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	<description>Technologie &#38; Gesellschaft</description>
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		<title>Die Blogosphäre war unsere digitale Schriftkultur – und sie lebt noch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Steffen Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 May 2026 15:06:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://kaffeeringe.de/2026/05/22/die-blogosphaere-war-unsere-digitale-schriftkultur-und-sie-lebt-noch/">Die Blogosphäre war unsere digitale Schriftkultur – und sie lebt noch</a> erschien zuerst auf <a href="https://kaffeeringe.de">kaffeeringe.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="300" height="195" src="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Albrecht-von-Lucke-republica26-e1779460985545-300x195.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin: auto; margin-bottom: 5px;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" srcset="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Albrecht-von-Lucke-republica26-e1779460985545-300x195.jpg 300w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Albrecht-von-Lucke-republica26-e1779460985545-980x639.jpg 980w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Albrecht-von-Lucke-republica26-e1779460985545-768x500.jpg 768w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Albrecht-von-Lucke-republica26-e1779460985545-1536x1001.jpg 1536w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Albrecht-von-Lucke-republica26-e1779460985545.jpg 1920w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />
<p class="wp-block-paragraph">Albrecht von Lucke erinnerte in seinem Vortrag an Jürgen Habermas und warnte vor dem Strukturwandel der Öffentlichkeit: Das gesprochene Wort verdrängt das geschriebene – und mit ihm die Tiefe der Auseinandersetzung. Podcasts, Talkshows, kurze Sentenzen dominieren. Doch was geht dabei verloren? Die Fähigkeit, Argumente auszuformulieren, zu verlinken, zu widersprechen – und damit wirklich zu streiten.</p>



<span id="more-40248"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich war die Blogosphäre genau das: der öffentliche Diskurs im Digitalen, im Kleinen. Ein Ort, an dem schriftliche Diskussionen geführt wurden – in der Langsamkeit längerer Texte, aber mit der Schnelligkeit und Öffentlichkeit des Internets. Manchmal spielerisch in Form von Blogparaden oder „Blog-Stöckchen“, manchmal nüchterner in der Abfolge von Blogtexten, die aufeinander aufbauten, widersprachen oder weiterdachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang der 2000er wurden digitale Themen schriftlich verhandelt – einfach weil es keine anderen Möglichkeiten gab. Die klassischen Medien ignorierten das Netz, und so entstand eine eigene Kultur der Auseinandersetzung. Jemand veröffentlichte einen längeren Text zu einem Thema. Andere griffen es auf, verlinkten, kommentierten, widersprachen – in ihren eigenen Blogs. Es gab keine Algorithmen, die die Diskussion steuerten, keine Zeichenbegrenzung, keine Beliebigkeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Keine Nostalgie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das war keine harmonische Idylle – die Blogosphäre als „harmonische Gemeinschaft“ war es nicht, wie das Panel von Alexander Matzkeit (<a rel="mention" class="u-url mention" href="https://mastodon.social/@alexmatzkeit">@alexmatzkeit</a>) mit Felix Schwenzel (<a rel="mention" class="u-url mention" href="https://mstdn.wirres.net/@ix">@ix</a>), Franziska Bluhm (<a rel="mention" class="u-url mention" href="https://mastodon.social/@franziskript">@franziskript</a>) und Inés Gutiérrez (<a rel="mention" class="u-url mention" href="https://fnordon.de/@kaltmamsell">@kaltmamsell</a>) zeigte. Aber es war ein Raum, in dem Argumente zählten – und in dem man haftbar gemacht werden konnte für das, was man schrieb.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="980" height="980" src="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Blogosphaere-980x980.jpg" alt class="wp-image-40258" srcset="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Blogosphaere-980x980.jpg 980w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Blogosphaere-300x300.jpg 300w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Blogosphaere-150x150.jpg 150w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Blogosphaere-768x767.jpg 768w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Blogosphaere-1536x1534.jpg 1536w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Blogosphaere-250x250.jpg 250w" sizes="(max-width: 980px) 100vw, 980px"><figcaption class="wp-element-caption">Mythos Blogosphäre – Wie war es damals wirklich?</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Heute dominieren Social Media, Podcasts und kurze Videos. Doch für mich ist mein Blog immer noch so ein Ort – ein Ort, an dem ich Ideen ausarbeite, verlinke, auf andere eingehe. Ich freue mich immer, wenn meine Posts von anderen in ihren Blogs aufgegriffen werden. Ich selbst greife gerne Themen aus anderen Blogs auf, verarbeite sie, widerspreche ihnen oder baue darauf auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ja, das ist langsamer als ein Podcast. Aber es ist auch nachhaltiger. Ein Blogpost bleibt. Er kann verlinkt, zitiert, widerlegt werden. Er zwingt mich, präzise zu formulieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Albrecht von Lucke forderte, die re:publica sollte ihre Vorträge nachträglich verschriftlichen – als Gegenentwurf zur Flüchtigkeit des Digitalen. Sein Argument: Das geschriebene Wort schafft Verantwortung. Es zwingt uns, klar zu denken, Argumente zu strukturieren, uns festzulegen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau das war die Stärke der Blogosphäre. Und genau das brauchen wir heute dringender denn je: In einer Welt, in der Algorithmen Diskussionen steuern, in der Podcasts oft nur Bestätigung bieten, in der kurze Videos und Memes die Debatte dominieren, in der Big Tech und Politik lieber in Talkshows als in Texten diskutieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Blogosphäre ist nicht tot</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Blogosphäre ist nicht tot. Aber sie ist unsichtbarer geworden. Vielleicht, weil sie nicht mehr im Rampenlicht steht. Vielleicht, weil sie keine Klicks und Likes generiert wie ein viral gehender Social Media Post.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch sie ist notwendiger denn je. Denn Blogs zwingen uns, in ganzen Sätzen zu denken. Blogs schaffen Archive. Blogs ermöglichen echte Diskussionen. Blogs sind demokratisch: Jede*r kann einen schreiben. Kein Algorithmus entscheidet, wer gehört wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Albrecht von Lucke schlägt vor, die re:publica sollte ihre Vorträge zu Papier bringen. Ich schlage vor: Lasst uns wieder mehr bloggen. Greift Themen aus anderen Blogs auf und verlinkt sie. Schreibt längere Texte. Nutzt Blogs als Ort der Auseinandersetzung. Erinnert euch daran, dass das geschriebene Wort Macht hat – vielleicht gerade weil es langsam, nachhaltig und unveränderlich ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fangt wieder an zu bloggen.</strong></p>
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		<title>Die große Verunsicherung – und wem sie nützt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Steffen Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 May 2026 18:08:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://kaffeeringe.de/2026/05/21/die-grosse-verunsicherung-und-wem-sie-nuetzt/">Die große Verunsicherung – und wem sie nützt</a> erschien zuerst auf <a href="https://kaffeeringe.de">kaffeeringe.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="300" height="169" src="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Never-Gonna-Give-you-Up-scaled-e1779386534193-300x169.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin: auto; margin-bottom: 5px;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Never-Gonna-Give-you-Up-scaled-e1779386534193-300x169.jpg 300w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Never-Gonna-Give-you-Up-scaled-e1779386534193-980x552.jpg 980w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Never-Gonna-Give-you-Up-scaled-e1779386534193-768x433.jpg 768w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Never-Gonna-Give-you-Up-scaled-e1779386534193-1536x866.jpg 1536w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/05/Never-Gonna-Give-you-Up-scaled-e1779386534193.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />
<p class="wp-block-paragraph">Es gibt eine große Verunsicherung in der Politik. Diese Verunsicherung hat sich in vielen Talks der re:publica26 gezeigt. Einige Gedanken dazu.</p>
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<span id="more-39981"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland befindet sich auf den absteigenden Ast. Die Europäische Union (EU) befindet sich auf den absteigenden Ast. Aber auch die USA außerhalb des Silicon Valley sehen sich auf den absteigenden Ast. Und selbst in China sehe man Probleme, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IOsrpAeTN-w&amp;pp=ygUgTWF4IFNjaHJlbXMgYWxicmVjaHQgdm9uIFNvbm50YWc%3D">berichtete</a> der Bürgerrechtler Max Schrems – in der EU gebe es so etwas wie eine Fear of Missing Out. Die Angst, den Anschluss zu verpassen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Man müsse die Wirtschaft wettbewerbsfähig machen und das möglichst radikal. Deswegen gibt es gerade diese ganzen Diskussionen zur Abschaffung großer Errungenschaften wie etwa im Arbeitsrecht, im Datenschutz, im Klimaschutz, bei den Lieferketten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Axel Voss, Europaabgeordneter der CDU, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=j24RrM1tYn8&amp;pp=ygUVQXhlbCBWb3NzIEthcmxpdHNjaGVr0gcJCQQLAYcqIYzv">sagte</a> sogar man müsse in Zukunft Gesetze mehr als „lebendige Dokumente“ betrachten, schneller mal anpassen und nicht mehr für immer festschreiben. Aber sollten Gesetze nicht „gesetzt“ sein? Sind sie nicht Normen? Normative Regeln, damit etwas so wird, wie man es als Gesellschaft will und nicht eine deskriptive Beschreibung einer Wirklichkeit, die die Wirtschaft für sich schafft?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entsprechend wichtig war der Widerspruch von Unternehmer und Nextcloud CEO Frank Karlitschek: „Ich mag Regulierung!“ Die Regeln müssten dafür sorgen, dass es einen europäischen Markt für digitale Dienstleistungen gebe. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Recht hat er: Wie sonst sollten Unternehmen wie Nextcloud konkurrieren? Wie sollen Unternehmen langfristig investieren, wenn sich die Regeln kurzfristig jederzeit ändern könnten? Gerade das Hin und Her beim Klimaschutz bspw. sorgt doch dafür, dass niemand planen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verunsicherung lässt sich aus Kiel kaum nachvollziehen. Es gibt so viele Ding für die Wirtschaft zu tun, wenn sich die Politik endlich zum Klimaschutz bekennen würde. Wie kann einem CDU-Mann wie Axel Voss so das Verständnis von Wirtschaft abhanden kommen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber Kevin Kühnert – einst SPD-Generalsekretär – <a href="https://www.youtube.com/watch?v=aXG9MS7gHOE&amp;pp=ygUVa8O8aG5lcnQgQWxsbWVuRGluZ2Vy0gcJCQQLAYcqIYzv">berichtete</a> in seinem Gespräch mit Jutta Allmendinger, dass es die Lobbyarbeit von Unternehmen und extrem reichen Menschen ist:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Die Wirkungsmacht dieser Kreise ist wirklich enorm in der Gesellschaft und zwar bis hin dazu, soweit will ich selbstkritisch sagen, dass man selber manchmal nicht mehr weiß, wo oben und wo unten ist. In manchen politischen Diskussionen ist teilweise derart verzerrt in seiner eigenen Wahrnehmung, wenn man immer wieder sich in Veranstaltung und Diskussionsrunden wiederfindet, in denen die Lobby des großen Geldes äh entsprechende Verbände gibt’s ja wie Sand am Meer ihre Argumentationen oft sehr manipulativer Art vortragen. Natürlich macht das auch mit uns allen was, wenn man hört, wir haben das fünfte Jahr in Folge, kaum Wachstum, Standort Deutschland in Gefahr, Arbeitsplätze wandern ab und so weiter und dann stehen da Leute aus der Praxis, also vermeintlich oder tatsächlich Leute von Unternehmensverbänden und so weiter und sagen: ‚Achtung, einer Bahnsteigkante, wenn ihr jetzt die Politik machen lasst, wenn die hier reguliert oder Steuerlücken schließt und so weiter, dann geht alles den Bach runter, dann gehen die Unternehmen weg, dann sind die Arbeitsplätze weg.’ Na ja, wem glauben Leute im Moment in der Gesellschaft? Der Politik eher nicht, also glauben Sie der anderen Seite.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Und Kevin Kühnert habe ich immer noch als jemanden mit einem sehr gut funktionierenden Kompass wahrgenommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Erzeugen eine Gefühls von Dringlichkeit ist die erste Stufe in jedem Changeprozess. Der wird hier von reichen und mächtigen Organisationen vorbereitet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Reform-Druck wird aber nicht nur von klassischen Lobbyisten im teuren Anzug herbeigeredet. Diese überreichen Menschen und Firmen haben ihre Organisationen, ihre Stiftungen, ihre Institute, die Studien in ihrem Sinn produzieren. Einige halten sich sogar eigene Medien wie NUIS oder Springer, die dann diese Studien aufgreifen und unter die Leute bringen. Und das wird dann über die Broligarchen-Medien wie X und Meta verstärkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch „unsere Medien“ – die öffentlich-rechtlichen – sind inzwischen so verunsichert, dass sie sich nicht mehr trauen die Dinge beim Namen zu nennen, wie Julia Zaboura und Leonard Dobusch <a href="https://www.youtube.com/watch?v=-dgKKrGmbkM&amp;pp=ygUVRG9idXNjaCByZTpwdWJsaWNhIDI2">analysieren</a>. Im Gegenteil, wie Albrecht von Lucke <a href="https://www.youtube.com/watch?v=nIzls_q-QAg">herausgearbeitet</a> hat: Die öffentlich-rechtlichen Polit-Plaudershows sind Teil des Problems, weil sie mit ihrem unverbindlichen Krawall öffentliche Debatten entintellektualisieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Recht und Gesetz gelten nicht mehr für Reiche, weil der Staat inzwischen so schwach ist, dass er sich nicht mehr mit ihnen anlegen kann: </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Datenschutzkonferenz beschließt, dass M356 gerade bei besonders geschützten Gruppen nicht eingesetzt werden darf. Es tut aber keiner etwas. Stattdessen werden kleine Unternehmen geprüft. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wirtschaftsprüfer im Finanzamt finanzieren ihre eigenen Stellen um ein vielfaches, doch die Länder locken Unternehmen mit dem Versprechen, dass die Finanzämter so unterbesetzt sind, dass ihnen nichts passiert, wie Kevin Kühnert berichtet. Als normaler Bürger steht man bei jeder Steuererklärung mit einem Bein im Gefängnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Max Schrems berichtet, dass Richter seine Klagen unter fadenscheinigen Gründen abweisen, weil sie ihnen zu kompliziert sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Matthias Spielkamp von AlgorithmWatch erzählte, dass er versuchte einen Forschungszugang zu Nutzungsdaten von Google zu bekommen. Ein Recht, dass er in der EU eigentlich hat. Aber zunächst scheiterte der Antrag drei Monate lang daran, dass das Antragsformular bei der EU-Kommission nicht tat, was es sollte. Dann lehnte der irische Datenschutz den Antrag unter dem Vorwand ab, die Daten seien bei AlgorithmWatch nicht sicher. Genau dieser irische Datenschutz, bei dem sich Big-Tech <a href="https://kaffeeringe.de/2025/09/18/us-big-tech-reguliert-sich-jetzt-offiziell-selbst/">selbst reguliert</a>. Beim zweiten Anlauf funktioniert wieder das Antragsformular nicht…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rechte stehen nur noch auf dem Papier. Die Macht der Reichen untergräbt unsere Demokratie – und wir lassen es zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ungleichheit in der Gesellschaft ist inzwischen so groß, dass die Ungerechtigkeiten die Mitte erreicht und Sozialstaat, Demokratie und Überleben in der Klimakatastrophe gefährdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der re:publica darf über das diskutiert werden, was wirklich weh tut. Die re:publica bringt aber auch die Menschen zusammen, die an Lösungen arbeiten und sie holt die Politik zur Diskussion um ihnen die zivilgesellschaftliche Perspektive zu erklären und Verantwortung einzufordern. Das erzeugt ein Gefühl der Dringlichkeit – der ersten Stufe zu Change. „When people rise, empires fall“, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=_xqul0kAnCc">sagte</a> Karen Hao.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hoffnung stirbt nie, sagt Maren Urner, weil das Hirn nur hoffen kann. Never gonna give you up!</p>


