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	<title>KoopTech - </title>
	
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		<title>Wie wir uns im Wandel neu erfinden</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Sep 2010 21:42:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
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		<description>Die Medien wandeln sich: Wandelt sich der Journalismus? [...]


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&lt;/ol&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Medien wandeln sich: Wandelt sich der Journalismus? Oder wandeln sich die Medien? Sind die Medien in der Krise? Und ist deshalb auch der Journalismus in der Krise? Wie weit m&#252;ssen wir Journalistinnen uns wandeln? Und: Wie k&#246;nnen wir uns im Wandel immer neu erfinden?</strong></p>
<p><img style="margin: 10px;" src="http://www.journalistinnen.de/bilder/layout/logo.gif" alt="" width="200" height="56" align="left" />Der Vorstand des Journalistinnenbundes hat mich <a href="http://www.journalistinnen.de/verein/jahrestagung.html">heute</a> vor diese knifflige Frage gestellt. Eine Antwort darauf zu finden, ist alles andere als leicht. Ich besch&#228;ftige mich mit ihr seit einiger Zeit. Der <a href="http://schulzki-haddouti.de/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=57&amp;Itemid=53">Ausl&#246;ser f&#252;r mich</a> war die gewaltige Reduzierung der Redaktion des „San Francisco Chronicle“ um 100 Redakteure im Jahr 2007 und die provokante These des amerikanischen Medienexperten Phil Meyer vom „Tod der Zeitung“. Ich empfand das als erschreckend. Seit etwa zwei Jahren jagen sich nun auch in Deutschland die schlechten Nachrichten.</p>
<p>Ich versuche eine kleine</p>
<p><strong> Ann&#228;herung an den medialen Status Quo.</strong></p>
<p><strong></strong><a href="http://www.mediendisput.de/downloads/Begrenzter%20Journalismus.pdf">Wir alle sind uns einig:</a> Journalistinnen haben immer weniger Geld – und Zeit. Den meisten Journalisten ging es finanziell noch nie besonders gut, doch die gegenw&#228;rtige Lage ist alarmierend: Die Auflagen sinken, die Anzeigenerl&#246;se gehen zur&#252;ck und wandern zunehmend ins Internet ab. Personal wird abgebaut, Honorare werden eingefroren oder gek&#252;rzt. Auftr&#228;ge bleiben aus. Aufgrund der finanziellen Engp&#228;sse steht in den Redaktionen und auch bei freien Autorinnen immer weniger Zeit f&#252;r Recherche und Qualit&#228;tssicherungsma&#223;nahmen zur Verf&#252;gung.</p>
<p>Journalistinnen m&#252;ssen sich zudem immer h&#228;ufiger mit Organisationsfragen befassen:  In den letzten Jahren wurden zahlreiche Redaktionen aufgrund des erh&#246;hten finanziellen Drucks umorganisiert. Stichwort „Newsroom“. Ob das zu mehr Qualit&#228;t, f&#252;hrt ist unsicher.</p>
<p>Au&#223;erdem nimmt der Anteil der von Public-Relations-Experten beeinflussten Beitr&#228;ge im redaktionellen Teil deutlich zu. Journalistische Inhalte werden immer h&#228;ufiger als Umfeld f&#252;r Werbekunden betrachtet.</p>
<p>Zahlreiche Gesetze haben in den letzten Jahren das Redaktionsgeheimnis und den Informantenschutz geschw&#228;cht. Juristische Auseinandersetzungen um Unterlassungsklagen h&#228;ufen sich.</p>
<p>Journalistinnen nutzen in der Praxis noch zu selten das Akteneinsichtsrecht bzw. das Informationsfreiheitsgesetz. Beh&#246;rden blockieren entsprechende Anfragen aber auch oftmals. &#196;nderungen im Urheberrecht f&#252;hrten zu einer Schw&#228;chung der Urheber zugunsten von Sendern und Verlagen. Das im Moment diskutierte Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage droht die Urheber noch schlechter dastehen.</p>
<p><strong> Wie gravierend ist jedoch die Digitalisierung wirklich?</strong></p>
<p><strong></strong>Sie w&#228;lzt die Medien um:</p>
<p>Die Medien verlieren ihre Gatekeeper-Funktionen. Nutzer k&#246;nnen sich aus vielen Quellen informieren. Nachrichten lassen sich gleichzeitig oder kurz nach einem Ereignis abrufen. Damit ist Liveness, eine Eigenschaft des Fernsehens, auch im Internet zu erleben. Unterst&#252;tzt wird das durch Microbloggingdienste wie Twitter oder Live-Videostreaming, die Nachrichten in Echtzeit &#252;bermitteln. Das bedeutet auch, dass f&#252;r Journalisten eine Vorort-Pr&#228;senz oftmals nicht mehr n&#246;tig erscheint.</p>
<p>Au&#223;erdem k&#246;nnen nicht nur Profis, auch Amateure im Netz Inhalte ver&#246;ffentlichen. Die Reichweite des Einzelnen erweitert sich enorm.  Das hei&#223;t, Unternehmen, Beh&#246;rden, Organisationen ver&#246;ffentlichen nun selbst. Sie sind nicht mehr unbedingt darauf angewiesen, dass die klassischen Medien ihre Pressemitteilungen aufgreifen.</p>
<p>In Sozialen Netzwerken organisieren sich Gleichgesinnte und tauschen Informationen aus. Auf diese Weise k&#246;nnen immer kleinere Teil&#246;ffentlichkeiten erschlossen werden.</p>
<p>F&#252;r Journalistinnen bedeutet das, dass es zu einem Thema deutlich mehr R&#252;ckkan&#228;le gibt als zu Zeiten der klassischen Massenkommunikation. Diese Kan&#228;le lassen sich aber nur noch bedingt kontrollieren. Zudem werden sie selbst schneller als fr&#252;her zur &#246;ffentlichen Person, wenn sie sich hier engagieren.</p>
<p>Das Finden von Inhalten ist dank Suchmaschinen deutlich leichter geworden. Weil viele Nachrichten, auch Agenturnachrichten im Netz zu finden sind, k&#246;nnen freie Journalistinnen teure Datenbanken umgehen. Dies bedeutet eine Art Waffengleichheit mit den Redakteuren.</p>
<p>In der vernetzten Umgebung werden Zeit und Raum irrelevant. Leser, Zuschauer, Nutzer k&#246;nnen von &#252;berall herkommen. Das hei&#223;t, es gibt auch keine Verbreitungsmonopole mehr. Jede Nachricht ist nur noch einen Link entfernt.</p>
<p>Junge Nutzer und Intensiv-Leser wenden sich verst&#228;rkt den Online-Medien zu. Dabei ignorieren sie zunehmend die Inhalte-B&#252;ndelung der Anbieter.</p>
<p>Das hei&#223;t f&#252;r die Anbieter: Jeder einzelne Artikel, jede einzelne Webseite steht im Auge des Betrachters erst einmal f&#252;r sich, ist also ein eigenes Produkt. Das ist dramatisch. Denn die herk&#246;mmmliche B&#252;ndelung wird obsolet.  Die g&#228;ngige Quersubventionierung von wichtigen Inhalten wie Politikberichterstattung, die wenige Anzeigenkunden finden, wird damit erschwert.</p>
<p>Werbeanzeigen wandern im Internet auf verlagsfremde Dienste ab. Wenn sie auf Verlagsseiten geschaltet werden, erzielen sie nur noch etwa ein Zehntel des &#252;blichen Printpreises. Die Folge: Die Gesch&#228;ftsgrundlage des klassischen Journalismus wackelt. Die Entwicklung ist also l&#228;ngst nicht mehr evolution&#228;r. Sie ist disruptiv.</p>
<p>H&#246;rt sich das nach Wandel an?</p>
<p>Sind wir Journalistinnen in einer Krise?</p>
<p>Ich w&#252;rde sagen: Ja.</p>
<p>Es ist nicht nur eine Krise der Medien, es ist auch eine Krise des Journalismus.  Denn wichtige Ressourcen wie Zeit und Geld werden im Medienwandel immer knapper. Was steht auf dem Spiel?</p>
<p>Es geht darum, auch k&#252;nftig unabh&#228;ngig berichten zu k&#246;nnen, obwohl die Berichterstattungsfreiheit zunehmend subtil eingeschr&#228;nkt wird.</p>
<p>Es geht darum, den Journalismus mit seiner Hauptfunktion „&#214;ffentlichkeit herzustellen“ zu bewahren.</p>
<p><strong>Wie kann man also dem Wandel begegnen?</strong></p>
<p><strong></strong>Werfen wir einen Blick auf die Verlagswelt – viele von uns sind ja in Verlagen angestellt. Oftmals ist es die schiere Not, die Verlage zwingt, Ma&#223;nahmen vornehmlich organisatorischer Art zu ergreifen.  Der WAZ-Konzern etwa musste angesichts eines Millionendefizits Stellen abbauen und Redaktionen umorganisieren. Die wichtigste Ver&#228;nderung bestand wohl darin, dass Redakteure nicht mehr alles k&#246;nnen m&#252;ssen, sondern sich spezialisieren m&#252;ssen: Die einen k&#252;mmern sich um das Content-Management, w&#228;hrend die anderen sich der Recherche widmen m&#252;ssen. Eine Arbeitsteilung, die sich seit Jahrzehnten im angels&#228;chsischen Raum bew&#228;hrt hat. Wie ich von WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz vergangene Woche h&#246;ren konnte, stellt eine noch nicht ver&#246;ffentlichte Studie der Universit&#228;t Dortmund fest, dass die Qualit&#228;t der Berichterstattung der WAZ-Zeitungen seit der Umorganisation besser geworden ist.</p>
<p>Eine <a href="http://www.djv-mv.de/download/Vereinheitlichung_statt_Vielfalt_Projektbericht.pdf">Studie der Universit&#228;t Hamburg</a> ging der Frage nach, ob es durch die Zusammenlegung von zwei Mantelredaktionen, n&#228;mlich der „Ostsee-Zeitung&#8221; in Mecklenburg-Vorpommern und den „L&#252;becker Nachrichten&#8221; in Schleswig-Holstein, zu einem Verlust an Vielfalt kommt. Hier pr&#252;ften die Wissenschaftler unabh&#228;ngig von der Innensicht der Beteiligten die Qualit&#228;t der Berichterstattung von sechs Regionalzeitungen hinsichtlich der journalistischen Sorgfalt, der Einordnung und Erkl&#228;rung von Geschehnissen f&#252;r die Leser sowie der analytischen Tiefe. Eine erste Auswertung ergab, dass die Zusammenlegung der Redaktionen zu einem „deutlichen Verlust von Vielfalt&#8221; f&#252;hrt. Auch die Qualit&#228;t weist „durchgehend&#8221; Defizite auf.</p>
<p>Umorganisationen k&#246;nnen also, m&#252;ssen aber nicht erfolgreich sein.  Ein wesentlicher Faktor dabei ist, ob den Protagonisten</p>
<p><strong> mehr Zeit f&#252;r die journalistische Arbeit,</strong></p>
<p>f&#252;r Kernaufgaben wie der Recherche und der Analyse zur Verf&#252;gung steht.</p>
<p>Verschiedene Studien haben aber festgestellt, dass Journalistinnen in den letzten Jahren insbesondere f&#252;r Recherchen immer weniger Zeit zur Verf&#252;gung steht. Unter uns ist sicherlich kaum eine, die von einem Gespr&#228;chspartner nicht schon einmal den Satz geh&#246;rt hat: „Sie sind aber jetzt die erste, die bei uns anrufen.“</p>
<p>Ist das nun ein Zeichen f&#252;r eine Krise des Mediums Zeitung, oder ist das nicht eher ein Zeichen f&#252;r die Krise des Journalismus selbst? Wenn Kernaufgaben, n&#228;mlich die Recherche, ganz offenbar aus Zeitgr&#252;nden vernachl&#228;ssigt werden? Wenn Berichte nicht mehr hinterfragt werden? Wenn es gen&#252;gt, nur einen Experten zu sprechen? Oder eine PR-Meldung ungepr&#252;ft zu &#252;bernehmen?</p>
