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	<title>dummyblog</title>
	
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	<description>Das Blog des Dummy-Magazins</description>
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		<title>Nicht so ein fauler Zauber wie BILD: MERLIN war Springers bestes Blatt (zum 100sten)</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Apr 2012 13:19:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Merlin]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Ende saß er in irgendwelchen Höhlen an der griechischen Küste und wartete auf die Erleuchtung. Die Ärzte, die ihn behandeln sollten, suchte er nach Empfehlung einer Wahrsagerin aus und nach der Konstellation der Sterne, die er durch eine große Kuppel auf dem &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/690/nicht-so-ein-fauler-zauber-wie-bild-axel-springers-merlin-zum-100sten/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_691" class="wp-caption alignleft" style="width: 322px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-18.png"><img class="size-medium wp-image-691" title="Bild 1" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-18-e1335444866120-312x480.png" alt="" width="312" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Das Schnarchen der Steine: Ausgabe 3 von Merlin</p></div>
<p>Am Ende saß er in irgendwelchen Höhlen an der griechischen Küste und wartete auf die Erleuchtung. Die Ärzte, die ihn behandeln sollten, suchte er nach Empfehlung einer Wahrsagerin aus und nach der Konstellation der Sterne, die er durch eine große Kuppel auf dem Dach seiner Villa auf der Insel Berlin-Schwanenwerder betrachten konnte. Möglich, dass er dadurch schneller starb, aber wahrscheinlich starb er gar nicht ungern. Denn wer hätte besser gewusst, dass es noch andere Dinge gibt als das Leben.</p>
<p>Es ist bekannt, dass der Verleger Axel Springer, dessen Geburtstag sich am 2. Mai zum hundertsten Mal jährt, gegen Ende seines Lebens zunehmend an externe Lenkungsmächte und astrale Phänomene glaubte. Wenig bekannt ist, dass Springer schon 1948 eine Zeitschrift veröffentlichte, die sich mit praktischem Okkultismus beschäftigte, mit „Grenzwissenschaften und Schicksalskunde“. Im selben Jahr also, als er dem Volk die HÖRZU schenkte mit dem ganz und gar außerirdischen Maskottchen „Mecki“. Damit verdiente er Geld, seine Leidenschaft aber galt dem Heft, das er nach einem Zauberer benannte: MERLIN.</p>
<p>„Unbekümmert bekannte sich der Verleger Axel Springer damals durch MERLIN zu seinem Interesse an Übersinnlichem und Esoterik, das ihm Jahrzehnte später seine Feinde gern ankreideten“, schrieb das Springer-Urgestein Claus Jacobi leicht indigniert in der Festschrift zum 50-jährigen Geburtstag des Verlages – nicht ohne triumphal anzumerken, dass Springers Gegner nie auf MERLIN gestoßen seien.</p>
<p>Das ist in der Tat schade, denn die Lektüre lohnt sich. „Alle Lebewesen schlafen, sogar die Pflanzen, wenn ihre Zeit gekommen ist. Vielleicht sogar die Steine; dass sie nachts nicht schnarchen, darf uns nicht verleiten anzunehmen, sie schliefen nicht.“ So schreibt in MERLIN Gustav Meyrink, der mit seinen Romanen „Der Golem“ und „Walpurgisnacht“ als Klassiker der phantastischen Literatur gilt – und der 1927 zum Mahajana-Buddhismus konvertierte.</p>
<p>Bei MERLIN gehörte Meyrink – wenngleich damals schon lange tot – zum festen Autorenstamm, und durfte dort noch einmal das Urerlebnis seiner Seherschaft für eine neue Leserschaft zum besten geben.  Eine andere Ausgabe von Springers MERLIN beschäftigt sich mit Aleister Crowley, der als Begründer des modernen Satanismus gilt und den aufgrund seiner streng christlich-sadistischen Erziehung schon in jungen Jahren eine gravierende Persönlichkeitsstörung ereilt haben soll. Und der ein Jahr vor der MERLIN-Premiere an seiner Heroinsucht gestorben war, sonst wäre er wohl Herausgeber geworden.</p>
<p>Nicht alles ist Spuk im wiedergelesenen MERLIN, zuweilen wirkt es mit seiner Begeisterung für Esoterik, Homöopathie und die meditativen Seiten des Buddhismus frischer als viele Springer-Blätter von heute. Wenngleich nicht weniger deutschtümelnd. Tatsächlich entsprach Springers Faible fürs Übersinnliche einer weit verbreiteten und ganz und gar deutschen Lust an einer Verzauberung der Welt. Schließlich fühlte sich schon Goethe zuweilen als Zauberer (eben als Merlin) und die Nazis, zu denen der junge Springer im Wichs des nationalsozialistischen Kraftfahrer-Korps ja auch mal gehörte, zeigten mit ihrer Lust an altgermanischen Sagen und der hypnotisierenden Wirkung von Fackelumzügen ein reges Interesse an der Erweiterung des Unterbewusstseins. Und die Vertreter der Außerparlamentarischen Opposition, die Springer durch seine Chefredakteure in die Hölle wünschte, waren gegen solche Anwandlungen sowieso nicht gefeit. Gegenüber „ekstatisch-spirituellen Gemeinschaftserlebnissen“, so gab Rainer Langhans einst zu Protokoll, sei selbst „wirklich guter Sex zu zweit ein Witz“. Langhans und Springer also vereint im Streben nach überirdischem Glück.</p>
<p>Leider ging MERLIN nach nur drei Ausgaben den Weg alles Irdischen. Mystisches fand sich aber auch in anderen Springer-Titeln, etwa im HAMBURGER ABENDBLATT, auf dessen allererster Titelseite 1946 eine Serie angekündigt wurde, die einem ebenfalls die Haare zu Berge stehen lassen konnte. Sie hieß „Hitler, Himmler und die Sterne“.</p>
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		<title>Pussy deluxe: »Zeit-Magazin« tischt Süßes auf</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 09:20:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpensionat]]></category>
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		<description><![CDATA[Man hat sich ja eigentlich damit abgefunden, dass das Überleben der einst großartigen Zeitungs-Supplements wie „Zeit-Magazin“, „SZ-Magazin“ oder dem „Magazin“ des Schweizer „Tagesanzeigers“ nur zum Preis etlicher Lifestyle-Ausgaben im Jahr zu haben ist: Man kann die Mode-, Uhren- und Design-Specials &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/678/pussy-deluxe-zeit-magazin-tischt-suses-auf/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_679" class="wp-caption alignleft" style="width: 157px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-6.png"><img class="size-full wp-image-682" title="Bild 6" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-6.png" alt="" width="147" height="195" /></a><p class="wp-caption-text">Süßes Gift der Dialektik: Aktuelles Cover</p></div>
<p>Man hat sich ja eigentlich damit abgefunden, dass das Überleben der einst großartigen Zeitungs-Supplements wie „Zeit-Magazin“, „SZ-Magazin“ oder dem „Magazin“ des Schweizer „Tagesanzeigers“ nur zum Preis etlicher Lifestyle-Ausgaben im Jahr zu haben ist: Man kann die Mode-, Uhren- und Design-Specials gar nicht mehr zählen, die den Anzeigenumsatz steigern sollen. Das Schlimme für den Leser ist nicht nur, dass ihm diese Art nicht gewollter  Hochglanzjournalismus zugemutet wird, sondern, dass auch noch so getan wird, als halte er jeweils ein ganz besonderes Heft in den Händen. Als hätte er nur auf das Uhren-Spezial  gewartet, in dem man kaum noch erkennen kann, was Werbung und was Redaktion ist.</p>
<p>Diese Form der Leser-Verachtung erfährt bei der „Zeit“ in dieser Woche einen neuen Höhepunkt – mit einem Magazin über süße Nachspeisen. Kein Witz. Das Supplement ist voller Rezepte etwa für Panna Cotta mit Basilikum („Was Einfaches nach dem Lunch“) oder Granita di Limone („Wenn man eigentlich satt ist“). Abgeschmeckt wird das alles mit Anzeigen für Siemens-Kochherde, Lavazza-Espresso, die Genuss-Region Österreich oder das Hanseatische Weinkontor.</p>
<p>Angesichts des Kätzchens auf dem Titel (Achtung Dialektik!) fragt man sich, ob das viele Zabaione allmählich die Blut-Hirn-Schranke in der „Zeit”-Redaktion überwunden hat. Und eigentlich auch: Ob`s das „Zeit-Magazin“ echt noch braucht, wenn es sich zunehmend den Anzeigenkunden anstatt den Lesern zuwendet: Mit PR-Interviews wie dem mit Heidi Klum? Mit Stil-Tipps zu Handtaschen und Sonnenbrillen? Mit der  Produktseite „Heiter bis glücklich“ und den Autotests der Redakteure. Den Martenstein könnte man vielleicht auch im Mutterblatt drucken. Gern als Nachtisch zum Rest.</p>