<figure class="wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><a href="https://kaffeeringe.de/2026/05/21/die-grosse-verunsicherung-und-wem-sie-nuetzt/"><img decoding="async" src="https://kaffeeringe.de/wp-content/plugins/wp-youtube-lyte/lyteCache.php?origThumbUrl=https%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2FQRaOCV66bXk%2Fhqdefault.jpg" alt="YouTube Video"></a><br>Erst wenn Du das Video startest, werden Daten an YouTube übermittelt. Siehe <a href="https://kaffeeringe.de/datenschutzerklaerung/">Datenschutzerklärung</a><br><figcaption></figcaption></figure><p>Der Beitrag <a href="https://kaffeeringe.de/2026/05/21/die-grosse-verunsicherung-und-wem-sie-nuetzt/">Die große Verunsicherung – und wem sie nützt</a> erschien zuerst auf <a href="https://kaffeeringe.de">kaffeeringe.de</a>.</p>
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		<title>Die unsichtbaren Fäden der Macht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Steffen Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2026 16:13:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Seemann]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="300" height="200" src="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/04/pexels-efrem-efre-2786187-25190263-300x200.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Spinnennetz mit Tautropfen" style="display: block; margin: auto; margin-bottom: 5px;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/04/pexels-efrem-efre-2786187-25190263-300x200.jpg 300w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/04/pexels-efrem-efre-2786187-25190263-980x653.jpg 980w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/04/pexels-efrem-efre-2786187-25190263-768x512.jpg 768w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/04/pexels-efrem-efre-2786187-25190263-1536x1024.jpg 1536w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/04/pexels-efrem-efre-2786187-25190263-2048x1365.jpg 2048w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/04/pexels-efrem-efre-2786187-25190263-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p>Eine Gebrauchsanweisung für die moderne Welt entwickelt der Kulturwissenschaftler Michael Seemann (@mspro@fnordon.de) gerade in seinem Blog. Ich finde das spannend, denn wer die Mechaniken versteht, die unsere Handlungsmöglichkeiten prägen, kann sie nutzen. Oder umbauen. Oder sogar sprengen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kaffeeringe.de/2026/04/07/die-unsichtbaren-faeden-der-macht/">Die unsichtbaren Fäden der Macht</a> erschien zuerst auf <a href="https://kaffeeringe.de">kaffeeringe.de</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Eine Gebrauchsanweisung für die moderne Welt entwickelt der Kulturwissenschaftler Michael Seemann gerade in seinem <a href="https://mspr0.de/">Blog</a>. Ich finde das spannend, denn wer die Mechaniken versteht, die unsere Handlungsmöglichkeiten prägen, kann sie nutzen. Oder umbauen. Oder sogar sprengen.</p>
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<span id="more-29591"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Michael Seemann verwendet eine Reihe von Begriffen, die er dann wie Werkzeuge nutzt, um Gesellschaft zu analysieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum du kein „Ich“ bist – und warum das gut ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Er ersetzt zu aller erst das klassische autonome Individuum („Ich denke, also bin ich“ – Descarte) durch das <strong>Dividuum </strong>- ein Subjekt, das nur in und durch Netzwerke existiert. „Nobody is an Island,“ wie es John Donne sagte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei allem, was wir tun, sind wir von materiellen und sozialen Voraussetzungen abhängig. Michael Seemanns Dividuum ist deswegen kein festes Wesen, sondern ein Knotenpunkt, dessen Identität sich ständig neu zusammensetzt – aus den Möglichkeiten, über die es verfügen kann und den Zwängen, denen es unterliegt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Illusion der freien Wahl</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die „<strong>Pfadgelegenheit</strong>“ beschreibt Handlungsoptionen entlang von Wegen, die uns offenstehen – oder nicht). Eine Pfadgelegenheit ist wie eine Tür in einem Labyrinth: Sie ist nur dann eine Option, wenn du den Schlüssel hast (materiell), wenn das Schild sagt „Hier darfst du lang“ (semantisch) und wenn niemand die Tür blockiert (sozial). Deine Möglichkeiten hängt also von Dingen ab, die du nicht kontrollierst.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer wirklich die Fäden zieht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier kommt Michael Seemanns „<strong>Fulcrum</strong>“ ins Spiel. In der Physik ist das Fulcrum der Punkt, an dem man einen Hebel ansetzt, um eine Hebelwirkung zu erzielen. Also der Punkt am Türrahmen, an dem man die Brechstange ansetzt, um die Tür aufzuhebeln. Wenn man keinen Fulcrum hat, kann man nicht hebeln. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer handeln will, braucht dafür eine materielle, semantische und soziale Infrastruktur. Wenn die Infrastruktur nicht ausreicht, geht nur der Türrahmen (das Fulcrum) kaputt – die Tür öffnet sich aber nicht. In der echten Welt sind Fulcren die unsichtbaren Punkte, die entscheiden, welche deiner Handlungsoptionen (Pfadgelegenheiten) wirklich funktionieren – und welche nur Illusionen sind. Macht hat, wer die Fulcren der Anderen kontrolliert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie Macht funktioniert – und wie du sie nutzt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der „<strong>Hebel:Fulcrum-Mechanik</strong>“ erklärt Michael Seemann, wie Macht und Handlungsfähigkeit in vernetzten Welten funktionieren: Stell dir vor, du willst mit einem Hebel einen schweren Stein anheben – der Hebel ist deine Handlung (z. B. „Ich gründe ein Startup“), und das Fulcrum (der Drehpunkt) ist die Infrastruktur, die deine Handlung erst möglich macht (z. B. Investor:innen, ein Markt, dein Netzwerk). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mechanik zeigt: Deine Wirkung hängt nicht allein von deinem Einsatz und deiner Kraft ab (deinem Hebel), sondern davon, wie stabil dein Fulcrum ist. Wer die Fulcren kontrolliert, schreibt die Regeln – und wer Hebel klug einsetzt, kann mit wenig Aufwand viel bewegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Michael Seemann spricht übrigens von „<strong>Infrastruktur</strong>“ und nicht beispielsweise von „Ressourcen“ um Fulcren zu beschreiben, weil sie keine neutralen Ressourcen sind, sondern politisch geformte Infrastrukturen (z. B. Algorithmen, Märkte, kulturelle Normen). Das ist vor allem wichtig, um bspw. zu erkennen, dass Frauen oder schwarze Menschen weniger Pfadmöglichkeiten haben, nicht weil das einfach so ist, sondern weil Gesellschaften in der Vergangenheit beschlossen haben, dass das so sein soll. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Der unsichtbare Käfig in deinem Kopf</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wir können nie genau wissen, welche Hebel wir gerade einsetzen können. Über das bspw., was andere bei uns sozial angemessen halten, können wir nur spekulieren. Wir haben Erwartungen darüber, was andere von uns erwarten. Bei den meisten Menschen dürfte das dazu führen, dass sie nicht alle Möglichkeiten nutzen, die sie wirklich hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Du beispielsweise denkst „Ich glaube, dass nur Menschen mit Uni-Abschluss in dieser Position arbeiten dürfen“ sind das <strong>Erwartungserwartungen</strong>, die als selbst-erfüllende Prophezeiungen bestehende Machtverhältnisse stabilisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erwartungserwartungen sind aber keine individuellen Ängste, sondern soziale (dividuelle) Infrastrukturen – sie formen unsere Pfadgelegenheiten, bevor wir überhaupt handeln.</p>



