Torte statt Worte!

Ein neuerlicher Geniestreich aus der Kategorie “dieJulia kocht, derMann fotografiert und dieLeserschaft scrollt sich die Finger wund”!

Biskuit:

5 Dotter
50 g Staubzucker
1 Pk. Vanillezucker
Schale einer halben Zitrone

5 Eiklar
50 g Kristallzucker
120 g glattes Mehl
1 TL Backpulver*

Creme:

500 g Erdbeeren
500 g Topfen
250 g Schlagobers + 1 Pk. Oberssteif
3 EL Zucker und 1 Pk. Vanillezucker (je nach Geschmack weniger/mehr)
(Instant-)Gelatine

Making Of/Howto:

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Nützliches Wissen:
Biskuit unverzüglich ins vorgeheizte Rohr und bei 180 Grad ca. 12-15 min. backen. Boden vor der Weiterverarbeitung gut auskühlen lassen. Verzierungserdbeeren vorsichtig in die noch nicht fest gewordene Creme drücken. Fertige Torte für allermindestens 3 Stunden, besser länger kaltstellen. Zum Schluß die Früchte mit ein bissi Tortengelee überziehen.

*daraus wurden in diesem Fall zwei Tortenböden; Numero Zwo wurde nur mit frischen Erdbeeren belegt.
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Gosauseespazierung

Wie kommt es eigentlich, daß ausgerechnet die brachiale Schönheit und der unbenennbare Grusel dieser wahrlich nicht liebreizend-netten, sondern im Gegenteil nachgerade gewalttätigen Landschaft so viele halbwegs geländegängige Halbschuhtouristen in nagelneuen Jack Wolfskin-Jacken und unaufhörlich schnatternde Lauftreffgrüppchen in Neonfarben anzieht? Mich schauderts, wenn ich in dieser Gegend bin, und gleichzeitig bricht sich da dieser wilde, urtümliche Freudentaumel Bahn, der so unerklärlich wie unerklärbar ist. Das grüne, schwarze, blaue, eiskalt glitzernde Wasser, die schroffen Felsen, der dunkle Wald – wenn ich mir vorstelle, daß ich auch nur eine Nacht da verbringen müßte, stellen sich mir sämtliche Nackenhaare auf. Und ich kann mir lebhaft vorstellen, daß die kolportierte Verfilmung von Marlen Haushofers grandioser Endzeitrobinsonade “Die Wand” sehr davon profitieren wird, daß irgendwo in diesem Landstrich gedreht wird.

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Rezeptgebührenfrei: Pfefferminzsirup

Ich wär ja nie auf die Idee gekommen, daß Minze neben ihrer Verwendung als unbedingt notwendiges Zubehör von gebratener Lammkeule zu etwas anderem taugt als Tee, Kaugummi, Lutschpastillen oder After Eight – bis die liebe Frau katze anläßlich einer Lieferung einer Kartusche feinsten Strukturacryls aus dem Hause Ramsauer dem Mann und mir kürzlich Pfefferminzsirup mit Goiserer Bergwasser kredenzte. Der Geschmack: minzig, zitronig, erfrischend – großartig!

Jetzt ist es zwar so, daß angesichts der klimatischen Frechheiten vor dem Fenster der Erzeugung von durstlöschenden Sommergetränken nicht unbedingt die höchste Priorität eingeräumt werden muß, aber wenn man die Augen schließt, akustisch mit Buena Vista Social Club für ein bißchen Sommerfeeling sorgt und sich ganz stark auf die Erinnerung konzentriert, daß es früher tatsächlich einmal ganz ohne Heizung über 20 Grad haben konnte. Draußen! (Weißt du noch, damals, als man im Supermarkt noch Sonnencreme kaufen konnte… ja, genau – in dem Regal, wo jetzt die Cremes für die Schwimmhäute zwischen den Fingern und die Kiemenpflegesets stehen! Und auf dem Balkon hatten wir statt Seegurken und Wasserlinsen Petunien und Tomaten!) – dann kann man, wenn der fahle Schnee von den Bergen grinst und im ewigen Regen ertrinkende Vögel matt piepsen, auch gleich Pfefferminzsirup erzeugen, statt übers Wetter zu jammern.