<p>Sch&#228;tzungen zufolge gehen bereits 70 Prozent der Medieninhalte auf Anst&#246;&#223;e von Dritten zur&#252;ck, die daran interessiert sind, f&#252;r ihre Organisationen, Produkte, ihre politische Ideologie oder ihre politisch-gesellschaftlichen Ziele zu werben. Vor allem Redaktionen, die unter Zeitdruck stehen, sind anf&#228;llig f&#252;r PR, insbesondere wenn diese professionell gemacht ist. Als besonders beeinflussbar gelten der Auto-, Freizeit- und Modejournalismus sowie der Bereich der Gesundheitsberichterstattung.</p>
<p>Der Medienwissenschaftler Michael Haller untersuchte 2005 die Lokalteile, die Wirtschaftsteile sowie die Ressorts Auto und Reise von sechs Regionalzeitungen. Im Ergebnis stellte er fest, dass der Anteil der PR-beeinflussten Beitr&#228;ge im redaktionellen Teil im Untersuchungszeitraum deutlich zunahm. F&#252;r Haller war es offensichtlich, dass es hierbei einen Zusammenhang mit der in den Redaktionen immer weniger werdenden Zeit f&#252;r Recherche gab.</p>
<p>Zeit ist f&#252;r guten Journalismus also ein ganz wichtiger Faktor. Umso prek&#228;rer ist es, wenn aus Geldnot die f&#252;r Qualit&#228;t, f&#252;r den Wandel notwendigen Ma&#223;nahmen immer weniger Zeit zur Verf&#252;gung steht. Etwas Neues zu machen, braucht allerdings Zeit. Vor allem Zeit f&#252;rs Nachdenken.</p>
<p>Zur&#252;ck zur Ausgangsfrage: Wie k&#246;nnen wir uns im Wandel immer neu erfinden? Wenn wir doch immer nur versuchen, die jeweils neueste technologische Entwicklung zu verstehen. Wenn wir immer schneller auf Ereignisse reagieren m&#252;ssen. Wenn wir st&#228;ndig Leser- und Nutzerreaktionen im Internet im Auge behalten und reagieren m&#252;ssen.</p>
<p>Wenn wir uns neu erfinden wollen, m&#252;ssen wir das Reagieren in ein Agieren verwandeln. Wir m&#252;ssen wieder das Heft in die Hand nehmen. Wir m&#252;ssen daf&#252;r Innovationen erm&#246;glichen – strukturelle wie pers&#246;nliche.</p>
<p><strong>Wie entstehen Innovationen?</strong></p>
<p><strong></strong>Es gibt verschiedene M&#246;glichkeiten:</p>
<p>Neues kann allm&#228;hlich mit der Zeit entstehen. Aus Bestehendem entwickelt sich etwas Anderes, etwas Neues. Solche evolution&#228;ren Ver&#228;nderungen brauchen Raum, brauchen Flexibilit&#228;t.</p>
<p>In Unternehmen entstehen Neuerungen in der Regel dann, wenn sie das Feedback der Kunden ernst nehmen und einen systematischen Prozess f&#252;r Probleml&#246;sungen etablieren. Wenn Verbesserungsvorschl&#228;ge in der Produktentwicklung ber&#252;cksichtigt werden.</p>
<p>Wirklich Neues kann auch dann entstehen, wenn Unternehmen jenseits ihrer Routine ihre Kompetenzen, ihre Technik neu analysieren und versuchen das Bestehende anders zu denken.</p>
<p>Innovationsprozesse basieren meist auf wissenschaftlich-technologischen Neuerungen, gleichwohl sind sie nicht ausschlie&#223;lich technisch bestimmt.</p>
<p>Neues kann pl&#246;tzlich entstehen, durch ein wirtschaftliches, gesellschaftliches oder nat&#252;rliches Ereignis. Dieses zwingt, Bestehendes neu zu bewerten und L&#246;sungen f&#252;r ein Problem zu finden.</p>
<p>Mitunter befl&#252;gelt auch Inspiration die Entwicklung von Neuem.</p>
<p>Ich habe Stephan Weichert, der in einer Studie das „<a href="http://library.fes.de/pdf-files/stabsabteilung/06156.pdf">Verschwinden der Zeitung</a>“ festgestellt hat, gefragt, ob er ein Innovationsmanagement in deutschen Verlagen erkennen kann. Weichert hat in Deutschland, Frankreich und den USA zahlreiche Pers&#246;nlichkeiten zum Medienwandel interviewt. Er sagte: Es gibt kein Innovationsmanagement in deutschen Verlagen. Er erz&#228;hlte aber von zahlreichen Pl&#228;nen f&#252;r das iPad.</p>
<p><strong>Wie k&#246;nnte das Innovationsmanagement aussehen?</strong></p>
<p>Die Innovationsforschung liefert zahlreiche Ans&#228;tze f&#252;r Journalistinnen, sich neu zu erfinden.</p>
<p>Ein erster Ansatz besteht darin, sich Freir&#228;ume zu erobern und Handlungsanreize zu setzen. Sie sind n&#228;mlich wichtige Bedingungen f&#252;r Sprunginnovationen, also f&#252;r Neuerungen, die nicht etwas Bestehendes allm&#228;hlich weiterentwickeln, sondern etwas wirklich Neues kreieren.</p>
<p>Redaktionsleiter m&#252;ssten ihren Redakteuren also Freiraum geben, um eigenen Ideen nachgehen zu k&#246;nnen.</p>
<p>Was bedeutet das f&#252;r freie Journalistinnen? Es bedeutet, dass die Journalistin sich zeitlich befreien muss. Sie braucht freie Zeit, um neue Formate, um Ideen einfach einmal auszuprobieren. Es gilt also, ab und zu, am besten regelm&#228;&#223;ig, aus den &#252;blichen Strukturen auszubrechen! Stress abzubauen, zu entschleunigen. Damit wieder neue Ideen wachsen k&#246;nnen.</p>
<p>Diese Strategie verfolgt &#252;brigens auch der Suchmaschinenkonzern Google: Google ermutigt seine Softwareingenieure, <a href="http://science.orf.at/stories/1658631">20 Prozent ihrer Zeit</a> f&#252;r eigene Ideen zu verwenden. 20 Prozent sind bei einem 8-Stunden-Tag zwei Stunden, bei einer 5-Tage-Woche ein Tag. Die 20 Prozent k&#246;nnen sie in eigene Forschungsprojekte, in soziale Projekte, in etwas v&#246;llig frei Gestelltes investieren. Sie sollen in dieser Zeit nur nicht nichts tun. Auf diese Weise sind etwa der Social-Network-Dienst Orkut und Google Earth entstanden.</p>
<p>Ein zweiter Ansatz, um Sprunginnovationen voranzubringen, besteht darin den Zufall zu provozieren.</p>
<p>F&#252;r freie Journalistinnen bedeutet das: Auch mal Auftr&#228;ge annehmen, die nicht ins &#252;bliche Spektrum fallen. Etwas Neues ausprobieren.</p>
<p>Wie aber kommt man an neue Auftr&#228;ge? Indem man seine Kompetenzen, seine Interessen, seine Themengebiete zeigt. Etwa  &#252;ber eine eigene Website, besser aber noch &#252;ber ein regelm&#228;&#223;ig aktualisiertes Blog. Kleine Tipps und Lesehinweise &#252;ber Twitter oder Facebook k&#246;nnen das eigene Profil abrunden.</p>
<p>Viele meiner Kollegen und Kolleginnen erhielten auf diesem Weg Anfragen f&#252;r Podiumsdiskussionen, Jurymitgliedschaften, Buchvertr&#228;ge, Lehrvertr&#228;ge usw. Auf diese Weise konnten sie ihrem bisherigen beruflichen Standbein ein paar Spielbeine hinzuf&#252;gen.</p>
<p>Den Zufall provozieren k&#246;nnen Redaktionen wiederum, indem sie R&#228;ume schaffen, in denen gemeinsam zwanglos Ideen entwickelt werden k&#246;nnen. Ein Wiki zum Beispiel, in dem man Materialien ablegen kann, Ideen notieren, in dem man auch herumspinnen darf, ohne gleich zur Ordnung gerufen zu werden.</p>
<p>Ein dritter Ansatz ist die Partisanenstrategie: Innovationspartisanen sollen hinter der Routineorganisation agieren k&#246;nnen und erst dann auftauchen, wenn sie vom Erfolg ihrer Idee &#252;berzeugt sind.</p>
<p>Redaktionen k&#246;nnen kleine Entwicklungsteams einrichten, die neben der Spur und mit m&#246;glichst wenig Erfolgsdruck seitens des Managements arbeiten d&#252;rfen. Wichtig k&#246;nnte sein, diese Mitarbeiter mit Unabh&#228;ngigkeit zu belohnen, etwa mit der Aussicht auf ein kleines, eigenes Tochterunternehmen.</p>
<p>Freie Journalistinnen sollen sich eigene Spielwiesen g&#246;nnen: Projekte, die ihr Themenspektrum, ihre Kompetenzen erweitern. In denen sie sich auch mal nicht unbedingt als “Journalisten” verstehen m&#252;ssen.</p>
<p>Ein vierter Ansatz besteht darin, seine F&#228;higkeiten und Interessen zu &#252;berpr&#252;fen.</p>
<p>Jede Journalistin hegt bestimmte Erwartungen, hat &#252;ber die Jahre ein gewisses Berufs- und Selbstverst&#228;ndnis entwickelt. Offenheit ist die Grundvoraussetzung, um sich zu entwickeln. Vielleicht sollte man sein eigenes Selbstbild &#246;fter in Frage stellen: Wie unabh&#228;ngig berichte ich wirklich? Was habe ich bisher mit meinen Geschichten bewirkt? Bin ich damit zufrieden? Wie gut recherchiere ich tats&#228;chlich? Bin ich eine gute Moderatorin? Bin ich wirklich eine verl&#228;ssliche Ansprechpartnerin f&#252;r Informanten? Wie n&#252;tzlich sind meine Texte f&#252;r meine Leser? Was interessiert meine Leser wirklich?</p>
<p>Schlie&#223;lich besteht der f&#252;nfte Ansatz darin, neue Marktfelder zu erschlie&#223;en.</p>
<p><strong>Wo sind neue Marktfelder?</strong></p>
<p>Zum Beispiel im Bereich elektronischer B&#252;cher. Journalistinnen k&#246;nnten sich Zeit nehmen, neue Formate f&#252;r <a href="http://blog.kooptech.de/2010/08/selbst-ist-der-verlag/">selbst publizierte E-Books</a> zu entwickeln. Der E-Book-Markt hebt jetzt n&#228;mlich allm&#228;hlich richtig ab. Amazon etwa verkauft in den USA schon fast doppelt so viele E-Books wie Taschenb&#252;cher.</p>
<p>Neue M&#228;rkte ergeben sich auch im Bereich <a href="http://blog.kooptech.de/tag/open-data/">Open Data</a>. Dabei handelt es sich um eine h&#246;chst faszinierende neue Bewegung, die im vergangenen Jahr in Gro&#223;britannien und den USA entstanden ist. Befeuert wurde sie dadurch, dass die amerikanische und britische Regierung auf einen Schlag Tausende von Datens&#228;tze frei gegeben haben.  Die Briten k&#246;nnen etwa &#252;ber die Website <a href="http://www.wheredoesmymoneygo.org/">Where does my money go?</a> &#252;berpr&#252;fen, wie die Regierung die Steuern ausgibt. US-B&#252;rger k&#246;nnen feststellen, welche Abf&#228;lle in ihrem Umkreis in Gew&#228;sser eingeleitet oder deponiert wurden. Die Aufarbeitung, Einordnung und Kommentierung solcher Daten ist nicht nur Aufgabe von Programmierern, sondern ber&#252;hrt journalistische Kompetenzen.</p>
<p>Die US-Regierung hat aber nicht nur zahlreiche Umweltdaten, sondern auch Finanzdaten ver&#246;ffentlicht. Unter anderem zum Konjunkturprogramm. Sie zeigen, wer wie viel Geld f&#252;r bestimmte Ma&#223;nahmen erhalten hat. Eine Umsetzung bestand darin, diese Zahlen in eine Handy-Anwendung zu gie&#223;en. Spazierg&#228;nger k&#246;nnen nun mit ihrem Smartphone in Washington D.C. herumlaufen und sich in ihrer Handy-Kamera &#252;ber eine Augmented-Reality-Anwendung anzeigen lassen, wer wie viel Geld erhalten hat.</p>
<p>Weil Open-Data-Journalismus so viel Potenzial hat, hat die Federal Trade Commission in einem <a href="http://www.ftc.gov/opp/workshops/news/jun15/docs/new-staff-discussion.pdf">Expertenpapier</a> zur <a href="http://www.ftc.gov/opp/workshops/news/index.shtml">„Zukunft des Journalismus“</a> den Beh&#246;rden, namentlich der B&#246;rsenaufsichtsbeh&#246;rde SEC, <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1652232/">empfohlen</a>, die journalistische Arbeit mit einer m&#246;glichst reibungslosen Bereitstellung von Daten zu unterst&#252;tzen. Die Begr&#252;ndung: Journalisten k&#246;nnten so n&#228;mlich neue Geschichten finden und effizienter untersuchen. Gleichzeitig w&#252;rde damit auch die Transparenz in den Beh&#246;rden unterst&#252;tzt.</p>
