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	<title>Digitale Notizen ツ</title>
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	<description>Dirk von Gehlen im Internet</description>
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	<title>Digitale Notizen ツ</title>
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		<title>Das BCC-Problem der politischen Debatte: fünf Lösungs-Vorschläge aus dem Escape Room</title>
		<link>https://www.dirkvongehlen.de/politik/das-bcc-problem-der-politischen-debatte-fuenf-loesungs-vorschlaege-aus-dem-escape-room/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=das-bcc-problem-der-politischen-debatte-fuenf-loesungs-vorschlaege-aus-dem-escape-room</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dirk von Gehlen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Oct 2026 09:24:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Pop]]></category>
		<category><![CDATA[BCC-Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Memefizierung]]></category>
		<category><![CDATA[politische Debatte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Abkürzung BCC steht für “Blind Carbon Copy”. Die “Carbon Copy” ist ein Kohlepapier-Durchschlag, der von einem Papier angefertigt wird. Und wenn diese Kopie im Geheimen durchgeführt wird, ist sie eben “blind”. Für die angesprochene Person nicht erkennbar wird noch jemand adressiert. Diese auf dem analogen Druck basierende Metapher wird für digitale Kommunikation genutzt: BCC-Mails [&#8230;]<img src="/piwik/piwik.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.dirkvongehlen.de%2Fpolitik%2Fdas-bcc-problem-der-politischen-debatte-fuenf-loesungs-vorschlaege-aus-dem-escape-room%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Ddas-bcc-problem-der-politischen-debatte-fuenf-loesungs-vorschlaege-aus-dem-escape-room&amp;action_name=Das%20BCC-Problem%20der%20politischen%20Debatte%3A%20f%C3%BCnf%20L%C3%B6sungs-Vorschl%C3%A4ge%20aus%20dem%20Escape%20Room&amp;urlref=https%3A%2F%2Fwww.dirkvongehlen.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.dirkvongehlen.de/politik/das-bcc-problem-der-politischen-debatte-fuenf-loesungs-vorschlaege-aus-dem-escape-room/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=das-bcc-problem-der-politischen-debatte-fuenf-loesungs-vorschlaege-aus-dem-escape-room">Das BCC-Problem der politischen Debatte: fünf Lösungs-Vorschläge aus dem Escape Room</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dirkvongehlen.de">Digitale Notizen ツ</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Abkürzung BCC steht für “Blind Carbon Copy”. Die “Carbon Copy” ist ein Kohlepapier-Durchschlag, der von einem Papier angefertigt wird. Und wenn diese Kopie im Geheimen durchgeführt wird, ist sie eben “blind”. Für die angesprochene Person nicht erkennbar wird noch jemand adressiert. Diese auf dem analogen Druck basierende Metapher wird für digitale Kommunikation genutzt: BCC-Mails werden verschickt, um in einem Kohlepapier-Durchschlag einer dritten Person im Geheimen etwas zu übermitteln. Da die Ansprache für den direkten Adressaten nicht erkennbar ist, kann man hier durchaus von “umgekehrtem Lästern” sprechen. Umgekehrt weil der Inhalt offen sichtbar, also nicht geheim ist. Die Tatsache, dass mindestens ein Dritter mitliest, bleibt aber im Verborgenen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Prinzip der persönlichen Mailkommunikation hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Muster öffentlicher, politischer Debatte entwickelt. Die Botschaften, die hier BCC versendet werden, sind nicht selten&nbsp;<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.deutschlandfunk.de/die-glut-theorie-der-politischen-debatte-dlf-c712847e-100.html">memefizierte Meinungen und bestimmte Code-Begriffe</a>, die öffentlich gesagt &#8211; aber in Wahrheit an eine bestimmte In-Gruppe gerichtet werden. Das Problem ist so offensichtlich, dass man gar von einem CC-Problem sprechen könnte: Politische Akteur:innen nutzen die Bühne einer Bundestagsdebatte oder TV-Talkshow nicht nur für die direkte Ansprache, sondern um kurze Videosequenzen oder Texttafel-Zitate zu produzieren, die sie dann im Kohlepapier-Durchschlag an anderen Adressaten zu senden. Auch öffentliche Debatte in sozialen Netzwerken zeigen Symptome dieses Problems: Menschen gehen nicht auf die Person ein, mit der sie vermeintlich sprechen. Sie