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	<description>- Das erste Online Filmmagazin Deutschlands, seit 1996 - Über 3000 Artikel, Kritiken und Festivalberichte</description>
	<pubDate>Thu, 17 May 2012 14:15:04 +0000</pubDate>
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		<title>Schlag</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 14:15:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Cannes. Ein Fest mit großem Staraufgebot, dazu ein Spektakel für Augen und Ohren im Kino war die Eröffnung der 65. Filmfestspiele in Cannes. Für die wichtigste Nebensache dabei, sorgte Regisseur Wes Anderson mit seinem genialen Kunstwerk „Moonrise Kingdom&#34;, ein bis ins kleinste Detail verschrobenes und verspieltes Romantik-Abenteuer zweier exzentrischer Jugendlicher.
Doch vor den Film hat der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Cannes. Ein Fest mit großem Staraufgebot, dazu ein Spektakel für Augen und Ohren im Kino war die Eröffnung der 65. Filmfestspiele in Cannes. Für die wichtigste Nebensache dabei, sorgte Regisseur Wes Anderson mit seinem genialen Kunstwerk „Moonrise Kingdom&quot;, ein bis ins kleinste Detail verschrobenes und verspieltes Romantik-Abenteuer zweier exzentrischer Jugendlicher.</p>
<p>Doch vor den Film hat der Cannes-Gott den Roten Teppich mit den am häufigsten fotografierten Treppenstufen der Welt gesetzt  - &quot;Les Marches&quot; schwärmt der Franzose. Den Sexismus (eines Wettbewerbs ohne Regisseurinnen) auf die Spitze trieb Alec Baldwin, der seine Verlobte (in den Medien auch ohne Namen), die Stufen zum Palast hochtrug. Man kann diesen Wesen auch nicht zumuten, wie Jury-Mitglied Diana Kruger auf der Suche nach irgendeiner Hochzeit, exorbitante Schleppen selbst zu schleppen. Oder es länger in gemeingefährlichen High Heels auszuhalten. Dagegen sollen übrigens spezielle Einlage-Sohlen helfen, mit denen ein &quot;Gift Store&quot; im Hilton Hotel Stars beschenkt, die sich hierhin verirren. Passender Name der heißen Sohlen: Red Carpet - Roter Teppich! Bill Murray setzte seine spezielle Note beim Verkleidungszwang mit einer knallbunten Fliege. Wer seine vergessen hat, bekommt im Supermarkt ein Billigst-Modell für nur 35 Euro!</p>
<p>Murray glänzt auch im neuen Wes Anderson Wettbewerbs-Starter „Moonlight Kingdom“ wieder mit Verschrobenheit. Wie aus einem Puppenhaus ganz großes Kino wird, ist das wunderbare Erlebnis, dass Wes Anderson zur Eröffnung in Cannes präsentierte: Absonderliche Familien zeigte er schon in den „Royal Tenenbaums“ und in „The <em>Darjeeling</em> Limited“. Nun paart er solch einen herrlich skurrilen Haufen mit noch etwas schrägeren Pfadfindern, macht das Ganze zu einer Benjamin Britten-Oper, mischt Motive von Tiermärchen unter und verbreitete in Design und Farben der 60er Jahre großen Spaß. Um reinzukommen, lasse man einfach „Le Temps de l&#39;Amour“ von Françoise Hardy anklingen.</p>
<p>Es ist das Jahr 1965 und in 3 Tagen wird ein historischer Wirbelsturm über diese Region hereinbrechen. Der Pfadfinder-Flüchtling Sam (Jared Gilman) und die zwischen depressiv und cholerisch schwankende Suzy (Kara Hayward), Tochter einer Anwaltsfamilie Bishop, haben ihr Abenteuer auf der Neuengland-Insel lange vorbereitet. Während er im Stile von „Die Verurteilten“ aus dem Zelt mit einem absurden Loch, um das eigentlich eine Wand gehört, abhaut, kommt sie mit Koffer, Katze und tragbarem Plattenspieler zur romantisch vernebelten Bucht, die später Moonrise Kingdom genannt wird. Die beiden ungewöhnlichen Teenager verhalten sich weiterhin nicht nach der Regel &quot;Wes Brot ich ess, des Lied ich sing&quot; und tanzen zu Françoise Hardy den Rock ihrer ersten Liebe. (Dieser Genitiv-Kalauer musste sein.)</p>
