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	<title>filmtabs</title>
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	<description>- Das erste Online Filmmagazin Deutschlands, seit 1996 - Über 3000 Artikel, Kritiken und Festivalberichte</description>
	<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 19:45:04 +0000</pubDate>
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		<title>Die Unsichtbare</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 19:45:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars Tuncay</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[D 2011 / R: Christian Schwochow / D: Stine Fischer Christensen, Ulrich Noethen, Dagmar Manzel 113 Min.
Der Vorhang wird sich bald öffnen. Dahinter herrscht Hektik und dann Panik: wo ist die Hauptdarstellerin? Ein Ruf geht durch die Gänge hinter der Bühne. Wo ist Fine?
Die Kamera wirft einen Blick zurück, als die große Rolle für die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>D 2011 / R: Christian Schwochow / D: Stine Fischer Christensen, Ulrich Noethen, Dagmar Manzel 113 Min.<br />
Der Vorhang wird sich bald öffnen. Dahinter herrscht Hektik und dann Panik: wo ist die Hauptdarstellerin? Ein Ruf geht durch die Gänge hinter der Bühne. Wo ist Fine?<br />
Die Kamera wirft einen Blick zurück, als die große Rolle für die junge Frau (Stine Fischer-Christensen) noch undenkbar erschien. Ihr Vater kam aus Dänemark und verschwand wieder. Zurück blieb sie mit ihrer Mutter (Dagmar Manzel) und ihrer geistig behinderten Schwester Juliane (Christina Drechsler). Neben ihrer Leidenschaft, dem Theater, muss sie sich um Jule kümmern, wenn die Mutter arbeitet.<br />
Eine doppelte Belastung, an der sie zu zerbrechen droht, als ihr der renommierte Regisseur Kaspar Friedmann (Ulrich Noethen) die Rolle der Camille in seiner neuen Inszenierung anbietet. Auf der Suche nach Talenten an der Schauspielschule ist ihm die schüchterne Einundzwanzigjährige aufgefallen. Etwas fasziniert ihn an der jungen Frau und er besetzt sie in der Hauptrolle der lasziven, promiskuitiven Protagonistin. Doch, um die Rolle spielen zu können, muss sie sich auf Camille einlassen und beginnt ein gefährliches Spiel mit ihrem Nachbarn und ihrer eignen Psyche.<br />
Die Parallelen zu „Black Swan“ sind naheliegend und doch emanzipiert sich der beeindruckende Film deutlich von Darren Aronofskys Horror-Mär. Er wirft einen genauen Blick hinter die Kulissen und fängt den Theaterzirkus zwischen Hin- und Aufgabe präzise ein. Im Herzen des Treibens steckt Stine Fischer-Christensen, deren einnehmende Darbietung tief unter die Haut geht. </p>
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		<title>Hugo Cabret</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 19:30:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars Tuncay</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[USA 2011 (Hugo) Regie: Martin Scorsese mit Asa Butterfield, Sacha Baron Cohen, Ben Kingsley, Jude Law, Chloë Grace Moretz, Christopher Lee, Emily Mortimer, Ray Winstone, Helen McCrory 126 Min. FSK ab 6
Als wunderbares Gegenstück zur stummen Hommage „The Artist“ empfiehlt sich Scorseses cineastische Reise ins Paris der Zwanziger. Während der Franzose Hazanavicius auf die Reduktion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>USA 2011 (Hugo) Regie: Martin Scorsese mit Asa Butterfield, Sacha Baron Cohen, Ben Kingsley, Jude Law, Chloë Grace Moretz, Christopher Lee, Emily Mortimer, Ray Winstone, Helen McCrory 126 Min. FSK ab 6<br />
Als wunderbares Gegenstück zur stummen Hommage „The Artist“ empfiehlt sich Scorseses cineastische Reise ins Paris der Zwanziger. Während der Franzose Hazanavicius auf die Reduktion der Mittel setzt, zieht der amerikanische Altmeister alle Register des zeitgenössischen Films. Er erzählt mit 3D und wuchtigen Bildern, vom halbwüchsigen Hugo, der auf den Kinopionier George Méliès trifft. Beide Filme gewannen bei den Globes. Beide haben alle Oscars verdient und wir alle profitieren.</p>
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		<title>Der Junge mit dem Fahrrad</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 19:15:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars Tuncay</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Belgien/Frankreich/Italien, 2011 (Le gamin au vélo) Regie: Jean-Pierre Dardenne , Luc Dardenne mit Thomas Doret, Cécile de France, Jérémie Renier, Fabrizio Rongione 87 Min.
