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	<title>Homo Politicus</title>
	
	<link>http://www.homopoliticus.de</link>
	<description>Das politische Weblog von Malte Krohn und Christian Jung</description>
	<lastBuildDate>Thu, 04 Mar 2010 13:23:05 +0000</lastBuildDate>
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		<title>“Ich habe eine Seite bei Facebook”</title>
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		<comments>http://www.homopoliticus.de/2010/03/04/ich-habe-eine-seite-bei-facebook/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 13:23:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Januar verk&#252;ndete die Koaltion aus Union und FDP, die Einsetzung einer Enquete-Kommission zum Thema "Internet und digitale Gesellschaft". Nachdem es in den vergangenen Wochen ruhiger um die Kommission geworden ist, hat Politik-Digital nun die Besetzung der Enquete-Kommission ver&#246;ffentlicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Januar verk&#252;ndete die Koaltion aus Union und FDP, die Einsetzung einer <a href="http://www.cducsu.de/Titel__koalition_will_enquete_kommission_internet_und_digitale_gesellschaft/TabID__6/SubTabID__7/InhaltTypID__1/InhaltID__14574/Inhalte.aspx">Enquete-Kommission</a> zum Thema &#8220;Internet und digitale Gesellschaft&#8221; (Der genaue <a href="http://carta.info/23027/internet-enquete-kommission-der-endgueltige-antragstext/">Antragstext ist bei Carta</a> zu finden). Nachdem es in den vergangenen Wochen ruhiger um die Kommission geworden ist, hat Politik-Digital nun die <a href="http://politik-digital.de/enquete-kommission-internet-digitale+gesellschaft">Besetzung der Enquete-Kommission</a> ver&#246;ffentlicht.</strong></p>
<p>Leiten wird die Kommission der CDU-Politiker <a href="http://www.axel-e-fischer.de/" target="_blank">Axel Fischer</a>. In Erscheinung getreten ist Fischer in den letzten Jahren insbesondere im Bereich der Arbeitsmarktpolitik.<br />
In der Enquete-Kommision wird er von f&#252;nf Parteikollegen unterst&#252;tzt (Quelle: <a href="http://politik-digital.de/enquete-kommission-internet-digitale+gesellschaft">Politik-Digital</a>).</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Die CDU/CSU-Fraktion entsendet weiterhin die Abgeordeten <a href="http://www.jarzombek.com/de/" target="_blank">Thomas Jarzombek</a>, <a href="http://www.petertauber.de/" target="_blank">Dr. Peter Tauber</a>, <a href="http://www.ansgar-heveling.de/" target="_blank">Ansgar Heveling</a>, <a href="http://www.reinhard-brandl.de/" target="_blank">Dr. Reinhard Brandl</a> sowie <a href="http://www.jens-koeppen.de/" target="_blank">Jens  Koeppen</a> als Obmann.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Auch die anderen, im Bundestag vertretenen Parteien haben Abgeordnete ausgew&#228;hlt, die sie entsenden werden:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Die Fraktion der FDP wird mit<a href="http://www.manuelhoeferlin.de/" target="_blank"> Manuel H&#246;ferlin</a>, <a href="http://www.sebastian-blumenthal.de/" target="_blank">Sebastian Blumenthal</a> und  <a href="http://www.web.metatag.de/fdp/jimmyschulz/" target="_blank">Jimmy Schulz</a> in der Kommission vertreten sein. Als Stellvertreter  fungieren <a href="http://www.stephan-thomae.de/" target="_blank">Stephan Thomae</a>, <a href="http://www.florian-bernschneider.de/" target="_blank">Florian Bernschneider</a> und <a href="http://www.sylvia-canel.de/" target="_blank">Sylvia Canel</a>.&#8221;</em></p></blockquote>
<blockquote><p><em>&#8220;F&#252;r die SPD werden <a href="http://www.martin-doermann.de/" target="_blank">Martin D&#246;rmann</a>, der auch im Unterausschuss f&#252;r neue  Medien sitzt, <a href="http://kahrs.de/" target="_blank">Johannes Kahrs</a>, <a href="http://www.lars-klingbeil.de/" target="_blank">Lars Klingbeil</a> und <a href="http://oezoguz.de/" target="_blank">Aydan &#214;zoguz</a> an der  Enquete-Kommission teilnehmen.&#8221;</em></p></blockquote>
<blockquote><p><em>&#8220;B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen werden vertreten von <a href="http://www.von-notz.de/" target="_blank">Konstantin von Notz</a> und  <a href="http://www.tabea-roessner.de/" target="_blank">Tabea R&#246;&#223;ner</a>.&#8221;</em></p></blockquote>
<blockquote><p><em>&#8220;Die Fraktion der Linken wird von <a href="http://www.linksfraktion.de/mdb_behrens.php" target="_blank">Herbert Behrens</a> und <a href="http://www.wawzyniak.de/" target="_blank">Halina Wawzyniak</a> vertreten.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Alle genannten Politiker k&#246;nnen als mehr oder weniger netzaffin angesehen werden. Profile auf Kommunikationsplattformen wie Facebook, Twitter, MeinVZ, YouTube oder Wer-kenn-wen geh&#246;ren zu dem Standardrepertoire der ausgew&#228;hlten Politiker.</p>
<p>Trotzdem sieht sich der Leiter der Enquete-Kommision selbst nicht als Netzjunkie:</p>
<blockquote><p><em><strong>Wie nutzen Sie selbst das Internet? W&#252;rden Sie sich als Netzjunkie bezeichnen?</strong><br />
&#8220;Eher nicht. Ich nutze das Netz, um zu kommunizieren und mich zu informieren. Ich habe eine Seite bei Facebook. Aber ich habe nicht die Zeit, mich stundenlang im Internet aufzuhalten.&#8221; (Quelle: <a href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2364538_0_7393_-cdu-politiker-axel-fischer-wir-wollen-freiheit-im-netz-.html">Stuttgarter Zeitung</a>)<br />
</em></p></blockquote>
<p>Auch auf Grund dieser Aussage wird momentan viel an den Webauftritten der Kommissionsmitglieder kritisiert. &#220;ber Geschmack l&#228;sst sich bekanntlich streiten, weshalb wir nicht in diesen Reigen einsteigen wollen. Trotzdem fallen auf einigen Seiten handwerklich ungeschickte oder sogar bedenkliche Schnitzer auf.</p>
<p>Ein solcher Fall ist die Website des Kommissionsleiters Axel Fischer. Unter <a href="http://www.fischer-mdb.de/">http://www.fischer-mdb.de/</a> ist eine Website zu finden, die schlicht und einfach schon <a href="http://twitter.com/jmm_hamburg/status/9885029546">ein paar J&#228;hrchen auf dem Buckel</a> hat.</p>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/03/fischer.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-5461" title="fischer" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/03/fischer-300x188.jpg" alt="" width="300" height="188" /></a></p>
<p>Ein Blick in den Quelltext der Website l&#228;sst interessantes erscheinen. Dass die Website nicht nur alt aussieht, sondern auch alt ist, zeigt beispielsweise, dass sie mit Frontpage 5.0 erstellt wurde. Einem Programm welches 2001 in Microsoft Office Professional enthalten und inzwischen doch leicht in die Jahr gekommen ist.</p>
<blockquote><p><em>&lt;meta name=&#8221;GENERATOR&#8221; content=&#8221;Microsoft FrontPage 5.0&#8243;&gt;</em></p></blockquote>
<p>Und auch die Nutzung von Frames entspricht nicht mehr gerade den aktuellsten Standards. Aber ok,  auch hier&#252;ber l&#228;sst sich streiten.</p>
<p>Anders sieht die Sache aus, wenn man sich Fischers Wahlkampfwebsite<em> </em><a href="http://www.ja-zu-fischer.de/">http://www.ja-zu-fischer.de/</a> ansieht. Beim &#246;ffnen des Quelltext bleibt man bereits bei den Keywords h&#228;ngen. Es handelt sich dabei um sogenannte Metadaten, die f&#252;r den Besucher einer Website nicht direkt sichtbar sind und dazu dienen den Suchmaschinen einen Anhaltspunkt f&#252;r die Einsortierung der Website zu geben.</p>
<p>Und so tauchen bei Axel Fischer neben vermuteten Begriffen wie &#8220;Fischer&#8221;, &#8220;CDU&#8221;, &#8220;Politiker&#8221;, &#8220;Union&#8221; auch pl&#246;tzlich Begriffe wie &#8220;superfischer&#8221;, &#8220;Fussball&#8221;, &#8220;Eigenheim&#8221; und &#8220;Sex&#8221; auf. Lange Zeit haben Programmierer versucht Suchmaschinen, wie Google, durch den &#8220;Sex-Trick&#8221; zu &#252;berlisten und mit diesem Keyword einen weiter vorne platzierten Eintrag zu erhalten.</p>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/03/ja-zu-fischer.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-5458" title="ja-zu-fischer" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/03/ja-zu-fischer-300x122.jpg" alt="" width="300" height="122" /></a></p>
<p><em>[Vielen Dank an <a href="http://twitter.com/f_dt">@f_dt</a> f&#252;r den <a href="http://twitter.com/f_dt/status/9919100479">Hinweis</a>!]</em></p>
<p><em>Screenshot: <a href="http://www.facebook.com/pages/Axel-Fischer/55574168445?v=wall&amp;viewas=0&amp;ref=s">Facebook-Fanseite von Axel Fischer</a></em></p>
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		<item>
		<title>Das System der Landtagswahl 2010 in NRW</title>
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		<comments>http://www.homopoliticus.de/2010/02/24/das-system-der-landtagswahl-2010-in-nrw/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 13:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Fehndrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl 2010]]></category>
		<category><![CDATA[NRW]]></category>
		<category><![CDATA[Stimmsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[V&#246;llig ungewohnt d&#252;rfte die f&#252;r Nordrhein-Westfalen sichtbarste Neuerung f&#252;r keinen sein. Denn das neue Zweitstimmensystem ist von der Bundestagswahl her bekannt. In NRW gab es bisher nur eine Stimme, die sowohl f&#252;r die Partei, als auch f&#252;r den Wahlkreiskandidaten der Partei z&#228;hlte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Sichtbarste Neuerung – das Zweistimmensystem</strong></h2>
