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	<title>Hertha BSC Blog</title>
	
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	<description>immer erstklassig - egal, in welcher Liga</description>
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		<title>Die Pointe Lasogga</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Apr 2013 20:16:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[61 Minuten waren an diesem freundlichen Tag in Mai gespielt, als die Karriere von Pierre-Michael Lasogga einen gewaltigen Knick erhielt. Bis zu dieser 61. Minute im Berliner Olympiastadion war es für den gebürtigen Gladbecker immer steil nach oben gegangen. Über die zweite Mannschaft von Bayer Leverkusen landete Lasogga in Berlin, verdrängte schnell den Millionen-Einkauf Rob [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>61 Minuten waren an diesem freundlichen Tag in Mai gespielt, als die Karriere von Pierre-Michael Lasogga einen gewaltigen Knick erhielt. Bis zu dieser 61. Minute im Berliner Olympiastadion war es für den gebürtigen Gladbecker immer steil nach oben gegangen. Über die zweite Mannschaft von Bayer Leverkusen landete Lasogga in Berlin, verdrängte schnell den Millionen-Einkauf Rob Friend und hatte mit 13 Treffern großen Anteil am direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga. Auch in der ersten Liga traf er, acht Mal insgesamt, den Abstieg konnte aber auch Lasogga nicht verhindern, wer wollte das auch verlangen von einem 20-Jährigen Jungnationalspieler?</p>
<p>Im letzten Saisonspiel, dem 3:1 gegen Hoffenheim, ging Lasogga wieder einmal über seine Grenzen hinaus, er tat in eben jener 61. Minute mal wieder mehr als er eigentlich musste &#8211; sein Kreuzband riss. Es war der sarkastische Schlussakt einer Seuchensaison für Hertha BSC, die sich &#8211; ohne Lasogga &#8211; in der Relegation gegen Düsseldorf noch steigerte. Wer weiß, wie dieses Duell ausgegangen wäre, wenn Lasogga hätte mitspielen können.</p>
<p>Im zweiten Zweitligajahr innerhalb von drei Jahren sprachen in Berlin nur wenige über Lasogga. Andere diktierten die Schlagzeilen, der neue Trainer Jos Luhukay natürlich, der nächste Millionen-Einkauf Sami Allagui, Ronny allen voran. Im Winter war die Rückkehr Lasoggas immerhin Gesprächsthema, auch wenn Hertha damals bereits einen deutlichen Vorsprung auf die Nicht-Aufstiegsplätze hatte. Mit Lasogga, so meinten viele, würde ja nun erst recht nichts mehr anbrennen.</p>
<p>Sie sollten recht behalten, allerdings anders als gedacht. Lasogga spielte in dieser Zweitliga-Saison quasi keine Rolle. Der große Hoffnungsträger geriet teilweise hinter Adrian Ramos und Sandro Wagner &#8211; die ihre Sache meist hervorragend machten &#8211; zum Stürmer Nummer drei. Da halfen auch die Streicheleinheiten aus Stuttgart nichts, die &#8211; wie einige Wochen danach bekannt wurde &#8211; den Stoßstürmer gerne für ein paar Millionen verpflichtet hätten. Gut möglich, dass sie es nun wieder versuchen werden.</p>
<p>Denn wenn Pierre-Michel Lasogga kein sehr genügsamer Mensch ist, dann dürfte er nach diesem Halbjahr alles andere als zufrieden sein in Berlin. Es ist gut möglich, dass er nach seinem nun schon dritten Jahr in Berlin mal ausloten lässt, wie hoch denn die Angebote aus der Bundesliga so wären, wenn er Interesse an einem Wechsel hätte. Sein Vertrag bei Hertha läuft zwar noch bis 2015, doch die Bundesliga kennt Herthas finanzielle Lage und entsprechend auch ihre Schmerzgrenze. Und wenn Jos Luhukay auch in der kommenden Saison nur sporadisch mit dem 21-Jährigen plant, kann sich Michael Preetz ein nochmaliges Ablehnen einer Millionen-Offerte wohl kaum erlauben.</p>
<p>Am Sonntag gegen den SV Sandhausen schloss sich für Lasogga zunächst einmal ein Kreis. Der Hoffnungsträger von einst, der immer noch zu den größten Fan-Lieblingen zählt, traf nach seiner langen Leidenszeit endlich wieder ins Tor. Das letzte datierte vom 14. April 2012, das 2:1 beim 3:3 bei seinem Ex-Klub in Leverkusen. Ein Jahr und eine Woche ohne Tor &#8211; Lasogga war ausgehungert.</p>
<p>Dass er Hertha nun mit seinem Tor in die Bundesliga geschossen hat, ist die wunderbare Pointe dieser Saison. Kaum jemand hat dieses Tor so sehr verdient, wie Pierre-Michel Lasogga. Jos Luhukay täte &#8211; bei allem Erfolg mit seiner bisherigen sehr ausdifferenzierten Personalpolitik &#8211; gut daran, einen wie Lasogga nicht zu vergraulen.</p>
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		<title>Der Fahrstuhl steht bereit</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 22:31:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Berliner kann es einem schonmal schwer fallen, sich die Realität des SV Sandhausen vorzustellen. Dass dieser Klub es überhaupt in den Profifußball geschafft hat, ist so bemerkenswert, dass man es zu Beginn dieses Artikels unbedingt noch einmal erwähnen sollte. Also: Der SV Sandhausen ist der Fußball-Klub einer kleinen Gemeinde in Baden-Württemberg, dessen Einwohner das [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Als Berliner kann es einem schonmal schwer fallen, sich die Realität des SV Sandhausen vorzustellen. Dass dieser Klub es überhaupt in den Profifußball geschafft hat, ist so bemerkenswert, dass man es zu Beginn dieses Artikels unbedingt noch einmal erwähnen sollte.</p>
<p>Also: Der SV Sandhausen ist der Fußball-Klub einer kleinen Gemeinde in Baden-Württemberg, dessen Einwohner das Olympiastadion selbst dann nicht füllen könnten, wenn jeder noch zwei Brüder, einen Onkel und eine Schwägerin mitbringen würde. 14.500 Sandhauser gibt es. Berlins einwohnerärmster Bezirk, mein Geburtsort Spandau, hat etwas mehr als 230.000.</p>
<p>Der SV Sandhausen wird sie natürlich nicht alle am Sonntag mitbringen, wenn im Berliner Olympiastadion der Fahrstuhl bestiegen werden soll. Hertha kann mit einem Sieg den Wiederaufstieg in die Bundesliga perfekt machen. Und selten war die Situation vor dem Spiel so eindeutig wie vor diesem 30. Spieltag.</p>
<p>Da trifft die beste Heimmannschaft (10 Siege, 4 Unentschieden) auf das schlechteste Auswärtsteam (1 Sieg, 4 Unentschieden), der beste Angriff (55 Tore) gegen die zweitschwächste Defensive (59 Gegentore), das Team mit der besten Tordifferenz (+33) gegen das mit der schlechtesten (-24). Für den SVS ist die Fahrt in die Hauptstadt lediglich ein weiteres von 17 Abenteuern in dieser Saison, die sehr wahrscheinlich mit dem Abstieg in die 3. Liga enden wird.</p>
<p>Für Hertha aber ist es die Chance, dieser Saison ein vorzeitiges Ende zu bereiten. Die Nerven, die am Ende der vergangenen Saison (und darüber hinaus) so arg in Mitleidenschaft gezogen wurden, zu schonen. Ihnen einen verlängerten Urlaub zu gönnen &#8211; und dem Manager Zeit und Planungssicherheit in Gesprächen mit potenziellen Neuzu- oder Abgängen.</p>
<p>Und dann beginnt wieder die Zeit des Wartens auf eine neue Erstliga-Saison, von der niemand vorher weiß, ob er sie wirklich erleben will. Ronnys Vertragsverlängerung ist ein Faktor, der Hoffnung gibt. Wenn der Brasilianer es schafft, seine Form in die kommende Bundesliga-Saison zu retten oder sogar nochmal einen Sprung nach vorne zu machen, wird er wie schon in der der laufenden Saison Punkte wert sein. Hertha hat solche Spieler immer gehabt und gebraucht, über das Kollektiv hat es in Berlin merkwürdiger fast nie funktioniert (wenn man mal die Anfangsjahre von Jürger Röber außen vor lässt).</p>
