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	<title>Greenpeace Blog</title>
	
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		<title>Waldcamp im Spessart: Die erste Woche ist geschafft!</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 17:02:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sara Westerhaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Wald]]></category>
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		<description><![CDATA[Die erste Woche im Waldcamp ist vorüber. Seit letztem Donnerstag zelten Greenpeace-Aktivisten im Waldcamp im Spessart – um die wertvollen Bäume dort vor profitorientiertem Einschlag zu schützen (zur Blogreihe). Die Ehrenamtlichen dokumentieren den Bestand vor Ort, da die bayerische Landesregierung Informationen über öffentliche Waldflächen zurückhält. Wo genau welche alten Bäume stehen, kartieren sie deshalb auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die erste Woche im Waldcamp ist vorüber. Seit letztem Donnerstag zelten Greenpeace-Aktivisten im Waldcamp im Spessart – um die wertvollen Bäume dort vor profitorientiertem Einschlag zu schützen (zur <a href="../?s=waldcamp" target="_blank">Blogreihe</a>). Die Ehrenamtlichen dokumentieren den Bestand vor Ort, da die bayerische Landesregierung Informationen über öffentliche Waldflächen zurückhält. Wo genau welche alten Bäume stehen, kartieren sie deshalb auf eigene Faust Tag für Tag mit GPS-Geräten.</p>
<p>Die Wälder des Spessarts erstrecken sich auf über 200.000 Hektar und zwei Bundesländer, Bayern und Hessen. Hier findet man noch Wälder, die ansonsten in Deutschland selten geworden sind. Das Gebiet des sogenannten Heisterblocks etwa: Es liegt im Zentrum des bayerischen Spessarts und zählt mit seinen über 400-jährigen Eichen und etwa 180-jährigen Buchen zu den ältesten und schönsten größeren Wäldern Mitteleuropas.</p>
<p>Und so verwundert es nicht, dass die Aktivisten auch heute großartige Exemplare alter Bäume im Wald gefunden haben: 140 Zentimeter Durchmesser maß der dickste Baum und allein am heutigen Tag wurden insgesamt 631 Bäume erfasst. Die Aktivisten haben jetzt Routine entwickelt und gewöhnen sich immer besser an die Kälte. Trotzdem ist das Thema am Abend: Duschen! Im Camp gibt es nur kaltes Wasser und keine Möglichkeit zu duschen. Morgen Abend fahren deswegen alle gemeinsam ins Schwimmbad. Später, bei der allabendlichen Besprechungsrunde, wartet eine Überraschung auf die Ehrenamtlichen. Michael Kunkel ist Ortsvorsitzender der Ortsgruppe Heigenbrücken vom Bund Naturschutz in Bayern e. V. (BN) und oft Abends zu Gast im Camp. Er erzählt, ein Ehepaar aus dem Ort habe den Campbewohnern angeboten, ihre Dusche zu nutzen. Bei der Aussicht auf regelmäßiges Duschen herrscht natürlich große Freude.</p>
<p>Besonders freute uns ein Kommentar eines Spessarters, der zu unserer Blogreihe geschrieben hat und den ich den Aktivisten vorlese: &#8220;Über Sinn und Unsinn der Greenpeace Aktion kann man an dieser Stelle nicht streiten. Alleine wenn man die obige Diskussion sieht, hat Greenpeace wieder mal das Richtige getan, nämlich die Aufmerksamkeit auf Probleme gelenkt.&#8221; Die Meinungen der Bürger hier in Heigenbrücken schließen sich dieser Aussage an. Das hat nicht nur <a href="http://blog.greenpeace.de/blog/2012/02/06/waldcamp-im-spessart-ein-abend-fur-die-burger/" target="_blank">der Informationsabend</a> gezeigt, auch die Gespräche im Dorf geben uns positives Feedback. „Wenn sich sogar schon Greenpeace der Sache annimmt, dann muss es ein richtiges Problem sein! Die kommen nicht wegen ein paar Bäumen in irgendeinem Dorf,“ erzählt uns ein Bewohner aus Heigenbrücken.</p>
<p>Auch die Reaktionen im Sozialen Netzwerk Facebook sprechen eine deutliche Sprache:</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 510px;"><a href="/wp-content/uploads/2012/02/spessart.jpg"><img class="size-full wp-image-22924" title="Screenshot Facebook" src="/wp-content/uploads/2012/02/spessart.jpg" alt="Screenshot Facebook" width="510" height="528" /></a><p class="wp-caption-text">Screenshot Facebook</p></div>
<p>Die Kraft, weiterzumachen, ziehen die Aktivisten vor allem aus diesen Reaktionen, deswegen geben wir heute ein herzliches Dankeschön an alle zurück, die uns unterstützen!</p>
<p>Die Arbeit im Wald geht weiter. Tägliche Berichte aus unserem Waldcamp könnt ihr in unserer Blogreihe lesen. Und wer sich in der Nähe von Heigenbrücken aufhält, darf auch gerne mal vorbeischauen!</p>
<p><strong><span style="color: #999999;">Die Arbeit im Wald geht weiter. Tägliche Berichte aus unserem Waldcamp könnt ihr in unserer <a href="../?s=waldcamp" target="_self">Blogreihe</a> lesen. Und wer sich in der Nähe von Heigenbrücken aufhält, darf auch gerne mal vorbeischauen. Ihr könnt auch selbst einen Beitrag  dazu leisten, den Wald zu schützen und bei unserer <a href="https://service.greenpeace.de/themen/waelder/mitmach_aktionen/aktion/protest_e_mail/bald_ausgebucht/" target="_blank">Protestmailaktion</a> mitmachen!</span><br />
</strong></p>
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		<title>Streit um Gorleben macht ergebnisoffene Endlagersuche unmöglich</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 14:55:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mathias Edler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Am Reaktor]]></category>
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		<description><![CDATA[Bundesumweltminister Norbert Röttgen trifft sich heute mit den Chefs der Bundesländer zur dritten Runde im Ringen um einen Neustart bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle. Zwar kursieren Entwürfe für ein neues Standortauswahlgesetz, doch die Beratungen finden hinter verschlossenen Türen statt: Die von Norbert Röttgen versprochene „maximale Transparenz“ gilt offenbar (noch) nicht. Zwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bundesumweltminister Norbert Röttgen trifft sich heute mit den Chefs der Bundesländer zur dritten Runde im Ringen um einen Neustart bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle. Zwar kursieren Entwürfe für ein neues Standortauswahlgesetz, doch die Beratungen finden hinter verschlossenen Türen statt: Die von Norbert Röttgen versprochene „maximale Transparenz“ gilt offenbar (noch) nicht.</p>
<p><a href="/wp-content/uploads/2011/10/D031633.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-20125" title="Mathias Edler, Atomexperte bei Greenpeace" src="/wp-content/uploads/2011/10/D031633-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></p>
<p>Zwischen den Politikern aller Parteien herrscht eine gefährliche Einigkeit: Wenn es nach ihnen geht, bliebe Gorleben auch in einem neuen Suchverfahren im Topf der möglichen Endlagerstandorte. Die Begründungen dafür klingen erst einmal einleuchtend: „Weiße Landkarte“, was für alle anderen Standorte gilt, müsse auch für Gorleben gelten. Ein Ausschluss von Gorleben vorab gefährde die ganze Standortsuche, weil andere Standorte dann diese angebliche Vorfestlegung vor Gericht beklagen und so den ganzen Suchprozess zu Fall bringen könnten.</p>
<p>Bei genauerer Betrachtung ist jedoch genau das Gegenteil der Fall: Der Streit um Gorleben kontaminiert jede einzelne Frage und verhindert eine wirklich ergebnisoffene Endlagerdiskussion. Der Salzstock Gorleben und seine bekannten geologischen Mängel (von Gas- und Wasservorkommen bis hin zum nicht vorhandenen wasserdichten Deckgebirge) bilden die Frontlinie, entlang der die Streithähne diskutieren. Natürlich nicht offen. Sondern versteckt.</p>
