Bereitschaft zum Dialog mit den Unternehmen ein.</p>
<p>Betrachtet man ein Unternehmen ebenfalls als geschlossenes System, so kann auch hier die dialogische Online-Kommunikation ihre Sprengkraft einwickeln. Die Grenzen zwischen dem Internet und den Intranets in den Unternehmen werden immer durchlässiger. Interne Informationen gelangen rasch nach draussen und im Internet geäusserte Meinungen gelangen unfiltriert nach innen. Kein Wunder sperren immer mehr Unternehmen intern den Zugang zu Diensten wie «YouTube», «Facebook» oder «Twitter». Ob und wie weit die dialogische Online-Kommunikation innerhalb eines Unternehmens – falls eine solche überhaupt zugelassen wird – deren Kultur verändern kann, wird sich in den nächsten Jahren noch zeigen. Jedenfalls ist die Vorstellung, dass die Manager-Exzesse der letzten Jahre durch eine offene, interne dialogische Online-Kommunikation teilweise zu vermeiden gewesen wären, nicht ganz abwegig.</p>
<p>Das Internet also ist primär ein Störkanal. Doch die Störung der etablierten und vor allem monopolisierten Kommunikation kann eine wichtige Voraussetzung für eine echte, demokratische Meinungsbildung sein.</p>
<p><strong>Bildquelle</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">www.pixelio.de</a></li>
</ul>
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		<title>Die Rolle der dialogischen Online-Medien in der demokratischen Meinungs- und Willensbildung</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Apr 2009 11:49:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Schenkel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Politische Kommunikation]]></category>

		<category><![CDATA[Deliberative Demokratie]]></category>

		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>

		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>

		<category><![CDATA[Politische Online-Kommunikation]]></category>

		<category><![CDATA[Privatheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Präsentation gehalten von Christian Schenkel am 1. April 2009 im Rahmen der Vorlesung «Der Markt für politische Inhalte im Internet» von Patrick Rademacher am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich (IPMZ).

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Präsentation gehalten von Christian Schenkel am 1. April 2009 im Rahmen der Vorlesung «Der Markt für politische Inhalte im Internet» von Patrick Rademacher am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich (IPMZ).</p>
<div style="width:425px;text-align:left" id="__ss_1238470"><object style="margin:0px" width="425" height="355"><param name="movie" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=praesentation-ipmz-090401-090402064349-phpapp02&#038;stripped_title=die-rolle-der-dialogischen-onlinemedien-in-der-demokratischen-meinungs-und-willensbildung" /><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="allowScriptAccess" value="always"/><embed src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=praesentation-ipmz-090401-090402064349-phpapp02&#038;stripped_title=die-rolle-der-dialogischen-onlinemedien-in-der-demokratischen-meinungs-und-willensbildung" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="355"></embed></object></div>
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		<title>Plädoyer für «Bund 2.0»</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Mar 2009 12:08:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Schenkel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