<p>Aber Jos Luhukay hat es geschafft, der Mannschaft eine Idee einzuimpfen, mit der sie offensichtlich sehr gut zurechtkommt. Zumindest was die Defensive betrifft. Denn in der Offensive war Hertha viel zu oft nur auf Ronnys Tore angewiesen. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn sich der Linksfuß mal länger verletzt hätte. Die Gefahr besteht natürlich immer. Hertha sollte sie bei den Planungen für Liga 1 bedenken.</p>
<p>Was die Planungen für den Sonntag angeht, hat Hertha offenbar die Füße still gehalten. Es soll keine Aufstiegsparty vorbereitet worden sein. Dass keine Aufstiegs-Shirts gedruckt wurden, kann ich mir trotzdem nicht vorstellen. Ich hoffe nicht, dass jemand auf die Idee gekommen ist &#8220;Nie mehr 2. Liga&#8221; draufzudrucken. Ich hoffe auch nicht, dass jemand auf die Idee kommt, das am Sonntag zu singen. Nachweislich funktoniert das nämlich nicht.</p>
<p>Zumal Hertha zunächst einmal nur erneut den Fahrstuhl besteigt und auf den Knopf mit dem Pfeil drückt, der nach oben zeigt. Die Tür wird sich 34 Mal öffnen, Hertha wird 34 Mal aussteigen und versuchen, sich den Aufenthalt &#8220;da oben&#8221; zu verdienen.</p>
<p>Erst einmal muss aber noch gegen Sandhausen gewonnen werden. Hertha sollte das nicht vergessen.</p>
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		<title>Fahrstuhl ist für’n Arsch</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Mar 2013 15:08:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Anfang ist da die Vorfreude. Freitagabend, Wochenende vor der Tür, Arbeitswoche hinter sich. Fußball, Bundesliga, Hertha! Den Freitag noch irgendwie rumbekommen, Samstag lange schlafen, den Fernseher an, jetzt geht&#8217;s los! Der Gegner heißt 1860 München, das 70.000 Zuschauer fassende Stadion erinnert an bessere Zeiten, die sowohl Hertha als auch die 60er schon erlebt haben. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Am Anfang ist da die Vorfreude. Freitagabend, Wochenende vor der Tür, Arbeitswoche hinter sich. Fußball, Bundesliga, Hertha! Den Freitag noch irgendwie rumbekommen, Samstag lange schlafen, den Fernseher an, jetzt geht&#8217;s los!</p>
<p>Der Gegner heißt 1860 München, das 70.000 Zuschauer fassende Stadion erinnert an bessere Zeiten, die sowohl Hertha als auch die 60er schon erlebt haben. Die Vergangenheit guckt gleich mehrfach vorbei. Im Tor der Münchner, mit Gabor Kiraly. In der Defensive, mit Malik Fathi. Und im Angriff, mit Rob Friend. Drei Hertha-Generationen wenn man so will. Aber die Vergangenheit ist vergangen, nur noch eine Erinnerung oder mehrere. Jetzt ist Zweite Liga, Samstagmittag, 25.000 Zuschauer.</p>
<p>Und trotzdem freut man sich drauf. Weil man dabei sein will, überprüfen will, wie sich die Jungs machen auf dem Weg zurück in Liga Eins. Weil man Ronny schießen, Ramos rennen und Lustenberger zweikämpfen sehen will. Bestätigt Allagui seinen Aufwärtstrend? Wie geht die Mannschaft mit den Ausfällen in der Defensive um? Tragende Säulen fehlten ja mit Peter Niemeyer, Peer Kluge und John Anthony Brooks. Das wäre so, als würde bei Borussia Dortmund nicht nur Mats Hummels und Neven Subotic ausfallen, sondern auch Sven Bender. Oder bei den Bayern neben Dante und Jerome Boateng auch Bastian Schweinsteiger.</p>
<p>Hertha verkraftet es gut, verlagert das Spiel in die Hälfte der 60er und wer zu spät einschaltet und die Personalsituation nicht auf dem Zettel hat, der könnte zu dem Schluss kommen, dass da unten Herthas Stammelf spielt. Tut sie aber nicht. Und das wird sich später noch zeigen. Zunächst aber zeigt Hertha gute Ansätze, über links mit Nico Schulz, über rechts mit Sami Allagui, in der Mitte mit Adrian Ramos. Nur Ronny wirkt zu Beginn so ein bisschen so, als würde ihn das alles nichts angehen. Freistöße schlägt der Brasilianer unmotiviert und ohne jede Flugkurve auf gegnerische Abwehrspieler. Zweikämpfe verliert er in Serie. Es ist eines der schwächsten Spiele, die Ronny für Hertha in dieser Saison gemacht hat.</p>
<p>Folgerichtig fehlen die klaren Chancen und die Ideen auch den letzten Pass exakt zum Abnehmer zu bringen &#8211; und eben nicht nur grob in die Richtung. Herthas Abhängigkeit von Ronny wird immer dann deutlich, wenn er nicht spielt oder so wie gegen 1860. Dabei hatte man ja eigentlich gehofft, dass Jos Luhukay den Verein von einer zentralen Figur emanzipieren würde. Wie er es in Augsburg geschafft hatte. Ohne echten Spielmacher, im Kollektiv. Doch Ronny hat seinem Chef in dieser Saison viel zu oft die Punkte gesichert, als dass er ihn jetzt fallen lassen würde. Es ist ja auch das Vertrauen, dass der Brasilianer spürt und das ihn zu diesen Leistungen angestachelt hat. Aber es sind solche Auftritte wie in München, die die Hertha-Führung zu recht zögern lassen, Ronny mit einem höher dotierten Vertrag auszustatten.</p>
<p>Defensiv steht Hertha hervorragend. Gegen 1860 wackelt die Abwehr lediglich zweimal, weil Levan Kobiashvili nicht seinen besten Tag hat. In Liga Zwei kann man sich solche Blackouts mal erlauben und fährt mit einem Punkt nach Hause. In Liga Eins verliert man das Spiel dann 0:1.</p>
<p>Für die Zukunft muss es Coach Luhukay gelingen, entweder Spieler für Hertha zu gewinnen, die einen wie Ronny ersetzen können. Oder er muss dem Kollektiv Spielzüge einimpfen, die einen zentralen Spieler vergessen lassen. Das könnte durch ein 4-3-3-System klappen oder auch mit einem funktionierenden 4-4-2. Egal. Aber offensiv muss deutlich mehr passieren, als das derzeit oder vielmehr seit der Rückrunde der Fall ist.</p>
<p>Ansonsten ist dieses 0:0-Ergebnis bei 1860 vollkommen in Ordnung. Die Münchner sind eine der besseren Mannschaften dieser Zweiten Liga und werden noch anderen Teams Probleme bereiten. Das gilt übrigens auch für Herthas kommenden Gegner, den VfL Bochum. Irgendwann wird dort der Knoten platzen, weil sich der Weg mit vielen jungen Spielern am Ende durchsetzen wird. Hertha tut gut daran, das noch ein wenig hinauszuzögern.</p>
<p>Aber nochmal zurück zur Vorfreude, die man am Ende der Woche auf die Hertha-Spiele aufbaut. Denn richtig viel bleibt nach einem 0:0 bei 1860 München davon nicht übrig. Es ist immer noch Samstag, die Erste Liga spielt auf dem gleichen Fernseher, auf dem eben noch die Herthaner versuchten, nicht zu verlieren.</p>
<p>Es ist für mich im Moment wirklich schwierig, echte Begeisterung für das Spiel meines Vereins zu empfinden. Dafür kann die Mannschaft nicht wirklich viel. Die Tabelle spricht für sie. Die Wertschätzung der Liga ebenfalls. Es liegt einfach an diesem Zwischenstatus. Kaum noch jemand zweifelt am Aufstieg, die Vorfreude auf den Moment, an dem es endgültig so weit ist, ist dagegen groß. Wenn der Moment dann da ist, freut man sich kurz und ist schon wieder im Wartestand: auf den Saisonstart in der Ersten Liga. Und da geht dann alles wieder von vorne los. Kaum mal ein Moment absoluter Zufriedenheit, sondern immer die Angst oder viel mehr die Befürchtung: Reicht es vielleicht wieder nicht?</p>
