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	<title>KoopTech - </title>
	
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	<description>spreading inspiration for change</description>
	<lastBuildDate>Mon, 16 Jan 2012 09:40:54 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Die neue Post und der Ex-Monopolist: Netzneutralität und der öffentlich-rechtliche Rundfunk</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 01:06:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolf-Dieter Roth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
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		<description>Die sogenannte Netzneutralit&amp;#228;t ist ein aktuell heftig umstrittener Diskussionspunkt zwischen den kommerziellen Anbietern von Internetzug&amp;#228;ngen und Internetdiensten sowie den klassischen, idealistisch motivierten Onlinern, die abwertend auch als "Netzindianer" bezeichnet werden.

Es geht hier darum, ob neben denjenigen, die einen Internetzugang ...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/0844964fbfc74fa5b3d224448f20bc07" alt="" width="1" height="1" />Die sogenannte <em>Netzneutralit&#228;t</em> ist ein aktuell heftig umstrittener Diskussionspunkt zwischen den kommerziellen Anbietern von Internetzug&#228;ngen und Internetdiensten sowie den klassischen, idealistisch motivierten Onlinern, die abwertend auch als &#8220;Netzindianer&#8221; bezeichnet werden.</p>
<p>Es geht hier darum, ob neben denjenigen, die einen Internetzugang beispielsweise der Telekom nutzen und dieser daf&#252;r ein Entgelt entrichten, auch die zur Kasse gebeten werden sollen, welche &#252;ber diesen dann abrufbare Inhalte anbieten.</p>
<p>F&#252;r einen idealistisch motivierten Onliner ist dieser Gedanke v&#246;llig absurd: Er stellt Inhalte, beispielsweise Beitr&#228;ge f&#252;r die Wikipedia, eine private Website oder dieses Blog hier sowie die dahinter stehende Serverstruktur kostenlos zur Verf&#252;gung, um der Allgemeinheit zu helfen. Er verlangt also nichts f&#252;r seine Dienste &#8211; wieso sollte er nun auch noch jemand anders etwas bezahlen, um diese Inhalte weiter anbieten zu d&#252;rfen?</p>
<p>Kabelgesellschaften sind jedoch schon seit Jahren darin ge&#252;bt, auf beiden Seiten abkassieren zu wollen: Der Kabelkunde, also der Fernsehzuschauer, hat eine monatliche Geb&#252;hr zu zahlen &#8211; im Gegensatz zum Satellitenkunden, der, abgesehen von Pay-TV und den HD-Angeboten einiger kommerzieller Stationen, nur seine monatlichen Rundfunkgeb&#252;hren zu zahlen hat. Doch auf Seite der Fernsehsender wollen die Kabelgesellschaften als sogenannte Einspeisungsverg&#252;tung <a href="http://www.hifi-forum.de/viewthread-124-3605.html" target="_blank">ebenfalls Geld sehen</a>, weil die Sender so ihre Reichweite erh&#246;hen und der Kabelanbieter nach seiner Ansicht ihnen dazu seine Infrastruktur zur Verf&#252;gung stellt wie ein Sendernetzwerk.</p>
<p>Man kann das Ganze nat&#252;rlich auch genau umgekehrt auffassen: Das Angebot der Kabelgesellschaft wird durch das Einspeisen m&#246;glichst vieler Programme &#252;berhaupt erst interessant! Ein Anbieter, der nur RTL, RTL II und Super RTL im Portfolio hat, d&#252;rfte nicht viele Kunden gewinnen. Also m&#252;&#223;te eigentlich doch eher die Kabelgesellschaft den Sendern etwas zahlen, um deren Programm &#252;bernehmen zu d&#252;rfen?</p>
<p>&#196;hnliche Diskussionen gibt es nun beim Internetzugang. Hier geht es jedoch eher um eine Schnellstra&#223;e f&#252;r kommerzielle Anbieter, um eine Priorisierung einzelner Angebote gegen&#252;ber anderen.</p>
<p><span id="more-4793"></span></p>
<p>Zun&#228;chst sind im Internet alle gleich: Datenpakete werden unabh&#228;ngig von Absender und Empf&#228;nger alle mit gleicher Wichtigkeit &#252;bertragen. Aus technischen Gr&#252;nden sind in der Praxis manche Verbindungen doch gegen&#252;ber anderen bevorzugt, beispielsweise weil Absender und Empf&#228;nger der Daten &#252;ber dasselbe Backbone angebunden sind oder ein Router im Netz mit bestimmten Paketgr&#246;&#223;en einfach besser zurechtkommt. Teils wird es auch heute bereits bewu&#223;t gemacht, so priorisiert eine Fritz-Box aus dem angeschlossenen Heimnetz gelieferte oder angeforderte VoIP-Daten, um eine bessere Sprachqualit&#228;t bei der Internettelefonie zu erreichen. Tut dies allerdings bereits der Provider, behandelt er IP-Dienste unterschiedlich, priorisiert er Video gegen&#252;ber E-Mail oder bremst er Torrent-Downloads aus, beginnt es kritisch zu werden.</p>
<p>Noch fragw&#252;rdiger ist es, einzelne Unternehmen zu bevorzugen, wenn sie daf&#252;r eine zus&#228;tzliche Geb&#252;hr entrichten sollen: Nat&#252;rlich kann ein Provider von diesen Einnahmen dann eine &#8220;Direktleitung&#8221; zu Youtube anmieten, doch l&#228;uft der Dienst dann nur bei einem Anbieter schneller und das ganze l&#228;uft sehr schnell auf &#8220;Schutzgelderpressung&#8221; heraus: Zahl &#8211; oder verliere Deine Kunden. Denn statt die Anbindung zu dem zahlenden Anbieter auszubauen, wird der Provider stattdessen die Verbindung zu allen anderen Angeboten k&#252;nstlich verlangsamen.</p>
<p>F&#252;r den Anbieter ist dieses Gesch&#228;ftsmodell daher nur ein &#196;rgernis, falls er kein Geld zu verschenken hat. F&#252;r den Providerkunden ist es ebenfalls schlecht, wenn er auf einen nicht priorisierten Inhalteanbieter zugreifen m&#246;chte. Trotz aller <a href="http://echtesnetz.de/" target="_blank">Initiativen, diese Zust&#228;nde zu verhindern</a>, schaut <a href="http://www.heise.de/ct/artikel/Private-Zollschranken-1399239.html" target="_blank">es jedoch bereits kritisch aus</a>: Wer zahlt, schafft an, so ist dies nun mal in unserem Wirtschaftssystem.</p>
<p>Den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten missf&#228;llt diese &#8220;Wegelagerei&#8221;. Eigentlich erstaunlich, wo sie ja oft genug betonen, mehr Geld zu haben und am l&#228;ngeren Hebel zu sitzen, um sich via Finanzmacht durchzusetzen. Sei es bei der Radio-Versorgung, zu der der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen 2001 t&#246;nte, man habe genug Geb&#252;hren-Gelder, um auf unbegrenzte Zeit mit 100-kW-Sendern auf UKW weitermachen, ein Umstieg auf DAB k&#228;me nur den kommerziellen Sendern zugute und sei daher nicht mehr zu bef&#252;rworten, oder bei dem Vorgehen im Internet, wo man &#252;ber die gr&#246;&#223;ere finanzielle Macht sogar die zweitgr&#246;&#223;te Investmentbank der Welt dazu zwang, die den Kunden bekannte E-Mail- und Webadressen <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/23/23291/1.html" target="_blank">aufzugeben</a> &#8211; f&#252;r eine Bank eine Peinlichkeit ohnegleichen. Nicht ohne Grund tr&#228;gt der &#8220;<a href="http://www.daserste.de/ratgeber-internet/" target="_blank">ARD Ratgeber Internet</a>&#8221; den Untertitel &#8220;<a href="http://amzn.to/xijhcH" target="_blank">Wir stukturieren das Internet neu</a>&#8221; &#8211; dieses Ziel haben sich einige Mitarbeiter von ARD und ZDF wortw&#246;rtlich gesetzt.</p>
<p>Auch heute ist <a href="http://blog.beck.de/2011/11/30/welches-namensrecht-wiegt-schwerer-starkoch-schuhbeck-im-domainstreit-mit-religionslehrer" target="_blank">die Folge</a>, da&#223; f&#252;r das &#246;ffentlich-rechtliche Fernsehen t&#228;tige C-Promis den wenigen verbliebenen <em>Netzindianern</em> ihre Adressen <a href="http://schuhbeck.cc/kommentar/" target="_blank">wegklagen</a> wollen. Begr&#252;ndung: Man wolle das Internet schlie&#223;lich &#8220;richtig&#8221;, also <a href="http://www.schuhbeck.de" target="_blank">kommerziell nutzen</a>, der andere dagegen nur &#8211; unkommerziell und damit in unserem aktuellen rechtlichen Wertesystem nicht sch&#252;tzenswert &#8211; f&#252;r <a href="http://www.schuhbeck.com" target="_blank">die Familie (E-Mail) und die Schule (Website)</a>. Dass das Internet und besonders das WWW urspr&#252;nglich im akademischen Bereich entstanden, und die Verfassung die Familie unter besonderen Schutz stellt, wird hierbei geflissentlich ignoriert &#8211; einer Wettbewerbskammer sind derartige Aspekte egal und ein Familiengericht wird nicht &#252;ber Domainstreitigkeiten urteilen.</p>
<p>Abgesehen von diesen Entgleisungen einzelner Fernsehleute <a href="http://www.ard.de/intern/standpunkte/-/id=2009364/property=download/nid=8236/1q7iedn/Positionspapier+Netzneutralit%C3%A4t.pdf" target="_blank">bef&#252;rworten ARD &amp; ZDF</a> den offenen, gleichberechtigten Zugang zum Internet. Es geht ihnen dabei allerdings vor allem um den ungest&#246;rten <a href="http://www.wdr.de/unternehmen/gremien/rundfunkrat/pdf/resolution/Stellungnahme_WDR_RR_TKGNovelle_Netzneutralitaet_151211.pdf">Zugriff auf ihre Angebote</a>, um das Internet als <a href="http://www.wuv.de/nachrichten/medien/ard_netzneutralitaet_ist_von_grosser_relevanz">Tr&#228;germedium f&#252;r Rundfunk</a>, und sie haben ganz richtig erkannt, dass sie aus einer bezahlten Sonderl&#246;sung keine realen Vorteile ziehen w&#252;rden, weil sie dann nur bei einigen, wenigen Providern besser zug&#228;nglich w&#228;ren, wenn &#252;berhaupt.</p>
<p>Doch wird bei der ganzen Diskussion vergessen, da&#223; der Zugang zum Internet eben gerade dank ARD &amp; ZDF ohnehin nicht mehr ohne Zusatzkosten m&#246;glich ist: <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/22/22640/1.html" target="_blank">Seit 2007</a> werden mit dem Besitz eines Computers oder internetf&#228;higen Telefons in Deutschland <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/20/20115/1.html" target="_blank">Rundfunkgeb&#252;hren f&#228;llig</a>! Es ist also bereits <em>vor</em> der Zahlung an den Provider, der einem die reale Infrastruktur zum Zugriff auf das Internet zur Verf&#252;gung stellt, eine Zahlung an die GEZ f&#228;llig. Ein symbolisches, doch h&#246;chst reelles Entgelt daf&#252;r, da&#223; man die &#246;ffentlich-rechtlichen Sender auch &#252;ber den Computer nutzen k&#246;nnte, auch wenn man diesen zu ganz anderen Zwecken angeschafft hat.</p>
<p>Wer keine Rundfunkgeb&#252;hren zahlt, obwohl er einen Computer oder ein Handy mit Internetzugriff besitzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und riskiert zwar keine Abschaltung seines Providerzugangs, ein Pf&#228;nden des betreffenden Computers durch den Gerichtsvollzieher <a href="http://netzwertig.com/2007/12/12/laufen-schwarzsurfer-gefahr-ihren-pc-abgeben-zu-muessen/" target="_blank">kann jedoch durchaus die Folge sein</a>. Dies droht auch und gerade bei beruflicher Nutzung des Computers, eine privat bereits gezahlte Rundfunkgeb&#252;hr entbindet hier nicht von dieser zweiten Zahlung. Gerichtlich erk&#228;mpfte Ausnahme: Der beruflich genutzte Computer steht in der Privatwohnung.</p>
<p>Somit hat der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk zwar vor einiger Zeit das Rundfunkmonopol aufgegeben. Mit dem erst durch Zahlung einer Rundfunkgeb&#252;hr legalen Zugriff auf das Internet, das ja mittlerweile auch f&#252;r Telefonie genutzt wird und das sogar zur Abgabe einer Steuererkl&#228;rung unumg&#228;nglich geworden ist, hat er sich jedoch die komplette Kontrolle &#252;ber die Telekommunikation gesichert: Man muss heute nicht mehr der Deutschen Bundespost zahlen, um einen Anschluss zu erhalten: statt der Telekom sind Kabel Deutschland oder Arcor eine m&#246;gliche Alternative. Man muss aber auf jeden Fall der GEZ zahlen, wenn man die heutige Post &#8211; E-Mail &#8211; nutzen will. Dies wird auch die kommende Haushaltsgeb&#252;hr nicht &#228;ndern &#8211; auch diese deckt die berufliche Internetnutzung nicht mit ab.</p>
<p>ARD &amp; ZDF m&#252;ssen und werden also voraussichtlich keine zus&#228;tzlichen Entgelte entrichten, um ihre Inhalte im Internet anzubieten. Wohl aber alle anderen, egal, ob sie selbst Inhalte anbieten oder nur konsumieren wollen, ob sie mit Freunden chatten, mailen oder telefonieren wollen. Es handelt sich l&#228;ngst um keine Rundfunk-Geb&#252;hr mehr, sondern vielmehr um eine zus&#228;tzliche Internet-Zugangs-Geb&#252;hr, eine Telekommunikations-Abgabe f&#252;r alle mit Wohn- oder Firmensitz in Deutschland. Die mag in vielen F&#228;llen bereits durch ein vorhandenes Radio f&#228;llig geworden sein und dann keine Zusatzkosten verursachen, doch sie ist eine Zugangsschranke zum Netz der Netze und kann bei verteilten Standorten &#8211; beispielsweise bei <a href="http://heise.de/-175358">mehreren Webservern in unterschiedlichen Rechenzentren des Unternehmens</a> &#8211; die Hostingkosten von Websites deutlich erh&#246;hen.</p>
<p>Also das genaue Gegenteil dessen, was mit der Netzneutralit&#228;t erreicht werden soll: Provider geben mitunter sogar kostenlos Zugang, sonst auch f&#252;r wenige € im Monat oder nach &#8220;Verbrauch&#8221;, ARD &amp; ZDF jedoch nicht. Hier wird momentan eine Radiogeb&#252;hr, ab 2013 eine Haushaltsabgabe bzw. Unternehmensabgabe f&#228;llig. F&#252;r mich ist dies das genaue Gegenteil einer Netzneutralit&#228;t, wenn speziell f&#252;r einen von hunderttausend Internet-Diensteanbietern eine solche spezielle Zusatzgeb&#252;hr abzudr&#252;cken ist, die nicht einmal davon abh&#228;ngt, ob man &#252;berhaupt Interesse daran hat, Radio beispielsweise &#252;ber eine teure Mobilfunkverbindung zu h&#246;ren, statt &#252;ber das regul&#228;re Rundfunksignal, das &#252;ber die Rundfunkgeb&#252;hr bereits bezahlt ist.</p>
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		<title>Wie werden E-Books bei der VG Wort vergütet?</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 13:57:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolf-Dieter Roth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[E-Book]]></category>
		<category><![CDATA[VG Wort]]></category>

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		<description>Eine h&amp;#228;ufig gestellte Frage. Doch v&amp;#246;llig falsch gestellt. Die Antwort lautet n&amp;#228;mlich: &amp;#220;berhaupt nicht!

