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	<description>Das Blog des Dummy-Magazins</description>
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		<title>Spiegel enthüllt: Neuer Mann vor allem bei DUMMY</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 10:59:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine spannende Frage ist das, ob die Männer von heute zu weich sind, zu vollbärtig, zu häufig Strickjacke tragen, zu oft &#8220;lieber nicht&#8221; denken. Erst gab es dazu einen Essay in der Zeit, dann kam am Montag die Replik im &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/615/spiegel-enthullt-neuer-mann-vor-allem-bei-dummy/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_616" class="wp-caption aligncenter" style="width: 425px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-4.png"><img class="size-full wp-image-616" title="Bild 4" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-4-e1326797366983.png" alt="" width="415" height="313" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Bild von einem Anti-Desperado: Autor Denk, DUMMY-Chef Fabian Dietrich (2mal)</p></div>
<p>Eine spannende Frage ist das, ob die Männer von heute zu weich sind, zu vollbärtig, zu häufig Strickjacke tragen, zu oft &#8220;lieber nicht&#8221; denken. Erst gab es dazu <a href="http://ninapauer.wordpress.com/2012/01/06/die-schmerzensmanner/">einen Essay in der Zeit</a>, dann kam am Montag die Replik im <em>Spiegel</em>. Dort ist der Tenor: Der neue Mann ist okay, bzw.: die Frauen, die jahrelang Verständnis statt machohaftes Bestürmen wollten, sind selber schuld an der neuen Weichheit und sollten sich doch freuen, dass ihnen niemand mehr mit Schweißgeruch ungelenke Küsse und machohafte Sprüche aufdrängt. Und was der <em>Spiegel</em> ebenfalls erstaunlicherweise offenlegt: Der neue Mann scheint sein natürliches Habitat in der DUMMY-Redaktion zu haben, denn auf den Bildern, die man zum Essay präsentiert, sind ausschließlich gute alte Bekannte: Gleich zweimal ist DUMMY-Chefredakteur Fabian Dietrich zu sehen – einmal mit stilsicher entbrandeter Rayban-Brille, einmal mit DUMMY-Autor Felix Denk, dem er in einer für den neuen soften Mann typisch fürsorglichen Art einen Kopfhörer überstülpt, um ihm Einblick in seinen musikalischen Gefühlshaushalt zu geben.</p>
<div id="attachment_617" class="wp-caption aligncenter" style="width: 605px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-5.png"><img class="size-full wp-image-617" title="Bild 5" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-5.png" alt="" width="595" height="266" /></a><p class="wp-caption-text">Harmoniesucht, kaum verschleiert: Minke, Brüggemann, Röder</p></div>
<p>Bei den anderen Prototypen handelt es sich um William Minke, der gerade im DUMMY-Buch ein wunderschönes Foto von gestrigen Männern veröffentlichte, die einer Japanerin auf der Sexmesse in den Schritt stieren, und um die beiden Fotografen Julian Röder und Jörg Brüggemann, denen wir diverse einfühlsame Fotostrecken verdanken. Lesen Sie also im nächsten DUMMY (Geheimnisse): warum die Frauen in der Redaktion den neuen Mann lieben, wie sich der Chefredakteur auf der Metaebene zurechtfindet und woher Jörg Brüggemann seine Ringelpullover bezieht.</p>
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		<title>Nachwuchs bei DUMMY</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 12:30:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[  Die Redaktion und der Artdirektor Jindrich Novotny verkünden stolz: Vor wenigen Tagen hat unser jüngstes Heft in der Druckerei von Neef und Stumme das Licht der Welt erblickt! Es wiegt etwa 300 Gramm und erfreut sich bester Gesundheit. Natürlich &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/606/nachwuchs-bei-dummy/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"> <a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/001_Dummy33_Titel.jpg"><img class="size-medium wp-image-607 aligncenter" title="001_Dummy33_Titel" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/001_Dummy33_Titel-387x480.jpg" alt="" width="387" height="480" /></a></p>
<p>Die Redaktion und der Artdirektor Jindrich Novotny verkünden stolz: Vor wenigen Tagen hat unser jüngstes Heft in der Druckerei von Neef und Stumme das Licht der Welt erblickt! Es wiegt etwa 300 Gramm und erfreut sich bester Gesundheit. Natürlich ist es wunderschön. Dummy &#8220;Familie&#8221; liegt ab heute am Kiosk eures Vertrauens aus. Es enthält Geschichten über falsche Eltern, konservativen Nachwuchs, einen verwilderten Schrebergarten und einen Mann, der erst mit über 60 aus dem Haus seiner Mutter ausgezogen ist. Außerdem hat sich der Herausgeber in eine &#8220;Familienaufstellung&#8221; gewagt, wo man ihn mal so richtig schön in den Arm genommen hat (er schwärmt noch heute davon). Viel Spaß beim Lesen!</p>
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		<title>DUMMY in der Geschmacksrichtung Russisch Brot</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 13:27:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Lange nichts losgewesen hier, was vor allem daran lag, dass wir viel gearbeitet haben. Es gilt auch eben die gute alte Facebook-Weisheit: wer ständig an seinem Auftritt bastelt, macht sich verdächtig. Wir haben die Zeit also genutzt und neben einem &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/599/dummy-adventlesung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Newsletter08-2011.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-600" title="Newsletter08-2011" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Newsletter08-2011.jpg" alt="" width="792" height="450" /></a>Lange nichts losgewesen hier, was vor allem daran lag, dass wir viel gearbeitet haben. Es gilt auch eben die gute alte Facebook-Weisheit: wer ständig an seinem Auftritt bastelt, macht sich verdächtig. Wir haben die Zeit also genutzt und neben einem neuen fluter-Magazin zum Thema Geld ein DUMMY Nr. 33 zum Thema Familie produziert, das hier in Kürze und am 4. Advent ab 16 Uhr im Leseraum von &#8220;do you read me&#8221; in der Potsdamer Straße vorgestellt wird. Dort lesen wir auch aus dem DUMMY-Buch, das ja nach wie vor ein schönes Geschenk zu Weihnachten ist.</p>
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		<title>Und noch ein Veranstaltungshinweis</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 07:01:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
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		<category><![CDATA[politische Kultur]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/320745_10150363685440908_218062590907_9914169_1406654150_n1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-580" title="320745_10150363685440908_218062590907_9914169_1406654150_n" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/320745_10150363685440908_218062590907_9914169_1406654150_n1-480x330.jpg" alt="" width="480" height="330" /></a></p>
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		<title>Gar nicht eklig &#8211; DUMMY Scheiße ist da!</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 11:44:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; Gab es so ein Heft eigentlich schon mal in Deutschland? Ein Magazin über Kacke? Wird Gruner und Jahr nachziehen? Haben wir da vielleicht eine Marktlücke entdeckt? Alles Fragen, die sich in den &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/568/gar-nicht-eklig-dummy-scheise-ist-da/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Foto-am-14-09-2011-um-13.06.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-570" title="Foto am 14-09-2011 um 13.06" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Foto-am-14-09-2011-um-13.06-480x360.jpg" alt="" width="480" height="360" /></a></p>
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<p>Gab es so ein Heft eigentlich schon mal in Deutschland? Ein Magazin über Kacke? Wird Gruner und Jahr nachziehen? Haben wir da vielleicht eine Marktlücke entdeckt? Alles Fragen, die sich in den nächsten Wochen klären werden. Grade ist das neue DUMMY von der Druckerei angeliefert worden. Dass es so appetitlich aussieht, haben wir den tollen Gestaltern dieser Ausgabe zu verdanken, und zwar Mara Hellmann, Maj Mlakar und Miriam Waszelewski. Das Heft enthält unter anderem Geschichten über eine Insel, die mit Vogelkot unfassbar reich wurde, einen berühmten Schauspieler, der sich in die Hose machte, zwei Männer, die indische Latrinenarbeiter befreien wollen und einen Guatemaltekischen Rapper, der in Deutschland festsitzt. Ab nächster Woche im Handel!</p>
