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	<title>jens weinreich</title>
	
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		<title>Ooops: Transparenzoffensive aus dem Sportausschuss</title>
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		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/05/08/ooops-transparenzoffensive-aus-dem-sportausschuss/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 08 May 2012 12:20:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[von Grit Hartmann Da der Hausherr im Moment außer Gefecht gesetzt ist, gebe ich hier kurz den Lückenbüßer für meinen Freund jw: Denn das neueste Vorhaben des Sportausschusses muss selbstverständlich gewürdigt werden. Zumal es mit diesem Blog zu tun hat, wo zum Ärger einiger Volksvertreter seit einigen Jahren diverse als vertraulich deklarierte Dokumente veröffentlicht und [...]]]></description>
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<p><strong>von Grit Hartmann</strong></p>
<p><strong></strong>Da der Hausherr im Moment außer Gefecht gesetzt ist, gebe ich hier kurz den Lückenbüßer für meinen Freund <em>jw</em>:</p>
<p>Denn das neueste Vorhaben des Sportausschusses muss selbstverständlich gewürdigt werden. Zumal es mit diesem Blog zu tun hat, wo zum Ärger einiger Volksvertreter seit einigen Jahren <a href="http://www.jensweinreich.de/?s=Sportausschuss">diverse als vertraulich deklarierte Dokumente</a> veröffentlicht und auch noch debattiert werden. Manche sagen sogar, und ich zitiere einen O-Ton aus dem Bundestag:</p>
<blockquote><p>Es ist ein Sieg für Jens Weinreich.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Fakten: Die Transparenzallergiker (<em>jw</em>) um Klaus Riegert (CDU, FC Bundestag) und Joachim Günther (FDP, <a href=" http://www.youtube.com/watch?v=GihLCPVAXd4">bestfrisierter MdB</a>), die im vergangenen Oktober Bürger und Medien aus ihren Sitzungen ausgeschlossen haben, planen gewissermaßen: eine Transparenzoffensive.</p>
<p>Expertisen von Sachverständigen sollen künftig vor den Sitzungen auf der Homepage des Sportausschusses veröffentlicht werden. Die Sache sei, so heißt es, &#8220;noch nicht ganz in trockenen Tüchern&#8221;. Aber morgen wollen die Obleute darüber beraten. Den Probelauf schoben die parlamentarischen Sportfreunde schon &#8211; passender Weise heimlich, still und leise &#8211; mit der <a href=" http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a05/tagesordnungen/51_Sitzung/index.html">Tagesordnung der 51. Sitzung</a> ins Netz: <a href=" http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a05/tagesordnungen/51_Sitzung/Sitzungsunterlagen/126_Finanzpolitische_Bedeutung_des_Sports.pdf">Ansätze zur Quantifizierung der finanzpolitischen Bedeutung des Sports</a>.</p>
<p>Natürlich ist das kein schwer erkämpfter Teilerfolg der SPD, die im Herbst auf zähen sportpolitischen Widerstand gegen die &#8220;Hinterzimmerpolitik&#8221; der Koalition eingestimmt hatte und künftig zu Beginn jeder Sitzung die Wiederherstellung der Öffentlichkeit beantragen wollte. Und es ist auch kein sensationeller sportpolitischer Wahlkampfauftakt der Koalition.</p>
<p>Vielmehr handelt es sich um besagten &#8220;Sieg&#8221;, um ein neues Reiz-Reaktions-Muster im Umgang mit dem lästigen Hausherrn. Bundesinnenministerium und Staatssekretär Christoph Bergner (CDU, SV Halle) nämlich sollen &#8211; nicht zum ersten Mal &#8211; erzürnt gewesen sein, als sie den BMI-Bericht zu den Vorgängen am Erfurter Olympiastützpunkt vorab <a href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/19/originale-lesen-pflichtlekture-zum-sportausschuss-das-bmi-zur-causa-erfurt/">kommentiert auf diesem Blog</a> entdeckten. Ausschuss-Chefin Dagmar Freitag (SPD, Deutscher Leichtathletik-Verband) hatte deshalb zunächst die Schnapsidee geäußert, Ausschussdrucksachen künftig irgendwie &#8220;restriktiver&#8221; zu verteilen. <a href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/22/cheat-of-the-day-iii-die-effektive-fachpolitik-des-kriminalkommissars-klaus-josef-riegert-fc-bundestag/">Der Vorschlag des Hausherrn</a> gefiel ihr dann nicht sonderlich:</p>
<blockquote><p>Sagen Sie mal, Frau DLV-Vizepräsidentin Freitag: Kann da nicht einfach der Stempel &#8220;Geheime Verschlusssache&#8221; drauf? Oder geht’s noch geheimer?</p></blockquote>
<p>Jetzt überraschen die Abgeordneten also mit einer wahrhaft spezialdemokratischen Variante: Sachverständigen-Gutachten online &#8211; die politische Debatte darüber weiter hinter verschlossener Tür.</p>
<p>Das kann man für bizarr halten. Für den Sportausschuss läge darin freilich eine gewisse Logik: Die Debatte in diesem Gremium hat ohnehin kaum zu Ergebnissen (im Sinne erfolgreicher parlamentarischer Anträge / Initiativen) geführt. Mag Sportfreund Riegert noch so oft öffentlich wiederholen, hinter verschlossenen Türen ließe sich &#8220;effektiver&#8221; Fachpolitik betreiben – einen Nachweis ist er selbstverständlich auch in den vergangenen Monaten schuldig geblieben.</p>
<p>Das auf diesem Blog im <a href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/06/pressehetze-ignorieren-originale-lesen-pflichtlekture-zum-sportausschuss/">&#8220;vertraulichen&#8221; Protokoll der 40. Sitzung</a> nachzulesende Bekenntnis des Bundestags-Fußballers zum Rauswurf der Öffentlichkeit &#8211; <strong>er werde nicht &#8220;Leute belohne(n), die uns zugucken könnten, wenn der Kollege Günther ihm zeige, wie sein Skatspiel auf dem i-Pad gehe&#8221;</strong> &#8211; beschreibt die Lage gewiss treffender.</p>
<p>Die neue Transparenz-Doktrin des Ausschusses unterliegt im Übrigen einer spannenden Teilung. Oder sollte man besser sagen: Zensur?</p>
<p>Zwei weitere Stellungnahmen für die 51. Sitzung liegen vor, stehen aber nicht auf der Homepage des Deutschen Bundestages: ein wenig aussagekräftiger Bericht des BMI zu den Gehältern der Bundestrainer und ein Brief von DOSB-Präsident Thomas Bach an die &#8220;sehr geehrte, liebe Frau Freitag&#8221; dazu. Zur Einordnung des Themas der Verweis auf diesen Blogeintrag:</p>
<ul>
<li><a href=" http://www.jensweinreich.de/2009/01/22/notizen-vom-sportausschuss-%E2%80%9Eden-mangel-kann-man-nicht-durch-mangel-beseitigen/">Notizen vom Sportausschuss: “Mangel kann man nicht durch Mangel beseitigen“</a>.</li>
</ul>
<p>Vor reichlich drei Jahren wurde der Stellenwert der Trainer im Spitzensport inklusive der prekären Gehaltsfrage noch öffentlich debattiert. Bach stellt dem Ausschuss (und dem BMI) jetzt ein kompromittierendes Arbeitszeugnis für diesen Zeitraum aus:</p>
<blockquote><p>Da seit 2008 keine Finanzmittel für eine weitere Vergütungsanpassung bereitgestellt wurden, haben sich die Gehälter der Bundestrainer/innen seit 2009 nicht geändert. Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass es im Laufe des Olympiazyklus aufgrund bestehender Verträge auch nur in Einzelfällen zu Vergütungserhöhungen kommt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Hier beide Schreiben vollständig:</p>
<ul>
<li><strong>Bericht des BMI zu den Gehältern der Bundestrainer:</strong></li>
</ul>
<p>[There is a Scribd document embedded here. <a href="http://www.scribd.com/embeds/92827875/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-ds1114sf4cvvzoyump">You can view it on scribd.com</a>]</p>
<ul>
<li><strong>Brief von DOSB-Präsident Thomas Bach (FDP) an Dagmar Freitag (SPD, DLV):</strong></li>
</ul>
<p>[There is a Scribd document embedded here. <a href="http://www.scribd.com/embeds/92827903/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-19olq7vu4qciu8zchztl">You can view it on scribd.com</a>]</p>
<p>Punkt 2b der Tagesordnung kommt ganz ohne Schriftliches aus. Er ist denkbar knapp betitelt: &#8220;Zielvereinbarungen&#8221;. Das sind jene Vereinbarungen zwischen BMI/DOSB und Fachverbänden, auf deren Grundlage die vom Ausschuss bewilligten Steuermillionen an die Verbände verteilt werden. Über den Skandal, dass diese Kerndokumente der Spitzensportförderung selbst für die Abgeordneten Top Secret sind, ist auch auf diesem Blog <a href=" http://www.jensweinreich.de/2009/02/11/notizen-vom-sportausschuss-5-zielvereinbarungen-transparenz-und-die-kontrolle-von-steuermitteln/">schon</a> <a href="http://www.jensweinreich.de/2009/02/11/dokumentation-zielvereinbarungen-olympischer-sportverbande/">mehrfach</a> berichtet worden.</p>
<p>Zwei aktuelle Lesebefehle zum Thema:</p>
<ul>
<li>Bei <strong>Daniel Drepper</strong> ein Dreiteiler mit Kritik und Reformideen aus der Wissenschaft zu Sportförderung und Zielvereinbarungen: <a href=" http://www.danieldrepper.de/"> Die Lösung für das Dopingproblem und &#8220;Wer sauberen Sport will, muss auf Medaillen verzichten&#8221;</a></li>
<li>In der <strong>FAZ</strong> ein Gespräch von Anno Hecker und Peter Penders mit einem schonungslosen <strong>Hockey-Bundestrainer Markus Weise</strong>: <a href="http://m.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/im-gespraech-markus-weise-vielleicht-fahren-wir-mit-einem-sparflammenteam-nach-london-11713319.html"> Vielleicht fahren wir mit einem Sparflammenteam nach London</a></li>
</ul>
<p>Ob die Abgeordneten nun, da sie unter sich den Austausch pflegen, den DOSB auf Freigabe dieser Grundsatzdokumente verpflichten können? Es darf bezweifelt werden. Dann stehen die am Ende noch auf diesem Blog!</p>
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		<title>Sepp Blatter: „Ai Se Eu Te Pego”</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 13:40:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Solidar Suisse sagt: &#8220;Pfeifen Sie Sepp Blatter Ihre Meinung!&#8221; in einer Online-Petition das Dossier von Solidar Suisse zur Fußball-WM 2014 in Brasilien (pdf)]]></description>
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<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2012/04/09/sepp-blatter-%e2%80%9eai-se-eu-te-pego/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p><strong>Solidar Suisse</strong> sagt: &#8220;Pfeifen Sie Sepp Blatter Ihre Meinung!&#8221; in einer <strong><a title="Solidar Suisse" href="http://www.solidar.ch/de/brazil.html" target="_blank">Online-Petition</a></strong></p>
<ul>
<li><a title="Solidar Suisse" href="http://www.solidar.ch/data/0DF06392/Dossier_layout_de.pdf" target="_blank">das Dossier</a> von Solidar Suisse zur Fußball-WM 2014 in Brasilien <em>(pdf)</em></li>
</ul>
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		<title>Was vom Tage übrig bleibt (66): Lesebefehle – Play the Game, Mark Pieth, FIFA, Korruption, Euro 2012</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Apr 2012 16:39:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ZÜRICH. Es sind Feiertage. Viel Zeit zum Lesen. Einiges möchte ich empfehlen, oder wie das hier standesgemäß heißt: befehlen! Seit einigen Tagen ist das Magazin der Play the Game Konferenz 2011 in Köln fertig. Viel Vergnügen: [There is a Scribd document embedded here. You can view it on scribd.com] Der Vollständigkeit halber einmal mehr die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p>ZÜRICH. Es sind Feiertage. Viel Zeit zum Lesen. Einiges möchte ich empfehlen, oder wie das hier standesgemäß heißt: befehlen!</p>
<p>Seit einigen Tagen ist das Magazin der Play the Game Konferenz 2011 in Köln fertig. Viel Vergnügen:</p>
<p>[There is a Scribd document embedded here. <a href="http://www.scribd.com/embeds/88269119/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-8gsm0sbnmxnrh2vwekh">You can view it on scribd.com</a>]</p>
<p>Der Vollständigkeit halber einmal mehr die Magazine der vorherigen Konferenzen:</p>
<ul>
<li><a title="Play the Game Magazin 2009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/play-the-game-magazin-2009.pdf" target="_blank">Magazin 2009 (Coventry)</a> <em>(pdf, 33,4 mb)</em></li>
<li><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/ptgmagazine2007.pdf" target="_blank">Magazin 2007 (Reykjavik)</a> <em>(pdf, 1,3 mb)</em></li>
<li><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/ptgmagazine2005.pdf" target="_blank">Magazin 2005 (Kopenhagen)</a> <em>(pdf, 2,4 mb)</em></li>
<li><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/ptgmagazine2002.pdf" target="_blank">Magazin 2002 (Kopenhagen)</a> <em>(pdf, 2,7 mb)</em></li>
<li><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/ptgmagazine2000.pdf" target="_blank">Magazin 2000 (Kopenhagen)</a> <em>(pdf, 4,6 mb)</em></li>
</ul>
<p>Zum Komplex <strong>Korruption in der FIFA</strong> einige Dokumente, die zuletzt etwas vernachlässigt wurden oder noch gar nicht verlinkt worden sind:<span id="more-11958"></span></p>
<p>Der <a title="Basel Institute on Governance" href="http://www.baselgovernance.org/big/news-single-view/article/media-release-first-report-of-igc-to-fifas-executive-committee/?tx_ttnews%5BbackPid%5D=295&amp;cHash=8d1b70b57b" target="_blank">Bericht</a> des <a title="FIFA’s “Independent Governance Committee” is far from independent" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/19/fifas-independent-governance-committee-is-far-from-independent/">Independent Governance Committee</a> des Mark Pieth vom März 2012:</p>
<p>[There is a Scribd document embedded here. <a href="http://www.scribd.com/embeds/88270818/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-iruaa4rgs6n29xj1agt">You can view it on scribd.com</a>]</p>
<p>Das FIFA-Gutachten von <strong>Pieths Basel Institute on Governance vom September 2011</strong>:</p>
<p>[There is a Scribd document embedded here. <a href="http://www.scribd.com/embeds/88270701/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-9ki0ljvyemop5lk8saf">You can view it on scribd.com</a>]</p>
<p>Erste Reaktionen darauf:</p>
<ul>
<li><strong>Jens Sejer Andersen</strong>, Play the Game: <a title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/pieths-prudent-paper-and-blatters-play-for-time-5370.html" target="_blank">Pieth’s prudent paper and Blatter’s play for time</a></li>
<li><strong>Roger Pielke Jr.</strong>, The Least Thing: <a title="The Least Thing" href="http://leastthing.blogspot.com/2012/04/emptiness-of-fifa-reform.html" target="_blank">The Emptiness of FIFA Reform</a></li>
<li><strong>Tariq Panja</strong>, Bloomberg: <a title="The Business News" href="http://www.bloomberg.com/news/2012-04-02/fifa-soccer-executives-may-not-declare-salaries-reformer-says.html" target="_blank">FIFA Soccer Executives May Not Declare Salaries, Reformer Says</a></li>
<li><strong>Matt Scott</strong>, The Telegraph: <a title="The Telegraph" href="http://www.telegraph.co.uk/sport/football/international/9182201/Fifa-resists-advice-from-own-reformer-Mark-Pieth.html" target="_blank">Fifa resists advice from own reformer Mark Pieth</a></li>
<li>JW für SpOn: <a title="SpOn" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,824898,00.html" target="_blank">Blatters nächste Propaganda-Show</a></li>
<li>JW für NZZ am Sonntag: <a title="NZZ am Sonntag" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/viele-knackpunkte_1.16203014.html" target="_blank">Viele Knackpunkte</a></li>
<li>JW für SpOn, Interview mit Mark Pieth: <a title="SpOn" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,825452,00.html" target="_blank">&#8220;Es hilft nur ständiger Druck&#8221;</a></li>
</ul>
<p>Und natürlich, noch immer brandaktuell:</p>
<ul>
<li>Jennings, Tanda, Weinreich: <strong><a title="The real road map: investigate corruption in FIFA, what should be happening?" href="http://www.jensweinreich.de/2012/01/06/the-real-road-map-investigate-corruption-in-fifa-what-should-be-happening/">The real road map: investigate corruption in FIFA, what should be happening?</a></strong></li>
</ul>
<p>Der Bericht der <strong>Arbeitsgruppe des Europarats zur Korruption im Sport</strong> vom März 2012:</p>
<p>[There is a Scribd document embedded here. <a href="http://www.scribd.com/embeds/88270872/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-1nbbkmyg2d7kgjeu21pa">You can view it on scribd.com</a>]</p>
<p>Eins noch, das reicht dann, demnächst mehr &#8211; die <a title="Viola von Cramon" href="http://violavoncramon.de/aktuelles/aktuelles-news-single/article/ukraine_vor_der_euro2012_bundesregierung_verspielt_ihre_chancen/" target="_blank">Anfrage der Grünen an die Bundesregierung</a> zur <strong>Fußball-EM 2012 in der Ukraine</strong>:</p>
<p>[There is a Scribd document embedded here. <a href="http://www.scribd.com/embeds/88271021/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-d9g4hxneq82enkjv6if">You can view it on scribd.com</a>]</p>
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		<title>FIFA-Reformen? Eine Frage der Kommunikationsherrschaft</title>
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		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/03/30/fifa-reformen-widerstand-der-altgardisten/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 30 Mar 2012 08:26:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[15.08 Uhr: Ich stelle das Aktuelle mal ausnahmsweise voran und aktualisiere meinen Bericht aus Zürich von vorn. Sitze gerade in Blatters Pressekonferenz. Sepp verkauft sich als Erneuerer der FIFA. Ich habe mich getäuscht: weder Pieth noch Zwanziger tauchen hier auf. Es ist allein eine Sepp-Blatter-Show. Propaganda. Dafür hat mal jemand das schöne, beängstigende Wort von [...]]]></description>
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<p><strong>15.08 Uhr:</strong> Ich stelle das Aktuelle mal ausnahmsweise voran und aktualisiere meinen Bericht aus Zürich von vorn.</p>
<p>Sitze gerade in Blatters Pressekonferenz. Sepp verkauft sich als Erneuerer der FIFA. Ich habe mich getäuscht: weder Pieth noch Zwanziger tauchen hier auf. Es ist allein eine Sepp-Blatter-Show. Propaganda. Dafür hat mal jemand das schöne, beängstigende Wort von der Kommunikationsherrschaft geprägt.</p>
<p>Sepps Propagandisten haben im schlecht besetzten Presseraum bereits vor eineinhalb verbreitet, Pieth habe einen schwachen Eindruck vor dem Exko gemacht. Die Botschaft: große Klappe, nichts dahinter &#8211; ich wiederhole: so stellen es Blatters Medienlenker dar.</p>
<p>Pieths Bericht steht nun online beim Basel Institute on Governance:</p>
<ul>
<li><a title="BIG" href="http://www.baselgovernance.org/fileadmin/FIFA/first_report_by_igc_to_fifa_exco.pdf" target="_blank">FIFA GOVERNANCE REFORM PROJECT - FIRST REPORT BY THE INDEPENDENT GOVERNANCE COMMITTEE T</a><a title="BIG" href="http://www.baselgovernance.org/fileadmin/FIFA/first_report_by_igc_to_fifa_exco.pdf" target="_blank">HE EXECUTIVE COMMITTEE OF FIFA</a></li>
</ul>
<p>ZÜRICH. Um mal wieder mit einem ganz plumpen Einstieg zu langweilen: Die Sonne scheint nicht mehr über dem Zürichsee. Dabei war so wunderbares Frühlingswetter hier. Doch heute, wenn FIFA-Supremo Joseph Blatter in Kürze seine Blitz-Reform durchpauken will (das hatte er zumindest versprochen), sind Wolken aufgezogen. Es wird kühl. Und sollten die FIFA-Exekutivler, mehrheitlich wohl noch immer dubiose Figuren, in zahlreiche Skandale verstrickt, tatsächlich wahrmachen, was sich in den vergangenen Wochen angedeutet hat, dann wäre die teuer erkaufte Propagandashow der vergangenen Monate endgültig verpufft. Die Bremser wollen mehr Zeit und überhaupt: Statuten ändern? Sich selbst beschneiden? Nur noch ein Vizepräsident pro Kontinent? Transparenz herstellen in Sachen Verdienst und Boni? Ein echtes Kontrollorgan installieren, eine Ethikkommission mit Ermittlungsbefugnis, auch retrospektiv?</p>
<p>Wo kommen wir denn da hin?</p>
<p>Das wäre nicht mehr die FIFA. Das wäre nicht mehr unsere Familie, sagen sich Sepps langjährige Getreuen. Und blocken. Was sonst.</p>
<p>Ich habe mich in den vergangenen Tagen wieder ein bisschen umgehört in Zürich, habe die üblichen Bars und Hotelflure unsicher gemacht. Ein bisschen was gesehen. Ein bisschen was gehört. Und habe gestern zwei Texte dazu gedichtet, erschienen auf <strong>Spiegel Online</strong> (<a title="Spiegel Online: FIFA - Im System von Geben und Nehmen" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,824618,00.html" target="_blank">&#8220;Im System von Geben und Nehmen&#8221;</a>) und in der <strong>Badischen Zeitung</strong> (<a title="Badische Zeitung" href="http://www.badische-zeitung.de/f-international/die-fifa-tut-sich-schwer-mit-der-selbstreinigung--57732233.html" target="_blank">&#8220;Die FIFA tut sich schwer mit der Selbstreinigung&#8221;</a>).</p>
<p><em>Weniger aus Großkotzigkeit, sondern viel mehr aus Transparenzgründen, weil ich über Mark Pieth schreibe, möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass ich zu jenen Journalisten gehörte, die Pieth zu einem Hearing seines Independent Governance Committees eingeladen hatte. Gemeinsam mit meinen Freunden Andrew Jennings und Jean Francois Tanda habe ich aber abgesagt und statt dessen eine eigene Reform-Agenda veröffentlicht, eine Liste dringender Maßnahmen, die auch heute &#8211; egal was passiert &#8211; kaum tangiert werden:</em></p>
<ul>
<li><strong><a title="The real road map: investigate corruption in FIFA, what should be happening?" href="http://www.jensweinreich.de/2012/01/06/the-real-road-map-investigate-corruption-in-fifa-what-should-be-happening/">The real road map: investigate corruption in FIFA, what should be happening?</a></strong></li>
</ul>
<p>Hier nun eine bloggemäß aufbereitete Variante meiner gestrigen Berichterstattung, ab 15 Uhr geht es los im FIFA-Headquarter, dazu dann später mehr.</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p>Da liegen sie, die beiden Dokumente, die eigentlich kein Journalist sehen dürfte und die dem Fußball-Weltverband FIFA ein neues Fundament geben sollen. „Bitte nicht zitieren“, ermahnt die Quelle.</p>
<p>Eine schräge Szene, wie in der TV-Werbung: „Nicht anfassen, nur gucken!“</p>
<p>Dann macht es flutsch, und etliche hundert Seiten knallen auf den Tisch eines Zürcher Restaurants. Das Möbelstück hält dem Druck stand. Das Dokument wiegt mehr als ein Pfund, es enthält ingesamt 250, teils grundlegende Änderungen in den FIFA-Statuten, die eine Arbeitsgruppe unter Leitung des gewesenen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger vorgelegt hat.</p>
<p>Viel dünner ist das Papier, das mit großer Spannung erwartet wird und das den Mitgliedern des FIFA-Exekutivkomitees erst am Mittwoch übergeben wurde: Es sind die Empfehlungen des Baseler Strafrechts-Professors Mark Pieth. Auf 21 Seiten, inklusive Anhang, hat Pieth notiert, wie der strukturellen Korruption in der FIFA beizukommen ist.</p>
<p>In großen Lettern prangt die Vokabel „confidential“ auf der Titelseite. Vertraulich. Aber nur bis Freitagnachmittag. Dann wird das Dokument ins Internet gestellt, dann wird alle Welt sehen, ob die FIFA-Regierung die Mindestforderungen von Pieth und Zwanziger erfüllt und wirklich Reformen einleitet.</p>
<p>Pieth und Zwanziger stellen einige gemeinsame Kernforderungen: Etwa die sofortige Einsetzung einer unabhängigen Ethikkommission, die auch retrospektiv tätig werden soll und also die Fälle der ehemaligen Exekutivler Jack Warner (Trinidad), Mohamed Bin Hammam (Katar) oder Ricardo Teixeira (Brasilien) aufarbeiten muss. Vor allem aber stünden dann die WM-Vergaben an Russland und Katar auf der investigativen Agenda. Man fordert auch die Offenlegung der Bezüge und Boni aller FIFA-Manager und Mandatsträger. Eine Forderung, der bislang nicht einmal Präsident Blatter nachkommt, der immer nur von einem Gehalt von etwa einer Million Franken redet.</p>
<p>Pieth und Zwanziger verlangen zudem die Einsetzung einer Nominierungskommission, die ab sofort alle FIFA-Amtsträger durchleuchtet und eine Art polizeiliches Führungszeugnis ausstellen soll. Dagegen wehrt sich das Establishment mit den üblichen Verdächtigen und Vetternwirtschaftlern.</p>
<p>Was bisher geschah in einem hausinternen und grundsätzlich intransparenten Reinigungsprozess, <a title="Lost in translation: “I have no case. I have no information”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/17/lost-in-translation-i-have-no-case-i-have-no-information/">läuft noch unter dem Label „Propaganda“</a>.</p>
<p><a title="live-Blog aus Zürich, Joseph Blatter greint: “Die Institution FIFA ist nicht korrupt”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/">Reformen im Formel-1-Tempo</a> hatte FIFA-Präsident Joseph Blatter im Oktober großspurig versprochen. Er wollte damit beginnen und ein brisantes Dokument veröffentlichen, das die FIFA sei Jahren unter Verschluss hält und das sowohl die millionenschwere Korruption im Exekutivkomitee als auch die Mitwisserschaft und Duldung seitens der FIFA-Administration beweist: Es geht um die so genannte <a title="ISL-Korruption, Havelange, Teixeira, FIFA: Spielverzögerung durch das Schweizer Bundesgericht" href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/23/isl-korruption-havelange-teixeira-fifa-spielverzogerung-durch-das-schweizer-bundesgericht/">Einstellungsverfügung im ISL-Bestechungsskandal</a>. Im Dezember musste Blatter zurückrudern und schob juristische Gründe vor, die gegen eine Veröffentlichung sprächen. Mark Pieth hat nun vergangene Woche in einem Gespräch mit <a title="SI.com" href="http://sportsillustrated.cnn.com/2012/soccer/wires/03/25/2080.ap.soc.fifa.corruption.pieth.2nd.ld.writethru.0953/index.html" target="_blank">Graham Dunbar von der Nachrichtenagentur AP</a> erzählt, er habe das Dokument mehrfach erfolglos bei Blatter eingefordert.</p>
<p>Der Anfang vom gesicherten Rückzug? Wollte Pieth damit der Welt erklären, er habe es versucht, aber in dieser FIFA sei das halt unmöglich?</p>
<p>Kurz vor dem Showdown lässt sich Pieth dazu nicht mehr befragen. Er hat zuletzt nur wenige Statements lanciert und etwa über den „fürchterlichen Ruf“ der FIFA gesprochen. Für kommenden Montag hat er einen Interview-Marathon organisiert, ich habe mir auch einen Termin gesichert. Klingt beinahe, als wolle jemand ein Wochenende die Ereignisse überschlafen.</p>
<p>Pieths Ruf als weltweit anerkannter Korruptionsbekämpfer ist in der FIFA-Affäre bereits Schaden erlitten. Weniger deshalb, weil die FIFA für die Arbeit Honorar an sein Institut an der Uni Basel überweist und er die Rechnungen nicht offenlegt, sondern vielmehr wegen anderer verbalen Salti. Er wollte sich auf Strukturreformen beschränken und nicht die Korruptionsaffären der Vergangenheit und Gegenwart aufarbeiten, hieß es zunächst. Inzwischenklingt das, nach beträchtlichem öffentlichen Druck, schon anders: Sollten Pieth und Zwanziger mit ihren Ansätzen durchkommen, wären Ermittlungen zu den skandalumtosten Vergaben der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 (an Russland) und 2022 (an Katar) möglich. Auch dürfen sich Selbstbediener vom Schlage des kürzlich aus dem FIFA-Vorstand demissionierten Brasilianers Ricardo Teixeira nicht mehr sicher fühlen und müssten um ihre millionenschweren FIFA-Pensionen fürchten.</p>
<p>Doch die Konstellation bleibt absurd, wenn <a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/mm/document/affederation/bodies/01/60/38/98/excotagesordnung_march2012.pdf" target="_blank">Punkt 28 &#8220;Reformprozess&#8221; von 32 Tagesordnungspunkten</a> verhandelt wird: Da sitzen Figuren wie FIFA-Finanzchef und Vizepräsident Julio Grondona aus Argentinien, der nach Aktenlage mit mehr als 100 Millionen Dollar gefüllte Auslands-Schwarzkonten unterhält, und sollen mit der eigenen Vetternwirtschaft brechen. Die aktuelle Recherche auf den Fluren der Zürcher Nobelhotels Grand Dolder, Baur au Lac und Savoy ergibt eindeutig: Grondona @ Co wollen gar nichts verändern.</p>
<p>„Es ist ein Skandal, was da abläuft“, sagt ein langjähriger FIFA-Manager. „Die Konföderationen wollen ihre Macht erhalten. Die UEFA lässt Zwanziger hängen. Am Freitag wird das alle Welt wissen.“ Wenn Blatter <a title="FIFA.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1608104/index.html?intcmp=newsreader_news_caption" target="_blank">in der letzten Nacht</a> nicht noch ein Kunststück <del>gelingt</del> gelungen sein sollte.</p>
<p>Er hat seine Bande zwar längst nicht mehr im Griff, doch er ist ein Meister der Improvisation. Abschreiben darf man ihn nie.</p>
<p>Zu den weiteren Absurditäten zählt schließlich auch, dass sowohl Zwanziger als auch Pieth auf Blatter bauen müssen, ausgerechnet auf jenen Mann also, der als FIFA-Direktor (1975-1981), als Generalsekretär (1981-1998) und als Präsident (seit 1998) das System des Geben und Nehmens perfektioniert hat. Und der nun, sich stramm dem neunten Lebensjahrzehnt nähernd, von seinen PR-Soldaten als Reformator verkauft wird. Ausgerechnet Blatter.</p>
<p>Der Vorstand tagt seit Donnerstagnachmittag im abgeschotteten Headquarter auf dem Zürichberg. Die Reform ist in Gefahr. Vergangene Woche wurde Zwanziger beim UEFA-Gipfel in Istanbul niederkartätscht – vor allem von jenen Funktionären, die wie er für die UEFA auch im FIFA-Vorstand sitzen. UEFA-Präsident Michel Platini (Frankreich) lobt die Arbeit des Deutschen zwar öffentlich, intern aber scheint sein wichtigster Wahlhelfer das Sagen zu haben: Marios Lefkaritis, ein steinreicher Zypriot, ist nicht nur der Königsmacher in der UEFA, der Wahlergebnisse stets exakt vorherzusagen weiß, er stemmt sich auch energisch gegen jegliche FIFA-Reformen. Zufall oder nicht, dass Lefkaritis und einige mit UEFA- und FIFA-Exekutivlern verbundene Anwaltsbüros auf Zypern im Zusammenhang mit <a title="One year after: wer überprüft die WM-Vergaben an Russland und Katar?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/">möglicher Korruption bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022</a> immer wieder genannt werden?</p>
<p>Als Blockierer enttarnen sich derzeit in Zürich auch Südamerikas Fußballboss Nicolas Leoz (Paraguay) und Afrikas Verbandschef und Skandalnudel Issa Hayatou aus Kamerun – wenig überraschend. Theo Zwanziger, seit Juni 2011 im Exekutivkomitee und auch deshalb unabhängig, hat wie Pieth damit kokettiert, er habe keine Zukunft in der FIFA, sollten die Reformen scheitern. Zwanziger wird eventuelle Konsequenzen aber wohl noch ein Wochenende überdenken.</p>
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		<title>Offener Brief zum Dopingverdacht am Olympiastützpunkt Erfurt</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 22:25:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ZÜRICH. Ich bin den FIFA-Ehrenmännern auf den Fersen, deshalb kommt diese Notiz heute Nacht etwas spät. Lesebefehl zu einem Thema, das hier &#8211; mit Beiträgen von Grit Hartmann und Bemerkungen und Exklusiv-Dokumenten zum Sportausschuss &#8211; ausführlich behandelt wurde: Es reicht. Seit Jahrzehnten beißen konsequente Doping-Gegner bei Sportorganisationen und nationalen Regierungen auf Granit. Weil es dort [...]]]></description>
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<p>ZÜRICH. Ich bin den FIFA-Ehrenmännern auf den Fersen, deshalb kommt diese Notiz heute Nacht etwas spät.</p>
<p>Lesebefehl zu einem Thema, das hier &#8211; mit Beiträgen von <a title="alle Beiträge von und mit Grit Hartmann" href="http://www.jensweinreich.de/category/grit-hartmann/">Grit Hartmann</a> und Bemerkungen und <a title="alle Beiträge des tags &quot;Neues vom Sportausschuss&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/category/novospo/">Exklusiv-Dokumenten zum Sportausschuss</a> &#8211; ausführlich behandelt wurde:</p>
<blockquote><p><em>Es reicht. Seit Jahrzehnten beißen konsequente Doping-Gegner bei Sportorganisationen und nationalen Regierungen auf Granit. Weil es dort um den nationalen Erfolg im internationalen Kräftemessen geht, gilt unausweichlich: Das System duldet Doping, aber keinen Dopingfall. Wir wiederum dulden das nicht mehr. Dem Eindruck, dass sich die Sportverbände aus Ost- und Westdeutschland zusammengefunden haben, auch um das Dopingsystem zu perfektionieren, wollen wir Dopinggegner mit vereinten Kräften entgegen treten. Wir fordern von Politik und Sport ein konsequentes und glaubwürdiges Eintreten für einen sauberen Sport.</em></p>
<p><em>Die Unterzeichner </em></p>
<p><strong>ERSTER OFFENER BRIEF</strong></p>
<ul>
<li>an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel</li>
<li>an Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich</li>
<li>an Bundesjugendministerin Dr. Kristina Schröder</li>
<li>an die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans</li>
<li>an die Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen und die Mitglieder des Bundestagssportausschusses</li>
<li>an DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach</li>
</ul>
<p><strong>DOPINGVERDACHT AM OLYMPIASTÜTZPUNKT ERFURT</strong></p>
<p>Wir verurteilen die Einmischung der Politik in geltende Anti-Doping-Regeln von NADA und WADA, d.h. die von Vertretern von Regierung und Parlament beanspruchte Deutungshoheit für eine Methode der Blutmanipulation, die im Regelwerk von NADA und WADA eindeutig als Doping deklariert wird. Der Streit, seit wann diese Methode formell als illegal zu gelten hat, kann nicht davon ablenken, dass sie bereits in der DDR zu Dopingzwecken angewandt und nach der Vereinigung des Deutschen Sports geduldet und angewendet wurde, heute aber &#8211; insbesondere nach Turin 2006 &#8211; endgültig und international sanktioniert ist.</p>
<p>Wir kritisieren, dass Vertreter von Regierung und BMI bereits vor der juristischen Klärung des Sachverhalts Partei ergreifen. Egal wie das Ermittlungsverfahren gegen den Erfurter Olympiastützpunktarzt Andreas Franke ausgeht: Es ist nicht Aufgabe des Dienstherrn BMI, in einem laufenden Verfahren Position zu den Ereignissen am OSP Erfurt beziehen.</p>
<p>Wir erwarten, dass das Ermittlungsverfahren gegen Andreas Franke wie zugesagt bis Ende März zum Abschluss kommt und das Ergebnis dem Bundestag sowie der deutschen Öffentlichkeit umgehend mitgeteilt wird.</p>
<p>Wir fordern das BMI auf, unverzüglich die Konsequenzen daraus zu ziehen; das heißt, Steuer/ Fördergelder einzufrieren und zurückzufordern, mit denen gegebenenfalls Doping in Erfurt finanziert wurde.</p>
<p>Statt Doping zu finanzieren, muss das Geld in die Aufklärung der 30 zur Untersuchung anstehenden Fälle durch die NADA fließen.</p>
<p>Wir rufen jene Sportverbände der betroffenen 30 Athleten auf, im Sinne ihrer Fürsorgepflicht Anzeige zu erstatten, da ein vom OSP finanzierter Arzt durch sein Handeln missbräuchlich und gezielt deren Startchancen auch für die Olympischen Spiele in London gefährdet.</p>
<p>Wir dringen auf Klärung, ob die nationalen Sportverbände für die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele auch jene Ärzte und Sportler nominieren, die sich der in Frage stehenden Manipulationsmethode bedient haben.</p>
<p>Dazu bedarf es der Offenlegung der Namen der Betroffenen gegenüber allen beteiligten nationalen Verbänden.</p>
<p>Die Unterzeichner (in alphabetischer Reihenfolge):</p>
<ul>
<li>Herbert Fischer Solms</li>
<li>Brigitte Franke-Berendonk</li>
<li>Antje Harvey-Misersky</li>
<li>Marie Katrin Kanitz</li>
<li>Hansjörg Kofink</li>
<li>Andreas Krieger</li>
<li>Ute Krieger-Krause</li>
<li>Claudia Lepping</li>
<li>Ilse und Henner Misersky</li>
<li>Gerhard Treutlein</li>
<li>Uwe Troemer</li>
</ul>
</blockquote>
<p>Lesebefehl auch für diese Übersicht/Chronik der Berichterstattung auf</p>
<ul>
<li><strong><a title="Cycling4Fans" href="http://www.gazzetta.cycling4fans.de/index.php?id=5698" target="_blank">Cycling4Fans: UV-Eigenblutbehandlungen am OSP Erfurt</a></strong></li>
</ul>
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		<title>ISL-Korruption, Havelange, Teixeira, FIFA: Spielverzögerung durch das Schweizer Bundesgericht</title>
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		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/03/23/isl-korruption-havelange-teixeira-fifa-spielverzogerung-durch-das-schweizer-bundesgericht/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Mar 2012 11:59:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Die juristische Aufarbeitung des ISL-Korruptionssystems, in das vorrangig hohe FIFA-Funktionäre verstrickt waren, erfährt eine weitere bizarre Wendung. Heute hat das Schweizer Bundesgericht in Lausanne der Entscheidung des Obergerichts Zug vom 22. Dezember 2011, die Einstellungsverfügung vom Juni 2010 zu veröffentlichen, eine aufschiebende Wirkung zugesprochen, wie Jean François Tanda in der Handelszeitung berichtet. [There is a Scribd [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p>Die juristische Aufarbeitung des <strong><a title="alle Beiträge zum Korruptionssystem ISL/ISMM" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/">ISL-Korruptionssystems</a></strong>, in das vorrangig <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">hohe FIFA-Funktionäre</a> verstrickt waren, erfährt eine weitere bizarre Wendung. Heute hat das Schweizer Bundesgericht in Lausanne der Entscheidung des Obergerichts Zug vom 22. Dezember 2011, <strong><a title="Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen frei kaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/">die Einstellungsverfügung vom Juni 2010</a></strong> zu veröffentlichen, eine aufschiebende Wirkung zugesprochen, wie Jean François Tanda <a title="handelszeitung.ch" href="http://www.handelszeitung.ch/politik/korruption-bei-fifa-exponenten-weitere-verzoegerungstaktik" target="_blank">in der Handelszeitung berichtet</a>.</p>
<p>[There is a Scribd document embedded here. <a href="http://www.scribd.com/embeds/86452134/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-2fl5cib7eypc8bsubz2r">You can view it on scribd.com</a>]<script type="text/javascript">// < ![CDATA[
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<p><strong>Was bedeutet das?</strong></p>
<p>Als-Nichtjuristen dröhnen mir die Ohren. Mein Freund Jean François Tanda, selbst Jurist, hat eine Weile versucht, mir das zu erklären. Ich habe ihn gebeten, mit mir wie mit einem Kinde zu reden, damit ich es verstehe.</p>
<p>Er schreibt:</p>
<blockquote><p>Es geht um die frage, ob ich das dokument einsehen darf oder nicht.</p>
<p>Die sind dagegen.</p>
<p>Das obergericht in zug war dafür.</p>
<p>Weil die dagegen sind, sind sie ans bundesgericht gelangt.</p>
<p>Normalerweise, wenn man an das bundesgericht gelangt, hat dies keine aufschiebene wirkung. Das heisst der letzte entscheid wird umgesetzt, das bundesgericht sagt dann später ob zu recht oder nicht.</p>
<p>Der letzte entscheid war, dass ich das dokument sehen darf.</p>
<p>Ohne aufschiebende wirkung hätte ich das dokument jetzt sehen gehen können.</p>
<p>Dann hätte ich alles gewusst, bevor das bundesgericht über die beschwerde der anderen entschieden hätte.</p>
<p>Dann wären ihre beschwerden hinfällig.</p>
<p>Dann hätte es ihnen nichts gebracht, falls das bundesericht ihnen – wider erwarten – recht gegeben hätte.</p>
<p>Darum hat das bundesgericht aufschiebende wirkung gewährt.</p>
<p>Nun muss ich warten, bis das bundesgericht die beschwerden abgelehnt hat, um das dokument zu sehen.</p></blockquote>
<p>Alles klar?</p>
<p>Es geht um das Dokument, dessen Veröffentlichung FIFA-Präsident Joseph Blatter <a title="Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/">mehrfach</a> <a title="live-Blog aus Zürich, Joseph Blatter greint: “Die Institution FIFA ist nicht korrupt”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/">versprochen hatte</a> &#8211; aber sein Versprechen nicht hält. Nicht nur ich bin der Meinung, Blatter könnte das Papier problemlos veröffentlichen und betreibt bloß eine Verzögerungstaktik.</p>
<p>In der Berichterstattung zum Fall werden übrigens eine Menge Fehler fabriziert. Ständig muss ich irgendwo lesen, <strong><a title="tag &quot;Joao Havelange&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/category/joao-havelange/">Havelange</a></strong> und <strong><a title="tag &quot;Ricardo Teixeira&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/?s=ricardo+teixeira">Teixeira</a></strong> &#8220;<em>sollen</em>&#8221; Millionen Schmiergeld kassiert haben. Oft steht dann da meist noch: Sie würden das bestreiten.</p>
<p>Diese Berichterstattung ist falsch.</p>
<p>Richtig ist, der FIFA-Ehrenpräsident Havelange, derzeit im Krankenhaus, und sein ehemaliger Schwiegersohn Teixeira, derzeit im Exil in Miami, haben kassiert. Für Havelange stehen 1,5 Mio CHF in den Akten, dazu wohl ein Anteil über die Tarnfirma Renford Investments, die er gemeinsam mit Teixeira unterhielt (wir reden hier nicht von Havelanges sonstigen dreckigen Geschäften). Für Teixeira stehen zwölf Millionen in den Akten [<em>wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe, ich rechne gleich nochmal nach</em>], über Renford und Sanud (wir reden hier nicht von Teixeiras sonstigen dreckigen Geschäften).</p>
<p>Sie bestreiten allein eine strafrechtliche Verantwortung.</p>
<p>Sie sind, ich habe das hundertmal versucht zu erklären &#8211; in Beiträgen hier im Blog und in zahlreichen Medien -, hochkorrupt. Sie sind moralisch korrupt. Sie haben ewig lange Schmiergeld kassiert und machen bis heute dreckige Geschäfte. Aber sie sind in der ISL-Causa eben nicht im strafrechtlichen Sinne korrupt. Nur nicht im strafrechtlichen Sinne. Denn es gab und gibt für derlei Korruption in Sportkonzernen keine strafrechtliche Handhabe. Gemäß Gerichtsaussage des ehemaligen ISL/ISMM-Chefs Christoph Malms war das System der Bestechungszahlungen (&#8220;Provisionen&#8221;) von der eidgenössischen Steuerbehörde, der KPMG und renommierten Zürcher Kanzleien (Niederer Kraft &amp; Frey, Prager Dreifuss) &#8220;abgesegnet und gut geheißen&#8221; worden.</p>
<div id="attachment_9842" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-9842" title="ISL Schmiergeldbilanz" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/islneu-e1291042109675.gif" alt="ISL Schmiergeldbilanz" width="530" height="480" /><p class="wp-caption-text">ISL-Schmiergeldbilanz. Diese Summen an Funktionäre in FIFA, IOC, IAAF, FIBA, FINA etc pp sind gerichtsfest dokumentiert. Die Dunkelziffer ist gewiss ungleich höher.</p></div>
<div>Erinnern wir uns an den ISL-Strafprozess im Frühjahr 2008 in Zug:Der Richter:</p>
<blockquote><p>Das hat etwas Verschwörerisches an sich!&#8221;</p></blockquote>
<p>Ein ehemaliger ISL-Manager:</p>
<blockquote><p>Alle diese Zahlungen waren notwendig, um überhaupt Verträge zu bekommen und dass die (gemeint sind die Sportfunktionäre/d. A.) sich dran halten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Schmiergeld an Sportfunktionäre zu zahlen ist:</p>
<blockquote><p>Als wenn man Lohn bezahlen muss. Sonst wird nicht mehr gearbeitet. Ansonsten wären diese Verträge von der anderen Seite nicht unterschrieben worden. Diese Zahlungen sind betriebswirtschaftlich notwendig, sind echte Aufwandspositionen. Nur die andere Seite möchte nicht genannt werden, das ist das Sensitive.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ein anderer ISL-Manager:</p>
<blockquote><p>Diese Praxis war unerlässlich, sie war branchenüblich, sie gehörte zum Stil des Geschäfts.&#8221;</p></blockquote>
<p>So lief’s Business:</p>
<div id="attachment_3986" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-full wp-image-3986" title="Chart ISMM bribery system" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/isl-chart-2009.jpg" alt="" width="540" height="680" /><p class="wp-caption-text">Chart ISMM bribery system, basierend auf Gerichtsakten und Zeugenaussagen</p></div>
</div>
<p>Unfassbar herrlich ist natürlich die Argumentation von FIFA-Anwälten, bei diesen Vorgängen (strukturelle Korruption im FIFA-Exekutivkomitee = Millionen kassieren) handele es sich um &#8230;</p>
<ul>
<li><strong>vereinsinterne Sachverhalte, die dem Geschäftsgeheimnis unterstünden</strong>.</li>
</ul>
<p>Hier mit etwas Verspätung noch das Urteil des Obergerichts Zug vom Dezember 2011, das die Offenlegung anordnet. Wie im Herbst <a title="Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">bereits dargelegt</a>, handelt es sich bei B 2 um Ricardo Teixeira, damals vertreten von Schweiger Advokatur, und bei B 3 um Joao Havelange, damals vertreten von RA Niedermann.</p>
<p>Es lohnt sich, das Dokument zu studieren.</p>
<blockquote><p>Kanton Zug, Obergericht, I. Beschwerdeabteilung</p>
<p>Urteil vom 22. Dezember 2011</p>
<p>In Sachen</p>
<ul>
<li><strong>B1, Federation Internationale de Football Association (FIFA)</strong>, FIFA-Strasse 20, 8030 Zürich, vertreten durch RA Dr. Dieter Gessler, Nobel &amp; Hug Rechtsanwälte, Dufourstrasse 29 / Postfach 1372, 8032 Zürich</li>
<li><strong>B2</strong>, [<em><strong>Ricardo Teixeira</strong>, JW</em>] vertreten durch RA lic.jur. Hans-Rudolf Wild, Schweiger Advokatur / Notariat, Dammstrasse 19, 6300 Zug</li>
<li><strong>B3</strong>, [<em><strong>Joao Havelange</strong>, JW</em>] vertreten durch RA Dr. Marco Niedermann, Niedermann Rechtsanwälte, Utoquai 37, 8008 Türich,</li>
</ul>
<p>Beschwerdeführer,</p>
<p>gegen</p>
<p>Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, Postfach 6301 Zug, vertreten durch OSTA lic.jur. Christian Aebi, Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,</p>
<p>und Jean Francois Tanda, Redaktion Handelszeitung, Förrlibuckstrasse 70, 8021 Zürich,</p>
<p>Beschwerdegegner,</p>
<p>betreffend Akteneinsicht.</p>
<p><strong>Sachverhalt</strong></p>
<p>1. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich führte eine Strafuntersuchung gegen B1 (FIFA), B2 und B3 wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung, ev. Veruntreuung. Mit Verfügung vom 11. Mai 2010 wurde die Strafuntersuchung gestützt auf Art. 53 StGB (Wiedergutmachung) eingestellt. Die Einstellungsverfügung ist rechtskräftig (Verfahren 2 A 2005 31601).</p>
<p>2.1 Mit Eingabe vom 30. Juni 2010 stellte der Journalist Jean Francois Tanda bei der Staatsanwaltschaft des Kantons ein Gesuch um Akteneinsicht in die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA. Nachdem die Gesuchsgegner B1, B2 und B3 ihre Stellungnahmen eingereicht hatten, bewilligte die Staatsanwaltschaft dem Gesuchsteller mit Verfügung vom 17. Januar 2011 Einsicht in die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010, und zwar wie folgt:</p>
<p>*1.1 Der Name des Gesuchsgegners B1 (FIFA) wird offengelegt und in der Einstellungsverfügung nicht anonymisiert.</p>
<p>1.2 Der Name und das Geburtsdatum des Gesuchsgegners B2, der Name seines Rechtsvertreters, seine Funktion innerhalb der FIFA sowie seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse (nicht jedoch seine Wohnadresse) werden offengelegt und in der Einstellungsverfügung nicht anonymisiert.</p>
<p>1.3 Der Name und das Geburtsdatum des Gesuchsgegners B3, der Name seines Rechtsvertreters, seine Funktion innerhalb der FIFA sowie seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse (nicht jedoch seine Wohnadresse) werden offengelegt und in der Einstellungsverfügung nicht anonymisiert.</p>