<p>V&#246;llig ungewohnt d&#252;rfte die f&#252;r Nordrhein-Westfalen sichtbarste Neuerung f&#252;r keinen sein. Denn das neue Zweitstimmensystem ist von der Bundestagswahl her bekannt. In NRW gab es bisher nur eine Stimme, die sowohl f&#252;r die Partei, als auch f&#252;r den Wahlkreiskandidaten der Partei z&#228;hlte. Nun gibt es wie bei Bundestagswahlen und den meisten anderen Landtagswahlen eine Erststimme f&#252;r einen Kandidaten im Wahlkreis und eine Zweitstimme f&#252;r die Landesliste einer Partei. F&#252;r die W&#228;hler wird diese &#196;nderung keine gro&#223;e Auswirkung haben.</p>
<p>Gr&#246;&#223;ere &#196;nderungen bedeutet dies aber f&#252;r die wahlwerbenden Parteien. Eine Partei, die in einem der 128 Wahlkreise Stimmen bekommen wollte, musste bisher in diesem Wahlkreis auch einen Kandidaten aufstellen. Und f&#252;r kleine und neue Parteien bedeutete dies 100 Unterschriften in jedem dieser Wahlkreise zu sammeln und amtlich best&#228;tigen zu lassen.</p>
<p>Einer Partei, der dies nur in wenigen Wahlkreisen gelang (wie z.B. der Partei DIE PARTEI in Krefeld), war es faktisch unm&#246;glich &#252;ber 5% der Stimmen zu kommen, denn die Sperrklausel bezog sich auf die Stimmen aller Wahlkreise, nicht nur der in denen man kandidiert. Mit dem Zweitstimmensystem ist dieses Kandidaturerfordernis entfallen. Eine Partei hat keinen wahlrechtlichen Vorteil mehr, wenn sie in den Wahlkreisen Kandidaten aufstellt.</p>
<p>Es kann sogar f&#252;r eine Partei von Nachteil sein, wenn viele Kandidaten in den Wahlkreisen aufgestellt und dort gew&#228;hlt werden. Der Vorteil eines Sieges im Wahlkreis liegt nur bei dem Kandidaten, nicht bei der Partei. Denn f&#252;r jeden erfolgreichen Wahlkreis-Kandidaten zieht einer weniger per Listenmandat in den Landtag. An der Zahl der Sitze einer Partei &#228;ndert sich nichts. Und auch im Fall von &#220;berhangmandaten werden diese &#8211; anders als diesmal noch bei der Bundestagswahl &#8211; ausgeglichen. Das Verh&#228;ltnis der St&#228;rke der Parteien wird allein von der Zweitstimmenzahl bestimmt.</p>
<p>Die Wahlkreisk&#246;nige k&#246;nnen gegen&#252;ber ihrer Partei dagegen selbstbewusster auftreten. Verdanken sie ihr Landtagsmandat nicht der Landespartei, sondern Parteifreunden und W&#228;hlern vor Ort. Auch ist Stimmensplitting ohne Wahlkreiskandidaten nur noch in die f&#252;r die Partei „richtige“ Richtung m&#246;glich. Die Zweitstimme geht an die Partei, die Erststimme an einen Kandidaten einer anderen Partei.</p>
<p>Im Ergebnis wird sich durch das Zweistimmenwahlsystem vermutlich wenig &#228;ndern. Wenn man die Bundestagswahl oder andere Landtagswahlen als Ma&#223;stab nimmt, wird nur ein verschwindender Anteil der Sitze anders besetzt.</p>
<h2><strong>&#220;berhang und Ausgleichsmandate</strong></h2>
<p>Ein Ergebnis der Landtagswahl 2010 wird eine Vergr&#246;&#223;erung des Parlaments sein, denn die Zahl der &#220;berhangmandate und Ausgleichsmandate wird steigen. 128 der „normal“ 181 Sitze im Landtag gehen an Wahlkreiskandidaten der Parteien. Der Wahlkreissitzanteil ist mit &#252;ber 70% so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Solange sich nicht zwei gleichstarke gro&#223;e Parteien die Wahlkreise teilen, oder eine Partei an 70% herankommt, entstehen daher praktisch immer &#220;berhangmandate. Die anderen Parteien erhalten dann –  im Gegensatz zum Bundestagswahlsystem  – Ausgleichsmandate. Der Proporz soll wieder hergestellt werden.</p>
<p>Die Zahl dieser Zusatzmandate kann durchaus betr&#228;chtlich sein. Verst&#228;rkt wird dies dadurch, dass die gro&#223;en Parteien immer weniger Stimmen erhalten und die gr&#246;&#223;te, aber nach bisherigen Ma&#223;st&#228;ben nicht unbedingt mehr gro&#223;e Partei, einen Gro&#223;teil der Wahlkreise gewinnen wird. Bei der Bundestagswahl 2009 erhielten in NRW SPD und CDU zusammen weniger als 70% der Zweitstimmen. Bei der Landtagswahl w&#228;ren bei so einem Ergebnis &#220;berhangmandate unvermeidlich.</p>
<p>Es erscheint nicht einmal als unrealistisch, dass die gr&#246;&#223;te Partei mit einem Drittel der Stimmen 100 Wahlkreise gewinnt und der Landtag statt 181 fast 300 Abgeordnete umfassen k&#246;nnte. Das neue Zweistimmenwahlrecht beg&#252;nstigt dies dann, wenn beispielsweise viele FDP Anh&#228;nger mit ihrer Erststimme den CDU-Kandidaten unterst&#252;tzen, w&#228;hrend die Anh&#228;nger der Linken und Gr&#252;nen nur in geringem Umfang Wahlkreiskandidaten der SPD unterst&#252;tzen. Bei der Bundestagswahl 2009 profitierte allerdings die SPD etwas mehr vom Stimmensplitting als die CDU, was bei der Landtagswahl die Zahl der &#220;berhangmandate etwas reduzieren w&#252;rde.</p>
<p>Dass es enger im Parlament wird, trifft aber nicht nur den NRW Landtag, sondern praktisch alle Gremien, die per sogenannter „Personalisierter Verh&#228;ltniswahl“ besetzt werden. Hier werden sich die Gesetzgeber Gedanken machen m&#252;ssen, wie man Personalisierung und Verh&#228;ltniswahl besser kombinieren kann. Proporz, h&#228;lftiger (oder wie in NRW sogar 70%-tiger) Wahlkreissitzanteil und Einerwahlkreise sind eben nur in Sonderf&#228;llen und aber nicht unter den derzeitigen Bedingungen eines F&#252;nfparteiensystems gleichzeitig m&#246;glich.</p>
<h2><strong>Wechsel des Sitzzuteilungsverfahren von Hare/Niemeyer zu Sainte-Laguë</strong></h2>
<p>Praktisch bedeutungslos f&#252;r den W&#228;hler ist der Wechsel des Berechnungsverfahrens vom Quotenverfahren mit Rundung nach gr&#246;&#223;ten Resten (Hare/Niemeyer) zum Divisorverfahren mit Standardrundung (Sainte-Laguë). Dieser Wechsel, der auch schon bei vielen Landtagswahlsystemen und auch beim Bundestagswahlsystem vollzogen wurde, beseitigt ein paar m&#246;gliche Paradoxien bei der Sitzzuteilung, f&#252;hrt aber in den meisten F&#228;llen zur selben Sitzverteilung. Auch gibt es hier (im Gegensatz zum Divisorverfahren mit Abrundung, D’Hondt) keinen systematischen Vorteil f&#252;r die gro&#223;en (oder kleinen) Parteien.</p>
<p>F&#252;r die Freunde der Prim&#228;rliteratur stellen Landeswahlgesetz und Landeswahlordnung eine bittere Kost dar. Der Landtag und das Innenministerium haben sich dort f&#252;r grotesk umst&#228;ndliche Beschreibungen entschieden, die eine Lekt&#252;re nicht nur unn&#246;tig erschweren, sondern auch zu einer Reihe von Unklarheiten und Regelungsl&#252;cken f&#252;hren. So kann es durchaus vorkommen, dass die Formel zu Berechnung der Ausgleichsmandate zu viele, zu wenige oder keine Ausgleichsmandate verteilt.</p>
<h2><strong>Nur in NRW – Ministerpr&#228;sident muss Landtag angeh&#246;ren</strong></h2>
<p>Eine verfassungsrechtliche Besonderheit in Nordrhein-Westfalen ist, dass der Ministerpr&#228;sident dem Landtag angeh&#246;ren muss.</p>
<p>F&#252;r die gro&#223;en Parteien bedeutet dies, dass der Kandidat f&#252;r das Amt des Ministerpr&#228;sidenten in einem sicheren Wahlkreis kandidieren sollte. Gewinnt er seinen Wahlkreis nicht, f&#228;llt mit gro&#223;er Wahrscheinlichkeit kein Listensitz f&#252;r ihn an und man w&#228;re gezwungen einen erfolgreichen Wahlkreiskandidaten zum Verzicht auf seinen Sitz zu bewegen, damit der designierte Ministerpr&#228;sident nachr&#252;cken kann.</p>
<p>Interessant wird diese Frage dann, wenn in der laufenden Legislaturperiode (z.B. durch R&#252;cktritt) ein neuer Ministerpr&#228;sident, oder bei unklaren Mehrheiten ein Kompromisskandidat gesucht wird. Der Kandidatenpool kann dann pl&#246;tzlich sehr klein sein.</p>
<p>&#8212;&#8212;</p>
<p><em>Martin Fehndrich ist Gr&#252;nder von <a href="http://www.wahlrecht.de">Wahlrecht.de</a> (Twitter: <a href="http://www.twitter.com/wahlrecht_de">@wahlrecht_de</a>). Dabei handelt es sich um ein unabh&#228;ngiges, &#252;berparteiliches und nicht-kommerzielles Internet-Angebot rund um die Themen Wahlen, Wahlrecht, Wahlverfahren und Wahlprognosen. Genauere Informationen &#252;ber die Wahlsysteme der anderen deutschen Bundesl&#228;nder sind unter <a href="http://www.wahlrecht.de/landtage/index.htm">http://www.wahlrecht.de/landtage/index.htm</a> zu finden.</em></p>
<p>Bildquelle: Screenshot <a href="http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/GB_II/II.2/Gesetze/Landeswahlgesetz.jsp">landtag.nrw.de</a></p>
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		<item>
		<title>Jürgen Rüttgers und die Sponsoringdebatte</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 08:47:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Hendrik Wüst]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Rüttgers]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Emp&#246;rung war riesig, als der Spiegel am Wochenende einen Artikel ver&#246;ffentlichte, nach der nordrhein-westf&#228;lische Ministerpr&#228;sident J&#252;rgen R&#252;ttgers Gespr&#228;chsminuten mit Unternehmen verkauft haben soll.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Die Emp&#246;rung war riesig, als der Spiegel am Wochenende einen Artikel ver&#246;ffentlichte, nach der nordrhein-westf&#228;lische Ministerpr&#228;sident <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,679130,00.html">J&#252;rgen R&#252;ttgers Gespr&#228;chsminuten mit Unternehmen verkauft haben soll</a>.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<blockquote><p><em>&#8220;F&#252;r 20.000 Euro k&#246;nnen Kunden demnach ein sogenanntes Partnerpaket f&#252;r den Parteitag kaufen, das neben einem rund 15 Quadratmeter gro&#223;en Stand auch &#8220;Einzelgespr&#228;che mit dem Ministerpr&#228;sidenten und den Minister/innen&#8221; verspricht. F&#252;r 14.000 Euro bietet die Partei eine Ausstellungsfl&#228;che von zehn bis 15 Quadratmetern an. Eine vertrauliche Unterredung ist f&#252;r diesen Betrag allerdings nicht mehr drin, sondern nur noch ein &#8220;Fototermin und Rundgang mit dem Ministerpr&#228;sidenten und den Minister/innen&#8221;.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>In der <a href="http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/themen/Sponsoring-Affaere-kostet-Ruettgers-Wahlkampf-Manager-den-Job;art2825,3200183">Saarbr&#252;cker Zeitung</a> bezeichnete selbst sein Parteifreund und Bundestagspr&#228;sident Norbert Lammert das Sponsorenschreiben als &#8220;politisch selten d&#228;mlich.&#8221;</p>