Für 3 Liter Pfefferminzsirup braucht man:

ca. 3 l Wasser
2-3 Zitronen (mitsamt der [unbehandelten] Schale in Scheiben geschnitten)
1-2 EL Zitronensäure
2-3 kg Zucker
eine erkleckliche Menge frischer Pfefferminze, idealerweise direkt aus dem Garten (dicksten Dank an dieser Stelle, liebe katze, für die duftende Fracht!)

Das ganze setzt man kalt an und läßt es zugedeckt ca. 24 Stunden (manche Rezepte tendieren zu einigen Tagen) an einem kühlen Ort ziehen. Dann hat man zwei Möglichkeiten: entweder man rührt die Sache so lange und engagiert um und um, bis man einen Tennisarm entwickelt und der gesamte Zucker davon überzeugt ist, daß er sich gefälligst aufzulösen hat, oder (und ich wählte aus Gründen das Oder) man bringt die aromatische Suppe unter ständigem Rühren langsam zum Kochen (erscheint mir persönlich simpler und haltbarkeitsfreundlicher). Egal, wie man sich entschieden hat: hat der Sirup die gewünschte Konsistenz erreicht, seiht man ihn durch ein Tuch ab, füllt ihn nach allen Regeln der Einkochkunst in Flaschen und freut sich anschließend über ein absolut wunderbares Geschmackserlebnis, das sogar über Dauerregen und Schneefall in mittleren Lagen hinwegtrösten kann. Zumindest ein bißchen.

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Und dann, soweit das Auge reicht -

diese kollektive Explosion von Farbe, wo das monatelange Monochrom einen schon glauben ließ, die Welt sei auf immer farbenblind geworden. Aber alle Jahre sehr verläßlich wieder: Frühlingsfreudentaumel!

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[Groß? Klick!]

Da fällt mir ein, ich muß gehn

Wie das halt so ist in einem Land, wo Klosterschwestern sich um Kindergartenkinder kümmern und in jeder Klasse ein Kruzifix hängt, wurde ich seinerzeit als wehrloser Säugling von einem alten Mann in wallenden Röcken mit kaltem Wasser angespritzt und somit zur Christin, Abteilung röm. kath., erklärt. Später mußte ich mir jedesmal vor der obligatorischen Pflichtbeichte, die größeren Festivitäten wie Weihnachten oder Ostern voranging, sozial verträgliche Lügen ausdenken, die ich dem berockten Mann durchs Gitterfenster erzählen konnte und für meine nicht sonderlich kreativen “Sünden” (hab am Abend aufs Beten vergessen. Hab der Mama nicht gefolgt. Hab gelogen. Mag die Susi nicht.) ein bis drei Vaterunser beten, derweil ich verstohlen das Kreuzrippengewölbe des kühlen, dunklen, stets ein wenig modrig duftenden Dorfkirchleins studierte und mich nach dem warmen Sonnenlicht draußen sehnte. Später war ich dann Ministrantin, was ich cool fand, weil mich alle anschauen mußten, wenn ich das katholische Meßzubehör zum Altar trug, aber auch nicht ganz so cool, weil die Messen so endlos lang dauerten und ich das Kreuzrippengewölbe irgendwie schon auswendig kannte. Noch ein bißchen später sang ich sogar eine Zeitlang im Kirchenchor mit, do-na nobis pa-ha-cem, und dann bei ein paar Hochzeiten Gospels, letzteres aber schon nebenerwerbsmäßig.

Eine Landjugend wie zigtausende andere Landjugenden.