<p>Google-Chef Eric Schmidt denkt &#252;brigens im Moment <a href="http://www.mercedes-bunz.de/2010/07/eric-schmidt-google-future-guardian-activate-summit/">in seinen freien 20 Prozent</a> dar&#252;ber nach, wie er die herk&#246;mmliche Regierungsf&#252;hrung auf den Kopf stellen k&#246;nnte. Dabei &#252;berlegt er unter anderem, wie die frei gegebenen Regierungsdaten in neuartige Entscheidungsprozesse einflie&#223;en k&#246;nnen.</p>
<p>Hierzulande gibt es auch erste Ans&#228;tze, Daten strukturiert aufzuarbeiten, obwohl das f&#252;r die Datenfreigabe so wichtige Informationsfreiheitsgesetz im Vergleich zu den entsprechenden Gesetzen in Gro&#223;britannien und den USA noch viele Barrieren hat. So verarbeitet etwa <a href="http://www.dpa.de/Data-Mining.277.0.html">dpa Regiodata</a> Daten von Beh&#246;rden, Forschungsreinrichtungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie kommerziellen Datenanbietern. Mit verschiedenen Datamining-Techniken wertet sie die Daten aus und liefert dann Themenpakete &#252;ber Arbeitsmarkt- und Bev&#246;lkerungsentwicklungen, Gesundheits- oder Sozialfragen aus. Die Redaktionen erhalten zu den Themen nicht nur einen Text, Grafiken und Diagramme, sondern auch die aufbereiteten Daten in einer Excel-Tabelle. Lokalzeitungen werden gezielt mit Grafiken beliefert, die zu ihrer Region passen.</p>
<p>Ein innovativer Service. Nur schade, dass kaum ein Redakteur die mitgelieferten Daten selbst anfasst. Man darf vermuten, dass viele einfach noch nicht mit Excel umgehen k&#246;nnen – oder dass ihnen daf&#252;r wieder einmal schlicht die Zeit fehlt.</p>
<p>Die dpa hat sich damit ein neues Marktfeld erschlossen, das sich in den n&#228;chsten Jahren insbesondere im Bereich der ortsbezogenen Daten rasant entwickeln wird. F&#252;r freie Journalistinnen stellt sich nat&#252;rlich die Frage, ob ein solcher Bereich nicht eine Nummer zu gro&#223; ist, weil er so viele unterschiedliche Kompetenzen anspricht. Doch das, was man selbst noch nicht kann, l&#228;sst sich ja auch in Kooperation mit anderen realisieren.</p>
<p>Mich beispielsweise besch&#228;ftigt seit etwa einem Jahr die Idee, aus unstrukturierten Daten und Informationen etwas journalistisch herauszuholen. Ich suchte daher – in meiner freien Zeit &#8211; ein Beispiel, um herauszufinden, wie aufw&#228;ndig ein Datenjournalismus-Projekt sein kann. Als geeignetes Versuchskaninchen erschien mir nach einiger Suche die Parteienfinanzierung. Die Parteien ver&#246;ffentlichen jede Spende &#252;ber 50.000 Euro auf dem Bundestagsserver. Die Daten liegen seit dem Jahr 2002 vor. Ich wollte anhand der Daten unter anderem herausfinden, welche Branchen welche Parteien regelm&#228;&#223;ig unterst&#252;tzen. Allerdings kann ich zwar mit Excel umgehen, habe aber noch nie eine Soziale Netzwerkanalyse gemacht, die zeigen w&#252;rde, wer mit wem verbunden ist.  Daf&#252;r fand ich einen Kooperationspartner, der mich hierbei unterst&#252;tzte. Sein Interesse bestand darin, auszuprobieren, inwieweit er seine F&#228;higkeiten, n&#228;mlich die strukturierte Auswertung und Analyse gro&#223;er Datenmengen mit dem journalistischen Arbeiten kombinieren k&#246;nnte. Mit ZEIT online fanden wir dann eine Redaktion, die <a href="http://blog.kooptech.de/2010/04/open-data-serie-ueber-parteispenden-bei-zeit-online/">das Vorhaben </a>finanziell und publizistisch unterst&#252;tzte.</p>
<p><strong>Kooperation ist in Zeiten des Wandels wichtig.</strong></p>
<p>Ein Beispiel: Letzte Woche war ich auf einer Veranstaltung, auf der sich die <a href="http://medialdigital.de/">Medienjournalistin Ulrike Langer</a> eine Augmented-Reality-Anwendung w&#252;nschte, mit der sich historische Bauten und Ereignisse in K&#246;ln w&#228;hrend eines Spaziergangs in der Stadt auf dem Smartphone anzeigen lassen. Der WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz meinte darauf hin, das w&#228;re doch eine gute Sache f&#252;r das R&#246;misch-Germanische Museum K&#246;ln. Ulrike Langer hingegen entgegnete: Ja, in Kooperation mit dem R&#246;misch-Germanischen Museum. Denn angesprochen sind hier nicht nur historische Kenntnisse, sondern auch journalistische Kompetenzen.</p>
<p>Kooperationen k&#246;nnen aber auch <a href="http://blog.kooptech.de/about/">im Klein-Klein des Redaktionsalltags</a> realisiert werden. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Internet-Werkzeugen, die eine enge Zusammenarbeit unterst&#252;tzen. Elektronische Kalender k&#246;nnen gemeinsam genutzt werden. &#220;ber Wikis k&#246;nnen Ziele und Aufgaben erarbeitet werden. Dort k&#246;nnen To-Do-Listen gemeinsam organisiert, Themen und Ressourcen geplant werden.</p>
<p>In Wikis k&#246;nnen im Sinne eines redaktionellen Wissensmanagements Informationen gesammelt werden, Links zu gemeinsamen Tools und wichtigen Websites hinterlegt werden. Insbesondere Basis- und Hintergrundinformationen zu Personen von &#246;ffentlichem Interesse k&#246;nnten hier gesammelt werden. Themen-Dossiers angelegt, Recherchehypothesen zur Diskussion gestellt werden.</p>
<p>Social-Bookmarking-Tools k&#246;nnen verwendet werden, um gemeinsame Links zu erstellen, die dann nur bestimmte Personen sehen d&#252;rfen. Mit demselben Prinzip k&#246;nnen Journalisten Links nicht nur sammeln, sondern gezielt in redaktionelle Angebote einbinden. Ein Mausklick gen&#252;gt, um zu einem Ereignis die relevanten Quellen abzuspeichern und als digitalen Pressespiegel zur Verf&#252;gung stellen.</p>
<p>Journalistinnen k&#246;nnen zudem in eigenen Weblogs nicht nur alleine, sondern in Gruppen publizieren. <a href="http://www.magda.de/">MAGDA</a> und <a href="http://carta.info/">CARTA</a> sind j&#252;ngste Beispiele f&#252;r erfolgreiche Autorenblogs. Auch ich selbst betreibe mit KoopTech ein Blog, in dem ich zu bestimmten Themen Autorinnen und Autoren einlade. Dabei handelt es sich meist um Themen, die in regul&#228;ren Medien keine Chance h&#228;tten. Auf diese Weise kann eine &#214;ffentlichkeit hergestellt werden, die weiteren Publikationen den Weg bereiten kann.</p>
<p>Die Kenntnis der eigenen F&#228;higkeiten ist sehr wichtig, wenn es darum geht, sich weiter zu entwickeln – und dar&#252;ber zu entscheiden, mit wem man kooperieren m&#246;chte. „Was kann ich?“ ist also die Kernfrage.</p>
<p>Grunds&#228;tzlich gibt es</p>
<p><strong> f&#252;nf journalistische Kernkompetenzen,</strong></p>
<p>die besonders in Zeiten des Medienwandels wichtig sind.</p>
<ol>
<li> Recherche und Monitoring;</li>
<li> Die Erschlie&#223;ung und einfache Darstellung komplexer Zusammenh&#228;nge;</li>
<li>Trends erkennen und kontextualisieren;</li>
<li>Diskurs und Moderation: Einen Diskurs, einen Dialog zwischen verschiedenen Interessensgruppen anregen und moderieren;</li>
<li>Aufmerksamkeit generieren, Publizit&#228;t herstellen, Ver&#246;ffentlichungsprozesse beherrschen.</li>
</ol>
<p>Diese Kompetenzen sind bei jeder Journalistin unterschiedlich stark ausgepr&#228;gt. In der journalistischen Ausbildung spielen sie &#252;brigens ebenfalls eine unterschiedlich gro&#223;e Rolle. Bei einer Untersuchung der Studienmodule der einschl&#228;gigen Master-Studieng&#228;nge im deutschsprachigen Raum konnte ich feststellen, dass die meisten Ausbildungsg&#228;nge die Darstellungsf&#228;higkeiten sowie das Beherrschen von Ver&#246;ffentlichungsprozessen stark betonen. Wenige haben f&#252;r die Recherche eigene Module eingerichtet. Nur zwei, drei Angebote k&#252;mmern sich dediziert um die anderen Kompetenzen.</p>
<p>Beherrschen wir diese Kernkompetenzen, k&#246;nnen wir sie ohne erheblichen Aufwand auf beliebig viele Bereiche ausdehnen. Denken wir beispielsweise an den <strong>Online-Journalismus</strong>.</p>
<p>Hier bedeutet Recherche und Monitoring, dass man neben der &#252;blichen Recherche-Methode auch  die entsprechenden Web-Werkzeuge wie Suchmaschinen, Social Networks und RSS-Feeds beherrscht. Im Bereich Open Data kommen weitere Tools zum Einsatz.</p>
<p>Die Erschlie&#223;ung komplexer Zusammenh&#228;nge bedeutet online beispielsweise, dass man Quellen zusammenstellt und kommentiert. Das kann auch in Zusammenarbeit mit anderen erfolgen, etwa indem man in einem Wiki das vorhandene Wissen zusammenfasst sowie kommentieren und erg&#228;nzen l&#228;sst.</p>
<p>Trends erkennen und kontextualisieren bedeutet im Netz, dass man eine Geschichte nicht als Produkt, sondern als Prozess begreift. Dass man Updates und Korrekturen sichtbar macht, dass man &#252;ber Links auf die vorhergehenden Berichte sowie auf exzellente konkurrierende Berichte verweist.</p>
<p>Diskurs und Moderation bedeutet, dass man im Netz verstreute Diskussionen &#252;ber ein Thema begleitet und sich an vielen Orten mit den Akteuren vernetzt.</p>
<p>Aufmerksamkeit generieren bedeutet im Internet vor allem, Links auf verschiedenen Wegen – etwa &#252;ber eine Website, &#252;ber Twitter, &#252;ber Facebook, bereitzustellen und Diskussionen an verschiedenen Orten zu begleiten.</p>
<p>Es geht im Fall des Online-Journalismus also darum, die medienspezifischen Werkzeuge kontextgerecht zu beherrschen. Wichtig ist, dass man bereit ist, zu lernen. Daf&#252;r muss man nicht unbedingt Schulungen besuchen. Informelles Lernen hat sich in diesem Bereich n&#228;mlich als effektiver erwiesen: Etwas Neugier und Aufgeschlossenheit, regelm&#228;&#223;iger Austausch mit Kollegen, eine spielerische Haltung und ein Blick &#252;ber den berufsspezifischen Tellerrand gen&#252;gen daher.</p>
<p><strong>Es ist gleichwohl nicht einfach, sich neue Themenbereiche, neue T&#228;tigkeitsfelder im laufenden Gesch&#228;ft zu erschlie&#223;en.</strong></p>
<p>Der Erwartungsdruck wird zudem h&#246;her, je l&#228;nger man bereits f&#252;r etwas Bestimmtes, einen Themenbereich, ein Medium oder eine bestimmte Kompetenz steht. Daher scheint es, als h&#228;tte man weniger Optionen, je &#228;lter man wird.</p>
<p>St&#228;ndige Themenwechsel sind au&#223;erhalb des Feuilletons schwierig: Wie glaubw&#252;rdig bleibt man, wenn man einmal &#252;ber Gentechnik, wenig sp&#228;ter &#252;ber die alternde Gesellschaft, &#252;ber den Kapitalismus und wieder kurze Zeit sp&#228;ter &#252;ber Erkenntnisprobleme der Informationsgesellschaft ver&#246;ffentlicht? Enzyklop&#228;distische Ambitionen sind heute nur noch schwer zu verwirklichen.</p>
