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	<title>IMAGINE - Gemeinde Grossgrabe</title>
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	<description>Entdecke inspirierende Predigten und ermutigende Impulse aus der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Großgrabe! Im Imagine-Podcast erwarten dich kraftvolle Botschaften zu Glaube, Hoffnung und Liebe – direkt aus unserem Gemeindeleben. Egal, ob du eine neue Perspektive suchst, deinen Glauben vertiefen möchtest oder einfach neugierig bist: Unsere Predigten bieten dir lebensnahe Themen, die deinen Alltag bereichern. Abonniere jetzt den Feed und sei Teil unserer wachsenden Gemeinschaft – jederzeit und überall.</description>
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		<title>Corpus Mixtum</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Sep 2026 14:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Trotzig blickt der junge Mann mir ins Gesicht. Bisschen Datenschutz muss sein. Ich nenne ihn hier mal Til. Ist mir doch Latte, sagt Til. Reliunterricht. Herzlich willkommen. Das hat mir oft viel Spaß gemacht mit den Schülerinnen und Schülern. So bis vor paar Jahren habe ich das gemacht. Ich weiß aber auch, Reli ist nicht für jeden Schüler cool. Das ist völlig okay für mich. Jeder hat andere Vorlieben. Was mich aber immer ganz schön traurig gemacht hat, ist, wenn [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Trotzig blickt der junge Mann mir ins Gesicht. Bisschen Datenschutz muss sein. Ich nenne ihn hier mal Til.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ist mir doch Latte, sagt Til. Reliunterricht. Herzlich willkommen. Das hat mir oft viel Spaß gemacht mit den Schülerinnen und Schülern. So bis vor paar Jahren habe ich das gemacht. Ich weiß aber auch, Reli ist nicht für jeden Schüler cool. Das ist völlig okay für mich. Jeder hat andere Vorlieben. Was mich aber immer ganz schön traurig gemacht hat, ist, wenn ich Kindern und Jugendlichen in der Schule begegnet bin, die sich so scheinbar für überhaupt nichts interessieren, die dem Schulalltag nur noch über sich ergehen lassen und eine apathische Lebensgrundhaltung einnehmen. Wie konnte die kindliche Neugier so gänzlich platt gemacht werden? Frage ich mich dann. Til hat offensichtlich in über 10 Jahren Schüler- Karriere mit Extraschleife und Pipapo gelernt. Hier passe ich nicht rein. Ich komme hier auch nicht raus. Apathie ist seine Überlebensstrategie geworden. Wo wärst du denn gerne? Frage ich ihn. Nicht hier, rummelt er. Ja, wo denn stattdessen in meiner Werkstatt schrauben? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich erzähle euch diese kleine Episode aus meinem Leben, ähm, als ich noch Remi unterrichtet hatte. Ich glaube, sie ist ein Beispiel, das zeigt, wie schwierig es ist, so ganz unterschiedlichen Menschentypen gerecht zu werden. Unser Schulsystem scheitert da auch an manchen Stellen. Ich denke, es gibt auch kein Schulsystem, das gleichermaßen für alle passt. Gibt vielleicht auch keine Kirchgemeinde, die gleichermaßen für alle passt. Hm. Unser Schulsystem verliert zu viele Kinder, meine Meinung, aber anderes Thema. Aber Kirche geht es momentan nicht anders. Wir verlieren zu viele Kinder, auch Erwachsene. Und auch wir haben einen hohen Anspruch. Wir wollen einladend sein für alle. Alle sind willkommen, aber echt mit so unterschiedlichen Leuten, das ist auch echt anstrengend. Wollt ihr das wirklich? Wir sind so schon ein ziemlich bunter Haufen, stelle ich immer wieder fest. Ein Corpus Mixtum für die Lateiner, ne? geschüttelt oder gerührt, wie ihr wollt. Da kommt schon mal was zusammen, was ordentlich Reibungsenergie erzeugt. Davon ist auch was im Predigtext zu spüren, den ich heute für euch mitgebracht hast. Ich lese Paulus, den Apostel, der schreibt an die Römer. Ich lese aus dem 14. Kapitel die Verse 1 bis 9. In der Übersetzung Hoffnung für alle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Paulus schreibt: &#8222;Nehmt auch den ohne Vorbehalte an, dessen Glaube schwach ist und der meint bestimmte Speisevorschriften befolgen zu müssen. Verwirrt ihn nicht noch dadurch, dass er über unterschiedliche Ansichten streitet. So essen die einen äh so essen die einen guten Gewissens alles, während andere glauben, kein Fleisch essen zu dürfen. Niemand sollte deswegen auf die verächtlich herabschauen, die bestimmte Speisen meiden. Diese wiederum dürfen niemanden verurteilen, weil er alles ist, denn Gott hat jeden einzelnen von ihnen in seine Gemeinschaft aufgenommen. Und du bist nicht Herr des anderen. Mit welchem Recht willst du ihn also verurteilen? Ob er im Glauben standfest bleibt oder ob er fällt, ist eine Sache zwischen ihm und Gott, seinem Herrn. Und er wird im Glauben fest bleiben, denn der Herr hält ihn. Für manche Leute sind bestimmte Tage von besonderer Bedeutung. Für andere wieder sind alle Tage gleich. Jeder soll so leben, dass er mit voller Überzeugung dazu stehen kann. Wer nämlich bestimmte Tage als Heilig achtet, der will Gott damit Gott dem Herrn ehren. Und wer alles ohne Unterschied ist, der ehrt Gott auch, denn im Gebet dankt er ihm für das Essen. Meidet aber jemand bestimmte Speisen, dann tut er es aus Liebe zu Gott und auch der dankt Gott im Gebet und erweist ihm dadurch die Ehre. Niemand von uns lebt für sich selbst. Und niemand stirbt für sich selbst. Leben wir, dann leben wir für den Herrn und sterben wir, dann sterben wir für den Herrn. Ganz gleich, also ob wir leben oder sterben, wir gehören dem Herrn. Denn Christus ist gestorben und zu neuem Leben auferstanden, um der Herr der Toten und der Lebendigen zu sein. Amen und Halleluja. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht zur Einordnung. Soweit erstmal die Frage nach dem Essen. Ihr hab mitgelesen hier, ne? Äh zur Danke schön dafür. Zur Einordnung. Die Frage nach dem Essen war für die Leute damals überhaupt keine Nebensächlichkeit. Dahinter steht die Frage: Sollte ich mich als wahrhaftiger Jesusanhänger an die jüdischen Regeln halten, die für den frommen Juden Jesus selbstverständlich waren? Der hat kein Schweinefleisch gegessen. Hat er einfach nicht gemacht. Der war Jude. Jesus. Ganz klar. Es werden aber auch Leute Christen, die aus anderen kulturellen Kontext kommen, die sagen, was ich soll jetzt kein Schweinefleisch mehr essen und ein Tag jede Woche für Gott, für Juden selbstverständlich, für nicht Juden. Na ja, zur Zeit damals war die 24-7 Woche, ne? Der Alltag, die Normalität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Überzeug jetzt erstmal deinen Chef, ne, dass du ein Tag feiern willst in der Woche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, also Christen mit jüdischen Background haben dazu eine andere Haltung gehabt zu diesen Dingen als Christen aus anderen Kulturen. Äh in den frühen christlichen Gemeinden sitzen die jetzt zusammen am Tisch und äh überlegen, was es eben zu essen gibt, ne? Dann ist das Thema auf dem Tisch sozusagen. Und Paulus sagt, wer bestimmte Tage als Heilig achtet, der will damit Gott den Herrn ehren. Super. Und wer alles ohne Unterschied ist, der ehrt Gott auch, denn im Gebet dankt er ihm für das Essen. Super. Meidet aber jemand bestimmte Speisen, z.B. kein Fleisch oder nur Veggi, dann tut er das aus Liebe zu Gott genauso super. Alles super. Jeder so wie er denkt, ist eine Sache zwischen Gott und jeden einzelnen. So, lass es erstmal stehen. Äh und erstmal Zeit für euch. Ich möchte, dass ihr euren Gedanken bisschen Raum gebt, dass ihr euch mal zwei zu zweit oder zu dritt zusammenrauft. Bissel umdrehen. Müsst gucken, ob er jemand findet, ne? Äh und ich lade euch ein in kleinen Grüppchen mal für 3 Minuten euch auszutauschen über die Frage, wie wärst du an Paulus statt mit diesem Konflikt umgegangen? Siehst du es auch so locker, entspannt, wie ihr denkt. Ähm oder wie viel Einheitlichkeit braucht man da doch bei solchen Fragen? Wenn er nicht zum Ergebnis kommt, zu einer Einigung miteinander, ne, dann herzlichen Glückwunsch. Äh vielleicht schafft das auch. Geht erstmal wirklich um Austausch. Guckt mal, dass das vielleicht jeder die Chance hat, was zu sagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, ich merke schon, also ihr braucht mich hier auch nicht unbedingt. Ich hoffe, ihr hattet einen regen Austausch. Ihr könnt es nachher gerne fortsetzen. Und wie ist es euch so ergangen? Wart ihr euch ziemlich einig in euren Grüppchen? Ja, schon gibt so oder seid ihr sehr unterschiedlicher Meinung gewesen oder sagt, ja, treibt mich jetzt nicht so um. Ui, jetzt kriege ich ja aber Sound. Ähm, ich habe ja für mich so ein bisschen geguckt, was wären denn heute Themen, die uns als Gemeinde vielleicht genauso umtreiben könnten, wie damals so die Frage nach dem Schnitzel. Ja. Nein, so ne. Ähm oder nach dem Feiertag. Äh und mir sind da so paar Ideen gekommen, vielleicht komme ich auch noch mehr. Äh Beispiele werden z.B. zu fragen, wie wie politisch sollte Kirche überhaupt sein oder Kriegsunterstützung für die Ukraine? Ja. Nein. Wäre es gut im Sinne der Bewahrung der Schöpfung, wenn wir alle zu Vegetariern werden? Da sind Emotionen im Raum&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"> Was ist unsere Haltung zu Ehe und Familie? Müssen Kirchvorsteher und Kirchvorsteherinnen verheiratet sein? Muss ich als Pfarrer verheiratet sein? Wäre es auch okay, wenn ich einen männlichen Partner hätte? Wie lese und verstehe ich die Bibel? Welche Rolle hat das Gebet bei uns? Darf eine 14-jährige hier vorne predigen? Das macht eigentlich ein Gottesdienst zu ein richtigen Gottesdienst?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie weit sollten wir auf besondere Bedürfnisse einzelner Menschen eingehen? (Wir haben jemand, der hört nicht gut, Rolli und so&#8230;)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euch fallen vielleicht noch ganz viele Themen ein und vielleicht habe ich die wichtigsten vergessen. Ich hatte immer das Gefühl, da ist eigentlich noch mehr. Ähm, ich merke auf jeden Fall, da sind auch schnell so Themen dabei, da sind ganz schnell Emotionen da, ne?  An solchen Fragen sind auch schon Gemeinden zerbrochen und haben sich gespalten. Wie lese ich die Bibel? Kann man sich richtig in die Haare kriegen. Wir Menschen sind unterschiedlich und es ist keineswegs so, dass wir alle zu der gleichen Meinung kommen, wenn wir nur lang genug die Bibel lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur ist Paulus schon ein kluger von Gott gesegneter Kopf. Er sagt, an all diesen Fragen dürfen wir uns nicht gegenseitig zerreiben. Wir sollten sehr vorsichtig sein bei Aussagen, was Gottes Wille sei und was nicht. Was sich für einen guten Christen und eine gute Gemeinde gehört und was nicht. Du bist nicht der Herr des anderen. Mit welchem Recht willst du ihn also verurteilen? So schreibt Paulus: &#8222;Jeder sollte das für sich vor Gott verantworten. Was für die eine richtig und wahr ist, muss es nicht für den anderen sein.&#8220; Und er macht da was, was ihn als Jesu Schüler wirklich auszeichnet: Er merkt, das ist eine Frage, kann man so sehen, kann man auch so sehen. Ist gar nicht so einfach. Also zieht er das eine Ebene hoch. Er macht den Schritt, den Jesus macht, ne? Also auf die Frage hin, was ist denn das wichtigste Gebot in der Bibel an das was wir uns auf jeden Fall halten müssen? Sagt Jesus, Liebe Gott und dein Nächsten wie dich selbst. Dreifachgebot der Liebe. Gott, dein Nächsten, dich selbst. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt so unterschiedliche Typen. Unterschiedliche Typen vergessen unterschiedliche Pole dieses Dreiecks, ne? Dreifachgebot der Liebe. Das heißt, er stellt sich die Frage, was dient denn der Liebe? Und dann stellt doch fest, der eine, der verzichtet auf bestimmte Speisen, um damit Gott zu ehren, das ist Liebe gegenüber Gott. Halleluja, wunderbar. Mach das. Und der andere sagt: &#8222;Gott beschenkt mich mit allen möglichen, insbesondere Schweinefleisch.&#8220; Coole Sache, schmeckt. Halleluja. Danke Gott. Wunderbar. Also Paulus geht den Schritt zurück und sagt, es geht nicht drum, dass jetzt hier, dass mal ne das Gesetz, das Wort des Gesetzes einhalten, sondern was dahinter steht. Gerade in den schwierigen Fragen. Fragen, wo wir unterschiedlicher Meinung sein können, ist dieser Schritt, glaube ich, ganz wichtig, ganz wesentlich. Paulus zieht es auf die Ebene des Liebesgebotes, was dem Herrn dient. Das heißt, wenn es um andere Fragen geht oder andere Dinge, ne, könnte der auch zu anderen Aussagen kommen, ne? Das heißt nicht, ist alles Latte, macht was er wollt, ne? Alles ist erlaubt, alles möglich. Es würde Paulus glaube ich nicht sagen, sondern der würde in solchen kritischen Fragen immer diese diese Prüfung anbieten, sagen &#8222;Dient es der Liebe?