<p>Der Hamburger Atomrechtsexperte Dr. Ulrich Wollenteit erklärt in einem <a href="http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/presseerklaerungen/artikel/endlagersuche_ausstieg_aus_gorleben_juristisch_moeglich/">Rechtsgutachten für Greenpeace</a>: Schon bei der Aufstellung der ersten Sicherheits- und Ausschlusskriterien für ein späteres Endlager „wird faktisch immer auch zugleich über die Eignung oder Nichteignung von Gorleben entschieden.“ Gorleben-Befürworter und –Gegner wissen ganz genau, welche Formulierungen den Standort noch im Rennen oder eben ausscheiden lassen. Mit der Suche nach einem „bestmöglichen“ Standort und den „höchstmöglichen“ Sicherheitskriterien hat dieses politische Geschacher nichts zu tun.</p>
<p>Die Kontamination des Verfahrens gilt auch für Streitpunkte, die auf den ersten Blick keinen Bezug zu Gorleben haben. Etwa die Rückholbarkeit des Mülls: Eine aus Sicht der Gorleben-Befürworter „falsche“, aber vielleicht sicherheitstechnisch gebotene Formulierung im Gesetz, dass der Atommüll nach den katastrophalen Erfahrungen im Salzstock Asse über einen längeren Zeitraum rückholbar gelagert werden müsse, würde gleichzeitig die spätere Wahl des Salzstocks Gorleben unmöglich machen.</p>
<p>Oder: Entsprechend einer neuen EU-Richtlinie soll mit dem neuen Endlagersuchgesetz eine Trennung zwischen Betreiber, Fachaufsicht und Genehmigungsbehörde hergestellt werden. Hinter dem auf den ersten Blick lobenswerten Ansatz steht der politische Versuch, das zumindest Gorleben-kritische Bundesamt für Strahlenschutz und seinen Präsidenten Wolfram König zu entmachten. Zugunsten eines neuen Bundesinstituts, dessen Machtfülle als weisungsunabhängige Behörde ohne demokratische Kontrolle die des BfS bei weitem übersteigen würde. Verfasser und Verantwortlicher für die Einhaltung der Prüfkriterien: Das neue Bundesinstitut.  Und der Betreiber des Endlagers wäre keine Fachbehörde wie das BfS mehr, sondern der so genannte Vorhabenträger könnte auch eine Privatfirma sein. Dann würden wirtschaftliche Interessen das Verfahren dominieren – und in Gorleben sind ja schließlich schon 1,6 Milliarden verbuddelt worden.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 300px;"><a title="Greenpeace Protest gegen geplantes Endlager fuer Atommuell Gorleben (c) Paul Langrock / Greenpeace" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2012/02/Gorleben-Atom-III31.jpg"><img class="size-medium wp-image-22920 " title="Greenpeace Protest gegen geplantes Endlager fuer Atommuell Gorleben (c) Paul Langrock / Greenpeace" src="/wp-content/uploads/2012/02/Gorleben-Atom-III31-300x202.jpg" alt="Greenpeace Protest gegen geplantes Endlager fuer Atommuell Gorleben (c) Paul Langrock / Greenpeace" width="300" height="202" /></a><p class="wp-caption-text">Greenpeace Protest gegen geplantes Endlager fuer Atommuell Gorleben (c) Paul Langrock / Greenpeace</p></div>
<p>Das Denken der (Gorleben-)Vergangenheit beherrscht den Gesetzentwurf. So soll die Zahl der zu erkundenden Standorte von vornherein per Gesetz begrenzt werden. Müsste nach gesundem Menschenverstand nicht stattdessen eine Mindestanzahl an Erkundungsstandorten vorgeschrieben werden, um einen möglichst aussagekräftige Vergleichsbasis für eine Standortentscheidung zu erreichen?</p>
<p>Doch die Experten von heute, wie der Autor der Gesetzentwürfe im BMU und ehemalige E.on-Justitiar Gerald Hennenhöfer, sind die Experten der Vergangenheit. Sie sind die Mannschaft auf einem schwerfälligen Tanker, der seit 35 Jahren nur einen Kurs kennt: Gorleben. Es ist politisch naiv zu glauben, dass lediglich ein paar schöne Worte von Öffentlichkeitsbeteiligung und Standortvergleich den Tanker von diesem Kurs abbringen könnten. Dabei wäre der Gesetzgeber durchaus in der Lage, einen neuen Kurs einzuschlagen, wie <a href="http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/presseerklaerungen/artikel/endlagersuche_ausstieg_aus_gorleben_juristisch_moeglich/" target="_blank">das erwähnte Greenpeace-Gutachten </a>beweist. Allein: Der politische Wille fehlt.</p>
<p>Schon einmal hat die politische Entscheidung zu Ungunsten des Salzstocks Gorleben das gesamte Endlagersuchverfahren kontaminiert und schließlich zu Fall gebracht. Die Bundesregierung ging noch mindestens bis 1981 davon aus, dass bei der Endlagersuche mehrere Standorte untersucht werden müssten. Niedersachsen hatte jedoch 1977 nur den Standort Gorleben dazu freigegeben. Aus purem Zeitdruck rückte man 1983 von der vergleichenden Standortsuche ab. In einer beispiellosen Manipulationsgeschichte werden mit den Jahren vorgefundene Mängel des Salzstocks angepasst.</p>
<p>Röttgens „Neuanfang“ soll eine Öffentlichkeitsbeteiligung gewährleisten, nachdem das Bundesinstitut die Grundlagen „per Dekret“ bereits festgelegt hat: tiefengeologische Lagerung, nicht rückholbar, nicht einmal die Festschreibung der Untersuchung verschiedener Wirtsgesteine findet sich in den Gesetzentwürfen. Wer die Gesellschaft schon bei der Beantwortung dieser grundlegenden Fragen nicht mitnimmt, der kann nicht auf eine breite gesellschaftliche Akzeptanz für eine neue Endlagersuche hoffen. Ein Parteienkonsens ist noch lange kein gesellschaftlicher Konsens.</p>
<p>Die erste Aufgabe der Bund-Länder-Kommission muss es sein, den gesellschaftlichen Dialog darüber, wie wir mit den gefährlichsten Abfällen, die die Menschheit je hervorgebracht hat, umgehen wollen, zu organisieren. Wir brauchen einen echten Neubeginn bei der Endlagersuche: mit neuen Experten, unter Beteiligung der Öffentlichkeit – ab sofort und in jeder Phase – und mit nur einem einzigen Kurs: auf den bestmöglichen Standort in der Bundesrepublik zu.</p>
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		<title>Ölsande: CDU und FDP machen sich die Hände schmutzig</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 16:49:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor/in</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Treibhaus]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit Klimaschutz haben CDU und FDP in diesen Tagen nicht viel am Hut &#8211; mit Öl dafür umso mehr. Im Umweltausschuss des Bundestages haben die beiden Parteien heute dafür gesorgt, dass Deutschland einen EU-Kommissionsvorschlag zum Klimaschutz nicht unterstützt. In der Abstimmung ging es darum, ob Öl aus Teersanden (bzw. Ölsanden) künftig einen höheren CO2-Emissionswert zugewiesen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Klimaschutz haben CDU und FDP in diesen Tagen nicht viel am Hut &#8211; mit Öl dafür umso mehr. Im Umweltausschuss des Bundestages haben die beiden Parteien heute dafür gesorgt, dass Deutschland einen <a href="http://www.greenpeace.de/themen/oel/nachrichten/artikel/benzin_aus_teersand_bundesregierung_unter_zugzwang/" target="_blank">EU-Kommissionsvorschlag zum Klimaschutz</a> nicht unterstützt.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 300px;"><a href="/wp-content/uploads/2012/01/oelsande2.jpg"><img class="size-medium wp-image-22642" title="Tagebau Ölsande in Alberta, Kanada ©Greenpeace / John Woods" src="/wp-content/uploads/2012/01/oelsande2-300x200.jpg" alt="Tagebau Ölsande in Alberta, Kanada ©Greenpeace / John Woods" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Tagebau Ölsande in Alberta, Kanada ©Greenpeace / John Woods</p></div>
<p>In der Abstimmung ging es darum, ob<a href="http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/klima/FS100115_oelsand.pdf" target="_blank"> Öl aus Teersanden (bzw. Ölsanden</a>) künftig einen höheren CO2-Emissionswert zugewiesen bekommen soll als gewöhnliches Öl. Ende Februar will die EU über die Treibstoff-Qualitätsrichtlinie abstimmen lassen, um in Zukunft die komplette Klimabilanz eines Treibstoffs zu erfassen. Auf diese Weise würden auch die CO2-Emissionen bei der Treibstoffgewinnung berücksichtigt. Da diese im Falle von Ölsanden extrem hoch sind, wäre ein Einfuhrstopp von Öl aus Teersanden nach Europa die Folge.</p>
