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	<title>filmtabs</title>
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	<description>- Das erste Online Filmmagazin Deutschlands, seit 1996 - Über 3000 Artikel, Kritiken und Festivalberichte</description>
	<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 09:45:15 +0000</pubDate>
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		<title>Ajami</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 09:45:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[      Israel, Deutschland 2009 (Ajami) Regie: Scandar Copti, Yaron Shani mit Shahir Kabaha, Ibrahim Frege, Fouad Habash, Youssef Sahwani, Ranin Karim 120 Min..
 Ist Ihnen der ganze Nahe Osten mit den Pal&#228;stinensern, den Israelis, aber auch den christlichen Pal&#228;stinensern zu kompliziert? Das Puzzle von Interessen, Religionen und Nationen auf kleinster [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>     <font FACE="Geneva, Verdana, Helvetica, Arial"><br /> Israel, Deutschland 2009 (Ajami) Regie: Scandar Copti, Yaron Shani mit Shahir Kabaha, Ibrahim Frege, Fouad Habash, Youssef Sahwani, Ranin Karim 120 Min..</p>
<p> Ist Ihnen der ganze Nahe Osten mit den Pal&auml;stinensern, den Israelis, aber auch den christlichen Pal&auml;stinensern zu kompliziert? Das Puzzle von Interessen, Religionen und Nationen auf kleinster Fl&auml;che zu verwirrend? Dann sorgt &#8222;Ajami&#8220; auch nicht f&uuml;r Durchblick. Aber das Gemeinschaftsprodukt des arabischen Christen Scandar Copti und des israelischen Juden Yaron Shani erm&ouml;glicht einen packenden emotionalen Zugang zu ganz verschiedenen Menschen in der Region.</p>
<p> In der arabischen Stadt Jaffa, die unter israelischer Kontrolle 1950 Teil von Tel Aviv wurde, f&uuml;hren zu viele Waffen und noch mehr Dummheit zu einer Blutrachen-Fehde. Ohne Schuld h&auml;ngt Omar mittendrin, erlebt das Schachern um teure Entsch&auml;digungen. Um das Geld aufzutreiben, bricht Autos er auf und klaut, dann arbeitet er f&uuml;r Anan, den reichen Restaurantchef und einflussreichen Vermittler. In der K&uuml;che schuftet auch der junge Marek - illegal. Er braucht Geld f&uuml;r seine schwer kranke Mutter. Ein Drogendeal, in den Omar und Marek stolpern, hat tragische Folgen. Auch f&uuml;r die schwierige Liebesgeschichte zwischen Omar und Hadir, der Tochter von Anan. Nur der fr&ouml;hliche Binj scheint mit den Grenzen zwischen Religionen, Staaten und Einkommen zurecht zu kommen, feiert, kokst und lebt. Doch er wird von seinen Freunden verlassen. Die Stimmung im Viertel Ajami ist durch den Tod eines israelischen Soldaten angeheizt. Die allt&auml;gliche Diskriminierung kulminiert, auch weil die Polizei in die Drogengesch&auml;fte verwickelt ist.</p>
<p> In f&uuml;nf Kapiteln werden die Schicksale von mehreren Personen auch zeitlich raffiniert wie in &#8222;Pulp Fiction&#8220; verschachtelt. Das erscheint am Anfang des spannenden, sehr gut gespielten und authentisch wirkenden Films un&uuml;bersichtlich, ergibt aber reizvoll &uuml;ber die anderen Perspektiven mehr und mehr Sinn. Und zeigt zudem sehr sch&ouml;n, wie sehr die Leben hier miteinander verflochten sind.<br /> </font>  </p>
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		<title>Fall 39</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 22:20:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
	<category>Kritiken GHJ</category>
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		<description><![CDATA[      USA, Kanada 2009 (Case 39) Regie: Christian Alvart mit Ren&#233;e Zellweger, Jodelle Ferland, Ian McShane 113 Min.
