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<rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" version="2.0"><channel><description>Dieses Blog dient erst in zweiter Linie der Publikation eigener Artikel, vor allem aber werden lesens- oder sehenswerte Beiträge anderer rebloggt bzw. verlinkt</description><title>Jan Rymon</title><generator>Tumblr (3.0; @janrymon)</generator><link>http://typenote.de/</link><atom10:link xmlns:atom10="http://www.w3.org/2005/Atom" rel="self" type="application/rss+xml" href="http://feeds.feedburner.com/janrymon" /><feedburner:info xmlns:feedburner="http://rssnamespace.org/feedburner/ext/1.0" uri="janrymon" /><atom10:link xmlns:atom10="http://www.w3.org/2005/Atom" rel="hub" href="http://pubsubhubbub.appspot.com/" /><atom10:link xmlns:atom10="http://www.w3.org/2005/Atom" rel="hub" href="http://tumblr.superfeedr.com/" /><image><link>http://www.flickr.com/photos/janrymon/6538997349</link><url>http://www.flickr.com/photos/janrymon/6229684383</url><title>Jan Rymon</title></image><item><title>Leistungsschutzrecht für Autoren: Freie wollen mitreden</title><description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Urheberrecht bootet Autoren aus, bemängelt der Journalisten-Verband “Freischreiber”. Ein Urheberpersönlichkeitsrecht könnte Abhilfe schaffen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img align="middle" src="http://media.tumblr.com/tumblr_lyt7ip4eDj1qavpda.jpg"/&gt;&lt;!-- more --&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Ihr seid doch die böse Content-Industrie!” Solche Sätze hat die freie Journalistin Eva-Maria Schnurr, stellvertretende Vorsitzende des Verbandes Freischreiber, zuletzt immer wieder zu hören bekommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Nein”, sagt sie dann, “sind wir nicht. Wir sind die Urheber.” Solche Wortwechsel sind ein Symptom dafür, dass in der Auseinandersetzung um das Urheberrecht ausgerechnet die Urheber eine geringe Rolle spielen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Journalismus liege das zum einen daran, dass die Verlage, also die Verwerter, versuchten, sich “in die Rolle der Urheber zu drängen”, so Schnurr. Zum anderen seien “die Urheber, ohne die die Verwerter ja gar nichts zu tun hätten, bisher zu leise gewesen”.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um ihnen eine Stimme zu geben, haben die Freischreiber nun ein Positionspapier veröffentlicht. Ein weiterer Anlass ist die 2012 geplante Novelle des Urheberrechts - der sogenannte Dritte Korb.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im ihrem Positionspapier betonen die Freischeiber, dass die Urheberrechtsnovelle vor zehn Jahren “nichts gebracht” habe: “Die Verlage ignorieren frech”, was dort festgelegt sei, indem sie Autoren Verträge vorlegen, die denen “nur noch die ,Wahl’ lassen, entweder der Totalabtretung ihrer Rechte zuzustimmen oder jegliche Arbeitsmöglichkeit zu verlieren”.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;De facto enteignen die Verlage die Leistungserbringer - was sie in ihrer Argumentation für das Leistungsschutzrecht, das sie im Dritten Korb verankern wollen, natürlich nicht erwähnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Freischreiber lehnen ein Leistungsschutzrecht ab. Sie fordern, “das Urheberpersönlichkeitsrecht wieder in den Mittelpunkt der Reformdebatten” zu rücken. Laut der entsprechenden Gesetzespassage hat “der Urheber das Recht zu bestimmen, ob und wie sein Werk zu veröffentlichen ist.” Bisher weiß ein Autor oft nicht, an wen ein Verlag seinen Text weiterverkauft hat.&lt;/p&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/16968607476</link><guid>http://typenote.de/post/16968607476</guid><pubDate>Fri, 03 Feb 2012 09:59:34 +0100</pubDate><category>medien</category></item><item><title>Wunderkit: Projekte gemeinsam gestalten</title><description>&lt;a href="http://stadt-bremerhaven.de/wunderkit-nun-offen-fuer-alle-software-fuer-ios-und-den-mac/"&gt;Wunderkit: Projekte gemeinsam gestalten&lt;/a&gt;: &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Für die einen ist es ein neues soziales Netzwerk, für andere ein intelligent integriertes Organisationstool. Einladungen für Wunderkit sind nicht länger eine heiß gehandelte Ware auf Twitter - ab sofort kann sich jeder anmelden.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/16868724253</link><guid>http://typenote.de/post/16868724253</guid><pubDate>Wed, 01 Feb 2012 18:04:00 +0100</pubDate><category>medien</category><category>netzwerk</category></item><item><title>Urheberrecht: Verzweiflung macht aggressiv</title><description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Im Ringen ums Urheberrecht kämpft die Unterhaltungsbranche zunehmend verzweifelt gegen das Netz selbst. Dabei wäre es in jedermanns Interesse, wenn online kräftig Geld verdient würde mit Filmen, Musik, Büchern. &lt;!-- more --&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Worte von Lee de Forest lassen keinen Zweifel an seiner Begeisterung. Das neue Medium sei “zum ruhigen Lernen” genauso geeignet wie für “pures Vergnügen”. Er schwärmt von der “Freude, in Kontakt zu treten und Ideen auszutauschen”. Das neue Medium böte “unvergleichliche Unterhaltung und nützliche Informationen” und würde “ermöglichen, Nachrichten aus aller Welt” zu bekommen. Es gibt ein Problem mit dem Internet, und das erkennt man daran, dass Lee de Forest diese Worte nicht Ende des 20. Jahrhunderts über das heraufziehende Internet verfasste, sondern 1920 über das Radio. Damals war dieses Medium eher eine Mischung aus CB-Funk und heutigem Radio, regelrechte soziale Netzwerke schienen den Enthusiasten möglich. Bis in die zwanziger Jahre entsprach die Hoffnung auf die gesellschaftsverbessernde Wirkung des Radios ziemlich genau den Hoffnungen, die heute ins Internet gesetzt werden. Nicht zufällig trägt Brechts Radiotheorie ihren Namen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=LVZLl4EKQis"&gt;In seinem brillanten Buch “The Master Switch” von 2010 hat Tim Wu, Rechtsprofessor an der University of Columbia&lt;/a&gt;, faszinierende Parallelen beschrieben: Bisher sei noch jede elektronische Informationsstruktur vom Telefon über das Radio bis zum Fernsehen nach einer weitgehend freien, offenen Startphase zu einem präzise regulierten Oligopol geworden. Beherrscht von Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle schützen und ausbauen wollen - und sich bei diesem Kampf vor allem der Politik bedienen. “Eine Radiolizenz zu bekommen ist kinderleicht und kostet nichts”, schrieb de Forest 1920. Ein paar Gesetze später hatte sich der Rundfunk in ein flächendeckendes, durchreguliertes Geschäftsmodell verwandelt, und schließlich geronnen alle Hoffnungen eines gesellschaftsverbessernden Radios zum CB-Funk, dem Liegefahrrad unter den Vernetzungstechnologien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Abgrund sieht anders aus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kampf um das Medium findet heute statt in Form von kaum verborgenen Attacken auf das freie und offene Internet, mit Namen wie &lt;a href="http://www.spiegel.de/thema/sopa/" title="Sopa"&gt;Sopa&lt;/a&gt;, Pipa oder Acta. Alle drei Abkürzungen stehen für das politische Ziel, die vernetzte Gesellschaft dem veralteten Urheberrecht anzupassen und nicht die entsprechenden Geschäftsmodelle dem Internet. Geplant werden solche Attacken von der Lobby einer Industrie, die ihre Inhalte verkaufen möchte, und zwar zu eigenen Regeln, ohne ärgerliche Störungen durch die digitale Realität. Ausgeführt aber werden die Attacken durch eine Politik, die versäumt hat, rechtzeitig selbst Sachkunde aufzubauen und nun zu gern das glauben möchte, was von internationalen Medienkonzernen mit Zuckerbrot und Peitsche vorgetragen wird. Es ist Verzweiflung zu spüren auf Seiten der großen Inhalteanbieter, immer erbitterter wird gekämpft und manipuliert. Natürlich eine Art Luxusverzweiflung, denn die Inhalteverwertungsindustrie ist keineswegs insgesamt am Ende. Sie musste Federn lassen, Geschäftsmodelle haben sich verschoben, ein Abgrund sieht jedoch anders aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber Verzweiflung macht aggressiv. Und so findet sich Ende Januar 2012 im &lt;a href="http://www.spiegel.de/thema/handelsblatt/" title=""&gt;“Handelsblatt”&lt;/a&gt; stellvertretend für die Hardliner in aller Welt &lt;a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-netzgemeinde-ihr-werdet-den-kampf-verlieren/6127434.html"&gt;eine Kriegserklärung eines einzelnen CDU-Abgeordneten, Ansgar Heveling&lt;/a&gt;: “…liebe Netzgemeinde: Ihr werdet den Kampf verlieren.” Verräterisch der Grund für seine Zuversicht: “…es ist die Perspektive eines geschichtsbewussten Politikers”. Wie bei Tim Wu nachzulesen, ist diese Perspektive nicht so lächerlich, wie sie auf den ersten Blick scheint. Wenn auch der Text im “Handelsblatt” einen etwas steilen Bogen schlägt, von der französischen Revolution bis zur unmittelbar bevorstehenden Digitalapokalypse. Nun ist diese Kolumne der falschestmögliche Ort, um steile Bögen zu verdammen. Aber wer so große Geschütze auffährt, hat den Nachteil, die eigentlichen Ziele kaum mehr verbergen zu können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geht um nicht weniger als um die Abschaffung des Web 2.0, des Internets der Nutzer, so schreibt CDU-Mann Heveling wunderbar selbstentlarvend, wahrscheinlich ohne Rücksprache mit den strategisch geschulten Lobbyisten - aber mit der gleichen Haltung gegenüber dem Internet. Und damit ist endlich das Katzenfoto aus dem Sack - das ganze Gehampel darum, dass Gesetzesvorhaben wie &lt;a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,810010,00.html" title="US-Internetgesetze Sopa und Pipa: Erste Senatoren knicken nach Web-Protest ein"&gt;Sopa, Pipa&lt;/a&gt;, Acta angeblich dem Netz nicht schaden, ist Maskerade. &lt;a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,811549,00.html" title="Copyright: Europäische Union unterschreibt Acta-Abkommen"&gt;In den Augen der Acta-Verfechter&lt;/a&gt; ist die wesentliche Funktion des Web 2.0 gleichbedeutend mit der Gefahr: die technische Möglichkeit, zu teilen, und damit die Vernetzung der Nutzer untereinander. Das Problem des Internets ist das Internet, so denken zwar zum Glück nicht alle, aber noch zu viele und zu mächtige Inhalteverwerter mit Lobbyisten im Anschlag. Deshalb wird die Informationsstruktur, die wir Internet nennen, aus dieser Richtung immer und immer wieder attackiert werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Megaupload meets Facebook?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="http://faz-community.faz.net/blogs/deus/archive/2012/01/24/gerechtigkeit-fuer-kim-dotcom.aspx"&gt;Und doch gibt es einen Hoffungsschimmer, absurderweise aus der Richtung von Megaupload&lt;/a&gt;. Bei aller bestätigten Schmierlappigkeit und vermuteten Illegalität hat diese Plattform gezeigt, dass sogar die als Piraten geschmähten, uneinsichtigen Downloader offenbar bereit sind, Geld für Inhalte zu bezahlen, selbst wenn diese ein paar Klicks weiter kostenlos sind. Wenn nur das Angebot entsprechend aufbereitet ist. Für sogenannte Premiumzugänge bekam Megaupload viel Geld. Nur besaß es nicht die Rechte an den Inhalten, zu denen die Nutzer so gerne Zugang haben wollten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau hier besteht für das freie und offene Netz, wie wir es heute kennen, die Chance. Mit Tim Wu gesprochen war die Vermarktung medialer Inhalte bisher stets entscheidend für die Weiterentwicklung von großen Informationsstrukturen. Wenn also ein legaler Web-2.0-Markt für Musik, Filme, Bücher entsteht, mit ernstzunehmenden Umsätzen, der die Kraft der digitalen Vernetzung nutzt, statt sie zu bekämpfen - dann wird jeder dort ausgegebene Euro das Netz stärken. Denn es ist völlig legitim und wünschenswert, mit Inhalten Geld zu verdienen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Illegitim ist es nur, zu diesem Zweck die Abschaffung des freien und offenen Internet herbeiführen zu wollen. Die Zukunft der Inhaltevermarktung könnte demnach eine Kombination aus Facebook und (legalem) Megaupload sein. Und wer weiß, vielleicht braucht Facebook für den Börsengang noch eine gute Story und bietet eine vergleichbare, aber legale Plattform für Inhalte an. Den Rest wird die Bequemlichkeit der Nutzer beitragen, der größte Teil des Publikums geht nämlich offensichtlich nicht den billigsten Weg, sondern den bequemsten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;tl;dr&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Fortbestand des freien und offenen Netzes hängt auch davon ab, ob sich mit Inhalten ausreichend viel Geld verdienen lässt.&lt;/p&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