<p>Das geht nun seit dem ersten Abstieg so und ich verstehe langsam jeden Fan des VfL Bochum. Fahrstuhl ist für&#8217;n Arsch.</p>
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		<title>Pokern mit Dino</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Mar 2013 20:51:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hertha BSC]]></category>
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		<category><![CDATA[Poker]]></category>
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		<category><![CDATA[Ronny]]></category>
		<category><![CDATA[Vertragsverhandlung]]></category>
		<category><![CDATA[Vertragsverlängerung]]></category>

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		<description><![CDATA[Versuchen kann man es ja mal. Ronny und sein Berater tun es gerade. Sie sollen &#8220;Millionen&#8221; im Austausch für einen neuen Vertrag fordern. Andererseits schieße der Brasilianer seine Freistöße eben in einem anderen Trikot ins Tor. Anfragen gebe es schließlich genug, sagt zumindest Dino Lamberti von der (Achtung!) &#8220;Fair Play Agency&#8221;, Ronnys Berater-Agentur. Es ist [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Versuchen kann man es ja mal. Ronny und sein Berater tun es gerade. Sie sollen &#8220;Millionen&#8221; im Austausch für einen neuen Vertrag fordern. Andererseits schieße der Brasilianer seine Freistöße eben in einem anderen Trikot ins Tor. Anfragen gebe es schließlich genug, sagt zumindest Dino Lamberti von der (Achtung!) &#8220;Fair Play Agency&#8221;, Ronnys Berater-Agentur.</p>
<p>Es ist jedes Mal dasselbe, wenn bei Profisportlern ein Vertrag ausläuft und es gehört zum nervigsten alles Begleiterscheinungen des Fußball-Geschäfts: Das &#8220;Pokern&#8221; um einen Kontrakt. Spielerberater, die astronomische Summen fordern. Und Spieler, die sich von ihnen den Kopf verdrehen lassen. &#8220;Pokern mit Dino&#8221; heißt das Spiel also in diesem Jahr.</p>
<p>Ronny ist dabei in einer guten Position, sagt nicht nur Lamberti sondern sogar Michael Preetz. Aber ist das wirklich so? Denn bevor Ronny nach Berlin kam, war er lediglich der Bruder eines talentierten Fußballers, der vor allem durch einen einzigen Freistoß Berühmtheit erlangte &#8211; den schnellsten je gemessenen. Hertha verpflichtete ihn damals, damit Raffael auch ein Zweitliga-Jahr emotional durchstehen würde. Er war Teil eines Deals, den möglicherweise sogar Dino Lamberti mit eingefädelt hat. Aber sonst?</p>
<p>In besagtem Zweitliga-Jahr wurde er oft nur eingewechselt, Torgefahr ging hauptsächlich von anderen Spielern aus, Ronny traf nur beim 3:1 in Bielefeld und beim 6:2-Schützenfest in Karlsruhe je einmal. Er war genau das, wofür er geholt wurde: Ein Begleiter seines Bruders. Zurück in der ersten Liga bestritt Ronny letztlich 15 Pflichtspiele, zwei davon in der Relegation gegen Düsseldorf. Da hatte er die Kurve schon langsam bekommen.</p>
<p>Seine Leistung explodierte erst, als sein Bruder dem Ruf des Geldes nach Kiew folgte. In der zweiten Liga, unter Jos Luhukay. Plötzlich jubelten ihm die Fans in Berlin zu, das schlampige Genie erhielt endlich einmal die Anerkennung, die er sich so sehr wünschte und zuletzt nur mit Abstrichen in Portugal und seiner Heimat Brasilien erhalten hatte. Dort war er ja vor allem eine Verheißung gewesen. Was man bei seiner Statur, seinem Auftreten und seinem Aussehen ja immer mal wieder vergisst: Der Mann ist Jahrgang 86.</p>
<p>Im Idealfall ist da leistungstechnisch also sogar noch Luft nach oben. Die Frage ist: Echt? Wann? Und am Ende natürlich: Wo?  Die Antworten kann (und sollte!) nur Ronny selbst geben. Denn ob er sich weiterentwickelt und wann, entscheidet er mit seinem Einsatz in der täglichen Trainingsarbeit sowie mit der Wahl seines Lebensstils in Zeiten des Erfolgs. Die Frage nach dem &#8220;Wo&#8221; hängt aber natürlich mit den ersten beiden zusammen. Denn Ronny kann noch so gut trainieren. Wenn er das Vertrauen des Trainers nicht hat, ist er so wertvoll wie ein Flughafen ohne Betriebserlaubnis. Dieses Vertrauen können ihm in Verhandlungen viele Vereine anbieten &#8211; fühlen wird es nur in Berlin, weil er es dort bereits besitzt.</p>
<p>Zumal es ja nicht so ist, dass ein Ronny in Top-Form nicht auch noch in zwei Jahren zu einem Top-Klub wechseln könnte, wenn er sich denn tatsächlich auch in der ersten Liga als Top-Scorer gezeigt hat. Wie gesagt, er wird im Mai erst 27.</p>
<p>Die kommenden Wochen werden anstrengend sein für Michael Preetz, für uns Fans und wahrscheinlich auch ein bisschen für Ronny. Denn mit fortschreitender Phase der Saison werden die Fragen nach seiner Zukunft nicht weniger. Und Fußballer wollen doch eigentlich nur Fußball spielen, anstatt sich mit Dokumenten, Anhängen und Klauseln zu beschäftigen. Nach eigener Aussage möchte Ronny ja ohnehin gerne in Berlin bleiben, er fühlt sich schließlich wohl bei Hertha. Er will halt bloß nicht gleich wieder absteigen, hat er gesagt.</p>
<p>Vielleicht sollte er daran das nächste Mal denken, wenn er seinen Berater wieder mit Millionen-Forderungen ins Gespräch schickt. Denn mit jedem Euro, den Ronny mehr fordert, verringert er Herthas Handlungsrahmen für potenzielle und erstligareife Neuzugänge.</p>
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		<title>Das Berlin-Derby und eine Erkenntnis</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Feb 2013 19:03:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es lief die 78. Spielminute des Berlin-Derbys zwischen Hertha und Union, als sich die Rollen abseits des nackten Ergebnisses erstmals ein bisschen verschoben. Da &#8220;hackte&#8221; Peter Niemeyer auf der Haupttribünenseite genau auf Höhe der Mittellinie seinen Gegenspieler um, der daraufhin gegen die Absperrung einer Fernsehkamera prallte und mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden ging. Da sprang [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es lief die 78. Spielminute des Berlin-Derbys zwischen Hertha und Union, als sich die Rollen abseits des nackten Ergebnisses erstmals ein bisschen verschoben. Da &#8220;hackte&#8221; Peter Niemeyer auf der Haupttribünenseite genau auf Höhe der Mittellinie seinen Gegenspieler um, der daraufhin gegen die Absperrung einer Fernsehkamera prallte und mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden ging. Da sprang plötzlich die halbe Unioner Bank auf, als hätte man behauptet, sie hätten ihr Stadion nicht selbst gebaut.</p>
<p>In den 77. Minuten zuvor war es ja meist so gewesen, dass die Herthaner ganz in der Rolle des &#8220;großen Favoriten&#8221; aufgingen. Sie ließen sich ärgern von den giftigen Unionern, dem &#8220;Underdog&#8221; dieser Partie. Unions Spieler ließen an den Stellen, an denen sie ihre Grätschen ansetzten, niemandem eine Chance. Da waren schon in der Anfangsphase ein paar Alles-oder-Nichts-Aktionen dabei.</p>
<p>Und selbst wenn sich Herthas Derbykämpfer davon nicht beeindrucken lassen wollten: Es wirkte so, als wären sie überrascht von der harten Gangart Unions. Von den Nickeligkeiten, den unnötigen Fouls. Hertha war in der ersten Halbzeit sehr viel mehr damit beschäftigt, sich mit dem Schiedsrichter zu unterhalten, als am Ausgleich zu arbeiten. Die einzige Chance vergab Sami Allagui &#8211; so kläglich und uninspiriert, als hätte er nebenbei mit dem Schiedsrichter über die bösen Unioner gesprochen.</p>