nutzen die Debatten um einer Bühne gleich, ihrer Ansichten und Meinungen wie ein schönes Kleidungsstück vorzuführen &#8211; und zwar in erster Linie, den Menschen, die sie BCC adressieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über das Problem der&nbsp;<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/netz/die-glut-theorie-im-deutschlandfunk-digitale-juni-notizen/">Memefizierten Meinungen</a>&nbsp;und der (sich daraus ergebenden)&nbsp;<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/netz/die-meinungsmodenschau-digitale-november-notizen/">Meinungsmodenschauen</a>&nbsp;haben ich&nbsp;<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/netz/die-glut-theorie-im-deutschlandfunk-digitale-juni-notizen/">hier im Blog</a>&nbsp;bereits geschrieben. Vor allem letzteres basiert auch auf der im 20. Jahrhundert begründeten Ansicht klassischer Medien, es sei ihre Aufgaben, Meinungen abzubilden. Das halte ich für so grundlegend falsch, dass ich dazu demnächst einen eigenen Text schreiben werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier soll es aber erstmal um eine Ausweg aus diesem Debatten-Dilemma gehen. Dafür bietet sich das Bild eines Escape-Rooms im doppelten Sinn an.&nbsp;<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.instagram.com/evaschulz/?hl=de">Eva Schulz</a>&nbsp;hat dazu mal unter dem Namen&nbsp;<a target="_blank" rel="noopener" href="https://labo-m.com/projekte/der-raum-mit-eva-schulz">“Der Raum”</a>&nbsp;ein interessantes neues TV-Format getestet. Die Diskutant:innen wurden dabei nicht eingeladen, um einander darüber in Kenntnis zu setzen, dass sie Recht haben. Sie mussten vielmehr gemeinsam eine Lösung finden, um Rätsel in einem thematischen Escape-Room zu finden. Wer politische Debatte nicht als Schaulaufen versteht, sondern als gemeinsame Lösungssuche, beendet das BCC-Dilemma bevor es entstehen kann. Denn Meinungen werden hier nicht einfach nur geäußert, Meinungen werden hier gemeinsam bearbeitet &#8211; mit dem Ziel, einen Kompromiss, eine konstruktive Lösung zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau wie beim ideologischen Turingtest geht es bei dem (leider nicht fortgeführten)&nbsp;<a target="_blank" rel="noopener" href="https://labo-m.com/projekte/der-raum-mit-eva-schulz">“Der Raum”-Format von Eva Schulz</a>&nbsp;um eine konstruktive Weiterentwicklung der rein deskriptiven Debattenideen des 20. Jahrhunderts. Wie schön wäre es, wenn wir mehr dieser Experimente im öffentlichen Raum (auch außerhalb von schulischen Debattierclubs) finden würden: Deshalb hier fünf einfache Tricks, die helfen eine klassische Meinungschau-Debatten-Inszenierung zu einer wirklichen Debatte zu machen:</p>



<h2 class="wp-block-heading">1</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen müssen vorher die Argumente der Gegenseite sagen und die Debatte startet erst, wenn die Gegenseite darin ihre Position korrekt widergegeben sieht (<a href="https://www.dirkvongehlen.de/ich/du-hast-mich-zum-nachdenken-gebracht-der-argument-inspiration-test-digitale-maerz-notizen/" target="_blank" rel="noopener">ideologischer Turingtest</a>)</p>



<h2 class="wp-block-heading">2</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Debatte braucht ein konstruktives Ziel, eine Leitfrage, zu der alle Diskutant:innen eine Antwort formulieren sollen. Das kann so weit gehen, dass sie Rätsel eine einem Escape-Room lösen müssen. Es würde aber schon reichen, wenn sie die politische Leitfrage als gemeinsames Problem erkennen, das sie jetzt zusammen! lösen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Polarisierung ist nur ein Aufmerksamkeitstrick, aber kein Debatteninstrument. Deshalb sollte die Einstiegsfrage an alle sein: Was haben wir hier gemeinsam?</p>