&#8220;. Und wenn ja, wunderbar, wenn das andere auch der Liebe dient, sowas hindert&#8217;s, ne? Los geht&#8217;s. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und entscheidend bleibt dann für ihn und das finde ich ganz wunderbar und das ist für mich so eine so eine Spur, was was mich auf die Spur bringt. Was hält uns am Ende als Kirchgemeinde, als Christengemeinde zusammen? Was ist das, was wir unbedingt teilen, was auch nicht aufgeben können? Damit endet er nämlich diesen Absatz, denn er sagt, wir alle gehören dem Herrn. Egal, was wir tun, wir gehören dem Herrn, denn Christus ist gestorben und zu neuem Leben auferstanden, um der Herr der Toten und der Lebendigen zu sein. Dann denke ich so: &#8222;Halleluja, Paulus, ja, so ist es. Jesus Christus ist und bleibt das Zentrum unseres Glaubens und der der uns zusammenhält. In Jesus Christus sind wir eins und er ist der, der alle Unterschiede zusammenhält.&#8220; Äh was ich aus diesem Text auch herausnehme ist, dass ich sage, ich persönlich möchte vorsichtig sein über dieses Fundament Jesus Christus noch viel mehr zu bauen, was unsere Einheit begründet. Also, du musst das und das und das und das und du musst diese Einstellung zu diesem Thema haben und diese zu dem, dann darfst du hier dabei sein. Sondern ich nehme daraus mit, nee, Jesus Christus, die Hoffnung auf den auferstandenen Herrn. Er ist unser Herr und der Herr unseres Lebens, der ist für uns gestorben. Wir sind gerettet. Halleluja. Das ist unser Zentrum, Jesus Christus. Wir sind Personkult als Christen, ne? Das ist unser Fundament. Wir vertrauen auf Jesus Christus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entschuldigt bitte, meine Stimme ist ja noch etwas in Mitteleidenschaft. Da kommt das Leitbild wieder rein, ne? Also in der Taufe sind wir in ein Leib hineingetauft, in den Leib Jesu Christi und sind damit untrennbar verbunden. Das heißt diese wir sind eins, selbst wenn wir uns nicht ausstehen können oder unterschiedliche Positionen in diesen Leib einnehmen, ähm Jesus, in Jesus sind wir eins. Wir bleiben verbunden. Wir bleiben ein Leib und wir brauchen einander. Und das hilft vielleicht dann auch manche Unterschiede auszuhalten, zu sagen, okay, tickt wirklich ganz anders als ich in vielen Fragen, aber in Jesus Christus in unserm Vertrauen, unseren Hoffen auf den Herrn sind wir eins. Alles andere soll uns nicht auseinandertreiben. Ich glaube, in der Umsetzung ist es manchmal bisschen mühsam und ähm gar nicht so einfach achtsam da miteinander umzugehen, auch die Grenzen des anderen zu schützen. Und sich auch in aller Unterschiedlichkeit wertzuschätzen. Aber ich glaube, dieser Toleranzgedanke ist tief im christlich-jüdischen Denken schon verwurzelt und er kann uns da sehr helfen. Schon die Verfasser und Sammler alttestamentlicher Schriften waren so weise unterschiedliche Dinge einfach nebeneinander stehen zu lassen. Die haben sich an vielen Punkten nicht entschieden. Das ist richtig, das ist falsch. Wir haben es einfach nebeneinander gestellt und hab gesagt, lest&#8217;s euch durch, guckt, was euch besser gefällt. Da steht gutes Zeug drinne, da auch prüfet alles und behaltet das Gute, ne? Schöpfungsberichte z.B. die Bibel schreibt einfach zwei hintereinander weg am Anfang. Die unterscheiden sich mit unter ganz schön dolle. Krieg ich nicht in allen Punkten überein, ne? Ähm, der alte Hebräer sagt: &#8222;Beides gut, beides gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt gibt eben oft nicht nur die eine Wahrheit. So und jetzt ähm mache ich mal ein Sprung zu unserem Leitbild. Das ist nämlich ein cooles Ding. Könnt ihr auf unserer Homepage nachlesen. Ähm und dieses Leitbild, das äh hilft mir manchmal so auch das noch mal vor Augen zu halten, welchen Anspruch wir da so hinterher rennen als Gemeinde. Ähm denn auch da steckt der Gedanke drinne, dass wir eben ein ganz schön bunter Haufen sind, ein Corpusmixtum und äh, dass das kein Handicap ist, sondern vor allen Dingen eine Stärke. Ich lese euch mal einige Passagen aus dem Leitbild unserer Kirchgemeinde vor. Da steht: &#8222;Wir sind offen für die Menschen in unserer Umgebung. Wir glauben, dass Gott dadurch mit uns spricht.&#8220; Ich denke an Til.  &#8222;Ist mir doch latte&#8220;, sagt er, ne? </p>



<p class="wp-block-paragraph"> Mhm. Ich glaube, dass Gott dadurch mit mir spricht. Ähm, wir sehen Menschen als von Gott begabt an. Jeder darf bei Gemeinde mitbauen. In unserer Gemeinschaft ist uns ein wertschätzender Umgang miteinander wichtig. Wir sind offen für Gott und nahbar fürinander. Persönliche Beziehung und Gebet halten uns beieinander. Bei bei Konflikten streben wir nach Versöhnung und Frieden. In unserer Verschiedenheit ringen wir um Einheit. Ich finde, es sind starke Sätze. Ihr könnt das wie gesagt noch mal nachlesen, auch das, was ich jetzt nicht vorgelesen hat habe. Äh Unterschiedlichkeit, andere Sichtweisen, Diskrepanzen, Widerspruch, das mag oft irritieren, aber das als Stärke zu sehen, Vielfalt, das ist glaube ich der Weg. Das weitet unseren Horizont. Es weitet den Blick auf das, was Gott tut und ermöglicht weit über das, was ich erwarte hinaus. Vielfalt ist eine Bereicherung. Vielleicht ist das nicht nur bei der Ernährung ein guter Ratgeber, sich vielfältig zu ernähren. Es schützt auch vor geistiger und geistlicher Verarmung. Vielfalt macht eine Gemeinschaft stark und resilient. Eine Gemeinschaft, die Vielfalt als Stärke sieht, hat nämlich einfach mehr Auge für die Vielfalt der Begabungen, die Gott den Menschen schenkt, die Vielfalt der Möglichkeiten. Und gerade in einer Zeit, wo sie viele in ihre bequemen digitalen und analogen Bubbles zurückziehen, halte ich das für unheimlich wichtig. Eine Gemeinschaft, die Vielfalt schätzt und Unterschiede aushält, die bleibt beweglich und nutzt die Chancen der Zeit, heißt Menschen willkommen, ist viel mehr in der Lage auch die verschiedenen Lebensumstände und Situationen von Menschen wahrzunehmen und auf die auch zu reagieren und einzugehen und Menschen aus ganz unterschiedlichen Kontexten auch zu ermöglichen, sich einzubringen. Vielfalt ist kein Handicap. Sie macht uns stark. Das möchte ich heute stark machen. Und ich glaube, und das ist wirklich wichtig, man kann da eine große Offenheit haben, wenn man sich über den gemeinsamen Kern klar ist. Und der gemeinsame Kern, das gemeinsame Zentrum ist für mich das Bekenntnis zu Jesus Christus, unserem Herrn. Und da erwähne ich mich sehr in der Linie der neutestamentlichen Schriften, die immer wieder darauf zu sprechen kommen. Und der Kern unseres Glaubens ist, dass Jesus Christus der Herr ist, der ist von den Toten auferstanden und rettet uns bis ins ewige Leben. Der ist die Mitte  unserer Gemeinschaft. Punkt. Und in allen Dingen darüber hinaus, in diesen Fragen, die auch wichtig sind, um das miteinander zu klären, schenke uns der Herr viel Achtsamkeit und offene Sinne und Wertschätzung füreinander.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schüler und ich haben den Til zu Hause besucht. In seiner Scheune hinter dem Haus, die eher einer Kfz Werkstatt gleicht, haben wir zusammen dann gestanden. In der Mitte ein halb zusammengebautes Motorrad, drumherum allerlei Teile, Werkzeugschrauben &#8211; a Mess. Abgefahren, sagt einer der Jugendlichen. Nicht anfassen, da darf nichts verloren gehen. Weist uns Till an. Das bekommst du doch nie wieder zusammen, sagt einer. Doch klar, sagt Til trotzig. Til, hast du keine Angst beim auseinanderschrauben, dass du es nicht mehr zusammen bekommst? Frage ich. Nee, da habe ich keine Angst. Habe ich schon 100 mal gemacht, sagt Til. am Anfang noch mit Opa zusammen vor seinem Unfall. Ich weiß genau, wo was hingehört. Da kann nichts schiefgehen. Aber wenn ich eine Runde drehen will, dann bete ich jedes Mal davor, denn was auf der Straße passiert, das hat man nicht in der Hand. Zustimmend das Nicken in der Runde der Jugendlichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr ist es nicht, sagt Til in die andächtige Stille hinein. Das ist eine ganze Menge, sag ich. Danke, dass du das mit uns geteilt hast. Eine Woche später Reliunterricht. Til hängt apathisch auf seinem Stuhl. seine ganze Körpersprache ein Ausdruck des Desinteresses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber das fällt mir leichter zu tolerieren, denn ich weiß genau, dass der seine Stärken hat. Die befreiende Kraft der Vielfalt und unserer Unterschiedlichkeit und das anzuerkennen, die zeigt sich für mich auch, wenn ich die Perspektive rumdrehe. In einer Gemeinschaft, die Vielfalt schätzt, darfst du auch so sein, wie du bist. Du musst dich nicht verbiegen, du musst dich nicht verstellen. So wie du bist, so bist du willkommen. Du bist ein Goldschatz, ein von Gott begabter Mensch. Und wenn du ein sonderbarer Typ bist, der nicht so ganz ins Raster passt, dann herzlich willkommen im Korpusmixtum. Dann sind wir schon mal zwei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und manchmal sind es gerade die, die nicht ins Raster passen, die so in unserer Umgebung sind und die schwer Zugang haben in Gemeinschaft, durch die Gott zu uns sprechen möchte. Und wenn du nicht siehst, wo du hier für dich ein Platz hast, wo du das einbringen kannst, was du einbringen möchtest oder kannst, dann lass uns zusammen schauen, was können wir verändern, damit du loslegen kannst. Brauchst du einfach eine andere Kaffeemaschine, um Kaffee zu kochen nächste Woche? Das sind lösbare Dinge oft. Amen.</p>
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		<title>Erntedankgottesdienst</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Sep 2026 07:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Zu Jesu Zeiten gab es keine Supermärkte, kein abgepacktes Brot, das wochenlang haltbar ist. Wer Brot essen wollte, musste einen langen Weg gehen. Getreide anpflanzen, Mehl malen, Salz gewinnen, Sauerteig ansetzen, Feuerholz holen und dann Fleiß, Zeit, Geduld, die richtige Menge von allem. Erik und ich backen auch seit ein paar Jahren unser Brot zu Hause selbst und natürlich kann ich meinen Sauerteig mittlerweile bis zu zwei Wochen im Kühlschrank aufbewahren. Das Teig kneten übernimmt die Küchenmaschine und fürs Ausbacken [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Zu Jesu Zeiten gab es keine Supermärkte, kein abgepacktes Brot, das wochenlang haltbar ist. Wer Brot essen wollte, musste einen langen Weg gehen. Getreide anpflanzen, Mehl malen, Salz gewinnen, Sauerteig ansetzen, Feuerholz holen und dann Fleiß, Zeit, Geduld, die richtige Menge von allem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erik und ich backen auch seit ein paar Jahren unser Brot zu Hause selbst und natürlich kann ich meinen Sauerteig mittlerweile bis zu zwei Wochen im Kühlschrank aufbewahren. Das Teig kneten übernimmt die Küchenmaschine und fürs Ausbacken benötige ich auch kein Feuerholz mehr. Und trotzdem ist eine Sache entscheidend gleich geblieben. Wenn ich morgen ein Brot will, muss ich es heute ansetzen, denn der Teig braucht Zeit zum Gehen. Das kann auch die moderne Technologie in meiner Küche nicht beschleunigen. Die bekannte Bitte aus dem Vater unser in Matthäus 6, unser tägliches Brot gib uns heute, setzt also offenbar nicht erst beim fertigen Endprodukt an, denn das dauert ja mindestens einen Tag in der Zubereitung, sondern das tägliche Brot begann bereits am Tag zuvor und die Bitte aus dem Vater unser schließt das mit ein, denn wortwörtlich steht in der Bibel an dieser Stelle, Das Brot für morgen gib uns heute. Es geht um den ganzen Prozess, um den guten Boden beim Sähen, das Aufgehen der Saat, um eine gute Ernte, um ausreichend haben von allem, was man braucht, um die Bitte um Geduld und das Gelingen beim Backen selbst. Unser täglich Brot, gib uns heute heißt nicht sieh zu, dass das Essen pünktlich um 12 Uhr auf dem Tisch steht, Jesus. Es geht nicht um Geschwindigkeit, nicht um das fertige Produkt hier und jetzt, sondern um den ganzen Weg bis dahin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wir haben gerade in der Lesung gehört, Gott kann auch anders. Werfen wir dafür noch mal einen Blick zurück in die Wüste. 