&lt;a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?a=BA7WMbJxwl4:0hc7SrNLoJg:yIl2AUoC8zA"&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?d=yIl2AUoC8zA" border="0"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/16867530207</link><guid>http://typenote.de/post/16867530207</guid><pubDate>Wed, 01 Feb 2012 17:30:00 +0100</pubDate><category>medien</category><category>politik</category><category>netz</category></item><item><title>Nächster Frühling ohne Twitter?</title><description>&lt;a href="http://www.taz.de/Regionale-Zensur-bei-Twitter-und-Google/!86826/"&gt;Nächster Frühling ohne Twitter?&lt;/a&gt;: &lt;p&gt;&lt;p class="intro"&gt;&lt;strong&gt;Twitter verursacht heftige Proteste wegen der Ankündigung, Inhalte länderspezifisch sperren zu wollen. Google macht derweil recht lautlos genau das Gleiche.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
&lt;a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?a=pFnb5lhjpV4:Jc5KlkkuQ9c:yIl2AUoC8zA"&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?d=yIl2AUoC8zA" border="0"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/16968758349</link><guid>http://typenote.de/post/16968758349</guid><pubDate>Wed, 01 Feb 2012 00:00:00 +0100</pubDate><category>medien</category><category>kritik</category></item><item><title>iBooks Author: Autoren kritisieren Apples extreme Lizenzbedingungen</title><description>&lt;h3&gt;&lt;strong&gt;&lt;img align="middle" src="http://media.tumblr.com/tumblr_ly7949L16L1qavpda.jpg"/&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wer mit diesem Programm Bücher gestaltet, darf sie nur bei Apple verkaufen: Mittels einer Passage in den Linzenzbestimmungen sichert Apple sich ein exklusives Vertriebsrecht für mit iBooks Author entworfenen Digitalbücher. Entwickler und Autoren sind empört.&lt;!-- more --&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div id="spArticleBody"&gt;
&lt;p&gt;Die neue Apple-Software iBooks Author soll es Laien und Profis ganz leicht machen, interaktive Digitalbücher zu gestalten. Die kostenlose Gestaltungssoftware bietet viele Vorlagen, kombiniert Funktionen von Präsentations-, Textverarbeitungs- und Multimediaprogrammen. Ein Detail ist aber anders als in anderer Gestaltungssoftware: Wer das Programm einsetzt, räumt Apple per Benutzung das exklusive Verkaufsrecht für seine Werke ein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die entsprechende Passage ist in den Nutzungsbedingungen des neuen Programms versteckt: “Wenn Sie eine Gebühr für ein Buch oder ein anderes Werk verlangen, das Sie mit dieser Software erstellt haben, dürfen sie diese nur über Apple verkaufen oder vertreiben.”&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Über diesen Abschnitt ärgern sich einige Entwickler und Autoren. Dan Wineman, ein auf Mac und iOS spezialisierter Softwareentwickler, fasst in einem &lt;a class="spTextlinkExt" href="http://venomousporridge.com/post/16178567783/common-misconceptions" title="Dan Wineman über Apples Lizenzbedingungen" target="_blank"&gt;langen Artikel&lt;/a&gt; zusammen, warum ihn dieser Schritt empört:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;“Zum ersten Mal schränken die Lizenzbedingungen einer Software ein, was ich mit dem Output eines Programms tun darf statt wie bisher, was ich mit dem Programm selbst tue. Ich habe noch nie so weitreichende Lizenzbestimmungen für Privatanwender gesehen.”&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Abgesehen von diesem gegen die Freiheit von Computernutzern gerichteten Schritt an sich kritisiert Wineman auch die Form, in der Apple sich diese Rechte einholt: Es ist keine explizite Zustimmung nötig. Von der Einschränkung erfahre man nur beim Aufruf der Lizenzbedingungen, man werde als Gestalter nicht vor der ersten Nutzung der Software darauf hingewiesen, dass man mit seinem Werk nur das tun darf, was Apple in den Linzenzbedingungen vorschreibt: “Ich habe dem nicht zugestimmt. Apple will mich glauben machen, dass ich es tat, indem ich das Programm nutzte.”&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Fachbuchautorin &lt;a class="spTextlinkExt" href="http://www.pigsgourdsandwikis.com/2012/01/ten-reasons-i-cant-recommend-or-use.html" title="Liz Castro über Apples Lizenzbestimmungen" target="_blank"&gt;Liz Castro&lt;/a&gt; nennt die Lizenzbestimmungen bevormundend: “Ich wehre mich dagegen, dass mir jemand vorschreibt, wo ich meine Bücher zu verkaufen habe. Selbst wenn ich die Werke nur über den iBookstore verkaufen wollte, würde ich mich darüber ärgern, dass Apple mir das vorschreibt.”&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
&lt;a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?a=vMhF63EygyM:TY2R4SMpNCM:yIl2AUoC8zA"&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?d=yIl2AUoC8zA" border="0"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/16284788920</link><guid>http://typenote.de/post/16284788920</guid><pubDate>Sun, 22 Jan 2012 13:24:00 +0100</pubDate><category>medien</category><category>literatur</category><category>software</category></item><item><title>"BITKOM und GEMA haben viel geleistet in den letzten Jahren, damit endlich ein offiziell gültiger und..."</title><description>“BITKOM und GEMA haben viel geleistet in den letzten Jahren, damit endlich ein offiziell gültiger und akzeptabler Tarif für Flatrate-Angebote veröffentlicht worden ist.”&lt;br/&gt;&lt;br/&gt; - &lt;em&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Simfy-CEO Gerrit Schumann distanziert sich von der Darstellung auf der Grooveshark-Website, wonach der Grund für die Einstellung deren Deutschland-Angebots Uneinigkeit mit der GEMA sei.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;(siehe auch: Einigung zu &lt;a href="http://typenote.de/post/16108346915"&gt;Urheberabgaben für Online-Musik&lt;/a&gt; erzielt)&lt;/p&gt;&lt;/em&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
&lt;a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?a=DYjYCHdejto:QF3G76cbUCc:yIl2AUoC8zA"&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?d=yIl2AUoC8zA" border="0"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/16069915444</link><guid>http://typenote.de/post/16069915444</guid><pubDate>Wed, 18 Jan 2012 19:49:00 +0100</pubDate><category>musik</category><category>kritik</category></item><item><title>Heimatlose Freischaffende</title><description>&lt;a href="http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,809456,00.html"&gt;Heimatlose Freischaffende&lt;/a&gt;: &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wo soll ich bloß arbeiten?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Frei arbeiten ist oft einsam. Wer es leid ist, seine Projekte am Küchentisch zu erledigen, geht ins Café, in die Bibliothek, ins Beta-Haus - oder gründet eine Bürogemeinschaft. Aber welches Angebot passt zum persönlichen Arbeitsstil? &lt;em&gt;Margarete Hucht &lt;/em&gt;machte den Selbstversuch.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
&lt;a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?a=2YtdqPDycDM:ZohoE5K3WJM:yIl2AUoC8zA"&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?d=yIl2AUoC8zA" border="0"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/16066758957</link><guid>http://typenote.de/post/16066758957</guid><pubDate>Wed, 18 Jan 2012 18:20:00 +0100</pubDate><category>medien</category><category>politik</category></item><item><title>Nach den Helden</title><description>&lt;a href="http://www.freitag.de/alltag/1203-neue-helden"&gt;Nach den Helden&lt;/a&gt;: &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die neuen Frontfrauen singen auf Deutsch und werden mit Lob überschüttet. Aber wenn sie schwermütige Songs singen, dann bitte ohne Klischees, fordert derFreitag-Kolumnistin Verena Reygers&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div&gt;
&lt;p&gt;Als 1993 der Musiksender Viva an den Sendestart ging, verpflichtete man sich dort, das Programm auch mit einem Anteil an deutschsprachiger Musik zu bestreiten. Damals war das noch ein Kopfschütteln wert, wer sang schon auf Deutsch, ohne die peinliche Schlager- oder Volksmusikschiene zu bedienen? Mittlerweile aber hat sich deutschsprachige Musik bestens etabliert. Nach Jahren voller Bands-mit-Frontfrau wie Juli, Silbermond und Wir Sind Helden, waren es im vergangenen Jahr vor allem Tim Bendzko oder Andreas Bourani, die begeisterten. Die passen gut in die Charts, aber weniger gut in meinen Plattenschrank. Dann doch lieber mit Gisbert zu Knyphausen die Melancholie ins Knie ficken oder sich Nils Koppruchs “Caruso” zu Ohren führen. Und wo sind überhaupt die deutschsprachigen Musikerinnen, die spannend texten und singen? Fündig wird man da relativ schnell, aber richtig überzeugen können nicht alle.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
&lt;a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?a=02EofQZoWLw:ePoM3VThRuM:yIl2AUoC8zA"&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?d=yIl2AUoC8zA" border="0"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/16066169544</link><guid>http://typenote.de/post/16066169544</guid><pubDate>Wed, 18 Jan 2012 18:03:00 +0100</pubDate><category>musik</category><category>kritik</category></item><item><title>Ralf Schröder: “Unaufhörlicher Anfang. Vorboten eines Romans” - Lesung am 26.01.2012</title><description>&lt;p&gt;&lt;img align="left" src="http://media.tumblr.com/tumblr_lxy66ncMpS1qavpda.gif"/&gt;Der Slawist Ralf Schröder (1927–2001) lebte in der russischen und sowjetischen Literatur. Bulgakow, Ehrenburg, Tendrjakow und Trifonow wurden, dank seines Engagements, in der DDR vollständiger als in der Sowjetunion verlegt. Ebenso leidenschaftlich lag Schröder der Sozialismus am Herzen – ein anderer als der “reale” in den Farben der DDR. Für seine Ideen saß er sieben Jahre im Zuchthaus Bautzen. Sein autobiographisches Buch “Mein Roman mit der russischen und sowjetischen Literatur” konnte Schröder nicht mehr beenden. Michael Leetz hat die nachgelassenen Schriften seines Vaters herausgegeben und stellt das im Verlag “edition schwarzdruck” erschienene Buch vor.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Veranstaltet durch: Tageszeitung jW&lt;br/&gt;Moderation: Werner Röhr&lt;br/&gt;26.01.2012, 19:00 Uhr&lt;br/&gt;jW-Ladengalerie&lt;br/&gt;Torstraße 6&lt;br/&gt;10119 Berlin &lt;br/&gt;Eintritt: 3,00/Ermäßigt: 2,00 €&lt;/p&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