<p>Bereits einen Tag sp&#228;ter entschuldigte J&#252;rgen R&#252;ttgers f&#252;r das Parteitagssponsoring (<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,679346,00.html">auch hier berichtete der Spiegel</a>). Doch damit war der Fall noch nicht beendet, sondern erreichte erst am Montagmorgen mit dem <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~ED52C78EE568044448D8022F0EA9CB881~ATpl~Ecommon~Scontent.html">R&#252;cktritt des CDU-NRW Generalsekret&#228;r Hendrik W&#252;st</a> seinen H&#246;hepunkt.</p>
<p>Wie zu erwarten wird dessen R&#252;cktritt im Internet sehr unterschiedlich aufgenommen.</p>
<p>Vor allem die Internetangebote der klassischen Tageszeitungen &#252;berschlagen sich einmal mehr vor &#220;berschriftenkreativit&#228;t: &#8220;<a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E742FA8B1F92F4078A52A933CA70D3E96~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Das Ende des jungen W.</a>&#8220;,  &#8220;<a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/sponsorenbrief-der-cdu-in-nrw-rent-a-ruettgers-1545552.html">Rent a R&#252;ttgers!</a>&#8221; und &#8220;<a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=in&amp;dig=2010%2F02%2F23%2Fa0137&amp;cHash=bf5ff0d695">W&#252;st in der W&#252;ste</a>&#8220;.</p>
<p>Die ZEIT berichtet derweil vom &#8220;<a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-02/wuest-ruecktritt-nrw">Absturz einer Nachwuchshoffnung</a>&#8220;.</p>
<p>Besonders in den gerade angelaufenen Wahlkampfblogs der politischen Gegner wurde der Fall gen&#252;&#223;lich zerissen. So <a href="http://blog.nrwspd.de/2010/02/22/exklusiv-der-wdr-berichtete-bereits-2004-ueber-sponsorenpakete-der-cdu-in-nrw/">macht die SPD darauf aufmerksam</a>, dass der WDR, in Zusammenhang mit R&#252;ttgers, bereits 2004 &#252;ber einen &#228;hnlichen Fall berichtet hat:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Es ist nicht das erste Mal, dass &#252;ber die CDU in NRW und CDU-Ministerpr&#228;sident J&#252;rgen R&#252;ttgers in Zusammenhang mit fragw&#252;rdigen Praktiken im Sponsoring berichtet wird. Bereits 2004 (!!!) berichteten das WDR-Fernsehpolitikmagazin „Westpol“ &#252;ber “H&#228;ndesch&#252;tteln und Smalltalk mit J&#252;rgen R&#252;ttgers“ und das WDR5-Radiomagazin Westblick &#252;ber „Eine neue Hintert&#252;r bei der Parteienfinanzierung“.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Die Gr&#252;nen sprechen derweil &#8211; in Anspielung auf fr&#252;here mehr oder weniger gro&#223;e Skandale, in die W&#252;st verwickelt war &#8211; von der &#8220;<a href="http://blog.nrwspd.de/2010/02/22/exklusiv-der-wdr-berichtete-bereits-2004-ueber-sponsorenpakete-der-cdu-in-nrw/">Chronik der VerW&#220;STung</a>&#8220;.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Die rechte Hand von J&#252;rgen R&#252;ttgers hat in den letzten Monaten einiges verbockt. Die Liste seiner Verfehlungen ist beachtlich lang (und bestimmt nicht vollst&#228;ndig): Es begann mit der  Video&#252;berwachung von Wahlkampfveranstaltungen der Opposition, dann wurde seine Krankenversicherungsaff&#228;re im letzten Dezember bekannt und jetzt noch der Verkauf von Audienzen beim NRW-Ministerpr&#228;sidenten auf dem CDU Parteitag in M&#252;nster. Zus&#228;tzlich leistete sich W&#252;st (im nicht politischen Leben ist er Jurist) sich auch noch Rechtstreitigkeiten durch unzul&#228;ssigen Entlassungen in der CDU-Zentrale. Sein heutiger R&#252;cktritt war l&#228;ngst &#252;berf&#228;llig!&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Auch der WDR berichtet auf seiner Website &#252;ber die &#8220;<a href="http://www.wdr.de/themen/politik/parteien/cdu/sponsorentermine/pannen_ueberblick.jhtml?rubrikenstyle=politik">Pannen-Serie des Hendrik W&#252;st</a>&#8220;. Jedoch berichtet der WDR auf seiner Website auch dar&#252;ber, dass es schon l&#228;ngst keine Ausnahme mehr darstelle, wenn Firmen kostenintensive Standpl&#228;tze auf Parteitagen mieten (&#8220;<a href="http://www.wdr.de/themen/politik/parteien/cdu/sponsorentermine/100222b.jhtml?rubrikenstyle=politik">Wie Unternehmen Parteitage (mit-)finanzieren</a>&#8220;).</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Etwa ein Zehntel der Kosten eines Parteitages werde durch die Werbest&#228;nde finanziert, sch&#228;tzt Ralph Sterck, Hauptgesch&#228;ftsf&#252;hrer der NRW-FDP. Je nach L&#228;nge und Tagungsort w&#252;rde ein Parteitreffen 50.000 bis 150.000 Euro kosten. Dirk Borhart, Pressesprecher der NRW-SPD, sch&#228;tzt die Kosten f&#252;r eine Zusammenkunft seiner Partei auf 200.000 bis 300.000 Euro. Die Gr&#252;nen hat ihr zur&#252;ckliegender Parteitag 60.000 Euro gekostet.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Und auch bei Gr&#252;nen und SPD ist kaum ein Parteitag zu finden, auf dem man nicht bereits im Eingangsbereich von zahlreichen Firmenst&#228;nden empfangen wird. &#220;ber Sponsoren auf Parteitagen der Gr&#252;nen wurde etwa <a href="http://www.coffeeandtv.de/2008/11/15/unter-grunen-sponsoren-und-aussteller/">schon an anderer Stelle gebloggt</a>.</p>
<p>Auch das Handelsblatt berichet auf seiner Website (mit einer interessanten &#220;berschrift) von der &#252;blichen Praxis, Parteitage durch Firmensponsoren mitzufinanzieren: &#8220;<a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/parteienfinanzierung-klamme-parteien-nerven-die-wirtschaft;2534419">Klamme Parteien nerven die Wirtschaft</a>&#8220;.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Ob Wahlkampf, Parteitag oder Direktspende: Die Unternehmen k&#246;nnen sich kaum noch retten vor den Bettelbriefen der Politik. Wenige nutzen das, viele f&#252;hlen sich erpresst. F&#252;r die Parteien aber ist es der neue K&#246;nigsweg der Eigenfinanzierung.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Ein wenig Ordnung in die Diskussion bringt <a href="http://blog.zeit.de/politik-nach-zahlen/2010/02/22/money-makes-the-world-go-round-oder-ruttgers-und-der-gekaufte-zugang-zur-macht_2250">Andrea Roemmele vom Politik nach Zahlen-Blog der ZEIT</a>:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Halten wir also fest: Verwerflich ist nicht die Spende. Verwerflich ist die Gegenleistung, die von der CDU in NRW angeboten wurde, n&#228;mlich der Gespr&#228;chstermin in kleiner Runde. Diese Praxis hebelt demokratische Gleichheitsgrunds&#228;tze aus – auch in diesem Blog wurde bereits darauf hingewiesen, dass Spenden von juristischen Personen einen Beigeschmack haben. Gepaart mit der M&#246;glichkeit, in einem Gespr&#228;ch direkten oder indirekten Einfluss auf Regierungshandeln nehmen zu k&#246;nnen, ist dieses System hochgradig bedenklich.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>An anderer Stelle wird wir der Vorgang weitergehend sogar als <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/kaeuflichkeitsvorwuerfe-ruettgers-trennt-sich-von-cdu-generalsekretaer-wuest;2534083">Versto&#223; gegen das Parteienrecht</a> gesehen.</p>
<p>Wie in der Blogosph&#228;re meldeten sich auch bei Twitter vor allem Politiker von SPD und Gr&#252;nen zu Wort.</p>
<p><a href="http://twitter.com/SteffiLemke/status/9480608699">Steffi Lemke</a> (Bundesgesch&#228;ftsf&#252;hrerin der Gr&#252;nen):</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Zehn Wochen vor einer Wahl den Wahlkampfleiter raus schmei&#223;en zu m&#252;ssen zeugt von inneren Zerfallserscheinungen. <a title="#NRW" rel="nofollow" href="http://twitter.com/search?q=%23NRW">#NRW</a>#CDU&#8221;</em></p></blockquote>
<p><a href="http://twitter.com/UlrichKelber/status/9477243148">UlrichKelber </a>(MdB aus Bonn):</p>
<blockquote><p><em>&#8220;R&#252;ttgers hat W&#252;st vermutlich gar nicht entlassen, sondern ihn verkauft :-)&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Die CDU meldete sich derweil nur mit einem einzigen und &#252;beraus kurzen &#8211; daf&#252;r f&#252;r die SPD umso schmerzhafteren &#8211; Beitrag <a href="http://blog.cdu-nordrhein-westfalen.de/index.php/2010/02/artikel-aus-der-bildzeitung/">in ihrem Wahlkampfblog</a> zu Wort.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Artikel aus der Bildzeitung zum Thema <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2010/02/22/werbebrief-affaere-auch-spd-in-nrw/bot-politiker-treffen-an.html" target="_blank">“Auch die SPD bot Politiker-Treffen an”</a>.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Bildquelle: Screenshot <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,679346,00.html">Spiegel ONLINE</a>.</p>
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		<title>Wahlstatistik zur Bundestagswahl 2009</title>
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		<comments>http://www.homopoliticus.de/2010/02/23/wahlstatistik-zur-bundestagswahl-2009/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 19:03:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[2009]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeswahlleiter]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlstatistik]]></category>

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		<description><![CDATA[2009 haben so viele Menschen wie noch nie zuvor bei einer Bundestagswahl die M&#246;glicheit genutzt, ihre Stimme zu splitten. -  Dies ist ein Ergebnis der in diesem Monat ver&#246;ffentlichten Wahlstatistik zur Wahl des 17. Deutschen Bundestages am 27. September 2009 des Bundeswahlleiters.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>2009 haben so viele Menschen wie noch nie zuvor bei einer Bundestagswahl die M&#246;glicheit genutzt, ihre Stimme zu splitten. -  Dies ist ein Ergebnis der in diesem Monat ver&#246;ffentlichten <a href="http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_09/presse/77_Repr_WStat.html">Wahlstatistik zur Wahl des 17. Deutschen Bundestages am 27. September 2009</a> des Bundeswahlleiters.</strong></p>