2. Mose 16. Israel ist aus Ägypten befreit, aber in der Wüste gibt es nichts zu essen. Das Volk Murt und Gott antwortet nicht mit einer Erklärung, nicht mit einem Prozess, nicht mit einem Weg oder einer Getreideflanze, sondern ganz konkret hier und jetzt mit Brot vom Himmel, dem Manner. Aber er stellt auch eine Bedingung. Er lässt es regnen und regnen und regnen, aber das Volk darf nur so viel sammeln, wie jeder für einen Tag brauchte, nicht mehr. Und ich bin ehrlich mit euch. Beim Lesen der Geschichte dachte ich, diese Bedingung sei jetzt nicht so wahnsinnig clever. Und beim Weiterlesen der Geschichte bestätigte sich mein Bauchgefühl, denn die Bedingung setzte eine Sache voraus, dass die Menschen wussten, wie viel sie brauchten für einen Tag, dass sie ihr Maß kannten, ihren Bedarf und Hand aufs Herz. Wer von uns war nicht schon einmal hungrig einkaufen oder hungrig im Restaurant? Und wer von uns hat sich dabei nicht schon einmal maßlos in der Frage überschätzt, wie viel er schafft oder braucht? Ein Volk, das seit Tagen hungerte in der Wüste, jetzt also zu sagen, es solle nur das Brot sammeln, was es für einen Tag brauchte, ist aus meiner Sicht etwas, nennen wir es, wagemutig von Gott. Und lesen wir in der Geschichte weiter, bezeugt sich mein Verdacht, die Menschen sammelten mehr, als sie für einen Tag brauchten und der Vorrat verdarb über Nacht. Eine Strafe für den Ungehorsam gegenüber Gottes Bedingung. Also fragte ich mich, wieso ließ Gott nicht einfach einen ganzen Vorrat regnen? Vielleicht keinen ganzen Jahresvorrat, aber doch wenigstens für einen Monat oder eine Woche. Das wäre doch auch in Ordnung gewesen. Stattdessen musste das Volk jeden Tag neu sammeln. Wieso?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, weil Gott seinem Volk damit etwas lehren wollte über Vertrauen und echte Freiheit, über Sorglosigkeit und Unterordnung. Und Jesus greift spannenderweise genau diese Lehre viele, viele, viele Jahre später wieder auf. Wir wissen also schon mal, dass Gott beides geben kann, dass fertige Manner in diesem Moment geschenkt und bereit zum Einsammeln, aber auch die Zutaten, die unser Zutun brauchen, unsere Geduld, unsere Arbeit, unsere Zeit, bis am Ende manchmal auch erst nach ein paar Tagen das fertige Brot daraus wird. Und beides kommt von Gott, beides ist seine Versorgung. stellt sich also nur noch die Frage, die Ricke vorhin schon mal aufgeworfen hat, was ist denn jetzt eigentlich dieses Brot, diese Versorgung von Gott? Was bedeutet das für uns heute?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, sie ist drei Dinge, vielleicht sogar mehr, aber drei habe ich mitgebracht heute morgen. Ich glaube, unser tägliches Brot ist materielle Versorgung. Ich glaube, unser tägliches Brot ist geistliche Versorgung und ich glaube, unser tägliches Brot ist soziale Versorgung. Beginnen wir mit der materiellen Versorgung. Die Bitte um das tägliche Brot ist die einzige materielle Bitte im Vater unser. Etwas ganz handfestes, etwas was materielles zum Inhalt hat. Wir bitten in erster Linie für ausreichend Nahrung. und etwas weiter gedacht, auch im übertragenen Sinne für sonstige materielle Versorgung. Eine Wohnung, die uns Zuflucht ist, für ein Gehalt, mit dem wir unseren Lebensunterhalt bestreiten können, für Kleidung, Mobilität, Freizeit, für Lebensumstände, die uns tragen und uns fördern. Wenn wir Gott um unser tägliches Brot bitten, dann bitten wir um die Sicherung unserer Existenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wort, das im Vater unser von Jesus für das Wort Brot verwendet wird, taucht noch einmal in Sprüche 30 in Versen 8 und 9 auf. Ich lese: Armut und Reichtum gib mir nicht. Lass mich das Brot, das ich brauche, genießen, damit ich nicht satt geworden leugne und sage: &#8222;Wer ist denn der Herr? und damit ich nicht arm geworden stehle und mich vergreife an dem Namen meines Gottes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Weisheit, mit der wir hoffentlich mal daraus gelernt haben, hungrig einkaufen oder essen zu gehen. Mit dieser Weisheit bittet der Autor Gott hier um das richtige Maß. Weder Armut noch Reichtum, weder Hunger noch Übersättigung. Denn er weiß, beides, beide Extreme können uns am Ende vergessen lassen, wer uns wirklich versorgt. Und um genau diesem Risiko zu entgehen, um uns daran zu erinnern, von wem unsere Versorgung kommt, wem wir sie zu verdanken haben, feiern wir jedes Jahr Erntedank. Wir sammeln Lebensmittel in großen Mengen, bauen sie schön trappiert und dekoriert hier im Altarraum auf und wir blicken auf diese Gaben und ich finde auf eine besondere Art und Weise macht uns das doch schon satt. Wie meine ich das? Schaut euch die Gaben hier vorne einmal an. Allein der Anblick, das Wissen um diese Fülle tut uns gut. Es ist etwas Kleines, ein kleines Bild für etwas viel Größeres. Dankbarkeit. Dankbarkeit selbst kann satt machen. Das Wissen darum, dass Jesus Christus unser Versorger ist, kann satt machen, noch bevor wir irgendetwas materielles bekommen haben. Denn bei der Bitte um unser tägliches Brot geht es eben auch zweitens um unsere geistliche Versorgung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch einmal zurück in die Wüste zum Volk Israel. Als Mose viele Kapitel später auf das Manner zurückblickt, deutet er es dem Volk so. Er also Gott, er demütigte dich und ließ dich hungern und speiste dich mit Manna, dass du und deine Väter nie gekannt hatten, auf dass er dir Kund täte, dass der Mensch nicht lebt vom Brot allein, sondern von allem, was aus dem Mund des Herrn geht. wieder eine Lehre, die Jesus selbst genauso viele Jahre später zitiert, als er in der Wüste vom Teufel versucht wird. Jesus, der Sohn Gottes, stellt sich wieder unter das Wort und sagt: &#8222;Auch ich lebe nicht vom Brot allein, sondern von Gott, meinem Vater.&#8220; Und er geht noch einen ganzen Schritt weiter. Er sagt nicht nur, dass der Mensch mehr als Brot braucht, er sagt: &#8222;Ich selbst bin dieses Meer.&#8220; Johannes 6:35: &#8222;Ich, Jesus bin Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nicht hungern und wer an mich glaubt, der wird nimmer mehr dürsten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jesus stillt Lebenshunger. Er stillt unsere Sehnsucht nach Sinn, nach Zufriedenheit, nach Vergebung, nach Hoffnung und Frieden und nicht zuletzt nach der Quelle all dieser guten Dinge, Gott selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um unser täglich Brot zu bitten und es zu empfangen, heißt also auch mit Gaben ausgestattet zu werden, die wir einsetzen dürfen in seinem Reich und zu seiner Ehre. Was ich spannend an materieller und geistlicher Versorgung finde, ist, dass wir materielle Versorgung in unserem Leben häufig so wie das Manner vom Himmel erleben. Es ist einfach da oder es ist nicht da. Entweder haben wir Geld auf dem Konto oder wir haben es nicht. Entweder wir bekommen den gewünschten Job oder wir bekommen ihn nicht. Entweder wir werden Heil von der Krankheit oder wir werden es eben nicht. Natürlich und selbstverständlich gibt es Graustufen dazwischen und das Leben ist nicht ganz so schwarz und weiß. Aber im Gegensatz zu der materiellen Versorgung, die wir oft daran erkennen oder messbar machen, ob wir etwas haben oder nicht haben, geht es bei der geistlichen Versorgung viel häufiger um den Prozess des Brotbackens. Wir bekommen eine Gabe, eine Identität, eine Persönlichkeit und dann lernen wir dazu. Wir lesen die Bibel, wir befinden uns in Beziehung und Austausch mit Gott und anderen. Vielleicht besuchen wir einen Hauskreis, hören einen Podcast oder stellen uns einfach nur den Herausforderungen des Alltags und wachsen daran. Aber wir entdecken jeden Tag ein Stück mehr von dem Menschen, den Gott in uns geschaffen hat. Wir geben uns selbst jeden Tag ein Stückchen mehr auf, um ihm ähnlicher zu werden. Und das ist kein Tagwerk, das ist nicht haben oder nicht haben. Das ist ein Prozess, der Beziehung braucht. Und damit sind wir beim dritten und letzten Punkt heute morgen. Ich glaube, dass die Bitte um unser tägliches Brot auch die Bitte um soziale Versorgung ist. Denn egal, ob in unserer Bibelübersetzung, unserer Wahl oder im Urtext beim Vater unser fällt auf, die Bitte ums tägliche Brot steht im Plural. Wir bitten nicht gib mir, wir bitten gib uns. Denn wir beten dieses Gebet nicht nur für uns. Wir beten es in und für eine Gemeinschaft, die Jesus nachfolgt. Wir sammeln diese Gaben heute morgen hier nicht für uns, sondern wir sammeln sie zum Erinnern und zum Weitergeben. Wir verschenken aus unserem Überfluss, damit kein Mangel entsteht oder damit Mangel, der bereits da ist, an einer anderen Stelle gefüllt wird. Im materiellen Sinne bedeutet das, wir bitten im Vater unser für die Menschen mit, denen es wirklich fehlt. Für die, die heute nicht in vollen Kirchen sitzen und Erntedank feiern. Und hier wird es unbequem, auch an einem eigentlich so schönen Tag wie heute. Denn UNIZEF schreibt in ihrem Jahresbericht, dass 2025 rund 645 Millionen Menschen auf dieser Welt von Hunger betroffen waren. Das ist ungefähr jeder 13. Mensch und weitere 150 Millionen Kinder sind in diesem Augenblick auf dieser Welt chronisch mangel ernährt. Einige Länder und Regionen stehen am Rande einer Hungersnot oder haben diese bereits ausgerufen. Dazu zählen beispielsweise der Jemen, afrikanische Länder wie der Südsudan sowie einige Länder im Süden und Westen Asiens. Und das ist erschreckend, das ist alarmierend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und mindestens miren trängt sich in Hinblick auf diese Fülle und diese Fakten die Frage auf hört Gott mein Bitten um unser täglich Brot überhaupt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber Tatsache ist auch, Gott gibt genug. Auf unserer Erde gibt es genug Nahrung, um Menschen satt zu machen, aber sie ist nicht gerecht verteilt. Und hierfür gibt es keine scheinbar einfache Lösung. Wir brauchen einen Gott, der mit seinem Geist die Wirtschafts, Klima und Entwicklungspolitik dieser Welt bewegt. Und wir brauchen einen Gott, der uns und unseren Geist bewegt. Auf dass wir täglich neu bitten um unsere Welt, auf dass wir erkennen, was wir selbst abgeben und teilen können. und auf dass wir Mut haben hinzusehen und nachzufragen, wo wir Mangel erahnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ich gerade gesagt habe, gilt nicht nur auf unsere Welt gesehen, sondern auch im kleinen klein hier in Großgrabe, einem sächsischen Dorf. Wir wählen heute unseren Kirchenvorstand für die kommenden 6 Jahre. ein Kremium, das unsere Gemeinde leiten soll. Und auch das ist ein Stück tägliches Brot, dass wir im Miteinander von Gott erbitten sollen. Gott versorgt seine Gemeinde mit Leiterinnen und Leitern, die bereit sind zu dienen. Und wenn ihr nachher eure Stimme abgebt oder es vielleicht sogar schon getan habt, dann bittet doch im Stillen: Herr, gib uns heute die Menschen, die wir als Gemeinde brauchen, um weiterzugehen. schenkt Beziehungen, die tragfähig sind und einander auch in Verschiedenheit aushalten. Schenk Leitung, die Verantwortung übernimmt und Gemeinde, die vertrauen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn ich glaube, unser Gebet kommt am Ende immer wieder an einer Stelle zusammen, in der Lehre Gottes, dass wir nur das Brot nehmen, was wir für einen Tag, für den heutigen Tag brauchen in dem festen Glauben und Vertrauen, dass er uns morgen wieder genauso reich versorgen wird mit allem, was wir für den morgigen Tag brauchen. Ich</p>



<p class="wp-block-paragraph">finde Erntedank, genauso wie den Buß und Btag oder den Totensonntag im Kirchenjahr enorm wichtig, weil uns diese Tage etwas ins Bewusstsein rufen, was wir im Trubel des Alltags schnell vergessen. Wir sind in allem von Gott abhängig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Materielle, geistliche und soziale Versorgung, die uns satt macht, kommt am Ende nur von Gott allein. Alles, was wir haben, haben wir von ihn. Alles, was wir brauchen, finden wir bei ihm. Und ich habe am Anfang die Frage gestellt, wieso Gott nicht einfach einen Vorrat an Mana hat regnen lassen? Wieso durfte das Volk nur für diesen einen Tag sammeln? Ich glaube, dass die Antwort unserer menschlichen Vergesslichkeit liegt. Sind wir zu hungrig, verlieren wir das Vertrauen in Gottes perfektes Timing und seine Versorgung. Sind wir zu satt, verlieren wir das Bewusstsein über den Geber der guten Gaben. Lasst uns also das Vater unser, wenn wir es heute gemeinsam beten und auch in der kommenden Woche nicht nur als Gebet im frommen Stil beten, sondern es nutzen, um uns daran zu erinnern, wer Gott ist und vor allem, wer wir vor ihm sind. uns als Erinnerung daran, dass wir viele sind. Eine Gemeinschaft, die für einander Verantwortung übernimmt und einsteht, miteinander teilt und einander versorgt. Lasst uns nicht vergessen und lasst uns gemeinsam mit dem folgendem Lied aus dem grünen Gesangbuch aus der Nummer 34 bekennen und beten. Bevor ihr jetzt gleich losras raschelt und der Posaunenchor die ersten Töne singt, lasst mich einmal lesen. Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust. Ich singe und mache auf Erdenkund, was mir von dir bewusst. Ich weiß, dass du der Brunnen der Gnad und ewige Quelle bist, daraus uns allen früh und spart viel Heil und Gutes fließt. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd, dass uns, oh Fater, nicht von dir allein gegeben wird? Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Fels mit Zau und Regen netzt? Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir. Du, du musst alles tun. Du hältst die Wach an unserer Tür und lässt uns sicher ruhen. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer froh, fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, treulich bei. Amen. </p>