<p>Dass diese wichtige EU-Richtlinie verhindert wurde, zeigt sehr deutlich, dass die derzeitige Bundesregierung das Interesse am Thema Klimaschutz verloren hat. &#8220;Frau Merkel und Herr Rösler haben mal wieder gezeigt, dass ihre Aussagen, wenn es darauf ankommt, nicht mit ihrem Verhalten übereinstimmen&#8221;, sagt Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven. &#8220;Dass selbst an diesem Punkt Klimaschutz verhindert wird, konterkariert alle angeblich so verbindlichen Reduktionsziele.&#8221;</p>
<p>Kanada ist vom Positiv- zum Negativbeispiel geworden</p>
<p>Die Ölsande oder Teersande, um die es hier geht, gehören zu den größten Umweltsünden aller Zeiten. Jedes Jahr werden durch die Ölgewinnung aus Teersanden in Kanada mehr als 45 Millionen Tonnen Treibhausgase ausgestoßen. Noch dazu gefährden Öllecks aus Pipelines und Öltankern die gesamte Küste Nordamerikas.</p>
<p>Ein weiterer Aspekt dieses schmutzigen Geschäfts sind die Auswirkungen auf Kanada selbst. <a href="http://blog.greenpeace.de/blog/2012/01/09/22383/" target="_blank">Das Land hat sich in den letzten Jahren zu einem &#8220;Petro-State&#8221; entwickelt</a> und in die Öl-Abhängigkeit begeben. Das wirkt sich nicht nur auf die Wirtschaft des Landes aus, sondern auch auf die Politik, die ihr Handeln mehr und mehr an der Öl-Wirtschaft ausrichtet &#8211; Umweltschutz spielt da keine Rolle mehr. Die Bundesregierung hat sich bei ihrer Entscheidung heute ein schlechtes Beispiel an Kanada genommen.</p>
<p>Autorin: Marissa Erbrich</p>
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		<title>Waldcamp im Spessart: Unser Team50plus auf Tour</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 11:59:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sara Westerhaus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neben den Aktivisten, die in den Wäldern im Spessart die Bäume kartieren, findet auch Aufklärungsarbeit vor Ort statt. Täglich ziehen dafür Ehrenamtliche aus dem Team50plus durch die Dörfer. In den Team50plus arbeiten Handwerker, Hausfrauen oder Naturwissenschaftlerinnen. Einige sind noch berufstätig, andere befinden sich schon im Ruhestand, wollen sich aber längst noch nicht zur Ruhe setzen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neben den <a title="Bäume im Spessart (c) Lauritz Bahnemann / Greenpeace" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2012/02/bäume-von-unten.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-22855" title="Bäume im Spessart - (c) Lauritz Bahnemann / Greenpeace" src="/wp-content/uploads/2012/02/bäume-von-unten-300x200.jpg" alt="Bäume im Spessart - (c) Lauritz Bahnemann / Greenpeace" width="300" height="200" /></a>Aktivisten, die in den Wäldern im Spessart die Bäume kartieren, findet auch Aufklärungsarbeit vor Ort statt. Täglich ziehen dafür Ehrenamtliche aus dem <a href="http://www.greenpeace.de/ueber_uns/mitmachen/team50plus/" target="_blank">Team50plus</a> durch die Dörfer. In den Team50plus arbeiten Handwerker, Hausfrauen oder Naturwissenschaftlerinnen. Einige sind noch berufstätig, andere befinden sich schon im Ruhestand, wollen sich aber längst noch nicht zur Ruhe setzen.</p>
<p>Und so haben sie sich entschlossen, trotz des eisigen Wetters Infostände zu betreuen und Fragen der Bürger zu beantworten. Sie erklären, warum Greenpeace einen <a href="http://www.greenpeace.de/themen/waelder/nachrichten/artikel/buchenwaelder_vor_der_saege_schuetzen/" target="_blank">Einschlagstopp für alte Buchenwälder</a> fordert, was die <a href="http://www.greenpeace.de/themen/waelder/nachrichten/artikel/greenpeace_schuetzt_alte_buchenwaelder_im_spessart/" target="_blank">Aktivisten vor Ort im Wald machen </a>und natürlich auch, wie das Leben im Camp abläuft.</p>
<p><strong>Peter Wagemann vom Niederrhein ist einer von ihnen und berichtet uns von seinen Erlebnissen:</strong></p>
<p>&#8220;Das wird ein Bericht, der aus der Kälte kommt. Zwei Dutzend Greenpeace Aktivisten haben in der Nähe von Heigenbrücken ein Waldcamp aufgeschlagen, um von dort tagsüber in die Spessartwälder auszuströmen. Dort werden dann mit Hilfe von Satellitentechnik alte Waldbestände dokumentiert. Während die Waldaktivisten bei eisiger Kälte bis zu minus 19 Grad die Bäume vermessen und nachts in Zelten schlafen, sind wir vom Team50plus dabei, die Bevölkerung über unsere Aktivitäten und die Buchenwaldproblematik zu informieren. Mit Hilfe des Info-Mobils, einem umgebauten Transporter mit großem Monitor und Lautsprechern, wird in den Spessartdörfern für unsere Infoveranstaltungen an verschiedenen Sonntagen geworben. Durch die gute Pressearbeit in Form von verschiedenen Artikel in der örtlichen Presse sowie der Pressekonferenz zum Start des Camps in München Anfang Februar waren viele Menschen vorab informiert. So rannten wir oft mit unseren Broschüren und Flyern offene Türen ein.</p>
<p>Viele Leute standen der Arbeit der Greenpeace-Aktivisten vor Ort positiv bis bewundernd gegenüber. Kein Bäcker, Apotheker, Kioskbesitzer, Gastwirt oder Blumenhändler in den vielen kleinen Dörfern verweigerte das Anbringen unserer Plakate. Nur eine Drogeriekette, die mit vielen Filialen in den Dörfern vertreten ist, war nicht zur Zusammenarbeit bereit. Viele Waldarbeiter der Bayerischen Staatsforsten, die immer wieder an unseren Stand kamen, um sich zu informieren, waren unseren Argumenten aufgeschlossen, einige von ihnen &#8220;outeten&#8221; sich sogar als Greenpeaceförderer.&#8221;</p>
<p>Abends berichten mir die Ehrenamtlichen noch begeistert, dass sie heute am Infostand einen Mann aus Lohr zu Besuch hatten, der dort einen Eine-Welt-Laden führt. Nach einem netten Gespräch verabschiedete er sich &#8211; und kam dann kurze Zeit später mit Keksen für die Greenpeacer zurück.</p>
<p>Diese und viele andere Gegebenheiten zeigen uns immer wieder, dass wir mit unserer Forderung, zehn Prozent des öffentlichen Waldes zu schützen, auf großen Anklang stoßen.</p>
<p><strong><span style="color: #999999;">Die Arbeit im Wald geht weiter. Tägliche Berichte aus unserem Waldcamp könnt ihr in unserer <a href="../?s=waldcamp" target="_self">Blogreihe</a> lesen. Und wer sich in der Nähe von Heigenbrücken aufhält, darf auch gerne mal vorbeischauen. Ihr könnt auch selbst einen Beitrag  dazu leisten, den Wald zu schützen und bei unserer <a href="https://service.greenpeace.de/themen/waelder/mitmach_aktionen/aktion/protest_e_mail/bald_ausgebucht/" target="_blank">Protestmailaktion</a> mitmachen!</span><br />
</strong></p>
<img src="http://feeds.feedburner.com/~r/greenpeace_blog/~4/9ZpNyUS_Kmc" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Wälder werden jünger – das ist nicht gut</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 15:56:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Kaiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Wald]]></category>
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		<category><![CDATA[Wälder]]></category>