<p>1.4 Der Name sämtlicher nicht beschuldigter Dritter, natürliche und juristische Personen, werden nicht offengelegt und in der Einstellungsverfügung anonymisiert, Davon ausgenommen sind die Namen ISMM/ISL.*</p>
<p>Dagegen erhoben B1, B2 und B3 mit Eingaben vom 28. Januar 2011 bzw. 4. Februar 2011 Einsprache. Mit Entscheid vom 3. Mai 2011 wies die Staatsanwaltschaft die Einsprachen ab (Verfahren VAR 2010 53).</p>
<p>3.1 Gegen diesen Enscheid liessen B1, B2 und B3 (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingaben vom 23. bzw. 24. Mai 2011 Beschwerde bei der I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts des Kantons Zug einreichen.</p>
<p>3.1.1 B1 liess in ihrer Beschwerde folgende Anträge stellen (Verfahren BS 2011 43):</p>
<p>*Der Einspracheentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens- Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben und die Einsicht in die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA (Verfahren 2A 2005 31601) sei zu verweigern; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdegegners.</p>
<p>B2 lies in seiner Beschwerde folgende Anträge stellen /Verfahren BS 2011 44):</p>
<p>„Der Einspracheentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens-Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben und die Einsicht in die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA /Verfahren 2A 2005 31601) sei zu verweigern;</p>
<p>Eventualiter:</p>
<p>Der Einspracheentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens-Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben;</p>
<p>Die Einsicht in die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA (Verfahren 2 A 2005 31606) sei nur unter vollständiger Anonymisierung bezüglich B2 zu gewähren. Dazu seien der Name der von B2, seine Vermögensverhältnisse sowie sämtliche Informationen, die die Identifikation von B2 ermöglichen, insbesondere auch Hinweise auf dessen Stellung bei der FIFA, Personalangaben und Wohnort abzudecken. Ausserdem seien die folgenden Passagen der Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 vollständig abzudecken:</p>
<p>Rubrum S. 1: Personalien von B2</p>
<p>Sachverhalt Ziffer 2 S. 6: letzter Absatz</p>
<p>Sachverhalt Ziffer 3.2 S. 7: 2. Satz</p>
<p>Sachverhalt Ziffer 3.4 Seite 8: 1. Satz</p>
<p>Sachverhalt Ziffer 3.4 Seite 8: 2. Absatz</p>
<p>Sachverhalt Ziffer 3.6 S. 10: Namen der Auftraggeber der Überweisungen in der Tabelle, der gesamte 2. Abschnitt sowie Namen der Kontoinhaber in der Tabelle</p>
<p>Erwägung Ziffer 1 S. 14: 3. und 5. Satz</p>
<p>Erwägung Ziffer 4.1 Seite 17: Hinweise auf Gesellschaft 1 und Gesellschaft 2</p>
<p>Erwägung Ziffer 6.3.^S. 24: letzte 8 Zeilen</p>
<p>Erwägung Ziffer 6.3.2 S. 25: 7. und 8. Satz</p>
<p>Erwägung Ziffer 6.3.2 S. 27: 3. Absatz</p>
<p>Erwägung Ziffer 6.4 Seite 32: 2., 6. und 7. Satz</p>
<p>Erwägung Ziffer 8.1 Seite 34 f.: Hinweise auf Gesellschaft 1 und Gesellschaft 2</p>
<p>Dem Unterzeichneten sei vor deren Weitergabe an den Gesuchsteller ein Exemplar der anonymisierten Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 zuzustellen und Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen.</p>
<p>Subeventualiter:</p>
<p>Der Einspruchsentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens-Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben und zur Neuentscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen; Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Staatskasse.“</p>
<p>B3 liess in seiner Beschwerde folgende Anträge stellen (Verfahren BS 2011 42):</p>
<p>„Der Einspracheentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens-Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben und die Einsicht in die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA (Verfahren 2 A 2005 31601) sei zu verweigern:</p>
<p>Eventualiter:</p>
<p>Der Einspracheentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens-Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben;</p>
<p>Die Einsicht in die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA (Verfahren 2 A 2005 31601) sei nur unter vollständiger Anonymisierung bezüglich B3 zu gewähren. Dazu seien der Name von B3, seine Vermögensverhältnisse sowie sämtliche Informationen, welche die Identifikation von B3 ermöglichen, insbesondere auch Hinweise auf dessen Stellung bei der FIFA, sein genaues Alter und Y. abzudecken. Außerdem seien die folgenden Passagen der Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 vollständig abzudecken:</p>
<p>Rubrum S. 1: Personalien von B3</p>
<p>Sachverhalt Ziffer 3.2 S. 7: 1. Satz</p>
<p>Sachverhalt Ziffer 3.6 S. 10: Namen der Auftraggeber der Überweisungen in der Tabelle, der gesamte 2. Abschnitt sowie Namen der Kontoinhaber in der Tabelle</p>
<p>Erwägung Ziffer 1 S. 14: 3. und 5. Satz</p>
<p>Erwägung Ziffer 6.3.1 S. 24: 1. und 2. Satz</p>
<p>Erwägung Ziffer 6.3.2 S. 25: 7. und 8. Satz</p>
<p>Erwägung Ziffer 6.3.2 S. 27: 3. Absatz</p>
<p>Erwägung Ziffer 6.3.2 S. 29: 3. Absatz</p>
<p>Dem Unterzeichneten sei vor deren Weitergabe an den Gesuchsteller ein Exemplar der anonymisierten Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 zuzustellen und Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen.</p>
<p>Subeventualiter:</p>
<p>Der Einspracheentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens-Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben und zur Neuentscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdegegners.“</p>
<p>Während die Staatsanwaltschaft auf eine Vernehmlassung verzichtete, beantragte Jean Francois Tanda (nachfolgend: Beschwerdegegner) in seiner Vernehmlassung vom 7. Juni 2011, es seien alle drei Beschwerden vollumfänglich abzuweisen und die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 17. Januar 2011 sowie deren Einspracheentscheid vom 3. Mai 2011 zu bestätigen und ihm somit vollumfänglich und ohne weitere Verzögerung Einsicht zu gewähren in die Einstellungsverfügung 2 A 2005 31601 vom 11. Mai 2010, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführer.</p>
<p>In den (unaufgefordert eingereichten) Stellungnahmen vom 15. bzw. 17. Juni 2011 hielten die Beschwerdeführer an ihren Anträgen fest.</p>
<p>Auf die Begründung der gestellten Anträge wird, soweit von Belang, im Rahmen der nachstehenden Erwägungen Bezug genommen.</p>
<p>Erwägungen</p>
<p>Gemäß § 79 Abs. 1 lit. BGOG entscheidet die Beschwerdeabteilung des Obergerichts über Beschwerden gegen Justizverwaltungsakte, insbesondere über Verfügungen betreffend die Akteneinsicht bei abgeschlossenen Verfahren. Für dieses Verfahren gelten die Bestimmungen des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (§ 79 Abs. 2 GOG). Zur Erhebung der Beschwerde ist (u.a.) berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat (vgl. § 41 Abs. 1 lit. A VRG). Die Beschwerdeführer haben als Partei am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen und sind damit ohne weiteres zur Beschwerde legitimiert. Mithin ist auf die Beschwerden einzutreten.</p>
<p>Mit der Beschwerde können alle Mängel des Verfahrens und des angefochtenen Entscheides gerügt werden (§ 42 Abs. 1 VRG). Neue Begehren, neue tatsächliche Behauptungen und die Bezeichnung neuer Beweismittel sind zulässig (§ 42 Abs. 2 VRG).</p>
<p>2.1.1 Die Beschwerdeführer bringen im Wesentlichen vor, es bestehe kein pauschaler und unbeschränkter Anspruch von nicht verfahrensbeteiligten Dritten, in Straferkenntnisse bzw. Einstellungs- und Nichtanhandnahmeverfügungen Einsicht zu nehmen. Ein allfälliges Informationsinteresse des Gesuchstellers sei im Einzelfall nach dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz gegen die öffentlichen und privaten Geheimhaltungsinteressen abzuwägen.</p>
<p>2.1.2 Die Behauptung des Beschwerdegegners, dass er als Journalist „das öffentliche Interesse vertrete“, weshalb im Akteineinsicht zu gewähren sei, könne so nicht akzeptiert werden. Die Presse und die einzelnen Journalisten hätten zwar durchaus einen bestimmten Stellenwert im demokratischen Staatsgefüge, nämlich den eines Bindegliedes zwischen Behörden und Bevölkerung. Sie hätten aber auch ein ganz konkretes kommerzielles Eigeninteresse, nämlich den Absatz ihres Produkts und die Erhöhung ihres eigen Marktwertes. Die Tatsache, dass die Einstellung der Untersuchung im Ermessen der Staatsanwaltschaft liege, vermöge ein Akteneinsichtsrecht keinesfalls zu rechtfertigen. Die Fälle, in denen die Rechtsordnung die Ausübung der staatlichen Tätigkeit in das Ermessen der Behörden stellen, seien nämlich unabsehbar. Zu Recht verlange daher das Bundesgericht zusätzliche Umstände, die darauf hindeuten, dass ein irreguläres Verhalten vorliegen könnte, wie „systematische bzw. häufige Verfahrenserledigungen dieser Art“, die ein Informationsbedürfnis im konkreten Fall geradezu aufdrängten. Komme hinzu, dass sich die vorgefasste Meinung des Beschwerdegegners in dieser Angelegenheit aus seiner bisherigen tendenziösen Berichterstattung mehr als deutlich ergebe. Die Offenlegung der Einstellungsverfügung gegenüber dem Beschwerdegegner sei deshalb kaum geeignet, der angeblichen „besondere(n) Gefahr, dass der Einstellungsentscheid in der Öffentlichkeit nicht transparent und nachvollziehbar erschein(e)“. zu begegnen. Die in der Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft enthaltenen Angaben reichten vollauf aus. Vollends unbehelflich sei das Argument, dass Einstellungsverfügungen nach Art. 53 StGB „der Geruch einer gewissen Geheimjustiz“ anhafte. Dies sei in keiner Weise dargetan. Die Staatsanwaltschaft habe schliesslich in einem Entwurf der Medienmitteilung „zur Verfahrenseinstellung FIFA“ ausgeführt, sie erachte mit dieser Medienmitteilung jene Fragen als beantwortet, die unter Berücksichtigung des Amtsgeheimnisses aber auch der Persönlichkeitssphäre der durch das Verfahren Betroffenen beantwortet werden könnten. In der tatsächlich herausgegebenen und im Übrigen textlich übereinstimmenden Medienmitteilung vom 24. Juni 2010 fehle dann dieser Passus. Es könne deshalb nicht angehen, dass die Staatsanwaltschaft als Reaktion auf in den Medien erhobene reisserische Vorwürfe klein beigebe und ihren Standpunkt ändere. Von einer Veröffentlichung sein im Rahmen der Vergleichsverhandlungen über eine Verfahrenseinstellung nach Art. 53 StGB nie die Rede gewesen. Die Beteiligten hätten darauf vertrauen drüfen, dass mit der vorgesehenen und realisierten ausführlichen Medienmitteilung das Bedürfnis der Öffentlichkeit auf Information voll abgedeckt sei.</p>
<p>2.1.3 Der Beschwerdegegner begründe das behauptete schutzwürdige Interesse mit demjenigen „der Steuerzahler“ an Wiedergutmachungsleistungen einer angeblich weitgehend steuerbefreiten Organisation sowie mit dem Interesse der „indirekten (Zwangs-)Mitglieder der FIFA“ an der Verwendung angeblich von ihr bezahlter „Lizenzgebühren“. Ganz abgesehen davon, dass beide Gründe nicht zu überzeugen vermöchten, hätten sie nicht das Geringste mit dem vorliegend von der Staatsanwaltschaft und auch der FIFA zu beachtende Schutz der Privatsphäre der Beschwerdeführer B1, B2 und B3 zu tun. Die FIFA sei nicht vom Staat subventioniert und auch nicht steuerbefreit. Sie zahle regelmäßig Ertragssteuern. Auch die Fussballer dieser Welt hätten keinen Anspruch auf Information über die FIFA. Die FIFA lege vereinsintern jeweils Rechenschaft über ihre Einnahmen und Ausgaben nach den anerkannten Standards der IFRS ab und veröffentliche jeweils ihre Zahlen. <strong>Auch bei den Fragen, ob, wann und was die Organe der FIFA über die von der Staatsanwaltschaft untersuchten Sachverhalte gewusst hätten, handle es sich um vereinsinterne Sachverhalte, die dem Geschäftsgeheimnis unterstünden.</strong> Vollends an der Sache vorbei gingen die Ausführungen der Staatsanwaltschaft, wonach die Presse ihrer „aus verfassungsrechtlicher Sicht wichtigen Aufgabe der kritischen Durchleuchtung der Arbeit der Justiz“ nachzukommen habe. Das Bundesgericht anerkenne ein schützenswertes Interesse nur „in begründeten Fällen“. Auch die Tatsache, dass der Beschwerdegegner im Zusammenhang mit dem vorliegenden Verfahren reisserische Berichte ins Netz gestellt habe, vermöge da von ihm zu begründende öffentliche Interesse nicht begründen. Ansonsten hätte es jeder Journalist in der Hand, das Verfahren über die Freigabe geschützter Daten selber zu steuern. Das Gleich gelte auch für die von der Staatsanwaltschaft aufgereihten Schlagwörter wie „Abzocker“, „Korruption“, „Sepp Blatter“ und „Vergabe der Weltmeisterschaft 2018/2022 an Russland und Qatar“. Die Geschichten zu den „Schmiergeldern“ würden Jahre zurückliegen, weshalb die Staatsanwaltschaft sie bei der Einstellung der Strafuntersuchung zu Recht als von geringem öffentlichen Interesse qualifiziert habe.</p>
<p>2.1.4 Die privaten Interessen von B1, B2 und B3 seien nicht etwa bloss „nicht von der Hand zu weisen“, vielmehr stünden sie als „besonders schützenswert“ im Vordergrund. Ebenso sei die Gefahr, dass „die entsprechenden Ergebnisse in den Medien in falschem Licht dargestellt wurden“, nicht „grundsätzlich nicht auszuschließen“, sondern unmittelbar absehbar. Diese unverhältnismässige Prangerwirkung zum Nachteil der Beschwerdeführer werde von der Vorinstanz schlicht in Kauf genommen. Dabei sei zu berücksichtigen, dass in der Strafuntersuchung nicht abschließend geklärt worden sei, ob eine strafbare Handlung überhaupt vorliege. Die Staatsanwaltschaft habe in ihrer Verfügung ausdrücklich festgehalten, dass die Einstellung nach Art. 53 StGB keine Schuldfeststellung vorraussetze und dass auch keiner der Beschuldigten irgendeine Schuld eingestanden habe. Die Veröffentlichung der Einstellungsverfügung würde aber zu einer Bekanntgabe von zahlreichen nicht näher abgeklärten Verdächtigungen über Vorgänge führen, die größtenteils schon mehr als zehn Jahre zurücklägen. Mit der Veröffentlichung eines ungerechtfertigten Artikels sei der Schaden bereits angerichtet und das Ergreifen von Rechtsbehelfen wirke sich oft kontraproduktiv aus. Die<strong> Beschwerdeführer B2 und B3 seien in unserem Land keine Personen, der aktuellen Zeitgeschichte, die eine besondere Medienpräsenz und damit einhergehende Eingriffe in Kauf zu nehmen bräuchten.</strong> Sodann seien die der Vorinstanz bekannten Umstände des Beschwerdeführers B3 dergestalt, dass die psychische Belastung negativer medialer Berichterstattung besonders schwer ins Gewicht falle. Mehr als unangebracht sei es schliesslich, wenn die Staatsanwaltschaft ihnen rate, eine „aktive Pressepolitik“ zu betreiben. Damit löse sich die Staatsanwaltschaft vollständig vom Boden des Datenschutzgesetzes. Dieses verbiete die Weitergabe von Daten, wenn nicht zwingende Gründe es erfordern würden.<span id="more-11478"></span></p>
<p>2.1.5 Insgesamt sei ein zwingendes Öffentliches Interesse an der Publikation der Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 nicht dargetan. Hingegen bestehe ein erhebliches, überwiegendes persönliches Interesse der Beschwerdeführer an der Wahrung der Persönlichkeitsrechte, wozu insbesondere auch der Schutz der Geheim- und Privatsphäre gehöre. Die Offenlegung der Einstellungsverfügung wäre damit unverhältnismäßig und nicht gerechtfertigt.</p>
<p>2.2 Art. 30 Abs. 3 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 14 Abs. 1 UNO-Pakt II Verankern das Prinzip der Justizöffentlichkeit. Das Prinzip der Justizöffentlichkeit und die draus abgeleiteten Informationsrechte sind- so das Bundesgericht – von zentraler rechtsstaatlicher und demokratischer Bedeutung. Sie sorgen für Transparenz in der Rechtspflege, was eine demokratische Kontrolle durch das Volk erst ermöglicht , und bedeuten damit eine Absage an jede Form geheimer Kabinettjustiz (BGE 134 I 289). Ohne Gerichtsöffentlichkeit sind Spekulationen, ob die Justiz einzelne Prozessparteien ungebührlich behandelt oder priviligiert, unvermeidlich. Kritik an einseitiger oder rechtsstaatlich fragwürdiger Ermittlungstätigkeit oder mangelhafter Verfahrensleitung bliebe ausgeschlossen. Die öffentliche Urteilsverkündung im Sinn einer Publikums- und Medienöffentlichkeit ist als Teilgehalt von Art. 30 Abs 3 BV primär für nicht direkt am Verfahren beteiligte Dritte von Bedeutung, wobei den Medien die Rolle eines Bindegliedes zwischen Justiz und Bevölkerung zukommt (Urteil des Bundesgerichts 1 C_322/2010 vom 6. Oktober 2010, Erw. 2.2, Fall Roland Nef, =BGE 137 I 16 ff). Gemäss dem Öffentlichkeitsprinzip besteht namentlich bei einer Verfahrenserledigung ohne Straffolgen mittels Einstellungsverfügung durch eine nichtgerichtliche Behörde ein Einsichtsrecht von Interessierten in den strafprozessualen Entscheid. Die Einsichtsnahme setzt voraus, dass der Gesuchsteller ein schutzwürdiges Informationsinteresse nachweist und der beantragten Einsicht keine überwiegenden öffentlichen und privaten Interessen entgegenstehen (BGE 136 I 84; BGE 134 I 288 ff.). Bei entgegenstehenden privaten oder öffentlichen Interessen ist zu prüfen, ob diesen durch Kürzung oder Anonymisierung ausreichend Rechnung getragen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 1 C_258/2008 vom 20. November 2008). In der Literatur wird das Einsichtsrecht Dritter in Akten von abgeschlossenen Verfahren (primär) aus Art. 29 Abs. 2 BV bzw. Art. 16 Abs. 3 BV abgeleitet (Bommer, Einstellungsverfügung und Öffentlichkeit, in: forumpoenale 4/2011, S. 245 ff.).</p>
<p>Voraussetzung für die Einsicht Dritter in Einstellungsverfügungen ist, wie soeben dargelegt, das Vorliegen eines schutzwürdigen Informationsinteresses. Beim Beschwerdegegner ergibt sich dieses schutzwürdige Interesse aus der Kontrollfunktion der Medien (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts 1 C_322/2010 vom 6. Oktober 2010 im Fall Roland Nef = BGE 137 I 16 ff.).</p>
<p>Die FIFA (Federation Internationale de Football Association) ist der Weltfussballverband mit Sitz in Zürich. Die FIFA organisiert verschiene Fussballwettbewerbe, darunter die Männer- und Frauen-Fussballweltmeisterschaft. Der derzeitige Präsident ist der Schweizer Joseph Blatter. Von vielen Seiten wird Kritik gegenüber der FIFA geäußert, dass diese ihre Monopolstellung ausnutze. Es kursieren auch Anschuldigungen über Zahlungen von Schmiergeld. Im Mai 2006 beschrieb der britischen Enthüllungsjournalist Andrew Jennings in seinem Buch „Foul!“ ein angeblich umfangreiches System der Korruption unter der Ägide von Sepp Blatter, das im Zuge des Zusammenbruchs des FIFA-Marketing-Partners ISL ans Licht kam. Kurz nach Veröffentlichung des Buches strahlte die BBC am 11. Juni 2006 einen kritischen Beitrag über den angeblichen Schmiergeldskandal aus. Insgesamt soll die ISL rund USD 100 Mio. Schiergeld gezahlt haben, um Entscheidungen der FIFA zu beeinflussen. Auch drei Mitglieder des FIFA-Exekutivkommitees, das über die Vergabe von Weltmeisterschaften entscheidet, sollen Zahlungen erhalten haben: Nicolas Leoz, Präsident der südamerikanischen Fussball-Konförderation CONMEBOL soll 1998 und 1999 USD 600`000.&#8211;, Issa Hayatou, Präsident der Confederation Africaine de Football soll 1995 USD 20`000,&#8211; und Ricardo Teixeira, Präsident des brasilianischen Fussball-Nationalverbandes Confederacao Brasileira de Futebol soll USD 9.5 Mio. erhalten haben (vgl. http://wikipedia.org)</p>
<p>Am 24. Juni 2010 war einer Medienmitteilung der Zuger Strafverfolgungsbehörden zu entnehmen, dass der FIFA Provisionszahlungen von mehreren Millionen Schweizer Franken vorenthalten worden seien. Weil die Beschuldigten den Schaden in angemessenem Umfang wieder gut gemacht hätten, sei das Verfahren gegen sie eingestellt worden (vgl. HD ½). Aufgrund der allgemein zugänglichen Informationen über die FIFA, insbesondere der Anschuldigungen über Zahlungen von Schmiergeld auf der einen Seite und der in der Medienmitteilung enthaltenen Informationen zu Provisionszahlungen, die von der ISMM/ISL-Gruppe ausgeschüttet wurden, auf der anderen Seite besteht ein gewichtiges öffentliches (und weltweites) Interesse an den Umständen, die zur Einstellung des Strafverfahrens im Fall der FIFA führten. Die Verfahrenseinstellung nach Art. 53 StGB (Wiedergutmachung) wirft in der Öffentlichkeit zahlreiche Fragen auf. Beispielsweise ist von Interesse, wer und warum sich zusammen mit der FIFA letztes Jahr an der Wiedergutmachungszahlung von CHF 5.5 Mio. beteiligt hat, was die FIFA im Zusammenhang mit den Provisionszahlungen wusste und warum sie nichts dagegen unternommen hat (vgl. Beilage 5, S. 5).</p>
<p>Die Medienmitteilung der Zuger Strafverfolgungsbehörden vom 24. Juni 2010 allein kann diese offenen Fragen nicht beantworten. Es ist darin bloss die Rede davon, dass die Provisionszahlungen Auslöser des Verfahrens waren. In der Medienmitteilung wird im Zusammenhang mit den Provisionszahlungen Folgendes ausgeführt (vgl. HD ½): Ausländische Personen von FIFA-Organen kamen bis ins Jahr 2000 in den Genuss von Provisionen, die von der ISMM/ISL-Gruppe ausgeschüttet wurden. Diese Zuwendungen standen einerseits im Zusammenhang mit Vertragsabschlüssen dieser Gruppe und andererseits erfolgten diese Zahlungen aus Gründen der Verknüpfung der Provisionsempfänger mit der FIFA. Die Zahlungsadressaten unterliessen es, die Gelder an die FIFA weiterzuleiten und verwendeten die Vermögenswerte für ihre eigenen Zwecke. Die FIFA unterließ es, die ihr zustehenden Vermögenswerte von den Beschuldigten einzufordern. Sie wurden in diesem Umfang geschädigt.</p>
<p><strong>Die Beschuldigten haben im Rahmen des Verfahrens den Umfang der Gelder nicht in Abrede gestellt, verneinten jedoch eine strafrechtliche Verantwortung.</strong> Sie zeigten sich aber bereit, den von der Staatsanwaltschaft als einer Wiedergutmachung zugänglich qualifizierten Betrag von 5,5 Millionen Franken zu bezahlen. Damit konnte der Schaden in diesem Umfang wieder gutgemacht werden. Ein Teil der Wiedergutmachungszahlungen in der Höhe von 2,5 Millionen Franken kommt gemeinnützigen Organisationen zu. Die Beschuldigten haben zudem die Verfahrenskosten übernommen.“</p>
<p>Die genauen Umstände, die zur Einstellung des Strafverfahrens geführt haben, gehen aus der Medienmitteilung nicht hervor. Aufgrund der vorgelegten Informationen kann nicht im Detail nachvollzogen werden, warum das Verfahren im Fall FIFA nicht weiter geführt wurde. Angaben zum Ermittlungsergebnis und zur rechtlichen Qualifikation der einzelnen Tatvorwürfe fehlen, Ebenso wenig ist ersichtlich, wie sich die Wiedergutmachungssumme von CHF 5,5 Mio. zusammensetzt und wer sich in welcher Höhe daran beteiligt hat. Gestützt auf die Medienmitteilung ist es daher – wie die Staatsanwaltschaft im angefochtenen Entscheid zutreffend festhält (vgl. Erwägung II.4.2) – nicht möglich zu prüfen, ob die Beschwerdeführer in irgendeiner Weise bevorzugt behandelt wurden oder ob die Einstellung der Strafuntersuchung nach Art. 53 StGB in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht korrekt erfolgte. Der Umstand, dass eine Medienmitteilung publiziert wurde, und er Inhalt derselben sind in keiner Weise präjudizierend für die Frage, ob einem Dritten unter den gegebenen Vorraussetzungen Einsicht in die Einstellungsverfügung zu gewähren ist. Die Frage, ob die Vorraussetzungen für eine Einsicht des Beschwerdegegners in die Einstellungsverfügung erfüllt sind, ist in einem anderen Verfahren und nach anderen Kriterien zu beurteilen, als diejenige, ob und wie die Staatsanwaltschaft die Öffentlichkeit von sich aus über die Erledigung des Strafverfahrens orientiert. Der Vorwurf der Beschwerdeführer, die Staatsanwaltschaft setze sich mit ihrem Entscheid in Widerspruch zu ihrem früheren Verhalten, geht daher an der Sache vorbei. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass ein Entwurf zur Medienmitteilung folgenden Passus enthielt: *Mit dieser Medienmitteilung erachtet die Staatsanwaltschaft jene Fragen als beantwortet, die unter Berücksichtigung des Amtsgeheimnisses aber auch der Persönlichkeitssphäre der durch das Verfahren Betroffenen beantwortet werden können.“ (vgl. D1 1/32/3). Dieser Passus fand sich, wie erwähnt, lediglich in einem Entwurf zur Medienmitteilung, welcher keinen Eingang in die definitive Fassung vom 24. Juni 2010 fand, weshalb die Staatsanwaltschaft nicht darauf behaftet werden kann. Die Beschwerdeführer hatten demnach entgegen der von ihnen vertretenen Auffassung keinen Anlass, darauf zu vertrauen, dass mit der vorgesehenen und realisierten Medienmitteilung das Bedürfnis der Öffentlichkeit auf Information vollumfänglich abgedeckt sei und auffällige Begehren um Akteineinsicht von Vorneherein ausgeschlossen würden.</p>
<p>Wie Bundesgericht im Fall Roland Nef ausgeführt hat, geht es um die Überwachung der Justiz und die Klärung der Hintergründe und Umstände der Verfahrenseinstellung. Die Öffentlichkeit soll nachvollziehen können, weshalb und unter welchen Bedingungen das Strafverfahren im Fall FIFA eingestellt, mithin nicht zur Anklage gebracht wurde. Im Kern geht es um die Frage, ob die Beschuldigten in irgendeiner Weise privilegiert behandelt wurden. An der Klärung dieser Frage besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse. Zweck der Entscheidöffentlichkeit nach Art. 30 Abs. 3 BV ist es gerade, Spekulationen, dass gewisse Personen von der Justiz bevorzugt werden, zu begegnen und Transparenz zu schaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1 C_322/2010 vom 6. Oktober 2010 = BGE 137 I 16 ff.). Insofern liegt entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer keine „verreinsinterne“ Angelegenheit vor.</p>
<p>Unerheblich ist, dass parallel dazu geführte Strafuntersuchungen (Fall ISMM) mit Freisprüchen endeten. Zum einen wurden diese Verfahren gegen andere Personen und aufgrund anderer Tatvorwürfe geführt. Zum anderen erfolgte im (vorliegend zu beurteilenden) Fall FIFA eben gerade kein Freispruch, sondern Einstellung nach Art. 53 StGB. Eine solche Einstellung setzt nach Rechtsprechung des Bundesgerichts aber voraus, dass der Täter die Normverletzung anerkennt und sich bemüht, den öffentlichen Frieden wieder herzustellen (vgl. BGE 135 IV 25).</p>
<p>Die Überprüfung der Rechtmässigkeit der Handlungen von staatlichen Organen steht ferner nicht einzig in der Kompetenz der entsprechenden Aufsichtsbehörden, wie die Beschwerdeführer vorbringen. Das Bundesgericht anerkennt, dass interessierte Private durchaus ein legitimes Interesse an der Klärung der Fragen haben können, weshalb es zu nichtgerichtlichen Verfahrenseinstellungen ohne Straffolgen durch Sach- und Prozessentscheide kommt. Ein solches Informationsbedürfnis könne sich insbesondere (also nicht nur) bei systematischen bzw. auffällig häufenden Verfahrenserledigungen dieser Art durch Ermittlungs-. Und Untersuchungsbehörden bzw. Staatsanwaltschaften aufdrängen, gerade in den Bereichen, die auf ein besonderes Interesse der Öffentlichkeit stossen würden. Bei nicht verfahrensbeteiligten Dritten erschiene es allerdings geboten, ein schutzwürdiges Informationsinteresse zu verlangen (vgl. BGE 134 I 290). Wie soeben dargelegt, besteht im Fall FIFA, der auf großes Interesse in der Öffentlichkeit stößt, ein solches schutzwürdiges Informationsinteresse. Das Interesse der Öffentlichkeit an den Geschehnissen um die FIFA, den Weltverband der weltweit populärsten Mannschaftssportart, und an der Rolle ihrer Exponenten, wie B2 und B3 es sind, ist vergleichbar mit demjenigen an politischen oder wirtschaftlichen Vorkommnissen.</p>
<p>Unter all diesen Umständen kann aber nicht gesagt werden, vorliegend überwiege ein kommerzielles Eigeninteresse, nämlich der Absatz eines Produktes und die Erhöhung des eigenen Marktwertes. Im Zentrum stehen die Information der Öffentlichkeit über die Einstellung der Strafuntersuchung im Fall der FIFA nach Art. 53 StGb und eine kritische Auseinandersetzung mit den Umständen dieser Einstellung. Daran vermag auch die bisherige Berichterstattung des Beschwerdegegners in dieser Angelegenheit (z.B. der Artikel „Schmiergeldempfänger stimmen mit“, Tagesanzeiger vom 29. November 2010, vgl. ND 3/3) nichts zu ändern. Diese Berichterstattung mag für die Beschwerdeführer tendenziös erscheinen. Massgebend ist indes nicht die persönliche Sicht der Beschwerdeführer sondern ob ein schutzwürdiges Informationsinteresse besteht. Ein solches Interesse ist vorliegend zu bejahen, und zwar ein aktuelles, kursieren doch im Zusammenhang mit der FIFA nach wie vor Anschuldigungen über Zahlungen von Schmiergeld (vgl. Erw. 2.3.1 hiervor).</p>
<p>2.4 Dem Grundsatz der Entscheidöffentlichkeit bzw. der Gewährleistung der Einsicht in die Einstellungsverfügung ist immanent, dass hierdurch die Persönlichkeitsrechte der ehemals Beschuldigten tangiert werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1 C_322/2010 vom 6. Oktober 2010 im Fall Roland Nef = BGE 137 I 16 ff.). Im vorliegenden Fall ist nicht zu verkennen, dass private Interessen der Beschwerdeführer tangiert sind. Die Einstellungsverfügung enthält insbesondere Informationen über das Umfeld der Beschwerdeführerin B1, über die persönlichen und finanziellen Verhältnisse der Beschwerführer B2 und B3, über das Ermittlungsergebnis und die rechtliche Qualifikation durch die Staatsanwaltschaft. Die Staatsanwaltschaft hat aufgezeigt, dass diesen privaten Interessen der Beschwerdeführer zu relativieren sind, namentlich durch die Möglichkeit der gerichtlichen Anfechtung negativer Medienberichte (Art. 28 ff. ZGB), durch den strengen Berufskodex für Journalisten in der Schweiz, durch die Möglichkeit der aktiven Pressepolitik der Beschwerdeführer, durch die Einschränkung des Persönlichkeitsschutzes bei anerkannten Personen des öffentlichen Lebens (B2 und B3; BGE 127 III 481) und dadurch, dass keine Publikation der Adressen von B2 und B3 erfolgt. Diesen Ausführungen ist vollumfänglich beizupflichten. Mit den von der Staatsanwaltschaft aufgezeigten Instrumenten ist jedenfalls die von den Beschwerdeführern befürchtete „unverhältnismässige Prangerwirkung“ hinreichend gebannt. Nicht ersichtlich ist dabei, inwiefern sich die Staatsanwaltschaft – so die Beschwerdeführer – mit dem Hinweis auf die Möglichkeit der „aktiven Pressepolitik“ durch die Beschwerdeführer vom Boden des Datenschutzgesetzes gelöst haben soll. Die Beschwerdeführer sind zweifelsohne keine Organe im Sinne des Datenschutzgesetzes (vgl. § DSG).</p>
<p>Wenn die Beschwerdeführer ferner befürchten, mit der Veröffentlichung eines ungerechtfertigten Artikels sei der Schaden bereits angerichtet, ist auf Art. 28a abs. 3 ZGB hinzuweisen, wonach im Rahmen des Persönlichkeitsschutzes die Klagen auf Schadensersatz und Genugtuung sowie auf Herausgabe eines Gewinnes entsprechend den Bestimmungen über die Geschäftsführung ohne Auftrag ausdrücklich vorbehalten bleiben. Soweit die Beschwerdeführer im Weiteren geltend machen, die Einstellung nach Art. 53 StGB setze keine Schuldfeststellung heraus und es habe auch keiner der Beschuldigten irgendeine Schuld anerkannt, weshalb die Veröffentlichung der Einstellungsverfügung zur Bekanntgabe von zahlreichen nicht näher abgeklärten Verdächtigungen führen würde, ist ihnen entgegenzuhalten, dass eine Einstellung nach Art. 53 StGB gemäss der bundesgerichtlichen Rechtssprechung (u.a.) voraussetzt, dass der Täter die Normverletzung anerkennt (vgl. Erw. 2.3.4 hiervor). Die Beschwerdeführer haben demnach zumindest eine Normverletzung anerkannt, ansonsten eine Einstellung nach Art. 53 StGB gar nicht infrage gekommen wäre. Insofern ist auch nicht zu befürchten, dass eine Veröffentlichung der Einstellungsverfügung zu „nicht näher abgeklärten Verdächtigungen“ führt. Schließlich mag es sich zwar um die Sachverhalte handeln, die teilweise vor mehr als zehn Jahren stattgefunden haben. Das Interesse an der FIFA bzw. ihren Funktionären und sich hartnäckig haltenden Gerüchten um angebliche Schmiergeldzahlungen ist indes ungebrochen. Insofern kann nicht gesagt werden, die Beschwerdeführer B2 und B3 seien „in unserem Land keine Personen der aktuellen Zeitgeschichte, die eine besondere Medienpräsenz und damit einhergehende Eingriffe in ihre Privatsphäre in Kauf zu nehmen (bräuchten)“. Im Übrigen ist jede negative mediale Berichterstattung über eine Person psychisch belastend, was aber im Rahmen des Zulässigen in Kauf genommen werden muss. Zusammenfassend vermögen demnach die privaten Geheimhaltungsinteressen der Beschwerdeführer B1, B2 und B3 das schutzwürdige Informationsinteresse des Beschwerdegegners (vgl. Erw. 2.3 hiervor) nicht aufzuwiegen.</p>
<p>2.5 Die von der Staatsanwaltschaft gewährte Einsichtnahme erweist sich mit den in der Verfügung vom 17. Januar 2011 festgehaltenen Modalitäten als verhältnismässig. Danach ist der Name der Beschwerdeführerin B1 (FIFA) offen zu legen und nicht zu anonymisieren. Ebenso werden die Namen und Geburtsdaten der Beschwerdeführer B2 und B3, die Namen ihrer Rechtsvertreter, ihre Funktion innerhalb der FIFA sowie ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse (nicht jedoch ihre Wohnadresse) offengelegt und nicht anonymisiert. Demgegenüber werden die Namen sämtlicher nicht beschuldigter Dritter, natürliche und juristische Personen, nicht offengelegt und in ihrer Einstellungsverfügung anonymisiert. Davon ausgenommen sind die Namen ISMM/ISL (vgl. HD3). Ein weitergehender Schutz der Beschwerdeführer drängt sich nicht auf. <strong>Es ist von öffentlichem Interesse, wer Provisionszahlungen erhalten hat (Name mit Angabe des Alters) und in welcher Beziehung diese Personen zur FIFA stehen. In diesem Zusammenhang kursieren in der Öffentlichkeit zahlreiche Anschuldigungen (vgl. Erw. 2.3.1 hiervor). Eine Offenlegung der Vermögensverhältnisse von B2 und B3 ist sodann unumgänglich, damit die geleistete Widergutmachung nachvollzogen werden kann.</strong> Im Übrigen werden die Namen allenfalls beteiligter Dritter (mit Ausnahme des ISMM/ISL) nicht offengelegt. Die Staatsanwaltschaft hat die Bedingungen der Anonymisierung genau festgelegt und in ihrem Entscheid festgehalten. Daran hat sie sich zu halten. Insofern ist eine vorgängige Einsichtnahme in ein Exemplar der anonymisierten Einstellungsverfügung durch die Rechtsvertreter von B2 und B3 nicht erforderlich.</p>
<p>3. Nach dem Gesagten erweisen sich die Beschwerden als unbegründet und sind daher abzuweisen.</p>
<p>Bei diesem Ausgang sind die Kosten der drei Beschwerdeverfahren den Beschwerdeführern aufzuerlegen (§ 23 Abs. 1 Ziff. 3 VRG). Die Beschwerdeführer sind ausserdem zur Bezahlung einer Parteientschädigung an den Beschwerdegegner zu verpflichten (§ 28 Abs. 2 Ziff. 1 VRG)</p>
<p>Urteilsspruch</p>
<p>1. Die Beschwerden werden abgewiesen.</p>
<p>2. Die Kosten der drei Beschwerdeverfahren betragen</p>
<p>CHF 1.500,&#8211; Spruchgebühr</p>
<p>CHF 195,&#8211; Auslagen</p>
<p>CHF 1.695,&#8211; Total</p>
<p>und werden den Beschwerdeführern B1, B2 und B3 unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt.</p>
<p>3. Die Beschwerdeführer B1, B2 und B3 werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, dem Beschwerdegegner für die drei Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung von insgesamt CHF 1.500,&#8211; zu bezahlen.</p>
<p>4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach Art. 95 ff. BGG. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</p>
<p>5. Mitteilung an:</p>
<p>- Parteien</p>
<p>- Gerichtskasse (im Dispositiv)</p>
<p>Obergericht des Kantons Zug</p>
<p>Beschwerdeabteilung</p>
<p>Gez. Lic.jur. F. Ulrich Gez. Lic.jur. D. Hüber Stüdli</p>
<p>Oberrichter Gerichtsschreiberin</p>
<p>Versandt am 23. Dezember 2011 dhu</p></blockquote>
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		<title>cheat of the day (III): die effektive Fachpolitik des Kriminalkommissars Klaus Josef Riegert (FC Bundestag)</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Mar 2012 00:19:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Fachpolitik in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf. Erbloggtes Notizen vom Sportausschuss, wie man sie mittlerweile gewöhnt ist von diesem sich selbst überflüssig machenden Gremium. Ein Trauerspiel: Der Pharmakologe Fritz Sörgel war am Mittwoch als Sachverständiger zur Erfurter Blut-Affäre geladen, wurde von mindestens einem Bundestags-Abgeordneten, der nicht seine Meinung teilte, unfair attackiert und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<blockquote><p>Die Fachpolitik in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.</p>
<p><em><a title="Kommentar von Erbloggtes" href="http://www.jensweinreich.de/?p=11852#comment-35440">Erbloggtes</a></em></p></blockquote>
<p><a title="alle Beiträge des tags &quot;Notizen vom Sportausschuss&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/category/novospo/">Notizen vom Sportausschuss</a>, wie man sie mittlerweile gewöhnt ist von diesem sich selbst überflüssig machenden Gremium. Ein Trauerspiel:</p>
<p>Der Pharmakologe <a title="Originale lesen! Pflichtlektüre zum Sportausschuss: das BMI zur Causa Erfurt" href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/19/originale-lesen-pflichtlekture-zum-sportausschuss-das-bmi-zur-causa-erfurt/">Fritz Sörgel war am Mittwoch als Sachverständiger zur Erfurter Blut-Affäre geladen</a>, wurde von mindestens einem Bundestags-Abgeordneten, der nicht seine Meinung teilte, unfair attackiert und gab daraufhin, bevor er erbost heim ins Fränkische flog, zu Protokoll:</p>
<blockquote><p>Das was da abgelaufen ist, war unbeschreiblich, diffamierend. Ich hätte mir diese Sitzung nicht im Entferntesten so vorgestellt. Ich bin von Kollegen vorgewarnt worden und bin als Wissenschaftler einiges gewohnt, aber das war eines der schlimmsten Erlebnisse.&#8221;</p>
<p><em>via <a title="Daniel Drepper" href="http://www.danieldrepper.de/erfurter-doping-anklagen-kosten-13-millionen-euro/#more-3203" target="_blank">Daniel Drepper</a></em></p></blockquote>
<p>Der Kapitän des FC Bundestag, Kriminaloberkommissar <a title="Klaus Riegert.de" href="http://klaus-riegert.de/" target="_blank">Klaus Josef</a> <a title="alle Beiträge von und mit &quot;Klaus Riegert&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/?s=klaus+riegert" target="_blank">Riegert</a> (CDU), der im Hauptberuf einen Volksvertreter simuliert, hatte Sörgel offenbar einen &#8220;Apotheker&#8221; genannt. Das legen verschiedene Medienveröffentlichungen nahe, etwa diese:</p>
<ul>
<li>Michael Reinsch in der FAZ: <a title="faz.net" href="http://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/doping/olympiastuetzpunkt-erfurt-turbulenzen-um-blutbestrahlung-11692825.html" target="_blank">Turbulenzen um Blutbestrahlung</a></li>
<li>Spiegel-Online: <a title="SpOn" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,822903,00.html" target="_blank">Turbulente Tagung des Sportausschusses</a> (dpa-Text)</li>
</ul>
<p>Bin gespannt, ob das alles &#8211; Beleidigungen, Attacken, Schwachsinn, was auch immer &#8211; im Wortprotokoll der Sitzung erscheint, das ich in einigen Wochen hier (hoffentlich) exklusiv veröffentlichen werde.</p>
<p>Fritz Sörgel hat wohl noch im Ausschuss gesagt:</p>
<blockquote><p>Ich hoffe, dass die Äußerungen hier in allen Einzelheiten öffentlich werden.“</p></blockquote>
<p>Wenn die Ausschuss-Chefin Dagmar Freitag (SPD) allen an Öffentlichkeit Interessierten keinen Strich durch die Rechnung macht. Denn sie zürnt seit einigen Tagen (oder sollte man eher sagen: seit einigen Jahren) wegen <a title="Steuermittel für Eigenblutmanipulation: Originale lesen! Pflichtlektüre zum Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/18/steuermittel-fur-eigenblutdoping-originale-lesen-pflichtlekture-zum-sportausschuss/">diverser</a> <a title="tag &quot;Dokumentation&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/category/dokumentation/">Dokumente</a>, <a title="Pressehetze ignorieren! Originale lesen! Pflichtlektüre zum Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/06/pressehetze-ignorieren-originale-lesen-pflichtlekture-zum-sportausschuss/">die hier erscheinen</a> und öffentlich debattiert werden, so wie es sich in einer Demokratie gehört. Das verstehen nur die MdBs Riegertfreitaggünther&#8230; nicht, denn sie werden von Transparenzdefiziten geplagt.</p>
<p>Ein ziemlich böses Gerücht (genau das richtige Material für dieses böse Internet-Tagebuch) besagt sogar, Frau Freitag hätte überlegen lassen, Ausschussdrucksachen künftig noch restriktiver zu verteilen.</p>
<p>Sagen Sie mal, Frau DLV-Vizepräsidentin Freitag: Kann da nicht einfach der Stempel &#8220;Geheime Verschlusssache&#8221; drauf? Oder geht&#8217;s noch geheimer?</p>
<p>Ich meine, dann könnten die Kollegen endlich wieder ungestört <a title="Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus: Mdb wollen sich nicht beim iPad-Spielen beobachten lassen …" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/">am iPad daddeln</a> und müssen sich nicht über blöd-ärgerliche Vorab-Veröffentlichungen echauffieren.</p>
<p>Einen Ansatz von Humor bewies dem Vernehmen nach diesmal &#8211; hört, hört &#8211; der Abgeordnete Joachim Günther (FDP), der einen nicht näher benannten Journalisten als &#8220;Spezialjournalisten&#8221; bezeichnete. Auch Günther liest mit, na klar, und er lässt sich offenbar von meinen Tags &#8220;Spezialdemokraten/Spezialdemokratie&#8221;, &#8220;Wahrheitsallergiker&#8221; oder neuerdings Transparenzallergiker inspirieren.</p>
<p>Doch kommen wir zurück zum Bundestags-Fußballer Riegert. Denn dieser hatte im Herbst <a title="Crowdsourcing: Wie erzieht man Polit-Hampel und Wahrheitsallergiker, die im Bundestag unter sich bleiben wollen?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/28/crowdsourcing-wie-erzieht-man-polit-hampel-und-wahrheitsallergiker-die-im-bundestag-unter-sich-bleiben-wollen/">den von ihm initiierten Ausschluss der Öffentlichkeit</a> (<a title="Dagmar Freitag sagt: “Sportausschuss soll weiter öffentlich tagen”" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/05/dagmar-freitag-sagt-sportausschuss-soll-weiter-offentlich-tagen/">im zweiten Versuch</a>) bei Sportausschusssitzungen auch mit der wirren Behauptung begründet, ohne die störenden Live-Reporter ließe sich irgendwie &#8230;</p>
<p>&#8230; effektiver fachpolitikern.</p>
<p>Oder so.</p>
<p>Wer weiß das schon bei Klaus Josef Riegert.</p>
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		<title>Originale lesen! Pflichtlektüre zum Sportausschuss: das BMI zur Causa Erfurt</title>
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		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/03/19/originale-lesen-pflichtlekture-zum-sportausschuss-das-bmi-zur-causa-erfurt/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Mar 2012 21:24:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[von Grit Hartmann und Jens Weinreich Aus dem politischen Berlin hört man, Dagmar Freitag (SPD), die Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestages und Vizepräsidentin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), sei heute gar nicht amused gewesen, als sie den gestrigen Blogeintrag lesen musste. Schon wieder wurden hier Dokumente der Ausschusssitzungen, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, vorab veröffentlicht. [...]]]></description>
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<p><strong>von Grit Hartmann und Jens Weinreich</strong></p>
<p>Aus dem politischen Berlin hört man, Dagmar Freitag (SPD), die Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestages und Vizepräsidentin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), sei heute gar nicht amused gewesen, als sie <strong><a title="Steuermittel für Eigenblutmanipulation: Originale lesen! Pflichtlektüre zum Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/18/steuermittel-fur-eigenblutdoping-originale-lesen-pflichtlekture-zum-sportausschuss/">den gestrigen Blogeintrag</a></strong> lesen musste. <a title="Pressehetze ignorieren! Originale lesen! Pflichtlektüre zum Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/06/pressehetze-ignorieren-originale-lesen-pflichtlekture-zum-sportausschuss/">Schon wieder</a> wurden hier <a title="alle Beiträge der Kategorie &quot;Neues vom Sportausschuss&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/category/novospo/">Dokumente der Ausschusssitzungen</a>, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, vorab veröffentlicht.</p>
<p>Echt wütend sei Frau Freitag gewesen, berichten Informanten aus dem Bundestag. Bestimmt wieder nur so ein ungeprüftes Gerücht, das im Internet schnelle Verbreitung findet, oder?</p>
<p>Derlei Veröffentlichungen müssten Folgen haben, wurde in Reichweite der Sportausschuss-Chefin wohl getobt. Was tun? Auch noch diesem Blog eine Nichtöffentlichkeit verordnen?</p>
<p>Für Transparenzallergiker wie Frau Freitag und deren Sportkameraden <a title="Beiträge von und mit &quot;Klaus Riegert&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/?s=klaus+riegert">Riegert</a> (CDU/FC Bundestag) und <a title="Beiträge von und mit &quot;Joachim Günther&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/?s=joachim+G%C3%BCnther">Günther</a> (FDP), vor allem aber für die interessierte Öffentlichkeit: hier nun das nächste Dokument zur Causa Erfurt.</p>
<p>Nachzutragen war noch die Stellungnahme des Bundesministeriums des Innern (BMI). Das zehnseitige Papier liegt seit heute vor &#8211; exklusiv, wie so oft, in diesem Blog:</p>
<p>[There is a Scribd document embedded here. <a href="http://www.scribd.com/embeds/85988404/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-1g6xvatxkbodo97lrrhr">You can view it on scribd.com</a>]</p>
<p>Was ist wichtig?</p>
<p>Einige Ansätze nach erster Lektüre:</p>
<p>Unter Punkt 8 behauptet die Ministerialbürokratie &#8211; entgegen der <a title="Steuermittel für Eigenblutmanipulation: Originale lesen! Pflichtlektüre zum Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/18/steuermittel-fur-eigenblutdoping-originale-lesen-pflichtlekture-zum-sportausschuss/">fundierten Meinung von Experten wie etwa Georg Engelbrecht</a> -, die in Erfurt praktizierte UV-Behandlungsmethode sei &#8230;</p>
<blockquote><p>&#8230; erst nach der ab 01.01.2011 geltenden, insoweit geänderten WADA-Liste als &#8216;Entnahme, Manipulation und Rückführung von Vollblut in das Kreislaufsystem&#8217; eindeutig verboten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Von 2004 bis 2010 habe es diese Spezifizierung nicht gegeben, heißt es &#8230;</p>
<blockquote><p>&#8230; vielmehr findet sich &#8216;Blutdoping&#8217; unter M.1.1 mit der Überschrift &#8216;Erhöhung des Sauerstooftransfers&#8217;. Ob hierunter die UV-Bestrahlung fällt, obwohl keine wissenschaftlich nachweisbare Erhöhung des Sauerstofftransfers stattfindet, erscheint zumindest nicht zweifelsfrei.&#8221;</p></blockquote>
<p>&#8220;Nicht zweifelsfrei&#8221;?</p>
<p>Der Standpunkt der WADA wird in der <a title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://www.jensweinreich.de/2008/11/10/das-eigenleben-der-bmi-sportabteilung/">Sportabteilung des BMI</a> zumindest wahrgenommen:</p>
