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    <title>FOF-Ohlsdorf</title>
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  <title>Kultur auf dem Friedhof II</title>
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  <description>&lt;span&gt;Kultur auf dem Friedhof II&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;&lt;span lang="" about="https://www.fof-ohlsdorf.de/user/3" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="" xml:lang=""&gt;fof-ohlsdorf.de&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;Sonntag 22.06.2025 - 22:18&lt;/span&gt;


      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;"Nr. 169, II, 2025"&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div class="content"&gt;        &lt;div&gt;&lt;p&gt;Wie im letzten Heft angekündigt, nehmen wir den Schwerpunkt "Kultur auf dem Friedhof" hier noch einmal auf und weiten dabei den Blick auf unsere Nachbarländer. Auf dem Wiener Zentralfriedhof haben im letzten Jahr über mehrere Monate zahlreiche kulturelle Veranstaltungen zur Feier des 150-jährigen Jubiläums stattgefunden. Höhepunkte bildeten drei Freiluft-Konzerte vor der Friedhofskirche. Das Friedhof Forum auf Züricher Friedhof Sihlfeld eröffnet jedes Jahr eine neue Ausstellung, die das Thema Tod in ein besonderes Licht rückt. Das Friedhofsmuseum "Tot zover" und der angrenzende Nieuwe Ooster Begraafplaats in Amsterdam machen mit Kunstwerken und der Einbeziehung der Besucher auf sich aufmerksam.&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-c04bc03b-2804-4c4b-8888-651949fbf0a8" data-insert-attach="{"id":"c04bc03b-2804-4c4b-8888-651949fbf0a8","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="500" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/1mo1fDTQ.jpeg?itok=WGgf2MWB" width="387" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Titelseite von "Ohlsdorf-Zeitschrift für Trauerkultur" Nr. 169, Thema "Kultur auf dem Friedhof II"&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Wir kehren auch noch einmal nach Deutschland zurück. Dort erreichte die langjährige Öffentlichkeitsarbeit für den Zwölf-Apostel-Kirchhof in Berlin zum 160-jährigen Jubiläum einen Höhepunkt, bei dem der kunstvoll illuminierte Friedhof unerwartet viele Besucher anzog. Tatsächlich finden in Deutschland natürlich noch viele weitere interessante kulturelle Veranstaltungen auf Friedhöfen statt. Um nur zwei herausragende Beispiele zu nennen: Beim Modellprojekt Friedhof 3.0 in Kaiserslautern wurden zahlreiche Besucher durch künstlerische Interventionen zur Auseinandersetzung mit dem Thema angeregt; bei dem Projekt "Green Urban Labs II" auf dem Neuen Annenfriedhof in Dresden brachte sich auch die Nachbarschaft intensiv in die Planung der Friedhofsentwicklung ein. Leider reicht der Platz hier nicht, um noch weitere ähnliche Kulturprojekte zu nennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sicher ist aber, dass die Friedhöfe sich gerade jetzt stark verändern und auch verändern müssen. Damit sind alle Beteiligten vor neue Herausforderungen gestellt. Friedhöfe können nicht mehr wie früher nur funktionale Orte für Bestattung, Trauer und Erinnerung sein. Wie es in dem niederländischen Bericht des "Bureau Morbidee - experts in communicatie over het levenseinde" zum Friedhof der Zukunft heißt, müssen Friedhöfe ihre Prioritäten vom Kopf zum Herzen verlagern. Gemeint ist damit, dass die Verbindung zwischen den Menschen und ihre Kommunikation im Bereich von Tod und Trauer zu einem Hauptthema werden sollte. Was eignet sich dafür besser als kulturelle Anlässe der unterschiedlichsten Art, die zeigen, dass Friedhöfe ganz besondere Orte sind?&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/barbara-leisner" hreflang="de"&gt;Leisner, Barbara&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
          &lt;/div&gt;
  

      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/61" hreflang="de"&gt;Barbara Leisner&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div&gt;        &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/1" hreflang="de"&gt;Aus der Redaktion&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/79" hreflang="de"&gt;Leisner, Barbara&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
          &lt;/div&gt;
  
      &lt;span&gt;
              &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2831" hreflang="de"&gt;Kultur auf dem Friedhof II&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
          &lt;/span&gt;
  </description>
  <pubDate>Sun, 22 Jun 2025 20:18:08 +0000</pubDate>
    <dc:creator>fof-ohlsdorf.de</dc:creator>
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    </item>
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  <title>Kultur auf Wiener Friedhöfen</title>
  <link>https://www.fof-ohlsdorf.de/nr-169-ii-2025/kultur-auf-wiener-friedhoefen</link>
  <description>&lt;span&gt;Kultur auf Wiener Friedhöfen&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;&lt;span lang="" about="https://www.fof-ohlsdorf.de/user/3" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="" xml:lang=""&gt;fof-ohlsdorf.de&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;Sonntag 22.06.2025 - 22:02&lt;/span&gt;


      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;"Nr. 169, II, 2025"&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div class="content"&gt;        &lt;div&gt;&lt;p&gt;Die Wiener*innen haben eine bemerkenswert offene und oft humorvolle Einstellung zum Thema Tod. Diese besondere Beziehung zeigt sich in der Kultur und den Traditionen der Stadt, wo der Tod nicht nur als Ende, sondern auch als Teil des Lebens betrachtet wird. Diese Offenheit spiegelt sich auch in der Kunst und Literatur wider, wo der Tod oft mit einem Augenzwinkern behandelt wird.&lt;br /&gt;
Dazu kommt, dass Friedhofsflächen von vielen Wiener*innen als Naherholungsorte genutzt werden. Sie dienen zum Spazierengehen, Joggen, Radfahren oder einfach zum Verweilen im Grünen. Auch für die Tier- und Pflanzenwelt stellen sie einen wichtigen Lebensraum dar.&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-e94f0698-f46f-400d-9e3f-c212ffbddfa1" data-insert-attach="{"id":"e94f0698-f46f-400d-9e3f-c212ffbddfa1","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="500" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/01%20Key%20Visual%20Ank%C3%BCndigung%20Jubil%C3%A4umsfoto%20kostenfreie%20Nutzung_c_Sebastian%20Burziwal.jpg?itok=saOYtbxJ" width="375" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Karl-Borromäus-Kirche auf dem Wiener Zentralfriedhof (Foto: Friedhöfe Wien 2024) (1)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Ein großer Teil der vorhandenen Friedhöfe in Wien wird durch die Friedhöfe Wien GmbH betreut. Insgesamt handelt es sich dabei um 46 Friedhöfe mit einer Gesamtgröße von rund 500 Hektar (ca. 1,2 % der Wiener Stadtfläche) und rund 550.000 Grabstellen. Das Unternehmen Friedhöfe Wien bietet dabei neben der Vorhaltung und Pflege der Gräber zahlreiche weitere Dienstleistungen an, darunter Gärtnerei- und Steinmetzarbeiten, sowie ein digitales Grabmanagement („Digitales Grab“), das es ermöglicht, Grabstellen online zu verwalten und Erinnerungen zu gestalten. (Mehr dazu: &lt;a href="https://digitalesgrab"&gt;https://digitalesgrab&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
friedhoefewien.at)&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-c52558ae-3239-463a-84a7-8b2239477fd3" data-insert-attach="{"id":"c52558ae-3239-463a-84a7-8b2239477fd3","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="333" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/02%E2%94%AC%C2%AEHaraldLachner_20240704_IMG_0231.jpg?itok=tYaPbo_c" width="500" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Die erste "Friedhofssession" am 4. Juli 2024. Das Konzert fand im Jubiläumsjahr vor der Karl-Borromäus-Kirche auf dem Wiener Zentralfriedhof vor großem Publikum statt. (Foto: Harald Lachner 2024) (2)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-7e0e6f80-1cbf-4b12-8e58-8c2b87640bd4" data-insert-attach="{"id":"7e0e6f80-1cbf-4b12-8e58-8c2b87640bd4","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="333" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/03%20%E2%94%AC%C2%AEHaraldLachner_20240704_IMG_0040.jpg?itok=vBD7BMhI" width="500" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Die Musiker Ernst Molden und Lisa Schmid auf der Bühne der ersten "Friedhofssession" (Foto: Harald Lachner 2024) (3)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Dabei sieht das Unternehmen die Friedhöfe aber nicht nur als Begräbnisstätten, sondern auch als Orte der Vielfalt, Kultur und Begegnung. Der Friedhof ist ein Ort der Trauer, aber auch ein Raum des Lebens und darf als solcher genutzt werden. Dass kulturelle Veranstaltungen auf Friedhofsflächen sehr positiv angenommen werden, wird begrüßt. Einige werden regelmäßig durchgeführt.&lt;br /&gt;
Dazu gehört das inzwischen schon legendäre Open-Air-Konzert "Nachklang". Es begann 2007 als kleine Vorstellung der "Vereinigung der Friedhofssänger" und hat sich zu einer festen Größe in Wien entwickelt. Veranstaltet von Friedhöfe Wien und der Bestattung Wien, findet das Konzert alle zwei Jahre vor der Karl-Borromäus-Kirche auf dem Wiener Zentralfriedhof statt und zieht mittlerweile tausende Besucher*innen an. Der bisherige Höhepunkt war der Auftritt von Wolfgang Ambros (Sänger des Liedes "Es lebe der Zentralfriedhof") im Jahr 2021.&lt;br /&gt;
