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	<title>Haftgrund</title>
	
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		<title>Können Consulter “allparteilich” sein?</title>
		<link>http://haftgrund.net/4554/konnen-consulter-allparteilich-sein/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 12:21:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haftgrund</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliotheken]]></category>
		<category><![CDATA[Kampfspuren]]></category>
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		<category><![CDATA[Consulting]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Bericht der Leitung der Büchereien über die erste Sitzung der Vorbereitungsgruppe wird auf die &#8220;Allparteilichkeit&#8221; des Consulters hingewiesen. Über diesen in der Alltagssprache ungebräuchlichen Begriff erfährt man via Google, dass er aus der Familientherapie stammt und auch in Mediationsverfahren verwendet wird. Gemeint ist eine erweiterte Neutralität, um eine besondere Anteilnahme und einen expliziten Einsatz&#160;&#160;...&#160;&#160; &#160; <a href="http://haftgrund.net/4554/konnen-consulter-allparteilich-sein/">weiterlesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im <a href="http://haftgrund.net/buchereien-vorstellung-organisationsentwicklung-und-erste-reaktionen-aus-der-belegschaft/" target="_blank">Bericht</a> der Leitung der Büchereien über die erste Sitzung der Vorbereitungsgruppe wird auf die &#8220;Allparteilichkeit&#8221; des Consulters hingewiesen. Über diesen in der Alltagssprache ungebräuchlichen Begriff erfährt man via Google, dass er aus der Familientherapie stammt und auch in Mediationsverfahren verwendet wird. Gemeint ist eine erweiterte Neutralität, um eine besondere Anteilnahme und einen expliziten Einsatz für jeden und jeder Beteiligten herauszustreichen.</p>
<p>Die Adoption dieses Begriffs (siehe unten) durch die Consultingfirma Conecta für ihre Tätigkeit, zeugt von einiger Ambition und von einem großen Versprechen gegenüber ihren Kunden. Ihren Kunden? Gegenüber <strong>dem</strong> Kunden! Denn die Beratungsfirma wird von <strong>einem</strong> Teilnehmer des &#8220;Organisationsentwicklungsprozesses&#8221; <strong>engagiert</strong>, die anderen Teilnehmer sind in der Regel <em>Untergebene des Auftraggebers</em> und fungieren als Objekte eines Prozesses, in welchem neben Unternehmenszielen oft auch Arbeitsverhältnisse und Arbeitsbeziehungen zur Diskussion stehen.</p>
<p>Ob am Ende die Beratungstätigkeit erfolgreich war, beurteilt in letzter Instanz der Auftraggeber, in unserem Fall der Magistrat bzw. eine seiner Instanzen. Diese Instanzen sind auch jene, die über weitere Verpflichtungen der Beratungsfirma in anderen Abteilungen entscheiden. Was aber für die einen, für das Leitungspersonal, als Erfolg angesehen wird, können die anderen, die Untergebenen, durchaus anders sehen, wie die Geschichte bisheriger Consultingabläufe bei den Büchereien zeigt.</p>
<p>Die Interessenslage der Firma ist also klar: im Zweifel für die Auftraggeber. Wenn sie behauptet, dass ihr Bewusstsein diesem knallharten Sein ein Schnippchen zu schlagen vermag, und sie &#8220;Allparteilichkeit&#8221; tatsächlich zu leben verstünde, dann ist Skepsis angebracht.</p>
<p>Skepsis auch deshalb, weil ihrem eigenen &#8220;philosophischen&#8221; Background gemäß jede menschliche Tätigkeit auf ein <em>radikales marktwirtschaftliches</em> Denken zurückgeführt wird. Danach gibt es einen <em>Verhaltensmarkt </em>, in dem sich der Mensch mit ökonomischer Rationalität bewegt und durch entsprechendes Verhalten das persönliche Konto füllt:</p>
<blockquote>
<p>Jeder Mensch verhält sich immer und überall ökonomisch rational. Jeder führt Konten über Geben und Nehmen aller Interaktionspartner (sein eigenes und das der anderen)in seiner privaten, nicht konvertiblen Währung. (Fritz Simon/Conecta:Radikale Marktwirtschaft. Verhalten als Ware oder Wer handelt, der handelt. S.17)</p>
</blockquote>
<p>Vom Background in den Vordergrund geholt: Der Berater wird nie aus den Augen verlieren, welches Verhalten sein persönliches Konto in durchaus konvertibler Währung füllt und welches es gefährdet.</p>
<hr />
<h3 style="padding-top: 30px;">Zum Begriff &#8220;Allparteilichkeit&#8221; und seiner Anwendung:</h3>
<p class="kasten">&#8220;Mediator &#8230; darf nicht in einer besonderen Nähebeziehung zu einer Partei stehen oder von einer Partei abhängig sein. (<a href="http://www.knpp.de/glossar_neutralitaet_und_allparteilichkeit.html" target="_blank">Knigge/Nourney/Böhm</a>)</p>
<p class="kasten"><strong>Neutralität und Allparteilichkeit</strong><br />Eine ganz wesentliche Funktion von externen Beraterinnen in Veränderungs­prozessen ist es, internen Interessenspielen entgegenzuwirken. Auch wenn immer wieder versucht wird, Geheiminformationen zu lancieren, so stellt dies doch zumeist auch eine intensive Erwartung seitens der Klienten dar. Die systemische Organisationsberatung hat diesbezüglich den Begriff „Neutrali­tät&#8221; geprägt.<br />Nun ist Neutralität ein Begriff, der im Alltags-Sprachgebrauch sehr unterschiedliche Assoziationen auslöst. Ganz sicher hat er für uns in der Beratung nicht die Bedeutung von „Beliebigkeit&#8221;. Die beste Übersetzung von „Neutralität&#8221; ist für uns: „Keins von beiden&#8221; und bedeutet damit konkret zweierlei:<br />Um neben der ersten Bedeutung auch die zweite Bedeutung immer mitzufüh­ren, benutzen wir für „Neutralität&#8221; auch gerne den Begriff der „Allparteilichkeit&#8221;. Das „sowohl &#8211; als auch&#8221; könnte nun nahe legen, dass wir Allparteilichkeit als „Äquidistanz&#8221; zu Personen begreifen. Damit ist sein Sinn aber noch nicht erschöpft. Darüber hinaus geht es aus unserer Perspektive auch um die Neutralität gegenüber Ideen, Konzepten, Vorschlägen und Lösungen. Bera­terinnen sollten keiner Lösungsoption den Vorzug geben, sondern immer auf Vorteile und Kosten der je ins Auge gefassten Alternativen aufmerksam machen. Die Beraterposition ist ja immer die Position eines außenstehenden Dritten. Es geht darum, auch inhaltlich außenstehend zu bleiben. Wer die eigene Expertise einbringen will, greift damit möglicherweise manipulativ in die Entscheidungsprozesse der Klienten ein.<br />Der schwierigste Aspekt der Neutralität und des Umgangs mit ihr ist die Tatsache, dass Neutralität nicht postuliert oder einseitig erklärt werden kann. Neutralität ist eine Zuschreibung seitens jener, denen gegenüber man sich neutral erklärt. Insofern wird Neutralität auch nur dann wirksam, wenn die Betroffenen sie als gegeben beschreiben. Im Beratungsprozess bedeutet dies unter anderem, dass Allparteilichkeit nicht ein für alle Mal vereinbart werden kann. Sie muss immer wieder aufs Neue erarbeitet und zugeschrie­ben werden. Gleichzeitig ist eine einmal „eingebüßte&#8221; &#8211; das heißt: nicht mehr zugeschriebene &#8211; Neutralität nicht mehr (oder nur mehr sehr schwer) zurückzugewinnen. Die Zuschreibung der Allparteilichkeit ist schwer zu erarbeiten und leicht zu verspielen. Darin liegt der Grund dafür, dass wir diesem Aspekt der Beratungshaltung in unserer Arbeit besonders viel Auf­merksamkeit widmen. <a href="http://books.google.at/books?id=VYgXM0IP2o4C&amp;pg=PA39&amp;lpg=PA39&amp;dq=allparteilichkeit&amp;source=bl&amp;ots=ESpKWN0Nu1&amp;sig=7zzYPWe3Td3CzcymRmL1C35dwBw&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ei=WCWyT7j4NIig-Aao75XYCA&amp;ved=0CMYFEOgBMEQ#v=onepage&amp;q=allparteilichkeit&amp;f=false" target="_blank">Transformations-Management: Organisationen von Innen verändern. </a>Von Alfred Janes, Karl Prammer, Michael Schulte-Derne. S. 39</p>