<p>Die wesentliche Frage, die man sich bei der Wahl der eigenen Themen stellen muss, ist daher wohl: Was interessiert mich wirklich? Ich sollte &#252;ber nichts schreiben m&#252;ssen, was mich gleichg&#252;ltig l&#228;sst. Im Gegenteil: Ich sollte nur dem Zeit widmen, was mich wirklich interessiert.</p>
<p>Leichter ist es da schon sich crossmedial zu diversifizieren. Ein Spezialthema auf verschiedenen Medien l&#228;sst sich kompetenter vermitteln. Aber auch hier sollte man nur die Mediengattungen w&#228;hlen, die einem gefallen bzw. pers&#246;nlich liegen.</p>
<p>Auch schlie&#223;en sich bestimmte T&#228;tigkeiten aus: Man kann beispielsweise nicht journalistisch &#252;ber etwas berichten, f&#252;r das man in eigener Person gleichzeitig an anderer Stelle wirbt. Das besch&#228;digt die Glaubw&#252;rdigkeit.</p>
<p>Ich m&#246;chte damit aber nicht sagen, dass PR und Journalismus grunds&#228;tzlich nicht zu vereinen sind. Das w&#228;re von der allt&#228;glichen Arbeitspraxis zu weit entfernt. Matthias Spielkamp <a href="http://immateriblog.de/in-eigener-sache/uber-brain-drain-in-verlagen-journalisten-nicht-wie-bittsteller-behandeln-2/">stellte k&#252;rzlich treffend</a> fest, dass ohne die Quersubventionierung gro&#223;er Konzerne durch PR-Auftr&#228;ge zahlreiche gute Artikel in Tageszeitungen gar nicht erscheinen k&#246;nnten, weil die freien Autoren sich ihr Engagement angesichts der Mindesthonorare nicht mehr leisten k&#246;nnten.  Man muss daher pragmatisch &#252;berlegen, unter welchen Bedingungen man beides machen k&#246;nnte.</p>
<p>Interessanterweise zeigt ein einfacher Vergleich von journalistischer und auf Public Relations ausgerichteter Arbeit, dass beide auf die f&#252;nf Kernkompetenzen gleicherma&#223;en zur&#252;ckgreifen. Es besteht &#252;berhaupt kein Unterschied. Vielleicht ist dass der Grund, warum viele Journalisten so leicht in die PR wechseln – und wieder zur&#252;ck. Gleichwohl m&#252;ssen sich beide Bereiche voneinander abgrenzen. Denn sonst geht das Vertrauen der Rezipienten verloren. Was macht also den Unterschied zwischen PR und Journalismus aus? Aus meiner Sicht:</p>
<p><strong> Die „Haltung”.</strong></p>
<p><strong></strong>Die Glaubw&#252;rdigkeit ist das wertvollste Gut einer Journalistin. Sie basiert auf Kompetenz – und Haltung.</p>
<p>Rezipienten vertrauen darauf, dass Journalistinnen ihre Informationen nicht interessensgeleitet ver&#246;ffentlichen. Sie erwarten eine gewisse Unabh&#228;ngigkeit der Journalistinnen. Eine “gewisse Unabh&#228;ngigkeit” hei&#223;t, sie erkennen meist an, dass Journalistinnen nicht v&#246;llig losgel&#246;st von ihrer Umwelt Gegebenheiten und Zusammenh&#228;nge reflektieren. Dass Eigent&#252;mer von Verlagen oder Sender Einfluss nehmen k&#246;nnen und d&#252;rfen, wird in der Regel anerkannt (wenn auch nicht immer akzeptiert). Nicht anerkannt wird hingegen, wenn Inhalte so zurechtgestutzt und manipuliert werden, dass sie etwa den Interessen von Anzeigenkunden entsprechen. Dies ist jedoch ein offensichtlicherer Zusammenhang als das Verschweigen und Vertuschen, um wertvolle Informanten oder Tippgeber bei Laune zu halten. F&#252;r diese Gratwanderungen hilft nur eines: Haltung.</p>
<p>Kann man Haltung lernen? Haltung hat etwas mit “aufrechtem Gang” zu tun, den die B&#252;rger im 19. Jahrhundert gegen&#252;ber den staatlichen Autorit&#228;ten m&#252;hsam ein&#252;bten. Was darunter zu verstehen ist, erkl&#228;rt der Politikjournalist J&#252;rgen Leinemann in seiner Autobiografie:</p>
<blockquote><p>Wer sich als Journalist den aufrechten Gang erhalten will, der braucht ein reflektiertes Verh&#228;ltnis zu sich selbst und seinem Beruf, einen bewussten Umgang mit der eigenen Subjektivit&#228;t. Das ist die wichtigste Erfahrung meines beruflichen Lebens: F&#252;r jeden Journalisten sollte es selbstauferlegte Pflicht sein, sich durch reflektierte Erinnerung eine Haltung zu erwerben, eine f&#252;r ihn ganz pers&#246;nlich charakteristische, bewegliche Beharrlichkeit im Umgang mit dem Leben. In seiner Haltung hat die Freiheit des Journalisten ihren R&#252;ckhalt. Wie er auf Ereignisse und auf Menschen reagiert, wie er sich zur Macht und gegen&#252;ber M&#228;chtigen verh&#228;lt, das ist nicht nur individuell relevant, sondern das hat auch politische Folgen. F&#252;r mich sind zwei S&#228;tze als Leitlinien bestimmend geworden. Der erste hei&#223;t: Wirklichkeit ist alles, wo man durch muss. Der zweite ist eine Gedichtzeile von Peter R&#252;hmkorf: ‘Bleib ersch&#252;tterbar und widersteh.’”</p></blockquote>
<p>Ich komme zum Schluss:</p>
<p>Es ist wichtig sich Freir&#228;ume, das hei&#223;t vor allem: sich strukturell und pers&#246;nlich Zeit zu verschaffen. Was sich bei vielen Zuh&#246;rerinnen vielleicht angesichts der momentanen Arbeits&#252;berlastung zun&#228;chst als unm&#246;glich anh&#246;rt, kann ein Gewinn f&#252;r die Redaktion sein, vor allem aber kann es ein pers&#246;nlicher Gewinn sein. Denn Ideenlosigkeit, Entmutigung, Ersch&#246;pfung oder gar Burnout k&#246;nnen nur so vermieden werden – bei einem Zuwachs an gedanklicher Freiheit, Inspiration und Lebensqualit&#228;t.</p>
<p>In Kooperationen k&#246;nnen wir gezielt das verwirklichen, was wir alleine aus eigener Kraft nicht stemmen k&#246;nnen. Wichtig ist es, das eigene Standbein nicht zu verlieren, jedoch ein frei bewegliches Spielbein zu bewahren, das uns Experimente erlaubt und Inspiration erm&#246;glicht. Nur mit einem Spielbein k&#246;nnen wir uns im Wandel immer wieder selbst neu erfinden. Damit wir hier nicht ins Stolpern kommen z&#228;hlt vor allem eins: Haltung bewahren.</p>
<p><em>Manuskript des Impulsreferats, das ich anl&#228;sslich der <a href="http://www.journalistinnen.de/verein/jahrestagung.html">Jahrestagung des Journalistinnenbunds</a> am 4.9.2010 in Recklinghausen gehalten habe. </em></p>
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</ol></p>
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		<pubDate>Tue, 07 Sep 2010 15:27:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
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		<description>137b zeitweise hat per Google und Daumen die Themen der [...]</description>
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<p><a href="http://www.137b.org/wp-content/uploads/2010/09/DieKleinenUndDieGrossenAufreger.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-3382" title="Twittergewitter" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/09/Twittergewitter.png" alt="" width="578" height="169" /></a></p>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 11:49:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Klinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[GoogleBuzz]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>

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		<description>Leo Laporte (Leoville Blog) hat etwas erlebt, das all s [...]</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Leo Laporte <a href="http://leoville.com/buzz-kill" target="_blank">(Leoville Blog)</a> hat etwas erlebt, das all sein Denken und F&#252;hlen &#252;ber “Social Media” &#252;ber Nacht grundst&#252;rzend ver&#228;ndert hat. Er war einer derjenigen, die gerne alles Neue mitmachen und sich bereitwillig auf immer neuen Social-Media-Seiten aktiv einbringen. Er liebte die vielf&#228;ltigen Vernetzungsm&#246;glichkeiten und glaubte an das “magische Potenzial” der sozialen Medien, die Menschen besser denn je zusammen zu bringen.</p>
<p>Als Googles Buzz erschien, war er begeistert von der intelligenten Kombination verschiedenster Features, die auf anderen Plattformen so nicht zu haben waren. Bald nutzte er Buzz exklusiv (statt Twitter, Friendfeed, Facebook, die nur noch beliefert wurden) und bald folgten ihm 17000 Leute. Er war gl&#252;cklich.</p>
<h4>Der Absturz</h4>
<p>Am 21. August bemerkte Leo, dass seine Buzz-Postings auf Twitter nicht mehr gemeldet wurden. Zu diesem Zweck hatte er einen dieser Weiter-Sende-Dienste abonniert &#8211; doch an dem lag es nicht. Auch auf Buzz selbst waren all seine Texte seit dem 6. August nicht mehr aufzufinden: sie waren dort gar nicht erst ver&#246;ffentlicht worden. &#220;ber 15 Postings und alle Meldungen seines <a href="http://twit.tv/" target="_blank">Twit-Podcast-Networks</a>.</p>
<p>Woran es gelegen hat, fand er nicht heraus. Er r&#228;umt locker ein, vielleicht etwas falsch eingestellt oder versehentlich umgestellt zu haben. Das ist nicht der Punkt, sondern:</p>
<p><strong>Es hat niemand gemerkt! Nicht einmal er selber.</strong> Und das hat ihn richtig fertig gemacht:</p>
<p><em>“It makes me feel like everything I’ve posted over the past four years on Twitter, Jaiku, Friendfeed, Plurk, Pownce, and, yes, Google Buzz, has been an immense waste of time. I was shouting into a vast echo chamber where no one could hear me because they were too busy shouting themselves. All this time I’ve been pumping content into the void like some chatterbox Onan. How humiliating. How demoralizing.”</em></p>
<p><em>“Alles, was ich in den letzten vier Jahren auf Twitter, Jaiku, Friendfeed, Plurk, Pownce, und ja: Google Buzz postete, erscheint mir jetzt als einzige gro&#223;e Zeitverschwendung. Ich rief in einen leeren Echo-Raum, in dem mich keiner h&#246;ren konnte, weil alle viel zu sehr damit besch&#228;ftigt waren, selber zu rufen. All diese Zeit hab’ ich Content ins Leere gesendet, ganz wie ein Chat-Onanist. Wie dem&#252;tigend. Wie deprimierend.”</em></p>
<h4>Reue und R&#252;ckkehr ins eigene Blog</h4>
<p>Immerhin steht seine Broadcast-Webseite noch, wo er eine User-Gemeinde versammelt hat, die ihn mit Mails bombardieren w&#252;rde, wenn auf einmal nichts mehr k&#228;me. Er f&#252;hlt sich jetzt wie “aus einem schlechten Social Media Traum” erwacht und denkt reuig an sein vernachl&#228;ssigtes Blog, fest entschlossen, k&#252;nftig all seine Inhalte DA zu ver&#246;ffentlichen:</p>
<p><em>“I should have been posting it here all along. Had I been doing so I’d have something to show for it. A record of my life for the last few years at the very least. But I ignored my blog and ran off with the sexy, shiny microblogs. Well no more. I’m sorry for having neglected you Leoville. From now on when I post a picture of a particularly delicious sandwich I’m posting it here. When I complain that Sookie is back with Bill, you’ll hear it here first. And the show notes for my shows will go here, too.<br />
Social media, I gave you the best years of my life, but never again. I know where I am wanted. Screw you Google Buzz. You broke my heart.”</em></p>