Die "Musikalischen Friedhofsgeschichten" sind ein besinnlich-musikalischer Rundgang durch ausgewählte Friedhöfe Wiens. Dabei werden kurzweilige Geschichten über bedeutende Persönlichkeiten wie Johann und Josef Schrammel, Christine Nöstlinger und andere erzählt. Begleitet wird der Rundgang von lebendiger Schrammelmusik, die ihre Ursprünge in den Wiener Stadtteilen Hernals und Dornbach hat.&lt;br /&gt;
Der Spaziergang wird von Peter Havlicek und Margit Ulm organisiert und durchgeführt (nähere Infos: &lt;a href="https://www.peterhavlicek.at/mfg"&gt;https://www.peterhavlicek.at/mfg&lt;/a&gt;).&lt;br /&gt;
Kurz vor Allerheiligen findet in Kooperation mit der Bestattung Wien das Halloweenfest für Kinder in der Aufbahrungshalle 2 am Wiener Zentralfriedhof statt. Vor Ort gibt es mehrere Stationen mit Rätseln und Spielen. Für einen vollen Stempelpass gibt es im Anschluss ein Goodie-Bag.&lt;br /&gt;
Außerdem wird der Bummelzug aus dem Wiener Prater für einen Tag ausgeliehen. Er ermöglicht den Besucher*innen eine ganz besondere Führung über den Wiener Zentralfriedhof. Während der Tour werden interessante Geschichten über die Ehrengräber und spannende Anekdoten über verstorbene Berühmtheiten zum Besten gegeben.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Besondere Veranstaltungen im Rahmen von "150 Jahre Wiener Zentralfriedhof"&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Im Jahr 2024 feierte der Wiener Zentralfriedhof sein 150-jähriges Bestehen. Dieses bedeutende Jubiläum wurde mit einem vielfältigen Programm zelebriert, das die reiche Geschichte und kulturelle Bedeutung dieses einzigartigen Ortes würdigte. Der Wiener Zentralfriedhof, der flächenmäßig zweitgrößte Friedhof Europas ist die letzte Ruhestätte vieler berühmter Persönlichkeiten wie Beethoven, Schubert, Falco&lt;br /&gt;
und Udo Jürgens.&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-07af58a1-5ef7-42f8-821a-0ad275548af5" data-insert-attach="{"id":"07af58a1-5ef7-42f8-821a-0ad275548af5","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="353" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/04%20Yoga_Wiener%20Zentralfriedhof_VHS%20Simmering_c_Friedh%C3%B6feWien.jpg?itok=nk-Gkg-v" width="500" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Yogastunde auf dem Wiener Zentralfriedhof, angeboten von der Volkshochschule Simmering (Foto: Friedhöfe Wien 2024) (4)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Dabei wollte man den Wiener Zentralfriedhof anlässlich seines Jubiläums einerseits besondere Ehre zukommen lassen und andererseits all seine Facetten zeigen: Er ist ein Ort der Kultur, ein Lebensraum für Tier und Mensch und ein Ort der Begegnung. Diese Faktoren spiegeln sich auch in der Programmgestaltung wider. Dabei wurden für das Jubiläumsjahr bestehende Projekte und Initiativen verstärkt in den Fokus gerückt und mit bestehenden Kooperationspartnern Veranstaltungsangebote geschaffen.&lt;br /&gt;
Das Jubiläumsprogramm umfasste eine Reihe von Veranstaltungen und Workshops, die von historischen Führungen bis hin zu künstlerischen Darbietungen reichten. (Einen Überblick über die Events gibt es hier: &lt;a href="https://www.friedhoefewien.at/jubilaeumsjahr-2024"&gt;https://www.friedhoefewien.at/jubilaeumsjahr-2024&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-d388975c-10c7-4a95-b6c2-181cb255a5c4" data-insert-attach="{"id":"d388975c-10c7-4a95-b6c2-181cb255a5c4","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="333" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/05%20Falcoworkshop_c_artadventure.jpg?itok=of7IGdR8" width="500" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Falcoworkshop (Foto: artadventure.at 2024) (5)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Einige Highlights waren:&lt;br /&gt;
• Yoga und Qigong am Friedhof in Kooperation mit der Volkshochschule Simmering&lt;br /&gt;
• Nachtführungen am Wiener Zentralfriedhof in Kooperation mit Fremdenführerin Gabi Saeidi&lt;br /&gt;
• "Friedhofssessions": Freiluftkonzerte mit Wiener Liedermacher*innen Lisa Schmid, Ernst Molden, Felix Kramer und Nino aus Wien -&gt; größte Veranstaltungen mit insgesamt rund 2000 Besucher*innen an drei Terminen&lt;br /&gt;
• Malen &amp; Basteln: kreative Workshops wie das Malen eines Porträts von Falco, Urban Sketching von Gebäuden am Friedhof&lt;br /&gt;
• Workshops zum Thema Urban Gardening mit dem Kooperationspartner Ackerhelden&lt;br /&gt;
• Workshops zum Thema Tier- und Pflanzenwelt am Friedhof in Kooperation mit dem Forschungsprojekt "Biodiversität am Friedhof"&lt;br /&gt;
• Tag des offenen Bienenstocks: Besuch der Friedhofsbienen in Kooperation mit den Imker*innen, die die Bienenstöcke am Wiener Zentralfriedhof betreuen&lt;br /&gt;
• "Jubiläumspfad": Outdoor-Ausstellung, Zeitreise durch vergangene Epochen: &lt;a href="https://www.friedhoefewien.at/jubilaeumspfad"&gt;https://www.friedhoefewien.at/jubilaeumspfad&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
• Ressourcenflohmarkt: Kabarett mit nachhaltiger Wirkung&lt;br /&gt;
• Tango Argentino: Tanzworkshop am Friedhof&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-9c59992d-2198-421f-98c4-2dbcf836a113" data-insert-attach="{"id":"9c59992d-2198-421f-98c4-2dbcf836a113","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="500" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/06%20Tag%20des%20offenen%20Bienenstocks.jpg?itok=m-fDqwxC" width="375" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Tag des offenen Bienenstocks (Foto: Friedhöfe Wien 2024) (6)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-c0fec1f6-fdd1-4018-8e9b-c9cc705fec44" data-insert-attach="{"id":"c0fec1f6-fdd1-4018-8e9b-c9cc705fec44","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="399" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/07%20Jubil%C3%A4umspfad.jpg?itok=fvSizZNp" width="500" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Jubiläumspfad (Screenshot &lt;a href="https://www.friedhoefewien.at/jubilaeumspfad"&gt;https://www.friedhoefewien.at/jubilaeumspfad&lt;/a&gt;) (7)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Bei der Auswahl der Veranstaltungen wurden Partner*innen aus bereits bestehenden Kooperationen ins Boot geholt. Ihnen wurde die Möglichkeit gegeben, Veranstaltungen vorzuschlagen und entsprechend ihrer Rahmenbedingungen durchzuführen. Dadurch konnte eine Vielzahl unterschiedlicher Veranstaltungen angeboten werden.&lt;br /&gt;
Weil bei der Friedhöfe Wien GmbH nur zwei Personen für die gesamte Unternehmenskommunikation zuständig sind, war es durchaus eine Herausforderung mit geringen Ressourcen ein vielfältiges Programm auf die Beine zu stellen, das unterschiedliche Zielgruppen anspricht. Die Umsetzung der Veranstaltungen konnte nur durch die zahlreiche Unterstützung von Kolleg*innen aus verschiedensten Abteilungen der Friedhöfe Wien ermöglicht werden. Rückmeldungen von Presse und Teilnehmer*innen waren durchwegs positiv.&lt;br /&gt;
Mittlerweile melden sich Kulturschaffe selbstständig mit Projekt- und Veranstaltungsideen. Dabei ist bei der thematischen Auswahl der Programmpunkte die Verbindung zum Friedhof besonders wichtig. Außerdem wird stets auf eine pietätvolle Umsetzung geachtet. Allerdings war das umfassende Programm im Jubiläumsjahr eine Ausnahme. In regulären Jahren ist nicht so viel Programm geplant.&lt;br /&gt;
Gleichzeitig waren vor allem die Friedhofssessions aufgrund der Größenordnung organisatorisch eine Herausforderung für die Friedhöfe Wien GmbH. Ein Friedhof weist naturgemäß keine Infrastruktur auf, die man für die Veranstaltung von Konzerten braucht - sämtliche Technik, WC-Anlagen, Gastronomiestände, Bestuhlung etc. musste von externen Partnern angeliefert werden. Das Wetter war ein großer Risikofaktor. Es ist zum Glück bei allen drei Terminen trocken geblieben, beim zweiten&lt;br /&gt;
Termin Anfang August war es aber sehr knapp, diese Session hätte fast abgebrochen werden müssen.&lt;br /&gt;
Da insgesamt nur ein geringes Budget zur Verfügung stand, konnten nicht alle Events im gleichen Maße beworben werden. Erfolgreich waren vor allem die Veranstaltungen, die von sich aus ein großes Medieninteresse generiert haben - vor allem die Friedhofssessions waren sehr beliebt. Auch die kleineren Veranstaltungen wurden gut angenommen, bei manchen Teilnehmerzahlen war aber noch Luft nach oben.&lt;br /&gt;
Die Öffentlichkeit wurde durch verschiedene Kanäle informiert: Es gab einerseits professionelle Presseaussendungen, dazu dann die Ankündigung auf den Webseiten der Friedhöfe Wien und der Kooperationspartner*innen, sowie auf den entsprechenden Social Media Kanälen. Außerdem gab es einen Newsletter mit zusätzlichen Angeboten, wie z.B. Ticketverlosungen, und Aushänge, Flyer, Plakate auf den Friedhofsflächen. Dazu kam dann die Mediale Berichterstattung (z. B. brachte der Österreichische Rundfunk in "ORF Wien Heute" einen Bericht über die erste Friedhofssession &lt;a href="https://wien.orf.at/stories/3263680/"&gt;https://wien.orf.at/stories/3263680/&lt;/a&gt; ). Für die Bewerbung wurde keinerlei Mediabudget verwendet.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2848" hreflang="de"&gt;Duy, Barbara&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
          &lt;/div&gt;
  