<blockquote><p>Die WADA selbst vertritt – nach zunächst widersprüchlichen Auskünften – nunmehr die Auffassung, dass die besagte Behandlungsmethode auch nach den WADA-Listen 2005 – 2010 verboten war, lässt dies aber weiter durch wissenschaftliche Experten prüfen. Dieser Auffassung hat sich die NADA grundsätzlich angeschlossen.</p></blockquote>
<p>Einen weiteren Vorgeschmack auf die &#8220;juristische Bewertung/ Interpretation der Verbote&#8221;, die nun in der Bonner Graurheindorfer Straße abgewartet wird, wird RA Engelbrecht am Mittwoch im Sportausschuss liefern – und zwar unter Berufung auf lange zurückliegende Urteile des Weltsportgerichtshofes CAS. Man wird das im BMI vielleicht nicht unbedingt gern hören.</p>
<p>Das legt zumindest die Parteinahme für den Vertragsarzt des Erfurter OSP und / oder die mindestens 30 in den Fall verwickelten deutschen Höchstleister nahe. Das Entlastungsargument des BMI, der Olympiastützpunkt Thüringen habe von der NADA &#8220;nur eine nicht eindeutige Antwort zu einem Verbot&#8221;, eine &#8220;tendenziell ablehnende&#8221; erhalten, zieht ja nicht wirklich. Eingedenk der einzigen, doch unmissverständlichen Auskunft der NADA an den Olympiastützpunkt Thüringen. Sie lautete bekanntlich:</p>
<blockquote><p>Aus Dopinggesichtspunkten haben wir uns immer strikt gegen jede Eigenblutbehandlung ausgesprochen.</p></blockquote>
<p>Das Herunterspielen des BMI ist zweckgerichtet, wie <a title="Potenzmittel für den BDR aus Steuermitteln" href="http://www.jensweinreich.de/2008/11/08/steuermittel-fur-sondermittel/">in den meisten anderen heiß diskutierten Fällen zuvor (BDR et al)</a>: &#8220;Als Voraussetzung für „zuwendungsrechtliche Konsequenzen gegenüber dem OSP&#8221;, also die Rückforderung von Fördermitteln, gilt nämlich ein &#8220;zurechenbares sowie dopingrelevantes Verhalten der Honorarkraft&#8221;. Dafür fehle &#8220;eine abschließende sportrechtliche Würdigung der Blutbehandlung durch den behandelnden Arzt&#8221;. Wir gehen mal davon aus, dass das nur missverständlich formuliert ist – dass also das BMI nicht darauf wartet, bis der Mediziner &#8220;dopingrelevantes Verhalten&#8221; selbst erklärt</p>
<p>Gemeint ist wohl: Man wartet den Ausgang der von der NADA eingeleiteten Dopingverfahren ab. Die NADA führt zwei, gegen die Eisschnellläuferin Judith Hesse und den Radler Jacob Steigmiller. Das ist bekannt. Neu: Die NADA hat schon ein Verfahren, das einen im Jahr 2011 mit der dubiosen Methode behandelten Athleten betraf, eingestellt. Ob es dafür eine einleuchtende Erklärung gibt, das werden ihre Vorstände Andrea Gotzmann und Lars Mortsiefer am Mittwoch womöglich nichtöffentlich wissen lassen.</p>
<p>[<em>Die Nada hat schon wissen lassen. Siehe Nachtrag unten.</em>]</p>
<p><del>Dem BMI dürfte es recht sein.</del> Schließlich definiert sich das Ressort von Hans-Peter Friedrich (CSU) selbst als <a title="BMI Broschüre" href="http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2011/Partner_des_Spitzensports.html?nn=110428">&#8220;Partner und Förderer des Spitzensports&#8221;</a>. Wo kämen wir denn hin, wenn das in Erfurt mit dem aus Steuermitteln finanziertem Blutservice Doping gewesen wäre. Genau dahin: &#8220;Das BMI – Partner und Förderer des gedopten Spitzensports&#8221;.</p>
<p>Nur einige weitere Aspekte:</p>
<ul>
<li>Als Zeichen für energisches Durchgreifen will das BMI vermutlich die Mitteilung gewertet wissen, dass es per Mail am 14.2. bei der Erfurter Staatsanwaltschaft angeregt hat, einen möglichen Abrechnungsbetrug bei Franke zu untersuchen. Franke hat ja bekanntlich die UVB nur bis November 2008 exakt abgerechnet, dann nur noch pauschal, bis die Staatsanwaltschaft im April 2011 bei ihm einmarschierte. Die telefonische Auskunft des Oberstaatsanwaltes Hannes Grünseisen auf die Frage, ob man dergleichen erwäge, lautete bereits vor drei Wochen: &#8220;Wir führen auch weiterhin nur ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz.&#8221;<br />
Die Kernfrage ist in Wahrheit natürlich auch eine ganz andere: Wie pauschal dürfen an einem deutschen Olympiastützpunkt medizinische Behandlungen von Topathleten abgerechnet werden?</li>
<li>Zahlungen: zwischen 2005 und 2008 flossen rund 7000 Euro Steuergeld in die Blut-Fürsorge, im Durchschnitt 1750 Euro pro Jahr. Eine UVB kostet maximal 40 Euro. Ergo dürfte Franke durchschnittlich pro Jahr rund 45 Blutbestrahlungen verabreicht haben, eher mehr. Diese Zahl liegt deutlich höher als die bisher bekannten. Vergleicht man das mit den Gesamthonoraren für Franke in den Jahren, als er pauschal, ohne den Vermerk &#8220;UVB&#8221; abrechnete (2009: 7500 und 2010: 6600 Euro), dann lag überdies ein bemerkenswert hoher Anteil seiner medizinischen Betreuung für Höchstleister im Blut-Service.</li>
</ul>
<p>Übrigens: Auch der Name von Claudia Pechstein, die ja standhaft jede Auskunft verweigert, wie sie auf die Patientenliste des Erfurter Blutbestrahlers geraten ist, taucht in dem BMI-Dokument auf <em>(Seite 9 unten)</em>. Sogar mit einer neuen Information: Die Staatsanwaltschaft München führte das Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt im Fall Claudia Pechstein, das in der Erfurter Spur endete, unter dem eingängigen Namen <strong>&#8220;EV Kufe&#8221;</strong>.</p>
<p>Wie wird wohl nun das Erfurter Verfahren heißen? EV Spritze? EV Infekte? Oder ganz einfach: EV Spitzensport?</p>
<p><strong>Nachtrag, 20. März 2012, 11.02 Uhr:</strong></p>
<p>Die NADA teilt auf Anfrage schriftlich mit:</p>
<blockquote><p>Im Fall eines Sportlers hat die NADA das Ergebnismanagement durchgeführt, aber kein Disziplinarverfahren eingeleitet.</p>
<p>Der Sportler hat glaubhaft gemacht, dass er in den von der NADA vorgehaltenen Zeiträumen nicht in der Praxis von Herrn Franke war und auch keine UV-Behandlung des Blutes erhalten hat &#8211; belegt mit einem ärztlichen Attest.</p>
<p>Weitere Anhaltpunkte, die einen Verstoß des Athleten gegen Anti-Doping-Bestimmungen begründen und insbesondere den Urkundsbeweis (Attest) in ausreichender Weise erschüttern können, lagen uns nicht vor. Deshalb war das Verfahren einzustellen.</p></blockquote>
<p>Und hier noch frisch das Papier von <strong>Professor Fritz Sörgel</strong> für den Ausschuss:</p>
<p>[There is a Scribd document embedded here. <a href="http://www.scribd.com/embeds/86055627/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-1x1i9t77xarubumn1wnc">You can view it on scribd.com</a>]</p>
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		<title>Steuermittel für Eigenblutmanipulation: Originale lesen! Pflichtlektüre zum Sportausschuss</title>
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		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/03/18/steuermittel-fur-eigenblutdoping-originale-lesen-pflichtlekture-zum-sportausschuss/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 18 Mar 2012 17:49:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Mittwoch (21. März) geheimnisst der Sportausschuss des Bundestages in gewohnt nichtöffentlicher Sitzung mal wieder zum Thema Doping in Deutschland. Es wird verhandelt: Doping an Olympiastützpunkten, Bundesleistungszentren und Bundesstützpunkten konsequent bekämpfen Ressortvertreter/in: Bundesministerium des Innern &#8230; sowie &#8230; Sachstand im Verfahren gegen einen Sportarzt im Zusammenhang mit Eigenblutbehandlungen am OSP Thüringen/Erfurt und Anti-Doping Verfahren gegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p>Am Mittwoch (21. März) geheimnisst der <a title="alle Beiträge zum BT-Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/novospo/">Sportausschuss des Bundestages</a> in gewohnt nichtöffentlicher Sitzung mal wieder zum Thema Doping in Deutschland.</p>
<p>Es wird verhandelt:</p>
<div>
<ul>
<li>Doping an Olympiastützpunkten, Bundesleistungszentren und Bundesstützpunkten konsequent bekämpfen<br />
<em>Ressortvertreter/in: Bundesministerium des Innern</em></li>
</ul>
<p>&#8230; sowie &#8230;</p>
<ul>
<li>Sachstand im Verfahren gegen einen Sportarzt im Zusammenhang mit Eigenblutbehandlungen am OSP Thüringen/Erfurt und Anti-Doping Verfahren gegen Athleten in diesem Kontext<br />
<em>Ressortvertreter/in: Bundesministerium des Innern. Bericht: Nationale Anti Doping Agentur Olympiastützpunkt Thüringen/Erfurt, Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung, RA Dr. Engelbrecht </em></li>
</ul>
</div>
<p>Zum Themenkomplex gibt es seit 6. März einen <a title="BT Drucksache 17(8896" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/088/1708896.pdf" target="_blank">Antrag der SPD</a>. Ein Antrag der Grünen wird folgen, er geht etwas weiter, darin wird von der Bundesregierung gefordert:</p>
<ol>
<li>An den Olympiastützpunkten in Deutschland wird eine zuwendungsrechtliche Überprüfung der Abrechnungen sämtlicher medizinischer Behandlungsleistungen durchgeführt. Diese Tiefenprüfung erfolgt unter Beteiligung des Bundesrechnungshofes. Die Ergebnisse werden bis zum 30. Juni 2012 dem Sportausschuss und dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages vorgelegt.</li>
<li>Zuwendungswidrig verwendete Fördergelder werden konsequent von den Olympiastützpunkten sowie ggf. anderer Zuwendungsnehmer zurückgefordert. Darüber hinaus wird bei diesen betroffenen Olympiastützpunkten die noch nicht genehmigte Förderung dieses Jahres bis zur endgültigen Klärung des Sachverhaltes zurückgehalten.</li>
<li>Die Olympiastützpunkte werden in die Berichtspflichten der jährlich vorzulegenden Anti-Doping-Berichte einbezogen.</li>
<li>Der NADA werden Sondermittel aus dem Etat des Bundesministers des Innern für eine konsequente Dopingbekämpfung im Bereich des sportrechtlichen Ergebnismanagements zur Verfügung gestellt.</li>
<li>Die Förderung für die Anti-Doping-Forschung wird ausgeweitet und soll auch eine verbesserte wissenschaftliche Wirkungsanalyse von Blutbestrahlungen umfassen.</li>
<li>Es wird ein Gesetzentwurf vorgelegt, der die Verankerung eines Straftatbestandes der Verfälschung des wirtschaftlichen Wettbewerbs im Sport (Sportbetrug) vorsieht, um zukünftig auch wirksam gegen Sportlerinnen und Sportler ermitteln zu können.</li>
</ol>
<p>Das wichtigste Dokument wie (fast) immer exklusiv vorab in diesem Blog, die <strong>dreiseitige Stellungnahme von Bernd Neudert, Chef des Olympiastützpunkts Thüringen</strong>:</p>
<p>[There is a Scribd document embedded here. <a href="http://www.scribd.com/embeds/85844714/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-1hh9rkrlwk50p4wrehwa">You can view it on scribd.com</a>]</p>
<p>Ich muss dazu einmal mehr sagen:</p>
<p>Es bleibt ein Skandal, <a title="Transparenz vs Polit-Propaganda" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/14/transparenz-vs-polit-propaganda/">dass sich der Sportausschuss Transparenz und Öffentlichkeit verschließt</a> und auch dieses wichtige Thema hinter verschlossenen Türen verhandelt wird.</p>
<p>Es bleibt ein Skandal, dass diejenigen so genannten Volksvertreter, die Sportlobbyisten Riegert (CDU/Kapitän des FC Bundestag) und Günther (FDP), die in nichtöffentlichen Sitzung angeblich ungestört und intensiv Sachpolitik betreiben wollten, auch diesmal inhaltlich nichts beisteuern (wollen und können). Initiativen bleiben von ihnen wieder einmal aus. Ihre kindischen, desinformierten und politisch-ideologisch geprägten Pseudofragen wird es im Ausschuss gewiss wieder geben &#8211; aber eben unter Ausschluss der Öffentlichkeit.</p>
<p>Aus gegebenem Daueranlass: <strong>Journalisten, die sich in diesem Blog bedienen und die beiden Stellungnahmen zitieren, geben bitte die Quelle an: www.jensweinreich.de</strong>. Merkwürdig, dass diese Selbstverständlichkeit angemahnt werden muss.</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p><strong>Grit Hartmann</strong>, die <a title="Grit Hartmann: Fragen zum “Morbus Pechstein”" href="http://www.jensweinreich.de/2012/02/01/grit-hartmann-fragen-zum-morbus-pechstein/">in zahlreichen Beiträgen exklusiv über die Erfurter Affäre berichtete</a>, hat sich Neuderts Stellungnahme angesehen und merkt dazu an:</p>
<p>Zur ziemlich exklusiven &#8220;Infektbehandlung&#8221; durch einen Sportmediziner, der sich mit dem DDR-Spitzensport recht gut auskannte, da er einst in der Sportärztlichen Hauptberatungsstelle des Bezirkes Erfurt beschäftigt war, zur Tradition der Blutbestrahlung als Dopingmethode also, ist <a title="Grit Hartmann: Fragen zum “Morbus Pechstein”" href="http://www.jensweinreich.de/2012/02/01/grit-hartmann-fragen-zum-morbus-pechstein/">schon einiges geschrieben und gesagt worden</a>.</p>
<p>OSP-Chef Bernd Neudert mag, nun ja, etwas unbedarfter sein in medizinischen Fragen, und vielleicht war das sogar auch der Gründungschef des OSP, bis 2001 im Amt: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Beilschmidt" target="_blank">Rolf Beilschmidt</a>, unter dem diese &#8220;Therapie&#8221; begann, fortgesetzt wurde oder was auch immer. Beilschmidt, heute Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Thüringen, räumt recht freimütig ein, dass er zu DDR-Zeiten bewusst Dopingmittel einnahm. Das muss aber alles selbstverständlich gar nichts heißen. Wie auch nicht <a href="http://www.osp-thueringen.de/cms/index.php?page=817" target="_blank">diese Zusammensetzung</a> des OSP-Trägervereins, mit ein paar einschlägig prominenten &#8220;Aufsehern&#8221; wie <a title="alle Beiträge zu Burckhard Bremer" href="http://www.jensweinreich.de/?s=burckhard+bremer">Burckhard Bremer</a>.</p>
<p>Ob das die Experten im Sportausschuss interessiert?</p>
<p>Interessieren müssten sie sich allerdings für das, was der OSP hier zur Abrechnung mitteilt. Es ist <a title="BLZ" href="http://www.berliner-zeitung.de/sport/doping-skandal-in-erfurt-doping-aus-steuermitteln-finanziert,10808794,11563498.html" target="_blank">nicht neu</a>, dass die Blutbestrahlungen aus Steuermitteln finanziert wurden. Allerdings tun sich in diesem Punkt ein paar neue Abgründe auf: <span id="more-11807"></span></p>
<ul>
<li>Neudert teilt mit, dass bis Mai 2007 der OSP sogar &#8220;die Verbrauchsmaterialien für die Anwendung dieser Methode zur Verfügung gestellt&#8221; hat. Von Anfang Juni 2007 datiert die Auskunft der NADA (deren Empfang Neudert <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,812318,00.html" target="_blank">auch schon bestritten hatte </a>), dass deren AG Medizin sich &#8220;aus Dopinggesichtspunkten strikt gegen eine Eigenblutbehandlung eingesetzt&#8221; habe. Der OSP hat also nicht die Anwendung einer Methode unterbunden, die in der NADA immerhin mit &#8220;Dopinggesichtspunkten&#8221; in Verbindung gebracht wurde, sondern nur ein paar Spritzen und Schläuche nicht mehr bezahlt?</li>
<li>Klärungsbedarf wirft vor allem der Abrechnungsmodus beim OSP auf. Bis November 2008 seien Frankes Blutbestrahlungen, teilt Neudert mit, &#8220;an Hand seiner Honorarabrechnung nachvollziehbar&#8221;. Warum und wie, das sagt er nicht. Da war das BMI in einer Antwort vom 7. Februar (auf Anfrage für Frankfurter Rundschau/Berliner Zeitung) noch auskunftsfreudiger:</li>
</ul>
<blockquote><p>Nach nochmaliger Nachfrage beim Leiter des OSP Thüringen ergibt sich folgender Sachverhalt: Es ist richtig, dass seit November 2008 seitens des behandelnden Arztes keine Belege über UV-Behandlungen mehr vorgelegt wurden. Bis zu diesem Zeitpunkt stand neben dem Namen des behandelten Sportlers die Bemerkung &#8220;UVB&#8221;. Nach November 2008 wurden im Rahmen der Honorierung der ärztlichen Tätigkeit von Herrn Franke seitens des Arztes entsprechende Vermerke nicht mehr dokumentiert. Mit aktueller Auskunft räumt der Leiter des OSP Thüringen daher ein, dass es, wie ebenfalls auf nochmaliger Nachfrage durch den behandelnden Arzt bestätigt, auch in den Jahren 2009 – 2011 mit der Honorierung der Arbeit des Arztes auch zu Bezahlungen von UV-Behandlungen gekommen ist. In welchem Umfang eine Honorierung stattgefunden habe, kann nicht mitgeteilt werden, da insoweit Herr Franke mit Hinweis auf das gegen ihn laufende Verfahren keine Auskunft gegeben habe.&#8221;</p></blockquote>
<p>Für einen Zeitraum bis November 2008 könnten die Abgeordneten also ziemlich genau erfahren, welche Spitzenleister die aus öffentlichen Kassen finanzierte &#8220;UVB&#8221;-Fürsorge fürs Blut genossen haben. Falls sie das erfahren wollen, so &#8220;streng vertraulich&#8221; vom BMI, in ihrer nichtöffentlichen Sitzung.</p>
<p>Der dann geänderte Abrechnungsmodus wirft gleich mehrere Fragen auf:</p>
<ul>
<li>Wie eigentlich will so ein OSP medizinische Behandlungen abgerechnet wissen?</li>
<li>Ist korrekte Dokumentation und Abrechnung von ärztlichen Eingriffen (und als solche gelten Blutentnahmen) bei Topathleten nicht erwünscht?</li>
<li>Geht es immer so pauschal zu im deutschen Spitzensport, so wie auf dem Wochenendtrödelmarkt?</li>
</ul>
<p>Schließlich, Selbstzitat vom 11. Februar in der Berliner Zeitung und der Frankfurter Rundschau:</p>
<blockquote><p>Warum hat Franke die Blutmanipulation, mit der er angeblich nur Infekte kurieren wollte, nicht mehr explizit ausgewiesen? Schlampigkeit? Unrechtsbewusstsein? Warum machte das im Olympiastützpunkt nicht stutzig? &#8230; Weder Franke noch der OSP wollten Auskunft geben.</p></blockquote>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p>Der Vollständigkeit halber hier auch die Stellungnahme des Sachverständigen <a title="Engelbrecht Law" href="http://www.engelbrecht-law.de/index.php?page=expertise" target="_blank">Georg Engelbrecht</a>.</p>
<p>Der Rechtsanwalt mit CAS-Erfahrung, der in Lausanne an der Bearbeitung des Falls Walter Mayer mitgewirkt hat, sagt klipp und klar, spätestens seit 2003 stehe fest &#8230;</p>
<blockquote><p>&#8230; <strong>dass die UV Blood Transfusion eine verbotene Methode darstellt</strong>.</p></blockquote>
<p>Er sagt außerdem:</p>
<blockquote><p><strong>Wenn auch Leichtathleten am Olympiastützpunkt Erfurt von dem Arzt Andreas Franke ohne medizinische Indikation behandelt worden sein sollten (egal ob per Injektion oder Infusion und egal mit welchen Blutmengen), ist das ein Dopingverstoß.</strong></p>
<p><strong></strong><strong>Die Mediendiskussionen, ob diese Methode überhaupt sinnvoll, zur Leistungssteigerung geeignet war oder nicht, spielt hierbei keine Rolle.&#8221;</strong></p></blockquote>
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		<title>Whistleblower Mario Goijman: ein Hilferuf!</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Mar 2012 19:10:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[fivb]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
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		<description><![CDATA[ZÜRICH. Leider geht es weiter in der unendlichen Leidensgeschichte des Whistleblowers Mario Goijman. Vor wenigen Minuten hat er aus Buenos Aires diese Email geschickt: This Morning 10 persons, attacked my home, with the purpose of expelling me totally from home. They intented to carry all my home properties to a deposit under judicial custody, including [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p>ZÜRICH. Leider geht es weiter in der unendlichen Leidensgeschichte des <strong><a title="Whistleblower Mario Goijman: &quot;Sie haben mein Leben zerstört!&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/13/whistleblower-mario-goijman-sie-haben-mein-leben-zerstort/">Whistleblowers Mario Goijman</a></strong>. Vor wenigen Minuten hat er aus Buenos Aires diese Email geschickt:</p>
<blockquote><p>This Morning 10 persons, attacked my home, with the purpose of expelling me totally from home.</p>
<p>They intented to carry all my home properties to a deposit under judicial custody, including my clothes, my computers.</p>
<p>Desperate I took a gun and intented to shoot my self under a nervous attack.</p>
<p>The police intervin, the ambulance came to treat me.</p>
<p>I asked till Tuesday to leave my house free of everything, but they did not accepted, they wanted everything, including my dogs out</p>
<p>NOW.</p>
<p>I beg them to wait this two days to move me, but they did not accepted, they will wait till Monday morning.</p>
<p>And for that, the intervining lawyer (Hernan Rabin) asked me a dark payment for this delay</p>
<p>I did not accepted.</p>
<p>Sad final for my fight, while in Lausanne the FIVB EXECUTIVE, met today and mantains our money, in his revenge for ¿what?, For unveiling Acostas manouvers.</p>
<p>I am very sad!!!!</p>
<p>HELP ME PLEASE!!!!</p>
<p>Ing. Mario Goijman</p></blockquote>
<p>Ich weiß, dass sich hinter den Kulissen sogar im Establishment in der Capitale Olympique einige Kräfte für Mario Goijman einsetzen. Um diese Bemühungen nicht zu gefährden, habe ich zuletzt auf eine Berichterstattung verzichtet. Doch die Lage spitzt sich zu. Goijman spricht vom Suizid. Gestern hat er diese Email u.a. an ehemalige Kollegen aus dem Volleyball-Weltverband FIVB geschickt. Ein Dokument des Grauens und des real existierenden sportpolitischen Komplexes, der sich nicht/kaum um Whistleblower schert:</p>
<blockquote><p><strong>A DESPERATE APPEAL to conscience</strong></p>
<p><em>Buenos Aires, March 15th 2012</em></p>
<p>To the members of the Board of Administration Federation International de Volleyball</p>
<p>Dear past Friends and Colleagues,</p>
<p>I have been a part of you, a leader for our beautiful sport.</p>
<p>I worked very, very hard, without any other interest than the glory and enhancement of Volleyball.</p>
<p>I worked always in an honorary basis, never received any payment from nobody in my positions in Volleyball.</p>
<p>You know a great part of my history in our sport, we shared it.</p>
<p>My climax was organizing the 2002 Men’s World Championship in my country in the middle of its worst economical and social crisis.</p>
<p>At the end of it I was expelled from everywhere in Volleyball, besides our success in the tournament in all senses.</p>
<p>I proceeded in every aspect of such organization with quality, and honesty, I did not make any unauthorized publicity neither, make nothing beside the rules and the contracts.</p>
<p>But my discovery of the falsification of the FIVB 2000 Annual Statement presented to the Congress in Argentina, made by the hands of Ruben Acosta, Jean Pierre Seppey and Franz Schmidt, to hide the money illegally taken by the President to his pockets, hurt my sense of legality, honesty and transparency and decided to denounce his illegal attitude.</p>
<p>Today you finally understood that all my accusations were truth, that Acosta had to resign to the IOC and to the FIVB, and that you had been tricked by his power.</p>
<p>But I had been expelled, and the actual Board seems that don’t want to recognize my courageous attitude, and the illegality of the procedures against me and my Federation.</p>
<p>You know that I was a wealthy man that supported with loans and guarantees the cost of the World Championship, and the Cost of legal battle in the Lausanne Tribunals to unveil Acosta’s attitudes.</p>
<p>I always knew that the Balance of the Common Fund, which I worked hard to increase, was enough to support the Cost of the Championship and thus I put my money in the event, and signed banking guarantees.</p>
<p>But Acosta revenge was to adultery also the Common Fund, and not to pay to the organizing Committee, what was owed to it.</p>
<p>After 10 years, I am completely ruined.</p>
<p>The banks executed my guarantees, the FIVB decided not to amend the Acosta abuses, and I lost my car, my company, and recently I was expelled from my own house that will be going in two months to an auction.</p>
<p>Such injustice for defending honesty, principles, and dignity, hurt me too much!!!!</p>
<p>I am very sick, depressed, with a diabetes out of control and my heart decompensate.</p>
<p>I cry every night, THIS WAS TOO MUCH FOR ME.</p>
<p>My actual and daily live is a nightmare</p>
<p>I will die in a few months, or my depression will take me to finish my live by my own hands.</p>
<p>Why do you hate me so much too take me to death?</p>
<p>I did anything out the law or the spirit of sport?.</p>
<p>I can not understand such hate!!!!</p>
<p>Because I fight hard to clean Volleyball from a dirty and greedy couple?</p>
<p>If I know that you shared my concepts, of honesty and transparency.</p>
<p>Think it over and be just!!!</p>
<p>I don’ want any recognition, my conscience is happy.</p>
<p>But return to the Argentina Federation what belongs to it.</p>
<p>Let me die in peace, knowing that at least my sons will not have to carry over them, the debts that ACOSTA, put over me, for organizing a brilliant Championship.</p>
<p>With my best regards</p>
<p>Ing. Mario Daniel Goijman</p>
<p>Buenos Aires</p></blockquote>
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		<title>dapd sagt: Schadenersatzforderung gegenstandslos</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 19:49:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA["leistungsschutzrecht"]]></category>
		<category><![CDATA[dapd]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[ZÜRICH. Ich habe am Nachmittag zwei Emails aus dem dapd-Office erhalten. Demnach ist die Schadenersatzforderung gegen mich, über die ich heute morgen berichtet habe, gegenstandslos. Gut so. Es ist von einem Versehen die Rede, eine Entschuldigung gab es auch. Leider möchte der dapd-Verantwortliche, der sich am Morgen erstmals telefonisch bei mir gemeldet hatte, nicht, dass [...]]]></description>
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<p>ZÜRICH. Ich habe am Nachmittag zwei Emails aus dem dapd-Office erhalten. Demnach ist die <a title="Vom Urheberrecht oder: wie dapd zu Geld kommen will" href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/13/vom-urheberrecht-oder-wie-dapd-zu-geld-kommen-will/">Schadenersatzforderung gegen mich</a>, über die ich heute morgen berichtet habe, gegenstandslos.</p>
<p>Gut so.</p>
<p>Es ist von einem Versehen die Rede, eine Entschuldigung gab es auch. Leider möchte der dapd-Verantwortliche, der sich am Morgen erstmals telefonisch bei mir gemeldet hatte, nicht, dass ich seine Emails veröffentliche. Er möchte auch nicht zitiert werden. Das finde ich sehr schade, weil ich seine Sätze im Grunde &#8211; in meinem Fall &#8211; als durchaus nachvollziehbar empfunden habe. Das muss ich aber, leider, respektieren.</p>
<p>Die Wende, mit der ich &#8211; ganz ehrlich &#8211; absolut gerechnet hatte, lässt mich aber nicht frohlocken. Denn die Probleme bleiben ja, und <a title="Vom Urheberrecht oder: wie dapd zu Geld kommen will" href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/13/vom-urheberrecht-oder-wie-dapd-zu-geld-kommen-will/">in den Kommentaren zu meinem Beitrag von heute morgen</a> ist dazu vieles Interessante und Kluges gesagt worden, wie ich finde. Dort findet man nun auch viele nützliche Links.</p>
<p>Ein Problem besteht darin, dass nicht nur die dapd, sondern viele andere Medienunternehmen mit Kanonen auf Spatzen schießen. Sie schicken Heerscharen von Abmahn- und Inkasso-Anwälten in die Spur. Irgendwas bleibt dann schon hängen, weil manche Betroffene, selbst wenn sie sich nichts zu Schulden kommen ließen, vielleicht nicht die Laune, nicht den Mut oder was auch immer nicht hatten, um sich zur Wehr zu setzen. Das ist eine grundsätzlich sehr unbefriedigende Situation, die sich künftig, wenn dieses Leistungssschutzgesetz, für das die Verleger-Lobby seit Jahren mit vielen unsauberen und skandalösen Mitteln kämpft und munter die Wahrheit beugt, wie geplant von der Koalition verabschiedet wird, gewiss weiter zuspitzt.</p>
<p>Ich habe mir den Luxus geleistet, die Diskussion um Leistungsschutzgesetz und ACTA nur passiv zu verfolgen und kann dazu nur die üblichen Verdächtigen empfehlen, ohne Wertung und Anspruch auf Vollständigkeit, getreu dem Motto <em>&#8220;mach, was Du kannst und verlinke den Rest&#8221;</em>:</p>
<ul>
<li><a title="iRights.info" href="http://irights.info" target="_blank">iRights.info</a></li>
<li><a title="Netzpolitik" href="http://netzpolitik.org" target="_blank">netzpolitik.org</a></li>
<li><a title="Stefan Niggemeier" href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/warum-ard-und-zdf-fuer-acta-kaempfen/" target="_blank">Stefan Niggemeier</a> (hat auch gerade im aktuellen SPIEGEL darüber geschrieben)</li>
</ul>
<p>Es ist kein Trost zu wissen, dass meine Art des Zitierens und der journalistischen Verarbeitung, in diesem Fall goutiert wird. Dazu möchte ich keinen Roman schreiben, einige Bemerkungen zum <a title="Die Barrieren des Jürgen Emig" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/02/haftstrafe-fur-jurgen-emig/">inkriminierten Beitrag</a> &#8211; es ging um die Verurteilung des korrupten ehemaligen HR-Sportchefs Jürgen Emig &#8211; habe ich im Laufe des Tages in Kommentaren notiert. Andere Kommentatoren haben sich dazu geäußert. Ich fand u.a. interessant:</p>
<p><em><a title="Kommentar von Franz" href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/13/vom-urheberrecht-oder-wie-dapd-zu-geld-kommen-will/#comment-35215">Franz:</a> </em></p>
<blockquote><p>So was Lächerliches wie diese dapd-Abmahnung hab ich noch selten gelesen. Sicherlich ist das Zitat sehr ausführlich, aber die Quelle korrekt angegeben und vor allem: Was bitteschön war denn die eigene intellektuelle Leistung von dapd (bzw. seinerzeit AP Deutschland) bei diesem Textabschnitt? Das sind bloß ein paar zusammengeschnippelte Aussagen des Richters, mal in direkter, mal in indirekter Rede. Eigenleistung: marginal. Wenn überhaupt müsste dem Richter das Urheberrecht an einem Großteil der beanstandeten Passage zustehen :-)</p></blockquote>
<p><em><a title="Kommentar von B.Schuss" href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/13/vom-urheberrecht-oder-wie-dapd-zu-geld-kommen-will/#comment-35221">B.Schuss:</a></em></p>
<blockquote><p>ich bin sicher auch kein Freund von Abmahnungen, aber nur so aus Neugier, und weil ich selbst nicht vom Fach bin: wo ist denn die Grenze zwischen dem Zitatrecht, und der unzulässigen kommerziellen Nutzung von Texten, die andere erstellt haben ( und diese “Leistung üblicherweise gegen Geld an Journalisten verkaufen ) ?</p>
<p>Es ist nun mal so, dass Stefan als Medienjournalist quasi berufsmäßig die Arbeit anderer Journalisten und Medienschaffender zitiert. Kommt er da nicht automatisch fast immer in diese Grauzone?</p>
<p>Oder ist das auf der Meta-Ebene ( Journalist, der über die Arbeit anderer Journalisten berichtet ) was anderes ?</p></blockquote>
<p><em><a title="Kommentar von Nandor" href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/13/vom-urheberrecht-oder-wie-dapd-zu-geld-kommen-will/#comment-35229">Nandor:</a></em></p>
<blockquote><p>@ Zitatrecht: Es kommt natürlich auf den Einzelfall an. Das mag manchmal ein schmaler Grat sein, aber hier (ohne Experte zu sein) meiner Meinung bei aller juristischen Spitzfindigkeit nach hoffentlich ja wohl nicht. Das betreffende Zitat erfüllt seinen Zweck im Rahmen der Funktion und der Bedeutung des Blogeintrags, ich hätte übrigens auch keine Probleme zu sagen: auch unter Berücksichtigung von Jens’ langjähriger journalistischer Arbeit. Es geht hier, wie bei die vielen, vielen anderen Zitaten und Verlinkungen hier, immer um einen Hinweis auf weitere Quellen und andere Darstellungen, aber eben im Rahmen journalistischer Auseinandersetzung mit sportpolitischen Themen.</p>
<p>Wer ein Zitat einer (eigenen trifft es ja nicht so ganz) geistigen Leistung derart bekämpft, offenbart sein Verständnis von (angeeigneten) Meinungen als geistigem Eigentum in dem Sinn, das es sie als Schatz zu hüten und zu verteidigen gilt. Und dass man sie am besten gar nicht teilt. Für jemanden, der mit Informationen sein Geld verdient (Wolfgang Zehrt würde wahrscheinlich das Wort KOMMERZIELL hier verwenden, das klingt so schön anrüchig), eine wahrlich atemberaubende Einstellung über die eigene Rolle in der Gesellschaft. Ihr Nachrichtenleute, Ihr genießt den besonderen Schutz der Pressefreiheit, weil ihr der Informationsfreiheit verpflichtet seid. Ihr genießt es genau deswegen, weil Ihr hinnehmen müsst, dass man über Euch redet, Euch kritisiert, sich mit Euch auseinandersetzt, Ihr verlinkt werdet.</p>
<p>Und da lass ich gar nichts gelten von “Ist uns bei 5000 anderen schlimmen Fällen leider durchgerutscht”. Das Missliche an dieser ganzen Unart des Abmahnungs-Geschäftsmodells ist doch, dass es auf die Feinheiten des Urheberrechts aus der Perspektive der Anspruchsteller gar nicht so ankommt. Die Masse machts, da verliert man halt ein paar Prozesse, wo gehobelt wird, da fallen Späne – es lohnt sich trotzdem. Irgendjemand trifft die Entscheidung, ab welchem Punkt man die angebliche Urheberrechtsverstöße verfolgen will; wie weit man da ins Risiko reingeht; wie weit man da mit der Angel fischt, dem Kescher oder dem Fangnetz. Und zwar genau deswegen, weil er es so will.</p></blockquote>
<p><em><a title="Kommentar von Jürgen Kalwa" href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/13/vom-urheberrecht-oder-wie-dapd-zu-geld-kommen-will/#comment-35255">Jürgen Kalwa:</a></em></p>
<blockquote><p>Es wäre etwas anderes, wenn sich der Hausherr die fragliche Textpassage ohne Nennung der Quelle und ohne Verlinkung des Gesamttextes angeeignet hätte. Hat er aber nicht. Er hat zitiert.</p>
<p>Wie sehr gerade der inkriminierte Blog-Eintrag den Charakter eines Pressespiegels hat, sieht man an den Kommentaren. Sie bestehen überwiegend auf weiteren Hinweisen auf Veröffentlichungen in Zeitungen. Natürlich müsste man einen Richter im Rahmen eines Prozesses zunächst einmal davon überzeugen, dass ein Blog heutzutage mitunter durchaus auch so etwas sein kann wie ein Pressespiegel. Aber dafür gäbe es in diesem Fall dingfeste Belege.</p>
<p>Davon abgesehen: Ist das hier eigentlich inzwischen Makulatur? “Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist.” (§ 51 UrhG)</p></blockquote>
<p><em><a title="Kommentar von Stephan" href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/13/vom-urheberrecht-oder-wie-dapd-zu-geld-kommen-will/#comment-35257">Stephan:</a></em></p>
<blockquote><p>Mal ganz abgesehen von der Reichweite des Zitatrechts: Die urheberrechtliche Schöpfungshöhe kann man bei einem Nachrichtentext durchaus mal grundsätzlich anzweifeln. Im Perlentaucher-Urteil hat der BGH sich ziemlich viel Mühe damit gegeben, in Ausgangsmaterial und Abstract besonders hübsche und kreative Formulierungen zu finden, die die Bewertung “unfreie Bearbeitung” rechtfertigen. Bei Nachrichtentexten, bei denen die zugrundeliegende Sachlage kaum eine abweichende Gestaltung zulässt und die keine wesentlichen eigenschöpferischen Elemente enthalten, kann das anders sein. Schutzgegenstand ist ja die schöpferische Qualität, nicht die wirtschaftlich-organisatorische Leistung. Und genau so ist das ja auch gewollt: Tatsachenmitteilungen sollen eben nicht schutzfähig sein, schon um den freien Meinungsaustausch und die Meinungsbildung nicht zu beeinträchtigen. Und noch gibt es ja kein Leistungsschutzrecht für Presseprodukte…</p></blockquote>
<p>In der Tat sehe ich mich in vielen Blogbeiträgen hier als eine Art Kurator. Ich bin ein Fachidiot, kenne mich in meinen Themenfeldern (internationale Sportpolitik, Korruptionsbekämpfung, Finanzierung von Mega-Events etc) einigermaßen aus, recherchiere auch manchmal und versuche meinen Job zu machen, ich will ein bisschen Licht in Dunkelfelder und Struktur in komplizierte Sachverhalte bringen &#8211; und vor allem will ich meine Angebote und die Themenfelder öffentlich diskutieren und dazu lernen. That&#8217;s it. Das habe ich so ähnlich schon tausendmal formuliert.</p>
<p>Ich sehe mich als öffentlicher Bearbeiter eines Themas. Ich versuche, auf meinen Gebieten die Diskussion zu bereichern und &#8211; wenn alles gut läuft &#8211; einen Erkenntnisgewinn herbei zu führen. Mehr nicht.</p>
<p>Auch bei <a title="Internet-Law" href="http://www.internet-law.de/2012/03/mussen-wir-uns-vom-konzept-des-geistigen-eigentums-verabschieden.html" target="_blank">Thomas Stadler</a> habe ich heute interessante Anregungen gefunden. Und <a title="Dirk von Gehlen" href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/mashup/" target="_blank">&#8220;Mashup&#8221;</a> von Dirk von Gehlen werde ich jetzt endlich mal lesen.</p>
<p>Stadler schreibt:</p>
<blockquote><p>Man kann und sollte sich meines Erachtens von der Vorstellung des geistigen Eigentums verabschieden und aufhören, das Urheberrecht oder gewerbliche Schutzrechte als absolute, eigentumsgleiche Rechte zu betrachten. Vielmehr sollte man übergehen zu einem Konstrukt einer zwar geschützten Rechtsposition, die sich aber der ergebnisoffenen Abwägung mit anderen legitimen Interessen und Rechtspositionen stellen muss und keinen regelmäßigen Vorrang für sich reklamieren kann.</p>
<p>Wenn man stattdessen den tradierten Weg fortsetzen will, so muss man doch erkennen, dass es dem Wesen des “geistigen Eigentums” entspricht, einer wesentlich stärkeren Sozialbindung zu unterliegen als das Sacheigentum. Denn Geisteswerke sind gleichzeitig auch Bestandteil des Wissens und der Kultur der gesamten Menschheit und als solches ab dem Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung auch Allgemeingut. Sie sollten deshalb idealerweise nicht nur ungehindert zugänglich sein, sondern auch einer möglichst ungestörten Weiterentwicklung unterliegen.</p></blockquote>
<p>Genau an diesem Prozess der Weiterentwicklung, wenn man so will, der Themenentwicklung, des Öffentlichmachens, des Erklärens, manchmal auch des Enthüllens, versuche ich mich.<span id="more-11777"></span></p>
<p>Auf einer Journalismus-Konferenz Anfang Oktober 2011 im Deutschlandfunk habe ich versucht, meine Art des sportpolitischen Journalismus zu beschreiben. Ein Auszug:</p>
<blockquote><p>Wir leben in einer Medien-Revolution. Wir wissen nicht, ob das, was wir heute noch Journalismus nennen, auch morgen noch so heißt und noch existiert.</p>
<p>Weil sich das Mediensystem aber so kolossal ändert und auf Dauer kein Stein auf dem anderen bleibt, muss sich ja wohl auch der Journalismus ändern. Oder?</p>
<p>Es gibt kein Zurück in die gemütlichen, guten alten Zeiten.</p>
<p>Eine Google-Vizepräsidentin sagt voraus: „2025 kann ein iPod alle Lieder, Filme und Texte speichern, die in der Geschichte der Menschen erschaffen wurden.“</p>
<p>Ich kann also ein komplettes Menschheitsarchiv in der Tasche haben – oder in der Cloud.</p>
<p>Außerdem: Jeder hier im Saal kann in wenigen Minuten ein Massenmedium etablieren. Wenn er nicht will, muss er für sein Blog, also sein Medium, und andere Tools der Informationsverbreitung und Kommunikation, wie Twitter und Facebook, nicht einmal etwas bezahlen.</p>
<p>Ausgestattet mit der nötigen Expertise und Engagement kann jeder auf seinem Fachgebiet mit herkömmlichen Massenmedien konkurrieren.</p>
<p>Was heißt das für Journalismus?</p>
<p>Es heißt unter anderem, dass Journalisten vom hohen Ross herunter müssen. Sie müssen sich öffnen, wirklich kommunizieren mit dem Kunden, den ich kaum noch Rezipient nenne, sondern eher: Diskussionsteilnehmer.</p>
<p>Wer komplizierte sportpolitische Themen im dritten Jahrtausend noch immer in einer Einweg-Kommunikation aus den Anfangsjahren des Zeitungswesens abhandelt, ist gewiss nicht mehr auf der Höhe der Zeit.</p>
<p>Wer zu derlei Themen, nehmen wir etwa den Dopingfall Pechstein oder andere Prozesse, nicht Dokumente auf seinen Plattformen bereit stellt und diskutiert, wird seinem Job nicht mehr gerecht. Glaube ich. In 100 Zeilen, alle paar Wochen, ist das nicht abzuhandeln.</p>
<p>Zudem: Auch sportpolitischer Journalismus muss Echtzeit-Journalismus sein. (Das gilt gewiss nicht für alle Recherchethemen, grundsätzlich aber schon.)</p>
<p>Monopole auf Information werden aufgebrochen. Wir reden über Open Data, Open Access – und ich meine damit nicht die Fußballstatistiken, die derzeit überhand nehmen, wobei viele meinen, mit dem Zählen von gelaufenen Metern alles erklären zu können. Womöglich sogar Korruption bei der FIFA? Das hat zum Glück noch niemand versucht.</p>
<p>Wir diskutieren also über freien Datenzugang und über Informationsfreiheitsgesetze.</p>
<p>Das Imperium wehrt sich noch, doch auch auf Dauer wird mehr Information verfügbar sein, sogar im traditionell rückschrittlichen Deutschland, wo beispielsweise der sportpolitische Komplex, wie ich es gern bezeichne, die Veröffentlichung von Daten verhindert, die der Steuerzahler zur Verfügung haben sollte.</p>
<p>Die Aufgabe an Journalismus lautet natürlich immer noch, Journalisten haben Informationen zu recherchieren, Missstände aufzudecken, nicht nur PR-Meldungen widerzukäuen. Mehr aber ist der Journalist als Kurator und Moderator gefordert.</p>
<p>Und da sind wir, im sportpolitischen Bereich, über den wir hier reden, noch in der Steinzeit. Schauen Sie sich doch die Angebote der Mediengiganten an – wo wird wirklich offen diskutiert, anhand von Dokumenten, wo werden Recherchewege offengelegt?</p>
<p>Dabei sind die Chancen doch so groß. Journalisten müssen nur teilen lernen, geben und teilhaben lassen – dann werden sie auch nehmen dürfen.</p>
<p>Der Internet-Philosoph Sascha Lobo, der Mann mit dem Irokesenschnitt, hat kürzlich nach dem Erfolg der Piratenpartei geschrieben, irgendwo da draußen ist immer jemand, der seine zweite Doktorarbeit zu diesem oder jenen Thema geschrieben hat. Ein Experte.</p>
<p>Das muss man nutzen.</p>
<p>So kompliziert sich der Journalismus und die Organisation des Journalismus auch gestalten. Im Prinzip gilt eines weiter:</p>
<p>Gewisse Grundtugenden sind gefragt.</p>
<p>Tugenden, Tätigkeiten, Aufgaben, wie immer sie es nennen wollen:</p>
<p>1. Haltung zeigen. Haltung bewahren. Widerstände überwinden.</p>
<p>2. Recherchieren.</p>
<p>3. Öffentlichkeit herstellen.</p>
<p>4. Mit Haltung, Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit Vertrauen aufbauen.</p>
<p>5. Moderieren und Kuratieren.</p>
<p>Subjektivität ist gefragt. Was beispielsweise im Feuilleton oder der Reportage seit jeher goutiert wird, muss auch im sportpolitischen Journalismus gelten. Das Dogma der Trennung von so genannter Information und Kommentar war immer verlogen.</p>
<p>Entscheidend ist, was man seinen Kunden mit an die Hand gibt – mir hat einmal ein Leser, oder nennen wir ihn Diskutant, in meinem Blog geschrieben: Ich kämpfe mich durch deine Texte, ich stimme nicht immer inhaltlich mit dir überein, aber weil du auf Originalquellen, andere Medien verlinkst und Dokumente bereitstellst, kann ich mich einlesen, wenn ich will, und überprüfen, wie du zu deinen Kommentaren und Schlussfolgerungen kommst.</p>
<p>Ich glaube, die Zeit der allwissenden Großkommentatoren ist vorbei. Der Rezipient, um doch noch mal den Begriff zu verwenden, weiß oft besser als Journalisten, wie man an Informationen kommt und diese überprüft.</p>
<p>In meinem Blog stellt beispielsweise ein gewisser <em>Ralf</em> stets die richtigen Fragen, bereichert die Diskussion mit ungezählten Links, findet Dokumente im Internet in Lichtgeschwindigkeit (woraus manche Medien Exklusivmeldungen basteln würden) – Ralf ist also eigentlich journalistisch tätig, finde ich. Aber er ist kein Journalist. Sondern Wissenschaftler.</p>
<p>Fragen stellen, die richtigen Fragen stellen, ist eine Kernaufgabe des Journalismus. (Nicht zu verwechseln mit Gefälligkeitsinterviews, harmlosen Gesprächen etwa zur Fußball-Bundesliga, die letztlich nichts anderes sind als Marketing.)</p>
<p>Fakt ist: sein Recht als „Informationsmanager“ muss sich der Journalist unter neuen Bedingungen neu erarbeiten.</p>
<p>Der Journalist als reiner Bote verliert an Bedeutung und ist in vielen Bereichen schon heute überflüssig.</p>
<p>Ich habe meine eigenen Nachrichtenagenturen zusammengestellt, über Feeds und Tweets, über Facebook-Empfehlungen. Ich hole mir die Informationen direkt von den Quellen, also auch vom potenziellen Gegner, ob er nun DOSB oder FIFA heißt, also auch direkt von PR-Schaffenden und Propagandisten, und von Menschen, denen ich vertraue, weil sie Fachkenntnis haben und offen kommunizieren.</p>
<p>Offen kommunizieren heißt u.a.: Quellen nennen. Geben – nicht nur nehmen. Diskutieren. Einstecken können. Fehler eingestehen und korrigieren.</p>
<p>Ich weiß, dass es noch immer viele Journalisten gibt, die darüber die Nase rümpfen.</p>
<p>Denen schmettere ich fröhlich entgegen: Freunde, lernt die neuen Kulturtechniken!</p>
<p>Wir reden nicht über Trends, wir reden über Umwälzungen.</p></blockquote>
<p>Aber das führt gewiss schon zu weit. Oder?</p>
<p><em>Ralf</em> hat übrigens auch heute eine wichtige Frage gestellt. Er schrieb mir:</p>
<blockquote><p>Was ist denn von solchen dapd-Zitaten zu halten? Alle löschen?</p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/27/renaissance-der-gansefusschen-ddr-doping-bock-ullrich-stasi-verbotenes-und-eine-opferdebatte/#comment-34880">http://www.jensweinreich.de/2009/07/27/renaissance-der-gansefusschen-ddr-doping-bock-ullrich-stasi-verbotenes-und-eine-opferdebatte/#comment-34880</a></p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/2011/02/22/burgerbegehren-gegen-olympia-2018-in-garmisch-partenkirchen/#comment-30141">http://www.jensweinreich.de/2011/02/22/burgerbegehren-gegen-olympia-2018-in-garmisch-partenkirchen/#comment-30141</a></p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/2011/01/10/ein-bayrisches-qualitatsprodukt/#comment-29733">http://www.jensweinreich.de/2011/01/10/ein-bayrisches-qualitatsprodukt/#comment-29733</a></p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/10/die-machtigsten-sportfursten-der-welt/#comment-32857">http://www.jensweinreich.de/2008/10/10/die-machtigsten-sportfursten-der-welt/#comment-32857</a></p>
<p>etc. pp.</p></blockquote>
<p>Nö. Mit meiner bescheidenen Erfahrung von heute fühle ich mich darin bestärkt, dass diese Art des Zitierens, die Ralf und andere da pflegen, völlig in Ordnung ist, wenn wir gemeinsam ein Thema öffentlich verhandeln.</p>
<p>Ich sage aber einmal mehr, dass ich mich sehr oft von Journalisten beklaut fühle. Denn natürlich bin ich einerseits so blöd, hier alles zu veröffentlichen, oft genug auch Zwischenergebnisse laufender Recherchen, und öfter als mir lieb ist, finde ich Formulierungen oder Textpassagen in anderen Medien wieder oder sehe meine Dokumente als vermeintlich exklusiv woanders verkauft oder beobachte ähnliche Ideen bei der Bearbeitung eines Themas. Das wäre alles total in Ordnung, wenn die Quelle/der Ideengeber (also www.jensweinreich.de) zitiert würde, gemäß <a title="Creative Commons" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/" target="_blank">jener Lizenz, die ich im Impressum des Blogs verlinkt habe</a> &#8211; das passiert aber in vielleicht einem von zehn Fällen. Maximal.</p>
<p>Abschließend, was ich heute früh vergessen hatte:</p>
