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<subtitle type="text">Enjoying das Zukunft</subtitle>
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<updated>2010-09-22T18:48:20Z</updated>
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		<name>Christian Heller</name>
		
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		<author>
			<name>Christian Heller</name>
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		<published>2009-11-20T05:08:55Z</published>
		<updated>2009-11-20T05:10:14Z</updated>
		<title type="html">Dieses Blog ist eingestellt</title>
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<![CDATA[<p>Dieses Blog ist eingestellt. Das heißt nicht das Ende meiner futuristischen Beschäftigungen; ich führe sie nur eben im <a href="http://www.plomlompom.de">plomlompom-Wiki</a> weiter, meinem neuen Mind-Upload- und Diskurs-Maschinisierungs-Projekt. Diese Seiten hier bleiben aber bis auf Weiteres als Archiv bestehen.</p>]]>
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		<author>
			<name>Christian Heller</name>
		</author>
		<published>2009-06-02T13:03:51Z</published>
		<updated>2009-06-02T13:17:48Z</updated>
		<title type="html">SIGINT09-Vortrag Mind Upload Cheat Codes</title>
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		<content type="html">
<![CDATA[<p><a href="http://events.ccc.de/sigint/2009/Fahrplan/events/3204.en.html">Auf der SIGINT09 hab ich einen Vortrag mit dem Titel &#8220;Mind Upload Cheat Codes&#8221; gehalten.</a> Hier die Slides:</p>

	<p><object style="margin:0px" width="425" height="355"><param name="movie" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=minduploadcheatcodes004-090602080700-phpapp02&stripped_title=mind-upload-cheat-codes" /><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="allowScriptAccess" value="always"/><embed src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=minduploadcheatcodes004-090602080700-phpapp02&stripped_title=mind-upload-cheat-codes" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="355"></embed></object></p>

	<p>Auch nochmal runterladbar als <a href="http://files.plomlompom.de/vortraege/2009/sigint/MindUploadCheatCodes.pdf">pdf</a>, <a href="http://files.plomlompom.de/vortraege/2009/sigint/MindUploadCheatCodes.odp">odp</a> und <a href="http://files.plomlompom.de/vortraege/2009/sigint/MindUploadCheatCodes.ppt">ppt</a>.</p>

	<p>Und im Folgenden gleich eine grobe thematische Zusammenfassung aus dem Konferenzprogramm. Wer da war und eine anonyme Bewertung des Vortrags abgeben will, <a href="https://cccv.pentabarf.org/feedback/SIGINT09/event/3204.en.html">bitte hier machen</a>, würd mich freuen &#8230;</p>

	<p>.</p>

<h3>Mind Upload Cheat Codes</h3>

	<p><strong>Du möchtest dich in unsterbliche Computersoftware verwandeln? Warum warten? Vielleicht machst du es bereits!</strong></p>

	<p>Schon heute eröffnet uns Informationstechnologie viele der Möglichkeiten und Fragen, die das futuristische Konzept des &#8220;Mind Uploads&#8221; verspricht. Festplatten- und Online-Speicher werden unser Gedächtnis, zeichnen jeden Augenblick unseres Lebens in beliebige Abrufbarkeit auf. Wir gießen und strukturieren unseren Geist in Gefäße wie &#8220;Mind Mapping&#8221; und persönliche Wikis, bis Geist und Computer zusammenfließen. Unsere Identität und unser Sozialleben setzen wir in Online-Profile und -Aktivitäten, die ein Eigenleben entwickeln. Was von uns ins Digitale hinein wächst, kann schon heute gebackupt, kopiert, revidiert, geopensourced, geforkt und automatisiert werden. Wir können unsere Identitäten der Adoption durch Andere öffnen, Chatterbot-Simulatoren unserer selbst erziehen und künftigen Intelligenzen genug Information überliefern, um daraus von ihnen umfassend rekonstruieren zu werden. Erstaunliches mag für Begriffe wie &#8220;Ich&#8221; oder das &#8220;Menschsein&#8221; folgen.</p>