 Sie sieht harmlos aus, aber hinter dem unbewegten Gesicht verbirgt sich ein Monster: Das ehemalige Bridget Jones-Sch&#228;tzchen Ren&#233;e Zellweger entwickelt sich mit mangelndem Ausdrucksverm&#246;gen und immer schlechteren Rollen zum Horror der Kinoleinwand. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>     <font FACE="Geneva, Verdana, Helvetica, Arial"><br /> USA, Kanada 2009 (Case 39) Regie: Christian Alvart mit Ren&eacute;e Zellweger, Jodelle Ferland, Ian McShane 113 Min.</p>
<p> Sie sieht harmlos aus, aber hinter dem unbewegten Gesicht verbirgt sich ein Monster: Das ehemalige Bridget Jones-Sch&auml;tzchen Ren&eacute;e Zellweger entwickelt sich mit mangelndem Ausdrucksverm&ouml;gen und immer schlechteren Rollen zum Horror der Kinoleinwand. Wie passend, dass sie jetzt in einem Horrorfilm mitmacht: &#8222;Fall 39&#8220; will uns mit der einfachen Geschichte eines bedrohten Kindes reinlegen, das sich im Verlauf als kleiner, aber echter Teufelsbraten erweist, den seine Eltern nur zu Recht im Ofen r&ouml;sten wollten. Das gab es k&uuml;rzlich als &#8222;Orphan&#8220; und klassisch als &#8222;Der Exorzist&#8220; oder als &#8222;Omen&#8220;-Serie. Sobald diese lahme &Uuml;berraschung halbwegs anst&auml;ndig ausgespielt wurde, kommt es auf das Schauspiel des kleinen Monsters Lilith Sullivan (Jodelle Ferland) und des Leinwand-Schreckens Zellweger in der Rolle der &uuml;berarbeiteten Sozialarbeiterin Emily Jenkins an. Die verlor ihr Herz gegen jede (Drehbuch-) Vernunft an ihren 39. Fall, Lilith. Und fast ihr Leben an die Ausgeburt der H&ouml;lle. Dabei ist die Naivit&auml;t der angeblich erfahrenen Sozialarbeiterin erschreckender als die heimt&uuml;ckischen Anschl&auml;ge des teuflischen M&auml;dchens. Ein handwerklich akzeptabler Film, dessen &#8222;Produktionswerte&#8220; nicht die Schw&auml;chen im Grundger&uuml;st &uuml;berdecken k&ouml;nnen. So ist es vielleicht nicht allein die Schuld von Ren&eacute;e, dass der ganze Horror oft unfreiwillig komisch wirkt.<br /> </font>  </p>
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		<title>Ein Prophet</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 20:40:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
	<category>Kritiken GHJ</category>
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		<description><![CDATA[      Frankreich, Italien 2009 (Un Proph&#232;te) Regie: Jacques Audiard mit Darsteller Tahar Rahim, Niels Arestrup, Adel Bencherif, Reda Kateb 150 Min.
 Ein Gangsterfilm, der das Festival von Cannes gewinnt, muss etwas besonderes sein. &#8222;Ein Prophet&#8220; erf&#252;llt selbst hohe Erwartungen, begeistert mit einer faszinierenden Hauptfigur sowie einer Geschichte zwischen Scorseses Mafia [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>     <font FACE="Geneva, Verdana, Helvetica, Arial"><br /> Frankreich, Italien 2009 (Un Proph&egrave;te) Regie: Jacques Audiard mit Darsteller Tahar Rahim, Niels Arestrup, Adel Bencherif, Reda Kateb 150 Min.</p>
<p> Ein Gangsterfilm, der das Festival von Cannes gewinnt, muss etwas besonderes sein. &#8222;Ein Prophet&#8220; erf&uuml;llt selbst hohe Erwartungen, begeistert mit einer faszinierenden Hauptfigur sowie einer Geschichte zwischen Scorseses Mafia und einer ganz eigenen Sprache des Regisseurs Jacques Audiard (&#8222;Der wilde Schlag meines Herzens&#8220;).</p>
<p> Als Malik (Tahar Rahim) nach Jahren der Jugendhaft in ein richtiges Gef&auml;ngnis verlegt wird, beginnt f&uuml;r ihn eine erstaunliche Entwicklungszeit. Trotz seiner arabischen Herkunft landet er bei der gef&auml;ngnis-internen korsischen Mafia, die vom m&auml;chtigen Paten Cesar Luciani (gro&szlig;artig: Niels Arestrup) gef&uuml;hrt wird. Den Korsen gehorcht selbst der Gef&auml;ngnisdirektor, sie kontrollieren den Handel, die Jobs, entscheiden &uuml;ber Leben und Tod. F&uuml;r einen sehr blutigen Mord an einem arabisch-st&auml;mmigen Zeugen erh&auml;lt Malik einige Stangen Zigaretten, aber vor allem den Zugang zu Luciani. Der Jungen wird als Araber verachtet, verrichtet niedere Dienste, erweist sich aber immer als cleverer, als man es von ihm erwartet. Bald versteht er nicht nur franz&ouml;sisch und arabisch sondern auch korsisch. Ein seltsamer Berater ist ihm der Ermordete, der immer wieder in makabren Visionen erscheint. Als die meisten Korsen aufgrund einer Amnestie in andere Gef&auml;ngnisse wechseln, wird Malik zur rechten Hand von Luciani, kontrolliert dessen Handy, ist ihm Augen und Ohren.</p>