Die Gebrüder Dardenne („L’Enfant“) lassen auch in ihrem neuen Werk nur einen Spaltbreit Licht in das düstere Leben ihres Protagonisten. Sie zeigen die soziale Realität diesmal aus der Sicht eines zornigen Elfjährigen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Belgien/Frankreich/Italien, 2011 (Le gamin au vélo) Regie: Jean-Pierre Dardenne , Luc Dardenne mit Thomas Doret, Cécile de France, Jérémie Renier, Fabrizio Rongione 87 Min.<br />
Die Gebrüder Dardenne („L’Enfant“) lassen auch in ihrem neuen Werk nur einen Spaltbreit Licht in das düstere Leben ihres Protagonisten. Sie zeigen die soziale Realität diesmal aus der Sicht eines zornigen Elfjährigen. Cyril (beeindruckend: Thomas Doret) ist ein Heimkind und kaum zu bändigen. Seit ihn sein Vater zurückließ hat er den festen Plan vor Augen, ihn zu finden. Er flüchtet aus dem Heim und macht sich auf die Suche. Dabei begegnet er Samantha (Cécile de France), die ihn aufnimmt und sich aufopferungsvoll um ihn kümmert. Eine bewegende kleine Geschichte, mit der die Lütticher Regisseure in Cannes den großen Preis der Jury gewannen und nun für den Golden Globe nominiert sind. </p>
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		<title>Episode 1 - Die dunkle Bedrohung 3D</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 10:15:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[  USA 1999 (Star Wars - Episode 1 - The Phantom Menace) Regie: George Lucas mit Liam Neeson, Ewan McGregor, Natalie Portman 133 Min. FSK ab 6   „Star Wars“ wieder- oder ganz aufgeregt zum ersten Mal sehen? Das ist hier die entscheidende Frage, weniger 3D oder Nicht-3D. Die doppelte „Star Wars“-Trilogie wurde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>  USA 1999 (Star Wars - Episode 1 - The Phantom Menace) Regie: George Lucas mit Liam Neeson, Ewan McGregor, Natalie Portman 133 Min. FSK ab 6   „Star Wars“ wieder- oder ganz aufgeregt zum ersten Mal sehen? Das ist hier die entscheidende Frage, weniger 3D oder Nicht-3D. Die doppelte „Star Wars“-Trilogie wurde erstmals 1977-1983 (Episoden IV-VI) und 1999-2005 (Episoden I-III) gezeigt. Das Sixpack für Science Fiction-Anhänger geht nun in eine neue Verwertungsrunde in 3D, neu für die Kids, die seit 2003 mit den animierten „Clone Wars“ im TV-Programm aufwuchsen. Die Altersgrenze für den Film wurde sehr optimistisch auf 6 runtergeschraubt. Spätestens bei der „Episode 3 3D“ in wahrscheinlich zwei Jahren würde das viele Traumata verursachen, wenn Anakin grausam und ausführlich zu Darth Vader verkohlt. Außerdem ist fraglich, ob diese Fixierung auf 3D gerade bei jungem Publikum sinnvoll ist, da gerade diese Klientel über Probleme mit 3D klagt und immer mehr Kinderfilme deshalb auch in 2D angeboten werden.   Die Handlung bietet also keine Überraschung: Die Jedi-Ritter Qui-Gon Jinn (Liam Neeson) und Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) sollen bei einer Blockade vermitteln, die eine geldgierige Handelsföderation gegen den Planeten Naboo mit Gewalt aufrecht erhält. Doch ehe es zu Gesprächen kommt, bricht die Invasion über den Planeten mit seinen bescheiden bewaffneten Bewohnern herein. Den Jedi, die sich auf dem Planeten durchschlagen, nervt und hilft das seltsame Wesen Jar Jar Binks, ein Esel auf zwei Beinen, ein wibbeliger Pechvogel, der auch mit seinem rudimentären Sprachvermögen für Spaß sorgt. Gegen eine Übermacht von Pappkameraden aus Blech kann die Gemeinschaft nur die besorgte Herrscherin Amidala (Natalie Portman) in ein Raumschiff retten. Die Not- und Zwischenlandung auf Tatooine führt zu einer überraschenden Entdeckung, deren Folgen sich erst in den nächsten Episoden zeigen. Anakin Skywalker (Jake Lloyd), der kleine Sklave eines Schrotthändlers zeigt nicht nur technisch erstaunliche Fähigkeiten. Allen ist ziemlich schnell klar, dass hier jemand “die Macht” in sich trägt.   Bei den Filmen der zweiten „Star Wars“-Serie war schon immer das Videogame, sprich: Computerspiel, mitgedacht worden. Von dort aus ist es ein kleiner Schritt, die (Tiefen-) Effekte, des zur Spielvorlage verkommenen Spielfilms auch tatsächlich in dem schon vorgefühlten 3D zu realisieren. Ein kleiner Schritt für die Visionen von Lucas, aber viel Arbeit für die Rechner der Skywalker Ranch, dem Studio des dunklen Herrschers über dieses Film-Imperium. Bild für Bild wurde die 3D-Illusion von Industrial Light &amp; Magic (ILM) geschaffen, der Technik-Schmiede, die schon viele Innovationen für den Film entwickelte. Dabei entschied sich Lucas dafür, nicht auf Gimmicks sondern auf realistische Raumtiefe zu setzen. Die größten Probleme machten dabei durchsichtige Objekte wie Lichtschwerter oder Hologramme. Überraschenderweise hatte der Film-Zauberer Lucas nicht mehr die digitalen Daten, mit denen 1999 die Tricks im digitalisieren Filmmaterial ausgeführt wurden. Jetzt musste alles also rekonstruiert werden.   