<p class="kasten">Ein Rabbi hält in seinem Wohnzimmer regelmäßig als Dorfrichter Gerichtssitzungen ab. Eines Vormittags kommt ein höchst erregter Dorfbewohner und schildert die Untaten seines Nachbarn. Der Rabbi hört sich alles an und sagt am Ende: &#8220;Da hast Du aber recht.&#8221;<br />Kaum zwei Stunden später taucht der Nachbar auf. Er schildert in allen Einzelheiten, was sich der andere alles hat zuschulden kommen lassen. Der Rabbi hörte wieder aufmerksam zu und sagt schließlich: &#8220;Da hast Du aber recht.&#8221;<br />Die Frau des Rabbis, die aus der Küche das Geschehen mitverfolgt hat, betritt das Wohnzimmer und stellt ihren Mann zu Rede: &#8220;Sag mal, bist Du eigentlich noch bei Trost. Erst kommt die eine Seite, und Du sagst: `Da hast Du aber recht.´ Kurz darauf kommt die Gegenseite, und auch da sagst Du: `Da hast Du aber recht.´ So geht das doch nicht! Das kannst Du doch im Ernst nicht machen!&#8221; Der Rabbi denkt eine Weile nach und sagt: &#8220;Da hast Du aber recht.&#8221; (<a href="http://www.systemischestrukturaufstellungen.com/allparteilichkeit-humor.html" target="_blank">Allparteilichkeit &#8211; humorvoll</a>&#8220;)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wer hat diesen wildgewordenen Neoliberalisten ans IHS berufen?</title>
		<link>http://haftgrund.net/4515/wer-hat-diesen-wildgewordenen-neoliberalisten-ans-ihs-berufen/</link>
		<comments>http://haftgrund.net/4515/wer-hat-diesen-wildgewordenen-neoliberalisten-ans-ihs-berufen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 13 May 2012 22:12:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haftgrund</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kampfspuren]]></category>
		<category><![CDATA[IHS]]></category>
		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[SPÖ]]></category>

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		<description><![CDATA[Neben dem WIFO ist das IHS bekanntlich eines der Einrichtungen, deren Direktoren sich als informelle Weisenräte betrachten, wobei besonders der scheidende Bernhard Felderer vom IHS seinen neoliberalen Stuss sowohl in Regierungskreisen als auch im ORF mehr als genug abgelassen hat. Vorigen Sommer ist nun sein Nachfolger Christian Keuschnigg ausgewählt worden, dessen Vorstellungen, wie er sie&#160;&#160;...&#160;&#160; &#160; <a href="http://haftgrund.net/4515/wer-hat-diesen-wildgewordenen-neoliberalisten-ans-ihs-berufen/">weiterlesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neben dem <a href="http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?&amp;fid=23842" target="_blank">WIFO</a> ist das <a href="http://www.ihs.ac.at/vienna/" target="_blank">IHS</a> bekanntlich eines der Einrichtungen, deren Direktoren sich als informelle Weisenräte betrachten, wobei besonders der scheidende <a href="http://www.misik.at/sonstige/bernhard-felderer-wird-langsam-untragbar.php" target="_blank">Bernhard Felderer</a> vom IHS seinen neoliberalen Stuss sowohl in Regierungskreisen als auch im ORF mehr als genug abgelassen hat. Vorigen Sommer ist nun sein Nachfolger <a href="http://www1.fgn.unisg.ch/org/fgn/web.nsf/SysWebRessources/CV_Christian_Keuschnigg_January+2011/$FILE/CVKeuschnigg20Jan2011.pdf" target="_blank">Christian Keuschnigg</a> ausgewählt worden, dessen Vorstellungen, wie er sie in verschiedenen Interviews, <a href="http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/757281/IHSChef_Problemlaender-muessen-Loehne-schnell-senken?from=suche.intern.portal" target="_blank">zuletzt in der Presse</a>, darstellt, aus vier ideologischen Grundpfeilern zu bestehen scheinen:</p>
<div id="attachment_4520" class="wp-caption alignright" style="width: 276px"><img class=" wp-image-4520 " title="indymedia" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/05/indy.jpg" alt="" width="266" height="208" /><p class="wp-caption-text">http://media.de.indymedia.org/images/2001/07/4134.jpg</p></div>
<ol>
<li>Löhne kürzen</li>
<li>Mehr Geld für die Banken</li>
<li>Ablöse der Politik durch den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_W%C3%A4hrungsfonds#Kritik" target="_blank">IWF</a></li>
<li>Möglichst arbeiten bis zum Tod</li>
</ol>
<p style="clear: both;">Zum vierten Punkt, welchen Keuschnigg verschleiernd als &#8220;<em>das Ruhestandsalter hierzulande deutlich anzuheben</em>&#8221; formuliert, betrachtet er als</p>
<blockquote>
<p>&#8220;<em><strong>die primäre ökonomische Maßnahme, mit der man der Alterung der Gesellschaft begegnet</strong>.</em>&#8220;</p>
</blockquote>
<p>Klar, nur ein toter Pensionist ist ein guter Pensionist. Aber nicht alle. Für die betuchten Pensionisten, die es sich leisten können, ihr Geld in Pensionsfonds zu investieren, hat Keuschnigg durchaus ein Herz. Dies offenbart er in der zweiten Forderung, in der es um mehr Geld für die Banken geht: dies auch deshalb, weil es da ja nicht nur um &#8220;böse&#8221; Banken gehe, wenn unsere Steuergelder da reingepumpt werde,</p>
<blockquote>
<p><em>sondern auch um Pensionsfonds. Die „normalen“ Bürger, die fürs Alter anlegen, wollen genauso ihr Geld zurückbekommen.</em></p>
</blockquote>
<p>Ich habe mich gefragt, wer diesen durchgeknallten Typen eigentlich auf diesen Posten berufen hat. Eine Position, von der recht wirkungsmächtig neoliberale Propaganda verbreitet werden kann. Es waren die <a href="http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/679049/Langwierige-IHSChefsuche_Rot-gegen-Schwarz" target="_blank">Mitglieder des Kuratoriums des Instituts für Höhere Studien</a>. Und sie haben es einstimmig getan:</p>
<ol style="padding-left:20%;">
<li>Präsident Prof. Dr. Heinrich NEISSER</li>
<li>Vizepresident Prof. Dr. Ewald NOWOTNY</li>
<li>Sekretär Prof. Dr. Sigurd HÖLLINGER</li>
<li>Prof. Dr. Manfred DEISTLER</li>
<li>Vize-Gouverneur Dr. Wolfgang DUCHATCZEK</li>
<li>Prof. Dr. Helmut KRAMER</li>
<li>Dr. Michael LUDWIG</li>
<li>DI Peter MITTERBAUER</li>
<li>Dr. Eva NOWOTNY</li>
<li>Dr. Josef TAUS GD</li>
<li>Mag. Andreas TREICHL</li>
<li>Prof. Dr. Herbert WALTHER</li>
</ol>
<p>Dass ÖVP- und Industrievertreter hier einen der ihren wählen, verwundert nicht. Die Beihilfe der SPÖ-Kuratoriumsmitglieder zur Absicherung der neoliberalen Hegemonie im IHS zeigt wieder einmal, was von offiziellen Reden dieser Partei zu halten ist, wenn sie sich folgenlos gegen Turbokapitalismus und gegen das Diktat der Finanzmärkte ausspricht.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Initiative der “Kritischen Bibliothekarinnen und Bibliothekare” (kribibi)</title>