<p>Wie noch nie zuvor gelingt es Wes Anderson, seine eigenwilligen Visionen mit ganz allgemeingültigen Gefühlen zu verbinden. Wie immer bewegt sich bei ihm die Kamera durch die bis ins kleinste Detail liebevoll konstruierten oder restaurierten Räume eines sehr großen Puppenhauses. So mussten Zelte im Schottenmuster her und auch die Requisiten sind so, dass Bill Murray zugibt, einige geklaut zu haben. Insgesamt ein Dekor, ein ganzer Film zum sich Reinsetzen - wohlgemerkt nicht ins Kino, das ist selbstverständlich, direkt in den Film will man, in das Haus der Bishops oder in die Bucht von Sam und Suzy. </p>
<p>Auf einer ganz anderen Ebene wird ganz am Anfang des Films Brittens &quot;Young Persons Guide to the orchestra&quot; aufgelegt. Die Familien der Instrumente sowie Percells Variantionen dazu  ergeben ein Zusammenspiel mit der Handlung, das man sich noch mal in Ruhe anhören muss. Ko-Autor Roman Coppola ist übrigens ein zweites Mal im Wettbewerb, bei Walter Salles &quot;On the Road&quot; war er Produzent.</p>
<p> </p>
<p>Längst war die Bühne, auf der Beth Ditto einen Auftritt hatte, wieder vom Glamour befreit, als die Presse bekam an gleicher Stelle zum Frühstück das heftige Drama „De Rouille et d&#39;os&quot; mit einer großartigen Marion Cotillard vorgesetzt. Die Piaf- und Coco Chanel-Darstellerin spielt im neuen Film vom Cannes-Sieger Jacques Audiard ( „Ein Prophet&quot;) eine Orca-Trainerin, der bei einem Unfall beide Beine abgebissen werden. Das ist extrem heftig inszeniert und tatsächlich wichtiger als ihre unbedeckten Brüste, die das Boulevard interessierten. Noch wichtiger eigentlich die Hauptrolle vom Flamen Matthias Schoenaerts („Bullhead“), der einen Kickboxer spielt, der sich weder um die am Boden zerstörte Frau noch um seinen kleinen Sohn kümmert - außer wenn er seine Fäuste einsetzen kann, um den ins Eis eingebrochenen Kleinen zu retten. Zwischen den Spielorten Côte d&#39;Azur und Ardennen, zwischen großen Namen und intensivstem Autoren-Drama packt der sehr starke Film in fast jeder Szene. Stärker noch: Er haut um, schockt, bewegt, erschüttert. </p>
<p>„De Rouille et d&#39;os&quot;  ist übrigens der erste von zwei Startern im Wettbewerb, die aus Lüttich stammen. Eine Produktionsfirma ist &quot;Les Films de Fleuve&quot; der Brüder Dardenne. Sie sind irgendwie immer in Cannes, auch wenn sie gerade keinen neuen Film haben. So wie Bouli Lanners, der Regisseur und Darsteller aus Lüttich, diesmal mit einer endlich ernsten Rolle als Kampf-Manager der  tragischen Hauptfigur.</p>
<p>Außerhalb des Wettbewerbs enttäuschte Cannes-Liebling Fatih Akin: Für seine „Heimat“-Doku „Der Müll im Garten Eden“ drehte er fünf Jahre im türkischen Dorf Camburnu, aus dem seine Eltern stammen. Ein politischer Beschluss machte aus den idyllischen Hügeln am Schwarzen Meer eine Hölle aus Gestank, Tierplagen und schwarzem Grundwasser.  Der Film stellt zwar den aussichtlosen Kampf der – vor allem – Frauen aus dem Ort dar, schafft es aber nicht, über den Tellerrand hinaus zu blicken. Das Wort Müllvermeidung fällt kein einziges Mal. Das hinterlässt keinen besonderen Footprint im Festivalgeschehen und man kann sich ganz aufgeräumt wieder dem Wettbewerb widmen. Ulrich Seidls  „Paradies: Liebe“ ist hoffentlich verführerischer. </p>
<p> </p>
<p> </p>
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		<title>Der Diktator</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 20:15:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars Tuncay</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[USA 2012 (The Dictator) Regie: Larry Charles mit Sacha Baron Cohen, Anna Faris, Ben Kingsley 83 Min.
Politsatire und Peniswitz liegen bei Sacha Baron Cohen nur eine Szene entfernt, da macht auch sein neuer Film keine Ausnahme.