	<p>Über alle Zeiten hinweg war ein verbreiteter Wunsch der menschlichen Persönlichkeit die Überwindung der räumlichen und zeitlichen Schranken ihres sterblichen Körpers. Ein Lösungsansatz wird nun mit dem techno-futuristischen &#8220;Mind Upload&#8221; versprochen: das Einscannen der neuronalen Konfiguration des Gehirns in eine Computersimulation desselben. Leider scheint dies abhängig von großen Fortschritten in Neurowissenschaft, Nanotechnologie und Rechenkapazitäten, die noch nicht erreicht sind. Aber warum darauf warten? Im Digitalen Zeitalter sind Methoden, Erfahrung, Wissen, Gedächtnis, Identität und Geist in Computersysteme hochzuladen, reichlich vorhanden. In meinem Vortrag möchte ich dazu einige beispielhafte Möglichkeiten, Folgen und aufgeworfene Fragen abhandeln.</p>

	<p>Ein Beispiel: Auf unseren Festplatten und in unseren Web-Profilen speichern und organisieren wir Daten über uns in Größenordnungen, die jede Überlieferung der berühmtesten Könige und Dichter der Vergangenheit übertreffen. Um wieviel detaillierter, tiefer und komplexer könnten künftige Historiker oder Computersysteme ein Bild oder eine Simulation von uns rekonstruieren? &#8220;Lifeloggers&#8221; gehen so weit, jeden Augenblick ihres Lebens aufzuzeichnen, jederzeit nach Wunsch aufrufbar. Was passiert, wenn unsere Gedächtnisfunktion sich vom Gehirn in Computerspeicher verschiebt? Wie sortieren und sichern wir unsere digitalen Erinnerungen am Besten in Erwartung künftiger Anwendungsfälle wie z.B. Virtual-Reality-Nachbauten unserer Vergangenheit und Gegenwart?</p>

	<p>Andererseits versprechen uns Programme wie &#8220;Mind Mapping&#8221;-Software zumindest vom Namen her Gefäße, um Inhalte und Vorgänge unseres Geistes aufzufangen. Man kann über ihre Eignung dafür streiten. Aber es gibt zum Beispiel persönliche Wikis, die einer einschüchternd umfassenden Wiedergabe von jemandes innerer Geisteslandschaft dienen, mit Tausenden umfangreich miteinander verschalteten Knoten für Erinnerungen, Ideen, Lektürenotizen, Pläne, Gespräche, Bewusstseinsströme usw. Wächst mit der Abdeckungsbreite auch die geistige Abdeckungstiefe eines solchen Wikis? Trainiert sich der Geist im Formalisieren seiner Vorgänge in die jeweilige Wiki-Logik hinein? Werden beide konvergieren? Dann könnten wir durch einen menschlichen Geist googlen, seine Versionsgeschichte durchschreiten &#8212; und sogar Backups machen!</p>

	<p>Zugleich bedeutet Leben im &#8220;Social Web&#8221; das Definieren und Formalisieren persönlicher Identität und Sozialbeziehungen in einen rein digitalen Raum hinein. Dort können sie unheimliches Eigenleben entwickeln, wie weiterbestehende Web-2.0-Profile kürzlich Verstorbener oder unechte, aber realistische Simulationen von Berühmtheiten. Dienste wie LegacyLocker.com oder DeathSwitch.com versprechen nach gewisser Inaktivitätszeit ein Leben-nach-dem-Tod für die Web-Identitäten Verstorbener, durchs Öffnen von Benutzerkonten an Nahestehende oder das Verschicken vorbereiteter Nachrichten einmalig sofort oder zyklisch-später zu Geburtstagen bzw. anderen Jubiläen; die Evolution komplexerer, reaktionsfähigerer, intelligenter Post-Mortem-Verhaltens-Dienste für Web-Identitäten ist ein naheliegender Spekulationsgegenstand.</p>