      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2849" hreflang="de"&gt;Barbara Duy&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div&gt;        &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2" hreflang="de"&gt;Titelthema&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2850" hreflang="de"&gt;Duy, Barbara&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
          &lt;/div&gt;
  
      &lt;span&gt;
              &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2831" hreflang="de"&gt;Kultur auf dem Friedhof II&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
          &lt;/span&gt;
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  <pubDate>Sun, 22 Jun 2025 20:02:55 +0000</pubDate>
    <dc:creator>fof-ohlsdorf.de</dc:creator>
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    </item>
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  <title>Das Friedhof Forum - die schweizweit einzigartige Kulturinstitution über Leben und Tod</title>
  <link>https://www.fof-ohlsdorf.de/nr-169-ii-2025/das-friedhof-forum-die-schweizweit-einzigartige-kulturinstitution-ueber-leben-und</link>
  <description>&lt;span&gt;Das Friedhof Forum - die schweizweit einzigartige Kulturinstitution über Leben und Tod&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;&lt;span lang="" about="https://www.fof-ohlsdorf.de/user/3" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="" xml:lang=""&gt;fof-ohlsdorf.de&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;Sonntag 22.06.2025 - 21:36&lt;/span&gt;


      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;"Nr. 169, II, 2025"&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div class="content"&gt;        &lt;div&gt;&lt;p&gt;Wenn ich interessierten Menschen vom Friedhof Forum in Zürich erzählen soll, muss ich meist weit ausholen und in die Geschichte des Zürcher Bestattungswesen zurückgreifen, in die Stadtentwicklung der letzten 150 Jahre, die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte und Vergleiche im nahen Ausland beiziehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dies möchte ich hier - schon aus Platzgründen! - weitgehendst unterlassen, da ich Sie nicht schon zu Beginn meines Artikels mit einem Geschichtsexkurs abschrecken möchte. Hier soll vor allem vom Friedhof Forum als Kulturinstitution die Rede sein, und so möchte ich auch gleich damit beginnen:&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-224f0f0d-ba11-4727-ad05-a1d670d3a5d0" data-insert-attach="{"id":"224f0f0d-ba11-4727-ad05-a1d670d3a5d0","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="336" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/01%20Friedhof_Sihlfeld_2011-08-16_14-51-02.jpg?itok=pvHu_vNe" width="500" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Eingangsgebäude des Friedhofs Sihlfeld mit dem Friedhof Forum (Von Roland zh - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, &lt;a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16125417"&gt;https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16125417&lt;/a&gt;) (1)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;h4&gt;Wieso braucht es ein Friedhof Forum - und zwar überall?&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Das Friedhof Forum ist eine Institution des Zürcher Bevölkerungsamtes. Es hat die Aufgabe, den Tod als Thema in die Bevölkerung zu tragen, und zwar mit kulturellen Hilfsmitteln, wie der Literatur, der bildenden Kunst, des Theaters, des Tanzes und natürlich auch der Musik. Dies machen wir überkonfessionell und breit abgestützt, pietät- und rücksichtsvoll, geistig offen und durchlässig, mutig, liebevoll und unbeschwert. Denn wir behandeln ja sehr sensible Themen, die bei Menschen oft auch Angst und Unbehagen auslösen. Dem müssen wir natürlich Rechnung tragen. Ich bin der Meinung, dass der Tod zwar nicht gesellschaftlich tabuisiert, jedoch gerne etwas verdrängt wird. Was an sich absurd ist, denn wir sind ständig mit dem Sterben, dem Tod konfrontiert. Wenn auch nicht persönlich als Betroffene, dann doch häufig in Krimis oder in Filmen, in Games oder in den Nachrichten: Es wird überall in großem Stil gestorben. Dennoch mögen wir die ständige Anwesenheit des Todes nicht sonderlich, erinnert er uns doch andauernd an unsere eigene Vergänglichkeit.&lt;br /&gt;
Gerne vergleiche ich das Friedhof Forum mit dem Museum für Sepulkralkultur in Kassel oder dem Museum Tod Zover in Amsterdam: Auch sie forschen und vermitteln, sammeln und stellen aus, suchen den Kontakt und den Dialog mit den Menschen und können so das Thema Tod auf Augenhöhe verhandeln helfen. Natürlich sind wir viel kleiner als unsere großen Schwestern im Ausland. Aber nicht minder ideenreich!&lt;br /&gt;
Seit 2013 gibt es unsere kleine Institution bereits. Gelegen im Eingangsportal des größten Friedhofs von Zürich, dem Friedhof Sihlfeld, gestalten wir jährlich eine große, aufwändige Themenausstellung und veranstalten das ganze Jahr über diverse kulturelle Anlässe. Dies in unseren eigenen Räumen und der kleinen Theaterbühne im Keller unseres 1877 erbauten Gebäudes, oder auch in der Kapelle A, wo sich vor 1933 das erste Krematorium der Schweiz, das dritte in Europa, befand, das 1889 erbaut wurde. Daneben veranstalten wir auch im "Alten Krematorium Sihlfeld" (erbaut 1915) Theaterstücke, Chorkonzerte oder auch den jährlichen "Dia de los Muertes", das mexikanische Totenfest. Grundsätzlich könnten wir auf allen der 19 Zürcher Friedhöfe Veranstaltungen oder Ausstellungen organisieren - allein, es fehlt uns hier schlicht die Zeit, das Geld und auch das Personal. So beschränken wir uns meist auf&lt;br /&gt;
den Friedhof Sihlfeld.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Jährlich eine große Ausstellung&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Um die Menschen zu uns zu locken, haben sich jährlich wechselnde Ausstellungen als hilfreich erwiesen. So kommen wir auch direkt mit den Menschen ins Gespräch. Unsere derzeitige Ausstellung "Trauern. Wenn Raum und Zeit verloren gehen" nähert sich der Trauer auf sinnliche Weise. Gezeigt werden Werke Schweizer Keramik- und Textilkünstlerinnen, zu lesen gibt es eigens für uns geschriebene Texte der&lt;br /&gt;
deutschen Philosophin Susanne Schmettkamp. Sie selbst hat vor zwei Jahren ihren kleinen Sohn bei einem Verkehrsunfall verloren und schreibt darüber herzzerreißend, einerseits aus dem Blickwinkel der trauernden Mutter, andererseits aus dem der Philosophin. Die Ausstellung wird begleitet durch drei speziell für die Ausstellung gestaltete Zeitungen mit dem Namen #danach, die gratis abgegeben werden.&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-d96577ba-acbd-4d80-9b2a-4e0f4f81f0b9" data-insert-attach="{"id":"d96577ba-acbd-4d80-9b2a-4e0f4f81f0b9","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="367" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/02%20Blick%20auf%20Trauern.jpg?itok=JqanszUG" width="495" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Blick in die Ausstellung "Trauern" im Friedhof Forum 2025 (Foto: Reto Bühler 2025) (2)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Im Jahr davor versuchten wir den Tod in der Popmusik zu ergründen und anhand von exemplarischen Künstlerinnen und Künstlern deren Umgang mit der eigenen Endlichkeit zu zeigen. Hierzu präsentierten wir Werke von namhaften Künstlerinnen und Künstlern, wie u. a. den Fotografen und Filmemacher Anton&lt;br /&gt;
Corbijn, zeigten Skulpturen von Thomas Scheibitz oder Bettina Scholz und veranstalteten begleitende Talks und Konzerte.&lt;br /&gt;
"You Want It Darker - Songs über den nahenden Tod" hieß die Ausstellung und zog sehr viele Besucher*innen auf den Friedhof Sihlfeld zu uns ins Friedhof Forum.&lt;br /&gt;
Neben unseren jährlichen Ausstellungen ermöglichen wir es jungen Zürcher Kunstschaffenden auch in den wenig genutzten Räumen anderer Friedhofsgebäude ihre Werke auszustellen.&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-42265a1c-22bc-41fb-a04f-c0eab76f9093" data-insert-attach="{"id":"42265a1c-22bc-41fb-a04f-c0eab76f9093","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="500" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/03%20Plakat%20Trauern%20b.jpg?itok=ultvSizf" width="385" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Ausstellungsplakat "Trauern" (Foto: Reto Bühler 2025) (3)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-b8a04dcf-2d49-48c2-81ef-f4054b3636f1" data-insert-attach="{"id":"b8a04dcf-2d49-48c2-81ef-f4054b3636f1","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="500" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/04%20Ausstellungsplakat%202024.jpg?itok=I_UTE6jU" width="350" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Ausstellungsplakat "You want it darker" im Friedhof Forum 2024 (Foto: Reto Bühler 2024) (4)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-7e8f4b1d-6ad7-48c2-a48b-88d64cc62deb" data-insert-attach="{"id":"7e8f4b1d-6ad7-48c2-a48b-88d64cc62deb","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="321" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/06%20Ausstellung%20anderswo.jpg?itok=zq2S1OgO" width="482" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Ausstellung in der Wandelhalle des Krematoriums auf dem Friedhof Sihlfeld (Foto: Reto Bühler) (5)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-c6059ad3-db5f-466c-b294-90b840ca4f10" data-insert-attach="{"id":"c6059ad3-db5f-466c-b294-90b840ca4f10","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="291" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/05%20Ausstellung%20Darker.jpg?itok=2N_cZR1r" width="437" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Blick in die Ausstellung "You want it darker" von 2024 im Friedhof Forum (Foto: Reto Bühler 2024) (6)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;h4&gt;Kulturveranstaltungen&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Eine wichtige Vermittlungsarbeit leisten wir mit Lesungen und Buchvernissagen. Da wir auch eine kleine Buchhandlung betreiben, liegt es nahe, sich auch literarisch dem Thema Tod zu widmen. Die Lesungen sind jeweils sehr gut besucht. Wie hier die letzte Lesung der Schweizer Schriftstellerin Ruth Schweikert (1964-2023).&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-679b140a-833a-41a5-a808-555138faae93" data-insert-attach="{"id":"679b140a-833a-41a5-a808-555138faae93","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="351" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/07%20Lesung.jpg?itok=c6Y3bc91" width="468" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Die letzte Lesung der Schweizer Schriftstellerin Ruth Schweikert (1964–2023) im Friedhof Forum (Foto Reto Bühler 2023) (7)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-928858a1-26f2-4ec5-9403-f6ff19cec9c5" data-insert-attach="{"id":"928858a1-26f2-4ec5-9403-f6ff19cec9c5","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="295" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/08%20n%C3%A4chtliche%20Lesung.jpg?itok=NvNF4VSo" width="393" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Nächtliche Lesung auf dem Friedhof (Foto: Reto Bühler 2023) (8)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;h4&gt;Audiowalks über den Friedhof&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Den Friedhof erlebbar zu machen: Das versuchen wir mit eigens kreierten Audiowalks über die Friedhöfe Sihlfeld und Manegg. Über 50 Minuten werden die Besucherinnen und Besucher über den Friedhof geführt und erfahren Historisches, aber auch Praktisches rund um das Leben auf dem Friedhof. Hören Sie doch mal rein: Du und Deine Ewigkeit – Audiowalk Friedhof Sihlfeld | Friedhof Forum (&lt;a href="https://www"&gt;https://www&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
stadt-zuerich.ch/friedhofforum/de/audiowalk/friedhof-sihlfeld.html).&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-eb945e88-4b25-4d50-9100-a18fcc162268" data-insert-attach="{"id":"eb945e88-4b25-4d50-9100-a18fcc162268","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="269" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/10%20Audiowalk%20Website.jpg?itok=KGH7B8pY" width="500" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Ankündigung des Audiowalks auf der Website des Friedhof Forums (Screenshot &lt;a href="https://www"&gt;https://www&lt;/a&gt;. stadt-zuerich.ch/friedhofforum/de/audiowalk/friedhof-sihlfeld.html) (9)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;h4&gt;Kooperationen mit anderen Kultureinrichtungen&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Das Alleinsein ist nicht nur im Privatleben schwierig, auch geschäftlich macht es oft mehr Sinn, sich mit anderen, meist stärkeren Institutionen zu verbünden. Eng arbeiten wir mit dem Literaturhaus Zürich, dem Landesmuseum und anderen Zürcher Museen zusammen und veranstalten gemeinsam Lesungen oder auch Ausstellungen.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Soziale Medien, Fluch und Segen&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Facebook, Instagram, TikTok und YouTube: für viele die Geißeln der Menschheit. In einer Zeit, in der die klassische Kulturberichterstattung in den Medien stetig abnimmt, können Soziale Medien jedoch enorm helfen, den Bekanntheitsgrad beim Publikum zu erhöhen. Unsere Kanäle werden sehr gut besucht und vor allem Clips mit geschichtlichen Themen, aber auch Stories aus dem Bestattungswesen kommen&lt;br /&gt;
enorm gut an und führen zu einem höheren Bekanntheitsgrad unserer Institution.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;In Zukunft - brauchen wir noch Friedhöfe?&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Friedhöfe sind seit vielen Jahrzehnten am Sterben. Gerade mal 20 Prozent Belegung verzeichnen wir hier auf dem Friedhof Sihlfeld, über ganz Zürich betrachtet sind es gerade mal noch 30 Prozent. Da wir - im Gegensatz zu Deutschland - in der Schweiz keine Friedhofspflicht mehr kennen, nimmt die Zahl der Bestattungen auf den städtischen Friedhöfen stetig ab. Keine Friedhofspflicht bedeutet, dass die Asche einer verstorbenen Person nicht mehr auf einem Friedhof beigesetzt werden muss, sondern auch in den Bergen oder dem See verstreut werden darf. Gut 90 Prozent der Menschen in Zürich lassen sich kremieren und immer mehr Menschen machen davon Gebrauch, die Asche irgendwo zu verstreuen oder auch zuhause aufzubewahren. Dies führt zu einer langsamen Entleerung der Friedhöfe. In Zürich werden zudem jährlich über 3000 Gräber aufgehoben, was die Sache zusätzlich beschleunigt.&lt;br /&gt;
Friedhöfe sind jedoch auch Kulturgut und enorm wichtig für die Identität einer Stadt. Auch bieten sie Lebensräume für Tiere und Pflanzen und sorgen für mehr Biodiversität, aber auch nachweislich für ein besseres Stadtklima. Zudem: Wer weiß, wie sich die Gesellschaft in Zukunft entwickeln wird?&lt;br /&gt;
Vielleicht wird es in naher Zukunft wieder ganz normal sein, dass man seine Liebsten auf einem der schönen Friedhöfe bestattet, regelmäßig besucht und sich ihrer erinnert. Ein Wandel muss ja nicht immer nur in eine negative Richtung gehen.&lt;br /&gt;
Und so bin ich zuversichtlich, dass Friedhöfe auch in Zukunft eine große Rolle im Leben der Menschen spielen werden. Vielleicht nicht mehr nur als Orte, wo die Toten bestattet liegen, sondern auch als Orte der Kontemplation, der Einkehr, der Ruhe - aber auch der sinnvollen Unterhaltung und kulturellen Beschäftigung. Wir müssen lernen, den Friedhof weiter zu denken. Kulturangebote helfen dabei&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2845" hreflang="de"&gt;Bühler, Reto&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
          &lt;/div&gt;
  

      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2846" hreflang="de"&gt;Reto Bühler &lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div&gt;        &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2" hreflang="de"&gt;Titelthema&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2847" hreflang="de"&gt;Bühler, Reto&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
          &lt;/div&gt;
  
      &lt;span&gt;
              &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2831" hreflang="de"&gt;Kultur auf dem Friedhof II&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
          &lt;/span&gt;
  </description>
  <pubDate>Sun, 22 Jun 2025 19:36:08 +0000</pubDate>
    <dc:creator>fof-ohlsdorf.de</dc:creator>
    <guid isPermaLink="false">1970 at https://www.fof-ohlsdorf.de</guid>
    </item>
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  <title>Der lebendige Friedhof - Friedhöfe als Orte der Verbindung</title>
  <link>https://www.fof-ohlsdorf.de/nr-169-ii-2025/der-lebendige-friedhof-friedhoefe-als-orte-der-verbindung</link>
  <description>&lt;span&gt;Der lebendige Friedhof - Friedhöfe als Orte der Verbindung&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;&lt;span lang="" about="https://www.fof-ohlsdorf.de/user/3" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="" xml:lang=""&gt;fof-ohlsdorf.de&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;Sonntag 22.06.2025 - 21:19&lt;/span&gt;