		<link>http://haftgrund.net/4479/initiative-der-kritischen-bibliothekarinnen-und-bibliothekare-kribibi/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 13:40:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haftgrund</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliotheken]]></category>
		<category><![CDATA[BibliothekarInnen]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliothekarisches]]></category>
		<category><![CDATA[Büchereien]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Kribibis, seit Jahrzehnten Ideenbringer und in die Zukunft Blickende im österreichischen Bibliotheks- und Büchereienwesen, starten mit einer Befragung eine Initiative, welche den Ist-Stand der beruflichen Situation der BibliothekarInnen von unten erheben will. Abgesehen vom skandalös gleich hoch bleibenden Anteil der in Österreich ohne Bezahlung arbeitenden BibliothekarInnen, sind es die zunehmenden prekären Arbeitsverhältnisse, unter denen&#160;&#160;...&#160;&#160; &#160; <a href="http://haftgrund.net/4479/initiative-der-kritischen-bibliothekarinnen-und-bibliothekare-kribibi/">weiterlesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://www.kribibi.org/themen.htm" target="_blank"><strong>Kribibis</strong></a>, seit Jahrzehnten Ideenbringer und in die Zukunft Blickende im österreichischen Bibliotheks- und Büchereienwesen, starten mit einer Befragung eine Initiative, welche den Ist-Stand der beruflichen Situation der BibliothekarInnen <em>von unten</em> erheben will. <img class="alignright size-full wp-image-4491" style="border: 3px solid black; margin: 15px;" title="Bücherkabine" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/05/buchkab2-240.jpg" alt="" width="240" height="256" /></p>
<p>Abgesehen vom skandalös gleich hoch bleibenden Anteil der in Österreich ohne Bezahlung arbeitenden BibliothekarInnen, sind es die zunehmenden prekären Arbeitsverhältnisse, unter denen auch MitarbeiterInnen in Büchereisystemen gestellt werden, wo an sich Vollberuflichkeit gegeben ist (war). Daher ist eine solche Erhebung eine wichtige Orientierung über den Wert, welche die Bibliotheksträger der real existierenden Bücherei- und Bibliothekslandschaft und ihrer Fauna beimessen.</p>
<div class="kasten" style="clear: both;">
<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen!</p>
<p>Der Arbeitskreis kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (KRIBIBI) startet eine Umfrage &#8220;zur Zufriedenheit mit der beruflichen Situation bei BibliotheksmitarbeiterInnen&#8221; (<strong><a href="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/05/FRAGEBOGEN-ZUR-BERUFLICHEN-SITUATION-VON-BIBLIOTHEKS.doc" target="_blank">siehe Anhang</a></strong>). Wir bitten Sie herzlich, die Fragen zu beantworten und den Fragebogen auch an möglichst viele BibliotheksmitarbeiterInnen weiterzugeben.</p>
<p>Spätester Abgabetermin ist Freitag, 01.06.2012, 24.00 Uhr, ab dann beginnen wir mit der Auswertung.</p>
<p>Für Fragen stehe ich natürlich gerne zur Verfügung!<br />      Nikolaus Hamann<br />      <a href="mailto: nikolaus.hamann@gmx.at" target="_blank">nikolaus.hamann@gmx.at</a><br />      01 / 4000-22168</p>
</div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wiener Büchereien: Consultingsprech</title>
		<link>http://haftgrund.net/4466/wiener-buchereien-consultingsprech/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 13:31:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haftgrund</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliotheken]]></category>
		<category><![CDATA[Büchereien]]></category>
		<category><![CDATA[Büchereien-Wien]]></category>
		<category><![CDATA[Büchereikonzept]]></category>
		<category><![CDATA[Consulting]]></category>
		<category><![CDATA[Jargon]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Phrase … ist das Warenzeichen, das den Gedanken verkehrsfähig macht so wie die Floskel, als Ornament, ihm den Liebhaberwert verleiht.(Walter Benjamin, Schriften II/I S. 337) Die Leitung der Büchereien hat im Namen des &#8220;Vorbereitungsteams&#8221; über die nächsten Vorhaben der geplanten &#8220;Organisationsentwicklung&#8221; der Büchereien berichtet. Auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass diese an&#160;&#160;...&#160;&#160; &#160; <a href="http://haftgrund.net/4466/wiener-buchereien-consultingsprech/">weiterlesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="padding-left: 30px;">Die Phrase … ist das Warenzeichen, das den Gedanken verkehrsfähig macht so wie die Floskel, als Ornament, ihm den Liebhaberwert verleiht.<br />(<a href="http://www.archive.org/stream/GesammelteSchriftenBd.2/BenjaminGs2_djvu.txt" target="_blank">Walter Benjamin, Schriften II/I S. 337</a>)</p>
</blockquote>
<p>Die Leitung der Büchereien hat im Namen des &#8220;Vorbereitungsteams&#8221; über die nächsten Vorhaben der geplanten &#8220;Organisationsentwicklung&#8221; der Büchereien <a href="http://haftgrund.net/buchereien-vorstellung-organisationsentwicklung-und-erste-reaktionen-aus-der-belegschaft/" target="_blank"><strong><span style="text-decoration: underline;">berichtet</span></strong></a>.</p>
<p>Auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass diese an alle Bediensteten verschickte Mail in einer ihnen weitgehend fremden Sprache formuliert wurde. Genauer gesagt, wird ein Regionaldialekt des weltweit gebrauchten Consulter-Pidgin verwendet, und zwar jener, welchen die Firma <a href="http://www.conecta.com/" target="_blank">Conecta</a>, die sich gerne als die <a href="http://www.oeagg.at/download/wiener-schule.pdf" target="_blank">&#8220;Wiener Schule der Organisationsberatung&#8221; </a>bezeichnet, im Umgang mit ihren KundInnen und in ihren Publikationen pflegt.</p>
<p>Es ist erstaunlich, dass sich das Vorbereitungsteam von MA 13 und Büchereien gleich zu Beginn des Organisationsentwicklungs-Prozesses diesem Sprachgebrauch der Consulter unterwerfen. Damit ist der Begriffsrahmen auch für die Bediensteten vorgegeben, in dem sie ihre Reflexionen über den Arbeitsprozess formulieren können, beziehungsweise an den ihre Aussagen angepasst werden.</p>
<p>Eine solche Vorgehensweise ist bei den Consulterfirmen bekanntlich die Regel, kann aber als Merkmal dienen, wie weit die Consulter bereit sind, auf die Bedürfnisse der Bediensteten einzugehen &#8211; und es ist ein Grundbedürfnis des Menschen, über seine eigenen Angelegenheiten in der selbst gewählten Sprache zu reden und sich in den ihm adäquat erscheinenden Sprachformen auszudrücken. Nicht zuletzt deshalb, weil nur so die Authentizität gewahrt bleibt und damit die Chance besteht, dass gemeinsam erarbeitete Problemlösungen in einer Sprach- und Denkumwelt formuliert werden, die nicht als Fremdes daher kommt.</p>
<p>Allerdings wird das scheinbar Selbstverständliche &#8211; Verständlichkeit und Freundlichkeit gegenüber den Klienten &#8211; von kaum einer Consultingfirma erbracht. Was seinen Grund hat:</p>