Nach den semi-dokumentarischen „Borat“ und „Brüno“ haben Cohen und sein Kollaborateur Larry Charles diesmal die Form der Fiktion gewählt, reichern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>USA 2012 (The Dictator) Regie: Larry Charles mit Sacha Baron Cohen, Anna Faris, Ben Kingsley 83 Min.<br />
Politsatire und Peniswitz liegen bei Sacha Baron Cohen nur eine Szene entfernt, da macht auch sein neuer Film keine Ausnahme.<br />
Nach den semi-dokumentarischen „Borat“ und „Brüno“ haben Cohen und sein Kollaborateur Larry Charles diesmal die Form der Fiktion gewählt, reichern ihr Drehbuch aber mit unzähligen Bodychecks auf aktuelles politisches Geschehen und Bildmaterial aus den Tagesnachrichten an. Als despotisches Oberhaupt des nordafrikanischen Staates Wadiya reist Admiral General Aladeen mit einem Tross aus Kamelen und Lamborghinis nach Amerika, um seine Hasstiraden vor der UN zu schwingen, als er entführt und durch einen kleingeistigen Doppelgänger ersetzt wird.<br />
Der Weg zurück an die Macht gibt sich zumindest bis kurz vor dem Finale nicht mit lästigen Dingen wie Läuterung und Einsicht des entthronten Diktators ab. Cohen erlaubt sich, was sich auf der Leinwand sonst niemand erlaubt und ausnahmslos alle bekommen ihr Fett weg. Nicht jeder Gag sitzt und Fremdschämen ist King, aber Cohens Dreistigkeit gehört bewundert. Hier darf man über amerikanische Vorurteile ebenso herzhaft lachen wie über Osamas Stuhlgang. Der britische Komiker sprengt dabei zwar immer wieder die Grenzen des guten Geschmacks und verfällt in pubertär-platten Humor. Damit ist er aber nicht weit entfernt von den Pythons oder „Little Britain“ und steht damit durchaus in guter Tradition. Auch wenn am Ende die Liebe gewinnen muss und das Finale fast milde ausfällt, hat sich Cohen für den Epilog noch einen wunderbar ätzenden Kommentar aufgehoben.</p>
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		<title>Lachsfischen im Jemen</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 13:15:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars Tuncay</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[GB 2011 (Salmon Fishing in the Yemen) Regie: Lasse Hallström mit Ewan McGregor, Emily Blunt, Kristen Scott Thomas
Lasse kann&#8217;s nicht lassen. Dabei beginnt die von Simon Beaufoy (Oscar für „Slumdog Millionaire“) geschriebene Geschichte so schwungvoll. Der Fischereifachmann Dr. Alfred Jones (wunderbar englisch: Ewan McGregor) wird von einem Scheich damit beauftragt, britischen Lachs in den Jemen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>GB 2011 (Salmon Fishing in the Yemen) Regie: Lasse Hallström mit Ewan McGregor, Emily Blunt, Kristen Scott Thomas<br />
Lasse kann&#8217;s nicht lassen. Dabei beginnt die von Simon Beaufoy (Oscar für „Slumdog Millionaire“) geschriebene Geschichte so schwungvoll. Der Fischereifachmann Dr. Alfred Jones (wunderbar englisch: Ewan McGregor) wird von einem Scheich damit beauftragt, britischen Lachs in den Jemen zu schaffen, damit er den frisch gebauten Kanal hinauf schwimmt. Kristin Scott Thomas ist in Hochform als bissige Pressesprecherin des Premierministers, Emily Blunt schlicht bezaubernd als Jones Assistentin und Love Interest. In der zweiten Hälfte versumpft die scharfzüngige Brit-Satire aber im Romantikmatsch und der Hallström-Faktor gewinnt überhand. Es klebt und kitscht as Kitsch can und die Lachse springen in den Sonnenuntergang. Schade, schade.</p>