<p><em>“H&#228;tte ich doch nur alles HIER gepostet! Dann w&#228;re es wenigstens noch da und ich h&#228;tte mindestens eine Aufzeichnung &#252;ber mein Leben der letzten vier Jahre. Aber ich ignorierte mein Blog und fuhr auf die sexy schillernden Mikro-Blogs ab. Nie wieder! … Von jetzt an werde ich das Bild eines tollen Sadwichs HIER zeigen. Und wenn ich beklage, dass Sookie zu Bill zur&#252;ck gekehrt ist, werdet Ihr es hier zuerst erfahren…<br />
Social Media &#8211; ich gab euch die besten Jahre meines Lebens &#8211; aber damit ist jetzt Schluss! Ich wei&#223; jetzt, wo ich gebraucht werde. Leck mich, Google Buzz: Du hast mein Herz gebrochen”</em></p>
<p>(Alle Zitate aus <a href="http://leoville.com/buzz-kill" target="_blank">Buzz Kill / Leoville</a> &#8211; &#220;bersetzungen von mir).</p>
<h4>Fazit:</h4>
<p>Ich kann Leo gut verstehen, allerdings wundert es mich, dass er diese Erfahrung erst so sp&#228;t macht. Mir war immer klar, dass Twitter, Facebook, Friendfeed u.a. kein ERSATZ f&#252;r eine eigene Webseite, ein eigenes Blog sind. Man geht dort in der Menge der Meldungen und M&#246;glichkeiten unter, kann zwar hier und da mal dem einen oder anderen positiv auffallen, aber wenn man pl&#246;tzlich fehlt, wird das nicht bemerkt. Und &#252;ber die eigenen Inhalte hat man nur insoweit Macht, wie es dem Plattform-Eigner gerade passt.</p>
<p>Ausschlie&#223;lich in Social Media publizieren ist wie Zeichen in den Flugsand schreiben. Wer gerne bleibende Spuren hinterl&#228;sst und wiederkehrende Leser sch&#228;tzt, ist mit einem Blog besser dran.</p>
<p>**</p>
<p>Dazu auch<br />
<a href="http://techcrunch.com/2010/08/22/thnks-fr-th-mmrs/" target="_blank"><br />
Thnks Fr Th Mmrs: The Rise Of Microblogging, The Death Of Posterity</a> (TechCrunch)</p>
<p><a href="http://www.webwriting-magazin.de/buzz-kill-und-niemand-merkt-dass-du-verschwunden-bist/">crosspost</a></p>
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		<item>
		<title>Der eBook-Reader von Sony: Eine persönliche Bilanz.</title>
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		<comments>http://blog.kooptech.de/2010/08/sony-ebook-reader-bilanz/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 21 Aug 2010 08:31:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Josef Dietl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anwendungen]]></category>
		<category><![CDATA[E-Book]]></category>
		<category><![CDATA[E-Reader]]></category>

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		<description>Wie unter “eBook Reader gekauft!” geschildert nenne [...]</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie unter “</strong><a href="http://www.digitaler-heimwerker.de/2010/05/ebook-reader-gekauft/"><strong>eBook Reader gekauft!</strong></a><strong>” geschildert nenne ich seit etwa einem Vierteljahr einen eBook-Reader vom Typ Sony PRS-505 mein eigen. Zeit f&#252;r eine Zwischenbilanz.</strong></p>
<p>Mit einem Wort: Der eBook-Reader hat sich echt gelohnt. Ich hatte schon immer mehrere B&#252;cher gleichzeitig “in Arbeit”: Eines zum Entspannen, ungef&#228;hr eines pro zu-Hause-Projekt, und ein paar f&#252;r die Arbeit. Im Allgemeinen habe ich momentan alles in meinem eBook-Reader. Auch wenn ich daf&#252;r eine dramatisch reduzierte Auswahl habe.</p>
<p>Bei den meisten digitalen Fragen hilft <a href="http://oreilly.com/ebooks/">O’Reilly</a>. Tim O’Reilly hatte schon immer die Nase vorn: Bei der Erfindung des WWW, dann als er den Begriff “Web 2.0″ erfand, jetzt bei den eBooks, und wenn’s nach ihm geht kommt eGovernment und Open Data als n&#228;chstes.<br />
Jedenfalls hat der O’Reilly eBook Deal of the Day mein virtuelles B&#252;cherregal schon kr&#228;ftig aufgepumpt. Leider sind vergleichbare Angebote bei “normalem” Lesefutter, vor allem deutschsprachig, nach wie vor vernachl&#228;ssigbar. Unten folgen die deutschsprachigen Quellen, die ich bisher aufgetrieben habe. Sie sind alle gleichberechtigt: Ich habe bisher bei keiner von ihnen ein eBook heruntergeladen.</p>
<p>Mein pers&#246;nliches eBook-Highlight ist jedoch <a href="http://www.instapaper.com/">Instapaper</a>: &#220;ber ein einfaches Bookmarklet kann ich praktisch jede Webseite sozusagen an ein eBook-Dossier anh&#228;ngen. Alle paar Tage kann ich das komplette Dossier auf den Reader laden und bei Gelegenheit die Webseiten offline auf einem tauglichen Leseger&#228;t (anstelle des iPhones) in Ruhe lesen.</p>
<p>Ich sag’s auch zu meine Frau alle paar Tage: Der eBook-Reader hat sich echt gelohnt.</p>
<p>Mehr? -&gt; Liste der eBook Shops…</p>
<ul>
<li>Eine der bekanntesten Quellen ist nach wie vor <a href="http://www.gutenberg.org/wiki/Main_Page">Projekt Gutenberg</a>. Allerdings ist das Sortiment eher eigenwillig und wohl nicht jedermann’s Geschmack. Immerhin: Alles DRM-frei.</li>
<li>Der <a href="http://www.beam-ebooks.de/">Beam eBook Shop</a> geht weiter als O’Reilly: Dort gibt’s auch kostenlose eBooks. Auch hier wendet sich das kostenlose Angebot eher an Liebhaber verschiedener Themen. &#220;ber das Gesamtsortiment ist schwer etwas auszusagen. Nachtrag: Dank des Kommentares von Christoph Kaufmann habe ich inzwischen auch den dezenten Vermerk zu DRM gefunden: &#8220;Alle eBooks ohne DRM&#8221;</li>
<li><a href="http://www.ciando.com/">Ciando</a> macht auch einen ordentlichen, professionellen Eindruck. Ich finde positiv, da&#223; man nach dem zu verwendenden Leseger&#228;t filtern kann. Das spart falsche Hoffnungen :-/ Vorsicht: Die B&#252;cher sind kopiergesch&#252;tzt und d&#252;rfen nur auf zwei Ger&#228;ten (z.B. PC und eBook Reader) gelesen werden.</li>
<li><a href="http://www.droemer-knaur.de/ebooks">Droemer Knaur</a> hat einen ganz vern&#252;nftigen eBook-Auftritt hingelegt. Schade: Einerseits sind die B&#252;cher DRM-gesch&#252;tzt (das gestehe ich einem Verlag z&#228;hneknirschend zu – auch wenn ich’s f&#252;r dumm halte). Andererseits gibt es keine Angaben, welche Nutzungsvarianten per DRM gesperrt sind (das ist ein eindeutiges <strong>#fail</strong>, denn damit kaufe ich die Katze im Sack. Beispiel: Kann ich das eBook im Urlaub auf meinem Laptop lesen, wenn ich es schon auf dem PC zu Hause und auf dem PRS-505 aktiviert habe?)</li>
<li><a href="http://www.weltbild-ebooks.de/">Weltbild</a> behauptet, &#252;ber 40.000 eBooks im Angebot zu haben (Stand: 16. August 2010). Wenn das stimmt, w&#228;re es zur Zeit wahrscheinlich das gr&#246;&#223;te deutschsprachige Angebot. Klasse oder Masse? – scheinbar auch ein paar eBook-Bearbeitungen von Werken, deren Copyright schon ausgelaufen ist. Jedenfalls wird das Adobe-DRM verwendet, die B&#252;cher lt. FAQ f&#252;r sechs Ger&#228;te freigeschaltet. Witzig: Bei dem Internet-Auftritt scheint es sich laut Impressum um einen Ciando-Auftritt unter dem Weltbild-Warenzeichen zu handeln.</li>
<li>&#220;ber <a href="http://www.libreka.de/">Libreka</a> (dem eBook-Laden des B&#246;rsenvereins des deutschen Buchhandels) w&#252;rde ich unter normalen Umst&#228;nden wenig positives sagen. Doch bei n&#228;herer Betrachtung: Libreka bietet DRM-freie Titel an. Wenn’s was anst&#228;ndiges ist, h&#228;tten sie bei mir wieder einen Stein im Brett. Leider ist die Mischung aus Buch- und eBook-Angebot etwas un&#252;bersichtlich f&#252;r den eBook-Freund und l&#228;dt nicht zum “St&#246;bern” ein. Auch das folgende Zitat aus <a href="http://www.libreka.de/help#drm">Librekas DRM-Hilfe</a> finde ich tendenziell positiv: “Mit einer Adobe ID d&#252;rfen Sie bis zu 6 Ger&#228;te zum Lesen Ihrer E-Books aktivieren. Zus&#228;tzlich wird Ihnen pro Jahr ein weiteres Ger&#228;t erm&#246;glicht.”</li>
<li>Last but not least: <a href="http://www.libri.de/shop/action/magazine/36187/ebooks_im_epub_format.html">Libri</a> hat inzwischen auch ein eBook-Angebot. (Adobe-DRM, bis zu sechs Ger&#228;te)</li>
</ul>
<p><a href="http://www.digitaler-heimwerker.de/2010/08/ebook-reader-bilanz/"><em>Crosspost</em></a></p>
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		<title>Miriam Meckel und die “Tragik der virtuellen Allmende”</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 10:42:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Allmende]]></category>
		<category><![CDATA[Commons]]></category>

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		<description>Miriam Meckel bedient das Klische der tragischen Allmen [...]</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gleich zu Anfang bedient <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Miriam_Meckel" target="_blank">Miriam Meckel</a> <a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~EFF7EA0FF0DA14278B0929704F95205F3~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">in Faz.net </a>das Klischee.</p>
<blockquote><p>„Auch im Internet gibt es den freien Raum, den alle abgrasen: die ‘virtuelle Allmende’. Wenn die Entwicklung der Datenfluten dort weitergeht wie bisher, wird das Netz die eigene Tragik erfahren.“</p></blockquote>
<p>Meckel macht es dem Leser nicht leicht. Sie steigt mit einem doppelten Fallstrick ein, denn erstens ist die Allmende kein „Niemandsland“, das „alle abgrasen“. Und zweitens k&#246;nnen Datenfluten gar nicht &#252;bernutzt (abgegrast) werden, sondern h&#246;chstens ungenutzt in Vergessenheit geraten. Und daran geht niemand zu Grunde.  „Zum Gl&#252;ck w&#228;chst im Netz kein Gras“, …kommentiert deshalb die FAZ ihre Bildunterschrift zum Aufh&#228;nger der Medienprofessorin.</p>
<p>Dann der erste Satz des Artikels, der entscheidende:</p>
<blockquote><p>„Im Internet gibt es keine Grenzen.“</p></blockquote>
<p>Eben! Das unterscheidet das Netz von nat&#252;rlichen Ressourcensystemen. Doch es gibt Grenzen der Nutzung des Netzes, an der Schnittstelle zu nat&#252;rlichen Ressourcensystemen, etwa Grenzen der Rohstoffnutzung, die f&#252;r die Hardware verbraucht werden, oder der energetischen Ressourcen, die f&#252;r jede Suche im Netz drauf gehen. Dar&#252;ber lie&#223;e sich trefflich debattieren – doch das tut die Autorin nicht.</p>