&lt;a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?a=kZua1ueFuBc:r87mf6S_WGU:yIl2AUoC8zA"&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?d=yIl2AUoC8zA" border="0"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/16006960040</link><guid>http://typenote.de/post/16006960040</guid><pubDate>Tue, 17 Jan 2012 15:31:00 +0100</pubDate><category>literatur</category><category>kritik</category><category>politik</category></item><item><title>Finanzkrise: Es muss noch schlimmer werden</title><description>&lt;a href="http://www.fr-online.de/kultur/colin-crouch-zur-finanzkrise-es-muss-noch-schlimmer-werden,1472786,11452072.html"&gt;Finanzkrise: Es muss noch schlimmer werden&lt;/a&gt;: &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der britische Soziologe Colin Crouch erzielte großes Aufsehen mit seinem Buch „Postdemokratie“. Er beschrieb darin die verschiedenen Formen, mit denen die Finanz- und Kommunikationseliten die moderne Demokratie aushöhlen. Im Interview spricht er über die Krise und die Rolle der Deutschen in Europa.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
&lt;a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?a=uN9R8aQdc7U:6vJbscTatm8:yIl2AUoC8zA"&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?d=yIl2AUoC8zA" border="0"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/15944200042</link><guid>http://typenote.de/post/15944200042</guid><pubDate>Mon, 16 Jan 2012 14:14:04 +0100</pubDate><category>politik</category><category>krise</category><category>markt</category><category>medien</category></item><item><title>Ingo Schulze: "Kapitalismus braucht keine Demokratie"</title><description>&lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/thesen-gegen-die-auspluenderung-der-gesellschaft-kapitalismus-braucht-keine-demokratie-1.1255949"&gt;Ingo Schulze: "Kapitalismus braucht keine Demokratie"&lt;/a&gt;: &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wahnsinn als Selbstverständlichkeit: Seit Jahren ist es offensichtlich, dass die Demokratie ruiniert wird und der Sozialstaat zerfällt. Privatisierte Gewinne und sozialisierte Verluste sind zur Selbstverständlichkeit verkommen. 13 Gründe, sich selbst wieder ernst zu nehmen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
&lt;a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?a=OwqzL5B91I8:2QL01F0_Q8k:yIl2AUoC8zA"&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?d=yIl2AUoC8zA" border="0"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/15934903360</link><guid>http://typenote.de/post/15934903360</guid><pubDate>Mon, 16 Jan 2012 07:16:00 +0100</pubDate><category>politik</category><category>medien</category><category>literatur</category></item><item><title>taz an BILD: "Mit Bitte um rasche Antwort"</title><description>&lt;h4&gt;&lt;strong&gt;Wulff-Spott und eine Zeile Ernst&lt;/strong&gt;&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die taz schickt dem “Bild”-Chef einen Fragenkatalog zur Mailbox-Affäre. Kai Diekmann antwortet mit Präsi-Witzen und einem Versprechen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img align="middle" src="http://media.tumblr.com/tumblr_lxrrrxsfHe1qavpda.jpg"/&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;An wen haben Sie Wulffs Mailbox-Nachricht weitergegeben? Als Tondokument oder schriftlich? Wann? 15 Fragen an den Chefredakteur.&lt;!-- more --&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sehr geehrter Herr Diekmann,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;im Zusammenhang mit unserer Recherche zu Ihrer Berichterstattung über die Kreditaffäre des Bundespräsidenten Christian Wulff bitten wir Sie freundlich um Beantwortung folgender Fragen. Im Sinne der von Ihnen gewünschten Transparenz werden wir diese Anfrage öffentlich machen.&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;&lt;li&gt;In der Sendung “Günther Jauch” vom 8. Januar 2012 behauptet Nikolaus Blome, Leiter des Berliner Büros der &lt;em&gt;Bild&lt;/em&gt;, die Nachricht Christian Wulffs auf Ihrer Mailbox vom 12. Dezember 2011 sei bei &lt;em&gt;Bild&lt;/em&gt; zunächst intern diskutiert worden. Wer im Haus kannte zu diesem Zeitpunkt die Mailbox-Nachricht? Haben Sie im Haus Abschriften der Nachricht verteilt oder Tondokumente? An wen? Wer nahm an der Diskussion über eine mögliche Veröffentlichung teil?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Warum entschied sich die Redaktion die Mailbox-Nachricht nicht zu veröffentlichen? Was waren die Argumente gegen die Veröffentlichung, beziehungsweise gegen eine Berichterstattung der &lt;em&gt;Bild&lt;/em&gt; über den Anruf des Bundespräsidenten – und was waren die Argumente dafür? Gab es in Ihrem Haus rechtliche Bedenken, die Mailbox-Nachricht zu veröffentlichen? Wenn ja: welche?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;In der oben erwähnten Sendung sagte Nikolaus Blome, “manche Journalisten aus anderen Redaktionen” hätten sich “in Teilen vielleicht ein ganz kleines Bild” von der Mailbox-Nachricht machen können, bevor am 1. Januar 2012 das erste Mal in der &lt;em&gt;Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung&lt;/em&gt; explizit über die Nachricht berichtet wurde. Wie vielen und welchen Journalisten wurde die Nachricht weitergegeben? Wurde sie als Ganzes oder “in Teilen” weitergeben? Wurde sie als Tondokument oder in schriftlicher Form weitergegeben?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Wussten Sie von dieser Weitergabe, von der Nikolaus Blome berichtet?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Was war der ausschlaggebende Grund für die Weitergabe der Nachricht an andere Medien?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Am 5. Januar 2012 baten Sie Bundespräsident Christian Wulff in einem Brief um Erlaubnis zur Veröffentlichung der Mailbox-Nachricht. Wulff lehnte die Veröffentlichung noch am selben Tag ab. In derselben Woche, in der Sie um Erlaubnis für den Abdruck baten, gaben &lt;em&gt;Bild&lt;/em&gt;-Redakteure Passagen der Nachricht an andere Medien weiter. Können Sie das bestätigen? Wenn ja: Warum fragen Sie den Bundespräsidenten um Erlaubnis, obwohl Redakteure der &lt;em&gt;Bild&lt;/em&gt; gleichzeitig bereits Teile der Nachricht weitergaben?&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;p&gt;Wir bitten freundlich um Beantwortung der Fragen bis Montag, 16 Uhr MEZ.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit freundlichen Grüßen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Update 12:55 Uhr: Inzwischen hat Kai &lt;a href="http://www.taz.de/Diekmann-an-taz/!85638/"&gt;Diekmann per Mail geantwortet&lt;/a&gt;. Er verspricht, alle Fragen innerhalb der gesetzten Frist zu beantworten.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/15809360833</link><guid>http://typenote.de/post/15809360833</guid><pubDate>Sat, 14 Jan 2012 04:47:00 +0100</pubDate><category>politik</category><category>presse</category><category>medien</category></item><item><title>Ein Tonstudio für unter 300 Euro</title><description>&lt;p id="spIntroTeaser"&gt;&lt;strong&gt;Mit der richtigen Technik zum Hobby-Tonmeister - den Traum vom Wohnzimmerstudio kann man sich mit kleinem Budget erfüllen: schon für wenige hundert Euro.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Früher waren Tonstudios Plattenfirmen und Musikprofis vorbehalten. Man brauchte riesige Mischpulte, edle Mikrofone, Schränke voller Spezial-Equipment und vor allem sehr viel Geld. Heute reichen für nahezu professionelle Aufnahmen ein Computer, ein wenig Audio-Hardware und die passende Software. Sounds, die man einst nur nobler Spezial-Equipment zustande bekam, werden von virtuellen Effektgeräten bereitgestellt. Synthesizer-Burgen sind Musik-Plug-Ins gewichen. Das Mischpult existiert oft nur noch auf dem Bildschirm. &lt;!-- more --&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist also, um es kurz zu sagen, eine verdammt gute Zeit für Hobbymusiker, Soundtüftler und Ton-Afficionados, über den Einstieg in die Heimstudiowelt nachzudenken. Denn dazu braucht man nicht viel: Ein bisschen Ausrüstung aus dem Audioladen, ein paar Grundlagen der Aufnahmetechnik - und Mut zur Lücke.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Natürlich ist so eine Hobbyausrüstung auch immer ein Kompromiss. Mit den akustischen Eigenschaften eines entsprechend gedämmten und klangoptimierten Studios, der brillanten und zuverlässigen Tonwiedergabe hochpreisiger Monitorboxen und den jede Schwingung einfangenden Mikrofonen zum Preis eines Kleinwagens wird das Wohnzimmerstudio nicht mithalten können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber egal wie viel Geld man auch in die Ton-Hardware stecken mag: Am Ende ist immer entscheidend, mit wie viel Lust und Spaß die Musik, der Soundtrack, die eigene Hörbuchvertonung aufgenommen wurde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nicht der Preis ist wichtig&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist mehr als eine Plattitüde. Die Funken, die im Studio fliegen, landen immer auf der Aufnahme. Die Aufgabe der technischen Ausrüstung ist es, diesem kreativen Funkenflug nicht im Weg zu stehen. Sie muss nicht nur möglichst klar und dynamisch aufzeichnen können, sondern die gute Laune, die Inspiration und Atmosphäre möglichst ungehindert zur Aufnahme dringen lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für ein Heimstudio bedeutet das: Man kann viel sparen. Mikrofon, Soundkarte und Abhöre (Monitorboxen oder Kopfhörer) sind der größte Kostenfaktor im kleinen Studio. Aber auch mit minderwertiger Ware lässt sich viel Spaß einfangen. Hauptsache sie tut, was man will, und das sofort.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf den nächsten Seiten zeigt SPIEGEL ONLINE, wie Sie für unter 300 oder für unter tausend Euro ein hervorragendes kleines Studio und für unter hundert Euro einen Audio-Spielplatz einrichten können, was es beim Kauf der Hardware zu beachten gilt - und was nicht - und welche günstigen Möglichkeiten es für einen Bruchteil des Preises von Profi-Hardware gibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Drinnen oder draußen? Die Soundkarte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ohne eine Soundkarte geht nichts. Sie ist das Bindeglied zwischen Tonaufnahme, -speicherung und -wiedergabe. Eine schlechte Soundkarte rauscht und fiept, verfälscht das Tonsignal, reicht Tonsignale zu langsam weiter (wenn die sogenannte Latenz zu groß ist) und hat schlicht nicht die notwendigen Eingänge und Ausgänge, die Sie für die Aufnahme ihre Tonquellen benötigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wollen Sie Gesang, akustische und elektrische Musikinstrumente aufnehmen? Dann brauchen Sie eine Soundkarte mit Klinken-, besser noch XLR-Eingang, wie er bei Mikrofonen üblich ist. Damit fällt eine interne Soundkarte, wie sie in vielen Standardrechnern eingebaut ist, für Sie flach.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Handlich und problemlos sind externe Soundkarten, sogenannte Audio-Interfaces, die man per USB- oder Firewire-Kabel an den Rechner anschließt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unser Tipp: M-Audio Fast Track (80 Euro) oder Fast Track Pro (150 Euro). Beide haben Klinkenstecker und XLR-Eingang für Instrumente und Gesang, können hochwertige Mikrofone mit Spannung versorgen (man nennt das, nicht lachen, Phantomspeisung) und werden außerdem mit einer abgespeckten, meist völlig ausreichenden Version der Aufnahmesoftware Pro Tools geliefert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wollen Sie nur bereits vorliegendes Tonmaterial, also Audiodateien, zurechtschneiden und bearbeiten? Dann reicht auch - solange Sie auf eine wirklich originalgetreue Wiedergabe verzichten können - die Soundkarte Ihres Computers. Aber auch hier gilt: Um das Tonmaterial wirklich einschätzen zu können, bedarf es einer guten Soundkarte und eines guten Kopfhörers oder guter Lautsprecher - und das kostet eben ein wenig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber was wäre eine Wiedergabe ohne die Aufnahme: das Mysterium Mikrofon.