F&amp;#252;r die VG Bild-Kunst gilt dasselbe: Auch hier gibt es nichts f&amp;#252;r E-Books.

Hat man dort die Zeichen der Zeit verschlafen?

Nein, dass es f&amp;#252;r E-Books keine Verg&amp;#252;tungen ...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine h&#228;ufig gestellte Frage. Doch v&#246;llig falsch gestellt. Die Antwort lautet n&#228;mlich: <em>&#220;berhaupt nicht!</em></p>
<p>F&#252;r die VG Bild-Kunst gilt dasselbe: Auch hier gibt es nichts f&#252;r E-Books.</p>
<p>Hat man dort die Zeichen der Zeit verschlafen?</p>
<p>Nein, dass es f&#252;r E-Books keine Verg&#252;tungen gibt, gar keine geben kann, liegt in der Natur der Sache: Autoren, die sich bei der <a href="http://www.vgwort.de" target="_blank">VG Wort</a> bzw. (als Fotograf oder eigene Fotos und Grafiken zu Artikeln zuliefernder Textautor) bei der <a href="http://www.bildkunst.de" target="_blank">VG Bild-Kunst</a> registriert haben, bekommen von diesen ja nicht etwa Aussch&#252;ttungen, weil sie so nette Menschen sind oder ihre Texte bzw. Bilder so einzigartig sind.</p>
<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/864d92a5c4344f06b549581564a30125" width="1" height="1" alt="" />Die Aufgabe der Verwertungsgesellschaften ist es vielmehr, f&#252;r die Autoren die Zweitverwertungsrechte aus Kopien einzutreiben. Es ist also zun&#228;chst nicht der erneute Druck eines Werkes gemeint oder der Verkauf an weitere Medien, sondern die Zweitverwertung eines Artikels als Fotokopie, abgespeicherte Website etc., f&#252;r die ein Autor ja normalerweise nichts erh&#228;lt – im Gegensatz zur Erstverwertung (hoffentlich), der Lieferung an den Verlag, oder seiner eigenen Zweitverwertung erfolgreicher Beitr&#228;ge.</p>
<p><strong>Wenn es keine Kopien gibt, kann es auch keine Kopierabgabe geben</strong></p>
<p>Damit hier &#252;berhaupt zu verteilende Einnahmen entstehen, gibt es die Abgaben auf Fotokopierer, CD-Rohlinge oder Drucker, &#252;ber die auch viele Kollegen nichtsahnend schimpfen.</p>
<p>Doch nicht nur zu verteilende Einnahmen sind Voraussetzung f&#252;r die M&#246;glichkeit der Verwertungsgesellschaften, etwas an die Autoren auszusch&#252;tten. Ebenso zwingend notwendig ist es, dass Kopien der Werke &#252;berhaupt m&#246;glich sind.</p>
<p>W&#228;hrend dies bei Druckwerken und Websites unvermeidlich ist, verh&#228;lt es sich bei E-Books anders: Diese haben in der professionell verkauften Variante (Kindle, Epub etc.) heute &#252;blicherweise einen Kopierschutz, ein Digital Rights Management (DRM).</p>
<p>Und wo es keine Kopie f&#252;r nichtzahlende Dritte gibt, kann nat&#252;rlich auch keine Kopierabgabe an die Autoren verteilt werden!</p>
<p>Zwar gibt es auch E-Books ohne DRM, doch landen diese sehr schnell auf russischen Tauschb&#246;rsen und werden seitens der Verlage daher normalerweise nicht angeboten.<br />
Sollten sich doch noch E-Book-Formate ohne DRM am Markt durchsetzen, w&#252;rden die Verwertungsgesellschaften auch eine Verg&#252;tung einf&#252;hren. Aktuell ist dies jedoch nicht zu erwarten.</p>
<p><strong>Heft-CDs sind ein weiteres, unabh&#228;ngig verg&#252;tungsf&#228;higes Medium</strong></p>
<p>Doch es gibt ein anderes, im Gegensatz zur Website meist &#252;bersehenes elektronisches Medium, das tats&#228;chlich sowohl bei VG Wort als auch VG Bild-Kunst zus&#228;tzlich gemeldet werden kann: Die „Heft-CD“. Texte oder Bilder, die ein Autor zu dieser zuliefert, sind selbstverst&#228;ndlich meldef&#228;hig. Und dies gilt f&#252;r eine CD-ROM mit eigenst&#228;ndigen Inhalten oder Erg&#228;nzungen zu den gedruckten Beitr&#228;gen ebenso wie f&#252;r eine „Jahrgangs-CD“, die ein 1:1-Archiv aller Beitr&#228;ge des Printmediums aufweist.</p>
<p>Es spielt dabei f&#252;r die Verg&#252;tungsf&#228;higkeit keine Rolle, ob diese CD-ROM dem Heft kostenlos beiliegt, als „Plus-Abo“ Aufpreis kostet, prinzipiell nur Abonnenten als „Jahresgabe“ zugeschickt wird oder auch ganz unabh&#228;ngig vom Heft verkauft wird.</p>
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		<title>Gotische Kathedralen – ein Open Data Projekt?</title>
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		<comments>http://blog.kooptech.de/2011/10/gotische-kathedralen-ein-open-data-projekt/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 17 Oct 2011 06:33:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Ksoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kollaboration]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperation]]></category>
		<category><![CDATA[Open Data]]></category>

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		<description>Gotische Kathedralen sind die gr&amp;#246;&amp;#223;ten Versammlungsgeb&amp;#228;ude der Welt mit Raumh&amp;#246;hen von 25 m und mehr, die von Baumeistern zwischen 1140 und ca. 1500 nach Christus f&amp;#252;r r&amp;#246;misch-katholische Kulthandlungen errichtet wurden. Sie symbolisieren den kulturellen Kern und H&amp;#246;hepunkt des christlichen ...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gotische Kathedralen sind die gr&#246;&#223;ten Versammlungsgeb&#228;ude der Welt mit Raumh&#246;hen von 25 m und mehr, die von Baumeistern zwischen 1140 und ca. 1500 nach Christus f&#252;r r&#246;misch-katholische Kulthandlungen errichtet wurden. Sie symbolisieren den kulturellen Kern und H&#246;hepunkt des christlichen Abendlandes.</p>
<p>Dieser Artikel soll f&#252;r ihre Sch&#246;nheit begeistern, die historische Entwicklung der Bauformen schildern, die Einbettung in die kulturgeschichtliche Bedeutung zwischen der Romanik und der Renaissance darlegen, aber auch die Bedeutung f&#252;r die katholische Kirche, die Politik, den Handel, Malerei und Musik skizzieren.</p>
<p>Es geht dann darum, dass wir mit den neuen Medien “mit Links, Videos, Bildern etc. ganz neue intellektuelle  Inhalte schaffen k&#246;nnen als Text und maximal Bildb&#228;nde. Fu&#223;notenliteratur   kann diese Fu&#223;noten gleich als Link auf das Original schreiben”  (<a href="http://www.omnisophie.com/">Gunter Dueck</a>), so dass wir unsere Exzellenz steigern. Zum Schluss wird daher ein Projektvorschlag gemacht, wie mit neuzeitlichen Methoden, z.B. auch georeferenziert das Wissen &#252;ber gotische Kathedralen (exemplarisch f&#252;r andere Wissensgebiete) im Internet geb&#252;ndelt werden kann, um es in Schule, Hochschule und anderswo neuartig und exzellent nutzen zu k&#246;nnen.</p>
<p><span id="more-4752"></span></p>
<p><span id="more-265"> </span><span style="color: #000000; font-size: 18px; line-height: 27px;"><strong>Aufstieg zur Gotik</strong></span></p>
<p>Unter den R&#246;mern in der Kaiserzeit hatten es die Christen schwer. Sie wurden verfolgt, die R&#246;mer hatten ihre eigenen religi&#246;sen Kulte und G&#246;tter (Iupiter usw.), wie die Germanen auch (Wotan usw.), und waren nicht erpicht auf Importreligionen aus dem Morgenland. Mit Kaiser Konstantin dem Gro&#223;en &#228;nderte sich das 313 n. Chr., als in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mail%C3%A4nder_Vereinbarung">Mail&#228;nder Vereinbarung</a> Religionsfreiheit garantiert wurde.</p>
<p>W&#228;hrend des Niedergangs des r&#246;mischen Reiches<strong>, </strong>der durch die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerwanderung">V&#246;lkerwanderungen</a> zu einem Machtvakuum im Mittelmeerraum f&#252;hrt, &#252;bernahm die katholische Kirche immer mehr Institutionen des R&#246;mischen Reiches<strong>. </strong>Aus dem Pontifex Maximus des r&#246;mischen G&#246;tterkults wurde (bis heute) der oberste Machthaber der Katholiken: der Papst. Der Amtssitz Rom wurde auch &#252;bernommen sowie einige liturgische Elemente.<strong> </strong></p>
<p>Bis zur Kaiserkr&#246;nung <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_der_Gro%C3%9Fe">Karls des Gro&#223;en</a> im Jahre 800 n. Chr. haben sich die Katholiken weiterentwickelt von einer verfolgten j&#252;dischen Sekte, deren Gr&#252;nder von den R&#246;mern in Jerusalem ans Kreuz genagelt wurde, &#8211; dem standardisierten T&#246;tungswerkzeug der R&#246;mer, mit dem sie im Jahre 71 v. Chr mit 6.000 get&#246;teten Gefolgsleuten des aufst&#228;ndischen Sklaven Spartakus die Via Appia zur Abschreckung pflasterten, &#8211; zu einer kirchlichen Macht, die zwingend notwendig war zur Kr&#246;nung des Kaisers des heiligen R&#246;mischen Reiches. Zwar war Karl dann gesalbter und gekr&#246;nter Kaiser (wie auch die K&#246;nige vom Klerus gesalbt werden mussten), aber die weltliche Macht zerbr&#246;selte und verteilte sich unterhalb der K&#246;nige des Reiches auf Herz&#246;ge, Grafen und Ritter.</p>
<p>Die Grafen und Ritter setzten sich selbst als Ordnungsmacht und Grundherren ein und lie&#223;en andere Leute f&#252;r ihren Wohlstand arbeiten. Als die V&#246;lkerwanderungen nachlie&#223;en und neue Waldgebiete in Frankreich und Germanien gerodet wurden, kam es zu einer erheblichen Steigerung der Produktivit&#228;t der Landwirtschaft, die aus ihrem &#220;berschuss den Wohlstand von Klerus, Adel und Rittertum steigerte. Auch der Handel mit Gew&#252;rzen und Tuch lie&#223; den Wohlstand wachsen, wodurch die St&#228;dte aufbl&#252;hten.</p>
<p>Als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kathedrale">Kathedrale</a> bezeichnet man im Abendland die Kirche am Sitz des Bischofs, wo seine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cathedra">Cathedra</a> steht, aus der heraus er lehrt. Der Begriff wird aber nicht einheitlich gebraucht. In manchen Gegenden sagt man regionalspezifisch M&#252;nster, in manchen Sprachen lieber <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Basilika">Basilika</a> oder auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kathedrale#Dom">Dom </a>(von domus (lat.) = Haus, wobei nicht jeder Dom eine Kathedrale ist). Der Begriff <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tempel#Tempel_im_Christentum">Tempel </a>wird eher selten in der Christenheit gebraucht.</p>
<h3><strong>Hochzeit des Katholizismus in der Gotik</strong></h3>
<div id="attachment_352" class="wp-caption alignright" style="width: 242px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/MrbgHa.jpg"><img class="size-full wp-image-352" title="Traveler" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/MrbgHa.jpg" alt="" width="232" height="310" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Saal im Hochschloss der Marienburg des Deutschen Ordens in Polen (Wikipedia)</p>
</div>
<p>Nach der Jahrtausendwende verlagerte sich der Schwerpunkt des Abendlandes vom Mittelmeer weg in die n&#246;rdlicheren Teile. Handel wurde nicht nur zwischen Venedig und Genua in Richtung S&#252;den betrieben, sondern auch mit Br&#252;gge als Zentrum nach London, L&#252;beck und &#252;ber Gotland in den kalten Osten (Riga, Reval, etc.) ausgeweitet, wo die Ritter des Deutschen Ordens die Barbaren christianisierten und f&#252;r sich arbeiten lie&#223;en &#8211; wie sp&#228;ter die ostelbischen Junker (siehe auch meinen Artikel “<a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/2011/08/29/doppik/">Doppik?</a>“). Zahlreiche neue St&#228;dte wurden gegr&#252;ndet. Die Landwirtschaft wurde immer produktiver, so dass immer mehr Menschen ern&#228;hrt werden konnten, die aber nicht alle in der Landwirtschaft ben&#246;tigt wurden.</p>
<p>So wuchsen zahlreiche Ritterorden (Malteser, Johanniter, Templer, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Orden">Deutscher Orden</a>) und kirchliche Orden (Benediktiner, Dominikaner, Franziskaner, Zisterzienser, Waldenser, Katharer, usw.). Letztere lebten in Kl&#246;stern oder arbeiteten als Kanoniker an den Bischofssitzen. Dabei hatte der Klerus mehrere Finanzquellen:</p>
<ul>
<li>eigenen <strong>Grundbesitz</strong>, der durch Erbschaften auch schnell wuchs,</li>
<li><strong>Spenden von Rittern</strong>, die sich als Grundherren ohne Salbung g&#246;ttliche Gunst erkaufen wollten</li>
<li><strong>Spenden von Kaufleuten</strong>, die trotz dogmatischen Zinsverbots bei Christen und Moslems auch mehr und mehr vom Bankgesch&#228;ft lebten und gegen Zins auch Geld verliehen, die sich dann auch g&#246;ttliche Gunst durch Spenden zu kaufen suchten</li>
<li>und <strong>Spenden der einfachen Leute</strong> (Bauern, Handwerker).</li>
</ul>
<p>Durch immer tieferes Verweben mit der weltlichen Macht und bei bester Finanzlage konnte der katholische Klerus in folgenden Bereichen folgenreich wirken:</p>
<ul>
<li>der Klerus hatte das <strong>Bildungsmonopol</strong> und bestimmte, wo Schulen hin kamen und was gelehrt wurde (K&#246;nige, Herz&#246;ge, Grafen und Ritter konnten in der Regel nicht lesen und schreiben)</li>