<p> Wie bei Scorsese oder anderen Filmen dieses Genres schildert der franz&ouml;sische Regisseur Jacques Audiard den Aufstieg eines Gangsters dicht und packend. Malik beginnt als verschlossener Einzelg&auml;nger, wird zum coolen Typen mit starker Pr&auml;senz. Neben der schmutzigen Arbeit im Knast bildet er sich auch weiter, lernt lesen und schreiben. Doch der Aufsteiger zeigt sich auch ziemlich naiv, mit zig Kilo Hasch geht er staunend in den Supermarkt. Das macht das schillernde dieser Figur aus, die raffinierte Bauernschl&auml;ue und die un&uuml;bersehbare Unsicherheit. Doch wenn es drauf ankommt, &uuml;berlebt er sogar in unm&ouml;glichen Situationen.</p>
<p> Mit &uuml;berh&ouml;hten und durch ungew&ouml;hnliche Mittel wie Lochblenden entfremdeten Momenten gibt Audiard den raffinierten Machtspielen seinen eigenen Touch. Bis zur mysteri&ouml;sen, titelgebenden Prophezeiung im Moment h&ouml;chster Gefahr. Montagesequenzen der gro&szlig;en Machtverschiebungen vergehen hier unaufgeregt, selbstverst&auml;ndlich, fast nat&uuml;rlich. &#8222;Ein Prophet&#8220; ist ein erstaunlicher Film, man staunt &uuml;ber einen Verbrecher, einen M&ouml;rder, dem man Sympathien schenkt. </p>
<p> Am Ende dieser &#8222;nat&uuml;rlichen&#8220; Entwicklung hat ein Seitenwechsel stattgefunden. Man sieht wie Malik nun die Araber befiehlt. Der alte Mann Luciani kann nicht mal mehr alleine auf seiner Bank sitzen, denn es ist nicht mehr seine Bank. Bald wird Malik als neuer MacKeeth das Gef&auml;ngnis verlassen. Davor wartet nicht nur eine Armada von Autos und Kumpels, auch eine fertige Familie.<br /> </font>  </p>
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		<title>Agora - Die S�ulen des Himmels</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 09:30:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
	<category>Kritiken GHJ</category>
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		<description><![CDATA[      Spanien 2009 (Agora) Regie Alejandro Amen&#225;bar mit Rachel Weisz, Max Minghella, Oscar Isaac 126 Min.
 In dem eindrucksvoll inszenierten Historiendrama &#8222;Agora&#8220; um die historisch verb&#252;rgte, fr&#252;he &#228;gyptische Wissenschaftlerin Hypatia stellt der Spanier Alejandro Amen&#225;bar Aufkl&#228;rung, freien Willen und gesunden Menschenverstand dem religi&#246;sen Wahn entgegen. Im Alexandria des 4. Jahrhunderts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>     <font FACE="Geneva, Verdana, Helvetica, Arial"><br /> Spanien 2009 (Agora) Regie Alejandro Amen&aacute;bar mit Rachel Weisz, Max Minghella, Oscar Isaac 126 Min.</p>
<p> In dem eindrucksvoll inszenierten Historiendrama &#8222;Agora&#8220; um die historisch verb&uuml;rgte, fr&uuml;he &auml;gyptische Wissenschaftlerin Hypatia stellt der Spanier Alejandro Amen&aacute;bar Aufkl&auml;rung, freien Willen und gesunden Menschenverstand dem religi&ouml;sen Wahn entgegen. Im Alexandria des 4. Jahrhunderts lehrt die Wissenschaftlerin Hypatia (Rachel Weisz) Astronomie und Toleranz. Doch Unruhen um eine aufkommende radikale Religionsgruppe namens Christen reichen bis in den Hort der Vernunft. Ein paar Pogrome, Gemetzel und Barbareien sp&auml;ter haben die b&auml;rtigen Christen in ihren dunklen Gew&auml;ndern die Macht &uuml;bernommen, ihre ungebildeten Sittenw&auml;chter terrorisieren die Stra&szlig;en, sogar der Rest der zerfallenden r&ouml;mischen Staatsmacht ergibt sich ihnen.</p>
<p> Die Sch&uuml;ler der alten Klasse Hypathias finden sich auf neuen Positionen einer religi&ouml;s verseuchten Gesellschaft: Der konvertierte Oreste (Oscar Isaac) ist r&ouml;mischer Statthalter und kann doch nicht die geliebte Hypatia sch&uuml;tzen. Der ehemalige Sklave Davus (Max Minghella), der Jahre beim christlichen Sto&szlig;trupp f&uuml;r Rechtlosigkeit sorgte, bleibt seiner einstigen Herrin bis zuletzt treu. Denn nachdem die Christen die alte Religion und die Juden ausgemerzt haben, m&uuml;ssen sie jetzt die Vernunft der genialen Astronomin ausl&ouml;schen und brandmarken sie als Hexe&#8230;</p>
<p> Das Liebesdrama ist gleichzeitig eine Metapher: Sowohl der Davus als auch Oreste umwerben die Vernunft in Form von Hypatia. Doch die l&auml;sst sich nicht vereinnahmen, liebt nur die Wissenschaft. &#8222;Agora&#8220; kann ein wunderbarer Aufreger sein. Denn nach diesem klugen Film denkt man gerne &uuml;ber ein allgemeines Religionsverbot nach. &#8222;Agora&#8220; vergleicht nicht, welche Religion schrecklicher metzelt, all diese Cl&uuml;bchen haben scheinbar nur das Ziel, die H&ouml;lle auf Erden m&ouml;glichst schnell herbeizuf&uuml;hren. Selbstverst&auml;ndlich in Gottes Auftrag und f&uuml;r das Seelenheil der gerade Niedergemetzelten. Besonders furchtbar ist der erbitterte Kampf mit Feuer und Schwert gegen die Vernunft und den Atheismus. Dass die Frau Hypatia wahrscheinlich 1200 Jahre vor Keppler herausfand, wie die Erde sich in elliptischer Bahn um die Sonne dreht, wird da zur Nebensache.