<h2 class="wp-block-heading">In den Spuren der Vergangenheit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Pfadgelegenheiten der Gegenwart hängen entsprechend nicht nur von den aktuellen Optionen ab, sondern auch von vergangenen Entscheidungen – deinen eigenen und denen der Gesellschaft. Du hast dich früher für bestimmte Wege entschieden (z. B. Ausbildung, Job, Wohnort) – und diese Entscheidungen öffnen oder verschließen dir heute Türen. <strong>Pfadabhängigkeiten </strong>wirken wie unsichtbare Schwerkraft – sie machen es uns einfacher, auf bekannten Pfaden zu bleiben, als neue zu bahnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie du die Netzwerke für dich arbeiten lässt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bis hierhin klingt Michael Seemanns Theorie vielleicht deprimierend: Ich bin kein Individuum, sondern ein Dividuum und abhängig von Pfaden, Fulcren und Erwartungen! Meine Freiheit ist nur so groß wie die Pfadgelegenheiten, die mir offenstehen! Und selbst die hängen von vergangenen Entscheidungen oder Anderen ab!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber genau hier kommt der Hoffnungsschimmer – denn Michael Seemann Theorie sagt auch: Ja, du bist abhängig von Netzwerken – aber genau das gibt dir auch Macht! Du bist handlungsfähig, weil du lernen kannst, die Pfade, Fulcren und Erwartungen in deinem Netzwerk zu erkennen, zu nutzen oder neue zu bauen. Bei Michael Seemann wird „Freiheit“ zur <strong>Agency</strong> – der Fähigkeit, Abhängigkeiten strategisch zu gestalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wer profitiert von deinen Wegen?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bis hierhin habe ich versucht zu erklären:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Dividuen </strong>handeln in Netzwerken.</li>



<li><strong>Pfadgelegenheiten </strong>sind ihre Handlungsoptionen.</li>



<li><strong>Fulcren </strong>sind die Drehpunkte, die diese Optionen ermöglichen.</li>



<li><strong>Erwartungserwartungen </strong>und <strong>Pfadabhängigkeiten </strong>stabilisieren die Pfade.</li>



<li><strong>Agency </strong>bedeutet, diese Strukturen klug zu nutzen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dieser theoretischen Basis entwickelt Michael Seemann seine „<strong>Politische Ökonomie der Pfadgelegenheiten</strong>“. Denn: Wer kontrolliert diese Pfade? Wer profitiert davon? Und warum ist es so schwer, Alternativen zu schaffen? Die Politische Ökonomie der Pfadgelegenheiten zeigt, wie Macht und Wert in vernetzten Systemen entstehen – und warum manche Akteure (Plattformen, Konzerne, Staaten) die Regeln zu ihren Gunsten gestalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wert </strong>entsteht in vernetzten Systemen dort, wo Akteure Fulcren kontrollieren, von denen die Pfadgelegenheiten anderer abhängen. <strong>Macht </strong>ist die Fähigkeit, diese Abhängigkeiten zu strukturieren – und <strong>Interdependenz </strong>ist das Feld, in dem dieser Kampf um Wert stattfindet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Vermieter eignet sich Wert an, weil er das Fulcrum „Wohnraum“ kontrolliert – und damit die Pfadgelegenheit „Wohnen“ für Mieter:innen strukturiert. Wert ist also relational. Die Wohnung des Vermieters ist den potenziellen Mieter:innen etwas wert. Also kann man den Wert umverteilen – indem man die Fulcren demokratisiert. Damit ändern wir die Spielregeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich finde die Theorie äußerst spannend. Wenn man sie ein wenig verstanden hat, funktioniert sie wie ein Röntgenblick für gesellschaftliche Verhältnisse. Man kann die Strukturen erkennen, die dafür sorgen, dass die Welt so ist, wie sie ist. Und man ahnt, wo die Ansatzpunkte sind, um sie besser für alle zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Michael Seemann schreibt natürlich noch viel mehr. Aber vielleicht hilft mein Text beim Einstieg.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Michael Seemann: <a href="https://mspr0.de/das-dividuum/">Dividuum</a></li>



<li>Michael Seemann: <a href="https://mspr0.de/die-pfadgelegenheit/">Pfadgelegenheit</a></li>



<li>Michael Seemann: <a href="https://mspr0.de/die-hebelfulcrums-mechanik/">Hebel:Fulcrum-Mechanik</a></li>



<li>Michael Seemann: <a href="https://mspr0.de/von-der-macht-interdependenz-theorie-zur-wert-formel/">Interdependenz-Theorie und Machtformel-Explainer</a></li>