<p>PS: Habe eben das „SZ-Magazin“ von heute gelesen, Titelgeschichte ist eine Reportage aus Mogadischu. Ein spannendes, unglaublich aufwendig recherchiertes Stück mit großartigen Fotos, das zeigt, wie diese Hefte auch sein können.</p>
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		<title>Falsche Ideale</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 09:25:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medienpensionat]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Grade, als ich mit dem Fahrrad auf Weg in die Redaktion war, fiel mir an einer Ampel ein Plakat auf. Ich war zwar noch ziemlich müde, aber irgendwas kam mir an dieser Werbung des Unternehmens &#8220;Kik&#8221; so komisch vor, &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/662/falsche-ideale/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/KIK-726x1024.jpg"><img class="aligncenter  wp-image-663" title="KIK-726x1024" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/KIK-726x1024.jpg" alt="" width="147" height="216" /></a></p>
<p>Grade, als ich mit dem Fahrrad auf Weg in die Redaktion war, fiel mir an einer Ampel ein Plakat auf. Ich war zwar noch ziemlich müde, aber irgendwas kam mir an dieser Werbung des Unternehmens &#8220;Kik&#8221; so komisch vor, dass ich anhalten musste. Ich brauchte so ungefähr 30 Sekunden bis mir klar wurde, dass es der Spruch über dem T-Shirt der jungen Dame namens Viola P. war, die &#8211; angeblich &#8211; für den Textil-Ramscher arbeitet und so glücklich darüber ist, dass sie jetzt sogar ihre Schwester ins Unternehmen geholt hat. &#8220;Lieber echte Karriere, als falsche Ideale&#8221; stand da. &#8220;Echte Karriere&#8221; bei &#8220;Kik&#8221; ist ja schon eine etwas exotische Vorstellung. Aber falsche Ideale? Was meinen die damit bloß? Vielleicht das hier: Da gab es doch vor kurzem diesen erschütternden Dokumentarfilm des NDR, in dem die Autoren sehr präzise nachwiesen, wie übel das Unternehmen &#8220;Kik&#8221; (für das Verona Pooth mal warb oder vielleicht, zuzutrauen wäre es ihr ja, auch immer noch wirbt) seine Angestellten behandelt. In Bangladesh besuchten die Reporter ein todkrankes Kind, dessen Angehörige für &#8220;Kik&#8221; nähen und so schlecht bezahlt werden, dass sie sich keine medizinische Behandlung leisten können. Und auch in Deutschland, so deckte der NDR auf, mussten Frauen für 4,50 Euro die Stunde in zum Teil ungeheizten Räumen schuften. Sind das jetzt also die falschen Ideale, über die Viola P. für ihre &#8220;echte Karriere&#8221; hinwegsehen soll? Ich frage mich, wer sich diese hirnlose Image-Auffrischung ausgedacht hat. So eine zynische Anzeigenkampagne kann doch nicht ernsthaft die Reaktion auf die Enthüllungen des NDR sein. Oder doch? Wer denkt sich bitteschön so etwas aus? Ach ja, Werbeagenturen. Ich glaube, genau so was ist der Grund, warum ich nie, nie, nie in meinem Leben Werbung machen will.</p>
<p><a href="http://daserste.ndr.de/panorama/aktuell/panoramakik104.html">zur Doku </a></p>
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		<title>DUMMY bei Bojan eingetroffen</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Mar 2012 13:15:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Freut uns sehr, dass Bojan offenbar Spaß mit DUMMY &#8220;Geheimnisse&#8221; hat. Robert Felgentreu, der den Mann aus dem Wald für die aktuelle Ausgabe portraitiert hat, war so nett ihm ein Heft zu bringen. &#160; &#160; &#160;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bojan-Dummy1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-653" title="Bojan-Dummy" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bojan-Dummy1.jpg" alt="" width="720" height="960" /></a>Freut uns sehr, dass Bojan offenbar Spaß mit DUMMY &#8220;Geheimnisse&#8221; hat. Robert Felgentreu, der den Mann aus dem Wald für die aktuelle Ausgabe portraitiert hat, war so nett ihm ein Heft zu bringen.</p>
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		<title>Nichts zu verbergen</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Mar 2012 11:50:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; So, jetzt ist es also raus. Ab heute gibt es die neue Ausgabe am Kiosk für den absolut transparenten Preis von 6 Euro zu kaufen. DUMMY Geheimnisse ist garantiert frei von Verschwörungstheorien und auch auf Geheimschrift und sonstige Sperenzchen &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/642/nichts-zu-verbergen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/DUMMY34_cover.jpg"><img class="aligncenter  wp-image-645" title="DUMMY#34_cover" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/DUMMY34_cover.jpg" alt="" width="290" height="375" /></a></p>
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<p>So, jetzt ist es also raus. Ab heute gibt es die neue Ausgabe am Kiosk für den absolut transparenten Preis von 6 Euro zu kaufen. DUMMY Geheimnisse ist garantiert frei von Verschwörungstheorien und auch auf Geheimschrift und sonstige Sperenzchen haben wir verzichtet (obwohl, das müssen wir zugeben, wir schon mal in bierseliger Stimmung drüber gesprochen haben, den ein- oder anderen Text mit Zaubertinte oder in Spiegelschrift zu drucken). Dafür haben wir aber unter anderem einen Mann gefunden, der die Nazis mithilfe eines Reiseführers an der Nase herumführte, eine Frau, die drei Jahre lang tot vor dem Fernseher lag und Japaner, die es in den 1970er Jahren gerne in einem Park trieben. Gestaltet haben die Ausgabe dieses Mal Julia Vucovic und Giuseppe Vitucci, die sich trotz Erkältung und Internetzusammenbruch tapfer die Nächte in unserer Redaktion um die Ohren geschlagen haben. Dafür vielen Dank, und euch viel Spaß beim Lesen!</p>
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		<title>Pssst!</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 12:46:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[In der kommenden Woche erscheint endlich unsere neue Ausgabe zum Thema Geheimnisse. Wer schon vorher einen Blick ins Heft werfen will, dem sei die Magazin-Präsentation und Lesung empfohlen, die wir am 16.3. um 19h gemeinsam mit Do you read me &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/631/pssst/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/DUMMY34_cover-web.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-632" title="DUMMY34_cover-web" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/DUMMY34_cover-web-480x260.jpg" alt="" width="480" height="260" /></a>In der kommenden Woche erscheint endlich unsere neue Ausgabe zum Thema Geheimnisse. Wer schon vorher einen Blick ins Heft werfen will, dem sei die Magazin-Präsentation und Lesung empfohlen, die wir am 16.3. um 19h gemeinsam mit Do you read me machen werden. Das ganze findet wieder im Reading Room in der Potsdamer straße 98 in Berlin statt (da, wo&#8217;s letztes Mal so nett war). Wir lesen Geschichten über eine Frau, die kein Geheimnis für sich behalten kann, den niederländischen Premierminister, der skandalöserweise womöglich NICHT SCHWUL ist und einen Mann, der große Freude an Gummipuppen hat. Bis dahin, wir freuen uns auf euch!</p>
<p><a href="http://www.doyoureadme.de">www.doyoureadme.de</a></p>
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		<title>Klimadebatte à la ZEIT: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Feb 2012 12:10:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Sinn & Verstand]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Vahrenholt]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Neulich stand in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, dass die „Zeit“ mit ihren gefühligen Titelthemen immer stärker an Frauenzeitschriften gemahnt – wo ja durchaus was dran ist (was aber beim „Spiegel“ auch nicht sooo viel anders ist). Insofern war man diese &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/627/klimadebatte-a-la-zeit-wasch-mir-den-pelz-aber-mach-mich-nicht-nass/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_628" class="wp-caption aligncenter" style="width: 468px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-41.png"><img class="size-full wp-image-628" title="Bild 4" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-41.png" alt="" width="458" height="339" /></a><p class="wp-caption-text">Abwarten und Kaffee trinken: Aktuelle Zauder-»Zeit«</p></div>