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		<title>Mensch Jesus</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Aug 2026 14:30:00 +0000</pubDate>
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		<title>Regenbogenstraße zum Schulanfang</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/regenbogenstrasse-zum-schulanfang/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 23 Aug 2026 08:00:00 +0000</pubDate>
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		<title>Pflicht &amp; Kür</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2026 14:30:00 +0000</pubDate>
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		<title>Hinter den Kulissen</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/hinter-den-kulissen-2/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 09 Aug 2026 07:30:00 +0000</pubDate>
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		<title>Der Liebesbrief Gottes</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/der-liebesbrief-gottes/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 12 Jul 2026 07:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Einleitung: Die Macht der Liebe Abends um kennt Sophie kein Pardon. Da kann die Mutter noch so dringend mahnen. Sophie, du musst noch Klavier üben, oder? Sophie, nun hilft doch bitte mal den Tisch decken. Aber diese halbe Stunde zwischen 18:15 Uhr und 19 Uhr 45 Uhr gehört ganz der Liebe. Wie alle ihre Freundinnen aus der Schule guckt die Konfirmantin Sophie in dieser Zeit täglich Anna und die Liebe. Am nächsten Morgen oder vielleicht schon am Abend auf Facebook [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Einleitung: Die Macht der Liebe</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Abends um kennt Sophie kein Pardon. Da kann die Mutter noch so dringend mahnen. Sophie, du musst noch Klavier üben, oder? Sophie, nun hilft doch bitte mal den Tisch decken. Aber diese halbe Stunde zwischen 18:15 Uhr und 19 Uhr 45 Uhr gehört ganz der Liebe. Wie alle ihre Freundinnen aus der Schule guckt die Konfirmantin Sophie in dieser Zeit täglich Anna und die Liebe. Am nächsten Morgen oder vielleicht schon am Abend auf Facebook oder Instagram werden die neuesten Entwicklungen besprochen. Für die meisten erwachsenen Betrachter geht es immer um das gleiche. Da wird sich fair und entliebt. Da treibt einer ein falsches Spiel mit der Liebe. Eine will nur ihren Spaß, zeigt kein wahres Gefühl. Und noch eine andere kapiert gar nicht, dass derjenige, welcher doch schon half in sie verknallt ist. Ein bisschen Intrige, ein bisschen Sehnsucht, immer große Gefühle. Musst du das jetzt gucken? läuft die Mutter und weiß, ist völlig zwecklos, die Liebe ist eine Macht des Himmels. Das ist doch alles nur Kokolores der Vater. Aber wenn niemand hinsieht beim Friseur, wettert selbst er gerne verstohlen durch die Bilder der Royals. Für die jungen Leute gibt es einfach nichts aufregenderes als die Liebe. Und wer sagt denn, dass das für die Älteren wirklich anders wäre? Noch einmal jung wird das goldene Hochzeitsjubiläumspaar, dass der Facher bittet ihm doch das Kennenlernen und die Zeit bis zur Hochzeit zu schildern. Und eine sehr alte Frau kann schwärmen. Die grüne Hochzeit war schön, die goldene Hochzeit war schöner, aber die Diamantene Hochzeit war die allerschönste.<br><br>Vielleicht erinnert ihr euch, wie das war, als ihr das letzte Mal einen Liebesbrief bekommen habt, schon länger her oder heute schon?<br><br>Heute kommt er ja eher über Smartphone, gleichgültig wie er uns erreicht. So irgendwie cool einzubekommen oder also unabhängig davon, ob das die richtige Person ist, die einen das schickt. Es ist dann manchmal auch noch so ein so eine Sache. Ähm aber erstmal schön, wenn man selber einbekommt von wem auch immer. Man fühlt sich aus der Masse der anderen herausgehoben, erwählt, auserwählt. Man sieht sich selbst wieder neu in einem neuen Licht mit neuem Glanz, weil da einer ist, der sagt: &#8222;Dich liebe ich.&#8220; Und manchmal braucht dieser Brief ein Boten, ein Engel. Ein Engel, der dich rüttelt und dir sagt: &#8222;Werd doch.&#8220; Merkst du es nicht? Der ist in dich verliebt. Der meint es ernst. Deshalb benimmt er sich so seltsam. Mach die Augen auf. Vertraue doch. Verstecke dich doch nicht hinter der Meinung, dass ich in dich kein Mensch verlieben könnte. Dir wird Liebe geschenkt. Du bist der Liebe wert. Also trau dich. Verschließe nicht deine Augen davor.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Liebesbrief Gottes</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Predigtext für heute geht der Prophet Mose in die Rolle des Liebes Engels, des Liebesboten und wendet sich an die Menschen, die mit ihm 40 Jahre durch die Wüste gezogen sind. Es ist für ihn Zeit, diesen Menschen einen Liebesbrief vorzutragen. Dieser Liebesbrief steht im fünften Buch Mose, Kapitel 7, die Verse bis 12.<br><br>Denn du bist ein Volk, das dem Herrn, deinem Gott, heilig ist. Dich hat der Herr, dein Gott, auserwählt, damit du unter allen Völkern, die auf der Erde leben, das Volk wirst, das ihm persönlich gehört. Nicht, weil ihr zahlreicher als die anderen Völker wäret, hat euch der Herr ins Herz geschlossen und ausgewählt. Ihr seid das Kleinste unter allen, weil der Herr euch liebt und weil er auf den Schwur achtet, den er euren Vätern und Müttern geleistet hat. Deshalb hat der Herr euch mit starker Hand herausgeführt und euch aus dem Sklavenhaus freigekauft aus der Hand des Pharao des Königs von Ägypten. Daran sollst du erkennen, Jahwe dein Gott ist der Gott. Er ist der treue Gott. Noch nach tausend Generationen achtete auf den Bund und er weiß denen seine Hult, die ihn lieben und auf seine Gebote achten. Den aber, die im Feind sind, vergilt er sofort und tilgt einen jeden aus. Er zögert nicht, wenn einer ihm Feind ist, sondern vergilt ihm. Deshalb sollst du auf das Gebot achten, auf die Gesetze und Rechtsvorschriften, auf die ich dich heute verpflichte und du sollst sie halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum Gottes Liebe anders ist</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hätte enttäuscht.<br><br>Romantiker war Mose nicht. Das merkt man gleich. Von einem gelungenen Liebesbrief erwarte ich doch erwarte ich doch ein wenig mehr Romantik, könnte ich meinen. Er sollte sich doch zumindest bemüht zeigen, was man am Geliebten so verehrt, ja, begehrt. Die blauen Augen, die schlanke Gestalt oder noch besser das unvergleichliche Wesen, die inneren Werte und natürlich exklusiv sollte er doch sein. Wie kann das mein ganz persönlicher Liebesbrief sein, wenn er sich doch an ein ganzes Volk richtet? Wie kann das überhaupt ein Liebesbrief sein, wo er doch mit einer Trohung schließt, nicht zu knapp auch von Pflichten spricht? Na ja, Mose war zu dem Zeitpunkt eben ein alter Mann. Moment, eigentlich ist das kein Grund, oder? Vielleicht war Mose auch einfach kein großer Romantiker. Vielleicht macht noch etwas anderes den Unterschied. Mose kämpft hier um eine Liebe, die schon echt viel mitgemacht hat. Die Liebe zwischen Gott und seinem Volk. Die Menschen haben sich dabei als ziemlich wankelmütig und wenig treue Liebespartner offenbart. Und Gott hat um diese Liebe gekämpft. Mose hat um diese Liebe gekämpft und nach 40 Jahren Wüstenwanderung kommt Mose nicht mit romantischen Worten an. Aber nach all den Entbehrungen dieser harten Zeit halte ich seine Worte nicht für weniger eindringlich. Mose weiß, dass es ins Elend führt, wenn Menschen Gottes Gebote verachten, wenn Menschen unmenschliches tun und sich gottlos geben. Das Leid, das daraus erwächst, sagt er, ist die verdiente Vergeltung Gottes. Das lass ich mal so stehen, auch wenn das nicht mit meinem Gottesbild so richtig zusammenpassen mag. Mose hat das offenbar damals genauso empfunden. Was er aber auch erlebt hat, ist wie Gott um diese Liebe kämpft. Und so leuchtet in diesen Worten das Große trotzdem für mich hindurch. Trotz allem auch wenn ihm selbst die Liebe verweigert wird, Gott steht zu seiner Liebe. Und diese Liebe ist mehr als Schwärmerei. Sie hängt nicht an vergänglichen Äußerlichkeit, nicht an den herausragenden Eigenschaften einzelner Menschen oder auch dieses Volkes Israel. Gott kann gar nicht anders als lieben, denn Gott ist Liebe. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe. So schreibt es viele hundert Jahre später ein Christ im ersten Johannesbrief im vierten Kapitel. Und wenn auch alles andere aufhören sollte, seine Liebe hört nie auf, so wie es der Apostel Paulus im ersten Korintherbrief 13. Kapitel schreibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Liebe, die durchträgt</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals haben diese Worte Menschen empfangen, die nach langer Wüstenwanderung, also nach einer wirklich ewig andauernden, entbehrungsreichen Zeit, wo die echt viel durchgemacht haben, das gelobte Land erblicken. Da waren auch Menschen wie Sophie, die Jugendliche, die zwar damals auf dem Weg durch die Wüste keine Telenovelas schauen konnten, die aber, das glaube ich schon, die gleiche Sehnsucht hatten wie Menschen heute nach der einen großen Liebe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mirjam und die Hoffnung auf das gelobte Land</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich stelle mir eine Mirjam vor, nicht unsere Mirjam hier in den Reihen. Auch nicht die berühmte Schwester des Mose, aber ihren Namen hat sie von dieser Das hat ihr die Mutter erzählt, seit sie ein kleines Mädchen ist. Lebhaft, dramatisch und fröhlich hat die Mutter beschrieben, wie es war, als Mirjam, die Schwester des Mose damals ihr Lied sang. völlig ungehemmt, weil überschäumend vor Freude über die Rettung im Schilfmeer, die Befreiung aus Ägypten. Und in der René hat heute in der Eingebung Gottes dieses Lied als Eingangsstück heute gespielt und hat diese Klänge aufleben lassen von diesen Freudentanz, diesen Freudenlied, was die Israeliten mit Miriam getanzt, gesungen haben, als sie äh erlebt haben, wie Gott sie durch das Schilfmeer hindurch gerettet hat vor dem stolzen Pharao. Mirjam aber ist ein die junge Miriam wiederum ist ein Kind der Freiheit. Mirjam ist in der Wüste geboren. Sie kennt nur die Wanderschaft und ihre Eltern, ihr ihr Volk, die Liebe ihres Gottes und die Liebe zu ihm. Natürlich kennt sie auch die tiefe Sehnsucht nach dem gelobten Land, in das der Herr sie führen wird. Sie freut sich darauf, sie kann es nicht mehr abwarten. Über dem Wandern ist Miriam erwachsen geworden. Die spürt, was sie hört, weil Mose es sagt, nun ist es nicht mehr weit. Mose weiß viel mehr von Gott als sie. Meint sie. Mose gibt Gottes Worte weiter. Er war auf dem heiligen Berg damals. Trotzdem hat Gott Mose nicht lieber, sondern liebt sie alle gleich. Manchmal ist Gott einfach zu geheimnisvoll für Miljam. Die Mark Jona ihr Herz klopft, wenn sie ihn sieht und seine dunklen Augen und sein Lächeln glitzert darin. Aber Gott sucht sich dieses kleine Bettelvolk aus. Du bist mein Schatz. Du bist meine erste Wahl vor allen anderen. Dieser Gott ist doch rätselhaft und geheimnisvoll. Und Miriam spürt, es ist kein anderer Gott. Ihn wird sie im Herzen bewahren, achtsam sein, dass sie ihr Herz nicht fesseln lässt vom Reichtum und Glanz der Menschen in Kana an. Davon trennen sie nur noch wenige Kilometer. Miriam nimmt sich vor, auch im gelobten Land bei Gott zu bleiben, das Leben zu wählen, die Gebote zu achten und sich seiner Liebe würdig zu erweisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Taufe als Zeichen von Gottes Liebe</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei bis drei Jahrtausende später, Sommer 2026. Heute, Heike, hast du dich taufen lassen und dich mit Gott verbunden. Hast dich in diese Verbindung mit Gott begeben, in die schon damals die Israeliten sich begeben haben. Den Gott, der sie gerettet hat, der sie getragen hat durch die Wüste hindurch. Und Jesus hat uns diese Verbindung zu Gott zugänglich gemacht, uns allen weit über die Grenzen des Volkes Israel hinaus. Heute hast du dich mit Gott verbunden, dem Gott, der seine Liebe zu den Menschen äh das lebt und an ihr unerschütterlich festhält. Gott hat über Jahrtausende erlebt, wie wankelmütig Menschen sein können. Und auch heute, wenn wir jemanden taufen, wenn jemand sich zu Jesus bekennt, dann stellen wir uns in eine Liebe Gottes hinein, die von dem Großen trotzdem getragen wird. Gott spricht: &#8222;Ich halte zu dir trotz allem, obwohl ich weiß, zu was Menschen in der Lage sind, fähig sind, bin ich bereit immer wieder neu zu lieben, zu vertrauen und zu meiner Liebe zu stehen. Unverbrüchlich, unerschütterlich. Für diese Liebe brauche es keine Bedingung.&#8220; Und die Taufe heute, die ist das sichtbare Zeichen für die Liebe Gottes. Du bist Teil von ihm und er ist Teil von dir. Ihr gehört zusammen und Gott wird kein Schritt weichen aus dieser Liebe, sondern wird immer zu dir und zu dieser Liebe zu dir stehen. Nichts weder im Himmel noch auf Erden kann uns von der Liebe Gottes trennen, schreibt der Apostel Paulus im achten Kapitel seines Römerbriefes. Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.</p>