Mehr als solche Details oder die bekannte Trivial-Handlung interessiert der Mechanismus der Wiederverwertung. Denn Star Wars &#8482; ist nach der Bibel die größte Geldmaschine auf Basis einer Trivialstory. Die Werbetexte der Vermarkter sind vor lauter &#8482; zwischen den Worten nicht lesbar. &#8482; bedeutet Trademark, also Warenzeichen, Dollarzeichen hätte man auch hinmachen können. George Lucas, mit „THX 1138“ und „American Graffiti“ einst revolutionärer, junger Filmemacher recycelt seine drei original „Star Wars“-Filme nun seit Jahrzehnten, verlängerte sie mit den Episoden 1-3 in die Vergangenheit der Figuren und klebte mit den „Clone Wars“ und den Lego-Versionen animierte Klone an sein SW-Universum, damit auch die Jüngsten Teil seines Imperiums werden. Ob jetzt 3D, die komplette Digitalisierung wie beim letzten Mal oder ein anderer technischer Schnickschnack als Grund der Wiederholung propagiert wird, bleibt dabei nebensächlich. Lustig wird es, wenn in zehn Jahren die Originalversion in echtem 2D die Sensation sein wird.</p>
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		<title>Hugo Cabret</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 11:30:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[  USA 2011 (Hugo) Regie: Martin Scorsese mit Asa Butterfield, Sacha Baron Cohen, Ben Kingsley, Jude Law, Chloë Grace Moretz, Christopher Lee, Emily Mortimer, Ray Winstone, Helen McCrory 126 Min. FSK ab 6   Scorsese goes Amelie   Was für ein Magier! Unter dem Deckmantel einer wunderbar romantischen und sehr spannenden Kinder-Geschichte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>  USA 2011 (Hugo) Regie: Martin Scorsese mit Asa Butterfield, Sacha Baron Cohen, Ben Kingsley, Jude Law, Chloë Grace Moretz, Christopher Lee, Emily Mortimer, Ray Winstone, Helen McCrory 126 Min. FSK ab 6   Scorsese goes Amelie   Was für ein Magier! Unter dem Deckmantel einer wunderbar romantischen und sehr spannenden Kinder-Geschichte entführt uns der Zauberer Scorsese in die Zeit des Stummfilms und entdeckt den alten Meister George Méliès wieder, der tatsächlich bereits zu Lebzeiten vergessen wurde. So liegt die Verfilmung des Comic-Romans „Die Entdeckung des Hugo Cabret“ von Brian Selznick voll im Trend von Cannes-Sieger „The Artist“ und dem neuen Air-Album und „Le Voyage dans la Lune“.   Der junge Waise Hugo (Asa Butterfield) repariert und lebt im temporären Räderwerk des emsigen Treibens zahlloser Menschen im Bahnhof Montparnasse der Dreißiger Jahre. Eigentlich hatte sein Onkel diesen Job, doch als der Trunkenbold verschwand, übernahm Hugo heimlich die Frickelarbeit, versteckt in den Lüftungskanälen und auf dem Dachboden, immer auf der Flucht vor dem hinkenden Bahnhofsaufseher (Sacha Baron „Borat“ Cohen). Von seinem verunfallten Vater (Jude Law), dem Uhrmacher, übernahm der Junge auch einen Automaton, eine Mensch-Maschine wie E.T.A. Hoffmanns Olimpia oder wie Spielbergs Gigolo Joe (Jude Law) aus „A.I.“ - nur leider völlig verrostet. Bei der Restaurierung hilft ein altes Notizbuch, das eines Tages in die Hände des strengen Herrn vom Spielzeugladen (Ben Kingsley) fällt. Das Heft mit den Konstruktionszeichnungen enthält ein Geheimnis und ist ein Schlüssel, genau wie der darin abgebildete, herzförmige, der den Automaton zum Leben erwecken soll. Behilflich bei der Suche und bei den rasanten Fluchten vor dem Aufseher ist Isabelle (Chloë Grace Moretz, der Vampir aus „Let me in“!), die Geheimnisse wie Bücher liebt und den alten Mann vom Spielzeugladen Onkel nennt.   In dem herrlich romantischen und verspielten Kosmos des Bahnhofs gäbe es noch unzählige Menschen und Details zu entdecken. Wenn Hugo wieder einmal mit Taschen voller Unruhen und Zahnräder durch die Gänge rast und die Prothese von „Borat“ klemmt, spielt nebenbei im Cafe Django Reinhardt den passend rasanten Gitarrenlauf. Solch Slapstick begleiten magische Momente und verliebte Paare überall, warm gezeichnete Blicke auf den Eifelturm, bei denen sich in Hugos Gesicht eine große Sehnsucht spiegelt.   