		<category><![CDATA[Waldstrategie]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ich hier im Spessart jeden Tag sehe, ist mir in vielen Regionen Deutschlands aufgefallen. Der öffentliche Wald wird nicht mehr als Ökosystem mit Gemeinwohlfuktion für unsere Gesellschaft gesehen, sondern ausschließlich als Rohstoffquelle. Viele &#8211; auch öffentliche Betriebe &#8211; entscheiden nach den Kriterien des Marktes bzw. der Nachfrage darüber, was an Holz entnommen wird. Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was ich hier im Spessart jeden Tag sehe, ist mir in vielen Regionen Deutschlands aufgefallen. Der öffentliche Wald wird nicht mehr als Ökosystem mit Gemeinwohlfuktion für unsere Gesellschaft gesehen, sondern ausschließlich als Rohstoffquelle.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 300px;"><a href="/wp-content/uploads/2012/02/Abholzung.jpg"><img class="size-medium wp-image-22835" title="Holzstämme im Bayerischen Wald - © Markus Mauthe/Greenpeace" src="/wp-content/uploads/2012/02/Abholzung-300x199.jpg" alt="Holzstämme im Bayerischen Wald - © Markus Mauthe/Greenpeace" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Holzstämme im Bayerischen Wald - © Markus Mauthe/Greenpeace</p></div>
<p>Viele &#8211; auch öffentliche Betriebe &#8211; entscheiden nach den Kriterien des Marktes bzw. der Nachfrage darüber, was an Holz entnommen wird. Das Wissen, wie die wertvollen Ressourcen genutzt und der Wald gleichzeitig erhalten werden kann, spielt dabei keine Rolle. Dabei gibt es auch vorbildliche Betriebe wie zum Beispiel in Lübeck und Göttingen, die so  wirtschaften, dass sie Ökologie und Gemeinwohl Vorrang geben.</p>
<p>Und die Folgen der intensiven Holznutzung kann ich überall mit bloßem Auge sehen: Die Wälder werden jünger, lichter und werden befahren wie ein Parkplatz von IKEA. Mittlerweile wird bis  zu einem Fünftel der Waldfläche von riesigen Maschinen befahren.</p>
<p>Während uns die Bevölkerung im Spessart erzählt, dass auch sie mit Sorge sehen, was seit Gründung der BaySF in ihren Wäldern passiert, reagieren die Forstverbände auf die Forderung nach einem Einschlagstopp in über 140 jährigen Buchenbeständen, als würde das das Ende der Forstwirtschaft bedeuten. Immer wieder wird auch behauptet, das Ende der Holzrechtler im Spessart oder anderswo würde beginnen. Das Gegenteil ist der Fall.</p>
<p>Die traditionellen Holzrechte im Spessart sind etwas sehr seltenes in Deutschland und historisch bedingt. Das Recht, nur für den eigenen Bedarf Holz im Wald zu machen und dabei immer das Gemeinwohl im Blick zu behalten, ist auch international etwas sinnvolles. Was unter dem Stichwort ‚commons&#8217; diskutiert wird, geht von der gemeinschaftlichen Verwaltung von Naturgütern bis hin zu globalen Interessen wie dem Erhalt der Biodiversität.</p>
<p>Die Holzrechte im Spessart wurden Ende der 80er Jahre in einer Vereinbarung mit der Bayerischen Staatsforstverwaltung so geregelt, dass jedem Spessarter das Recht auf bestimmte Hiebe zusteht. Das findet große Akzeptanz bei den Bürgern. Auch Greenpeace betont immer wieder, dass die Holzrechte etwas einmaliges sind und weiterhin in vollem Umfang bedient werden sollten.</p>
<p>Die Forderung von Greenpeace, Naturschutzbund und Bund Naturschutz auf Einschlagstopp beziehen sich nur auf zwei bis drei Prozent der Wälder in Deutschland, nämlich in den alten Buchen- und Laubholzbeständen, die noch übrig geblieben sind. Und das bezieht sich nur auf den öffentlichen Wald und ist somit noch einmal weniger.</p>
<p>In Bayern sind nach Aussage des Vorstands der BaySF etwa ein Prozent Buchenwälder über 180 Jahre und etwa weitere vier Prozent über 140 Jahre. Insgesamt könnten also 95 Prozent weiterhin für Brennholz und andere Verwertungen genutzt werden. Im Forstamt Rothenbuch, das einen überdurchschnittlichen Anteil von alten Waldbeständen ausmacht, sind acht Prozent über 180 Jahre und etwa 20 Prozent über 140 Jahre. Das bedeutet für dieses Forstamt weiterhin Nutzung auf 72 Prozent der Waldfläche. Im Forstamt Heigenbücken und Hammelburg sind es sogar noch mehr, die weiterhin genutzt werden könnten. Je schneller dann der Vorstandsvorsitzende der BaySF zehn Prozent des Bürgerwalds schützt, desto schneller kann das Moratorium wieder aufgehoben werden.</p>
<p>Der Spessart ist eben international nicht nur wegen seiner Buchenwälder eine einzigartige Region, sondern auch wegen seiner Holzrechtler.</p>
<p>Welche Auswirkungen die massive Intensivierung der Holznutzung in den letzten zwanzig und vor allem zehn Jahren hatte, wird morgen im Bundestag diskutiert. Dort soll im Ausschuss für Forsten die sogenannte <a href="http://www.bmelv.de/SharedDocs/Standardartikel/Landwirtschaft/Wald-Jagd/Waldstrategie2020.html" target="_blank">Waldstrategie 2020</a> aus dem Hause von Forstministerin Ilse Aigner mit Experten und Expertinnen diskutiert werden.</p>
<p>Greenpeace lehnt die Waldstrategie ab und wird eine Stellungnahme einreichen, denn diese Strategie würde unseren Wäldern massiv schaden. Sie unterminiert die <a href="http://www.bmu.de/naturschutz_biologische_vielfalt/downloads/doc/40333.php" target="_blank">Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt</a>, die Deutschlands internationale Verpflichtungen für den Wald mit klaren Zielen herunterbricht. Hier geht es um die Vorsorge, Wälder zu erhalten, die auch die öffentliche Hand in ihrem Pflichtenheft stehen hat. Nur wenige Landesforst- und kommunale Verwaltungen setzen das noch um. Ein schlechtes Beispiel sehe ich ja hier im bayerischen Spessart im Bereich der Bayerischen Staatsforsten.</p>
<p>Welche Auswirkungen die Strategie der bayerischen Bundesministerin Aigner für unser Klima hat, werden wir morgen präsentieren. Jetzt fahre ich nach Berlin!</p>
<p><strong><span style="color: #999999;">Die Arbeit im Wald geht weiter. Tägliche Berichte aus unserem Waldcamp könnt ihr in unserer <a href="http://blog.greenpeace.de/?s=waldcamp" target="_self">Blogreihe</a> lesen. Und wer sich in der Nähe von Heigenbrücken aufhält, darf auch gerne mal vorbeischauen! Wie es im Camp aussieht, zeigt euch Waldexpertin Gesche Jürgens im Video:</span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #999999;"><br />
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<p><strong><span style="color: #999999;"><br />
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<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/Z5LOd0UVX6g" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<item>
		<title>Waldcamp im Spessart: Ein Abend für die Bürger</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 14:05:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sara Westerhaus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit vergangenem Donnerstag logieren Greenpeace-Aktivisten in einem Waldcamp im Spessart - umgeben von über 140 Jahre alten Buchen und Eichen. Damit diese wertvollen Bäume auch in Zukunft dort stehen, müssen sie dringend vor profitorientiertem Einschlag geschützt werden. Greenpeace dokumentiert den Bestand vor Ort, da die bayerische Landesregierung Informationen über öffentliche Waldflächen zurückhält. Am Sonntag fand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft" style="width: 300px;"><a title="Foto: (c) Andreas Varnhorn/Greenpeace: Oliver Salge beim Vortrag" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2012/02/Infoabend.jpg"><img class="size-medium wp-image-22816" title="Infoabend" src="/wp-content/uploads/2012/02/Infoabend-300x195.jpg" alt="" width="300" height="195" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: (c) Andreas Varnhorn/Greenpeace: Oliver Salge beim Vortrag</p></div>
<p>Seit vergangenem Donnerstag logieren Greenpeace-Aktivisten in einem <a href="http://www.greenpeace.de/themen/waelder/nachrichten/artikel/greenpeace_schuetzt_alte_buchenwaelder_im_spessart/" target="_blank">Waldcamp im Spessart </a>- umgeben von über 140 Jahre alten Buchen und Eichen. Damit diese wertvollen Bäume auch in Zukunft dort stehen, müssen sie dringend vor profitorientiertem Einschlag geschützt werden. Greenpeace dokumentiert den Bestand vor Ort, da die bayerische Landesregierung Informationen über öffentliche Waldflächen zurückhält.</p>