<p>Neulich stand in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, dass die „Zeit“ mit ihren gefühligen Titelthemen immer stärker an Frauenzeitschriften gemahnt – wo ja durchaus was dran ist (was aber beim „Spiegel“ auch nicht sooo viel anders ist). Insofern war man diese Woche erfreut, dass sich die „Zeit“ des umkämpften Themas Klimawandel annahm – bzw. der halbseidenen Thesen des SPD- und RWE-Mannes Fritz Vahrenholt, der das CO2-Problem für vergleichsweise gering hält. In einer Woche, in der sich die „Bild“-Zeitung wie nicht anders zu erwarten besinnungslos zur Wiederkäuerin längst widerlegter Thesen macht, und der „Spiegel“ ein harmloses Interview mit Vahrenholt absondert, liest man in der „Zeit“ ein faktenreiches Stück, das Vahrenholt als das entlarvt was er ist: der Sarrazin der Klimadebatte.  „Vielflieger und Geländewagenfahrer werden Vahrenholts Buch &#8230; mit Begeisterung aufnehmen“, so die „Zeit“.</p>
<p>Seltsam nur, dass dieser eindeutige Verriss von Vahrenholts Buch und seine Enttarnung als Energiekonzern-gelenkter Scharlatan auf der Titelseite der „Zeit“ völlig negiert wird. Dort wird das Stück mit den Worten angekündigt: „Wird die Erde doch nicht wärmer? Die Wissenschaft warnt vor der Klimakatastrophe. Jetzt finden Skeptiker Gehör, die Entwarnung geben. In einigen Punkten haben sie recht. Aber ein Verharmlosung ist nicht zu verantworten.“  Da ist alles drin, nur keine entschiedene Haltung. Und es stellt sich doch akut die Frage, ob der Blattmacher das Stück der Kollegen aus dem Wissen-Ressort überhaupt gelesen hat, denn das liest sich ganz anders als dieses Wischi-Waschi auf der Titelseite. Die Punkte, bei denen Vahrenholt recht hat, muss irgendjemand rausredigiert haben.</p>
<p>Warum aber verzichtet die „Zeit“ darauf, eine starke, argumentativ belegte Meinung, die in dieser Woche eine herrliche Abwechslung zur medialen Indifferenz abgegeben hätte, auch auf der Titelseite zu präsentieren? Aus Angst, dass die von frauenmagaziniger Uneigentlichkeit sedierten Leser nicht zugreifen am Kiosk? Hoffnung, dass ein Rest politischer Inkorrektheit auf der Titelseite mehr Auflage bringt? Vorschlag für die nächste Titelzeile zum Thema: Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich`s Wetter oder es bleibt wie`s ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Nachwuchs bei DUMMY</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 12:30:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[  Die Redaktion und der Artdirektor Jindrich Novotny verkünden stolz: Vor wenigen Tagen hat unser jüngstes Heft in der Druckerei von Neef und Stumme das Licht der Welt erblickt! Es wiegt etwa 300 Gramm und erfreut sich bester Gesundheit. Natürlich &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/606/nachwuchs-bei-dummy/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"> <a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/001_Dummy33_Titel.jpg"><img class="size-medium wp-image-607 aligncenter" title="001_Dummy33_Titel" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/001_Dummy33_Titel-387x480.jpg" alt="" width="387" height="480" /></a></p>
<p>Die Redaktion und der Artdirektor Jindrich Novotny verkünden stolz: Vor wenigen Tagen hat unser jüngstes Heft in der Druckerei von Neef und Stumme das Licht der Welt erblickt! Es wiegt etwa 300 Gramm und erfreut sich bester Gesundheit. Natürlich ist es wunderschön. Dummy &#8220;Familie&#8221; liegt ab heute am Kiosk eures Vertrauens aus. Es enthält Geschichten über falsche Eltern, konservativen Nachwuchs, einen verwilderten Schrebergarten und einen Mann, der erst mit über 60 aus dem Haus seiner Mutter ausgezogen ist. Außerdem hat sich der Herausgeber in eine &#8220;Familienaufstellung&#8221; gewagt, wo man ihn mal so richtig schön in den Arm genommen hat (er schwärmt noch heute davon). Viel Spaß beim Lesen!</p>
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		<title>DUMMY in der Geschmacksrichtung Russisch Brot</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 13:27:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lange nichts losgewesen hier, was vor allem daran lag, dass wir viel gearbeitet haben. Es gilt auch eben die gute alte Facebook-Weisheit: wer ständig an seinem Auftritt bastelt, macht sich verdächtig. Wir haben die Zeit also genutzt und neben einem &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/599/dummy-adventlesung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Newsletter08-2011.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-600" title="Newsletter08-2011" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Newsletter08-2011.jpg" alt="" width="792" height="450" /></a>Lange nichts losgewesen hier, was vor allem daran lag, dass wir viel gearbeitet haben. Es gilt auch eben die gute alte Facebook-Weisheit: wer ständig an seinem Auftritt bastelt, macht sich verdächtig. Wir haben die Zeit also genutzt und neben einem neuen fluter-Magazin zum Thema Geld ein DUMMY Nr. 33 zum Thema Familie produziert, das hier in Kürze und am 4. Advent ab 16 Uhr im Leseraum von &#8220;do you read me&#8221; in der Potsdamer Straße vorgestellt wird. Dort lesen wir auch aus dem DUMMY-Buch, das ja nach wie vor ein schönes Geschenk zu Weihnachten ist.</p>
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		<title>Und noch ein Veranstaltungshinweis</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 07:01:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
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		<category><![CDATA[politische Kultur]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/320745_10150363685440908_218062590907_9914169_1406654150_n1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-580" title="320745_10150363685440908_218062590907_9914169_1406654150_n" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/320745_10150363685440908_218062590907_9914169_1406654150_n1-480x330.jpg" alt="" width="480" height="330" /></a></p>
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		<title>Gar nicht eklig – DUMMY Scheiße ist da!</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 11:44:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; Gab es so ein Heft eigentlich schon mal in Deutschland? Ein Magazin über Kacke? Wird Gruner und Jahr nachziehen? Haben wir da vielleicht eine Marktlücke entdeckt? Alles Fragen, die sich in den &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/568/gar-nicht-eklig-dummy-scheise-ist-da/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Foto-am-14-09-2011-um-13.06.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-570" title="Foto am 14-09-2011 um 13.06" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Foto-am-14-09-2011-um-13.06-480x360.jpg" alt="" width="480" height="360" /></a></p>
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<p>Gab es so ein Heft eigentlich schon mal in Deutschland? Ein Magazin über Kacke? Wird Gruner und Jahr nachziehen? Haben wir da vielleicht eine Marktlücke entdeckt? Alles Fragen, die sich in den nächsten Wochen klären werden. Grade ist das neue DUMMY von der Druckerei angeliefert worden. Dass es so appetitlich aussieht, haben wir den tollen Gestaltern dieser Ausgabe zu verdanken, und zwar Mara Hellmann, Maj Mlakar und Miriam Waszelewski. Das Heft enthält unter anderem Geschichten über eine Insel, die mit Vogelkot unfassbar reich wurde, einen berühmten Schauspieler, der sich in die Hose machte, zwei Männer, die indische Latrinenarbeiter befreien wollen und einen Guatemaltekischen Rapper, der in Deutschland festsitzt. Ab nächster Woche im Handel!</p>
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		<title>Wahlkampf in Berlin</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Sep 2011 10:29:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