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kondensator, Bändchen, Membran: Das Mikrofon&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die wohl schwierigste und am schwersten zu beantwortende Frage ist die nach dem passenden Mikrofon für’s Wohnzimmer-Studio. Mikrofone sind Geheimwissen und Geschmacksfrage. Darüber, wie welches Mikrofon klingt und wie man es am Besten positioniert, führen Experten gerne stundenlange Dispute. Fragen Sie bloß niemals einen Ton-Fachmann danach. Sie werden dabei nichts gewinnen, aber viel Zeit verlieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber man darf sich da nicht verrückt machen lassen. Fangen Sie einfach mit einem günstigen Mikrofon an und versuchen Sie herauszufinden, ob Ihnen das gewählte Modell nicht womöglich schon ausreicht. Ein solides, günstiges Allround-Mikrofon ist das T.Bone MB75 (30 Euro), für Vokalaufnahmen ist das Rode NT1-A erheblich besser geeignet, das aber auch rund 170 Euro kostet. Nur, um das ins richtige Verhältnis zu setzen: Für gute Studiomikrofone werden hemmungslos Preise zwischen 2000 und 6000 Euro aufgerufen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wichtig ist: Mikrofone sollte man nicht beim Versandhandel bestellen, sondern im Laden ausprobieren. Ob eines gut ist oder schlecht, kann auch ein Laie am Klang erkennen. Grundsätzlich gilt, dass man für jede Nutzungsart ein bestimmtes Mikrofon braucht - eigentlich. In der Not und im Wohnzimmer tut es aber eigentlich fast jedes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beim Kauf ist zu beachten, dass viele Mikrofone eine sogenannte Phantomspeisung brauchen. Das heißt, sie müssen über das Mikrofonkabel mit Strom versorgt werden. Die oben vorgestellten externen Soundkarten können das. Wer so ein Mikro an die PC-Soundkarte anschließen will, braucht hingegen einen Phantomspeisungs-Adapter (ab 20 Euro), den man zwischen Mikro und Soundkarte klemmt. Achten Sie also beim Kauf darauf, ob eine “Phantomspeisung” benötigt wird oder nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine günstige Alternative zu Mikro und Soundkarte ist das Handaufnahmegerät.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Alternative zur Soundkarte und Mikro: Handaufnahmegeräte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wollen Sie nicht verschiedene, sondern nur ein Instrument aufnehmen (oder zum Beispiel nur Gesang), reicht ein Mikrofon. In diesem Fall können Sie auch ein Handaufnahmegerät kaufen. Das sind Soundkarte und Mikrofon in einem, und darüber hinaus ist das Ganze auch ohne Computer funktionsfähig. Und es kann billig sein. Ab 70 Euro sind solche Gerät zu bekommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unser Tipp: Das Zoom H2 (130 Euro) mit einem Stativ und extralangem USB-Kabel als Zubehör oder dessen Nachfolger, das Zoom H2N (180 Euro).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine günstige Alternative zum Handaufnahmegerät sind USB-Mikrofone wie das T.Bone SC440 (60 Euro) oder das (etwas wacklige) Behringer C1U (39 Euro). Die können direkt an den Rechner angeschlossen werden und ersetzen zumindest bei der Aufnahme die Soundkarte. Dafür darf man keine überwältigende Tonqualität erwarten, muss Probleme mit Verzögerungen bei der Aufnahme in Kauf nehmen und sich mit allgemein minderer Produktqualität abfinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine gute Soundkarte oder ein Aufnahmegerät bringen aber nur etwas, wenn man die Aufnahmen unverfälscht abhören kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Klingen besser ohne Klangfarbe: Die Abhörboxen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wer von lärmenden Computerlautsprechern auf Monitorboxen umsteigt - und seien es auch besonders günstige - wird seinen Ohren kaum trauen: Musik kann so gut und klar klingen. Leider sind gute Monitorboxen teuer. Eine gute und relativ günstige Alternative sind die M-Audio Studiophile BX5A für 180 Euro. Die günstigsten Monitorboxen mit recht guten Bewertungen sind die M-Audio AV40 Studiophile - am besten aber wühlt man sich tatsächlich bei den Audio-Versandhäusern durch die Nutzerkommentare oder probiert die Boxen zu Hause oder im Audiogeschäft aus - das eigene Ohr sollte entscheiden, welcher Box es bald nächtelang zuhören will.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die billige Alternative zu Abhörboxen ist es, die Soundkarte einfach an die Stereoanlage im Wohnzimmer oder - oh Graus - an die 15-Euro-Tischlautsprecher aus dem Supermarkt anzuschließen. Wer aufs Budget schauen muss, kann damit leben, ein guter Kompromiss ist es nicht. Denn Monitorboxen sind darauf ausgelegt, Aufnahmen möglichst unverfälscht wiederzugeben. Hifi-Boxen oder PC-Lautsprecher dagegen haben meist ein ganz eigenes, prägnant eingefärbtes Klangbild.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber es gilt: Wer Boxen hat und Live-Signale aufnehmen will, braucht Kopfhörer - die zugleich eine günstige und nachbarschaftsverträgliche Alternative zu den Boxen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Aufnehmen unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Die Kopfhörer&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sollten Sie mehrere Tonspuren nacheinander zu einem Metronom oder einfach in Ruhe aufnehmen wollen, werden Sie um einen die Ohren umschließenden Kopfhörer nicht herumkommen. Sollten Sie mit dem Kopfhörer abmischen wollen, sollten Sie keinen Hifi-Kopfhörer kaufen, diese verändern das Klangbild zu stark.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Recht günstig für ihre Leistung sind die ATH-M50 von Audio Technica (150 Euro). Zwar geht es zwar noch viel billiger, doch meist geben Lowcost-Kopfhörer den Ton verfälscht wieder. Sie betonen meist Bass und Höhen, damit’s bei Computerspielen und Krawallmusik mehr kracht und dröhnt. Für Wohnzimmerproduzenten taugen sie nicht viel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine günstige Variante, zum Beispiel als Aufnahmekopfhörer, ist der Superlux HD681 für 20 Euro.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein endloses Lied: Die Software&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Aufnahmesoftware ist für jeden Wohnzimmerproduzenten Lust und Last zugleich. Sie sollte viele Möglichkeiten bieten und gleichzeitig so wenig Aufmerksamkeit wie möglich benötigen, also einfach bedienbar sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Etliche Musikprogramme sind richtig günstig zu bekommen. Einsteigerprogramme bekommt man problemlos für hundert Euro. Aber die Profipakete kosten noch immer mindestens 500 Euro. Für die Hälfte davon bekommen Sie meist abgespeckte Versionen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unser Tipp: Die günstigsten Programme können erstaunlich viel. Lassen Sie sich etwa nicht vom Billigheimer-Image des Magix Music Maker abschrecken. Die Premium-Variante eignet sich ideal fürs Anfänger-Wohnzimmerstudio, ist wirklich nutzerfreundlich und voller virtueller Instrumente, Effektgeräte und vorgefertigten Sounds. Und sie kostet nur hundert Euro.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wer gerne am Klang tüftelt, Spaß an einem virtuellen Studionachbau mit Kabelsalat-Simulator und einer Million möglicher Signalwege hat, der sollte sich Reason 6 oder die abgespeckte Variante Reason Essentials (405 Euro, 279 Euro) anschauen. Das kommt dem Ideal eines virtuellen Achtspur-Rekorders schon sehr nahe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gar nichts kostet hingegen das Freeware-Programm Audacity, mit dem man mehrspurig aufnehmen, bearbeiten und mischen kann. Das sieht zwar nicht so gut aus und ist hie und da etwas hakelig, hat aber viele Funktionen, die es auf Augenhöhe mit Kaufsoftware bringen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kabelsalat und Ständer: Das Zubehör&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist erstaunlich, wie viel Geld man für Audiozubehör ausgeben könnte: vergoldete Kabel, Mikrofonständer aus Titan. Dabei ist die Sache für’s Heimstudio ganz einfach: So günstig, wie möglich! Mikroständer für zehn Euro, Kabel für fünf Euro, Popschutz aus Kleiderbügel und Strumpfhose.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vergessen Sie Schalldämmmaterial: Die Akustik Ihres Wohnzimmers werden Sie nie in den Griff bekommen. Einfacher ist es, einen so genannten Micscreen hinterm Mikrofon aufzuspannen (einen Halbring aus Schaumstoff) und eine schallschluckende Wand hinter dem Mikro aufzubauen (Bettdecke über die Tür werfen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sollten Sie dann einmal in die Verlegenheit kommen, mit nur zwei Soundkarten-Eingängen eine ganze Band auf einen Schlag aufnehmen zu wollen, seien Sie pragmatisch: Leihen Sie sich für die Aufnahme ein kleines Mischpult im Audioladen um die Ecke. Das ist allemal billiger als selber eines zu kaufen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sechs Faustregeln für Hobby-Tonmeister&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Benutzen Sie so wenige Geräte wie nötig.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Nicht die Zahl der Funktionen ist wichtig, sondern dass man sie beherrscht.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Immer schön der Reihe nach: Aufbauen, Aufnehmen, Bearbeiten, auch wenn man alleine ist.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Nur was im Studio gut klingt, kann auch auf der Aufnahme gut klingen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Während der Aufnahme: Finger weg von Effektegeräten!&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Beim Schneiden und Bearbeiten dem Ohr regelmäßig Pausen gönnen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="mailto:felixknoke@gmail.com"&gt;Felix Knoke&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
&lt;a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?a=vyiu_skoXZo:QtgtXBWn-1Y:yIl2AUoC8zA"&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?d=yIl2AUoC8zA" border="0"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/15338662570</link><guid>http://typenote.de/post/15338662570</guid><pubDate>Thu, 05 Jan 2012 09:22:00 +0100</pubDate><category>technik</category><category>sound</category></item><item><title>Der schlecht beratene Präsident</title><description>&lt;a href="http://www.lto.de/de/html/nachrichten/5216/wulffs-anruf-bei-der-bild-zeitung-der-schlecht-beratene-praesident/"&gt;Der schlecht beratene Präsident&lt;/a&gt;: &lt;p&gt;Schwer vorstellbar: Christian Wulff höchstpersönlich ruft den BILD-Chefredakteur an, um eine Veröffentlichung zu verhindern. Mit harschen Worten, einer “Kriegserklärung” – und das Ganze auf dem Anrufbeantworter abgespeichert. &lt;em&gt;Martin W. Huff&lt;/em&gt; über ziemlich ungewöhnliche Vorgänge, einen schlecht beratenen Präsidenten und mediale Winkelzüge, die am Ende allen schaden.&lt;/p&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/15293484015</link><guid>http://typenote.de/post/15293484015</guid><pubDate>Wed, 04 Jan 2012 14:16:55 +0100</pubDate><category>politik</category><category>kritik</category><category>medien</category></item><item><title>Wie klingt das neue Jahr?</title><description>&lt;a href="http://www.freitag.de/alltag/1151-sound-of-2012"&gt;Wie klingt das neue Jahr?&lt;/a&gt;: &lt;p&gt;&lt;strong&gt;derFreitag-Kolumnistin Verena Reygers setzt für 2012 auf die weiblichen Stimmen - etablierte wie Adele, gerade erst hochgeschossene wie Lana del Rey und neue wie Azealia Banks&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Jahreswechsel ist die Zeit der Rückblicke und Vorschauen.&lt;br/&gt;Was die musikalischen Prophezeiungen angeht, hat seit Jahren die BBC „Sound of…“ Liste den Riecher vorne. Dort wurden Adele, Little Boots oder Ellie Goulding schon gehypt, bevor der Mainstream überhaupt nur deren Namen gehört hatte. Selbst 50 Cent hat es dort mal an die Spitze geschafft. Aber generell beweist die BBC tatsächlich Geschmack in ihrer Auswahl. In diesem Jahr scheinen vor allem Ren Harvieu und Azealia Banks gute Aussichten auf ein erfolgreiches 2012 zu haben.