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		<title>Wahlkampf in Berlin</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/556/wahlkampf-in-berlin/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Sep 2011 10:29:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich weiss nicht, ob das nur mein subjektiver Eindruck ist, oder ob der Wahlkampf in Berlin dieses Jahr so langweilig ist wie schon lange nicht mehr. Mag daran liegen, dass die CDU, die traditionell für den Humor in der Hauptstadt &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/556/wahlkampf-in-berlin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;" align="center"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/73-Bitte-freimachen-Frankfurter-Allee-Berlin-Friedrichshain-26.-August-2011-1024x768.jpg"><img class="size-medium wp-image-557 aligncenter" title="73-Bitte-freimachen-Frankfurter-Allee-Berlin-Friedrichshain-26.-August-2011-1024x768" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/73-Bitte-freimachen-Frankfurter-Allee-Berlin-Friedrichshain-26.-August-2011-1024x768-480x360.jpg" alt="" width="480" height="360" /></a></p>
<p style="text-align: left;" align="center">Ich weiss nicht, ob das nur mein subjektiver Eindruck ist, oder ob der Wahlkampf in Berlin dieses Jahr so langweilig ist wie schon lange nicht mehr. Mag daran liegen, dass die CDU, die traditionell für den Humor in der Hauptstadt zuständig ist, ausnahmsweise keinen Teppich- und Tapetenverkäufer aus Friedrichshagen aufgestellt hat (der sich dann vor Eierwürfen auf dem Alexanderplatz hinter Edmund Stoiber verstecken kann), sondern einen Typen, den selbst seine politischen Gegner irgendwie ganz okay zu finden scheinen. Mag auch daran liegen, dass mittlerweile keiner mehr zu bezweifeln scheint, dass der alte auch der neue regierende Bürgermeister wird. Und auch dieser merkwürdige, gut zwei Meter große Piraten-Nerd, der seit ein paar Tagen den Menschen im Bio-Supermarkt bei mir um die Ecke auflauert und irgendwas vom Internet vor sich herbrabbelt, wirkt eher planlos als inspiriert. Vielleicht muss man einfach ein bisschen zurück in der Zeit gehen, um wieder Spaß am Wahlkampf in Berlin zu kriegen. Den folgenden Text hat der tolle Journalist und Säufer Joseph Roth 1924 für die Frankfurter Zeitung geschrieben. Vieles davon stimmt womöglich auch heute noch. Eine schöne Einstimmung auf die Wahl am kommenden Sonntag ist er allemal.</p>
<p align="center"><em>Joseph Roth: WAHLKAMPF IN BERLIN</em></p>
<p><em>Den kalten, präzisen Rhythmus dieser Stadt stört das „Wahlfieber“ nicht. Mögen die Litfaßsäulen die gedruckten Bekenntnisse der Parteien, die bewußt übertriebenen Versprechungen, die agitatorisch ausgebeuteten Weltanschauungen, die in farbiges Bild heimgekehrten Phrasen und Methaphern über die Straße rufen. Keinen einzigen sah ich, der Geduld, Zeit und Lust gehabt hätte, ein Programm zu lesen. Keinen, der nicht den erhaltenen Flugzettel sofort wieder flattern gelassen hätte. Vielleicht dringt nur ein sehr suggestives Bild von starker Plötzlichkeit in die Netzhaut dieses Menschentypus, der nur Arbeit kennt und Amüsement. Vielleicht ist dieser Fanatiker der Sachlichkeit, der Präzision, des Antifanatismus in seiner politischen Überzeugung so gefestigt, daß keine übereilige und in einer einzigen Woche gesteigerte, in Schlagworten und Litfaßsäulen, Reden und Mauerecken komprimierte Agitation ihn überzeugen kann. Der gerechte Beobachter muß allerdings feststellen, daß kein einziges der vielen Wahlbüros auch nur ein Zehntel jener suggestiven Phantasie aufgebracht hat, die in den Propaganda-Abteilungen der Fabriken, der Firmen, der Warenhäuser, der Modistinnen und der Schneiderateliers zu finden ist.</em></p>
<p><em>Die nüchterne Bürokratie der Berliner Wahlpropaganda aller Parteien beschränkt sich auf die alten, schlecht erprobten Mittel. Sie bedruckt lange Zettel aus grauem, porösem Papier mit kleiner Schrift, übrigens meist Frakturschrift, die ein amüsantes typographisches Bild ergibt. Aber nicht ein einziges dieser vielen vergeblich verschleuderten Worte springt aus den schwindelerregenden Zeilen als bannender, gellender, erschütternder optischer Schrei. So viele Parteien es gibt und sosehr manche sich anstrengen, die anderen als „undeutsch“ zu brandmarken – diese Propaganda beweist, wie sehr deutsch sie alle sind. Wie fremd allen zusammen die lauten Mittel der äußeren Wirksamkeit sind. Wie alle sich bemühen, mit redlicher Naivität durch eine minutiöse Erörterung der Grundsätze zu überzeugen und – zu langweilen. Und selbst in der Übertreibung bleibt jeder noch schüchtern. In der Lüge noch furchtsam. Man arbeitet mit dem schweren, pathetischen Rüstzeug der Ethik, wenigstens der landläufigen. Keine Flamme zuckt von den Wänden. Kein Schrei hallt von der Litfaßsäule. Die Ankündigungen der Varietés, der Kinos, das Selbstlob der Zigaretten, die Inbrunst der geschäftlichen Reklame, ihr nächtliches Feuer über den Dächern des Potsdamer Platzes ersticken, betäuben jeden politischen Schlacht­ruf in einer Flut von Licht und Schrei und Farbe. Die Maschinerie dieser halbamerikanischen Stadt bleibt präzise und verrichtet ihre tau­sendfältige, nüchterne Funktion ohne Leidenschaft, ohne auch nur von einem Hauch des politischen Kampfes gestreift zu werden.</em></p>
<p><em>In den Berliner Boulevardblättern lese ich krampfhafte Bemühungen der prinzipiellen Feuilletonisten, den „Wahlkampf“ zu schildern. Es ist, als beobachten sie die Phasen und Symptome der Wahlzeit durch ein stark vergrößerndes Teleskop und alles andere durch ein verklei­nerndes Glas. So besorgen sie einen Teil der Wahlbürogeschäfte, allerdings aller zugleich, und bauschen Auseinandersetzungen zu Weltkriegen auf. Wer diese Schilderungen liest und die Stadt nicht kennt, müßte glauben, daß sich in Berlin politische Wildwestkämpfe zwi­schen Rednern und Plakaten abspielen. In Wirklichkeit ist es gar nicht so. Ein paar halbwüchsige Jungen schleichen durch die Nächte als „Kleisterpatrouillen“, reißen Plakate herunter, kleben neue. Aber sie fallen nur dem suchenden Auge auf und verschwinden in der Menge der schleichenden Zuhälter, der aufgedonnerten Straßenmädchen, der liebehungrigen Spaziergänger, der torkelnden Betrunkenen. Der Be­trieb des „Verjnijens“, der rastlos und gutgeölte Mechanismus der „Sensation“, des „Amüsemangs“, des Spielklubs, der Nackttänze ab­sorbiert alle Kräfte des Wählers. Und nur am Vormittag in den ­Markthallen hörte ich die Frauen mit den Markttaschen politisieren. Zwischen den Gemüseständen entbrennt der Wahlkampf am hitzig­sten. Die Märkte sind die Wahlschlachtfelder Berlins. Es muß im Na­men der Wahrheit gesagt werden.</em></p>
<p><em>Allerdings ist am Potsdamer Platz ein deutsches Blätterwäldchen ge­pflanzt worden. Seine jungen Stämme heißen: „Völkischer Ratgeber“, „Kampfbund“, „Deutscher Ring“, „Deutsches Tageblatt“ und sind mit unvermeidlichen Hakenkreuzen versehen, die man heutzutage tief in alle Rinden einschneidet. Auf den Zeilen-Ästen zwitschern schwarz-weiß-rote Phrasen. Auf moosigem Feuilletongrund wuchert bläulich die Knopflochblume der Vereinsromantik. Hier sucht das wandernde Auge vergeblich nach einer Lichtung der Vernunft. Die pathetisch bemoosten Stämme lassen keinen frischen Windhauch eines Witzes durch. Man stolpert über ungrammatikalische, antigrammati­kalische Schlingpflanzen. Sprachliche Laster blühen in den gähnenden Schlünden der Leitartikel. Man hört das monotone Hacken des natio­nalistischen Buntspechts.</em></p>
<p><em>Aber diese Zeitungen finden nur Kolporteure. Und ich bin ihr einziger Käufer.</em></p>
<p><em>Nur an Sonntagen sieht man politische Wandervögel mit Sandalen, Knüppeln, Messern. In den Wäldern schlingen sie Reigen, schwärmen für die Natur und liefern einander Schlachten. Es ist eine seltsame, eine unverständliche Jugend. Sie leugnet Gott und betet zu Götzen. Sie übernimmt vom Heldentum den Blutrausch, aber nicht seine scheue Natur- und Herzensfrömmigkeit. Man kann sie auf den Bahnhöfen sehn, die blühenden, weizenblonden, jungen Mädchen, die zu Müttern bestimmt sind und sich zu politischen Furien entwickeln. Sie tragen entstellende Windjacken, breite Schöße und kurzgeschnittenes Haar. Sie schreiten mit unnatürlich breiten Marschschritten, gebärden sich lächerlich männisch, aber die Natur rächt sich, sobald sie „Heil!“ und „Pfui!“ schreien, und verleiht ihren Stimmen die abschreckende Grell­heit der Hysterie.</em></p>
<p>(gesammelte Texte von Roth sind übrigens bei KIWI erschienen)</p>
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		<title>8 Jahre Arbeit: Das DUMMY-BUCH ist da</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 14:52:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Ralf Grauel unterwegs mit einem romantisch veranlagten Exhibitionisten, Fabian Dietrich auf Tilidin durch Neukölln, Marc Fischer in der Schlange vor dem Berghain – der Panik spanischer Easyjet-Touristen auf der Spur. Bilder aus der Behindertendisko, von bitterlich Weinenden oder Jugendlichen auf &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/544/8-jahre-arbeit-das-dummy-buch-ist-da/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_545" class="wp-caption alignleft" style="width: 490px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/buchladen_klein_IMG_1402.jpg"><img class="size-medium wp-image-545" title="buchladen_klein_IMG_1402" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/buchladen_klein_IMG_1402-480x320.jpg" alt="" width="480" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Der DUMMY-Flagshipstore an der Torstraße in Berlin-Mitte</p></div>