<br /> &nbsp;<br /> Der Spanier Alejandro Amen&aacute;bar (&#8222;The Others&#8220;) hat keinen durchgehend gelungenen, aber einen f&uuml;r unsere Zeit enorm wichtigen Film gedreht. Wer jetzt bedauert, das die Poesie der &#8222;Liebenden vom Polarkreis&#8220;, die Romantik und die magische Sexualit&auml;t der fr&uuml;heren Filme Amen&aacute;bars durch das erdenschwere Thema Religion verschwunden sind, verh&auml;lt sich dabei ebenso wie Hypatia, die bei allen astronomischen Studien &uuml;bersieht, was in der Welt um sie passiert - ob sie sich dreht oder auch nicht.<br /> </font>  </p>
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		<title>Ausnahmesituation</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 11:45:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[      USA 2010 (Extraordinary Measures) Regie: Tom Vaughan mit Brendan Fraser, Harrison Ford, Keri Russell, Meredith Droeger 106 Min.
 Ein liebvoller Vater k&#252;mmert sich aufopfernd um seine todkranken Kinder, doch um ihr Leben zu retten, muss er einen unkonventionellen Weg gehen. &#8222;Ausnahmesituation&#8220; ist einer dieser Filme wie &#8222;Lorenzos &#214;l&#8220;, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>     <font FACE="Geneva, Verdana, Helvetica, Arial"><br /> USA 2010 (Extraordinary Measures) Regie: Tom Vaughan mit Brendan Fraser, Harrison Ford, Keri Russell, Meredith Droeger 106 Min.</p>
<p> Ein liebvoller Vater k&uuml;mmert sich aufopfernd um seine todkranken Kinder, doch um ihr Leben zu retten, muss er einen unkonventionellen Weg gehen. &#8222;Ausnahmesituation&#8220; ist einer dieser Filme wie &#8222;Lorenzos &Ouml;l&#8220;, die den Kampf gegen angeblich unheilbare Krankheiten schildern.. Die extreme Dramatisierung von Elternliebe st&ouml;&szlig;t auf einige Probleme, wenn man wissenschaftliche Entwicklung in einem Film sichtbar und interessant machen muss. Denn unser Super-Daddy John Crowley (Brendan Fraser) ist einer dieser Internet-Patienten, die alles besser wissen. So ist er Privat-Spezialist &uuml;ber Morbus Pompe, dieser seltenen Stoffwechselkrankheit, die zwei seiner drei Kinder nur wenige Jahre zum Leben l&auml;sst. Und John kontaktiert den ber&uuml;hmtesten Forscher auf diesem Gebiet, Dr. Robert Stonehill (Harrison Ford). Zusammen gr&uuml;nden sie eine Biotech-Firma, die Medikamente schneller entwickeln soll, als es die universit&auml;re Wissenschaft im Zusammenspiel mit der Industrie schafft. Das h&ouml;rt sich nicht unbedingt prickelnd an und hat tats&auml;chlich auch seine L&auml;ngen. Abgesehen von der v&ouml;llig vorhersehbaren Rezeptur mit wenig risikofreudigen Zutaten bei Schauspiel und Inszenierung.</p>
<p> Die Formel f&uuml;r diesen Film ist keine sensationell neue Entdeckung. Es gibt sie in allen m&ouml;glichen Billigvarianten, und w&auml;hrend bei Medikamenten der Nachbau genau so gut ist, wurde bei diesem Film reichlich gespart. Abgesehen davon, dass Daddy John immer wieder gegen die Regeln der Wissenschaft verst&ouml;&szlig;t und seine pers&ouml;nliche Betroffenheit erfolgreich gegen die verordnete Objektivit&auml;t einsetzt, erf&auml;hrt man nicht schockierend viel &uuml;ber die Mechanismen der Pharmaindustrie, obwohl dem Film eine &#8222;wahre Geschichte&#8220; (Geeta Anand: &#8222;The Cure&#8220;) zugrunde liegt. Wie man Milliarden an Gewinnen einsackt, ist kein Thema. Nur ein Gespr&auml;ch mit Geldgebern betont nebenbei, dass die Patienten ein Leben lang f&uuml;r die neue Medizin bezahlen m&uuml;ssten.</p>
<p> So &uuml;berl&auml;sst die Dramaturgie den Ablauf einem z&auml;hfl&uuml;ssigen Wechsel zwischen r&uuml;hrenden Momenten rund um die bedrohte Familie und einem m&uuml;den Gesch&auml;ft-Krimi um den schnellsten Weg, ein Medikament zu entwickeln. Brendan Fraser wirkt wie ein meist grinsender Rollen-Roboter. Meredith Droeger, die Darstellerin der kranken Tochter Megan, belebt den Film noch ein wenig mit ihrer frischen, unverfrorenen Art. Ko-Produzent Harrison Ford legt ein paar Schl&uuml;sselszenen hin, die den schwachen Film aber auch nicht rausrei&szlig;en.<br /> </font>  </p>
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		<title>Auftrag Rache</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 11:45:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
	<category>Kritiken GHJ</category>
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		<description><![CDATA[      USA, Gro&#223;britannien 2010 (Edge of Darkness) Regie: Martin Campbell mit Mel Gibson, Ray Winstone, Danny Huston 114 Min.