<p>Am Sonntag fand eine Informationsveranstaltung von Greenpeace für die Bürger in Heigenbrücken statt. Wir haben ihnen erklärt, warum wir im Wald sind: „Wir brauchen dringend Auskunft, wo sich die besonders wertvollen Bestände befinden, sagt Martin Kaiser, Waldexperte von Greenpeace. Nur so können wir sicher gehen, dass diese Wälder ausreichend geschützt werden können.“</p>
<p><strong>Silvia, eine Aktivistin aus Würzburg, ist im Waldcamp dabei und war gestern Abend im Gasthaus &#8220;Zur frischen Quelle&#8221; bei der Infoveranstaltung. Sie erzählt:</strong></p>
<p>„Gestern Abend bin ich im Greenpeace Camp im Spessart angekommen und heute war gleich so einiges los.  Das Highlight des ersten Tages für mich war die Informationsveranstaltung im Gasthof „Zur frischen Quelle“. Wir kamen dort so ungefähr um halb fünf an und schon da war der Raum fast voll. Eine halbe Stunde später, als die Veranstaltung begann, war der Raum so voll, dass nicht alle Besucher in den Saal konnten. Die Türe blieb daher offen, so konnte trotzdem jeder gut hören. Ich war echt begeistert von dem immensen Interesse der Bevölkerung. Echt klasse!<br />
Auch die Vertreter von der Presse sind zahlreich erschienen und es wurde viel fotografiert und gefilmt. Die Stimmung im Gasthaus war freundlich, aber dennoch habe ich mich als Greenpeace-Aktivistin etwas komisch gefühlt. Ein bisschen so, als wäre plötzlich eine Giraffe im Raum. Wir wurden auf jeden Fall mit viel Interesse begutachtet.<br />
Wolfgang Sadik von Greenpeace hat die Veranstaltung mit ein paar einleitetenden Worten eröffnet. Dabei hat er auch den Bürgermeister von Heigenbrücken und Herrn Neft, Mitglied des Vorstands der BaySF und zuständig für den Spessart, begrüßt.<br />
Oliver Salge und Martin Kaiser, Waldexperten bei Greenpeace, haben anschließend Zahlen, Daten und Fakten geliefert. Das haben sie auf schöne Art, durch Grafiken und aussagekräftige Bilder, rüber gebracht. Auch für mich war es noch mal sehr hilfreich das alles zu hören. Dass in Naturschutzgebieten eingeschlagen werden darf, hat mich echt schockiert.<br />
Die Vertreter vom Bund Naturschutz waren ebenfalls dabei. Sie haben ihre Infos, die sie selbst im Spessart gesammelt haben, mitgebracht und Greenpeace damit unterstützt. Den Argumenten der BaySF haben sie dagegen den Wind aus den Segeln genommen &#8211; mit Bildern über Kahlschlag und einem Wald, der aussieht wie ein Flickenteppich.<br />
Auch Herr Neff und der Bürgermeister haben ihre Statements abgegeben. Bei der BaySF dachte ich, ich höre nicht richtig &#8211; angeblich läuft ja in den bayrischen Wäldern alles super, nachhaltig und alte wertvolle Buchen werden nicht abgeholzt. Das Bild, dass ich mir im Wald machen konnte sah da ganz anders aus.<br />
Die Diskussion kam wirklich gut in Gang und hat die Blickwinkel aller beteiligten Parteien aufgezeigt.<br />
Allerdings haben sich einige Bürger mit ihrer Meinung zurückgehalten. Das hat mich gewundert, schließlich geht es doch um &#8220;ihren&#8221; Wald. Es gab jedoch auch Bürger, die das Vorgehen von Greenpeace gut finden und das auch geäußert haben.<br />
Fest steht für mich nach diesem Abend, dass es bestimmt nicht einfach wird. Dennoch hat es auch gezeigt, dass wir Unterstützer vor Ort haben. Mich hat es riesig gefreut, dass sich die Leute am Sonntagabend die Zeit für die Veranstaltung genommen haben. Egal, ob sie den Arbeiten im Camp positiv oder negativ gegenüber stehen.“<br />
<strong><br />
Auch Martin Kaiser, Waldexperte bei Greenpeace, zieht ein positives Feedback:</strong></p>
<p>„Für den Abend wurden 100-120 Leute erwartet. tatsächlich kamen nach Schätzung der Wirtin 250-300 Interessierte! Alle haben gar nicht in den Raum gepasst, sondern mussten im Vorraum zuhören.</p>
<p>Reinhardt Neft von den bayrischen Staatsforsten (BaySF), hat auf die Nachfrage, ob er jetzt bereit sei, die Daten komplett herauszugeben, entgegnet, dass wir am 19. Februar ein paar Daten bekämen, aber sicher nicht das, was wir erwarten würden. Das kam gar nicht gut an bei der Bevölkerung!</p>
<p>Die Statements der Bürgerinnen und Bürger waren klar pro Greenpeace. Von &#8216;Warum macht ihr das nicht einfach?&#8217; (zehn Prozent der Wälder schützen), bis hin zu &#8216;Vor zwanzig Jahren hatten wir noch Wald, jetzt nur noch durchsichtige Baumgerippe&#8217;.</p>
<p>Nach der Veranstaltung haben wir derart viel Zuspruch von alten Förstern, Jägern sowie vielen besorgten Bürgern und Bürgerinnen bekommen. Wald ist ein Thema in Heigenbrücken!“</p>
<p>Main.tv berichtete von der Veranstaltung.<a href="http://main.tv/main_tv-der-tag/heigenbruecken-diskussionsrunde-ueber-waldbestaende.html#" target="_blank"> Das Video könnt ihr euch hier ansehen</a>.</p>
<p><strong><span style="color: #999999;">Die Arbeit im Wald geht weiter. Tägliche Berichte aus unserem Waldcamp könnt ihr in unserer <a href="http://blog.greenpeace.de/?s=waldcamp" target="_self">Blogreihe</a> lesen. Und wer sich in der Nähe von Heigenbrücken aufhält, darf auch gerne mal vorbeischauen! Wie es im Camp aussieht, zeigt euch Waldexpertin Gesche Jürgens im Video:</span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #999999;"><br />
</span></strong></p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/Z5LOd0UVX6g" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Waldcamp im Spessart: Bericht von Oliver Salge</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 10:47:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Salge</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit ich bei Greenpeace als Waldkampaigner arbeite, habe ich in den letzten zehn Jahren einige der schönsten Urwälder der Welt bereist. Als Mitglied der intenationalen Waldkampagne von Greenpeace habe ich mitgeholfen, Wälder zu schützen, oft erfolgreich. Dabei habe ich etwa die borealen Urwälder in Kanada, Finnland oder Russland genauso kennengelernt wie die schwülheißen Regenwälder Afrikas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft" style="width: 199px;"><a title="Greenpeace-Waldexperte Oliver Salge im Spessart" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2012/02/Oliver-salge-Portrait-1.jpg" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-22794   " title="Greenpeace-Waldexperte Oliver Salge im Spessart" src="/wp-content/uploads/2012/02/Oliver-salge-Portrait-1-199x300.jpg" alt="Greenpeace-Waldexperte Oliver Salge im Spessart" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Greenpeace-Waldexperte Oliver Salge im Spessart</p></div>
<p>Seit ich bei Greenpeace als Waldkampaigner arbeite, habe ich in den letzten zehn Jahren einige der schönsten Urwälder der Welt bereist. Als Mitglied der intenationalen Waldkampagne von Greenpeace habe ich mitgeholfen, Wälder zu schützen, oft erfolgreich. Dabei habe ich etwa die borealen Urwälder in Kanada, Finnland oder Russland genauso kennengelernt wie die schwülheißen Regenwälder Afrikas oder Indonesiens.<br />
Die Schönheit und die Zerstörung durch Holzfäller oder Plantagenfirmen zu dokumentieren, gehört sozusagen zu meinem Beruf.</p>
<p>Ich glaube also von mir sagen zu können, dass ich die Lage vor Ort im Wald ganz gut einschätzen kann.</p>
<p>Seit Mittwoch bin ich nun im bayrischen Spessart. Gemeinsam mit meinen Kollegen aus vielen Greenpeace-Ortsgruppen bin ich im Wald und begeistert von dem ökologischen Wert des Spessarts; und erbost darüber, dass in den besten Teilen dieses in Europa einzigartigen Waldes weiter Holz eingeschlagen wird und diese Einzigartigkeit Stück für Stück kaputt gemacht wird.</p>