<p>Ralf Grauel unterwegs mit einem romantisch veranlagten Exhibitionisten, Fabian Dietrich auf Tilidin durch Neukölln, Marc Fischer in der Schlange vor dem Berghain – der Panik spanischer Easyjet-Touristen auf der Spur. Bilder aus der Behindertendisko, von bitterlich Weinenden oder Jugendlichen auf Sauftour. Es gibt Geschichten in Wort und Bild, die müssen noch mal unter`s Volk. Vielleicht könnte man sich aus den DUMMY-Heften der vergangenen acht Jahre die unvergesslichsten Sachen ausschneiden und zu einem Super-DUMMY zusammenkleben&#8230; Das war so ungefähr der Gedanke hinter dem großen DUMMY-Buch, und schwanger gehen wir damit schon ziemlich lange. Aber immer kam irgendeine Heftproduktion dazwischen.</p>
<p><span><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-131.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-547" title="Bild 13" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-131-339x480.png" alt="" width="339" height="480" /></a>Nun haben wir es endlich gemacht: Das Beste und Schlimmste neu kompiliert, Texte und Fotostrecken ausgesucht und in elf neue  Kapitel von &#8220;Liebling&#8221; bis &#8220;Diktatoren&#8221; gepackt. Entstanden ist so ein schöner Wälzer zum schmökern, knautschen und stöbern. Erschienen ist er im Zürcher Verlag Kein &amp; Aber. Man bekommt das große DUMMY-Buch im Buchhandel (etwas abseits der Charlotte-Roche-Pyramiden) oder <a href="http://www.dummy-magazin.de/">hier</a>.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Der ZEIT-Online-Totenrechner: 1500 deutsche Opfer in Norwegen</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jul 2011 15:06:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Sinn & Verstand]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit-Online]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.dummy-magazin.de/?p=537</guid>
		<description><![CDATA[&#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; Für manche Journalisten ist es schwierig, zu schweigen, wenn man schweigen sollte. Deswegen passieren angesichts von unfassbaren Katastrophen auch immer wieder peinliche Artikel, die versuchen, Sprachlosigkeit mit viel zu &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/537/im-vatikan-nur-02-tote/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" width="472">
<tbody>
<tr>
<td width="472" valign="bottom">&nbsp;</p>
<div id="attachment_538" class="wp-caption alignleft" style="width: 483px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-17.png"><img class="size-full wp-image-538" title="Zeit-Oline" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-17.png" alt="Tot oder lebendig? ZEIT-Leser wissen mehr" width="473" height="425" /></a><p class="wp-caption-text">Tot oder lebendig? ZEIT-Leser wissen mehr</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Für manche Journalisten ist es schwierig, zu schweigen, wenn man schweigen sollte. Deswegen passieren angesichts von   unfassbaren Katastrophen auch immer wieder peinliche Artikel, die versuchen,   Sprachlosigkeit mit viel zu viel Sprache auszudrücken. Nach den Attentaten von Oslo <a title="Zeit" href=" http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-07/norwegen-attentat "> schrieb</a> Christoph Bertram auf ZEIT-online nun über die hohe Opferzahl: „Auf   Deutschland mit seinen 80 Millionen Menschen umgerechnet, würde dies fast   1500 Tote in einer Nacht bedeuten.“ Wieso bei der Umrechnung der   Opfer auf Deutschland aufhören? Viel eindrucksvollere Ergebnisse verspricht   der Vergleich mit China. 90 Norweger entsprechen 24000 Chinesen! Zur Hilfe   für die nächsten Artikel auf ZEIT-Online daher hier die ultimative   Umrechnungsliste:</p>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" width="180">
<tbody>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Vatikan</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">0,02</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Island</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">5</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Zypern</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">18</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Irland</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">90</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Norwegen</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">90</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Schweiz</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">145</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Ungarn</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">180</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Niederlande</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">290</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Afghanistan</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">540</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Großbritannien</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">1100</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Deutschland</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">1500</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Japan</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">2300</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Russland</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">2500</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Brasilien</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">3600</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">USA</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">5600</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">Indien</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">21100</td>
</tr>
<tr>
<td width="60" valign="bottom">China</td>
<td width="60" valign="bottom"></td>
<td width="60" valign="bottom">24000</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Betr.: DUMMY-Freiheit, Walter Schönauer, Lead Awards</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/530/betr-dummy-freiheit-walter-schonauer-lead-awards/</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Jun 2011 13:14:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Behindertenheft ist nun schon seit März draußen, aber irgendwie fiel es schwer, sich davon zu verabschieden. Es hat uns soviel Freude bereitet – allein schon durch die vielen positiven Reaktionen von behinderten Menschen. Nun ist aber das nächste Heft &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/530/betr-dummy-freiheit-walter-schonauer-lead-awards/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_531" class="wp-caption alignnone" style="width: 638px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/DUMMY31_cover.jpg"><img class="size-full wp-image-531" title="DUMMY31_cover" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/DUMMY31_cover.jpg" alt="Die Sonnenseite des pubertären amerikanischen Ultraliberalismus`" width="628" height="814" /></a><p class="wp-caption-text">Die Sonnenseite des amerikanischen Ultraliberalismus</p></div>
<p>Das Behindertenheft ist nun schon seit März draußen, aber irgendwie fiel es schwer, sich davon zu verabschieden. Es hat uns soviel Freude bereitet – allein schon durch die vielen positiven Reaktionen von behinderten Menschen. Nun ist aber das nächste Heft fertig und liegt ab morgen am Kiosk (und bei den Abonnenten schon längst im Briefkasten). Es handelt von der Freiheit. Verglichen mit vielen anderen Staaten leben wir ja in einer freien, demokratischen Wohlstandsgesellschaft. Und dennoch würde niemand auf die Idee kommen, uns als freie Menschen zu bezeichnen. Im Gegenteil: Auch in einem freien Land leben wir unter vielfältigen Zwängen. Das fängt schon damit an, dass viele Menschen ihre Arbeit als Fron erleben und nichts mehr als das Wochenende herbeisehnen. Sie unterdrücken ihre wahren Wünsche, um den familiären Frieden nicht zu gefährden. Eltern kujonieren ihre Kinder, damit die möglichst rasch Karriere machen, Politiker tun vor allem kurzfristig das, was ihnen langfristig nutzt und nicht der Gesellschaft. Und wir alle sind abhängig vom weitgehend unregulierten Agieren der Manager großer Konzerne, die Umwelt- und Finanzkatastrophen auslösen, die die Menschen in ihrer Entfaltung beschneiden.</p>