<p>Meckel ist scharfe Gesch&#252;tze gewohnt. „Die Freiheit der Allmende bedroht alle“, meint sie, denn die  „Datenmengen bedrohen unsere Denkwelten.“ Welchen genauen Einflu&#223; die Datenmengen auf unsere Denkwelten haben (dass sie ihn haben, halte ich f&#252;r unbestreitbar), sei dahin gestellt. Aber das von Meckel bem&#252;hte Bild, ist eben dies: bem&#252;ht. Wir Leser m&#246;gen uns das Web als Gemeindewiese vorstellen …. (Miriam Meckel nennt das „perspektivische Anpassung“) Warum eigentlich? Im Internet fliegen keine „Milliarden von Papieren“ durch die Luft, es dr&#246;hnt kein „ohrenbet&#228;ubender Krach aus Musikfiles und Youtube-Videos“ und es gibt keine „Werbeplakate zuhauf.“ Die gibt es in der realen Welt, die uns seit Jahrzehnten den Aufmerksamkeitsraum f&#252;r Anderes verkleistert. Was hat das mit dem Internet zu tun? (Ich w&#252;rde es begr&#252;&#223;en, wenn das Aus f&#252;r alle kostenlosen Werbesendungen auf der Tagesordnung st&#252;nde. Wenn wir einfach damit aufh&#246;ren, t&#228;glich Zeitungen und Postwurfsendungen zu drucken, die dar&#252;ber Auskunft erteilen, wo der Becher Joghurt noch 1 Cent billiger ist. … und ab damit in den  M&#252;ll. Die Begr&#252;ndung daf&#252;r scheint mir in Zeiten des Klimawandels recht einfach: Zu emissionsintensiv.)</p>
<p>Mir scheint, Frau Meckel hat nicht bemerkt hat, dass Hardins „Tragik der Allmende“ genauso als „&#246;konomisches Mantra in die Wirtschaftsgeschichte eingegangen ist“, wie die „Unsichtbare Hand“ von Adam Smith, gegen die sich Hardin wendete. Muss man dem jetzt mantram&#228;&#223;ig neue Erkenntnisse entgegen halten</p>
<p>1. Die Allmende ist kein Niemandsland. (was auch Hardin<a href="http://www.sciencemag.org/cgi/content/full/280/5364/682" target="_blank"> schon korrigiert</a> hat)<br />
2. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.</p>
<p>Endlose Marketingketten haben weder im Netz  etwas zu suchen, noch im Leben da drau&#223;en. Wobei mir die „Like-Wellen“ im Netz (die keinesfalls immer kommerziell sind) immernoch lieber sind als die „endlosen Marketingketten“ im realen Leben. Und f&#252;r unerw&#252;nschte Werbung gibt es Spamfilter und anderen technischen Kram, den ich nutze (oder auch nicht), so wie ich  einen Aufkleber „keine Reklame bitte“ auf meinen Briefkasten klebe.<br />
Dessen unbeirrt befindet Miriam Meckel:</p>
<blockquote><p>„Es gibt sie – die Tragik der digitalen Allmende. Nicht Futtermittel werden knapp, wenn sich allzu viele im virtuellen Raum tummeln. Im Gegenteil: Wir steuern auf einen Zustand digitaler Adipositas zu. Es ist der Denkraum, den wir ben&#246;tigen, um das richtige digitale Futter zu verarbeiten, der knapper wird.“</p></blockquote>
<p>Dass Bild von der Adipositas zieht, oder? Und es kontrastiert so eigenwillig mit der Metapher von den mageren hardinschen K&#252;hen. Da wird die (Leibes-)F&#252;lle mit der Knappheit zusammengedreht, dass man am Ende irgendwie nicht mehr gerade aus denken kann. Hauptsache, es kommt irgend eine Tragik dabei heraus, um die sich irgendwer k&#252;mmern muss. Aber wer?</p>
<p>Der Staat besser nicht, dem stehen auch liberale Glaubenss&#228;tze im Weg. Und so findet Meckel den argumentativen Weg zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elinor_Ostrom" target="_blank">Elinor Ostrom</a>. Es h&#228;tte der hinkenden Vergleich f&#252;r dieses Fazit nicht bedurft:</p>
<blockquote><p>„Die Wirtschaftsnobelpreistr&#228;gerin Elinor Ostrom hat in ihrer Forschung die Problematik der Allmende institutionen&#246;konomisch betrachtet und kommt zu dem Ergebnis, dass oft lokale, sich selbst organisierende Institutionen am besten in der Lage sind, die Nutzung von Gemeing&#252;tern zu organisieren. Das geschieht durch Selbstverpflichtungen, nicht aber durch &#252;bergeordnete staatliche Regulierung. F&#252;r das Internet ist das ein guter Ansatzpunkt, der all diejenigen auf den Plan rufen m&#252;sste, die am Netz<strong> als Ort offener Zivilkommunikation </strong>(also doch? – S.H.) interessiert sind. Web-Communities k&#246;nnen sich selbst Regeln geben, wie ihre Kommunikation aussehen und was sie enthalten soll. Sie k&#246;nnen sich gegen Spam und Informationsm&#252;ll zur Wehr setzen und diejenigen ausschlie&#223;en, die ihre Regeln ignorieren.“</p></blockquote>
<p>Genau das passiert ja auch, denn nat&#252;rlich lebt das Netz nicht aus sich selbst heraus, sondern aus denen, „die in und mit ihm kommunizieren“, nat&#252;rlich gibt es Grenzen unserer Kommunikationsm&#246;glichkeiten und Wahrnehmung, die wir nicht beliebig erweitern k&#246;nnen. Das ist nichts Neues, sondern wie im richtigen Leben. Auch dort tun wir l&#228;ngst so als seien wir multitaskingf&#228;hig, obwohl wir das nicht sind. Mit dem Netz hat das a priori nichts zu tun.</p>
<p>Der letzte Punkt vers&#246;hnt, ein bisschen. Immerhin warnt die Professorin vor einer Internetwelt, in der die G&#228;rtner dominieren. Die</p>
<blockquote><p>„G&#228;rtner der h&#252;bsch umz&#228;unten und streng kuratierten Schreberg&#228;rtchen im Netz [...], wie sie Apple, Amazon oder Netflix anlegen, die das Internet dominieren. Sie werden uns Nutzer [...] aus dem einst freien Netz in ein virtuelles Disneyland locken. Dort ist alles gr&#252;n, h&#252;bsch, sauber, massentauglich und teuer. Wir k&#246;nnen aufatmen und uns den gefilterten und irritationsfreien Informationen hingeben, f&#252;r die wir ordentlich bezahlt haben.“</p></blockquote>
<p>Weniger diplomatisch <a href="http://prothmann.posterous.com/die-seuche-internet-und-ihr-opfer-miriam-meck" target="_blank">zerpfl&#252;ckt</a> Harry Prothman den Artikel. <a href="http://www.texthilfe.de/?p=2078" target="_blank">Texthilfe</a> gibt’s auch hier.</p>
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		<title>Von “Hartz IV” zu “von der Leyen I”?</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 10:25:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolaus Huss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description>Die Bundesbildungschipkarte ist so ein Ding, das ich mi [...]</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Bundesbildungschipkarte ist so ein Ding, das ich mir jetzt schon die ganze Zeit ganz ungl&#228;ubig ansehe. Denn im Grunde w&#252;rde ich Frau von der Leyen, den Erfolg schon g&#246;nnen &#8211; schlie&#223;lich f&#252;hrt sie ihr Ministerium in respektabler Weise. Aber konzeptionell bleiben da schon einige Fragen offen, sonst wird aus Hartz IV von der Leyen I. Einige Spekulationen.</strong></p>
<p>Wir fassen das Konzept zusammen: Die Hartz IV-Familien kriegen mehr Ressourcen f&#252;r die Bildung ihrer Kinder. Damit sie das Geld nicht versaufen (man versteht die Dinge einfach besser, wenn man die Klischees beim Namen nennt), wird aber nix bar ausgezahlt, sondern das Ganze kommt auf die Chipkarte. Aber auch da wird nicht alles auf eine Karte gesetzt, sondern das Ganze in verschiedene Segmente geteilt. Damit das Ganze steuerbar bleibt.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/labormikro/1017449927/"><img class="alignleft size-full wp-image-3341" style="margin: 10px; border: 0px initial initial;" title="Chipkarte-BY-labormikro-g" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/08/Chipkarte-BY-labormikro-g.png" alt="" width="350" height="261" /></a></p>
<p>Ist das ein gutes Konzept? Ausnahmsweise halte ich es mit der Linkspartei und sage: Nein! Wenngleich aus anderen Gr&#252;nden.</p>
<p>Was spricht gegen die Bundesbildungschipkarte?</p>
<p>1) Die &#220;bersteuerung. Der Zentralstaat ma&#223;t sich an, entscheiden zu k&#246;nnen, was die richtige Entscheidung f&#252;r den Einzelnen ist.</p>
<p>2) Der Aufwand: Wie viele Millionen m&#252;ssten in die Infrastruktur einer Karte investiert werden? Bei den &#196;rzten hat es bis heute nicht geklappt, die Chipkarteninfrastruktur einzuf&#252;hren. Es ist nicht abzusehen, warum es in diesem Felde besser klappen sollte.</p>
<p>3) Der Gr&#246;&#223;enwahn einer Bundesagentur f&#252;r Arbeit als Bundesjugendamt. Wer die Bundesagentur, die gr&#246;&#223;te Deutsche Bundesbeh&#246;rde, kennt, der wei&#223;, dass sie schon im Arbeitsmarktbereich keine wirkliche Beratung leisten kann. Weil sie Beh&#246;rde ist. Weil sie so tut, als ob sie w&#252;sste, was der Klient braucht. Und doch als Gesamtbeh&#246;rde gar keine Ahnung von der Situation des Einzelnen am Arbeitsmarkt hat. Zudem ist die Vermischung von Leistungsabgabe und Beratung eine ganze fatale, auch wenn die beiden Fragen formal getrennt werden. Der Aufbau von mehr B&#252;rokratie f&#252;hrt zu der Frage, ob der Verwaltungsaufwand auch zu mehr Leistungseffizienz f&#252;hren k&#246;nnte. Da bleibt zumindest Skepsis.</p>
<p>4) Die weitere Vermischung der Ebenen. Der Gesch&#228;ftsf&#252;hrer des St&#228;dtetags hat Recht. Es geht nicht an, dass die Bundesebene wieder einmal die Definitionshoheit der Kommunen aush&#246;lt. Nur weil die Ministerin PR-Erfolge braucht. Nur, weil sie nicht zusehen kann, dass manche Dinge einfach falsch laufen (und nicht erkennt, dass sie zwar anders laufen w&#252;rden, wenn sie ihre Chipkarte durchkriegt, aber nicht besser).</p>
<p>5) Weil die Frage zu einem weiteren Selbstl&#228;ufer wird. Einem Selbstl&#228;ufer des Gr&#246;&#223;enwahns der Politik. FAZ vom 20.8.20110, S. 9:</p>
<p><em>“An diesem Freitag wird von der Leyen die Reform mit den Landesarbeits- und -kultusministern, kommunalen Spitzenverb&#228;nden und Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) diskutieren. „Wir m&#252;ssen auch die Frage beantworten, wie wir Kinder unterst&#252;tzen k&#246;nnen, deren Eltern knapp oberhalb des Regelsatzes verdienen, die aber &#228;hnliche schulische Probleme wie Hartz-IV-Kinder haben k&#246;nnen“, sagte von der Leyen w&#228;hrend eines Redaktionsbesuchs dieser Zeitung. F&#252;r solche Hilfen k&#246;nnten jenseits des Geldes vom Bund weitere &#246;ffentliche und private Quellen erschlossen werden, mit denen Chipkarten gef&#252;llt w&#252;rden.”</em></p>
<p>Es geht also immer um das “noch mehr drauflegen”, noch mehr Gerechtigkeit durch Umverteilung, nicht durch Rahmen&#228;nderung. Und damit noch mehr B&#252;rokratie.</p>
<p>Das zentrale Argument gegen eine Chipkarte ist allerdings folgendes: Sie formuliert weiterhin die Idee von sozialer Gerechigkeit. Und die kann es nicht geben. Erst wenn die deutsche Politik es schafft diesen fatalen Selbstlauf, es k&#246;nne noch mehr soziale Gerechtigkeit geben durch einen umverteilenden Sozialstaat, diese Selbst&#252;bersch&#228;tzung zu stoppen, kann sie eine neue Diskussion um effiziente Sozialpolitik beginnen. Und die bedeutet, auch dar&#252;ber nach zu denken, ob nicht weniger B&#252;rokratie, weniger zentrale Beurteilung, besser w&#228;re. Weil es Gerechtigkeit ohnehin nicht geben kann. Sondern h&#246;chstens Absicherungsflanken.</p>