<li>Michael Seemann: <a href="https://mspr0.de/die-politische-oekonomie-der-pfadgelegenheiten/">Die politische Ökonomie der Pfadgelegenheiten</a></li>
</ul>
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		<title>Schneller im Hamsterrad</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Steffen Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2026 14:49:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="300" height="200" src="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/04/2026-02-04_Lars_Klingbeil_2518-300x200.jpeg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Lars Klingbeil am 4. Februar 2026 während der Veranstaltung zur Eröffnung der Industrial AI Cloud der &#039;KI-Fabrik&#039; der Deutschen Telekom in München" style="display: block; margin: auto; margin-bottom: 5px;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/04/2026-02-04_Lars_Klingbeil_2518-300x200.jpeg 300w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/04/2026-02-04_Lars_Klingbeil_2518-980x654.jpeg 980w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/04/2026-02-04_Lars_Klingbeil_2518-768x512.jpeg 768w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/04/2026-02-04_Lars_Klingbeil_2518.jpeg 1420w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p>Mich hat die Rede von Lars Klingbeil bei der Bertelsmann Stiftung wirklich wütend gemacht. Er sagt, die Deutschen seien bereit Opfer zu bringen - er sagt aber nicht, wozu. Wir sollen einfach nur mehr arbeiten, weil Politik und Wirtschaft in der Vergangenheit die Weichen falsch gestellt haben.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Mich hat die <a href="https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Reden/2026/2026-03-25-lars-klingbeil-bei-bertelsmann-stiftung.html">Rede von Lars Klingbeil bei der Bertelsmann Stiftung</a> wirklich wütend gemacht. Er sagt, die Deutschen seien bereit Opfer zu bringen – er sagt aber nicht, wozu. Wir sollen einfach nur mehr arbeiten, weil Politik und Wirtschaft in der Vergangenheit die Weichen falsch gestellt haben.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Es war einfach eine schlechte Rede, die Vizekanzler, Finanzminister und zuletzt auch SPD-Vorsitzender Lars Klingbeil unter dem Titel „Reformen für ein starkes Land“ da gehalten hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen kamen in seiner Rede nicht vor. Nicht einmal die übliche rhetorische „Krankenschwester“, die dieses oder jenes braucht. Es war eine blutleere Aneinanderreihung von Substantiven. Lars Klingbeil hat die Instrumente gezeigt, mit denen er Deutschland wieder großartig machen will. Wie bei einer Folter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er überspringt es, ein Bild des Großen Ganzen zu entwerfen – eine Zukunft, die er erreichen will. Es scheint ohnehin allen klar zu sein, dass alles irgendwie anders werden muss. Politiker und Konzernmanager haben Weichen falsch, nicht oder zu spät gestellt. So könne es nicht weiter gehen. Deswegen, erster Punkt: Arbeitsmarkt. Die Arbeiter sollen es ausbaden und mehr arbeiten. Und die wollen das sogar so. Aus Liebe zu Deutschland.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Opfer bringen“ vs. Solidarität</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Mein Gefühl ist, die Menschen in unserem Land sind auch bereit, Opfer zu bringen und Veränderungen zu akzeptieren,“ sagt er und ergänzt, „Aber sie wollen, dass es gerecht zugeht und sie keiner Willkür ausgesetzt sind. Das muss die Messlatte für unsere Reformen sein.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dein Gefühl täuscht Dich, Lars. Menschen bringen Opfer, wenn sie gezwungen werden. Sie sind aber solidarisch, wenn sie wissen wofür. Denn Solidarität ist kein Verzicht, wenn ich weiß: Mein Beitrag macht uns alle stärker! Das haben wir in Corona gesehen. Das haben wir 2015 gesehen, als die Menschen von dem Krieg in Syrien zu uns geflohen sind. Das haben wir nach 9/11 gesehen oder nach der Wende 1989. Deswegen bezahle ich gerne Steuern – im Gegensatz zu denjenigen, die viel mehr von Deutschland profitieren als ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich erinnere mich an 2015, als Nachbarn spontan Sachspenden für Geflüchtete organisierten. Das war Solidarität. Nicht weil jemand es befohlen hat – sondern weil es richtig war.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Deutschland braucht nicht mehr Arbeit, sondern ein neues Modell</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutsche Wirtschaft schwächelt nicht, weil wir zu wenig arbeiten. Die deutsche Wirtschaft schwächelt nicht, weil Frauen zu viel in Teilzeit arbeiten. Die deutsche Wirtschaft schwächelt nicht, weil Menschen alt werden und in Rente gehen. Sie schwächelt, weil die deutsche Wirtschaft alten Scheiß produziert, den niemand auf der Welt mehr kaufen will. Dinge, die nicht zu einer Zukunft passen, die Lars Klingbeil aber auch nicht beschreiben kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weil die Bundesregierungen seit mindestens 25 Jahre sich keiner Mühe mehr gegeben haben, irgendein Zukunftsbild zu entwerfen und zu kommunizieren – eine Mission fürs Land auszugeben, gibt es nichts, an dem sich Unternehmen orientieren können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren ist es sogar noch schlimmer geworden, wenn abgeschlossene Themen wieder aufgemacht werden, und Atomkraft, Verbrennungsautos und Ölheizungen wieder zu einer Option werden sollen, weil sie durch irgendeine Zaubertechnik „grün“ gemacht werden könnten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum investieren Unternehmen nicht in Zukunftstechnologien? Weil der Staat keine klare Richtung vorgibt – und sie lieber kurzfristige Gewinne machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es arbeiten heute so viele Menschen in Deutschland, wie noch nie zuvor. In den nächsten Jahren gehen aber Millionen mehr Menschen in Rente als neu in den Arbeitsmarkt kommen. Gleichzeitig soll noch ein zusätzlicher Jahrgang für die Wehrpflicht aus dem Arbeitsmarkt genommen werden. Das kann doch niemand mit Mehrarbeit auffangen. Nicht mit Vollzeit für alle, nicht mit Rente ab 80. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer sind die „guten“ Ausländer?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die „Ausländer-Raus-Politik“ der Bundesregierung seit dem letzten Olaf-Scholz-Jahr hilft überhaupt nicht dabei, das Problem abzumildern. Ja, Lars Klingbeil spricht das an: „Die Migration der letzten Jahre stabilisiert die deutschen Sozialsysteme erheblich – auch wenn manche den Eindruck erwecken, das Gegenteil sei der Fall. […] Zuwanderung allein wird aber nicht ausreichen, um das Arbeitsvolumen in Deutschland zu erhöhen. Dafür braucht es weitere Strukturreformen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Faktisch aber weisen wir illegal die Menschen an der Grenze ab und lassen sie sogar zu hunderten im Mittelmeer ersaufen. 80 % der Syrer <a href="https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/al-sharaa-merz-100.html">will</a> die Bundesregierung nach Syrer remigrieren. Menschen, die in Deutschland seit über 10 Jahren leben, lernen und lieben. Die zu einem größeren Anteil in sozialversicherungspflichtiger Arbeit sind als in die deutsche Gesamtbevölkerung. Gleichzeitig sprechen wir über Anwerbung von Menschen aus Marokko, Kirgisien oder Vietnam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hätte mal eine Übersicht: Welches sind jetzt gute Ausländer und welches schlechte? Und ich hätte gerne eine Erklärung für diese Politik, die nicht „Rassismus“ lautet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich bin stolz, in diesem Land zu leben,“ sagt Lars Klingbeil. Ich möchte auch nirgendwo anders leben. Aber stolz macht mich so ein Land nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es arbeiten derzeit so viele Menschen wie noch nie. Es werden aber weniger. Das werden wir nicht mit Mehrarbeit auffangen – nur mit Innovation und Produktivität. Ich finde es richtig, das Ehegattensplitting abzuschaffen. Aber nicht, weil es die Deutsche Wirtschaft retten würde, wenn alle Menschen Vollzeit arbeiten. Das Ehegattensplitting macht Frauen finanziell von den Männern abhängig. DAS darf so nicht mehr sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Soziologin Jutta Allmendinger hat gerade im ASK-Podcast „<a href="https://www.youtube.com/watch?v=HW1mS5tFkYw">Damit die Guten gewinnen</a>“ erklärt, dass sie sich keine Welt vorstellen kann, in der alle Menschen in Vollzeit arbeiten, solange es Kinder und ältere Personen gibt. Wenn die Eltern beide 40 Stunden arbeiten und noch zur Arbeit hin und zurück müssen – dann müssen doch Kinder mindestens 45 Stunde in der Woche von Fremden betreut werden. Warum dann überhaupt noch Kinder bekommen? Die sind schlecht für die Wirtschaft und kommunale Kassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich versuche für mich auch immer noch herauszufinden, wie ich Ehrenamt mit Vollzeitarbeit vereinbaren kann. Der Tag hat bei normalen Menschen einfach nur 16 wache Stunden. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Bürokratieabbau à la Musk und Milei</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Forderungen an die Wirtschaft hat der SPD-Vorsitzende nicht – außer, dass die Vorstände mal mehr an die Heimat denken sollten. „Standortpatriotismus“! Er droht nicht mit Konsequenzen (z. B. Subventionsentzug, strengere Auflagen) – Sanktionen scheint es nur für arme Menschen zu geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegenteil: „Ich bin für radikalen Bürokratieabbau und für deutlich weniger Regulierung, wenn Sozialpartner mit Tarifverträgen und Mitbestimmung die Dinge gemeinsam vereinbaren. Da kann sich der Staat zurückziehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Radikalen Bürokratieabbau“ – das kennen wir von Javier Milei oder Elon Musk. Selbst, wenn Lars Klingbeil es anders meinen sollte. Das ist die Assoziation, die er erweckt. „Radikaler Bürokratieabbau“ klingt nach Freiheit – aber in Wahrheit bedeutet es: Mehr Macht für Konzerne, weniger Rechte für die Arbeiterschaft. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist nicht einfacher für Unternehmen, wenn es kein einheitliches Gesetz mehr gibt, sondern stattdessen Branchen- und Haus-Gesetze in Form von Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen. Für uns Arbeiterinnen und Arbeiter ist es unsicherer, wenn das keine verbindlichen Regeln mehr für alle sind. Das schafft zusätzliche Anreize für Unternehmen <strong>keine</strong> Tarifverträge und Betriebsräte zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Geschwätz von gestern</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den schlimmsten Satz in der Rede aber fand ich: „Es ist richtig, dass wir das alte Bürgergeld abschaffen.“ Das <strong>ALTE</strong> Bürgergeld! Das von 2023! Vor gerade einmal drei Jahren wollte die SPD mit dem Bürgergeld endlich Hartz IV überwunden haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor drei Jahren <a href="https://www.spd.de/aktuelles/detail/news/der-weg-fuer-das-buergergeld-ist-frei/25/11/2022">sagte</a> der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil: „Mit dem Bürgergeld sorgt die Ampelkoalition für die größte Sozialreform seit 20 Jahren. Und entwickelt hat sie die SPD! Hartz IV ist damit Geschichte. Mit dem Bürgergeld schaffen wir einen echten Kulturwandel in der Grundsicherung für Arbeitssuchende. Wir setzen künftig auf mehr Respekt und gerechte Teilhabe. Die Konservativen haben in den letzten Tagen immer wieder falsche Behauptungen aufgestellt. Richtig ist: Die Leute wollen arbeiten. Viele arbeiten und müssen aufstocken, weil der Lohn nicht zum Leben reicht.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war etwas, für das viele SPD-Mitglieder lange gekämpft haben. Das wird jetzt vom gleichen SPD-Vorsitzenden in einer Rede einfach weggewischt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wir brauchen keine Opfer – wir brauchen eine Vision</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Man kann ja von Rot/Grün, Gerhard Schröder und der Agenda 2010 halten, was man will. Aber damals war klar, für was der Arbeitsmarkt umgebaut werden sollte. Wir hatten 6 Millionen Arbeitslose und Menschen steckten in der Sozialhilfe fest, bei der es sogar weniger als Hartz IV gab. Das musste modernisiert werden und wurde dann über den Bundesrat von CDU und FDP leider massiv verschärft. Aber es gehört eben auch der sozial-ökologische Umbau dazu. Der Ausstieg aus der Atomkraft, der umfangreiche Ausbau der Erneuerbaren Energien, Ganztagsschulen, Anspruch auf einen Kita-Platz usw. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich mag Lars Klingbeil als Menschen. Ich glaube, der versucht schon irgendwas richtig zu machen. In einem <a href="https://youtu.be/Pis_XRyerPc?t=5390">Interview mit der ZEIT</a> sagte Lars Klingbeil auf die Frage, ob die SPD noch eigene konstruktive Ideen haben, wie Gesellschaft aktiv und mit Zuversicht gestaltet werden sollte, anstatt nur den Status Quo zu verwalten: „Boah, die ehrliche Antwort ist, dass ich finde, sie hat gerade zu wenig Ideen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Parteivorsitzender muss er es schaffen, eine positive Vision für die Zukunft zu entwerfen und nicht nur ein Arbeitsprogramm für die nächsten Monate, bei der die Arbeit die Anderen machen sollen. Er muss es jedenfalls schaffen, einen Person für den Vorsitz der Partei zu finden, die das kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir fehlte bei der Bertelsmann-Rede nur der Abschluss „Wir müssen den Gürtel enger schnallen.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sind auf dem falschen Kurs, aber ihr müsst schneller werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Epilog</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Lars Klingbeil bietet keine Vision – dabei finde ich es naheliegend: Ein Deutschland, das weiß, dass Solidarität Stärke ist. Ein Deutschland, das Zukunft baut, statt sie zu verwalten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Stell dir vor: In Dresden gründet Fatima, eine syrische Ingenieurin, die 2015 nach Deutschland kam, ein Start-up für nachhaltige Batterietechnik – weil Deutschland ihr eine Chance gab. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Währenddessen baut Tom, ein ehemaliger Kohlekumpel aus der Lausitz, mit seinen Kollegen eine Fabrik für Solarpanels um – finanziert durch einen staatlichen Transformationsfonds, der Arbeitsplätze sichert. Und in Berlin entwickelt Aisha, deren Eltern aus Ghana einwanderten, eine System für kreislauffähige Mode, weil sie weiß: „Unsere Wirtschaft muss endlich etwas produzieren, das die Welt wirklich braucht.“ Ein Land, das versteht: Wirtschaft ist kein Selbstzweck, sondern ein <a href="https://kaffeeringe.de/2006/05/07/das-moralische-dreieck/">Mittel für ein gutes Leben – für alle</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Deutschland, das Einwanderung endlich als Chance begreift – ohne Menschen zu sortieren. Wie in München, wo Mehmet, der seit 20 Jahren als Krankenpfleger arbeitet, endlich die deutsche Staatsbürgerschaft bekommt – nicht nach einem doofen Test, sondern weil er seit Jahren Steuern zahlt, Menschen pflegt und in seinem Viertel den Fußballclub trainiert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Oder wie in Hamburg, wo Lena, eine Grundschullehrerin, mit ihren Schüler:innen ein Willkommensprojekt für neu angekommene Familien organisiert – weil Integration kein Papierkram, sondern gelebte Normalität ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wo Omar, der in Damaskus Medizin studierte, nicht jahrelang auf die Anerkennung seiner Abschlüsse wartet, sondern innerhalb von sechs Monaten in einem Krankenhaus in Köln arbeiten kann. Ein Land, das Vielfalt nicht nur auf Plakaten feiert, sondern im Alltag lebt – weil es weiß, dass seine Zukunft davon abhängt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Deutschland, das Arbeit neu denkt: weniger Hetze, mehr Sinn. Wie bei Sophie, die als Alleinerziehende in Teilzeit als Erzieherin arbeitet und trotzdem genug verdient, um ihre Miete zu zahlen – weil Care-Berufe endlich fair bezahlt werden. Oder wie bei Markus, der nach 30 Jahren im Schichtdienst bei BMW jetzt nur noch 30 Stunden arbeitet – bei vollem Lohnausgleich, weil sein Betrieb erkannt hat: Ausgebrannte Mitarbeiter sind kein Gewinn. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wo Eltern wie Anna und David nicht mehr zwischen Karriere und Kindern wählen müssen, weil es flächendeckende Ganztags-Kitas und echte Vaterschaftsmonate gibt. Und wo Rentner wie Wolfgang, der 40 Jahre lang Bus fuhr, nicht mit 67 in die Altersarmut rutschen, sondern mit einer Rente, die wirklich zum Leben reicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Deutschland, das Solidarität nicht einfordert, sondern vorlebt. Wo Familien wie die Çeliks, die in Neukölln ein Café betreiben, nicht mehr fürchten müssen, von Spekulanten vertrieben zu werden – weil es einen Mietendeckel und starke kommunale Wohnungsbaugesellschaften gibt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wo Unternehmerinnen wie Brigitte, die eine Bio-Bäckerei in Bayern führt, nicht gegen Discounter-Konzerne verliert, sondern durch regionale Förderprogramme und faire Steuern eine Chance hat. Und wo Studenten wie Jannik nicht mehr nebenbei bei Lieferando schuften müssen, weil das BAföG endlich wieder für alle reicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Land, das weiß: Stärke entsteht nicht durch Verzicht, sondern durch Gemeinschaft – und in dem Menschen wie Fatima, Tom, Mehmet oder Sophie nicht nur über die Runden kommen, sondern gestalten können. Starke Menschen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele von uns versuchen schon lange, in diesem Deutschland zu leben. Staat und Wirtschaft dürfen dem nicht länger im Weg stehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Lars, frage Dich, was die Menschen stark macht! Das wäre für mich eine Vision. Eine, für die es sich lohnt, zu kämpfen.</p>
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		<title>Die Ausbreitung der Überwachung</title>
		<link>https://kaffeeringe.de/2026/03/30/die-ausbreitung-der-ueberwachung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Steffen Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Mar 2026 16:18:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Big-Tech]]></category>
		<category><![CDATA[BND]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
		<category><![CDATA[George W. Bush]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
		<category><![CDATA[Palantir]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="300" height="200" src="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-francesco-ungaro-97509-300x200.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin: auto; margin-bottom: 5px;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-francesco-ungaro-97509-300x200.jpg 300w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-francesco-ungaro-97509-980x653.jpg 980w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-francesco-ungaro-97509-768x512.jpg 768w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-francesco-ungaro-97509-1536x1024.jpg 1536w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-francesco-ungaro-97509-2048x1365.jpg 2048w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-francesco-ungaro-97509-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p>Trump ist kein Unfall, sondern die logische Konsequenz eines längeren Prozesses. Es zeigt aber auch, wohin uns dieser Weg führen wird. 2013 war es ein riesiger Skandal, als der NSA-Mitarbeiter Edward Snowden aufdeckte, wie tief die US-Geheimdienste in die digitalen Leben der Menschen in aller Welt eingriffen. Mit den Big-Tech-Konzernen gibt es Abmachungen, die den [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="300" height="200" src="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-francesco-ungaro-97509-300x200.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin: auto; margin-bottom: 5px;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-francesco-ungaro-97509-300x200.jpg 300w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-francesco-ungaro-97509-980x653.jpg 980w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-francesco-ungaro-97509-768x512.jpg 768w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-francesco-ungaro-97509-1536x1024.jpg 1536w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-francesco-ungaro-97509-2048x1365.jpg 2048w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-francesco-ungaro-97509-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />
<p class="wp-block-paragraph">Trump ist kein Unfall, sondern die logische Konsequenz eines längeren Prozesses. Es zeigt aber auch, wohin uns dieser Weg führen wird.</p>