&lt;/p&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/16066378498</link><guid>http://typenote.de/post/16066378498</guid><pubDate>Wed, 04 Jan 2012 00:00:00 +0100</pubDate><category>musik</category><category>kritik</category></item><item><title>"Roman der Seele, Roman der Geschichte"?</title><description>&lt;p class="untertitel"&gt;&lt;img align="left" src="http://media.tumblr.com/tumblr_lwyr5aZIfj1qavpda.jpg"/&gt;&lt;strong&gt;Fritz Mierau über Dr. Ralf Schröder (4. November 1927 - 15. April 2001)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Die Umstände der Lebensarbeit des Russisten Ralf Schröder (1927-2001) erweisen sich mit ihren Aufbrüchen und Abbrüchen in vieler Hinsicht als symptomatisch für den Status eines kritischen Partei-Intellektuellen der DDR: Er fand sich so gebraucht und gefördert wie beargwöhnt und verfolgt.&lt;!-- more --&gt;&lt;!-- br--&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Vom kommunistischen Elternhaus her gegen den Nationalsozialismus gefeit, war der junge Mann früh empfänglich für das Denksystem und Aktionsprogramm des Leninismus, wie es die Sieger über Hitler nach Deutschland brachten. Als Student der russischen Literatur und Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts wurde er ein Aktivist der ersten Stunde. Der Sonderlehrgang für den slawistischen Nachwuchs an der Humboldt-Universität, den er 1950/51 zum Abschluß seines Studiums besuchte, befugte den 25jährigen zur Lehre, die er  auch 1951 sofort von der Universität Greifswald übertragen bekam.&lt;sup&gt;1&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Ralf Schröder stand Mitte der fünfziger Jahre im Begriff, weit über die Russistik hinaus in der Öffentlichkeit der DDR eine führende Stellung einzunehmen. Der Weg schien deutlich bereitet: 1947 Beitritt zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. 1948 Besuch eines Studentenkurses der Kreisparteischule in Berlin-Kaulsdorf. März 1948 Teilnahme am II. Deutschen Volkskongreß für Einheit und gerechten Frieden. Mai 1951 vom Sonderlehrgang zum I. Deutschen Kulturkongreß nach Leipzig entsandt. 1951-1957 Vorlesungen an den Universitäten Greifswald und Leipzig zur sowjetischen Literatur, parallel Gastvorlesungen an der Zentralen Parteischule der SED, am Institut für Gesellschaftswissenschaften des ZK der SED, auf zentralen Aspirantenseminaren und Vorbereitungslehrgängen für das Auslandsstudium. 1952 Berufung in den wissenschaftlichen Beirat für Slawistik beim Staatssekretariat für Hochschulwesen der DDR. Seit 1955 Mitglied der Parteileitung der Grundorganisation Slawisten/Romanisten an der Universität Leipzig. Zirkelleiter im Parteilehrjahr. 1957 sechswöchiger Aufenthalt in Moskau, wo er seine Studien zu Maxim Gorki vervollständigte, dessen Roman »Foma Gordejew« seine im gleichen Jahr verteidigte Dissertation gewidmet war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Inzwischen waren größere Arbeiten Schröders über Maxim Gorki auch schon im Druck erschienen, so das monographische Vorwort zum Maxim-Gorki-Lesebuch (drei Auflagen 1953-1957), das Nachwort zu »Foma Gordejew« sowie eine teils kritische Rezension zur Gorki-Ausgabe des Aufbau-Verlags Berlin in der Zeitschrift »Aufbau«. Mit Wolf Düwel, einem Bekannten aus dem Kreis des Sonderlehrgangs, nun Lektor für Slawistik im Aufbau-Verlag, gab es Gespräche über eine Dostojewski-Ausgabe einschließlich der »Dämonen« und über eine Geschichte der sowjetischen Literatur, die zweifellos Georg Lukács verpflichtet gewesen wäre, der im Vorwort zur dritten Auflage seines Buchs »Der russische Realismus in der Weltliteratur« im September 1951 geschrieben hatte: »Die Sowjetliteratur umfaßt ein ungeheures Gebiet. Um sie wissenschaftlich behandeln zu können, müßte man nicht nur alle ihre wesentlichen Produkte genau kennen, sondern auch deren Entstehungsgeschichte im gesellschaftlichen wie im künstlerischen Sinn, die Wandlungen der kritischen Stellungnahme zu den einzelnen Werken, ihre Wirkungsgeschichte, die äußere und innere Entwicklung der wichtigen Autoren, die intimen Zusammenhänge in den künstlerischen Richtungskämpfen usw.usw.« Dies sei nötig, weil kein Volk »heute die Probleme seiner eigenen literarischen Weiterentwicklung befriedigend lösen« könne, ohne sich mit den Neuerungen der Sowjetliteratur auseinanderzusetzen.&lt;sup&gt;2&lt;/sup&gt; Es war zu erwarten, daß Ralf Schröder sich im September 1958 auf dem IV. Internationalen Slawistenkongreß in Moskau in diesem Sinne äußern würde.&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Zwei Angebote, als verantwortlicher Kulturpolitiker zu arbeiten, lehnte er 1957 mit dem Hinweis auf seine vorwiegend wissenschaftlichen Interessen ab: den Posten eines leitenden Lektors beim Verlag Kultur und Fortschritt, dem Verlag für sowjetische Literatur, und die Dozentenstelle an dem von Alfred Kurella geleiteten Leipziger Institut für Literatur.&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Die generelle Überschätzung der politischen Wirksamkeit von Literatur und Literaturgeschichtsschreibung machte Ralf Schröder zu einem für seine Partei gleichermaßen nützlichen und verdächtigen Historiker und Ideologen, zumal er seine geschichtsspekulativen Neigungen mit sozialpädagogischem Ungestüm kundzutun pflegte: Leicht gewann er Kollegen und Studenten zu Proselyten. Solange er sich da an die Normen der sowjetischen Literaturgeschichte hielt, wie sie im September 1953 unter seiner Mitwirkung als »Studienplan Nr. 73 und 73 A« - noch gut stalinistisch - festgelegt worden waren, gab es keine Bedenken. Sobald aber der nun knapp 30jährige nach den Aufständen des 17. Juni 1953 , definitiv nach dem XX. Parteitag der KPdSU im Februar 1956 mit Doktrin und Praxis seiner Partei in Konflikt kam, wurde sein beredter Einsatz zur Gefahr.&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Ralf Schröder geriet in die Überwachungsmaschinerie des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, verlor seine Parteimitgliedschaft und wurde 1958 wegen Bildung einer staatsfeindlichen Gruppe zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, wovon ihm 1964 auf Grund einer allgemeinen Amnestie zwei Jahre in eine Bewährungsfrist umgewandelt wurden: Überwacht seit 1957 und seit 1970 selber verpflichteter Überwacher. Noch sein Verstummen, sein Rückzug aus der Öffentlichkeit nach dem Zusammenbruch des Staatsapparats und nach seiner Rehabilitierung im Jahr 1990 dürfte auf das Schweigegebot in der Verpflichtungserklärung von 1970 zurückzuführen sein.&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Aus dem obligatorischen Studium des »Kurzen Lehrgangs« der Geschichte der KPdSU (B) kannte Ralf Schröder alle Finessen und Risiken von Fraktions- und Gruppenbildung, taktischen Bündnissen, Exkommunikation und Exekution zu gut, um sich über die Folgen seiner Entscheidungen im Unklaren zu sein. Der von Stalin redigierte und noch mit seinem Bild als vierter Klassiker des Marxismus versehene »Kurze Lehrgang« von 1938 schloß mit dem berüchtigten Kapitel über »Die Liquidierung der Überreste der bucharinschen-trotzkistischen Spione, Schädlinge und Landesverräter«. Und Schröder hatte sogar in der ersten Auflage des Maxim-Gorki-Lesebuchs von 1953 neben seinem Vorwort die Anklagerede des Staatsanwalts der UdSSR, Andrej Wyschinski (1883-1952), gegen die angeblichen Mörder des Dichters dulden müssen: Rykow, Bucharin, Jenukidse und Tomski hätten nach den »Direktiven« des »Oberbanditen Trotzki« den Mord an Maxim Gorki als ein »Element des Sturzes der Sowjetmacht« verübt.&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Sehenden Auges begab sich Ralf Schröder in Gefahr, als er 1956 den stalinkritischen Ansatz der sowjetischen Kommunisten um Chrustschow endgültig in einen kaum noch verdeckten protrotzkistischen wendete, mit seinen Genossen in der SED-Grundorganisation Konsequenzen für die konzeptionelle und personelle Führung der SED verlangte und auf einer Parteiversammlung beschließen ließ. Nun zeigte sich die sowjetische Literatur mit dem frühen Ehrenburg, mit Sostschenko, Babel, Pilnjak oder Samjatin als eine wahre Schatzkammer an Argumenten zur Kritik des bürokratischen Führungsstils, des »Kasernenkommunismus« , wozu Schröder noch in seine Vorlesungen – ohne die Namen der Autoren zu nennen – die Erkenntnisse Leo Trotzkis, Ruth Fischers, Isaac Deutschers und Wolfgang Leonhards einführte.&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Allerdings hat Schröder seinen Konflikt ursprünglich als einen Kampf zwischen Parteieliten begriffen und ist, als im Untersuchungsverfahren der Staatsverrat-Paragraph 13 des Strafrechtsergänzungsgesetzes vom 11. Dezember 1957 für die Beschreibung seines Falls herangezogen wurde, bemüht gewesen, seine Treue zum Staat DDR darzustellen, zu einem »sauberen Sozialismus«, wie er während der Verhöre einmal sagte, zu einem »inoffiziellen Leninismus«, wie er mit Trotzki hätte sagen können.&lt;sup&gt;3&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Einen Philologen zu zehn Jahren Zuchthaus zu verurteilen, weil er u.a. die Partei- und Gesellschaftskritik der frühen sowjetischen Literatur auf die frühe DDR anwendete, mußte Ralf Schröder wie das unfreiwillige Eingeständnis argumentativer Unterlegenheit anmuten: Drastischer hätte dieses nicht ausfallen können.&lt;br/&gt;Aus den Aufzeichnungen des Zelleninformators mit dem Decknamen »Edelweiß«, der Schröder von September 1957 bis September 1958 beigegeben war und dessen Funktion ihm natürlich nicht verborgen blieb, ist – bei aller Vorsicht gegenüber derlei Meldungen – manches von seinen Überlegungen und Annahmen während der Untersuchungshaft zu erfahren. &lt;sup&gt;4&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Daß der Prozeß eine Unterbrechung, wenn nicht einen Abbruch seiner Arbeiten bedeutete, war Schröder von vornherein klar, wenn er auch anfangs nur mit einer Gefängnisstrafe von zwei, höchstens fünf Jahren rechnete und überhaupt eine Parteistrafe für ausreichend hielt. Seine Lehrtätigkeit werde zu Ende sein, er werde künftig einen Maulkorb tragen müssen (25. September 1957) oder sogar nach der Haft, auch unter besseren äußeren Umständen zeit seines Lebens ein Gefangener bleiben (7. Mai 1958). Zu erwägen wäre die Emigration nach London (13. Januar 1958) und die Niederschrift eines Buches »Sozialismus – Stalinismus«, das über BBC gesendet werden könnte (17. Februar 1958).&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Woran Schröder besonders lag, war, seine Lehrer aus der Sache herauszuhalten. Das betraf in Berlin Edel Mirowa-Florin, Lehrbeauftragte für sowjetische Literatur an der Humboldt-Universität, die ihn beim slawistischen Sonderlehrgang unterrichtet hatte, Betreuerin seiner Dissertation war und in deren Haus er auch ihren Mann, Peter Florin, einen führenden Außenpolitiker im ZK der SED kennengelernt hatte. Und in Leipzig den Gastprofessor Stepan Kljujew, dem Schröder als Assistent und persönlicher Betreuer von 1955-1957 nahe gekommen war. Hier galt es zu betonen, daß er von beiden zwar in seiner neuen Sicht auf die frühe sowjetische Literatur bestätigt worden sei, daß sie aber von seiner Gruppenbildung nichts gewußt hätten.&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Wollte Schröder eine personelle Verbindung in die Sowjetunion damit möglichst unwahrscheinlich machen, so versuchte er, sobald das Verhör auf Staatsverrat gelenkt wurde, die Kontakte in der DDR (zum Aufbau-Verlag, zum Leipziger Kabarett »Pfeffermühle«, zu Erich Loest oder Wolfgang Harich) und die Absprachen mit Warschau, Prag, Belgrad, Budapest, Bukarest, Rom und Paris ins Absurde zu übertreiben und das Ganze ins Lächerliche zu ziehen (26. November 1957; 17. Januar 1958).