<p>Aprospros uninspiriert: Anders kann man Herthas Angriffsversuche in Halbzeit eins auch nicht beschreiben. Konsequent spielte die Luhukay-Elf über die Außen, genauso konsequent endeten die Versuche regelmäßig bereits im Halbfeld. Immer nach dem gleichen Schema. Und wenn jemand wie Peter Pekarik dann doch mal durchkam, wählte er die falsche Entscheidung und spielte den Flachpass ans Strafraumende zurück, statt die hohe Flanke in die Mitte. Mehrfach wählten die Blau-Weißen im richtigen Moment den falschen Pass &#8211; so war der Rückstand zur Pause vollkommen verdient.</p>
<p>In der Pause soll es in der Hertha-Kabine dann mal wieder laut geworden sein. Mal wieder, weil das ja auch schon in Regensburg der Fall gewesen sein soll. Dass Union aber nicht Regensburg ist, hätten die Herthaner schon bei einem Blick auf die Tabelle erahnen können. Trotzdem ließen sie den einzigen Unioner mit richtig viel Gefühl im Fuß mit einer erstaunlichen Gelassenheit eine seiner gefährlichen Flanken in die Mitte schlagen. Adam Nemec bedankte sich mit dem 0:2, Hertha stand nun wirklich mit dem Rücken zur Wand.</p>
<p>Doch wirklich befreiend wirkte diese brenzlige Situation (noch) nicht. Teilweise hatten wir auf der Tribüne Angst, dass Union noch ein drittes mal zuschlägt. 0:3 im eigenen Stadion? Undenkbar. Und glücklicherweise auch unrealistisch. Hertha wurde mit zunehmender Spielzeit bestimmender &#8211; und spätestens als Union-Kapitän Mattuschka &#8220;mit Krämpfen&#8221; vom Platz genommen werden musste, bewahrheitete sich eine Aussage von unter der Woche (ich finde den Artikel leider gerade nicht mehr): &#8220;Es ist gut zu wissen, dass wir auch in der 90. Minute noch Vollgas geben können.&#8221;</p>
<p>Hertha spielte nun zielstrebig nach vorne, plötzlich war der Wille da, das Zutrauen &#8211; ja, die Inspiration, die sie vorher so hatten vermissen lassen. Peter Pekarik zum Beispiel nahm sich ein ums andere Mal den Ball und sprintete an zwei, drei Gegenspielern vorbei in Richtung Strafraum &#8211; da war plötzlich Tempo drin und eben keine Angst mehr. Die entscheidende Szene des Spiels ereignete sich aber aus einer anderen Situation heraus. Sandro Wagner, eingewechselt und in der Folge als Anspielstation in der Spitze sehr gefragt, tankte sich vor seinen Gegenspieler, verlängerte den Ball ins Nirwana und nahm den Körper seines Gegenspielers dankend an. Das Foul in Ronny-Position. Für den Brasilianer derzeit wie ein Elfmeter. Man fühlte, dass sich ein Tor über das Olympiastadion legte. Wenige Sekunden später fiel es. Ronnymagie. Herthas Ehre gerettet. Das 2:2 ging am Ende vollkommen in Ordnung.</p>
<p>Zurück zu Hause war das Spiel schnell verarbeitet. Aber die Eindrücke des Spiels hallten nach. Natürlich lag es am Spielstand, natürlich lag es an unseren Sitzplätzen im Oberring Block 25.1, der einige Meter näher in Richtung Auswärtskurve gesetzt ist &#8211; aber ein neutraler Beobachter (den ich dabei hatte), fragte sich zurecht, wo denn die Hertha-Fans eigentlich stimmungstechnisch gewesen seien. Keine Frage: Die Choreo war gigantisch.<a style="font-size: 13px; line-height: 19px;" href="http://www.hertha-blog.de/das-berlin-derby-und-eine-erkenntnis.html/hertha-union" rel="attachment wp-att-4377"><img alt="Hertha-Choreo gegen Union" src="http://www.hertha-blog.de/wp-content/uploads/2013/02/hertha-union-500x375.jpg" width="500" height="375" /></a>Aber die Unioner schienen mit einer Stimme zu singen. Der kleine Teil der Hertha-Fans in der Ostkurve auch, aber er wurde von den Umstehenden und -sitzenden einfach nicht unterstützt. Wie gesagt: Der Spielverlauf tat sein Übriges, nach dem 1:2 übernahmen zum ersten Mal Hertha-Anfeuerungen die Hoheit im Stadion, aber der Eindruck des Opern-Publikums, das nur bei besonderen Darbietungen klatscht, kam selbst bei mir auf.</p>
<p>Bitte nicht falsch und vor allem nicht als Kritik verstehen: Das ist eine Beschreibung dessen, wie es für mich war. Für mich &#8211; und das macht es halt so beschreibenswert &#8211; war es zudem bereits das zweite Mal nach dem 0:1 in der vergangenen Saison gegen Dortmund. Auch da saß ich im Oberring, Gegentribüne. Auch da war der Torjubel der Gegner mir für ein Heimspiel viel zu laut. So etwas einzugestehen tut mir weh. Viel mehr als ein Gegentor oder eine Niederlage. Viel mehr als ein paar Sticheleien, die ich mir in Dortmund jede Woche anhören muss.</p>
<p>Natürlich verändern diese Eindrücke nicht meine Liebe zu diesem Verein. &#8220;Wir sind einfach geiler, denn wir sind blau-weiß&#8221; Eins steht für mich aber jetzt schon fest: Wenn es irgendwie geht, verfolge ich die Hertha-Heimspiele in Zukunft nur noch in der Ostkurve.</p>
<p>Sitzen kann ich auf dem Klo.</p>
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		<title>Das kalte Derby</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Feb 2013 10:17:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt einen Moment, den man bei Abendspielen im Berliner Olympiastadion ohne Umschweife als magisch bezeichnen kann. Das hat nichts mit sportlichen Highlights zu tun, nicht mit einem dramaturgischen Kniff des Fußball-Gottes (Tor in der letzten Minute, Tor direkt nach dem Anstoß, Rettungstat auf der Linie in der letzten Minute usw.), nicht mit den Spielern, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt einen Moment, den man bei Abendspielen im Berliner Olympiastadion ohne Umschweife als magisch bezeichnen kann. Das hat nichts mit sportlichen Highlights zu tun, nicht mit einem dramaturgischen Kniff des Fußball-Gottes (Tor in der letzten Minute, Tor direkt nach dem Anstoß, Rettungstat auf der Linie in der letzten Minute usw.), nicht mit den Spielern, die auf dem Platz stehen &#8211; denn es kommt bei jedem Flutlichtspiel vor.</p>
<p>Es ist der Moment, in dem sich die Nacht über die Tribünen hebt und das Stadion zur Fußballbühne wird. Wenn die Strahler, die sonst das Publikum beleuchten ausgeschaltet werden und nur noch das Grün des Rasens im schönsten aller Töne erstrahlt. Saftig.</p>
<p>Das Olympiastadion bei Nacht ist eine der schönsten Erscheinungen, die der Fußball zu bieten hat &#8211; und nein, die Strahler wurden nicht deshalb so eingestellt, damit im Fernsehen nicht die Lücken auf der Gegentribüne oder dem Oberring zu sehen sind.</p>
<p>Zumal es am Montag keine geben wird. Das Olympiastadion wird endlich mal wieder ausverkauft sein, WM-Atmosphäre in der zweiten Liga. Wenn ich mir ein Montagsspiel hätte wünschen dürfen, es wäre dieses gewesen.</p>
<p>Auch wenn mich das Derby an sich fast ein bisschen kalt lässt. Ich weiß nicht, ob es an der im Moment doch recht komfortablen Tabellensituation liegt oder einfach an der Tatsache, dass sich die viel beschworene Rivalität trotz des am Ende doch hitzigen Hinspiels bei mir noch überhaupt nicht eingebrannt hat. Ich freue mich auf das Spiel, ich freue mich sehr auf den Abend in Berlin, aber ich freue mich nicht irgendwie besonders darauf, Union eins auszuwischen.</p>