<p>Ich wurde in den vergangenen Wochen, wenn ich mich recht erinnere, ohne die Unterlagen durchzugehen, von drei Verlagen, für die ich gelegentlich tätig bin, aufgefordert, meine eigenen Beiträge von meinem Blog zu nehmen oder Lizenzgebühren zu zahlen. Ich denke gar nicht daran. Ich leiste mir naiv-optimistische Ansichten und gehe immer davon aus, dass ich Produkte, die ich an Medienunternehmen verkaufe, hier im Blog (meist verbessert, ergänzt und wenigstens verlinkt) auch veröffentlichen und zur Diskussion stellen darf. Das habe ich den Herrschaften jeweils unaufgeregt mitgeteilt.</p>
<p>Bis jetzt ging das gut.</p>
<p>Heute ging das gut.</p>
<p>Und morgen?</p>
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		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 02:39:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ZÜRICH. Lange keine Post vom Anwalt mehr bekommen. Vergangenen Samstag lag nun die Überraschung im Briefkasten. Es will mal wieder jemand Geld haben. Die Abmahnmaschine Nachrichtenagentur dapd hat Advokaten (ksp. Rechtsanwälte, Hamburg) damit beauftragt, offenbar großflächig Geld einzutreiben in diesem Internet. Von mir verlangt man für ein Zitat aus dem Oktober 2008, das von AP Deutschland [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p>ZÜRICH. Lange keine Post vom Anwalt mehr bekommen. Vergangenen Samstag lag nun die Überraschung im Briefkasten. Es will mal wieder jemand Geld haben. Die <del>Abmahnmaschine</del> Nachrichtenagentur <a title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dapd_Nachrichtenagentur" target="_blank">dapd</a> hat Advokaten (<a title="ksp.de" href="http://www.ksp.de/de/geschaeftsfelder/rechteschutz-im-internet" target="_blank">ksp. Rechtsanwälte</a>, Hamburg) damit beauftragt, <a title="google search" href="http://www.google.de/search?num=100&amp;hl=de&amp;newwindow=1&amp;q=dapd+urheberrecht&amp;oq=dapd+urheberrecht&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=&amp;gs_sm=3&amp;gs_upl=1798761l1802409l0l1803016l17l16l0l0l0l0l233l1805l0.10.2l12l0&amp;gs_l=serp.3...1798761l1802409l0l1803016l17l16l0l0l0l0l233l1805l0j10j2l12l0" target="_blank">offenbar großflächig</a> Geld einzutreiben in diesem Internet.</p>
<p>Von mir verlangt man <a title="Die Barrieren des Jürgen Emig" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/02/haftstrafe-fur-jurgen-emig/" target="_blank">für ein Zitat</a> aus dem Oktober 2008, das von AP Deutschland stammt und das ich nun nach Eingang der Anwaltspost gelöscht habe, insgesamt <strong>463,07 Euro</strong>.</p>
<p>Mit Zinsen natürlich und Anwaltsgebühren &#8211; und auf Basis der <a title="DJV" href="http://www.djv.de/Verguetungsregeln.1174.0.html" target="_blank">Vergütungsregeln</a> des Deutschen Journalistenverbandes.</p>
<p>Das ist besonders frech und absurd, denn diese Vergütungsregeln hält kaum eines (oder eher: keines) jener Medienunternehmen ein, die derzeit wie irre aufs Urheberrecht/Leistungsschutzrecht pochen, und wohl auch nicht <a title="dapd" href="http://www.dapd.de/de/dapd/index.html" target="_blank">dapd</a>, denn da schrieb mal jemand von <a title="Meedia" href="http://meedia.de/print/77-euro-tagessatz-die-dapd-dumpingloehne/2011/02/25.html" target="_blank">&#8220;Dumpinglöhnen&#8221;</a>.</p>
<p>Aber wenn man Geld eintreiben will bei <a title="Meedia: dapd fahndet nach Text- und Fotodieben" href="http://meedia.de/background/meedia-blogs/daniel-bouhs/daniel-bouhs-post/article/dapd-fahndet-nach-text--und-fotodieben_100031998.html" target="_blank">Textdieben</a> wie mir, sind derlei theoretische Vergütungsregeln, die Journalisten ein vernünftiges Einkommen garantieren und sogar Zeit für Recherche finanzieren würden, natürlich eine Benchmark.</p>
<p>Wie immer in diesem Theater, das Original, Anwalts Schreiben:</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter">
<div id="attachment_11773" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-11773" title="dapd1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/03/dapd1A.png" alt="" width="530" height="689" /><p class="wp-caption-text">Anwaltsschreiben im Auftrag der dapd, Seite 1</p></div>
<div id="attachment_11774" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-11774" title="dapd2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/03/dapd2A.png" alt="" width="530" height="670" /><p class="wp-caption-text">Anwaltsschreiben im Auftrag der dapd, Seite 2</p></div>
<dl id="attachment_11754" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px;">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-full wp-image-11754" title="dapd3" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/03/dapd3A.png" alt="" width="530" height="670" /></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Anwaltsschreiben im Auftrag der dapd, Seite 3</dd>
</dl>
</div>
<p>Ich habe sofort dapd angeschrieben. Bislang ohne Reaktion.</p>
<p>Ich will jetzt unbedingt auch mehr verdienen. Ob es eine gute Idee ist, ksp. damit zu beauftragen, festzustellen, welche Medien/Journalisten Texte/Textpassagen/Dokumente/Ideen von diesem Blog, nun ja, stehlen? Oder sagen wir: sich ohne Nutzungsrecht und ohne Quellenangabe bedienen?</p>
<p>dapd werde ich nun besonders beobachten.</p>
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		<item>
		<title>“Der Mann, der zu viel zu berichten wusste”</title>
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		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/03/09/der-mann-der-zu-viel-zu-berichten-wusste/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 09 Mar 2012 16:45:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[1. fc union berlin]]></category>
		<category><![CDATA[berliner zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[dirk zingler]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[matthias wolf]]></category>
		<category><![CDATA[faz]]></category>
		<category><![CDATA[lesebefehl]]></category>
		<category><![CDATA[michael reinsch]]></category>
		<category><![CDATA[zensur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11734</guid>
		<description><![CDATA[Michael Reinsch schreibt auf der Medienseite der FAZ über ein brisantes Thema. Lesebefehl! &#8220;Der Mann, der zu viel zu berichten wusste&#8221; &#8230; &#8230; heißt Reinschs Text über Matthias Wolf und die Frage, warum die Berliner Zeitung den profilierten Journalisten von der Berichterstattung über den 1. FC Union Berlin abgezogen hat. Wenn wir so weit sind, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p>Michael Reinsch schreibt auf der Medienseite der FAZ über ein brisantes Thema. Lesebefehl!</p>
<ul>
<li><a title="faz.net" href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kritischer-journalismus-der-mann-der-zu-viel-zu-berichten-wusste-11676995.html" target="_blank">&#8220;Der Mann, der zu viel zu berichten wusste&#8221;</a> &#8230;</li>
</ul>
<p>&#8230; heißt Reinschs Text über Matthias Wolf und die Frage, warum die Berliner Zeitung den profilierten Journalisten von der Berichterstattung über den 1. FC Union Berlin abgezogen hat.</p>
<blockquote><p>Wenn wir so weit sind, dass es einem Fußballpräsidenten gelingt, einen Sportjournalisten wegzumobben &#8211; dann gute Nacht zu Ihrem Blatt. Ich habe mit Herrn Wolf zu meiner aktiven Zeit so manche Schlacht geschlagen &#8211; und wahrlich nicht immer zu meiner Begeisterung. Aber auf die Idee, mich darüber bei einem Chefredakteur zu beschweren, wäre ich niemals gekommen. Vielleicht liegt es daran, dass ich im Gegensatz zu Herrn Zingler schon in jungen Jahren demokratisches Verständnis lernen konnte.“</p>
<p><em>Heiner Bertram, ehemaliger Präsident des 1. FC Union Berlin, in einem Schreiben an Uwe Vorkötter, Chefredakteur der Berliner Zeitung</em></p></blockquote>
<p>Ich glaube, diese Geschichte wird noch einige Schlagzeilen machen.</p>
<p><em>Offenlegung:</em></p>
<ul>
<li><em>Ich bin mit Matthias Wolf befreundet. Ich schätze seine Arbeit ungemein.</em></li>
<li><em>Ich war lange Jahre Ressortleiter Sport der Berliner Zeitung.</em></li>
<li><em>Ich schreibe für die Berliner Zeitung und die mit ihr verbundenen Blätter Frankfurter Rundschau und Kölner Stadt-Anzeiger.</em></li>
</ul>
<p>Klassische Konflikte, von denen es im eng verzahnten Mediengeschäft zu viele gibt. Man sehe es mir nach, wenn ich mich ein bisschen mehr als sonst üblich zurückhalte. Zu viele Baustellen. Mit Feigheit hat das nichts zu tun.</p>
<p>weitere Lektüre:</p>
<ul>
<li>evangelisch.de: <a title="evangelisch.de" href="http://www.evangelisch.de/themen/blogs/altpapier/2012/03/09/gute-nacht-herr-vork%C3%B6tter" target="_blank">&#8220;Gute Nacht, Herr Vorkötter!&#8221;</a></li>
<li>Tagesspiegel: <a title="tagesspiegel.de" href="http://www.tagesspiegel.de/medien/zu-kritisch-eisern-bis-zuletzt/6310386.html" target="_blank">&#8220;Zu kritisch? Eisern bis zuletzt&#8221;</a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>Muss das denn sein? Die Hall of Fame der IAAF.</title>
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		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/03/08/muss-das-denn-sein-die-hall-of-fame-der-iaaf/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Mar 2012 15:54:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[doping]]></category>
		<category><![CDATA[hall of fame]]></category>
		<category><![CDATA[hall of shame]]></category>
		<category><![CDATA[iaaf]]></category>
		<category><![CDATA[lamine diack]]></category>
		<category><![CDATA[leichtathletik]]></category>
		<category><![CDATA[vergangenheitsbewältigung]]></category>
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		<description><![CDATA[Ach Gott, jetzt leistet sich der Kleinganove Lamine Diack in seiner IAAF auch noch eine Hall of Shame Fame. Muss das denn sein? Offenbar muss das so sein. Die Trottel wollen das so. Also dann, damit Herbert und Walter und einige andere nicht wieder falsch behaupten, hier würde nur über Ostdeutsche und die lächerlich-absurd-feige Hall [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p>Ach Gott, jetzt leistet sich der Kleinganove Lamine Diack in seiner IAAF auch noch eine <strong>Hall of <del>Shame</del> Fame</strong>. Muss das denn sein?</p>
<p>Offenbar muss das so sein. Die Trottel wollen das so.</p>
<p>Also dann, damit <em>Herbert</em> und <em>Walter</em> und einige andere nicht wieder falsch behaupten, hier würde nur über Ostdeutsche und die lächerlich-absurd-feige <a title="Hall of Fame des deutschen Sports" href="http://www.hall-of-fame-sport.de/" target="_blank">Hall of Fame der Sporthilfe</a> debattiert. Nö.</p>
<p>Diacks Truppe macht es sich sehr einfach. Sie stellt nur <a title="IAAF Hall of Fame - minimum criteria for membership" href="http://www.iaaf.org/mm/Document/06/38/23/63823_PDF_English.pdf" target="_blank">zwei Minimal-Anforderungen</a> für die Mitgliedschaft in der <a title="Hall of Fame der IAAF" href="http://www.iaaf.org/Mini/HOF/" target="_blank">Hall of Fame</a> auf.</p>
<p>Sauberen Sport betrieben zu haben, also sagen wir: ohne Doping, zählt nicht zu diesen Kritierien.</p>
<blockquote>
<ol>
<li>Athletes must have won at least two Olympic or World Championships gold medals AND at set least one World record,</li>
<li>Athletes must have been retired for at least 10 years at the time of election to the IAAF Hall of Fame.</li>
</ol>
</blockquote>
<p>Da sie Goldmedaillen gewonnen und Weltrekorde aufgestellt haben müssen, fällt das von mir erwähnte Kriterium aber schon fast aus. Vielleicht ging das kurz nach dem 2. Weltkrieg noch ohne, als die fliegende Hausfrau Fanny Blankers-Koen auftrumpfte. Aber danach?</p>
<p>Wollen wir mal laut über Carl Lewis oder Jacky Joyner-Kersee nachdenken?</p>
<p>Hier das erste Dutzend in der IAAF-Ruhmeshalle:</p>
<ol>
<li>Jesse Owens (USA)</li>
<li>Abebe Bikila (ETH)</li>
<li>Paavo Nurmi (FIN)</li>
<li>Carl Lewis (USA)</li>
<li>Emil Zátopek (TCH)</li>
<li>Al Oerter (USA)</li>
<li>Adhemar da Silva (BRA)</li>
<li>Ed Moses (USA)</li>
<li>Fanny Blankers-Koen (NED)</li>
<li>Betty Cuthbert (AUS)</li>
<li>Jackie Joyner-Kersee (USA)</li>
<li>Wang Junxia (CHN)</li>
</ol>
<p>Wang Junxia aus Mas Armee?</p>
<p>Mein Gott. Wie absurd.</p>
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		<item>
		<title>cheat of the day (II): Liebkosungen für Jérôme Valcke, Großmaul, Kanaille, Lügner</title>
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		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/03/07/cheat-of-the-day-ii-liebkosungen-fur-jerome-valcke-grosmaul-kanaille-lugner/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 07 Mar 2012 11:24:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[aldo rebelo]]></category>
		<category><![CDATA[brasilien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[cheat of the day]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[jerome valcke]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
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		<description><![CDATA[Marco Aurelio García ist der außenpolitische Berater von Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff. Er sagt über den FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke: Dieser Typ ist eine Kanaille. Die Präsidentin hat mehr zu tun, als sich mit den Äußerungen eines Großmauls zu beschäftigen.&#8221; FIFA-General Jérôme Valcke, ein notorischer Serienlügner, hat ungestraft schon so viel Blödsinn verzapft in seinem Berufsleben, da wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p>Marco Aurelio García ist der außenpolitische Berater von Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff. Er <a title="google news" href="http://news.google.de/news/more?hl=de&amp;gl=de&amp;q=dieser+typ+ist+eine+kanaille&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;ncl=ddg7vU_FzLWBFTMXLD-gUi8bkaEyM&amp;ei=6cxWT7G2McWdOtWB0cYI&amp;sa=X&amp;oi=news_result&amp;ct=more-results&amp;resnum=1&amp;ved=0CC8QqgIwAA" target="_blank">sagt</a> über den FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke:</p>
<blockquote><p>Dieser Typ ist eine Kanaille. Die Präsidentin hat mehr zu tun, als sich mit den Äußerungen eines Großmauls zu beschäftigen.&#8221;</p></blockquote>
<p>FIFA-General Jérôme Valcke, ein <a title="“How to make the whole f***-up look better for FIFA”?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/04/how-to-make-the-whole-f-up-look-better-for-fifa/">notorischer Serienlügner</a>, hat ungestraft schon so viel Blödsinn verzapft in seinem Berufsleben, da wird ihm diese neuerliche Entgleisung, für die sich sein Gönner Joseph Blatter flink bei den Brasilianern entschuldigen musste, doch wohl nicht schaden?</p>
<p>Brasiliens Sportminister Aldo Rebelo hat bereits mitgeteilt, die FIFA werde Valcke, den <a title="Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">Busenfreund des Großganoven Ricardo Teixeira</a>, nicht länger als Gesprächspartner akzeptieren.</p>
<p>Das ist auch gut so, ist Mann geneigt zu sagen. Aber das wird kaum das letzte Wort gewesen sein.</p>
<p>Jedenfalls, Valcke <a title="FIFA.com" href="http://de.fifa.com/worldcup/news/newsid=1594831/index.html" target="_blank">entschuldigte sich schriftlich</a>:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11707" title="Valcke-Brief an Sportminister Aldo Rebelo" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/03/rebelo_en.png" alt="" width="530" height="749" /></p>
<p>Okay. Aber was erzählt Valcke da eigentlich? Warum behauptet er, er habe in Französisch formuliert, den Brasilianern müsse man mal gehörig in den Arsch treten?</p>
<p>Reporter, die dabei waren am vergangenen Wochenende beim IFAB-Meeting in London, erinnern sich ganz anders. Denn Valcke sprache ziemlich klares Englisch. Missverständnisse ausgeschlossen.</p>
<p>Das machten die Kollegen gestern auf Twitter klar und bestätigten es mir auch persönlich:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11715" title="Valckes brasilianischer Arschtritt auf Twitter" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/03/valcke-twitter.C127.png" alt="" width="519" height="588" /></p>
<p>Die Frage, wem man da glauben darf, stellt sich nicht wirklich.</p>
<div class="topsy_widget_data topsy_theme_mustard" style="background:url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2012%252F03%252F07%252Fcheat-of-the-day-ii-liebkosungen-fur-jerome-valcke-grosmaul-kanaille-lugner%252F%22%2C%20%22style%22%3A%20%22%22%2C%20%22title%22%3A%20%22cheat%20of%20the%20day%20%28II%29%3A%20Liebkosungen%20f%C3%BCr%20J%C3%A9r%C3%B4me%20Valcke%2C%20Gro%C3%9Fmaul%2C%20Kanaille%2C%20L%C3%BCgner%22%20%7D);"></div>
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		<title>Pressehetze ignorieren! Originale lesen! Pflichtlektüre zum Sportausschuss</title>
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		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/03/06/pressehetze-ignorieren-originale-lesen-pflichtlekture-zum-sportausschuss/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 06 Mar 2012 13:21:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[brasilien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
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		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Medien mit linksgrüner Hysterie-Berichterstattung werden immer mehr zur 1. Gewalt im Staat.&#8221; Joachim Günther (FDP, MdB), bezahlt aus Steuermitteln Widmen wir uns mal wieder den öffentlichkeitsscheuen Demokratieverhinderern und Wahrheitsallergikern im Sportausschuss des Bundestages. Am Mittwoch ist erneut Sitzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ich kann nicht verstehen, warum manche Medien diesen intransparenten Schauspielern eine Berichterstattung gönnen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<blockquote><p>Die Medien mit linksgrüner Hysterie-Berichterstattung werden immer mehr zur 1. Gewalt im Staat.&#8221;</p>
<p><em><a title="Joachim Günther" href="http://www.joachimguenther.de/files/10755/medienhetze-ignorieren.pdf" target="_blank">Joachim Günther</a> (FDP, MdB), bezahlt aus Steuermitteln</em></p></blockquote>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/03/sa-chi-bra-cover.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-11675" title="Reisebericht Sportausschuss Chile Brasilien" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/03/sa-chi-bra-cover.png" alt="" width="530" height="533" /></a></p>
<p>Widmen wir uns mal wieder den <a title="Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus: Mdb wollen sich nicht beim iPad-Spielen beobachten lassen …" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/">öffentlichkeitsscheuen</a> <a title="Crowdsourcing: Wie erzieht man Polit-Hampel und Wahrheitsallergiker, die im Bundestag unter sich bleiben wollen?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/28/crowdsourcing-wie-erzieht-man-polit-hampel-und-wahrheitsallergiker-die-im-bundestag-unter-sich-bleiben-wollen/">Demokratieverhinderern</a> und Wahrheitsallergikern im <a title="Transparenz vs Polit-Propaganda" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/14/transparenz-vs-polit-propaganda/">Sportausschuss</a> des <a title="Was vom Tage übrig bleibt (65): BT-Grüßausschuss, PR-Ergüsse von Sepp Hosni Ben Ali Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/21/was-vom-tage-ubrig-bleibt-65-bt-grusausschuss-pr-ergusse-von-sepp-hosni-ben-ali-blatter/">Bundestages</a>. Am Mittwoch ist erneut Sitzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ich kann nicht verstehen, warum manche Medien diesen intransparenten Schauspielern eine Berichterstattung gönnen, als sei nichts gewesen. Da dürfen Polit-Hampel und Wahrheitsallergiker wie Klaus Riegert (CDU, Kapitän des FC Bundestag, <del>Schwäbischer Turnerbund</del>) und/oder Joachim Günther (FDP) vor und nach den Sitzungen ihre belanglosen, irrlichternden und dümmlichen Statements zu Protokoll geben. Diese Abart des Journalismus und diese Zitate aus der Parallelgesellschaft sind nur: überflüssig.</p>
<blockquote><p>Nachdem sich die Aufregung um meine Forderung nach einer objektiveren und faireren Presseberichterstattung gelegt hat, möchte ich mich bei all denen bedanken, die mir zu diesem Thema ihre Gedanken mitgeteilt haben. Viele haben ihr Unverständnis zum Ausdruck gebracht. Die meisten aber haben mir gedankt und Mut gemacht, nicht jeden Presseterror widerspruchslos hinzunehmen. Eine überwältigende Mehrheit hat mit sehr deutlichen Worten erklärt, dass auch ihr die linksgrüne HysterieBerichterstattung auf die Nerven geht.&#8221;</p>
<p><em><a title="Joachim Günther" href="http://www.joachimguenther.de/files/10755/ein-wort-in-eigener-sache.pdf" target="_blank">Joachim Günther</a> (FDP, MdB), bezahlt aus Steuermitteln</em></p></blockquote>
<p>Bleiben wir bei den, nun ja, Fakten. Wer lesen kann und lesen möchte, wird hier fündig, was allemal mehr bringt, als MdB beim iPad-Daddeln zuzuschauen oder ein paar Stunden vor verschlossenen Türen darauf zu warten, dass MdB pinkeln gehen, um einen &#8220;O-Ton&#8221; zu erhaschen.</p>
<p>Lesebefehle:</p>
<ul>
<li><strong>Bericht über die Delegationsreise des BT-Sportausschusses nach Chile und Brasilien</strong></li>
</ul>
<p>[There is a Scribd document embedded here. <a href="http://www.scribd.com/embeds/84105397/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-li0vbdqg6tm3vilet7v">You can view it on scribd.com</a>]</p>
<ul>
<li><strong>Protokoll der 39. Sitzung des Sportausschusses, in der Klaus Riegert, Kapitän des FC Bundestag, in abenteuerlich-verlogener Weise den Ausschluss der Öffentlichkeit durchsetzt</strong></li>
</ul>
<blockquote><p><strong>Abg. Riegert (CDU/CSU)</strong> führt aus, die Regierungskoalition habe sich in einer Halbzeitbilanz Gedanken darüber gemacht, was die Effektivität und die Arbeit des Sportausschusses anbelangt und man sei zum Ergebnis gekommen, dass die geübte Praxis, die im Übrigen außer dem Sportausschuss kein anderer Ausschuss des Deutschen Bundestages praktiziere, nämlich ständig Öffentlichkeit herzustellen, sich nicht bewährt habe. Weder sei der Ausschuss öfter in der Öffentlichkeit gewesen, noch sei positiv über den Sportausschuss diskutiert worden. Er dürfe nur die Überschrift des Deutschlandfunks in der Online-Version der vergangenen Woche vorlesen. Da heiße es, das mute schon sehr merkwürdig an, was Beobachter bei den Sportausschusssitzungen in Berlin immer wieder erlebten. Mal würde am PC gedaddelt, mal ein Nickerchen gehalten, diesmal würden Desinteresse und Disziplinlosigkeit der Abgeordneten an den lichten Reihen erkennbar. <strong>Das sei für ihn die Spitze des Eisberges gewesen, dass offensichtlich Leute, die aus seiner Sicht besonderes Wohlwollen gehabt hätten, tatsächlich bei den Sitzungen anwesend sein zu dürfen – auf anderen Homepages gebe es noch sehr viel krassere Beispiele – in dieser Weise kommentieren würden.</strong> Ein weiteres Beispiel wolle er noch anfügen. Als der Ausschuss kürzlich auf Anmerkung der Staatsanwaltschaft München, dass sie Aussagegenehmigungen nur für eine nichtöffentliche Sitzung erteilen könne, nicht öffentlich getagt habe, habe sich die Sportausschussvorsitzende rechtfertigen müssen, warum man Nichtöffentlichkeit herstelle.<span id="more-11674"></span></p>
<p>Die Koalition habe sich beraten und sei eindeutig zu dem Schluss gekommen, dass es unmöglich sein könne, dass wir uns wegen parallel tagender Ausschüsse oder Terminen von mehreren Kollegen beim Bundespräsidenten und anderem mehr zwischen 18.00 Uhr und 18.30 Uhr über die Präsenz rechtfertigen müssen. Das halte er für völlig unangemessen und unser eindeutiger Beschluss sei der, dass man für die Zukunft grundsätzlich die Nichtöffentlichkeit des Ausschusses, wie es in der Geschäftsordnung vorgesehen sei, beantragen und beibehalten wolle. Nur auf Antrag und nur bei bestimmten Themen solle die Öffentlichkeit hergestellt werden, so wie es in allen anderen Ausschüssen Brauch sei und er beantrage hiermit, am Ende dieser Debatte darüber abzustimmen.</p></blockquote>
<p>[There is a Scribd document embedded here. <a href="http://www.scribd.com/embeds/84108154/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-1347abrric13ke5eyl1d">You can view it on scribd.com</a>]</p>
<ul>
<li><strong>Protokoll der 40. Sitzung</strong></li>
</ul>
<p>[There is a Scribd document embedded here. <a href="http://www.scribd.com/embeds/84108211/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-ugwuhzx45yl7twwb4bl">You can view it on scribd.com</a>]</p>
<ul>
<li><strong>Protokoll der 41. Sitzung</strong></li>
</ul>
<p>[There is a Scribd document embedded here. <a href="http://www.scribd.com/embeds/84108291/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-29j3e3dykwt35a311ntm">You can view it on scribd.com</a>]</p>
<p>Und noch einmal der bestfrisierte MdB. Sein <a title="Joachim Günther" href="http://www.joachimguenther.de/files/10755/medienhetze-ignorieren.pdf" target="_blank">Schlusswort</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Pressehetze ignorieren? Ich bin so frei!</strong></p>
<p>Was ist geworden aus dem Dichter- und Denkerland Deutschland, dem Land des Fortschritts und der Entwicklung? Ein Land des Stillstands, des Pessimismus und der Panikmache. Das suggerieren uns zumindest die Medien. Wie der Ruf nach Politikern vom Format früherer Politgrößen immer lauter wird, sollte auch der Ruf nach Journalisten nicht ausbleiben, die ihren Beruf so verstehen und ausüben wie zum Beispiel Hanns Joachim Friedrichs. Schon Wächter, Beobachter, Berichterstatter, aber nie Nachrichtenmacher.</p>
<p>Nun kann man unmoralische und unfähige Journalisten nicht einfach zum Rücktritt auffordern. Wohl aber kann man Zeitungen abbestellen, Radio- und Fernsehsender nicht mehr einschalten. Ich bin sicher, dann würde sich einiges ändern im medialen Bereich. Das erfordert aber Einigkeit unter den Konsumenten und ein gewisses Maß an Werten. Aus meiner Sicht geht es um Humanität, Demokratie und Selbstachtung. Wir müssen wieder zurückfinden zu einem anständigen, fairen Umgang miteinander. Und wir sollten uns fragen, ob die Unzufriedenheit, die sich in unserem Land breit gemacht, die Neid und Pessimismus geboren hat, tatsächlich angebracht ist für eine Staat wie Deutschland, der wirtschaftlich und sozial eine Spitzenposition in der Welt einnimmt.</p>
<p>Stellen wir uns als Liberale an die Spitze einer Bewegung, die das Positive, das wir in unserer Gesellschaft haben, wieder mehr in den Vordergrund rückt!&#8221;</p>
<p><em><a title="Joachim Günther" href="http://www.joachimguenther.de/files/10755/medienhetze-ignorieren.pdf" target="_blank">Joachim Günther</a> (FDP, MdB), bezahlt aus Steuermitteln</em></p></blockquote>
<p><em>Aus dem Maschinenraum:</em></p>
<p><em>Die Einbindung der Dokumente scheint in Chrome nicht recht zu funktionieren, jedenfalls nicht bei mir, mag auch an meiner derzeit sehr langsamen Verbindung liegen, bin unterwegs. In Safari aber funktioniert es tadellos.</em></p>
<p><em>Ich hoffe, dass der Server nicht gleich wieder abstürzt, weil vier Dokumente eingebunden sind. Sollte eigentlich nicht passieren, denn vor einigen Monaten habe ich ja in eine leistungsstärkere Umgebung investiert. Sollte jemand Probleme haben, bitte melden.</em></p>
<p>Nachtrag, oh, ich habe die <a title="ZDF Mediathek, heute show" href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1583004/heute-show-vom-232012" target="_blank">&#8220;heute show&#8221;</a> des ZDF vergessen.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/06/pressehetze-ignorieren-originale-lesen-pflichtlekture-zum-sportausschuss/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
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		<title>Mr. 100 Prozent</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2012 20:17:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dfb]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[wolfgang niersbach]]></category>
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		<description><![CDATA[Wirklich nur ein Zwischenruf im Deutschlandfunk zum DFB und seinem neuen Präsidenten Wolfgang Niersbach, der es manchmal mit der Wahrheit nicht so genau nimmt: : Es gab also auf dem DFB-Konvent hundertprozentige Zustimmung für Wolfgang Niersbach. Bravo! Um derlei &#8220;Wahl&#8221;-Ergebnisse zu basteln, mussten einst Erich Honecker und Kim Il Sung gehörig kämpfen. Im Sport aber, dieser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Wirklich nur ein Zwischenruf im Deutschlandfunk zum DFB und seinem neuen Präsidenten Wolfgang Niersbach, <a title="Das Lügengebilde des DFB" href="http://www.jensweinreich.de/2008/11/15/das-lugengebilde-des-dfb/">der es manchmal mit der Wahrheit nicht so genau nimmt</a>:</em></p>
<p><a title="DLF vom 4. März 2012" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/03/04/dlf_20120304_1928_db604820.mp3">:</a></p>
<p>Es gab also auf dem DFB-Konvent hundertprozentige Zustimmung für Wolfgang Niersbach. Bravo! Um derlei &#8220;Wahl&#8221;-Ergebnisse zu basteln, mussten einst Erich Honecker und Kim Il Sung gehörig kämpfen. Im Sport aber, dieser unvergleichlichen Spezialdemokratie, sind derartige Resultate an der Tagesordnung. Und das ist, ganz grundsätzlich, alarmierend.</p>
<p>In der Parallelgesellschaft DFB wusste man nicht mal souverän mit der Schein-Kandidatur des Berliner Journalisten Andreas Rüttenauer umzugehen. Auch wenn Rüttenauers Offerte mäßig originell gewesen ist, so hat er doch erneut die fürchterlichen Demokratiedefizite des angeblich mitgliederstärksten Einzelsportverbands der Welt bloß gestellt. Nein, die Entwicklungen im DFB bis hin zur Krönung des neuen Präsidenten, haben absolut nichts mit &#8220;moderner Sportpolitik&#8221; oder moderner Unternehmensführung zu tun. Hier offenbart sich vielmehr ein Demokratieverständnis aus dem dem alten Jahrtausend. Mit einer Idee wie Liquid Democracy darf man den Fußballern nicht kommen.</p>
<p>Es ist keine neue Erkenntnis: Der herkömmliche olympische Verbandssport steht geistig und strukturell der Diktatur näher. Diese Verbände halten sich Dank ihrer ebenfalls im vergangenen Jahrtausend geprägten Monopolstellung über Wasser – und spielen Doppelpass mit Politikern jedweder Couleur. All das hilft, den Status Quo zu erhalten. Es gibt weder wirksame Kontrollmechanismen noch Gewaltenteilung. Der DFB beispielsweise, politisch traditionell auf CDU-Kurs, leistet sich sogar ein grünes Maskottchen: Claudia Roth, die sich akut lächerlich macht und ahnungslos in diesem Metier herum stümpert.</p>
<p>Der Deutsche Fußball-Bund wird nun also vom ehemaligen Journalisten Wolfgang Niersbach geführt. Und darin liegt eine gewisse Logik. Denn die Aushängeschilder des DFB sind Produkte der Unterhaltungsindustrie. In dieser Branche ist der Übergang vom Journalisten zum PR-Schaffenden und Verkäufer eines so genannten Premium Produktes fließend. Da schaut man nicht so genau hin. Da will man es gar nicht genau wissen. Da will man Fan sein und sich begeistern.</p>
<p>Viele der langjährigen Fußballberichterstatter sind mit Niersbach per Du. Das hat es in dieser Form in einem wichtigen Sportverband noch nicht gegeben. So finden sich in der Berichterstattung vor der Krönungsmesse in Frankfurt kaum wirklich kritische Töne. Da wird nur pflichtschuldig vermeldet, dass der Neue kein Wahlprogramm hat und sich vor seiner Inthronisierung auch nicht erklären mag. Ansonsten wird er als &#8220;gut vernetzt&#8221; und als &#8220;rheinische Frohnatur&#8221; landauf, landab gelobt. Es regiert fröhliche Kumpanei. Hintergründiges und Zwischentöne sind selten.</p>
<p>Nach der Machtergreifung verkommen viele Journalisten zu Stichwortgebern für den neuen DFB-Boss. Eine Flut von so genannten Interviews überschwemmt das Land an diesem Wochenende. Mit Journalismus hat das im Grunde nichts zu tun, denn da wird weder recherchiert noch wirklich nachgefragt – man lässt den ach so netten Wolfgang, den meisterlichen Opportunisten und Duzbruder, den knallharten Interessenvertreter des Fußballbusiness, einfach daher plappern. Man hat ihm in den vergangenen Wochen den Weg bereitet und steht seinem persönlichen Wohl aufgeschlossen gegenüber. Na klar, soll Niersbach auch als DFB-Präsident so gut wie als Generalsekretär verdienen. Das ist sich die Journaille einig.</p>
<p>Doch, darüber hinaus: Einigkeit in Denken und Handeln ist gewiss kein gutes Zeichen – sondern Grund zur Besorgnis.</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p><em>Es gibt mehr zu sagen. Ich hätte es in anderen Beiträgen besser, ausführlicher, prägnanter und besser belegter tun können. Wollte ich aber nicht. Es gibt derzeit andere Verpflichtungen. Vielleicht später mal.</em></p>
<div class="topsy_widget_data topsy_theme_mustard" style="background:url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2012%252F03%252F05%252Fmr-100-prozent%252F%22%2C%20%22shorturl%22%3A%20%22http%3A%2F%2Fbit.ly%2FwiU2Qi%22%2C%20%22style%22%3A%20%22%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Mr.%20100%20Prozent%22%20%7D);"></div>
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		<title>Rom 2020: Vernunft und Verantwortung</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 14:12:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zeit für frischen Wind an dieser Stelle. Tasten wir uns also langsam wieder heran, zunächst mit Zweitverwertungen zur Olympiabewerbung 2020. DLF vom 19. Februar 2012: Die italienische Hauptstadt Rom hatte sich vor zwei Jahren als erster Interessent für die Olympischen Sommerspiele 2020 gemeldet. Am vergangenen Mittwoch mussten nun beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Lausanne [...]]]></description>
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<p>Zeit für frischen Wind an dieser Stelle. Tasten wir uns also langsam wieder heran, zunächst mit Zweitverwertungen zur Olympiabewerbung 2020.</p>
<p><em><a title="Olympia 2020" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1681565/">DLF</a> vom 19. Februar 2012:</em></p>
<p>Die italienische Hauptstadt Rom hatte sich vor zwei Jahren als erster Interessent für die Olympischen Sommerspiele 2020 gemeldet. Am vergangenen Mittwoch mussten nun beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Lausanne die ersten umfangreichen Bewerbungsunterlagen eingereicht werden. Wenige Stunden vor dieser Deadline entschied das Kabinett des Ministerpräsidenten Mario Monti, keine Bürgschaften für diese Bewerbung zu erteilen. Monti will die Staatskasse sanieren, sein Land retten und keine neuen Risiken eingehen. Damit ist Rom aus dem Rennen – Madrid, Istanbul, Baku, Doha und Tokio bleiben dabei.</p>
<p>Sportpolitisch ist der <a title="Governo Italiano" href="http://www.governo.it/Notizie/Palazzo%20Chigi/dettaglio.asp?d=66637" target="_blank">Beschluss des Kabinetts Mario Monti</a> geradezu einmalig. In den vergangenen vier Jahrzehnten, seit <a title="Was vom Tage übrig bleibt (27)" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/26/was-vom-tage-ubrig-bleibt-27/">Denver einst aus finanziellen Gründen und nach einer Volksabstimmung die Winterspiele 1976 zurückgeben musste</a>, hat sich noch jede Regierung dem olympischen Gigantismus verschrieben.</p>
<p>Regierungschef Monti hatte sich kurz zuvor mit US-Präsident Barack Obama beraten. Dieser wird ihm bestätigt haben, wie waghalsig und unberechenbar so ein Olympia-Abenteuer ist. Erinnern wir uns: <a title="Olympia 2016, die Präsentationen: “Obama arrived”, “the world would be a better place”" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/02/olympia-2016-die-entscheidung-obama-arrived/">Obama</a> ist im Herbst 2009 auf der <a title="Olympia 2016: Rio gewinnt, Ohrfeige für Obama" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/02/olympia-2016-die-abstimmung-des-ioc/">IOC-Session in Kopenhagen</a> für seine Heimatstadt Chicago in die Bütt gegangen – und wurde mächtig abserviert. Chicago schied mit nur 18 Stimmchen im ersten Durchgang aus. Dabei muss man kein Fan der Amerikaner sein, muss Chicago nicht mögen, um festzustellen, dass Olympische Spiele – wenn überhaupt irgendwo auf diesem Planeten – dann doch in den USA im Grunde privat finanziert werden. Der Anteil an privaten Mitteln für Spiele in Amerika ist jedenfalls exorbitant höher als in anderen Regionen. Amerikanische Politiker feilschen auch stets etwas länger, bevor sie die vom IOC vorgelegten <a title="Bürgerbegehren gegen Olympia 2018 in Garmisch-Partenkirchen" href="http://www.jensweinreich.de/2011/02/22/burgerbegehren-gegen-olympia-2018-in-garmisch-partenkirchen/">Knebelverträge</a> unterschreiben.</p>
<div id="attachment_11654" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.2020roma.it/"><img class="size-full wp-image-11654" title="screenshot Roma 2020" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/02/rom2020.gif" alt="" width="500" height="313" /></a><p class="wp-caption-text">screenshot Roma 2020</p></div>
<p>Von neuneinhalb Milliarden Euro Kosten war in Rom die Rede. Dass diese Summen nichts mit der Realität gemein haben, gehört zu den olympischen Grundgesetzen – nicht nur in Italien. Am Ende dieses Abenteuers – gerade auch in Italien – wäre ein Vielfaches dieser neuneinhalb Milliarden verprasst worden. Und mit den Unterschriften auf den vom IOC geforderten Papieren hätte der italienische Staat komplett für die Finanzierung eingestanden.<span id="more-11651"></span></p>
<p>Das IOC steuert aus seinen Reichtümern – jährlich nimmt es derzeit rund 1,3 Milliarden ein – nur einen kleinen Teil zur <a title="Finanzierung Olympischer Spiele: “Wir sind ein privilegiertes Völkchen!”" href="http://www.jensweinreich.de/2009/05/07/finanzierung-olympischer-spiele-wir-sind-ein-privilegiertes-volkchen/">Olympiafinanzierung</a> bei. Im besten Fall rund die Hälfte des reinen Organisations-Etats für die Sportwettkämpfe, OCOG-Etat genannt. Dieser OCOG-Etat bewegt sich bei allem Spielen in Größenordnungen von etwa 1,5 bis 2 Milliarden Euro. Entscheidend sind aber zwei weitere Etats, ein offizieller, den das IOC ebenfalls abfordert: der so genannte Non-OCOG-Etat, in dem die Kosten für die Sportstätten verschlüsselt werden – er beträgt oft rund zehn Milliarden Euro. Und schließlich jene Etats, die gastgebende Städte und Nationen wirklich als Infrastrukturprogramme entwickeln. Das können, meist inoffiziell, schon mal 30 oder 50 Milliarden sein.</p>
<p>All das wird der Öffentlichkeit gern verschleiert und verheimlicht. Die offizielle Sprachregelung lautet stets: Olympia ist gut für uns! Olympia bringt Geld! Olympia löst unsere Probleme!</p>
<p>An derlei Wahrheitsbeugungen beteiligen sich stets auch so genannte Wissenschaftler und Wirtschaftsberatungsgesellschaften, die mit bezahlten Gutachten die Öffentlichkeit täuschen, selbst gut daran verdienen und den Olympia-Kreislauf in Gang halten.</p>
<p>Mahnende Stimmen gibt es kaum. Es ist nun gewissermaßen ein historisches Verdienst des Wirtschaftswissenschaftlers Mario Monti, die Spirale des Wahnsinns punktuell zu stoppen.</p>
<p>Wenigstens einer hat es gewagt – und erstaunlicher Weise ist das Verständnis in der italienischen Bevölkerung groß. Das Greinen des sportpolitischen Komplexes darf man getrost vernachlässigen, zumal sich darunter viele führende Funktionäre befinden, denen das Handwerk gelegt werden müsste, weil sie in zahlreiche Skandale verstrickt sind oder waren. Etwa das IOC-Mitglied Mario Pescante, Berlusconi-Vertrauter, Abgeordneter von Berlusconis Gnaden und ehemaliger Berlusconi-Staatssekretär.</p>
<p>Unter Silvio Berlusconi wäre das natürlich nicht passiert. Der hätte auch Olympia zur milliardenschweren Bunga-Bunga-Sause umfunktioniert und das im alten Rom geprägte Prinzip von Brot und Spielen gepflegt. Roms Bürgermeister Gianni Alemanno hätte ebenfalls alles riskiert, auch weil er 2013 wieder gewählt werden will.</p>
<p>Die Italien-Korrespondentin Birgit Schönau erinnert in der Süddeutschen Zeitung noch einmal an die von schweren Verlusten, Korruptionsfällen und juristischen Auseinandersetzungen überschatteten vergangenen Großereignisse in Italien: etwa die Fußball-WM 1990, die Olympischen Winterspiele 2006 in Turin oder die Schwimm-WM 2009 in Rom – allein bei dieser WM waren die Kosten für drei Schwimmbecken mit 24 Millionen Euro veranschlagt und kosteten die Steuerzahler 90 Millionen, um nur die wichtigsten Ärgernisse zu nennen.</p>
<p>Monti bricht mit dieser Tradition – und zwar rigoros.</p>
<p>Monti hat ja nicht nur wichtige Sätze über &#8220;Verantwortung&#8221; und &#8220;Vernunft&#8221; gesagt. Er soll den italienischen Sportfunktionären auch erklärt haben, dass er es nicht verstehe, warum eine Regierung für derlei Sportveranstaltungen bürgen müsse. Das IOC verlangt vier Dutzend Garantien in unermesslicher Höhe. Allein die Sicherheitskosten, die nie in einem Olympia-Budget auftauchen, bewegen sich bei Sommerspielen, einer inklusive erster Vorwettkämpfe und Eröffnungsfeier 18 Tage währenden Veranstaltung, bei rund einer Milliarde Euro.</p>
<p>Das sind Fakten, die vom sportpolitischen Komplex gern verschwiegen werden. Das war bei der vor einem halben Jahr gescheiterten Münchner Olympiabewerbung nicht anders. Da hatte der <a title="Bundestag zu München 2018: “demokratiewidriger Striptease”?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/30/bundestag-zu-munchen-2018-demokratiewidriger-striptease/">deutsche Bundestag pauschal den Bewerbungskosten zugestimmt</a>, ohne auch nur einen ehrlichen, nachprüfbaren Ansatz auf dem Tisch zu haben. Und da hat später natürlich auch die Bundesregierung die <a title="Vertraulich: alle Bürgschaften und Garantien, die deutsche Volksvertreter dem IOC für München 2018 geben" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/05/vertraulich-alle-burgschaften-und-garantien-die-deutsche-volksvertreter-dem-ioc-fur-munchen-2018-geben/">Knebelpapiere des IOC</a>, diese unerhörten Garantieforderungen und Bürgschaften, unterschrieben.</p>
<p>Insofern war der Valentinstag 2012 ein guter Tag für den Realismus im Sportbusiness.</p>
<p>Das hat selbst IOC-Marketingchef Gerhard Heiberg anerkennen müssen, der von Reuters mit den Worten zitiert wurde, Monti habe &#8220;weise&#8221; gehandelt.</p>
<p>Dagegen behauptete der deutsche IOC-Vizepräsident Thomas Bach gemäß Reuters, Italien habe eine <a title="SI.com" href="http://sportsillustrated.cnn.com/2012/olympics/02/15/2020-Olympics-bid/index.html" target="_blank">Chance auf wirtschaftliches Wachstum verpasst</a>.</p>
<p>Dies ist der übliche olympische Singsang, der auch schon vor Jahren in Athen angestimmt wurde – dabei haben die Sommerspiele 2004 in Athen mit geschätzten 30 Milliarden reellen Kosten beträchtlichen Anteil am drohenden griechischen Staatsbankrott.</p>
<p>Monti soll seinen Ministern gesagt haben, er wolle nicht, dass Rom ein zweites Athen werde.</p>
<p>IOC-Präsident Jacques Rogge hat unlängst noch den Anteil der Olympiakosten an Griechenlands Misere klein gerechnet. Dabei schönt er seine eigene Arbeit beziehungsweise sein eigenes Versagen. Denn die Vorbereitungen auf die Athen-Spiele fielen schon in seine präsidiale Amtszeit – und in jene Jahre, in denen er der Welt immer wieder versprochen hatte, es sei sein vordringliches Ziel, Olympia bescheidener und bezahlbarer zu machen.</p>
<p>Er ist kolossal gescheitert und nun zu feige, dieses Scheitern einzugestehen. Denn Olympia hat sich in seiner Amtszeit anders entwickelt. Der Gigantismus dominiert, ohne dass es je energische, nachhaltige Eingriffe von Rogge gegeben hätte.</p>
<p>Athen 2004, Peking 2008, Sotschi 2014, Rio 2016, Pyeongchang 2018 – dort wurden und werden Dutzende Milliarden verbrannt. In Athen und Peking sind aus Prestigebauten längst Investruinen geworden, die niemand braucht. In Sotschi verdienen vor allem die Putin-nahen Oligarchen. Die finanziell gesündesten Spiele gab es unter Rogge zweifellos in Vancouver 2010. Turin 2006 hielt sich, gemessen an Wahnsinns-Projekten in Sotschi oder Peking, einigermaßen im Rahmen. Und selbst die kommenden Sommerspiele in London weisen eine grundsätzlich ungesunde Finanzierung auf und basieren auf einer Mega-Lüge, weil schon bei der Vergabe durch das IOC im Juli 2005 feststand, dass das Budget nie gehalten werden kann, sondern ein Mehrfaches des in den Bewerbungsunterlagen behaupteten betragen würde. Doch ein entsprechendes Gutachten wurde im Sportministerium unterdrückt.</p>
<p>So läuft das mit Olympia. Insofern darf die Welt Mario Monti dankbar sein.</p>
<p>Er ist allerdings ein einsamer Rufer in der Wüste. Er wird dafür keinen Olympischen Orden bekommen. Denn schaut man sich die verbliebenen fünf Bewerber für die Sommerspiele 2020 an, so geht es weiter mit Lügen und höchst ungesunden Milliardenversprechen.</p>
<p>Madrid? Wie Spanien fast pleite?</p>
<p>Istanbul? Ist sexy und protzt mit enormen Wirtschaftswachstum, doch viele Experten trauen der Botschaft nicht.</p>
<p>Baku? Ein Witz.</p>
<p>Tokio? Bietet vielleicht die reellste Bewerbung auf.</p>
<p>Bleibt noch Doha, Hauptstadt des Emirats Katar. Für den Herrscherclan der Al-Thanis gelten keine ökonomischen Gesetze. Die Al-Thanis kaufen alles Dank ungeheurer Gas- und auch stattlicher Ölreserven.</p>
<ul>
<li><a title="IOC Pressemeldung" href="http://www.olympic.org/host-city-election?articlenewsgroup=-1&amp;articleid=153973" target="_blank">2020 Cities submit Application Files to IOC</a></li>
<li><a title="IOC interaktive Grafik Olympiabewerbungen" href="http://www.olympic.org/host-city-election" target="_blank">IOC-Grafik: Choice of the host city</a></li>
<li><a title="IOC Dokument 2020" href="http://www.olympic.org/Documents/Host_city_elections/2020_CAP.pdf" target="_blank">2020 CANDIDATURE ACCEPTANCE PROCEDURE <em>(pdf)</em></a></li>
</ul>
<p><em>Berliner Zeitung vom 16. Februar 2012:</em></p>
<p>„Wir müssen jetzt vernünftig sein“, hat Italiens Ministerpräsident Mario Monti am Valentinstag gesagt. Angesichts der existenziellen finanziellen Probleme seines Landes sei eine Bewerbung Roms für die Olympischen Sommerspiele 2020 „unverantwortlich“. Montis Kabinett gibt dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nicht die in den Knebelverträgen geforderten, milliardenschweren Finanzgarantien. Rom stellt seine Olympiabewerbung ein.</p>
<p>Da waren es nur noch fünf Bewerber um die Spiele 2020: Ein quasi außerirdischer Kandidat, Katar, wo Gas und Öl aus der Steinwüste sprudeln und den Reichtum des herrschenden Al-Thani-Clans täglich mehren. Zwei akzeptable Kandidaten mit imposanter Story: Istanbul und Tokio. Zwei bizarre Anwärter: Baku und Madrid. Bakus Bewerbung ist ein Witz. Und die Spanier laborieren an ähnlich fundamentalen Problemen wie die Italiener – machen aber trotzdem weiter.</p>