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		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Roth]]></category>
		<category><![CDATA[Wowereit]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich weiss nicht, ob das nur mein subjektiver Eindruck ist, oder ob der Wahlkampf in Berlin dieses Jahr so langweilig ist wie schon lange nicht mehr. Mag daran liegen, dass die CDU, die traditionell für den Humor in der Hauptstadt &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/556/wahlkampf-in-berlin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;" align="center"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/73-Bitte-freimachen-Frankfurter-Allee-Berlin-Friedrichshain-26.-August-2011-1024x768.jpg"><img class="size-medium wp-image-557 aligncenter" title="73-Bitte-freimachen-Frankfurter-Allee-Berlin-Friedrichshain-26.-August-2011-1024x768" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/73-Bitte-freimachen-Frankfurter-Allee-Berlin-Friedrichshain-26.-August-2011-1024x768-480x360.jpg" alt="" width="480" height="360" /></a></p>
<p style="text-align: left;" align="center">Ich weiss nicht, ob das nur mein subjektiver Eindruck ist, oder ob der Wahlkampf in Berlin dieses Jahr so langweilig ist wie schon lange nicht mehr. Mag daran liegen, dass die CDU, die traditionell für den Humor in der Hauptstadt zuständig ist, ausnahmsweise keinen Teppich- und Tapetenverkäufer aus Friedrichshagen aufgestellt hat (der sich dann vor Eierwürfen auf dem Alexanderplatz hinter Edmund Stoiber verstecken kann), sondern einen Typen, den selbst seine politischen Gegner irgendwie ganz okay zu finden scheinen. Mag auch daran liegen, dass mittlerweile keiner mehr zu bezweifeln scheint, dass der alte auch der neue regierende Bürgermeister wird. Und auch dieser merkwürdige, gut zwei Meter große Piraten-Nerd, der seit ein paar Tagen den Menschen im Bio-Supermarkt bei mir um die Ecke auflauert und irgendwas vom Internet vor sich herbrabbelt, wirkt eher planlos als inspiriert. Vielleicht muss man einfach ein bisschen zurück in der Zeit gehen, um wieder Spaß am Wahlkampf in Berlin zu kriegen. Den folgenden Text hat der tolle Journalist und Säufer Joseph Roth 1924 für die Frankfurter Zeitung geschrieben. Vieles davon stimmt womöglich auch heute noch. Eine schöne Einstimmung auf die Wahl am kommenden Sonntag ist er allemal.</p>
<p align="center"><em>Joseph Roth: WAHLKAMPF IN BERLIN</em></p>
<p><em>Den kalten, präzisen Rhythmus dieser Stadt stört das „Wahlfieber“ nicht. Mögen die Litfaßsäulen die gedruckten Bekenntnisse der Parteien, die bewußt übertriebenen Versprechungen, die agitatorisch ausgebeuteten Weltanschauungen, die in farbiges Bild heimgekehrten Phrasen und Methaphern über die Straße rufen. Keinen einzigen sah ich, der Geduld, Zeit und Lust gehabt hätte, ein Programm zu lesen. Keinen, der nicht den erhaltenen Flugzettel sofort wieder flattern gelassen hätte. Vielleicht dringt nur ein sehr suggestives Bild von starker Plötzlichkeit in die Netzhaut dieses Menschentypus, der nur Arbeit kennt und Amüsement. Vielleicht ist dieser Fanatiker der Sachlichkeit, der Präzision, des Antifanatismus in seiner politischen Überzeugung so gefestigt, daß keine übereilige und in einer einzigen Woche gesteigerte, in Schlagworten und Litfaßsäulen, Reden und Mauerecken komprimierte Agitation ihn überzeugen kann. Der gerechte Beobachter muß allerdings feststellen, daß kein einziges der vielen Wahlbüros auch nur ein Zehntel jener suggestiven Phantasie aufgebracht hat, die in den Propaganda-Abteilungen der Fabriken, der Firmen, der Warenhäuser, der Modistinnen und der Schneiderateliers zu finden ist.</em></p>
<p><em>Die nüchterne Bürokratie der Berliner Wahlpropaganda aller Parteien beschränkt sich auf die alten, schlecht erprobten Mittel. Sie bedruckt lange Zettel aus grauem, porösem Papier mit kleiner Schrift, übrigens meist Frakturschrift, die ein amüsantes typographisches Bild ergibt. Aber nicht ein einziges dieser vielen vergeblich verschleuderten Worte springt aus den schwindelerregenden Zeilen als bannender, gellender, erschütternder optischer Schrei. So viele Parteien es gibt und sosehr manche sich anstrengen, die anderen als „undeutsch“ zu brandmarken – diese Propaganda beweist, wie sehr deutsch sie alle sind. Wie fremd allen zusammen die lauten Mittel der äußeren Wirksamkeit sind. Wie alle sich bemühen, mit redlicher Naivität durch eine minutiöse Erörterung der Grundsätze zu überzeugen und – zu langweilen. Und selbst in der Übertreibung bleibt jeder noch schüchtern. In der Lüge noch furchtsam. Man arbeitet mit dem schweren, pathetischen Rüstzeug der Ethik, wenigstens der landläufigen. Keine Flamme zuckt von den Wänden. Kein Schrei hallt von der Litfaßsäule. Die Ankündigungen der Varietés, der Kinos, das Selbstlob der Zigaretten, die Inbrunst der geschäftlichen Reklame, ihr nächtliches Feuer über den Dächern des Potsdamer Platzes ersticken, betäuben jeden politischen Schlacht­ruf in einer Flut von Licht und Schrei und Farbe. Die Maschinerie dieser halbamerikanischen Stadt bleibt präzise und verrichtet ihre tau­sendfältige, nüchterne Funktion ohne Leidenschaft, ohne auch nur von einem Hauch des politischen Kampfes gestreift zu werden.</em></p>
<p><em>In den Berliner Boulevardblättern lese ich krampfhafte Bemühungen der prinzipiellen Feuilletonisten, den „Wahlkampf“ zu schildern. Es ist, als beobachten sie die Phasen und Symptome der Wahlzeit durch ein stark vergrößerndes Teleskop und alles andere durch ein verklei­nerndes Glas. So besorgen sie einen Teil der Wahlbürogeschäfte, allerdings aller zugleich, und bauschen Auseinandersetzungen zu Weltkriegen auf. Wer diese Schilderungen liest und die Stadt nicht kennt, müßte glauben, daß sich in Berlin politische Wildwestkämpfe zwi­schen Rednern und Plakaten abspielen. In Wirklichkeit ist es gar nicht so. Ein paar halbwüchsige Jungen schleichen durch die Nächte als „Kleisterpatrouillen“, reißen Plakate herunter, kleben neue. Aber sie fallen nur dem suchenden Auge auf und verschwinden in der Menge der schleichenden Zuhälter, der aufgedonnerten Straßenmädchen, der liebehungrigen Spaziergänger, der torkelnden Betrunkenen. Der Be­trieb des „Verjnijens“, der rastlos und gutgeölte Mechanismus der „Sensation“, des „Amüsemangs“, des Spielklubs, der Nackttänze ab­sorbiert alle Kräfte des Wählers. Und nur am Vormittag in den ­Markthallen hörte ich die Frauen mit den Markttaschen politisieren. Zwischen den Gemüseständen entbrennt der Wahlkampf am hitzig­sten. Die Märkte sind die Wahlschlachtfelder Berlins. Es muß im Na­men der Wahrheit gesagt werden.</em></p>
<p><em>Allerdings ist am Potsdamer Platz ein deutsches Blätterwäldchen ge­pflanzt worden. Seine jungen Stämme heißen: „Völkischer Ratgeber“, „Kampfbund“, „Deutscher Ring“, „Deutsches Tageblatt“ und sind mit unvermeidlichen Hakenkreuzen versehen, die man heutzutage tief in alle Rinden einschneidet. Auf den Zeilen-Ästen zwitschern schwarz-weiß-rote Phrasen. Auf moosigem Feuilletongrund wuchert bläulich die Knopflochblume der Vereinsromantik. Hier sucht das wandernde Auge vergeblich nach einer Lichtung der Vernunft. Die pathetisch bemoosten Stämme lassen keinen frischen Windhauch eines Witzes durch. Man stolpert über ungrammatikalische, antigrammati­kalische Schlingpflanzen. Sprachliche Laster blühen in den gähnenden Schlünden der Leitartikel. Man hört das monotone Hacken des natio­nalistischen Buntspechts.</em></p>
<p><em>Aber diese Zeitungen finden nur Kolporteure. Und ich bin ihr einziger Käufer.</em></p>
<p><em>Nur an Sonntagen sieht man politische Wandervögel mit Sandalen, Knüppeln, Messern. In den Wäldern schlingen sie Reigen, schwärmen für die Natur und liefern einander Schlachten. Es ist eine seltsame, eine unverständliche Jugend. Sie leugnet Gott und betet zu Götzen. Sie übernimmt vom Heldentum den Blutrausch, aber nicht seine scheue Natur- und Herzensfrömmigkeit. Man kann sie auf den Bahnhöfen sehn, die blühenden, weizenblonden, jungen Mädchen, die zu Müttern bestimmt sind und sich zu politischen Furien entwickeln. Sie tragen entstellende Windjacken, breite Schöße und kurzgeschnittenes Haar. Sie schreiten mit unnatürlich breiten Marschschritten, gebärden sich lächerlich männisch, aber die Natur rächt sich, sobald sie „Heil!“ und „Pfui!“ schreien, und verleiht ihren Stimmen die abschreckende Grell­heit der Hysterie.</em></p>