 Einem nicht gerade perfekten Vater wird die erwachsene Tochter vor seiner Haust&#252;r ermordet. Der Polizist Thomas Craven (Mel Gibson) m&#252;sste vom Fall abgezogen werden, aber da der Schuss anscheinend ihm galt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>     <font FACE="Geneva, Verdana, Helvetica, Arial"><br /> USA, Gro&szlig;britannien 2010 (Edge of Darkness) Regie: Martin Campbell mit Mel Gibson, Ray Winstone, Danny Huston 114 Min.</p>
<p> Einem nicht gerade perfekten Vater wird die erwachsene Tochter vor seiner Haust&uuml;r ermordet. Der Polizist Thomas Craven (Mel Gibson) m&uuml;sste vom Fall abgezogen werden, aber da der Schuss anscheinend ihm galt, bleibt er im Job und forscht auf eigene Faust. Craven ist ein bemerkenswert gradliniger Mensch. Seine Regeln sind einfach: Sei ehrlich. Verletze keinen, der es nicht verdient. Lass dich nicht von den Schlechten kaufen. Mit diesen Maximen mischt er ein Konglomerat aus Atomindustrie und Geheimdiensten auf, die von der Regierung bis zum kleinen Polizisten alles kontrollieren und korrumpieren. Seine Tochter war dem Atomskandal auf der Spur und wurde radioaktiv verseucht. Nun &uuml;bernimmt der alleinstehende Craven. Ein Typ, der nicht zu verlieren hat und &#8222;sich einen Schei&szlig;dreck k&uuml;mmert&#8220;. Gef&auml;hrlich verbittert schnauzt er herum, wenn er &uuml;berhaupt etwas sagt.. Er legt sich mit wirklich allen an, gibt ihnen aber auch eine letzte Chance, ab jetzt sauber aus der Sache zu kommen.</p>
<p> Da niemand die Chance ergreift, bekommt der deutsche Titel trotz einiger stiller Momente doch recht: &#8222;Auftrag Rache&#8220; bleibt ein Rache- und Selbstjustiz-Film. Zweifel gibt es nicht im (privaten) Leben und Handeln des Thomas Craven. Vielleicht ist deswegen die Figur so geeignet f&uuml;r einen konventionellen Thriller, der in einzelnen Szenen, kurzen, heftigen Action-Segmenten und im R&auml;tsel spannend bleibt. Mel Gibson dominiert stoisch die Gro&szlig;aufnahme, aber viel eindringlicher ist der sehr geheime, ebenso melancholische wie britische Sicherheits-Berater Darius Jedburgh (Ray Winstone, &#8222;Sexy Beast&#8220;): Ein hochintelligenter, cooler Genie&szlig;er; aufrichtig aber auch sehr bedrohlich. Durch solche Momente gelang Martin Campbell, der damit seine eigene BBC-Serie neu verfilmte, eines der Heldenst&uuml;cke, f&uuml;r die man sich kurzzeitig interessieren kann, den der Held ist auch Mensch.<br /> </font>  </p>
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		<title>The Box</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 10:25:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
	<category>Kritiken GHJ</category>
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		<description><![CDATA[      USA 2009 Regie: Richard Kelly mit Cameron Diaz, Frank Langella, James Marsden 110 Min. FSK ab 16 Paramount (Kauf-DVD)
 Da macht einer drei der besten Filme des letzten Jahrzehnts und keiner von ihnen startet bei uns im Kino. Nach &#8222;Donnie Darko&#8220; (2001) und &#8222;Southland Tales&#8220; (2006) nun ein grandioses [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>     <font FACE="Geneva, Verdana, Helvetica, Arial"><br /> USA 2009 Regie: Richard Kelly mit Cameron Diaz, Frank Langella, James Marsden 110 Min. FSK ab 16<br /> Paramount (Kauf-DVD)</p>