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		<title>Sommergottesdienst</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2026 14:30:00 +0000</pubDate>
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		<title>Frieden wird werden</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Jun 2026 07:30:00 +0000</pubDate>
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		<title>115 Jahre Kirchturmuhr</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/115-jahre-kirchturmuhr/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 21 Jun 2026 14:30:00 +0000</pubDate>
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		<title>Regenbogenstraße – Die Jahresuhr</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/regenbogenstrasse-die-jahresuhr/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 14 Jun 2026 08:00:00 +0000</pubDate>
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		<title>Love is in the church</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/love-is-in-the-church/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 14:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Hinter dem Idealbild Passend zur Kollekte, die Teile meiner Stelle finanziert, kann ich nicht leugnen, dass so als junge Frau, die mit dem Gedanken spielt Theologie zu studieren, man so einen Idealbild entwickelt. Das Hobby zum Beruf machen, bezahlt werden für das, was ich sowieso den ganzen Tag tue und wirklich liebe. Noch mehr Zeit mit den Menschen verbringen, die ich gern hab und mit denen ich sowieso schon irgendwie den ganzen Tag verbringe. Und versteht mich nicht falsch, das [&#8230;]</p>
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<h3 class="wp-block-heading">Hinter dem Idealbild</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Passend zur Kollekte, die Teile meiner Stelle finanziert, kann ich nicht leugnen, dass so als junge Frau, die mit dem Gedanken spielt Theologie zu studieren, man so einen Idealbild entwickelt. Das Hobby zum Beruf machen, bezahlt werden für das, was ich sowieso den ganzen Tag tue und wirklich liebe. Noch mehr Zeit mit den Menschen verbringen, die ich gern hab und mit denen ich sowieso schon irgendwie den ganzen Tag verbringe. Und versteht mich nicht falsch, das ist schon auch so. Ich liebe meinen Job schon auch sehr und all diese Dinge verwirklichen sich schon auch. Aber je länger ich in dem Job so drin bin, umso mehr merke ich auch, es gehört schon auch noch mehr dazu. Noch mehr Gutes, aber auch ein paar Schattenseiten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich bin mir ziemlich sicher, dass viele von euch ganz ähnliche Erfahrungen in ihrem Leben schon mal gemacht haben. Vielleicht gibt es etwas in deinem Leben, das du siehst und von dem du so ein Idealbild entwickelst. Das können völlig banale Dinge sein, ein Lebensmittel oder eine Beziehung, die du bei irgendjemandem wahrnimmst. oder ein Lebensstil, ein Lebenskonzept, wo du von außen siehst und denkst, boah, das muss irgendwie die Erfüllung sein. Das muss es, wenn ich das hätte. Weil ganz oft sind diese Idealbilder nämlich die Dinge, die wir selber in unserem Leben noch nicht oder nicht haben. Und woran liegt das? Das liegt daran, dass je mehr wir es in unserem Leben haben, je mehr wir auch hinter die Kulissen schauen können, wir bemerken, ganz so positiv und ganz so ideal ist es vielleicht doch nicht.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Urgemeinde: Ein Herz und eine Seele</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Und ein bisschen ist es so heute auch mit unserem Predigttext. Der vermutliche Autor der Apostelgeschichte ist Lukas, das weiß man heute nicht so ganz genau, aber man geht davon aus, und der zeichnet in unserem Predigttext heute ein Bild von Gemeinde, das richtig perfekt klingt. Harmonie und tiefes Vertrauen bis ins kleinste Detail. Und obwohl ich mich manchmal zu meiner Träumerei einer Theologen-Zukunft zurücksehne, bei der ich so hinter so einem richtig schweren Eichenschreibtisch sitze allein in meinem Kämmerlein und dabei so richtig smart und heilig wirke, so habe ich mir das vorgestellt, bevor ich studiert habe. Glaube ich heute, dass es uns gut tut und auch mir gut tut, ein bisschen hinter die Kulissen zu schauen und die Realität einmal anzugucken. Starten wir in unseren Text. Apostelgeschichte 4, 32 bis 37.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele. Auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, Sondern es war Ihnen alles gemeinsam. Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus. Und große Gnade war bei Ihnen allen. Es war auch keiner unter Ihnen, der Mangel hatte. Denn wer von Ihnen Land oder Häuser hatte, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte und legte es den Aposteln zu Füßen. Und man gab einem jeden, was er nötig hatte. Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde, das heißt übersetzt Sohn des Trostes, ein Levit aus Zypern gebürtig, der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gemeinschaft als Frucht des Heiligen Geistes</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wow! Unser Predigttext führt uns in die Zeit unmittelbar nach Pfingsten. Die junge Gemeinde in Jerusalem hatte gerade erlebt, wie der heilige Geist Menschen verändert, zusammenführt, ihnen Mut schenkte. Direkt vor diesem Abschnitt, in Vers 31 berichtet Lukas sogar, sie wurden alle mit dem heiligen Geist erfüllt. Die Gemeinschaft, die hier so beschrieben wird, die wir hier sehen, ist nicht das Ergebnis eines besonders gelungenen Organisationsmodells, sondern Frucht des Wirkens Gottes. Lukas zeichnet ein Idealbild einer christlichen Gemeinschaft. Manche Theologen haben später von einem christlichen Ur-Kommunismus gesprochen. Aber das trifft es nicht so ganz. Oder nur in Teilen. Denn die Christen, von denen hier gesprochen wird, die hatten weiterhin Häuser und Besitz. Niemand wurde gezwungen, alles abzugeben oder alles in einen Topf zu schmeißen. Viel mehr verkauften eben einzelne freiwillig Grundstücke oder Besitz, wenn Not entstanden war. Es ging also nicht um die Abschaffung von Eigentum, sondern um eine neue Haltung dazu. Die Formulierung &#8222;Die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele&#8220; greift alttestamentliche Sprache auf und beschreibt eine tiefe innere Einheit. Lukas möchte grob gesprochen zeigen, was möglich wird, wenn Menschen vom Geist Gottes geprägt werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und deswegen auch, wenn der Text vielleicht auf den ersten Blick etwas anderes hergibt, soll es heute Abend nicht darum gehen, wie organisieren wir uns hier als Gemeinde am besten in einer Gütergemeinschaft, sondern was macht denn christliche Gemeinschaft im Kern wirklich aus?&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wir haben in den letzten Wochen und Monaten über diese Frage tatsächlich schon ganz paar Mal nachgedacht. Immer wieder haben wir uns in Predigten auf biblische Prinzipien<div>konzentriert. Wir haben zum Beispiel vom Beten gehört, wir haben von der Verwalterschaft gehört, wir haben vom Leben mit dem Heiligen Geist gehört, wir haben eine Predigt dazu gehört, wie wir die richtigen Dinge an die erste Stelle in unserem Leben setzen oder wie wir einander im Glauben und im Leben stärken. Und ich möchte diese Reihe über diese biblischen Prinzipien, die unsere christliche Gemeinschaft prägen und weiterentwickeln und voranbringen, heute um ein paar Dinge ergänzen. </div></p>



<h3 class="wp-block-heading">Nächstenliebe beginnt bei Gottvertrauen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Beginnen wir also nochmal mit dem ersten Satz, den Lukas schreibt. &#8222;Die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele.&#8220; Für mich auffällig an diesem allerersten Satz in diesem Abschnitt war, dass Lukas nicht mit dem Geld beginnt. Er beginnt nicht mit einer politischen Meinung, nicht mit der Hautfarbe oder dem Geschlecht oder irgendetwas anderem. Lukas beginnt diesen Abschnitt mit Christus. Er sagt die Menge der Gläubigen, also die Menge derer, die Jesus Christus anerkannten, die den Heiligen Geist empfangen hatten, die auf Gott vertrauten, und dann fährt er fort mit Herz und Seele. Luca stellt Jesus an den Anfang und dann spricht er von Herz und Seele. Wenn wir Menschen also vertrauen, wenn wir aufeinander hören, uns ernst nehmen, ehrlich miteinander sind, Autorität zu sprechen, wenn wir nicht nur Besitz teilen, sondern auch leben, unser Herz und unsere Seele, dann entsteht eine Gemeinschaft, wie Lukas sie hier beschreibt. Und das bedeutet, dass die materielle Großzügigkeit, von der hier auch gesprochen wird, nicht die Ursache der Gemeinschaft ist, sondern eine Folge dessen. Mit dem Begriff der Nächsten-Liebe können die meisten unter uns, denke ich, etwas anfangen. Es ist das höchste Gebot unter uns Christen und steht auch im Zentrum des heutigen Gottesdienstes. Mail ganz landeskirchlich gesprochen haben wir heute nämlich den ersten Sonntag nach Trinitatis. Und der richtet seinen Blick auf den nächsten mit folgendem Vers.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies Gebot haben wir von ihm, dass wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder und seine Schwester liebe. Dies Gebot haben wir von ihm, dass wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder und seine Schwester liebe.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Teilen, weil uns alles anvertraut ist</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Vers steht über dem heutigen Sonntag. Es geht um Nächstenliebe. Ein Prinzip, ein Gebot, das uns geläufig ist und das Sinn macht. Wir sollen einander achten, schätzen, respektvoll behandeln. Und doch ist das wieder einmal nicht alles. Zunächstens, liebe gehört zumindest im Kontext unseres heutigen Predigtextes, nämlich noch einiges mehr. Es gehört auch dazu, dass wir miteinander teilen, was wir von Gott geschenkt bekommen. Es gehört auch dazu, dass wir einander vertrauen und uns unterordnen. Es gehört auch dazu, dass wir etwas loslassen, wenn es Gefahr läuft, sich ins Zentrum unseres Lebens zu schleichen und Jesus dort zu vertreiben. In Vers 32 heißt es, &#8222;Nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären.&#8220; Und das bedeutet nicht, dass keiner mehr etwas besaß. Es bedeutet vielmehr, dass niemand mehr seinen Besitz als etwas betrachtete, das ausschließlich ihm selbst dienen sollte. Die ersten Christen hatten verstanden, alles, was wir haben, ist letztlich von Gott.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wer vor ungefähr acht Wochen schon mal hier war, der hat meine Predigt gehört zum Thema Verwalterschaft und dem werden folgende Worte aus meinem Mund nicht ganz unbekannt vorkommen. Wir sind nicht Eigentümer, sondern Verwalter. Und gute Verwalterschaft will gelernt sein. Ich werde meine Predigt jetzt nicht komplett wiederholen. Wer das interessiert, wenn das interessiert zu guter Verwalterschaft, noch mal was zu hören, kann sich gerne über unsere Homepage meine Predigt noch mal anhören. Das Thema war anvertraut am 19.04.