<p>Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich am nächsten Morgen nicht befürchten muss, auf der Arbeit von Unionern mit einem breiten Lächeln empfangen zu werden. Einmal, weil ich Urlaub habe, dann weil ich in Dortmund wohne und natürlich: Weil Hertha das Spiel nicht verlieren wird. Ich glaube aber, dass die Fangruppen untereinander generell wenig miteinander zu tun haben (berichtigt mich bitte in den Kommentaren).</p>
<p>Union und Hertha, das sind trotz Wiedervereinigung immer noch zwei unterschiedliche Welten. Ich kenne Union-Sympathisanten nur dank des Internets, persönlich ist mir in über 20 Jahren Berlin keiner über den Weg gelaufen. Vielleicht hat sich das in den letzten fünf Jahren geändert (auch hier: gerne eure Beiträge in die Kommentare). Vielleicht aber auch nicht.</p>
<p>Deshalb wird es am Montag vor allem darum gehen, den Anschluss an Braunschweig nicht zu verlieren oder sogar an ihnen vorbeizuziehen &#8211; die Hoffnung stirbt wenn, dann schon am Freitag, wenn sie gegen Aalen spielen. Der Rest ist vor allem: Ambiente. Flutlicht, 74.000 Menschen und das bisschen Rivalität, was das Wort Derby ausmacht.</p>
<p>2 Grad Celsius sind für Montag vorhergesagt. Ja, es wird ein kaltes Derby.</p>
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		<title>Als wäre nichts gewesen</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Feb 2013 19:04:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[War was? Als wäre nie Winterpause gewesen traten die Herthaner in Regensburg an. Unverändert. Alles beim Alten. Fast jedenfalls. Neben Maik Franz saß auf Pierre-Michel Lasogga auf der Gästebank. Eine übergeordnete Rolle sollte sie an diesem Sonntag aber nicht spielen. Stattdessen: Wieder Ronny. Wieder Ramos. Und wieder ein merkwürdiger Sieg, der sich in der ersten [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>War was? Als wäre nie Winterpause gewesen traten die Herthaner in Regensburg an. Unverändert. Alles beim Alten. Fast jedenfalls. Neben Maik Franz saß auf Pierre-Michel Lasogga auf der Gästebank. Eine übergeordnete Rolle sollte sie an diesem Sonntag aber nicht spielen.</p>
<p>Stattdessen: Wieder Ronny. Wieder Ramos. Und wieder ein merkwürdiger Sieg, der sich in der ersten Halbzeit ungefähr so sehr andeutete, wie Herthas Abstieg 2010: Überhaupt nicht. &#8220;Ideenlos&#8221; nannte die erste weibliche Kommentatorin eines Bundesligaspiels im deutschen Fernsehen die Leistung der Hertha in den ersten 45 Minuten. In der Pause hatte ich mir schon Rechtfertigungen für ein mögliches Unentschieden zurecht gelegt.</p>
<p>Dann die Ecke, bei der Adrian Ramos den Ball im langen Eck versenkte &#8211; und mit ihm die Blockaden, die seine Mannschaft bis dahin mit sich herumtrug. Plötzlich lief der Ball nur noch zwischen den Blau-Weißen, die Tore fielen so einfach, wie im Training. Am Ende hatte Hertha den zweithöchsten Sieg dieser Zweitliga-Saison eingefahren &#8211; und ihn Minuten danach schon wieder vergessen.</p>
<p>Denn natürlich waren die drei Punkte in Regensburg fest eingeplant, auch wenn man nach einer langen Pause nie so ganz weiß, wo man leistungsmäßig steht. Doch die Konzentration, das merkte man den Gesichtern der Mannschaft nach der ersten Erleichterung über den guten Start schnell an, ist bereits beim kommenden Montag.</p>
<p>Berliner Derby im ausverkauften, mit Flutlicht beleuchteten Olympiastadion &#8211; und noch dazu ein Spitzenspiel. Union gewann sein Heimspiel gegen Sandhausen mit 3:1, schob sich vor dem Montagsspiel auf Platz 4 und ist nun heiß auf die Revanche für die 1:2-Pleite in der Alten Försterei.</p>
<p>Ich hab mir noch schnell Karten besorgt. Und habe keinen Bock schon wieder mit schlechter Laune nach Hause zu gehen. Wie beim 0:1 gegen Dortmund im Februar 2012. Oder dem 1:2 gegen 1860 nach feststehendem Aufstieg im April 2011. Meinen letzten beiden Spielen im Olympiastadion.</p>
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		<title>Die Krux mit der Vorfreude</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Jan 2013 18:39:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hertha BSC]]></category>
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		<category><![CDATA[Jahn Regensburg]]></category>
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		<category><![CDATA[Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Vorfreude]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt undankbarere Aufgaben am ersten Spieltag nach der Winterpause, als beim Tabellenletzten der zweiten Liga antreten zu müssen. Könnte man meinen. 13 Punkte hat der Jahn aus Regensburg bisher ansammeln können &#8211; entsprechend aktiv war Geschäftsführer Franz Gerber aber auch in den letzten Wochen. Er hatte es nach dem Rausschmiss von Trainer Oscar Corrochano [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt undankbarere Aufgaben am ersten Spieltag nach der Winterpause, als beim Tabellenletzten der zweiten Liga antreten zu müssen.</p>
<p>Könnte man meinen.</p>
<p>13 Punkte hat der Jahn aus Regensburg bisher ansammeln können &#8211; entsprechend aktiv war Geschäftsführer Franz Gerber aber auch in den letzten Wochen. Er hatte es nach dem Rausschmiss von Trainer Oscar Corrochano sieben Spiele lang selbst versucht. Sein größter Erfolg waren drei niederlagenlose Spiele in Folge gegen Kaiserslautern, Dresden und 1860 München. Es musste ein neuer Trainer her. Und Spieler.</p>
<p>Wirklich namhaft wird die Mannschaft dadurch zwar immer noch nicht. Aber Ex-Herthaner Timo Ochs, das Leverkusener Talent Carlinhos und der ehemalige Profi von Hannover 96 Julian de Guzman geben dem neuen Trainer Franciszek Smuda &#8211; ja, der Trainer, der Polen bei der EM betreut hat &#8211; zumindest ein paar zusätzliche Optionen.</p>
<p>Und dann ist da noch ein bis Donnerstag arbeitsloser Spanier namens Sergio Contreras Pardo &#8211; genannt Koke &#8211; der zuletzt in Aserbaidschan spielte, zuvor aber auch schon beim FC Malaga oder Olympique Marseille. Den stellte Franz Gerber erst am Donnerstag vor, die Rückennummer 10 lässt aber darauf schließen, dass er direkt in die Schaltzentrale der Regensburger gesetzt werden könnte.</p>
<p>Es ist also alles neu beim Jahn &#8211; und genau das ist die Gefahr für Hertha.</p>
<p>Im Hinspiel hakte es noch ein wenig bei der Mannschaft von Jos Luhukay. Die Partie in Regensburg war die nach der einzigen Hinrunden-Pleite in Frankfurt und vor dem Derby gegen Union. Und außerdem hatte Luhukays goldener Oktober noch nicht begonnen. Andererseits: Hatte er ja doch. Und Hertha ließ am Ende trotz des Anschlusstreffers noch ungefähr soviel anbrennen, wie ein notgeiler Macho um kurz nach fünf im Kudorf.</p>
<p>In den Wochen der Winterpause war es jedenfalls sehr ruhig im blau-weißen Lager. Neuzugänge waren nicht notwendig, schließlich hatte Michael Preetz noch namhafte Leistungsträger auf der Verletzten- oder Gesperrten-Liste stehen. Doch Levan Kobiashvili, Maik Franz und Pierre-Michel Lasogga sind zurück. Jos Luhukay muss nun sehen, was er mit der höheren Konkurrenz-Situation anfängt. Rotiert er noch mehr? Bleiben die jungen Spieler jetzt hinten dran? Oder wird er das ganze einfach wieder mit einem Lächeln wegmoderieren und seine Mannschaft von Sieg zu Sieg eilen lassen?</p>