Doch das Herz des Films über einen Jungen, dessen Bestimmung es ist, Dinge und Menschen zu reparieren, wird geschickt durch die Seitentür des längst schon traumhaften Filmglücks eingeschmuggelt: Hugos Entdeckung führt zu einer Liebeserklärung an das Stummfilm-Kino des Georges Méliès (1861 - 1938) und an alle Paris-Klischees. Raffiniert wird das Publikum entführt und darf dann hemmungslos in alten Szenen und deren, mit vielen modernen Tricks nachgestellten Entstehung schwelgen. So erleben wir mit dem Erfinder des filmischen Science-Fiction noch einmal „Die Reise zum Mond“, diese berühmte Film-Ikone. Und wenn man völlig gefesselt und gerührt zuschaut, wie Kino-Träume gemacht werden, ist 3D als Fortsetzung der technischen Experimente vom Genie Méliès endlich mal sinnvoll. Das Traumland hinter der Bahnhofsuhr mit Rutschen und Leitern, hinter dem liebevollen Anstrich, der „Amelie“ und „Micmacs“ verbindet, führt in virtuelle Welten mit fantastischen Perspektiven. Bis zum Finale, in dem Hugo selbst wie Harold Lloyd in „Ausgerechnet Wolkenkratzer“ (1923) in schwindelnder Höhe an den Zeigern einer Uhr hängt.   Apropos schwindelnd - während die Brüder Lumiere als Dokumentaristen gelten, ist Méliès der Fantastische - und Scorsese, den man getrost in dieser Reihe nennen darf, macht meisterlich beides. Er toppt „Ankunft eines Zuges in La Ciotat“ (1895) von Lumiere in einer atemberaubenden Traumszene und ermöglicht den spannendsten und sicherlich erfolgreichsten Ausflug in die Filmgeschichte der Filmgeschichte. „Hugo Cabret“ zeigt Scorsese selbst als Fotograf und ganz anders als in seinen Mafia-oder New York-Filmen. Aber wenn sich Hugo und Isabelle langsam dem Schlüssel dieses Rätsels nähern, wird klar, dass eigentlich nur Scorsese diese Hymne auf die Magie der ersten Filmjahre realisieren konnte.</p>
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		<title>Die Summe meiner einzelnen Teile</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 10:30:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[  BRD 2011 Regie: Hans Weingartner mit Peter Schneider, Henrike von Kuick, Timur Massold 120 Min. FSK ab 12   Regisseur Hans Weingartner studierte Gehirnforschung und macht es mit seinen Filmen immer noch. So entstand 2001 sein enges und beängstigendes Psychogramm „Das weiße Rauschen“ mit Daniel Brühl als Schizophrenem. Dann lief 2004 in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>  BRD 2011 Regie: Hans Weingartner mit Peter Schneider, Henrike von Kuick, Timur Massold 120 Min. FSK ab 12   Regisseur Hans Weingartner studierte Gehirnforschung und macht es mit seinen Filmen immer noch. So entstand 2001 sein enges und beängstigendes Psychogramm „Das weiße Rauschen“ mit Daniel Brühl als Schizophrenem. Dann lief 2004 in Cannes die Kapitalismuskritik „Die fetten Jahre sind vorbei“ doch mit der Aufmerksamkeit für Weingartner war es bei der Mediensatire „Free Rainer - Dein Fernseher lügt“ 2007 tatsächlich vorbei.   Nun kommt Weingartner mit „Die Summe meiner einzelnen Teile“ wieder zu einer psychischen Extremsituation, zu Martin (Peter Schneider), der nach Klinikaufenthalt den alten Job als nicht mehr bekommt, weil der Personalchef den gesetzlichen Krankenschutz ignoriert. Unbestimmte Zeit später verfolgt der verwahrloste Martin, der seine Pillen nicht mehr nimmt, völlig verwirrt wie seine Sozial-Wohnung im Marzahner Hochhaus-Getto gepfändet wird. Auf der Straße lebend, hilft er einem zehnjährigen Waisen und fortan sammeln sie gemeinsam Leergut. Obwohl der Deutsche und der Ukrainer Viktor (Timur Massold) nicht die gleiche Sprache sprechen, helfen sich gegenseitig, verziehen sich vor schlagenden Rechten „Into the wild“, in eine Waldhütte, die mit unglaublich leicht gefundenem Material ruckzuck gebaut ist. Die Naturidylle wird spätestens albern, als nach der Begegnung mit einem Wolf auch die Musik zu heulen beginnt. Obwohl wir Martin hier erstmals glücklich sehen, geht es wieder Richtung Zivilisation, als er den Spuren einer Zahnarzt-Helferin folgt. Dann sitzt Martin im Baum einer Berliner Geschäftsstraße und beobachtet diese Lena.   Im kalten Look der Digitalkamera ist die Distanz Martins zu seiner Umgebung spürbar. Wenn man von den gesellschaftskritischen Zielen absieht, die das Pressematerial marktschreierisch verbreitet („Was passiert mit jemandem, der nicht fit genug ist für die neue Arbeitswelt.“), kann „Die Summe meiner einzelnen Teile“ tatsächlich packen und im letzten Drittel stellt sich die spannende Frage, ob Viktor tatsächlich existiert oder nur eine Einbildung Martins ist. Neben dem guten Spiel von Peter Schneider und Timur Massold erfreuen auch humorvolle und schöne Momente des ungewöhnlichen Paares in einem ungewöhnlichen, aber sympathischen Film.  </p>
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		<title>Berlinale 2012 Die eiserne Lady</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 16:15:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[ Frankreich, Großbritannien 2011 (The Iron Lady) Regie: Phyllida Lloyd mit Meryl Streep, Jim Broadbent, Susan Brown 104 Min.