<p><a title="Finanzierung Olympischer Spiele: “Wir sind ein privilegiertes Völkchen!”" href="http://www.jensweinreich.de/2009/05/07/finanzierung-olympischer-spiele-wir-sind-ein-privilegiertes-volkchen/">„Wir sind ein privilegiertes Völkchen“</a>, hat Juan Antonio Samaranch Junior einmal über das IOC gesagt, dem er selbst angehört. Samaranch Junior war stets treibende Kraft hinter der Olympiabewerbung von Madrid, ob nun für 2012, 2016 oder für 2020. Dazu sollte man vielleicht wissen, welchen Beruf Samaranch ausübt: Investmentbanker.</p>
<p>Professore Monti dagegen ist Wirtschaftswissenschaftler. Er ist im November angetreten, um Italien zu retten. Er legte im Dezember sein Sparpaket vor. Er begründete die Absage des Olympia-Abenteuers nun mit den Vokabeln „Vernunft“ und „Verantwortung“. Jeder Italiener, jeder Europäer, der des Denkens fähig und der olympischen Propaganda noch nicht erlegen ist, sollte diese Argumente verstehen. Doch „Vernunft“ und „Verantwortung“ sind Fremdwörter in der olympischen Welt, zumal in diesem irrwitzigen, verlogenen Bewerbungs-Business, wo es um die frechsten Versprechen, die peinlichsten Offerten und die absurdesten Milliardenpläne geht.</p>
<p>In Rom wurde vor zwei Jahrtausenden das Prinzip „panem et circenses“ (Brot und Zirkusspiele) erfunden. Roms Abschied von den Olympiaplänen ist ein Symbol. Ein selten gutes Zeichen. Vernünftig und verantwortlich eben. Vergleichbar allenfalls mit der Volksabstimmung vor genau 40 Jahren im US-Bundesstaat Colorado, als mündige Bürger entschieden, keine öffentlichen Mittel mehr in ein hochriskantes Olympiaprojekt zu stecken. Denver gab damals die Olympischen Winterspiele 1976 zurück, um das Schlimmste zu verhindern. Derlei Zeichen von Vernunft gab es in der olympischen Geschichte nur selten.</p>
<p>Mario Monti sollte einen olympischer Orden erhalten. Sein Beispiel muss Schule machen. Wird es aber nicht. Und einen IOC-Orden bekommt Monti dafür keinesfalls. Denn im Milliardenkonzern IOC werden die Spiele doch eher als Allheilmittel für Probleme jeder Art verkauft. Der Gigantismus regiert, ob nun in Peking (Sommer 2008), Sotschi (Winter 2014) oder Rio (Sommer 2016). Im IOC tut man sich bis heute schwer damit, den Zusammenhang zwischen den Olympischen Spielen 2004 in Athen und dem drohenden griechischen Staatsbankrott anzuerkennen.</p>
<p>Denn die Branche handelt mit Illusionen, nicht mit Wahrheiten.</p>
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		<title>Grit Hartmann: Fragen zum “Morbus Pechstein”</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 12:39:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Hommage an Grit Hartmann: Ihre hartnäckigen Recherchen und Texte haben die Diskussion über den Fall Pechstein und die Unkultur im deutschen Sport (am Beispiel Thüringen) neu befruchtet. Sie hat sich auch in beeindruckender Weise gegen die die juristischen Attacken der Olympiasiegerin gewehrt. In der Hektik dieser Tage geht nun leider etwas unter, wer der [...]]]></description>
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<p>Eine Hommage an <strong>Grit Hartmann</strong>:</p>
<p>Ihre hartnäckigen Recherchen und Texte haben die Diskussion über den Fall Pechstein und die Unkultur im deutschen Sport (am Beispiel Thüringen) neu befruchtet. Sie hat sich auch in beeindruckender Weise gegen die die juristischen Attacken der Olympiasiegerin gewehrt.</p>
<p>In der Hektik dieser Tage geht nun leider etwas unter, wer der Urheber dieser neuen Entwicklungen war. Manches, was derzeit von aufgeregten Reportern als exklusiv verkündet wird, hat sie längst schon ruhig und bestimmt vermeldet. Man muss nur lesen wollen. (Andere Journalisten zitieren seit Wochen aus ihren Beiträgen, ohne Quellen zu nennen. Manche tun beides. Aber so ist das Geschäft.)</p>
<p>Ich weiß, dass noch einiges kommen wird. Und ich freue mich drauf.</p>
<p>Zunächst ihre jüngste Recherche, dann die älteren Texte ab April vergangenen Jahres:</p>
<blockquote><p><strong>Neue Fragen zum &#8220;Morbus Pechstein&#8221;</strong></p>
<p>Als Claudia Pechstein nach ihrer Dopingsperre aufs Eis zurückkehrte, rechnete einer ihrer eifrigsten Fürsprecher noch einmal ab mit den „Antidoping-Jägern“. Der Siegener Krankenhausarzt Winfried Gassmann schimpfte über die „Ungerechtigkeit“, die Pechstein durch den Weltsportgerichtshof CAS und ihre Kritiker widerfahren sei. „Ich bin froh, wenn ich mit dieser Szene nichts mehr zu tun habe.“</p>
<p>Das war vor einem Jahr. Längst hat es sich Gassmann, der wie andere Experten aus der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) beim Schweizer Bundesgericht ein Gutachten für Pechstein vorlegte, anders überlegt. Vor kurzem flatterte dem Bundestags-Sportausschuss wieder mal ein Brief von ihm auf den Tisch. Die aktuellen, nach wie vor schwankenden Blutwerte bei Pechstein, belehrte Gassmann die Abgeordneten, hätten „bewiesen, dass die zentrale Aussage des Richterspruchs biologisch falsch ist“. Der CAS erklärte bekanntlich die Ausschläge bei den jungen roten Blutkörperchen, den Retikulozyten, mit Doping – die Hämatologen mit einer vererbten Anomalie.</p>
<p>Spannend dürfte nun werden, was die professoralen Parteigänger der Kufenläuferin zu Erfurt vortragen, zu Pechsteins Blutbestrahlung mit ultraviolettem Licht. „Für die Wissenschaft waren die Hämatologen-Auftritte blamabel“, sagt schon jetzt der Nürnberger Pharmakologe Fritz Sörgel, einer der Wenigen, der an der Anomalie-These zweifelte. Die DGHO sei wohl „der Prominenz Pechsteins und ihrem PR-Tross“ erlegen – statt „objektiv zu arbeiten und intensiv zu recherchieren“.</p>
<p>Sörgel wagt sich nicht nur eingedenk der Hinterlassenschaft der DDR-Doktoren so weit vor: Schon die setzten die Blutpraxis in mehrwöchigen Kuren zu Dopingzwecken ein. Österreichs Skandaltrainer Walter Mayer schätzte sie ebenfalls – 2002 in Salt Lake City flogen seine Athleten damit auf. Bei den Winterspielen in Turin stießen Carabinieri im Teamquartier dann auch auf UV-Lampen.</p>
<p>Zum Mysterium der UV-Lampen hat Sörgel einige der raren Arbeiten ausgegraben.</p>
<ul>
<li><strong>1964 etwa legte ein Ärzteteam der Universität Göttingen Patienten mit diversen Hautkrankheiten unters UV-Licht. Resultat: Die Retikulozyten-Zahl fällt erst, zwischen dem 13. und 15. Tag aber kommt es zur „überschießenden Regeneration“, zu einem Plus von 36 Prozent. Hämatokrit und Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff und wichtigste Sauerstofftransporter, bleiben unverändert.</strong></li>
<li><strong>1976 experimentierten polnische Forscher an Ratten und Hasen. Die UV-Bestrahlung „steigerte die Blutbildung im Knochenmark“. Weil eine stärkere Dosis abgefeuert wurde, stiegen die Reti-Werte um mehr als 200 Prozent, aber auch der Hämatokrit.</strong></li>
<li><strong>Die dritte Arbeit schließlich, publiziert 1986 von der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften, hält ebenfalls Interessantes fest: UV-Licht schädigt die Membranen der roten Blutkörperchen.</strong></li>
</ul>
<p>Anomalie der Membranen, verrückt spielende Retis – auf den ersten Blick verblüffende Parallelen zu Pechsteins Blutbild.</p>
<p>Allerdings: UV-Lampen wirken anders als Eigenblutmanipulation, wie der Arzt und Epo-Forscher Stefan Franz ergänzt: „Bei UV-Bestrahlung des Körpers kommt es durch eine Aktivierung verschiedener Mechanismen offensichtlich zur Freisetzung von Hormonen. Die wiederum aktivieren das Knochenmark.“</p>
<p>Bei der in Erfurt angewandten Prozedur hält Franz dies – auch er ein profunder Kritiker der DGHO-Gutachter – für unwahrscheinlich: „Obwohl Ausschließen in der Wissenschaft immer schwierig ist.“ Die Veränderung der Membranen sei „im Kontext jedoch ein interessanter Aspekt“.</p>
<p>Und wie wirkt direkte Blutbestrahlung?</p>
<p>Dazu kursieren viele von der Schulmedizin skeptisch beäugte Thesen. Einer ihrer bekannteren Vertreter ist Gerhard Frick. Er führt eine Naturheilkunde-Praxis und sitzt im Vorstand einer „Internationalen Ärztlichen Arbeitsgemeinschaft“, die der UV-Blutmethode Wunder zuschreibt. Heilkräfte soll sie bei Magen-Darm-Leiden, bei Lungen-, Nieren- und Herzkrankheiten entfalten sowie generell bei Altersbeschwerden. Zu DDR-Zeiten war Frick, damals Leiter der Transfusionsmedizin an der Universität Greifswald, noch bescheidener. In einem Artikel für die „Zeitschrift für Ärztliche Fortbildung“ sah er 1986 vor allem eine medizinische Indikation, nämlich das Kurieren arterieller Verschlusserkrankungen.</p>
<p>Das wichtigste Plus der UV-Strahlen: „Steigerung der Fließbarkeit und somit erhöhte Mikrozirkulation des Blutes“. Sogar der Physiker Manfred von Ardenne, einer der Entwickler von Stalins Atombombe und in der DDR hoch geehrter Erfinder, interessierte sich dafür. Ardenne fand angeblich „verbesserte Sauerstoffausnutzung im Gewebe“. Davon würden auch Athleten profitieren. DDR-Kliniken zögerten jedoch mit Einführung der UVB. Frick: „Weil die Wirkungen molekularbiologisch noch nicht ganz aufgeklärt sind.“</p>
<p>Kann die UV-Blutpraxis eine Erklärung für Werte wie die von Claudia Pechstein liefern? Das ist nun eine von vielen Fragen. Zumal:</p>
<p><strong>Die DGHO-Gemeinde um Gassmann lavierte in der Causa schon hart an der Grenze der Glaubwürdigkeit.</strong></p>
<p>Anfang 2010 attestierte sie zunächst eine Kugelzellanomalie, eine Sphärozytose. Die „neue Methode“, mit der diese angeblich sicher detektiert war, erwies sich indes als ungeeignet für Pechsteins Werte – das stellte sich Ende 2010 heraus, als sie publiziert wurde. Der Münchner Professor Stefan Eber entdeckte dann eine andere Anomalie, eine Xerozytose.</p>
<p>Schließlich einigte man sich auf eine Art Morbus Pechstein, eine „bisher unbekannte Mischform“ beider Zytosen.</p>
<p><strong>Nach dem Gen, auf dem beide gemeinsam lokalisiert sein sollen, wird noch gefahndet.</strong></p>
<p><em>(Erstveröffentlichung 1m 1. Februar 2012 in der Berliner Zeitung und in der Frankfurter Rundschau)</em></p></blockquote>
<p>Die Vorgeschichte:</p>
<p><span id="more-11632"></span>16. April 2011:</p>
<blockquote><p><strong>Dopingermittlungen gegen Erfurter Mediziner</strong></p>
<p>In Thüringen geht die Staatsanwaltschaft einem Dopingverdacht nach. Das Ermittlungsverfahren richtet sich gegen einen Mediziner, der dem Olympiastützpunkt eng verbunden ist und auch Eisschnellläufer betreut.</p>
<p>Es war ein durchaus auffälliger Vorgang, der sich letzen Montag in Erfurt ereignete: Im Olympiastützpunkt am Steigerwald, nur wenige Gehminuten vom Thüringer Landtag entfernt, marschierte ein halbes Dutzend Herren ein. Beobachtern der Szenerie entging nicht, dass es sich um eine Ermittlertruppe der Staatsanwaltschaft handelte. Durchsucht wurde ebenfalls, und auch das sprach sich schnell herum, eine Arztpraxis. Ihr Inhaber gilt im Erfurter Spitzensport als Koryphäe. Der Mediziner ist dem Olympiastützpunkt vertraglich verbunden; er betreut Kaderathleten aus Radsport, Leichtathletik und Eisschnelllauf.</p>
<p>Die Aktion warf eine spannende Frage auf: Geht die Staatsanwaltschaft dem Verdacht nach, dass in Erfurt Spitzensportler gedopt wurden? Auf Deutschlandfunk-Anfrage bestätigt OSP-Leiter Bernd Neudert &#8220;Durchsuchungen in einem Teil der Räume&#8221;. Auch habe sich der anwesende Staatsanwalt für &#8220;kooperative Zusammenarbeit und Unterstützung&#8221; bedankt. Mehr will Neudert vorerst nicht sagen; fügt aber hinzu, er werde gern Auskunft geben, &#8220;sobald das Verfahren einer rechtsstaatlichen Klärung zugeführt&#8221; sei.</p>
<p>Weniger zurückhaltend ist die Staatsanwaltschaft. Sprecher Hannes Grünseisen teilt mit, ermittelt werde gegen &#8220;einen Mediziner aus Erfurt&#8221;, und zwar wegen &#8220;unerlaubter Anwendung von Arzneimitteln zu Dopingzwecken bei Anderen&#8221;. Er bestätigt auch eine Durchsuchungsaktion, nennt aber nicht die Objekte. Die Staatsanwaltschaft habe Beweismittel sichergestellt.</p>
<p>Der nach Deutschlandfunk-Informationen betroffene Mediziner, Facharzt für Allgemein- und Sportmedizin, ließ eine detaillierte Anfrage unbeantwortet. Für ihn gilt, selbstverständlich, die Unschuldsvermutung. Im Angebotskatalog seiner Praxis findet sich das Übliche für Spitzensportler: Laktatmessungen oder Leistungsdiagnostik. In einer Rubrik namens &#8220;individuelle Gesundheitsleistungen&#8221; gibt es indes eine Offerte, deren Anwendung jedenfalls bei Athleten verboten wäre, nämlich: &#8220;UV-Bestrahlungen des Blutes&#8221;.</p>
<p>Dafür wird Patienten Blut entnommen, in der Regel eine kleine Menge, mit ultraviolettem Licht bestrahlt und dann zurück injiziert. Die Eigenblut-Therapie muss mehrfach wiederholt werden, soll sie eine Wirkung haben. Ob sie überhaupt eine hat, ist wissenschaftlich so umstritten, dass Kritiker von Scharlatanerie sprechen. Angeblich soll UV-Bestrahlung des Blutes aber gegen allerlei Beschwerden helfen: Infektionen, Stoffwechselstörungen, gegen das Altern und sogar gegen Krebs. Und sie soll &#8211; das macht die vermeintliche Wundermethode für Spitzensportler interessant &#8211; die Sauerstoffaufnahmefähigkeit des Gewebes erhöhen. Nachgewiesen ist indes auch das nicht. Berthold Mertes, Sprecher der Nationalen Antidoping-Agentur Nada, sagt dennoch:</p>
<p>&#8220;Die Nada und genauso die Antidopinglabore und die AG der Nada haben die intravenöse Rückfuhr von Eigenblut stets unter die verbotene Methode &#8216;Erhöhung des Sauerstofftransfers&#8217; gefasst, und insofern würde es sich um einen Verstoß gegen die Antidoping-Bestimmungen gehandelt haben.&#8221;</p>
<p>Allerdings: Der Wada-Code ließ lange einen interpretationsfähigen Spielraum. Ärzte konnten Athletenblut reinfundieren, allerdings nicht mehr als 50 Milliliter und nur bei klarer medizinischer Indikation. Erst seit Anfang des Jahres sind jegliche Entnahme, Manipulation und Reinfusion von Vollblut explizit untersagt. Sollten sich also Athleten in Erfurt einer solchen Behandlung unterzogen haben, und auch die Frage danach ließ der Mediziner unbeantwortet, wäre das ein sportrechtlich komplizierter Fall.</p>
<p>Die Erfurter Staatsanwaltschaft gibt noch eine interessante Information preis: Das Ermittlungsverfahren gegen den Sportarzt habe eine andere Staatsanwaltschaft von Amts wegen eingeleitet und Ende 2010 nach Thüringen abgegeben. Die deutschlandweit laufenden Verfahren zu Doping im Spitzensport sind überschaubar, auch in den Sportarten, die dieser Mediziner betreut. Im Radsport sind einige abgeschlossen, in der Leichtathletik ist keins bekannt. Geht es also um Eisschnelllauf? Die Erfurter Ermittler geben keine Auskunft. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft München sagt immerhin so viel: Ja, man habe &#8220;ein Verfahren nach Erfurt&#8221; abgegeben. Eines aus den Ermittlungen gegen Unbekannt &#8220;im Fall Claudia Pechstein&#8221;.</p>
<p><em>(Erstveröffentlichung im Deutschlandfunk)</em></p></blockquote>
<p>11. Januar 2012:</p>
<blockquote><p><strong>Neuer Blutdoping-Verdacht im deutschen Eisschnelllauf</strong></p>
<p>Der Deutschlandfunk hatte im April letzten Jahres exklusiv berichtet: In Erfurt durchsuchte die Staatsanwaltschaft den Olympiastützpunkt und die Praxis eines Mediziners. Sie ging und geht der Frage nach, ob der Arzt Spitzenathleten unter anderem im Eisschnelllauf gedopt hat. Nun weitet sich die Affäre aus.</p>
<p>Noch versucht der Sport, die mutmaßliche Blutdoping-Causa in Erfurt klein zu halten, denn die könnte sich zu einer Lawine entwickeln. Den ersten Stein haben die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen einen langjährigen Vertragsarzt des Olympiastützpunktes schon ins Rollen gebracht: Nach Deutschlandfunk-Informationen wurde ein Disziplinarverfahren gegen eine Eisschnellläuferin eingeleitet, die ihr Blut bei dem Mediziner behandeln ließ. Die Nationale Antidoping-Agentur bestätigt das: Es handele sich um ein laufendes Verfahren, so die knappe Antwort.</p>
<p>Gegen den Arzt ermitteln die Thüringer Staatsanwälte seit Monaten. Er steht im Verdacht, Spitzensportler gedopt zu haben, und zwar nicht nur aus Erfurt. Im Frühjahr beschlagnahmten die Fahnder Unterlagen in seiner Praxis und im Olympiastützpunkt, für den der Arzt Eisschnellläufer, Radsportler und Leichtathleten betreute. Behördensprecher Hannes Grünseisen sagte dem Deutschlandfunk, die Ermittlungen dauerten an. Wie lange noch, sei offen.</p>
<p>Das deutet auf einen komplexen Fall. Der Arzt soll eine fragwürdige Dienstleistung an Athleten praktiziert haben: UV-Bestrahlung des Blutes. Dafür wird Blut entnommen, bestrahlt und an den Sportler zurückgeführt. Angeblich verbessert das den Sauerstofftransport im Gewebe. Erst seit Anfang 2011 untersagt der Welt-Anti-Doping-Code explizit jegliche Entnahme, Manipulation und Reinfusion von Sportlerblut. Vorher war das in kleinen Mengen erlaubt, aber nur bei klarer medizinischer Indikation. Die dürfte kaum vorliegen bei einer Methode, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist.</p>
<p>Dem Dopingverfahren gegen die Eisschnellläuferin könnten weitere folgen. Denn der Mediziner hat wohl nicht nur ihr Blut bestrahlt. Für den Bund Deutscher Radfahrer sagt Generalsekretär Martin Wolf, die NADA prüfe bereits, ob es bei Radsportlern Verstöße gegen die Antidoping-Bestimmungen gab. Auch das Bundesinnenministerium bestätigt den Verdacht auf &#8211; Zitat &#8211; &#8220;rechtswidrige Behandlung&#8221; von Athleten &#8220;aus nicht nur einer Sportart&#8221;. Der Olympiastützpunkt habe den Mediziner suspendiert. Die Causa wirft viele unangenehme Fragen für den Spitzensport auf, auch diese: Wer wusste von den Behandlungen &#8211; Trainer, Funktionäre? Dem Deutschlandfunk liegen Hinweise vor, dass sie schon vor den Winterspielen 2006 in Turin praktiziert wurden.</p>
<p>Brisant ist ein weiterer Umstand:</p>
<p>Die Staatsanwaltschaft München stieß bei ihren Ermittlungen gegen Unbekannt im Fall Claudia Pechstein auf den Mediziner aus Erfurt. Kurz bevor sie ihre Bemühungen einstellte, gab sie das Verfahren gegen den Arzt nach Thüringen ab.</p>
<p>Im April, als der Deutschlandfunk erstmals über Erfurt berichtete und nachfragte, wollte Pechstein nicht sagen, ob sie bei diesem Arzt war. Sie habe niemals gedopt oder &#8220;zu unerlaubten Methoden gegriffen&#8221;. Bei der Eisschnellläuferin, gegen die nun ein Dopingverfahren läuft, handelt es sich nicht um Pechstein.</p>
<p><em>(Erstveröffentlichung im Deutschlandfunk)</em></p></blockquote>
<p>15. Januar 2012:</p>
<blockquote><p><strong>Brisante Akten in Erfurt</strong></p>
<p><em>Blutdoping-Fall bringt Nationale Antidoping-Agentur in Bedrängnis</em></p>
<p>Im deutschen Sport entfaltet sich ein neuer Dopingskandal &#8211; die Dimensionen sind bisher nur im Ansatz zu erahnen. Auslöser ist ein laufendes Ermittlungsverfahren der Erfurter Staatsanwaltschaft gegen einen Mediziner. Der Doktor war Vertragsarzt am Olympiastützpunkt Thüringen und soll Blutdoping bei Topathleten praktiziert haben.</p>
<p>Die Nationale Antidoping-Agentur NADA hält sich erkennbar bedeckt. Nur wenig gibt sie preis zur Frage, wie sie sportrechtlich umgeht mit der Strafsache gegen den langjährigen Arzt am Olympiastützpunkt Erfurt. Der erste Satz: Die NADA sei &#8220;frühzeitig über das grundsätzliche Vorgehen der Staatsanwaltschaft informiert&#8221; gewesen und habe zudem &#8220;eigene Ermittlungen angestellt&#8221;. Der zweite: Ein Disziplinar-, sprich: Dopingverfahren laufe bereits. Dritter und letzter Satz: &#8220;In anderen Fällen prüfen wir dies.&#8221;</p>
<p>Dass die NADA sonderlich energisch prüft, darf bezweifelt werden. Denn die Agentur ist nicht bloß &#8220;über das grundsätzliche Vorgehen&#8221; der Thüringer Ermittler informiert. Hannes Grünseisen, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt, sagt, sie habe sogar &#8220;vollumfänglich Akteneinsicht&#8221; in das Verfahren gegen den Mediziner. Und was in den Akten steckt, das ist nach Deutschlandfunk-Informationen mindestens in einem zweiten Fall ein glasklarer Dopingverstoß. Er ist so unmissverständlich, dass sich die Frage aufdrängt: Was genau prüft die NADA eigentlich? Doch der Reihe nach:</p>
<p>Das Verfahren gegen den Arzt wurde von der Doping-Schwerpunktstaatsanwaltschaft München I eingeleitet und Ende 2010 nach Erfurt abgegeben. Sie stieß bei den Ermittlungen gegen Unbekannt im Fall Claudia Pechstein auf die Umtriebe des Mediziners.</p>
<p>Die Münchner stellten ihr Verfahren im letzten Sommer ein. Da ermittelten die Erfurter Kollegen längst mit Hochdruck gegen den Arzt, der für den Olympiastützpunkt Eisschnellläufer, Radsportler und Leichtathleten betreute. Öffentlich wurde das, als die Fahnder im April 2011 mit einem Durchsuchungsbefehl in der Praxis des Arztes und im Olympiastützpunkt am Steigerwald einmarschierten. Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz, lautet der Vorwurf. Der Doktor soll an Topathleten eine Methode praktiziert haben, die nach dem Kodex der Welt-Antidoping-Agentur als Doping gilt: UV-Bestrahlung des Blutes. Dafür wird Blut entnommen, bestrahlt und wieder injiziert. Angeblich verbessert dies den Sauerstofftransport.</p>
<p>Nach Deutschlandfunk-Informationen wurden in der Arztpraxis verräterische Computerdateien beschlagnahmt. Sie dokumentieren zum Beispiel, dass ein Topathlet schon im Jahr 2005 den Blut-Service in Anspruch nahm.</p>
<p><strong>Auch ein aufgezeichnetes Telefonat, noch von den Münchnern zu den Akten gegeben, entlarvt angeblich diesen Sportler: In dem empfiehlt er die Spezialität des Erfurter Doktors einem anderen Athleten. Der äußert Bedenken, fragt, ob das nicht Doping sei. Antwort des Tippgebers: UV-Bestrahlung sei doch nicht nachweisbar. Eindeutiger kann ein Höchstleister kaum formulieren, dass er dopt und sich dessen bewusst ist.</strong></p>
<p>Staatsanwalt Grünseisen, nach diesen Akteninhalten befragt, sagt nur, das könne seine Behörde &#8220;nicht kommentieren&#8221;. Zugleich weist er darauf hin, dass Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz nach fünf Jahren verjähren. Das heißt: Ein solcher Fall wäre für die Ermittlungen gegen den Arzt uninteressant. Der Athlet würde auch nicht als Zeuge befragt &#8211; im Gegensatz zu anderen, die ab 2006 Kunden des Mediziners waren. Grünseisen sagt, bisher seien zehn Sportler gehört worden: Eisschnellläufer, Radsportler, Leichtathleten.</p>
<p>Die NADA müsste sich für all das brennend interessieren: Sie hat von den drei betroffenen Spitzenverbänden das so genannte Ergebnismanagement übernommen, entscheidet also allein über Doping-Sanktionen. Auch der handfeste Altfall aus 2005 ist sportrechtlich nicht verjährt &#8211; Dopingverstöße sind acht Jahre lang zu ahnden. Fragen zu diesem Fall konnte die NADA bisher nicht beantworten. Ihr Sprecher Berthold Mertes sicherte zu, es werde geprüft, ob Auskunft möglich sei.</p>
<p>Dem ersten Verfahren gegen eine Eisschnellläuferin vom ESC Erfurt müssten also weitere folgen. Noch ist offen, bei wie vielen Athleten und seit wann der Mediziner die Eigenblut-Behandlung praktiziert hat. Im Herbst 2001 zum Beispiel begleitete der Arzt die Eisschnellläufer in ein Höhentrainingslager zur Vorbereitung auf die Winterspiele in Salt Lake City. Auch damals bot seine Praxis schon Blutbestrahlung an. Noch bekannter als dieser Doktor, zu dem Athleten nicht nur aus Erfurt pilgerten, ist übrigens sein einstiger Praxispartner. Bei dem handelt es sich um einen Kollegen mit ausgewiesener Doping-Expertise, um Horst Tausch. Der Medizinalrat war bis 1989 Verbandsarzt der DDR-Schwimmerinnen. Als ihr Doper bekam er 1999 zehn Monate Bewährungsstrafe.</p>
<p><em>(Erstveröffentlichung im Deutschlandfunk)</em></p></blockquote>
<p>21. Januar 2012:</p>
<blockquote><p><strong>Erfurter Dummenfang</strong></p>
<p><em>UV-Bestrahlung des Blutes wird seit langem als Dopingmethode eingesetzt</em></p>
<p>Was der Erfurter Sportmediziner Andreas Franke in dieser Woche zu den strafrechtlichen Doping-Ermittlungen gegen ihn zu sagen hatte, klang launig: Er sei „nicht darauf gekommen“, dass die UV-Bestrahlung des Blutes bei Athleten „irgendwann einmal als dopingrelevant eingestuft werden könnte“. So therapiere er Infekte, seit 20 Jahren. Der Nürnberger Pharmakologe und Dopingkenner Fritz Sörgel lacht darüber: „Das wäre Quacksalberei“, sagt der Professor über die Methode, für die keine Krankenkasse zahlt. „Wenn der Arzt tatsächlich die Kleinstmenge von 50 Milliliter Blut nimmt und angibt, das wirke bei Infekten, ist das Dummenfang.“</p>
<p>Bernd Neudert, der Leiter des Olympiastützpunktes Thüringen, für den Franke jahrelang Eisschnellläufer, Radsportler und Leichtathleten betreute, sprang dem Doktor trotzdem bei: „Ich glaube, dass er nichts wissentlich falsch gemacht hat.“ Und die Nationale Antidoping Agentur untersucht erst noch, ob Sportler, die ihr Blut manipulieren ließen, „mit Vorsatz“ handelten. Sie leitete bisher nur ein Verfahren ein – nachdem eine Erfurter Eisschnellläuferin sich selbst angezeigt hatte.</p>
<p>Warum der Sport ein vitales Interesse daran hat, die Affäre klein zu halten, liegt auf der Hand: Schon DDR-Sportmediziner praktizierten die UV-Methode systematisch und zu Dopingzwecken. Im März 1983 etwa berichtete Manfred Höppner, der Drahtzieher des ostdeutschen Staatsdopings, in Schwerin, Kreischa und bei der Sportvereinigung Dynamo „wurden in den vergangenen zwei Jahren Untersuchungen zur Ultraviolett-Bestrahlung des Blutes durchgeführt und teilweise an Aktiven erprobt“. Die Experimente mündeten in die Anordnung, „die Untersuchungen nunmehr offiziell fortzusetzen“. Höppner alias IM „Technik“ informierte die Staatssicherheit auch über den Beifall der Genossen Funktionäre: Ihnen gelte die Blutpraxis als „Wunderwaffe für die Spiele“ in Sarajevo 1984. Höppner hielt das für voreilig, merkte aber an, „in der Humanmedizin“ diene sie „zur prophylaktischen Behandlung von Infekten“ und „zur Sauerstoffanreicherung“.</p>
<p>Wunderwaffe oder nicht – die DDR, die ihre Medaillenjagd in jenen Jahren durch verfeinerte Anabolika-Nachweise bedroht sah, setzte sie ein. So zitiert der Thüringer Wintersport-Kenner Thomas Purschke in seinem Buch „Staatsplan Sieg“ (2004) die Information eines Suhler MfS-Offiziers an die Berliner Zentrale: Nach „Instruktion“ von Sportärzten seien ab 1. Mai 1983 an „ausgewählten Olympiakandidaten Eigenblut-Transfusionen in folgendem Rhythmus vorgenommen &#8230;“ worden. Langläufern und Biathleten zapfte man in Kuren bis zu einem halben Liter Blut ab und führte es nach UV-Bestrahlung zurück. Athleten bestätigten, dass sie der „Therapie“ bis zum Ende der DDR ausgesetzt waren.</p>
<p>Die Methode überlebte die DDR. Auch Walter Mayer, Skandalnudel des österreichischen Skiverbandes (ÖSV), fiel damit auf. Als nach den Spielen in Salt Lake City 2002 eine Putzfrau im Teamquartier blutverschmierte Utensilien fand, argumentierte er so bizarr wie nun der Erfurter Franke: UV-Bestrahlung sei „kein Blutdoping“, sondern Infekt-Vorsorge. Was freilich die nach den Antidoping-Regeln nötige medizinische Indikation für Blutbehandlungen verfehlte. „Verblödung in Frankensteins Küche“, spottete Österreichs Presse. Das Internationale Olympische Komitee sperrte Mayer nach diesem Geständnis und disqualifizierte zwei Langläufer nachträglich.</p>
<p>Die Frage, ob sich die Österreicher eines Exportschlagers aus der DDR bedienten, ist erlaubt. Im ÖSV heuerten viele ostdeutsche Experten an, auch zwei aus Thüringen: der dopingbelastete Biathlon-Cheftrainer Kurt Hinze und sein Oberhofer Kollege Klaus Siebert, inzwischen Trainer in Weißrussland.</p>
<p>Die Tradition also passt wenig zu den aktuellen Unschuldsbeteuerungen in der Causa Erfurt. Eher zeigt sich darin jene reflexhafte Abwehr des Systems, die noch jeden größeren Dopingskandal begleitet hat. Zumal: Franke teilte seine Praxis mit einem DDR-Fachdoper, der 1999 einen Strafbefehl bekam – mit Schwimm-Verbandsarzt Horst Tausch.</p>
<p><em>(Erstveröffentlichung in der Frankfurter Rundschau und der Berliner Zeitung)</em></p></blockquote>
<p>Aus Zeitgründen kann ich nicht verlinken &#8211; hier unten folgen aber die automatischen Links zu etlichen Beiträgen in der Causa.</p>
<p>Die letzten Entwicklungen wurden in diesem Blogbeitrag diskutiert (und dort finden sich natürlich etliche Links, gesetzt und gesammelt von Ralf, zu anderen journalistischen Beiträgen):</p>
<ul>
<li><a title="Fall Pechstein: Urteil des Bundesgerichts zum Revisionsantrag im Wortlaut" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/10/fall-pechstein-urteil-des-bundesgerichts-zum-revisionsantrag-im-wortlaut">Fall Pechstein: Urteil des Bundesgerichts zum Revisionsantrag im Wortlaut</a></li>
</ul>
<p>Frau Merk hatte es <a title="Das Original: “Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport”" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/26/das-original-gesetz-zur-bekampfung-des-dopings-und-der-korruption-im-sport/#comment-34107">zumindest mal versucht</a>:</p>
<ul>
<li><a title="Bayerns Justizministerin Beate Merk fordert klare Regeln für fairen Sport" href="http://www.justiz.bayern.de/ministerium/presse/archiv/2012/detail/20.php">Fälle von Eigenblutdoping/Bayerns Justizministerin Beate Merk fordert klare Regeln für fairen Sport</a></li>
</ul>
<p>Für Freunde des schrägen Geschmacks:</p>
<ul>
<li>Claudia Pechstein: <a title="www.claudiapechstein.de" href="http://claudiapechstein.de/News/news.php?news_ID=45">&#8220;Werde auf die neuerliche Schlammschlacht mit einer Strafanzeige reagieren&#8221;</a></li>
</ul>
<p><strong>Und noch der Hinweis: Ich werde die Kommentare strikt moderieren und lasse mich auf wenig Diskussionen darüber ein, wie ich moderiere und ggf. lösche. Die Gründe sind tausendmal beschrieben.</strong></p>
<p>Nachtrag zu Kommentar #6 von <em>denkbär</em>:</p>
<ul>
<li>Übersicht zu den <a title="via cycling4fans.de" href="http://www.cycling4fans.de/fileadmin/user_upload/vermischtes/doping/2012/M1-M2-Vgl-2004-2012_verbotene_Methoden.pdf" target="_blank">Veränderungen im WADA-Code von 2004 bis 2012</a> (pdf/via cycling4fans.de)</li>
</ul>
<div class="topsy_widget_data topsy_theme_mustard" style="background:url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2012%252F02%252F01%252Fgrit-hartmann-fragen-zum-morbus-pechstein%252F%22%2C%20%22shorturl%22%3A%20%22http%3A%2F%2Fbit.ly%2Fy057Cl%22%2C%20%22style%22%3A%20%22%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Grit%20Hartmann%3A%20Fragen%20zum%20%5C%22Morbus%20Pechstein%5C%22%22%20%7D);"></div>
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		<item>
		<title>Jérôme Champagne: “Which FIFA for the twenty-first century?”</title>
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		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/01/16/jerome-champagne-which-fifa-for-the-twenty-first-century/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 10:38:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ok, some observers are thinking this man is a potential FIFA president. Some may think, the following words can be read as a presidential manifesto. The name of the author? Jérôme Champagne. I have always seen him as one of the top five competent officials in the whole Olympic World. But, he has two major [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p>Ok, some observers are thinking this man is a potential FIFA president. Some may think, the following words can be read as a presidential manifesto.</p>
<p>The name of the author?</p>
<p><a title="Beiträge zu Jerome Champagne" href="http://www.jensweinreich.de/category/jerome-champagne/">Jérôme Champagne</a>.</p>
<div id="attachment_6052" class="wp-caption aligncenter" style="width: 502px"><img class=" wp-image-6052 " title="Jérôme Champagne" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/jerome.jpg" alt="" width="492" height="277" /><p class="wp-caption-text">Once upon a time, in FIFA uniform: Robben Island, December 2009</p></div>
<p>I have always seen him as one of the top five competent officials in the whole Olympic World. But, he has two major problems: Champagne is not a member of FIFA&#8217;s gerontocracy. And he is too good. He became too influential and dangerous for all powerholders in FIFA: the President, the General Secretary, some Executives. That&#8217;s why he was fired two years ago.</p>
<p>After almost two years of silence (but years of influential work on different fields) he strikes back.</p>
<p>Read his programme, which he has sent out last weekend to all 208 National Federations. It may differ from another, a journalistic manifesto :) &#8211; <a title="The real road map: investigate corruption in FIFA, what should be happening?" href="http://www.jensweinreich.de/2012/01/06/the-real-road-map-investigate-corruption-in-fifa-what-should-be-happening/">The Real Road Map: investigate corruption in FIFA, what should be happening?</a> &#8211; but it comes from inside. And it is, in general, astonishing.</p>
<p>Here it is, in length.</p>
<p><strong>By Jérôme Champagne</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>WHICH FIFA FOR THE TWENTY-FIRST CENTURY?</strong></span></p>
<p>Two years ago, exactly today, I had to leave FIFA having served there during eleven years with passion, dedication, for the football associations composing it and for football which is FIFA’s raison d’être.</p>
<p>The circumstances of my departure (see here attached FIFA press release dated 15th January 2010) have no other value than anecdotal and now form part of my past.</p>
<p>In these past two years and in spite of many requests, I remained silent and have not expressed myself on FIFA, its current affairs and its situation. I limited my public comments to my football consulting activities and to what I have been privileged to implement for Palestinian football alongside local FA President, Mr. Jibril Rajoub. In 2010, I spoke on several opportunities on the meaning for Africa and the rest of the world of the first FIFA World Cup organized in Black Africa, a project I have always considered as central towards the vision of a fairer and less racist world. Similarly, I defended in some French media the reform on bi-national players and the purpose of the changes in 2003 and 2009 of the FIFA regulations on that particular topic of bi-national players unfairly blocked in their international career.</p>
<p>But on more general topics such as FIFA’s, I always refused since I wanted to give me the time to absorb what happened in my 11 years of intense daily involvement in world football, to give me the time and the distance from the daily activities and controversies of the game in order to reflect on the future.</p>
<p>For the past months, FIFA engaged itself in a reorganizing effort made necessary by the troubled times that it is facing.</p>
<p>In this context blossomed in my mind the idea of contributing to this debate. I do it with humility and modesty without any other ambition than to stimulate it, but with the experience of my FIFA years and of all the projects I was so proud to contribute to. I do it affirming that no one has THE truth.</p>
<p>However, I do it with resolve because I love the game of football too much to remain indifferent to its fate. Because I do believe that today FIFA is needed to protect and develop this sport. And because I feel more than ever that football should play its transformative role to serve a fractured, unequal and globalized world with the vision of true world governance.</p>
<p>Moreover, the world is my passion, having lived on four of its continents, visited more than 140 countries and merged fourteen years of diplomatic career with my years spent in football (seven in the magazine France Football, one in the Local Organizing Committee of the World Cup France 98 and eleven in FIFA).</p>
<p>This contribution is structured around the triptych symptoms, diagnostic, solutions. In my opinion, one should start from the analysis of the problems faced by football today in order to be able to define its central issues and only then propose possible cures.</p>
<p>Rather than a top-down approach, it is necessary to start from football and to be aware of these central issues to define what needs to be achieved and to determine what FIFA could become in the twenty-first century. FIFA being at the service of football, the analysis of football and of its challenges will define what FIFA should be and will be. And not the other around!</p>
<p>1) <strong><span style="text-decoration: underline;">THE SYMPTOMS: A SEVERE CRISIS TO BE ANALYZED WITH THE PERSPECTIVE OF FOOTBALL HISTORY  <span id="more-11559"></span></span></strong></p>
<p><strong>1.1)</strong> <strong><span style="text-decoration: underline;">The lights are red in a lot of sectors.</span></strong></p>
<p>A lot has been said on these problems with the media detailing them page after in the written media and during hours of TV shows and programs.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">The list of plagues affecting the game is quite long</span>:</p>
<p>. Match fixing by external persons with the cooperation of football actors (administrators, players, referees),</p>
<p>. Massive indebtedness of clubs in Western Europe (cumulatively 2.5 billion Euros in Italy, 3.5 in England and 4 in Spain) and in the rest of the world (South America notably),</p>
<p>. On all the continents, difficult economic situation for a lot of football associations and clubs, which fight often endlessly to preserve their national teams, local championships and clubs’ teams,</p>
<p>. Permanent temptation of doping contained by the fear of the controls,</p>
<p>. Permeability of football on and around the field, to the evils and plagues of our societies, violence, racism and discrimination, cheating</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">A decline of the uncertainty of the sport results accelerating in the past 15 years</span> due to an increase of the economic and football-related income gap between the continents in spite of progress, between the countries within the same continent and of course between the clubs participating to the same competitions at national and continental levels</p>
<p>-        From this trend <span style="text-decoration: underline;">emerged the feeling</span> that because of the huge increase of money available in football <span style="text-decoration: underline;">the historical methods of success in football</span> (training, mid-term work, local roots, efforts, etc.) <span style="text-decoration: underline;">have been jeopardized</span> (to sign players rather than giving an opportunity to youth; to naturalize players to strengthen the national team, to “buy” the promotion to a higher division as done by Granada 74 in Spain in 2007; to launch the idea like in England in October 2011 that relegation should be abolished, etc.) <span style="text-decoration: underline;">touching the very core of sport meritocracy, weakening the long-term vision for faster short-term success.</span></p>
<p>-        These evolutions are strengthened by <span style="text-decoration: underline;">a trend towards elitism of a minority</span>, clubs and players, an idealized elitism by media selling dreams and neglecting the reality and the grave difficulties for other players and clubs on the one hand, and of an increasingly reduced oligarchy of “winners” on the other.</p>
<p>-        Moreover, <span style="text-decoration: underline;">a decline of amateur football</span> is observed in our societies: more and more kids becoming sedentary and attracted by video games, disappearance of playgrounds in cities due to urbanization and traffic occupying the streets, increased disheartening of volunteers in amateur football often disgusted by the image provided by some “stars” and their own financial problems, decrease of registered players (in 2010 for the French FA, fourth successive year with a 6% decrease for players and -15% for volunteers jeopardizing the social fabrics of 18,000 amateur clubs, in UK -10% of sport practice in 2011 for 16-19 year old).</p>
<p>-        This is nurtured by <span style="text-decoration: underline;">a loss of trust around football</span> towards its institutions and their administrators suspected and accused of mismanagement and/or corruption; towards some of the players belonging to this tiny immensely-paid minority who concentrate both the adoration of the public and the resentment for their lifestyles and the amount of money at stake.</p>
<p>-        This perception is reinforced by the widespread feeling that <span style="text-decoration: underline;">football institutions are powerless to rein in the globalization, the deregulation, a lawyerly evolution of football towards an “industry” like any other one</span>, in a world context of a decline of solidarity mechanisms and loyalty, a strengthening of individualism and the growing absence of references and guidelines.</p>
<p>In brief, in the past twenty years, football has not been immune, insulated, and so different from the rest of the universal systemic trends of our world, notably the “triumph of greed” as defined by Economics Nobel Prize American recipient Joseph Stiglitz.</p>
<p>Football is facing a severe crisis, a crisis due both to its environment and to its own mistakes as much as to its own success and achievements since football generates passions and represents such a political and economic platform for recuperation and instrumentalization.</p>
<p>1.2) Nevertheless, <strong><span style="text-decoration: underline;">the situation is not completely dark</span></strong>:</p>
<p>However, this crisis should be analyzed in light of football in its entirety but also from the perspective of its own history.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">Football has already experienced similar crisis in the past</span> and in various domains:</p>
<p>. Limitless politization of football at times of military and communist dictatorships manipulating and instrumentalizing football,</p>
<p>. Serious controversies around the introduction and developments of professional football primarily on salary (maximum wages rule in England in 1908) and statutory issues (French strike in 1972),</p>
<p>. Match-fixing linked to betting (in 1906 British law banning gambling, suspension of Gibson Poole, Middlesbrough Chairman in 1911 for having tried to bribe Sunderland players, “totonero” in Italy in 1980, Marseille-Valenciennes match fixed in 1993 in France, involvement of Finnish club Alianssi Vantaa and Belgian clubs La Louviere, Lierse, Saint Trond and AEC Mons in 2005),</p>
<p>. Secession of professional football leagues (in Colombia with the Dimayor league in 1946/49),</p>
<p>. Club bankruptcy and/or clubs in administration (14 English clubs in administration between 2001 and 2003, Fiorentina in 2002, SC Napoli and Leeds United in 2004, Portsmouth FC, Servette Geneva, FC Haarlem, RC Strasbourg, Real Saragosse, various lower division clubs),</p>
<p>. Controversies on player transfers or amendments to the Laws of the Game,</p>
<p>. Violence and hooliganism.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">Football is still expanding around the world</span> (most practiced sport in the USA, development in India, improvement of the Chinese professional league, more kids playing football than rugby in New Zealand).</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">New countries appear on the map of football success</span> (Niger and Botswana in Africa, Venezuela in South America, Guyana and Antigua &amp; Barbuda in the Caribbean, Jordan and Uzbekistan in Asia, Estonia and Iceland in Europe, etc.).</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">The number of matches for amateur football still remains really high</span> (80’000, 40’000 and 30’000 per week in Germany, France and Spain respectively).</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">Football TV audiences</span> in spite of some worries affecting some matches in competitions whose formats are too dense and long <span style="text-decoration: underline;">and attendances in modernized, safe and comfortable stadiums remain high</span>.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">Governance issues began receiving appropriate attention</span> for match-fixing (FIFA’s Early Warning System in 2006, national scandals surfacing in various countries in 2010 and 2011 with Fenerbahce “withdrawn” from the Champions League by the Turkish federation, Germany, Zimbabwe, Finland, Greece with two relegated clubs, etc.) and for transfer issues (ban on transfers on minors, transfer management on internet and FIFA’s Transfer Matching System).</p>
<p>Football is facing a severe crisis, a form of “bubble” which affected other economic sectors in the past (new technologies, real estate, financial sector) even though football seems strong enough to overcome it and survive.</p>
<p>Nevertheless, its global governance – and thus FIFA &#8211; is at some crossroads like other global issues such as water management, international financial services, diseases neglected by the pharmaceutical industry and global warming for which the international community has not found yet strong, efficient and sustainable solutions.</p>
<p>In this context of consensus on the need to strengthen football world governance, the question is to determine first the challenges that football will face in the beginning of the twenty-first century. From these challenges, it will be possible to define the reforms to be implemented in order for FIFA to fulfill its role in the interest of the game.</p>
<p><strong>2)  </strong><strong><span style="text-decoration: underline;">THE DIAGNOSTIC:</span></strong><span style="text-decoration: underline;"> <strong>SEVEN GOVERNANCE CHALLENGES FOR THE TWENTY-FIRST CENTURY</strong></span></p>
<p>In my views, football is today facing seven systemic issues which are all fundamental for its future.</p>
<p>It is possible to believe – and some do – that the principles of football, basically for 150 years since the foundation in 1863 of The Football Association in England must be abandoned. One can along the same lines think that twenty-first century football must speed up its evolution towards a pure entertainment industry, closed leagues, the emergence of a uni-polar system around one or two big leagues becoming the global league broadcast everywhere in the world through TV and once in a while exported to the rest of the world through “exhibition matches” based on purely merchandizing strategies! Towards a football NBA!</p>
<p>Personally I refuse this because football is much more than that. But let’s have a look at these seven central governance challenges.</p>
<p>2.1) <strong><span style="text-decoration: underline;">Amateur football and professional football</span></strong></p>