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Barnabas: Vertrauen, das andere aufrichtet</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Worum es aber geht, ist, dass die Christen damals dass wir auch heute dazu angehalten sind, unseren Besitz, das, was wir haben, als etwas wahrzunehmen, das nicht nur uns selbst dienen soll. Auch das gehört zur nächsten Liebe. Und ein weiteres Beispiel aus unserem Predigtext heute, das mich in Bezug auf das nächste Liebegebot sehr bewegt hat, ist der Barnabas. Er wird als Vorbild für die Gemeinde hervorgehoben, weil er seinen Acker verkauft , den Erlös der Gemeinde zur Verfügung stellt. Und ich habe mich beim Lesen so ein bisschen gefragt, hat mich schon irritiert, das Gleiche wird ja über die Gemeinde zuvor auch schon erzählt. Also warum wird Barnabas hier mit dem, was alle anderen auch tun, so hervorgehoben? Wenn man ein bisschen recherchiert, dann erfährt man, dass Barnabas noch in einer anderen Stelle in der Bibel auf die Bildfläche kommt. Nämlich, als nachdem Saulus der Christenverfolger seine Umkehr erlebt hat, Gott erlebt hat und zum Paulus wird. Und Paulus kommt in eine Gemeinde und will dort von Jesus erzählen, will dort ankommen und die Menschen misstrauen ihm. Die Menschen haben Angst, die Menschen glauben ihm nicht, dass er wirklich jetzt Jesus nachfolgt, sie haben Angst, dass er sie verrät, dass dass er sie tötet. Und an dieser Stelle kommt Barnabas. Und Barnabas ist der Erste, der sagt, wir können Paulus vertrauen. Der Erste, der sagt, ich glaube diesem Mann, ich glaube Paulus, dass er Jesus im Herzen hat, ich glaube, dass Paulus hier richtig ist. Barnabas hat einen unheimlich tiefen Glauben, ein unheimlich tiefes Vertrauen in die heilende Kraft Gottes, in sein wundersames Wirken, in seine unendlichen Möglichkeiten und nicht zuletzt auch in seine versorgende Art. Und dieses Vertrauen ist bemerkenswert und lohnt sich auch in unsere Bibelstelle noch einmal hervorzuheben. Denn Barnabas hatte verstanden, dass Großzügigkeit nicht beim Zücken des Geldbeutels beginnt, sondern beim Vertrauen auf Gott. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter dem Prinzip der Nächstenliebe steckt in unserem Fall heute also mehr als nur der Nächste. Es geht vor allem auch um uns selbst. Darum, wofür wir in unserem Herzen und in unserer Seele Platz machen. Darum, was wir an erste Stelle setzen und worauf wir unser Vertrauen setzen. Nächstenliebe heißt für uns heute nicht nur den Nächsten zu lieben, sondern an allererster Stelle Gott mehr zu vertrauen als uns selbst. Und daraus aus diesem Vertrauen in Gott erwächst dann Vertrauen in die Menschen um uns herum. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Ehrlich werden, Vergebung wagen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Noch mal konkreter, Barnabas vertraute Gott und in Folge dessen vertraute er Paulus, der der Gemeinde dann viel gutes brachte. Ich persönlich vertraue Gott, dass er Menschen gut und wertvoll geschaffen hat. Ich vertraue, dass er in jedem von uns etwas ganz Besonderes sieht. Und das hat zur Folge, dass ich Menschen gegenüber aufgeschlossen sein kann, dass ich ihnen nicht misstrauisch begegnen muss. Das hat zum Beispiel auch zur Folge, dass wenn mein Mann mal wieder nicht so ist, wie ich ihn gerne hätte, dass ich wissen darf, dass er trotzdem gut gemacht ist. Und noch einmal mehr, dass ich wissen darf, ich muss mich nicht schämen, wenn ich am Ende feststelle, ich war doch das Problem. Nächstenliebe, in Liebe, in Gottes Liebe dem Nächsten entgegentreten. Das bedeutet Menschen ehrlich und vergebend zugleich entgegenzutreten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vergebung ist ein Riesenthema, das werde ich heute nicht aufmachen, aber ich glaube an mancher Stelle, dass vergebend Menschen entgegenzutreten leichter sein kann, als es ehrlich zu tun. Denn Vergebung hat oft was damit zu tun, dass mir unrecht getan wurde. Und das ist mir manchmal leichter fällt zu sagen, ich Ich vergebe dir, ich verzeihe dir, dass du was falsch gemacht hast, als es leicht ist zu sagen, ich habe was falsch gemacht. Ich glaube, mir fällt es schwerer, zu sagen, hey, es tut mir leid, ich habe hier Mist gebaut, als es mir manchmal fällt zu sagen, schon okay, dass du blöd warst. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ehrlichkeit bedeutet auch, manchmal die eigene Schuld einzugehen, anzusprechen, um Vergebung zu bitten. Und ich glaube, dass Gemeinschaft nur so tief werden kann, wie die Menschen bereit sind, sich wirklich zu zeigen. Und ich glaube auch, dass Kirche deshalb schon seit vielen, vielen, vielen Jahrtausenden die Beichte gekannt hat. Nicht als religiöse Pflichtübung, sondern als Ausdruck von Vertrauen und Demut. Denn wo Menschen nichts vorspielen müssen, wo Schuld ausgesprochen werden darf und Vergebung erlebt wird. Dort entsteht diese Tiefe, diese Ideale, diese echte Gemeinschaft, von der Lukas schreibt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe gesagt, materielle Großzügigkeit ist nicht die Ursache der Gemeinschaft, sondern ihre Folge. Ich glaube, dass die Ursache der Gemeinschaft, die Lukas beschreibt, Jesus Christus selbst ist. Er, &#8222;Er, der uns fähig macht, zu lieben. Er, der uns fähig macht, unsere Fehler einzugestehen. Er, der uns fähig macht, zu vergeben. Der uns fähig macht, zu teilen. Und am Ende auch fähig macht, Großzügigkeit zu leben und anzunehmen.&#8220; </p>



<h3 class="wp-block-heading">Keine perfekte Gemeinde — aber veränderte Menschen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Urgemeinde, von der wir hier reden, war kein perfekter Verein. Schon wenige Verse nach dieser Geschichte lesen wir von Hananias und Safira. Sie verkauften auch Hab und Gut und brachten es in die Gemeinde, hielten aber einen Teil für sich zurück und erzählten es den anderen nicht. Und wir lesen von ihnen ziemlich dramatisch, dass sie beide auf der Stelle, als sie ertappt wurden, tot umfielen. Das schließt sich direkt an diese wunderschöne Herz- und Seele-Geschichte an. Auch die ersten Christen hatten Konflikte, Spannungen. Auch bei den ersten Christen gab es Versagen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb dürfen wir diesen Text nicht als Beschreibung einer perfekten Vergangenheit verstehen, sondern viel mehr als eine Vision dessen, was passieren kann, wenn Gottes guter und heiliger Geist wirkt. Der heilige Geist löst Menschen aus der Enge des &#8222;Mein und dein&#8220; heraus, eröffnet uns den Blick für die Bedürfnisse anderer, er schafft Vertrauen und den Mut in uns ehrlich zu sein. Ich glaube, der Heilige Geist schenkt uns die Freiheit zu teilen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das eigentliche Wunder der Geschichte ist also nicht, dass Menschen Geld geben oder ihren Besitz verkaufen, das eigentliche Wunder ist, dass Menschen durch Gottes Geist verändert werden und vor allem sich verändern lassen. Egal ob es die Urgemeinde ist, ein Barnabas, ein Lukas, ein Paulus oder wir heute, wo Gottes Geist wirkt und das glaube ich wirklich, können einzelne Geschwister werden, kann aus Fremden eine Gemeinschaft entstehen, kann aus Besitz Fürsorge werden und aus Theorie gelebte Liebe. Ich glaube, wenn wir diesen Text lesen, diesen Bibeltext, müssen wir uns nicht fragen, wie viele unserer Konten wir morgen direkt auflösen müssen. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Vom Hören ins Handeln</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, vielmehr steht die Frage im Raum, was brauche ich, um Teil einer fruchtbringenden, stärkenden, lebendigen und gesunden Gemeinschaft zu werden? Was brauche ich, damit ich ein Teil von dieser fruchtbringenden, stärkenden, lebendigen und gesunden Gemeinschaft zu werden. Ich habe jetzt viel gesagt, dass ich irgendwie so ähnlich, schwummerlich anhören kann, wie der Song &#8222;Love is in the air&#8220;, an den sich unser Gottesdienst-Titel heute anlehnt. Ich habe ganz viele schöne Dinge gesagt, die sich in der Theorie ganz rosig anhören. Vertrauen, Freundschaft, Ehrlichkeit. Ich habe eine Bibelstelle gelesen, die ein absolutes Traumbild von Gemeinde zeichnet. Alle für einen und einer für alle. So eine Predigt über Nächstenliebe und Gemeinschaft kann schnell wie Friedefreude Eierkuchen klingen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und aufgrund der Tatsache, dass in meinem eigenen Leben kein Einziger dieser Aspekte so rosa-rot aussieht, wie wie Lukas ihn hier beschreibt, bin ich ziemlich sicher, dass es doch in der Realität schwerer ist, als hier gesagt. Und trotzdem glaube ich, dass das kein Grund sein darf, dass wir es nicht wenigstens versuchen. Denn ich glaube, dass dieses Idealbild nicht dabei beginnt, dass wir alles in Perfektion umsetzen, sondern dass wir einen ersten Schritt gehen. Dass wir es versuchen, dass wir anfangen. Und genau das wollen wir auch gleich im Anschluss an die Predigt tun. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Kasse, Kreuz und Taube</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe hier vorne drei Gegenstände mitgebracht. Eine Kasse, ein Kreuz und eine Taube. Und jeder dieser Gegenstände steht heute mal symbolisch für eine Handlung, einen aktiven Schritt, den du gehen kannst, um aus dieser Theorie, die ich gerade erzählt habe, vielleicht Praxis in deinem Leben zu machen. Ich glaube, es gibt auch die Möglichkeit, dass du dich in mehreren Schritten wieder findest, Aber ich ermutige dich heute erst einmal mit einer Sache zu beginnen. Ich glaube, dass wir Zeit haben, in diesem Prozess zu wachsen und ich glaube, dass Jesus sich die Zeit mit uns nimmt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kasse. Die Kasse steht dafür, etwas abzugeben. Vielleicht gibt es in deinem Umfeld gerade eine Not, die du siehst, auf die du hingewiesen wurdest, wo du helfen kannst. Die Kasse steht aber auch dafür, etwas in Anspruch zu nehmen. Denn vielleicht sitzt du heute auch hier und merkst, dir mangelt es an etwas. Ganz konkret. Irgendwo, wo du gerade Hilfe brauchst und dich bisher nicht getraut hast, darum zu bitten oder sie anzunehmen. In beiden Fällen, ob du das Gefühl hast, dass es daran etwas zu geben oder das Gefühl hast, etwas anzunehmen, die Kasse steht dafür heute. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter zum Kreuz. Das Kreuz steht für die Beichte. Vielleicht gibt es etwas, das du aussprechen solltest. Das heißt, es bei Gott abzugeben, es zuzugeben, dir selbst vielleicht erst einmal einzugestehen oder konkret bei jemandem für etwas um Vergebung zu bitten. Und das muss nicht immer etwas mit tiefer Schuld zu tun haben. Vielleicht gibt es auch einfach etwas, dass du dich bislang noch nicht getraut hast, auszusprechen. Zuzugeben. Vielleicht brauchst du einfach ein Gespräch, wo du jemanden sagst, &#8222;Hey, das liegt mir eigentlich seit Wochen auf dem Herzen und ich trage das ganze Zeit mit mir rum und ich krieg&#8217;s noch nicht so richtig raus.&#8220; Dann ist das Kreuz heute deine Erinnerung mutig zu sein und etwas auszusprechen. Und gleichermaßen steht das Kreuz auch dafür, zu vergeben. Wenn du in deinem Leben jemanden hast, der dir gerade Unrecht getan hat, der vielleicht bei dir um Vergebung gebeten hat, dann darf das Kreuz heute eine Erinnerung daran sein, diese Vergebung auszusprechen, die Sache loszulassen, oder sie vielleicht in einem ersten Schritt auch erst einmal Gottes Gnade anzuvertrauen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und zu guter Letzt die Taube. Sie steht für das Gebet, um den Heiligen Geist, neues Vertrauen in Gott oder Jesus im Zentrum deines Lebens. Vielleicht fällt es dir gerade schwer, in einer Sache von deinen eigenen Sorgen, deinen eigenen Gedanken oder Lösungen loszulassen. Vielleicht brauchst du eine Veränderung, Mut, etwas Neues wagen oder eine neue Perspektive in irgendwas. Vielleicht gibt es aber auch in deinem Leben gerade etwas, das sich ins Zentrum rückt. In das Zentrum, wo eigentlich Jesus stehen sollte. Das passiert manchmal in unserem Leben ganz unbemerkt. Das kann unser Job sein, eine Beziehung sein, etwas Materielles. Materielles, egal was es ist, was sich gerade vielleicht in deinem Zentrum gestohlen hat, die Taube darf dich heute Morgen oder Abend daran erinnern, das loszulassen und Jesus wieder hineinzunehmen. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Der erste Schritt in echte Gemeinschaft</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Kasse, Kreuz und Taube. Drei ganz praktische Möglichkeiten bei dir selbst anzufangen und Nächstenliebe von dir her zu denken. Drei Möglichkeiten, Teil einer fruchtbringenden, stärkenden, lebendigen und gesunden Gemeinschaft zu werden. Drei praktische Möglichkeiten, einen ersten Schritt zu machen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir singen jetzt gemeinsam noch ein Lied und du hast während das Lied des Zeit darüber nachzudenken, in welchen der drei Dinge du dich am ehesten vielleicht gerade wieder findest, was bei dir Resonanz ausgelöst hat. Und danach wird es eine Zeit des Gebetes geben. Ich werde die einleiten und wir werden einfach eine Zeit der Stille haben, wo du Zeit hast, das vor Gott zu bringen. Denn mir ist wichtig, dass du heute nicht nur nach Hause gehst und denkst, ach, das waren wieder schöne Worte, sondern dass du nach Hause gehst und gemerkt, das ist, was ich tun kann. Das ist, was hinter dem Kulissen passiert. Das ist, was hinter einer Gemeinschaft aus Herz und Seele steckt. Lass uns gemeinsam singen und ich lade euch ein, auf Gott zu hören und zu hören, was Gott dir heute aufs Herz legt. [Musik] </p>