<p>In der Auswertung, die auch als <a href="http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_09/veroeffentlichungen/heft4.pdf">ausf&#252;rlicher Bericht</a> abrufbar ist, werden einige interessante Ph&#228;nomene dargestellt.</p>
<h2><strong>Stimmensplitting erreicht neuen H&#246;chststand</strong></h2>
<p>Insgesamt hat das Stimmensplitting – also die Aufteilung der Erst- und Zweitstimme auf unterschiedliche Parteien – bei der Bundestagswahl 2009 mit 26,4 Prozent einen neuen H&#246;chststand erreicht. Die W&#228;hler geben ihre Stimmen also in immer st&#228;rkerem Ma&#223;e auch nach taktischen Gesichtspunkten ab.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Betrachtet man die Abgabe der Erststimme bei gegebener Zweitstimme, splitteten die W&#228;hler der FDP am h&#228;ufigsten; &#252;ber 55% haben mit der Erststimme den Direktkandidaten einer anderen Partei gew&#228;hlt, dabei vornehmlich den von CDU oder CSU. Im Gegenzug vergaben knapp 18% der Erststimmenw&#228;hler der CDU ihre Zweitstimme an die FDP. Auch Zweitstimmenw&#228;hler der GR&#220;NEN unterst&#252;tzten mit ihrer Erststimme h&#228;ufig Direktkandidaten einer anderen Partei, vor allem die der SPD. Bei den W&#228;hlerinnen und W&#228;hlern der Linkspartei war gegen den allgemeinen Trend ein R&#252;ckgang des Stimmensplittings im Vergleich zu 2005 festzustellen.&#8221;</em></p></blockquote>
<p style="text-align: left;">In diesem Zusammenhang erscheint auch die Auswertung der ung&#252;ltig abgegebenen Stimmen nicht uninteressant:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/02/wahlanalyse2.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="aligncenter" title="wahlanalyse" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/02/wahlanalyse2-300x174.jpg" alt="" width="300" height="174" /></a>Quelle: bundeswahlleiter.de</p>
<h2><strong>Zugewinne in allen Altersgruppen f&#252;r FDP, Linkspartei und Gr&#252;ne<br />
</strong></h2>
<p>Mit FDP, der Linkspartei und den Gr&#252;nen konnten insbesondere die drei &#8220;kleinen&#8221; Parteien bei der letzten Bundestagswahl deutliche Gewinne einfahren.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Bei der FDP reichte der Zugewinn von 3,4 Prozentpunkten bei den W&#228;hlerinnen und W&#228;hlern ab 60 Jahren bis zu 6,7 Prozentpunkten bei den 35- bis 44-J&#228;hrigen. DIE LINKE erzielte bei den 45- bis 59-J&#228;hrigen mit 15,2% ihr bestes Ergebnis. Die GR&#220;NEN waren besonders bei den Jung- und Erstw&#228;hlern unter 25 Jahren erfolgreich. Hier erreichten sie einen Zweitstimmenanteil von 15,4%, w&#228;hrend sie bei den W&#228;hlern &#252;ber 60 Jahren mit 5,0% weit unter dem Gesamtergebnis lagen.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Gleichzeitig musste vor allem die CSU in allen Altersgruppen Verluste einstecken.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Die CSU schnitt wie die CDU bei den W&#228;hlerinnen und W&#228;hlern &#252;ber 60 Jahren am besten ab (8,0%). Sie musste jedoch im Vergleich zu 2005 in allen Altersgruppen geringe Verluste hinnehmen.&#8221;</em></p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/02/wahlanlyse21.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-5389" title="wahlanlyse2" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/02/wahlanlyse21-300x188.jpg" alt="" width="300" height="188" /></a>Quelle: bundeswahlleiter.de</p>
<p>Insgesamt werden jedoch auch bei FDP, Linkspartei und Gr&#252;nen deutliche Unterschiede in der W&#228;hlerstruktur sichtbar. Ein besonders entscheidenter Faktor spielt dabei einmal mehr das Alter der W&#228;hler.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Bei der FDP entsprach die Altersstruktur der W&#228;hlerschaft am ehesten der demografischen Zusammensetzung aller Wahlberechtigten. Bei der Partei DIE LINKE war die Altersgruppe der 45- bis 59-J&#228;hrigen &#252;berproportional vertreten. Die GR&#220;NEN haben ihr gr&#246;&#223;tes W&#228;hlerpotential bei den J&#252;ngeren: Etwa die H&#228;lfte der W&#228;hlerschaft der GR&#220;NEN war bei der Wahl 2009 j&#252;nger als 45 Jahre.&#8221;</em><strong> </strong></p></blockquote>
<h2><strong>Fast ein Drittel der Wahlberechtigten sind &#252;ber 60 Jahre alt</strong></h2>
<p>Bereits in der letzten Woche haben wir uns mit dem immer h&#246;heren Alter der Wahlberechtigten besch&#228;ftigt (siehe: <a href="http://www.homopoliticus.de/2010/02/19/dominanz-der-senioren/">&#8220;Dominanz der Senioren&#8221;</a>). Auch die die Wahlstatistik des Bundeswahlleiters zeigt den dargestellten Trend.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Bei der Bundestagswahl 2009 waren insgesamt 62,2 Millionen B&#252;rgerinnen und B&#252;rger wahlberechtigt, davon war gut die H&#228;lfte im Alter von 30 bis 59 Jahren. Die Generation ab 60 Jahren stellte mit 20,4 Millionen fast ein Drittel aller Wahlberechtigten, und damit fast doppelt so viele wie die j&#252;ngere Generation unter 30 Jahren, die mit 10,2 Millionen etwa ein Sechstel aller Wahlberechtigten ausmachte.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Gleichzeitig erreichte die Altersgruppe 60-69 Jahre mit 80,0 Prozent die h&#246;chste Wahlbeteiligung, w&#228;hrend diese in der Altersgruppe 21-24 Jahre mit 59,1 Prozent am niedrigsten war.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Mit 70,8% war die Wahlbeteiligung um 6,9 Prozentpunkte geringer als bei der Wahl 2005 und damit so niedrig wie bei keiner Bundestagswahl zuvor. Wie schon bei fr&#252;heren Bundestagswahlen hatten die j&#252;ngeren Altersgruppen auch 2009 wieder eine unterdurchschnittliche Wahlbeteiligung. Dadurch wird das Einflusspotential der jungen Wahlberechtigten gegen&#252;ber den &#228;lteren W&#228;hlern &#252;berproportional geschw&#228;cht. Die 21- bis 24-J&#228;hrigen hatten mit 59,1% erneut die geringste Wahlbeteiligung aller Altersgruppen. Besonders niedrig war dabei die Wahlbeteiligung der 21- bis 24-j&#228;hrigen ostdeutschen Frauen (52,7%) und M&#228;nner (53,1%). Mit steigendem Alter nahm die Wahlbeteiligung bis zu den 60- bis 69-J&#228;hrigen kontinuierlich zu: diese Altersgruppe beteiligte sich mit 80,0% am aktivsten an der Bundestagswahl 2009. Vor allem die westdeutschen M&#228;nner von 60 bis 69 Jahren lagen mit 82,1% deutlich &#252;ber der durchschnittlichen Wahlbeteiligung, auch die gleichaltrigen westdeutschen Frauen erreichten mit 81,1% einen hohen Wert.&#8221;</em></p></blockquote>
<p><em>Bildnachweis: <a href="http://www.flickr.com/photos/37925259@N00/4282520870/sizes/l/">flickr.com / </a></em><a href="http://www.flickr.com/photos/37925259@N00/4282520870/sizes/l/"><em>pittigliani2005</em></a></p>
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		<title>Netzwerk-Barometer Nordrhein-Westfalen</title>
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		<comments>http://www.homopoliticus.de/2010/02/22/netzwerk-barometer-nordrhein-westfalen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 22 Feb 2010 12:20:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Rüttgers]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon seit dem 8. Februar sammeln wir flei&#223;ig Daten, heute aber startet das Netzwerk-Barometer erst richtig. In den vergangenen zwei Wochen haben wir erste Eindr&#252;cke gewinnen k&#246;nnen, wie die Sozialen Netzwerke im Landtagswahlkampf 2010 um den D&#252;sseldorfer Landtag eingesetzt werden und welcher Kandidat auf besonders viele Unterst&#252;tzer sto&#223;en kann. Als Einstieg wollen wir kurz darstellen, in welcher Situation wir uns wiederfinden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schon seit dem 8. Februar sammeln wir flei&#223;ig Daten, heute aber startet das Netzwerk-Barometer erst richtig. In den vergangenen zwei Wochen haben wir erste Eindr&#252;cke gewinnen k&#246;nnen, wie die Sozialen Netzwerke im Landtagswahlkampf 2010 um den D&#252;sseldorfer Landtag eingesetzt werden und welcher Kandidat auf besonders viele Unterst&#252;tzer sto&#223;en kann. Als Einstieg wollen wir kurz darstellen, in welcher Situation wir uns wiederfinden.</strong></p>
<p>Nach dem Bundestagswahlkampf 2009 haben sich Soziale Netzwerke als Online-Verl&#228;ngerung von B&#252;rgerkontakten eine solide Basis in der politischen Landschaft gesichert. W&#228;hrend noch im Fr&#252;hjahr beim hessischen Landtagswahlkampf ein gewisses Fremdeln der Politik mit den neuen Werkzeugen zu sp&#252;ren war, werben heute die Kandidaten in Nordrhein-Westfalen ungewohnt offensiv schon auf den Startseiten ihrer Internetauftritte damit, auch in den wichtigen Sozialen Netzwerken mit einem Profil vertreten zu sein. </p>
<p><a rel="lightbox" href="https://spreadsheets.google.com/a/stylecollision.de/oimg?key=0Ap0shXtCLMiidFkyR1VtYTU4OXU1S3pabnYwd3k0eEE&#038;oid=2&#038;v=1266768644814"><img src="https://spreadsheets.google.com/a/stylecollision.de/oimg?key=0Ap0shXtCLMiidFkyR1VtYTU4OXU1S3pabnYwd3k0eEE&#038;oid=3&#038;v=1266768579036" /></a><br />
<a href="http://spreadsheets.google.com/pub?key=tY2GUma589u5KzZnv0wy4xA&#038;output=html">Datenbasis</a></p>
<h2>R&#252;ttgers und Facebook an der Spitze</h2>