<p> Da macht einer drei der besten Filme des letzten Jahrzehnts und keiner von ihnen startet bei uns im Kino. Nach &#8222;Donnie Darko&#8220; (2001) und &#8222;Southland Tales&#8220; (2006) nun ein grandioses St&uuml;ck Sartre-Cinema, ein hoch spannender und tiefsinniger philosophischer Mystery-Thriller: Norma (Cameron Diaz) und Arthur Lewis (James Marsden) bilden mit ihrem Sohn Walter eine Musterfamilie im auff&auml;llig aufger&auml;umten Bildrahmen. Aber finanzielle Probleme plagen diese vorbildlichen Amerikaner. Arthur entwickelte die Kamera der gerade auf dem Mars gelandeten Viking-Sonden, will als Astronaut ins All, wird aber abgelehnt. Norma erf&auml;hrt von Gehalts-K&uuml;rzungen, dabei muss ihr durch eine R&ouml;ntgen-&Uuml;berdosis verstrahlter Fu&szlig; dringend operiert werden.</p>
<p> Eines Tages steht eine Dose mit rotem Knopf vor der T&uuml;r. Die Gebrauchsanweisung dargeboten durch den d&auml;monischen Mr. Arlington Steward (Frank Langella), mit einer Brandwunde, die sein ganzes Gesicht entstellt, ist simpel: Wenn sie den Knopf dr&uuml;cken, wird irgendwo auf der Welt ein Unbekannter sterben und die Lewis&#8217; erhalten eine Millionen Dollar in Bar.</p>
<p> Das spannende moralische Experiment erweist sich als Schneeball-System, als Ketten-Spiel mit dem Tod. Es f&uuml;hrt zu einer ersten bitteren Lehre: Es gibt immer Konsequenzen! Nun ger&auml;t der Inhalt der &#8222;Box&#8220; vor lauter Verd&auml;chtigungen mysteri&ouml;s im Stile bedrohlicher Science Fiction-Filme der F&uuml;nfziger Jahre.</p>
<p> Die gro&szlig;e Verschw&ouml;rung bei der NASA, der Geheimdienst NSA und vielleicht auch &uuml;bersinnliche M&auml;chte im Spiel sind, zeigt im Bild (Kamera: Steven Poster) Nuancen von grau, in seine Seele ist dieser Film tiefschwarz. Un&uuml;berh&ouml;rbar ist der Hinweis auf Sartres &#8222;Geschlossene Gesellschaft&#8220;: Die H&ouml;lle sind die anderen. &#8222;Du hast Blut an deinen H&auml;nden&#8220;, wird nur noch sinnbildlich verstanden, wenn man f&uuml;r das Versprechen allgemeinen Wohlstands in Kauf nimmt, dass irgendwo auf der Welt der eine oder andere Mensch stirbt. Der &#8222;Test&#8220; endet nach Aussage des Stewards Arlington, wenn gen&uuml;gend Menschen nicht auf den Knopf dr&uuml;cken. Aber es wird weitere Tests geben. Seine gedankliche Komplexit&auml;t zeigt &#8222;The Box&#8220; auch im Bild, das beispielsweise die Mayflower und die Twin Towers hochpolitisch in einer Aufnahme zeigen, also Beginn und Zerst&ouml;rung des amerikanischen Traums.</p>
<p> &#8222;The Box&#8220; ist mit Einsprengseln von Arthur C. Clarke und klassischer Thriller-Musik (Win Butler, Regine Chassagne, Owen Pallett) so exzellent gestaltet, dass er im Kino laufen sollte. In Deutschland passiert dies aber erst einmal nicht. aber das scheint das Schicksal von Richard Kelly zu sein.<br /> </font>  </p>
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		<title>Boxhagener Platz</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 19:40:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
	<category>Kritiken GHJ</category>
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		<description><![CDATA[      BRD 2009 (Boxhagener Platz) Regie: Matti Geschonneck mit Gudrun Ritter, Michael Gwisdek, Samuel Schneider, J&#252;rgen Vogel, Meret Becker 102 Min. FSK: ab 6
 Der &#8222;Boxhagener Platz&#8220; liegt irgendwo zwischen &#8222;Sonnenallee&#8220; und &#8222;Good Bye, Lenin&#8220;: Im Jahre 1968 erlebt der Sch&#252;ler Holger J&#252;rgens Ost-Berlin in Form kleiner und gro&#223;er Dramen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>     <font FACE="Geneva, Verdana, Helvetica, Arial"><br /> BRD 2009 (Boxhagener Platz) Regie: Matti Geschonneck mit Gudrun Ritter, Michael Gwisdek, Samuel Schneider, J&uuml;rgen Vogel, Meret Becker 102 Min. FSK: ab 6</p>