<p class="kasten">&#8220;Dieses jargonhafte leere Gerede ist &#8216;Schutz nach außen&#8217;, da es sich den gewöhnlichen Sterblichen entzieht … Damit veranlasst es die große Mehrheit … zu glauben, dass die Probleme ihre Verstehens- und erst recht ihre Interventionsfähigkeit bei weitem übersteigen und daher der kleinen Zahl der Wissenden, den Experten, überlassen werden müssen, deren Diskurs und Praxis auf diese Weise legitimiert werden.&#8221; (Sébastian Guex im Vorwort zu <a href="http://katalog.buechereien.wien.at/index.asp?DB=BIB_SYS&amp;startmedinr=0564772" target="_blank">Alessandro Pelizzaris &#8220;Die Ökonomisierung des Politischen&#8221;</a>)</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-4472" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/05/schlüssel-240x211.jpg" alt="" width="240" height="211" />Angesicht der bisherigen Erfahrungen mit Consultern und angesichts des nicht nur berufsbedingt vorhandenen überdurchschnittlichen Sprachgefühls bei den BibliothekarInnen, ist es nicht verwunderlich, dass erste Reaktionen recht unwirsch ausfielen. Wie in dem bereits <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://haftgrund.net/buchereien-vorstellung-organisationsentwicklung-und-erste-reaktionen-aus-der-belegschaft/" target="_blank">angegebenen Link</a></span> im Anschluss an die Projektdarstellung nachzulesen ist.</p>
<p>Wenn die Consulting-Firma und die Leitung von MA 13 und Büchereien tatsächlich in einen offenen Dialog mit den Büchereibediensteten treten wollen, dann dürfen sie sich nicht hinter diesem Consulterjargon verstecken, sondern müssen ihre Anliegen und Fragen so formulieren, dass die Angesprochenen das Gefühl haben können, hinter den Aussagen stecken Menschen, die ehrlich spielen, und nicht Worthülsenproduzenten, die ihre wahre Absicht zu verschleiern beabsichtigen.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Verwaltungsklarheit zum Wochenende</title>
		<link>http://haftgrund.net/4401/verwaltungsklarheit-zum-wochenende/</link>
		<comments>http://haftgrund.net/4401/verwaltungsklarheit-zum-wochenende/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 May 2012 16:54:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haftgrund</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliotheken]]></category>
		<category><![CDATA[Büchereien]]></category>
		<category><![CDATA[Büchereien-Wien]]></category>
		<category><![CDATA[Gebühren]]></category>

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		<description><![CDATA[Um einer allfälligen Erschleichung eines ermäßigten Büchereiausweises durch eine für Illegalitäten aller Art besonders anfällige Personengruppe &#8211; Stichwort: Downloads! &#8211; einen verwaltungstechnisch eleganten Riegel vorzuschieben, hat das Verwaltungsreferat der Wiener Büchereien weisungsgemäß einen fast selbsterklärenden Ordnungsrahmen erstellt: nachdem es bei der Einschreibung von Lehrlingen und StudentInnen im Zusammenhang mit der Familienbeihilfe immer noch zu Problemen&#160;&#160;...&#160;&#160; &#160; <a href="http://haftgrund.net/4401/verwaltungsklarheit-zum-wochenende/">weiterlesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Um einer allfälligen Erschleichung eines ermäßigten Büchereiausweises durch eine für Illegalitäten aller Art besonders anfällige Personengruppe &#8211; Stichwort: Downloads! &#8211; einen verwaltungstechnisch eleganten Riegel vorzuschieben, hat das Verwaltungsreferat der Wiener Büchereien weisungsgemäß einen fast selbsterklärenden Ordnungsrahmen erstellt:</p>
<blockquote>
<p>nachdem es bei der Einschreibung von Lehrlingen und StudentInnen im Zusammenhang mit der Familienbeihilfe immer noch zu Problemen bzw. Unklarheiten kommt, gibt es im Laufe der nächsten Woche diesbezügliche Änderungen in Bibliotheca:</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-4405" title="buero" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/05/buero.jpg" alt="" width="240" height="316" /></p>
<p>StudentInnen und Lehrlinge unter 24 können als &#8220;Lehrlinge 18-23&#8243; oder &#8220;StudentInnen 18-23&#8243; eingeschrieben werden.<br /> Lehrlinge oder StudentInnen, die das 24. Lebensjahr vollendet haben (mit dem 24. Geburtstag), aber trotzdem noch Familienbeihilfe beziehen und dies auch nachweisen, können zukünftig mit der Benutzergruppe &#8220;Ermäßigt&#8221; und dem Benutzerkennzeichen &#8220;Erm.: Familienbeihilfe&#8221; eingeschrieben werden.</p>
</blockquote>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das religiöse Gespräch zum Wochenende</title>
		<link>http://haftgrund.net/4396/das-religiose-gesprach-zum-wochenende/</link>
		<comments>http://haftgrund.net/4396/das-religiose-gesprach-zum-wochenende/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 May 2012 10:04:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haftgrund</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fallobst]]></category>

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		<description><![CDATA[ZEIT: Wie können Sie über Sachen nachdenken, die unsichtbar sind? Lisa Randall: Ich kann eine Gleichung aufschreiben. ZEIT: Das klingt ziemlich abstrakt. Randall: Wenn Sie an Gott denken, obwohl Sie ihn nicht sehen können, wie stellen Sie sich ihn dann vor? ZEIT (Max Rauner): Fragen wir mal meinen Kollegen Tobias Hürter, der ist Christ. ZEIT&#160;&#160;...&#160;&#160; &#160; <a href="http://haftgrund.net/4396/das-religiose-gesprach-zum-wochenende/">weiterlesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><a title="Die Zeit 19/2012 S. 58" href="http://zeit.de" target="_blank"><strong>ZEIT: </strong></a>Wie können Sie über Sachen nachdenken, die unsichtbar sind?</p>
<p><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lisa_Randall" target="_blank">Lisa Randall</a></strong>: Ich kann eine Gleichung aufschreiben.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Das klingt ziemlich abstrakt.</p>
<p><strong>Randall:</strong> Wenn Sie an Gott denken, obwohl Sie ihn nicht sehen können, wie stellen Sie sich ihn dann vor?</p>
<p>ZEIT (<strong>Max Rauner</strong>): Fragen wir mal meinen Kollegen Tobias Hürter, der ist Christ.</p>
<p>ZEIT (<strong>Tobias Hürter</strong>): »Du sollst dir kein Bild machen«, sagt das Alte Testament.</p>
<p><strong>Randall:</strong> Na also. Nur in der Wissenschaft erwarten Sie, dass es von allem ein Bild gibt. Wie sieht aber die Liebe aus? Es gibt so viele Dinge, für die wir kein Bild haben. Tobias, Sie hätten mir gleich sagen sollen, dass Sie religiös sind.</p>
<p>ZEIT (<strong>Rauner</strong>): Sein Vater ist Priester.</p>
<p>ZEIT (<strong>Hürter</strong>): Ja, katholischer Priester.</p>
<p><strong>Randall:</strong> Wie geht das denn? Ist er verheiratet?</p>
<p>ZEIT (<strong>Hürter</strong>): Ja.</p>
<p><strong>Randall:</strong> Aber er ist doch katholisch.</p>
<p>ZEIT (<strong>Hürter</strong>): Als er meine Mutter kennenlernte, hat er beim Papst um seine Entlassung aus dem Klerus ersucht. Aber Priester ist er geblieben. Das kann nicht einmal der Papst so einfach zurücknehmen. Denn die Priesterweihe ist ein Sakrament und unumstößlich – im Gegensatz zu wissenschaftlichen Theorien.</p>
<p>ZEIT (<strong>Rauner</strong>): Sind Sie eigentlich getauft?</p>
<p><strong>Randall:</strong> Ich bin jüdisch, aber wir waren nie religiös. Und Sie?</p>