An Gott glauben konnte ich allerdings nie so richtig, schon als Kind nicht, was vermutlich unter anderem an meinem kinnbewarzten und vor Erregung feinen Spuckeregen versprühenden Religionslehrer in der Volksschule lag, der sich insbesondere bei blutigen Kreuzigungsdetails so in Ekstase reden konnte, daß ihm dicke Schweißtropfen auf die glänzende Stirn traten. Der Christengott kam mir bereits in jungen Jahren ein bißchen suspekt vor. Er liebte einen. Aber man mußte Ihn vor allem fürchten. Er sah alles und konnte Gedanken lesen und fürchterliche Strafen austeilen (Dürren, Heuschreckenplagen, Feuersbrünste und sonstige Weltenbrände, Völkermord, das Schleifen ganzer Städte, Siechtum, Cholera und Pest, um nur ein paar zu nennen), Er ließ unfolgsame/zu wißbegierige Leute zu Salzsäulen erstarren, befahl anderen Leuten, als Liebesbeweis ihre Söhne zu töten und drohte außerdem permanent mit seinem pferdefüßigen Mann fürs Grobe, bei dem man für immer landen würde, wenn man ganz böse Dinge machte. Wobei ich mir damals kurze Zeit nicht ganz sicher war, ob es dafür (oder zumindest für einen Aufenthalt im Fegefeuer) schon ausreichte, zum Christoph aus der Nachbarschaft “du blöde Sau” zu sagen.

Mit dem Beten hab ichs versucht, als Kind, abends vor dem Schlafengehen. Aber schon allein die Anrede… “Lieber Gott”? Und was überhaupt mit Ihm besprechen, so in der Einbahnstraße von Julia nach Gott? Und wozu eigentlich überhaupt beten, wenn Er sich dank universellem Röntgenblick in meinem Hirn eh besser auskannte als ich selbst? Und neben den überall lauernden Fehltritten all die grauenhafte Erbsünde, für die Sein unschuldiger Sohn ans Kreuz genagelt wurde, dessen Flehen (“warum hast du mich verlassen?”) Er nicht erhörte. Überall nur Agonie, Angst, Schrecken und verschüchtert gemurmelte Gebete. So hartgesotten kann man eigentlich gar nicht sein, daß man dieses gottesfürchtige Weltbild mit Betonung auf “Fürchten” bejaht; der Himmel fiel mir auch nicht auf den Kopf, wenn ich den Christoph insgeheim “blöde Sau” nannte, und schließlich wurde mir nach und nach bewußt, daß so eine Kirche schlicht und einfach von Menschenhand gebaut ist.

Papierkatholin blieb ich trotzdem. Aus Nachlässigkeit, aus schon fast pathologischer Abneigung gegen Ämter und Behörden, aus tief empfundenem Widerwillen gegen offiziell anmutende Erledigungen, aus Faulheit. Und weil Papa irgendwann meine Kirchensteuer einzahlte, als sich die Mahnungen an der elterlichen Hauptwohnsitzadresse häuften und mir schon mit dem Anwalt gedroht wurde. Schade eigentlich – ich hätte gern gewußt, wie weit sie gehen, die Buchhalter der Katholen, und welches Inkassobüro sie beauftragen, um sich ihre Steuer von säumigen Schafen zu holen.

So war ich lange, viel zu lange eine zahlende katholische Karteileiche, ein per Taufe unfreiwillig eingetreten wordenes Mitglied im ominösen Verein, ein Opfer meiner eigenen Wurschtigkeit, obwohl ich weder an einen Christengott glaube noch an ein fliegendes Spaghettimonster. Aber nu, nu is genug. Daß mir dreisterweise ausgerechnet am Höhepunkt des Mißbrauchsskandals ein Zahlschein dieser Glaubensgemeinschaft, die einem aufgeklärten Menschen ziemlich bizarr vorkommen muß, und in der nicht wenige Protagonisten ganz offensichtlich ihre Drecksgriffel nicht bei sich behalten können und systematisch Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ausüben, ins neue Heim flatterte, war der berühmte Tropfen, der das Faß dann zum Über- und mich endgültig zum Weglaufen brachte.

Und vielleicht, vielleicht war es sogar gut, so lange zu warten, quasi den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Ich tröste mich, was die viel zu lange Dauer meiner nicht selbst verschuldeten, äh, gewählten pro forma Mitgliedschaft bei der “allmächtigen Kirche” betrifft, ein wenig mit der Tatsache, daß mein Austritt zum jetzigen Zeitpunkt eine kleine Schaumkrone auf einer mächtigen Welle ist, und daß ich vielleicht, wenn ich mir die Illusion erlauben darf, als eine von vielen dazu beitrage, die alten Männer in ihrem merkwürdigen Zwergstaat doch ein bißchen nervös zu machen, was den Bestand ihrer umfassenden Macht angeht, wenn ihnen die Schafe scharenweise ausbüchsen.