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		<title>Our Idiot Brother</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 13:45:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[  USA 2011 (Our Idiot Brother) Regie: Jesse Peretz mit Paul Rudd, Elizabeth Banks, Zooey Deschanel, Emily Mortimer 90 Min. FSK o.A.   Ned (Paul Rudd) ist ein herzensguter Kerl. So gut, dass er auf einem „farmers market“ bei New York einem Polizisten ein Tütchen Gras schenken will, weil der Mann in Uniform [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>  USA 2011 (Our Idiot Brother) Regie: Jesse Peretz mit Paul Rudd, Elizabeth Banks, Zooey Deschanel, Emily Mortimer 90 Min. FSK o.A.   Ned (Paul Rudd) ist ein herzensguter Kerl. So gut, dass er auf einem „farmers market“ bei New York einem Polizisten ein Tütchen Gras schenken will, weil der Mann in Uniform ja so gestresst ist&#8230; Damit wandert Ned nicht nur in den Knast, nach der Rückkehr schmeißt ihn auch die total alternative Superegoistin aus Beziehung und Biobauernhof raus. Schlimm ist dabei vor allem Neds herzzerreißende Trennung von seinem geliebten Hund Willy Nelson. Nach diesem Auftakt kommt der Latzhosen-Mann bei seiner netten, toleranten Familie unter. Da gibt es die Mutter, eine lesbische und zwei andere Schwestern, nur keine finanzielle Unterstützung für den schrecklich naiven Späthippie, der aussieht wie ein kleiner Bruder des Dude Lebowski. Sie werden es alle bereuen, die Schwesterlein - drei jede auf eigene Art schrille Ladies, die sich in ihrer extremen Selbstsucht ähneln. Ohne allzu viel zu tun oder zu wollen, außer nett und naiv zu sein, sprengt Ned wunderbar sanft die Leben seiner Schwestern.   Die liebevoll komische Geschichte vom Narren, der immer die Wahrheit sagt, ist zwar voll im Heute situiert, könnte aber auch Märchen oder eine Parabel sein. Ein erfrischend komisches Märchen, das keine Nebenfiguren hat und durchgängig großartig besetzt ist. Selbstverständlich begleitet von Willie Nelson-Liedern. Allerdings nimmt auch Ned Schaden, bei zweiten Mal ist es kein Versehen, dass er seinem Bewährungsoffizier von einem Joint erzählt. Die Nachricht aus dem Knast an die Familie lautet „Go, fuck yourselfs“ - Ihr könnt mich mal! Dass sich nun alle plötzlich bessern und ihrem Leben eine andere Richtung geben, ist etwas zu viel des Guten. Ebenso, dass Willi Nelson am Ende auf der Hundewiese eine Dolly Parton trifft.</p>
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		<title>Hanni &amp; Nanni 2</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 12:45:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[  BRD 2012 Regie: Julia von Heinz mit Jana Münster, Sophia Münster, Heino Ferch, Suzanne von Borsody, Anja Kling, Katharina Thalbach, Carolin Kebekus 90 Min. FSK o.A.   Never change a winning Lindenhof! „Hanni &#38; Nanni 2“ ist der eineiige Zwillings-Film zum ersten Kinoerfolg und wird wieder die kleinen Zuschauer begeistern. Minimale Variationen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>  BRD 2012 Regie: Julia von Heinz mit Jana Münster, Sophia Münster, Heino Ferch, Suzanne von Borsody, Anja Kling, Katharina Thalbach, Carolin Kebekus 90 Min. FSK o.A.   Never change a winning Lindenhof! „Hanni &amp; Nanni 2“ ist der eineiige Zwillings-Film zum ersten Kinoerfolg und wird wieder die kleinen Zuschauer begeistern. Minimale Variationen erhalten die Freundschaft, obwohl Lilli, die nervig laut singende Cousine, sich wenig Freunde macht, als sie jetzt auch in Lindenhof ist. Anfangs gibt es reichlich Verwicklungen, so erfährt Lilli von ihrer Mutter, dass Hanni und Nannis Eltern sich getrennt haben und plaudert dieses an Hanni aus. Die will ihre Schwester schützen und verrät nichts, was nur Probleme einbringt. Das Internat ist immer noch in Geldnöten, Teile sind schon als Schafweide verpachtet, wobei es es nicht nur Schafe auf der Wiese gibt. Alles gipfelt darin, dass Nanni durch eine Verwechslung entführt wird. Sie ruft Hanni zu Hilfe, denn die Kinder spüren, dass die Erwachsenen grad mit sich selbst beschäftigt sind&#8230;   Nach dem gleichen Konzept wie bei Film 1 werden einige Problem auf- und am Ende wieder abgebaut, ansonsten alles Friede, Freude, Butterkuchen beim friedlichen Lindenhofidyll mit den vielen bunten Farben. Das allerdings so rasant schnell, dass man kann kaum Luft holen kann. So kann die Filmserie problemlos bis Teil 100 fortgesetzt werden.</p>