      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;"Nr. 169, II, 2025"&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div class="content"&gt;        &lt;div&gt;&lt;p&gt;Friedhöfe haben sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert. In der allgemeinen Wahrnehmung scheint das übrigens nicht so zu sein, denn im Laufe eines Menschenlebens sind schließlich nur wenige Veränderungen sichtbar. In Westeuropa kennen wir zum Beispiel Bestattungen in Kirchen, willkürliche Bestattungen auf Friedhöfen oder, im Gegensatz dazu, dichte Reihen einheitlicher Grabsteine, und wir kannten alle Arten von aufrecht stehenden Grabmalen in begrünten, intimen Friedhofskompartimenten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tot Zover, das Museum für Leben und Tod, ist in erster Linie eine kulturelle Einrichtung. Wir arbeiten mit dem (Grab-)Erbe, mit Kunst und Design, und wir ziehen ein kulturelles Publikum an. Zugleich bewegen wir uns in der Welt des Wissens, der Forschung und der Bildung. Wir betrachten Bestattungsrituale aus der kulturellen Perspektive. Aber wir beschäftigen uns auch mit Innovationen im Museumsbereich. Die Art und Weise wie Museen ihre Geschichten erzählen, verändert sich mit der Zeit. Es lohnt sich, Museen und Friedhöfe in dieser Hinsicht zu vergleichen. Museum Tot Zover war ursprünglich als Antiquitätenkammer gedacht. Als die Stiftung "Nederlands Uitvaartmuseum" 1990 gegründet wurde, bestand ihre Hauptintention darin, altes Material zu bewahren und das Bestattungsgewerbe zu beleuchten. Sobald aber im Jahr 2004 professionelles Personal mit modernem Museumsblick die Sammlung und - zum ersten Mal - auch das angestrebte Publikum in Augenschein nahm, erwies sich dieser Ansatz als unhaltbar. Ein Museum mit überregionaler Ausstrahlung musste an die Gegenwart anknüpfen und die erzählerische Kraft der zu präsentierenden Objekte in den Blick nehmen. So geschah es, und die ersten Jahre nach der Eröffnung im Dezember 2007 waren vor allem der Beginn eines langen und kontinuierlichen Lernprozesses. Dieser Lernprozess dauert immer noch an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist sehr wichtig festzuhalten, dass gerade thematisch gestaltete Museen in die Gesellschaft der jeweiligen Zeit passen müssen. Während man bis etwa zum Jahr 2000 davon ausging, dass eine permanente Museumspräsentation zwanzig Jahre lang Bestand hat, verändert sich die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts ständig und die Museen müssen sich dieser Dynamik anpassen. Diese Anpassung findet auf vielen Ebenen statt, z. B. in Bezug auf die gewählten Museumsthemen, die Objekte, die Texte, die Perspektiven innerhalb dieser Texte, den Einsatz von Audio, Bild und sozialen Medien, den Grad der Beteiligung der Öffentlichkeit, die Gemeinschaftsbildung und so weiter und so fort.&lt;br /&gt;
Ein Teil unseres ursprünglichen Namens - Nederlands Uitvaartmuseum (Niederländisches Bestattungsmuseum) - wurde vor Kurzem gestrichen. Dieser Name war, wie oben gezeigt, nicht ausreichend, und das Bild passte nicht zu unserem Kurs. 'Tot Zover', auf Deutsch 'bis jetzt', ist faszinierend und durfte bleiben. Seit 2024 lautet der Name Tot Zover, Museum über Leben und Tod.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;You are not the audience&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Tot Zover präsentiert sich nicht als allwissender Erzähler. Natürlich gibt es beschreibende Texte in den temporären Ausstellungen und in der Dauerausstellung (es gibt schließlich immer noch ein Informationsbedürfnis bei den Besuchern), aber weniger als früher. Persönliche Geschichten sind wichtiger geworden, und dadurch fühlen sich die Menschen berührt. Mit diesem persönlichen Ansatz haben wir 2015 mit unserer Ausstellung zur Post-Mortem-Fotografie begonnen. Nur Fotos aus dem neunzehnten Jahrhundert haben wir nicht berücksichtigt, dazu ist die Distanz zu groß. Wir baten&lt;br /&gt;
Abschiedsfotografen um zeitgenössische Fotos und interviewten die Familien der porträtierten Verstorbenen. Daraus entstanden kurze, bewegende Textfragmente.&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-c361c65d-04c9-472d-b6ae-97f88426b31c" data-insert-attach="{"id":"c361c65d-04c9-472d-b6ae-97f88426b31c","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="333" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/Sluiter%201.jpg?itok=BlwcQHfE" width="500" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Boukje Canaan, Eefje Snelders (2013-2013) mit ihrer Mutter Ellen, ihrem Vater Sjors und ihrer Schwester Lise, Digitalfoto, 2013. "Das ist das einzige Foto, auf dem wir mit der ganzen Familie zu sehen sind. Ich bin so stolz auf diesen Moment, wir waren komplett. Lise hat ihre Schwester hier zum ersten Mal gesehen. Eef scheint wie ein zerbrechliches Geschenk verpackt zu sein. Ich war 23 Wochen und sechs Tage mit ihr schwanger. Wenn Fremde mich fragen, wie viele Kinder ich habe, fällt mir die Antwort schwer. Auf der einen Seite bin ich so stolz auf meine beiden Töchter. Andererseits bleibt Eef- jes Tod ein heikles Thema. Für ihre Schwester Lise ist Eefje ein Stern im Himmel. Manchmal sprechen wir vor dem Schlafengehen über sie. Dann sage ich zu Lise: 'Wenn wir uns nachts die Sterne ansehen, zwinkert immer einer zurück'. So fühlt es sich wirklich an." Aus dem Interview mit Ellen Snelders-van der Pol, Mutter von Eefje Snelders (1)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Nicht mehr nur das Museum sendet, sondern auch die Besucher dürfen sich beteiligen. Die meisten Ausstellungen bieten die Möglichkeit zur Beteiligung der Öffentlichkeit. Für die Ausstellung "Ein schmackhafter Tod - Was essen wir bei Abschied und Trauer" wurde ein Kunstwerk mit eingereichten Objekten und Geschichten aus der Öffentlichkeit geschaffen. Und während der Ausstellung konnten die&lt;br /&gt;
Besucherinnen und Besucher eintragen, woraus ihre letzte Mahlzeit bestehen sollte. Andere Besucher konnten dies dann lesen. Die Zahl der ausgefüllten "Speisekarten" - mit Motivation - war immens. Es entstand ein echtes Engagement. Als Museum ist es wichtig, sich ständig an die sich verändernden Bedürfnisse der Gesellschaft anzupassen. Eine wichtige Lektion ist heutzutage, dass man ein gutes Verständnis dafür haben muss, was das Zielpublikum will, denn: you are not the audience. Dies ist bereits ein gängiges Mantra im niederländischen Museumssektor. Gilt das auch für Friedhöfe?&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-4724975e-3ec7-43d6-8ba9-e5e1aafb92f9" data-insert-attach="{"id":"4724975e-3ec7-43d6-8ba9-e5e1aafb92f9","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="333" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/Sluiter%202.jpg?itok=Ia0PR1H5" width="500" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Was ist Ihre letzte Mahlzeit? Teil der Ausstellung "Ein schmackhafter Tod" im Museum Tot Zover, Amsterdam, 2023-2024 (Foto: Peter Lange) (2)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;h4&gt;Der nachhaltige Friedhof&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Sehen wir auch Friedhöfe, die mit dem Zeitgeist gehen? Friedhofsverwalter sprechen oft von Kernaufgaben, und das sind dann die Bestattung selbst und die Pflege der Grünanlagen. Dafür haben sie in der Regel auch das nötige Budget. Wenn vom kulturellen Wert der Friedhöfe die Rede ist, geht es meist um das alte Bestattungserbe, die historischen Grabsteine, die Denkmäler von Ikonen vergangener Zeiten. Das ist ein sehr wichtiger Wert, darüber braucht man nicht zu streiten, aber wie sieht es heute aus?&lt;br /&gt;
In den Niederlanden sind die Friedhöfe offener geworden, das steht fest. Der Friedhof des 19. Jahrhunderts war ein romantischer Landschaftsgarten, der außerhalb des bebauten Gebiets lag und durch Gräben, Mauern, Zäune und dichte Vegetation abgetrennt war. Die Städte sind um ihn herum gewachsen und haben sich die Friedhöfe in gewisser Weise einverleibt. Aber das Gegenteil ist nicht der Fall.&lt;br /&gt;
Diese Zuneigung wurde nicht erwidert; Friedhöfe bleiben isolierte, abgeschlossene Orte. Doch die Gesellschaft - vielleicht individualisiert, aber auch mit einem Hang zu gemeinsamen Erlebnissen - beginnt, andere Bedürfnisse zu haben. Ist es nicht schade, dass Friedhöfe, grüne Oasen in der versteinerten Stadt, nicht für mehr Zwecke genutzt werden? Kollektive Gedenkfeiern werden immer beliebter. Wir lieben heutzutage gemeinsame Erlebnisse. In den Niederlanden begann der Amsterdamer Friedhof De Nieuwe Ooster 2005 mit groß angelegten jährlichen Feierlichkeiten zu Allerseelen. Künstler waren beteiligt, es gab Musik und Tausende von Besuchern kamen. Diese Feier wurde in- zwischen verkleinert und findet nun tagsüber statt, nicht mehr am Abend. Andere Friedhöfe veranstalten nach wie vor solche Gedenkfeiern. Und es gibt Führungen, manchmal Konzerte und auf einigen Friedhöfen auch Audioführungen. Dennoch: Die  Innovation droht zu stocken.&lt;/p&gt;
&lt;h4&gt;Trendwende&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Im Jahr 2020 wurde ein interessanter Bericht veröffentlicht, der von Mariska Over- man und Rob Bruntink vom Büro MORBidee im Auftrag der niederländischen Friedhofsorganisation verfasst wurde.&lt;sup&gt;2&lt;/sup&gt; Die Autoren führten umfangreiche Untersuchungen durch und erstellten eine SWOT-Analyse.&lt;sup&gt;3&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als größte Schwäche und Bedrohung stellte sich heraus, dass die Friedhöfe nicht kundenorientiert genug sind, und darin liegt auch die größte Chance. Zumal die Stärke von Friedhöfen darin liegt, dass sie&lt;br /&gt;
physische Gedenkstätten, grüne Oasen und natürlich auch Orte der Ruhe und Besinnung sind.&lt;br /&gt;
Sehr klug verweisen die Autoren auf die Trendwende bei den öffentlichen Bibliotheken. Seit Jahren lasen die Menschen immer weniger und die Mitgliederzahlen waren stark rückläufig. Zweigstellen wurden geschlossen. Anstatt stur an ihrer Kernaufgabe (dem Ausleihen von Büchern) festzuhalten, wandelten sich die Bibliotheken zu multifunktionalen Orten, an denen Aktivitäten organisiert werden, Debatten und&lt;br /&gt;
Ausstellungen stattfinden und Menschen zusammenkommen. Heute ist die große Amsterdamer Bibliothek am Oosterdok ein lebendiger und inspirierender Ort. Die Bibliothek LocHal in Tilburg ist ein weiteres gutes Beispiel für ein großes lebendiges Labor. Der LOB-Bericht kommt zu der folgenden Definition:&lt;br /&gt;
Der Friedhof der Zukunft ist eine einladende, multifunktionale Umgebung. Hier werden verstorbene Menschen begraben oder ihre Asche beigesetzt. Dieser Ort wird von Menschen besucht, die der Verstorbenen gedenken, sich an den natürlichen und/ oder historischen Werten erfreuen, an Aktivitäten teilnehmen, die dem Gedenken gewidmet sind und/oder über Tod und Trauer diskutieren.&lt;br /&gt;
Es folgt eine breite Palette von Empfehlungen. Manches können die Friedhofsverwaltungen leicht selbst umsetzen. Aber es braucht auch ein Bewusstsein der Kommunen, dass die eigentliche Kernaufgabe eines Friedhofs darin besteht, dass Menschen dort ihrer Verstorbenen gedenken und dass der Friedhof ein Ort ist, an dem Menschen Ruhe und Erholung finden. Bei der Nachhaltigkeit geht es oft um Klima, erneuerbare Energien und die Vermeidung von unnötigem Abfall. Wenn es um Friedhöfe geht, denkt man dann vor allem an ökologisches Grünmanagement. Bei der Nachhaltigkeit geht es aber auch darum, dass es Friedhöfe überhaupt noch gibt und dass sie bedeutend genug sind, um den Flächenverbrauch in modernen, bebauten Städten zu rechtfertigen. Mit der Popularität der Feuerbestattung ist der Betrieb von Friedhöfen seit einiger Zeit unter Druck geraten. Die Aufwertung des Ortes und die Diversifizierung seiner Funktionen sollten sichergestellt werden: Sie sollten sich nicht nur auf die Aufbewahrung von Leichen und Asche beschränken, sondern auch eine grüne Funktion haben, da sie für die biologische Vielfalt und die Wasserwirtschaft wichtig sind. Fügen Sie die Funktion von Orten der Ruhe und der Verbindung hinzu. Und warum nicht auch für die Freizeitgestaltung? Viele Möglichkeiten liegen gerade in den sozialen Aspekten.&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-229e63c1-c369-4342-81e6-b7de9976c8f3" data-insert-attach="{"id":"229e63c1-c369-4342-81e6-b7de9976c8f3","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="333" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/Sluiter%203kl.jpg?itok=cQJEeIbT" width="500" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Nathalie Bruys, Portal Machine (Außenansicht), 2011 (hergestellt für die Ausstellung Afterlife, Museum Tot Zover/De Nieuwe Ooster, 2011–2012; Fotos: Teo Krijgsman)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-64321dbc-0702-452c-8670-b7b61aa687c9" data-insert-attach="{"id":"64321dbc-0702-452c-8670-b7b61aa687c9","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="333" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/Sluiter%204kl.jpg?itok=gMdNfCAa" width="500" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Nathalie Bruys, Portal Machine (Innenansicht), 2011  (Foto: Teo Krijgsman)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Wenn es in der Nähe eine große türkische oder Roma-Gemeinschaft gibt, könnte man als Friedhof vielleicht etwas gemeinsam mit diesem Gemeinschaften organisieren - nicht für, sondern mit Gruppen aus der Nachbarschaft. Erkunden Sie die Grenzen und lassen Sie die Angst vor negativen Reaktionen nicht zum Maßstab werden.&lt;br /&gt;
Vielleicht ist ein Metal-Gedenkkonzert in der Feierhalle gar keine schlechte Idee, vielleicht ist eine leichte klassische Aufführung für viele Verwalter naheliegender. Überlegen Sie außerdem genau, was Kunst tun kann, um die Besucher zum Nachdenken anzuregen oder ihnen Trost zu spenden. Gegen Gedenkwände ist nichts einzuwenden, aber Kunst kann mehr Bedeutung haben, wie wir bei der von Tot Zover in den Jahren 2011 und 2012 organisierten Ausstellung "Afterlife" gesehen haben. Diese Ausstellung zeigte Spitzenkunst sowohl im Museum als auch auf dem Friedhof De Nieuwe Ooster. Es gab viel zu erleben und die "Portal Machine" von Nathalie Bruys kann als Beispiel dienen.&lt;br /&gt;
In dieser futuristischen Maschine konnten die Besucher sitzen und Klangschalen lauschen, die auf eine bestimmte Frequenz gestimmt waren und sie in Kontakt mit anderen Dimensionen brachten. An diesen aufgeladenen Orten wirkte es wie eine Meditation, und viele Menschen hatten das Gefühl, für eine Weile bei ihren verstorbenen Angehörigen zu sein.&lt;br /&gt;
Die Friedhöfe könnten sich vom kulturellen Bereich inspirieren lassen. Verschiedene Gruppen einbeziehen. Trauen Sie sich und akzeptieren Sie, dass auch andere Einfluss haben. Betrachten Sie den Friedhof nicht als "steinernes Archiv", sondern als einen lebendigen Ort mit Geschichten, die dauerhaft inspirieren. Stellen Sie sicher, dass diese Geschichten den ganzen Reichtum der Umgebung umfassen und nicht nur die Verwalter von gestern. Finden Sie die Verbindung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Anmerkungen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1 Dieser Artikel ist eine mit Hilfe von DeepL übersetzte, gekürzte und leicht angepasste Fassung von:&lt;br /&gt;
„Der lebendige Friedhof. Friedhöfe als Orte der Verbindung“, in: Tamara Ingels und Joeri Mertens&lt;br /&gt;
(Hrsg.), Memento Mori III. Der nachhaltige Friedhof, Gent (Owl Press) 2024, S. 84-90&lt;br /&gt;
2 M. Overman, R. Bruntink, De begraafplaats van de toekomst. Van hoofd naar hart, s.l. 2020 (Onder-&lt;br /&gt;
zoek in opdracht van de Landelijke Organisatie van Begraafplaatsen)&lt;br /&gt;
3 SWOT steht für Strengths (Stärken), Weakness (Schwächen), Opportunities (Chancen), Threats (Risi-&lt;br /&gt;
ken)-Analyse.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2842" hreflang="de"&gt;Sluiter, Guus&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
          &lt;/div&gt;
  

      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2843" hreflang="de"&gt;Guus Sluiter&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div&gt;        &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2" hreflang="de"&gt;Titelthema&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2844" hreflang="de"&gt;Sluiter, Guus&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
          &lt;/div&gt;
  
      &lt;span&gt;
              &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2831" hreflang="de"&gt;Kultur auf dem Friedhof II&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
          &lt;/span&gt;
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  <pubDate>Sun, 22 Jun 2025 19:19:59 +0000</pubDate>
    <dc:creator>fof-ohlsdorf.de</dc:creator>
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  <title>Der Friedhof als Ort der Kultur und Begegnung - Perspektiven der Öffentlichkeitsarbeit auf den Zwölf-Apostel-Kirchhöfen in Berlin-Schöneberg</title>
  <link>https://www.fof-ohlsdorf.de/nr-169-ii-2025/der-friedhof-als-ort-der-kultur-und-begegnung-perspektiven-der</link>
  <description>&lt;span&gt;Der Friedhof als Ort der Kultur und Begegnung - Perspektiven der Öffentlichkeitsarbeit auf den Zwölf-Apostel-Kirchhöfen in Berlin-Schöneberg&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;&lt;span lang="" about="https://www.fof-ohlsdorf.de/user/3" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="" xml:lang=""&gt;fof-ohlsdorf.de&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;Sonntag 22.06.2025 - 21:05&lt;/span&gt;