<p> Der &#8222;Boxhagener Platz&#8220; liegt irgendwo zwischen &#8222;Sonnenallee&#8220; und &#8222;Good Bye, Lenin&#8220;: Im Jahre 1968 erlebt der Sch&uuml;ler Holger J&uuml;rgens Ost-Berlin in Form kleiner und gro&szlig;er Dramen. W&auml;hrend sich sein Vater, der Volks-Polizist Klaus-Dieter (J&uuml;rgen Vogel) und seine Mutter Renate (Meret Becker) heftigst streiten, k&uuml;mmert sich vor allem Oma Otti (Gudrun Ritter) um Holger und ist ein Fall f&uuml;r sich. Fünf Ehemänner hat sie schon unter die Erde gebracht. Ob sie deshalb so oft zum Friedhof geht? Oder weil zuhause der sechste schon schwer bettl&auml;gerig ist? Nebenbei werden bei der Gr&auml;berpflege auch geschmuggelter West-Kaffee und anr&uuml;chige Poesie ausgetauscht. Lieferant ist Karl Wegner (Michael Gwisdek), Ehemann sieben in spe und als Alt-Spartakist sowieso verd&auml;chtig. Vor allem als der Fischh&auml;ndler und alte Nazi Winkler (Horst Krause) eines Nachts erschlagen wird. Ausgerechnet als Omas Mann ein letztes Mal vor die T&uuml;r geht und daraufhin verscheidet. Haben Winkler seine zu forschen Spr&uuml;che oder seine Gesinnung umgebracht?</p>
<p> Das Panoptikum eines Ost-Berliner Volksviertels &#8222;Boxhagener Platz&#8220; strotzt nur so von historischen Anekd&ouml;tchen, guten Darstellern und politischen Nuancen. So wie aber auch die eine Kulissenstra&szlig;e in Babelsberg dies ganze Leben auffangen muss, hat auch der Film Probleme, aus den vielen netten Kleinigkeiten etwas Gro&szlig;es entstehen zu lassen.<br /> </font>  </p>
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		<title>Henri 4</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 20:40:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
	<category>Kritiken GHJ</category>
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		<description><![CDATA[      BRD, Frankreich, Spanien, &#214;sterreich 2009 (Henri 4) Regie: Jo Baier mit Julien Boisselier, Joachim Kr&#243;l, Roger Casamajor, Armelle Deutsch, Chlo&#233; Stefani 154 Min. FSK: ab 12
 Es sollte ein pers&#246;nliches Glanzst&#252;ck der &#252;beraus erfolgreichen Produzentin Regina Ziegler werden und wurde ein peinliches St&#252;ck Euro-Pudding, das auf der Berlinale kl&#228;glich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>     <font FACE="Geneva, Verdana, Helvetica, Arial"><br /> BRD, Frankreich, Spanien, &Ouml;sterreich 2009 (Henri 4) Regie: Jo Baier mit Julien Boisselier, Joachim Kr&oacute;l, Roger Casamajor, Armelle Deutsch, Chlo&eacute; Stefani 154 Min. FSK: ab 12</p>
<p> Es sollte ein pers&ouml;nliches Glanzst&uuml;ck der &uuml;beraus erfolgreichen Produzentin Regina Ziegler werden und wurde ein peinliches St&uuml;ck Euro-Pudding, das auf der Berlinale kl&auml;glich durchfiel: Der Historienfilm &#8222;Henri 4&#8220; nach den beiden Heinrich Mann-Romanen &#8222;Die Jugend des K&ouml;nigs Henri Quatre&#8220; und &#8222;Die Vollendung des K&ouml;nigs Henri Quatre&#8220;. Hintergrund ist der protestantische franz&ouml;sische K&ouml;nig (1553-1610), der eine Zeit blutigster Glaubenskriege mit vielen pers&ouml;nlichen Opfern beendete und Frankreich f&uuml;r eine kurze Weile befrieden konnte.</p>
<p> Klingt nach einem Stoff, der uns heute in den neuen Glaubenskriegen etwas sagen k&ouml;nnte. Doch &#8222;Henri 4&#8220; erz&auml;hlt uns nur, wie man es nicht machen sollte: Von seiner Kindheit an erlebt Henri grausame Schlachten, beh&auml;lt aber ein fr&ouml;hliches Gem&uuml;t und entwickelt eine Lust an sch&ouml;nen Frauen, an denen sich auch die Kamera auff&auml;llig satt sieht. Durch Vermittlung seiner Mutter und der &uuml;berm&auml;chtigen K&ouml;nigin-Mutter Katherina de Medici heiratet Henri Margot, die Schwester des K&ouml;nigs Karl IX. (Ulrich Noethen v&ouml;llig &uuml;berzogen). Nun bedarf es noch einer doppelten Portion Wahnsinn und Dekadenz, ein paar Meucheleien, schon ist Henri K&ouml;nig, aber trotzdem nicht gl&uuml;cklich.</p>