	<p>Wie lassen sich solche Methoden weiterdenken? Könnten wir Twitterbots erziehen, jemandes Twitter-Ausstoß nach Analyse seiner Twitter-History zu simulieren und beobachten, wie seine Follower auf diesen Bot reagieren oder mit ihm interagieren? Etwas Ähnliches bietet etwa kommerziell für Chatterbots MyCyberTwin.com an: das Erziehen einer personalisierten Chatterbot-Simulation, um einen in der Interaktion mit Anderen glaubwürdig zu vertreten, wenn man nicht die Zeit oder Lust dazu hat. Wir könnten für unser Leben und unsere Verhaltensmuster maschinenlesbarere Formalisierungen entwickeln, damit Computer-Intelligenzen mehr semantisch aufgeladene Daten haben, um uns zu rekonstruieren. Oder wir könnten unsere Benutzerkonten öffnen und willentlich &#8220;Identitätsdiebstahl&#8221; provozieren, als soziale Fortsetzung bzw. Fork unserer Web-Persönlichkeiten. Die Unsterblichkeit einer Identität liegt vielleicht paradoxerweise in der Auflösungen eines zu engen Identitätsbegriffs. Weitere Ideen sind gern gesehen!</p>]]>
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		<author>
			<name>Christian Heller</name>
		</author>
		<published>2009-05-12T17:16:38Z</published>
		<updated>2009-05-12T17:25:48Z</updated>
		<title type="html">Internet, das ist die Politik; Politik, das ist das Internet!</title>
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<![CDATA[<p>Irgendwie wollte ich seit über einer Woche schon was bloggen, ein Fazit über das PolitCamp09, meine dort gehaltene Session, dann die ePetition gegen Internetzensur, nach und nach hoppste da ein Thema auf das nächstes, so dass ich nicht mehr nachkam &#8230;</p>

	<p>Also ratter ich nur mal das Notwendige ab, und vielleicht fällt mir dabei ja noch was ein.</p>

	<p>Am 2.-3. Mai war nun das <a href="http://politcamp09.de">PolitCamp09</a>. Ich fand&#8217;s spannend, denn es legte die Tiefe des Grabens zwischen hiesigem politischem Establishment und der Internet-Kultur ziemlich drastisch offen. Da gab&#8217;s wenig Vermittlungsraum zwischen denen, die sich überlegten, wie sie mittels Twitter die Wahlkampfpropaganda ihrer Partei besser broadcasten könnten, und denen, die aus dem Internet das Ende nicht nur der derzeitigen Parteienlandschaft, sondern bisheriger Bauformen von Demokratie überhaupt schlossen. Die Gegensätze standen angenehm unharmonisiert nebeneinander, mit viel ungewolltem wie gewolltem Unverständnis gegeneinander und sich in viel schönem Gezoffe manifestierend. Synthetisierende Ausnahme &#8212; Politikwissenschaftler! &#8212; bildete der nüchtern analytisch-fragende Abschlussvortrag von Stefanie Stift und Ralf Bendrath, &#8220;Politik 2.0 und Demokratie&#8221;.</p>

	<p><strong>&#8220;Was da noch auf die Politik zugerollt kommt&#8221;</strong></p>

	<p>Ich selbst nutzte die Gelegenheit für ein bisschen haltloses Rum-Utopisieren in, wie mir sicherlich zurecht vorgeworfen wurde, grober technikdeterministischer und digital-libertärer Manier. Hier die Slides, die den Hintergrund für ein kurzes Stream-of-Consciousness-Impulsreferat bildeten, mit dem ich dann eine Diskussion anregen wollte:</p>