Don’t buy british
Eine alte Dame kommt beim Kaufen der Milch nicht mehr in einer rücksichtslosen Welt zurecht. Eine einfache Szene mit vielen Widerhaken, denn dass Magaret Thatcher, Tochter eines Lebensmittelhändlers, selbst wegen des Wegkürzens der Schulmilch, als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> Frankreich, Großbritannien 2011 (The Iron Lady) Regie: Phyllida Lloyd mit Meryl Streep, Jim Broadbent, Susan Brown 104 Min.<br />
Don’t buy british<br />
Eine alte Dame kommt beim Kaufen der Milch nicht mehr in einer rücksichtslosen Welt zurecht. Eine einfache Szene mit vielen Widerhaken, denn dass Magaret Thatcher, Tochter eines Lebensmittelhändlers, selbst wegen des Wegkürzens der Schulmilch, als „Milch-Diebin“ verschrien war, ist nur eine pikante Note dafür, dass sie diese rücksichtslose Welt als Premierministerin selbst geschaffen hat. Doch so treffend wie in seiner Anfangsszene wird „Die eiserne Lady“ später nie mehr. Großartig von Meryl Streep gespielt, bekommt eine der furchtbarsten und mörderischsten Politiker der Nachkriegszeit ein sentimental jämmerliches Denkmal.<br />
Die verwirrte Frau, die vom Personal als Lady Thatcher angesprochen wird und die mit ihrem Mann Denis (Jim Broabent) frühstückt, der nicht mehr lebt, schweift in Erinnerungen ab zu ihrer Jugend, als sie mutig in den Bombennächten die Butter rettete, zum Treffen mit ihrer großen Liebe Denis und zu den politischen Anfängen. Es vermischen sich ein Diner vom Anfang ihrer Karriere mit dem am Ende ihres Lebens. Die romantischen Zeiten mit einem Mann, der sie genau so emanzipiert und ihrer Zeit voraus wollte, wie sie als Tochter eines Lebensmittelhändlers und als Oxford-Absolventin war, kontrastieren die Bemühungen ihrer Tochter, endlich die alten Sachen des verstorbenen Denis raus zu werfen.<br />
Neben diesem unter dicker Maske bewegend gespieltem Privatteil taucht im Zeitraffer die Politik auf, für die Thatcher ihre Familie vernachlässigt hat. Da sind von Anfang an furchtbare markt-liberale Thesen, die nur noch von einer extremistischen Splitterpartei wie der FDP konserviert werden. Dazu kommt als Tiefpunkt ein absurder und für moderne Demokratien längst überwunden gedachter Krieg - für ein paar Schafweiden auf den Falklands gegen Argentinien. Die Eiserne Lady spielt hier Schiffe Versenken mit echten Menschen - hunderten von ihnen. Doch selbst hier macht der Film eher Punkte für die Kriegstreiberin anstatt sie von den Geistern tausender Tote verfolgen zu lassen. Meryl Streeps Können hilft hierbei hervorragend: „Die Eiserne Lady“ ist ein Schauspiel-Film wie vor wenigen Jahren „The Queen“. Die Streep ist kaum zu erkennen, hingegen direkt die extrem hohe, sich überschlagende Stimme, die furchtbaren Kostüme der verhassten Politikerin. Sollte man Streep dafür nicht eher eine politisch motivierte Goldene Himbeere anstelle eines Goldenen Ehrenbären verleihen? Dem politischen Kino, das die Berlinale immer auf ihre Fahnen schrieb, erfüllt man damit einen Bärendienst.<br />
Denn Phyllida Lloyd, die Regisseurin von „Mamma Mia!“ erzählt in ihrem sentimentalen Stückchen wenig analytisch und gibt keine biographische Erklärung für die eiskalten Kürzungen, die ein Land in Elend gestürzten. Fast glaubt man anfangs noch den verdrehten Tatsachen, mit denen Thatcher die Gewerkschaften zerschlug, die soziale Fürsorge brutal unter das Existenzminimum kürzte und öffentliche Betriebe zur Bereicherung weniger privatisierte. Eine der innen- und außenpolitischen größten Katastrophen europäischer Nachkriegs-Demokratien filmisch so zu verharmlosen, kann wohl nur mit einer exzellenten Schauspielerin funktionieren, bleibt aber eine Dreistigkeit, die man an der Kinokasse ignorieren sollte. Nebenbei ist diese „Iron Lady“ auch langweilig und schwer erträglich jämmerlich.</p>