		<category><![CDATA[Bund 2.0]]></category>

		<category><![CDATA[Glaubwürdigkeit]]></category>

		<category><![CDATA[Komplementarität]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Woche ist das Komitee «Rettet den Bund» erstmals vor die Presse getreten. Dem Komitee gehören inzwischen 13‘000 Mitglieder an. In der Form eines Vereins soll im Mai 2009 parallel zum Komitee eine Trägerschaft mit dem Namen «Verein Berner Medienvielfalt» gegründet werden. Der Verein will sich gegen ein drohendes Pressemonopol im Grossraum Bern zur Wehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" style="border: 1px solid #cccccc; float: left; margin-left: 5px; margin-right: 5px;" src="http://www.dialogische-kommunikation.ch/wp-content/images/kuno_lauener_plakatsujet.jpg" alt="" />Diese Woche ist das Komitee «Rettet den Bund» erstmals vor die Presse getreten. Dem Komitee gehören inzwischen 13‘000 Mitglieder an. In der Form eines Vereins soll im Mai 2009 parallel zum Komitee eine Trägerschaft mit dem Namen «Verein Berner Medienvielfalt» gegründet werden. Der Verein will sich gegen ein drohendes Pressemonopol im Grossraum Bern zur Wehr setzen.</p>
<p>Ich unterstütze das Komitee «Rettet den Bund» nach meinen Möglichkeiten und setze mich insbesondere für einen «Bund 2.0» ein. Und zwar aus folgenden Gründen.<span id="more-16"></span></p>
<p><strong>Strukturwandel der Massenmedien</strong></p>
<p>Jede demokratische Gesellschaft ist auf funktionierende Massenmedien angewiesen, die einerseits eine effiziente Verständigung über die geltenden Normen und Sitten sicherstellen und andererseits eine öffentliche Meinungs- und Willensbildung in Bezug auf gesellschaftspolitische Probleme ermöglichen. Die Massenmedien stehen deshalb in der gesellschaftlichen Pflicht, dem Primat des Öffentlichen über das Private folge zu leisten. In den letzten Dekaden indes ist dieses Primat in zwei Hinsichten unterwandert worden.</p>
<p>Seit dem Niedergang der Parteipresse sind die Herausgeber traditioneller Presseerzeugnisse privatwirtschaftlich organisiert. Bei der Herstellung massenmedial vermittelter Öffentlichkeit gilt deshalb das Primat der Privatheit. Aus Sicht der Verleger steht der wirtschaftliche Eigennutz, und nicht eine gesellschaftspolitische Idee im Vordergrund.</p>
<p>Das Aufkommen des Internets hat auf inhaltlicher Ebene dem Primat der Privatheit zum Durchbruch verholfen. Das Internet ist eine halb öffentlich, halb private Sphäre, wo über die eigenen Befindlichkeiten gezwitschert wird. Es ist eine Art politischer Ort, wo sich in Meinungs-Clustern die Fronten verhärten, wo der Dissens normal und der Konsens anormal ist. Unabwendbar ist der Trend, der im Internet aus blossen Konsumenten auch Produzenten von Meinungen gemacht hat.</p>
<p>Die aktuelle Krise der traditionellen Medien hat nicht nur mit der allgemeinen Krise in der Privatwirtschaft zu tun, sondern auch mit dem teilweise hilflosen Umgang mit dem Internet, in dem die private Ansprüchen und Meinungen der Medienkonsumenten zum Ausdruck kommen.</p>
<p><strong>Knappes Gut: Glaubwürdigkeit</strong></p>
<p>Nachdem 1989 im real existierenden Sozialismus das absolute Primat der Öffentlichkeit versagt hat, scheint 20 Jahre später auch das absolute Primat der Privatheit an seine Grenzen zu stossen. Die grosse Menge an «toxischen» Derivaten, auf denen viele Grossbanken der Welt sitzen, für die es keine Märkte mehr gibt und deren wahrer Wert weiterhin unbekannt ist, ist nur symbolischer Ausdruck für diese Entwicklung.</p>
<p>Die Verunsicherung ist gross und niemand weiss genau, welche privaten und öffentlichen Institutionen es noch würdig sind, ihnen Glauben zu schenken. Die aktuelle Krise ist auch eine Krise der Glaubwürdigkeit. Sie ist im wirtschaftlichen und im politischen Handeln zu einem knappen Gut geworden.</p>
<p>Mit Blick auf die Medienlandschaft gibt es noch einige traditionelle Titel, die für dieses Gut stehen; doch auch sie sind in ihrer Existenz gefährdet. Gemäss einer aktuellen Studie befindet sich die Zeitungsbranche in den USA im «freien Fall» (vgl. <a href="http://www.journalism.org/" target="_blank">www.journalism.org</a>). In der Bundeshauptstadt steht nun «Der Bund» zur Disposition. Die selbsternannte «unabhängige liberale Tageszeitung», die 1850 gegründet wurde.</p>
<p><strong>Erfolgsrezept: Komplementarität</strong></p>