<h2 class="wp-block-heading">4</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne Kompromiss keine Politik. Wer einfach nur seine Meinung sagt, führt noch keine politische Debatte. Deshalb sollte ein gutes Diskussionsformat stets die Bereitschaft zum Kompromiss erfragen &#8211; mindestens mit der Abschlussfrage an alle: Wo hast du heute deine Ansichten verändert? (Wer “gar nicht” sagt, wird nicht mehr eingeladen) <a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/democracy-lab-im-container-freiheit-zum-andersdenken-1.3614613" target="_blank" rel="noopener">Denn Freiheit ist stets die Freiheit zum Andersdenken</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">5</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der wahre Wert von Artikel 5 entsteht nicht durchs Äußerung, sondern durchs Ändern der eigenen Meinung. Eine gegenwärtiges Debattenformat sollte Meinungen also nicht abbilden, sondern Meinungsänderung zeigen. Eine tolle Leitfrage wäre zum Beispiel: Was würde es brauchen, damit du deine Meinung hier änderst?</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Das Thema Debattenkultur beschäftigt mich hier im Blog seit Jahren. Auf der republica im Sommer diesen Jahres habe ich&nbsp;<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/film/besser-diskutieren-ein-ki-experiment-zum-republica-gespraech-mit-stefan-niggemeier-digitale-juni-notizen/">gemeinsam mit Stefan Niggemeier über das Frage diskutiert, wie wir besser diskutieren können</a>. Auch in&nbsp;<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/briefing-briefing-die-seite-ueber-newsletter/">meinem monatlichen Newsletter</a>&nbsp;denke ich immer wieder darüber nach &#8211; zum Beispiel in diesen Texten: Wer macht öffentlich Angst? (<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/politik/wer-macht-oeffentliche-angst-drei-thesen-zur-aufgeklaerten-aufmerksamkeit-digitale-oktober-notizen/">Oktober 2026</a>) Du hast mich zum Nachdenken gebracht (<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/ich/du-hast-mich-zum-nachdenken-gebracht-der-argument-inspiration-test-digitale-maerz-notizen/">März 2023</a>) Die beste Werbung für Demokratie (<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/netz/die-beste-werbung-fuer-demokratie-die-eigene-meinung-aendern-digitale-februar-notizen/">Februar 2023</a>) Die Glut-Theorie der öffentlichen Debatte (<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/netz/die-glut-theorie-im-deutschlandfunk-digitale-juni-notizen/">Juni 2022</a>), „Die Anderen anders sein lassen“ (<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/netz/die-anderen-anders-sein-lassen/">Mai 2022</a>), „Danke für Ihren Verstand“ (<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/netz/danke-fuer-ihren-verstand-digitale-januar-notizen/">Januar 2022</a>) „Ich mag Twitter“ (<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/netz/ich-mag-twitter-digitale-november-notizen/">November 2021</a>) „Ungerecht!“ (<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/ich/ungerecht-weshalb-elizabeth-aus-knoxville-das-perfekte-symbol-der-empoerten-gegenwart-ist/">Januar 2021</a>) „Die Meinungsmodenschau“ (<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/netz/die-meinungsmodenschau-digitale-november-notizen/">November 2020</a>), „Die Nazis werden uns das Internet wegnehmen“ (<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/netz/die-nazis-werden-uns-das-internet-wegnehmen-digitale-maerz-notizen/">März 2020</a>), „Die Empörung der anderen“ (<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/ich/die-empoerung-der-anderen-so-startest-du-deine-private-entpoerungs-welle-digitale-februar-notizen/">Februar 2020</a>), „Weniger Recht haben müssen“ (<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/netz/weniger-recht-haben-muessen/">November 2018</a>), „Fünf Fitness-Übungen für Demokratie“ (<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/netz/fuenf-fitness-uebungen-fuer-demokratie-%f0%9f%92%aa-digitale-juli-notizen/">Juli 2018</a>) „Freiheit zum Andersdenken“ (<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/netz/freiheit-zum-andersdenken-digitale-juli-notizen/">Juli 2017</a>), „Streiten lernen – für ein besseres Internet“ (<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/netz/streiten-lernen-fuer-ein-besseres-internet-digitale-januar-notizen/">Januar 2017</a>).</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.dirkvongehlen.de/social-media-verbieten-verboten/"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="922" src="https://www.dirkvongehlen.de/wp-content/smvv_cover-1024x922.png" alt="" class="wp-image-32494" style="aspect-ratio:1.110670100916269;width:116px;height:auto" srcset="https://www.dirkvongehlen.de/wp-content/smvv_cover-1024x922.png 1024w, https://www.dirkvongehlen.de/wp-content/smvv_cover-300x270.png 300w, https://www.dirkvongehlen.de/wp-content/smvv_cover-768x692.png 768w, https://www.dirkvongehlen.de/wp-content/smvv_cover-400x360.png 400w, https://www.dirkvongehlen.de/wp-content/smvv_cover-800x721.png 800w, https://www.dirkvongehlen.de/wp-content/smvv_cover.png 1370w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Über den Wert der Meinungsänderung habe ich auch in meinem aktuellen Buch &#8222;<a href="https://www.dirkvongehlen.de/social-media-verbieten-verboten/">Social Media verbieten? Verboten</a>&#8220; ausführlich geschrieben. Ich glaube nämlich, dass die Fähigkeit, konstruktive Debatten zu beginnen und zu führen, Teil gegenwärtiger Medienkompetenz ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<img decoding="async" src="/piwik/piwik.