<p>Die Hauptlast bei der Beschaffung des Lebensunterhalts hat der Einzelne. Diese Aufgabe kann der Sozialstaat dem Einzelnen nicht abnehmen. Und es wird, ob wir wollen oder nicht, Abst&#252;rze geben, Menschen, die verhungern, ausgegrenzt werden, menschenunw&#252;rdig leben. usw. Unabh&#228;ngig davon, ob wir Sozialstaat haben oder nicht. Leben ist ein Risiko. Und die Politik sollte sich auch einmal selbst eingestehen, dass sie das Risiko dem Einzelnen nicht abnehmen kann. Dann h&#228;tten alle ein weniger schlechtes Gewissen bei der Diskussion. Und k&#246;nnten sich mehr der Frage zuwenden, ob die vorgeschlagene L&#246;sung denn tats&#228;chlich zweckdienlich ist.</p>
<p>Damit nicht aus Hartz IV von der Leyen I wird. Oder noch schlimmer.</p>
<p><a href="http://www.fruehstuecksfernsehen.nikolaus-huss.de/2010/08/die-wucherungen-einer-behorde/"><em>Crosspost</em></a></p>
<p>Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/labormikro/1017449927/">BY Labormikro/Flickr</a> &#8211; CC-Lizenz: BY</p>
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		<title>Alternative Landvermesser – Mapping Aktivismus weltweit</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 12:54:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Innovation]]></category>
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		<description>In den L&amp;#228;ndern des S&amp;#252;dens zeichnen Hobby-Kartografen  [...]</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In den L&#228;ndern des S&#252;dens zeichnen Hobby-Kartografen die Infrastruktur von Gegenden auf, die bislang nicht erfasst sind.</strong></p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kibera">Kibera liegt in Kenia</a>, genauer gesagt in Nairobi und geh&#246;rt zu den gr&#246;&#223;ten informellen Stadtgebieten Afrikas. Doch auf den meisten Karten der kenianischen Hauptstadt ist Kibera nur eine leere Fl&#228;che. Obwohl dort bis zu einer halben Million Menschen auf gerade einmal 2,5 Quadratkilometern leben. Viele von ihnen haben keinen Zugang zu Wasser- und Sanit&#228;reinrichtungen. Fehlende Beteiligung der Bev&#246;lkerung an offiziellen Infrastrukturprojekten und eine ungenaue Informationslage erschweren bislang die Verwaltung des dicht bev&#246;lkerten Stadtviertels. Gedruckte Karten sind – wenn vorhanden – nur sehr ungenau.</p>
<p><a href="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/08/Kibera.png"><img class="alignleft size-full wp-image-3335" title="Kibera" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/08/Kibera.png" alt="" width="702" height="288" /></a></p>
<p>Das <a href="http://mapkibera.org/">Projekt Map Kibera</a> m&#246;chte hier Orientierungshilfe geben. Das Ziel ist eine frei zug&#228;ngliche und kostenlose Karte, die m&#246;glichst umfassend das Stadtviertel mit allen lokalen Merkmalen erfasst. Umgesetzt wird dies nicht von professionellen Kartografen, sondern von der Bev&#246;lkerung selber. Mit Hilfe von GPS-Ger&#228;ten erfassen so genannte Mapper Anlaufstellen zur Gesundheitsversorgung, M&#252;llkippen oder die Orte, an denen noch Trinkwasser vorhanden ist. Die Mapper sind junge Frauen und M&#228;nner, sie kommen aus Kibera, genauer gesagt aus den 13 verschiedenen „D&#246;rfern“, aus denen das Gebiet besteht. Aus ihrer Arbeit entsteht &#252;ber Monate eine detailreiche Karte, die einen neuen Einblick auf das Leben in Kibera wirft und Probleme, aber auch potenzielle L&#246;sungen aufzeigt. <a href="http://mapkibera.org/girlssecurity/">Regynnah Awino, einer der Mapper, erz&#228;hlt, wie ihre Karte von der Gemeinschaft vor Ort aufgenommen wurde</a>: „In einer Veranstaltung diskutierten wir mit einer Gruppe junger Frauen namens Binti Pamoja, die Frauen hilft, die Opfer m&#228;nnlicher Gewalt wurden. Wir sprachen nicht nur &#252;ber das, was wir gefunden hatten, sondern auch &#252;ber die Orte, die aus ihrer Sicht gef&#228;hrlich oder sicher f&#252;r junge Frauen sind. So haben wir nicht nur lokales Wissen bekommen, sondern auch gesehen, dass die Gemeinschaft positiv reagiert.“</p>
<p>&#196;hnliche Projekte wie in Kibera gibt es in <a href="http://www.pbs.org/idealab/2009/11/using-mobile-phones-to-map-the-slums-of-brazil311.html">Favelas in Brasilien</a>. In Indien halfen solche digitalen Karten, Eigentumsrechte geltend zu machen oder Benachteiligungen bei den Wahlkreisen aufzuzeigen. Dem Erfindungsgeist sind dabei keine Grenzen gesetzt. Jeffrey Warren von <a href="http://grassrootsmapping.org/">Grassrootsmapping.org</a> entwickelte einen Bausatz f&#252;r kostenlose H&#246;henaufnahmen. Mit Hilfe eines kleinen Hei&#223;luftballons wurde eine einfache Digitalkamera in windige H&#246;hen bef&#246;rdert und zeigte j&#252;ngst die Auswirkungen des &#214;lteppichs am Strand im Golf von Mexiko. Die Kamera machte alle paar Sekunden ein Foto und aus dem Mosaik der Aufnahmen entsteht &#228;hnlich wie bei Satellitenbildern ein &#220;berblick, allerdings ohne die hohen Lizenzkosten kommerzieller Anwendungen.</p>
<p><a href="http://wiki.grassrootsmapping.org/show/BalloonMaterialsList"><img class="alignleft size-full wp-image-3334" title="Grassroot-Mapping-BY-Jeferonix-Jeff-Warren" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/08/Grassroot-Mapping-BY-Jeferonix-Jeff-Warren.png" alt="" width="639" height="424" /></a></p>
<p><em>BY Jeferonix/Jeff Warren &#8211; CC-Lizenz BY-NC-SA</em></p>
<p>Viele dieser gewonnenen Informationen m&#252;nden in das Projekt <a href="http://www.openstreetmap.org/">OpenStreetMap.org,</a> das – &#228;hnlich dem Wikipedia- Ansatz – eine freie Karte der ganzen Welt erstellen will. In L&#228;ndern wie Deutschland ist die von Freiwilligen angefertigte Karte schon detaillierter als Google Maps und bietet zum Beispiel Wander- oder <a href="http://www.velomap.org/de/velomaporg/">Radfahrkarten</a> zum kostenlosen Download an. Auf der Karte werden viele Dinge festgehalten, die auf kommerziellen Produkten fehlen, wie das Projekt <a href="http://wheelmap.org/">Wheelmap.org</a> zeigt. Dort werden seit Kurzem barrierefreie Orte in Deutschland gesammelt. Per Internet oder Mobiltelefon kann das n&#228;chste Café mit einem behindertengerechten Zugang gesucht oder selbst ein neuer barrierefreier Ort eingetragen werden.</p>
<p>Auch im s&#252;dlichen Afrika z&#228;hlen die Initiatoren von „<a href="http://stopstockouts.org/">Stop-Stock-Outs</a>“ (Stoppt den Engpass) auf die Mithilfe von B&#252;rgern. Gerade Menschen in Entwicklungsl&#228;ndern sind mit einer ungen&#252;genden Versorgung lebenswichtiger Medikamente konfrontiert, obwohl der Zugang zur gesundheitlichen Grundversorgung geh&#246;ren sollte, doch nicht selten aufgrund von Korruption behindert wird. Leidtragende k&#246;nnen nun per SMS den Notstand vor Ort melden. Die Nachricht landet auf einer Karte im Internet und zeigt die Missst&#228;nde im lokalen Vergleich.</p>
<p>Ein anderer Ansatz ist es, bereits vorhandene Informationen oder gro&#223;e Datenbest&#228;nde mit Hilfe von Karten zu visualisieren. Viele Informationen enthalten Geo-Daten und k&#246;nnen so auch geographisch dargestellt werden. Ein Beispiel ist die Seite <a href="http://www.frankfurt-gestalten.de/">Frankfurt-Gestalten.de</a>, wo Themen der Lokalpolitik anschaulich in einer Karte dargestellt werden. Hier kann jeder B&#252;rger aktuelle Infos aus der Nachbarschaft abonnieren und die Entscheidungen der Ortsbeir&#228;te online diskutieren. Eine stimmige Kombination von Informationen und Karten ist immer vonn&#246;ten.<br />
<a href="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/08/Frankfurt-gestalten.png"><img class="alignleft size-full wp-image-3333" title="Frankfurt-gestalten" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/08/Frankfurt-gestalten.png" alt="" width="606" height="451" /></a></p>
<p>Dabei gehen Aktivisten auch traditionelle Wege. Mitarbeiter des <a href="http://home.mindspring.com/~mcmoss/cedargrove/">Cedar Grove Institute for Sustainable Communities</a> interviewten Haushalte in der Kleinstadt Zanesville City in den USA, nachdem es dort jahrelang zu Beschwerden von Anwohnern &#252;ber die unzureichende Wasserversorgung kam. Nach der Befragung wurde eine Karte erstellt, die die ungleiche Wasserversorgung eindeutig offenbarte. Benachteiligt waren besonders Stadtteile mit einem hohen schwarzen Bev&#246;lkerungsanteil.</p>
<p>Doch Karten sind nicht per se transparent, in der Geschichte der Kartographie dienten sie auch oft einseitigen Machtanspr&#252;chen oder wurden zur Propaganda missbraucht. Zudem birgt die Ver&#246;ffentlichung von bestimmten Information auch eine Verletzung der Privatsph&#228;re. Die Konsequenzen einer Ver&#246;ffentlichung sollten deshalb vorab auch mit den Betroffenen diskutiert werden. Auf jeden Fall m&#252;ssen die Daten m&#246;glichst vollst&#228;ndig anonymisiert werden. Transparenz kann etwa auch dann kontraproduktiv sein, wenn dadurch das indigene Wissen von Indianerst&#228;mmen kommerziell ausgebeutet werden kann (Rohstoffe). Doch durch Karten k&#246;nnen sie eben auch ihre Gebietsanspr&#252;che besser geltend machen.</p>
<p>Gerade f&#252;r die wachsende Datenf&#252;lle bieten digitale Karten einen Weg, Komplexit&#228;t zu reduzieren und Probleme von verschiedenen Blickwinkeln aus zu betrachten. Sie bieten ein spannendes Potenzial zur Informationsvermittlung, besonders wenn B&#252;rger selbst Daten zu Orten beitragen und einfach eigene Karten umsetzen k&#246;nnen, wie es vormals nur Unternehmen oder Organisationen m&#246;glich war. Obwohl dieser digitale <a href="http://www.crisscrossed.net/2009/09/14/maptivism-maps-for-activism-transparency-and-engagement/">Karten-Aktivismus (Maptivism)</a> erst in den Anf&#228;ngen steckt, zeigt er eine neue Form des B&#252;rger-Engagements f&#252;r mehr Transparenz und Beteiligung.</p>
<p><em>Der Artikel erschien zuerst in der Zeitschrift </em><a href="http://www.ifa.de/pub/kulturaustausch/archiv/ausgaben-2010/e-volution/"><em>Kulturaustausch &#8211; Zeitschrift f&#252;r internationale Perspektiven</em></a><em> (Ausgabe Juli 2010).</em></p>
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		<title>Selbst ist der Verlag</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 12:09:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[KoopTech empfiehlt ...]]></category>
		<category><![CDATA[E-Book]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description>F&amp;#252;r die aktuelle c't habe ich nun in dem Beitrag "Selb [...]