      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;"Nr. 169, II, 2025"&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div class="content"&gt;        &lt;div&gt;&lt;p&gt;"Der Friedhof lebt!" lautete vor einigen Jahren der sehr eingängiger Slogan für eine Art Charmeoffensive, die den Punkt traf: die Friedhöfe als Orte des Lebens feiern, als Orte der Begegnung, als großartige Naturorte. In Zeiten, in denen Bestattungskultur von vielen Menschen mit anonymen Rasen-Gräbern verbunden wird und in denen Bestattungswälder immer stärker nachgefragt werden, ist es notwendig, den Menschen die großartigen Möglichkeiten von Friedhöfen in ihrer ganzen Vielschichtigkeit nahezubringen; zu zeigen, wie großartig und wie wichtig Trauerkultur einmal gewesen war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dies kann aber nur erreicht werden, wenn es professionell durch eine gut organisierte Öffentlichkeitsarbeit betrieben wird. Die Zwölf-Apostel-Kirchhöfe in Berlin Schöneberg gehören zu den wenigen Friedhöfen, die schon seit Jahren mit einer Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit arbeiten. Darüber soll hier erzählt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie funktioniert so eine Öffentlichkeitsarbeit für Friedhöfe? Oberstes Ziel sollte es sein, Menschen auch jenseits von Bestattungen und Trauerfeiern auf die Friedhöfe einzuladen. Friedhöfe sind Orte der Trauer, aber sie sind auch Orte der Begegnung. Diese Begegnungsmöglichkeiten müssen organisiert und mit Leben erfüllt werden.&lt;br /&gt;
Welche Angebote können gemacht werden, um Menschen auf die Friedhöfe einzuladen, um Menschen zusammenzubringen? Das klassische Angebot auf unseren Friedhöfen sind die kulturhistorischen Führungen. Dabei soll an wichtige Persönlichkeiten erinnert werden, die auf dem Friedhof ihre letzte Ruhe gefunden haben.&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-88b91a32-7711-4ffe-9aa6-c00ee42309e1" data-insert-attach="{"id":"88b91a32-7711-4ffe-9aa6-c00ee42309e1","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="282" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/01%20Gespraechskreis.jpg?itok=IAWRFQ1N" width="500" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Gesprächskreis im Freien (Foto: B. von Boxberg) (1)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Das können Prominente sein, wie die Brüder Grimm auf unserem Alten St.-Matthäus-Kirchhof. Aber genauso wichtig ist, es an Persönlichkeiten zu erinnern, die oft zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind. Und ganz besonders wichtig ist es, an Frauen-Persönlichkeiten zu erinnern, die viel öfter in Vergessenheit geraten sind als Männer. Auf unserem Alten St.-Matthäus-Kirchhof gibt es 50 Ehrengräber, von de-&lt;br /&gt;
nen sind nur drei für Frauen gewidmet. Hier gibt es noch viel nachzuholen! Dieser Missstand regte uns vor einigen Jahren auch an, das Thema "Frauen in der Trauerkultur" zu thematisieren. So entstand eine Veranstaltung, bei der es um die Frage ging: Unterscheiden sich eigentlich Trauerfeiern für Männer von der von Frauen? Natürlich! Das zeigt sich bei den Trauerreden, das zeigt sich sehr oft bei dem unterschiedlichen Aufwand für eine Trauerfeier und das zeigt sich besonders stark bei der Auswahl der Trauerlieder. So bekommen Männer sehr oft das Lied "I did it my Way". Bei Beisetzung für Frauen wird dieses Lied nie gespielt. Als ob Frauen nie ihren eigenen Weg gegangen seien... Frauen bekommen eher als Trauerlied "Candle in the Wind", ein Titel, der bei einer Trauerfeier für einen Mann wohl als eine Provokation verstanden würde. Die Veranstaltung "Trauerkultur für Männer vs. Frauen" war so erfolgreich, dass sie sogar nach Hamburg Ohlsdorf eingeladen wurde.&lt;br /&gt;
Das Frauen-Thema begegnet einem bei jeder Führung über den Friedhof. So gibt es für Frauen die sonderbaren "Muttigräber". Auf den Grabsteinen stehen dann nicht etwa ihre Namen und Lebensdaten. Offensichtlich reicht für eine Frau ihre Existenz als Mutter, um an Sie zu erinnern. "Vatigräber" hingegen findet man fast nie. Bei Männern wird eher der erfolgreiche berufliche Werdegang in Stein gemeißelt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine weitere wichtige Aufgabe der kulturhistorischen Führungen ist es, den Menschen, die historischen Bauwerke des Friedhofs, wie Wandgräber oder Mausoleen, näherzubringen. Dabei gilt es, auch auf kleine Details aufmerksam zu machen, zum Beispiel die eisernen Mohnkapseln an vielen historischen Einzäunungen, die ein Zeichen für den ewigen Schlaf darstellen. Höhepunkt vieler Führungen ist dann der Besuch im Inneren eines Mausoleums. Auf unserem Alten St.-Matthäus-Kirchhof ist der Abstieg in das Innere des prunkvollen Mausoleums der Meierei-Familie Bolle jedes Mal ein etwas ganz Besonderes. Diese zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtete Grabanlage war das erste Mausoleum Deutschlands, das innen mit einer elektrischen Beleuchtung ausgestattet war. Daran erinnern wir bei Führungen, indem das Mausoleum jedes Mal mit Kerzen stimmungsvoll illuminiert wird.&lt;br /&gt;
Ein ganz wichtiges Thema ist es, die Friedhöfe als großartige Naturorte erlebbar zu machen. Vogelbeobachtungen oder Pflanzenführungen sind dazu geeignete Mittel. Sehr gut nachgefragt waren bei uns in den letzten Jahren auch immer wieder die Fledermausführungen. Sieben verschiedene Fledermausarten konnten wir auf einem unserer Friedhöfe zählen. Die Tiere lieben das bei Nacht abgedunkelte Biotop inmitten der Großstadt. Und da es bei uns auf unseren Friedhöfen Bienenstöcke gibt, sind die Veranstaltungen der Imkerin alljährlich ein echtes Highlight. Und natürlich kann dabei auch der auf dem Friedhof entstandene Honig erworben werden.&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-8cae6292-d485-4422-9448-edde2dbbbc39" data-insert-attach="{"id":"8cae6292-d485-4422-9448-edde2dbbbc39","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="375" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/02%20von%20Boxberg%20Bienenfuerhung.jpg?itok=DIm9bpcq" width="500" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Bienenführung (Foto: B. von Boxberg) (2)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Eine sehr erfolgreiche Idee, um Menschen auf unsere Friedhöfe einzuladen, hatten wir vor zwei Jahren. Wir stellten ein witterungsfestes Regal in eines unserer historischen Mausoleen und fühlten es&lt;br /&gt;
mit gebrauchten Büchern. Die so entstandene Bücher-Austauschstation erfreut sich seither großer Be-&lt;br /&gt;
liebtheit und lockt viele Menschen an. Der Vorteil dieses Angebotes: Die Menschen entnehmen die Bücher aus dem Regal und können sie gleich auf einer der zahlreichen Friedhofsbänke lesen. Unser Alter&lt;br /&gt;
Zwölf-Apostel-Kirchhof hat sich so in den letzten Jahren auch als eine Oase der Entspannung etabliert.&lt;br /&gt;
Viele Menschen, die in den umliegenden Betrieben arbeiten, nutzen den Friedhof für ihre tägliche Pause. Wichtige Termine für die Öffentlichkeitsarbeit sind die alljährlichen stattfindenden überregionalen Initiativen, die Denkmalschutz und Friedhofskultur den Menschen nahebringen sollen. Da ist zum einen der "Tag des offenen Denkmals", der die Möglichkeit bietet, einem breiten Publikum die kulturhistorischen Schätze der Friedhöfe zu zeigen. Das andere wichtige alljährlich wiederkehrende Ereignis ist "Der Tag des Friedhofs". Wir haben ihn in den letzten Jahren dreimal auf unseren Friedhöfen für Berlin ausgerichtet. Die Vorbereitungen zu diesem Ereignis erfordern einigen Aufwand aber es ist großartig, dann an diesem Tag einen mit Menschen überfüllten Friedhof zu sehen und mit den Menschen über den die Themen Friedhof und Trauerkultur ins Gespräch zu kommen. Einen ganz besonderen "Tag des Friedhofs" hatten wir im letzten Jahr auf unserem Neuen Zwölf-Apostel-Kirchhof ausgerichtet. Auf diesem Friedhof führen wir seit 2015 vor allem Bestattungen nach muslimischem Ritus durch. Dieser "Tag des Friedhofs" führte Menschen zusammen, die vielleicht sonst nie ins Gespräch gekommen wären.&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-7fd0e28b-0408-4dc0-8cdb-8bbe70febad9" data-insert-attach="{"id":"7fd0e28b-0408-4dc0-8cdb-8bbe70febad9","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="500" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/03%20Buecher%20mausoleum%20Boxberg.jpg?itok=lCdH6zZt" width="333" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Bücherregal im Mausoleum (Foto: B. von Boxberg) (3)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Für einen lebendigen Friedhof ist es ganz wichtig, sich zu öffnen, Veranstaltungsort zu werden für verschiedene Initiativen und Projekte. So haben wir mehrfach mit Studierenden verschiedener Hochschulen Pop-up-Ausstellungen im Freien durchgeführt, bei denen die Studierenden sich in kreativer Weise mit Friedhofsthemen auseinandergesetzt haben. Auch diese Projekte haben viel Aufmerksamkeit vor allem bei jungen Menschen erzielt, die die großartigen Möglichkeiten der Friedhöfe erkannten.&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-d7ad8d12-1444-4d19-839e-621e354405eb" data-insert-attach="{"id":"d7ad8d12-1444-4d19-839e-621e354405eb","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="375" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/04%20Tag%20Offenen%20Denkmals%20Boxberg.jpg?itok=S0fQhumy" width="500" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Tag des Offenen Denkmals (Foto: B. von Boxberg) (4)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-229ac30b-fe08-4b8d-98c6-cc1635ad1cc4" data-insert-attach="{"id":"229ac30b-fe08-4b8d-98c6-cc1635ad1cc4","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="333" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/05%20Lesung_Alter%20ZwoelfApostel_Boxberg.jpg?itok=I59_XLK8" width="500" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Lesung im Freien auf dem Alten Zwölf-Apostel-Friedhof (Foto: B. von Boxberg) (5)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Welches große Potenzial Friedhöfe in der öffentlichen Wahrnehmung haben, konnten wir im letzten Jahr beobachten. Wir hatten auf dem Alten Zwölf-Apostel-Kirchhof ein Jubiläum zu feiern: 160 Jahre gibt es diesen Friedhof. Als Höhepunkt dieses Jubiläumsjahres haben wir eine Friedhofsnacht organisiert, die&lt;br /&gt;
nach Sonnenuntergang begann. Wir hatten auf dem Friedhof, den wir kunstvoll illuminiert hatten, Führungen vorbereitet, es gab ein Konzert in einem Mausoleum und weitere Musikdarbietungen, im Garten der Kleinen Ewigkeit fand ein Poetry Slam zum Thema Trauerkultur statt, eine Feuerkünstlerin trat auf und an stimmungsvoll beleuchteten Statuen wurden von einer Schauspielerin Texte gelesen, die sich um Engel drehten. Studierende der Freien Universität boten eine Nacht-Natur-Führung an und begannen den Abend in der Dämmerung mit einer Fledermausführung. Für Essen und Trinken war gesorgt.&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-aaa8ab47-1a58-4f64-bd28-3d2d5edfc395" data-insert-attach="{"id":"aaa8ab47-1a58-4f64-bd28-3d2d5edfc395","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="334" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/06%20Jubilaeumsnacht_Haug.jpg?itok=y738gy4e" width="500" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-ef9e2af0-2aab-41fb-8e09-e1391bf2fa0e" data-insert-attach="{"id":"ef9e2af0-2aab-41fb-8e09-e1391bf2fa0e","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="334" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/07%20Nacht_Friedhof_Haug%20Kopie.jpg?itok=X4tEpyy3" width="500" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Jubiläumsnacht auf dem Friedhof 2024 (Fotos: Haug) (6 und 7)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Gerechnet hatten wir mit etwa 150 Besuchern, was schon ein guter Erfolg gewesen wäre. Als die Veranstaltung begann, bildeten sich meterlange Schlangen an unseren Eingangstoren, die nicht kürzer wurden. Am Ende zählten wir über 900 Besucherinnen und Besucher in dieser magischen Nacht. Der Friedhof lebte!&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2839" hreflang="de"&gt;von Boxberg, Bertram&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
          &lt;/div&gt;
  

      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2840" hreflang="de"&gt;Bertram von Boxberg&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div&gt;        &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2" hreflang="de"&gt;Titelthema&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2841" hreflang="de"&gt;von Boxberg, Bertram&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
          &lt;/div&gt;
  
      &lt;span&gt;
              &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2831" hreflang="de"&gt;Kultur auf dem Friedhof II&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
          &lt;/span&gt;
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  <pubDate>Sun, 22 Jun 2025 19:05:43 +0000</pubDate>
    <dc:creator>fof-ohlsdorf.de</dc:creator>
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    </item>
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  <title>Von Luden, Liquiden und Liminalitäten.</title>
  <link>https://www.fof-ohlsdorf.de/nr-169-ii-2025/von-luden-liquiden-und-liminalitaeten</link>
  <description>&lt;span&gt;Von Luden, Liquiden und Liminalitäten.&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;&lt;span lang="" about="https://www.fof-ohlsdorf.de/user/3" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="" xml:lang=""&gt;fof-ohlsdorf.de&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;Sonntag 22.06.2025 - 20:32&lt;/span&gt;