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		<title>Lachsfischen im Jemen</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 09:15:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[  Großbritannien, 2011 (Salmon Fishing in the Yemen) Regie: Lasse Hallström mit Ewan McGregor, Emily Blunt, Amr Waked, Kristin Scott Thomas, Tom Mison 108 Min. FSK ab 6   Herrlich, wie dieser verstaubte britische Beamte Dr. Alfred Jones (Ewan McGregor im Tweed) seine Zeit im Büro absitzt und den perfekten Angelwurf übt. Er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>  Großbritannien, 2011 (Salmon Fishing in the Yemen) Regie: Lasse Hallström mit Ewan McGregor, Emily Blunt, Amr Waked, Kristin Scott Thomas, Tom Mison 108 Min. FSK ab 6   Herrlich, wie dieser verstaubte britische Beamte Dr. Alfred Jones (Ewan McGregor im Tweed) seine Zeit im Büro absitzt und den perfekten Angelwurf übt. Er sitzt ja auch im Landwirtschafts-Ministerium seine Zeit ab. Und in einer weder besonders leidenschaftlichen, noch freuvollen Ehe. Ausgerechnet den muss die flotte Harriet (Emily Blunt), die gerade von einem stürmischen Soldaten erobert wurde, für ihren reichen, arabischen Auftraggeber überzeugen, Lachse im Jemen anzusiedeln. Denn dieser Scheich (Amr Waked) hat mal eine andere Vision: Keine Formel 1-Strecke, keine Palmen-Insel, nein, ein Strom voller Lachse soll durch die Wüste fließen. Der Scheich angelt gerne, nicht nur auf seinem schottischen Schloss. Da auch die britische Außenpolitik gerade ein weiteres Desaster in Afghanistan erlebt, entdeckt die Presse-Chefin des Premierministers (Kristin Scott Thomas) die völlig bescheuerte Fisch-Umsiedlung als „positives Projekt britisch-arabischer Zusammenarbeit“ und schmeißt ihm auch ein paar Millionen hinterher&#8230;   So schön bescheuert wie die ganze Aktion hat Drehbuchautor Simon Beaufoy („127 Hours“, „Slumdog Millionär“) die Figuren und die Dialoge geschrieben, die dies alles ironisieren. Vor allem Kristin Scott Thomas ist als Presse-Tusse Patricia Maxwell so gnadenlos zynisch und herrisch, dass man wünscht, es sei ihr Film. Aber, man möchte einen von Patricias deftigen Flüchen ablassen, dieses filmische Fischen im Erfolgsbuch vom ehemaligen Ingenieur Paul Torday, wird als romantische Komödie verkauft und erreicht auf diesem Terrain die Trockenheit der immer mal wieder schön gefilmten jemenitischen Lokalitäten. Wie der nerdige Sonderling Alfred und die lebensfrohe Harriet zusammenkommen, kann man höchstens mit der Liebe für ein gemeinsames Projekt erklären, dem der Scheich trotz einiger Reden und weiser Sprüche (während er bis zum Bauch im Wasser steht und angelt) keinen tieferen Sinn abgewinnen kann. Hier, vor den geplanten Traumkulissen, versandet nicht nur der spöttische Schwung der Geschichte, es wird sogar ärgerlich, wenn dem Märchenscheich eine unfassbar naive Revolte entgegengesetzt wird. Dieses Buch entstand weit vor der Arabellion!   Lachse schwimmen gegen den Strom. Lasse schwimmt immer mit dem Main- und dem Hallström. So kann man die Erkenntnis in einen Satz verkalauern, dass der sehr talentierte schwedische Regie-Veteran („ABBA - The Movie“) immer wieder Bestseller auf ansehnliche Kinoerfolge eindampft. Sei es „Schiffsmeldungen“ (2001), „Chocolat“ (2000) oder Ivings „Gottes Werk &amp; Teufels Beitrag“ (1999) - immer denkt man, so banal kann doch das Buch nicht gewesen sein. „Das Feld der Träume“ will auf diesem Wüstenboden nicht angehen. Der kleine melodramatische Ausflug in Richtung Nicolas Sparks, als Harriets Soldat vermisst wird, vermittelt zu wenig echtes Gefühl. Abba, verzeihung: Aber wenn nur die Chemie funktioniert hätte, dann würde man alles andere tolerieren. Doch Ewan ist nur niedlich und während man Harriet nicht wünscht, als zweite Ehefrau an dieser Seite zu versauern, weiß man, seit „Young Victoria“ (2009) und „Sunshine Cleaning“ (2008), dass auch Emily Blunt mehr kann. So will man dauernd zurückschalten, zu Alfreds Chef Bernhard, der verzweifelt versucht, 10.000 Lachse von fanatischen schottischen Anglern loszueisen. Und zur Medien-Zicke Patricia, die selber auch entschieden hätte, alle anderen ertrinken zu lassen, damit es ihr Film wird.  </p>