<p>(gesammelte Texte von Roth sind übrigens bei KIWI erschienen)</p>
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		<title>8 Jahre Arbeit: Das DUMMY-BUCH ist da</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 14:52:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Ralf Grauel unterwegs mit einem romantisch veranlagten Exhibitionisten, Fabian Dietrich auf Tilidin durch Neukölln, Marc Fischer in der Schlange vor dem Berghain – der Panik spanischer Easyjet-Touristen auf der Spur. Bilder aus der Behindertendisko, von bitterlich Weinenden oder Jugendlichen auf &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/544/8-jahre-arbeit-das-dummy-buch-ist-da/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_545" class="wp-caption alignleft" style="width: 490px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/buchladen_klein_IMG_1402.jpg"><img class="size-medium wp-image-545" title="buchladen_klein_IMG_1402" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/buchladen_klein_IMG_1402-480x320.jpg" alt="" width="480" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Der DUMMY-Flagshipstore an der Torstraße in Berlin-Mitte</p></div>
<p>Ralf Grauel unterwegs mit einem romantisch veranlagten Exhibitionisten, Fabian Dietrich auf Tilidin durch Neukölln, Marc Fischer in der Schlange vor dem Berghain – der Panik spanischer Easyjet-Touristen auf der Spur. Bilder aus der Behindertendisko, von bitterlich Weinenden oder Jugendlichen auf Sauftour. Es gibt Geschichten in Wort und Bild, die müssen noch mal unter`s Volk. Vielleicht könnte man sich aus den DUMMY-Heften der vergangenen acht Jahre die unvergesslichsten Sachen ausschneiden und zu einem Super-DUMMY zusammenkleben&#8230; Das war so ungefähr der Gedanke hinter dem großen DUMMY-Buch, und schwanger gehen wir damit schon ziemlich lange. Aber immer kam irgendeine Heftproduktion dazwischen.</p>
<p><span><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-131.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-547" title="Bild 13" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-131-339x480.png" alt="" width="339" height="480" /></a>Nun haben wir es endlich gemacht: Das Beste und Schlimmste neu kompiliert, Texte und Fotostrecken ausgesucht und in elf neue  Kapitel von &#8220;Liebling&#8221; bis &#8220;Diktatoren&#8221; gepackt. Entstanden ist so ein schöner Wälzer zum schmökern, knautschen und stöbern. Erschienen ist er im Zürcher Verlag Kein &amp; Aber. Man bekommt das große DUMMY-Buch im Buchhandel (etwas abseits der Charlotte-Roche-Pyramiden) oder <a href="http://www.dummy-magazin.de/">hier</a>.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<img src="http://feeds.feedburner.com/~r/dummyblog/~4/mz9Xx37ZoV0" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Der ZEIT-Online-Totenrechner: 1500 deutsche Opfer in Norwegen</title>
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		<comments>http://blog.dummy-magazin.de/537/im-vatikan-nur-02-tote/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Jul 2011 15:06:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Sinn & Verstand]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit-Online]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; Für manche Journalisten ist es schwierig, zu schweigen, wenn man schweigen sollte. Deswegen passieren angesichts von unfassbaren Katastrophen auch immer wieder peinliche Artikel, die versuchen, Sprachlosigkeit mit viel zu &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/537/im-vatikan-nur-02-tote/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" width="472">
<tbody>
<tr>
<td width="472" valign="bottom">&nbsp;</p>
<div id="attachment_538" class="wp-caption alignleft" style="width: 483px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-17.png"><img class="size-full wp-image-538" title="Zeit-Oline" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-17.png" alt="Tot oder lebendig? ZEIT-Leser wissen mehr" width="473" height="425" /></a><p class="wp-caption-text">Tot oder lebendig? ZEIT-Leser wissen mehr</p></div>
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<p>Für manche Journalisten ist es schwierig, zu schweigen, wenn man schweigen sollte. Deswegen passieren angesichts von   unfassbaren Katastrophen auch immer wieder peinliche Artikel, die versuchen,   Sprachlosigkeit mit viel zu viel Sprache auszudrücken. Nach den Attentaten von Oslo <a title="Zeit" href=" http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-07/norwegen-attentat "> schrieb</a> Christoph Bertram auf ZEIT-online nun über die hohe Opferzahl: „Auf   Deutschland mit seinen 80 Millionen Menschen umgerechnet, würde dies fast   1500 Tote in einer Nacht bedeuten.“ Wieso bei der Umrechnung der   Opfer auf Deutschland aufhören? Viel eindrucksvollere Ergebnisse verspricht   der Vergleich mit China. 90 Norweger entsprechen 24000 Chinesen! Zur Hilfe   für die nächsten Artikel auf ZEIT-Online daher hier die ultimative   Umrechnungsliste:</p>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" width="180">
<tbody>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Vatikan</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">0,02</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Island</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">5</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Zypern</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">18</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Irland</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">90</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Norwegen</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">90</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Schweiz</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">145</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Ungarn</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">180</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Niederlande</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">290</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Afghanistan</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">540</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Großbritannien</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">1100</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Deutschland</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">1500</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Japan</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">2300</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Russland</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">2500</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Brasilien</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">3600</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">USA</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">5600</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Indien</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">21100</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">China</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">24000</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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		<item>
		<title>Betr.: DUMMY-Freiheit, Walter Schönauer, Lead Awards</title>