<li>durch <strong>Inquisition</strong> und Hexenverbrennung wurde die Bev&#246;lkerung dezimiert und Ungl&#228;ubige wurden ausgerottet,</li>
<li>&#252;bersch&#252;ssige Kraft von &#252;berfl&#252;ssigen jungen Adeligen und Rittern wurde in einigen <strong>Kreuzz&#252;gen</strong> abgebaut, so dass der Klerus zu Hause schalten und walten konnte wie er wollte</li>
<li>und zur Preisung Gottes konnten am Sitz des Bischofs, wo seine Kathedra stand, eine <strong>Kathedral</strong>e errichtet werden wie sie in der Romanik nie gesehen worden war.</li>
</ul>
<div id="attachment_275" class="wp-caption alignright" style="width: 235px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/450px-CathedralSaintDenis.jpg"><img class="size-medium wp-image-275" title="450px-CathedralSaintDenis" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/450px-CathedralSaintDenis-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Kathedrale Saint-Denis (Wikipedia)</p>
</div>
<p style="text-align: left;"><strong>1140</strong> verorten viele den Beginn der Gotik, als der  Abt Suger in <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kathedrale_von_Saint-Denis">Saint-Denis</a></strong> (n&#246;rdlich von Paris) seine Kathedrale neu gestalten lie&#223;. Davon sp&#228;ter mehr. Es war in Frankreich, wo sich die Gotik ausbreitete, um nach Deutschland und England zu finden, um sich dann auch im S&#252;den nach Italien, Spanien und Portugal auszubreiten. Es war das erste Mal, dass ein einheitlicher Baustil sich &#252;ber ganz Europa verbreitete, ohne die Koordination der weltlichen Macht. Auch der Papst verlagerte seinen Sitz in der Gotik f&#252;r mehrere Jahrhunderte nach Avignon in Frankreich. In der N&#228;he von Carcassonne w&#252;teten schlimme “Ketzer”-Verfolgungen und -Vernichtungen. In schnellem Wettbewerb schossen hoch aufragende Kathedralen in den Bischofssitzen in die Luft, die das Landschaftsbild pr&#228;gten. Der Katholizismus war auf der H&#246;he seiner Macht. Europa zeigte sich erstmals durch eine einheitliche Religion und einen einheitlichen Baustil.</p>
<h3><strong>Ver&#228;nderung des Katholizismus</strong></h3>
<p>1342 klopfte &#252;ber Schiffe kommend die Pest in Europa an und dezimierte die Bev&#246;lkerung. F&#252;r den Katholizismus aber waren schlimmer die inneren Reibereien ab ca. 1500<strong>. </strong>Zwar wuchs die Zahl der Katholiken durch milit&#228;rische Erbeutungen Spaniens und Portugals in der Neuen Welt in S&#252;damerika schnell und hatte K&#246;nigin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Isabella_I._von_Kastilien">Isabella I. von Kastilien</a> durch die brutale Vertreibung von Moslems und Juden (die Asyl in der T&#252;rkei in Istanbul bei den Moslems fanden)  sowie gnadenlose Inquisition die spanische Monarchie auf fundamentalistischen Katholizismus getrimmt, aber das himmlische Reich zerbrach.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_VI.">Papst Alexander VI.</a> (ein spanischer Borgia) fr&#246;hnte mit mindestens vier von ihm gezeugten Kindern (u.a. Lucrezia) weltlicher Lust, war Kriegsherr und auch weltlicher F&#252;rst. In den Gauen brodelte es: in Florenz gelang es dem fundamentalistischen Dominikaner <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Girolamo_Savonarola">Girolamo Savonarola</a>, der zur&#252;ck zu den Werten der Bibel wollte, die Bankiersfamilie Medici zu vertreiben, wurde aber von Alexander VI. seinerseits wieder bek&#228;mpft und als Ketzer 1498 hingerichtet.</p>
<div id="attachment_271" class="wp-caption alignright" style="width: 208px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Muenster_Lamberti_Koerbe_64281.jpg"><img class="size-full wp-image-271" title="Muenster_Lamberti_Koerbe_6428" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Muenster_Lamberti_Koerbe_64281.jpg" alt="" width="198" height="297" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">K&#228;fige der Wiedert&#228;ufer an der Lamberti-Kirche M&#252;nster (R&#252;diger W&#246;lk)</p>
</div>
<p>In <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%A4uferreich_von_M%C3%BCnster">M&#252;nster/Westfalen &#252;bernahmen in den 1530er Jahren die Wiedert&#228;ufer</a> (Jan van Leiden aus Holland, Bernd Knipperdolling und Bernd Krechtig) die Macht, errichten als katholische Fundamentalisten eine neue Herrschaft nach altem Ritus, wobei die dramatische Differenz zwischen ideologischem Anspruch und pragmatischer Ausf&#252;hrung erheblich an die DDR in Wandlitz erinnert. (Siehe auch den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kristus_%28Schneider%29">Roman Kristus</a> von Robert Schneider: “Das anf&#228;nglich als Gottesstaat von Gleichheit und Gerechtigkeit intendierte K&#246;nigreich geriet zur gewaltt&#228;tigen Despotie”). Franz Graf von Waldeck, weltlicher Herr und Bischof von M&#252;nster und Osnabr&#252;ck  bereitete dem Spuk ein Ende und die Katholiken echauffierten sich (statt den Herrn zu preisen). In Bad Iburg h&#228;ngten sie die Leichen der R&#228;delsf&#252;hrer an der ab 1345 gebauten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/St._Lamberti_%28M%C3%BCnster%29">hochgotischen Lamberti-Kirche </a>in K&#228;figen zur Abschreckung auf &#8211; dort sind die K&#228;fige heute noch zu finden (siehe <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Muenster_Lamberti_Koerbe_6428.jpg&amp;filetimestamp=20060512155703">Foto von R&#252;diger W&#246;lk aus M&#252;nster</a>).</p>
<div id="attachment_351" class="wp-caption alignright" style="width: 184px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/300px-RathausM&#252;nster.jpg"><img class="size-full wp-image-351" title="300px-RathausM&#252;nster" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/300px-RathausM&#252;nster.jpg" alt="" width="174" height="342" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Rathaus M&#252;nster (Wikipedia)</p>
</div>
<p>Luther in Wittenberg war erz&#252;rnt, als er die Finanzierung des Petersdoms durch einen Ablasshandel in Rom wahrnahm (und dennoch f&#252;r seinen Vater bezahlte).  Er wollte das Christentum aus dem Prunk und der Pracht wieder  zu Bescheidenheit und Demut zur&#252;ckf&#252;hren. Die Christen zerfielen in zwei  gro&#223;e Fraktionen: im 17. Jahrhundert bek&#228;mpfte man sich im Drei&#223;igj&#228;hrigen Krieg bis aufs Blut und endete im Westf&#228;lischen Frieden 1648 mit einer Trennung von Kirche und Staat. Im 19. Jahrhundert verringerte Napoleon das Verm&#246;gen der Christen durch diverse S&#228;kularisierungsprozesse erheblich.</p>
<p>Im 21. Jahrhundert sind von den 80 Mio. Deutschen noch 30 Mio. Katholiken und davon sind 10%, also 3 Mio., regelm&#228;&#223;ige Kirchg&#228;nger. Heute betreiben einige Bist&#252;mer R&#252;ckbau. Zu gro&#223;en Kathedralen reicht es in Europa nicht mehr und den Kirchen f&#228;llt es schwer, die prachtvollen Bauwerke zu erhalten. Das war in der Gotik v&#246;llig anders.</p>
<h3><strong>Bauformen der Kathedralen</strong></h3>
<p>Abt Suger in Saint Denis (n&#246;rdlich von Paris in der Île de France) gab 1140 eine neue Kathedrale in Auftrag. Dabei sollte die eher plumpe romanische Architektur mit dicken Mauern, kleinen Fenstern und recht niedrigen Decken aufgebrochen werden. Die Kathedrale sollte mehr in die christliche Theologie gestellt werden. Der Bau sollte aufw&#228;rts zum neuen Jerusalem im Himmel streben und Licht sollte in die Kirche fluten und die Gl&#228;ubigen erleuchten. Der Bau sollte in den Himmel streben.</p>
<p>Daf&#252;r bedurfte es v&#246;llig neuer Techniken, um 20-25 m hohe Hauptschiffe zu bauen. Trotz zunehmender H&#246;he mussten die Mauern geschw&#228;cht werden, damit gro&#223;e Fenster das Tageslicht einlassen konnten. Die Architekten, die sich aus den Baumeistern rekrutierten, mussten ihre Erfahrung erweitern, um solche nie gekannten H&#246;hen zu erreichen. Zwar waren die Baumeister in Mathematik geschult, inbesondere der Geometrie. Aber einerseits fand die arabische Algebra nur schleppend den Weg in die Christenheit und andererseits konnte die Statik noch nicht errechnet werden, da Newton erst viel sp&#228;ter die Naturgesetze formulierte. Doch mit aristotelisch geschultem Verstand wagten sich die Baumeister an die gro&#223;en Herausforderungen.</p>
<p>Deutlichstes Merkmal gotischer Bauweise sind die spitzwinkligen Fenster, die aus der Konstruktion zweier Kreisb&#246;gen resultieren, die tragf&#228;higer sind als der romanische Rundbogen. Ineinander laufende Kreisb&#246;gen finden sich auch im Gew&#246;lbe und im Ma&#223;werk der Fenster. Sie bieten h&#246;here Standfestigkeit und pr&#228;gen die gotische &#196;sthetik.</p>
<p>Ihren Namen bekam die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gotik">Gotik</a> in der Renaissance durch den italienischen Kunsttheoretiker <a title="Vasari" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vasari">Giorgio Vasari</a>. In alter r&#246;mischer Arroganz sprach er undifferenziert &#252;ber die Barbaren “trans alpina” (Jenseits der Alpen). Die Goten waren eines der V&#246;lker, die w&#228;hrend der V&#246;lkerwanderung die Italien begl&#252;ckten, hatten aber mit den Kunstformen, die sich im 12.ten Jahrhundert in der <a title="Île-de-France" href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%8Ele-de-France">Île-de-France</a> entwickelten &#252;berhaupt nichts zu tun.</p>
<p><strong>Grundrisse und Fassaden</strong></p>
<p>In der Gotik wurde die Kathedrale eine Verbildlichung der christlichen Ideenwelt des Neuen Testamentes. Zun&#228;chst muss die Kirche in Ost-Westrichtung ausgerichtet sein. Im Osten steht der Altar und ist umgeben von einem Chor. Im Hauptschiff versammelt sich die Gemeinde und im Westen tritt sie durch drei Pforten (wegen der Dreifaltigkeit) ein. In der Regel findet man an der Pforten auch T&#252;rme die bis zu &#252;ber 100 m in den Himmel ragen. In Nords&#252;d-Richtung sind ein oder mehrere Querschiffe eingelassen, so dass sich ein Kreuz ergibt. Das Hauptschiff kann durch Nebenschiffe erg&#228;nzt werden. Der K&#246;lner Dom hat f&#252;nf Schiffe. Dadurch ergeben sich gen&#252;gend Fl&#228;chen f&#252;r k&#246;nigliche Grablegungen und Seitenkapellen, in denen bei hohem Verkehr mehrere Messen gleichzeitig gefeiert werden.</p>
<p>Man darf sich gotische Kathedralen nicht leer und verlassen wie heute vorstellen. Damals gab es weder Rath&#228;user noch Opern oder Theater. Die Kathedrale war der gesellschaftliche Mittelpunkt der Stadt, in dem sich Liturgie, Handel und Bankgesch&#228;fte abspielten, wie schon von Jesus berichtet wurde, als er die Geldwechsler aus dem Tempel warf.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_277" class="wp-caption aligncenter" style="width: 872px;">
<p><strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Grundrisse-Fassaden1.jpg"><img class="size-full wp-image-277" title="Grundrisse-Fassaden" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Grundrisse-Fassaden1.jpg" alt="" width="862" height="674" /> </a></strong></p>
<p><strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Grundrisse-Fassaden1.jpg"> </a></strong><strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Grundrisse-Fassaden1.jpg"></a></strong><strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Grundrisse-Fassaden1.jpg"></a></strong></p>
<p class="wp-caption-text">Grundrisse und Fassaden gotischer Kathedralen</p>
</div>
<p>&#220;ber dem Hauptportal fand sich meist eine Rosette, die an der Westseite Licht in das Mittelschiff einstr&#246;men lie&#223; und deren Symbolik als Rose auf die Jungfrau Maria hinwies.</p>
<p><strong>Hauptschiffe und Ch&#246;re</strong></p>
<p>Wenn der Gl&#228;ubige im Westen durch das Portal schritt, sah er im Osten im Hauptschiff den lichtdurchfluteten Chor mit dem Altar. Rund um den Chor waren fast keine Mauern, sondern nur Fenster. Die Fenster &#252;ber dem Mittelschiff und das Gew&#246;lbe gaben dem hoch aufstrebenden Geb&#228;ude ein fast graziles Aussehen, als wenn man mit Leichtigkeit in den Himmel zum neuen Jerusalem streben k&#246;nnte. Auch heute ist es noch v&#246;llig ungew&#246;hnlich, Versammlungsgeb&#228;ude von 25 m Raumh&#246;he und h&#246;her zu haben. Griechische und r&#246;mische Tempel war meist nicht h&#246;her als 10-15 m im Versammlungsraum<strong>, </strong>bis auf das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pantheon_%28Rom%29">Pantheon</a> in Rom mit 42 m lichter H&#246;he in die Kuppel hinein.<strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_282" class="wp-caption aligncenter" style="width: 895px;">