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		<title>Weit weg und ganz nah</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/weit-weg-und-ganz-nah/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 17 May 2026 14:30:00 +0000</pubDate>
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		<title>Vom Beten</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/vom-beten/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 03 May 2026 14:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Einordnung der Gemeindeumfrage Also, die haben uns schon kurz hineingenommen in die Geschichte, dass wir uns diese Gemeindeumfrage schon mal ausführlich angeschaut haben, die Auswertung davon. Und insgesamt – wir beginnen heute mal damit – haben 58 Gemeindeglieder an dieser Umfrage mit den vielen, vielen Fragen teilgenommen. Das ist, finde ich, schon ein ganz interessanter Querschnitt. Das sind nicht wenige. Und das Gute vorweg: In vielen Punkten sind wir eigentlich keine schlechte Gemeinde. Aber wie das immer so ist, es [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Einordnung der Gemeindeumfrage</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Also, die haben uns schon kurz hineingenommen in die Geschichte, dass wir uns diese Gemeindeumfrage schon mal ausführlich angeschaut haben, die Auswertung davon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und insgesamt – wir beginnen heute mal damit – haben 58 Gemeindeglieder an dieser Umfrage mit den vielen, vielen Fragen teilgenommen. Das ist, finde ich, schon ein ganz interessanter Querschnitt. Das sind nicht wenige.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das Gute vorweg: In vielen Punkten sind wir eigentlich keine schlechte Gemeinde. Aber wie das immer so ist, es gibt auch ein paar Punkte, da sind wir nicht ganz so gut. Und davon schauen wir uns heute mal einen Punkt an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rick wird wahrscheinlich hinter mir die erste Folie dran schmeißen. Es geht um unsere Gebetspraxis. Und da gab es die Frage: „Meine Kirchgemeinde hilft mir, eine Gebetspraxis einzuüben.“ Und 47,9 % der 58, die mit abgestimmt haben, stimmten eher nicht zu. Das ist schon mal ein Punkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe hier noch mal die genaue Auswertung. Das sind also in Summe – jetzt muss ich das hier, oder ich dreh mich doch gleich rum –:<br>Wir haben 12,5 %, die das ganz super finden.<br>33,33 %, die sagen: Na ja, trifft ungefähr zu.<br>47,92 %, die sagen: Nee, finde ich nicht, dass die Gemeinde mir beim Gebet hilft.<br>Und 6,2 % sagen sogar: Es trifft überhaupt nicht zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also: Gemeinde und Gebet – das passt nicht zusammen oder irgendwie Fragezeichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann kommt noch dazu die zweite Frage: „Wie häufig beten Sie?“ Und die sieht dagegen wieder gar nicht so schlecht aus.<br>Mehrmals am Tag: über 40 %.<br>Einmal täglich: 20 %.<br>Ein paar Mal pro Jahr ist der Schluss.<br>Weniger und nie gibt es gar nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also hier fallen wir nicht aus dem Rahmen, aber die Gemeinde scheint in ihrer Ausrichtung, von ihrer Prägung her, nicht unbedingt – sozusagen ist die Aussage der Umfrage – dafür zu sorgen, dass die Gemeindeglieder im Gebet geschult oder angeleitet werden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Einstieg in das Thema Gebet</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Predigt für heute hatte ich bereits voriges Wochenende fertig geschrieben, und da habe ich mir gedacht: Dann passt das.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gott weiß mehr als wir und kann mehr vorbereiten, als wir das denken. Und prompt starten wir diesen Sonntag mit der Aufarbeitung dieser einen Frage – ohne dass wir das wollten, ohne dass wir das vorbereitet haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom Beten, ich sag mal, Teil 1. Wir wissen noch nicht, wie viele Teile noch folgen werden, wie weit wir das noch austreiben, ausbauen werden. Wir haben das noch nicht im Detail diskutiert, aber wir fangen an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und als Allererstes frage ich mal unseren Herrn Jesus: Was sagt er denn zum Gebet?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Der Predigttext: Matthäus 6,7–13</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ich lese uns jetzt aus Matthäus die Verse 7 bis 13:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht so viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen; denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darum sollt ihr so beten:<br>Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.<br>Unser täglich Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.<br>Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.<br>Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Soweit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr den heutigen Predigttext nun gehört habt, dann werdet ihr natürlich gleich denken: „Oh ja, das kennen wir doch, das beten wir doch zu fast jedem Gottesdienst – das Vaterunser.“ Ja, richtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber genau deshalb wollen wir uns diese Textpassage noch einmal ganz genau anschauen. Zeile für Zeile. Und ich bin sicher, wir werden manches neu entdecken oder vertiefen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gebet im Kontext der Bergpredigt</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Zuerst einmal gehört diese ganze Passage vom Beten mitten hinein in die Bergpredigt – der wohl berühmtesten Predigt von Jesus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und da geht es Schlag auf Schlag von einem Kernthema zum nächsten:<br>Vom Töten, vom Ehebrechen, vom Vergelten, von der Feindesliebe, vom Almosengeben und nachher vom Fasten, vom Schätzesammeln, vom Sorgen, vom Richtgeist und interessanterweise dann noch einmal von der Gebetserhörung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letzteres würde ich euch bitten, als Hausaufgabe die kommende Woche zu Hause oder im Hauskreis zu lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und vielleicht ist es kein Zufall, dass Jesus das Thema Gebet mitten hineinpackt in diese Bergpredigt zwischen all die anderen Themen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gebet gehört mitten in unser Leben.<br>Gebet sollte unser Begleiter sein durchs Leben – jeden Tag.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was ist Gebet?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ganz simpel zuerst: Was ist denn überhaupt Gebet?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mal die Deutsche Bibelgesellschaft befragt. Die definiert das Wort Gebet ganz schlicht:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Reden des Menschen mit Gott.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und weil das wahrscheinlich dann doch ein bisschen zu kurz war, gab es noch einen Nachsatz dazu:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gebet ist die in Worte gefasste Antwort des Menschen auf Gottes Zuwendung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch mal:<br>Das Gebet ist die in Worte gefasste Antwort des Menschen auf Gottes Zuwendung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich finde diese Erklärung große Klasse, weil sie zeigt:<br>Gebet ist offensichtlich keine einseitige Sache. Das Ganze beginnt mit Gottes Zuwendung.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Der Ursprung des Gebets: Gottes Wille</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Gottes Wille für uns Menschen beginnt bei Gott. Gebet startet im Herzen Gottes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Kleinen heißt es: Gott weiß, was wir bedürfen, bevor wir ihn bitten (Vers 8).<br>Und im Großen: Dein Reich komme, dein Wille geschehe (Vers 10).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darauf soll sich unser Gebet gründen: auf den Willen Gottes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe lange über Vers 7 nachgedacht: Wir sollen nicht so viel plappern wie die Heiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Heide weiß erstmal nichts von Gott. Und um etwas zu bekommen, macht er viele Worte, sucht Argumente, versucht selbst etwas zu erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So sollen wir nicht beten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir kennen Gottes Willen – durch die Bibel, durch Jesus selbst. Die Heilige Schrift ist voll von Aussagen über den Willen Gottes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Herzen Gottes startet das Gebet und geht durch uns zu Gott zurück.<br>Der Kreislauf des Gebets.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Merksatz 1:</strong><br>Bete in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Lobpreis und Anbetung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erinnert an Lobpreis und Anbetung. Es kann zu Beginn des Gebets überhaupt nicht schaden, sich zu vergegenwärtigen, mit wem wir reden:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Weltenherrscher,<br>mit dem Schöpfer aller Dinge,<br>mit unserem liebenden Vater.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Vaterunser endet ebenfalls mit Lobpreis.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Merksatz 2:</strong><br>Beginne und beende dein Gebet mit Lob, Dank und Anbetung.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Tägliche Versorgung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Unser täglich Brot gib uns heute.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für uns oft kein Problem. Aber weltweit sterben täglich etwa 24.000 Menschen an Hunger und Unterernährung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nichts ist selbstverständlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Merksatz 3:</strong><br>Bitte und danke auch für die tägliche Versorgung.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Schutz vor Versuchung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Versuchung ist real – überall.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Merksatz 4:</strong><br>Bitte um Schutz vor Versuchung und Erlösung von dem Bösen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Vergebung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese beiden Halbsätze gehören untrennbar zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vergebung empfangen heißt: Vergebung weitergeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Merksatz 5:</strong><br>Vergib deinen Schuldigern.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Schlussgedanken zum Gebet</h4>



<p class="wp-block-paragraph">So, nun sind wir durch das Vaterunser gegangen und haben jeden Vers betrachtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es geht um unser persönliches Gebetsleben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn das Vaterunser oft im Gottesdienst gebetet wird – im Zusammenhang der Bergpredigt ist es als Gebet des Einzelnen gedacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es geht nicht um starre Form, sondern um das „Wie“ des Betens:<br>sich auf Gottes Willen stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und natürlich können und sollen wir konkret für Dinge, Personen und Situationen beten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wünsche mir, dass wir als Gemeinde hier wachsen – im Gebet füreinander.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gott möchte, dass wir mit Lob und Dank, aber auch mit unseren Nöten vor ihn treten – im Kleinen wie im Großen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Amen.</p>
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		<item>