      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;"Nr. 169, II, 2025"&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div class="content"&gt;        &lt;div&gt;&lt;p&gt;Bericht zur Tagung Kulturen der Trauer und des Todes in Geschichte, Gegenwart und Zukunft, Aby-Warburg-Haus, Hamburg, 28. Februar/ 1. März 2025&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Themenkreis Sterben, Tod und Trauer findet in den Sozial- und Kulturwissenschaften zwar vermehrt Beachtung, Gelegenheiten zum wissenschaftlichen Austausch im Rahmen der Präsentation aktueller Forschungsergebnisse sind indes weiterhin selten. Schon deshalb war die Jahrestagung des Arbeitskreises Thanatologie der Sektion Wissenssoziologie innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Soziologie ein wichtiger Treffpunkt für Wissenschaftler:innen, die sich mit der Endlichkeit des Lebens auf die eine oder andere Weise beschäftigen. Sie bestach diesmal durch eine transdisziplinäre Ausrichtung. Neben Thorsten Benkel vom AK war das Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Hamburg, verkörpert durch Norbert Fischer, für die Tagungsorganisation zuständig. Diese Kooperation ermöglichte die Nutzung wunderschöner Veranstaltungsräumlichkeiten im ehrwürdigen Warburg-Haus in Hamburg. Im Ergebnis entstand ein Meer historischer und aktueller Perspektiven auf Endlichkeitsthematiken, die von der wieder in Mode gekommenen Seebestattung bis zu den Temperaturen des Todes reichten.&lt;br /&gt;
Den Anfang machte Norbert Fischer (Universität Hamburg), der das Ritual der Seebestattung hinsichtlich neuerer Wandlungsprozesse vorstellte. Bei dieser Beisetzungspraktik werde nicht nur der geschlossene Raum des Friedhofs überschritten, sondern auch eine Synthese mit der Natur eingegangen. Historisch betrachtet, seien Seebestattungen stets Körperbestattungen gewesen, die in der Not vollzogen worden, wenn sich Todesfälle auf See ereigneten. Gegenwärtig würden Seebestattungen als Form der Urnenbestattung in Norddeutschland immer beliebter. Anknüpfungspunkte für eine zeitdiagnostische Perspektive bietet der Umstand, dass dabei Beisetzungs- und Gedenkort auseinanderfallen. Hier zeichnet sich eine Transformation der räumlichen Muster funeraler Praktiken ab.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Inhaltlich anknüpfend thematisierte Jana Paulina Lobe (Universität Bamberg) aktuelle Entwicklungen auf dem Bestattungsmarkt. Anhand von qualitativen Interviews mit Bestatter:innen rekonstruierte sie eindrücklich, wie sich die ökonomische Ausrichtung in diesem Dienstleistungsbereich wandelt. Demnach böten alternative Dienstleister sepulkrale Konsumgüter unter ökologischen Gesichtspunkten an, die sich an den Nachhaltigkeitsbedürfnissen von Kund:innen aus jüngeren Alterskohorten orientieren. Die ökonomische Grundausrichtung des Gewerbes werde somit von neuen ethischen Orientierungen durchdrungen, bleibe als solche indes bestehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dem schloss sich ein Themenwechsel an, der die Tagung für alle nachfolgenden Diskussionen prägte: Mirco Spiegel (TU Dortmund) referierte über "Techniken des Weiterlebens" im Hinblick auf künstliche Intelligenz. Auch er begann mit einem historischen Bezugspunkt: Schon die Séancen oder das Ouija-Brett, also Bretter mit Buchstaben und Zahlen, die bei solchen Sitzungen verwendet wurden, seien auf&lt;br /&gt;
die Repräsentation von Toten ausgerichtet gewesen. Die Möglichkeiten, Verstorbenen eine Präsenz - über die reine Imagination hinaus - zu geben, erweiterten sich nun mithilfe digitaler Techniken, die wiederum neue Kraft durch den Einsatz von KI entfalteten. So können heute Avatare kreiert werden, die auf der Basis von Trainingsdaten verstorbene Personen nachahmen und sich (im Falle generativer KI)&lt;br /&gt;
auch weiterentwickeln. Wie sich dadurch der Umgang mit dem Tod und mit den Toten verändert, sei indes, so Spiegel, noch eine offene Frage; gleichermaßen würfen der ontologische Status der Repräsentationen und ihre begriffliche Festschreibung sozialwissenschaftliche Herausforderungen auf. Der Vortrag integrierte technische Entwicklungen und ihr weitreichendes Potenzial in die wissenschaftliche Perspektivierung der Endlichkeitsbewältigung. Wie sehr das den Nerv der Zeit trifft, zeigten die formellen und informellen Diskussionen im weiteren Tagungsverlauf, die immer wieder auf Spiegels Thesen und den Einfluss von KI (auf Tod und Leben) zurückkamen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gleichermaßen der Medialität verpflichtet war der Vortrag von Ekkehard Coenen (Bauhaus-Universität Weimar). Er zeichnete nach, wie sich das Wissen über den Tod, welches stets kommunikativ vermittelt und hergestellt werde, wandelt, wenn unterschiedliche Medientypen involviert sind. Demnach habe der Buchdruck einer inneren, subjektiven Auseinandersetzung mit dem Tod Vorschub geleistet. Dagegen hätten Film und Fernsehen einer außenorientierten Todesreflexion den Boden bereitet, weil der entsprechende Rezeptionsmodus passiv ausgerichtet sei. Digitale Medien hätten schließlich dazu geführt, Sterben, Tod und Trauer auf Distanz zu halten, wenn beispielsweise digitale Trauerforen zur Bewältigung von Endlichkeitserfahrungen aufgesucht würden. Auch diese Perspektive mündete in eine Gegenwartsdiagnose: Coenen plausibilisierte, dass hybride Formen des Umgangs mit dem Tod, die durch die jeweiligen Vermittlungs- und Verbreitungsmedien als Gegenstand des Wissens hervorgebracht werden, mittlerweile vorherrschen.&lt;br /&gt;
Nicht nur einen thematischen, sondern auch einen thermischen Wechsel vollzog Matthias Meitzler (Eberhard Karls Universität Tübingen), der sich dem Verhältnis von Tod und Temperatur soziologisch annäherte. Dazu rekonstruierte er zunächst temperaturbezogene Metaphoriken in klassischen Schriften, etwa das "Cooling out" in den Interaktionsanalysen Erving Goffmans. Außerdem fokussierte er Emile Durkheim, der über sprachliche Stilmittel hinaus Zusammenhänge zwischen jahreszeitlich bedingter Wärme und Selbstmordraten erkundet habe. Der Kern des Vortrags war allerdings dem Tod und seinen temperaturbezogenen Transformationen gewidmet. So führte Meitzler den Klimawandel als Beispiel für thermisch bedingte Gesellschaftsveränderungen an, die z.B. mit Migrationsbewegungen assoziiert sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einem thermisch-bildersprachlichen Sinne wurde es "heiß", als Meitzler auf den Temperaturwechsel des sterbenden und toten Körpers einging. In einem Mosaik von Beispielen präsentierte er u.a. spontane Selbstentzündungen, durch Temperatur beeinflusste Verwesungsprozesse und die maschinelle Herstellung von Aschediamanten. Der Vortrag zeigte eindrücklich, dass die mannigfaltigen Verbindungen zwischen Gesellschaft, Tod und Thermik ein ungehobener Schatz der Soziologie sind. Neurowissenschaftlich ausgerichtet schloss Paula Muhr (Brand University of Applied Sciences Hamburg) an, indem sie Studien zu Bewusstseinsprozessen während des Sterbens einordnete. Zunächst stellte Muhr die Veränderungen der Kriterien zur Todesfeststellung vor, die sich vom Herz- zum Hirntod entwickelten, wobei immer noch länderspezifische Unterschiede bestünden. Welche Bewusstseinszustände sich beim Sterben vollzögen, auch in der Hirntodrahmung, sei indes weiterhin un- geklärt. Nahtoderfahrungen plausibilisierten Bewusstseinsprozesse beim Sterben; Betroffene berichteten von entsprechenden Erfahrungen. Auch Tierversuche legten solche Schlüsse nahe, allerdings sei mit ihnen die Problematik der Übertragung auf Menschen verbunden. Anschließend präsentierte Muhr drei EEG-Studien, deren komplexe mathematische Auswertungen nicht nur Gehirnaktivität nachweisen, sondern darüber hinaus eine Konnektivität zwischen unterschiedlichen Arealen des Organs zeigten. Inwiefern damit tatsächlich Bewusstsein einhergehe, sei aber noch nicht eindeutig belegbar. Muhr fordert mit ihren Deutungen dieser Forschungsergebnisse die - auch wissenschaftliche - Vorstellung vom Sterben heraus. Es gehe nicht mit einem einfachen Verlust von Gehirnaktivität einher, was in der Konsequenz weitreichende Folgen für den Umgang mit Sterbenden haben kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Anschluss bewältigte Nicole Kirchhoff (Universität Bielefeld) den Übergang von der kulturwissenschaftlichen Perspektivierung der Neurowissenschaft zur soziologischen Vereinnahmung der Medizin. Sie referierte über den "Präp"-Kurs, den Medizinstudierende im Rahmen ihrer Ausbildung absolvieren. Dabei werden sie konkret mit dem Tod in Form von Leichen konfrontiert. Zunächst situierte Kirchhoff ihr Forschungsinteresse in der soziologischen Rekonstruktion der herausgeforderten studentischen Lebenswirklichkeiten. Dann erläuterte sie die Datenerhebung: Sie bat Studierende, ihre Erfahrungen während des Kurses in Memos festzuhalten. Insbesondere präsentierte sie den Fall eines begabten Studenten, dessen Memos weitreichende Einblicke in phänomenologische Aspekte und Übergange geben. Geruch, Haptik und kognitive Einordnungen wurden somit aus einer Erlebensperspektive anschaulich gemacht. Am Ende des Vortrags vertiefte Kirchhoff noch ein Artefakt der Fallanalyse, eine Körperdarstellung, die ästhetisch an den "Pernkopf-Atlas" ange- lehnt ist, dessen Visualisierungen auf Anschauungen von toten Personen basierten, welche dem Nazi-Regime zum Opfer gefallen seien. Dieses Datenmaterial und seine Einordnungen zeigten auf, welche Potenziale eine transdisziplinäre Perspektive diesbezüglich entfalten kann.&lt;br /&gt;
Wie weit ein soziologischer Blick auf Berufsfelder tragen kann, die in keinem Nahverhältnis zu den Sozialwissenschaften stehen, offenbarte auch der Abschluss der ersten Tagungsrunde. Thorsten Benkel (Universität Passau) präsentierte bildgewaltiges Datenmaterial - dem er pflichtbewusst eine Triggerwarnung voranstellte - aus seinen Feldforschungen zur Obduktion, die er u.a. mit Matthias Meitzler durchgeführt hatte. Dabei zeichnete er den ethnografischen Prozess in einem todesbezogenen Feld nach, zu dem Nicht-Mediziner:innen üblicherweise kaum Zugang erhalten. Spezifika hätten sich in den beständigen Legitimierungsnotwendigkeiten gezeigt und in der Adressierung der Forschenden als Laien, deren Relevanzen ignoriert werden. Die Attitüde der künstlichen Dummheit, die Ronald Hitzler für teilnehmende Beobachtungen empfehle, habe es schließlich ermöglicht, weitreichende Informationen über das Feld, seine medizinische Dimension, aber auch seine interaktionale Verfasstheit zu sammeln. Der Vortrag vereinte visuelle Eindrücke mit der ethnografischen Rekonstruktion der Besonderheiten eines Feldes, in dem der objektivierende Umgang mit toten Körpern zentral ist. Er demonstrierte folglich, welche Herausforderungen, aber auch Potenziale es birgt, wenn Ethnograf:innen Zugänge zu Berufsgruppen finden, die den Tod in einem gänzlich anderen Sinnsystem bewältigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Den zweiten Tag eröffnete Wibke Nissen (Universität Hamburg) mit einem historisch-geografischen Bezug zum Tod. Sie beschrieb die mannigfaltigen Lebens- und vor allem Sterbewirklichkeiten in Dithmarschen zwischen 1870 und 1950. Unfälle, Krankheiten und Suizide hätten zu einer hohen Mortalität geführt, die auch mit defizitärer Hygiene, mangelnder medizinischer Versorgung und schlechten Ernährungsbedingungen verbunden war. Nissen betonte, dass die hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit in starkem Kontrast zur Gegenwart stehe. Dabei hätten Morde eine signifikante Rolle gespielt, die den prekären Lebensbedingungen von Frauen geschuldet gewesen seien, welche sich durch das Vorhandensein von Kindern noch weiter verschärften. Auch das Ertrinken in den Marschen und auf See habe das Sterben geprägt. Auf Grundlage von Kirchenbüchern, Sterbebüchern und Medizinalberichten zeichnete der Vortrag ein lebendiges Bild vom historischen Sterben im Norden und rückte die Gegenwart so in ein freundlicheres Licht.&lt;br /&gt;
Daran schloss der Vortrag von Nina Janz (Universität Luxembourg) an, der gleichermaßen historisch orientiert war, aber schwierige Bezüge zur Gegenwart offenbarte, wie die anschließende Diskussion zeigte. Janz referierte über den "Umgang mit gefallenen Wehrmachtssoldaten während des Zweiten Weltkriegs". Zunächst ging sie auf die Umbenennung des "Volkstrauertages" in "Heldengedenktag" ein, die 1934 durch die Nationalsozialisten stattfand und der Etablierung eines Opfernarrativs Vorschub leistete. Dieses Propagandieren des Todes habe sich während des Zweiten Weltkriegs noch verschärft. Sowohl die Todesbenachrichtigungen von gefallenen Soldaten als auch Bilder von Friedhöfen für Gefallene in Frontnähe wurden im Sinne der Zuschreibung eines "Heldenstatus" instrumentalisiert und sollten der befürchteten Kriegsmüdigkeit entgegenwirken. Der Vortrag zeigte, wie sehr die Inszenierungsmöglichkeiten, die mit dem Tod verbunden sind, ideologisch ausgebeutet werden können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Manuel Bolz (Universität Göttingen) finalisierte die Tagung (die am zweiten Tag einen ausgefallenen Vortrag hatte) mit thematischem Bezug zur geografischen Situierung der Veranstaltung selbst, indem er sich des Vergnügungsviertels St. Pauli annahm. Auch er wählte einen historischen Bezugspunkt und ging auf die sogenannten "Ludenkämpfe" der 1970er- und 1980er-Jahre ein, die das Viertel und die mediale&lt;br /&gt;
Öffentlichkeit in ihren Bann zogen. Über bildliche Repräsentationen der Ereignisse sei ein "misery porn" entstanden, der Schrecken und Faszination ausgelöst habe. Das sei vor allem den Protagonisten dieser Zeit geschuldet gewesen, die sich mit Statussymbolen in Szene gesetzt hätten und biografisch recht verlässlich zunächst den Aufstieg und dann den totalen Absturz durchexerzierten. "Corvetten-Peter" und Co. hätten das Milieu der Sexarbeit und die Schlagzeilen dominiert und seien folglich Projektionsflächen unterschiedlicher Zuschreibungen gewesen. Im Verlauf dieser bewegten Zeiten habe sich eine "Gefühlsstruktur" herausgebildet, in der Angst und Unsicherheit dominant gewesen seien. Der Vortrag belegte anschaulich, wie sehr Emotionen einerseits mit geografischen Verankerungen andererseits einhergehen können und wie sehr sie historischen Entwicklungen unterworfen sind.&lt;br /&gt;
Nach dem offiziellen Tagungsende beschenkte Norbert Fischer zahlreiche Interessierte noch mit einer grandiosen Führung über den Friedhof Ohlsdorf. Dabei stand die Nutzung des Areals ebenso im Vordergrund wie interessante Gräber und die historischen Veränderungen der Repräsentationen des Todes auf dem "Totenacker".&lt;br /&gt;
Der Arbeitskreis Thanatologie ließ es sich danach nicht nehmen, weitere geografische Bezugspunkte der Tagung aufzusuchen und eigenständige "Recherchen" durchzuführen. Die Tagung war sowohl wissenschaftlich als auch lebensweltlich von Vielseitigkeit sowie einem Engagement für die Wissenschaft und ihre Menschen geprägt.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2836" hreflang="de"&gt;Pierburg, Melanie&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
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      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2837" hreflang="de"&gt;Melanie Pierburg&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
  