<span id="more-28675"></span>



<p class="wp-block-paragraph">2013 war es ein riesiger Skandal, als der NSA-Mitarbeiter Edward Snowden aufdeckte, wie tief die US-Geheimdienste in die digitalen Leben der Menschen in aller Welt eingriffen. Mit den Big-Tech-Konzernen gibt es <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/PRISM">Abmachungen</a>, die den Zugriff regeln. Die Konzerne lassen sich den Zusatzaufwand gut bezahlen. Ich wundere mich immer, dass alle das vergessen haben. Oder habe ich verpasst, dass die USA glaubhaft erklärt haben, dass sie nicht mehr zusammen mit den „<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Five_Eyes">Five Eyes</a>“ alle Menschen überwachen? Es ist gar kein Thema mehr ist – nicht einmal im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion über „Digitale Souveränität“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie aktuell das Thema heute noch ist, wurde mir klar geworden, als ich neulich <a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/nsa-skandal-amerikas-digitaler-grossangriff-auf-das-voelkerrecht-a-910243.html">diesen SPIEGEL-Artikel</a> von 2013 noch einmal gelesen habe. Donald Trumps Politik ist die konsequente Fortsetzung von seinen Vorgängern Barack Obama und George W. Bush.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Artikel beschreibt, dass vor 9/11 Krieg eine Angelegenheit zwischen Staaten war. Das hat die US-Regierung dann geändert:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Nun tritt unter Berufung aufs Kriegsrecht ein übermächtiger Staat in anderen Staaten auf – gegen die führt er aber keinen Krieg, sondern einen alltäglichen Kleinkrieg gegen einzelne Bürger in diesem Staat. Staat gegen Mensch statt Staat gegen Staat: Es ist dieselbe Asymmetrie, die sich nun in der weltweiten Spionage der USA zeigt.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Das, was die US-Regierung in Afghanistan und dem Irak erprobt hat, passiert jetzt auch <strong>IN</strong> den USA: Wir sind heute 13 Jahre weiter mit der Technologie als 2013 und mit Palantir kann die Regierung weitestgehend auf die Daten seiner Bürger*innen zugreifen und sie auswerten – Grundlage für den Terror von ICE.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tatsache, dass man jetzt bei der Einreise in die USA angeben soll, wie man <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-einreise-tourismus-visa-102.html">im Digitalen zu finden</a> ist, zeigt dass die USA auch auf alle unserer Daten zugreifen. Wenn es so weiter geht, wie bisher, dann werden die USA diese Möglichkeiten auch gegen ihre Feinde im Ausland stärker einsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie groß dieses Problem auch bei uns ist, sieht man daran, dass der Einsatz von Palantir nicht nur <a href="https://taz.de/Palantir-Debatte-in-Niedersachsen/!6161681/">erwogen</a>, sondern sogar <a href="https://www.heise.de/news/Baden-Wuerttemberg-entscheidet-ueber-Einsatz-von-Palantir-11072840.html">umsetzt</a> wird. Dass immer wieder über die <a href="https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/kriminalitaet-internet-vorratsdatenspeicherung-100.html">Vorratsdatenspeicherung</a> diskutiert wird und sogar der <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-parlament-chat-kontrolle-100.html">Zugriff auf sämtliche Chat-Inhalte</a> im Gespräch ist. Der BND plant ein „<a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/bnd-bonn-krypto-cyber-technologiezentrum-cybersicherheit-spionagetechnik-li.3455414?reduced=true">Mini-NSA</a>“ für Deutschland. In den USA können wir sehen, wofür das dann in Zukunft eingesetzt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist diese grundsätzliche Verachtung der Menschen durch diejenigen, die politisch oder wirtschaftlich mächtig sind, die hier in Software gegossen und gegen die Menschen eingesetzt wird. Erst gegen Menschen im Ausland, die zu Feinden erklärt werden. Dann gegen eingewanderte Menschen im Inland und dann gegen jeden, der etwas dagegen hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Big-Tech und Faschismus teilen das Interesse, alles über alle wissen zu wollen. Hier kommen sie zusammen. Faschismus ist gut für das Geschäft und der Zugriff auf die privaten Datensammlungen zementieren die Macht.</p>
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		<title>Schlimmer als ein besoffener Praktikant</title>
		<link>https://kaffeeringe.de/2026/03/27/schlimmer-als-ein-besoffener-praktikant/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Steffen Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2026 16:36:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Eva Wolfangel]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
		<category><![CDATA[LLM]]></category>
		<category><![CDATA[OpenClaw]]></category>
		<category><![CDATA[ZEIT]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://kaffeeringe.de/2026/03/27/schlimmer-als-ein-besoffener-praktikant/">Schlimmer als ein besoffener Praktikant</a> erschien zuerst auf <a href="https://kaffeeringe.de">kaffeeringe.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="300" height="200" src="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-eduraw-35982172-300x200.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin: auto; margin-bottom: 5px;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-eduraw-35982172-300x200.jpg 300w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-eduraw-35982172-980x653.jpg 980w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-eduraw-35982172-768x512.jpg 768w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-eduraw-35982172-1536x1024.jpg 1536w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-eduraw-35982172-2048x1365.jpg 2048w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/pexels-eduraw-35982172-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />
<p class="wp-block-paragraph">Forschende haben mit KI-Agenten von OpenClaw experimentiert und die Ergebnisse waren verheerend, <a href="https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2026-03/ki-agenten-studie-software-daten-sicherheit/komplettansicht">berichtet</a> die Journalistin Eva Wolfangel (<a rel="mention" class="u-url mention" href="https://chaos.social/@evawolfangel">@evawolfangel</a>) in der ZEIT.</p>
<span hidden class="__iawmlf-post-loop-links" data-iawmlf-links="[{&quot;id&quot;:5913,&quot;href&quot;:&quot;https:\/\/www.zeit.de\/digital\/datenschutz\/2026-03\/ki-agenten-studie-software-daten-sicherheit\/komplettansicht&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;http:\/\/web-wp.archive.org\/web\/20260327163727\/https:\/\/www.zeit.de\/digital\/datenschutz\/2026-03\/ki-agenten-studie-software-daten-sicherheit\/komplettansicht&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-27 16:48:54&quot;,&quot;http_code&quot;:206},{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-30 19:21:23&quot;,&quot;http_code&quot;:206},{&quot;date&quot;:&quot;2026-04-05 23:29:16&quot;,&quot;http_code&quot;:206},{&quot;date&quot;:&quot;2026-04-11 12:54:27&quot;,&quot;http_code&quot;:206},{&quot;date&quot;:&quot;2026-04-21 10:41:08&quot;,&quot;http_code&quot;:206},{&quot;date&quot;:&quot;2026-04-25 07:15:44&quot;,&quot;http_code&quot;:206},{&quot;date&quot;:&quot;2026-05-10 18:23:54&quot;,&quot;http_code&quot;:200}],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:{&quot;date&quot;:&quot;2026-05-10 18:23:54&quot;,&quot;http_code&quot;:200},&quot;process&quot;:&quot;done&quot;}]"></span>