		<title>Friede sei mit euch</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/friede-sei-mit-euch/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 26 Apr 2026 07:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Einleitung Schenk uns ein Herz für dein Wort und dein Wort für unser Herz. Amen. Die Begegnung der Jünger mit dem Auferstandenen Was für eine irre Situation, die wir gerade im Evangeliumstext gehört haben. Zwei Jünger Jesu erleben den Auferstandenen auf ihrer Reise. Die kehren um, um den anderen in Jerusalem zu berichten. Als sie ankommen, werden sie mit den Worten begrüßt: „Der Herr ist auferstanden. Simon hat ihn gesehen.“ Beide berichten von ihren Erlebnissen mit Jesus, und plötzlich steht [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Einleitung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Schenk uns ein Herz für dein Wort und dein Wort für unser Herz. Amen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die Begegnung der Jünger mit dem Auferstandenen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Was für eine irre Situation, die wir gerade im Evangeliumstext gehört haben. Zwei Jünger Jesu erleben den Auferstandenen auf ihrer Reise. Die kehren um, um den anderen in Jerusalem zu berichten. Als sie ankommen, werden sie mit den Worten begrüßt: „Der Herr ist auferstanden. Simon hat ihn gesehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide berichten von ihren Erlebnissen mit Jesus, und plötzlich steht er mitten unter ihnen. Bricht jetzt die große Freude aus? Nein, die bekommen ihr Wissen und die Realität nicht zusammen. Da steht einer, den es gar nicht geben durfte. Ein bisschen sieht er ja aus wie Jesus, aber auch wieder nicht. Das Trauma der letzten Tage hält sie noch immer gefangen. Sie fürchten sich sehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst als Jesus seine Hände und Füße zeigt, hilft es nichts. Er ruft ihnen zu: „Kommt, fasst mich doch an.“ Aber sie können es nicht. Die Furcht ist größer. Erst die Frage nach etwas zu essen löst den Stachel. Die Erscheinung – das bricht den Bann. Jetzt können sie sich auf ihn einlassen, aber immer noch sind da ihre Gedanken und Gefühle und das Geschehen der letzten Woche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie wird es wohl in ihnen ausgesehen haben? Na ja, um dieser Frage nachzuspüren, wäre es sicher gut, wenn wir uns mit an den Ort des Geschehens begeben. Ich lade euch jetzt dazu ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir setzen uns jetzt einfach mal mitten unter die Jüngerschar. Eben sind die zwei Jünger aus Emmaus eingetroffen. Ganz aufgeregt erzählen sie von den Begegnungen mit Jesus. Die Aufregung überträgt sich auf alle. Erst erzählten die Frauen von der Begegnung mit dem Auferstandenen, dann Simon Petrus und nun noch diese zwei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das scheint also wirklich irgendwie wahr zu sein – oder doch nicht?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Angst, Zweifel und Schuld</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Und nun ist da plötzlich diese Erscheinung. Ja, doch, eine Ähnlichkeit ist schon vorhanden. Aber ist das wirklich ihr Freund Jesus, ihr Rabbi? Der kann doch nicht durch Wände gehen. Das muss ein Geist sein, ein Gespenst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der zweifelnden Wiedersehensfreude macht sich nun auch Angst breit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt spricht diese Gestalt auch noch mit ihnen. Ah, das klingt nun doch sehr nach Jesus. Wenn er es nun doch ist? Jetzt erschrecken sie noch mehr. Es fällt ihnen ein, wie es war in den Stunden im Garten Gethsemane.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie sie ihren Freund im Stich gelassen haben. Sie haben ihm nicht beigestanden, als er sie so sehr brauchte. Sie sind alle weggelaufen. Petrus denkt auch noch an seinen Verrat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie enttäuscht ist Jesus von ihnen? Was wird er wohl jetzt zu ihnen sagen? Zitternd warten sie auf seine nächsten Worte.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Jesus begegnet ihnen mit Gemeinschaft</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann kommt die Bitte, mit ihm zu essen. Er will mit ihnen zusammen sein und das Brot mit ihnen teilen. Kein einziges Wort der Enttäuschung, kein Abwenden, kein Vorwurf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jesus will trotz ihres Versagens Gemeinschaft mit ihnen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hört ihr es auch? Hört ihr die Steine von den Herzen plumpsen? Spürt ihr das Aufatmen und die Erleichterung? Ihr Jesus will sie immer noch. Nun wird alles gut. Nun ist alles gut. Ihr Jesus ist wieder da. Ihr Jesus ist wieder da.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt kann er mit ihnen reden und ihnen alles erklären. Alles, was er in den letzten drei Jahren immer wieder angedeutet und angesprochen hat. Er zeigt ihnen, dass alles einen Sinn ergibt, dass es so kommen musste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die letzten sieben Tage – vom Einzug in Jerusalem über seine Gefangennahme und die Kreuzigung bis hin zum Ostertag und der Auferstehung. Es war nicht ein großes Versehen, sondern eine Erfüllung alter Prophezeiungen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Jesus erklärt die Schrift</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Welch eine Situation. Jesus erklärt den verunsicherten und begriffsstutzigen Jüngern die Heilige Schrift. Das würde ich mir auch immer mal wünschen. Wenn wir nicht wissen, was das alles soll, wenn wir denken, es geht nicht weiter, wäre es doch toll, wenn Jesus eintreten würde, um uns die Bibel und die Weltgeschichte zu erklären.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was würde er sagen zu unserem Leben, zu unseren Gemeinden, zu unserer Gesellschaft in der Welt?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was bedeutet das für uns heute?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wir brauchen eigentlich nicht, die Ohren hängen zu lassen. Auf den ersten Blick hatten die Jünger es besser, denn sie hatten Jesus bei sich. Doch wenn wir genau hinschauen, fehlt uns heute nichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben die Bibel – ein Buch, das es in dieser Form zu Jesu Zeiten und den der ersten Jünger überhaupt noch nicht gab. Damals konnte ich Jesus nur an einem bestimmten Ort treffen. Heute kann ich durch den Heiligen Geist Jesus überall treffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so ist es möglich, dass Jesus heute und hier zu unserem Herzen spricht – und gleichzeitig Sergej in Russland, Mutan in Laos und Lars und Bill in Texas die Schrift erklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es braucht niemand mehr, auf Jesus, auf die Nähe Gottes zu verzichten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">„Friede sei mit euch“</h4>



<p class="wp-block-paragraph">So dürfen auch wir jetzt hören, wie der Auferstandene zu uns spricht:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Friede sei mit euch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, Jesus weiß um unsere große Sehnsucht nach Frieden. Nach diesem Frieden. Wie heißt es so schön in einem Lied aus unserer Jugendzeit:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frieden, den die Welt nicht geben kann.<br>Frieden, den die Welt nicht nehmen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jesus kann und möchte genau diesen Frieden schenken. Als Auferstandener spricht er ihn immer wieder seinen Jüngern zu. Er sieht ihre Angst. Er sieht ihre Unsicherheit. Er sieht ihre aufgewühlten Herzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Friede sei mit euch – ist seine Antwort darauf. Es ist seine Begrüßung. Er stellt diesen Gruß an den Anfang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch heute wird in Israel mit einem „Schalom“ gegrüßt. Dabei bedeutet Schalom mehr als Frieden. Es ist das Wohlergehen auf allen Gebieten und in allen Bereichen des Lebens. Diesen Schalom sagt Jesus auch uns zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er weiß, wie sehr wir uns danach sehnen:<br>nach Frieden in der Welt,<br>nach Frieden mit unseren Mitmenschen,<br>nach Frieden in unserem Herzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch Jesus dürfen wir es uns auch immer wieder gegenseitig zusprechen:<br>Friede sei mit dir.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Auftrag: Zeugen sein</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Mit diesem Frieden im Herzen fällt es uns leichter zuzuhören. Auch die Jünger haben das so erlebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und nicht nur das. Jesus erklärt nicht nur, was passiert ist. Er weist auch in die Zukunft:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr werdet meine Zeugen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Christ sein, mit Jesus unterwegs sein, beinhaltet immer auch die Aufgabe, als Zeuge zur Verfügung zu stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer soll den Menschen von Gott erzählen, wenn nicht seine Kinder? Wenn nicht die Menschen, die mit Jesus unterwegs sind?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und als Zeuge muss ich mir ja nichts zusammenreimen. Ich soll nur berichten, was ich selbst erlebt habe. Nichts dazufügen und nichts weglassen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Der Heilige Geist wirkt</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Und Jesus verheißt sogar noch Hilfe: Der Geist Gottes, der Heilige Geist, rüstet uns aus, dass wir Zeugen sein können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Petrus hält später seine Pfingstpredigt und 3000 Mann bekehren sich. Sie tun es aus zweierlei Gründen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum einen spricht Petrus als Zeuge. Er spricht davon, was sie mit Jesus erlebt haben.<br>Zum anderen gibt der Heilige Geist Kraft zum Reden und öffnet die Ohren des Herzens bei den Zuhörern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und deshalb braucht es uns nicht bange zu sein, wenn wir von unserem Glauben reden. Wir sollen nur erzählen, was wir erlebt haben.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Glaube im Alltag leben</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn du erlebt hast, dass Gott dir Frieden ins Herz geschenkt hat, dann erzähl davon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn du erlebt hast, dass du Freude hast, weil du sein geliebtes Kind bist, dann erzähl davon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn du erlebt hast, dass du gebetet hast und Gott dir geholfen hat, dann erzähl davon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, erzähl davon. Das ist wichtig und das ist richtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber unsere Worte bleiben doch recht leere Hüllen, wenn wir nicht auch danach leben. Unsere Haltung zeigt so viel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erleben Menschen, dass wir dankbar und zufrieden sind?<br>Finden wir Worte, die andere wertschätzen und ermutigen?<br>Sind wir ehrlich, auch wenn es manchmal unbequem ist?<br>Beten wir für andere und bringen ihre Nöte zu unserem himmlischen Vater?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und erleben Menschen durch mich etwas von dem Osterfrieden?<br>Hören Menschen durch mich etwas von der Osterhoffnung?<br>Führen wir Menschen durch uns zur großen Osterfreude?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zuspruch und Abschluss</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ach du meine Güte, wie soll ich das nur schaffen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jesus spricht seinen Jüngern die Kraft des Heiligen Geistes zu. Auch wir können das nicht aus uns heraus und brauchen diesen Beistand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wir dürfen Jesus – ich und auch du – du darfst diesen Jesus in deinem Herzen immer bei dir haben. Jede Stunde und jeden Tag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jesus, den die Welt nicht geben kann.<br>Jesus, den die Welt nicht nehmen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und deshalb, genau deshalb dürfen wir einstimmen in den Osterruf:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Herr ist auferstanden,<br>er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Segen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der Friede, den Jesus uns immer wieder zusagt –<br>Friede, den die Welt nicht geben und nicht nehmen kann –<br>fülle eure Herzen und Gedanken aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gottes Frieden sei in und mit dir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Amen. Amen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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