<p> Manchmal klingt Heinrich Mann in Dialog-Fetzen durch, doch fast alles andere ist unertr&auml;glich. Die k&uuml;nstliche Kost&uuml;m-Atmosph&auml;re, die deplatzierten Darsteller, etwa Joachim Kr&oacute;l als v&auml;terlicher Freund Henris. TV-Regisseur Jo Baier verhob sich mit dem &uuml;berlangen Historien-Schinken. Der ultimative Film zu diesem Wahnsinn von Religion und Herrschaft bleibt &#8222;Die Bartholom&auml;usnacht&#8220; von Patrice Ch&eacute;reau.<br /> </font>  </p>
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		<title>M�nner, die auf Ziegen starren</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 20:10:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
	<category>Kritiken GHJ</category>
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		<description><![CDATA[      USA, Gro&#223;britannien 2009 (The Men Who Stare at Goats) Regie: Grant Heslov mit George Clooney, Ewan McGregor, Jeff Bridges, Kevin Spacey 93 Min. FSK: ab 12
 Irgendwo im Filmland muss es eine Maschine geben, die Clooney klont. Es kann gar nicht sein, dass ein Schauspieler immer wieder so unterschiedlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>     <font FACE="Geneva, Verdana, Helvetica, Arial"><br /> USA, Gro&szlig;britannien 2009 (The Men Who Stare at Goats) Regie: Grant Heslov mit George Clooney, Ewan McGregor, Jeff Bridges, Kevin Spacey 93 Min. FSK: ab 12</p>
<p> Irgendwo im Filmland muss es eine Maschine geben, die Clooney klont. Es kann gar nicht sein, dass ein Schauspieler immer wieder so unterschiedlich auftritt! Zuletzt als empfindsamer Gesch&auml;ftmann und &Uuml;berflieger in &#8222;Up in the Air&#8220;. Dann der Clooney-Clooney in Soderberghs &#8222;Oceans&#8220;-Serie. Mit als Ableger eine Reihe witziger Kaffee-Werbungen. Zwischendurch mal im Irak als &#8222;Three Kings&#8220; auf Goldsuche. Und nun wieder im Krisengebiet als Vertreter mit besonderen F&auml;higkeiten und: Schnauzbart! Unglaublich!</p>
<p> Ebenso unfassbar ist die verr&uuml;ckte und &uuml;beraus spa&szlig;ige Story dieses &#8230; kaum einzuordnenden Films. Schon wie Bob Wilton (Ewan McGregor) von seiner Frau mit dem extrem unattraktiven Kollegen betrogen wird, ist ein Knaller. Frustriert begibt Bob sich nun auf Selbstmord-Mission in den Irak.. Dort begegnet er dem seltsamen Schnurrbarttr&auml;ger Lyn Casady (gro&szlig;artiger Clown: George Clooney), der erst behauptet Vertreter zu sein und dann sehr unglaubw&uuml;rdig vorgibt, einer Einheit f&uuml;r paranormale Kriegsf&uuml;hrung anzuh&ouml;ren, der &#8222;New Earth Army&#8220;. Er selbst sei ber&uuml;hmt geworden, weil er nur mit seinem Blick eine Ziege get&ouml;tet h&auml;tte. Wie sich das seltsame Duo nun auf &uuml;bersinnliche und sonstige F&auml;hrten macht, eine Geisel befreit und danach fast umbringt, in der W&uuml;ste verdurstet, um doch zu einem geheimen Ziel zu gelangen, ist aberwitzige Unterhaltung im besten Sinne.</p>
<p> R&uuml;ckblenden liefern reichlich Abstruses von einer Sondereinheit zu berichten, die einst Jeff Bridges in bester &#8222;Big Lebowski&#8220;-Manier anf&uuml;hrte. Hochrangige Milit&auml;rs lassen sich vom Flower Power einfangen. B&ouml;sartiger Gegner war immer der eifers&uuml;chtige Larry Hooper (Kevin Spacey), der die spirituelle Kraft f&uuml;r dunkle Pl&auml;ne einsetzte. Dass Jedi-Darsteller Ewan McGregor tats&auml;chlich zum Jedi-Soldaten wird und das Finale mit Hilfe von LSD die gute alte Hippie-Zeit aufleben l&auml;sst, macht den verr&uuml;ckten Star-Spa&szlig; zudem richtig sympathisch. Ein ganz anderer Antikriegs-Film - keine gro&szlig;e Mission, aber ein kleines, utopisches St&uuml;ck Freiheit.<br /> </font>  </p>
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