<span id="more-28497"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forschenden haben mehrere KI-Agenten eingerichtet, ihnen ein Mail-Postfach und einen Discord-Server gegeben, um sich miteinander zu unterhalten. Mit einfachsten Tricks gelang es den Menschen, die Systeme zu übertölpeln. Am Ende löschte einer der Bots einfach das komplette Mailpostfach, statt nur eine Mail zu löschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">KI-Agenten sind gerade der große Hype im noch größeren KI-Hype: Sprachmodelle, die nicht auf Eingaben und Anweisungen warten, sondern selbstständig Dinge tun und dafür Zugang auf sämtliche Ressourcen des Eigentümers bekommen. Dafür sollen sie dann wirklich endlich produktiv dabei helfen, Arbeit für die Menschen zu erledigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich gucke mir das an und denke nur: Wie soll denn ein System, das schon bei normalen Prompts und Ausgaben so oft schief liegt, sich selbst Prompts schreiben, die besser sind? Das muss doch mit jedem Prompt schlimmer werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber dann kommen diese LinkedIn-Experten (nie sind es Frauen) und erzählen, dass die Ausgabe von LLMs inzwischen schon viel besser sind und praktisch immer richtig liegen. Man könne die Sicherheitsprobleme easy in den Griff bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber man kann doch nur eine Automatik auf sicherheitsrelevante Funktionen loslassen, die zumindest so weit deterministisch ist, dass sie bestimmte Dinge niemals tut. Das geht doch nicht mit Systemen, die man einfach „überreden“ kann, es doch zu tun. Das ist ja schlimmer als ein besoffener Praktikant.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>DIE ZEIT: <a href="https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2026-03/ki-agenten-studie-software-daten-sicherheit/komplettansicht">Das ist erst der Anfang des Chaos</a></li>
</ul>
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		<title>Was Nextcloud von Microsoft lernen kann</title>
		<link>https://kaffeeringe.de/2026/03/18/was-nextcloud-von-microsoft-lernen-kann/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Steffen Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2026 20:44:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Microsoft]]></category>
		<category><![CDATA[Nextcloud]]></category>
		<category><![CDATA[Usability]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="300" height="167" src="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/Gemini_Generated_Image_acxx41acxx41acxx-300x167.png" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin: auto; margin-bottom: 5px;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/Gemini_Generated_Image_acxx41acxx41acxx-300x167.png 300w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/Gemini_Generated_Image_acxx41acxx41acxx-980x547.png 980w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/Gemini_Generated_Image_acxx41acxx41acxx-768x429.png 768w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/Gemini_Generated_Image_acxx41acxx41acxx.png 1376w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p>Ich finde Microsoft Teams unpraktisch und hässlich. Da muss sich keine freie Alternative verstecken. Allerdings könnte bspw. Nextcloud aus den Fehlern von Microsoft lernen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="300" height="167" src="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/Gemini_Generated_Image_acxx41acxx41acxx-300x167.png" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin: auto; margin-bottom: 5px;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/Gemini_Generated_Image_acxx41acxx41acxx-300x167.png 300w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/Gemini_Generated_Image_acxx41acxx41acxx-980x547.png 980w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/Gemini_Generated_Image_acxx41acxx41acxx-768x429.png 768w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/03/Gemini_Generated_Image_acxx41acxx41acxx.png 1376w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />
<p class="wp-block-paragraph">Ich finde Microsoft Teams unpraktisch und hässlich. Da muss sich keine freie Alternative verstecken. Allerdings könnte Nextcloud aus den Fehlern von Microsoft lernen.</p>



<span id="more-27674"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich ist Teams ein wenig wie ein schlechtes Betriebssystem als Anwendung auf einem mittelmäßigen Betriebssystem. Es ist ja toll, was sich Microsoft da so im Laufe der Zeit zusammengekauft und jetzt in eine einzige Anwendung gequetscht hat. Und das auch noch aufgepfropft auf einer Uralt-Technik wie E‑Mail bzw. Exchange.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber alles in eine Anwendung zu schieben macht es nicht zu einem durchgängigen Erlebnis. Nichts funktioniert zusammen. Das war früher, unter Windows schon besser. Dafür sind die Klickwege endlos und die Klickflächen irgendwo mitten in der Anwendung. Usability aus der Hölle. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Windows gibt es extra eine Taskleiste am unteren Bildschirmrand. Da kann man leicht alle aktive Anwendungen finden. Immer an der gleichen Stelle. Und weil die Klickflächen bis an den Rand reichen kann ich meine Maus da einfach gegen den Rand schieben. die Flächen sind praktisch endlos groß nach unten. Das Gleiche gilt für die alten Menüs am oberen Bildschirmrand. Alles Wichtige war bei Windows immer an diesen gut erreichbaren Positionen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Man konnte mehrere Programme gleichzeitig geöffnet haben und zwischen den Programm mit Maus oder Tastatur hin- und her schalten. Teams hat nur ein Fenster und in dem muss ich alles machen. Ich muss die Teams wechseln, den Kanal finden, den Chat scrollen oder im Menü oben die Anwendung finden, die ich gerade brauche. Wenn ich gleichzeitig etwas in einem anderen Kanal nachgucken will, scheint das gar nicht vorgesehen zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, ich kann auch mehrere Team-Fenster öffnen. Aber wer macht das? Ich mache das bei jedem Neustart: Teams Aktivitäten, Chat, Teams, Planner, CoPilot usw. alles öffne ich in einem eigenen Fenster. Netterweise fehlt in den Zusatzfenstern immer das App-Menü, so dass es mir nicht passiert, dass ich aus Versehen aus dem Chat-Fenster in Planner wechsel und dann zwei Planner offen habe – so wie mir das bei Outlook immer passiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Microsoft-Kram hat einfach eine Bedienoberfläche aus der Hölle. Aber es funktioniert hervorragend als Beispiel, an dem man lernen kann, wie man es nicht machen sollte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was bei Nextcloud besser ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nextcloud kann inzwischen auch alles, was ein normales Büro braucht. Aber die Teile sind viel besser miteinander integriert. Ich kann aus einem Chat eine Aufgabe anlegen und zuweisen. Ich kann Mails verschicken mit Anhängen, die irgendwo in der Cloud liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr cool ist es auch, dass die offenen Schnittstellen es ermöglichen, dass ich einfach mit meinen Lieblings-Anwendungen auf die Nextcloud als Hub zugreifen kann. Mails über die Nextcloud-App, Thunderbird auf dem Rechner oder als App auf dem Smartphone. Kalender auf dem Handy oder dem Rechner. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Fotos werden automatisch vom Handy hochgeladen und herunter auf meinen Computer. Überall habe ich meine Kontaktdaten und Notizen kann ich auch in meiner Lieblingsapp machen. Dateien sind über ein virtuelles Dateisystem oder die App eingebunden. Ich kann Microsoft Office benutzen, oder Libre Office oder Collabora Desktop. Ich kann sogar meine Musik aus der Nextcloud auf Clients auf dem Handy oder im Auto streamen und Podcasts synchronisieren. Windows, Linux, Mac, iPhone, Android… egal. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Talk als eigenständige Anwendung war sicher ein kluger Schritt. Das ist eben nicht nur die „Microsoft Teams“ Alternative. Durch die tiefere Integration der Nextcloud-Apps untereinander, kann das tatsächlich das Kommunikations- und Bedienzentrum des Nextcloud-Hub werden – wenn es nicht so überladen wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings ist Nextcloud aus einer Dateiablage im Browser entstanden. Über Apps kamen dann immer mehr Funktionen dazu und inzwischen ist das eine komplette Office-Suite im Browser. Nicht für alles gibt es Prorgamme oder Apps. Aber eben standardmäßig auch in einem einzigen Browser-Tab. Die Software sagt einem nicht: „Mach doch einfach mehrere Tabs auf.“ Und ehrlich: Mit mehreren offenen Tabs wird der Browser auch zum Betriebssystem im Betriebsystem. So wirklich praktisch ist das auch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja. Es ist ein wenig paradox: War es nicht gerade ein Vorteil, wenn Software im Browser statt auf einem Betriebssystem läuft? Ja. Generell ist das cool. Aber für komplexe Systeme ist das eine Überforderung des Browsers. Für die Serverseite von Nextcloud gibt es das All-In-One-Paket. So etwas bräuchte es auch für die Client-Seite: Eine App-Suite?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke, dass es wichtig ist, dass Nextcloud noch mehr die Möglichkeiten der Betriebssysteme nutzt, um noch mehr von deren Usability und altbewährten Funktionen und geübten Gewohnheiten zu profitieren. Wenn es Nextcloud dann noch schafft, die Federation auf das gesamte System auszuweiten und externe User zu Usern erster Klasse zu machen, dann ist das der Killer!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kaffeeringe.de/2026/03/18/was-nextcloud-von-microsoft-lernen-kann/">Was Nextcloud von Microsoft lernen kann</a> erschien zuerst auf <a href="https://kaffeeringe.de">kaffeeringe.de</a>.</p>
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		<title>Warum Unternehmen NIS2 immer noch ignorieren</title>
		<link>https://kaffeeringe.de/2026/03/08/warum-unternehmen-nis2-immer-noch-ignorieren/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Steffen Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Mar 2026 09:15:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Cybersicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[ennit GmbH]]></category>
		<category><![CDATA[Heinz Rohde]]></category>
		<category><![CDATA[NIS2]]></category>
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<p class="wp-block-paragraph">„Warum müssen Unternehmen eigentlich erst per Gesetz zum Handeln gezwungen werden,“ hat <a href="http://@heroki@norden.social">Heinz Rohde</a> am Donnerstag beim „Tech Dialog 2026“ der ennit GmbH, Kiel mit Blick auf NIS2 gefragt. Berechtigte Frage.</p>