&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Wovon Ralf Schröder bis zum Schluß, bis zu seinem erzwungenen Canossa-Gang (22. August 1958) überzeugt blieb, war, daß wie seinem Vorbild Leo Trotzki, wie den Opfern der sowjetischen Prozesse zwischen 1936 und 1938, auch ihm einst Gerechtigkeit widerfahren würde (27. September 1957; 17. Oktober 1957). Er habe es für seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit gehalten, »junge Trotzkisten an der Uni heranzubilden« (18. Februar 1958), die marxistische Lehre den neuen Umständen anzupassen und »Marx’ Humanitätstheorie mit der Dostojewskischen« zu verbinden (21. Februar 1958).&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Es verwundert nicht, daß er es nach der Rückkehr in seinen Beruf darauf anlegte, den kritischen Ansatz der fünfziger Jahre als weiterhin, ja zunehmend angemessen vorzutragen. Universitätslehre und akademische Literaturgeschichtsschreibung blieben ihm bis zu seinem Lebensende versagt. Doch als Verlagslektor, der er von 1966-1988 war, als Herausgeber und Essayist setzte er in der DDR alle Bücher offiziell durch, deren Lektüre, Empfehlung und universitäre Verbreitung in seinem Prozeß staatsgefährdend genannt worden waren.&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Ein Jahr nach Ralf Schröders Entlassung erschien in den renommierten »Weimarer Beiträgen« ein Vorabdruck aus seiner im Zuchthaus konzipierten und in ersten Fassungen niedergeschriebenen Monographie »Gorkis Erneuerung der Fausttradition: Faust-Modelle im russischen geschichtsphilosophischen Roman«, die dann 1971 als Buch herauskam. Die Abhandlung umriß mit ihren vielen Exkursen Konzept und Programm der kommenden Jahrzehnte. Schröder entwarf das grandiose Bild der Welt des russischen Romans: ins eins erlebt, in eins gesetzt das 19. und das 20. Jahrhundert. Das 19. Jahrhundert Gogols, Dostojewskis und Tolstois. Das 20. Jahrhundert in seinem Aufgang mit Maxim Gorki, Ehrenburg, Olescha, Bulgakow und Tynjanow und in seinem Ausgang mit Trifonow, Tendrjakow, Aitmatow und Okudshawa. »Roman der Seele, Roman der Geschichte« nannte er 1986 eine Zusammenschau, die der Leipziger Reclam-Verlag druckte – Bilanz seiner Editionen und Studien. Die Nähe, die Ralf Schröder zu den geliebten Autoren und ihren Büchern empfand, hat er selbst nicht genauer beschreiben können als mit dem Titel eines auch seit der Zuchthauszeit geplanten Buches, an dem er die letzten Jahre arbeitete - seines »Romans mit der russischen Literatur«. Schröder favorisierte den, wie er schrieb, »historisch lotenden polyphonen Bewußtseinsroman«, den er in der späteren sowjetischen Literatur vor allem bei seinem Freund Juri Trifonow ausgebildet fand: Trifonow entfalte seine modernen »Familiengeschichten« zu einem »analytischen Epochenbild«. »In ihnen werden auch die Grundfragen der Epoche: Wer – wen? Wer – wofür? Wer – mit welchen Mitteln? neu gestellt und beantwortet.« Der »Roman mit der Geschichte« sei Trifonows zentrales Thema – die »Liebesbeziehung der russischen Intelligenz mit der Geschichte, der rätselhaften Geliebten, die weder durch gewaltsamen voluntaristischen Ansturm noch durch idealistische Schwärmerei oder gar durch opportunistische Anpassung zu erobern ist.«&lt;sup&gt;5&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Ralf Schröder wurde der bekannteste und beliebteste Russist der DDR. In hunderten von Vorträgen gewann er der Literatur seiner Wahl eine Leserschaft ohnegleichen. Seine Ausgaben gehörten zur begehrtesten Lektüre der Republik und brachten ihm Bewunderung, Einfluß und Dankbarkeit ein. Der Hoyerswerdaer Kunstverein, in dem allein Schröder 1979-1988 zwölf Vorträge hielt, schätzte ihn als einen »Freund und Ermutiger«, der, wie Martin Schmidt schrieb, »uns mehr als ein Fenster zur Welt öffnete«.&lt;sup&gt;6&lt;/sup&gt; Die Verleger, etwa Jürger Teller von Reclam, konnten nur staunen, was dieser bis zur Provokation »anregende und aufregende, vor lauter neuen Ideen übersprudelnde Entdecker« ständig vorbrachte.&lt;sup&gt;7&lt;/sup&gt; Leonhard Kossuth, der ihn 1966 zu Kultur und Fortschritt/Volk und Welt geholt hatte, meinte rückblickend, Schröder habe wohl immer schon gewußt, was sein Freund Juri Trifonow »aus seinem Tintenfaß herausholen würde, ehe der überhaupt seinen ›Federkiel‹ eingetunkt hatte«.&lt;sup&gt;8&lt;/sup&gt; Thomas Reschke sah in Schröder den Meinungsführer&lt;sup&gt;9&lt;/sup&gt; auf seinem Gebiet und war mit von der Partie, als der einige von der sowjetischen Zensur gestrichene Passagen bei Bulgakow und Trifonow in die Volk-und-Welt-Ausgaben einschmuggelte.&lt;sup&gt;10 &lt;/sup&gt;Und Volker Braun rief den spekulativen Geist unter den DDR-Russisten am Schluß des Textes »Raskolnikow Trotzki Gorbatschow«, seines Abgesangs auf die Sowjetunion, um Hilfe an, als es um den Fortgang des »Romans mit der Geschichte« ging: »…helfen Sie mir, Schröder, den Gedanken zu finden…« Es gebe in diesem »Roman« eben keine durchgehende Handlung, sondern auch freie Stellen; aber an diesen »freien Stellen« kämen die neuen Themen, die neuen Gedanken auf.&lt;sup&gt;11&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Um diese ständig beargwöhnte Arbeit nicht zu gefährden und sie womöglich abzusichern, hatte sich Ralf Schröder 1970 entschlossen, das Angebot des Ministeriums für Staatssicherheit anzunehmen, als Inoffizieller Mitarbeiter im Verlag Volk und Welt tätig zu sein, und sich auf ein Doppelleben eingelassen. Das Vorgespräch fand im Café Praha statt, Treffs gab es meist in der Konspirativen Wohnung »Anita Haase«, wo er am 6. Mai 1970 die Verpflichtungserklärung unterschrieb: Die Möglichkeiten »freiwilliger Unterstützung« werden »letztlich nach meiner Einschätzung bestimmt«. Im Interesse der Geheimhaltung werde er sich gegebenenfalls mit seinem »zweiten Vornamen Karl« nennen.&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Das Ministerium erwartete von »Karl« im Rahmen des allgemeinen Auftrags, auf die »für das Lektorat tätigen freiberuflichen Lektoren, Gutachter, Übersetzer und Herausgeber« zu achten, und speziell die Überwachung des Übersetzers und Redakteurs Thomas Reschke sowie der Lektorin Ingrid Krüger vom Darmstädter Luchterhand-Verlag, die als Verantwortliche für Lizenznahmen übersetzter Literatur häufig in der DDR zu Gast war. Aktenvermerk vom 26. April 1971: »Der IMV ›Karl‹ ist beauftragt, seine persönlichen Verbindungen zu Reschke auszubauen mit dem Ziel, in den Verbindungskreis des Reschke einzudringen, die feindlichen Pläne und Absichten aufzudecken und Beweise strafrechtlich relevanter Handlungen zu erarbeiten.« Thomas Reschke sollte politisch diskreditiert und als ein Störenfried aus dem Verlag gedrängt werden. Glücklicherweise mißlang dieser infame Versuch des Ministeriums, Thomas Reschkes Arbeit zu kriminalisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;»Karl« wurde seinerseits selbstverständlich überwacht. Im Verlag zumindest durch die Außenmitarbeiter  Alfred Antkowiak (»Roiber«) und Herbert Krempien (»Jürgen«) und bei seinen Vorträgen von den IMs der Einlader – gelegentlich war das ein und dieselbe Person. Der Führungsoffizier von der HA XX/7/IV, Hauptmann Gütling, zeigte sich nach zehn Jahren Zusammenarbeit und den vielen Treffs in der »Anita Haase« mit »Karl« recht unzufrieden. In einem Bericht, der einleitend die Kombination von »Wiedergutmachung« und »Rückendeckung« als Ambition des IM beschreibt, moniert er am 14. Januar 1980 bei dem »ständig auf Anerkennung orientierten Wissenschaftlertyp« vor allem die Disziplin. Der IM trage ständig eine »Mischung von realem Sozialismus, Trotzkismus, ›demokratischem‹ und ›jugoslawischem‹ Sozialismus« vor, liefere jedoch außer »Berichten über Stimmungen und zu Personen aus dem Lektorat ›Sowjetliteratur‹« im Rahmen der »Wer ist wer«-Aufklärung »kaum operativ auswertbare Informationen«.&lt;sup&gt;12&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Als kurz nach Ralf Schröders Tod sein Doppelleben öffentlich bekannt wurde, war es Erich Loest, der Leipziger Gefährte aus den fünfziger Jahren und Mitangeklagte im Prozeß von 1957/1958, der sein Unverständnis für so eine Entscheidung in aller Schärfe äußerte. Loest hatte schon 1981 in »Durch die Erde ein Riß« skeptisch von Schröder gesprochen, damals nannte er ihn »Lehmann«.&lt;sup&gt;13&lt;/sup&gt; Nun warf er ihm vor, »durch zügelloses Geschwafel über Stalinismus und Trotzkismus und die Notwendigkeit Ulbricht abzulösen«, die Verhaftungswelle ausgelöst zu haben, seinen Vernehmern und Richtern zum Munde geredet und sich sieben Jahre nach der Entlassung seinen Peinigern zur Verfügung gestellt zu haben, um Thomas Reschke zu überwachen. »… das verstehe, wer kann. Die Bewußtseinstrübung und -spaltung eines Alkoholikers?«&lt;sup&gt;14&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;Tatsächlich bleibt zu fragen, wie Ralf Schröder die Schicksale seiner Autoren und ihrer Helden mit dem eigenen Schicksal verknüpft sah, wie er sein Doppelleben als Überwachter und Überwacher in einer Diktatur begriff. Arbeitete er als Partisan im eigenen Lager, wie ihn Georg Lukács in seinem Selbstbildnis mit Blick auf die dreißiger Jahre in Moskau gezeichnet hat?&lt;sup&gt;15&lt;/sup&gt; Mußte er damit leben, wie Werner Mittenzwei sein Lebensfazit formulierte, daß der »gefährliche und irritierende Weg der Erkenntnis« immer auch mit dem Verhängnis verbunden sei, »in Dienst genommen zu werden«?&lt;sup&gt;16&lt;/sup&gt; Folgte er Alexander Bloks aus Novalis geschöpfter romantischer Geschichtssicht, nach der das Leben in der banal-chronologischen »Kalenderzeit« mit ihren taktischen Zwängen durch ein anderes, eigentliches Leben in der »musikalischen Zeit« gerechtfertigt werde?&lt;sup&gt;17&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;»Wett-Sujet gegen SED-Führung gewonnen, aber dank Anschluß zum Teufel«, heißt es in Schröders Aufzeichnungen zum geplanten »Roman mit der russischen Literatur«. Wobei er immer betonte, daß Teufelspakt nicht Seelenverkauf bedeute. Von der geplanten Ausgabe dieses »Romans« sind neue Aufschlüsse über sein Selbstverständnis zu erwarten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;em&gt;Fritz Mierau&lt;/em&gt;, geb. 1934, Slawist; Herausgeber, Essayist und Übersetzer; lebt in Berlin.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;1    Zu &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_Schr%C3%B6der"&gt;Ralf Schröders Leben und Werk&lt;/a&gt; s. die dreiteilige von Willi Beitz und Winfried Schröder herausgegebene Dokumentation: 1 &lt;a href="http://www.sachsen.rosalux.de/news/36704/ralf-schroeder-1927-2001-das-schwierige-leben-eines-bedeutenden-slawisten.html"&gt;Das schwierige Leben eines bedeutenden Slawisten&lt;/a&gt;; 2 &lt;a href="http://www.sachsen.rosalux.de/news/36705/vom-reifen-der-alternativen-in-der-tiefe-ralf-schroeders-lesarten-der-russischen-und-sowjetischen.html"&gt;Vom Reifen der Alternativen&lt;/a&gt;; 3 &lt;a href="http://www.sachsen.rosalux.de/publication/36691/ralf-schroeder-zu-leben-und-werk.html"&gt;Ralf Schröder – zu Leben und Werk&lt;/a&gt;. Leipzig 2003-2005. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;Rez. von Werner Röhr, »Es gibt keine endgültigen Zäsuren«. Ein Marxist in der DDR. In: Junge Welt vom 15. April 2004. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;vgl. auch Anne Hartmann, Wolfgang Eggeling, Sowjetische Präsenz im kulturellen Leben der SBZ und frühen DDR 1945-1953. Berlin 1998. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;zum Sonderlehrgang: Annette Leo, Leben als Balance-Akt. Wolfgang Steinitz: Kommunist, Jude, Wissenschaftler. Berlin 2004.&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;2    Georg Lukács, Der russische Realismus in der Weltliteratur. Berlin 1952, S. 14.