<p>Aber etwas ist anders geworden: Die Bevormundung wird zunehmend weniger hingenommen. Viele Menschen gehen auf die Straße gegen politische Entscheidungen, sie organisieren im Internet den Boykott von verantwortungslosen Firmen und entlarven gefälschte Doktorarbeiten. Man sollte das Momentum, das von Bürgerprotesten und Revolutionen ausgeht, auch im Kleinen nutzen – und jeden Tag zu einem Befreiungsschlag ausholen: Wenn man sieht, wie erstrebenswert vielen der Zustand ständiger Erreichbarkeit per Telefon, Mail oder SMS zu sein scheint, dann möchte man zu einem handyfreien Tag aufrufen, an den sich ein Tag ohne Youtube oder Google anschließt.</p>
<p><span>Unser Artdirektor Walter Schönauer (der schon in den 80ern &#8220;Tempo&#8221; und danach Magazine wie &#8220;Arch+&#8221; und &#8220;Vanity Fair&#8221; gestaltet hat und mittlerweile etliche schöne Bücher wir Moritz von Uslars &#8220;Deutschboden&#8221;) hat uns das mit dem handyfreien Tag schon mal vorgemacht – so selten war er erreichbar. Das Resultat spricht für die These, dass in der Ruhe die Kraft liegt.</span></p>
<p><span>PS: Vor mittlerweile fast zwei Wochen sind wir in Hamburg beim Lead Award ausgezeichnet worden. Es gab Gold für die Fotos aus dem Amsterdamer Polizeiarchiv (erschienen in <a href="http://www.dummy-magazin.de/issues/27-Polizei">DUMMY-Polizei</a> (Nr.27), Bronze für die Hobo-Fotos von Mike Brodie (im <a href="http://www.dummy-magazin.de/issues/28-Jugend">DUMMY-Jugend</a> (Nr.28)) und drei weitere Auszeichnungen – u.a. für das Penisnasencover der Jugendausgabe. Vielen Dank!</span></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>So lebendig wie kein anderer, und jetzt einfach tot: Punkmarc</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/526/so-lebendig-wie-kein-anderer-und-jetzt-einfach-tot-punkmarc/</link>
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		<pubDate>Fri, 08 Apr 2011 07:39:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Fischer]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe von Marc Fischers Tod auf der Straße erfahren. Am Dienstag – von einem Typ, der ein bisschen smalltalk machen wollte. Der erzählte, dass er gerade einen Büroraum sucht, wie er die Party am Samstag fand, auf der wir &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/526/so-lebendig-wie-kein-anderer-und-jetzt-einfach-tot-punkmarc/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe von Marc Fischers Tod auf der Straße erfahren. Am Dienstag – von einem Typ, der ein bisschen smalltalk machen wollte. Der erzählte, dass er gerade einen Büroraum sucht, wie er die Party am Samstag fand, auf der wir beide waren, und dass er sich jetzt i-pad-Applications ausdenkt. Und dann fragte er, ob ich das schon gehört habe – von diesem Journalisten: Marc Fischer. Ich dachte kurz: Was kommt denn jetzt? Hat Marc Krebs? Und dann sagte der Typ einfach: Marc ist tot.<br />
Es war eine Anekdote unter vielen, und der Typ meinte es ja nicht böse, er kannte Marc auch nicht. Aber leider hat mich diese schnöde Art, von Marcs Tod zu erfahren, noch mehr erschüttert. Seitdem denke ich jedes Mal dasselbe: Marc ist tot. Echt? Ja. Warum? Warum nicht. Weil der Tod noch gar nicht zu Marc passte. Und so geht das Stunden weiter. Und wenn man mal ein paar Stunden nicht an Marcs Tod denkt, geht es wieder von vorn los. Als erzählte mir dieser Typ auf der Straße jeden Tag ganz beiläufig davon.<br />
Marc hat gar nicht so viel für uns geschrieben. Das ging auch gar nicht, weil ihn ja fast alle im Blatt haben wollten. Aber alles, was er für uns gemacht hat, kann ich nacherzählen. Es war getragen von einem selten genauen und liebevollen Blick auf die Menschen – gerade auf die, die andere keines Blickes würdigen. So ging er nicht ins Berghain rein, sondern in die Schlange davor, um die Angst der spanischen Touristen zu beschreiben, die Party ihres Lebens zu verpassen. Er interviewte keinen Prominenten, sondern eine 15-Jährige, die er halt kannte. Oder seinen Vater, den ehemaligen Polizisten. Man schlug ihm Themen vor, bei denen andere gefragt hätten, wer das denn lesen wolle. Und er sagte nur: Mach ich, digger. Und dann machte er. Und dann kam ein Text von dieser so rührend beständigen aol-Adresse namens „punkmarc“, bei dem man nach dem letzten Satz Tränen vor Rührung in den Augen hatte. Auch noch beim zehnten Mal lesen.</p>
<p>Und jetzt weiß ich es auch: Es ist so komisch, dass Marc tot ist, weil er immer viel lebendiger war als die meisten anderen: Gerade war er noch auf der Suche nach einem verloren gegangenen Touristen, da war er schon wieder selber weg – turnte mit den Yes Men durch New York oder mit seinen Torpedo-Boyz auf einer Kreuzberger Bühne herum. Man lud ihn auf eine Party ein, aber er weilte (wie er schrieb) „leider (zum Glück) in Asien“. Er machte selber eine Party und schrieb jedem seinen eigenen, persönlichen Dresscode vor. Soviel Mühe hat er sich mit den Menschen gegeben.<br />
Zuletzt hat er für uns <a href="http://www.fluter.de/heftpdf/issue98/artikel9283/pdf_article9283.pdf">ein Stück über einen richtigen Rechthaber</a> (im fluter zum Thema „Recht“) geschrieben. Den Vater einer ehemaligen Freundin, der ihn als Teenager ständig mit Gesinnungsfragen nervte und sein Verliebtsein erschwerte. Selbst den hat er irgendwann mögen gelernt. Man liest diesen typischen Marc-Text, der so voller Humor, Versöhnlichkeit, scharfer Beobachtung und ohne Zynismus ist. Und dann denkt man wieder von vorn: Der tot?<br />
Marc hat auch mal einen Freund beschrieben, der einfach zu schnell und irgendwann weg war. Wie jetzt Marc. Marc, der auch sehr schnell war. Mal hier und mal da. Vielleicht passt es ja auch.</p>
<p>Oliver Gehrs</p>
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		<title>Das Dummy-Syndrom</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/520/das-dummy-syndrom/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 07:31:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>

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		<description><![CDATA[Als hätten wir es gewusst: Das neue DUMMY-Magazin erschien am Weltdownsyndromtag, wie der Blog der Initiative &#8220;46plus Down-Syndrom-Stuttgart e.V.&#8221; vermerkt. Auf dessen Website kann man auch Bilder aus dem neuen &#8220;Eltern family&#8221; sehen. Die Zeitschrift hat unser Covermädchen Tamara zu &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/520/das-dummy-syndrom/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-16.png"><img src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-16.png" alt="" title="Bild 1" width="404" height="179" class="alignnone size-full wp-image-521" /></a><br />
Als hätten wir es gewusst: Das neue DUMMY-Magazin erschien am Weltdownsyndromtag, wie der Blog der Initiative <a href="http://www.46plus.de/blog/">&#8220;46plus Down-Syndrom-Stuttgart e.V.&#8221;</a> vermerkt. Auf dessen Website kann man auch Bilder aus dem neuen &#8220;Eltern family&#8221; sehen. Die Zeitschrift hat unser Covermädchen Tamara zu einem shooting in Paris begleitet. Bleibt nur zu hoffen, dass Heidi Klum nichts merkt.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mongos und Spastis &#8230; (ab Montag gibt`s das neue DUMMY)</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/514/mongos-und-spastis-ab-montag-gibts-das-neue-dummy/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Mar 2011 12:23:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blattmachen]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderte]]></category>
		<category><![CDATA[DUMMY]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;davon gab es damals jede Menge auf dem Schulhof. Denn jeder, der einen nervte, wurde kurzerhand so tituliert. Natürlich war das überhaupt nicht bös´ gemeint oder gar diskriminierend – so, wie ja auch die Schüler von heute auf keinen Fall homophob &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/514/mongos-und-spastis-ab-montag-gibts-das-neue-dummy/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: 16px; line-height: 24px;"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/DUMMY_30_Cover.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-515" title="DUMMY_30_Cover" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/DUMMY_30_Cover.jpg" alt="" width="457" height="591" /></a></span></span></div>
<div><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/DUMMY_30_Cover.jpg"></a>&#8230;davon gab es damals jede Menge auf dem Schulhof. Denn jeder, der einen nervte, wurde kurzerhand so tituliert. Natürlich war das überhaupt nicht bös´ gemeint oder gar diskriminierend – so, wie ja auch die Schüler von heute auf keinen Fall homophob sind, die das Wort schwul als Allzweckbegriff für alles Schlechte benutzen. Was an dieser salomonischen Sichtweise stimmt, ist sicherlich, dass es den meisten Menschen egal ist, welche Minderheit sie gerade als Schimpfwort im Munde führen. Was bleibt, ist der empathielose Umgang mit Menschen, die anders sind.</div>