<p>Es wirkte jedenfalls in den letzten Wochen so, als würde Luhukay lediglich ein paar Schrauben andrehen, Scharniere ölen und den Bordcomputer an den entscheidenden Stellen noch einmal umprogrammieren. Feintuning war angesagt in Belek &#8211; dem Mekka der Fußball-Wintertrainingslager. Eigentlich ein Wunder, dass nicht noch mehr aus dem mittlerweile doch recht großen Hertha-Kader den Weg zu anderen Vereinen gefunden haben. By the way: Malik Fathi hat heute bei 1860 München unterschrieben.</p>
<p>Ich traue mir keine Prognose darüber zu, welche elf Herthaner gegen Regensburg für einen guten Start und eine ruhige Derby-Vorwoche sorgen sollen. Gut, Peter Niemeyer ist nicht mit dabei &#8211; hat er auf seiner Facebook-Seite verkündet. Aber sonst? Ich freue mich auf die Überraschung am Sonntag. Überhaupt ist die Vorfreude auf den Rückrundenstart wieder einmal grenzenlos. Und ganz tief in mir gärt die Hoffnung, dass Hertha diese Vorfreude in echte Freude umwandelt.</p>
<p>Andererseits ist mein Verein aber ja genau dafür nicht bekannt.</p>
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</ul></p>
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		<title>“Es gibt auch keine Philosophie”</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jan 2013 08:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hertha BSC]]></category>
		<category><![CDATA[Bilanz]]></category>
		<category><![CDATA[exklusiv]]></category>
		<category><![CDATA[hertha]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeitsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Burkhardt]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Wenn du willst, kannst du morgen anfangen&#8221;, sagte der Mann, den ich bereits Bobby nennen durfte, obwohl wir uns bis dahin vielleicht fünf Stunden kennengelernt hatten. Ich dachte, er macht Witze. Doch Robert Burkhardt, Internet-Verantwortlicher von Hertha BSC, meinte er ernst. In den nächsten sechs Monaten (es wurde ein Jahr daraus) würde ich den Hertha-Profis [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Wenn du willst, kannst du morgen anfangen&#8221;, sagte der Mann, den ich bereits Bobby nennen durfte, obwohl wir uns bis dahin vielleicht fünf Stunden kennengelernt hatten. Ich dachte, er macht Witze. Doch <a title="Robert Burkhardt" href="http://robert-burkhardt.com/">Robert Burkhardt</a>, Internet-Verantwortlicher von Hertha BSC, meinte er ernst. In den nächsten sechs Monaten (es wurde ein Jahr daraus) würde ich den Hertha-Profis ganz nah sein, jedes Spiel meines Vereins sehen, analysieren und darüber schreiben, zum Profi-Fußballbetrieb ein bisschen dazugehören &#8211; und das alles als Job! Ok, ich war Praktikant, aber für mich war das mein Job. Mein erster, den ich mit allem, was ich hatte, auszufüllen versuchte.</p>
<p>Robert Burkhardt machte das für mich möglich. Ich hatte mich an dem Tag des Gesprächs auf alles Mögliche vorbereitet, Jahreszahlen auswendig gelernt (also die, die ich noch nicht kannte), Antworten auf Fangfragen zurechtgelegt, mich ausnahmsweise mal anständig angezogen. Ich erwartete ein Vorstellungsgespräch, in dem er mich prüfen würde. Doch nachdem er erklärte hatte, was seine (er sagte dabei schon: &#8220;unsere&#8221;) Aufgabengebiete seien, sagte er diesen Satz. Und ich fing einfach an.</p>
<p>Es war der Anfang eines Berufsweges für mich, der immer noch nicht abgeschlossen ist. Aber ich denke heute noch häufig an diesen ersten Tag in den heiligen Hallen von Hertha BSC zurück.</p>
<p>Mittlerweile ist Robert Burkhardt nicht mehr bei Hertha BSC. Mitte 2012 sagte man ihm von heute auf morgen, dass er entlassen sei. Nach elf Jahren. Er gehörte zu den 14 Mitarbeitern, deren Stellen Hertha &#8220;im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen&#8221; nach dem zweiten Abstieg strich. Dass so etwas wehtut, ist klar. Ein halbes Jahr später hat Burkhardt damit abgeschlossen.</p>
<p><strong>Im exklusiven Hertha-Blog-Interview zieht er Bilanz.</strong></p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Du hast eine halbe Ewigkeit bei Hertha gearbeitet, Trainer, Spieler, Mitarbeiter, Praktikanten und Manager kommen und gehen gesehen &#8211; kannst du dich noch an deinen ersten Arbeitstag erinnern?</p>
<p><strong>RB:</strong> Ja, ich kann mich an meinen ersten Arbeitstag noch sehr gut erinnern. Ich war ziemich aufgeregt. Ist ja immerhin meine große Liebe und im Großen und Ganzen ein Traumjob.</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Wie bist du überhaupt dazu gekommen, bei Hertha zu arbeiten?</p>
<p><strong>RB:</strong> Ich habe als Redakteur für das DSF, Sport1 und Premiere viel über Hertha berichtet und kannte die Kollegen der Presseabteilung. Als dann der damalige Pressesprecher hansi Felder meinen ehemaligen Chef bei Sport1, Gerd Graus, fragte, ob er jemanden kenne, der bei Hertha die Homepage aufbauen könnte, fiel mein Name &#8211; und ich brauchte nicht lange zu überlegen.</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Wenn du auf die Hertha von heute guckst und sie mit der von damals vergleichst: Gibt es überhaupt noch Schnittmengen?</p>
<p><strong>RB:</strong> Ja, die gibt es. Die Menschen, die dort arbeiten, tragen den Verein im Herzen. Es gibt noch einige Kolleginnen und Kollegen, die schon damals dort waren, oder kurz nach mir anfingen. Aber die Arbeitsbedingungen haben sich leider zum Negativen verändert und das ganze Drumherum ist nicht mehr so menschlich und familiär wie früher.</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Inwiefern und wann ging das los?</p>
<p><strong>RB:</strong> Das war ein schleichender Prozess. Früher wurde deutlich mehr darauf geachtet, wie es den Mitarbeitern geht. Da wurden gemeinsame Events mit Freude organisiert und durchgeführt. Das ist jetzt nicht mehr so. Der Aufwand, den die Mitarbeiter betreiben, wird nicht honoriert. Und da rede ich nicht von monetären Dingen.</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Du bist jetzt mehr als ein halbes Jahr raus aus dem Verein. Von 100% auf Null runterzufahren erscheint mir nicht gerade einfach. Wie hast du es geschafft?</p>
<p><strong>RB:</strong> Es scheint nicht einfach. Aber es war einfach. Sehr einfach sogar und befreiend zugleich.</p>
<p><em>Burkhardt ging in dem halben freien Jahr den Jakobsweg. <a title="Jakobsbob" href="http://jakobsbob.wordpress.com/">Er wurde zum Pilger.</a> Nach elf Jahren fester beruflicher Bindung bekam er dort den Kopf frei. Seit Dezember 2012 arbeitet er als Pressesprecher einer Versicherung.</em></p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Du hast Hertha eben selbst als &#8220;große Liebe&#8221; bezeichnet. Bleibt es der Klub, auch wenn das Ende, sagen wir mal, unrühmlich war?</p>
<p><strong>RB:</strong> Ich bin seit meinem sechsten Lebensjahr Herthafan und werde es für immer bleiben. Unabhängig davon, wie ich behandelt wurde. Das kann ich trennen.</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Du hast hunderte Spieler kommen und gehen sehen. Welche sind dir &#8211; weniger aufgrund ihrer sportlichen Leistungen sondern vor allem auf menschlicher Ebene &#8211; besonders im Gedächtnis geblieben?</p>