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.dirkvongehlen.de%2Fpolitik%2Fdas-bcc-problem-der-politischen-debatte-fuenf-loesungs-vorschlaege-aus-dem-escape-room%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Ddas-bcc-problem-der-politischen-debatte-fuenf-loesungs-vorschlaege-aus-dem-escape-room&amp;action_name=Das%20BCC-Problem%20der%20politischen%20Debatte%3A%20f%C3%BCnf%20L%C3%B6sungs-Vorschl%C3%A4ge%20aus%20dem%20Escape%20Room&amp;urlref=https%3A%2F%2Fwww.dirkvongehlen.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>Der Beitrag <a href="https://www.dirkvongehlen.de/politik/das-bcc-problem-der-politischen-debatte-fuenf-loesungs-vorschlaege-aus-dem-escape-room/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=das-bcc-problem-der-politischen-debatte-fuenf-loesungs-vorschlaege-aus-dem-escape-room">Das BCC-Problem der politischen Debatte: fünf Lösungs-Vorschläge aus dem Escape Room</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dirkvongehlen.de">Digitale Notizen ツ</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>KI schießt kopierte Tore</title>
		<link>https://www.dirkvongehlen.de/buch/ki-schiesst-kopierte-tore/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=ki-schiesst-kopierte-tore</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dirk von Gehlen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Oct 2026 20:19:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Pop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich vor fünfzehn Jahren das Buch &#8222;Mashup &#8211; Lob der Kopie&#8220; schrieb, wählte ich zum Einstieg die Geschichte einer besonderen Fußball-Kopie. Der damals noch sehr junge Leo Messi hatte weltweite Aufmerksamkeit auf sich gezogen, weil er ein Maradona-Tor &#8222;nachgemacht&#8220; hatte. Ihm war ein Treffer gelungen, der wie eine Kopie wirkte. Seit ein paar Tagen [&#8230;]<img src="/piwik/piwik.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.dirkvongehlen.de%2Fbuch%2Fki-schiesst-kopierte-tore%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Dki-schiesst-kopierte-tore&amp;action_name=KI%20schie%C3%9Ft%20kopierte%20Tore&amp;urlref=https%3A%2F%2Fwww.dirkvongehlen.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.dirkvongehlen.de/buch/ki-schiesst-kopierte-tore/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=ki-schiesst-kopierte-tore">KI schießt kopierte Tore</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dirkvongehlen.de">Digitale Notizen ツ</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Als ich vor fünfzehn Jahren das Buch &#8222;<a href="https://www.dirkvongehlen.de/mashup/">Mashup &#8211; Lob der Kopie</a>&#8220; schrieb, wählte ich zum Einstieg die Geschichte einer besonderen Fußball-Kopie. Der damals noch sehr junge <a href="https://www.youtube.com/watch?v=nXzXsdZJ5AQ">Leo Messi hatte weltweite Aufmerksamkeit auf sich gezogen, weil er ein Maradona-Tor &#8222;nachgemacht&#8220; hatte</a>. Ihm war ein Treffer gelungen, der wie eine Kopie wirkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit ein paar Tagen ist meine Timeline auf Instagram und Tiktok voll von anderen Tor-Kopien: KI erzeugte Imitationen berühmter Spielszenen. Dabei werden bekannte Tore mit anderen Figuren nachgebaut &#8211;<a href="https://www.instagram.com/reels/DeeUi3KtCrb/"> ältere Dame</a>n oder z.B. <a href="https://www.instagram.com/reels/DefPomFRH0e/">SpongeBob</a> umspielen dann plötzlich gegnerische Verteidiger und schieben den Ball ins Tor. Besonders populär ist <a href="https://www.instagram.com/p/DegwhUSNCeo/">ein zehn Jahre alter Spielzug von Mesut Özil</a>, der im Trikot von Arsenal London einen ikonischen Treffer erzielt hatte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Özil ging aber nicht nur damals sehr geschickt mit dem Ball um. Er