<div><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: 16px; line-height: 24px;">Bei kaum einem anderen Thema herrscht eine so große emotionale Indifferenz wie im Umgang mit Behinderten: Wohin soll man schauen, was darf man sagen, wann soll man helfen? Das liegt auch daran, dass wir kaum noch mit behinderten Menschen in Berührung kommen. Man hat sie nämlich größtenteils abgeschoben – in eine am Stadtrand liegende Versorgungswelt voller automatischer Schiebetüren, Fahrdienste, Ergotherapie-Pools und vor allem: anderer Behinderter. Viel Geld ist seit den sechziger Jahren in dieses Paralleluniversum gesteckt worden – man würde sich wünschen, ein bisschen was davon wäre auch in die Bemühungen geflossen, behinderte Menschen nicht nur unter sich zu lassen, sondern sie zu integrieren. Stattdessen ist die Anzahl von Integrationsschulen immer noch beschämend klein, die von Politikern angeblich angestrebte »Inklusion« eine Chimäre. Dabei lautet die Frage ja nicht nur, ob Behinderte ein Recht auf ein Leben mit Nichtbehinderten haben, sondern ob wir vermeintlich Gesunden nicht umgekehrt auch ein Recht auf den Umgang mit behinderten Menschen haben.Auch die Behindertenverbände haben nicht viel dazu beigetragen, dass das Verhältnis zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen normaler wird – durch das Aufstellen mannigfacher Denkverbote und immer neuer Regeln, was man sagen und tun darf. Schon wenn man von Behinderten spricht, erntet man hochgezogene Augenbrauen – man muss »behinderte Menschen« sagen. In solchen Haarspaltereien erschöpft sich ein Diskurs, bevor er richtig begonnen hat. Aber wer mag schon darüber streiten, ob man Blindheit nicht auch als »visuelle Herausforderung« schönreden kann. Als wir vor Jahren einen Workshop im wendländischen Trebel besuchten, bei dem Behinderte mit Prostituierten schliefen und darüber ganz ohne Sozialkitsch berichteten, gab es einen Aufschrei von den selbsternannten Berufsbehinderten, die dieses Thema mit oligopolistischer Hybris behandeln.</p>
<p>Wir haben mit der neuen DUMMY-Ausgabe versucht, das zu tun, was viel zu selten passiert: mit den Behinderten zu sprechen, sie zu fragen, sie anzuschauen, und uns dabei auf den gesunden Menschenverstand und unsere Empathie zu verlassen, die zusammen vielleicht einen besseren Weg weisen als die Leitplanken der politischen Korrektheit. Dieser Weg hat uns zu einem Mann geführt, der in einen See sprang und querschnittsgelähmt wieder rauskam. Wir haben ein richtiges Ekel besucht, das seinen Rollstuhl dazu benutzt, noch ekliger zu sein. Wir sind in eine Behindertendisco gegangen und haben uns besser amüsiert als in den Szeneläden von Berlin. Vielleicht kann man es so sagen: Wir haben versucht, dass sich die Leser durch die neue Ausgabe als publizistisch herausgefordert ansehen können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p></span></span></div>
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		</item>
		<item>
		<title>Ich glaube, es hat gehackt: Zur Rückkehr unseres Blogs</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/507/ich-glaube-es-hat-gehackt-zur-ruckkehr-unseres-blogs/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 09:20:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Atom]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderte]]></category>
		<category><![CDATA[SZ]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich glaube, es hackt. So hatte Judith Holofernes reagiert, als sie von der Werbeagentur Jung von Matt gefragt wurde, ob sie Lust hätte, für die Bild-Zeitung Werbung zu machen – wie Till Schweiger oder Alice Schwarzer. Für ihre klare Absage &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/507/ich-glaube-es-hat-gehackt-zur-ruckkehr-unseres-blogs/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_508" class="wp-caption alignleft" style="width: 490px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Das-Schaf-und-der-Schlächter.jpg"><img class="size-medium wp-image-508" title="Don´t be so sheep: Unlängst in der DUMMY-Redaktion" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Das-Schaf-und-der-Schlächter-e1300182452470-480x358.jpg" alt="Don´t be so sheep: Unlängst in der DUMMY-Redaktion" width="480" height="358" /></a><p class="wp-caption-text">In der DUMMY-Redaktion </p></div>
<p>Ich glaube, es hackt. So hatte Judith Holofernes reagiert, als sie von der Werbeagentur Jung von Matt gefragt wurde, ob sie Lust hätte, für die Bild-Zeitung Werbung zu machen – wie Till Schweiger oder Alice Schwarzer. Für ihre klare Absage wurde Holofernes von der Süddeutschen Zeitung (genauer: von der jungkonservativen Schreibkraft Marc-Felix Serrao)  kritisiert. Es sind halt interessante Zeiten.</p>
<p>Auch bei uns hat es gehackt, bzw. jemand hat vor einigen Wochen kurzerhand dieses Blog lahmgelegt. Und wir Internetanalphabeten wussten gar nicht, wie man diesen Angriff zu bewerten hatte. War das möglicherweise eine große Ehre? Fand da jemand unsere Texte so subversiv, dass er sie einfach mal unbrauchbar gemacht hat? Oder geschieht das Hacken heutzutage eher so im Vorbeisurfen? Wir stecken ja nicht so drin – und waren erstaunt und erfreut, als sich unsere Artikel irgendwo in den Weiten des Netzes wiederfanden. Es kann also von neuem losgehen.</p>
<p>In der Abwesenheit unseres Blogs ist ja so einiges passiert, und angesichts der Lage in Japan wünscht man sich ja fast schon die Zeiten zurück, als K.T. zu Guttenberg die Schlagzeilen beherrschte. Hier sei auch nur noch kurz an die moralische Verwirrung von »Zeit«-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo erinnert, der sich wenige Tage vor Guttenbergs Abgang gegen dessen Rücktritt ausgesprochen hatte.</p>
<p>Und nun also wieder die Atomkraft, gegen die plötzlich alle sind – selbst die, die vor anderthalb Jahren noch brav CDU und FDP gewählt haben, obwohl man ja wissen konnte, dass diese Parteien gegen alle Sicherheitsbedenken und für alle Lobbyisten auf die alten Meiler setzen. Erdbeben von dem Ausmaß wie in Japan gibt es hier zwar nicht, aber bunkerbrechende Waffen, um die Knusperhüllen von Krümmel und Brokdorf zu durchbrechen, schon. Die Kraftwerke Biblis A, Brunsbüttel und Philippsburg 1 sind sogar nur für den Absturz eines Sportflugzeugs ausgelegt. Schade, dass es so viele Menshen immer erst kapieren, wenn es ein riesiges Unglück gibt.</p>
<p>Wir haben die Zeit während des erzwungenen Blog-Moratoriums genutzt und uns um das nächste DUMMY-Heft zum Thema »Behinderte« gekümmert, das nächsten Montag an die Kioske kommt. Außerdem haben wir Rosenmontag gefeiert und das Atom-DUMMY neu aufgelegt, das man <a href="http://www.dummy-magazin.de/issues/24-Atom">hier bestellen</a> kann.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mehr Lust bitte! (Der Sex ist zu schade, um ihn »Bild« zu überlassen)</title>
		<link>http://blog.dummy-magazin.de/487/mehr-sex-bitte-in-seriosen-medien/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Jan 2011 09:19:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Jasmin]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Stern]]></category>
		<category><![CDATA[twen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie wir aus dem Kolportage-Roman »Der Baader-Meinhof-Komplex« wissen, muss Andreas Baader ja ziemlich notgeil gewesen sein. Zuletzt sah man ihn in der Bernd-Eichinger-Verfilmung, wie er auf einem Flachdach in Nahost lümmelt und den verklemmten Arabern die Parole »schießen ist ficken« &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/487/mehr-sex-bitte-in-seriosen-medien/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_488" class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Foto-142.jpg"><img class="size-medium wp-image-488 " title="Schön war die Zeit: Zeitschrift von gestern" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Foto-142-480x360.jpg" alt="Schön war die Zeit: Zeitschrift von gestern" width="480" height="360" /></a><p class="wp-caption-text">Schön war die Zeit: Zeitschrift von gestern</p></div>
<p>Wie wir aus dem Kolportage-Roman »Der Baader-Meinhof-Komplex« wissen, muss Andreas Baader ja ziemlich notgeil gewesen sein. Zuletzt sah man ihn in der Bernd-Eichinger-Verfilmung, wie er auf einem Flachdach in Nahost lümmelt und den verklemmten Arabern die Parole »schießen ist ficken« entgegenruft, wozu die mitgereisten Groupies anzüglich lächeln. Tatsächlich fragte die Zeitschrift »konkret« damals zeitgleich zu Baaders Schießübungen, ob ihre Leser »an Geschlechtsverkehr denken, wenn sie ein Gewehr sehen«. Die gegenseitige Befruchtung zwischen Stadtguerilla und linker Kampfpresse funktionierte also vor rund 40 Jahren ganz gut, wobei es die RAF in der Rückschau mit der sexuellen Befreiung und der Emanzipation wesentlich ernster meinte als die Journalisten. Während die Frauen bei den Terroristen in Minirock und hohen Stiefeln die Kommandoebene entern durften, schrieb Ulrike Meinhof bei »konkret« redlich gegen das Abgleiten des Blattes ins Erotomanische an, das Verleger Klaus-Rainer Röhl und sein Musterschüler Stefan Aust fleißig betrieben.</p>