<p>ZEIT (<strong>Rauner</strong>): Ungetauft.</p>
<p>ZEIT (<strong>Hürter</strong>): Gut, dass wir das geklärt haben.</p>
</blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p class="kleingedruckt">aus: Die Zeit 19/2012 S. 58</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Volkswirtschaftsfrömmigkeit und das Backrohr der Wirklichkeit</title>
		<link>http://haftgrund.net/4386/volkswirtschaftsfroemmigkeit/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 16:48:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haftgrund</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fallobst]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus Dath/Kirchner &#8220;Implex&#8221; 616f. (lesbarer gemacht): Gegessen wird, was auf den Tisch, nämlich auf den Markt kommt.  Nur Experten wissen, wie es gekocht wurde. Wer sich nicht durch die Geschichte der Volkswirtschaftsfrömmigkeit1) samt Klassik, Neoklassik, Grenznutzentheorie, Ordoliberalismus, Spieltheorie und Humpelpumpel gefressen hat, ist nicht berechtigt, auch nur festzustellen, daß der Vorstand der Deutschen Bahn nicht&#160;&#160;...&#160;&#160; &#160; <a href="http://haftgrund.net/4386/volkswirtschaftsfroemmigkeit/">weiterlesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus <a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/der_implex-dietmar_dath_42264.html" target="_blank">Dath/Kirchner &#8220;Implex</a>&#8221; 616f. (lesbarer gemacht):</p>
<blockquote><ol>
<li>Gegessen wird, was auf den Tisch, nämlich auf den Markt kommt. </li>
<li>Nur Experten wissen, wie es gekocht wurde.</li>
<li>Wer sich nicht durch die Geschichte der <strong>Volkswirtschaftsfrömmigkeit<sup>1)</sup></strong> samt Klassik, Neoklassik, Grenznutzentheorie, Ordoliberalismus, Spieltheorie und Humpelpumpel gefressen hat, ist nicht berechtigt, auch nur festzustellen, daß der Vorstand der Deutschen Bahn nicht weiß, daß man Leute im Sommer nicht in den Waggons von Fernzügen backen darf, im Winter nicht auf verschneiter Strecke stehenlassen muß, wenn man ein bißchen weniger knapp plant.</li>
<li>Denn es geht nicht um Wissen, es geht um Glauben: Man soll schlucken, daß Märkte effektiv sind, eine Theorie, die seit ihrer Erfindung mehr Augenschein gegen sich hat als die abwegigsten Erwartungen esoterischer Sektie­rer.</li>
<li>An der dennoch eisern festgehalten wird, durch die schlimm­sten Engpässe hindurch, weil sie zwar keine Wahrheit ausdrückt, aber Interessen bedient.</li>
<li>Und daß jedesmal, wenn alle diese Wahnvorstellungen ihre Fadenschei­nigkeit wieder an der Wirklichkeit Schiffbruch erleiden sehen, wieder irgendeine Intervention lästiger Staaten. Demokratien, Verwaltungen, kurz: öffentlicher Einrichtungen, die zu privatisieren man versäumt hat, die Schuld trägt. </li>
<li>Die Manichäer waren Opportunisten dagegen; keine Nachricht kann die Selbstgewißheit der Gläubigen er­schüttern, sie sind im Recht, sie sind humorlos, sie sind unbelehrbar!</li>
</ol>
<div> </div>
</blockquote>
<hr />
<p><sup>1) </sup>Zur &#8220;Volkswirtschaftsfrömmigkeit&#8221; bringen Darth und Kirchner einen Einschub, den ich wegen der besseren Lesbarkeit hier extra und gekürzt bringe:</p>
<blockquote>
<p>Was „Verwissenschaftlichung von Erzeugung und Handel” genannt wird und sonstige Tatsachen der „knowledge economy” sind genau die akkumulationsförderlichen, verkehrsformenprägenden Faktoren der wirtschaftlichen Entwicklung, für deren hinrei­chende Aufschlüsselung Marx in den Grundrissen drei, vier Absätze braucht.</p>
</blockquote>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Büchereien-Zukunft: Ein Startschuss mit Quasteln</title>
		<link>http://haftgrund.net/4359/buchereien-zukunft-ein-startschuss-mit-quasteln/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 17:10:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haftgrund</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliotheken]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[BibliothekarInnen]]></category>
		<category><![CDATA[Büchereien]]></category>
		<category><![CDATA[Büchereien-Wien]]></category>
		<category><![CDATA[Büchereikonzept]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://haftgrund.net/?p=4359</guid>
		<description><![CDATA[Wie berichtet, werden sich die Wiener Büchereien demnächst ihrer Zukunft widmen. Als Startschuss dafür kann jene Mitteilung der Büchereienleitung angesehen werden, in welcher für &#8220;einen Prozess zur zukunftsträchtigen Strategiepräzisierung&#8221; die Prozess-Firma und der Prozessbeginn genannt wurden. Weiters wurde eine 10-köpfige Vorbereitungsgruppe angekündigt. Einige Tage später  brachte eine Mitarbeiterin der Büchereien  von einem bereits nominierten Mitglied&#160;&#160;...&#160;&#160; &#160; <a href="http://haftgrund.net/4359/buchereien-zukunft-ein-startschuss-mit-quasteln/">weiterlesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie <a href="http://haftgrund.net/4204/wiener-buchereien-zukunftstrachtige-strategieprazisierung-und-anderer-bullshit/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">berichtet</span></a>, werden sich die Wiener Büchereien demnächst ihrer Zukunft widmen. Als Startschuss dafür kann jene Mitteilung der Büchereienleitung angesehen werden, in welcher für &#8220;einen Prozess zur zukunftsträchtigen Strategiepräzisierung&#8221; die Prozess-Firma und der Prozessbeginn genannt wurden. Weiters wurde eine 10-köpfige Vorbereitungsgruppe angekündigt.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-4367" title="raketenstart" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/raketenstart.jpg" alt="" width="206" height="327" /></p>
<p>Einige Tage später  brachte eine Mitarbeiterin der Büchereien  von einem bereits nominierten Mitglied der Vorbereitungsgruppe in Erfahrung, dass in der ersten Projektphase insgesamt 12 Interviews mit MitarbeiterInnen bzw. Gruppen von MitarbeiterInnen geplant seien.</p>
<p>Weiters erfuhr sie, dass zwei Personalvertreter am Prozess teilnehmen werden. Und ein Wochenende später meldete sich auch eine aus den Zweigstellen nominierte Vertreterin, dass sie vom Bibliothekarischen Leiter ernannt worden sei.</p>
<p>Die Recherchen der oben erwähnten Mitarbeiterin ergaben auch, dass der Vorbereitungsgruppe die Aufgabe zugewiesen sei, sowohl “das Projektdesign” als auch die InterviewpartnerInnen zu bestimmen und den Interviewleitfaden zu diskutieren.</p>
<p>Aus all dem ist ersichtlich, dass Informationen, über welche die Leitung der Büchereien bereits verfügt, erst durch die Initiative einer Kollegin allen Bediensteten zugänglich wurde. Auch zeigt sich, dass es konkrete Vorstellungen (Interviews) und Vorbereitungen (Interviewleitfaden) für die Projektdurchführung gibt, die in der Erstinformation der Leitung nicht erwähnt wurden.</p>
<p>Das mögen Kinkerlitzchen sein, sagt aber bereits etwas über das &#8220;Informationsdesign&#8221; der Leitung aus. Es ist aber sowieso eine altbekannte Tatsache, dass nur bekanntgegeben wird, was gar nicht mehr zu verschweigen ist.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-4371" title="future" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/future.jpg" alt="" width="248" height="297" /></p>