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		<title>Berlinale 2012 Die eiserne Lady</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 16:15:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[  Frankreich, Gro�britannien 2011 (The Iron Lady) Regie: Phyllida Lloyd mit Meryl Streep, Jim Broadbent, Susan Brown 104 Min.   Don�t buy british   Eine alte Dame kommt beim Kaufen der Milch nicht mehr in einer r�cksichtslosen Welt zurecht. Eine einfache Szene mit vielen Widerhaken, denn dass Magaret Thatcher, Tochter eines Lebensmittelh�ndlers, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>  Frankreich, Gro�britannien 2011 (The Iron Lady) Regie: Phyllida Lloyd mit Meryl Streep, Jim Broadbent, Susan Brown 104 Min.   Don�t buy british   Eine alte Dame kommt beim Kaufen der Milch nicht mehr in einer r�cksichtslosen Welt zurecht. Eine einfache Szene mit vielen Widerhaken, denn dass Magaret Thatcher, Tochter eines Lebensmittelh�ndlers, selbst wegen des Wegk�rzens der Schulmilch, als �Milch-Diebin� verschrien war, ist nur eine pikante Note daf�r, dass sie diese r�cksichtslose Welt als Premierministerin selbst geschaffen hat. Doch so treffend wie in seiner Anfangsszene wird �Die eiserne Lady� sp�ter nie mehr. Gro�artig von Meryl Streep gespielt, bekommt eine der furchtbarsten und m�rderischsten Politiker der Nachkriegszeit ein sentimental j�mmerliches Denkmal.   Die verwirrte Frau, die vom Personal als Lady Thatcher angesprochen wird und die mit ihrem Mann Denis (Jim Broabent) fr�hst�ckt, der nicht mehr lebt, schweift in Erinnerungen ab zu ihrer Jugend, als sie mutig in den Bombenn�chten die Butter rettete, zum Treffen mit ihrer gro�en Liebe Denis und zu den politischen Anf�ngen. Es vermischen sich ein Diner vom Anfang ihrer Karriere mit dem am Ende ihres Lebens. Die romantischen Zeiten mit einem Mann, der sie genau so emanzipiert und ihrer Zeit voraus wollte, wie sie als Tochter eines Lebensmittelh�ndlers und als Oxford-Absolventin war, kontrastieren die Bem�hungen ihrer Tochter, endlich die alten Sachen des verstorbenen Denis raus zu werfen.   Neben diesem unter dicker Maske bewegend gespieltem Privatteil taucht im Zeitraffer die Politik auf, f�r die Thatcher ihre Familie vernachl�ssigt hat. Da sind von Anfang an furchtbare markt-liberale Thesen, die nur noch von einer extremistischen Splitterpartei wie der FDP konserviert werden. Dazu kommt als Tiefpunkt ein absurder und f�r moderne Demokratien l�ngst �berwunden gedachter Krieg - f�r ein paar Schafweiden auf den Falklands gegen Argentinien. Die Eiserne Lady spielt hier Schiffe Versenken mit echten Menschen - hunderten von ihnen. Doch selbst hier macht der Film eher Punkte f�r die Kriegstreiberin anstatt sie von den Geistern tausender Tote verfolgen zu lassen. Meryl Streeps K�nnen hilft hierbei hervorragend: �Die Eiserne Lady� ist ein Schauspiel-Film wie vor wenigen Jahren �The Queen�. Die Streep ist kaum zu erkennen, hingegen direkt die extrem hohe, sich �berschlagende Stimme, die furchtbaren Kost�me der verhassten Politikerin. Sollte man Streep daf�r nicht eher eine politisch motivierte Goldene Himbeere anstelle eines Goldenen Ehrenb�ren verleihen? Dem politischen Kino, das die Berlinale immer auf ihre Fahnen schrieb, erf�llt man damit einen B�rendienst.   Denn Phyllida Lloyd, die Regisseurin von �Mamma Mia!� erz�hlt in ihrem sentimentalen St�ckchen wenig analytisch und gibt keine biographische Erkl�rung f�r die eiskalten K�rzungen, die ein Land in Elend gest�rzten. Fast glaubt man anfangs noch den verdrehten Tatsachen, mit denen Thatcher die Gewerkschaften zerschlug, die soziale F�rsorge brutal unter das Existenzminimum k�rzte und �ffentliche Betriebe zur Bereicherung weniger privatisierte. Eine der innen- und au�enpolitischen gr��ten Katastrophen europ�ischer Nachkriegs-Demokratien filmisch so zu verharmlosen, kann wohl nur mit einer exzellenten Schauspielerin funktionieren, bleibt aber eine Dreistigkeit, die man an der Kinokasse ignorieren sollte. Nebenbei ist diese �Iron Lady� auch langweilig und schwer ertr�glich j�mmerlich.  </p>