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PS: Ich möchte hier weder religiöse Gefühle herabwürdigen noch irgendjemandem sagen, daß sein Glaube Nonsens sei. Es soll bitte jeder glauben, was ihm gut tut. Er soll sich auch mit Gleichgesinnten zu Religionsgemeinschaften zusammenschließen und Hare Krishna oder Danke für diesen schönen Morgen singen, Bibelkreise organisieren, Kornkreise errichten, im Mondenschein okkulte Formeln rezitieren, seiner Göttin in Form von freizügigen Saturnalien huldigen, beim Fest des Huhnes ganz viel Bier trinken und sich bekotzen, schwarze Messen feiern, sich eine Pyramide aufstellen und Anubis anbellen, im Lendenschurz auf einem nackten Felsen in Vorderasien meditieren und ein halbes Jahr nur von Tau und Licht leben oder sich grün anmalen und erklären, seine Götter wollten das so. Aber bitte nicht mit Feuer, Schwert, Sprengstoffgürtel und Gebetsbuch hinausziehen, um andere Leute zu missionieren, sondern vielleicht einfach einmal mit dem simplen und ganz sicher nicht grundverkehrten Versuch anfangen, ein halbwegs guter Mensch zu sein und im Sinne des kosmischen Wohlbefindens viel zu lachen und es sich gutgehen zu lassen, ohne daß das auf Kosten anderer geht. Und bitte, bitte, bitte, endlich Kirche und Staat trennen. Das Mittelalter ist schon eine ganze Weile vorbei. Danke.

Es grünt so schön

Der Mensch, er pfeift auf Schuld und Sühne
Und geht karfreitags froh ins Grüne!*

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*insbesondere wenn er nicht (mehr) katholisch oder sonstwie religiös angehaucht ist
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Schöne Dialoge in der Mittagspause

dJ: “Essen heute abend?”
der Mann: “Jajajaaa!”
dJ: “Hühnerbrust in Paprikarahmsauce?”
der Mann: “Jajajaaaa! Und Reis!”
dJ: “Genau… der Reis von gestern müßte eigentlich eh gehen…”
der Mann: “Naja, wenn er gehen will, sollten wir ihn eigentlich besser gehen lassen…”
dJ: “Stimmt auch wieder. Reisende soll man nicht aufhalten…”
der Mann: “Genau.”
dJ: “Hihi. REISende…”
der Mann: “Woah. Dreidimensionale Wortspiele in der Mittagspause…”

Die Scheibe ist eine Welt

- und insbesondere meine ich damit dieser Tage Massive Attacks Heligoland und Peter Gabriels scratch my back. In beide kann ich eintauchen wie in ein gutes Buch oder einen guten Film, beide habe ich in den letzten Wochen abwechselnd wieder und wieder gehört, beide machen mir, und zwar tatsächlich körperlich, Gänsehaut.

Und sie gehören für mich irgendwie zusammen, ich vermutete, weil sie dank Amazon in kurzem Zeitabstand in meinem CD-Player gelandet sind und ich dieser Tage die lustvolle Qual der Wahl habe – die eine oder die andere, oder die eine nach der anderen. Und daß ich vermutete schrieb, hat einen Grund – denn es gibt tatsächlich eine reale Ebene, auf der sie sich treffen.

Als ich mir YouTube sei dank das Original von “Mirrorball” (scratch my back) anhöre, kommt mir die Stimme des Sängers so merkwürdig vertraut vor, und ich grüble und grüble – aber es ist nichts, das ich kenne. Oder doch? Aber klar! Er singt ja schließlich das unheimlich eindringliche Flat of the Blade (Heligoland).

Und so schließt sich der Kreis schließlich wundersamer Weise bei Elbow, einer Band, von der ich sträflicherweise bis dato nicht wußte, daß sie existiert.

Und wenn es Ihnen genauso geht und Sie diesen Zustand ändern möchten (und oh, Sie sollten!), versuchen Sie es doch mit dem ungemein seelenvollen “One Day Like This”…

…streifen ahnungsvoll das Land

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Es katzt so schön…

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[zum Verkatzen... äh... Vergrößern bitte Bild ankatzen. Anklicken!]