beweist auch heute großes Geschick im Umgang mit den Kopien: Er hat selbst eine KI-Adaption veröffentlicht &#8211; als <a href="https://www.instagram.com/p/DeZSceRC3M0/">Owners Edition</a>. Denn urheberrechtlich kann Özil vermutlich weniger gegen die Imitationen unternehmen als die Verwerter der Fernsehbilder. Denn schon in <a href="https://www.dirkvongehlen.de/mashup/">Mashup</a> war ich der Frage nachgegangen, dass es nicht möglich ist, Urheberrecht auf einen Spielzug geltend zu machen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beispiele zeigen aber, welche Spielfreude durch KI und Kopien möglich werden kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mehr zum Thema Kopieren in meinem Newsletter <a href="https://steady.page/de/unkreativsein/newsletter/sign_up">Kopieren kapieren</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



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<p class="wp-block-paragraph"></p>
<img loading="lazy" decoding="async" src="/piwik/piwik.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.dirkvongehlen.de%2Fbuch%2Fki-schiesst-kopierte-tore%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Dki-schiesst-kopierte-tore&amp;action_name=KI%20schie%C3%9Ft%20kopierte%20Tore&amp;urlref=https%3A%2F%2Fwww.dirkvongehlen.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>Der Beitrag <a href="https://www.dirkvongehlen.de/buch/ki-schiesst-kopierte-tore/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=ki-schiesst-kopierte-tore">KI schießt kopierte Tore</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dirkvongehlen.de">Digitale Notizen ツ</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Waltern: Gebet des älter werdenden Menschen</title>
		<link>https://www.dirkvongehlen.de/ich/waltern-gebet-des-aelter-werdenden-menschen/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=waltern-gebet-des-aelter-werdenden-menschen</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dirk von Gehlen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Oct 2026 19:50:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DVG]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Morgenandacht]]></category>
		<category><![CDATA[Waltern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mein Freund Heiko hat den Begriff Waltern erfunden. Es ist ein Kofferwort für das leider nicht besonders häufig zu beobachtenden Phänomens des Alterns in Würde. Waltern ist also der Gegenentwurf zum ständigen Rechthaben und Rumnörgeln, das vor allem alte Männer zur Perfektion gebracht haben (wobei ich gestehe, dass hier durchaus eine Form der Gleichberechtigung im [&#8230;]<img src="/piwik/piwik.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.dirkvongehlen.de%2Fich%2Fwaltern-gebet-des-aelter-werdenden-menschen%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Dwaltern-gebet-des-aelter-werdenden-menschen&amp;action_name=Waltern%3A%20Gebet%20des%20%C3%A4lter%20werdenden%20Menschen&amp;urlref=https%3A%2F%2Fwww.dirkvongehlen.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.dirkvongehlen.de/ich/waltern-gebet-des-aelter-werdenden-menschen/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=waltern-gebet-des-aelter-werdenden-menschen">Waltern: Gebet des älter werdenden Menschen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dirkvongehlen.de">Digitale Notizen ツ</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Mein Freund <a href="https://bielinski.de">Heiko</a> hat den Begriff Waltern erfunden. Es ist ein Kofferwort für das leider nicht besonders häufig zu beobachtenden Phänomens des Alterns in Würde. Waltern ist also der Gegenentwurf zum ständigen Rechthaben und Rumnörgeln, das vor allem alte Männer zur Perfektion gebracht haben (wobei ich gestehe, dass hier durchaus eine Form der Gleichberechtigung im Beschmipfen junger Leute zu beobachten ist).</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Heute früh habe ich in der <a href="https://www.deutschlandfunk.de/erhalte-mich-liebenswert-100.html">Morgenandacht im Deutschlandfunk</a> von einem Text gehört, der sozusagen Waltern in Gedichtform ist. Das Gedicht wird Teresa von Avila zugeschrieben &#8211; und trägt den Titel „Gebet des älter werdenden Menschen“. Ich habe den Text im Netz gesucht und bin seitdem versucht, ihn auswendig zu lernen &#8211; und möglichst gelassen zu praktizieren.