<p>Football grew in history thanks to the link between the 2, this link being the key of its success:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">The first one provides the young talents</span> who replace the older generations of players and form a football pyramid whose base should be the largest possible.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">The second one offers the supreme quality of the game</span> for the top talents, the entertainment of its competitions and the role models motivating the future generations of players</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">This pyramid is built on some key elements and links between the 2</span>, (a) – the common management of national football, amateur AND professional, under the roof of the FAs, (b) – the existence of financial solidarity from the top to the bottom symbolized by the popular success of the FA cups where all clubs whichever they are would meet in the celebration of the game.</p>
<p>But this balance is threatened:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">The phenomenal economic success of professional football</span> in the past twenty years, which is very good for football in general, <span style="text-decoration: underline;">has nevertheless generated secessionist ambitions in some professional leagues </span>– justified at times to modernize football management by “traditional” FAs but today motivated by other hidden agendas – <span style="text-decoration: underline;">and a strengthening of its “political” control within the FAs</span> and their executive bodies (for ex. the 2011 reform in the French FA with an increase from 25 to 37% of the votes by professional football representatives in the general assembly, influence of the Premier League in the Board of the English FA, federations such as in Costa Rica with the 12 Primera clubs having 50% of the votes).</p>
<p>-        In all FAs, <span style="text-decoration: underline;">negotiations on financial contributions to amateur football are tougher and more and more difficult</span>.</p>
<p>-        Similarly one can observe <span style="text-decoration: underline;">an increased pressure on  football from lower divisions to “limit” the risks for professional football</span> by:</p>
<p>. Questioning the regulations “protecting the smaller clubs” (e.g. in the French FA Cup for the home-ground advantage for lower division clubs facing L1 clubs),</p>
<p>. Separating the clubs in various continental divisions (in Asia with three divisions for inter-clubs competitions with the AFC Champions League, AFC Cup and AFC President’s Cup</p>
<p>. Suppressing on all continents the continental Cup Winners’ Cup due to a supposed difficulty to market them,</p>
<p>. Questioning the very principle of promotion-relegation and of open leagues,</p>
<p>. Making sure that the “serious” part of the competitions will concentrate the “big” ones by modifying their formats (for ex. in Germany, in Belgium, in Kenya among others, less automatic relegations at the end of the season and play-offs for the promotion, complicated calculations in Argentina).</p>
<p>A lot was done, notably by FIFA, in the past years to preserve this balance:</p>
<p>-        Reorganization of the football associations with a rebalancing in favor of top clubs when they were marginalized and to enable the autonomy of the well-organized professional leagues (e.g. Senegal, Kenya with 3 million dollars per year in TV rights and +36% for gate receipts in 2011) but also to protect the influence of amateur football (for ex. in Peru)</p>
<p>-        Strict enforcement of Art. 18 of the FIFA statutes both for the autonomy of the leagues and the respect by the latter of the central authority of the associations</p>
<p>-        Introduction in the FIFA statutes of the principle of promotion-relegation after the Granada 74 case while respecting the two existing “closed leagues” among the 208 federations (USA, Australia),</p>
<p>-        Support to grassroots program, etc.</p>
<p>2.2) <strong><span style="text-decoration: underline;">Club football and national team football</span></strong></p>
<p>Since the oldest time of football and the 1872 Scotland-England match, football grew in history on these two legs:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">Rhythm of the annual  calendar based on the alternation</span> of leagues, continentals cups and national team matches during the season allowing a diversity of emotions for the fans and of sport objectives for the players.</p>
<p>-        Moreover, <span style="text-decoration: underline;">in some countries, football developed more thanks to club football while it was the opposite in others</span> due to various factors linked to the history of the country and the circumstances of football success (in France Saint Etienne having preceded the glorious French national team period 1984-2006 or in Spain at the top level with its clubs and young players but having to wait until 2008 and 2010 for the consecration of the Roja).</p>
<p>-        Obviously <span style="text-decoration: underline;">national team football benefits from the efforts by clubs</span> to train and develop talents and the release of their players.</p>
<p>-        The other way around, <span style="text-decoration: underline;">club football benefits</span>, including commercially, <span style="text-decoration: underline;">from the international exposure and increased value of their players </span>as well as the impact on the national leagues of successful performance of the national teams in big competitions such as the World Cup, the African Cup of Nations and the European Championships.</p>
<p>This balance even though imperfect in the past, is threatened today:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">Due to the pressure on the “big clubs”</span> under considerable economic constraints, but also to the increasing disconnection between them and the national teams because of the club owners (10 out of 20 English Premier League clubs owned by non-English persons), of their players and of the indifference to the foreign national teams when the players of these clubs come from abroad.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">Due also</span> – it has to be acknowledged – <span style="text-decoration: underline;">to football associations</span> which believed that they could ignore the concerns of the clubs releasing their players (lack of insurance and medical attention for the players in case of injuries, friendly matches organized in remote countries in the middle of the season, lack of dialogue between national team coaches and clubs, etc.).</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">Due finally to changes to the competitions format</span> by an expansion by the confederations of the qualifying formula to the competitions in particular when TV sales have been centralized.</p>
<p>Nevertheless, a lot has been achieved in the past ten years:</p>
<p>-        Introduction in 2002 by FIFA of an international calendar, which was not existing at all before,</p>
<p>-        Regular reforms of the initial (Copa America every 4 years instead of every two years, cancellation of the friendly match date of March-April, increase of double dates to reduce the number of trips by players, etc.),</p>
<p>-        Substantial financial contribution by FIFA to the clubs from the World Cup funds starting in 2010,</p>
<p>-        Establishment of sanctions on football associations and players returning late to their clubs</p>
<p>But there is a widespread feeling of a growing mutual misunderstanding between clubs and football associations around these issues, which are so important for the future of football</p>
<p>2.3) <strong><span style="text-decoration: underline;">European football and football in the rest of the world</span></strong></p>
<p>The balance of power within international football followed both the evolutions of the game and the evolutions of the world:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">In the nineteenth century</span>, football was regulated by Europeans in fact British, exported by Europeans (via the colonization and via British and non-British migrations such as engineers’ for railways, shipyards for Athletic Bilbao, steel industry for Shakhtar Donetsk), with FIFA created in 1904 by Europeans (Argentina affiliated in 1912 as the first non-European association).</p>
<p>-        Then <span style="text-decoration: underline;">a bipolar football world emerged with South America</span> (and Latin America with Mexico) with the creation of CONMEBOL in 1916 and the Copa America in 1917, the wealth of South America, which hosted the first World Cup in Uruguay in 1930, the long domination of Brazil 1958-1970 and the format of the Intercontinental Cup limited to two continents only.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">From the 1960s on, a finally-independent Africa claims for its fair place in world football</span> with:</p>
<p>. Football as a symbol for their struggles (Namdi Azikiwe in Nigeria as soon as the 40’s, the FLN team 1958-1962 in the middle of the colonial war in Algeria, the Makana FA founded in 1969 on Robben Island by the anti-Apartheid Freedom Fighters),</p>
<p>. This struggle also took place within the football institutions where Africa conquered its place step by step (in 1966 boycott of the World Cup because Africa did not obtain a direct entry to the final phase, decisive role for President Havelange’s election in 1974, launch of development programs at the end of the 70’s to the large benefit of the continent, again decisive role in the FIFA elections 1998 and 2002 in support of the winner, first World Cup in Africa in 2010),</p>
<p>. A growing sport success (first World Cup quarterfinalist in 1990, Gold medals at the Olympic Games 1996 and 2000, massive presence of African talents in European leagues but also in the rest of the world) but still a lack of development of a largely extraverted African football (talents abroad and economic problems for the local championships).</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">The other evolutions of our world were reflected in football’s</span> with the emergence of the other continents in the Far East (Japan and the two Koreas in particular the North in 1966, and then the 2002 World Cup), in the Arab world in two phases (1<sup>st</sup> in the1970/80’s and the second more recently since 2000 with heavy investments from this region in European football, Manchester City, Paris SG, Al-Jazeera TV), in North America (USA World Cup in 1994 and success of the MLS with in 2011 an average attendance of 17’800 higher than the NBA and the NHL).</p>
<p>But this evolution towards a multi-polar football was not flawless nor without conflict with a particular element, <span style="text-decoration: underline;">a sport and economic domination from Western Europe and resolute efforts by football structures from other countries and continents to develop while being at the same time victims and beneficiaries of this hegemony</span>.</p>
<p>The latter is a multi-faceted hegemony:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">In political terms</span>, by controlling eight of the 24 FIFA Executive Committee seats, European football remains at the center of any decision.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">In sport terms</span>, it reinforces the world economic inequalities by various elements and consequences:</p>
<p>. Attraction to Europe of the best players from all continents,</p>
<p>. Emptying the local leagues from their best players transforming them – except a few – in endangered competitions (e.g. in Cameroon decline from a period when stadiums were sold out for the Yaounde derby match Canon-Tonnerre),</p>
<p>. Unrestricted competition by European leagues images broadcasts endangering the very existence of these local leagues (e.g. the Hong Kong professional league in spite of being the oldest Asian league with a foundation in 1908 became semi-pro at the end of the twentieth century with the arrival of satellite TV).</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">In terms of football regulations</span>, their Eurocentric dimension favors European football regarding the FIFA international calendar established according to European leagues ignoring climatic constraints on other continents, regarding the transfer regulations influenced by EU law, etc.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">In economic terms</span> with increasing gaps and inequalities in football wealth distribution with the result of a financial concentration to benefit a very limited number of big clubs and leagues.</p>
<p>Two concrete examples are very revealing:</p>
<p>-        The international TV rights of the English Premier League – by the way a very exciting competition – reach £1.4 billion for the period 2010-2013 (the double of the period 2007-2010) without any economic benefit for the local football of the 212 countries and territories where it is broadcast. Moreover, it does not impose abroad the same – justified – restrictions existing in England (no match live at 3pm on Saturdays to keep the sold-out stadiums) but broadcasts 4 or 5 matches live every weekend abroad imposing contortions  on local leagues when establishing their own fixtures,</p>
<p>For ex. recently, on 23 October 2011, the Rwandese federation was compelled to postpone by one hour the kick-off time of the big local derby match APR-Rayon and to show some images of Manchester United-Manchester City on Kigali Amahoro stadium screens in order to attract fans!</p>
<p>-        In Peru – but the situation is similar in many other countries -, the local professional league is on pay-TV, which limits its access to the wider Peruvian population for economic reasons (a little less than a million households, i.e. more or less 5 of the 35 million Peruvians) while the European Champions League having generated so much money elsewhere, can be broadcast in Peru in free-to-air TV.</p>
<p>As a consequence, a 10-year old Peruvian boy/girl from a modest family will see more European football than the local one!</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Clearly, world football is facing a situation characterized by a severe lack of balance in sport, economic and even cultural terms</span> due to the oligopolistic domination of the football images coming from 2-3 European leagues, on world TV screens.</p>
<p>Beyond these 2-3 Western European leagues and because this phenomena is identical in other West- and East-European countries, <span style="text-decoration: underline;">a vicious circle has been established</span>: less talents in local leagues, less spectators and thus less income, departure of the best and also mid-quality players in great quantity, necessity to watch the European leagues on TV to follow the players transferred to Europe (Western Europe?), thus less income for the local TV rights, tapping of the local markets through the merchandizing and exhibition tours of these big clubs (notably in Asia).</p>
<p>In front of this systemic trend, FIFA has tried to correct the situation by:</p>
<p>-        A 1/3 of its budget – coming up to 95% from the World Cup rights &#8211; earmarked for development programs (Goal, Win in Africa with Africa, FAP, etc.) which made a real difference on the ground in spite of what can be said by their critics,</p>
<p>-        A better representation of the other continents in world competitions,</p>
<p>-        The creation of the Club World Cup to give a chance to all continental champions after years of entrenched opposition,</p>
<p>-        Multiple decisions in regulatory terms to try to compensate the above-described inequalities:</p>
<p>. In 2002 5%-solidarity mechanisms on transfers and training compensation calculated on costs in arrival countries and not anymore on departing countries for players transferred to Europe,</p>
<p>. In 2007 ban on transfers of minors,</p>
<p>. In 2003 and 2009 amendment for bi-national players to strengthen national teams,</p>
<p>. In 2009 introduction of the 5-year residency clause after 18 years of age to limit the naturalizations.</p>
<p>But it is clear that these efforts remained insufficient to compensate the growth of inequalities in football.</p>
<p>2.4) <strong><span style="text-decoration: underline;">Clubs and players</span></strong></p>
<p>The maxim makes common-sense: without players, there is no football but without clubs, there is no match, no championship, not even a football association!</p>
<p>This club-player relationship has always been a permanent source of tensions in the history of the game but became more complex in the past years:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">The evolution is 180 degrees</span> between the era when players were contractually tied to the clubs for all their career, and the situation nowadays dominated by a fury of transfers, rarely-completed contracts until their expiration date, infinite bargaining between clubs and clubs, clubs and players, enticement of players away from their clubs and approach both ways in violation of the FIFA regulations and even the basic rules of courtesy,</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">The issue of the players’ salaries </span>allegedly too high today has always been a hot topic in football but became central in a period of economic crisis with the emergence of notions such as the salary cap (discussed in Europe, in Australia for the A-League) to emulate the North-American closed leagues (for example the NBA) but often circumvented when decided (in the MLS).</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">A feeling in the public opinion that football is disconnected</span> from today’s reality because of very high salaries, idealized life-styles and a glamorous star-system around top players. This is unfair since no one questions singers’ and movie stars’ income, or their lifestyles whose private and public excesses go way beyond footballers’!</p>
<p>In that matter, it is in my views <span style="text-decoration: underline;">essential to overcome stereotypes</span> in order to avoid judging global issues in light of the situation of a very tiny minority of stars. Of course, players share the responsibility due to the behavior of a few among them (at a time Ortega in Fenerbahce, the French players during the South African World Cup in 2010, and Tevez in Manchester City in 2011) and to their “objective complicity” with club managers to increase salaries.</p>
<p>For nearly all the players in the world but also in Europe, their situation is dominated by:</p>
<p>-        Short careers and potentially brutally-interrupted for injuries,</p>
<p>-        One-sided contracts in favor of the clubs, or for a one-year period, and even without any contract at all,</p>
<p>-        Fast growing unemployment of players (90% of players in Ireland),</p>
<p>-        Salaries for 99% of the players representing a very small percentage of the salaries – largely deserved by the way – of immense players such as Messi and Ronaldo,</p>
<p>-        More and more players are not paid (e.g. Estela Amadora in Portugal, Cork City in Ireland two seasons ago, Spain’s Rayo Vallecano in 2010/11, more recently FC Karlovac in Croatia’s first division just to name a few), while some pretend – wrongly in my opinion – that the only solution be a salary cap.</p>
<p>-        Violations of players’ elementary rights (passports withdrawn upon arrival in the country, firing in the middle of the season, harassment tactics to impose salary reductions or severance of the contracts, physical pressure in extreme cases),</p>
<p>-        Difficulty to defend their rights.</p>
<p>The situation is a worldwide phenomena observed on all continents beyond the myths; increasing problems in Eastern Europe but positive changes in other continents (decisions against indebted clubs in Peru and Colombia, well-managed clubs in Africa, such as TP Mazembe in DR Congo).</p>
<p>With the vision that football cannot develop today without a fair and sound balance between clubs and players, important measures were taken by FIFA:</p>
<p>-        In 2003 first-ever worldwide “sport” labor tribunal (Dispute Resolution Chamber) with equal representation of clubs and players, employers and employees,</p>
<p>-        Decisions to have a minimum standard requirements for contracts, national dispute resolution chambers,</p>
<p>-        At the same time dialogue with clubs: FIFA club forum in 2004, FIFA Task-Force for the good of the game in 2005-2007, FIFA Club football committee in 2009,</p>
<p>-        Dialogue with the players with the FIFA-FIFPro agreement signed on 2 November 2006.</p>
<p>2.5) <strong><span style="text-decoration: underline;">Relationship of football with money between the need of it and the dangers of its excesses</span></strong></p>
<p>From a historical perspective, the following facts have to be kept in mind:</p>
<p>-        There was a time when in FIFA and elsewhere <span style="text-decoration: underline;">there was little or no money in football </span>and even a time when football had to pay to be shown on TV screens.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">This lack of funds is still central in the huge majority of countries and football associations around the world</span> in spite of some progress (for ex. in Africa emerging professional leagues in Kenya, Senegal, Ghana, Cameroon, Namibia supported by the private sector),</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">Money is more than ever the sinews of war</span> because it is needed (a) – to sustain the clubs and the FAs, (b) – to finance solidarity mechanism and development programs and (c) – and it is a new trend, to create a return to club owners and stakeholders</p>
<p>Regarding this issue, it is necessary to underline – and in the interest of all &#8211; how important it is for the sport and economic development of football that the image of the sport and the image of its governing bodies be unstained.</p>
<p>Nevertheless this influx of money – so welcome &#8211; amplified a lot of problems which had already appeared in the past (corruption, match-fixing, betting) but also generated new phenomena:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">Facing the financial stakes, the sporting risk and the uncertainty of the result are questioned or reduced</span>  in order to protect the heavy investments in today’ s football:</p>
<p>. <span style="text-decoration: underline;">Through competition formats</span> which, due to the difficulty to establish closed leagues, guarantee as much as possible to the “big” clubs to reach the more-remunerating final phases of these competitions (754 million Euros for the 32 clubs qualified to the group phase of the Champions League),</p>
<p>. <span style="text-decoration: underline;">Through “transferring” eliminated clubs to other competitions</span> (for ex. to the Europa League for the clubs eliminated in play-offs in August and finishing in December 3<sup>rd</sup> in the group phase of the Champions League),</p>
<p>Let’s take note that four of the six finalists positions in the three last editions of the Europa League were occupied by clubs eliminated from the Champions League thus strengthening “big” clubs domination (Shakhtar Donetsk winner and Werder Bremen finalist in 2009 after a 3<sup>rd</sup> place in the group phase of the Champions League 2008/09, Atletico Madrid winner in 2010 after a play-off elimination in the Champions League 2009/10, Braga finalist in 2011 after a 3<sup>rd</sup> place in the group phase of the Champions League 2010/11).</p>
<p>. <span style="text-decoration: underline;">Through financial distribution mechanism</span> favoring these so-called “big clubs” when the rights are centrally marketed and sold:</p>
<p>a)     – On the basis of the market, for ex. with the “market pool” criteria in the European Champions League with the consequence that in 2010/11 the quarterfinalist Ukrainian club Shaktar Donetsk earned only two-thirds of the share of Bayern Munich eliminated in the previous round, and only half of Chelsea’s even though the London club was at the same level of the competition,</p>
<p>b)     – On the basis of a so-called “club fame”, for example in the French League with the “celebrity index” which made that in 2010/11 Olympique Marseille et Olympique Lyon received more money than Lille who clinched the French champion title,</p>
<p>c)     – On the basis of a “TV audience” ranking representing 22% and 25% of the TV rights in England and Italy respectively,</p>
<p>. <span style="text-decoration: underline;">Through very important inequalities</span> when the rights are sold individually by the clubs as in Spain where Real Madrid and FC Barcelona gather 35% of the total TV income, generating temptations to do the same in other countries among “big clubs” (in November 2011 statement by Liverpool FC Managing Director suggesting individual selling of the English Premier League international TV rights)</p>
<p>. <span style="text-decoration: underline;">Through an increasing income gap with lower professional divisions</span> – when they exist in a football association -, (in 2012 in England, decrease by 26% of the TV rights of the Football League for the period 2012-2014 comparing to 2009-2011, hardened negotiations on “relegation” financial “parachutes”, etc.) making promotion-relegation mechanisms more difficult for the concerned clubs.</p>
<p>-        Because of these inequalities, <span style="text-decoration: underline;">a decline of the competitiveness of the competitions both at national and continental levels</span> can be observed:</p>
<p>. <span style="text-decoration: underline;">At national level</span>, titles are monopolized by a limited number of clubs: England with 3 clubs having clinched 18 of the 19 Premier League titles since 1993, Germany with Bayern with 9 of the last 15, and similar concentrations in Portugal (FC Porto with 7 of the 10 last titles), Scotland (all titles clinched by Rangers FC and Celtic with only one other club, Hearts, having occupied in 2006 the 2<sup>nd</sup> position since the creation of the SPL in 1998) and Spain (3 titles only of 15 having escaped from Barca and Real Madrid),</p>
<p>. <span style="text-decoration: underline;">At Champions League qualification level</span>, through a mechanical effect, the national domination of the same clubs generates a decline of the diversity of the clubs qualified to the richest club competition, reinforcing thus a “virtuous circle” for the wealthiest clubs preserving their national success, and a phenomena observed of course in Europe but also appearing on other continents (for example the Esperance in Tunisia) due to the increase of the TV rights of these competitions and the well-prized qualification to the FIFA Club World Cup.</p>
<p>For example, in England, since the qualification to the Champions League 2005-2006 of Everton ranked 4<sup>th</sup> in the Premier League 2004/05, all the qualifications sports were monopolized by the “big four” (Manchester United, Arsenal, Chelsea and Liverpool) until Tottenham (UCL 2010/11) and Manchester City (UCL 2011/12) broke the monopoly.</p>
<p>. <span style="text-decoration: underline;">At continental level itself</span> in Europe with a total of 33 of 40 semifinalists positions in the ten past years of the Champions League occupied (with the derived income) by the clubs of three countries only (England 15, Spain 11 and Italy 7), a concentration that the recent qualifications of FC Copenhagen and APOEL Nicosia to the Champions league 1/8 of finals 2010/11 and 2011/12, affect marginally only, like the fig leaf not hiding a lot.</p>
<p>-        Coming with these sporting and financial inequalities, emerges, as a cause and a consequence at the same time, <span style="text-decoration: underline;">a concentration of the best players among a limited number of the wealthiest clubs</span>, which develop a policy of acquisition as a security of the best young talents, often to retain them from signing in competing clubs, and are even able to impose on lower division clubs a decrease of the training fees (in England last October with the “agreement” by the Football League to a demand of the Premier League).</p>
<p>This elitist trend at club football level is observed by all, felt as dangerous by the majority and supported by some. The category of the latter gathers those who already benefit from it and those who aspire to join this group by defending even more unequal financial distribution mechanisms at national level because, according to them, this would enable better competitiveness at European level even though the price to pay is the decline of national championships and leagues.</p>
<p>Finally, others have been active for years to set up a truly European league to substitute the current competitions.</p>
<p>In this never-ending stop-gap evolution, the trend leads to a devaluation of national leagues because regular qualifications to the Champions League became more important than a national title (six of the fourteen Champions League winners without having been the national champion during the previous season), but also the devaluation of other competitions – including the World Cup according to some – since the best players of the world are now concentrated in eight clubs playing the quarterfinals of the Champions League.</p>
<p>In this context of growing inequalities within world football, it is widely felt that the only global redistributive system – the income of the World Cup redistributed by FIFA – is not ample enough to correct these profound trends beyond a marginal impact.</p>
<p>2.6) <strong><span style="text-decoration: underline;">Autonomy of football and dialogue with its environment, specificity and ordinary justice</span></strong></p>
<p>Let’s try to approach this issue, like all the others, beyond the caricature:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">It is an illusion for the Olympic and sport movement to pretend that sport and politics have been separated when so many contradicting facts prove the opposite:</span></p>
<p>. The foundations of sport and its ideology have been influenced at the origin by politics (for example to train stronger citizens) and an aristocratic vision of society (myth of the amateur sportsman existing during decades within Olympics).</p>
<p>. Decisions on hosting the big competitions fully integrate political strategies of heads of state and governments from Uruguay in 1930, to the votes for 2018 and 2022 for Russia and Qatar, wand symbiotic relations with decision-makers for these competitions,</p>
<p>. Sport institutions depend on public funding to build the stadiums necessary for these competitions.</p>
<p>. The presence of political leaders in the bodies of the various sport institutions has been and remains important.</p>
<p>. Pressuring methods on sport entities available to political authorities have diversified: financing the national team, control on stadiums, governmental responsibilities inherited from pre-democratic and totalitarian regimes (in Spain and France sport legal situation inherited from Franco’s and Petain’s regimes), abuse of the law against the federations, interference in their management, etc.</p>
<p>-        Moreover, <span style="text-decoration: underline;">the concept of the autonomy has regularly been instrumentalized to hide</span> unethical and sometimes illegal <span style="text-decoration: underline;">behavior</span> of sport administrators from external assessment.</p>
<p>-        On the other hand, <span style="text-decoration: underline;">those denying the need of this sport autonomy are precisely the same persons trying to seize sport for themselves</span> for the benefit of their personal, political ambitions, disguising these ambitions behind ethical, transparency and financial accountability concerns.</p>
<p>-        Similarly it can be observed that most of the opponents to the <em>lex sportiva</em> and to sport justice based on principles (constitutional rights, superiority of ordinary justice) are precisely those whose sport behavior does not match sport ethics. <span style="text-decoration: underline;">Having recourse to ordinary justice has no other purpose to gain time due to the slowness of ordinary justice</span>, <span style="text-decoration: underline;">to block competitions</span> they are supposed to join by multiplying appeals, <span style="text-decoration: underline;">to attract attention</span> of media and public opinion on the topic of “victim vs. the nasty sport institutions” which suddenly become “associations registered under Swiss private law” (i.e. in the past years cases of Juventus FC, the swimmer David Meca-Medina, FC Sion, etc.).</p>
<p>Where do we stand for football in the twenty-first century?</p>
<p>-        Should we abandon the notions of autonomy for football and of the independence of the federations as defined at article 17 of the FIFA statutes? And the defense of the autonomy by FIFA? Of course no.</p>
<p>-        But does this autonomy mean that it prevents any dialogue, any space of collaboration with governmental authorities? Here again, of course no.</p>
<p>-        And does this autonomy represent a “blank check” enabling the sport institutions to behave erratically, to violate defense rights in sport justice process, to violate their own statutes arbitrarily, etc.? Once again of course no.</p>
<p>This autonomy for football is more necessary than ever for multiple reasons:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">Football must remain neutral</span> politically and from partisanship, internationally and nationally. Football is not from the right or the left, not conservative, nor progressive, because since football cannot belong to any one, it should remain the sport of the whole people</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">The time of football and of its management</span> dominated by its annual and quadrennial rhythm of its competitions, <span style="text-decoration: underline;">are not compatible with the time of its environment</span>, politics, ordinary justice and short-term objectives.</p>
<p>-        For the last twenty years, <span style="text-decoration: underline;">football in particular</span> (and sport in general) <span style="text-decoration: underline;">has been experiencing one of the most serious interferences of its history due to the policy of the European Union institutions to use football to serve their integration, deregulation and free-trade vision</span>, to mould it in a federal frame denying national realities and sport competences (for ex. repeated attempts by the European Commission to have the EU flag at the Olympic Games and on jerseys), and even transforming football as a vehicle of the conflicts among European institutions (Commission vs. the member-states) for political pre-eminence.</p>
<p>Moreover today, European law and jurisprudence cases place sporting rules under the authority of EU law as soon as these rules have economic consequences (2006 Meca-Medina decision). Now, nearly all sporting rules have economic consequences (from a goal cancelled for off-side to the doping suspension of a player).</p>
<p>Finally considering Western European hegemony on football, this EU law “dictatorship” expanded to the whole world football via the obligation upon FIFA, UEFA and EU member-states football federations to respect it.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">The autonomy should be completed by a trustful and transparent dialogue with external entities</span> since it is a necessity for football:</p>
<p>. Sport in schools curriculum,</p>
<p>. Legal and tax environment positive for sport professional and amateur activities,</p>
<p>. Building of sport facilities and stadiums,</p>
<p>. Cooperation in the fight against plagues and criminal activities surrounding sport (corruption, doping, racism, trafficking of minors, etc.)</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">Last but not least, the autonomy of sport cannot be a “blank check” given to sport institutions</span> which have to deserve it. The autonomy cannot merely be a return to the “pre-Bosman” unilateral methods of the past.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">It is the recognition that the specificity of sport exists</span> as it is included – after a long sport-political battle against the objections from the European Commission itself – at article 165 of the Lisbon Treaty. But this specificity is not an exemption from the law, neither an exception (for ex. for cultural goods), nor a regression for the rights (in particular for the employees in football, the players) but contrary to that the definition – negotiated with football stakeholders – of all topics which make and justify that football is not an activity like any other one.</p>
<p><strong>2.7)</strong> <strong><span style="text-decoration: underline;">Globalization, identity and imbalances</span></strong></p>
<p>Like the rest of the world and other human activities, football has been experiencing in the last twenty years a dangerous cocktail of deregulation, globalization in a context of systemic research of legal, tax, regulatory and judicial loopholes to escape for the football regulations (sporting rules but also on topics such as transfers, club ownership, abuse of fiscal paradises, off-shore and screen companies, etc.).</p>
<p>These changes have produced some winners, a few, and a lot of losers, in particular when the internationalization of club squads is considered:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">The balance between training the local talents and resorting to the worldwide market of players disappeared</span>, when the “policy of the checkbook” replaces the long-term effort through youth academies so strongly – and exceptionally &#8211; symbolized today by the FC Barcelona, winner of the 2011 Club World Cup with nine players of the starting eleven from the club’s youth academy!</p>
<p>The current crisis may, however, encourage some clubs to revert to training programs but this “correction” is likely to have a marginal impact only (relegated clubs, clubs in administration and clubs which decidedly position their future and their economic model as “training clubs” feeding the upper echelon, etc.).</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">The internationalization of players</span> (43.5% of the regularly-fielded players of the top 5 West-European leagues according to the Professional Football Players’ Observatory) <span style="text-decoration: underline;">developed in contrast with the social reality</span> (for ex. an average 7% of the EU population is not a citizen of the country of residence) <span style="text-decoration: underline;">revealing a distortion of football labor market</span>.</p>
<p>-        This internationalization is combined with <span style="text-decoration: underline;">a concentration of the top players among a more and more limited number of clubs and leagues which are obviously the wealthiest</span> for ex. in England (more than 55% of foreign players).</p>
<p>England personifies this evolution:</p>
<p>. 27 February 1999, last match of a Premier League club with 11 English players (Aston Villa),</p>
<p>. 26 December 1999, first match of a Premier League club without any English player in the starting 11 (Chelsea),</p>
<p>. 14 February 2005, first match of a Premier League club without any English player on the 16 players’ list (starting players and substitutes, Arsenal),</p>
<p>. 31 December 2009, first match of the Premier League without any English player in both teams at the beginning of the match (Portsmouth-Arsenal until the 90<sup>th</sup> and the substitution of Michael Brown for Portsmouth).</p>
<p>-        The consequences of this concentration on Europe can be seen with <span style="text-decoration: underline;">the extraversion of football in African and South American countries</span> whose international players play for European clubs, except a few, to the detriment of the sustainability and the development of the local leagues.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">Consequences are also felt on football and on the national teams of importing countries and leagues</span> and even on some positions of the field of play (for ex. controversies around the goalkeepers of the English national team and the fact that the majority of Premier League clubs field foreign goalkeepers).</p>
<p>-        The consequences of this “foot drain” are <span style="text-decoration: underline;">criminal as well</span> (child trafficking, tax evasion, embezzlement, etc.).</p>
<p>But more largely, this <span style="text-decoration: underline;">trend jeopardizes a central element of sport success</span> (training over money, the mid-term over the short-term) <span style="text-decoration: underline;">and threatens the belief in sport ethics</span>.</p>
<p>-        Is it the acclaimed success for Portuguese football when three of its clubs (FC Porto, Benfica and Sporting Braga) reach the semifinals of the Europa League 2010/11 while only 7 of the 33 fielded players are eligible to the national team?</p>
<p>-        Is it a success for Cypriot football to see APOEL Nicosia qualify to the group phase and the 1/8 of final of the Champions League with a maximum of three Cypriot players and when the local championship has the highest percentage in Europe of non-eligible players to the national team (72%)?</p>
<p>-        Is it confirm to the spirit of the competitions, like the two preceding cases, when this partially “artificial” success induces sped-up progressions in the ranking of the UEFA “association coefficient” decisive for the number of spots, for the entry in the competitions in the various qualifying rounds, and thus additional financial income?</p>
<p>-        The same issue exists on other continents when the Qatari club of Al-Sadd clinches the Asian Champions League title 2011 with only one player born in Qatar and six naturalized players to comply with the AFC rule of four foreign players maximum (3 out of Asia and one from Asia)?</p>
<p>-        &#8211; Is it in line with sport ethics when federations (in Gulf states and Qatar again, in Africa, Mauritania and others, including for women’s football) obtain fast naturalizations from the public authorities to improve the sport performance, the chances to qualify and their world ranking?</p>
<p>By definition and due to its history, club football has always been characterized by mix and diversity of origins. And this is good. <span style="text-decoration: underline;">But today, it is not about this at all but merely the economic and financial concentration to win at any cost…</span></p>
<p>In the past years some measures were taken:</p>
<p>-        Transfer ban for players under 18 years of age,</p>
<p>-        Restrictions on the impact of naturalizations on sport eligibility (in 2009 approval of the 5-year residency after 18 years clause) to protect football from trends observed in other sports (New Zealanders in rugby national teams, and Chinese athletes for table-tennis, etc.),</p>
<p>-        Limits decided by some federations on the number of foreign players authorized to play in their championships (Russia, Singapore, Ukraine) and even for some particular positions on the field (no foreign goalkeeper in the Saudi league), and even introduction of the clause of the “first license” of the player to circumvent European rules (Luxembourg),</p>
<p>-        Leading role in the debate on “6+5” and its various formulas (“home-born” players, 9+9) torpedoed by a combination of the European Commission and some football stakeholders.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">But what impacts football and what football is suffering from, is a lot larger</span> than the “simple” issue of players which is only the consequence rather than the cause of the problems football is currently facing.</p>
<p>While observing the current world financial crisis, it is clear that it is combined by tectonic changes jeopardizing key elements of our communities:</p>
<p>. Explosion of inequalities (1% of Americans owning 23% of the national wealth against only 10% en 1980, in France the wealth owned by the 10% most privileged represent 35 times the 50% less privileged’ s),</p>
<p>. Growing tolerance to social discriminations,</p>
<p>. Increased focus on individual rights over common interests and purposes,</p>
<p>. Return of the privileges in parallel of a dismantling of solidarity mechanisms,</p>
<p>. Decline of the social fabrics (“99% vs. 1%”).</p>
<p>In face of this crisis of a rudderless globalization without governance, states lose ground to the markets and the stock exchanges.</p>
<p>But take this sentence and replace the words “states”, “markets” and stock exchanges” by “federations”, “leagues” and “clubs” respectively, <span style="text-decoration: underline;">the similarity is even more striking</span>.</p>
<p>Like today’s world deregulated globalization, the current situation of football is presented as a ineluctable trend that no one, not even FIFA, can redress due to the deep intertwining of legal clauses, economic needs and football market constraints.</p>
<p>The current situation is supposedly irreversible and the wild laissez-faire globalization is the unavoidable horizon for twenty-first century football. In this perspective, FIFA and national federations alike would only remain with the power to marginally correct some of the problems but not to touch the core and the roots of the problems.</p>
<p>It is not my purpose here to simplify the debate but on the contrary <span style="text-decoration: underline;">to underline the essential difference existing between the universalization of football</span> in solidarity, respect given to all, with the search of a development as harmonious as possible for all, <span style="text-decoration: underline;">and the current globalization, wild to benefit only a few</span>!</p>
<p>Can we continue like that in football as the French economist Pierre Rosanvallon put it for the world economy: “There is a nearly total unanimity to consider that the current inequalities are unsustainable but at the same time the mechanisms producing these inequalities are globally accepted”?</p>
<p align="center">x     x     x</p>