<div style="width:425px;text-align:left" id="__ss_1424021"><a style="font:14px Helvetica,Arial,Sans-serif;display:block;margin:12px 0 3px 0;text-decoration:underline;" href="http://www.slideshare.net/plomlompom/was-da-noch-auf-die-politik-zugerollt-kommt?type=powerpoint" title="Was da noch auf die Politik zugerollt kommt">Was da noch auf die Politik zugerollt kommt</a><object style="margin:0px" width="425" height="355"><param name="movie" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=zugerollt-090512115838-phpapp01&stripped_title=was-da-noch-auf-die-politik-zugerollt-kommt" /><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="allowScriptAccess" value="always"/><embed src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=zugerollt-090512115838-phpapp01&stripped_title=was-da-noch-auf-die-politik-zugerollt-kommt" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="355"></embed></object><div style="font-size:11px;font-family:tahoma,arial;height:26px;padding-top:2px;">View more <a style="text-decoration:underline;" href="http://www.slideshare.net/">presentations</a> from <a style="text-decoration:underline;" href="http://www.slideshare.net/plomlompom">Christian Heller</a>.</div></div>

	<p>Und hier noch ein paar Ergänzungen zu den Slides: </p>

	<p>Den Barlow wollte ich eigentlich als Utopie 1.0 reinwerfen, die so natürlich schon historisch überholt sei; das Predigen eines <em>eigenen</em> Cyberspace-Raums, unabhängig von der Fleisch-und-Stahlwelt; dem entgegen eine Gegenwart, in der der Cyberspace zur neuen Grundvermittlungssubstanz letztlich auch dieser Fleisch-und-Stahlwelt wird. Der Kritik an meinem Vortrag entnehme ich aber, dass das so nicht ankam, sondern stattdessen durchaus so, dass ich undifferenziert &#8220;das Internet&#8221; als einen eigenen Raum ausgemalt habe, der losgelöst vom &#8216;Rest&#8217; existiere und wirke; eine Kritik, die Ralf Bendrath im vorhin erwähnten &#8220;Politik 2.0 und Demokratie&#8221; nochmal sehr schön ausformulierte. Das &#8220;Internet&#8221; ist inzwischen da und allgegenwärtig, eine Utopie, die von ihm als einem unverbundenen Eigenraum handelt, passt nicht mehr so richtig, und der Begriff ist auch zu allgemein. Vielleicht könnte es sinnvoller zu sein, z.B. zu fragen, was bestimmte Dynamiken aus der Web-2.0-Logik zur sozialen Vermittlung beitragen, als was die Gesetze &#8216;in&#8217; diesem allgemeinen &#8216;Raum&#8217; Internet seien.</p>

	<p>Dann wollte ich einige Freiheiten postulieren, die das &#8220;Internet&#8221; (ahem, ok) unausweichlich schafft, wenn man es nicht gerade mit absoluter Nordkoreanisierung der Gesellschaft raushalten möchte. </p>

	<p>Was die absolute Freiheit des Informationsflusses im Netz z.B. zuende gedacht heißen muss: Dass das Internet (Rule 34) tatsächlich zu einer Borges&#8217;schen &#8220;Bibliothek von Babel&#8221; wird, in der <em>jeder denkbare Text</em> (jede denkbare Information, jedes denkbare Bild), sprich, jeder, für den eine Suchanfrage formulierbar ist, egal wie gut oder böse oder falsch oder richtig, sich unbesiegbar reinfrisst. Dass man lernen muss, damit zu leben, d.h. mit jeder Form von konstruktiver und destruktiver Kritik, mit Neonazipropaganda, mit hate speech, mit Kinderpornographie, mit Bombenbauanleitungen und selbst mit Furries. Deren bedrohlicher Wirkung mit anderen Mitteln zu begegnen lernen muss als mit Zensur, die im Netz als langfristige Lösung nie funktioniert. Unterdrücken funktioniert nicht, bestenfalls neutralisieren in der Wirkung durch Druck/Entautorisierung durch Gegenmaterial. Hierfür wiederum entstehen genau die richtigen Infrastrukturen, das Auflösen aller dauerhaften Autoritäts-Hierarchien, die Deindexikalisierung allen Bildmaterials (die totale Photoshoppisierung von allem entwertet auch die Wirkung &#8216;realer&#8217; Fotos), die Wikisierung jeder Information.</p>