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Oh Herr, Du weißt besser als ich,&nbsp;<br />dass ich von Tag zu Tag älter und eines Tages alt sein werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bewahre mich vor der Einbildung,&nbsp;<br />bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erlöse mich von der großen Leidenschaft,&nbsp;<br />die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lehre mich,&nbsp;<br />nachdenklich aber nicht grüblerisch,&nbsp;<br />hilfreich aber nicht diktatorisch zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bewahre mich vor der Aufzählung endloser Einzelheiten&nbsp;<br />und verleihe mir Schwingen, zur Pointe zu gelangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lehre mich Schweigen über meine Krankheiten und Beschwerden. Sie nehmen zu, und die Lust, sie zu beschreiben, wächst von Jahr zu Jahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, mir die Krankheitsschilderungen anderer mit Freude anzuhören, aber lehre mich, sie geduldig zu ertragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lehre mich die wunderbare Weisheit, dass ich mich irren kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erhalte mich so liebenswert wie möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lehre mich,&nbsp;<br />an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken,&nbsp;<br />und verleihe mir o Herr, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen.&#8220;</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Das nächste Mal, wenn jemand über Boomer schmipfen möchte, werde ich sie oder ihn an dieses sehr alte Gedicht erinnern: Das Verhalten älter werdener Menschen scheint nichts mit Boomern im Speziellen zu tun zu haben ;-)</p>
<img loading="lazy" decoding="async" src="/piwik/piwik.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.dirkvongehlen.de%2Fich%2Fwaltern-gebet-des-aelter-werdenden-menschen%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Dwaltern-gebet-des-aelter-werdenden-menschen&amp;action_name=Waltern%3A%20Gebet%20des%20%C3%A4lter%20werdenden%20Menschen&amp;urlref=https%3A%2F%2Fwww.dirkvongehlen.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>Der Beitrag <a href="https://www.dirkvongehlen.de/ich/waltern-gebet-des-aelter-werdenden-menschen/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=waltern-gebet-des-aelter-werdenden-menschen">Waltern: Gebet des älter werdenden Menschen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dirkvongehlen.de">Digitale Notizen ツ</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Drei Argumente gegen das Eckpunkte-Papier der Bundesregierung zum Jugendschutz in der digitalen Welt</title>
		<link>https://www.dirkvongehlen.de/ich/drei-argumente-gegen-das-eckpunkte-papier-der-bundesregierung-zum/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=drei-argumente-gegen-das-eckpunkte-papier-der-bundesregierung-zum</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dirk von Gehlen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Oct 2026 18:25:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DVG]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Social-Media-Verbot]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Bundeskabinett hat in dieser Woche&#160;ein Eckpunktepapier verabschiedet, mit dem sie Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt fördern will. Ich halte das Papier für Augenwischerei &#8211; und für gefährlich. Eine ausführliche Begründung steht in meinem Buch&#160;“Social Media verbieten? Verboten”. Die Autor:innen&#160;des Eckpunkte-Papiers (PDF)&#160;wissen es selbst. Direkt auf der zweiten Seite schreiben sie:´ Die Umsetzung [&#8230;]<img src="/piwik/piwik.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.dirkvongehlen.de%2Fich%2Fdrei-argumente-gegen-das-eckpunkte-papier-der-bundesregierung-zum%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Ddrei-argumente-gegen-das-eckpunkte-papier-der-bundesregierung-zum&amp;action_name=Drei%20Argumente%20gegen%20das%20Eckpunkte-Papier%20der%20Bundesregierung%20zum%20Jugendschutz%20in%20der%20digitalen%20Welt&amp;urlref=https%3A%2F%2Fwww.dirkvongehlen.