<p>Entscheidender ist aber etwas anderes: Weder die neue Abteilungsleitung, noch die Leitung der Büchereien gaben bisher bekannt, was <strong>SIE selber</strong> für Vorstellungen über die Zukunft der Büchereien haben. Was wollen <strong>SIE</strong> erreichen?</p>
<p>Und schließlich: Was wird den Bediensteten, welche in den letzten Jahren viele Umorientierungen und Neuorganisierungen, sowie erhebliche zusätzliche Belastungen zum Nulltarif &#8211; und mitbestimmungslos &#8211; ausgesetzt waren, <strong>angeboten</strong>?</p>
<p>Ohne eine solche Deklaration der Führungskräfte, welche im Managementjargon gerne als &#8220;Kompetenzebenen&#8221; bezeichnet werden, würde das Projekt, einen Entwicklungsplan der Büchereien auf die Beine zu stellen &#8211; so wie andere ähnliche Projekte zuvor &#8211; unweigerlich Schiffbruch erleiden und den Frust der Belegschaft steigern.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bücherverbrennung 1933</title>
		<link>http://haftgrund.net/4205/bucherverbrennung-1933/</link>
		<comments>http://haftgrund.net/4205/bucherverbrennung-1933/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 08:59:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Duftender Doppelpunkt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliotheken]]></category>
		<category><![CDATA[Kampfspuren]]></category>
		<category><![CDATA[Bücherverbrennungen]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Jahrestag der Bücherverbrennung jährt sich am 10. Mai 2012 zum 79. Mal. Er bietet Anlass, der vielen damals aus der öffentlichen Wahrnehmung getilgten AutorInnen zu gedenken, vor allem aber, sie zu lesen und damit auch ein Zeichen gegen (Neo-)Faschismus und Rassismus zu setzen. Für zahlreiche SchriftstellerInnen bedeutet die Machtergreifung der NationalsozialistInnen verschleppt, erschlagen, vergast,&#160;&#160;...&#160;&#160; &#160; <a href="http://haftgrund.net/4205/bucherverbrennung-1933/">weiterlesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Jahrestag der Bücherverbrennung jährt sich am 10. Mai 2012 zum 79. Mal.</p>
<p>Er bietet Anlass, der vielen damals aus der öffentlichen Wahrnehmung getilgten AutorInnen zu gedenken, vor allem aber, sie zu lesen und damit auch ein Zeichen gegen (Neo-)Faschismus und Rassismus zu setzen.</p>
<p>Für zahlreiche SchriftstellerInnen bedeutet die Machtergreifung der NationalsozialistInnen verschleppt, erschlagen, vergast, in den Selbstmord getrieben zu werden. Die „Glücklicheren“ können durch Flucht ihr „nacktes“ Leben retten, und einige wenige bleiben und verstummen.</p>
<h3 style="line-height: 2.5em;">  </h3>
<h3>Bücherverbrennung – Exilliteratur</h3>
<p>In Petra Öllingers virtueller Bibliothek finden Sie im Beitrag <a title="Eine Zusammenstellung von Infos über zweihundert AutorInnen der Exilliteratur" href="http://petra-oellinger.at/bibliothek/buecherverbrennung-exilliteratur/">„Bücherverbrennung – Exilliteratur“</a> eine <strong>Zusammenstellung von über 200 AutorInnen.</strong> Jeder Eintrag ist mit einem oder mehreren weiterführenden Links versehen. Die Liste wird unter anderem von einem Verzeichnis mit Sekundärliteratur ergänzt.</p>
<h3 style="line-height: 2.5em;">  </h3>
<h3>„Wider dem undeutschen Geist“</h3>
<p>Am 30. Jänner 1933 wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Ein Monat später setzt die <a title="Die Reichstagsbrandverordnung setzt die Verfassung außer Kraft" href="http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/innenpolitik/reichstagsbrandverordnung/index.html"> Reichstagsbrandverordnung</a> die BürgerInnenrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft.</p>
<p>Bereits im März 1933 kommt es im Zuge der „Aktion wider den undeutschen Geist“ zu ersten Bücherverbrennungen. Bei der am 10. Mai vom Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund initiierten Bücherverbrennung hält <a title="Kurzbiographie von Joseph Goebbels" href="http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/GoebbelsJoseph/index.html">Joseph Goebbels</a> in Berlin die „Feuerrede“.</p>
<h3 style="line-height: 2.5em;">  </h3>
<h3>Der Augenzeuge</h3>
<p>Erich Kästner ist Zeuge, wie seine Bücher am Berliner Opernplatz in Flammen aufgehen und hört seinen Namen im zweiten Feuerspruch: <em>„Gegen Dekadenz und moralischen Verfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von <a title="Der Schriftsteller Heinrich Mann" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Mann">Heinrich Mann</a>, <a title="Der Schriftsteller Ernst Glaeser" href="http://blog.zvab.com/2008/04/28/ernst-glaeser-gefeiert-verfemt-vergessen-zur-karriere-eines-deutschen-schriftstellers/">Ernst Glaeser</a> und <a title="Der Schriftsteller Erich Kästner" href="http://www.erich-kaestner-museum.de/">Erich Kästner</a>.“</em></p>
<p><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2012/04/Bücherverbrennung_1933.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3478" src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2012/04/Bücherverbrennung_1933-117x150.jpg" alt="Bücherverbrennung 1933 von Otto Gerhausen (1881-1936)" width="117" height="150" /></a></p>
<blockquote>
<p><em>„Und im Jahre 1933 wurden meine Bücher in Berlin, auf dem großen Platz neben der Staatsoper, von einem gewissen Herrn Goebbels mit düster feierlichem Pomp verbrannt. Vierundzwanzig deutsche Schriftsteller, die symbolisch für immer ausgetilgt werden sollten, rief er triumphierend bei Namen. Ich war der einzige der Vierundzwanzig der persönlich erschienen war, um dieser theatralischen Frechheit beizuwohnen. […] Plötzlich rief eine schrille Frauenstimme: ‚Dort steht ja Kästner!‘ Eine junge Kabarettistin, die sich mit einem Kollegen durch die Menge zwängte, hatte mich stehen sehen und ihrer Verblüffung übertrieben laut Ausdruck verliehen. Mir wurde unbehaglich zumute. Doch es geschah nichts. (Obwohl in diesen Tagen gerade sehr viel zu geschehen pflegte.) Die Bücher flogen weiter ins Feuer.“</em> Erich Kästner: „Kennst du das Land, in dem die Kanonen blühen?“ – Auszug aus dem Vorwort „Bei Durchsicht meiner Bücher“ via <a title="Bücherverbrennung 1933 in Deutschland" href="http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverbrennung_1933_in_Deutschland">Wikipedia.</a></p>
</blockquote>
<p>In ganz Deutschland brennen die Scheiterhaufen über siebzig Mal. – „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.” Aus der Tragödie „Almansor“ von Heinrich Heine.</p>
<p>Am 1. November 1933 wird die Reichsschrifttumskammer als Instrument zur Führung und Überwachung von AutorInnen, Verlagen und Buchhandel durch die NationalsozialistInnen gegründet.</p>
<h3 style="line-height: 2.5em;">  </h3>
<h3>Scharfsinnige Worte aus dem Exil</h3>