<p>In dem Wald, wo ich gerade war, dem so genannten Heisterblock, nahe Weibersbrunn bei Aschaffenburg, ist fast jeder dritte der über 50 Zentimeter Durchmesser zählenden Bäume ein &#8220;Biotopbaum&#8221;. Das heißt, er weist Merkmale auf, die jene Tiere und Pilze benötigen, die auf alte, abgestorbene oder im Verfallsstadium befindliche Bäume angewiesen sind.<br />
Da sieht man einen Riss, oder Rotfäule am Baum, die sich als leicht rötliche, aufgeplatzte Rinde darstellt, oder ein Astloch in acht Metern Höhe, oder gar ein Loch am Fuße des Baumes, wo sich bereits Mulm bildet, der zerfallene Holzsstoff. Biotopholz pur. Pilze wachsen auf den &#8220;toten&#8221; noch stehenden Bäumen, umgefallene Bäume überall. Tot sind die Bäume ja eigentlich nicht, denn das Leben an ihnen ist nur anders, hat sich im Verlauf der endlosen Zeit gewandelt. Jetzt sind sie das Reich der Käfer und Pilze, Vögel oder Fledermäuse und eben nicht mehr der Blätter.</p>
<p>Eine Buche von über 100 cm Durchmesser entlockt mir ein freudiges Jauchzen. Ich sage zu mir selber: &#8220;Boah, ist der dick&#8221;, und denke nicht an einen bekannten Werbespruch, sondern bin schier begeistert und stehe ehrfürchtig wie in der Kirche vor dem geschätzt knapp 800 Jahre alten Baum. Ja, so ein Baum begeistert mich. Zuletzt habe ich solche stattlichen Exemplare im Nationalpark Hainich in Thüringen und im Steigerwald bei Ebrach gesehen.<br />
Sie sind einfach so selten geworden in Deutschland wie ein Orang-Utan in Indonesien. Es gibt sie noch, aber die Forstwirtschaft hat ihre Zahl dramatisch gesenkt, und lässt sie nicht mehr entstehen. Denn nur noch auf 2-3 Prozent der Waldfläche in Deutschland wachsen noch solche alt gewordenen Buchenwälder.</p>
<p>Der Stamm vor mir ist &#8220;tot&#8221;, knapp neun Meter hoch, dort ist der Rest abgebrochen und liegt neben mir am Boden. Völlig ausgehöhlt ist der Baum, nur noch die harte Rinde scheint die Form des Baumes zu halten. Ich könnte reinkriechen, so groß ist das Loch. Die vielen Fuchsspuren hierher zeigen, das diese fünf Meter lange Baumhöhle mehrere Bewohner hat.</p>
<p>Der Wald ist älter, als ich meine Ahnen zurückverfolgen kann.<br />
Und das alles knapp 50 Kilometer östlich von Frankfurt. Es lohnt sich, dort einmal einen Abstecher zu machen. In Zukunft vielleicht sogar mit der Gewissheit, dass die wertvollen Buchenwälder erst einmal nicht mehr gefällt werden, und sich der Forstbetrieb auf jene Waldareale konzentriert, die jünger sind.<br />
Ein partieller Einschlagstopp wäre dafür nötig.</p>
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		<title>Waldcamp im Spessart: Bericht der Aktivistin Mona</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 08:23:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sara Westerhaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Wald]]></category>
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		<description><![CDATA[Der zweite Tag im Wald-Camp im Spessart ist vorüber. Eine Aktivistin, Mona Reichart aus Augsburg, berichtet uns von ihren Eindrücken und Erlebnissen. &#8220;Das erste was ich heute Morgen gehört habe, war der Wind, der an den Zelten rüttelt. Das Wetter scheint mir sagen zu wollen, ich solle noch liegen bleiben. Doch der Wecker spricht leider [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der zweite Tag im Wald-Camp im Spessart ist vorüber. Eine Aktivistin, Mona Reichart aus Augsburg, berichtet uns von ihren Eindrücken und Erlebnissen.</strong></p>
<p>&#8220;Das erste was ich heute Morgen gehört habe, war der Wind, der an den Zelten rüttelt. Das Wetter scheint mir sagen zu wollen, ich solle noch liegen bleiben. Doch der Wecker spricht leider eine andere Sprache und meine Mitcamper und ich schälen uns aus den vielen Schichten, die uns vor der Eiseskälte bewahren wollen. Es sind gefühlte minus 15°C, bei genauen Angaben versuche ich immer wegzuhören. Die Nächte sind oft härter als die Tage, weil wir uns nicht bewegen können und auf warme Schlafsäcke angewiesen sind. Die einzige Heizung, die wir haben, ist die Wärme, die wir selber erzeugen. Und die mittlerweile im Camp angekommenen Wärmflaschen. Doch selbst die wärmsten Schlafsäcke helfen nicht gegen laute Schnarchangriffe, denen ich seit Dienstag täglich ausgesetzt bin.<br />
Nach einem gesunden, nahrhaften und vor allem warmen Frühstück geht es ab in den Wald. Einige von uns haben die eigenen nicht ausreichend warmen Kleidungsstücke gegen einen &#8220;Floater&#8221; eingetauscht. Diese sehr warmen Anzüge werden normalerweise von den Schlauchbootfahrern verwendet, die regelmäßig diesen kalten Temperaturen ausgesetzt sind.<br />
Unser Team wird im Wald aufgeteilt. Ein großer Teil schlägt sich durch die Buchenwälder, die aus vielen großen alten Buchenindividuen bestehen, aber auch oft aus vielen sehr jungen Buchen, die das Vorwärtskommen oft nicht leicht machen. Des öfteren war so ein Buchenzweig schon sehr nah an meinem Auge. Manchmal hat es eben auch Vorteile, Brillenträger zu sein. Wir messen die Bäume mit einer sogenannten Klubbe aus und notieren den Brusthöhendurchmesser auf ein gelbes Papier, um es mit einer Art Knetmasse an den Baum zu heften, so dass dieser nicht beschädigt wird. Hinter uns befinden sich die Kartierer, die mit einem Gerät die Daten aufnehmen und das Papier wieder entfernen. Wir sind jeden Tag etwa neun Stunden im Wald unterwegs und bewegen uns so oft wie möglich. Jeder Schritt ist ein Schritt im Kampf gegen die Kälte. Manchmal verliere ich auch die Motivation. Doch hier zeigt sich unsere Teamfähigkeit. Wir bauen uns gegenseitig auf und erinnern uns warum wir hier sind: Wir wollen die Wälder schützen. Die Buchen haben sich nach der letzten Eiszeit zurück nach Deutschland gekämpft und bildeten einen Wald, der Deutschland zu zwei Dritteln einnimmt. Durch die massive Nutzung des Menschen sind die alten Buchenbestände, also Buchen die über 140 Jahre alt sind, auf 2-3 Prozent zurückgegangen. Diese erschreckenden Zahlen motivieren uns immer wieder erneut, durch den leicht verschneiten Wald zu stapfen. Und wenn das nicht mehr reicht, wird die Schokolade ausgepackt und ein paar Minuten Rast auf einer gefällten Buche am Wegesrand sorgen für neue Energie &#8211; gefrorene Schokolade hält länger als warme.&#8221;</p>
<p><span style="color: #999999;"><strong><strong>Die Zeit im Camp könnt ihr in unserer <a href="http://blog.greenpeace.de/?s=waldcamp">Blogreihe</a> verfolgen.<br />
</strong></strong></span></p>
<p><span style="color: #999999;"><strong>Und wer direkt helfen möchte, den Wald zu schützen, kann bei der <a href="https://service.greenpeace.de/themen/waelder/mitmach_aktionen/aktion/protest_e_mail/bald_ausgebucht/">Protestmailaktion </a>mitmachen. Schickt eine E-Mail an den bayerischen Staatsminister Dr. Marcel Huber und fordert  ihn auf, die Sägen in allen alten Buchen- und Laubwäldern zu stoppen! Weitere Informationen über die alten Wälder findet ihr auch auf unserer Kampagnenseite <a href="www.greenpeace.de/buchenwaelder">www.greenpeace.de/buchenwaelder</a>.</strong></span></p>
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		<item>
		<title>Rede von Kumi auf der Sicherheitskonferenz in München</title>
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		<comments>http://blog.greenpeace.de/blog/2012/02/03/rede-von-kumi-auf-der-sicherheitskonferenz-in-munchen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 17:59:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor/in</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Treibhaus]]></category>
		<category><![CDATA[co2]]></category>
		<category><![CDATA[globale Erwärmung]]></category>