	<p>Und die andere Freiheit, die Freiheit der Assoziation: dass das Netz es mir leichter macht, spontane Zweckgemeinschaften und so flüchtige wie effektive Spontan-Parteien zu bilden; eigene Freiheitsräume aufzumachen, in denen ich mein Ding drehen kann ohne Anderen auf die Füße zu treten und damit auch, ohne mich Regeln des Zusammenlebens oder Konsens mit ihnen beugen zu müssen; dass so auch Raum entsteht, um Solidarität post-staatlich zu organisieren; dass die Greifbarkeiten verschwinden, die der Staat bisher verwalten konnten, ihm durch die Finger schwinden, Konzepte wie der &#8220;Bürger&#8221; oder die &#8220;Solidargemeinschaft&#8221; sich genauso verflüchtigen werden wie die Hoheit über die Wirtschaft; dass die Identitäten, mit denen Gesellschaft umzugehen lernen muss, sich vielleicht am Ehesten in so etwas wie der posthumanen Spontan-Emergenz &#8220;Anonymous&#8221; manifestieren, sich nicht mehr auf Ausweis oder Rechtsperson oder Herkunftsland mappen lassen.</p>

	<p>Forderungen an die Politik: die durch das Netz geschaffenen neuen Freiheiten nicht zu bekämpfen versuchen, denn <em>effektiv</em> wäre das nur durch Einrichtung von Kontrollstrukturen möglich, deren Antifreiheitlichkeit dem Ideal einer offenen Gesellschaft grundlegen widersprechen müssten; stattdessen als politische Aufgabe, den Zugang zu diesen, zu den Möglichkeiten des Netzes, notwendige Bedingung gesellschafticher Teilhabe im 21. Jahrhundert, sozial auszubreiten, den &#8220;Digital Divide&#8221; abzubauen; und den unvermeidlichen Zusammenbruch alter Strukturen möglichst schonend für die Betroffenen abzufedern, in verantwortungsvoller Anerkennung seiner Unvermeidlichkeit möglichst menschenfreundlich auf ihn vorzubereiten. Dazu notwendige Kompetenzen: verantwortungsvolle Anerkennung des eigenen Kontrollverlusts, statt panisch wild um sich zu trampeln und dabei jene mit in den Abgrund zu reißen, denen man eigentlich dienen sollte; sich als freiwilliges Angebot (nichtkapitalistische Dienstleistung?) statt als Obrigkeit, die alles per default erstmal zu regulieren hat, zu begreifen; Total-Transparenz aller politischen und bürokratischen Entscheidungsvorgänge, Informationsflüsse, Interessen und Einfluss-Namen; und die Anerkennung von &#8220;Usability&#8221; als Bürgerrecht gegenüber allen Interaktionen mit dem Staat.</p>

	<p>Dass grob meine Thesen-Agenda in der Session. Wurden kontrovers aufgegriffen &amp; widersprochen, wobei die Diskussion rasch eine sehr schöne Eigendynamik annahm. Eine spannende Fortsetzung der Diskussion vor allem zum Ende der Flaschenhälse bzw. zum Zusammenbruch der bisherigen Gefäße und Greifbarkeiten für Demokratie fand sich tags drauf, siehe <a href="http://mspr0.de/?p=673">hier</a> und <a href="http://mspr0.de/?p=684">hier</a> bei mspro.</p>