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		<comments>http://blog.dummy-magazin.de/530/betr-dummy-freiheit-walter-schonauer-lead-awards/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 19 Jun 2011 13:14:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Behindertenheft ist nun schon seit März draußen, aber irgendwie fiel es schwer, sich davon zu verabschieden. Es hat uns soviel Freude bereitet – allein schon durch die vielen positiven Reaktionen von behinderten Menschen. Nun ist aber das nächste Heft &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/530/betr-dummy-freiheit-walter-schonauer-lead-awards/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_531" class="wp-caption alignnone" style="width: 638px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/DUMMY31_cover.jpg"><img class="size-full wp-image-531" title="DUMMY31_cover" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/DUMMY31_cover.jpg" alt="Die Sonnenseite des pubertären amerikanischen Ultraliberalismus`" width="628" height="814" /></a><p class="wp-caption-text">Die Sonnenseite des amerikanischen Ultraliberalismus</p></div>
<p>Das Behindertenheft ist nun schon seit März draußen, aber irgendwie fiel es schwer, sich davon zu verabschieden. Es hat uns soviel Freude bereitet – allein schon durch die vielen positiven Reaktionen von behinderten Menschen. Nun ist aber das nächste Heft fertig und liegt ab morgen am Kiosk (und bei den Abonnenten schon längst im Briefkasten). Es handelt von der Freiheit. Verglichen mit vielen anderen Staaten leben wir ja in einer freien, demokratischen Wohlstandsgesellschaft. Und dennoch würde niemand auf die Idee kommen, uns als freie Menschen zu bezeichnen. Im Gegenteil: Auch in einem freien Land leben wir unter vielfältigen Zwängen. Das fängt schon damit an, dass viele Menschen ihre Arbeit als Fron erleben und nichts mehr als das Wochenende herbeisehnen. Sie unterdrücken ihre wahren Wünsche, um den familiären Frieden nicht zu gefährden. Eltern kujonieren ihre Kinder, damit die möglichst rasch Karriere machen, Politiker tun vor allem kurzfristig das, was ihnen langfristig nutzt und nicht der Gesellschaft. Und wir alle sind abhängig vom weitgehend unregulierten Agieren der Manager großer Konzerne, die Umwelt- und Finanzkatastrophen auslösen, die die Menschen in ihrer Entfaltung beschneiden.</p>
<p>Aber etwas ist anders geworden: Die Bevormundung wird zunehmend weniger hingenommen. Viele Menschen gehen auf die Straße gegen politische Entscheidungen, sie organisieren im Internet den Boykott von verantwortungslosen Firmen und entlarven gefälschte Doktorarbeiten. Man sollte das Momentum, das von Bürgerprotesten und Revolutionen ausgeht, auch im Kleinen nutzen – und jeden Tag zu einem Befreiungsschlag ausholen: Wenn man sieht, wie erstrebenswert vielen der Zustand ständiger Erreichbarkeit per Telefon, Mail oder SMS zu sein scheint, dann möchte man zu einem handyfreien Tag aufrufen, an den sich ein Tag ohne Youtube oder Google anschließt.</p>
<p><span>Unser Artdirektor Walter Schönauer (der schon in den 80ern &#8220;Tempo&#8221; und danach Magazine wie &#8220;Arch+&#8221; und &#8220;Vanity Fair&#8221; gestaltet hat und mittlerweile etliche schöne Bücher wir Moritz von Uslars &#8220;Deutschboden&#8221;) hat uns das mit dem handyfreien Tag schon mal vorgemacht – so selten war er erreichbar. Das Resultat spricht für die These, dass in der Ruhe die Kraft liegt.</span></p>
<p><span>PS: Vor mittlerweile fast zwei Wochen sind wir in Hamburg beim Lead Award ausgezeichnet worden. Es gab Gold für die Fotos aus dem Amsterdamer Polizeiarchiv (erschienen in <a href="http://www.dummy-magazin.de/issues/27-Polizei">DUMMY-Polizei</a> (Nr.27), Bronze für die Hobo-Fotos von Mike Brodie (im <a href="http://www.dummy-magazin.de/issues/28-Jugend">DUMMY-Jugend</a> (Nr.28)) und drei weitere Auszeichnungen – u.a. für das Penisnasencover der Jugendausgabe. Vielen Dank!</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>So lebendig wie kein anderer, und jetzt einfach tot: Punkmarc</title>
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		<comments>http://blog.dummy-magazin.de/526/so-lebendig-wie-kein-anderer-und-jetzt-einfach-tot-punkmarc/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 08 Apr 2011 07:39:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Fischer]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe von Marc Fischers Tod auf der Straße erfahren. Am Dienstag – von einem Typ, der ein bisschen smalltalk machen wollte. Der erzählte, dass er gerade einen Büroraum sucht, wie er die Party am Samstag fand, auf der wir &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/526/so-lebendig-wie-kein-anderer-und-jetzt-einfach-tot-punkmarc/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe von Marc Fischers Tod auf der Straße erfahren. Am Dienstag – von einem Typ, der ein bisschen smalltalk machen wollte. Der erzählte, dass er gerade einen Büroraum sucht, wie er die Party am Samstag fand, auf der wir beide waren, und dass er sich jetzt i-pad-Applications ausdenkt. Und dann fragte er, ob ich das schon gehört habe – von diesem Journalisten: Marc Fischer. Ich dachte kurz: Was kommt denn jetzt? Hat Marc Krebs? Und dann sagte der Typ einfach: Marc ist tot.<br />
Es war eine Anekdote unter vielen, und der Typ meinte es ja nicht böse, er kannte Marc auch nicht. Aber leider hat mich diese schnöde Art, von Marcs Tod zu erfahren, noch mehr erschüttert. Seitdem denke ich jedes Mal dasselbe: Marc ist tot. Echt? Ja. Warum? Warum nicht. Weil der Tod noch gar nicht zu Marc passte. Und so geht das Stunden weiter. Und wenn man mal ein paar Stunden nicht an Marcs Tod denkt, geht es wieder von vorn los. Als erzählte mir dieser Typ auf der Straße jeden Tag ganz beiläufig davon.<br />
Marc hat gar nicht so viel für uns geschrieben. Das ging auch gar nicht, weil ihn ja fast alle im Blatt haben wollten. Aber alles, was er für uns gemacht hat, kann ich nacherzählen. Es war getragen von einem selten genauen und liebevollen Blick auf die Menschen – gerade auf die, die andere keines Blickes würdigen. So ging er nicht ins Berghain rein, sondern in die Schlange davor, um die Angst der spanischen Touristen zu beschreiben, die Party ihres Lebens zu verpassen. Er interviewte keinen Prominenten, sondern eine 15-Jährige, die er halt kannte. Oder seinen Vater, den ehemaligen Polizisten. Man schlug ihm Themen vor, bei denen andere gefragt hätten, wer das denn lesen wolle. Und er sagte nur: Mach ich, digger. Und dann machte er. Und dann kam ein Text von dieser so rührend beständigen aol-Adresse namens „punkmarc“, bei dem man nach dem letzten Satz Tränen vor Rührung in den Augen hatte. Auch noch beim zehnten Mal lesen.</p>
<p>Und jetzt weiß ich es auch: Es ist so komisch, dass Marc tot ist, weil er immer viel lebendiger war als die meisten anderen: Gerade war er noch auf der Suche nach einem verloren gegangenen Touristen, da war er schon wieder selber weg – turnte mit den Yes Men durch New York oder mit seinen Torpedo-Boyz auf einer Kreuzberger Bühne herum. Man lud ihn auf eine Party ein, aber er weilte (wie er schrieb) „leider (zum Glück) in Asien“. Er machte selber eine Party und schrieb jedem seinen eigenen, persönlichen Dresscode vor. Soviel Mühe hat er sich mit den Menschen gegeben.<br />
Zuletzt hat er für uns <a href="http://www.fluter.de/heftpdf/issue98/artikel9283/pdf_article9283.pdf">ein Stück über einen richtigen Rechthaber</a> (im fluter zum Thema „Recht“) geschrieben. Den Vater einer ehemaligen Freundin, der ihn als Teenager ständig mit Gesinnungsfragen nervte und sein Verliebtsein erschwerte. Selbst den hat er irgendwann mögen gelernt. Man liest diesen typischen Marc-Text, der so voller Humor, Versöhnlichkeit, scharfer Beobachtung und ohne Zynismus ist. Und dann denkt man wieder von vorn: Der tot?<br />
Marc hat auch mal einen Freund beschrieben, der einfach zu schnell und irgendwann weg war. Wie jetzt Marc. Marc, der auch sehr schnell war. Mal hier und mal da. Vielleicht passt es ja auch.</p>
<p>Oliver Gehrs</p>
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		<title>Das Dummy-Syndrom</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 07:31:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>