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		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[Rede]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitskonferenz]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Autor Kumi Naidoo ist Geschäftsführer von Greenpeace International. Die Rede zu dem nachfolgenden Manuskript hat Kumi am Freitag auf der Sicherheitskonferenz in München gehalten. Das Foto zeigt ihn auf der parallel stattfindenden Friedenskonferenz, auf der Kumi am Abend ein Grußwort sprechen durfte. Guten Abend, meine Damen und Herren, ich muss zugeben: trotz all meiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="color: #888888;">Der Autor Kumi Naidoo ist Geschäftsführer von Greenpeace International. Die Rede zu dem nachfolgenden Manuskript hat Kumi am Freitag auf <a href="http://www.securityconference.de/Muenchner-Sicherheitskonferenz-2012.muenchnersicherheit.0.html">der Sicherheitskonferenz in München</a> gehalten. Das Foto zeigt ihn auf der parallel stattfindenden <a href="http://www.friedenskonferenz.info/" target="_blank">Friedenskonferenz</a>, auf der Kumi am Abend ein Grußwort sprechen durfte.<br />
</span></strong></p>
<p>Guten Abend, meine Damen und Herren, ich muss zugeben: trotz all meiner öffentlichen Redetermine ist es merkwürdig für mich, hier zu sein &#8211; noch merkwürdiger als in <a href="http://blog.greenpeace.de/blog/2012/01/27/kumi-auf-dem-weltwirtschaftsforum-in-davos/">Davos</a>, von woher ich gerade komme. Ich weiß, dass das, was ich zu sagen habe, hier nicht so gut ankommen wird. Aber meine Mutter, möge sie in Frieden ruhen, sagte mir, als ich fünfzehn Jahre alt war, dass &#8220;es besser ist, ehrlich und unbeliebt zu sein als unehrlich und beliebt&#8221;. (&#8230;)</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 206px;"><a title="Kumi Naidoo spricht auf der 10. Internationalen Friedenskonferenz - (c) Falk Heller/argum/Greenpeace" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2012/02/Kumi_Friedenskonfernz.jpeg"><img class="size-medium wp-image-22790 " title="Kumi Naidoo spricht auf der 10. Internationalen Friedenskonferenz" src="/wp-content/uploads/2012/02/Kumi_Friedenskonfernz-206x300.jpg" alt="Kumi Naidoo spricht auf der 10. Internationalen Friedenskonferenz - (c) Falk Heller/argum/Greenpeace" width="206" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Kumi Naidoo spricht auf der 10. Internationalen Friedenskonferenz - (c) Falk Heller/argum/Greenpeace</p></div>
<p>Was kann ich ihnen über Sicherheit erzählen, das sie nicht schon wüssten? Was kann ich Ihnen sagen, das nicht schon dafür benutzt worden wäre, die weltweit 1,6 Billionen Rüstungsausgaben jährlich zu rechtfertigen. Was kann ich ihnen über die Ursache von Konflikten erzählen, die Kämpfe um natürlich Resourcen wie Wasser, Öl und Nahrung. (&#8230;) Diese Konflikte könnten teilweise dadurch vermieden werden, indem wir die Definition von Sicherheit überdenken. (&#8230;)</p>
<p>Was heute in der Welt passiert, all die Kriege und Konflikte, resultiert aus einer starken Fokussierung auf nationale Sicherheit und einer Vernachlässigung humanitärer Sicherheit (&#8220;Human Security&#8221;). Selbst die CIA hat in einem Report für Präsident George Bush im Jahre 2003 festgestellt, dass der Klimawandel die Welt mehr bedroht als Terrorismus und sie an den Rand der Anarchie bringen könnte, weil Länder dazu bereit sind, ihre schwindenden Nahrungs-, Wasser- und Energievorräte mit atomaren Drohgebärden verteidigen.</p>
<p>Meinen Freunde aus den USA möchte ich daher einen einfachen Vorschlag machen, den ich auch neulich bei der Klimakonferenz in meiner Heimatstadt Durban unterbreitet habe: Wie wäre es die Differenz zwischen dem us-amerikanischen und dem chinesischen Militärbudget um 100 Milliarden Dollar jährlich zu verringern? Es bliebe immer noch ein Unterschied von einer halben Billion Dollar. Mit diesen 100 Milliarden könnten wir das Versprechen der Weltgemeinschaft einlösen, eine solche Summe in Entwicklungsländer zu stecken, um damit Maßnahmen gegen den Klimawandel und seine Folgen zu ergreifen. Dadurch würde die Sicherheit für Länder erhöht werden, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen, aber am stärksten von ihm betroffen sind. Sie alle wissen, dass sich Klima-Konflikte in Afrika allmählich ausbreiten, sie kennen auch den Hintergrund zur <a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/klima-darfur-aus-darfur-lernen/874912.html">Gewalt in Darfur</a>. (&#8230;)</p>
<p>Seit langem hängen Kriege eng mit natürlichen Ressourcen zusammen. Historisch betrachtet hat die Nachfrage aus Europa vorgegeben, welche Güter produziert und welche natürlichen Ressourcen der Erde entrissen werden. Heute hat der Konsum der Menschen &#8211; der direkte Auswirkungen auf die Fähigkeit unseres Planeten hat, sich selbst instandzuhalten und zu regenerieren &#8211; einen beispiellosen Höhepunkt erreicht &#8211; ohne jedes Anzeichen von Abschwächung. Die weltweite Nachfrage nach Energie, Wasser, Nahrung und Wohnraum übersteigt die Fähigkeiten des Planeten, sie zu befriedigen. Beinahe 1,3 Milliarden Menschen bekommen die Folgen von landwirtschaftlichem Raubbau, Abholzung und Überfischung direkt zu spüren. Noch viele Millionen Menschen mehr werden betroffen sein, wenn der Meereswasserspiegel aufgrund der globalen Erwärmung ansteigt, für weitere Millionen wird Wasser wertvoller als Gold, weil ihre Flüsse und Seen vertrocken &#8211; und damit ihre Lebensgrundlagen verschwinden. (&#8230;)</p>
<p>Den Repräsentanten des Militärs auf dieser Konferenz möchte ich mit auf den Weg geben, dass der Militärsektor vielleicht einer der größten Mitverursacher des Klimawandels ist. Es handelt sich um eine riesige Industrie, die sich vor allen anderen Erwägungen ganz der sogenannten &#8220;Sicherheit&#8221; verschrieben hat. Diese Industrie ist demokratischer und öffentlicher Einflussnahme weit weniger stark ausgesetzt als beispielsweise die Wirtschaft. Sie bleibt oft sowohl von umweltpolitischen als auch menschenrechtlichen Standards verschont. Sofern der Militärsektor bei nationalen, transnationalen und internationalen Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels nicht berücksichtigt wird, könnten all diese Maßnahmen auf einer globalen Ebene nur marginale Effekte zeitigen. (&#8230;)</p>
<p>Um meine Rede mit einer positiven Botschaft zu beenden: Wir können die Krise des Klimawandels in eine Chance umwandeln. Der Klimawandel sollte die Menschheit zur Vernunft bringen. (&#8230;) Am wichtigsten ist es, dass wir in Zukunft auf eine Energieversorgung durch erneuerbare Energiequellen setzen: Auf diese Weise gewährleisten wir eine Unabhängigkeit in der Energieversorgung (&#8220;energy independence&#8221;), schaffen Millionen neuer Jobs, verringern Armut und verhindern letztendlich Katastrophen durch den Klimawandel. Nichts weniger ist es, was unsere Kinder von uns erwarten. Sie haben eine Anrecht auf eine friedlich und nachhaltige Zukunft. Die Zeit, diese legitimen Ansprüche zu erfüllen, läuft uns davon.</p>
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		<title>Das Greenpeace-Waldcamp im Spessart</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 11:23:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sara Westerhaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Wald]]></category>