	<p><strong>Petition</strong></p>

	<p>Die Woche drauf freilich wurde die luftige Allgemeinheit / zahnlose Virtualität dieser Diskussionen dann sehr rasch sehr konkret abgewechselt durch die <a href="hhttp://zeichnemit.de/">Bundestags-Petition von Franziska Heine gegen die vom Familienministerium geplante Einführung einer Internet-Zensur-Infrastruktur</a>, die binnen vier Tagen nach Veröffentlichung die erforderlichen 50.000 Mitzeichner für eine öffentliche Anhörung im Bundestag erreichte (und inzwischen, nach insgesamt 8 Tagen, die 75.000 überschritten hat), und deren beeindruckende Dynamik die zarten Pflänzchen der Dissonnanz zwischen Politikverständnis der Netzwelt und Netzverständnis der Politikwelt <a href="http://www.thomasmoehle.de/zensur/index.php/Presseschau">nun gut im alt-öffentlichen Diskurs zu manifestieren verspricht</a>. Zur Unterstützung dieser Dynamik bitte ebenfalls <a href="http://zeichnemit.de">unterzeichnen</a>!</p>]]>
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		<author>
			<name>Christian Heller</name>
		</author>
		<published>2009-04-28T14:31:14Z</published>
		<updated>2009-04-28T14:34:53Z</updated>
		<title type="html">PolitCamp09-Sessionplanung</title>
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		<content type="html">
<![CDATA[<p>Hab vorhin gesehen, dass ja inzwischen die <a href="http://politcamp.mixxt.de/networks/wiki/index.Themenvorschlaege">Session-Planung fürs PolitCamp09</a> läuft, und ganz ans Ende einer bereits <a href="http://politcamp.mixxt.de/networks/wiki/index.Themenvorschlaege">langen Liste von Einreichungen</a> meinen bescheidenen Session-Vorschlag eingefügt:</p><blockquote><strong>Was da noch auf die Politik zugerollt kommt</strong> &#8211; Copyright-Kriege, unkontrollierbare Öffentlichkeit, Kollaps des Datenschutzes &#8211; das sind <strong>erst die Anfänge</strong> der Herausforderungen, denen die Entwicklungsachse Internet die Politik aussetzt. Möchte grundlegenden Überblick über die absoluten gesellschaftlichen und individuellen Freiheiten geben, die das Netz schafft und hinter die Politik (so sie nicht voll und ganz Nordkorea spielen will) es langfristig nicht wieder wird zurückdrängen können: z.B. Freiheit der Identität, Freiheit des Austauschs, Freiheit der Intelligenz. Warum/wie das Netz die <strong>traditionellen politischen Gefäße, Flaschenhälse, Solidargemeinschaften sprengt/obsolet macht</strong>. Was die Rolle einer Politik im 21. Jahrhundert überhaupt noch sein kann: sicherzustellen, dass der Übergang in ein <strong>Mehr an Freiheit (und damit ein Weniger an Kontrolle)</strong> so transparent, menschenschonend/menschenfreundlich und sozial breitverteilt wie möglich abläuft. (Z.B. via Besinnung des Staates auf neue Bürgerrechte im digitalen Zeitalter, z.B. absolute Transparenz aller staatlichen Informationen, Usability, <span class="caps">API</span>s.) (Christian Heller aka &#8220;plomlompom&#8221;)</blockquote><p>Resonanz ist aber noch bescheiden (man kann dort, zur Auslosung der Sessions, die irgendwo unterkommen, als PolitCamp-Teilnehmer voten, ob man einen Vorschlag interessant findet, habe bisher erst zwei Interessenten ;-) ). Sind aber dafür auch schon einige andere interessante Session-Vorschläge drin, die ähnlichen Themenkomplex anschneiden.</p>]]>
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		<author>
			<name>Christian Heller</name>
		</author>
		<published>2009-04-28T14:19:51Z</published>
		<updated>2009-04-28T14:33:37Z</updated>
		<title type="html">Der Mensch im Kosmos #0: Vorreden</title>
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		<id>tag:futur.plomlompom.de,2009-04-28:01ab81cea84498d833d9660cf856435e/12f207a480a87a7f5e6810f766d406d5</id>
		
		
		<content type="html">
<![CDATA[<p><em>Lektüre Teilhard de Chardin, &#8220;Le Phénomène humain&#8221; (1955) in der Übersetzung &#8220;Der Mensch im Kosmos&#8221; von Othon Marbach (1959)</em></p>