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            &lt;div&gt;        &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/3" hreflang="de"&gt;Aktuelles&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
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                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2838" hreflang="de"&gt;Pierburg, Melanie&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
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      &lt;span&gt;
              &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2831" hreflang="de"&gt;Kultur auf dem Friedhof II&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
          &lt;/span&gt;
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  <pubDate>Sun, 22 Jun 2025 18:32:41 +0000</pubDate>
    <dc:creator>fof-ohlsdorf.de</dc:creator>
    <guid isPermaLink="false">1967 at https://www.fof-ohlsdorf.de</guid>
    </item>
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  <title>Mimi Usinger (1893–1974) - eine kaum bekannte Malerin in Ohlsdorf</title>
  <link>https://www.fof-ohlsdorf.de/nr-169-ii-2025/mimi-usinger-1893-1974-eine-kaum-bekannte-malerin-ohlsdorf</link>
  <description>&lt;span&gt;Mimi Usinger (1893–1974) - eine kaum bekannte Malerin in Ohlsdorf&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;&lt;span lang="" about="https://www.fof-ohlsdorf.de/user/3" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="" xml:lang=""&gt;fof-ohlsdorf.de&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;Sonntag 22.06.2025 - 18:46&lt;/span&gt;


      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;"Nr. 169, II, 2025"&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div class="content"&gt;        &lt;div&gt;&lt;p&gt;Im September 2024 zeigte die Kirche St. Marien in Ohlsdorf eine schöne und sehenswerte Ausstellung mit 30 Werken von Mimi Usinger - als "Eine fast vergessene Hamburger Malerin" laut offiziellem Titel; dort angeboten waren auch Postkarten und ein Kalender mit Fotos von Lorenz Obenhaupt, Kurator der Ausstellung. Das Alstertal-Magazin ersetzte "Hamburger" durch "Alstertaler", die Willi-Bredel-Gesellschaft wiederum durch "Fuhlsbütteler"; denn Obenhaupt, Kunstkenner und auch Autor dieses interessanten, von fünf Schwarz-Weiß Bildern begleiteten, fünfseitigen Beitrags, hat selbst aktiv über diese Malerin und ihren Nachlass recherchiert, auch bei Antiquitätenhändlern.&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-ccb7a50a-aaea-4b74-8f60-37efbc303d10" data-insert-attach="{"id":"ccb7a50a-aaea-4b74-8f60-37efbc303d10","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="500" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/01%20Plakat%20Usinger%201.jpg?itok=r8Gs1LR9" width="357" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Plakat für die Ausstellung über Mimi Usinger, 2024 (1)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Am 14.10.1893 wurde Mimi Magda Henny Usinger in Hamburg geboren, wo sie am 26.8.1974 auch starb. Als Tochter vom Blockmacher Hugo Heinrich Lindemann und seiner Frau Dorette (geb. Gellert) wohnte sie wegen der Arbeit des Vaters an den Vorsetzen am Hamburger Hafen und dann später dank seiner florierenden Geschäfte als "Übernehmer sämtlicher Schiffsarbeiten" in Steinwerder. So prägten Hafen, Schiffe, Elbe und Handwerk das Umfeld der späteren Künstlerin, die für ihre Werke einen (für eine Frau der damaligen Zeit) außergewöhnlichen Schwerpunkt auf Motive aus den Bereichen Maritimes, Handwerk und Technik setzte - zum Beispiel bei ihren Gemälden "Brückenbau" der Süderelbbrücke (Öl, 1938), "Hansahafen" (Öl, 1939), "Elbfähre" oder "Hafenkai mit Kränen und Frachtschiff" (beide jeweils undatiert). Dokumentarische Bedeutung haben auch frühe Zeichnungen aus den Jahren 1934-1936 von Straßen und Häusern aus Alt-Altona und dem Gängeviertel.&lt;br /&gt;
Um 1910 erwarb Hugo Lindemann als Zweitwohnsitz ein Haus in Fuhlsbüttel dicht am Alstertal, das er 1919 seiner Frau Dorette überschrieb, von der er sich trennte und dann 1923 auch scheiden ließ. Um 1920 heiratete Mimi Lindemann den zehn Jahre älteren Kapitän Heinrich Usinger, der seit 1921 ebenfalls an dieser Adresse gemeldet war und ab 1924 dort einen Betrieb zur Schiffsreparatur eingetragen hatte; er starb 1951, die Ehe blieb kinderlos. Bis kurz von ihrem Tod lebte Mimi Usinger in diesem Haus im Brombeerweg 13, das sie 1935 von ihrer Mutter geerbt hatte. So zeigen ihre Werke neben besagten maritimen Motiven nicht nur landwirtschaftliche Szenen (etwa "Bauernhof mit Kutsche" (Öl, 1937) und "Rapsfeld" (Öl, 1938), sondern auch ihre Alstertaler Umgebung wie den Kaffeegarten des früheren Restaurants "Zur Schleuse" (Öl, undatiert) mit Blick auf dem Mühlenteich, oder den "Garten Alsterdorfer Straße" mit dem Alten Krematorium Ohlsdorf im Hintergrund (Öl auf Malkarton, undatiert).&lt;br /&gt;
Darüber hinaus machte Mimi Usinger ab 1929 bis 1961 erstaunlich viele Reisen (u.a. nach Ungarn oder Island, auf die Balearen, die Kanarischen Inseln usw., sogar Mexiko) - zusammen mit ihrem Mann und auch allein, nachdem er gestorben war. Unterwegs entstanden viele Skizzen, Aquarelle und Gouachen; sie arbeitete ebenfalls an abstrakten Werken, und das noch bis kurz vor ihrem Tod. Seit Ende der 1930er Jahre machte sie als Künstlerin auf sich aufmerksam; so war sie in mehreren Ausstellungen im Hamburger Kunstverein und in der Hamburger Kunsthalle zu sehen. 1937 nahm sie sogar mit einem Werk in der "Großen Deutschen Kunstaustellung" in München teil. Offensichtlich gefiel ihr Werk den Nationalsozialisten (die Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle 1938 wurde von den NS-Gemeinschaft&lt;br /&gt;
"Kraft durch Freude" ausgerichtet); ob überhaupt, und wenn ja, in welchem Maße Mimi Usinger ihrerseits mit dem Regime sympathisierte, ist auf Grund der wenigen Quellen schwer zu sagen. Umso interessanter ist in diesem Zusammenhang die Frage, weshalb aus den Jahren 1940-45 keine Werke überliefert sind - eine Folge des Kriegsgeschehens oder doch eine Frage der Gesinnung? Ansonsten ist noch eine&lt;br /&gt;
Einzelausstellung in Eimsbüttel 1952 dokumentiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mimi Usinger starb 1974 im Altenheim Hinsbleek 12 in Poppenbüttel und wurde auf dem Ohlsdorfer Friedhof beigesetzt. Bestattet wurde sie im Familiengrab Lindemann (AE26, 60-63) westlich von der Kapelle 6 und dicht am Landschaftsturm "Kleines Glück" - leider hinter Gebüsch und Rhododendron schwer zu entdecken. Erworben wurde das Grab aus rotem Granit 1906 auf Friedhofsdauer von Mimis Vater Hugo Heinrich Lindemann (der selber unweit in AB27, 261-69 beerdigt wurde) für ihren mit 10 Jahren verstorbenen jüngeren Bruder William Hans Carl (1896-1906); links von dieser kleinen Grabplatte liegt etwas schief eine weitere für ihre Mutter Dorette geb. Gellert (1865-1935). Dort fehlt aber das Grabmal für Mimi Usinger - die Grabstätte wurden offenbar aufgelöst. Da die Künstlerin die letzte Nutzungsberechtigte war, kann es auch sein, dass es niemanden mehr gab, der oder die sich noch darum gekümmert hätte. Sicher ist, dass das Familiengrab Lindemann heute ungepflegt ist. Schön wäre dort ein Schild mit Angaben über Mimi Usinger - die "fast vergessene Hamburger Malerin" in Ohlsdorf.&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-0859a416-f439-4cbc-8a2c-94a693fc1f98" data-insert-attach="{"id":"0859a416-f439-4cbc-8a2c-94a693fc1f98","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="500" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/02%20Grabstein%20Usinger%201.jpg?itok=1z-8Mu6T" width="375" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-0a61038c-98fb-42d0-8602-aa6155b269ec" data-insert-attach="{"id":"0a61038c-98fb-42d0-8602-aa6155b269ec","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="375" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/03%20Grabstein%20Usinger%202.jpg?itok=LAZHVZYv" width="500" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;Grabmal und Kissensteine auf der Grabstätte der Eltern von Mimi Usinger (Fotos: Ch. Behrens 2024) (2 und 3)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Literatur:&lt;br /&gt;
Alstertal-Magazin, Heft 8, August-Ausgabe, S.18&lt;br /&gt;
Der neue Rump, Lexikon der bildenden Künstler, Wachholz, 2005, S.467.&lt;br /&gt;
Lorenz Obenhaupt, Mimi Usinger (1893–1974): Eine fast vergessene Fuhlsbütteler Malerin, Willi-Bredel-&lt;br /&gt;
Gesellschaft, Rundbrief 1924, S.19-23.&lt;br /&gt;
Wikipedia, Stand Februar 2025: Mimi Usinger, deutsche Malerin.&lt;br /&gt;
Dank auch an Petra Schmolinske für die wertvollen Informationen aus den Ohlsdorf-Archiven.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/christine-behrens" hreflang="de"&gt;Behrens, Christine&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
          &lt;/div&gt;
  

      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/214" hreflang="de"&gt;Christine Behrens&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div&gt;        &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/4" hreflang="de"&gt;Kultur &amp; Geschichte&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/187" hreflang="de"&gt;Behrens, Christine&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
          &lt;/div&gt;
  
      &lt;span&gt;
              &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2831" hreflang="de"&gt;Kultur auf dem Friedhof II&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
          &lt;/span&gt;
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  <pubDate>Sun, 22 Jun 2025 16:46:28 +0000</pubDate>
    <dc:creator>fof-ohlsdorf.de</dc:creator>
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  <title>"Männer trauern als Männer. Praxisbuch für eine genderbewusste Trauerbegleitung" von Mucksch N, Roser T. </title>
  <link>https://www.fof-ohlsdorf.de/nr-169-ii-2025/maenner-trauern-als-maenner-praxisbuch-fuer-eine-genderbewusste-trauerbegleitung-von</link>
  <description>&lt;span&gt;"Männer trauern als Männer. Praxisbuch für eine genderbewusste Trauerbegleitung" von Mucksch N, Roser T. &lt;/span&gt;
&lt;span&gt;&lt;span lang="" about="https://www.fof-ohlsdorf.de/user/3" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="" xml:lang=""&gt;fof-ohlsdorf.de&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;Sonntag 22.06.2025 - 18:28&lt;/span&gt;