<p> These seven football governance challenges for the twenty-first century are important, complex and difficult to manage, but they clearly demonstrate that ONLY a strong governance structure at world level is capable to deal with them in order to preserve the nature of sport and its universality.</p>
<p><strong>3)  </strong><strong> <span style="text-decoration: underline;">THE CURE: ELEVEN CONCRETE PROPOSALS</span></strong></p>
<p>To face these challenges, FIFA is more necessary than ever but this is also why it needs a reform.</p>
<p>With this logic in mind, it could be useful to remember the FIFA provisional statutes adopted on twenty-first May 1904 upon its foundation and to review the objectives given to FIFA at that time:</p>
<p>-        FIFA is a federation of federations (even though the FC Madrid, later named Real Madrid, was representing Spanish football in absence of a federation which was set up only later) which agree to “mutually and exclusively recognize each other”.</p>
<p>-        It is already in charge of issues related to clubs and players (prohibition to play “simultaneously” in two different federations), to their transfers and to their disciplinary issues (mutual recognition of disciplinary suspensions).</p>
<p>-        It is stressed that matches should be played according to the IFAB Laws of the Game.</p>
<p>-        By the article 9 of these provisional statutes, FIFA receives the exclusivity of the organization of an “inter-national competition”.</p>
<p>In fact, nearly 108 years later, nothing has really changed and the objectives remain the same. In brief, if FIFA would not exist in 2012, it would have to be invented and created.</p>
<p>But considering the above-described challenges, which are the measures necessary for FIFA to remain relevant in the twenty-first century? For FIFA to act for the good of the game and of the world because at the end of the day, it is what FIFA is about, and only that. Rather than serving personal ambitions or rivalries between institutions.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Please find hereunder eleven concrete proposals which are not ranked according to their importance or their calendar of implementation. In fact, it is from a package of measures that sustainable solutions will surface.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>3.1) <strong><span style="text-decoration: underline;">Revive the democratic debate within football pyramid</span></strong></p>
<p>This proposal has the following purpose:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To stimulate debates</span> in the FIFA Congress (e.g. organization on two full working days, program with working groups and reports in plenary session, enlarge the capacity to present topics and motions, additional time left for debates beyond the statutory topics, etc.),</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To reinforce the role of the FIFA Committees</span> whose decisions are today purely consultative</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To set up mechanisms to consult the federations and to involve them in decisions between the congresses</span> through the use of new technologies (possibility for the President and the Executive Committee to present “questions”, to establish voting consultations on various subjects, etc.),</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To publish agendas and minutes of FIFA committees meetings</span>.</p>
<p>To re-launch the debate within the pyramid is really necessary since so many fundamental and structural issues regarding the future of the game are of utmost importance (for ex. and among others the international calendar whose alleged reform is said to be prepared without a large and previous consultation of the federations by football “political” authorities). To read in the media the existence of such projects prepared by the football techno-structure or by non-elected committees, does not reinforce the feeling of belonging and democracy within an organization.</p>
<p>Along the same line, topics such as players’ insurance for international duties, refereeing and the use of new technologies, etc., could easily become the focus of a wide and encompassing consultation process launched by FIFA.</p>
<p>3.2) <strong><span style="text-decoration: underline;">Increase even more development programs with new solidarity mechanisms</span></strong></p>
<p>This proposal includes several facets:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To recognize that today’s inequalities in football jeopardize its very future</span> and that their correction or at least their reduction is a strategic objective,</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To increase even further FIFA’s development programs based on FIFA’s healthy financial reserves</span>, for example with a worldwide ambitious program of artificial fields in less favored countries and areas with lower costs thanks to scale reduction,</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To establish a special program reserved for the less well-off</span></p>
<p>In fact, all FIFA current development programs (Goal, FAP, “Win in…”) benefit all without any distinction according to the economic and financial situation. If it is normal that all federations receive their share of FIFA income, FIFA cannot support the same way a wealthy federation from Europe, the Gulf or Far-East, than less favored federations from Africa, Latin America, the Caribbean, Oceania and even Eastern Europe.</p>
<p>It seems thus indispensable to individualize programs and to increase the financial support to less favored federations, leagues, clubs, in order to enable them to both speed up the establishment of professional leagues and sustain the adjustments to new regulations and criteria induced by professionalism. For ex. How is it possible to request a first division club in Africa or elsewhere to open a youth academy when lack of finances makes salary payment and transportation logistics difficult and irregular?</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To reinforce transparency and tracking of financial assistance</span> from FIFA and from football in general (assistance from other football institutions, public funding, etc.).</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To launch a global discussion on that topic with a task-force grouping football institutions under the leadership of FIFA</span> (UEFA and other confederations, football associations, Premier League and other European Leagues broadcast internationally) with some objectives:</p>
<p>. Establishment of a “World Higher Council for football development” under the auspices of FIFA grouping the organizers of major contributing competitions (confederations, federations leagues) and representatives of benefitting federations for the definition of strategies and development programs with decision-making and control power by the contributors,</p>
<p>. Establishment of a “World Fund” managed by the “Higher Council” and of a contribution based on a percentage of the TV rights sold internationally, with a “return” country per country to “compensate” and strengthen local football,</p>
<p>. Possibility to receive public and private funding to build infrastructures (e.g. similarly to the 2008 program to build the 1<sup>st</sup> Palestinian stadium meeting international standards),</p>
<p>. Assistance to football associations applying for third party development grants,</p>
<p>. Responsibility given to this “Higher Council” to ensure the coordination of development programs which multiply today according to donators’ political decisions,</p>
<p>. Strict control on the disbursement of these funds to ensure tracking and total transparency.</p>
<p>-        To add on this “Higher Council” ‘s agenda on financial redistribution, <span style="text-decoration: underline;">the topic of regulations in order to sustain a better-balanced world football</span> (for example reinforced protection of training clubs and exporting countries).</p>
<p>3.3) <strong><span style="text-decoration: underline;">Involve leagues, clubs and players in the decision-making process</span></strong></p>
<p>The organization modalities have evolved for a vertical mode of authority (dictatorships, religions, militarism, etc.) towards a horizontal form induced by the increase of individualism, interest or influence groups, IT explosion based on networks, democratic aspirations before the approval of collective decisions, etc.</p>
<p>It is obvious that considering the evolution of football, to combine this verticality of the decisions (to avoid becoming a tooth-less and rudderless structure) and the horizontality of participation and consultation (to make sure measures are not rejected) is necessary.</p>
<p>Associating clubs/leagues on the one hand and players on the other would enable regulatory decisions to be better conceived because they would be more debated with more input, and better accepted because their approval would be based on inclusion:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To implement fully of the FIFA-FIFPro agreement</span> signed in November 2006  including on the definition of what is specific in football in comparison of ordinary law,</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To encourage the creation of a “world federation of clubs/leagues”</span> to be pyramidal, democratic and really representative to <span style="text-decoration: underline;">ensure that the voice of the clubs of all countries</span> (a rough total of 3’000 top-division clubs in the 208 federations) and not only 201 European clubs, <span style="text-decoration: underline;">their concerns and their proposals could be heard at FIFA </span>level but also with continental branches (e.g. FIF-Clubs/Leagues Africa for topics related to CAF), considering that at national level, leagues and/or professional club associations already exist for the dialogue with the federations.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To create two seats in the FIFA Executive Committee for the presidents of the future FIF-Clubs/Leagues and of current FIFPro</span>,</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To decide the presence of players’ representatives</span> in general assemblies and executive committees of the 208 federations, <span style="text-decoration: underline;">and of representatives of professional leagues in federal structures </span>to recognize the central role played by their competitions, <span style="text-decoration: underline;">and to support FIFPro’s expansion to all countries where it is not yet implanted</span>,</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To negotiate under FIFA’s leadership with FIF-Clubs/Leagues and FIFPro a form of “world collective bargaining agreement” for football</span> based on the notion of specificity of football, mutual co-operations and the common good of the game, rights and obligations of players and clubs, strengthening of international and national arbitration mechanisms, dialogue to elaborate FIFA regulations affecting the two parties, etc.</p>
<p>3.4) <strong><span style="text-decoration: underline;">Restore the role and the centrality of the FAs while clarifying the relations with the confederations</span></strong></p>
<p>Some measures already announced by FIFA (choice of the host of the World Cup by the Congress as it was the case before 1966, election by the Congress of the members of the Disciplinary, Appeal and Ethics Committees) proceed along this direction but more needs to be done:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To reaffirm that FIFA is a federation of federations</span> and to implement this principle with resolve in concrete terms with more rights to the FAs (seats in the Executive Committee, one position at least for all of them in the FIFA Committees, improved consulting process, re-establishment of a direction exclusively dedicated to their problems) but also more responsibilities (more control and more respect of rules),</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To recognize the universality and the oneness of football rules and regulations</span>, which are essential to respect <span style="text-decoration: underline;">the fundamental principle of one FA-one vote</span> already questioned in the 1960s by some such as Sir Stanley Rous, FIFA President at that time,</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To confirm the important role played by the confederations</span> for the organization of their continental competitions, and <span style="text-decoration: underline;">study the possibility to *deconcentrate” the implementation of some of the FIFA competences</span> (e.g. co-organization of qualification tournaments) but <span style="text-decoration: underline;">not the decentralization of some key elements of the universality of the rules</span> (federations issues), <span style="text-decoration: underline;">the consistency of their application</span> (jurisprudence on players-clubs disputes for example), and <span style="text-decoration: underline;">the world duty of FIFA to balance football between the continents</span>,</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To reaffirm the role of the football associations at national level as THE football-governing body but with the responsibilities coming with that role</span> (democracy, balance between amateur and professional football, between clubs and players, transparency, etc.),</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To confer additional competences to the FIFA Associations Committee</span> composed with associations presidents only and which should be elected by the Congress</p>
<p>3.5) – <strong><span style="text-decoration: underline;">Adjust FIFA to the evolutions of today’s world to reflect them better</span></strong></p>
<p>The world has changed – this can be easily seen from the ranking of economic powers – and football has too, giving FIFA the duty to better reflect it (similarly to the debates when the G7-G8 faded away to give more pre-eminence to the G-20 and around the reform of the UN Security Council whose composition is a 70-year old inheritance).</p>
<p>The same observation can and must be made regarding the absence of women in the governance of football (only one female President in Burundi out of 208 associations) and the growing imbalance in light of the rapid growth of women’s football.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To expand the FIFA Executive Committee without rendering it inoperative</span>: proposal of 31 members, the 24 current ones, the FIF-Clubs/Leagues and FIFPro Presidents, and four additional seats, one for Africa, one for Asia, one for North and Central America/Caribbean and one for South America as well as one for women’s football to be elected or appointed according to modalities to be defined,</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To balance the nomination in the FIFA committees among countries and continents</span>,</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To fully recognize the principle of the continental rotation for the FIFA competitions</span>.</p>
<p>3.6) <strong><span style="text-decoration: underline;">Reshuffle the power responsibilities between the FIFA President, the Executive Committee and the Associations</span></strong></p>
<p>It seems necessary at this stage to review the situation and revisit the myth of the President’s all mightiness.</p>
<p>Inherited from the British aristocratic vision of nineteenth century sport management, the position of the FIFA President was and still is a position of a “giant on a small scale”. It was in the 2003 FIFA Congress in Doha only and with the statutes reforms approved at that time and perceived as a correction of the 2001/02 institutional crisis, that a form of “political preeminence” was bestowed on the FIFA President who at last and after laborious compromises with reluctant confederations, also received competences (article 32) a little more in conformity with the fact that he is the only one elected on a worldwide basis.</p>
<p>Moreover, within the Executive Committee, the increased political power of the confederations reduced the space open to individual voting and led the way to an Executive committee where decisions are made after bargaining between voting-blocks and members.</p>
<p>This situation opened the path to all negotiations, including compromise submitted to the political interests of the persons or the continental administrations, and sometimes to the detriment of a collective vision for world football and even for FIFA itself.</p>
<p>As far as the President is concerned, he ends up facing an Executive Committee elected through different voting modes and sometimes opposed visions, as if a head of state would have the legitimacy of his/her people without the possibility to govern with a cabinet of his/her choosing!</p>
<p>Or as if the UN Security Council would not be composed anymore by the representatives of the nations but by delegates of regional blocks, the ASEAN, the African Union, the European Union, the Gulf Co-operation Council, NAFTA or Mercosud!</p>
<p>This situation of the absence in the executive Committee of a stable majority linked to the President and based on a shared collective vision, contributed to the current situation: slowness or blocking-up of reforms, distancing from the common good, decline of individual voting within the executive Committee due to voting instructions given to the members, implementation of the regulations according to the relative influence of such member, accusation of the president to be responsible of all the FIFA problems while he is not politically responsible of everything, etc.</p>
<p>Due to all of the above, reforms are needed:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To preserve the universal legitimacy of the FIFA President</span> who is the one elected by all, on the basis of a manifesto, who is accountable to the voting associations of his policies and the implementation of this manifesto, and <span style="text-decoration: underline;">who has to have the executive powers within FIFA because if this legitimacy</span>,</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To reform the election modalities of the FIFA President by an election for a group of members with 15 Executive Committee positions in order to guarantee a stable majority </span>(16 seats out of 31) for the management and the governance of football with a genuine consistency during four years and team spirit.</p>
<p>Each candidate to the presidency would run with 15 associations presidents distributed on the six continents, united around a manifesto and with these 16 person list to be elected during the FIFA Congress. In clarity rather than after hotel suites arrangements and why not announcing in advance the future responsibilities that the various candidates would deal with within FIFA if elected as it is the case for future cabinet members.</p>
<p>The fifteen other positions in the Executive Committee would be occupied by the Presidents of the six Confederations becoming automatically FIFA Vice-presidents, the three representatives of clubs/ligues, players and women’s football, and six remaining positions which could be voted in confederations congresses at it is the case today.</p>
<p>Regarding the British vice-presidency, remnant of a historical domination, it should be discussed without any taboo because it resulted into a long absence of English representative from FIFA’s highest body and a feeling of isolation and resentment towards FIFA among English football community due to inter-British rivalries around the three Celtic “nations”. One can even believe that without this statutory British vice-presidency, English football which brings so much to world football would have been much more often elected to the Executive Committee.</p>
<p>However, I do not believe in the limitation of the number of mandates which sounds more than a politically correct form answer in troubled times than a real solution for the following reasons:</p>
<p>-        The choice should stay with the voters able to choose every four years to re-elect or to change their leaders,</p>
<p>-        Moreover, the impact of football of a president, of a governance team and of a manifesto cannot really be felt over eight years. By the way, the IOC voted the limitation of mandates while doubling the duration of the first one to eight years!</p>
<p>3.7) <strong><span style="text-decoration: underline;">Strengthen FIFA’s governance structures</span></strong></p>
<p>Various options are possible:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To enlarge a strictly legal vision of governance by establishing a strong Governance Division within FIFA</span>.</p>
<p>This division will work “up-stream” unlike the current Division for Legal Affairs which intervenes when problems surface. Its mission would be to establish the dialogue with Associations and other football sectors (FIF-Clubs/Leagues, FIFPro), the drafting of the rules and regulations as well as their implementation, the relations with public and governmental authorities, etc.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To strengthen sport justice</span> in order to make it faster, more efficient, cheaper and more transparent at world level (creation of a football chamber with the CAS, more diverse list of arbitrators including for chamber and cases presidents, etc.) but also at national level where it remains mostly embryonic or does not respect international arbitration principles.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To enforce the corpus <em>lex FIFA</em> in a proactive way</span> and notably all the texts and regulations which entered into force in 2008 (standard electoral code, national dispute resolutions chambers for clubs-players, national arbitration bodies at national level, financial transparency procedures, co-operation with governmental authorities, intervention in case of violations of associations statutes, in case of disrespect of their obligations by associations members or in case of violations of the latter’s rights, nationality clause of the players, etc.) <span style="text-decoration: underline;">and in total independence for internal or external pressure</span>. The double-standard approach has to be banned.</p>
<p>Regarding this and in spite of some statements, FIFA has the means to impose its decisions and the respect of its principles over the members of the football pyramid (associations, leagues, clubs and players). Unlike the IOC whose members, the national Olympic committees, are “only” recognized, football stakeholders are either direct members of FIFA (associations) or indirect members (the others being members of a FIFA member). As a consequence, the notion of internal or local affairs or even the pretext of an absence of competence, sometimes invoked by FIFA not to intervene, does not hold.</p>
<p>Firstly because of the above-mentioned legal point but more globally and often observed, when FIFA does not intervene in an association whose leaders violate the regulations, the statutes of their own associations, etc., because they feel “protected” or because they instrumentalize the notion of the autonomy of sport to escape from sanctions, while the public scrutiny clearly reveals those violations.</p>
<p>In the global village which we can call home today, dominated by the instantaneousness of television, mobile phone and internet imposed on our lives, FIFA is automatically blamed – and its image tainted – when these violations are committed by some of its members and when FIFA does not move in to correct them. The improvement of FIFA’s image will be conditioned as well by a strict and proactive implementation of its regulations.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To improve FIFA’s weapons in case of violation of its principles.</span></p>
<p>For example regarding the defense of the autonomy of a federation, FIFA resorts to suspend the association and to punish the whole national football community while the responsibility can be clearly identified. FIFA should have the possibility to suspend the authors of the violation (administrators, clubs, etc.) in a more focused and individualized way.</p>
<p>3.8) <strong><span style="text-decoration: underline;">Reform FIFA’s administration</span></strong></p>
<p>Several options are feasible:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To internationalize the FIFA management as well as the administration staff</span> to reflect world nature of the organization (without adopting the formula of quotas whose inefficiency was demonstrated both in New York and Brussels)</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To modernize the president-secretary general relation</span> which is also inherited from the nineteenth century aristocratic vision of a British club and was only partially reformed in 2003:</p>
<p>. The president must have the prerogative to change his administrative arm on his own (article 31.10).</p>
<p>. The overlapping competences (articles 32 and 68) must be eliminated to benefit the president who is the elected official among the two.</p>
<p>. A real management board chaired by the FIFA president must be established to give him the means to implement the manifesto he has been elected for.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">To separate FIFA football-governing missions and FIFA’s purely economic activities</span></p>
<p>The first ones should remain of a quasi-governmental nature and as a consequence benefit from the autonomy. The latter belong to the commercial environment and remain integrally under the auspices of ordinary law.</p>
<p>However considering that corruption issues and suspicions surface from the confusion of the two kinds of activities, it will be fundamental to elaborate the appropriate mechanism and structures for FIFA to keep control on its commercial activities without any risk of suspicion of conflict of interest.</p>
<p>3.9) <strong><span style="text-decoration: underline;">Modify the insulation of refereeing debates</span></strong></p>
<p>In the history of football, the stability of the Laws of the Game has been of utmost importance since they were protected by the complexity to amend them (3/4<sup>th</sup> if the eight votes) within the International Football Association Board (IFAB) from brutal changes often requested by television channels to allegedly make a sport more attractive. This asset – stability not being confused with conservatism – is today enshrined with the introduction of the IFAB in the FIFA statutes.</p>
<p>But today, there is a huge dichotomy between the public debate on refereeing, among fans and media alike, and the perception – genuine or false – that in fact decisions are taken by a very tiny group of persons without a lot of transparency.</p>
<p>Moreover, the debates project an image of parochial wars, or personal disputes, with some dogmatism and perception of a rear-guard fight (video vs. the death of football, end of romanticism, the end of the universality of refereeing and the Laws of the Game while unique but are implemented differently between the various competitions for example when the radio link is used between the referees, etc.).</p>
<p>And <span style="text-decoration: underline;">the contribution to new technologies</span> (for goal-line, for video-assisted refereeing when the game is stopped, cancelled goal after a unclear off-side, penalty-kick decided after a foul occurring at the limit of the penalty-box, etc.) <span style="text-decoration: underline;">is inevitable</span> due to the very fast evolutions of these technologies. It can be foreseen that in stadiums, fans will be able to watch in real time and replay the off-side line on their smartphones and ipads, while the central referee will be the only one not having access to this information!</p>
<p>Some options are available without endangering the stability of the Laws of the Game:</p>
<p>-        To launch a very large consultation of FIFA member associations,</p>
<p>-        To enlarge the debate with technology issues added to the mandate of the Task-Force 2014 on refereeing chaired by Franz Beckenbauer</p>
<p>-        To reflect – without any taboo &#8211; on the experience on refereeing in other sports (tennis. Rugby) and their own methods (temporary exclusions, public explanation of the decisions by the referees, 10-meter advance for penalties in case of criticism, penalty-try, etc.)</p>
<p>3.10) <strong><span style="text-decoration: underline;">Define and implement  a more comprehensive notion of autonomy</span></strong></p>
<p>Several axes are necessary:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">Autonomy from political and diplomatic issues</span>: football cannot be influenced by regional conflicts and rivalries between states:</p>
<p>. Right to play for all for recognized states (Kosovo) and to play at home as FIFA defended it for Israel in 2003 and for Palestine in 2008,</p>
<p>. Supremacy of sporting rules (integral draws of competitions without any interference not to create any precedent, organization in 2008 of the World Cup qualification matches Chad-Sudan) and supremacy of competitions regulations (for example in 2009 organization on neutral ground of the two matches North Korea-South Korea since the PDRK authorities did not all the ROK national anthem to be played in Pyongyang).</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">Autonomy in favor of sport justice</span> but with the condition that it is confirmed and improved thanks to wide consultation process with football stakeholders,</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">Autonomy from European law</span> in at least three directions:</p>
<p>. <span style="text-decoration: underline;">To define the content of the notion of sport specificity</span> existing in article 165 of the Lisbon Treaty which has today no definition at all, through a common position with players and clubs/leagues,</p>
<p>. <span style="text-decoration: underline;">To categorize sporting rules and decisions taken by sport institutions</span> to contain the impact of the Meca-Medina case:</p>
<p>a)     <span style="text-decoration: underline;">Purely sporting rules</span> (e.g. the size of the field of play) <span style="text-decoration: underline;">and decisions during the match</span> (penalty, cards, suspension, etc.) would be outside the area of the European law,</p>
<p>b)     <span style="text-decoration: underline;">Sporting rules with no economic purpose but with economic consequences only</span> (fight against doping, promotion-relegation, selection for national teams, talent’ and minors’ protection mechanisms, protection of the national teams) would be considered as “specific” after negotiation with the actors of football and thus not submitted to EU law,</p>
<p>c)     <span style="text-decoration: underline;">Economic regulations taken with a purely sporting objective without any economic purpose</span> (e.g. centralized sales of TV rights, ban on club multi-ownership, control of betting modalities, regulations on broadcasting to fill up stadiums, etc.) would “allegedly specific” but submitted to the control of a dialogue between sport institutions and political authorities,</p>
<p>d)     <span style="text-decoration: underline;">Purely economic decisions</span> (sales of rights, marketing, ticketing, tenders, etc.) would fully submitted to EU law,</p>
<p>. <span style="text-decoration: underline;">To re-assert the universality of the rules</span> stressing that specificity is not “the specificity of football in Europe regarding football in the rest of the world because of EU law” but “the specificity of football regarding EU law”.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">It is not possible to have two sets of rules, one for football in the 27 EU member-states and one for the rest of the world</span>. It is not possible neither to have a “dictatorship” of European law over football in the whole world because of the pre-eminence of West-European leagues.</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">Autonomy and dialogue between associations and governments</span> based on a strong initiative from FIFA to facilitate, encourage and codify this dialogue with the dual goal to support the development of local football and to avoid repetitive crises (suspensions, threats, etc.).</p>
<p>3.11) <strong><span style="text-decoration: underline;">Reconnect FIFA with the “people of football”</span></strong></p>
<p>A reform has been launched (strengthening of the code of ethics and of investigation powers of the Ethics Committee, capacity to investigate at its own initiative every time there is a suspicion including retro-actively) to contribute to the reconstruction of FIFA’s image, to the redefinition of its style (more casual chic than suit and tie?) but could be usefully completed among others by the following:</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">A wider openness to world cultures</span> (for example on the issue of the Muslim veil for female players since it is better that young girl and woman plays football with the veil rather than not playing without it, the issue of the official languages with Portuguese and Arabic to be considered),</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">A renewed commitment on societal issues such as racism and discriminations</span> (in line with the work done since the 2001 1ts-ever football conference against racism), <span style="text-decoration: underline;">gender equality</span> and <span style="text-decoration: underline;">hooliganism still present</span> (“Barras bravas” in Argentina, Paraguay, in Switzerland even and Indonesia with two dead for the final of the SEA Games football tournament),</p>
<p>-        <span style="text-decoration: underline;">A strengthened communication in direction of football actors,</span> clubs (with and via the future FIF-Clubs/Leagues), professional players (with and via FIFPro) and registered amateur players in the 208 associations, <span style="text-decoration: underline;">as well as with the fans </span>who are so central in the passion around football but so often neglected.</p>
<p align="center">x     x     x</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>I have the strong belief that only a strong, proactive, reformed and respected FIFA can fulfill its mission in the face of the very serious challenges faced by football in the twenty-first century and among which the fundamental balance of this sport and the balance between its components and actors occupy a central position.</p>
<p>Any degree of supremacy, any advantage or any element of pre-eminence given to one of them, whether clubs over FAs, between players and clubs, whether some clubs over the others, between continents and countries, would just reinforce and speed up the  distortions the game and jeopardize its future as well as any return to a healthier situation.</p>
<p>Secondly and in face of this uncontrolled stop-gap evolution, strengthened world governance represents the only solution to take the necessary decisions in a world whose governance has failed in so many areas: international financial services, climate issues, emergence of a fair trade order, health and alimentation problems and water distribution.</p>
<p>In spite of the – unfair – perception of FIFA today, football plays in the world an incredibly positive role to bring together peoples and nations, to fight inequalities, exclusions and discriminations of all kinds, to redistribute its income derived for the World Cup to the benefit of those in need.</p>
<p>Football is only a game and should remain so.</p>
<p>But if the organization of football embraces this universal, solidarity, respectful and proactive vision, football can offer an example and a method to emulate for the international finances characterized by the laisser-faire, disorganized, artificial and even criminal and benefitting an ultra-minority, for health issues and diseases neglected by the pharmaceutical companies when they affect low-income patients, for environmental issues dominated by short-term interest prevailing over our common future, for poverty in the world where live scandalously in parallel hunger and agricultural waste.</p>
<p>For football, only FIFA is able to preserve the above-described seven balances and a strong model of governance but FIFA will not be able to tackle these twenty-first century challenges with institutions and mechanisms dating from the nineteenth.</p>
<p>The French futurist Jacques Attali wrote in 2007 in “A brief history of the future” (Publisher Fayard) revealing pages on FIFA which either will lose control over football drifting progressively towards various forms of segmented mafia, or it would preserve this solidarity, universalist path respectful of differences for the common good and then FIFA will be able around 2050 to “blossom around a world general interest” and become a “planetary democratic government”.</p>
<p>In a world dominated by triumphant individualism, the increased indifference for collective challenges becoming more and more difficult to understand, football can supply this vehicle for coexistence, for the live-together, for the common good.</p>
<p>This “planetary general interest” is central at the very moment when football due to its success, belongs less and less to its actors, and becomes by the day a geo-political and geo-economic tool! And its principal asset lies in the fact that football offers this divided and unequal world the only really universal human activity where nationals, peoples and individuals can express their own pride without detesting or hating the others.</p>
<p>This is this human asset that a strong, proactive and revamped FIFA has the duty to protect during the twenty-first century.</p>
<p><em>Zurich, Ramallah, Paris, November-December 2011</em></p>
<p>Read this:</p>
<ul>
<li><strong>Steve Menary</strong>, sportingintelligence.com: <a title="Champagne proposals for Fifa reform set stage for presidential bid" href="http://www.sportingintelligence.com/2012/01/16/champagne-proposals-for-fifa-reform-set-stage-for-presidential-bid160101/" target="_blank">Champagne proposals for Fifa reform set stage for presidential bid</a></li>
</ul>
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		<title>The real road map: investigate corruption in FIFA, what should be happening?</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 10:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11497</guid>
		<description><![CDATA[Statement from  Andrew Jennings,  Jean François Tanda and Jens Weinreich Friday January 6, 2012 As journalists we have investigated FIFA corruption for many years. We are recognized internationally as experts on the dark world of Joseph Blatter and his associates, inside and outside FIFA. We have been invited to co-operate with Joseph Blatter’s so-called ‘reform [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Statement from  Andrew Jennings,  Jean </strong><strong>François</strong><strong> Tanda and Jens Weinreich</strong></p>
<p><em><small>Friday January 6, 2012</small></em></p>
<p>As journalists we have investigated FIFA corruption for many years. We are <a title="Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">recognized</a> <a title="Kontrastprogramm zur Blatter-FIFA-Propaganda powered by Bild: Andrew Jennings vor dem Europarat" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/kontrastprogramm-zur-blatter-fifa-propaganda-powered-by-bild-andrew-jennings-vor-dem-europarat/">internationally</a> as <a title="JW vita" href="http://www.jensweinreich.de/vita/">experts on the dark world of Joseph Blatter</a> and his associates, inside and outside FIFA.</p>
<p>We have been invited to co-operate with Joseph Blatter’s so-called ‘reform process’ at FIFA.</p>
<p>It is absurd that Blatter, who has benefited from the explosion of corruption during his tenure as FIFA General Secretary and President and who managed the kickback scandals for at least two decades, is controlling this ‘clean-up’ scheme. It is created by Blatter to protect him and those close to him. His pretence of a ‘road map to reform’ is risible.</p>
<p>Also, we are concerned that Professor Mark Pieth, through an employee, threatened legal action<strong> </strong>against one of our colleagues investigating how much Pieth was paid by FIFA and how much he will get from FIFA in future for the work in the so called <a title="FIFA’s “Independent Governance Committee” is far from independent" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/19/fifas-independent-governance-committee-is-far-from-independent/">Independent Governance Committee (IGC)</a>, although<strong> </strong>Professor Pieth eventually confirmed the figures.</p>
<p><strong>In these circumstances &#8211; and for the reasons given below &#8211; we are unable to co-operate with FIFA’s Independent Governance Committee.</strong><br />
<span id="more-11497"></span><br />
Firstly, there has to be a rigorous investigation of FIFA’s embedded corruption. The discoveries in this process would guide subsequent governance reforms.</p>
<p>Additionally, we cannot participate in any process that includes:</p>
<p>- <em>The Amaury Group.</em> They have a commercial relationship with FIFA, Blatter and Jérôme Valcke, staging the <em>Ballon d´Or </em>ceremony.  That such a conflicted company could have been included in the IGC calls into question the use of the word ‘independent.’</p>
<p>We also state our solidarity with Denis Chaumier,<strong> </strong>the editor of the Group’s publication <em>France Football</em>, recently fired by Amaury General Director François Morinière. As journalists, we have no interest in collaborating with a committee that includes Mr Morinière.</p>
<p>- <em>Sunil Gulati,</em> president of the United States Soccer Federation. Mr Gulati has been silent during the two decades of Jack Warner and Chuck Blazer’s controversial stewardship of CONCACAF’s finances and the massive World Cup ticket rackets run through this regional confederation. It is reported that Mr Gulati has political aspirations at FIFA and this is an additional reason to disqualify him.</p>
<p>We are concerned that there has not been fuller disclosure of financial and other interests by several other members of Professor Pieth’s IGC. We support the views of the Football Supporters Europe who have also declined to be involved.</p>
<p><strong>What should be happening</strong>:</p>
<ol>
<li>Without delay Blatter can and must publish his personal copy of the report by Zug Investigating Magistrate Thomas Hildbrand into kickback corruption at FIFA and the recipients of more than <a title="Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/">140 million Swiss Francs</a> (US$100 million) in bribes paid by former marketing company <a title="Beiträge zum ISL/ISMM-Bestechungssystem" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/">ISL/ISMM</a>.We are advised that there is no legal impediment to Blatter putting his copy online today. We do not believe his claims that unnamed people are delaying publication by him. We are told that the report destroys his claim in June 2010 to have been ‘cleared’ by the investigation.</li>
<li>Blatter should publically instruct his friend <a title="Beiträge zu Jean-Marie Weber" href="http://www.jensweinreich.de/?s=jean-marie+weber">Jean-Marie Weber</a>, who organised the 140 million Swiss Francs  worth of kickbacks paid by ISL, to disclose the identities of all sports officials who received them.</li>
<li>FIFA should adopt immediately genuine transparency. This means putting all FIFA information online – as do all first world governments &#8211; including audio/visual streaming and written minutes of all committees, accompanied by all reports submitted. All votes on all occasions must be recorded by name.</li>
<li>FIFA’s published accounts are a disgrace, designed to disguise how football’s money is spent – and on whom. KPMG should be replaced by an auditor committed to transparency.</li>
<li>Publication of all confidential management letters from auditors KPMG since 1999. These contain explosive evidence about misuse of FIFA funds and criminal money-laundering through FIFA’s Finance Department.</li>
<li>All FIFA financial documentation since 1998 when Sepp Blatter became FIFA President should be put on-line – and then subjected to independent forensic examination.</li>
<li>This material should include all payment orders made by Blatter using his astonishing power to be <a title="“Will Sepp Blatter flee with FIFA’s billions?”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/14/will-sepp-blatter-flee-with-fifa%e2%80%99s-billions/">sole signatory of cheques</a>. Let the world see a list of who got the money.</li>
<li>FIFA’s Finance Department must produce the documentation of the <a title="IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/">$1 million kickback of March 3, 1997 from ISL to Havelange</a> that was mistakenly sent to FIFA’s UBS account and then re-routed by General Secretary Blatter to Havelange.</li>
<li>Immediate suspension of FIFA ExCo member <a title="New revelations: FIFA Excecutives named as ISL bribe-takers" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/new-revelations-fifa-excecutives-named-as-isl-bribe-takers/">Nicolas Leoz</a>, identified in court in Zug in March 2008 as the recipient of $130,000 in bribes from ISL. (Later we discovered he got an additional $600,000!)<br />
<strong>FIFA can achieve the above, swiftly, without any outside intervention. That would show a genuine commitment to reform. Then the investigations can commence.</strong></li>
<li>We think that the only credible approach is for Professor Pieth to be empowered to hire a reputable, independent investigative company to conduct due diligence into all areas of alleged FIFA corruption. We suggest the following crucial areas of investigation followed by rapid publication:</li>
<li>The salaries, bonuses and other benefits paid in the last decade to Blatter, <a title="“How to make the whole f***-up look better for FIFA”?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/04/how-to-make-the-whole-f-up-look-better-for-fifa/">Jérôme Valcke</a> and all departmental directors.</li>