<p>Am 11. Dezember 1933 vertraut der Schriftsteller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Schickele">René Schickele</a> (1883 &#8211; 1940) im französischen Exil, seinem Tagebuch folgende Zeilen an: <em>„Wenn es Goebbels gelingt, unsere Namen von den deutschen Tafeln zu löschen, sind wir tot. Gespenster in der Diaspora, in der wasserarmen Provinz. Schon die nächste Generation wird nichts mehr von uns wissen.“</em> Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Autor, einer der bedeutenden Wegbereiter des literarischen Expressionismus, bereits über ein Jahr im französischen Exil. Kurz bevor die Wehrmacht in Frankreich einmarschiert, stirbt er.</p>
<h3 style="line-height: 2.5em;">  </h3>
<h3>Die Verschollene</h3>
<p>Die Lebensgeschichte von Maria Leitner steht für das Schicksal vieler Schriftstellerinnen in der Zeit des Nationalsozialismus.</p>
<p>Sie wird 1889 in einer deutschsprachigen Familie in Ungarn geboren. Ab 1913 arbeitet sie als Journalistin in Budapest. Nach dem 1. Weltkrieg bzw. dem Ende der Ungarischen Räterepublik emigriert sie über Wien nach Berlin.</p>
<p>Ab 1925 durchquert sie drei Jahre lang den amerikanischen Kontinent. Bei ihrer literarischen Arbeit verlässt sie sich nicht auf den Blick von außen. Sie sammelt vielmehr in den unterschiedlichsten beruflichen Tätigkeiten, beispielsweise als Dienstmädchen und Zigarettendreherin, ihre Erfahrungen vor Ort.</p>
<p>Auf der schwarzen Liste der NazionalsozialistInnen befindlich, muss sie 1933 untertauchen und kommt als Emigrantin über Prag nach Paris. Erst ab 1936 erhält sie wieder Aufträge, unter anderem bereist sie inkognito Deutschland und berichtet, wie sich das Land zum Krieg rüstet.</p>
<p>1940, nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Paris, wird sie von den französischen Behörden im Lager Camp de Gurs interniert. Ihr gelingt die Flucht nach Marseille, wo sie in extrem ärmlichen Verhältnissen im Untergrund lebt. Ihre Versuche, ein Visum für die Vereinigten Staaten zu erlangen, scheitern. Im Frühjahr 1942 wird sie ein letztes Mal, verzweifelt und krank, im Büro des American Rescue Committee in Marseille gesehen. Danach verliert sich ihre Spur.</p>
<p><a title="Kein Platz in Amerika. Ein Artikel von Hans Schmid über Maria Leitner, Teil 1" href="http://www.heise.de/tp/artikel/31/31714/1.html">Hans Schmid, Kein Platz im Hotel Amerika.</a> Über Maria Leitner, die Pionierin der Undercover-Reportage, Teil 1.</p>
<p><a title="Kein Platz in Amerika, Teil 2. Ein Artikel von Hans Schmid über Maria Leitner" href="http://www.heise.de/tp/artikel/31/31715/1.html">Hans Schmid, Kein Platz im Hotel Amerika.</a> In geheimer Mission im Dritten Reich, Teil 2.</p>
<h3 style="line-height: 2.5em;">  </h3>
<h3>Zensur und Bücherverbrennung in Österreich</h3>
<p>Die „Reichspost – Unabhängiges Tagblatt für das christliche Volk“ berichtet ihren LeserInnen am <a title="Reichspost vom 17. Mai 1933" href="http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&amp;datum=19330517&amp;seite=1&amp;zoom=33">17. Mai 1933</a> unter anderem Folgendes:</p>
<blockquote><p><em>„Man kann in der Nationalsozialistischen Kunst und Literaturrevolution mancherlei kreuzende Strömungen und Gegenströmungen beobachten. Die eine, die innerhalb kurzer Zeit die die deutsche Volksseele vergiftende Asphalt- und Zersetzungsliteratur fremdrassiger und einheimischer Provenienz weggeschwemmt hat, ist im Namen deutscher Würde und Ehre wärmstens zu begrüßen.“</em></p>
</blockquote>
<p>In Österreich leistet der austrofaschistische Ständestaat bis zum „Anschluss“ an das Deutsche Reich am 12. März 1938 gründliche Vorarbeit.</p>
<p>Das Verbot der sozialdemokratischen Partei (1934) eröffnet der „Zentralstelle für Volksbildung“ (ZV) im Unterrichtsministerium (BMU) neue Möglichkeiten und bringt erweiterte Aufgaben mit sich:</p>
<blockquote><p> <em>„Das bedeutete oder bedingte eine massenhafte Säuberung von Büchereien landauf, landab und seien es Büchersammlungen kleiner Freiwilliger Feuerwehren. Es mussten hunderte und aberhunderte sozialdemokratische Bildungseinrichtungen – hier Büchereien – die als Vereine existierten, aufgelöst und liquidiert werden. Es mussten Lokale geschlossen, Miet- und Personalverträge gelöst und allfälliges Vermögen beschlagnahmt und verwertet werden. Volks- und Arbeiterbüchereien mussten gesichtet werden, und ‚unerwünschte‘, aber nicht zwangsweise ‚verbotene‘ Literatur war auszusondern.“</em> Gisela Kolar, Ein „Vorspiel“: <a title="Die Wiener Arbeiterbüchereien im Austrofaschismus" href="http://othes.univie.ac.at/1730/1/2008-10-15_9007493.pdf">Die Wiener Arbeiterbüchereien im Austrofaschismus</a>, Diplomarbeit, Wien 2008, S. 58.</p>
</blockquote>
<p>Die einzige nationalsozialistische Bücherverbrennung in Österreich findet am 30. März 1938 in Salzburg statt. Neben linken und jüdischen AutorInnen werden auch Bücher katholischer, ständestaatlicher und legitimistischer Politiker ein Opfer der Flammen.</p>
<p>Rund 66 Jahre nach der Befreiung von der NS-Diktatur im November 2011 wird in Salzburg zum Gedenken an die Bücherverbrennung am Residenzplatz eine Tafel enthüllt.</p>
<h3 style="line-height: 2.5em;">  </h3>
<h3>Niemals vergessen!</h3>
<p>Das Leben und Werk der in der Zusammenstellung <a title="Weiterführende Infos über zweihundert AutorInnen der Exilliteratur " href="http://petra-oellinger.at/bibliothek/buecherverbrennung-exilliteratur/">„Bücherverbrennung – Exilliteratur”</a> bisher erfassten AutorInnen steht stellvertretend für viele weitere vom Nationalsozialismus verfolgter SchriftstellerInnen. – Ein Beitrag wider dem Vergessen. Vielleicht regt Sie die Liste der AutorInnen dazu an, den Kontakt zu einem / einer alten „Bekannten“ zu erneuern. Oder die Namen der AutorInnen animieren Sie, bisher Unbekanntes aus der Welt der Literatur zu erschließen.</p>
<div class="alignright size-thumbnail wp-image-4260" style="margin: 10px 20px 10px 0; padding: 10px; font-size: 95%; background-color: #e5ecff; font-family: Tahoma,Verdana, sans-serif;"><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/"><img class="alignright  wp-image-4260" title="logo2" src="http://haftgrund.net/wp-content/uploads/2012/04/logo2-128x150.gif" alt="" width="102" height="120" /></a></p>
<p><em>Dieser Beitrag ist eine Zusammenfassung von Artikeln zum Thema Bücherverbrennung / Exilliteratur auf der Site &#8220;<a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at">Duftender Doppelpunkt&#8221; &#8211; Infos aus Literatur und Wissenschaft</a></em></p>
<p>Die <a href="http://petra-oellinger.at/bibliothek/buecherverbrennung-exilliteratur/">Liste der ExilautorInnen</a> versteht sich als work in progress – Anregungen und Ergänzungen nehmen wir gerne entgegen.</p>
<p><a href="mailto:info@literaturblog-duftender-doppelpunkt.at">Georg Schober und Petra Öllinger</a></p>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Wiener Büchereien: “zukunftsträchtige Strategiepräzisierung” und anderer Bullshit</title>
		<link>http://haftgrund.net/4204/wiener-buchereien-zukunftstrachtige-strategieprazisierung-und-anderer-bullshit/</link>
		<comments>http://haftgrund.net/4204/wiener-buchereien-zukunftstrachtige-strategieprazisierung-und-anderer-bullshit/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 00:08:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haftgrund</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliotheken]]></category>