<p><strong>RB:</strong> Der Abschied von Gabor Kiraly war sehr emotional, auch das Spiel bei 1860 München, wo wir aufgrund eines verschossenen Elfmeters der 60er den Abstieg vermieden haben. Da sind viele Freudentränen geflossen.</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Du hast in deinen elf Jahren Hertha in der Öffentlichkeitsarbeit ja eigentlich fast alles gemacht. Wenn man das auf eine Fußballmannschaft übertragen würde: Du hast jede Position mal gespielt. Stadionsprecher, Radiokommentator für Sehbehinderte, Trainingslager-Berichterstatter, Interviewer, Spielbericht-Schreiber&#8230;es kommt unfassbar viel zusammen. Was<br />
hat dich am meisten erfüllt? Und was war am nervigsten?</p>
<p><strong>RB:</strong> Ich bin jeden Tag gerne zur Arbeit gegangen. Eben weil es so abwechslungsreich war. Das Beste war wohl der Aufbau der Internetseite und damit einer der Vorreiter in Deutschland zu sein und auch Maßstäbe gesetzt zu haben. Das Nervigste war, den Verantwortlichen die Wichtigkeit der neuen und vor allem der eigenen Medien zu vermitteln. Das ist mir leider nie so richtig gelungen.</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Die Internetseite wurde damals ja mehrfach zur Sport-Website des Jahres gewählt. Hat im Verein echt keiner gemerkt, dass da was richtig Gutes passiert?</p>
<p><strong>RB:</strong> Naja, es wurde schon bemerkt, dass das gut ist, aber die Einstellung war ist und bleibt, dass erst die klassichen Medien bedient werden. Und das ist Medienarbeit aus der Klamottenkiste. Wenn man sich die großen erfolgreichen Vereine anschaut, sieht man, wie es gemacht wird. Die News kommen erst über die eigenen Kanäle. Erst dann kann man, wenn man will, eine Pressemitteilung schreiben. Das liegt aber grundlegend an den handelnden Personen und ist kein blau-weißer Einzelfall. Bayern, Dortmund, Bremen haben es in Deutschland geschnallt.</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Stichwort Medienarbeit: Es wird ja oft über die schwierige Medienlandschaft in Berlin gemeckert. Ist sie das wirklich? Oder wird das immer dann als Argument genommen, wenn es mal gerade passt?</p>
<p><strong>RB:</strong> Sie ist schon sehr intensiv. Und auch manchmal echt schwierig. Mich hat am meisten gestört, dass es wirklich nur schwarz und weiß gibt. Nichts dazwischen. Das Problem sind die sieben Tageszeitungen, die alle Hertha als Top-Sportthema haben. Da ist es unheimlich schwer einen Weg zu finden, um alle zufriedenzustellen. Und wenn man Erwartungen und Bedürfnisse nicht erfüllt, kommt es zu Komplikationen. Deshalb ist die Medienlandschaft in Berlin so schwierig zu händeln.</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Wenn du Dir die Hertha-Spiele heute anschaust, guckst du sie anders als früher?</p>
<p><strong>RB:</strong> Ja, ich schaue sie anders. Ich schaue sie nicht mehr als Mitarbeiter. Das ist ganz etwas anderes. Wenn die Arbeitswoche und am Ende sogar der Job davon abhängt, wie elf Leute Fußball spielen, ist das definitiv eine andere Art des Fußballschauens&#8230;</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Klar, als Fan schimpft man, geht dann aber wieder nach Hause und am nächsten Tag arbeiten. Wie war das in der Phase für dich, in dem es gegen den Abstieg ging?</p>
<p><strong>RB:</strong> Es kommen Existenzängste auf, das ist ja ganz klar. Weil einem durchaus bewusst ist, dass mit einem Abstieg dein Job gefährdet ist. Dass das so ist, sieht man ja an diesem Jahr, als nach dem Abstieg 14 Mitarbeiter entlassen wurden. Und dazu kommt noch die Trauer des großen Hertha-Fans, der man ja weiterhin ist.</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Gab es aus deiner Sicht einen Knackpunkt, ein Spiel, ein Erlebnis, irgendetwas, das damals vor dem ersten Abstieg den Ausschlag dafür gab, dass aus Hertha dem etablierten Mitglied der ersten Bundesliga-Hälfte eine Fahrstuhlmannschaft wurde?</p>
<p><strong>RB:</strong> Es wurden einfach zu viele Fehler gemacht. In jeder Beziehung. Und die werden nun einmal bestraft. Das ist nicht nur im Profifußball so. Und wenn du nach der Hinrunde sechs Punkte hast, weißt du, dass es eigentlich nicht mehr möglich ist, die Klasse zu halten. Obwohl die Rückrunde durchaus in Ordnung war.</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Du hast die &#8220;Ära Hoeneß&#8221; miterlebt. Was hat sich seitdem verändert? Welche Rolle spielt Michael Preetz?</p>
<p><strong>RB:</strong> Ich würde das mal so beantworten: Ich persönlich bin mit Dieter Hoeneß sehr gut ausgekommen. Das Gleiche gilt für Michael Preetz, allerdings nicht uneingeschränkt. Denn ich hatte privat ein sehr schwieriges jahr und da wurde ich menschlich doch sehr enttäuscht. Sportlich denke ich, dass dieser Verein mit dem vorhandenen Spielermaterial niemals im Leben zwei Mal in<br />
drei Jahren absteigen darf. Das waren hausgemachte Probleme.</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Aber das Spielermaterial hat sich ja im Vergleich zu deiner Anfangszeit schon verändert.</p>
<p><strong>RB:</strong> Natürlich hat sich auch die Qualität der Mannschaft drastisch verschlechtert. Damals hatten wir spieler wie Kiraly, Simunic, Marcelinho, Deisler, Alves etc. Die kann man mit den heutigen Kickern leider nicht vergleichen.</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Du hast ja auch alle Trainer kennenlernen dürfen: Wer war denn für dich der &#8220;Beste&#8221;?</p>
<p><strong>RB:</strong> Das ist eine gute Frage&#8230; Ich fand, dass Falko Götz ein Trainer war, der den richtigen Ton getroffen hat. Wenn du mich nach dem besten Übungsleiter fragst, ganz klar Lucien Favre. Der hat schon ziemlich coole Sachen auf dem Trainingsplatz veranstaltet.</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Woran glaubst du ist er damals gescheitert?</p>
<p><strong>RB:</strong> Lucien Favre ist ein hervorragender Trainer und ein sehr freundlicher Mensch. Ich denke, dass er damals daran gescheitert ist, in der Endphase der Erfolgssaison ein, zwei Fehler in der Mannschaftsaufstellung gemacht zu haben. In der Folgesaison konnte er dann den Erfolgsansprüchen nicht mehr gerecht werden.</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Egal welcher Trainer auf der Bank sitzt, 42 Millionen Euro Schulden beschränken Herthas Handlungsfähigkeit selbst bei einem erneuten Aufstieg extrem. Was ich bei Hertha vermisse ist eine Philosophie, die nicht von einem Trainer abhängig ist. Mit allem was du weißt und erlebt hast: Glaubst du, dass Hertha aus diesem Schlamassel überhaupt nochmal wieder raus kommt?</p>