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		<title>Der Junge mit dem Fahrrad</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 15:45:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[  Belgien/Frankreich/Italien, 2011 (Le gamin au vélo) Regie: Jean-Pierre Dardenne , Luc Dardenne mit Thomas Doret, Cécile de France, Jérémie Renier, Fabrizio Rongione 87 Min.   In „Fahrraddiebe“, dem Klassiker des Neo-Realismus, treibt die Suche nach einem gestohlenen Rad das soziale Drama an. Viele Jahrzehnte später sucht „Der Junge mit dem Fahrrad“ seinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>  Belgien/Frankreich/Italien, 2011 (Le gamin au vélo) Regie: Jean-Pierre Dardenne , Luc Dardenne mit Thomas Doret, Cécile de France, Jérémie Renier, Fabrizio Rongione 87 Min.   In „Fahrraddiebe“, dem Klassiker des Neo-Realismus, treibt die Suche nach einem gestohlenen Rad das soziale Drama an. Viele Jahrzehnte später sucht „Der Junge mit dem Fahrrad“ seinen überlebenswichtigen Drahtesel, doch auch wenn die Brüder Dardenne immer ein Auge für die soziale Situation ihrer Heimat Lüttich haben, ist das Rad diesmal Hilfsmittel auf dem bewegenden Weg des Jungen in seine emotionale Freiheit.   Der offenste und luftigste Film der wallonischen Cannes-Seriensieger erzählt vom zwölfjährigen Cyril (Thomas Doret), der immer wieder aus dem Heim abhaut, um seinen Vater zu suchen. Doch die alte Wohnung ist leer und Cyrils Fahrrad hat jetzt ein anderer. Der Junge wird immer rabiater und man befürchtet schon die unabwendbare Abwärtsspirale eines tragischen Sozialdramas, da klammert sich Cyril zufällig bei einem seiner Fluchten an die Friseurin Samantha (Cécile de France), die ihn daraufhin nicht mehr loslässt und seine Pflegemutter werden will. Sie geht souverän mit cholerischen Anfällen um und versteht auch schnell, dass nur das Fahrrad Cyril aus seinem Versteck, aus seiner emotionalen Blockade locken kann. Samantha treibt es auf und zwingt auch den Vater Guy (Jérémie Renier, der Hauptdarsteller aus „L’enfant“) seinem Kind die Wahrheit zu sagen: Er will ihn nicht mehr großziehen und sehen. Doch dann nutzt ein jugendlicher Krimineller Cyrils Verzweiflung aus und verführt den Jungen zu einem Verbrechen.   „Der Junge mit dem Fahrrad“ erzählt wieder eine packende Geschichte von echten Menschen, gedreht in und um Lüttich, mit authentischen Schauplätzen, vielen Laien und nur einer Handvoll Profi-Schauspieler. Klar, direkt, glaubhaft, gut - so ist auch dieser Filme der Dardennes. Er ist etwas hoffnungsvoller als die Cannes-Sieger „Rosetta“ und „L’enfant“ und gradliniger als der Vorgänger „Lornas Schweigen“. Mit Absicht. Jean-Pierre Dardenne sagte, sie hätten erstmals im Sommer gedreht, das würde sich zeigen. Vor allem bei den Ausflügen entlang der Maas, beim Picknick mit Samantha, das einen strahlenden Jungen zeigt. Der Star Cécile de France nimmt sich in dieser Rolle gekonnt zurück, auch wenn die Figur Samanthas fast märchenhaft funktioniert, ist die Friseuse doch überzeugend bodenständig und resolut. Doch weder Inszenierung noch Handlungsverlauf folgenden den ausgetretenen Radwegen ähnlich klingender Geschichten. Vor allem im Finale legen die Brüder Dardenne eine moralische Volte hin, die lange nachdenken lässt.   Das neue Kunststück der Brüder Dardenne, mit inszenatorischer Reduktion die Fülle des Lebens ehrlicher einzufangen als die meisten anderen Filmemacher, gewann auf den Filmfestspielen in Cannes den Großen Preis der Jury und wurde soeben mit dem Europäischen Filmpreis für das beste Drehbuch ausgezeichnet. „Der Junge mit dem Fahrrad“ ist das Mitfahren unbedingt wert.  </p>
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		<title>Black Gold</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 13:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter H. Jekubzik</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Aqaba! Unvergesslich dieser Schlachtruf des „Lawrence von Arabien&#8221; vor  einem halben Jahrhundert auf der ganz großen Leinwand (70mm mit  Ouvertüre bei geschlossenem Vorhang)! Nun müssen wir Regie-Legende David  Lean gegen Jean-Jacques Annaud („Am Anfang war das Feuer&#8221;, „Der Name  der Rose&#8221;, „Sieben Jahre in Tibet&#8221;) eintauschen und Aqaba gegen Doha,  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aqaba! Unvergesslich