&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;3    »Der offizielle Leninismus ist vom bürokratischen Epigonentum mit den Stiefelabsätzen zertreten und zerstampft worden. Aber der inoffizielle Leninismus lebt.« In: Leo Trotzki, Gegen den Nationalkommunismus. Berlin 1931, S. 34.&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;4    »Edelweiß«, In Sachen Schröder. In: BStU. MfS/BV Halle. Ref. XII/Archiv. AU 22/59. Band 12b. Beiakte.&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;5    Ralf Schröder, Roman der Seele, Roman der Geschichte. Zur ästhetischen Selbstfindung bei Ehrenburg, Bulgakow, Aitmatow, Trifonow, Okudshawa. Leipzig 1986, S. 39, 207.&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;6    Martin Schmidt am 23. April 2001 für die Sächsische Zeitung, die diese Passage in dem am 27. April veröffentlichten Text »Russische Schriftsteller vertraut gemacht« allerdings herausließ.&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;7    Jürgen Teller. In: Das Reclam-Buch. Heft 52. Leipzig 1978.&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;8    Leonhard Kossuth, Volk &amp; Welt. Autobiographisches Zeugnis von einem legendären Verlag. Berlin 2002, S. 23. Es handelt sich um die Übernahme eines Textes von 1990.&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;9    Vgl. auch Thomas Reschkes Nachruf »Unbeirrt tätig« in: Neues Deutschland vom 21./22. April 2001, S. 8.&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;10    Thomas Reschke, Bücher haben die Wende von 1989 mit vorbereitet. In: Simone Barck, Siegfried Lokatis (Hg.), Fenster zur Welt. Eine Geschichte des DDR-Verlages Volk &amp; Welt. Berlin 2003, S. 70, 72.&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;11    Volker Braun, Raskolnikow Trotzki Gorbatschow. In: Sinn und Form 1992, Heft 5, S. 707.&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;12    BStU. MfS AIM. 9202/91. Teil I/1. Blatt 200, 291.&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;13    Erich Loest, Durch die Erde ein Riß. Ein Lebenslauf. Hamburg 1981, S. 320, 332.&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;14    Erich Loest, Der vierte Zensor. Der Roman »Es geht seinen Gang« und die Dunkelmänner. Stuttgart/Leipzig 2003, S. 157-158.&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;15    Vgl. auch Fritz Mierau, Mein russisches Jahrhundert. Hamburg 2001, S. 233-234.&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;16    Werner Mittenzwei, Zwielicht. Auf der Suche nach dem Sinn einer vergangenen Zeit. Leipzig 2004, S. 491.&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class="inhalt"&gt;&lt;span class="fussnote"&gt;17    Alexander Blok, Die Seele des Schriftstellers; Der Zusammenbruch des Humanismus. In: Ders. Ausgewählte Werke 2 Stücke Reden Essays. Berlin 1978, S. 205-206; 300-302.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
&lt;a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?a=YvmbOpAUnGs:AiCS9LpVefo:yIl2AUoC8zA"&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?d=yIl2AUoC8zA" border="0"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/14969778402</link><guid>http://typenote.de/post/14969778402</guid><pubDate>Thu, 29 Dec 2011 12:05:00 +0100</pubDate><category>literatur</category><category>kritik</category><category>biografie</category></item><item><title>Eugen Ruge: In Zeiten des abnehmenden Lichts</title><description>&lt;p&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/Zeiten-abnehmenden-Lichts-Roman-Familie/dp/3498057863/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1325030448&amp;sr=1-1#reader_B005GXS7UG" title="In den Zeiten des abnehmenden Lichts"&gt;&lt;img align="left" src="http://media.tumblr.com/tumblr_lww0bhxGDt1qavpda.jpg"/&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von den Jahren des Exils bis ins Wendejahr 89 und darüber hinaus reicht  diese wechselvolle Geschichte einer deutschen Familie. Sie  führt von  Mexiko über Sibirien bis in die neu gegründete DDR, führt  über die  Gipfel und durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts. So  entsteht ein  weites Panorama, ein großer Deutschlandroman, der  Geschichte als  Familiengeschichte erlebbar macht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
&lt;a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?a=MHYBUqoK_u8:q7cl5QdooSc:yIl2AUoC8zA"&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?d=yIl2AUoC8zA" border="0"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/14935934677</link><guid>http://typenote.de/post/14935934677</guid><pubDate>Wed, 28 Dec 2011 22:39:00 +0100</pubDate><category>literatur</category><category>tipp</category></item><item><title>Umberto Eco: Der Friedhof in Prag</title><description>&lt;p&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/Friedhof-Prag-Roman-Umberto-Eco/dp/3446237364/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1325031393&amp;sr=1-1#reader_3446237364" title="Der Friedhof in Prag"&gt;&lt;img align="left" src="http://media.tumblr.com/tumblr_lww0vgHcsS1qavpda.jpg"/&gt;&lt;/a&gt;Der Italiener Simon Simonini  lebt in Paris, und er erlebt aus nächster Nähe eine dunkle Geschichte: geheime  Militärpapiere, die der jüdische Hauptmann Dreyfus angeblich an  die  deutsche Botschaft verkauft, piemontesische, französische und   preußische Geheimdienste, die noch geheimere Pläne schmieden,   Freimaurer, Jesuiten und Revolutionäre - und am Ende tauchen zum ersten   Mal die Protokolle der Weisen von Zion auf, ein gefälschtes “Dokument”   für die “jüdische Weltverschwörung”, das dann fatale Folgen haben wird.&lt;/p&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
&lt;a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?a=Y5csDHqa9h4:4iGMqAglKck:yIl2AUoC8zA"&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?d=yIl2AUoC8zA" border="0"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/14935796956</link><guid>http://typenote.de/post/14935796956</guid><pubDate>Wed, 28 Dec 2011 22:37:00 +0100</pubDate><category>literatur</category><category>tipp</category></item><item><title>Antje Rávic Strubel: Sturz der Tage in die Nacht</title><description>&lt;p&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/Sturz-Nacht-Antje-R%C3%A1vic-Strubel/dp/3100751361/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1325031698&amp;sr=1-1#reader_B005LV52WO" title="Sturz der Tage in die Nacht"&gt;&lt;img align="left" src="http://media.tumblr.com/tumblr_lww20sHMtH1qavpda.jpg"/&gt;&lt;/a&gt;Antje Rávic Strubel erzählt von einer ungewöhnlichen und unabwendbaren   Liebe und von den langen Schatten eines untergegangen politischen   Systems.&lt;br/&gt;Eine  Insel in der Ostsee. Der junge Erik verliebt sich in die scheinbar   unergründliche Vogelforscherin Inez. Aber die beiden werden beobachtet.   Ohne es zu ahnen, sind sie längst in eine politische Intrige  verstrickt.  Die geschützte Insel wird zum schutzlosen Ort. Ein Roman,  der von einer  großen Liebe erzählt, von den Erinnerungen, Legenden und  Lügen unserer  Gegenwart, aber auch vom Glück, das im Vergänglichen  liegt.&lt;/p&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
&lt;a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?a=AFphNY68DHA:_BCihSyy1JE:yIl2AUoC8zA"&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/janrymon?d=yIl2AUoC8zA" border="0"&gt;&lt;/img&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/14935632729</link><guid>http://typenote.de/post/14935632729</guid><pubDate>Wed, 28 Dec 2011 22:33:00 +0100</pubDate><category>literatur</category><category>tipp</category></item><item><title>Stéphane Hessel: "Befragen wir unser Gemüt"</title><description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der französische Schriftsteller Stéphane Hessel bewundert an der  arabischen Revolution, dass sie versucht, eine Brücke zwischen Islam und  Demokratie zu schlagen&lt;/strong&gt;&lt;span class="d01_Interview_Frage"&gt; &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class="d01_Interview_Frage"&gt;Der Freitag: Vom  Tahrir-Platz über die Wall Street, von Griechen­- land über Spanien und  Deutschland entrüstet man sich und geht auf die Straße. Vor einem Jahr  ist Ihr kleines Buch Empört euch!  erschienen. Haben Sie mit dieser  Welle der Empörung in den arabischen und westlichen Ländern für das Jahr  2011 gerechnet oder sind Sie überrascht? &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
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&lt;p&gt;&lt;span class="d01_Interview_Frage"&gt;&lt;img align="middle" src="http://media.tumblr.com/tumblr_lwqc2e8Xzq1qavpda.jpg"/&gt;&lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
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&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span class="d01_Interview_Antwort"&gt;Stéphane Hessel:&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;span class="d01_Interview_Antwort"&gt; Ich bin völlig überrascht und nehme gleichzeitig zur Kenntnis, wie sehr  wir in diesem ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts in einer unsicheren  Welt leben. Wir wissen alle, dass wir uns in einer großen  wirtschaftlichen Krise befinden, viele Leute fühlen sich davon bedrängt.  Wenn man ihnen dann sagt, ihr sollt euch empören, weil eure Würde  verletzt ist, dann horchen die Leute auf. Natürlich genügt es nicht, die  Menschen aufzufordern, sich zu empören. Man muss ihnen auch sagen,  welche großen Gefahren vor ihnen stehen, die es rechtfertigen, dass sie  sich empören. Schließlich kam ein paar Monate, nachdem mein Büchlein  veröffentlicht worden war, der Arabische Frühling. Zunächst waren es die  Aufstände in Tunesien und Ägypten, dann in  Libyen, dann im Jemen und  in  Syrien. Es gibt in einigen Ländern an der Mittelmeerküste ein großes  Bedürfnis, anders regiert zu werden, als es bis jetzt der Fall war. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;!-- more --&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span class="d01_Interview_Frage"&gt;Erleben wir den Vorabend einer globalisierten Empörung an­gesichts der Zustände weltweit? &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class="d01_Interview_Antwort"&gt;Ja,  die Zustände in dieser Welt leiten sich von etwas Gemeinsamem ab. Es  ist einerseits die Übermacht der Finanzmächte, andererseits auch eine  Macht, die unkontrolliert ist. Viele Leute sagen sich, dass sie nicht  mehr auf ihre Regierung zählen können, weil die sich nicht gegen diese  Finanzmächte verteidigen und sich nicht aus der Krise manövrieren  können. Das verweist auf etwas Globales. Daher ist diese Empörung nicht  nur in Diktaturen wie Tunesien und Ägypten vorzufinden, sondern auch in  demokratischen Ländern wie Griechenland oder Spanien.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span class="d01_Interview_Frage"&gt;In  einer „Solidarity Letter from Cairo“ schreiben die Leute vom  Tahrir-Platz an die Bewegung „Occupy Wall Street“ in den USA: „Eine  ganze Generation über  den Globus verstreut ist in dem  Gefühl  aufgewachsen, emotional wie rational keine Zukunft zu  haben angesichts  der aktuellen Ordnung der Dinge.“ Eine Realität, die mit der Krise in  Europa sowie einer vorherrschenden Sparpolitik nun auch im Westen  ankommt. Was denken Sie  darüber? &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