<p>Meinhof hatte früh das Programm durchschaut, auf das der gewiefte 68er-Verleger setzte: In einer Zeit, in der die Auflösung des Intimbereichs und die Befreiung der Sexualität als Teil des politischen Kampfes galten, ließ sich mit der Verquickung von Sex und linker Publizistik ordentlich Auflage machen. Zumal man auch in solchen Kommunen, wo die Schlafzimmer- und Toilettentüren aus den Angeln gehoben wurden, gar nicht soviel Sex hatte, wie man vorgab, befreien zu wollen. Da kamen die Bildchen in »konkret«, den »St.Pauli-Nachrichten« und »Pardon« gerade recht. Was aber nicht heißen soll, dass die gesellschaftspolitische Betrachtung der Sexualität nicht doch zu medialen Höhenflügen geführt hätte – verglichen mit der heute grassierenden Mischung aus Prüderie und dem manischen Gebrauch von Fachbegriffen aus dem Pornobusiness. Das war schon alles mindestens drei Klassen besser und aufgeklärter. »Jasmin« zum Beispiel die »Zeitschrift für das Leben zu zweit«, die in München von Textchef Will Tremper und einer ganzen Reihe von ähnlich absurd hoch bezahlten Könnern  gemacht wurde, besuchte eben nicht nur die tollen Männer, sondern vor allem deren frustrierte Ehefrauen und gab Tipps für Seitensprünge. Wenige Seiten weiter flog man mit Farah Diba im Hubschrauber über Teheran und lästerte über den asexuellen Schah. Auch in »twen« wurden die Leser nicht nur als politische, sondern auch als sexuelle Wesen wahrgenommen. Mit dem typografischen Weichzeichner schuf man hier ein fast bisexuelles Miteinander, zu dem auch fremde Völker per Fotoreportage eingeladen waren. Und selten war eine Schwangere als Covermodell erotischer als die heutige Frau von Wolfram Siebeck.</p>
<p>Heute ist die Nacktheit in den Medien leider die Domäne von »Bild« und den spießigen Männermagazinen, die jede Pro-7-Moderatorin, die nicht bei drei im Dschungelcamp ist, halb nackt aufs Cover bannen. Man hat sich alle Sinnlichkeit von den publizistischen Proleten wie dem Ehepaar Diekmann austreiben lassen, deren Maulhurentruppen den Ton unter der Gürtellinie angeben. Und die linke Presse? Der »Spiegel« lässt sich vom Apple-Zensor noch den kleinsten entblößten Busen aus der i-pad-Version operieren und beim »Stern« kommen Nackte vor allem im Wissenschaftsteil vor – auch gern mit Pfeilen und Strichen versehen.  Selten war die Öffentlichkeit so unsexy, so aufgetunt bei gleichzeitiger Abwesenheit jeglicher sexueller Spannung. Und das schlägt sich auch in den seriöseren Massenmedien wieder, wo der erotische Höhepunkt darin besteht, dass der Starfotograf Jürgen Teller seinen Anus in den Selbstauslöser hält.</p>
<p>Wenn man diese Leser-Vergewaltigung mit der emphatischen Zielgruppenansprache Ende der 60er-Jahre vergleicht, könnte man vor lauter Sentimentalität heulen. Die letzten Aufbäumenden wider die Primitivierung eines Themas, das doch als treibender Moment der Gesellschaft behandelt werden sollte und nicht nur als Mittel zur Triebbefriedigung, sind durch die Debatte um den Missbrauch im linken Pädagogen-Milieu weiter in die Defensive geraten. Denn die, die schon immer geahnt haben, dass man Kinder besser mit Strichmännchen aufklärt, als mit den schönen Schwarz-Weiß-Fotos von Will McBride aufklärt, haben sich bitter gerecht, in dem man die 68er gleich mal in einen Topf mit pädophilen Pfarrern schmiss. Diese Art Höchststrafe kann schon mal zu Schreibblockaden führen oder zu fortgesetzter Lustlosigkeit beim Blattmachen. Die Angst geht um, es sich mit den Lesern zu verscherzen, wenn man denn das Thema Sex einmal weniger technoid, sondern frugaler angeht. Vielleicht liegt die Absenz des Sujets jenseits der Boulevardpresse aber auch daran, dass die zuständigen Redakteure ein Kleinfamilienleben führen, in dem eben dieser Sex kaum noch vorkommt.</p>
<p>Die alte BRD war ein Land, in dem man nie gegen etwas demonstrieren musste – also auch nicht für die sexuelle Befreiung (und wahrscheinlich auch nicht dagegen, dass Vergewaltigung in der Ehe erst seit 2004 ein Offizialdelikt ist). Diese Überzeugung von Angela Merkel teilen heute anscheinend auch die meisten Herausgeber und Chefredakteure. Denn die Liberalisierung in den Köpfen und in den Hosen, die ihre Vorgänger Ende der 60er und in den 70er-Jahren erwirkten, haben sie längst revidiert. Völlig lustlos, versteht sich.</p>
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		<title>Gute Rezensionen garantiert: Bücher von Journalisten</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Dec 2010 09:18:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Populärkultur]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist mittlerweile schwer, in den Redaktionen Journalisten zu finden, die gerade kein Buch schreiben oder es zumindest vorhaben. Gerade in diesem Jahr hatte man den Eindruck, als kämen so viele Journalisten-Bücher wie noch nie auf den Markt: Unter dem Weihnachtsbaum liegen vom Spiegel-Redakteur Markus Feldenkirchen ein wirklich schöner kleiner Liebesroman vor dem Hintergrund der deutschen Einheit, ein Angelbuch seines Kollegen Christoph Schwennicke, ein Roman von Zeit-Autor Harald Martenstein, das Wertebuch von Giovanni di Lorenzo und Axel Hacke, möglicherweise auch die Till-Brönner-Biografie von Claudius Seidl oder die diversen Schnellschüsse zum Thema Leben ohne Internet.</p>
<p>Klar, gab es das auch schon früher,  dass Journalisten Bücher schreiben, schließlich ist manches Thema einfach zu groß, um nur in einer Zeitung oder einem Magazin abgedruckt zu werden. Stefan Aust und Frank Schirrmacher haben gefühlt zusammen inzwischen so viele Bücher geschrieben wie Johannes Mario Simmel, es gibt furchtbare Elaborate von Hellmuth Karasek in den Bibliotheken und es gibt Fälle, wo aus GEO-Autoren bedeutende Romanciers wurden.</p>
<p>Aber diesmal ist es irgendwie anders. Der Buchmarkt sieht danach aus, als hätten die Verlage in den Journalisten genau jene Kolonne Zuarbeiter entdeckt, auf die sie seit langem gewartet haben. Die keine Allüren kennt, keine Zicken macht und sie nicht jahrelang auf ein neues Buch warten lässt, weil sie ja mit der Deadline aufgewachsen ist. Und die es gewohnt ist, eine mediokre Idee als großen Wurf zu verkaufen.</p>
<p>Was liegt denn für einen Literaturagenten näher als morgendlich die Zeitung durchzuflöhen, ob sich nicht irgendein schöner Artikel zu einem Buch aufblähen lässt. Kaum ist die Zeitung ausgelesen , hängen sie am Hörer und kontaktieren die Autoren mit der Frage, ob sie sich denn vorstellen können, aus ihrem kleinen Text ein Buch zu machen. Die Journalisten, die gegenüber echten Schriftstellern eh kleine Minderwertigkeitskomplexe haben, fühlen sich endlich erkannt und legen los mit einem Exposé. Zusätzliches Geld winkt und ein wenig Ehre  auch wenn die angesichts der Vielzahl buchschreibender Kollegen immer weniger wird.Was sich heute so alles Buch nennen darf  denkt man da angesichts des Outputs. Das Publikum ist aber in Zeiten, in denen ein Anwalt, der kurze, deutsche Sätze aneinandereihen  kann, die die grausigen Plots aus seinen Mandantenakten nacherzählen, mit Literaturpreisen überhäuft wird, sowieso eher anspruchslos und greift sehr gern zu den Journalistenbüchern. Endlich mal ein Buch, das man in einem Rutsch durchlesen kann. Es ist ja auch meist in einem Rutsch geschrieben.</p>
<p>Die fleißigen Journalisten, die es gewohnt sind, aus kleinen Infokrümeln große Kuchen zu backen, sind für die latent hektischen Agenten noch aus einem anderen Grund pflegeleicht: Sie bringen meist gute Kontakte zu anderen Medien mit, gerade im Feuilleton gibt es ja viele Freunschaften über alle Blattgrenzen hinweg; gern rezensiert man die Bücher der anderen positiv, sie werden sich schon revanchieren. Neulich wurde z.B. das Yoga-Buch einer Autorin, die auch für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung schreibt, in eben dieser Zeitung fast halbseitig gelobt. Hemmungen gibt es in dieser Hinsicht schon lange nicht mehr.</p>
<p>Eine Frage bleibt noch und sie verheißt nichts Gutes für den deutschen Journalismus: Woher nehmen eigentlich all diese Redakteure die Zeit, nebenbei Bücher zu schreiben? Ist ihr Redaktionsjob bei einem der großen deutschen Presseerzeugnisse nicht aufreibend genug. Kein Fulltimejob, dem man mit ganzer Verve nachgehen müsste? Was sagen eigentlich die Frauen oder Männer dieser Getriebenen, wenn sie sich nach Dienstschluss noch an den Computer setzen, um sich einer Zweit-Karriere als Buchautor entgegenzuschreiben? Oder anders gesagt: Sieht der tägliche Zeitungs- und Magazinjournalismus nicht teilweise genauso aus, als würde er von Journalisten gemacht, die mit dem Herzen nicht dabei sind und mit dem Kopf eh woanders. Diese Frage kann man eigentlich nur mit Ja beantworten.</p>