&lt;br&gt;Beiträge zu verwandten Themen:&lt;ol&gt;&lt;li&gt;&lt;a href='http://blog.kooptech.de/2010/02/arthur-attwell-ueber-lizenzierungsmodelle-fuer-afrika/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Arthur Attwell &amp;#252;ber Lizenzierungsmodelle f&amp;#252;r Afrika'&gt;Arthur Attwell &amp;#252;ber Lizenzierungsmodelle f&amp;#252;r Afrika&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit der Frankfurter Buchmesse im letzten Jahr fasziniert mich das Thema E-Books &#8211; wohl weil hier vieles noch im Werden ist. Vor einiger Zeit habe ich mir <a href="http://blog.kooptech.de/2009/11/wie-innovativ-sind-e-book-plattformen-fuer-autoren/">Gedanken dar&#252;ber gemacht</a>, welche Eigenschaften eine innovative E-Book-Plattform haben sollte. F&#252;r die aktuelle c&#8217;t habe ich nun in dem Beitrag <a href="http://www.heise.de/ct/inhalt/2010/18/88/">&#8220;Selbst ist der Verlag&#8221;</a> 15 Self-Publishing-Plattformen sowie 5 Konversations- und Marketing-Plattformen f&#252;r E-Books genauer unter die Lupe genommen.</p>
<p>Keine einzige Plattform erf&#252;llt alle meine Anforderungen, alle zeigen sich sowohl in technischer wie auch organisatorisch-rechtlicher Hinsicht &#228;u&#223;erst divers. Der Markt ist ganz offensichtlich noch sehr jung. Autoren m&#252;ssen daher sehr sorgf&#228;ltig alle Konditionen pr&#252;fen, bevor sie sich f&#252;r eine Plattform entscheiden.</p>
<p>Am unangenehmsten fiel mir auf, dass viele Dienste erst w&#228;hrend des Anmelde- oder Texterstellungsprozesses ihre Bedingungen preisgeben. Ganz furchtbar fand ich es, wenn der Autorenvertrag samt seinen Preis- und Knebelbedingungen erst dann einsehbar war, wenn alle Erstellungsschritte schon abgeschlossen waren &#8211; ganz nach dem Motto: Sie m&#252;ssen jetzt nur noch hier H&#228;kchen setzen, dann ist Ihr Buch ver&#246;ffentlicht.</p>
<p>Der &#220;bersichtsartikel wird daher interessierten Selbstverlegern sicherlich einiges an Nerven sparen &#8211; doch leider ist er nicht online, sondern im Heft verf&#252;gbar.<br />
<img src="http://www.heise.de/kiosk/thumbnails/ct/1810_large/88.jpg" alt="" /><img src="http://www.heise.de/kiosk/thumbnails/ct/1810_large/89.jpg" alt="" /></p>
<p>P.S. In diesem Zusammenhang ist &#252;brigens auch die <a href="http://www.bookrix.de/_mybookpid-de-kooptech_1280056102.8652999401-kooptech">mobile Version der KoopTech-Studie </a>entstanden &#8211; sie steht nun &#252;ber Bookrix kostenlos auch f&#252;r das Smartphone per Download zur Verf&#252;gung. Und l&#228;sst sich per Widget &#252;berall einbinden.</p>
<table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0">
<tr>
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</tr>
<tr>
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<p><br>Beiträge zu verwandten Themen:<ol><li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/02/arthur-attwell-ueber-lizenzierungsmodelle-fuer-afrika/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Arthur Attwell &#252;ber Lizenzierungsmodelle f&#252;r Afrika'>Arthur Attwell &#252;ber Lizenzierungsmodelle f&#252;r Afrika</a></li>
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		<title>Die Washington Post über das “streng geheime Amerika”</title>
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		<comments>http://blog.kooptech.de/2010/07/die-washington-post-ueber-das-streng-geheime-amerika/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 07:46:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[KoopTech empfiehlt ...]]></category>
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		<category><![CDATA[Recherche]]></category>

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		<description>Die Washington Post hat in einem gro&amp;#223;artigen Open-Data [...]


&lt;br&gt;Beiträge zu verwandten Themen:&lt;ol&gt;&lt;li&gt;&lt;a href='http://blog.kooptech.de/2010/04/netzwerkanalyse-mit-daten-ueber-grossspender/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Netzwerkanalyse mit Daten &amp;#252;ber Gro&amp;#223;spender'&gt;Netzwerkanalyse mit Daten &amp;#252;ber Gro&amp;#223;spender&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
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&lt;/ol&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <em>Washington Post </em>hat in einem gro&#223;artigen Open-Data-Dossier namens <a href="http://projects.washingtonpost.com/top-secret-america/">“Top Secret America” </a>den amerikanischen Milit&#228;r-Industrie-Komplex untersucht. Sie zeigt, wie dieser sich im letzten Jahrzehnt im  Zuge des Anti-Terror-Kampfs in derartige Dimensionen aufgebl&#228;ht hat, dass von Effizienzkontrolle schon lange keine Rede mehr sein kann. &#8220;Effizienz&#8221; ist in diesem Zusammenhang b&#252;rgerrechtlich relevant, da die &#8220;Angemessenheit&#8221; der Mittel ein Kennzeichen eines funktionierenden Rechtsstaats ist. <a href="http://blog.zeit.de/kulturkampf/2010/07/22/der-amerikanische-militar-industrie-komplex-in-infografiken/">Mehr &#252;ber das Projekt habe ich im ZEIT-Online-Blog geschrieben</a>.</p>
<p>Der Aufwand, den die Post betrieben hat, ist betr&#228;chtlich: Zwei Jahre lang haben zwei Reporter an der Sache gearbeitet, um die sich ein gro&#223;es Team reiht, das wohl f&#252;r die visuelle Entwicklung und Umsetzung der Daten verantwortlich war. Das zeigt, dass ein solches Projekt einer mutigen Entscheidung bedarf: Ja, wir investieren Zeit und Geld in eine Sache, von der wir am Ende nicht genau wissen, was dabei herumkommen wird. Solche Enscheidungen fallen leichter, wenn eine Redaktion schon Strukturen etabliert hat, die solche Recherchen unterst&#252;tzen. Die Post hat seit dem Wategate-Skandal ein eigenes Team, das sich ausschlie&#223;lich investigativen Recherchen widmet. Im deutschsprachigen Raum ist mir keine einzige Tageszeitung bekannt, die so etwas aufgebaut hat. Dabei w&#228;re dies im Zeitalter von Arbeitsteilung (Stichwort: &#8220;Newsdesk&#8221;) &#252;berf&#228;llig.<br />
<a href="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/07/TopSecretAmerica-FBI2.png"><img class="alignleft size-full wp-image-3299" title="TopSecretAmerica-FBI2" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/07/TopSecretAmerica-FBI2.png" alt="" width="650" /></a></p>
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<p><br>Beiträge zu verwandten Themen:<ol><li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/04/netzwerkanalyse-mit-daten-ueber-grossspender/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Netzwerkanalyse mit Daten &#252;ber Gro&#223;spender'>Netzwerkanalyse mit Daten &#252;ber Gro&#223;spender</a></li>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/04/spendercrawl-parteispenden-analyse-teil-3/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Spendercrawl &#8211; Parteispenden-Analyse Teil 3'>Spendercrawl &#8211; Parteispenden-Analyse Teil 3</a></li>
<li><a href='http://blog.kooptech.de/2010/04/open-data-serie-ueber-parteispenden-bei-zeit-online/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Open-Data-Serie &#252;ber Parteispenden bei ZEIT online'>Open-Data-Serie &#252;ber Parteispenden bei ZEIT online</a></li>
</ol></p>
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		<title>Focus Online: Wie alt wirst du?</title>
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		<comments>http://blog.kooptech.de/2010/07/focus-wie-alt-wirst-du/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 10:43:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>

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		<description>Das hat was: Die neue Datenschutzeinstellungen bei Face [...]</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das hat was: Die neue Datenschutzeinstellungen bei Facebook zeigen, dass Apps doch eine wahre Goldgrube f&#252;r das Marketing ist. Der Focus-Online-Lebenszeitrechner etwa will nahezu alles wissen, bevor man erfahren darf, wie alt man wohl werden wird:</p>
<blockquote><p>Access my basic information: Includes name, profile picture, gender, networks, user ID, list of friends, and any other information I&#8217;ve shared with everyone.</p></blockquote>
<p><a href="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/07/Lebenszeitrechner.png"><img class="alignleft size-full wp-image-3293" title="Lebenszeitrechner" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2010/07/Lebenszeitrechner.png" alt="" width="632" height="325" /></a></p>
<p>Abgefragt wird nat&#252;rlich das &#220;bliche: Rauchen, Trinken, regelm&#228;&#223;ige Bewegung, chronische Krankheiten. Mir ist keine Gesundheitsumfrage bekannt, die solche Patientendaten ohne Pseudonym erhebt. Die App ist &#252;brigens schon etwas &#228;lter &#8211; nur fr&#252;her hatte sie diese Einwilligung wohl gar nicht einholen m&#252;ssen.</p>
<p>Der Link der  <a href="http://www.tomorrow-focus.de/TOMORROW+Focus+AG/Geschaeftsbereiche/Portal/Portal+AGB/language_de_/index.html">Terms of Service</a> f&#252;hrt zu den AGB der Tomorrow Focus AG &#8211; und dort erf&#228;hrt man mehr &#252;ber die relevante Datenschutz&#8211;Policy &#252;ber einen weiteren <a href="http://www.tomorrow-focus.de/siteutilities/Datenschutz/language_de_/index.html">Link</a>. Ob diese Info beruhigend ist?</p>
<blockquote><p>Alle Ihre personenbezogenen Angaben werden bei der TOMORROW FOCUS Portal GmbH auf einem besonders gesch&#252;tzten Server gespeichert und nur f&#252;r die Zwecke genutzt, die Sie uns bekannt gegeben haben. (&#8230;) Ansonsten werden Ihre personenbezogenen Angaben nicht an Dritte weitergegeben, wenn Sie dazu nicht ausdr&#252;cklich Ihr Einverst&#228;ndnis gegeben haben oder wir zur Herausgabe verpflichtet sind, beispielsweise aufgrund einer gerichtlichen oder beh&#246;rdlichen Anordnung.</p></blockquote>
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