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.dirkvongehlen.de/ich/drei-argumente-gegen-das-eckpunkte-papier-der-bundesregierung-zum/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=drei-argumente-gegen-das-eckpunkte-papier-der-bundesregierung-zum">Drei Argumente gegen das Eckpunkte-Papier der Bundesregierung zum Jugendschutz in der digitalen Welt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dirkvongehlen.de">Digitale Notizen ツ</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Bundeskabinett hat in dieser Woche&nbsp;</em><a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/bundesregierung-beschliesst-eckpunkte-fuer-kinder-und-jugendmedienschutz-295778"><em>ein Eckpunktepapier verabschiedet</em></a><em>, mit dem sie Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt fördern will. Ich halte das Papier für Augenwischerei &#8211; und für gefährlich. Eine ausführliche Begründung steht in meinem Buch&nbsp;</em><a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/social-media-verbieten-verboten/"><em>“Social Media verbieten? Verboten”</em></a><em>.</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>


<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/37cd7677a42542d6816ca4be4db549f7" width="1" height="1" alt=""/>


<p class="wp-block-paragraph">Die Autor:innen&nbsp;<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/295776/a28602c770cd8fbbc19ed0f9989a1030/20261013-eckpunktepapier-kinder-und-jugendmedienschutz-data.pdf">des Eckpunkte-Papiers (PDF)</a>&nbsp;wissen es selbst. Direkt auf der zweiten Seite schreiben sie:´</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Die Umsetzung der nachfolgenden Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der jeweiligen Zuständigkeit und der verfügbaren Haushaltsmittel.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Sie hat kein Geld und es fällt nicht in ihren Zuständigkeitsbereich und doch erweckt die Bundesregierung mit dem Kabinettsbeschluss zum Kinder- und Jugendschutz den Eindruck von Tatkraft:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Das ist meiner Meinung nach angestoßen von einer großen Angst und Sorge, von sehr viel Meinung und Emotionen. Und von der Motivation, was zu tun und schnell eine Lösung zu finden. Und den Leuten auch was zu geben, also quasi ein bisschen zu zeigen: ›Wir sind in der Regierung, wir machen was. Wir setzen was um, und das hat Impact. Wir arbeiten jetzt an was, was euch alle beschäftigt. Und hier ist die vermeintliche Lösung dafür.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Mit diesen Worten beschreibt Hannes-Vincent Krause&nbsp;<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.frnd.de/2026/03/05/socialmedia2/">in einem Podcast</a>&nbsp;die Aktivitität, die die Politik beim Thema Social-Media-Verbot an den Tag legt. Es geht um den Eindruck von Tatkraft, um Showpolitik &#8211;&nbsp;<a target="_blank" rel="noopener" href="https://netzpolitik.org/2026/gefaehrlicher-kontrollzirkus-so-breit-ist-die-kritik-an-alterskontrollen-im-eu-kids-act/">der nahezu alle relevanten Verbände widersprechen</a>.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um eine Verbesserung der Verhältnisse geht es nicht. Im Gegenteil: Quasi nebenbei wird eine Überwachungs- und Zensurinfrastruktur aufgebaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb hier meine drei wichigsten Argumente gegen das Eckpunkte-Papier der Bundesregierung:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Social-Media-Nutzung unter 13 ist schon heute nicht erlaubt. Neu ist also nicht das Verbot: Neu ist, dass die Regierung von allen Daten sammeln will</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon heute ist die Nutzung von Plattformen wie Instagram oder Tiktok unter 13 nicht gestattet. In ihren Nutzungsbedingungen empfehlen die Angebote auch bei älteren Kindern und Jugendlichen die Nutzung im Austausch mit Eltern. Ob diese sich daran halten, überprüft niemand. Das will die Bundesregierung ändern und empfiehlt dafür einen verpflichtenden Altersnachweis. In der praktischen Umsetzung wird es zu einem Datengeschenk für die Plattformen kommen. Egal, wie der Altersnachweis (der übrigens für alle gelten wird) ausgestaltet sein wird: Der Deutsche Ethikrat warnt, dass auf diese Weise eine Zensurinfrastruktur aufgebaut wird.&nbsp;<a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/netz/social-media-verbot-als-gefahr-fuer-die-liberale-demokratie/">Oder ums es deutlicher zu formulieren</a>:&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Die Freiheit im 21. Jahrhundert wird nicht nur von organisierten rechtsextremen Autoritären bedroht, sondern auch von unorganisierten, unfähigen Gemäßigten, die keine Ahnung haben, was sie tun.