<li>All fees, bonuses and expenses – submitted and paid – of ExCo members in the last decade. And details of their Swiss tax arrangements.</li>
<li>The contracts and cost since 1998 of Blatter’s use of expensive chartered jets, his destinations and justifications for trips.</li>
<li>The allegations of corruption in the awarding of the <a title="One year after: wer überprüft die WM-Vergaben an Russland und Katar?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/">2018 World Cup to Russia and to Qatar in 2022</a> and the actions, where appropriate, of ExCo members Issa Hayatou, Jacques Anouma, Hany Abo Rida and Amos Adamu. This crucial investigation should be handled professionally <a title="FIFA-corruption: Richard Pound demands investigative commission and law enforcement assistance" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/01/fifa-corruption-richard-pound-demands-investigative-commission-and-law-enforcement-assistance/">by law enforcement agencies</a> or an independent investigation company, and where possible, liaising and assisting the current <a title="FIFA, IOC, Katar 2022: Recherche vs Propaganda" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/fifa-ioc-katar-2022-recherche-vs-propaganda/">FBI investigations</a>.</li>
<li>Investigating all aspects of the FIFA-related activities of <a title="Beiträge über Worawi Makudi" href="http://www.jensweinreich.de/category/worawi-makudi/">Worawi Makudi</a> of Thailand including the disclosure of money from FIFA’s Goal and FAP-programme and also World Cup TV rights for Thailand.</li>
<li>Investigation of allegations made in Argentina that FIFA finance committee chair <a title="Die märchenhaften Reichtümer des FIFA-Finanzchefs Don Julio Grondona: woher kommen mehr als 100 Millionen Dollar auf seinen Auslandskonten?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/">Julio Grondona</a> controls offshore accounts, mostly in Switzerland, containing $120 million. There seems no obvious source of this wealth.</li>
<li>Investigation is long overdue into how <a title="FIFA-Whistleblower Chuck Blazer kassiert 9,6 Millionen Dollar (und mehr)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/17/fifa-saubermann-chuck-blazer-kassiert-96-millionen-dollar-und-mehr/">Chuck Blazer</a> could simultaneously be both Treasurer and General Secretary of CONCACAF &#8211; and the secret payment to him of $10 million in recent years as ‘commissions.’ Have his offshore assets come from FIFA funds – including his vintage Mercedes car registered in Zurich in FIFA’s name?</li>
<li>Re-open the investigation into <a title="Beiträge zu Jack Warner" href="http://www.jensweinreich.de/?s=jack+warner">Jack Warner</a> and extend it to embrace every payment of any kind since 1998 to Warner, members of his family, companies owned by him including Simpaul travel agency, the CFU, CONCACAF and the João Havelange Centre of Excellence.</li>
<li>Investigate Blatter’s election campaign expenses for every election including 1998. In that campaign he charged his expenses to FIFA.</li>
<li>Who paid Walter de Gregorio and Brian Alexander to organise Blatter’s campaign in 2011 to retain the Presidency? Mr Alexander does not appear to be employed by FIFA but he briefs reporters at FIFA House on behalf of Blatter. Who pays him now?</li>
</ol>
<p><strong>Additional comments by</strong>:</p>
<p><a title="Transparency in Sport" href="http://www.transparencyinsport.org" target="_blank"><em>Andrew Jennings:</em></a></p>
<p>1. I am becoming weary of the continual deceptions of FIFA’s press office which appears under orders to protect Blatter and General Secretary Valcke and ignore the public interest.</p>
<p>2. FIFA ticks all the boxes in academic definitions of Organised Crime Syndicates. I welcome more discussion of this theme.</p>
<p><a title="Jean François Tanda" href="http://www.tanda.ch" target="_blank"><em>Jean François Tanda:</em></a></p>
<p>1. This is my personal view and not that of my editor.</p>
<p>2. Regarding the TV rights for Jack Warner the crucial point is: Who approved the books/accounts of Fifa every year despite the fact that Warner is alleged never to have paid for them? In the books of Fifa, these TV rights were not booked with only 1 US $.</p>
<p><em>Jens Weinreich:</em></p>
<p>1. The 20 points of action we demand can only be a starting point for all FIFA investigations. Every further suggestion is welcomed.</p>
<p>2. I totally agree with the analysis that FIFA ticks all the boxes in academic definitions of Organised Crime Syndicates. I welcome more discussion of this theme.</p>
<p>3. Disclosure and destination of all fees, expenses and other monies paid to Blatter’s (former?) so-called personal ‘strategic advisor’ Peter Hargitay and businesses – including media and World Cup tickets &#8211; he has been connected with in the last decade. Where inappropriate, repayment to be demanded.</p>
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		<item>
		<title>cheat of the day (I): “We never said we would build a bullet-train track from Incheon to PyeongChang”</title>
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		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/01/04/cheat-of-the-day-i/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 12:59:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[cheat of the day]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[pyeongchang 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category>
		<category><![CDATA[yang ho cho]]></category>
		<category><![CDATA[cho yang ho]]></category>
		<category><![CDATA[poll]]></category>
		<category><![CDATA[sohn chang hwan]]></category>
		<category><![CDATA[umfrage]]></category>
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		<description><![CDATA[Neues Jahr, neue Rubrik. &#8220;Cheat of the day&#8221;, Betrug des Tages, Schwindel des Tages. Ich bin sicher, die olympische Welt wird uns weiter einiges Unverfrorenes bieten. Beginnen wir also mit den Olympia-Gastgebern aus Pyeongchang. Der gewesene Bewerbungschef Cho Yang Ho, Boss von Korean Air, sagte (nicht nur) im Juli, unmittelbar vor der Entscheidung über die Winterspiele [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<div id="attachment_11492" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-11492" title="68minutes" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/01/68minutes.jpg" alt="" width="530" height="289" /><p class="wp-caption-text">Screenshot aus einem offiziellen Bewerber-Video</p></div>
<p>Neues Jahr, neue Rubrik. <strong>&#8220;Cheat of the day&#8221;</strong>, Betrug des Tages, Schwindel des Tages. Ich bin sicher, die olympische Welt wird uns weiter einiges Unverfrorenes bieten.</p>
<p>Beginnen wir also mit den Olympia-Gastgebern aus <a title="alle Beiträge zu Pyeongchang 2018" href="http://www.jensweinreich.de/category/pyeongchang-2018/">Pyeongchang</a>.</p>
<p>Der gewesene Bewerbungschef <strong><a title="Beiträge von und mit Cho Yang Ho" href="http://www.jensweinreich.de/?s=cho+yang+ho">Cho Yang Ho</a></strong>, Boss von Korean Air, sagte (nicht nur) im Juli, <a title="reuters.com: Q&amp;A with Pyeongchang 2018 Games bid chief Cho Yang-ho" href="http://uk.reuters.com/article/2011/07/04/uk-olympics-2018-pyeongchang-qa-idUKTRE7632MD20110704" target="_blank">unmittelbar vor der Entscheidung über die Winterspiele 2018</a>, in Durban:</p>
<blockquote><p>The investment programme for the Winter Games infrastructure is already underway with projects such as the double-track express railroad which will connect Seoul&#8217;s Incheon Airport directly to Pyeongchang in 68 minutes.&#8221;</p></blockquote>
<p>Inzwischen haben es sich die Koreaner anders überlegt.<br />
<span id="more-11485"></span><br />
<strong>Sohn Chang Hwan</strong>, ein Direktor des Organisationskomitees <a title="PyeongChang 2018" href="http://pyeongchang2018.org/language/eng/index.asp?hb_Manager_PK=VDENAA01&amp;s=" target="_blank">Pyeongchang 2018</a>, erklärt <a title="WSJ Asia" href="http://blogs.wsj.com/korearealtime/2012/01/04/68-minutes-to-pyeongchang-about-that/" target="_blank">nunmehr</a> <a title="Korean Herald" href="http://www.koreaherald.com/national/Detail.jsp?newsMLId=20120104000714" target="_blank">feierlich</a>:</p>
<blockquote><p>The claim is falsely reported. We never said we would build a bullet-train track from Incheon to PyeongChang, but the media did. The only proposed plan is connecting Wonju and Gangneung with a new express railroad”</p></blockquote>
<p>Die Medien sind an allem schuld.</p>
<p>Was sagt man dazu?</p>
Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
<p>Im Youtube-Kanal der Organisatoren kann man die 68-Minuten-Lüge auch noch finden, und nicht nur dort.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2012/01/04/cheat-of-the-day-i/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
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		<title>Merry christmas</title>
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		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/24/merry-christmas/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 24 Dec 2011 13:38:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[christmas]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>
		<category><![CDATA[technik]]></category>
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		<description><![CDATA[Allen Freunden, Diskutanten, stillen Lesern und Gefährten und auch all jenen, die meine Berichterstattung aushalten müssen, wünsche ich angenehme Feiertage. Es wird am zweiten Feiertag nach Weihnachten hier weitergehen mit etwas Lesestoff. Und überhaupt. Noch ist die Arbeit nicht getan, nicht wahr, Sepp? Aus dem Maschinenraum kann ich vermelden: Der Umzug auf einen belastbareren Server ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p>Allen Freunden, Diskutanten, stillen Lesern und Gefährten und auch all jenen, die meine Berichterstattung aushalten müssen, wünsche ich angenehme Feiertage.</p>
<p>Es wird <del>am zweiten Feiertag</del> nach Weihnachten hier weitergehen mit etwas Lesestoff. Und überhaupt. Noch ist die Arbeit nicht getan, nicht wahr, Sepp?</p>
<p>Aus dem Maschinenraum kann ich vermelden: Der Umzug auf einen belastbareren Server ist vollzogen, am neuen Layout wird gearbeitet, zum neuen Jahr soll das starten. Ich bin ziemlich davon überzeugt, dass das hier noch gar nicht richtig angefangen hat. More fun to come. Und mehr Arbeit.</p>
<p>Herzliche Grüße für heute.</p>
<p>Mir ist grad danach:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/24/merry-christmas/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<div class="topsy_widget_data topsy_theme_mustard" style="background:url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2011%252F12%252F24%252Fmerry-christmas%252F%22%2C%20%22style%22%3A%20%22%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Merry%20christmas%22%20%7D);"></div>
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		<title>FIFA’s “Independent Governance Committee” is far from independent</title>
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		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/19/fifas-independent-governance-committee-is-far-from-independent/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 23:07:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p><strong>by Roger Pielke Jr. and Jens Weinreich</strong></p>
<p>TOKYO. The so called Independent Governance Committee (IGC), appointed by FIFA and Committee chair Mark Pieth (Basel Institute of Governance) seems to be a big disappointment.</p>
<p>Key question is:</p>
<ul>
<li><strong>Is this committee really independent?</strong></li>
</ul>
<p>There are way too many reasons to doubt.</p>
<p>Roger Pielke Jr. has offered a first review on his blog <a title="The Least Thing" href="http://leastthing.blogspot.com/2011/12/independence-scorecard-for-fifas.html">The Least Thing</a>.</p>
<p>I am happy to crosspost this analysis. In general I agree with Roger&#8217;s comments:</p>
<ul>
<li><strong>2</strong> from 12 IGC members are <strong>independent</strong></li>
<li><strong>4</strong> from 12 IGC members are <strong>independent pending full disclosure</strong> of financial ties to FIFA</li>
<li><strong>6</strong> from 12 IGC members are <strong>not independent</strong> (including its chair Mark Pieth)</li>
</ul>
<p>Before offering Roger&#8217;s article I copy-paste all information which have been officially published about composition of IGC so far.</p>
<p>It is not much.</p>
<p>Since we are talking about Good Governance and Transparency and since FIFA&#8217;s propaganda is going around the world without proof (<a title="Lost in translation: “I have no case. I have no information”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/17/lost-in-translation-i-have-no-case-i-have-no-information/">see newest Makudi example</a>) I would expect much more and really transparent information.</p>
<p>I don&#8217;t know yet if Mark Pieth is really aware of this (his) obligation.<br />
<span id="more-11460"></span></p>
<ul>
<li><strong>1. <a title="Basel Institute of Governance" href="http://www.baselgovernance.org/gov/fifa/independent-governance-committee-members" target="_blank">Independent Governance Committee members</a></strong></li>
</ul>
<blockquote><p><strong>Sunil Gulati</strong></p>
<p>Sunil Gulati is the current president of the United States Soccer Federation (USSF) and a lecturer in Economics at Columbia University. He serves as a senior advisor to the Kraft Group. Elected in March 2006, Gulati has been one of the most influential figures in the development of US soccer over the past 30 years. Gulati served as USSF Vice-President for six years and played a key role in major USSF decisions for many years prior to his election as president.</p>
<p><strong>Leonardo Grosso</strong></p>
<p>Leonardo Grosso has been a FIFPro Board Member since 1994 and FIFPro President since 2010. He began his career as a goalkeeper in Serie A with Genoa in 1963 before joining Serie B club Perugia in 1970. After four seasons with Perugia he signed for SPAL Ferrara in 1974 before ending his career with Modena in Serie B in 1978. During his 15-year career he performed in over 400 league appearances in Italy’s two top divisions. Leonardo is a professional lawyer, an AIC (Italian Players’ Union) Board Member, the President of the AIC UNLUS Solidarity Fund and a member of the Board of the Fondo Fine Carriera Giocatori ed Allenatori di Calcio (a Fund for Football Players and Coaches who ended their career). He also serves as vice-commissioner of ENPALS (a social services institute for professional athletes).</p>
<p><strong>Lydia Nsekera </strong></p>
<p>Lydia Nsekera has been serving as president of the Fédération de Football du Burundi since 2004, and as a member of the International Olympic Committee since 2009. She holds a degree in economic and administrative sciences at the University of Burundi. In addition to her roles at the Fédération de Football du Burundi and the IOC, she was a member of the NOC Women and Sport Commission (2001-2006); a member of the Organizing Committee of the 5th African women’s football championships (2006), a Member of the Women’s Football and Futsal Commission of the African Football Federation (CAF) (2006-), among others. She is currently a member of the Commission d’Organisation Tournois Olympiques de football and the Commission de Football Féminin et de la Coupe du Monde Féminine de la FIFA. She is a Winner of the IOC Women and Sport Trophy (2009).</p>
<p><strong>Lord (Peter) Goldsmith</strong></p>
<p>Lord (Peter) Goldsmith QC, PC is Chair of European and Asian Litigation at Debevoise &amp; Plimpton LLP. Lord Goldsmith served as the UK’s Attorney General from 2001-2007, prior to which he was in private practice as one of the leading barristers in London.</p>
<p>He became Queen’s Counsel in 1987 and has judicial experience as a Crown Court Recorder and a Deputy High Court Judge. Public appointments he has held include: Chairman of the Bar Council of England and Wales, Co-Chairman of the International Bar Association Human Rights Institution, Board member of the American Bar Association Rule of Law Initiative, Co-Chairman of the ICC Taskforce on Arbitrations Involving States and Chairman of the UK Financial Reporting Review Panel. He has an active international litigation practice and is a current member of the British House of Lords serving on the House of Lords Select Committee on the Constitution.</p>
<p><strong>Alexandra Wrage</strong></p>
<p>Alexandra Wrage is the president and founder of TRACE, an international non-profit membership association working with companies to raise their anti-bribery compliance standards. TRACE provides compliance tools and services to its members, including more than 200 multinational companies and more than 3000 SMEs in over 130 countries. Ms. Wrage is the author of Bribery and Extortion: Undermining Business, Governments and Security and the host of the DVD Toxic Transactions: Bribery, Extortion and the High Price of Bad Business produced by NBC. She has written three compliance guidebooks and is a guest blogger on the Huffington Post. Ms. Wrage speaks frequently on topics of international law, anti-corruption initiatives and the hidden costs of corruption and regularly writes articles appearing in the business and legal media. She has served as Chair of the Anti-Corruption Committee of the American Bar Association’s (ABA’s) International Section and Chair of the International Legal Affairs Committee of the Association of Corporate Counsel and is a longstanding member of the Working Group for the United Nation’s Global Compact 10th Principle. Ms. Wrage, a Canadian, read law at Kings College, Cambridge University.</p>
<p><strong>Michael Hershman</strong></p>
<p>Michael Hershman is President and CEO of the Fairfax Group. He is an internationally recognized expert on matters relating to transparency, accountability, governance and security. The Fairfax Group has advised governments, corporations and international financial institutions on issues pertaining to the conduct of senior-level officials and/or the entities with which they do business. In December 2006, Mr. Hershman was appointed Independent Compliance Advisor to the Board of Directors of Siemens AG, a company with more than 400,000 employees. Hershman served as Senior Staff Investigator for the Senate Watergate Committee, the Chief Investigator for the Federal Election Commission, and as Chief Investigator for a joint Presidential and Congressional Commission reviewing state and federal laws on wiretapping and electronic surveillance. Immediately before founding the Fairfax Group, Mr Hershman was Deputy Auditor General for the Foreign Assistance Programme of the U.S. Agency for International Development (USAID). Mr Hershman is a Member of the Board of Directors and Chair of the Audit Committee for the Canter for International Private Enterprise. For the past ten years he has been a member of, and Vice Chairman of the INTERPOL International Group of Experts on Corruption (IGEC), and for the past 12 years, he has sat on the Board of the International Anti-Corruption Conference Committee (IACC). For the past three years, Mr Hershman has been selected as one of the one hundred most influential people in business ethics by the Ethisphere Institute. Michael Hershman is founder of the International Anti-Corruption Academy an International Organization located in Austria and is Chairman of the Academy Senior Advisory Board.</p>
<p><strong>Guillermo Jorge</strong></p>
<p>Guillermo Jorge is founder and managing partner of Guillermo Jorge &amp; Asociados, a Buenos Aires based legal and consulting firm specialized in preventing and enforcing anticorruption and anti-money laundering laws and regulation and asset recovery remedies. Guillermo is also an active consultant for international organizations and Latin American governments. Guillermo is also the Director of the on Program on Corruption Control at San Andres University School of Law. Guillermo was Drapper-Hills fellow at the Center for Democracy, Development and the rule of Law at Stanford University (2009), Reagan-Fascell fellow at the National Endowment for Democracy (2006), and fellow at the Stanford Center for Latin American Studies (2002). Recent publications include International Standards against Money Laundering, in Bernd Klose (ed.), Asset Tracing &amp; Recovery, The FraudNet World Compendium, 2nd Ed., Dr. Erich Schmidt-Verlag, Berlin, Germany, forthcoming, 2012; Políticas de control de lavado de dinero, in Tokatlián, Juan G. (ed.), Drogas y prohibición: una vieja Guerra, un Nuevo debate, El Zorzal, Buenos Aires, 2010; Recuperación de Activos de la Corrupción, Editores del Puerto, Buenos Aires, 2008; The Peruvian Efforts to Recover Proceeds from Montesino´s Criminal Network of Corruption, in Pieth, M. (ed.), Recovering Stolen Assets, Peter Lang, Bern, 2008. Guillermo holds a law degree from Buenos Aires University (1995) and an LLM from Harvard Law School (2003).</p>
<p><strong>James Klotz</strong></p>
<p>James Klotz is a partner at Miller Thomson LLP, and Co-Chair of the Canadian firm’s International Business Transactions Group. Having led complex corporate and commercial transactions in more than 108 countries, he is widely respected for his deep knowledge and practical experience in the international business arena, his area of specialty. International anti-corruption is a related practice area. Mr. Klotz is currently President and Chairman of the Board of Transparency International Canada Inc. He is also Chair of the Bar Issues Commission of the International Bar Association, and Vice Chair of the Anti-Corruption Committee of the American Bar Association’s Section of International Law. He was previously Chair of the Canadian Bar Association’s International Law Section and Chair of its Anti-Corruption Task Force.</p>
<p>Mr. Klotz is an Adjunct Professor of International Law at Osgoode Hall Law School.</p>
<p><strong>François Morinière</strong></p>
<p>François Morinière has been CEO of Groupe L’Équipe &#8211; Groupe Amaury, the market leaders in sport information since September 2008. Responsible for strategy, editorial content and financial results, François manages and oversees the development of the totality of the groups&#8217; printed media (L’Équipe, L’Équipe Mag, France Football, Vélo Magazine, Sport &amp; Style, Journal du Golf, etc.) as well as its digital activities (internet, TV, mobile etc.). Before joining the L’Équipe Group, Mr. Morinière has been the Managing Director and later the Chairman of the Executive Board of CBS Outdoor France.</p></blockquote>
<ul>
<li><strong>2. <a title="FAQs FIFA Independent Governance Committee" href="http://www.baselgovernance.org/gov/fifa/independent-governance-committee-faqs/" target="_blank">FAQs offered by Pieth&#8217;s team</a></strong></li>
</ul>
<blockquote><p><strong>Is this an Independent Committee?</strong></p>
<p>As several influential NGOs from around the world have demanded, the reform process needs to be supervised by experts with a broad spectrum of specializations. This includes people who have deep knowledge of the world of football and experience in the processes that are now being looked at, including players, representatives of associations, marketing representatives and media rights representatives. It also includes experts who bring a different perspective, such as NGOs, and representatives of civil society. Lastly, there need to be specialists with professional governance-related know how such as lawyers of high standing, governance experts and investigators. This is necessary to cover all the skills and perspectives needed to support the governance reform. The Independent Governance Committee (IGC) will have the following tasks: It monitors and reviews the recommendations of the four FIFA Task Forces (Football 2014, Ethics Committee, Transparency and Compliance, Revision of Statutes) and submits the final recommendations to the FIFA Executive Committee. The IGC is independent in its recommendations and is the final authority to submit recommendations to FIFA`s Executive Committee. The IGC cannot legally enforce any changes. However, it does have the right to monitor the decision-making and implementation of its recommendations. ICG will regularly inform the public about the progress made.</p>
<p><strong>Why are the Members not working pro bono?</strong></p>
<p>Establishing good governance for FIFA is a serious and time-consuming professional task. It is comparable to other professional services and related responsibilities, such as audit work, forensic services, or compliance monitoring. Such work is appropriately remunerated. Of course, each Committee member is free to decide how to use his or her remuneration, including whether to use the funds for non-commercial purposes, such as university research.</p>
<p><strong>Is the IGC looking into the past?</strong></p>
<p>The primary goal of the effort is to establish good governance for FIFA in a timely manner, taking into account its economic, social and political significance (e.g. current officials will need to undergo the due diligence process, e.g. conflict of interest checks). Obviously a sound governance reform process is based on a risk analysis. Therefore, the IGC will consider the results of both closed and on-going investigations relating to FIFA officials. Finally, the IGC reserves the option to recommend additional investigations into the past, if it deems it necessary in order to implement its recommendations.</p></blockquote>
<ul>
<li><strong>3.</strong> Das Pieth-Gutachten vom September: <strong><a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/mm/document/affederation/footballgovernance/01/54/99/69/fifagutachten-en.pdf" target="_blank">Governing FIFA – Concept Paper and Report<img id="snap_com_shot_link_icon" src="http://www.previewshots.com/images/v1.3/t.gif" alt="" /></a></strong></li>
</ul>
<p>Crosspost of the first analysis by Roger Pielke Jr.:</p>
<p><strong>Independence Scorecard for FIFA&#8217;s &#8220;Independent&#8221; Governance Committee</strong></p>
<p>FIFA has empaneled a committee focused on helping the organization to reform itself in the direction of &#8220;good governance.&#8221;  Sepp Blatter calls the committee the &#8220;<a href="http://www.guardian.co.uk/politics/2011/dec/17/lord-goldsmith-appointed-fifa">Independent Good Governance Committee</a>.&#8221; However, media reports and readily available information shows that  the committee is far from independent.</p>
<p>My scorecard shows, of the 12 announced spots on the committee:</p>
<ul>
<li>2 are independent</li>
<li>4 are independent pending full disclosure of financial ties to FIFA</li>
<li>6 are not independent (including its chair)</li>
</ul>
<p><a href="http://www.baselgovernance.org/gov/fifa/independent-governance-committee-members">Below are the members</a> who have been announced for the committee and my judgement on their independence from FIFA and rationale.  I add a ** to those judgments where further information would be helpful, but as FIFA operates without a conflict of interest policy that mandates disclosure of potential conflicts, information is hard to come by. I err on the side judging independence when information is lacking.</p>
<p><strong>NOT INDEPENDENT</strong> &#8212; Chair, Mark Pieth, University Of Basel &#8212; Pieth (or Pieth&#8217;s institution) <a href="http://www.businessweek.com/news/2011-12-17/fifa-anti-corruption-panel-may-be-further-expanded-pieth-says.html">was paid 97,979.18€ by FIFA</a> to produce a scoping report, immediately prior to being appointed to chair the committee. Obviously not independent.</p>
<p><strong>INDEPENDENT</strong> &#8212; Leonadro Grosso, <a href="http://www.fifpro.org/">FIFPro</a> President&#8211; FIFPro is an association of professional football player associations, formed in 1965.</p>
<p><strong>NOT INDEPENDENT</strong> &#8212; Lydia Nsekera, President Burundi Football Association &#8212; The Burundi FA is a member of FIFA. Obviously not independent.</p>
<p><strong>**INDEPENDENT</strong> &#8212; Peter Goldsmith, former UK Attorny General and now partner at Debevoise &amp; Plimpton, LLC&#8211; There is some evidence that  Debevoise &amp; Plimpton <a href="http://www.debevoise.com/attorneys/detail.aspx?id=bcfb1113-4cd3-42bb-9898-aed03cd266c2&amp;type=showfullbio">may have financial ties to FIFA</a> (e.g., in advising on a 191.37€M infrastructure project associated with EURO 2012). Such a relationship may or may not compromise independence, I just don&#8217;t know, hence the two stars.</p>
<p><strong>INDEPENDENT</strong> &#8212; Alexandra Wrage, President of <a href="https://secure.traceinternational.org/">TRACE</a> &#8212; TRACE states on its website: &#8220;Neither Ms. Wrage nor TRACE will accept any fees or travel expenses for Ms. Wrage&#8217;s participation on the IGC.&#8221;</p>
<p><strong>**INDEPENDENT</strong> &#8212; Michael Herschman, President of <a href="http://www.fairfaxgroup.us/">The FairFax Group</a> &#8211;The FairFax group helps to advise companies about crisis managment and risk mitigation. It is not known what, if any, financial relationship the Group has had with FIFA now or in the recent past, hence the two stars.</p>
<p><strong>**INDEPENDENT</strong> &#8212; Guillermo Jorge, <a href="http://www.guillermojorge.com.ar/?page_id=12">Guillermo Jorge &amp; Asociados</a> &#8212; The firm specializes in &#8220;in the design and implementation of corporate strategies and public policies dealing with business ethics and the prevention of corruption and money laundering.&#8221; Once again there is no information on the firm&#8217;s current or past financial ties to FIFA, hence the two stars.</p>
<p><strong>**INDEPENDENT</strong> &#8212; James Klotz, partner at <a href="http://www.millerthomson.com/welcome-bienvenue">Miller Thomson LLC</a> &#8212; Miller Thomson is a business law firm, again there is no information available on the firms current or past relationships with FIFA. Two stars.</p>
<p><strong>NOT INDEPENDENT</strong> &#8212; François Morinière, CEO of Groupe L’Équipe &#8211; Groupe Amaury &#8212; This corporate entity is <a href="http://www.fifa.com/classicfootball/awards/ballondor/">a corporate partner with FIFA</a> for its Ballon D&#8217;Or Award.</p>
<p><a href="http://www.businessweek.com/news/2011-12-17/fifa-anti-corruption-panel-may-be-further-expanded-pieth-says.html">Others to be added include</a>:</p>
<p><strong>NOT INDEPENDENT</strong> &#8212; Sunil Gulati, president <a href="http://www.ussoccer.com/">US Soccer Federation</a> &#8212; USSF is a member of FIFA.  Obviously not independent.</p>
<p><strong>NOT INDEPENDENT</strong> &#8212; unnamed Asian sponsor</p>
<p><strong>NOT INDEPENDENT</strong> &#8212; an unnamed club representative</p>
<p>If I was a reporter, I&#8217;d be asking the 6 members with two stars to disclose publicly their financial relationships with FIFA (or lack thereof). If they are unwilling to disclose such information to allow such a judgment, I&#8217;d move them to &#8220;not independent.&#8221; But in this exercise I have erred on the side of judging independence of these organizations, but absent disclosure it is not at all clear that such a judgment is warranted.</p>
<p>The bottom line is that FIFA&#8217;s &#8220;Independent Good Governance Committee&#8221; is far from independent.</p>
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		<pubDate>Sat, 17 Dec 2011 20:32:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[TOKIO. Ich habe einige Tage unterm Weihnachtsbaum der FIFA-Familie verbracht. Bin vor Arbeit gar nicht zum Schreiben gekommen. Das wird nun ansatzweise nachgeholt. Es gibt viel zu erzählen. Don Julio war da, wollte aber nicht mit mir sprechen. Worawi war da, mochte aber nicht mir mir sprechen. Issa war da, hatte aber kein Bedürfnis, mit [...]]]></description>
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<p><img title="weihnacht-tokyo" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/weihnacht-tokyo-e1324153276184.jpg" alt="" width="240" height="320" align="right" hspace="5" vspace="5" />TOKIO. Ich habe einige Tage unterm Weihnachtsbaum der FIFA-Familie verbracht. Bin vor Arbeit gar nicht zum Schreiben gekommen. Das wird nun ansatzweise nachgeholt. Es gibt viel zu erzählen.</p>
<p><a title="Die märchenhaften Reichtümer des FIFA-Finanzchefs Don Julio Grondona" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/">Don Julio</a> war da, wollte aber nicht mit mir sprechen.</p>
<p><a title="alle Beiträge zu Worawi Makudi" href="http://www.jensweinreich.de/category/worawi-makudi/">Worawi </a>war da, mochte aber nicht mir mir sprechen.</p>
<p><a title="Jacques Rogge sagt: “reports are confidential” und “a warning is not a sanction”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/jacques-rogge-sagt-reports-are-confidential-und-a-warning-is-not-a-sanction/">Issa</a> war da, hatte aber kein Bedürfnis, mit mir zu reden.</p>
<p>Sepp war auch kurz angebunden auf der Pressekonferenz, komisch eigentlich, er fühlte sich mal wieder missverstanden. Dabei hatte ich doch nur nachgefragt:</p>
<blockquote><p>Just to clarify, do I understand it right: You don&#8217;t care about the past, you don&#8217;t want to know who has paid bribes and who has received bribes. But you will penalize all members of the FIFA family who want to know how Russia and Katar have secured the World Cup?</p></blockquote>
<p>Nein, nein, nein, sagt der Sepp, so habe er das nicht gemeint.</p>
<blockquote><p>This is totally wrong.</p></blockquote>
<p><span id="more-11440"></span></p>
<p>Er hatte, ich habe die Simultanübersetzung gehört, demnach formuliert:</p>
<blockquote><p>Ich kann ihnen sagen, dass die Entscheidung der FIFA-Exekutive am 2. Dezember 2010, die WM 2018 an Russland und 2022 die WM an Katar zu vergeben, aufrechterhalten bleibt. Ich weiß nicht, wer diese Entscheidungen umstoßen sollte. Wenn sie die Leute innerhalb der FIFA fragen, ob es Mitglieder gibt innerhalb des Exekutivkomitees, die solche Erklärungen abgeben, dann werde ich persönlich eingreifen. Ich kann natürlich nicht die gesamte FIFA-Familie aufhalten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer mag, kann es nachhören (im Englischen Original, das ich auch aufgezeichnet habe, doppelt hält besser), der Extrakt einer weitgehend absurden PK, wie ich fand, von mir auf 6:48 Minuten zusammengeschnitten:</p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/blatter-tokyo-17122011-short.mp3">:</a></p>
<p>Ich denke, dass dieser erste Fragesteller, ein so genannter Journalist aus Katar, bestellt war. Vom Emir oder vom Sepp? Was weiß denn ich.</p>
<p>Jedenfalls, der Typ bedankte sich nach dem Termin ganz euphorisch beim Sepp. So ist&#8217;s recht. Da hat noch einer Respekt.</p>
<p>Für den Deutschlandfunk habe ich gerade gedichtet:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/17/dlf_20111217_1926_a03424b0.mp3">:</a></p>
<p>In Tokio traf sich am Rande der Klub-Weltmeisterschaft zum letzten Mal in diesem turbulenten Jahr das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA. Eigentlich hatte Präsident Joseph Blatter zu diesem Termin versprochen, die so genannte Einstellungsverfügung im ISL-Bestechungsskandal zu veröffentlichen. Doch dies wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Dafür hat Blatter einige korrupte FIFA-Funktionäre entlastet.</p>
<p>Schon am Freitag hatte die FIFA in einer dürren Mitteilung das Exekutivmitglied Worawi Makudi aus Thailand vom Vorwurf freigesprochen, eigenen Grundbesitz mit Mitteln aus dem Entwicklungshilfeprogramm GOAL aufgewertet zu haben. Makudi habe entlastende Unterlagen vorgelegt, hieß es. Nähere Angaben dazu wurden nicht gemacht. Makudi, den ich in diesem Jahr schon einige Male getroffen und vergeblich gefragt habe, verweigerte sich auch diesmal einem Gespräch und sagte, nachdem er erst tat, als verstehe er nichts, gleichzeitig flüchtete, aber vom Aufzug gestoppt wurde:</p>
<blockquote><p>I have no case. I have no information.</p></blockquote>
<p>No case. Das sagte ja die FIFA auch. Gestern Abend erhielt ich diese Email:</p>
<blockquote><p>Dear Mr Weinreich,</p>
<p>FIFA has completed its analysis of the documents provided by Worawi Makudi and has been able to ascertain that Mr Makudi had in fact donated part of his plot of land to the Thailand FA for the purpose of the construction of FIFA Goal projects in Thailand. Therefore, no proceedings have been opened against Mr Makudi and the matter is now closed.</p>
<p>Best regards,</p>
<p>FIFA Media department</p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>* * *</strong></p>
<p>Kleiner Einschub. Denn diese Email erinnerte mich irgendwie an jene Email, die mir der gewesene FIFA-Kommunikationsdirektor Hans Klaus einmal schrieb, als ich ihn nach den Umständen <a title="Grüße von der Russenmafia: Alimsan Tochtachunow" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/04/gruse-von-der-russenmafia-alimsan-tochtachunow/">eines Treffens von FIFA-Präsident Joseph Blatter mit einem international gesuchten russischen Schwerverbrecher und Mafiosi namens Alimsan Tochtachunow</a> gefragt habe.</p>
<p>Der damalige FIFA-Kommunikationsdirektor <a title="@ email von der Fifa" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/08/email-von-der-fifa/">antwortete nach vier Tagen</a>:</p>
<blockquote><p>Ein Zusammenkommen mit der von Ihnen genannten Person ist uns in Bezug der Namen und des Zeitpunktes nicht bekannt.</p></blockquote>
<p>Wohlgemerkt, das Treffen von Blatter mit dem <a title="Diebe im Gesetz" href="http://www.jensweinreich.de/2010/05/10/diebe-im-gesetz/">Dieb im Gesetz Tochtachunow</a>, an dem auch das damalige FIFA-Exekutivmitglied Wjatscheslaw Koloskow teilnahm, fand statt und ist auch mit mehreren Fotos dokumentiert:</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><img class=" " title="sepp-koloskow-alik" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/sepp-koloskow-alik.jpg" alt="FIFA-Familie: FIFA-Präsident Joseph Blatter, eh. Exekutivmitglied und Blatter-Nutznießer Wjatscheslaw Koloskow, Mafiosi Alimsan Tochtachunow (v.l.)" width="512" height="342" /><p class="wp-caption-text">FIFA-Familie: FIFA-Präsident Joseph Blatter, eh. Exekutivmitglied und Blatter-Nutznießer Wjatscheslaw Koloskow, Mafiosi Alimsan Tochtachunow (v.l.)</p></div>
<p>Koloskow, dem Blatter schon einmal 100.000 Dollar gezahlt hat, treibt sich natürlich auch hier in Tokio herum &#8211; ich sah ihn täglich im Ritz Carlton. Koloskow bleibt ja wichtig, Russland richtet die WM 2018 aus. Und, by the way, er bringt zu den Jahresendparties stets Kaviar und Wodka mit. Die Parties in kleinem Kreise sind legendär.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>* * *</strong></p>
<p>Doch zurück zum Thema Makudi:</p>
<p>Heute erfuhr ich dann dankenswerter Weise doch, auf welcher Grundlage Makudi &#8220;entlastet&#8221; wurde: Mit Datum vom 16. November 2011 hat Makudi die Grundstücke/das Grundstück an Thailands Fußballverband übertragen. Ein von der FIFA in Auftrag gegebenes Gutachten der Zürcher Kanzlei Niederer, Kraft &amp; Frey hält das mit Datum vom 6. Dezember 2011 fest. Die beglaubigte Übertragung geschah also erst</p>
<ul>
<li>&#8230; acht Jahre, nachdem Makudi das Versprechen gegeben und zugleich das GOAL-Geld beantragt hatte, damals noch als Generalsekretär.</li>
</ul>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10911" title="Makudi Land Promises 2003" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/makudi-2003.c16.png" alt="" width="409" height="591" /></p>
<ul>
<li>&#8230; und erst, nachdem die FIFA ihm bis 1. Dezember eine zweite Frist gesetzt hatte, Unterlagen beizubringen.</li>
</ul>
<p>Ob er zur ersten Frist gelogen hat und gefälschte Unterlagen einreichte, wie thailändische Quellen vermuten, lässt sich nicht sagen. Die FIFA gibt dazu und zu vielen anderen Fragen in der Causa Makudi keine Antwort.</p>
<p>Ich komme auf den Fall Makudi zurück, keine Bange.</p>
<p>Den Vizepräsidenten Issa Hayatou aus Kamerun, <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">ISL-Schmiergeldempfänger</a>, unterstützte Blatter in Tokio ebenfalls. Hayatou war vergangene Woche vom IOC nur ermahnt worden. Die FIFA unternimmt gar nichts.</p>
<p>Blatters Aussage, simultan übersetzt in Tokio:</p>
<blockquote><p>Herr Hayatou ist immer noch ein gutes, ständiges Mitglied. Und das Exekutivkomitee hat das ebenfalls betont, und die meisten haben sogar geklatscht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ovations für Hayatou? Diese Frage geht an den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger.</p>
<blockquote><p><em>Stimmt es, dass Hayatou Beifall bekommen hat heute?</em></p>
<p>Haben Sie bitte Verständnis, dass ich also über Sitzungsinhalte, über Wortbeiträge und auch über Beifall oder Pfiffe keine Auskunft geben möchte.</p></blockquote>
<p>Nur zwei Stunden dauerte die Sitzung heute morgen, in der die Namen der Mitglieder der Governance-Kommission des Basler Professors Mark Pieth bekannt gegeben wurden. Reformen im Schnelldurchlauf. Die Besetzung ist wenig spektakulär, Transparency International verzichtet auf einen Sitz. Während sich Zwanzigers Statutenkommission bereits zweimal getroffen hat, wird Pieths Kommission im Januar die Arbeit aufnehmen und dabei auch Journalisten befragen. Ende Februar soll es gemeinsame Sitzungen aller fünf Kommissionen geben, die zum so genannten Reformpaket gehören.</p>
<div id="attachment_10924" class="wp-caption aligncenter" style="width: 509px"><a href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/"><img class="size-full wp-image-10924   " title="Das Wirrwarr der neuen Kommissionen - das Exko hat das letzte Wort" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/fifa1.png" alt="" width="499" height="371" /></a><p class="wp-caption-text">Das Wirrwarr der neuen Kommissionen - das Exko hat das letzte Wort</p></div>
<p>Entscheidend für die Glaubwürdigkeit dieser mit viel PR-Gedöns vermarkteten Gruppen wird der Umgang mit der Vergangenheit sein.</p>
<p>Blatter benutzte in Tokio einige Male die Vokabel &#8220;Schlussstrich&#8221;. Auf eine offenbar bestellte Frage eines so genannten Journalisten aus Katar, der all jene bestrafen lassen will, die die WM-Vergabe an das Emirat kritisieren, erklärte Blatter, wie oben bereits zitiert:</p>
<blockquote><p>Ich kann ihnen sagen, dass die Entscheidung der FIFA-Exekutive am 2. Dezember 2010, die WM 2018 an Russland und 2022 die WM an Katar zu vergeben, aufrechterhalten bleibt. Ich weiß nicht, wer diese Entscheidungen umstoßen sollte. Wenn sie die Leute innerhalb der FIFA fragen, ob es Mitglieder gibt innerhalb des Exekutivkomitees, die solche Erklärungen abgeben, dann werde ich persönlich eingreifen. Ich kann natürlich nicht die gesamte FIFA-Familie aufhalten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Interpretation, er sei nicht daran interessiert, Korruption bei der WM-Vergabe aufzuklären, werde aber gegen all jene vorgehen, die Aufklärung fordern und die skandalumtoste WM-Vergabe kritisieren, widersprach Blatter vehement. Ein Eiertanz.</p>
<p>Zwanziger, der im Zusammenhang mit der WM in Katar kürzlich das Wort &#8220;pervers&#8221; benutzt hat, blieb von Blatters Drohungen unbeeindruckt.</p>
<blockquote><p>Normalerweise ist das doch nicht der Ort, wo man eine Weltmeisterschaft austragen sollte. Und natürlich auch all das, was darum herum gerankt und geschrieben werden kann. Allerdings muss ich auch sagen, es gibt für mich erkennbar bis heute keinen Beleg, dass dort Korruption oder was auch immer am Platz gewesen sein könnte. Es sind wohl Interessen eingeflossen, die ein Stück über den rein sportlichen Vergabeprozess hinausgehen. Und ich denke, diese Aussage habe ich in der Vergangenheit gemacht und die werde ich auch in der Zukunft machen. Das muss ich sagen und das werde ich mir auch nicht verbieten lassen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Blatter schützt etliche alte Weggefährten wie Makudi und Hayatou. Er will nach vorn schauen, nicht zurück, das sagte er oft. Er trägt vernehmbar auch nichts zur Aufklärung der märchenhaften Reichtümer des Ersten Vizepräsidenten und FIFA-Finanzchefs Julio Grondona und des Amerikaners <a title="FIFA-Whistleblower Chuck Blazer kassiert 9,6 Millionen Dollar (und mehr)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/17/fifa-saubermann-chuck-blazer-kassiert-96-millionen-dollar-und-mehr/">Chuck Blazer</a> bei. Zum Beispiel.</p>
<p>Zwanziger unterstellt Blatter dennoch ein Interesse an Reformen. Vor allem aber nennt er zwei der entscheidenden Themen in den kommenden Wochen:</p>
<blockquote><p>Also einfach Vergangenheit totreden und sagen, die ist jetzt weg, das wird man nicht können. Und von daher denke ich schon, dass diese Punkte WM-Vergaben und auch das Thema ISL auf der Tagesordnung bleiben werden, ob man es will oder nicht. An diesem Punkt wird man nicht vorbei kommen. Dass man einfach auch klar und deutlich beschreibt: Was ist gewesen? Wo hat es Zahlungen gegeben? Inwieweit sind die zu beanstanden, inwieweit sind die ethisch vorwerfbar? Und wenn das auf dem Tisch liegt, dann muss die Frage geprüft werden, gibt es unter den heutigen Statuten die Möglichkeit einzuschreiten oder gibt es sie nicht mehr. Also das ist für diesen Vorgang aus meiner Sicht völlig klar: Offenlegung, so schnell wie möglich. Und auch da gilt nur, konsequent zu sein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zwanziger sagt, er wolle es nicht nur in der Frage der WM-Vergabe an Katar genau wissen. <a title="Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/">Unabhängig von den angeblich rechtlichen Problemen bei der Veröffentlichung der ISL-Einstellungsverfügung</a>, für die die FIFA einst sogar ein Millionen-Schweigegeld gezahlt hat, will Zwanziger gern alle FIFA-Funktionäre und FIFA-verbundene Vorgänge überprüfen, die in den ISL-Unterlagen auftauchen. Und das betrifft neben Hayatou auch Ehrenpräsident Havelange sowie aus dem Exekutivkomitee Südamerikas Konföderationschef Leoz und Brasiliens Verbandschef Teixeira.</p>
<p>Teixeira, auch WM-Organisationschef 2014, hat sich zunächst einmal von der FIFA beurlauben lassen – bis Ende Januar.</p>
<blockquote><p>später kommen wir dann darauf zurück &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagte Sepp.</p>
<p>Aber gewiss doch.</p>
<p>[<em>Der Beitrag musste ein wenig dahingeschludert werden, die durchwachte Nacht ist gleich vorbei. Sorry. Beim nächsten Mal wieder gründlicher.</em>]</p>
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