dieser Schlachtruf des „Lawrence von Arabien&#8221; vor  einem halben Jahrhundert auf der ganz großen Leinwand (70mm mit  Ouvertüre bei geschlossenem Vorhang)! Nun müssen wir Regie-Legende David  Lean gegen Jean-Jacques Annaud („Am Anfang war das Feuer&#8221;, „Der Name  der Rose&#8221;, „Sieben Jahre in Tibet&#8221;) eintauschen und Aqaba gegen Doha,  der Hauptstadt von Katar. Denn obwohl die Handlung ganz ernsthaft  „Irgendwo in Arabien&#8221; angesiedelt ist, erzählt das teuerste und vom  „Doha Film Institute&#8221; kräftig mitfinanzierte arabische Projekt seit  „Lawrence&#8221; vor allem vom Selbstverständnis „moderner&#8221; Staaten am Golf.  Habgier und Islamismus stehen sich gegenüber bis ein Messias alle Stämme  versöhnen kann. Selbstverständlich scheppert es dabei kräftig in der  Wüste und eine Armee von Kamelen bewältigt einen unmachbar erachteten  Ritt - nach Aqaba!</p>
<p>Kamelleichen pflastern die Wüste als die  beiden verfeindeten Stammesfürsten Nessib, Emir von Hobeika (Antonio  Banderas), und Amar, Sultan von Salmaah (Mark Strong) den Frieden mit  einem Pakt besiegeln: Zwischen ihren beiden Territorien soll der Gelbe  Gürtel Niemandsland sein und Amars Söhne Saleeh und Auda leben als  Geiseln an Nessibs Hof. Als eine Texanische Ölgesellschaft jedoch genau  dort fündig wird, tauscht Nessib das Schwarze Gold gegen Wohlstand,  Straßen und Elektrizität.</p>
<p>Das alles wächst in einer altmodischen  Montage der Moderne, während des Emirs Gesandte auf dem Weg zum Scheich  sind. Dieser studierte nach dem Tod seiner Frau den Koran und will  weder für Geld noch für die Rückkehr seiner Söhne die Bohrungen in der  entmilitarisierten Zone tolerieren. Während Bücherwurm Auda (Tahar  Rahim) inzwischen Prinzessin Leyla (Freida Pinto), die Tochter seines  Geiselnehmers heiratete, ermordet man Saleeh auf der Flucht. Nun soll  Auda, auch „Sohn zweier Väter&#8221;, bei dem leiblichen einen Frieden  verhandeln. Die nicht wirklich schwierige Annäherung von Vater und Sohn,  sowie die höchstens lächerliche Auseinandersetzung mit albern  karikierten, fortschrittsfeindlichen Koran-Gelehrten führt zu einem  verrückten Plan: Auda soll mit einer Armee aus Gefangenen 15 Tage lang  ohne Wasser die Wüste durchqueren und Nessibs moderne Truppe ablenken,  während der Sultan dessen Hauptstadt direkt angreift. Widerwillig folgt  der brave Sohn dem Scheinmanöver, er brauche ja nicht wirklich zu  kämpfen, solle sich nur zeigen. Doch als der chaotische Haufen  angegriffen wird, erweist sich der Bibliothekar als raffinierter  Guerilla-Streiter und schließlich als einender Führer der Wüsten-Stämme.</p>
<p>Dieses  bemühte Wüsten-Epos sieht so aus wie es klingt: Einfache Dialoge machen  klar, was nicht immer logisch ist. Schön kitschig die Bilder, schön  trivial die internationale Besetzung. Was der Film zwischen all den  sonnigen Aufnahmen nicht kann, ist den Reformer Auda als Sohn von  Verwestlichung und fortschrittsfeindlichem Islam zum idealen Araber zu  machen. Obwohl schon der Westen als netter Kerl vereinfacht wird sowie  weit und breit kein Gaddafi zu sehen ist. Diese Mär klappte sogar bei  „Metropolis&#8221; besser. Hier muss sich Doha vielleicht noch etwas  Schlüssigeres als Staatslegende einkaufen. Kurios dabei, dass sich die  Dreharbeiten in Tunesien nicht von der parallel stattfindenden echten  Revolution haben stören lassen.</p>
<p>Der aus den Niederlanden  stammende Drehbuchautor Menno Meyjes, der selten, aber dann  eindrucksvoll mit „Ausnahmezustand&#8221; (1998) oder „Die Farbe Lila&#8221; (1985)  im Abspann auftaucht, ist diesem Falle weniger interessant, als der  Roman-Autor von „Der schwarze Durst&#8221;, der Schweizer Hans Ruesch (1913 -  2007). Als Rennfahrer gewann Ruesch mehrere Grand Prix und als  Journalist, der rechtzeitig den Nazi nach New York entkam, war er mit  seiner Aufdeckung von Tierversuchen in „Nackte Herrscherin. Entkleidung  der medizinischen Wissenschaft&#8221; schon Mitte der Siebziger Jahre seiner  Zeit weit voraus.
</p>
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