<p><strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Hauptschiffe.jpg"><img class="size-full wp-image-282" title="Hauptschiffe" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Hauptschiffe.jpg" alt="" width="885" height="639" /></a></strong></p>
<p class="wp-caption-text">Hauptschiffe und Ch&#246;re</p>
</div>
<p>Schon der Weg vom Hauptportal zum Altar und zum Chor hin war ein liturgischer Akt, der zum Licht hin f&#252;hrte. Die anmutige H&#246;he verst&#228;rkte den erhabenen Effekt, durch Architektonik in den Himmel zu streben. In der zweiten H&#228;lfte der Gotik kamen auch mystische Effekte hinzu. Der Bauk&#246;rper bestand aus (meist hellem) Naturstein aus der jeweiligen Gegend. Neuere Forschungen in der Île de France haben ergeben, dass die W&#228;nde au&#223;en und innen wie griechische und r&#246;mische Tempel angemalt waren. Ocker die Steine, die Fugen heller. Im norddeutschen Raum mangelte es an tragfestem Naturstein (Kalkstein, Sandstein). Deshalb findet man hier die sogenannte Backsteingotik, die gebrannt Tonziegel verwendete mit Ton, den man auch im m&#228;rkischen Sand fand.</p>
<div id="attachment_306" class="wp-caption aligncenter" style="width: 1063px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/votivkirche71.jpg"><img class="size-full wp-image-306" title="votivkirche7" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/votivkirche71.jpg" alt="" width="1053" height="707" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Votivkirche Wien &#8211; Chor im Osten (links) und Portal im  Westen mit Rosette (rechts)</p>
</div>
<p><strong>Fenster und Ma&#223;werk</strong></p>
<p>In den Fenstern erschufen die Baumeister zwei neue Kunstformen. Zum einen wurden die Fenster verglast. Anfangs wirkte man mit buntem Glas Figuren aus dem Neuen Testament ein, sp&#228;ter lie&#223;en sich auch G&#246;nner und Spender verewigen. Manche Fenster (und W&#228;nde) sind &#252;ber die Jahrhunderte nachgedunkelt, so dass der helle, Licht spendenden Eindruck gemindert wurde. Zum anderen wurde in die Fenster geometrisches Ma&#223;werk eingewirkt. Neben M&#246;rtel wurde zum Verbinden der Einzelteile Eisend&#252;bel verwendet, die mit Blei ausgegossen wurden. Die Figuren basierten aus harmonischen Geometrien, die die Handwerker  sich im Studium der Mathematik der Griechen und Araber, was selten zum Kanon der katholischen Schulen und Hochschulen geh&#246;rte.<strong> </strong></p>
<p>Die  Architektur basierte zwar auf Zeichnungen, aber nicht auf ma&#223;stabsgetreuen Baupl&#228;nen. Die Handwerker hatten erheblich Kopfarbeit zu leisten. Mittels Schablonen erleichterten sie den Serienbau, schufen mit vorgefertigten Einzelteilen komplexe Geometrien und gingen sogar so weit, schon im Steinbrauch mit Schablonen Einzelteile vorzufertigen. Hier finden sich erst industrielle Fertigungstechniken, die sich im Laufe der Gotik perfektionierten, als Kathedralen in Serie gebaut wurden.<strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_281" class="wp-caption aligncenter" style="width: 912px;">
<p><strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Masswerk.jpg"><img class="size-full wp-image-281" title="Masswerk" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Masswerk.jpg" alt="" width="902" height="660" /></a></strong></p>
<p class="wp-caption-text">Fenster und Ma&#223;werk</p>
</div>
<p>Die Gew&#246;lbe wurden aus Kreuzrippen ausgepr&#228;gt, bei denen zun&#228;chst die zusammenlaufenden Rippen gemauert wurden und dann die Fl&#228;chen dazwischen. Im Laufe der Zeit kamen immer feinere Ornamente zum Einsatz wie z.B. der Perpendicualar Style der S&#228;ulen im Braunschweiger Dom.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Strebewerk</strong></p>
<p>Da die tragenden Mauern d&#252;nner als in der Romanik wurden und durch viele Fenster durchbrochen waren, mussten die Dachlasten anders abgef&#252;hrt werden. Die Schubkr&#228;fte, die sich aus Gew&#246;lbe und Dach ergaben, wurden in seitliches <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Strebewerk">Strebewerk</a> abgeleitet.<strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_283" class="wp-caption aligncenter" style="width: 868px;">
<p><strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Strebewerk.jpg"><img class="size-full wp-image-283" title="Strebewerk" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Strebewerk.jpg" alt="" width="858" height="643" /></a></strong></p>
<p class="wp-caption-text">Strebewerk (Wikipedia)</p>
</div>
<p>Nur sehr wenige Kathedralen st&#252;rzten je ein. Im Gegenteil: anders als Schrottbauwerke der Neuzeit wie der Palast der Republik, das ICC oder der Steglitzer Kreisel in Berlin, die schon nach 30 Jahren Standzeit abri&#223;reif und sanierungsbed&#252;rftig waren, haben gotische Kathedralen jetzt schon Standzeiten  von bis zu 870 Jahren erreicht.</p>
<div id="attachment_302" class="wp-caption aligncenter" style="width: 318px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/votivkirche3.jpg"><img class="size-full wp-image-302" title="votivkirche3" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/votivkirche3.jpg" alt="" width="308" height="373" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Wasserspeier, Fialen und Strebewerk an der Votivkirche Wien</p>
</div>
<p>Im oberen Bereich des Strebewerkes wurden auch zahlreiche Verzierungen eingebracht. Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserspeier">Wasserspeier</a>, die das Regenwasser des Daches abf&#252;hrten, wurden meist als gruselige Monster aus der Apokalypse, der geheimen Offenbarung des Johannes, entnommen (sehr sch&#246;n an der Kathedrale <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/La_Seu">La Seu in Palma de Mallorca</a>).</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Skulpturen</strong></p>
<div class="mceTemp" style="text-align: left;">
<dl id="attachment_288" class="wp-caption  alignright" style="width: 232px;">
<dt class="wp-caption-dt"><strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/434px-Notre_dame_paris4.jpg"><img class="size-full wp-image-288" title="434px-Notre_dame_paris4" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/434px-Notre_dame_paris4.jpg" alt="" width="222" height="306" /></a></strong></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Skulpturen an der Pforte Notre Dame Paris (Wikipedia) </dd>
</dl>
</div>
<p>Als weitere Verzierung wurden zahlreiche Skulpturen, insbesondere an den Portalen, angebracht.<strong> </strong>In<strong> </strong>der Anfangszeit<strong> </strong>zeigten sie Figuren aus der christlichen Ideenwelt: Personen, Engel, Fabelwesen. Sp&#228;ter kamen auch noch Darstellungen von Personen des Klerus oder der<strong> </strong>stiftenden Adeligen oder B&#252;rger hinzu. Mit zunehmendem Selbstbewusstsein kam es auch dazu, das sich die K&#252;nstler selbst verewigten. Stand am Anfang noch ein Einfluss byzantinischer Vorbilder, wurde gegen Ende der Gotik der Weg zur realistischen Darstellung des Menschen in der Renaissance frei.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_301" class="wp-caption alignright" style="width: 229px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/votivkirche4.jpg"><img class="size-full wp-image-301" title="votivkirche4" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/votivkirche4.jpg" alt="" width="219" height="329" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Skulpturen Votivkirche Wien</p>
</div>
<p style="text-align: left;">In der sp&#228;ten Gotik wurde auch der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kontrapost">Kontrapost</a> in Skulpturen wieder eingef&#252;hrt, den schon die Antike kannte. Dabei wird auf einem Bein gestanden, mit dem anderen “gespielt”. “Gegen&#252;ber den eher statisch wirkenden Skulpturen fr&#252;herer Epochen gelang  es mit dem Kontrapost, zugleich Last und Unbeschwertheit, Ruhe und  Bewegung sowie Gebundenheit und Freiheit des menschlichen K&#246;rpers  auszudr&#252;cken. ” (Wikipedia)</p>
<p><strong>Profane Gotik-Bauwerke</strong></p>
<p><strong><span style="color: #444444; font-weight: normal;">In den Stadtstaaten der Toskana und in Umbrien kamen mit dem Wandel des Schwerpunktes vom Klerus zum B&#252;rgertum profane Bauwerke auf. 1296 entstand der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Palazzo_dei_Priori">Palazzo dei Priori</a> in Perugia, 1297 den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Palazzo_Pubblico_%28Siena%29">Palazzo Pubblico</a> in Siena, 1299 den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Palazzo_Vecchio">Palazzo Veccio</a> in Florenz. F&#252;r Kundgebungen und Empf&#228;nge der Republik Florenz  baute man sich 1376 die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Loggia_dei_Lanzi">Loggia dei Lanzi</a>, 1377 in Br&#252;gge das <a href="http://de.structurae.de/structures/data/index.cfm?id=s0013059">Rathaus</a>, 1380 La Llotja in Barcelona, 1384 in Bologna der <a href="http://www.trivago.de/bologna-45358/gebaeude/palazzo-della-mercanzia-806801">Palazzo della Mercanzia</a>, 1386 in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Palace_of_Poitiers">Poitiers den Justizpalast</a> in gotischem Stil.</span></strong></p>
<p>In einigen Gegenden hat sich die Begeisterung f&#252;r die Gotik sehr lange gehalten. In Wien wurden noch im 19. Jahrhundert im neugotischem Stil die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Votivkirche_(Wien)">Votiv-Kirche</a> und das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Rathaus">Rathaus</a> gebaut.<strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_331" class="wp-caption aligncenter" style="width: 1017px;">
<p><strong><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/RathausWien3.jpg"><img class="size-full wp-image-331" title="RathausWien3" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/RathausWien3.jpg" alt="" width="1007" height="724" /></a></strong></p>
<p class="wp-caption-text">Rathaus Wien</p>
</div>
<p>Eines der sch&#246;nsten gotischen Profanbauwerke ist der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dogenpalast">Dogenpalast</a> in Venedig.</p>
<div id="attachment_342" class="wp-caption aligncenter" style="width: 404px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/DSC00427.jpg"><img class="size-full wp-image-342" title="DSC00427" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/DSC00427.jpg" alt="" width="394" height="295" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Dogenpalast in Venedig &#8211; Vorn: Der S&#252;ndenfall von Adam und Eva</p>
</div>
<p><strong>Malerei</strong></p>
<p>Auch die Malerei erfuhr in der Zeit der Gotik einen dramatischen Wandel. So gab es zur Jahrtausendwende fast nur Darstellungen, die auf byzantinischer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ikonografie">Ikonographie</a> fu&#223;ten. Die Objekte waren alle aus der biblischen Geschichte. Sie waren nicht realistisch dargestellt, sondern funktional. Sie hatten eine zu entschl&#252;sselnde Bedeutung. Im Katholizismus war es im Gegensatz zum Judentum auch erlaubt, Gott selbst darzustellen, so dass zahlreiche Bildnisse eines &#228;lteren Herrn mit wei&#223;em Bart entstanden.</p>
<p>Die Bedeutung von Licht und Farbe in den Bildern &#228;nderte sich hin zu hellem Licht und kr&#228;ftigen, symbolischen Farben (siehe auch Umberto Eco: <a href="http://www.amazon.de/Die-Geschichte-Sch%C3%B6nheit-Umberto-Eco/dp/3423343699/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1318412633&amp;sr=8-1">Die Geschichte der Sch&#246;nheit</a>. Kapitel IV: Licht und Farbe im Mittelalter).</p>
<p>Der ber&#252;hmteste Maler dieser Zeit war der Florentiner <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Giotto">Giotto</a> (1266-1337), der zwar noch weiter religi&#246;se Motive malte, aber bei Farbe und Perspektive neue Wege schuf.</p>
<div id="attachment_339" class="wp-caption aligncenter" style="width: 324px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Giotto_-_Legend_of_St_Francis_-_-10-_-_Exorcism_of_the_Demons_at_Arezzo.jpg"><img class="size-full wp-image-339" title="Giotto_-_Legend_of_St_Francis_-_-10-_-_Exorcism_of_the_Demons_at_Arezzo" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Giotto_-_Legend_of_St_Francis_-_-10-_-_Exorcism_of_the_Demons_at_Arezzo.jpg" alt="" width="314" height="344" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Giotto: Exorzismus der D&#228;monen (Wikipedia)</p>
</div>
<p>Da als Auftraggeber zunehmend M&#228;zene wie Adelige, Ritter oder Kaufleute auftraten, entwickelte sich das Bed&#252;rfnis, nicht nur biblische Gestalten darzustellen, sondern auch die M&#228;zene. Erst eingebaut in biblische Szenen, sp&#228;ter davon losgel&#246;st.</p>