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Wie wenig Ahnung sie haben, zeigen die Autor:innen des Papiers in den Details zur Altersverifikation, in denen sie erklären, dass die Altersverifikation “datensparsam” über ein EUDI-Wallet geschehen soll. Der Abschnitt endet mit dieser grotesken Einordnung:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Die Nutzung der Wallet ist für Bürgerinnen und Bürger freiwillig. Zudem dürfen sie bei Nichtnutzung in keiner Weise eingeschränkt oder benachteiligt werden (u.a. in ihrem Zugang zu privaten Dienste).</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Womit wir wieder bei der aktuellen Situation wären. Denn freiwillig ist die Nutzung ja heute schon verboten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für die Wirksamkeit eines Social-Media-Verbots für Kinder und Jugendliche gibt es keine wissenschaftliche Belege. Bauchgefühl sollte nicht Maßgabe staatlichen Handelns sein.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Maßgabe für das Handeln der Bundesregierung scheint in diesem Bereich das bloße Bauchgefühl älterer Menschen zu sein. Denn wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit des diskutierten Werkzeugs gibt es nicht. Niemand kann zeigen, dass ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche (egal welchen Alters) zu einer Verbesserung von Wohlbefinden oder gar Lesekompetenz führen würde. Es gibt diese Belege nicht, weil das Werkzeug bisher einzig in Australien eingesetzt wurde &#8211; mit enttäuschenden Ergebnissen. Das Bauchgefühl scheint hier aber so stark zu sein, dass der fehlende wissenschaftiche Beleg offenbar nicht stört.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es muss etwas getan werden &#8211; deshalb beschliesst das Kabinett etwas, wofür es nicht zuständig ist und wofür es auch kein Geld hat.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sündenbock-Politik ändert nichts an strukturellen Problemen. Wir müssen anfangen über Ziele zu sprechen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Papier erweckt den Eindruck, soziale Medien alleine seien der Grund für negative Folgen “<em>auf die körperliche und psychische Gesundheit, das<br />Wohlbefinden, die schulischen Leistungen und die sozialen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen</em>.” Diese monokausale Zuschreibung ist eine Form der Sündenbock-Politik, die Aufmerksamkeit auf ein Thema richtet &#8211; um davon abzulenken, dass politische Entscheidungen in anderen Bereichen falsch laufen. Gerade, wenn das Papier auf die schwindende Lesekompetenz unter Kinder und Jugendlichen hinweist, wird dies deutlich.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn niemand wird alleine dadurch (besser) lesen lernen, wenn sie oder er auf soziale Medien verzichtet. Leseförderung ist ein Ziel, das aktive Maßnahmen und Investitionen erfordert.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was besser helfen würde als das plakative Verbot mit seinen negativen Folgen, habe ich in in meinem Buch&nbsp;</em><a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.dirkvongehlen.de/social-media-verbieten-verboten/"><em>“Social Media verbieten? Verboten”</em></a><em>&nbsp;skizziert.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<img loading="lazy" decoding="async" src="/piwik/piwik.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.dirkvongehlen.de%2Fich%2Fdrei-argumente-gegen-das-eckpunkte-papier-der-bundesregierung-zum%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Ddrei-argumente-gegen-das-eckpunkte-papier-der-bundesregierung-zum&amp;action_name=Drei%20Argumente%20gegen%20das%20Eckpunkte-Papier%20der%20Bundesregierung%20zum%20Jugendschutz%20in%20der%20digitalen%20Welt&amp;urlref=https%3A%2F%2Fwww.dirkvongehlen.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>Der Beitrag <a href="https://www.dirkvongehlen.de/ich/drei-argumente-gegen-das-eckpunkte-papier-der-bundesregierung-zum/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=drei-argumente-gegen-das-eckpunkte-papier-der-bundesregierung-zum">Drei Argumente gegen das Eckpunkte-Papier der Bundesregierung zum Jugendschutz in der digitalen Welt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dirkvongehlen.de">Digitale Notizen ツ</a>.</p>
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