	<p>Vier Texte stehen dem Haupttext voran: <strong>1.</strong> eine Liste der Unterstützer des Paters Teilhard de Chardin, aufgeteilt in ein &#8220;Wissenschaftliches Komitee&#8221;, das z.B. Evolutionsbiologe Julian Huxley und Welthistoriker Arnold J. Toynbee umfasst, und ein &#8220;Ehren-Komitee&#8221;, in dem mir vor allem André Malraux entgegen springt, <a href="http://cine.plomlompom.de/archiv/874/transformer-notre-apocalypse-en-armee-ou-crever">der Spanischer-Bürgerkriegs-Kämpfer, Filmregisseur und (als arrivierter Kultusminister) kulturpolitische Todfeind der Nouvelle Vague</a>; <strong>2.</strong> ein Vorwort von N. M. Wildiers, eines &#8220;Dr. theol.&#8221;, der Teilhard de Chardins Funktion als Harmonisierer von Naturverständnis und Christologie, Wissenschaft und Theologie lobt, um für die wissenschaftliche Moderne jenen Zustand wiederherzustellen, den er (also Wildiers) nostalgisch mit dem Satz herbei sehnt: &#8220;Dem mittelalterlichen Menschen war diese Harmonie sozusagen eine Selbstverständlichkeit&#8221;; <strong>3.</strong> eine &#8220;Vorbemerkung&#8221; von Teilhard de Chardin selbst, in der dieser ankündigt, im folgenden Werk sich weniger an Metaphysik und Theologie zu versuchen als viel mehr an wissenschaftlicher Natur-Erkenntnis, einer Erfahrung und Beschreibung des Universums in Form zurück wie vorwärts denkbarer Gesetzmäßigkeit, einer Perspektive unter Anerkenntnis der Notwendigkeit vieler Perspektiven (hier findet er in Abgrenzung zur &#8220;Metaphysik&#8221; den schönen Ausdruck &#8220;Hyper-Physik&#8221; für Universums-Grundformen-Suchen bei Poincaré und Einstein); und <strong>4.</strong> ein einige in der &#8220;Vorrede&#8221; angedeutet umherschwirrende Gedanken etwas konkretisierer &#8220;Prolog&#8221; mit dem Titel &#8220;Sehen&#8221;:</p>

	<p>Hierin: Der Mensch als Sehender des Universums. Der sich zuerst als über der Natur stehendes Auge begreift, das sie, die Natur, objektiv ordnen kann; der sich im Begreifen der Natur dann seiner eigenen Abhängigkeit, also vor allem auch der Abhängigkeit seines Seh-Apparats, von dieser Natur bewusst wird; der solcherart bedrängt aber nicht zurückweicht, sondern stattdessen Wirklichkeits-reflexiv zu Aussichtsstellen findet, wo seine von der Natur gerichtete Perspektive sich geometrisch mit den Linien der Logik des Universums in einer Tiefe überschneidet, wie man sie bei keinem vormenschlichen Tier findet, vermittels Veranlagung zu Begriffen von Raum, Zeit, Zahl, Proportion, Qualität, Bewegung und Organismus (Organisation? Verknüpftheit?); dies dann wohl ein Triumph der kosmisch-natürlichen Evolution von Intelligenz, quasi das Erwachsen eines Selbstreflektierens, eines Bewusstwerdens [der Gesetzmäßigkeiten] des Universums; die Zielvorgabe für das Buch, diese Entwicklungslogik zu skizzieren, zurückblickend die Intelligenz Mensch herzuleiten, von der Kosmogenese zur Anthropogonese, und vorausblickend ihre Weiterentwicklung zu denken; überhaupt den Fokus der Physik vom bloßen Atom auf die Form und die Regel Intelligenz/Geist zu erweitern. Dem Mensch gibt er hierbei die Titelrolle seines Buches: <em>&#8220;Der Mensch ist nicht, wie er so lange geglaubt hat, fester Weltmittelpunkt, sondern Achse und Spitze der Entwicklung &#8212; und das ist viel schöner.&#8221;</em></p>]]>
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