<p>Gegen Ende der Gotik klopfte dann immer mehr die Renaissance an und man wandte sich von der biblischen Darstellung zur Darstellung der realen Menschen, dann auch in perspektivischer Darstellung, die zunehmen realistisch wurde, wie man z.B. bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michelangelo">Michelangelo</a> und sp&#228;ter bei  <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michelangelo_Merisi_da_Caravaggio">Caraveggio</a> sehen kann.</p>
<p><strong>Musik</strong></p>
<p>Um 1000 n. Chr. herum beherrschten einstimmige <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gregorianischer_Choral">gregorianische Chor&#228;le</a> den liturgischen Gesang in Klosterkirchen und Kathedralen. In der gotischen Zeit wurden die gregorianischen Chor&#228;le mehrstimmig (und im Zivilleben kamen die Minnes&#228;nger auf).</p>
<div id="attachment_348" class="wp-caption alignright" style="width: 262px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/IMG_11771.jpg"><img class="size-full wp-image-348" title="IMG_1177" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/IMG_11771.jpg" alt="" width="252" height="338" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Neue Orgel von 1991 im Stephansdom in Wien</p>
</div>
<p>In der Gotik fanden erste Orgeln ihren Weg in die Kathedralen. Karl der Gro&#223;e hatte in der Romanik Orgeln mit Blockwerken (alle T&#246;ne einer Art gleichzeitig ohne Register) eingef&#252;hrt, die dann bis zur Fr&#252;hrenaissance ausreiften.</p>
<p>Manche gehen so weit zu sagen, dass sich Architektur und Musik gegenseitig bedingen. “Gotische Kathedralen und Klosterkirchen zeigen musikalische Zahlenverh&#228;ltnisse in den Hauptma&#223;en von Grundriss und Fassade” hei&#223;t es in “<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Musik_und_Architektur">Musik und Architektur</a>” in Wikipedia dazu. Umberto Eco f&#252;hrt dazu aus, dass schon <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pythagoras">Pythagoras</a> bei den Proportionen mathematische Beziehungen der Tonh&#246;hen als Ma&#223; f&#252;r das Sch&#246;ne untersuchte, was <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Boethius">Boethius</a> im 6. Jahrhundert in das Mittelalter brachte.</p>
<p>Mit Chor und Orgel kann dann gro&#223;en liturgischen Ereignissen ein w&#252;rdiger Rahmen gegeben werden.  Noch heute sind Orgelwerke von Bach (z.B. 8.10.2011 im <a href="http://www.stephanskirche.at/index.jsp?menuekeyvalue=2&amp;langid=1">Stephansdom </a>in Wien) oder Requiems von Mozart  (31.10.11 Stephansdom), Brahms (29.10.11 im Stephansdom) oder Haydn in einer Kathedrale absolute H&#246;hepunkte abendl&#228;ndischer Hochkultur, die der gotischen Pracht zur vollen Entfaltung verhelfen.</p>
<h3><strong>W&#252;rdigung</strong></h3>
<p>Die Architektur der gotischen Kathedrale markiert symbolisch den H&#246;hepunkt des christlichen Abendlandes. Der Katholizismus hatte in den Jahren 1140 bis 1500 seine Bl&#252;tezeit. Die Entwicklung wurde nicht gepr&#228;gt im Mittelmeerraum durch Pal&#228;stina, Griechenland, Rom) sondern im Kernland Europas: Frankreich, Deutschland, England, Italien. In mehreren Phasen perfektionierten sich unterschiedliche Nuancen:</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<th></th>
<th>Fr&#252;hgotik</th>
<th>Hochgotik</th>
<th>Sp&#228;tgotik</th>
</tr>
<tr>
<td><em>Frankreich</em></td>
<td>1140–1200</td>
<td>1200–1350</td>
<td>1350–1520</td>
</tr>
<tr>
<td><em>Italien</em></td>
<td>seit 1200</td>
<td></td>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td><em>England</em></td>
<td>1170–1250</p>
<p><small><em>Early English</em></small></p>
<p><small> </small><small></small></td>
<td>1250–1350</p>
<p><small><em>Decorated</em></small></p>
<p><small> </small><small></small></td>
<td>1350–ca. 1550</p>
<p><small><em>Perpendicular,</em></small></p>
<p><small><em> </em></small><small><em>Flamboyant</em></small></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Deutschland</em></td>
<td>1220–1250</td>
<td>1250–1350</td>
<td>1350–ca. 1520/30</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p id="firstHeading">Anders als im R&#246;mischen Reich, wo durch eine zentrale politische Macht alle eroberten St&#228;dte nach gleichem zentralen Stil errichtet wurden (man denke an K&#246;ln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium) oder gar an Karthago, dessen punischer Kern vollst&#228;ndig zerst&#246;rt wurde, um eine r&#246;mische Stadt zu bauen), wurde in der Gotik in ganz Europa unabh&#228;ngig vom politischen Herrscher aufgrund einer Weltanschauung in einem einheitlichen Stile Kathedralen gebaut, die als Bischofssitz den Ortskern und das st&#228;dtische Leben pr&#228;gten. Die Gotik fand im Mittelalter auch nur in Europa statt. Sie ist der Ausgangspunkt f&#252;r das europ&#228;ische Denken, das in der Renaissance gro&#223;e Teile der Welt eroberte.</p>
<h3><strong>Projektvorschlag</strong></h3>
<p>Die Zeit, in der die katholische Kirche in Europa reale Kathedralen baute, ist vorbei. Heutige Kathedralen werden virtuell im Internet gebaut. Sie m&#246;gen Wikipedia, Facebook, Google, Youtube oder Ebay hei&#223;en. Es sind ebenfalls brillante Erfindungen, die f&#252;r den gr&#246;&#223;ten Teil der Menschheit kulturbestimmend sind. Aber wenn wir uns fragen, ob wir uns umfassend im Internet z.B. &#252;ber die Gotik informieren k&#246;nnen, so stellen wir einerseits fest, dass wir eine F&#252;lle von Material wie in einer Bibliothek finden, aber keine Themenschwerpunkte.</p>
<p><a href="http://www.omnisophie.com/">Gunter Dueck</a>, fr&#252;herer CTO bei der IBM und Professor f&#252;r Mathematik, sagte in vielen Vortr&#228;gen, dass wir trotz guter Erfolge noch lange nicht mit dem Internet machen k&#246;nnen, was m&#246;glich w&#228;re. Wenn in der Schule Themen wie Shakespeare oder Goethe behandelt werden, lehren wir nach alter V&#228;ter Sitte: Reclam-Heft und als Interpretation sollte man sehr genau die Meinung des Lehrers beobachten, wenn man ein Numerus-Clausus-Fach studieren will.</p>
<p>Wir k&#246;nnten das genau so gut auch machen, dass wir von Goethe alle m&#246;glichen Originaltexte (eingescannt), &#220;bersetzungen, Kommentare, Verfilmungen, Vertonungen und Material &#252;ber den kulturellen Hintergrund sammelten und im Internet an einer Stelle bereitstellen, damit Schulklassen in einem Shakespeare-Projekt ihre Exzellenz und emotionale Intelligenz im Team sch&#228;rfen k&#246;nnen.</p>
<p>Es geht darum, das wir mit den neuen Medien “mit Links, Videos, Bildern etc. ganz neue intellektuelle Inhalte schaffen k&#246;nnen als mit Text und maximal Bildb&#228;nden. Fu&#223;notenliteratur  kann diese Fu&#223;noten gleich als Link auf das Original schreiben.” (Dueck).</p>
<p id="watch-headline-title">In dem Vortrag “Bildung und Mensch im digitalen Zeitalter” erl&#228;utert Gunter Dueck seine Kritik am deutschen Bildungssystem, das im Internet noch nicht angekommen ist, und zeigt Wege zur Exzellenz (23 Minuten, auf das Bild klicken zum Abspielen oder hier <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Optk-gYgFo8">http://www.youtube.com/watch?v=Optk-gYgFo8</a> suchen, Goethe ab 7:45 min):</p>
<div id="attachment_309" class="wp-caption aligncenter" style="width: 363px;">
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=Optk-gYgFo8"><img class="size-full wp-image-309" title="Dueck" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Dueck.jpg" alt="" width="353" height="325" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">YouTube-Video Gunter Dueck (genannt wilddueck)</p>
</div>
<p>Dieses Bereitstellen m&#246;chte ich gerne exemplarisch an der Thematik Gotik in einem Projekt mit einem Internetportal machen. Wie soll das aussehen?</p>
<p>Zun&#228;chst einmal stelle ich mir vor, dass wir auf einer Landkarte alle bedeutenden gotischen Bauwerke einzeichnen. Gut w&#228;re Google Maps oder Bing Maps, besser eine Integration in Google Earth™. OpenStreetMaps w&#228;re zweite Wahl, da dort weniger Funktionalit&#228;ten und Zusatznutzen vorliegen. Vom Interface her k&#246;nnte das so aussehen, wie in schon in dem Artikel “<a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/2011/08/14/die-welt-mit-google-earth-erforschen/">Mit Google-Earth™ die Welt erforschen</a>” beschrieben haben:</p>
<div id="attachment_324" class="wp-caption aligncenter" style="width: 1061px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/GoogleEarth.jpg"><img class="size-full wp-image-324" title="GoogleEarth" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/GoogleEarth.jpg" alt="" width="1051" height="750" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">Interface von Google Earth</p>
</div>
<p>In der Mitte findet man das geografische Gebiet, das einen interessiert. Links kann man Themen selektieren. Hier k&#246;nnte man Themen wie Gotik, Romanik oder Renaissance oder Goethe, Shakespeare oder Aristoteles selektieren (wenn es Sinn macht). Oben ist der Zeitschieberegler wie bei einem Video. In der Gotik k&#246;nnte ich im Jahre 1140 anfangen und dann automatisch wie in einem Video oder von Hand zeigen lassen, wie die Gotik sich in Europa ausgebreitet hat.</p>
<p>An jedem Fundort kann ich dann das Fundobjekt anklicken und erhalte eine Webseite mit allen zur Verf&#252;gung f&#252;r das Objekt stehenden Daten. Hier kommt dann der multimediale Aspekt &#252;ber Wikipedia hianus zum Tragen. Was soll dann angezeigt werden?</p>
<ul>
<li>Nat&#252;rlich Open Data auch aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite">Wikipedia</a></li>
<li>Andere Texte zum Internet wie dieser &#252;ber den Kirchenbau aus Tschechien: <a href="http://www.volny.cz/architektura/arch3.htm">Die gotische Kathedrale</a></li>
<li>Freie Fotos auch aus <a href="http://www.panoramio.com/">Panoramio</a>, die ja heute schon in Google Maps und Earth™ georeferenziert sind</li>
<li>Google Maps und Earth, nat&#252;rlich nicht nur Satellitenaufnahmen, sondern auch 3D-Modelle und 3D-Fotografien (wie zum Beispiel bei der Kathedrale des Meeres in Barcelona in den Artikel “<a href="../2011/08/14/die-welt-mit-google-earth-erforschen/">Mit Google-Earth™ die Welt erforschen</a>“</li>
<li>Touristische Informationen (Wann ist die Kirche auf zur Besichtigung?)</li>
<li>Sachb&#252;cher zum Thema (siehe Literaturverzeichnis)</li>
<li>Belletristik zum Thema (siehe Literaturverzeichnis)</li>
<li>Wissenschaftliche Literatur zum Thema aus den Bereichen Architektur, Bauwissenschaft, Kunst, Theologie, Philosophie, Musik, … <em>(obwohl es hier besonders schwierig ist, da die Wissenschaft noch nicht in der Wissensgesellschaft des Internets angekommen ist. Immer noch stehen Ver&#246;ffentlichungen im Printbereich im Vordergrund wegen der Citations (obwohl in der Regel die Verlagsvertr&#228;ge der kommerziellen Ausbeutung &#246;ffentlich finanzierter Forschung Zweitver&#246;ffentlichungen nicht ausschlie&#223;en, findet man so gut wie keine wissenschaftlichen Ver&#246;ffentlichungen und schon gar nicht hochschul&#252;bergreifende thematische Sammlungen im Internet)</em></li>
<li>Filme und Audiodateien wie sie zum Beispiel geb&#252;hrenfinanzierte von den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten von ARD, ZDF, ARTE (siehe zum Beispiel <a href="http://videos.arte.tv/de/videos/kathedralen_wunderwerke_der_gotik_definition_der_kathedrale-3842488.html">Kathedralen – Wunderwerke der Gotik</a> oder <a href="http://www.youtube.com/watch?v=YSSLIyYlO7g&amp;feature=related">Europa im Mittelalter 2 – St&#228;dte und Kathedralen</a>). Hier wird man vielleicht das Urheberrecht anpassen m&#252;ssen, damit &#246;ffentlich finanzierte Werke auch wie in den USA in die Public Domain gestellt werden. Interessant ist da der Ansatz der TU Delft, die ganze Vorlesungen in YouTube einstellt, siehe z.B. <a href="http://www.youtube.com/user/tudelft">TU Delft</a> OpenCourseWare <a href="http://www.youtube.com/watch?v=k_OrwUTB2m0&amp;NR=1">Bouwkunde BK1030 – Grote gotische kathedralen (college 6, deel 1)</a>. Aber auch andere Filme in YouTube (siehe zum Beispiel <a href="http://www.youtube.com/watch?v=YQvd6in8xqw">Film &#252;ber Saint-Denis</a>) sind hinzuzuf&#252;gen.</li>
<li>Zu &#252;berlegen  sind offene Annotationen von Benutzern (wie man sie von <a href="http://www.qype.com/">Qype</a> kennt).</li>
</ul>