<p>J&#252;rgen R&#252;ttgers als amtierender CDU-Ministerpr&#228;sident steht deutlich an der Spitze der Netzwerker. Die meisten Unterst&#252;tzer sammelt er auf Facebook, doch auch sein Profil bei meinVZ hat eine ganze Reihe Fans und sichert ihn zum Auftakt des Rennens die Favoritenrolle. Seine Herausforderin Hannelore Kraft setzt ebenfalls auf das amerikanisch-st&#228;mmige Netzwerk Facebook, bleibt aber auf Distanz zu beiden R&#252;ttgers-Profilen. Bemerkenswert ist, wie dicht auf die SPD-Kandidatin schon Sylvia L&#246;hrmann von den Gr&#252;nen folgt. Das dr&#252;fte ein interessantes Rennen &#252;ber die n&#228;chsten 10 Wochen werden. Schon jetzt spekuliert man flei&#223;ig &#252;ber die wichtige Rolle der Gr&#252;nen bei der Regierungsbildung im Fr&#252;hsommer. Vielleicht reicht es ja auch in den Sozialen Netzwerken f&#252;r einen Verfolgerplatz hinter R&#252;ttgers &#8211; und vor Kraft.</p>
<p>Abgeschlagen finden sich am Ende die Profile von Hannelore Kraft bei meinVZ, das damit insgesamt deutlich an Bedeutung einb&#252;&#223;t, und von B&#228;rbel Beuermann bei Facebook. So beil&#228;ufig, wie die Linken-Spitzenkandidatin ihr Profil dort einsetzt und auch insgesamt kein gro&#223;es Aufheben um ihre Person macht, scheint hier wenig Dynamik in Sicht.</p>
<p>Ab dem 8. Februar werden wir also weiterhin Daten sammeln und w&#246;chentlich unsere Auswertung aktualisieren. Ein stets aktueller &#220;berblick findet sich auf der eigenen Seit des <a href="http://www.homopoliticus.de/netzwerk-barometer-nrw/">Netzwerk-Barometers f&#252;r Nordrhein-Westfalen</a>. </p>
<img src="http://feeds.feedburner.com/~r/homopoliticus/~4/JThhp51V5sw" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Schirrmacher und das Netzwerkbarometer</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Feb 2010 10:15:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Christoph Bieber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Landtasgwahl]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/2009/01/08/wer-braucht-im-wahlkampf-eigentlich-freunde/">"Wer braucht im Wahlkampf eigentlich Freunde?"</a> lautete die Frage vor gut einem Jahr, als das Netzwerkbarometer erstmals an den Start ging - Anlass war damals die Landtagswahl in Hessen, der nicht unspektakul&#228;re Start in das Superwahljahr 2009. Damals begab sich der Homo Politicus auf noch unvermessenes Gel&#228;nde und setzte ein erstes Signal in Richtung innovativer Wahlkampfberichterstattung im Web 2.0. Wenn nun das<a href="http://www.homopoliticus.de/netzwerk-barometer-nrw/"> Netzwerkbarometer in seine zweite Auflage startet</a>,...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/2009/01/08/wer-braucht-im-wahlkampf-eigentlich-freunde/">&#8220;Wer braucht im Wahlkampf eigentlich Freunde?&#8221;</a> lautete die Frage vor gut einem Jahr, als das Netzwerkbarometer erstmals an den Start ging &#8211; Anlass war damals die Landtagswahl in Hessen, der nicht unspektakul&#228;re Start in das Superwahljahr 2009. Damals begab sich der Homo Politicus auf noch unvermessenes Gel&#228;nde und setzte ein erstes Signal in Richtung innovativer Wahlkampfberichterstattung im Web 2.0.</p>
<p>Im Laufe des Jahres wurde es auf diesem Feld noch richtig eng, vor allem zahlreiche Agenturen nutzten die politische Aktivit&#228;t im &#8220;Social Web&#8221; als B&#252;hne zum Schaulaufen f&#252;r potenzielle Auftraggeber. Angebote wie <a href="http://www.wahl.de">wahl.de</a> (compuccino), <a href="http://www.wahlradar.de">wahlradar.de</a> (linkfluence/Publicis), <a href="http://politReport.de">politReport.de</a> (cognita AG) oder der <a href="http://daily-digital-dose.de/index.php/category/wahl-im-web-monitor/">Wahl-imWeb-Monitor</a> (Weber Shandwick) f&#252;gten der eher konventionellen Berichterstattung &#252;ber den Online-Wahlkampf durch die &#252;blichen Verd&#228;chtigen eine neue Facette hinzu: die automatisierte Erfassung der Politiker-Aktivit&#228;t auf den Plattformen des Web 2.0. Solche „Aggregatoren&#8221; sorgten damit erstmals f&#252;r eine gro&#223;fl&#228;chige Abbildung der politischen Nutzung von Facebook, Twitter &amp; Co. Weil die Abfragen (Frank Schirrmacher w&#252;rde sagen: die Algorithmen) nicht allein auf die Beitr&#228;ge der Politiker abgestimmt bleiben mussten, lenkten die verschiedenen Darstellungen h&#228;ufig auch die Blicke auf bislang unbekannte Ausschnitte der politischen Online-&#214;ffentlichkeit: wer vernetzt sich mit wem, wer teilt welche Informationen auf welcher Plattform, wer antwortet auf welchen Kommunikations-Anreiz innerhalb der eigenen Partei oder beim politischen Gegner?</p>
<p>Wenn nun das<a href="http://www.homopoliticus.de/netzwerk-barometer-nrw/"> Netzwerkbarometer in seine zweite Auflage startet</a>, orientiert es sich aber weniger an den Agentur-Algorithmen, sondern den eigenen Erfahrungen aus dem Vorjahr: der Ansatz auf Homo Politicus ist n&#228;mlich kein automatisierter, sondern setzt stets die eigenh&#228;ndige Systematisierung, Kontrolle und Interpretation der Daten voraus. Genau das war im vergangenen Jahr die gro&#223;e Schw&#228;che der aufw&#228;ndig produzierten Aggretatoren: angesichts der Datenflut kapitulierten die Anbieter nicht selten vor tiefer sch&#252;rfenden Analysen – auf eine ertragreiche Untersuchung zur Social Media-Nutzung im Online-Wahlkampf des Jahres 2009 m&#252;ssen wir daher noch warten. Informations&#252;berlastung im Schirrmacher-Sinn scheint hier tats&#228;chlich einmal das richtige Stichwort.</p>
<p>Womit wird sich nun das Netzwerk-Barometers in den n&#228;chsten Wochen und Monaten besch&#228;ftigen? Zun&#228;chst einmal ist es spannend zu beobachten, inwiefern die Landespolitiker Opfer des deutschen <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/281/490655/text/">&#8220;Offline-Herbstes&#8221;</a> geworden sind. Haben die (wenigen) einen Vorteil, die auf die kontinuierliche Kommunikation mit ihren Fans, Freunden und Followern gesetzt haben? Oder k&#246;nnen Vers&#228;umnisse aus den vergangenen Monaten rasch aufgeholt werden? Wirkt auch in 2010 noch so etwas wie der &#8220;Obama-Effekt&#8221; oder besinnt man sich auf Landesebene eher auf &#8220;campaigning as usual&#8221; (Wesselm&#228;nner, Handzettel, Tapeziertische)? Gibt es auch im Landtagswahlkampf wieder spektakul&#228;re Ausrutscher, die umgehend im Internet dokumentiert werden und sich dort in Echtzeit verbreiten? Setzen erneut die Piraten die Ma&#223;st&#228;be im Social Web? Und schlie&#223;lich: ist (oder: bleibt) das Netz eine abgeschottete Plattform f&#252;r „Nerds“ oder zeigen sich „spill-over“-Effekte in Richtung der alten Medien?</p>
<p>Die Daten aus dem Netzwerkbarometer werden diese und andere Fragen sicher nicht vollst&#228;ndig beantworten k&#246;nnen, aber sie tragen mit Sicherheit zum besseren Verst&#228;ndnis moderner politischer Kommunikation bei. Und das ist gut so.</p>
<p>——<br />
<em></em></p>
<p><em> </em><em></em>Dr. Christoph Bieber ist wissenschaftlicher Assistent an der JLU Gie&#223;en und besch&#228;ftigt sich mit den Auswirkungen der Neuen Medien auf politische und gesellschaftliche Prozesse. Zu seinen Ver&#246;ffentlichungen z&#228;hlen unter anderem Publikationen zum Thema Online-Wahlkampf, die Zukunft der Mediendemokratie und Interaktivit&#228;t. Dr. Bieber betreibt das Blog <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/internetundpolitik.wordpress.com');" href="http://internetundpolitik.wordpress.com/">Internet und Politik</a>.</p>
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		<title>Dominanz der Senioren</title>
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		<comments>http://www.homopoliticus.de/2010/02/19/dominanz-der-senioren/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 13:15:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Mitglieder]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgliedsalter]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist nichts Neues: Die deutschen Gro&#223;parteien haben ein massives Altersproblem. Das Deutsche Zentrum f&#252;r Altersforschung hat sich der Thematik deshalb einmal genauer angenommen. Unter dem Titel "Wahlverhalten und politische Partizipation älterer Menschen" wurde gleich ein ganzer Report ver&#246;ffentlicht, der auch &#252;ber die Parteiuntersuchung hinausgeht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist nichts Neues: Die deutschen Gro&#223;parteien haben ein massives Altersproblem. Das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Zentrum_f%C3%BCr_Altersfragen">Deutsche  Zentrum f&#252;r Altersforschung</a> hat sich der Thematik deshalb einmal genauer angenommen. Unter dem Titel <a href="http://www.dza.de/SharedDocs/Publikationen/GeroStat_20Report_20Altersdaten/GeroStat__Report__Altersdaten__Heft__3__2009,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/GeroStat_Report_Altersdaten_Heft_3_2009.pdf">&#8220;Wahlverhalten  und politische Partizipation älterer  Menschen&#8221;</a> (pdf!) wurde gleich ein ganzer Report ver&#246;ffentlicht, der auch &#252;ber die Parteiuntersuchung hinausgeht.</strong></p>
<p>Dem Report zufolge waren Ende 2007  rund die H&#228;lfte der Mitglieder von CDU, SPD und   Linkspartei &#252;ber 60 Jahre alt, Tendenz steigend. Zeitgleich habe der   Anteil der unter 30-j&#228;hrigen bei nur f&#252;nf bis sechs Prozent gelegen.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Bereits seit einigen Jahren klaffen die Altersstrukturen der Parteien und die der Gesamtbevölkerung auseinander. Jüngere Parteimitglieder sind im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil unterrepräsentiert, ältere deutlich überrepräsentiert.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Insgesamt legen die Autoren ihrer Ver&#246;ffentlichung insbesondere eine <a href="http://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/forschung/systeme/empsoz/schriften/Arbeitshefte/ahosz15.pdf">Erhebung von Prof. Dr. Oskar Niedermayer</a> (FU Berlin) (pdf!) zugrunde.</p>
<h2>Wahlberechtigte</h2>