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		<title>Das neue DUMMY ist da: Schiss, Bammel, Muffensausen&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 08:37:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[DUMMY]]></category>
		<category><![CDATA[Tilidin]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; oder wie auch immer man es nennen mag, ist ein ziemlich bestimmendes Gefühl in unserer Gesellschaft. Die Menschen haben zunehmend Angst vor Überfremdung – selbst wenn die Zahl der Einwanderer und Asylanten stetig sinkt. Es gibt Eltern, die haben &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/441/schiss-bammel-muffensausen-das-neue-dummy-ist-da/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_447" class="wp-caption alignnone" style="width: 373px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-31.png"><img class="size-medium wp-image-447" title="Bild 3" src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-31-363x480.png" alt="DUMMY Angst: Alle Buchstaben aus »Bild«" width="363" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">DUMMY Angst: Alle Buchstaben aus »Bild«</p></div>
<p>&#8230; oder wie auch immer man es nennen mag, ist ein ziemlich bestimmendes Gefühl in unserer Gesellschaft. Die Menschen haben zunehmend Angst vor Überfremdung – selbst wenn die Zahl der Einwanderer und Asylanten stetig sinkt. Es gibt Eltern, die haben Angst, dass sie die Karriere ihrer Kinder versauen, wenn sie die falsche Kita auswählen. Die »Bild«-Zeitung will uns Angst machen vor der Schweinegrippe, die dann doch glimpflich verläuft – oder vor Kinderschändern, die öfter in den Schlagzeilen vorkommen als im echten Leben. Der Alarmismus zwecks Auflagensteigerung ist in den Medien der Normalzustand.<br />
Die Politik bedient sich derweil der Angst der Bürger, wenn es gilt, die Gesetze zu verschärfen. Geht es um die Einschränkung der Bürgerrechte, um Telefonüberwachung und Vorratsdatenspeicherung, ist man schnell mit neuen Erkenntnissen über die weltweite Bedrohung durch Terroristen zur Hand. »Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am  Ende beides verlieren«, hat Benjamin Franklin gesagt – die Bundesregierung aber hält es lieber paradox: Sie gibt die Sicherheit auf und erlangt nicht mal die Freiheit. Oder wie lässt es sich erklären, dass ihr die berechtigten Sorgen der Bürger vor strahlendem Atommüll und vor von Attentätern gesprengten Meilern egal sind und sie stattdessen die Laufzeiten der AKWs verlängert?<br />
Man könnte es angesichts der Politik in diesem Land mit der Angst bekommen, aber davon wollten wir uns beim Machen dieses Hefts nicht leiten lassen. Stattdessen haben wir versucht, ohne Vorbehalte an das Thema ranzugehen – und selbst dem Verfolgungswahn einer alten Dame gute Seiten abzugewinnen. Wir haben uns außerdem auf Haiti erschrecken lassen, die angeblich Mut machende Droge Tilidin verkostet und Gudio Mingels die wahnsinnige Geschichte über den Ami Gary Faulkner erzählen lassen, der todesmutig nach Osama Bin Laden sucht, oder nach »Binny-Boy«, wie er ihn nennt.<br />
Recht mutig ist auch das Layout ausgefallen, das ja jedes Mal ein anderes ist, um nicht in formale Monotonie zu verfallen und dem gesellschaftlichen Zustand auch durch Format oder Haptik Rechnung zu tragen. Die neue Nummer ist kleiner, dicker und hat eine Klammerheftung. Insgesamt wirkt das Heft schmökeriger, der Textanteil ist diesmal höher. Wir dachten uns, dass so ein geschichtenlastiger Knubbel in den Weihnachtstagen vielleicht am besten kommt – wenn man sich zurückziehen kann, um sich darin zu vertiefen. Die Buchstaben für den Drohbrief auf dem Cover haben wir sämtlich aus der »Bild«-Zeitung ausgeschnitten, die im Verbreiten von Angst und Schrecken ja immer noch unerreicht ist.</p>
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		<title>Vom Argwohn gegenüber der eigenen Saturiertheit</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 16:44:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[SZ]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt in den Medien einen Hauptfeind und ich wohne mittendrin: In Berlin-Mitte oder auch Prenzlauer Berg. Seit Jahren werden diese Stadtteile von Reportern heimgesucht, die dann ganz traurig feststellen, dass dort kaum noch alte Ossis wohnen, sondern wohlhabende Zugezogene, &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/436/vom-argwohn-gegenuber-der-eigenen-saturiertheit/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt in den Medien einen Hauptfeind und ich wohne mittendrin: In Berlin-Mitte oder auch Prenzlauer Berg. Seit Jahren werden diese Stadtteile von Reportern heimgesucht, die dann ganz traurig feststellen, dass dort kaum noch alte Ossis wohnen, sondern wohlhabende Zugezogene, die mit einem Apple-Rechner im Café sitzen und biologisch angebauten Kaffee trinken. Beides scheinen Indizien für ein grundlegend falsches Leben zu sein.<br />
Man nennt das Phänomen Gentrifizierung und in New York oder London ist es seit Jahrzehnten an der Tagesordnung: Runtergekommene Wohngegenden werden von einer jungen, kreativen Klientel, die kein Geld für die besseren Viertel hat, zu neuem Leben erweckt. Nach einer Zeit kommen die besser Verdienenden auf den Geschmack, die Wohnungen werden saniert und zu Eigentum, mit den Alteingesessenen verschwindet auch ein Teil des Charmes.<br />
Soweit das Klischee, das im Falle des Prenzlauer Bergs mit einer medialen Inbrunst verbreitet wird, die Staunen macht und bei der selbst vernünftige gesellschaftliche Veränderungen zu Indizien für ein völlig falsches Leben werden: im Biosupermarkt kaufen oder sich seinen Kindern widmen und ihnen womöglich auch noch Holzspielzeug zu geben, gelten in den feuilletonistischen Reportagen dieser Jahre als schwerste Verirrungen und Abkommen vom authentischen Weg.<br />
Die Zeit prägte einst in einem Anfall von Werte-Verwirrung den Begriff des „Bionade-Biedermeiers“ und belächelte die Menschen, die statt pestizidbelastetes Obst beim Türken lieber im Biosupermarkt kaufen. Die FAZ imaginierte sich neulich in eine Zukunft, in der mit Yoga und Therapien gequälte Kinder dereinst ihre alt gewordenen Eltern in deren Dachgeschossen besuchen – und GEO stellte neulich Fotos einer Straße in Prenzlauer Berg gegenüber – vor 20 Jahren und heute. Und siehe da: Es sieht ganz anders aus. Dazu beschrieb der Reporter sein Unwohlsein angesichts des Verschwindens bröckelnder Fassaden und alter Ost-Identität und des Umstands, dass vor den Cafés junge deutsche Schauspieler an Fruchtsäften nippen.<br />
Zufälligerweise wohne ich gleich neben der Straße, die in GEO als Beispiel für die böse Gentrifizierung herhält. Und man muss schon genau weggucken, wenn man sich die durchgekaute These ausgerechnet hier noch mal bestätigen lassen will. Es gibt in dieser Straße auf einer Länge von 500 Metern tatsächlich ein wenig zu viele Stehcafés mit Latte-Macchiato-Ausschank, aber eben auch einen schon in der DDR gegründeten Gemüseladen, einen uralten Bäcker, einen Fahrradladen, zwei Blumenläden, ein billiges portugiesisches Restaurant, zwei Vietnamimbisse, einen Laden für Reinigungsbedarf, einen Automatenwaschsalon, ein Reisebüro und eine Säuferkneipe, wo das Berliner Prologetränk  Futschi 2 Euro50 kostet. Eigentlich eine schöne Mischung, die aber so gar nicht in die vorgefertigten Stanzen der Gentrifizierungskritiker passt.<br />
Schade, dabei könnte man in Magazinen und Zeitungen einen genaueren Blick auf die Gesellschaft durchaus brauchen. Denn natürlich ist es bizarr, wenn Kinder für manche Eltern zum überbehüteten Lebensinhalt werden und Menschen auf Hartz-IV ihre alten Wohnungen verlassen müssen – nur ist das alles eben bei weitem kein Phänomen des Prenzlauer Bergs oder Mitte,  sondern auch von Hamburg-Eimsbüttel oder München-Schwabing, wenn nicht der ganzen Republik. Es sind die Verwerfungen einer Gesellschaft, in der auf vier Erwachsene gerade noch ein Kind kommt und in der die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht. Darüber zu räsonieren würde sich lohnen.<br />
Stattdessen aber schreiben die Reporter von Zeit, FAZ, SZ oder GEO im Falle Berlins lieber voneinander ab, und wenn man weiß, dass viele dieser Reporter genau das Leben führen, das sie so inbrünstig anprangern, offenbart sich da eine Art Selbsthass – ein Argwohn der eigenen Saturiertheit gegenüber, das Bedauern der verpassten Chance, irgendwann in seinem Leben mal echte Solidarität gegenüber schlechter Gestellten geübt zu haben.<br />