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		<title>Marley</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 12:45:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[  USA/Großbritannien, 2012 (Marley) Regie und Buch: Kevin Macdonald 145 Min. FSK ab 6   Der Schotte Kevin Macdonald erzählt in mehr als zwei packenden Stunden das Leben der Reggae-Legende Bob Marley (1945-1981). Obwohl aus Marleys Jugend in ärmsten Verhältnissen auf Jamaika kaum Dokumente existieren, schafft es der Regisseur vom „Last King of [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>  USA/Großbritannien, 2012 (Marley) Regie und Buch: Kevin Macdonald 145 Min. FSK ab 6   Der Schotte Kevin Macdonald erzählt in mehr als zwei packenden Stunden das Leben der Reggae-Legende Bob Marley (1945-1981). Obwohl aus Marleys Jugend in ärmsten Verhältnissen auf Jamaika kaum Dokumente existieren, schafft es der Regisseur vom „Last King of Scotland“ und Cutter der You-Tube-Kompilation „Life in a Day“ mit vielen originellen Geschichten ein ambivalentes Bild des weltweit verehrten Musikers zu zeichnen. Dabei müssen die Hits wie „One Love“ oder „No woman, no cry“ gar nicht ausgespielt werden, ebenso faszinierend wie der musikalische Siegeszug eines von allen Seiten verachteten Mischlings - „German Boy“ nannte man den Weißhäutigen - ist die religiöse Komponente des Rastafari und die persönliche eines Mannes, der immer behauptete, keinen Ehrgeiz zu haben, aber seine elf Kinder von sieben Frauen beim Wettrennen immer schlagen musste. In kommentierenden Einblendungen und über die pointiert gewählten Aussagen der Zeitzeugen steckt keine Mystifizierung sondern überraschend viel Humor. Sogar bis zum tragischen Ende, als der schwer krebskranke Jamaikaner, der zwischendurch auch mit der Miss World 1976 zusammen war, ausgerechnet in der Klinik eines obskuren holistischen Arztes im oberbayrischen Rottach-Egern eingeschneit zu sehen ist.<br />
Macdonald ist Enkel der Regie-Legende Emeric Pressburger und feiert die Premiere des Films bei der Berlinale 2012 während seine Frau Tatiana am gleichen Abend in London den Britischen Filmpreis für das beste Produktions-Design erhielt.  </p>
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		<title>Die Kunst zu lieben (2011)</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 12:30:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[  Frankreich, 2011 (L&#8217;art d&#8217;aimer) Regie und Buch: Emmanuel Mouret mit François Cluzet, Frédérique Bel, Julie Depardieu, Emmanuel Mouret, Pascale Arbillot 88 Min.   Eine Melodie des Verliebens soll es geben, erzählt ein Komponist zu Beginn des Films. Er selbst erweckt bei seinen Zuhörern die Erinnerung daran, obwohl er die Melodie selbst nie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>  Frankreich, 2011 (L&#8217;art d&#8217;aimer) Regie und Buch: Emmanuel Mouret mit François Cluzet, Frédérique Bel, Julie Depardieu, Emmanuel Mouret, Pascale Arbillot 88 Min.   Eine Melodie des Verliebens soll es geben, erzählt ein Komponist zu Beginn des Films. Er selbst erweckt bei seinen Zuhörern die Erinnerung daran, obwohl er die Melodie selbst nie gehört habe. So ähnlich wirkt dieser in freundlichster Auslegung „nette“ Episodenfilm, der Liebe konjugieren will, aber nie ein Gefühl dafür hervorruft. Selbstverständlich findet sich dies alles postkarten-schön in Paris, der Stadt der Liebesversuche.   