		<category><![CDATA[Fallobst]]></category>

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		<description><![CDATA[Knapp vor Dienstschluss flatterte letzten Dienstag den Bediensteten der Wiener Büchereien eine Mail aus den Händen ihrer Leitung in die Box, aus der sie erfahren, dass wieder einmal externe Berater ihnen sagen werden, wo es lang geht. Was vorerst mal heißt, ziemlich großer zusätzlicher Aufwand für alle KollegInnen, die einbezogen werden bzw. für jene, welche&#160;&#160;...&#160;&#160; &#160; <a href="http://haftgrund.net/4204/wiener-buchereien-zukunftstrachtige-strategieprazisierung-und-anderer-bullshit/">weiterlesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Knapp vor Dienstschluss flatterte letzten Dienstag den Bediensteten der Wiener Büchereien eine Mail aus den Händen ihrer Leitung in die Box, aus der sie erfahren, dass wieder einmal externe Berater ihnen sagen werden, wo es lang geht. Was vorerst mal heißt, ziemlich großer zusätzlicher Aufwand für alle KollegInnen, die einbezogen werden bzw. für jene, welche deren Arbeit für diese Zeit zu übernehmen haben. Was angesichts der selbst von der Leitung zugegebenen personellen Unterbesetzung in vielen Zweigstellen der Büchereien einigermaßen unverantwortlich ist. Dazu kommt, dass die bisherigen Beratungsprozesse durchaus noch in schlechter Erinnerung sind. Entweder war das Ergebnis reiner Nonsens oder es wurden Maßnahmen gesetzt, welche die Büchereien für eine neoliberale Zurichtung sozusagen optimieren sollten. Ein gemeinsames Merkmal war, dass die von den beteiligten Büchereibediensteten geäußerten Überlegungen und Vorschläge von den Unternehmensberatern zumeist nicht oder nur unzureichend verstanden wurden und in verstümmelter Form, aber angereichert mit Management-Slang im Endbericht aufschienen. Die wenigen sinnvollen Sachen, die raus kamen (waren es insgesamt zwei oder drei?), hätten mit viel weniger Aufwand und mit viel, viel weniger Kosten aus einigen strukturierten Gesprächskreisen mit Leitung und Belegschaft rascher ermittelt werden können. Doch das wäre zu demokratisch gewesen und eventuell hätte das Ergebnis doch anders ausgesehen, als zuvor schon ausgemacht. Denn die eigentliche Funktion dieser Beratungsprozesse ist in der Regel die quasi objektiv-wissenschaftliche Legitimierung unangenehmer (Spar)-Maßnahmen.</p>
<p>Im aktuellen Projekt geht es für die Büchereien um</p>
<blockquote>
<h3>einen Prozess zur zukunftsträchtigen Strategiepräzisierung</h3>
</blockquote>
<p>Welche Strategie denn? Seit Jahr und Tag wird von der Belegschaft ein Büchereikonzept eingefordert und nun wird ein solches &#8211; &#8220;Strategie&#8221; &#8211; nicht erstellt, sondern &#8220;präzisiert&#8221;. Also eine Präzisierung des Nichts, dafür aber &#8220;zukunftsträchtig&#8221;?</p>
<p>Ausgewählt für die Durchführung dieser trächtigen Präzisierung wurde eine Firma, die</p>
<blockquote>
<h3>Erfahrungen mit beteiligungsorientierten Entwicklungsvorhaben</h3>
</blockquote>
<p>habe. Dazu werde zuallererst ein <em>Projektvorbereitungsteam</em> mit der <em>Vorbereitung des Projekts</em> beginnen, ist weiters zu erfahren. Diesem 10köpfigen Ensemble werden aus den Bereichen, wo die eigentliche Aufgabe der Büchereien  erfüllt wird &#8211; in den Zweigstellen und der Hauptbücherei im Kontakt mit den BenutzerInnen -, schätzungsweise drei bis vier von ca. 150 dort Tätigen angehören. Der Rest setzt sich aus Leitungspersonen und zentralen Referaten zusammen. Die Schieflage zwischen, wie es so schön heißt, strategischem und operativem Bereich ist also gegeben. Da es vor diesem noch zu konstituierenden <em>Projektvorbereitungsteam</em> bereits ein <em>Projekt<span style="color: #0000ff;">vorbereitungs</span>vorbereitungsteam</em> mit der Personalvertretung gegeben hat, sowie ein Projekt<span style="color: #ff0000;">vorbereitungs</span><span style="color: #0000ff;">vorbereitungs</span>vorbereitungsteam ohne Personalvertretung, so ist klar, wer Bescheid weiß und weiter Bescheid wissen wird und wer überfahren werden wird. Unterscheidet sich aber eh nicht von allen dergleichen Projekten: oberhalb der sozusagen &#8220;beteiligungsorientierten&#8221; Steuerungsgruppen wirken kleinere Steuerungsteams, welche die Steuerungsgruppe steuern, und hinterm Vorhang dirigiert während des gesamten Prozesses zumeist noch der innerste Kreis der Anschaffer, die bestimmen, was am Ende rauskommen darf und was nicht. Also der übliche neoliberale Schmonzes.</p>
<p>Diesem Projektvorbereitungsteam wird nun bis zum Sommer das Ziel gesetzt,</p>
<blockquote>
<h3>einen breit abgesicherten Rahmen für ein zweckmäßiges Entwicklungsprojekt inhaltlich und organisatorisch abzuleiten.</h3>
</blockquote>
<p>&#8220;abzuleiten&#8221;? Wovon denn? Wurscht, es muss ein Rahmen daraus werden, das ist klar. Ein abgesicherter Rahmen. Das ist gut. Ein breit abgesicherter Rahmen. Das ist überhaupt optimal. Und drinnen soll was Zweckmäßiges hausen. Die eingangs angeführte &#8220;zukunftsträchtige Strategiepräzisierung&#8221;.</p>
<p>Die Büchereibediensteten wissen nun Bescheid:</p>
<h3>Aus dem Nirgendwo soll ein Rahmen abgeleitet werden, in dem die Präzisierung von etwas nicht Vorhandenem mit der Zukunft schwanger geht.</h3>
<p>&nbsp;</p>
<div class="kasten">
<p>Betreff: Organisationsentwicklung Büchereien Wien</p>
<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen!</p>
<p>Wie wir bereits angekündigt haben, planen wir mit Unterstützung einer externen Beratungsfirma einen Prozess zur <strong>zukunftsträchtigen Strategiepräzisierung</strong> und Weiterentwicklung der Organisation der Büchereien. Nach einem sorgfältigen Auswahlverfahren haben wir uns für die Firma C/O/N/E/C/T/A <a href="http://www.conecta.com/" target="_blank">www.conecta.com</a> entschieden. Wir haben damit eine Beratung ausgewählt, die sowohl Erfahrungen mit beteiligungsorientierten Entwicklungsvorhaben als auch mit Bibliotheken und dem öffentlichen Dienst mitbringt.</p>
<p>In Abstimmung mit der Personalvertretung informieren wir Sie nun über den ersten Termin zum Entwicklungsvorhaben, der am 30.4. stattfindet. An diesem Termin wird ein Projektvorbereitungsteam erstmals zusammentreten und mit der Vorbereitung des eigentlichen Projektes beginnen. Diesem, aus 10 Personen bestehenden Projektvorbereitungsteam, gehören neben der Abteilungsleitung der MA 13 und der Leitung der Büchereien Wien auch die Personalvertretung und VertreterInnen aus Zweigstellen, Hauptbücherei und Zentrale an. Ziel ist es, bis zum Sommer unter Einbeziehung weiterer VertreterInnen unserer Organisation <strong>einen breit abgesicherten Rahmen für ein zweckmäßiges Entwicklungsprojekt inhaltlich und organisatorisch abzuleiten</strong>.</p>
<p>Ein erstes Vorgespräch mit Herrn Dr. Prammer von Conecta fand am 16. April statt. Auf Grund dieses Gespräches sind wir sehr zuversichtlich und glauben, dass wir gemeinsam mit Ihnen ein spannendes Projekt durchführen und gute Ergebnisse erzielen werden.</p>
</div>
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