<p>Eine m&#246;gliche IT-Architektur kann dann so aussehen, dass man eigene und  fremde Daten in einem Datawarehouse sammelt und dann mittels eines APIs  auf Geodarstellungen (Satellitenfotos, Karten, usw.) anzeigt und sie  “anklickbar” macht zur Darstellung von Daten in Browserfenstern (Text,  Audio, Video), wie es sich in einer Vielzahl von Prjekten bew&#228;hrt hat.</p>
<div id="attachment_326" class="wp-caption aligncenter" style="width: 436px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/IT-Architektur.jpg"><img class="size-full wp-image-326" title="IT-Architektur" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/IT-Architektur.jpg" alt="" width="426" height="547" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">M&#246;gliche IT-Architektur</p>
</div>
<p>Neben der georeferenzierten Ansicht sind nat&#252;rlich Darstellungen auf einer Zeitleiste (<a href="http://www.facebook.com/about/timeline">Timeline</a> wie neulich bei Facebook diskutiert) denkbar oder gar nur textuelle.</p>
<p>Nat&#252;rlich m&#252;sste anf&#228;nglich Schwei&#223; auf die Fragen nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ontologie_%28Informatik%29">Ontologie</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Taxonomie">Taxonomie </a>verwendet werden, um einerseits umfassend Daten erheben, speichern und darstellen zu k&#246;nnen und andererseits die gleiche Logik auch f&#252;r andere Projekte nutzen zu k&#246;nnen.Vielleicht k&#246;nnen auch Ergebnisse aus anderen Forschungsprojekten genutzt werden (z.B. <a href="http://portal.mace-project.eu/">MACE</a> <a href="http://portal.mace-project.eu/">Metadata for Architectural Contents in Europa</a> ein EU-Forschungsprojekt zur Architekturgeschichte).</p>
<p>Auch muss die Portalsprache &#252;berlegt sein. Zun&#228;chst wird man in Deutsch anfangen und dann die zentraleurop&#228;ischen Sprachen &#252;bertragen (Englisch, Franz&#246;sisch, Spanisch, Italienisch,  usw.). Chinesisch f&#252;r den Tourismus einer aufstrebenden Mittelschicht ist zu &#252;berlegen. <a href="http://www.latein-pagina.de/">Lateinisch</a> w&#228;re eine Herausforderung.</p>
<p>F&#252;r den Anfang habe ich eine Tabelle erstellt mit ca. 200 gotischen Bauwerken jeweils mit Anfangsjahr (ggf. dem Startjahr der gotischen &#220;berpr&#228;gungen bei romanischen Bauten), Fertigstellungsjahr, heutiger Staat, Stadt, Name und Link zu Wikipedia. Download der Tabelle (xlsx-Format): <a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/Gothics-005.xlsx">Gothics-005</a></p>
<p>Das Portal soll gemeinn&#252;tzig und gemeinfrei sein: offene Daten. <strong>Open Data</strong>. Also die Nutzung soll die Bildung in allen Lebensstufen (Schule, Studium, Beruf, Seniorit&#228;t) kostenfrei sei zur Erreichung von maximaler Wissenseffizienz und Exzellenz. Die Inhalte sollten weiter verwendet werden d&#252;rfen.</p>
<p>Wie man unschwer erkennen kann, erfreut sich die Gotik auch bei der <a href="http://www.bundesbank.de/bargeld/bargeld_banknoten_20euro.php">Europ&#228;ischen Zentralbank</a> gr&#246;&#223;ter Beliebtheit:</p>
<div id="attachment_343" class="wp-caption aligncenter" style="width: 359px;">
<p><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/20euro_vs_709x364.jpg"><img class="size-full wp-image-343" title="20euro_vs_709x364" src="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/wp-content/uploads/2011/10/20euro_vs_709x364.jpg" alt="" width="349" height="188" /></a></p>
<p class="wp-caption-text">20 Euroschein</p>
</div>
<p>Sprechen wir also &#252;ber Geld.</p>
<p>Ich w&#252;rde dieses Projekt gerne machen und suche Mitstreiter zur tatkr&#228;ftigen Unterst&#252;tzung und zur Finanzierung. Eine Feasability Studie sollte mit guter Qualit&#228;t mit 500 T€ erstellbar sein. Gunter Dueck meint, dass inklusive der M&#246;glichkeit f&#252;r drei Dissertationen einer wissenschaftlichen Begleitung ein Projekt dieser Art im Bereich von 5 Mio. € Kosten liegt. Ich bin ein gro&#223;er Fan von Crowd-Sourcing (also dass eine Vielzahl von Leuten suchend mitarbeitet wie wir es bei <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki">Guttenplag</a> gesehen haben). Aber der Spa&#223; der Meute auf der Jagd nach Wissen darf nicht zur Ausbeutung missbraucht werden. Deswegen m&#252;ssen die Grundpfeiler durch finanziert sein, bevor wir anfangen. Ich bin f&#252;r jede Anregung dankbar, sei es aus dem Bereich der Stiftungen, des Staates, der Kirchen oder wer immer bereit ist, auch finanziell den n&#228;chsten Schritt in eine exzellente Wissensgesellschaft zu gehen. Anregungen nehme ich auf jedem Kanal entgegen: F&#252;r die, die das Literaturverzeichnis nicht lesen wollen, hier meine E-Mail-Adresse:</p>
<p><a href="mailto:wk@wolfgang-ksoll.de">wk@wolfgang-ksoll.de</a></p>
<p>Eine Adresse f&#252;r Papier-Mail (Post hie&#223; das, glaube ich)  findet sich im Impressum.</p>
<p>Gotische Kathedralen – next big thing! Ich danke f&#252;r Ihre Aufmerksamkeit.</p>
<h3><strong>Literaturverzeichnis<br />
</strong></h3>
<p>Auch in der Zeit des Internets kann es manchmal hilfreich sein<strong>, </strong>in gedruckte Literatur zu schauen. Deshalb hier wenige Hinweise auf zum Thema passende Sachliteratur und Belletristik. Der Einfachheit halber sind auch Links zu Amazon hinterlegt, aber ich habe empirisch gepr&#252;ft, dass alle B&#252;cher auch im geostation&#228;ren Handel erwerblich sind.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Sachb&#252;cher</span></p>
<ul>
<li>Georges Duby: <strong><a href="http://www.amazon.de/Die-Zeit-Kathedralen-Gesellschaft-wissenschaft/dp/3518286110/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1317648998&amp;sr=8-1">Die Zeit der Kathedralen</a></strong>. Kunst und Gesellschaft 980-1420. suhrkamp taschenbuch wissenschaft. Original: 1966. ISBN 978-3-518-28611-1. 17,50 €. <em>Brillantes Werk, das die ideologischen Zeitumst&#228;nde der Gotik hervorragend beschreibt, wobei Dubys Schwerpunkt immer die soziolgische Sicht ist.</em></li>
<li>Rolf Toman (Herausgeber): <strong><a href="http://www.amazon.de/Gotik-Architektur-Skulptur-Rolf-Toman/dp/3833155779/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1317649408&amp;sr=1-1">Gotik – Architektur Skulptur Malerei</a></strong>. h.f.ullmann. Original: 2004 von Tandem Verlag GmbH. ISBN 978-3-8331-5577-2. Printed in China. 10,00 €. <em>Umfassendes Werk mit sehr vielen, pr&#228;chtigen Farbfotos auf 520 Seiten. Auch theoretische Artikel und auch profane Bauwerke.</em></li>
<li>Francisca Prina: <a href="http://www.amazon.de/Geschichte-Architektur-Gotik-Francesca-Prina/dp/3791345923/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1317649692&amp;sr=1-1"><strong>Geschichte der Architektur – Gotik</strong>.</a> Prestel Verlag M&#252;nchen, 2011. ISBN 978-3-7913-4592-5. 19,95 €.  <em>Sch&#246;ne Einf&#252;hrung mit pr&#228;chtigen Farbfotos auf 142 Seiten.</em></li>
</ul>
<p><span style="text-decoration: underline;">Belletristik</span></p>
<ul>
<li>Ildefonso Falcones de Sierra: <strong><a href="http://www.amazon.de/Die-Kathedrale-Meeres-Ildefonso-Falcones/dp/3596175119/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1317649974&amp;sr=1-1">Die Kathedrale des Meeres</a></strong>. Roman. <strong> </strong>Fischer tb, Original: 2006. ISBN 978-3596175116.  12,95 €. <em>Erstlingswerk des Autors zum Bau der Kathedrale des Meeres im 14. Jahrhundert seiner Heimatstadt Barcelona. Siehe auch meinen Artikel: <a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/2011/08/14/die-welt-mit-google-earth-erforschen/">Die Welt mit Google-Earth erforschen</a>.</em></li>
<li>Frank Sch&#228;tzing: <strong><a href="http://www.amazon.de/Tod-Teufel-Roman-Frank-Sch%C3%A4tzing/dp/3442455316/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1317650403&amp;sr=1-1">Tod und Teufel</a></strong>. Roman. Goldmann. ISBN 978-3-442-45531-7. 8,95 €.  <em>Der Kriminalroman spielt im K&#246;ln des Jahres 1260, wo der Dombaumeister vom Ger&#252;st st&#252;rzt. “H&#246;llisch gut und teuflisch spannend!”</em></li>
<li>Umberto Eco: <strong><a href="http://www.amazon.de/Name-Rose-Roman-Umberto-Eco/dp/3423105518/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1317650682&amp;sr=1-1">Der Name der Rose</a></strong>. Roman. dtv.  Original: 1980. ISBN 978-3-423-10551-4. 9,90 €. <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Name_der_Rose">Kriminalroman in fiktiver Benediktiner-Abtei in den Bergen im Jahre 1327</a>.  Schildert den Kampf verschiedener katholischer Orden (Dominikaner vs. Franziskaner) um die Vernunft. Aristoteles oder Inquisition und Dogma? Mit Sean Connery in Glanzrolle auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Name_der_Rose_%28Film%29">1986 verfilmt</a>. Der Titel spielt an auf den “<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rosenroman">Roman der Rose</a>” aus dem 13.  Jahrhundert, wo die Rose das Symbol f&#252;r die Frau ist, insbesondere Maria, wenn wir die Rose in der gotischen Kathedrale finden.</em></li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Umberto_Eco">Umberto Eco</a>: <a href="http://www.amazon.de/Die-Geschichte-Sch%C3%B6nheit-Umberto-Eco/dp/3423343699/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1318760754&amp;sr=8-1">Die Geschichte der Sch&#246;nheit</a>. <em>Storia della Bellezza. </em>2004. dtv. ISBN 978-3-423-34369-5. 24,90 €. <em>Wundersch&#246;nes Bilderbuch durch die Jahrtausende mit Skulpturen, Architektur, Malerei, Zeichnungen, Fotografie.</em><em> </em></li>
<li>Robert Schneider: <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kristus_%28Schneider%29">Kristus</a></strong>. Roman. 2004. Aufbau Verlag. <a href="http://www.amazon.de/Kristus-Das-unerh%C3%B6rte-Leben-Beukels/dp/3351030134">ISBN 3-35103-013-4</a>. <em>9,95 €. Geschichte der Wiedert&#228;ufer in M&#252;nster/Westfalen, deren Leichname man in K&#228;fige an die Lamberti-Kirche zur Abschreckung hing, wo die K&#228;fige noch heute h&#228;ngen</em>.</li>
</ul>
<h3><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/e7b49451e2244067b3b23b85fc891ca4" alt="" width="1" height="1" /><strong>Danksagungen</strong></h3>
<p>Dank an meine Gattin f&#252;r die Anregung zu Wien.</p>
<p>Dank an <a href="http://www.omnisophie.com/">Gunter Dueck</a> f&#252;r Inspiration und Hinweise.</p>
<p>Dank an <a href="http://www.accordsystems.de/">Boris Petkoff</a>, dass er mir 1998 mit seinem Buch <a href="http://www.amazon.de/Wissensmanagement-Von-computerzentrierten-zur-anwenderorientierten/dp/3827313937/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1318761991&amp;sr=8-1">Wissensmanagement </a>und zahllosen Diskussionen Ontologien und Niklas Luhmann nahe gebracht hat.</p>
<p>Dank an Nils Hellrung, symeda GmbH ( hier klicken: <a href="http://www.symeda.de/"><img title="symeda" src="http://www.symeda.de/uploads/symeda/symeda_logo-trans.png" alt="" width="112" height="29" /></a>), f&#252;r Updates in Data Warehouses und Spatial Online Analytical Processing mit webbasierten Karten und freundliche Unterst&#252;tzung.</p>
<p>Fotos stammen, wenn sie nicht von mir sind, immer aus Wikipedia.</p>
<p><em><a href="http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/2011/10/16/gotische-kathedralen-ein-open-data-projekt/">Crosspost</a></em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4752&amp;md5=e6f2ed13fadd560751df4b86e55e7582" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>
<p><a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/_7vH4EzN5WCSGu8g3d92xidHiyc/0/da"><img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/_7vH4EzN5WCSGu8g3d92xidHiyc/0/di" border="0" ismap="true"></img></a><br/>
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		<title>Python für Anfänger</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 19:44:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anwendungen]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Python]]></category>

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		<description>Es ist eine alte Diskussion, ob man, wenn man Datenjournalismus betreiben will, auch programmieren k&amp;#246;nnen muss. Bis vor kurzem war ich ja der Meinung, dass man zumindest Excel k&amp;#246;nnen sollte. Aber Excel st&amp;#246;&amp;#223;t auch rasch an Grenzen bei sehr ...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist eine alte Diskussion, ob man, wenn man Datenjournalismus betreiben will, auch <a href="http://www.pbs.org/mediashift/2010/06/why-journalists-should-learn-computer-programming153.html">programmieren k&#246;nnen muss</a>. Bis vor kurzem war ich ja der Meinung, dass man zumindest Excel k&#246;nnen sollte. Aber Excel st&#246;&#223;t auch rasch an Grenzen bei sehr gro&#223;en Datenbanken. Da ist Python das Werkzeug der Wahl.</p>