Da drängt die Freundin der untersexten Frau quasi den Freund fürs Bett auf - nur leihweise wohlgemerkt, und es sei ja nur wie eine Massage. Was in der geschickten Montage des Films erst ein Traum war, wiederholt sich für Isabelle bald ganz real. Eine andere Geschichte amüsiert sich an den Liebes-Schmerzen eines jungen Paares. Nach einem ziemlich unnötigen Eifersuchts-Streit einigen sie sich auf ein Gleichgewicht des Schreckens. Doch keiner nutzt den Freifahrtschein und nun tun beide so als gingen sie fremd, während sie beim Doppelselbstbetrug einsam gequält im gleichen Café sitzen, ohne voneinander zu wissen. Eine glückliche Mutter überzeugt die Freundin davon, mit ihrem aufdringlichen Verehrer anonym ins komplett abgedunkelte Bett zu gehen, mit sehr verdrehten Folgen. Beim komödiantischen Schauspiel am überzeugendsten sind die holperigen Annäherungsversuche zweier Nachbarn: Achille (François Cluzet) und seine neue, sehr lustvolle Anwohnerin (Frédérique Bel) kommen immer wieder nicht zueinander, weil sich beide als schwierige Spontaneitätsbremsen erweisen. Mit Judith Godréche („Das Schmuckstück“) oder Julie Depardieu („Ein Geheimnis“) sorgen auch weiteren gute französische Darstellern für das gekonnte Spiel mit den Wirrungen und Irrungen ums große Gefühl. Die große Kunst des Liebesfilms ist das Werk des routinierten Regisseurs Emmanuel Mouret („Küss mich Bitte“) dabei allerdings nicht. Eher eine nette Nichtigkeit.</p>
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		<title>Kill me please</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 09:45:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
	<category>Kritiken GHJ</category>
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		<description><![CDATA[ Frankreich, Belgien 2010 (Kill me please) Regie: Olias Barco mit Aurélien Recoing, Benoît Poelvoorde, Muriel Bersy, Nicolas Buysse 96 Min. FSK ab 16
Selbstbestimmt Sterben ist besonders in Deutschland ein heikles Thema. Da tut der fast anarchische, aber auf jeden Fall herrlich schwarz-humorige Umgang von „Kill me please“gut: Im winterlichen Dekor erwartet ein altes Hotel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> Frankreich, Belgien 2010 (Kill me please) Regie: Olias Barco mit Aurélien Recoing, Benoît Poelvoorde, Muriel Bersy, Nicolas Buysse 96 Min. FSK ab 16<br />
Selbstbestimmt Sterben ist besonders in Deutschland ein heikles Thema. Da tut der fast anarchische, aber auf jeden Fall herrlich schwarz-humorige Umgang von „Kill me please“gut: Im winterlichen Dekor erwartet ein altes Hotel auf dem Lande seine Gäste.. Die sind allerdings hier im Geiste von „Hotel California“ „You can check out anytime you like, but you can never leave“. Lebend jedenfalls kommen sie hier nicht raus, weil Dr. Krueger (Aurélien Recoing) seiner erlesenen Kundschaft einen schönen, selbstbestimmten Tod anbietet. In der einzigartigen Einrichtung wirkt der Todeswunsch auf den ersten Blick dekadent. Ein bekannter Regisseur (Benoît Poelvoorde) gibt vor, unheilbar krebskrank zu sein, nur um aufgenommen zu werden. Ein Intellektueller stirbt beim Sex mit einer Studentin. Dies war sein letzter Wunsch.<br />
Der immer gefasste Anstaltsleiter Krueger, der seine Emotionen beim Joggen ausschwitzt, sieht sich als Künstler, der erst in Zukunft anerkannt wird. Er ist aber auch ehrlich begeistert, als eine Kundin einfach nach Hause will. Was sich plötzlich als schwierig erweist, weil die Dorfbevölkerung gegen das Sterben in der Klinik aufbegehrt, indem sie alle abknallen will.<br />
Die Logik der braven Bürger ist herrlich einleuchtend im Sinne der Schildbürger: Wir wollen nicht, dass ihr euch umbringt, deswegen erledigen wir das! Das hat was vom Staat, der Selbstmord-Versuche mit der Todesstrafe belegt. Der skurril komische und dabei verblüffend kluge Film steigert die schizophrenen Situationen: Die Asthmatikerin, die eigentlich wieder leben wollte, muss außer Atem fliehen. Bei immer mehr ungeplanten Todesfällen durch Kopfschuss wird die Farce zu einem Krimi. Denn auch eine Dame von der Finanzpolizei ermittelt wegen Erbschleicherei.<br />