<p>Aus der aktuellen (Medien-)Krise kann nur ein Überdenken des Verhältnisses zwischen Öffentlichkeit und Privatheit führen. Es gibt weder ein Primat der Öffentlichkeit noch ein Primat der Privatheit. Sowohl der Staat als auch die Wirtschaft haben ihre Rechte und Pflichten gegenüber der Gesellschaft wahrzunehmen. Öffentlichkeit und Privatheit, Staat und Wirtschaft sind nicht als Gegensätze, sondern als sich ergänzende Prinzipien und Institutionen zu denken, die dem Fortkommen der Gesellschaft zu dienen haben.</p>
<p>Mit Blick auf die Wirtschaft müssen die Nationalstaaten gemeinsam die verbindlichen Spielregeln des unternehmerischen Handelns in einer globalisierten Welt neu bestimmen. Die wirtschaftlichen Akteure indes müssen sich dazu verpflichten, diese Spielregeln nicht dauernd unter dem Vorwand des «Standortvorteils» zu unterwandern. Dies ist nicht eine Frage der Quantität, sondern der Qualität der zu erarbeitenden Spielregeln. Wenige, gemeinsame Regeln sind die notwendige Voraussetzung für rationales Handeln.</p>
<p>Die Nationalstaaten und ihre Regierungen müssen die Mitglieder der Gesellschaft mehr und besser ins politische Handeln integrieren. Mit Wahlen allein, die alle vier Jahre stattfinden, ist es nicht getan. So kann politisches Handeln nicht wirklich legitimiert werden. Hier bieten die neue Informationstechnologie auch ganz neue Möglichkeiten und Chancen.</p>
<p>Komplementarität heisst mit Blick auf die Massenmedien, dass sie Kraft ihrer Glaubwürdigkeit einen Verständigungsprozess zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ermöglichen. Dabei braucht es professionelle Beobachter und Analysten genauso wie ein kritisches Publikum, das sich mittels der dialogischen Kommunikationsmöglichkeiten im Internet einbringen kann.</p>
<p>Was heisst das nun alles für den gefährdeten «Bund»?</p>
<p><strong>«Bund 2.0»</strong></p>
<p>Der «Bund» ist ein Marke, die seit bald 160 Jahren bestand hat. Als regelmässiger Leser des «Bunds» und Beobachter der hiesigen Medienszene glaube ich, sagen zu dürfen, dass er eine hohe Glaubwürdigkeit geniesst, die aufzugeben ein grosser Verlust wäre. Tatsache ist aber, dass er in der aktuellen Form nach privatwirtschaftlichen Prinzipien kaum eine Überlebenschance haben wird. Eine wirtschaftliche Zukunft wird es für einen «Bund» also nur geben, wenn es Institutionen und Private gibt, die bereit sind, ein «unabhängiges» und «liberales» Medium zu tragen. Komplementarität heisst hier: Es besteht jenseits von Angebot und Nachfrage ein gemeinsames Interesse für die Herstellung eines öffentlichen Verständigungsprozesses aus der Bundeshauptstadt.</p>
<p>Mit dem «Kleinen Bund» besteht heute schon eine Wochenendbeilage, die über die Alltagsaktualität hinaus Hintergründe liefert. Diesen könnte man Ausbauen und im Gegenzug die gedruckte Tageszeitung aufgeben. An deren Stelle würde eine Online-Ausgabe treten, die nicht nur über die Tagesaktualität berichtet, sondern auch die Einwohner der Schweiz in das Geschehen rund um und in der Bundeshauptstadt miteinbezieht. Komplementarität heisst hier: Eine gute Ergänzung zwischen Aktualität und Hintergrund, zwischen Print- und Online-Angebot sowie zwischen professioneller Beobachtung und zivilgesellschaftlichem Einspruch zu finden.</p>
<p>Schliesslich bin ich tief davon überzeugt, dass ein Medienprodukt mit dem Namen «Bund», das kritische und professionell über die gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Angelegenheiten, die in der Bundeshauptstadt verhandelt werden, berichtet und gleichzeitig die Schweizerinnen und Schweizer sowie die hier lebenden Ausländer in diesen Verständigungsprozess miteinbezieht, eine überregionale Ausstrahlung gewinnen könnte.</p>
<p><strong>Weiterführende Links</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://rettet-den-bund.ch/" target="_blank">Komitee «Rettet den Bund»</a></li>
<li><span style="color: #ff0000;"><a href="http://www.umfrageonline.com/survey/survey.php?code=4752323100647" target="_blank">Rettet den «Bund» - Befragung der Leserschaft</a></span> (bis 13. April 2009)</li>
</ul>
<p><strong>Bildquelle</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://rettet-den-bund.ch/" target="_blank">www.rettet-den-bund.ch</a></li>
</ul>
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