<span id="more-27219"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Es war wie der Running Gag des Tages: Geschäftsführungen stünden mit einem Bein im Gefängnis, wenn sie sich nicht an diese Cyber-Sicherheitsregeln hielten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem sind aber weder das Gesetz noch die Haftung. Wer wegen Verstößen gegen NIS2 im Knast landet, hat vorher so viel falsch gemacht, dass es seine Firma vermutlich ohnehin nicht mehr gibt. Ein staatlich finanziertes Dach über dem Kopf, ist das noch das Beste, das einem passieren kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In zu vielen Unternehmen ist noch nicht angekommen, dass Computer keine elektrischen Schreibmaschinen mehr sind. Sämtlichen Geschäftsprozesse laufen heute in irgendwelchen Clouds. Damit ist das Unternehmen davon abhängig, dass der Kram immer funktioniert. Und in einigen Fällen nun einmal auch die Sicherheit der Gesellschaft </p>



<p class="wp-block-paragraph">Geschäftsführungen müssen sich damit beschäftigen, wie ihr Unternehmen funktioniert – auch wenn sie dafür mit diesen Nerds im Keller reden müssen.</p>
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		<title>Big-Tech nutzen – Ja oder Nein?</title>
		<link>https://kaffeeringe.de/2026/03/04/big-tech-nutzen-ja-oder-nein/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Steffen Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 17:49:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://kaffeeringe.de/2026/03/04/big-tech-nutzen-ja-oder-nein/">Big-Tech nutzen – Ja oder Nein?</a> erschien zuerst auf <a href="https://kaffeeringe.de">kaffeeringe.de</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">„Wenn du Microsoft boykottierst, warum nutzt du dann ein Android-Handy!?“ Dieser sarkastische Kommentar ist kein Argument. Er ist ein Trick. Denn er suggeriert: Entweder du passt dich kritiklos an – oder du verzichtest auf alles. Beides ist gelogen. Es gibt eine dritte Option.</p>
<span hidden class="__iawmlf-post-loop-links" data-iawmlf-links="[{&quot;id&quot;:5912,&quot;href&quot;:&quot;https:\/\/www.kuketz-blog.de\/das-toleranzproblem-der-tech-szene-menschen-mitnehmen-statt-belehren&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;https:\/\/www.kuketz-blog.de\/das-toleranzproblem-der-tech-szene-menschen-mitnehmen-statt-belehren\/&quot;,&quot;checks&quot;:[],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:null,&quot;process&quot;:&quot;done&quot;}]"></span>


<span id="more-26172"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schlaumeier sind gerade wieder auf LinkedIn aktiv. Ihre Argumentation geht so: „Wenn Du Dienst XY aus ethischen Gründen nicht benutzen willst, dann müsstet Du auch auf die Dienste A, B, C, D, E, F, G, H, I, J verzichten. Das machst Du nicht. Deswegen bist Du ein Heuchler.“ So schießen sie bspw. gegen Open-Source oder, dass man Konsequenzen aus der Kritik an Open AI zieht. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Der moralische Purismus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neulich schrieb einer:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„ChatGPT kündigen und sich moralisch überlegen fühlen. Während das Smartphone in der Hand auf Technologie läuft, die von genau den Industrien stammt, die man verachtet […] Wer glaubt, er kann die Frucht essen und den Baum verleugnen, hat das Ökosystem nicht verstanden.[…] Deal with it!“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist kein Aufruf zur Ehrlichkeit. Das ist die Kapitulation vor dem System. Denn wer „Deal with it“ sagt, akzeptiert nicht nur die Verhältnisse – er verteidigt sie.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, die digitale Welt ist kaputt. Bei Big-Tech ist Ausbeutung kein Bug, sondern Businessmodell. Das Problem ist nicht, dass diese Konzerne „böse“ sind. Das Problem ist, dass sie genau das tun, wie sie sollen: Als Profitmaschinen behandeln sie Menschen, Demokratie und Planet als Kollateralschaden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ethik? Ein Feigenblatt. Verantwortung? Externalisiert. Und wir? Eingebunden in ein System, das uns weismachen will, wir hätten keine Wahl – während es uns gleichzeitig die Illusion von „Freiheit“ verkauft, solange wir brav klicken, scrollen, kaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Deal with it!“ – das ist das genaue Gegenteil von dem, was Adorno mit „Es gibt kein richtiges Leben im Falschen“ meinte. Sein Satz war keine Aufforderung zur Resignation, sondern eine Diagnose: In einer kaputten Welt gibt es keine unschuldigen Lösungen – aber das heißt nicht, dass wir aufhören sollen, nach besseren zu suchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer „Deal with it“ sagt, kapituliert nicht vor der Realität – er kapituliert vor der Möglichkeit, sie zu ändern. Und genau das will das System: dass wir unsere Wut runterschlucken und weitermachen wie bisher.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Verzicht keine Lösung ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer kann sich leisten, auf <strong>alle </strong>Big-Tech-Tools zu verzichten? Die Tech-Milliardäre, die ihre Kinder von Bildschirmen fernhalten – während sie den Rest der Welt in ihre Plattformen locken? Verzicht ist eine privilegierte Haltung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Journalistin Kashmir Hill hat es vor ein paar Jahren einmal <a href="https://kaffeeringe.de/2019/01/30/gibt-es-noch-ein-internet-ohne-google-amazon-facebook-apple-und-microsoft/">versucht</a>, nacheinander auf alle Amazon, Google, Microsoft, Apple und Facebook zu verzichten. Schon das hat ihr Leben sehr kompliziert gemacht – auf alle gleichzeitig zu verzichten ist praktisch unmöglich. Für uns muss deswegen Tech-Nutzung immer widersprüchlich bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und selbst wenn du auf alles verzichten könntest, ändert das nichts an den Machtverhältnissen. Verzicht ist individuell – das Problem ist strukturell. Individuelle Moral reicht nicht aus, um gesellschaftliche Widersprüche aufzulösen. Oder, um es auf die Idee des „<a href="https://kaffeeringe.de/2006/05/07/das-moralische-dreieck/">Moralischen Dreiecks</a>“ zu projizieren: Konsumentenethik alleine reicht nicht. Der Markt allein regelt es nicht. Wir sind auf den Gesetzgeber und auf Unternehmen angewiesen, die ein Interesse an ethischem Handeln haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Dritte Option: „Kritische Teilhabe“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Unterwerfung unethisch und Verzicht unmöglich ist – was bleibt uns dann als Bürgerinnen und Bürgern? Die Antwort: Kritische Teilhabe. Wir können das Falsche nicht verlassen, aber wir können in ihm so leben, dass es nicht auch noch Recht bekommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu können wir uns partiell verweigern und nur bestimmte Tools nutzen (z. B. Signal statt WhatsApp oder Nextcloud statt OneDrive). Was signalisiert, dass nichts alternativlos ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir können die Technik entzaubern, indem wir mit unserer Sprache Widerstand gegen die Narrative der Konzerne leisten. Wir meiden verkürzende Formulierungen wie „Der Algorithmus hat entschieden“, sondern führen aus: „Menschen haben einen Algorithmus so programmiert, dass er XY begünstigt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtig ist es auch, Alternativen sichtbar zu machen, indem wir in jedem Projekt fragen: „Gibt es eine Open-Source-Alternative?“ Kritik wird dann zum selbstverständlichen Teil solcher Gespräche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Mal, wenn ein Big-Tech-Tool Probleme macht, können wir diese Kosten benennen: „Wäre das mit einer Alternative passiert?“ Das macht Abhängigkeiten bewusst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es hilft auch in Social Media nicht nur Kritik an Big Tech zu posten, sondern zu sagen: „Hier ist, was ich stattdessen nutze. Und das funktioniert für mich super!“ Das schafft Handlungsoptionen für andere.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ich selbst tue (und wo ich scheitere)</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich nutze ein Android-Smartphone. Es nervt mich, aber ich nutze es – weil es praktisch ist, und weil ich (noch) keine praktikable Alternative gefunden habe. Aber:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ich habe Signal und Threema statt WhatsApp – nicht weil ich moralisch besser bin, sondern weil ich nicht will, dass Meta meine persönlichen Kontakte vermarktet.</li>



<li>Ich nutze Nextcloud für meine Dokumente, Kontakte und Termine – nicht aus Prinzip, sondern weil ich kontrollieren will, wer Zugriff hat.</li>



<li>Ich schreibe in LibreOffice – nicht weil Microsoft Word „böse“ ist, sondern weil ich keine Lust habe, für ein Tool zu zahlen, das mich ausspioniert und weil es einfach tut, was ich will, ohne zu versuchen smarter zu sein als ich.</li>



<li>Ich nutze Wero wo immer es schon geht – nicht weil PayPal von Peter Thiel gegründet wurde, sondern weil ich einfach nur bezahlen will, ohne dass man meine Verhaltensdaten zweit-und drittverwertet werden.</li>



<li>Ich nutze Linux – nicht weil Windows mich überwacht, sondern weil ich die Vielfalt und die Möglichkeiten des freien Betriebssystems mag.</li>