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		<description><![CDATA[Als hätten wir es gewusst: Das neue DUMMY-Magazin erschien am Weltdownsyndromtag, wie der Blog der Initiative &#8220;46plus Down-Syndrom-Stuttgart e.V.&#8221; vermerkt. Auf dessen Website kann man auch Bilder aus dem neuen &#8220;Eltern family&#8221; sehen. Die Zeitschrift hat unser Covermädchen Tamara zu &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/520/das-dummy-syndrom/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-16.png"><img src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-16.png" alt="" title="Bild 1" width="404" height="179" class="alignnone size-full wp-image-521" /></a><br />
Als hätten wir es gewusst: Das neue DUMMY-Magazin erschien am Weltdownsyndromtag, wie der Blog der Initiative <a href="http://www.46plus.de/blog/">&#8220;46plus Down-Syndrom-Stuttgart e.V.&#8221;</a> vermerkt. Auf dessen Website kann man auch Bilder aus dem neuen &#8220;Eltern family&#8221; sehen. Die Zeitschrift hat unser Covermädchen Tamara zu einem shooting in Paris begleitet. Bleibt nur zu hoffen, dass Heidi Klum nichts merkt.</p>
<img src="http://feeds.feedburner.com/~r/dummyblog/~4/heNHEDJM6ng" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Mongos und Spastis … (ab Montag gibt`s das neue DUMMY)</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Mar 2011 12:23:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blattmachen]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderte]]></category>
		<category><![CDATA[DUMMY]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;davon gab es damals jede Menge auf dem Schulhof. Denn jeder, der einen nervte, wurde kurzerhand so tituliert. Natürlich war das überhaupt nicht bös´ gemeint oder gar diskriminierend – so, wie ja auch die Schüler von heute auf keinen Fall homophob &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/514/mongos-und-spastis-ab-montag-gibts-das-neue-dummy/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: 16px; line-height: 24px;"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/DUMMY_30_Cover.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-515" title="DUMMY_30_Cover" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/DUMMY_30_Cover.jpg" alt="" width="457" height="591" /></a></span></span></div>
<div><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/DUMMY_30_Cover.jpg"></a>&#8230;davon gab es damals jede Menge auf dem Schulhof. Denn jeder, der einen nervte, wurde kurzerhand so tituliert. Natürlich war das überhaupt nicht bös´ gemeint oder gar diskriminierend – so, wie ja auch die Schüler von heute auf keinen Fall homophob sind, die das Wort schwul als Allzweckbegriff für alles Schlechte benutzen. Was an dieser salomonischen Sichtweise stimmt, ist sicherlich, dass es den meisten Menschen egal ist, welche Minderheit sie gerade als Schimpfwort im Munde führen. Was bleibt, ist der empathielose Umgang mit Menschen, die anders sind.</div>
<div><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: 16px; line-height: 24px;">Bei kaum einem anderen Thema herrscht eine so große emotionale Indifferenz wie im Umgang mit Behinderten: Wohin soll man schauen, was darf man sagen, wann soll man helfen? Das liegt auch daran, dass wir kaum noch mit behinderten Menschen in Berührung kommen. Man hat sie nämlich größtenteils abgeschoben – in eine am Stadtrand liegende Versorgungswelt voller automatischer Schiebetüren, Fahrdienste, Ergotherapie-Pools und vor allem: anderer Behinderter. Viel Geld ist seit den sechziger Jahren in dieses Paralleluniversum gesteckt worden – man würde sich wünschen, ein bisschen was davon wäre auch in die Bemühungen geflossen, behinderte Menschen nicht nur unter sich zu lassen, sondern sie zu integrieren. Stattdessen ist die Anzahl von Integrationsschulen immer noch beschämend klein, die von Politikern angeblich angestrebte »Inklusion« eine Chimäre. Dabei lautet die Frage ja nicht nur, ob Behinderte ein Recht auf ein Leben mit Nichtbehinderten haben, sondern ob wir vermeintlich Gesunden nicht umgekehrt auch ein Recht auf den Umgang mit behinderten Menschen haben.Auch die Behindertenverbände haben nicht viel dazu beigetragen, dass das Verhältnis zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen normaler wird – durch das Aufstellen mannigfacher Denkverbote und immer neuer Regeln, was man sagen und tun darf. Schon wenn man von Behinderten spricht, erntet man hochgezogene Augenbrauen – man muss »behinderte Menschen« sagen. In solchen Haarspaltereien erschöpft sich ein Diskurs, bevor er richtig begonnen hat. Aber wer mag schon darüber streiten, ob man Blindheit nicht auch als »visuelle Herausforderung« schönreden kann. Als wir vor Jahren einen Workshop im wendländischen Trebel besuchten, bei dem Behinderte mit Prostituierten schliefen und darüber ganz ohne Sozialkitsch berichteten, gab es einen Aufschrei von den selbsternannten Berufsbehinderten, die dieses Thema mit oligopolistischer Hybris behandeln.</p>
<p>Wir haben mit der neuen DUMMY-Ausgabe versucht, das zu tun, was viel zu selten passiert: mit den Behinderten zu sprechen, sie zu fragen, sie anzuschauen, und uns dabei auf den gesunden Menschenverstand und unsere Empathie zu verlassen, die zusammen vielleicht einen besseren Weg weisen als die Leitplanken der politischen Korrektheit. Dieser Weg hat uns zu einem Mann geführt, der in einen See sprang und querschnittsgelähmt wieder rauskam. Wir haben ein richtiges Ekel besucht, das seinen Rollstuhl dazu benutzt, noch ekliger zu sein. Wir sind in eine Behindertendisco gegangen und haben uns besser amüsiert als in den Szeneläden von Berlin. Vielleicht kann man es so sagen: Wir haben versucht, dass sich die Leser durch die neue Ausgabe als publizistisch herausgefordert ansehen können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p></span></span></div>
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		<item>
		<title>Ich glaube, es hat gehackt: Zur Rückkehr unseres Blogs</title>
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		<comments>http://blog.dummy-magazin.de/507/ich-glaube-es-hat-gehackt-zur-ruckkehr-unseres-blogs/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 09:20:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Atom]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderte]]></category>
		<category><![CDATA[SZ]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich glaube, es hackt. So hatte Judith Holofernes reagiert, als sie von der Werbeagentur Jung von Matt gefragt wurde, ob sie Lust hätte, für die Bild-Zeitung Werbung zu machen – wie Till Schweiger oder Alice Schwarzer. Für ihre klare Absage &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/507/ich-glaube-es-hat-gehackt-zur-ruckkehr-unseres-blogs/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_508" class="wp-caption alignleft" style="width: 490px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Das-Schaf-und-der-Schlächter.jpg"><img class="size-medium wp-image-508" title="Don´t be so sheep: Unlängst in der DUMMY-Redaktion" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Das-Schaf-und-der-Schlächter-e1300182452470-480x358.jpg" alt="Don´t be so sheep: Unlängst in der DUMMY-Redaktion" width="480" height="358" /></a><p class="wp-caption-text">In der DUMMY-Redaktion </p></div>
<p>Ich glaube, es hackt. So hatte Judith Holofernes reagiert, als sie von der Werbeagentur Jung von Matt gefragt wurde, ob sie Lust hätte, für die Bild-Zeitung Werbung zu machen – wie Till Schweiger oder Alice Schwarzer. Für ihre klare Absage wurde Holofernes von der Süddeutschen Zeitung (genauer: von der jungkonservativen Schreibkraft Marc-Felix Serrao)  kritisiert. Es sind halt interessante Zeiten.</p>
<p>Auch bei uns hat es gehackt, bzw. jemand hat vor einigen Wochen kurzerhand dieses Blog lahmgelegt. Und wir Internetanalphabeten wussten gar nicht, wie man diesen Angriff zu bewerten hatte. War das möglicherweise eine große Ehre? Fand da jemand unsere Texte so subversiv, dass er sie einfach mal unbrauchbar gemacht hat? Oder geschieht das Hacken heutzutage eher so im Vorbeisurfen? Wir stecken ja nicht so drin – und waren erstaunt und erfreut, als sich unsere Artikel irgendwo in den Weiten des Netzes wiederfanden. Es kann also von neuem losgehen.</p>