Das wird nun wortgewaltig nachgeholt, indem man über das neue Bürgertum in Prenzlauer Berg herfällt und dabei sämtliche soziologische Trennschärfe über Bord schmeißt. Womöglich ist das der Preis dafür, dass in den Redaktionen viele Redakteure sitzen, die in den pragmatischen 80ern studiert haben, als ein Soziologie- oder Psychologie-Studium so anerkannt war wie ein Taxischein. Diese jahrzehntelange Negierung genaueren Hinschauens auf Milieu-Bildung bringt nun diese journalistischen Zirkusnummer hervor, die immer wieder ihr Publikum finden, die aber von einer stupenden intellektuellen Trägheit zeugen.<br />
So darf man sich denn zum Schluss auch mal auf ein ähnliches Niveau begeben und fragen, warum denn all diese Reporter, die dem authentischen Osten so nachweinen nicht nach drüben gehen, wie es früher bei Springer hieß. Zum Beispiel nach Schwedt an der Oder. Da gibt’s den Osten nämlich noch. Aber wahrscheinlich macht es einfach mehr Spaß, in Berlin-Mitte oder Prenzlauer Berg zu recherchieren oder so zu tun als ob.</p>
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		<title>Pubertär wie nie: DUMMY Jugend ist da</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Sep 2010 13:32:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Ahmed und seine Kumpels aus Kreuzberg waren gleich Feuer und Flamme für DUMMY. Eigentlich mussten wir die meisten Jugendlichen gar nicht großartig überreden, als es darum ging, das Cover unserer nächsten Ausgabe zu verzieren. Bewaffnet mit Markern und Kugelschreibern stürzten &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/404/pubertar-wie-nie-dummy-jugend-ist-da/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a href="/wp-content/uploads/Foto2.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-410" title="Foto" src="/wp-content/uploads/Foto2-360x480.jpg" alt="" width="227" height="300" /></a></p>
<p><a href="/wp-content/uploads/Foto3.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-413" title="Foto" src="/wp-content/uploads/Foto3-360x480.jpg" alt="" width="227" height="303" /></a></p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Ahmed und seine Kumpels aus Kreuzberg waren gleich Feuer und Flamme für DUMMY. Eigentlich mussten wir die meisten Jugendlichen gar nicht großartig überreden, als es darum ging, das Cover unserer nächsten Ausgabe zu verzieren. Bewaffnet mit Markern und Kugelschreibern stürzten sie sich nach Schulschluss auf Portraits von Kristina Schröder und verwandelten die juvenile Ministerin zum Beispiel in ein Gothic Babe, einen Teufel und  in etwas, das aussah wie eine masochistische Außerirdische, die Zigarre raucht. Manche nahmen sich bis zu dreißig Minuten Zeit, um sich auch noch eine politische Message aus den Fingern zu saugen: &#8220;I love Joints&#8221;, &#8220;Hartz4&#8243;, &#8220;Die Regierung versklavt unseren Verstand&#8221;. Sowas eben. Überrascht hat uns dann aber, dass vor allem die Mädchen die fiesesten Penisnasen und Ferkeleien produzierten. Natürlich haben wir ihnen den nötigen Platz dafür gegeben. Die besten Ergebnisse sind auf dem Cover und den ersten Seiten abgedruckt. Und auch sonst ist das Herbstheft, das diesmal Art Direktorin Andine Müller für uns gestaltet hat, ein ziemlich rundes Ding geworden. Wir haben uns von einem Mobber erzählen lassen, wie es war, mit dem Klassendeppen &#8220;Pig Rodeo&#8221; zu spielen, haben eine Botoxsüchtige aufgetan, sind nach Lloret de Mar gereist und berichten aus einem Umerziehungslager für chinesische Computerfans. Neu ist auch das Poster in der Mitte des Hefts. Es zeigt: Naja. Wir wollen ja nicht zu viel verraten. Aber ein bisschen eklig ist es schon. (Ab 21.09. am Kiosk)</p>
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		<title>Das soziale Engagement von Vattenfall</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 14:03:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arne Semsrott</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Man muss schon Mitleid mit Vattenfall haben: Lebt der Stromkonzern diese Tage doch in ständiger Angst, für den voraussichtlich verlängerten Betrieb seiner Atomkraftwerke eine Brennelementesteuer entrichten zu müssen. Obwohl diese selbst bei einer vergleichsweise geringen Laufzeitverlängerung von nur acht Jahren &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/395/das-soziale-engagement-von-vattenfall/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man muss schon Mitleid mit Vattenfall haben: Lebt der Stromkonzern diese Tage doch in ständiger Angst, für den voraussichtlich verlängerten Betrieb seiner Atomkraftwerke eine Brennelementesteuer entrichten zu müssen. Obwohl diese selbst bei einer vergleichsweise geringen Laufzeitverlängerung von nur acht Jahren rund 4,5 <a href="http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/1/0,1872,7912097,00.html">Milliarden </a>Euro abwerfen würden, straffen die Schweden die Zügel und sparen in Deutschland bei ihren PR-Ausgaben &#8211; zumindest bei ihren Kunstpreisen.</p>
<p>Beim Fotowettbewerb 2010 zum Thema „Wärme“ winken den Preisträgern insgesamt 27.000 Euro.<br />
Im Kleingedruckten der <a href="http://www.vattenfall.de/de/file/teilnahmebedingungen-fotowettbewerb_13592874.pdf">Bewerbungsunterlagen</a> wird aber der neue Sparkurs deutlich. Vattenfall werden nämlich umfangreiche Nutzungsrechte für die eingesandten Fotos eingeräumt:</p>
<blockquote><p>Alle eingereichten Arbeiten dürfen von Vattenfall für die Unternehmenskommunikation, den Fotowettbewerb und ihre publizistische Auswertung genutzt werden. Vattenfall hat insbesondere das Recht, die eingesandten Arbeiten auszustellen, in einem Katalog sowie in Zeitungen, Zeitschriften und anderen Publikationen zu veröffentlichen. Für diese Nutzung kann der Teilnehmer keinen Anspruch auf ein Nutzungshonorar geltend machen.</p></blockquote>
<p>Wenn Teilnehmer des Wettbewerbs also bald ihre Fotos in Vattenfall-Hochglanzbroschüren wiederfinden, ohne dafür einen Cent bekommen zu haben, können sie sich immer noch damit trösten, einem notleidenden Konzern geholfen zu haben.</p>
<p>Die CSR-Verantwortlichen des Konzerns sehen ihr Engagement freilich deutlich positiver. Auf  seiner Homepage lobt sich Vattenfall <a href="http://www.vattenfall.de/de/kultur.htm">folgendermaßen</a>:</p>
<blockquote><p>Soziales Engagement ist für Vattenfall selbstverständlich und Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie. […] Mit unserer Kulturförderung tragen wir dazu bei, dass besondere Leistungen und Initiativen gewürdigt werden.</p></blockquote>
<p>Und wenn durch den Fotowettbewerb außerdem noch teure Honorare für Fotografen vermieden werden können, umso besser.</p>
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		<title>DUMMY auf Atomtour</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 14:55:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Gehrs</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer hätte denn gedacht, dass das Thema noch einmal so eine Konjunktur erfährt. Wir jedenfalls nicht, und dennoch war uns das Atom-Heft aus dem vergangenen Herbst ein Herzensanliegen. Und die derzeitige Diskussion um die Brennelementesteuer und die Laufzeitverlängerung gibt uns &#8230; <a href="http://blog.dummy-magazin.de/386/dummy-auf-atomtour/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_389" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-15.png"><img src="http://blog.dummy-magazin.de/wp-content/uploads/Bild-15-150x150.png" alt="" title="Bild 1" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-389" /></a><p class="wp-caption-text">DUMMY-Herausgeber unterwegs mit dem Redaktionstrecker</p></div>Wer hätte denn gedacht, dass das Thema noch einmal so eine Konjunktur erfährt. Wir jedenfalls nicht, und dennoch war uns das <a href="http://www.dummy-magazin.de/issues/24-Atom">Atom-Heft</a> aus dem vergangenen Herbst ein Herzensanliegen. Und die derzeitige Diskussion um die Brennelementesteuer und die Laufzeitverlängerung gibt uns ja auch nachträglich Recht. Mittlerweile hat der Berliner Werbefilmer Ralf Schmerberg für den regenerativen Energieiversorger »Entega« in Stuttgart das »Café Endlager« gemacht und in einer dazugehörigen Publikation auch den DUMMY-Text von Stefan Krücken über den Uran-Kurort Bad Schlema nachgedruckt.<br />
Lesen kann man den auch im bestellbaren Atomheft, nebst vielen anderen explosiven Stücken wie etwa der Schautafel über die Vernetzung von Politik und Stromwirtschaft. Falls man noch Fragen hat, warum sich denn einige Politiker so dermaßen ins Zeug legen für eine uralte und anfällige Technologie.<br />
Da das Atom-DUMMY also richtig gut in die Landschaft passt, sind wir auch noch mal mit dem Trecker durch die Lande gezogen, um es unter die Leute zu bringen. Passenderweise auf einer Strecke die Elbe entlang, wo ja mit Krümmel, Brunsbüttel und Brokdorf gleich drei umstrittene Meiler stehen. Selbst unser DUMMY-Trecker ist weniger störanfällig als diese AKWs.</p>
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