<p>Wer also selbst Hand anlegen m&#246;chte, dem sei zur Einf&#252;hrung dieser derzeit 43-teilige <a href="http://www.youtube.com/watch?v=4Mf0h3HphEA&amp;feature=list_related&amp;playnext=1&amp;list=SPEA1FEF17E1E5C0DA">Youtube-Einsteigerkurs</a> empfohlen. Python-Lehrer Bucky erkl&#228;rt so einfach und ist damit so erfolgreich, dass er seit kurzem Vollzeit nur noch Online-Lehrer per Youtube ist &#8211; und sich nat&#252;rlich auch noch anderen Themen widmet. Zum Nachlagen sei die <a href="http://ocw.mit.edu/courses/electrical-engineering-and-computer-science/6-00-introduction-to-computer-science-and-programming-fall-2008/readings/">MITOpenCourseWare</a> ans Herz gelegt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4747&amp;md5=380d85ac4edc53b2a603a8161d262924" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>
<p><a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/qkOwPYa9xnhFtcS6YrqPEFDF0iU/0/da"><img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/qkOwPYa9xnhFtcS6YrqPEFDF0iU/0/di" border="0" ismap="true"></img></a><br/>
<a href="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/qkOwPYa9xnhFtcS6YrqPEFDF0iU/1/da"><img src="http://feedads.g.doubleclick.net/~a/qkOwPYa9xnhFtcS6YrqPEFDF0iU/1/di" border="0" ismap="true"></img></a></p><div class="feedflare">
<a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/kooptech/mYBH?a=PkGzhwSF4Xc:1fsvb_PXtWc:yIl2AUoC8zA"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/kooptech/mYBH?d=yIl2AUoC8zA" border="0"></img></a> <a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/kooptech/mYBH?a=PkGzhwSF4Xc:1fsvb_PXtWc:dnMXMwOfBR0"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/kooptech/mYBH?d=dnMXMwOfBR0" border="0"></img></a> <a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/kooptech/mYBH?a=PkGzhwSF4Xc:1fsvb_PXtWc:D7DqB2pKExk"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/kooptech/mYBH?i=PkGzhwSF4Xc:1fsvb_PXtWc:D7DqB2pKExk" border="0"></img></a> <a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/kooptech/mYBH?a=PkGzhwSF4Xc:1fsvb_PXtWc:qj6IDK7rITs"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/kooptech/mYBH?d=qj6IDK7rITs" border="0"></img></a> <a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/kooptech/mYBH?a=PkGzhwSF4Xc:1fsvb_PXtWc:nQ_hWtDbxek"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/kooptech/mYBH?d=nQ_hWtDbxek" border="0"></img></a> <a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/kooptech/mYBH?a=PkGzhwSF4Xc:1fsvb_PXtWc:F7zBnMyn0Lo"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/kooptech/mYBH?i=PkGzhwSF4Xc:1fsvb_PXtWc:F7zBnMyn0Lo" border="0"></img></a> <a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/kooptech/mYBH?a=PkGzhwSF4Xc:1fsvb_PXtWc:-BTjWOF_DHI"><img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/kooptech/mYBH?i=PkGzhwSF4Xc:1fsvb_PXtWc:-BTjWOF_DHI" border="0"></img></a>
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		<item>
		<title>Engagement ist nicht selbstverständlich</title>
		<link>http://feedproxy.google.com/~r/kooptech/mYBH/~3/WRZlyBGiQRs/</link>
		<comments>http://blog.kooptech.de/2011/09/engagement-ist-nicht-selbstverstandlich/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 16:48:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Nachruf]]></category>

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		<description>Auf einem kleinen Zettel habe ich mir notiert, was mir in meinen Nachgedanken zu Robin Meyer-Lucht in den Sinn kam:
Knotenpunkt &amp;#38; &amp;#220;bersetzung, Wissenschaft &amp;#38; Praxis, Energie &amp;#38; Aufmerksamkeit, Inspiration &amp;#38; Utopie
Er fiel mir als erstes in den Monaten vor ...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf einem kleinen Zettel habe ich mir notiert, was mir in meinen Nachgedanken zu <a href="http://carta.info/autor/robin_meyer-lucht/">Robin Meyer-Lucht</a> in den Sinn kam:</p>
<blockquote><p>Knotenpunkt &amp; &#220;bersetzung, Wissenschaft &amp; Praxis, Energie &amp; Aufmerksamkeit, Inspiration &amp; Utopie</p></blockquote>
<p>Er fiel mir als erstes in den Monaten vor der Carta-Gr&#252;ndung auf. Immer wieder erschienen kluge Texte und Interviews mit ihm &#252;ber den digitalen Medienwandel, in denen er die Knackpunkte der Entwicklung klar benannte. Damals googelte ich seinen Namen und stie&#223; nur auf eine recht d&#252;rre Website seines &#8220;Berlin Institutes&#8221;. Heute ist das ganz, ganz anders.</p>
<p>Irgendwann googelte ich wieder, da ich irgendwie erwartete, dass er mindestens ein eigenes Blog starten w&#252;rde &#8211; und siehe da: Eine halbfertige Homepage kam mir entgegen &#8211; mit dem etwas wahnwitzigen, weil so umfassenden Namen &#8220;Carta&#8221;. Ich schrieb eine kleine <a href="http://blog.kooptech.de/2008/10/robin-meyer-lucht-startet-politik-blog/">Notiz</a>.</p>
<p>In den darauf folgenden Tagen wollte ich ein Interview mit ihm machen. Wir telefonierten, ich versuchte mitzuschreiben und gab auf. Einerseits durfte ich vieles nicht aufschreiben, weil es noch in &#220;berlegung war, oder weil es eine Einsch&#228;tzung war, die er so dann nicht gedruckt lesen wollte. Andererseits interessierte er sich lebhaft f&#252;r die Erfahrungen, die ich mit KoopTech gemacht hatte.</p>
<p>Ich empfahl ihm Rivva als Resonanztool und die VG-Wort-Z&#228;hlpixel als kleine Einnahmenquelle. Zeigte mich jedoch sehr skeptisch, was seine Refinanzierungspl&#228;ne durch Werbung anbelangte. Auch warnte ich davor, wie zeitraubend so ein Blog sein kann und dass er die damit verbundene Arbeit nicht untersch&#228;tzen d&#252;rfe. Das eine nahm er interessiert auf, das andere ignorierte er wohlweislich. Dar&#252;ber bin ich ihm recht dankbar.</p>
<p>Eine angedachte gr&#252;ndliche Analyse des deutschen Verwertungssystem haben wir &#252;brigens nicht einmal im Ansatz geschafft. Er wollte nicht reformieren, sondern das System von Grund auf neu denken.</p>
<p>Ein paar Wochen sp&#228;ter, als Carta richtig durchstartete, gratulierte ich ihm zu seinem Erfolg &#8211; und merkte an, dass ich es sehr sch&#228;tzte, mit wieviel Aufwand er sein Gruppenblog betrieb. In seiner Antwort erw&#228;hnte er nur bescheiden, dass er ja inzwischen einen Redaktionsassistenten habe, der viel Arbeit &#252;bernehme. Und nahm mir gleich einen Crosspost ab. Meine Bemerkung, dass der Assistent ja nicht alles machen k&#246;nne, blieb unkommentiert.</p>
<p>Ich habe den Verdacht, dass nur wenige wissen, wie viel Arbeit und wie viel Energie mit einem solchen Projekt verkn&#252;pft sind. Es erfordert eine st&#228;ndige Aufmerksamkeit f&#252;r die Publikationen rundherum, nicht nur im Netz, sondern auch in den einschl&#228;gigen Fachzeitschriften. Es verlangt Fingerspitzengef&#252;hl und Geduld, die Autoren zu gewinnen, die Texte zu &#252;berarbeiten. Und immer wieder auf neue Artikel hin anzusprechen. Und schlie&#223;lich Energie und Leidenschaft, um die Debatten anzuschieben und zu begleiten, st&#228;ndig pr&#228;sent zu sein. Daneben ist nicht viel anderes noch m&#246;glich.</p>
<p>Er agierte dabei immer auch als Knotenpunkt, als Br&#252;ckenbauer zwischen der akademischen Welt und der journalistischen Praxis, in der er selbst Learning-by-doing die ersten Erfahrungen sammelte. Indem er wissenschaftliche Aufs&#228;tze vom Papier befreite, um sie in sein Debattenforum zu &#252;berf&#252;hren, schuf er f&#252;r die Medienwissenschaft eine sehr lebendige &#214;ffentlichkeit. Er zeigte, was m&#246;glich ist, wenn man eine Fach&#246;ffentlichkeit engagiert pflegt &#8211; und gezielt Meinungen und Positionen aufeinander prallen l&#228;sst. Wie spannend die Diskussionen werden k&#246;nnen, und wie rasch sich neue, noch ungel&#246;ste Fragen ergeben.</p>
<p>Das Ende von Carta f&#252;hrte aber auch vor, dass so etwas nicht auf dem Engagement eines Einzelnen beruhen kann, sondern, wenn nicht von vielen, zumindest institutionell gest&#252;tzt werden sollte. Es ist jammerschade, dass Institutionen nicht von sich aus an Robin Meyer-Lucht herangetreten sind, um seine unabh&#228;ngige Arbeit zu unterst&#252;tzen.</p>
<p>Robin Meyer-Lucht hat gezeigt, wie viel man f&#252;r eine medien- und netzpolitisch interessierte &#214;ffentlichkeit in kurzer Zeit mit gro&#223;em Engagement, mit Energie und einer pers&#246;nlichen Utopie erreichen kann. Und er zeigte auch, welche L&#252;cken es noch gibt, wie vieles ungel&#246;st ist, und wo &#252;berall engagierte Menschen gebraucht werden, die als kompetente Br&#252;ckenbauer agieren.</p>
<p>Engagement ist nicht selbstverst&#228;ndlich, es ist immer ein Geschenk. Danke daf&#252;r!</p>
<p><em><a href="http://carta.info/40726/er-hat-einen-stein-ins-rollen-gebracht/">Gesammelte Nachrufe gibt es nat&#252;rlich bei Carta zu lesen.</a></em></p>
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		<title>Trolldebatte aus Schweden</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 12:13:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>

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		<description>In der SZ ist heute ein sehr interessanter Gastkommentar des schwedischen Journalisten Leo Lagercrantz zu lesen, der sich &amp;#252;ber Jahre von einem wohl bekannten politischen Leitartikler zu einem enthusiastischen Online-Debatten-Initiierer entwickelte - und heute eine konsequente Kommentarzensur bef&amp;#252;rwortet. Anders ...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der SZ ist heute ein sehr interessanter <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/meinung-im-internet-vom-elend-der-nutzerkommentare-1.1147168">Gastkommentar des schwedischen Journalisten Leo Lagercrantz</a> zu lesen, der sich &#252;ber Jahre von einem wohl bekannten politischen Leitartikler zu einem enthusiastischen <a href="http://www.newsmill.se/">Online-Debatten-Initiierer</a> entwickelte &#8211; und heute eine konsequente Kommentarzensur bef&#252;rwortet. Anders sei n&#228;mlich frauenfeindlichen, rechtsradikalen Trollen nicht beizukommen, die ja nur mal etwas sagen d&#252;rfen wollen.</p>
<p>Lagercrantz sieht in dem &#8211; f&#252;r ihn offenkundigen &#8211; Versagen, im Netz eine gepflegte Diskussionslandschaft ohne gr&#246;&#223;ere Eingriffe in die Leserkommentare herzustellen, mit einen Grund daf&#252;r, dass rechtspopulistische Ideen zunehmend gesellschaftliche Akzeptanz erfahren. Der Oslo-Attent&#228;ter sei vermutlich der erste Troll gewesen, der zur Waffe gegriffen habe. Sein eher bitteres Fazit lautet daher:</p>
<blockquote><p>Pers&#246;nlich verst&#228;rkte das Massaker in Norwegen mein Gef&#252;hl, gescheitert zu sein. Nicht weil ich &#8220;zensierte&#8221;. Sondern weil ich es nicht fr&#252;her und entschlossener tat.</p></blockquote>
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		<title>Thrive – Magazin zu globalen Fragestellungen</title>
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		<comments>http://blog.kooptech.de/2011/09/thrive-magazin-zu-globalen-fragestellungen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 05:25:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Panel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.kooptech.de/?p=4715</guid>
		<description>Ulrike Reinhard bat mich vor wenigen Wochen, an ihrem neuen Magazin "Thrive" mitzuwirken, das sie f&amp;#252;r das Global Economic Symposium (GES) gemacht hat, das von der Bertelsmann-Stiftung organisiert wurde. Sie verfolgte dabei ein interessantes redaktionelles Konzept: Zu einzelnen Fragestellungen wie ...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ulrike Reinhard bat mich vor wenigen Wochen, an <a href="http://www.ulrikereinhard.com/2011/09/21/a-new-magazine-is-born-thrive/">ihrem</a> neuen Magazin &#8220;Thrive&#8221; mitzuwirken, das sie f&#252;r das <a href="http://www.global-economic-symposium.org/">Global Economic Symposium</a> (GES) gemacht hat, das von der Bertelsmann-Stiftung organisiert wurde. Sie verfolgte dabei ein interessantes redaktionelles Konzept: Zu einzelnen Fragestellungen wie &#8220;Open Innovation&#8221; forderte sie Experten aus verschiedenen Weltecken auf, Stellung zu nehmen. Die Antworten oder Kommentaren zu ihren Fragen bzw. Thesen notierten diese auf diversen Etherpad-Seiten, die ich dann f&#252;r drei Themenkomplexe zu einem lesbaren Text zusammenfassen sollte.</p>
<p>Ich war erstaunt, wie gut das klappte &#8211; inhaltlich fand ich es h&#246;chst spannend, weil Denkweisen aus Europa und Asien aufeinanderprallten, insbesondere bei den Themen Patente, Piraterie und Open Innovation. Besonders kontrovers wurde es, als ausgehend von einem Essay von Peter Glaser dar&#252;ber nachgedacht werden sollte, ob die Menschen &#252;ber das Netz jemals zu einem gemeinsamen Regelkodex finden k&#246;nnen. Hier das wirklich lesenswerte Ergebnis &#8211; das auch als Druckwerk erscheint:</p>