<li>Ich nutze generell lieber Open-Source – nicht weil proprietäre Software schlecht wäre, sondern weil ich die Selbstbestimmung mag und dass ich daran mitwirken kann, wie die Software weiterentwickelt wird.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist kein Verzicht. Das ist Selbstbestimmung im Kleinen.<br>Und ja, ich scheitere oft. Aber jedes Mal, wenn ich eine Alternative nutze, beweise ich: Es geht auch anders.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die digitale Welt ist kaputt – aber sie ist nicht alternativlos.<br>Nutzt die Technik, die ihr braucht – aber lasst euch nicht von ihr formen. Stellt die Fragen, die die Konzerne nicht beantworten wollen.<br>Und handelt, wo ihr könnt – nicht aus Moral, sondern aus Selbstbehauptung. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Links</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Kuketz Blog: <a href="https://www.kuketz-blog.de/das-toleranzproblem-der-tech-szene-menschen-mitnehmen-statt-belehren/">Das Toleranzproblem der Tech-Szene – Menschen mitnehmen statt belehren</a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>„Privacy“ ist das US-Gegenkonzept zum europäischen Datenschutz</title>
		<link>https://kaffeeringe.de/2026/02/01/privacy-ist-das-us-gegenkonzept-zum-europaeischen-datenschutz/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Steffen Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2026 12:50:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="300" height="225" src="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/02/pexels-pixabay-270283-300x225.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin: auto; margin-bottom: 5px;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/02/pexels-pixabay-270283-300x225.jpg 300w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/02/pexels-pixabay-270283-980x736.jpg 980w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/02/pexels-pixabay-270283-768x577.jpg 768w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/02/pexels-pixabay-270283-1536x1153.jpg 1536w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/02/pexels-pixabay-270283-2048x1538.jpg 2048w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/02/pexels-pixabay-270283-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p>Datenschutz sagt: Deine Daten werden nicht öffentlich und wir machen mit Deinen Daten, was DU willst. Privacy sagt: Deine Daten werden nicht öffentlich und wir machen mit Deinen Daten, was WIR wollen. Damit ist "Privacy" etwas ganz anderes und das Gegenkonzept zu unserem Datenschutz.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Datenschutz sagt: Deine Daten werden nicht öffentlich und wir machen mit Deinen Daten, was <strong>Du</strong> willst. Privacy sagt: Deine Daten werden nicht öffentlich und wir machen mit Deinen Daten, was <strong>wir</strong> wollen. Damit ist „Privacy“ etwas ganz anderes und das Gegenkonzept zu unserem Datenschutz.</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Lost in Translation</h2>



<figure data-wp-context="{&quot;imageId&quot;:&quot;6a276097c12c5&quot;}" data-wp-interactive="core/image" data-wp-key="6a276097c12c5" class="wp-block-image alignright size-full is-resized wp-lightbox-container"><img loading="lazy" decoding="async" width="500" height="625" data-wp-class--hide="state.isContentHidden" data-wp-class--show="state.isContentVisible" data-wp-init="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--click="actions.showLightbox" data-wp-on--load="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--pointerdown="actions.preloadImage" data-wp-on--pointerenter="actions.preloadImageWithDelay" data-wp-on--pointerleave="actions.cancelPreload" data-wp-on-window--resize="callbacks.setButtonStyles" src="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/02/Datenschutz-vs-Privacy.jpg" alt class="wp-image-24387" style="width:293px;height:auto" srcset="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/02/Datenschutz-vs-Privacy.jpg 500w, https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/02/Datenschutz-vs-Privacy-240x300.jpg 240w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px"><button class="lightbox-trigger" type="button" aria-haspopup="dialog" data-wp-bind--aria-label="state.thisImage.triggerButtonAriaLabel" data-wp-init="callbacks.initTriggerButton" data-wp-on--click="actions.showLightbox" data-wp-style--right="state.thisImage.buttonRight" data-wp-style--top="state.thisImage.buttonTop">
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		</button><figcaption class="wp-element-caption"><br>Überzeugt mich vom Gegenteil…</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Oft werden „Datenschutz“ und „Privacy“ gleichgesetzt. Privacy scheint einfach die englische Übersetzung von Datenschutz zu sein. Doch wie das so mit Übersetzungen ist: Hinter Wörtern verbergen sich kulturelle Konzepte, die nicht immer komplett gleichzusetzen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutsche Tradition des Datenschutzes sieht Daten als Teil der menschlichen Würde. Er soll vor dem Machtmissbrauch durch Staat und Konzerne schützen. Der deutsche Datenschutz hat seine Wurzeln im Nachkriegsdeutschland und ist eng mit der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit verbunden. In den 1970er-Jahren, als die Bundesregierung eine Volkszählung plante, formierte sich massiver Widerstand. Die ersten Computer zogen in immer mehr Bereichen ein und zeigten, wie leicht sie viele Daten verarbeiten konnten. Bürger:innen fürchteten eine Rückkehr zu totalitärer Überwachung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das historische Volkszählunsurteil</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Protest gegen die Volkszählung mündete 1983 in das historische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Volksz%C3%A4hlungsurteil">Urteil des Bundesverfassungsgerichts</a>, das das „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Informationelle_Selbstbestimmung">Recht auf informationelle Selbstbestimmung</a>“ als Teil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts (Art. 2 GG) verankerte. Das Gericht betonte, dass der Einzelne selbst entscheiden müssen, wer welche Daten über ihn erhebt und verwendet. Dort heißt es:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung wären eine Gesellschaftsordnung und eine diese ermöglichende Rechtsordnung nicht vereinbar, in der Bürger nicht mehr wissen können, wer was wann und bei welcher Gelegenheit über sie weiß.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits 1977 hatten die Regierung aus SPD und FDP das erste Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) geschaffen. Es schrieb das Transparenz, Zweckbindung und Einwilligung als Kernprinzipien fest. Mit der DSGVO (2018) wurde dieser Ansatz europaweit ausgeweitet. Datenschutz wurde zum Grundrecht, das Staat, Unternehmen und andere Organisationen verpflichtet, Nutzer:innen echte Kontrolle zu geben – zumindest theoretisch. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Freiheit vs. Überwachung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der US-amerikanische „Privacy“-Begriff entstand dagegen im 19. Jahrhundert als Abwehrrecht gegen staatliche Einmischung und eine als übergriffig empfundene Presse. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufsatz „<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/The_Right_to_Privacy_(article)">The Right to Privacy</a>“ (1890) von Samuel D. Warren und Louis Brandeis definierte Privacy als „das Recht, in Ruhe gelassen zu werden“ („right to be let alone“). Privacy war eine Reaktion auf aufdringliche Presseberichterstattung über das Privatleben bekannter Persönlichkeiten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im 20. Jahrhundert prägten zwei Stränge die Debatte in den USA: </p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Erstens der staatskritische Ansatz, der bspw. vor willkürlichen Hausdurchsuchungen schützt, und  </li>



<li>zweitens der marktliberale Ansatz, der Privacy als individuelle Konsumentscheidung sieht. </li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Während Europa nach dem Zweiten Weltkrieg Datenschutz als kollektives Gut regulierte, setzte sich in den USA ein anderes Narrativ durch. Es lautet: „Wenn du nichts zu verbergen hast, hast du nichts zu befürchten.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Presse sollte die Leute in Ruhe lassen – es sei denn, es gab Informationen von öffentlichem Interesse. Das ist leider nie modernisiert und an die digitale Welt angepasst worden. Der Digital-Aktivist Cory Doctorow <a href="https://pluralistic.net/2025/02/20/privacy-first-second-third/">berichtet</a>, dass die letzte Änderung am US-Amerikanischen Privacy-Recht 1988 vorgenommen wurde, um die Ausleihlisten von Videotheks-Kunden zu schützen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Wenn Sie etwas haben, von dem Sie nicht möchten, dass jemand davon erfährt, sollten Sie es vielleicht gar nicht erst tun.“</p>
<cite><a href="https://www.huffpost.com/entry/google-ceo-on-privacy-if_n_383105">Eric Schmidt, Google</a></cite></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">„Notice-and-Choice“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tech-Konzerne wie Microsoft, Apple, Google oder Facebook nutzen diese Lücke: Sie interpretierten Privacy als „Kontrolle über öffentliche Bloßstellung“ – nicht über Datennutzung. Der „Notice-and-Choice“-Ansatz (Nutzer:innen werden informiert und können zustimmen) wurde zur Standardlösung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Geltungsbereich der der DSGVO wird dazu die Rechtsgrundlage der „informierten Einwilligung“ missbraucht. „Notice-and-Choice“ ist nur eine Ausrede. Die Macht bleibt bei den Unternehmen. Sie können unsere Daten nach Belieben zu eigenen Zwecken verwerten – solange sie nicht „zu öffentlich“ damit umgehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Digitale Mündigkeit ist eine Farce</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Medienwissenschaftlerin Mareike Lisker zeigt in ihrer <a href="https://api-depositonce.tu-berlin.de/server/api/core/bitstreams/5f032944-eb28-4e06-b5bd-30a8d08695c9/content">Studie</a> (2023), dass „digitale Mündigkeit“ eine Farce ist. „Kontrolliere deine Daten!“ ist eine neoliberale Responsibilisierung. Der Staat oder Plattformen übertragen die Verantwortung für Datenschutz an Einzelne. Sie geben ihnen aber nicht die Macht, dieser Verantwortung gerecht zu werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie identifiziert sieben strukturelle Merkmale, die zeigen, warum individuelle Datenkontrolle unter dem Privacy-Paradigma scheitert:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Kontinuierlich:</strong> Daten werden pausenlos gesammelt – nicht nur bei aktiver Nutzung. Beispiel: Cookies tracken auch nach dem Schließen des Browsers (<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Evercookie">Evercookies</a>).</li>



<li><strong>Komplex:</strong> Die Infrastruktur ist undurchschaubar (Werbenetzwerke, Echtzeit-Auktionen). Beispiel: Eine Website nutzt durchschnittlich 3 Trackingtechnologien.</li>



<li><strong>Unsichtbar:</strong> Nutzer:innen sehen nicht, was und wie gesammelt wird. Beispiel: <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Fingerprint_(computing)">Fingerprinting</a>, bei dem Browser über versteckte Merkmale identifiziert werden.</li>



<li><strong>Überall</strong>: Tracking findet auf allen Geräten statt (Smartphone, IoT, Apps). Beispiel: Staubsaugerroboter erstellen Grundrisse von Wohnungen.</li>



<li><strong>Unausweichlich</strong>: Wer das Internet nutzt, kann sich nicht entziehen. Beispiel: Selbst bei Opt-Out: Plattformen wie Meta sammeln Daten über <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Lookalike_audience">Lookalike-Targeting</a>.</li>



<li><strong>Prädiktiv</strong>: Daten werden genutzt, um Zukunft vorherzusagen (auch sensible Attribute). Beispiel: Aus nur 15 gekauften Produkten lässt sich eine Schwangerschaft ableiten.</li>



<li><strong>Dividierend</strong>: Nutzer:innen werden nicht als Individuen, sondern als Datenpunkte behandelt. Beispiel: Werbung richtet sich nicht an Personen, sondern an statistische Profile.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Damit macht Mareike Lisker klar, warum Einwilligungen nach DSGVO scheitern: Sie können nie wirklich informierte Einwilligungen sein und selbst wenn Nutzer:innen „Nein“ sagen, leiten die Big-Techs ihre Daten einfach über Daten anderer ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Privacy-Paradima aus den USA kann keinen Grundrechtsschutz vor mächtigen Datensammlern aller Art gewährleisten. Privacy ist nur ein Schutz vor Veröffentlichung der eigenen Daten – ein Konzept, das perfekt zum neoliberalen Ideal der Selbstverantwortung passt. Dadurch prägt aber das US-Amerikanische Verständnis von Privacy heute maßgeblich den globalen Umgang mit unseren Daten.</p>
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