<p>In der Abwesenheit unseres Blogs ist ja so einiges passiert, und angesichts der Lage in Japan wünscht man sich ja fast schon die Zeiten zurück, als K.T. zu Guttenberg die Schlagzeilen beherrschte. Hier sei auch nur noch kurz an die moralische Verwirrung von »Zeit«-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo erinnert, der sich wenige Tage vor Guttenbergs Abgang gegen dessen Rücktritt ausgesprochen hatte.</p>
<p>Und nun also wieder die Atomkraft, gegen die plötzlich alle sind – selbst die, die vor anderthalb Jahren noch brav CDU und FDP gewählt haben, obwohl man ja wissen konnte, dass diese Parteien gegen alle Sicherheitsbedenken und für alle Lobbyisten auf die alten Meiler setzen. Erdbeben von dem Ausmaß wie in Japan gibt es hier zwar nicht, aber bunkerbrechende Waffen, um die Knusperhüllen von Krümmel und Brokdorf zu durchbrechen, schon. Die Kraftwerke Biblis A, Brunsbüttel und Philippsburg 1 sind sogar nur für den Absturz eines Sportflugzeugs ausgelegt. Schade, dass es so viele Menshen immer erst kapieren, wenn es ein riesiges Unglück gibt.</p>
<p>Wir haben die Zeit während des erzwungenen Blog-Moratoriums genutzt und uns um das nächste DUMMY-Heft zum Thema »Behinderte« gekümmert, das nächsten Montag an die Kioske kommt. Außerdem haben wir Rosenmontag gefeiert und das Atom-DUMMY neu aufgelegt, das man <a href="http://www.dummy-magazin.de/issues/24-Atom">hier bestellen</a> kann.</p>
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		<item>
		<title>Mehr Lust bitte! (Der Sex ist zu schade, um ihn »Bild« zu überlassen)</title>
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		<comments>http://blog.dummy-magazin.de/487/mehr-sex-bitte-in-seriosen-medien/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 04 Jan 2011 09:19:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Jasmin]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Stern]]></category>
		<category><![CDATA[twen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie wir aus dem Kolportage-Roman »Der Baader-Meinhof-Komplex« wissen, muss Andreas Baader ja ziemlich notgeil gewesen sein. Zuletzt sah man ihn in der Bernd-Eichinger-Verfilmung, wie er auf einem Flachdach in Nahost lümmelt und den verklemmten Arabern die Parole »schießen ist ficken« &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/487/mehr-sex-bitte-in-seriosen-medien/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_488" class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Foto-142.jpg"><img class="size-medium wp-image-488 " title="Schön war die Zeit: Zeitschrift von gestern" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Foto-142-480x360.jpg" alt="Schön war die Zeit: Zeitschrift von gestern" width="480" height="360" /></a><p class="wp-caption-text">Schön war die Zeit: Zeitschrift von gestern</p></div>
<p>Wie wir aus dem Kolportage-Roman »Der Baader-Meinhof-Komplex« wissen, muss Andreas Baader ja ziemlich notgeil gewesen sein. Zuletzt sah man ihn in der Bernd-Eichinger-Verfilmung, wie er auf einem Flachdach in Nahost lümmelt und den verklemmten Arabern die Parole »schießen ist ficken« entgegenruft, wozu die mitgereisten Groupies anzüglich lächeln. Tatsächlich fragte die Zeitschrift »konkret« damals zeitgleich zu Baaders Schießübungen, ob ihre Leser »an Geschlechtsverkehr denken, wenn sie ein Gewehr sehen«. Die gegenseitige Befruchtung zwischen Stadtguerilla und linker Kampfpresse funktionierte also vor rund 40 Jahren ganz gut, wobei es die RAF in der Rückschau mit der sexuellen Befreiung und der Emanzipation wesentlich ernster meinte als die Journalisten. Während die Frauen bei den Terroristen in Minirock und hohen Stiefeln die Kommandoebene entern durften, schrieb Ulrike Meinhof bei »konkret« redlich gegen das Abgleiten des Blattes ins Erotomanische an, das Verleger Klaus-Rainer Röhl und sein Musterschüler Stefan Aust fleißig betrieben.</p>
<p>Meinhof hatte früh das Programm durchschaut, auf das der gewiefte 68er-Verleger setzte: In einer Zeit, in der die Auflösung des Intimbereichs und die Befreiung der Sexualität als Teil des politischen Kampfes galten, ließ sich mit der Verquickung von Sex und linker Publizistik ordentlich Auflage machen. Zumal man auch in solchen Kommunen, wo die Schlafzimmer- und Toilettentüren aus den Angeln gehoben wurden, gar nicht soviel Sex hatte, wie man vorgab, befreien zu wollen. Da kamen die Bildchen in »konkret«, den »St.Pauli-Nachrichten« und »Pardon« gerade recht. Was aber nicht heißen soll, dass die gesellschaftspolitische Betrachtung der Sexualität nicht doch zu medialen Höhenflügen geführt hätte – verglichen mit der heute grassierenden Mischung aus Prüderie und dem manischen Gebrauch von Fachbegriffen aus dem Pornobusiness. Das war schon alles mindestens drei Klassen besser und aufgeklärter. »Jasmin« zum Beispiel die »Zeitschrift für das Leben zu zweit«, die in München von Textchef Will Tremper und einer ganzen Reihe von ähnlich absurd hoch bezahlten Könnern  gemacht wurde, besuchte eben nicht nur die tollen Männer, sondern vor allem deren frustrierte Ehefrauen und gab Tipps für Seitensprünge. Wenige Seiten weiter flog man mit Farah Diba im Hubschrauber über Teheran und lästerte über den asexuellen Schah. Auch in »twen« wurden die Leser nicht nur als politische, sondern auch als sexuelle Wesen wahrgenommen. Mit dem typografischen Weichzeichner schuf man hier ein fast bisexuelles Miteinander, zu dem auch fremde Völker per Fotoreportage eingeladen waren. Und selten war eine Schwangere als Covermodell erotischer als die heutige Frau von Wolfram Siebeck.</p>
<p>Heute ist die Nacktheit in den Medien leider die Domäne von »Bild« und den spießigen Männermagazinen, die jede Pro-7-Moderatorin, die nicht bei drei im Dschungelcamp ist, halb nackt aufs Cover bannen. Man hat sich alle Sinnlichkeit von den publizistischen Proleten wie dem Ehepaar Diekmann austreiben lassen, deren Maulhurentruppen den Ton unter der Gürtellinie angeben. Und die linke Presse? Der »Spiegel« lässt sich vom Apple-Zensor noch den kleinsten entblößten Busen aus der i-pad-Version operieren und beim »Stern« kommen Nackte vor allem im Wissenschaftsteil vor – auch gern mit Pfeilen und Strichen versehen.  Selten war die Öffentlichkeit so unsexy, so aufgetunt bei gleichzeitiger Abwesenheit jeglicher sexueller Spannung. Und das schlägt sich auch in den seriöseren Massenmedien wieder, wo der erotische Höhepunkt darin besteht, dass der Starfotograf Jürgen Teller seinen Anus in den Selbstauslöser hält.</p>
<p>Wenn man diese Leser-Vergewaltigung mit der emphatischen Zielgruppenansprache Ende der 60er-Jahre vergleicht, könnte man vor lauter Sentimentalität heulen. Die letzten Aufbäumenden wider die Primitivierung eines Themas, das doch als treibender Moment der Gesellschaft behandelt werden sollte und nicht nur als Mittel zur Triebbefriedigung, sind durch die Debatte um den Missbrauch im linken Pädagogen-Milieu weiter in die Defensive geraten. Denn die, die schon immer geahnt haben, dass man Kinder besser mit Strichmännchen aufklärt, als mit den schönen Schwarz-Weiß-Fotos von Will McBride aufklärt, haben sich bitter gerecht, in dem man die 68er gleich mal in einen Topf mit pädophilen Pfarrern schmiss. Diese Art Höchststrafe kann schon mal zu Schreibblockaden führen oder zu fortgesetzter Lustlosigkeit beim Blattmachen. Die Angst geht um, es sich mit den Lesern zu verscherzen, wenn man denn das Thema Sex einmal weniger technoid, sondern frugaler angeht. Vielleicht liegt die Absenz des Sujets jenseits der Boulevardpresse aber auch daran, dass die zuständigen Redakteure ein Kleinfamilienleben führen, in dem eben dieser Sex kaum noch vorkommt.</p>
<p>Die alte BRD war ein Land, in dem man nie gegen etwas demonstrieren musste – also auch nicht für die sexuelle Befreiung (und wahrscheinlich auch nicht dagegen, dass Vergewaltigung in der Ehe erst seit 2004 ein Offizialdelikt ist). Diese Überzeugung von Angela Merkel teilen heute anscheinend auch die meisten Herausgeber und Chefredakteure. Denn die Liberalisierung in den Köpfen und in den Hosen, die ihre Vorgänger Ende der 60er und in den 70er-Jahren erwirkten, haben sie längst revidiert. Völlig lustlos, versteht sich.</p>
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