Der ganze Aufstand hat was von Frankenstein, aber auch den ebenso scharfsinnigen wie -züngigen Witz von Gesellschaftssatiren wie „Clockwork Orange“. „I hired a contract Killer“ heißt es hier gleich mehrfach, wobei das aberwitzige Motto „Ich bin lebensmüder Star - holt mich hier raus“ mit sehr sorgfältigen Personenzeichnungen (von Rapper bis zur alternden Diva) und gutem Schauspiel (u.a. Bouli Lanners und Saul Rubinek) unterfüttert ist. Auch wenn die Komödie schon sehr bitter ist, die Menschen zu Tieren wurden und der Horror ist da, bleibt „Kill me please“ trotz viel Blut dank passendem Schwarzweiß gnädig. Bis zur letzten, sozial und gesamtwirtschaftlich bitteren Note.</p>
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		<title>Kill me please ****</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 09:30:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
	<category>Kritiken GHJ</category>
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		<description><![CDATA[  Frankreich, Belgien 2010 (Kill me please) Regie: Olias Barco mit Aurélien Recoing, Benoît Poelvoorde, Muriel Bersy, Nicolas Buysse 96 Min. FSK ab 16   Selbstbestimmt Sterben ist besonders in Deutschland ein heikles Thema. Da tut der fast anarchische, aber auf jeden Fall herrlich schwarz-humorige Umgang von „Kill me please“gut: Im winterlichen Dekor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>  Frankreich, Belgien 2010 (Kill me please) Regie: Olias Barco mit Aurélien Recoing, Benoît Poelvoorde, Muriel Bersy, Nicolas Buysse 96 Min. FSK ab 16   Selbstbestimmt Sterben ist besonders in Deutschland ein heikles Thema. Da tut der fast anarchische, aber auf jeden Fall herrlich schwarz-humorige Umgang von „Kill me please“gut: Im winterlichen Dekor erwartet ein altes Hotel auf dem Lande seine Gäste.. Die sind allerdings hier im Geiste von „Hotel California“ „You can check out anytime you like, but you can never leave“. Lebend jedenfalls kommen sie hier nicht raus, weil Dr. Krueger (Aurélien Recoing) seiner erlesenen Kundschaft einen schönen, selbstbestimmten Tod anbietet. In der einzigartigen Einrichtung wirkt der Todeswunsch auf den ersten Blick dekadent. Ein bekannter Regisseur (Benoît Poelvoorde) gibt vor, unheilbar krebskrank zu sein, nur um aufgenommen zu werden. Ein Intellektueller stirbt beim Sex mit einer Studentin. Dies war sein letzter Wunsch.   Der immer gefasste Anstaltsleiter Krueger, der seine Emotionen beim Joggen ausschwitzt, sieht sich als Künstler, der erst in Zukunft anerkannt wird. Er ist aber auch ehrlich begeistert, als eine Kundin einfach nach Hause will. Was sich plötzlich als schwierig erweist, weil die Dorfbevölkerung gegen das Sterben in der Klinik aufbegehrt, indem sie alle abknallen will.   Die Logik der braven Bürger ist herrlich einleuchtend im Sinne der Schildbürger: Wir wollen nicht, dass ihr euch umbringt, deswegen erledigen wir das! Das hat was vom Staat, der Selbstmord-Versuche mit der Todesstrafe belegt. Der skurril komische und dabei verblüffend kluge Film steigert die schizophrenen Situationen: Die Asthmatikerin, die eigentlich wieder leben wollte, muss außer Atem fliehen. Bei immer mehr ungeplanten Todesfällen durch Kopfschuss wird die Farce zu einem Krimi. Denn auch eine Dame von der Finanzpolizei ermittelt wegen Erbschleicherei.   Der ganze Aufstand hat was von Frankenstein, aber auch den ebenso scharfsinnigen wie -züngigen Witz von Gesellschaftssatiren wie „Clockwork Orange“. „I hired a contract Killer“ heißt es hier gleich mehrfach, wobei das aberwitzige Motto „Ich bin lebensmüder Star - holt mich hier raus“ mit sehr sorgfältigen Personenzeichnungen (von Rapper bis zur alternden Diva) und gutem Schauspiel (u.a. Bouli Lanners und Saul Rubinek) unterfüttert ist. Auch wenn die Komödie schon sehr bitter ist, die Menschen zu Tieren wurden und der Horror ist da, bleibt „Kill me please“ trotz viel Blut dank passendem Schwarzweiß gnädig. Bis zur letzten, sozial und gesamtwirtschaftlich bitteren Note.</p>
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