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		<description><![CDATA[Während das Dschungelcamp gerade zu Ende gegangen ist, werden in einem kleinen bayrischen Dorf Zelte im Wald aufgebaut. In Heigenbrücken im Spessart trotzen Greenpeace-Aktivisten der klirrenden Kälte von minus 15 Grad. Ihre Mission: weder Mehlwürmer essen noch in Vogelspinnen baden, sondern den bedrohten Waldbestand kartographieren. Greenpeace dokumentiert den Bestand vor Ort, da die bayerische Landesregierung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Das Camp" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2012/02/camp-zelte.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-22724" title="camp zelte" src="/wp-content/uploads/2012/02/camp-zelte-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Während das Dschungelcamp gerade zu Ende gegangen ist, werden in einem kleinen bayrischen Dorf Zelte im Wald aufgebaut. In <a href="http://maps.google.de/maps?q=heigenbr%C3%BCcken&amp;oe=utf-8&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;ei=UDQqT8WXO4jcsgbV2MHaDA&amp;sa=X&amp;oi=mode_link&amp;ct=mode&amp;cd=3&amp;ved=0CCEQ_AUoAg">Heigenbrücken</a> im Spessart trotzen Greenpeace-Aktivisten der klirrenden Kälte von minus 15 Grad. Ihre Mission: weder Mehlwürmer essen noch in Vogelspinnen baden, sondern den bedrohten Waldbestand kartographieren. Greenpeace dokumentiert den Bestand vor Ort, da die bayerische Landesregierung Informationen über öffentliche Waldflächen zurückhält. Ohne diese Informationen ist nicht erkennbar, welche Gebiete unter Schutz stehen und an welchen Stellen eingeschlagen wird. Die von den Aktivisten selbst erstellten Karten werden laufend aktualisiert und sollen auch veröffentlicht werden.</p>
<p>Der Tag im Camp beginnt um halb sieben in der Früh. Die Aktivisten ziehen sich im Zwiebellook immer mehr Kleidungsstücke übereinander an, frühstücken und packen ihre Ausrüstung zusammen. Um acht Uhr fahren sie in den Wald und beginnen mit der Arbeit.</p>
<p>Dazu sind die Aktivisten ausgerüstet mit GIS-Geräten (GeoInformationsSystem) zur Bestimmung des Standortes, mit Maßbändern und Kluppen zur Messung des Umfangs und mit Entfernungsmessgeräten. Mit diesen Werkzeugen wandern sie den ganzen Tag durch den Spessart auf der Suche nach alten Bäumen. Ab einem Durchmesser von 50 Zentimetern gehören die Bäume zu den &#8220;alten&#8221; Bäumen und werden in die Karten aufgenommen.</p>
<p>Jahr für Jahr fällen die bayerischen Staatsforsten im Auftrag ihres Vorstands die alten Buchen und Eichen des Spessarts und zerstören so schleichend unser nationales Naturerbe. Bis das erklärte Ziel der Bundesregierung, zehn Prozent der öffentlichen Wälder &#8211; also auch der bayrischen Landeswälder &#8211; aus der forstlichen Nutzung zu nehmen, erreicht ist, müssen die Fällungen in den alten Waldbeständen mit über 140-jährigen Bäumen eingestellt werden.</p>
<p>Während die meisten deutschen Wälder durch drastische Eingriffe des Menschen wenig mit ursprünglichen, natürlich gewachsenen Wäldern zu tun haben, ist im Spessart noch der größte Teil der Wälder in einem naturnahen Zustand. Damit das auch so bleibt, fordert Greenpeace einen sofortigen <a href="http://www.greenpeace.de/themen/waelder/kampagnen/" target="_blank">Einschlagstopp für die alten Laubwälder</a>. Dieser soll so lange gelten, bis die Forstwirtschaft zehn Prozent des öffentlichen Waldes nicht mehr nutzt.</p>
<p>Die ehrenamtlichen Aktivisten setzen sich direkt vor Ort dafür ein, dass diese Gebiete weiter bestehen dürfen. Nach dem ersten Vermessen der teilweise bereits abgeholzten Fläche fahren wir weiter zu einem noch unberührten Teil des Waldes. Hier sieht man, wie der Wald aussieht, wenn er von Menschen ungestört wachsen darf. <a href="http://www.naturpark-spessart.de/natur/naturpark/naturschutzgebiete.php" target="_blank">Rohrberg</a> wurde bereits 1928 unter Schutz gestellt und gehört somit zu den ältesten Naturschutzgebieten in Bayern. Dort sollten die knorrigen Eichen geschützt werden, die diesem Bestand sein charakteristisches Bild gaben. Damals ging man bei diesem Waldbild von einem natürlichen Zustand aus. Heute zeigen die vorhandenen, wesentlich jüngeren Buchen jedoch, dass sie ohne das Zutun des Menschen im Rohrberg dominieren würden.<br />
Obwohl es Winter ist und das typische Waldgrün noch auf sich warten lässt, wird deutlich, welch großer Unterschied zwischen den beiden Waldgebieten liegt. Dort Baumstümpfe und Stapel abgeholzter Bäume; hier jahrhundertealte Bäume wie aus einem Märchenbuch.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 300px;"><a title="Buchenwälder im Spessart - (c) Oliver Soulas" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2012/02/buchenwald1.jpg"><img class="size-medium wp-image-22743" title="Buchenwälder im Spessart - (c) Oliver Soulas" src="/wp-content/uploads/2012/02/buchenwald1-300x200.jpg" alt="Buchenwälder im Spessart - (c) Oliver Soulas" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Buchenwälder im Spessart - (c) Oliver Soulas</p></div>
<p>Mit Einbruch der Dämmerung geht es zurück ins Camp. Gegen 18.00 Uhr gibt es dann die erste warme Mahlzeit. Einer der Aktivisten sagt beim Essen nach drei Tellern Gemüseeintopf mit Nudeln, zwei Schalen Haferbrei mit Apfelmus und einer Schale Vanillepudding: &#8220;Nach einem Tag im Wald kommt es nicht darauf an, wie viel man isst, sondern in welcher Reihenfolge.&#8221;<br />
Das warme Essen wärmt jedoch nur kurzzeitig, denn die Nächte werden ebenfalls draußen verbracht. Die kleine Waldhütte neben dem Camp dient nur zum Kochen, als Aufenthaltsraum beim Essen und als Lager für die Ausrüstung.</p>
<p>Bis zum Schlafengehen ist noch einiges zu tun. Es werden Brote vorgeschmiert und Pläne zur besseren Koordination im Wald besprochen. Dann wartet noch der Abwasch auf die Ehrenamtlichen, bevor sie ein wenig beim Kartenspielen entspannen können. Die Stimmung ist trotz viel Arbeit und Kälte super. Man merkt den Teamgeist und die Motivation, sich für den Schutz der Wälder einzusetzen. Gegen 22 Uhr macht sich der lange Tag bemerkbar. Die Augen werden kleiner und langsam machen sich alle auf den Weg ins Zelt.</p>
<p>Die nächsten Wochen werden sicher spannend. Tägliche Berichte  &#8211; auch von den Aktivisten verfasst &#8211; werden euch das Leben im Waldcamp zeigen. Und wer sich in der Nähe von Heigenbrücken aufhält, darf auch gerne mal vorbeischauen!</p>
<p>In unserem <a href="http://blog.greenpeace.de/blog/2012/02/03/greenbites-der-podcast-von-greenpeace-22-camp-zur-rettung-alter-buchenwalder/" target="_self">Podcast Greenbites</a> erzählt euch Waldexpertin Gesche Jürgens, warum wir das Camp machen, was gegen kalte Füße hilft und warum sie die Wälder so liebt.</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Heute berichtet das <a href="http://www.holz-zentralblatt.com/" target="_blank">Holz-Zentralblatt</a>, die Zeitung der Forst- und Holzwirtschaft, über die Intranzparenz der bayrischen Staatsforsten: &#8220;Mittlerweile liegen für den Landeswald flächendeckend Daten vor. Die Daten aus den anderen Waldbesitzarten sind lückenhaft, wurden aber in Aussicht gestellt &#8211; einzige Ausnahme: Bayern. Die bayrischen Staatsforsten haben die Weitergabe der Daten rundweg abgelehnt und auch der Waldbesitzerverband ist nicht zur Kooperation bereit. Eine diesbezügliche Bitte seitens des niedersächsischen Forstministers Gerd Lindemann (CDU) an seinen bayrischen Kollegen Helmut Brunner (CSU) blieb ohne Erfolg. Auch der Appell von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) an ihren Parteifreund Ministerpräsident Horst Seehofer half nicht weiter. Seehofer habe dem Präsidenten des bayrischen Waldbesitzerverbandes, Sepp Spann, in die Hand versprochen, dass kein Datensatz die Grenze des Freistaats passiere.&#8221;</p>
<p>Diese Geheimniskrämerei macht die Beteuerungen der bayrischen Staatsforsten, sie würden nachhaltig wirtschaften, wenig glaubwürdig &#8211; umso mehr Ansporn für uns, die Wahrheit zu entdecken.</p>
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