      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;"Nr. 169, II, 2025"&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div class="content"&gt;        &lt;div&gt;&lt;p&gt;In diesem Praxisbuch beschreiben die Autoren Herangehensweisen und Methoden für die Begleitung von Männern in einer Trauersituation. Zielgruppe des Buches sind alle an der Trauerbegleitung beteiligten Menschen, aber auch die Trauernden selbst. Mit Blick auf eine umfangreiche Literatur zum Thema Trauer entwickeln Mucksch und Roser gut verständliche Ansätze, die durch den Bezug zum Thema Trauer bei Männern einen besonderen Fokus haben.&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-93948d84-8fd4-46c0-84d8-0591070bd3ee" data-insert-attach="{"id":"93948d84-8fd4-46c0-84d8-0591070bd3ee","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="500" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/M%C3%A4nner%20trauern%20als%20M%C3%A4nner.JPG?itok=z2yv9pko" width="341" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Im ersten Teil des Buches führen die Autoren in den Forschungsstand zum Thema Trauer und Geschlechtsbezug (Gender) ein. Schwerpunkt des ersten, wissenschaftlich fundierenden Teils, ist ein Interview mit Kenneth J. Doka. Dabei folgen Mucksch und Roser dem nordamerikanischen Altersforscher, Psychologen und Trauerforscher Doka hin zu einem Konzept der Distanzierung von Geschlechterstereotypen.&lt;br /&gt;
Trauer wird als individueller Trauerweg eingeführt, der geschlechtsunabhängig sehr unterschiedliche Muster aufweisen kann. Das ist nicht neu, kann und sollte aber immer wieder betont werden. Es wird auch auf Persönlichkeitsveränderungen und psychische Komorbiditäten wie die Entwicklung einer Depression bei trauernden Menschen hingewiesen. Die Forschung dazu erörtert wichtige Details möglicher kognitiver Veränderungen in der Trauer, die Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischen Stereotypen sowie Körperlichkeit und Trauererleben - vom Thema "Tattooing" bis zum Trauerpilgern. Die Autoren nehmen auch Bezug zu bekannten oder weniger bekannten Filmen und besonders Musikstücken, die für die Leserinnen und Leser hilfreiche Inspiration sein können.&lt;br /&gt;
Im zweiten Teil des Buches lassen die Autoren andere und sich selbst mit teils autobiografischen Fallbeispielen zu Wort kommen.&lt;br /&gt;
Im dritten Teil führen sie hin zu einem kreativen Begleiten von Trauer (u.a. Texte von Erich Fried, Bilder etwa von van Gogh, Songtexte von Eric Clapton etc.), die Impulse und praktische und wertvolle Anregungen zur Auseinandersetzung mit dem Individuellen Trauerprozess geben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;em&gt;FOF-Artikel ab 2019 bearbeiten Mucksch N, Roser T. Männer trauern als Männer. Praxisbuch für eine genderbewusste Trauerbegleitung. Edition Leidfaden. Göttingen, Vandenhoeck &amp; Ruprecht 2023T&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2768" hreflang="de"&gt;Hadraschek, Stephan - Rezensent&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
          &lt;/div&gt;
  

      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2769" hreflang="de"&gt;Stephan Hadraschek - Rezensent&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div&gt;        &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/5" hreflang="de"&gt;Neue Bücher&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/1557" hreflang="de"&gt;Hadraschek, Stephan&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
          &lt;/div&gt;
  
      &lt;span&gt;
              &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2831" hreflang="de"&gt;Kultur auf dem Friedhof II&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
          &lt;/span&gt;
  </description>
  <pubDate>Sun, 22 Jun 2025 16:28:32 +0000</pubDate>
    <dc:creator>fof-ohlsdorf.de</dc:creator>
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    </item>
<item>
  <title>"Palliative Care multiprofessionell - Fallbasiertes Lernen" von Roman Rolke, Veronika Schönhofer-Nellessen</title>
  <link>https://www.fof-ohlsdorf.de/nr-169-ii-2025/palliative-care-multiprofessionell-fallbasiertes-lernen-von-roman-rolke-veronika</link>
  <description>&lt;span&gt;"Palliative Care multiprofessionell - Fallbasiertes Lernen" von Roman Rolke, Veronika Schönhofer-Nellessen&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;&lt;span lang="" about="https://www.fof-ohlsdorf.de/user/3" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="" xml:lang=""&gt;fof-ohlsdorf.de&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;Sonntag 22.06.2025 - 18:23&lt;/span&gt;


      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;"Nr. 169, II, 2025"&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div class="content"&gt;        &lt;div&gt;&lt;p&gt;Grundsätzlich gehört die multiprofessionelle Herangehensweise zum Kern der Palliative Care. Sie ist die Grundvoraussetzung für eine angemessene Behandlung, denn in diesem Bereich der Pflege spiegeln sich die unterschiedlichen Dimensionen der Erfahrungen unheilbar kranker und sterbender Menschen wider.&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-c579032c-debc-477c-be8a-f5147a806b82" data-insert-attach="{"id":"c579032c-debc-477c-be8a-f5147a806b82","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="500" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/Palliative%20Care_multiprofessionell.JPG?itok=VBgBzMhv" width="332" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Vor diesem Hintergrund haben Roman Rolke, Lehrstuhlinhaber für Palliativmedizin am Universitätsklinikum RWTH Aachen und Veronika Schönhofer-Nellessen, Leiterin des Bildungswerks Aachen und Geschäftsführerin des Palliativen Netzwerks für die Region Aachen, das Konzept ihres Lehrbuchs entwickelt. Ausgehend von Fallbeschreibungen werden in 26 Kapiteln Fragen formuliert, die von multiprofessionellen Autorenteams bearbeitet und beantwortet werden.&lt;br /&gt;
Die ersten drei Kapitel behandeln grundsätzliche Aspekte der palliativen Versorgung von Patienten mit lebensbegrenzenden (onkologischen, kardiologischen, neurologischen) Erkrankungen. Elf Kapitel widmen sich belastenden körperlichen und psychischen Symptomen (darunter auch Themen wie "Umgang mit Unruhezuständen und Schlafstörungen bei Demenz"). Kommunikative Schwerpunktthemen werden ausführlich in vier weiteren Kapiteln dargestellt - vom Umgang mit Todeswünschen bis hin zum Familiengespräch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die übrigen Kapitel befassen sich mit ethischen Fragestellungen, Trauer, Angehörigenarbeit und interkulturellen Herausforderungen. Dabei sind die jeweiligen einleitenden Fallbeschreibungen essenziell, in denen die jeweiligen Patientensituationen lehrreich geschildert werden. Sie verdeutlichen paradigmatisch die Komplexität und Multidimensionalität der Leiderfahrung unheilbar kranker Menschen und ihrer Angehörigen.&lt;br /&gt;
Je nach Thematik wird abschließend der Blick nochmals durch Einbeziehung der Perspektive weiterer Disziplinen (Physiotherapie, Psychologie, Seelsorge, soziale Arbeit, Eingliederungshilfe) geweitet.&lt;br /&gt;
Durch die Frage-Antwort-Struktur fühlt sich der Leser/Leserin direkt angesprochen, kann sich eigene Gedanken machen und ist neugierig auf die Lösungsvorschläge der jeweiligen Expertinnen. Auf diese Weise ist das Buch für das individuelle Studium und für Fort- und Weiterbildungskurse geeignet. Es wird allerdings kein palliativmedizinisches Lehrbuch ersetzten können. Dafür sind vielfach die Angaben (z.B. konkrete Dosierungen für Medikamente) zu unterschiedlich bzw. missverständlich.&lt;br /&gt;
Letztlich ist aber dem Herausgeber und der Herausgeberin sowie den Autorinnen mit diesem Buch ein wichtiger Trittstein auf den verzweigten Wegen der Palliative Care gelungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;em&gt;Roman Rolke, Veronika Schönhofer-Nellessen (Hrsg.), Palliative Care multiprofessionell - Fallbasiertes Lernen. Kohlhammer Verlag 2024&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2768" hreflang="de"&gt;Hadraschek, Stephan - Rezensent&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
          &lt;/div&gt;
  

      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2769" hreflang="de"&gt;Stephan Hadraschek - Rezensent&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div&gt;        &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/5" hreflang="de"&gt;Neue Bücher&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/1557" hreflang="de"&gt;Hadraschek, Stephan&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
          &lt;/div&gt;
  
      &lt;span&gt;
              &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2831" hreflang="de"&gt;Kultur auf dem Friedhof II&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
          &lt;/span&gt;
  </description>
  <pubDate>Sun, 22 Jun 2025 16:23:38 +0000</pubDate>
    <dc:creator>fof-ohlsdorf.de</dc:creator>
    <guid isPermaLink="false">1964 at https://www.fof-ohlsdorf.de</guid>
    </item>
<item>
  <title>"Herr Kiyak dachte, jetzt fängt der schöne Teil des Lebens an" von Mely Kiyak</title>
  <link>https://www.fof-ohlsdorf.de/nr-169-ii-2025/herr-kiyak-dachte-jetzt-faengt-der-schoene-teil-des-lebens-von-mely-kiyak</link>
  <description>&lt;span&gt;"Herr Kiyak dachte, jetzt fängt der schöne Teil des Lebens an" von Mely Kiyak&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;&lt;span lang="" about="https://www.fof-ohlsdorf.de/user/3" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="" xml:lang=""&gt;fof-ohlsdorf.de&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;
&lt;span&gt;Sonntag 22.06.2025 - 18:17&lt;/span&gt;


      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;"Nr. 169, II, 2025"&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div class="content"&gt;        &lt;div&gt;&lt;p&gt;"Mein Vater, der immer lacht, der immer schwankt. Der mit dem längsten Sterben der Welt. Der lebendigste Tote, den es je gab. Der, dessen größtes Verdienst es ist, dass er trotz allem lebt. Der, auf dessen Tod ich mich gründlich vorbereitet hatte. Mein Vater. Der leise weint und sehr viel lacht. Der sehr oft schweigt. Und gerne erzählt ... Mein Vater hat Krebs!" So beginnt der autobiografische Roman "Herr Kiyak dachte, jetzt fängt der schöne Teil des Lebens an" von Mely Kiyak, einer deutschen Autorin mit kurdisch-alevitischen Wurzeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Buch ist aus der Perspektive der Tochter geschrieben. Sehr lebendig und berührend werden die Wut und Verzweiflung geschildert, die Trauer und die Angst vor dem bevorstehenden Abschied des Vaters. Gleichzeitig aber herrscht auch Leben und Humor. Man schmunzelt, wenn der Vater Bett und Beet verwechselt und sich wundert, warum es ein Schild gibt, worauf steht, "dass die Patienten ihre Zigarettenstummel nicht ins Bett werfen sollen". Geschildert werden auch Abenteuer-Geschichten aus der kurdischen Heimat des Vaters, die von Entführungen, Blut-Fehde, Mord und Totschlag handeln.&lt;/p&gt;
&lt;figure role="group" class="image-bildartikel"&gt;&lt;img data-entity-type="file" data-entity-uuid="insert-bildartikel-d09d9ccc-c6bf-4786-872a-3c990b85fa9e" data-insert-attach="{"id":"d09d9ccc-c6bf-4786-872a-3c990b85fa9e","attributes":{"data-caption":["title"]}}" data-insert-type="image" height="500" src="https://www.fof-ohlsdorf.de/sites/default/files/styles/bildartikel/public/fof2019/Herr%20Kiyak%20dachte.JPG?itok=ha7IQdVZ" width="317" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;figcaption&gt;&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;p&gt;Gerade diese verschiedenen Stimmungen machen diesen Text besonders, in dem der palliative Alltag widergespiegelt wird. Mit genauer Beobachtungsgabe wird der Krankenhaus-Aufenthalt, der eigentlich nur 3 Tage dauern sollte, und sich dann über Wochen hinstreckt, geschildert. Eigentlich möchte der Vater sterben, einen schnellen und schmerzlosen Tod. In bedingungsloser Liebe kämpft die Tochter für&lt;br /&gt;
ihren Vater, überredet ihn zu notwendigen medizinischen Therapien bis hin zur Chemotherapie. Sie scheut nicht die Konfrontation mit dem Pflegepersonal und den Ärzten. In dem Krankenhaus wird viel therapiert - aber wenig kommuniziert. Darunter leidet der Vater sehr. Er hat ein schlechtes Gewissen, weil er krank geworden ist, und meint, seiner Tochter damit zur Last zu fallen. Nur der Krankenhaus-Psychologe Herr Wächter findet einen guten Draht zur Familie. "Fürsorglicher Belagerungszustand", so beschreibt er die Situation des Vaters. "Wir stehen ihm bei, obwohl er uns nicht bittet. Aber wir tun es aus Fürsorge."&lt;br /&gt;
Mely Kiyak findet wunderbare Metaphern, um den Gefühlszustand, die Sprachlosigkeit der verzweifelten Tochter zu beschreiben, und hält uns gleichzeitig einen Spiegel vor, wie wir mit unserem "molekularem Geschwätz" vielleicht das Hirn erreichen, aber nicht den Verstand.&lt;br /&gt;
Man kann aus diesem Buch viele wertvolle Erfahrungen mitnehmen, die wesentliche palliative Themenbereiche ansprechen: interkulturelle Aspekte, Kommunikation, Trauer, Angst, Umgang mit Angehörigen, Humor und Hoffnung. Bei aller Kritik am Gesundheitswesen, den Abläufen im Krankenhaus, den wenig empathischem, vor allem mit sich selbst beschäftigtem Krankenpflegepersonal und den um die richtigen Worte ringenden Ärzten, ist die Tochter auch zur Selbstreflexion und Selbstkritik fähig. Dies macht das Buch außerordentlich lesenswert. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;em&gt;Mely Kiyak, Herr Kiyak dachte, jetzt fängt der schöne Teil des Lebens an. Hanser Verlag, 2024&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2768" hreflang="de"&gt;Hadraschek, Stephan - Rezensent&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
          &lt;/div&gt;
  

      &lt;span&gt;
                      &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2769" hreflang="de"&gt;Stephan Hadraschek - Rezensent&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
  
          &lt;/span&gt;
  

            &lt;div&gt;        &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/5" hreflang="de"&gt;Neue Bücher&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  &lt;/div&gt;
      

      &lt;div&gt;
                      &lt;div&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/1557" hreflang="de"&gt;Hadraschek, Stephan&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;
  
          &lt;/div&gt;
  
      &lt;span&gt;
              &lt;span&gt;&lt;a href="https://www.fof-ohlsdorf.de/taxonomy/term/2831" hreflang="de"&gt;Kultur auf dem Friedhof II&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;
          &lt;/span&gt;
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  <pubDate>Sun, 22 Jun 2025 16:17:47 +0000</pubDate>
    <dc:creator>fof-ohlsdorf.de</dc:creator>
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