<p><strong>RB:</strong> Es gibt auch keine Philosphie in dem Sinne. Das ist ja ein richtiger Teufelskreis. Die momentane Mannschaft hat nicht die Qualität, in der Bundesliga eine gute Rolle zu spielen. Das heißt, es müssen neue, qualitativ hochwertige Spieler verpflichtet werden. Dazu fehlt das Geld. Es ist wirklich ein richtiger Schlamassel. Und ob Hertha da in absehbarer Zeit herauskommt, kann ich nur schwer glauben. Natürlich werden sie den Aufstieg schaffen. Daran zu zweifeln ist Unsinn, denn die Qualität der diesjährigen Zweiten Liga ist ja wirklich unterirdisch, aber für die Erste Liga reicht es mit diesem Kader auch nicht. Jedenfalls nicht auf Dauer. Da ist der sogenannte Fahrstuhl fast vorprogrammiert.</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Den Teufelskreis sehe ich auch und wenn man das nicht manchmal ausblenden würde, würde es echt keinen Spaß mehr machen. Zumal es meiner Meinung nach unrealistisch ist, in Berlin eine solche Welle lostreten zu können, wie es jetzt in Dortmund passiert ist. Womit ich beim nächsten Punkt bin: Das Stadion. Das Olympiastadion entfaltet seine volle stimmliche Wirkung, wenn es ausverkauft ist. Leider ist das mit Ausnahme der Highlight-Spiele (und dann auch nur mithilfe der gegnerischen Fans &#8211; siehe das letzten &#8220;Heim&#8221;spiel gegen Dortmund) selten der Fall. Ich weiß nicht, was Hertha für Miete zahlt und es ist jetzt auch kein Geld für ein neues Stadion da. Aber hätte man damals nicht vielleicht besser ein kleines Schmuckkästchen mit Pi mal Daumen 50.000 Fassungsvermögen nach &#8211; sagen wir &#8211; Falkensee oder Tempelhof stellen sollen?</p>
<p><strong>RB:</strong> Also, aufs Oly lass ich gar nix kommen. Ich habe schon so viele Stadien in meinem Leben gesehen und keins kommt ans Oly heran. Ich liebe es und bin stolz, dass das die Heimspielstädte von Hertha ist.</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Ok, dann gib mir doch mal bitte eine Antwort auf die mir ständig gestellte Frage, warum Hertha das Stadion nicht vollbekommt?</p>
<p><strong>RB:</strong> Das Angebot in Berlin ist einfach zu groß. Darüber hinaus fehlen Hertha immer noch zwei Generationen Fans. Aber die letzten Saisons haben ja gezeigt, dass ein Schnitt von 50.000 keine Utopie ist.</p>
<p><strong>Hertha-Blog:</strong> Bobby, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für den neuen Job.</p>
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		<title>Ronnymagie 2012</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Dec 2012 23:11:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hertha BSC]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[hertha]]></category>
		<category><![CDATA[Lustenberger]]></category>
		<category><![CDATA[Ramos]]></category>
		<category><![CDATA[Ronny]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Aufregung war groß in dieser 82. Minute des Zweitliga-Duells zwischen Hertha BSC und dem FSV Frankfurt. Fehlentscheidung, schrien die einen, Gelbe Karte, die anderen. Die Gäste aus Frankfurt wussten natürlich, so ein Freistoß aus halbrechter Position birgt Gefahr. Gerade gegen Hertha. Wegen Ronny. Ronny allerdings war in dieser 82. Minute die unauffälligste Person auf [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Aufregung war groß in dieser 82. Minute des Zweitliga-Duells zwischen Hertha BSC und dem FSV Frankfurt. Fehlentscheidung, schrien die einen, Gelbe Karte, die anderen. Die Gäste aus Frankfurt wussten natürlich, so ein Freistoß aus halbrechter Position birgt Gefahr. Gerade gegen Hertha. Wegen Ronny.</p>
<p>Ronny allerdings war in dieser 82. Minute die unauffälligste Person auf dem gesamten Spielfeld. Er schlich sich unter dem Aufmerksamkeitsradar der Frankfurter zum Ball, stoppte ihn kurz mit der Hand und schob ihn dann gefühlvoll in den Strafraum. Kein Hammer, kein Schlenzer &#8211; ein simpler Pass des Brasilianers über knapp fünf Meter sollte dieses Spiel kippen lassen. Pässe über fünf Meter &#8211; mit so etwas gibt sich Ronny eigentlich überhaupt nicht ab.</p>
<p>Gut für sein Team, dass er es diesmal doch tat. Ronny nahm nämlich die Aufforderung von Mannschaftskollege Marcel Ndjeng an, schob ihm den Ball in den Lauf und Ndjeng &#8211; von den Frankfurtern noch weniger beachtet, als Ronny &#8211; erzielte den 1:1-Ausgleich.</p>
<p>Dabei hatten sich viele ja zwischenzeitlich schon gefragt, ob Jos Luhukay in vorweihnachtlicher Geschenkelaune auch die Punkte nach Frankfurt schieben wollte. Erst brachte er als Reaktion auf den 0:1-Rückstand den 17-Jährigen Hany Mukhtar. Dann, als wäre die Mannschaft noch nicht genügend verjüngt worden, wechselte er den 20-jährigen Elias Kachunga ein. Sollten die jungen Jungs etwa die Wende bringen?</p>
<p>Tatsächlich führten die Wechsel zu etwas Unruhe in den Reihen der Gäste, aber aufmerksame Beobachter meiner Twitter-Timeline wissen: Erst wenn der Coach endlich mehr Sandro wagt, wird das auch was mit den Toren. Den Freistoß, der zum Ausgleich führte, holte jedenfalls der kurz zuvor eingewechselte Wagner heraus. Ich bin Fan.</p>
<p>Doch es waren ja noch gut acht Minuten zu spielen und auch wenn die Frankfurter ernsthafte Begehlichkeiten anzumelden schienen, so war doch eigentlich klar, wer dieses so erfolgreiche zweite Halbjahr für Hertha BSC mit einem Erfolg abschließen würde. Den wichtigsten Zweikampf gewann der starke Fabian Lustenberger, der kurz nach dem Ballgewinn plötzlich am gegnerischen Strafraum auftauchte, in den Rückraum passte und dann &#8211; dann kam Ronny!</p>
<p>Wie der Ball sich von seinem linken Fuß löste, wie mit einem dünnen Pinsel gemalt auf den Rasen des Olympiastadions, nur ein Lineal zur Hilfe genommen und wie sich dann das Netz ausbeulte, als hätte es die ganze Zeit nur darauf gewartet, endlich von einem Ronny-Schuss berührt zu werden &#8211; das war Ronnymagie 2012.</p>
<p>Die Entwicklung des einst als Bruder-Buddy von Raffael (die Älteren werden sich erinnern) geholten, ist einer der Erfolgsgaranten dieser Hinrunde gewesen. Wo Ronny war, fielen nicht selten die entscheidenden Tore. Neun erzielte er selbst, vier bereitete er vor. Es ist natürlich eine hypothetische Behauptung, aber ohne Ronny hätte Hertha mit Sicherheit nicht so geruhsame Weihnachten, wie es aktuell der Fall ist. Trotz des oft als &#8220;Tafelsilber&#8221; bezeichneten Adrian Ramos: Ronny ist der Spieler dieser Hinrunde und ein (im Fall von Ramos kolportierter) Abgang des Brasilianers würde Hertha deutlich mehr wehtun, als der des Kolumbianers.</p>
<p>Hertha hat in der ersten Hälfte dieser Saison mit ein, zwei Ausnahmen keine Gegner an die Wand gespielt. Das war grundsolider, auf harter Defensivarbeit und den Geistesblitzen der Individualisten ausgelegter Erfolgsfußball. Sieben Mal ging Hertha nur durch ein Tor mehr als Sieger vom Platz. Anfangs (und gelegentlich kommt dieser Gedanke auch noch mal auf) hätte man denken können, da sei aber viel Glück dabei. Andererseits ist Hertha da mittlerweile als Serientäter unterwegs &#8211; und dann kann man schon von System sprechen. Für meine in den letzten Jahren sehr strapazierten Nerven wäre es &#8211; man kann es ja mal versuchen &#8211; aber nett, wenn in der Rückrunde ganz Weihnachtsmann-mäßig der Sack das eine oder andere Mal früher zu gemacht würde.</p>
<p>Um das ganz klar zu sagen: Ich beschwere mich nicht über 1:0-Siege in Paderborn. Ich liebe das. Nach dem Spiel! Währenddessen ist es die Hölle.</p>
<p>Ich gebe auch zu, ich habe oft gemeckert in dieser Saison. Über dumme Unentschieden. Oder diese eine Niederlage. Über verschenkte Punkte halt. Doch nachdem heute das letzte Heimspiel in diesem Jahr über die Bühne gegangen war und ich das Ergebnis auf meinem Smartphone las, da gab es nur ein Gefühl, das ich aktuell mit der sportlichen Situation von Hertha (die Finanzen lassen wir so kurz vor Weihnachten einfach mal außen vor) verbinde: Große Zufriedenheit.</p>
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