<p>In den vergangenen Jahrzehnten ist, laut der Studie des Deutschen Zentrums f&#252;r Altersforschung, die Anzahl der Wahlberechtigten bei Bundestagswahlen kontinuierlich gestiegen. Waren 1949 nur 31,2 Mio. Personen zur Wahl aufgerufen, ist die Anzahl im Jahr 2009 auf 62,2 Mio. gestiegen. 1949 waren zwei von drei Personen in Deutschland wahlberechtig. Zur letzten Bundestagswahl 2009 waren es inzwischen drei Viertel aller in Deutschland lebenden Menschen. Dies kann u.a. auf den sinkenden Anteil von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren zur&#252;ck gef&#252;hrt werden.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Die Altersstruktur der Wahlberechtigten verändert sich  mit der Alterung der Bevölkerung. Mit dem zunehmenden Anteil von  älteren Erwachsenen an der Bevölkerung werden auch die  Wahlberechtigten tendenziell älter. Im Jahr 1953 waren noch 22 Prozent  aller Wahlberechtigten 60 Jahre alt und älter. 1990, zur ersten  Bundestagswahl nach der Wiedervereinigung, waren 26 Prozent der  Wahlberechtigten in diesem Alter, zur letzten Bundestagswahl im Jahr  2009 waren es bereits 32 Prozent.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Insbesondere der Anteil der &#228;ltesten Wahlberechtigten (also &#252;ber 70 Jahre) stieg in den vergangenen Jahren.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Zur Bundestagswahl 1953 waren die über  70-Jährigen mit 9 Prozent aller  Wahlberechtigten noch eine kleine  Gruppe, im Jahr 2005 stellten sie  mit 18 Prozent fast ein Fünftel aller  Wahlberechtigten.&#8221;</em></p></blockquote>
<h2>Wahlbeteiligung</h2>
<p>&#196;hnlich sieht es im Rahmen der Wahlbeteiligung aus. Zur Bundestagswahl 2005 waren bereits 31,3 Prozent alle W&#228;hler 60 Jahre und &#228;lter. 1953 waren es erst 21,4 Prozent.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/02/seite9.jpg"class="img" rel="lightbox"><img title="seite9" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/02/seite9-300x214.jpg" alt="" width="300" height="214" /></a><em>Entwicklung der Wahlbeteiligung (in %) für ausgewählte Altersgruppen -</em><em><br />
© GeroStat, Deutsches Zentrum f&#252;r Altersfragen, Berlin</em></p>
<blockquote><p><em>&#8220;Die wachsende Dominanz der älteren Wähler ist zu einem gro&#223;en  Teil durch ihren steigenden Bevölkerungsanteil bedingt. Aber auch  ihre im Vergleich zu jüngeren Altersgruppen höhere Wahlbeteiligung  verschafft ihnen zunehmenden Einfluss auf das Wahlgeschehen, wenn auch  in geringerem Umfang. Ein Vergleich mag das belegen: Im Jahr 2005 waren  30,6 Prozent aller Wahlberechtigten 60 Jahre und älter, diese Altersgruppe stellte aber 31,3 Prozent  aller Wähler.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Zur Wahl gehen also insbesondere die  Altersgruppen des mittleren Erwachsenenalters ab 45 Jahren und die  „jungen Alten“ bis zum 70. Lebensjahr. Mit der Bundestagswahl 1990 brach die Wahlbeteiligung insbesondere bei den &#8220;Jungw&#228;hlern&#8221; und den &#8220;&#196;lteren&#8221; &#252;ber 70 Jahre ein.</p>
<h2>Wahlpr&#228;ferenz</h2>
<p>Auch dies ist keine Neuheit: Laut der Studie w&#228;hlen Ältere eher konservativ. Es reicht schon zu betrachten,welche Parteien Senioren als ihre Zielgruppe auserkoren haben. Sucht man beispielsweise bei Google nach den Begriffen <em>Senioren</em> und <em>Politik</em> wird man bereits relativ schnell auf Internetseiten der CDU/CSU verwiesen.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Die CDU/CSU konnten in der Geschichte der  Bundestagswahlen immer auf besonders viele Stimmen aus der älteren  Wählerschaft bauen. Dies gilt auch für die Bundestagswahl 2005: 35,2  Prozent aller Wähler gaben der CDU/CSU ihre Zweitstimme, von den über  60-jährigen Wählern erhielt die CDU/CSU 43,3 Prozent der Zweitstimmen.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Auf der anderen Seite werden die Gr&#252;nen von &#196;lteren beispielswiese nur zu einem sehr geringen Anteil gew&#228;hlt. Zur Bundestagswahl gaben von den &#252;ber 60ig-j&#228;hrigen gerade einmal 3,9 Prozent ihre Stimme den Gr&#252;nen (Insgesamt kamen die Gr&#252;nen auf 8,1 Prozent).</p>
<p>Weitere zahlen liefern der Webauftritt des <a href="http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_09/veroeffentlichungen/repraesentative/ueb1_11.xls">Bundeswahlleiters</a> und des <a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/Datenreport/Downloads/Datenreport2008Demokratie,property=file.pdf">Statistischen Bundesamts</a> (pdf!).</p>
<h2><strong>Abgeordnete</strong></h2>
<p>Interessant erscheint auch die aktuelle Altersverteilung im Bundestag. Hier f&#228;llt auf, dass neben jungen Abgeordneten auch &#228;ltere Abegeordnete die Ausnahme darstellen.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Der Anteil älterer Abgeordneter ab 60 ist mit 16 Prozent relativ niedrig. Er spiegelt nicht die Altersstruktur der Bevölkerung wider. Im Jahr 2008 war etwa jeder vierte Einwohner Deutschlands 60 Jahre und älter. Die verschiedenen Parteien des Deutschen Bundestages haben allerdings unterschiedliche Anteile älterer Abgeordneter. Am geringsten sind die Anteile der über 60-jährigen Abgeordneten bei den Grünen und der FDP, die dafür überdurchschnittlich viele Abgeordnete unter 30 Jahren haben. In der SPD und der CSU gehört dagegen etwa jeder vierte Abgeordnete den 60-Jährigen und Älteren an.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Eine genauere Darstellung der Altersverteilung der Bundestagsabgeordneten, &#252;ber die hier dargestellte Studie hinaus, liefern die Internetangeboet des <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/mdb_zahlen/altersgliederung.html">Bundestags</a>, und von <a href="http://de.statista.com/statistik/daten/studie/70089/umfrage/altersstruktur-der-abgeordneten-im-bundestag/">statista.de</a></p>
<h2>Parteimitglieder</h2>
<p>Das letzten Mal, dasss genauere Zahlen &#252;ber Parteimitglieder ver&#246;ffentlicht wurden liegt inzwischen schon 1 1/2 Jahre zur&#252;ck. Die Daten wurden damals vom <a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/Datenreport/Downloads/1GesellschMitwirkung,property=file.pdf">statistischen Bundesamt</a> (pdf!) erhoben und ver&#246;ffentlicht, u.a. berichtete <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,568510,00.html">Spiegel-Online</a>. Auf diesen Stand bezieht sich auch das Deutschen Zentrums f&#252;r Altersforschung in seiner Darstellung.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;1990 waren noch 3,8 Prozent der Wahlberechtigten in politischen Parteien organisiert, 2007 waren es nur noch 2,3 Prozent. In absoluten Zahlen haben die Parteien zwischen 1990 und 2007 etwa 865.000 Mitglieder verloren. Das entspricht fast 38 Prozent der Mitgliedschaft des Jahres 1990.&#8221;</em></p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/02/seite16.jpg"class="img" rel="lightbox"><img title="seite16" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/02/seite16-300x173.jpg" alt="" width="300" height="173" /></a><em>Entwicklung des Anteils von Parteimitgliedern im Alter 60 Jahre und älter (Angaben in Prozent)</em><em> -<br />
© GeroStat, Deutsches Zentrum f&#252;r Altersfragen, Berlin</em></p>
<p style="text-align: center;">
<p>Wie zu Beginn bereits dargestellt waren Ende 2007  bereits rund die H&#228;lfte der Mitglieder von CDU, SPD und Linkspartei &#252;ber 60 Jahre alt.</p>
<p style="text-align: center;"><em><br />
<a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/02/seite15.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-5294" title="seite15" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/02/seite15-300x188.jpg" alt="" width="300" height="188" /></a> Parteimitglieder nach Alter </em>- <em><br />
© GeroStat, Deutsches Zentrum f&#252;r Altersfragen, Berlin</em></p>
<blockquote><p><em>&#8220;Im Jahr 1990 lag der Anteil der Älteren über 60 in den Parteien etwa noch im Bevölkerungsdurchschnitt. Die unter 30-Jährigen waren 1990 in den Parteien unterrepräsentiert und etwa zwei Drittel aller Parteimitglieder waren 1990 zwischen 30 und 59 Jahren alt. Bereits im Jahr 2000 lag der Anteil der Älteren ab 60 Jahren bei den meisten Parteien über dem Bevölkerungsanteil dieser Altersgruppe, ein Trend, der sich bis heute fortgesetzt hat.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Eine Ausnahme stellen die Gr&#252;nen dar. Insgesamt drei Viertel der Parteimitglieder sind im mittleren Erwachsenenalter (also zwischen 30 und 59 Jahre alt) und zumindest 13 Prozent j&#252;nger als 30 Jahre.</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Die Studie zeigt also ein schon l&#228;ngst vermutetes Problem in seiner Vielf&#228;ltigkeit dar. Gerade Parteien wie CDU/CSU und SPD werden in den n&#228;chsten Jahren immer st&#228;rker von Altersproblemen betroffen sein und m&#252;ssen sich in den n&#228;chsten Jahren dringender denn je Gedanken &#252;ber ihren Nachwuchs machen.</p>
<p><em>Quelle: In diesem Artikel beziehen wir uns auf eine Studie von </em><a href="http://www.gerostat.de/de/index.html">&#8220;GeroStat, Deutsches Zentrum f&#252;r Altersfragen, Berlin&#8221;</a><br />
<em>Bild: Screenshot <a href="http://www.seniorenunion.de/index.php">Seniorenunion</a></em></p>
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		<title>Das twitternde Unterhaus</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 08:26:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhauswahl 2010]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch ist der Termin nicht offiziell best&#228;tigt, doch am 6. Mai soll wohl das neue britische Unterhaus gew&#228;hlt werden. F&#252;r den amtierenden Premier Gordon Brown eine &#228;u&#223;erst wichtige…]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Noch ist der Termin nicht offiziell best&#228;tigt, doch am 6. Mai <a href="http://generalelection.wordpress.com/2010/02/16/date-of-the-2010-election-britains-worst-kept-secret/">soll</a> wohl das neue britische Unterhaus gew&#228;hlt werden. F&#252;r den amtierenden Premier Gordon Brown eine &#228;u&#223;erst wichtige Wahl, hat er doch das Amt von Tony Blair ohne neue Parlamentswahl &#252;bernommen (Ein Helmut Kohl h&#228;tte hier wohl zur Vertrauensfrage gegriffen). Brown kann den Termin der Wahl noch festlegen, hat dabei aber nicht mehr viel Spielraum. Denn in Gro&#223;britannien muss bis um Ablauf der Legislatur, zuz&#252;glich einer Toleranz f&#252;r die &#252;bliche Wahlkampfzeit von 6-8 Wochen, gew&#228;hlt worden sein.</strong></p>