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&lt;p&gt;&lt;span class="d01_Interview_Antwort"&gt;Ich denke, das  ist das Wesentliche. Unsere Probleme sind nicht mehr national zu lösen,  weder in Tunesien und Ägypten noch in Europa. Selbst die Hoffnung, dass  die EU stark genug sein würde, die Probleme ihrer Mitgliedsstaaten zu   lösen, schwindet weiter. Was in  Griechenland geschieht, was in Italien  oder Spanien passieren kann, hängt von einer Weltordnung ab. Die beiden  großen Gefahren, die diese Weltordnung untergraben, sind der zu große  Reichtum und eine unerhört große Armut. Der Slogan „We are the 99  percent“ der Demonstranten auf der Wall Street in New York spielt darauf  ja an. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class="d01_Interview_Frage"&gt;&lt;strong&gt;Aber ist  es nicht erstaunlich, dass die Leute vom Tahrir-Platz mit denen von der  Wall Street kommunizieren, während der Westen bis jetzt nur vom „Clash  of Civilizations“ sprach und scheinbar aufgeklärte und doch so  islamophobe Kreise eine ganze Weltreligion in Verruf gebrachten haben? &lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class="d01_Interview_Frage"&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="d01_Interview_Antwort"&gt;Aber  das verändert sich jetzt – der „Clash of Civilizations“ ist nicht mehr  aktuell. Nehmen Sie das Beispiel der bei den Wahlen siegreichen  Ennahda-Partei in Tunesien. Sie will keinen Islamismus, sondern eine  islamische Demokratie. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span class="d01_Interview_Frage"&gt;2011  brachte insofern zwei große Widerlegungen des Westens mit sich.  Zunächst widerlegten die  tunesische und die ägyptische Revolution  Vorurteile gegenüber dem Islam, die seit 9/11 kursierten. Dann wurde mit  Fukushima auch unser technischer Mach­barkeitswahn widerlegt. Wird der  Westen aus seiner Selbstgerechtigkeit gerissen?&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class="d01_Interview_Antwort"&gt;Er  muss sich jedenfalls darauf vorbereiten, im Konzert der großen Spieler  einer unter anderen zu sein. Das bringt auch eine neue Perspektive für  die westlichen Werte, die wir verteidigen müssen, aber dies nur können,  wenn wir  sie mit anderen Kulturen zusammenbringen. Das Gute am  Arabischen Frühling ist, dass er sich nicht auf eine rein islamische   Zukunft stützen, sondern Islam und Demokratie vereinen will.  Das  bedeutet für uns – falls wir gut zuhören können, was sich die islamische  Welt wünscht –, dass wir gemeinsam den demokratischen Weg einschlagen  können. &lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class="d01_Interview_Frage"&gt;&lt;strong&gt;Noch Tage  vor dem Umbruch hieß der tunesische Diktator in Frankreich „Mon Ami Ben  Ali“! Man fragt sich, wie glaubwürdig das Verhalten des Westens für  die  Araber insgesamt ist?  &lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="d01_Interview_Antwort"&gt; &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class="d01_Interview_Antwort"&gt;Wir  müssen von der Angst wegkommen. Wir haben seit 9/11 in  einer Welt  gelebt, in der wir vor dem Islamismus und  vor al-Qaida Angst hatten.  Die islamischen  Länder erschienen für uns gefährlich, weil wir uns  sagten, sie könnten sich ja al-Qaida zuwenden.  Die Devise war: Es ist  schon besser,  wir haben da Tyrannen, mit denen wir uns gut verständigen  können, wenn wir sie auch nicht besonders lieben. Aber sie sind allemal  besser als dieser Sturm des Islamismus. &lt;br/&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist die  fürchterliche Angst, der wir jetzt entkommen müssen. Sie ist nicht mehr  gerechtfertigt. Wir haben leider noch zwei Länder, die uns Angst machen:  Iran und Syrien. Bei denen sagen wir noch: Gegen die müssen wir  kämpfen. Gott sei Dank haben wir Israel als ein starkes Land, das uns  dabei hilft – aber diese Überzeugung hat sich erschöpft. Wir müssen  verstehen, dass die Gefahr nicht darin besteht, dass im Iran immer noch  die Gefolgschaft  des einstigen Revolutionsführers  Khomeini an der  Macht ist, sondern dass wir keine richtigen Beziehungen mit islamischen  Länder haben können, solange wir nicht einräumen, dass sie islamisch,  aber dennoch demokratisch sein können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span class="d01_Interview_Frage"&gt;Frankreichs  Außenminister  Juppé hat erklärt, nun sei es an der Zeit, einen  „komplexfreien Dialog mit den islamischen Strömungen zu führen“. Kam  diese Einsicht zu spät? &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class="d01_Interview_Frage"&gt;Französische  Soziologen haben schon lange  darauf verwiesen, dass im moderaten Islam ein wirtschaftlicher Faktor  auszumachen ist, der mit dem vergleichbar sei, was einst der  Protestantismus für den europäischen Kapitalismus war. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class="d01_Interview_Antwort"&gt;Das  ist nicht von der Hand zu weisen. Wir haben Indonesien und  die Türkei  als gute Bespiele für  islamische Länder, in denen man bestrebt ist,  sich demokratisch zu entwickeln. Das ist es, was wir verstehen müssen.  Da hat Juppé ganz recht! Aber man muss auch sagen, dass der Islamismus  sehr gefährlich werden kann, solange Armut mit im Spiel ist. Wir haben  eine große Verantwortung, aber wir sind nicht mehr die allein  Verantwortlichen. Auch China und Indien sind mitverantwortlich. Und wir  haben eine Institution, wo alle diese Verantwortungen gebündelt werden  und zur Sprache kommen können – das sind die Vereinten Nationen. Das  setzt ein Verständnis der verschiedenen Kulturen voraus und Respekt, um  die Werte in Einklang bringen zu können.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span class="d01_Interview_Frage"&gt;Während  des Kalten Krieges waren wir alle Berliner und nach dem 11. September  2001 alle  Amerikaner. Werden wir wegen des Arabischen Frühlings jemals  alle Araber sein, wenn wir zugleich in einer Zeit der Islamophobie  leben? Nehmen wir nur das Verhalten der Schweizerischen Volkspartei, die  Minarette zu bedrohlichen Raketen erklärt hat. Sind Sie alarmiert?&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class="d01_Interview_Antwort"&gt;Alarmiert  bin ich sehr und frage mich: Wer ist schuld daran? Vielleicht das  Erziehungswesen der westlichen Gesellschaften, dem viel daran gelegen  ist, dass man der Bessere sein soll, dass man  der Stärkere sein muss.  Ich spreche immer von „Gemüt“, und es gibt ein egozentrisches Gemüt, das  sich gerade in den vergangenen Jahrzehnten verbreitet hat. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span class="d01_Interview_Frage"&gt;Wir  erleben, wie die Allgemeinheit die Finanzkrise zu tragen hat. Was   würden Sie in einem solchen Moment „Occupy Wall Street“ mit auf den Weg  geben? &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class="d01_Interview_Antwort"&gt;Natürlich  könnte ich ihnen sagen, dass man von der Welthandels­organisation  strukturelle Reformen fordern sollte, die darauf zielen, den ärmeren  Ländern ein  wirtschaftliches Vorwärtskommen zu ermöglichen. Und wenn  die  Aktivisten sagen, wir brauchen keine Instrumente, wir brauchen  keine Parteien, wir bleiben unter uns und empören uns, dann  genügt das  nicht. Man muss sie  überzeugen, dass sie ihre Dynamik  und Energie dort  einbringen sollen, wo es die Möglichkeit gibt, vorwärtszukommen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span class="d01_Interview_Frage"&gt;Gleichzeitig wird jungen  Menschen die Zukunft genommen, denken wir nur an  Griechenland … &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class="d01_Interview_Antwort"&gt;…  deshalb brauchen wir ja eine Umverteilung der Reichtümer. In allen  Ländern gibt es Leute, die  einfach zu viel haben. Wir brauchen eine  bessere Steuerpolitik, auch wenn es nicht nur um Steuern geht, sondern  auch darum,  wofür wir Geld ausgeben: für Waffen, für Drogen, für die   Kernkraft. Wir brauchen so etwas wie einen wirtschaftlichen  Sicherheitsrat, den sich Gorbatschow schon gewünscht hat, damit wir der  jungen Generation das Gefühl geben,  dass es auch anders werden kann,  und die Überprivilegierten ihre Privilegien verlieren, wie es im Zuge  der Französischen Revolution der Fall war.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span class="d01_Interview_Frage"&gt;Leben wir in einer Welt, die ihr Fortbestehen nicht mehr garantieren kann? &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class="d01_Interview_Antwort"&gt;Mein  Optimismus besagt nur eines: Unsere Menschheit hat in  den vergangenen  Jahrhunderten schon viele schlimme Situationen überlebt. Unsere ganze  Geschichte ist voll von Kampf, Krieg und  Zerstörung. Trotzdem sind wir  vorwärtsgekommen und haben  vieles ­überwunden, was schwer zu überwinden  schien. Heute stehen wir vor einer besonders schwierigen Situation. Das  Problem ist:  Wir werden die Welt nicht weiter so ­bewirtschaften  können. Wir werden zu viele sein, um uns noch ­genügend ernähren zu  können. Viele Gefahren stehen uns bevor. Ich bin nicht so optimistisch,  dass ich sagen würde, diese Gefahren sind leicht zu überwinden. Aber ich  bin ­optimistisch genug zu  sagen, das gerade weil sie sehr schwer zu  überwinden sind, die Beteiligung aller gebraucht wird, der jüngeren und  älteren Generationen. Wir müssen uns herausfordern, um zu sehen, welche  neuen Möglichkeiten das Gemüt des Menschen hat, die es ihm ermöglichen,  gerade solche Gefahren zu überwinden. Mein Optimismus zeigt mir an, dass  es ein Potenzial in uns gibt, das wir noch nicht  ausgeschöpft haben. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;span class="d01_Interview_Frage"&gt;Sie sind Lyriker. Nach so viel  Prosa in unserem Gespräch –  sollte besser die Poesie an die Macht kommen? &lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class="d01_Interview_Antwort"&gt;Das  klingt ein bisschen abstrakt. Aber Poesie stammt ja vom griechischen  Verb poein ab, und das bedeutet schaffen. Mein  Büchlein Empört euch!  sagt an einer Stelle: „Neues schaffen heißt Widerstand leisten.  Widerstand leisten heißt Neues schaffen.“ Wir haben diese Möglichkeit in  uns. Damit können wir neue Verhältnisse schaffen. Wir können gegen die  alte Menschheit widerstehen und eine neue auf den Weg bringen, um eine  neue Welt zu erschaffen. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class="d01_Interview_Frage"&gt;&lt;strong&gt;Das hieße: Nur die, die nicht  wissen, was ein Anfang ist, fürchten das Letzte?  &lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="d01_Interview_Antwort"&gt; &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class="d01_Interview_Antwort"&gt;Ja, genau.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
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&lt;div class="artikel_content_info" id="freitag-article-info"&gt;
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&lt;div class="artikel_content_info_content"&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Stéphane Hessel&lt;/strong&gt;,  94 Jahre alt, Überlebender des KZ Buchenwald, Diplomat und Lyriker,  eroberte mit seinen beiden Streitschriften Empört euch! und Engagiert  euch! im zurückliegenden Jahr die  Herzen der Bürger weltweit. Beide  Bücher verzeichnen inzwischen ein Auflage von mehr als einer Million  Exemplaren. Der Autor kritisiert in seinen Pamphleten nicht nur  Auswüchse des Finanzkapitalismus, sondern auch die fremdenfeindliche  Stimmung in vielen Staaten Europas.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Das Gespräch führte &lt;strong&gt;Roland  Merk&lt;/strong&gt;. Er ist Schweizer Schriftsteller und hat soeben das Buch  Arabesken der Revolution. Zornige Tage in Tunis und Kairo vorgelegt, das  eine literarische Zusammenarbeit von tunesischen, ägyptischen und  europäischen Schriftstellern zum Arabischen Frühling darstellt. Edition  8, Zürich 2011&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
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&lt;/div&gt;&lt;div class="feedflare"&gt;
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&lt;/div&gt;</description><link>http://typenote.de/post/14741811387</link><guid>http://typenote.de/post/14741811387</guid><pubDate>Sat, 24 Dec 2011 00:00:00 +0100</pubDate><category>reformation</category><category>interview</category></item></channel></rss>