<h2>Twitter-Hype unter Abgeordneten</h2>
<p>Ohne wirklichen Wahltermin ist der Wahlkampf auch noch in weiter Ferne. Doch es lohnt sich, schon jetzt einen Blick auf die Internetaktivit&#228;ten der britschen Parlamentsmitglieder zu werfen. In diesem Jahr scheint, wie auch zuletzt in Deutschland, ein regelrechter Hype um Twitter zu bestehen. Der Telegraph titelte auf seiner Internetseite vor wenigen Tagen: &#8220;<a href="http://www.telegraph.co.uk/technology/twitter/7078991/MPs-turn-to-Twitter-to-talk-to-voters.html">MPs turn to Twitter to talk to voters</a>&#8221; und berichtet, dass immerhin 111 Abgeordnete bereits auf Twitter aktiv seien. 65 Labour-Abgeordnete bilden die klare Mehrheit, ihre konservativen Gegner sind mit nur 16 und die Liberal Democrats mit 23 Twitterern erfasst. Dar&#252;ber hinaus seien sogar 226 Kandidaten beim Kurznachrichtendienst unterwegs.</p>
<p>Im Blog Election 10 mit dem fabul&#246;sen Untertitel &#8220;Wie Social Media Politik und im Besonderen die kommende Unterhauswahl beeinflusst&#8221; kann man der Begeisterung des Telegraph nicht so ganz folgen. &#8220;<a href="http://generalelection.wordpress.com/2010/01/26/mps-gear-up-to-campaign-on-twitter-oh-no-they-dont/">Oh No They Don&#8217;t</a>&#8221; ist ein Artikel &#252;berschrieben, der die Bedeutung twitternder Abgeordneter herunter spielt &#8211; weil diese zu wenige Follower aufweisen k&#246;nnen. Dabei sind Spitzenwerte von 13.000 Followern, gerade im Vergleich zur Bev&#246;lkerung einiges &#252;ber dem, was <a href="http://www.homopoliticus.de/twitternde-bundestagsabgeordnete/">deutsche Bundestagsabgeorndete erreichen</a>.</p>
<h2>Dreck fressende Tories</h2>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/02/twitterdreck.jpg"class="img" rel="lightbox"><img src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/02/twitterdreck-300x121.jpg" alt="" title="twitterdreck" width="300" height="121" class="alignnone size-medium wp-image-5328" /></a><br />
Wie in Deutschland kommt politisches Twittern auch in Gro&#223;britannien nicht ohne einen handfestens Skandal aus. In diesem Fall ist die Rede von einem <a href="http://twitter.com/DavidWrightMP">Labour-MP</a>, der in einem Tweet harsche Beleidigungen f&#252;r seine Tory-Konkurrenten &#252;brig hatte: Dreck fressende Schweine seien das. Die Tories sind <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/politics/8518049.stm">reichlich ungehalten</a> &#252;ber diese Entgleisung und David Wright sucht sein Heil in Ausfl&#252;chten: Jemand habe seinen Account gehackt und nachtr&#228;glich den Tweet ver&#228;ndert. In einem &#228;u&#223;erst bekannten Blog <a href="http://order-order.com/2010/02/16/scum-gate/">weist &#8216;Guido Fawkes&#8217; darauf hin</a>, dass dies gar nicht m&#246;glich sei. Man k&#246;nne laut Twitter-FAQ Tweets schlicht nicht ver&#228;ndern.</p>
<h2>First Lady erreicht Millionen</h2>
<p>Die Spitzenkandidaten Gordon Brown und David Cameron scheinen nicht so viel von Twitter zu halten, doch Browns Ehefrau <a href="http://generalelection.wordpress.com/2010/02/02/why-sarah-browns-million-mums-wont-save-gordon/">Sarah Brown</a> geh&#246;rt zu den <del datetime="2010-02-18T14:38:37+00:00">erfolgreichsten</del> meinst abonnierten Twitterern im Vereinigten K&#246;nigreich. Mehr als 1 Millionen Follower kann sie vorzeigen und verursacht damit prompt Debatten, ob sie dieses Potenzial vielleicht f&#252;r die Wahl Ihres Ehemannes <a href="http://generalelection.wordpress.com/2010/02/02/why-sarah-browns-million-mums-wont-save-gordon/">einsetzen k&#246;nnte</a>.</p>
<h2>Livestream der Twitter-MPs</h2>
<p>Bleibt eigentlich nur noch ein faszinierendes Werkzeug vorzustellen. Im &#8220;<a href="http://tweetminster.co.uk/">Tweetminister</a>&#8221; lassen sich n&#228;mlich alle (hier wird auf Nutzerhinweise gesetzt) twitternden MPs nach Parteizugeh&#246;rigkeit auswerten und in einem <a href="http://wire.tweetminster.co.uk/">Livestream</a> verfolgen. Man kann sogar seinen eigenen Abgeordneten &#252;ber die Postleitzahl des jeweiligen Wohnorts und damit Wahlkreises suchen lassen &#8211; vielleicht ist er ja auch unter den twitternden Abgeordneten des britischen Unterhauses.</p>
<p>Bilder: Screenshots <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/politics/8518049.stm">BBC News</a>, <a href="http://www.telegraph.co.uk/technology/twitter/7078991/MPs-turn-to-Twitter-to-talk-to-voters.html">Telegraph</a>.</p>
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		<item>
		<title>Notizen zu sozialen Netzwerken in Europa</title>
		<link>http://feedproxy.google.com/~r/homopoliticus/~3/dU-AX3-78Ew/</link>
		<comments>http://www.homopoliticus.de/2010/02/16/soziale-netzwerke-in-europa/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 08:20:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[ENISA]]></category>
		<category><![CDATA[Internetsicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Social Networks]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenig beachtet hat in der vergangenen Woche die European Network and Information Security Agency (kurz ENISA) ihren aktuellen Bericht zur Internetsicherheit ver&#246;ffentlicht. Darin geht es in diesem Jahr schwerpunktm&#228;&#223;ig um das Thema “soziale Netzwerke”:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenig beachtet hat in der vergangenen Woche die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/ENISA"><em>European Network and Information Security Agency</em></a> (kurz ENISA) ihren <a href="http://www.enisa.europa.eu/act/ar/deliverables/2010/onlineasithappens">aktuellen Bericht zur Internetsicherheit</a> ver&#246;ffentlicht. Darin geht es in diesem Jahr schwerpunktm&#228;&#223;ig um das Thema &#8220;soziale Netzwerke&#8221;:</p>
<blockquote><p><em>Experiencing online social networking sites (SNSs) has become one of the  most<br />
popular activities carried out on the Internet. The modern way of  staying in<br />
touch with business and personal contacts is to be present on social  networking<br />
sites and to communicate using e-mail and other digital tools. The  social<br />
networking phenomenon has registered an exceptional growth trend and  there has<br />
been a widening in terms of users profiles involved in such activity  (1),<br />
affecting and changing consequently the way people get in contact, meet,<br />
communicate and share opinion, information and ideas. This phenomenon is  rapidly<br />
evolving not only in relation to the audience, changing its  demographics, but<br />
also in relation to the way the audience itself can experience social  networks.<br />
Besides traditional computer-based access, users are now able to access  social<br />
networks through their mobile phones.</em></p></blockquote>
<p>Im folgenden werden neue Daten zur Verbreitung von sozialen Netzwerken in Europa dargestellt:</p>
<blockquote><p><em>Of the around 283 million European users, 211 million of them, aged 15  and older<br />
who accessed Internet via a home or work computer, visited a social  networking<br />
site. The largest public is represented by the UK with 29 million  visitors,<br />
reaching 80% of the countrys total Internet audience. Among all  social<br />
networking sites, Facebook has gained a top position throughout the  majority of<br />
European countries. A research conducted by comScore  stated that,  of the 17<br />
European countries included in the study, Facebook played a leading role  in the<br />
social networking category in 11 of them in terms of unique visitors.  The<br />
sites largest audience is in the UK with about 23 million visitors  followed<br />
by France with about 14 million visitors. The only countries in which Facebook does not hold the No 1 or No 2 position are Germany (No 4), Portugal (No 3) and Russia (No 7).</em></p></blockquote>
<p>Abschlie&#223;end geben die Autoren den Nutzern der Netzwerke ein Regelwerk an die Hand; in Form goldener Regeln. So sollen Nutzer Spitzennamen verwenden und sich nach einer Sitzung am Rechner immer abmelden. Dem Netzwerk sollten sie dabei nicht erlauben, die Zugangsdaten im Cache zu speichern</p>
<blockquote><p><em>Golden rules:</em> <em></em></p>
<p><em>1. Consider carefully which images, videos and information you choose to publish</em></p>
<p>2. Never post sensitive information</p>
<p>3. Use a pseudonym</p>
<p>4. Do not accept friend requests from people you do not know</p>
<p>5. Verify all your contacts <em></em></p>
<p><em>6. etc.</em></p></blockquote>
<p>Nicht ganz uninteressant erscheint in diesem Zusammenhang auch ein <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Polizeiermittler-in-sozialen-Netzwerken-924378.html">Artikel von heise-Online</a> aus der vergangenen Woche:</p>
<blockquote><p><em>Soziale Netzwerke sind &#8220;wahre Fundgruben f&#252;r Ermittlungs- und  Fahndungszwecke&#8221;. Das schreiben die Polizeidozenten Axel Henrichs und  J&#246;rg Wilhelm in einem Aufsatz der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Kriminalistik. Analog zum verdeckten Ermittler (VE)  m&#252;sse die Polizei verst&#228;rkt virtuelle verdeckte Ermittler (VVE)  einsetzen.</em></p></blockquote>
<p>Screenshot: <a href="http://www.enisa.europa.eu/act/ar/deliverables/2010/onlineasithappens/at_download/fullReport">ENISA</a></p>
<img src="http://feeds.feedburner.com/~r/homopoliticus/~4/dU-AX3-78Ew" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Ypsilantis solidarische Moderne</title>
		<link>http://feedproxy.google.com/~r/homopoliticus/~3/HEOpCRYcOSg/</link>
		<comments>http://www.homopoliticus.de/2010/02/02/ypsilantis-solidarische-moderne/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 08:13:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Ypsilanti]]></category>
		<category><![CDATA[Die Linke]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Institut Solidarische Moderne]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Think-Tank]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.homopoliticus.de/?p=5229</guid>
		<description><![CDATA[Andrea Ypsilanti, Sven Giegold, Katja Kipping, Franz Alt, Michael Brie, Arvid Bell, Franziska Drohsel und Sebastian Krumbiegel – allesamt sind sie Mitglieder des neu gegr&#252;ndeten Instituts Solidarische Moderne. Politiker aus dem linken Spektrum, aus SPD, Linker und Gr&#252;nen gemeinsam mit Publizisten und Wissenschaftlern als Vork&#228;mpfer einer sozialeren Politik? Eine Umschau durch Presse und Blogs.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Andrea Ypsilanti, Sven Giegold, Katja Kipping, Franz Alt, Michael Brie, Arvid Bell, Franziska Drohsel und Sebastian Krumbiegel &#8211; allesamt sind sie Mitglieder des neu gegr&#252;ndeten <a href="http://www.solidarische-moderne.de/">Instituts Solidarische Moderne</a>. Politiker aus dem linken Spektrum, aus SPD, Linker und Gr&#252;nen gemeinsam mit Publizisten und Wissenschaftlern als Vork&#228;mpfer einer sozialeren Politik? Eine Umschau durch Presse und Blogs.</strong><br />
<a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/02/solidarischemoderne.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-5238" title="solidarischemoderne" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/02/solidarischemoderne-300x217.jpg" alt="" width="300" height="217" /></a></p>
<h2>Das Ypsilanti-Institut oder wie nah ist Rot-Rot-Gr&#252;n?</h2>
<p>&#8220;Viel Presse hier&#8221; <a href="http://twitter.com/sven_giegold/status/8508724299">schreibt Sven Giegold</a> und meint damit das Institut Solidarische Moderne, eine rot-rot-gr&#252;ne Denkfabrik, die am Wochenende aus der Taufe gehoben wurde. Nicht ganz unbekannte Politiker aus SPD, Gr&#252;nen und der Linkspartei wollen gemeinsam mit Wissenschaftlern und Idealisten Konzepte f&#252;r eine &#8220;solidarische&#8221; Politik entwerfen. Die Presse greift die Gr&#252;ndung als gro&#223;e Neuigkeit auf und sieht, wohl nicht ganz zu unrecht, Andrea Ypslianti, die ehemalige hessische SPD-Vorsitzende aus Hessen, als treibende Kraft hinter der Idee. <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,675219,00.html">Florian Gathmann zieht auf SpiegelOnline Parallelen zu Ypsilantis Landtagswahlkampf von 2008</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Allerdings klingt manches an dem neuen Think-Tank schon sehr nach  Ypsilanti. &#8220;Soziale Moderne&#8221; lautete das Motto ihres Landtagswahlkampfs  2008. Da ist es zur &#8220;Solidarischen Moderne&#8221; nicht mehr weit. Kein  Wunder, dass auch Hermann Scheer unter den Gr&#252;ndungsmitgliedern ist. Der  SPD-Bundestagsabgeordnete war Ypsilantis designierter Superminister f&#252;r  Wirtschaft und Umwelt und gilt als Kopf hinter ihrem damaligen  politischen Programm.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bei WELT ONLINE ist man wie zu erwarten etwas irritiert &#252;ber so wenig Ber&#252;hrungs&#228;ngste mit der Linkspartei und <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article6078067/Ypsilantis-Versuchslabor-fuer-Rot-Rot-Gruen.html">sieht eine rot-rot-gr&#252;ne Koalition als Ziel des Instituts</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Eine Ex-Spitzenkandidatin der SPD, eine Linkenpolitikerin, ein S&#228;nger  und ein Ex-Staatssekret&#228;r geh&#246;ren zur Besetzung der neuen Denkfabrik  &#8220;Institut Solidarische Moderne&#8221;. Das Projekt unter der F&#252;hrung von  Andrea Ypsilanti arbeitet offiziell gegen Schwarz-Gelb, inoffiziell aber  schon an Rot-Rot-Gr&#252;n.&#8221;</p></blockquote>
<h2>Fremdeln im eigenen Lager</h2>
<p>Ungleich offener empf&#228;ngt die taz den Think Tank und <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&amp;dig=2010%2F01%2F30%2Fa0178&amp;cHash=c789334689">besch&#228;ftigt sich eingehender mit der Vision</a> einer Zusammenarbeit &#252;ber Parteigrenzen hinweg. Die sei allemal n&#246;tig und m&#246;glich, aber die Parteien m&#252;ssten in ihrer ganzen Breite einbezogen werden:</p>
<blockquote><p>&#8220;Allerdings:  Rot-Rot-Gr&#252;n muss sich  f&#252;r alle drei auch politisch rechnen &#8211; und das  tut es im Moment nicht. Vor allem die SPD zaudert, weil in ihrer  Anh&#228;ngerschaft nur eine Minderheit mit einer linken Koalition  sympathisiert. Selbst wenn Gabriel und Nahles so eine Regierung 2013  wollen, ist schleierhaft, wie sie dies ihrer konservativen Klientel  beibringen. So lange kein Netzwerker, kein Seeheimer, kein  Traditionsgewerkschafter bei den neuen Zirkeln mit am Tisch sitzt, wird  deren Wirkung &#252;berschaubar bleiben.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die FAZ sieht etwas sp&#246;ttelnd auf das Projekt und <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E0EC99B9A663F405AA32DBE797554C59C~ATpl~Ecommon~Scontent.html">l&#228;sst Kritiker aus den Reihen der Gr&#252;nen auftreten</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Skeptisch hat der Realo-Fl&#252;gel der Gr&#252;nen auf die  Ypsilanti-Initiative reagiert. Der Bundestagsabgeordnete Alexander Bonde  bezeichnete gegen&#252;ber der Frankfurter Allgemeine Zeitung  (Dienstagausgabe) die Gr&#252;ndung des, wie er es formulierte,  „Ypsilanti-Instituts f&#252;r angewandte Kuba-Wissenschaften“ als Fehler. Bonde  sagte der F.A.Z.: „Die Initiative geht in die schwarz-gelbe Falle und  versucht, ein &#252;berkommenes Lagerdenken zu reaktivieren.“ Die alte  Lagerlehre mit einem „linken Block“ und zu „Projekten“ aufgeladenen  B&#252;ndnissen „stabilisiert nur Merkel/Westerwelle, statt ihre  schnellstm&#246;gliche Abl&#246;sung voranzubringen“.&#8221;</p></blockquote>
<h2>Wenig Resonanz in Blogs</h2>
<p>In Blogs findet man dagegen bisher kaum &#196;u&#223;erungen zum Institut Solidarische Moderne. Die ausf&#252;hrlichsten Beitr&#228;ge haben bezeichnenderweise zwei Gr&#252;ndungsmitglieder des Instituts geschrieben, die sich dann auch mit der internen Diskussion &#252;ber den Namen besch&#228;ftigen. Till Westermayer ist nur wenige Stunden nach Vorstellung des Think-Tanks Mitglied geworden, <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2010/01/30/das-institut-solidarische-moderne-eine-namenskritik/">hat sich aber vorher einige Gedanken gemacht und diese geblogt</a>. Warum zum Beispiel der Name so stark an die &#8220;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&#8221; erinnere oder er zu sozialdemokratisch sei:</p>
<blockquote><p>&#8220;Mir ist der Name zu sozialdemokratisch. Aber gut – wenn zwei der drei Gr&#252;ndungsstr&#246;mungen sozialdemokratisch sind, muss das vielleicht so sein. Nat&#252;rlich ist »solidarisch« auch ein gr&#252;ner Begriff, und ein – inzwischen weitgehend anerkanntes – gr&#252;nes Thema. Trotzdem: gerade wenn dieser Think-tank sich um dieses Aufgabenfeld k&#252;mmern will [...], dann frage ich mich schon, ob »solidarisch« das richtige Adjektiv ist. Ich w&#252;rde ja sagen, dass eigentlich »gr&#252;n« hier viel besser passt, oder zumindest »sozial-&#246;kologisch«. Vielleicht w&#228;re auch eine ganz neue Wortsch&#246;pfung notwendig. Oder eben beides – »Institut f&#252;r eine solidarische und &#246;kologische Moderne«.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wie eine Antwort darauf liest sich die Wortmeldung von <a href="http://babenhauserhei.de/archives/560">Maik Babenhauserheide. Mit Verweis auf Westermayer schreibt er</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Zur Namenskontroverse kann ich nur sagen, dass Solidarit&#228;t f&#252;r mich  weder ein sozialdemokratischer Begriff ist noch an Progressivit&#228;t  vermissen l&#228;sst. Sicherlich h&#228;tte man dem Institut auch einen Namen  geben k&#246;nnen, der ganz unmissverst&#228;ndlich klarstellt, dass es sich  hierbei nicht um einen altlinken Folkloreverein handelt, der den zum  Teil gescheiterten linken Konzepten des Industriezeitalters nachh&#228;ngt  und auch das Thema &#214;kologie als linkes Projekt anspricht. Allerdings w&#228;re das wohl zu einem Namensunget&#252;m geworden , um das man  lange h&#228;tte ringen m&#252;ssen. Solidarische Moderne beschreibt meiner  Meinung nach sehr gut die gemeinsame Wertebasis der beteiligten  Personen. Auch ich bin in die Politik gegangen, weil ich an einer  solidarischen Gesellschaft mitarbeiten m&#246;chte. Und das als Gr&#252;ner!&#8221;</p></blockquote>
<p><span style="text-decoration: line-through;">Nils Simon berichtet &#252;brigens bei der Klimakrise, dass die namhaften Gr&#252;ndungsmitglieder gar nicht pers&#246;nlich anwesend waren</span> (Korrektur siehe Kommentar. <a href="http://klimakrise.de/2010/02/01/solidarische-moderne/">Sein Beitrag</a> ist trotzdem lesenswert).</p>
<p><em>Bild: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:DE_Ypsilanti_by_Steschke_02.jpg"class="img" rel="lightbox">wikimedia &#8211; Sven Teschke</a> unter <a href="/impressum/gnu-lizenz-fuer-freie-dokumentation/">GFDL</a>.</em></p>
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