<div>
<p><object id="f80f996a-60e7-6a25-7a66-c0293f675dd6" style="width: 420px; height: 229px;" classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000"><param name="movie" value="http://static.issuu.com/webembed/viewers/style1/v2/IssuuReader.swf?mode=mini&amp;backgroundColor=%23222222&amp;documentId=110921111531-81b952c1366d4c91be4984c187843117" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="menu" value="false" /><param name="wmode" value="transparent" /><embed style="width: 420px; height: 229px;" type="application/x-shockwave-flash" src="http://static.issuu.com/webembed/viewers/style1/v2/IssuuReader.swf" allowfullscreen="true" menu="false" wmode="transparent" flashvars="mode=mini&amp;backgroundColor=%23222222&amp;documentId=110921111531-81b952c1366d4c91be4984c187843117"></embed></object></p>
<div style="width: 420px; text-align: left;"><a href="http://issuu.com/we-magazine/docs/thrive?mode=window&amp;backgroundColor=%23222222" target="_blank">Open publication</a> – Free <a href="http://issuu.com" target="_blank">publishing</a> – <a href="http://issuu.com/search?q=global%20citizen" target="_blank">More global citizen</a></div>
</div>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4715&amp;md5=675c71a53fab6159a12c3093c6890901" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>
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		<title>Technopolitics</title>
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		<comments>http://blog.kooptech.de/2011/09/technopolitics/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 16:06:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Armin Medosch</dc:creator>
				<category><![CDATA[KoopTech empfiehlt]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Tagung]]></category>

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		<description>In diesem Artikel wird zun&amp;#228;chst das Projekt Technopolitics kurz vorgestellt, was als Hintergrundinformation zur bevorstehenden Veranstaltung Technopolitics@Codedcultures am 27. September in Wien dienen soll. Im zweiten Teil werden konkrete Inhalte der Veranstaltung angesprochen. Es geht darum, &amp;#252;ber den Bildschirmrand ...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Artikel wird zun&#228;chst das Projekt <em>Technopolitics</em> kurz vorgestellt, was als Hintergrundinformation zur bevorstehenden Veranstaltung <a href="http://www.codedcultures.net/post/technopolitics">Technopolitics@Codedcultures</a> am 27. September in Wien dienen soll. Im zweiten Teil werden konkrete Inhalte der Veranstaltung angesprochen. Es geht darum, &#252;ber den Bildschirmrand der Informationsgesellschaft hinauszusehen und zu verstehen, inwiefern die Informationsgesellschaft mit konkreten und materiellen Entwicklungen &#8211; wie etwa Energie- und Umweltproblematik &#8211; in Verbindung steht.</p>
<p><span id="more-4708"></span></p>
<p>Veranstaltungshinweis: <a title="http://www.thenextlayer.org/node/1370" href="http://www.thenextlayer.org/node/1370">http://www.thenextlayer.org/node/1370</a></p>
<p>Technoplitics ist ein praxisorientiertes Forschungsprojekt, das von Brian Holmes und dem Autor initiiert wurde. Es geht dabei darum, Prozesse der Autop&#228;dagogik anzusto&#223;en, die es erm&#246;glichen, einen theoretischen Rahmen und ein Vokabular zu erfinden, das komplexe Zusammenh&#228;nge der gegenw&#228;rtigen Entwicklungsprozesse greifbar macht. Mit Entwicklung meinen wir den geschichtlichen Fluss, die historischen Transformationen des menschlichen Bewusstseins, der Waren- und Geldstr&#246;me, der nat&#252;rlichen und kulturellen Ressourcen, der Energienutzung und der politischen Vorg&#228;nge, die diese Beziehungen regulieren (sollten). Als Autop&#228;dagogik werden Prozesse der selbstorganisierten Bildung verstanden, ohne Hierarchien zwischen  Vortragenden und Zuh&#246;renden und mit der Emanzipation der Beteiligten als vorrangiges Ziel.</p>
<p>Wir sehen uns heute vielfach in Zusammenh&#228;ngen, die wir als fremdbestimmt erfahren, in Prozessen, die jenseits unserer Einflussnahme zu liegen scheinen, so wie z.B. die vielzitierte Finanzkrise oder aber der technologische Wettlauf um Innovation, der Wettbewerb allgemein, die gesellschaftliche Entsolidarisierung, der Klimawandel, etc. Technopolitics versucht eine Art Do-It-Yourself Starterkit zur gesellschaftlichen Emanzipation zu produzieren, zur Selbsterm&#228;chtigung gegen&#252;ber der Fremdbestimmtheit. Mittelfristig arbeitet Technopolitics darauf hin, eine Website aufzubauen, die vielf&#228;ltige Ressourcen aufweist: eine Art Glossar oder Kategoriensystem, verbunden mit einer Online-Bibliografie und, falls verf&#252;gbar, auch gleich den Texten als PDF; dazu verschiedene visuelle Hilfsmittel, wie z.B. eine Timeline zum Thema Paradigmenwechsel und webbasierte Informationsgrafiken &#8211; selbstverst&#228;ndlich auch Diskussionsgruppen, Foren, Texte; ebenso wichtig ist die Bildung von Arbeitsgruppen, die sich In-Real-Life Treffen, um technopolitische Konzepte auszuarbeiten. Derzeit existieren eine Arbeitsgruppe in Wien und eine in Chicago.</p>
<p>Obwohl es in den populistischen Medien h&#228;ufig hei&#223;t, es werde zuviel oder &#8220;nur&#8221; geredet, ist unser Ausgangspunkt, dass zu wenig oder falsch geredet wird, denn nur selten h&#246;ren wir von den Dingen die wirklich z&#228;hlen. Als technopolitisch im abstrakten Sinn lassen sich jene Vorg&#228;nge beschreiben, bei denen es zu wechselseitigen &#220;berg&#228;ngen zwischen materiellen Bewegungen und geistigen oder sozialen Beziehungen kommt. Ein Beispiel ist das Urheberrecht. Es erscheint  v&#246;llig immateriell, ein reines gesellschaftliches Artefakt, und ist trotzdem von sehr materiellen, oder gar k&#246;rperlichen Auswirkungen, wenn es z.B. um Saatgut oder Pharmazeutika geht. Wir reden also von den neuen Technologien oder Technowissenschaften nicht nur als Produktionsfaktor sondern als soziale Beziehungen, wobei die Frage nach Recht und Unrecht nicht auf die angeblich &#8220;neutrale&#8221; Technikseite verlagert werden kann.</p>
<p>Unser Ausgangspunkt ist, dass es es Sinn macht, wenn man die gegenw&#228;rtigen Entwicklungsprozesse verstehen will, sich mit sogenannten techno-&#246;konomische Paradigmen zu besch&#228;ftigen. Neue techno-&#246;konomische Paradigmen entstehen gew&#246;hnlich im hegemonischen Zentrum des Weltsystems, in unserer &#196;ra ist (war) das die USA. Diese Paradigmen beruhen auf Clustern von technologischen Innovationen, die wiederum auf neuen Organisationsformen, neuen Arbeits- und Denkweisen fu&#223;en. Diese techno-sozialen Innovationen verschaffen der Hegemonialmacht einen wirtschaftlichen ebenso wie milit&#228;rischen Vorsprung. Die neuen Produktions- und Denkformen breiten sich radial vom Zentrum aus und werden kopiert oder imitiert, bis der Vorsprung geschrumpft ist und sich Konkurrenz erhebt. Durch den versch&#228;rften Wettbewerb erh&#246;hen sich die systemimmanenten Widerspr&#252;che, bis eine Situation entsteht, die innerhalb des existierenden techno-politischen Paradigmas nicht mehr gemeistert werden kann.</p>
<p>Ein neues Paradigma im Weltsystem kann aber nur dann entstehen, wenn eine Hegemonialmacht (oder auch ein hegemoniales System mehrerer M&#228;chte) in der Lage ist, systemrelevante Entscheidungen zu treffen. Dabei kann es sich nicht einfach um ein Diktat der m&#228;chtigsten Nationen handeln, sondern muss vern&#252;nftig erscheinen im Sinne einer &#8220;map&#8221; der &#8220;best practice&#8221;-Handlungsoptionen, die einer Mehrheit der Nationen als vern&#252;nftiger und gangbarer Weg erscheinen [frei nach Carlota Perez (2002)<a id="footnoteref1_x7zhdaq" class="see_footnote" title=" the dynamics of bubbles and golden ages. Cheltenham, UK" href="#footnote1_x7zhdaq">1</a> geklont mit Arrighi und Silver (1999)<a id="footnoteref2_3mf5mfd" class="see_footnote" title="Arrighi, Giovanni, Beverly J. Silver, and Iftikh&#196;�r Ahmad. 1999. Chaos and governance in the modern world system. U of Minnesota Press.; Northampton, MA, USA" href="#footnote2_3mf5mfd">2</a>]. Sollte das nicht gelingen, entsteht eine Bifurkation, eine Krise der systemischen, hegemonialen Transformationen. Wir glauben, dass wir uns in einer solchen Krise befinden.</p>
<p>Technopolitics besch&#228;ftigt sich mit den beiden j&#252;ngsten Paradigmen, dem Fordismus und dem Informationszeitalter. Dahinter steht die Annahme, dass Paradigmen mit den sogenannten &#8220;langen Wellen&#8221; oder &#8220;Kondratiev-Zyklen&#8221; in Zusammenhang stehen, Perioden von wirtschaftlichen Auf- und Abschw&#252;ngen, die jeweils 25 Jahre, zusammen also 50 Jahre dauern. Die Periodisierung richtet sich dabei nicht nach dem Zeitpunkt der erstmaligen Einf&#252;hrung einer neuen Leittechnologie sondern ihrer breiten gesellschaftliche Wirksamkeit. D.h. dass also, obwohl Henry Fords Flie&#223;band 1913 eingeschaltet wurde, &#8220;begann&#8221; Fordismus in den USA eigentlich erst um 1938 und in Europa nach 1945.</p>
<p>Der Fordismus beruhte technologisch gesprochen auf einer Verbindung der  Massenproduktion von Konsumg&#252;tern (vor allem Autos, aber auch Haushaltsger&#228;te, etc.) mit billiger Energie (&#214;l, Atomstrom) und den modernen &#8220;Massen-Medien&#8221; wie Radio, Fernsehen, aber auch Massenillustrierte, sowie sozialen Organisationsformen wovon zu nennen w&#228;ren die international agierenden Gro&#223;ḱonzerne zun&#228;chst amerikanischen (dann auch japanisch, deutschen) Musters, und sozialpatnerschaftliche  Ausgleichsmechanismen und eine keynesianische Geld- und Wirtschaftspolitik. Dieses System geriet seit Mitte der 1970er Jahre zunehmend ins Wanken und wurde sp&#228;testens Mitte der 1990er Jahre durch die Informations- oder Netzwerkgesellschaft abgel&#246;st.</p>
<p>Anders als der Fordismus, der f&#252;r eine relativ stabile Phase des Wachstums sorgte (wobei allerdings bestimmte &#8220;Kosten&#8221; wie etwa Umweltsch&#228;den externalisiert bzw einfach nicht ber&#252;cksichtigt wurden und die Subalternit&#228;t gro&#223;er Teile der Menschheit kaum in Frage gestellt wurde) erwies sich das Informationszeitalter von Anfang an als nicht stabil. <strong>Der Aufstieg des Informationszeitalters war eng verbunden mit dem Aufstieg des Neoliberalismus und der Finanzm&#228;rkte. D.h. w&#228;hrend Computer, das Internet und Mobiltelefonie als die neuen Leittechnologien auch ein bestimmtes soziales und emanzipatorisches Potenzial versprachen, gekoppelt an neues Konsum- und Freizeitverhalten, kam es in den 1990er Jahren zum Durchbruch der neoliberalen Ideologien. </strong>Die Beseitigung gro&#223;er Teile des fordistischen Sozialstaates, die in den USA und Gro&#223;britannien bereits in den 1980er Jahren erfolgte, begann ernsthaft in Europa erst in den 1990er Jahren und h&#228;ufig unter Mitte-Links-Regierungen.</p>
<p>Unser Ausgangspunkt ist, dass wir uns nach wie vor im Informationszeitalter befinden, dessen Widerspr&#252;che und Dynamiken aber besser verstehen m&#252;ssen, um es &#252;berwinden zu k&#246;nnen. D<strong>abei geht es insbesondere darum, die Mythen des Informationszeitalters zu dekonstruieren und deren ideologischen, neoliberalen Gehalt sichtbar zu machen. Auf der anderen Seite wird das Informationszeitalter nicht rein negativ verstanden. Unter der neoliberalen Oberfl&#228;che existieren tats&#228;chlich emanzipatorische Ans&#228;tze, die allerdings permanent an ihrer Entfaltung behindert werden. Um ein Beispiel zu geben, die Praktiken der Freien Software, aber auch in einem erweiterten Zusammenhang das Informations-Commons, also die informationellen Gemeing&#252;ter, wozu Wissen aber auch Kultur und Bildung z&#228;hlen, b&#246;ten einen Ansatz zur &#220;berwindung der allgemeinen Krisensituation. </strong>Um aber nicht gleich aus der Dekonstruktion eines alten Mythos einen neuen zu machen, muss hinzugef&#252;gt werden, dass dieses &#8220;Commons&#8221; nicht zum Fetisch werden darf, zu einem mit Aberglauben behafteten Ding. <strong>Das Commons darf nicht als verdinglichtes Etwas gesehen werden sondern als in jedem Moment neu erzeugt durch die Arbeit von Menschen mit ihren Laptops und Wifi-Knoten, die Energie und Nahrung brauchen, Platz zum Wohnen und Luft zum Atmen.</strong></p>
<p>Einer der best&#228;ndigsten Mythen des Informationszeitalters war jener  von der Immaterialit&#228;t der Information. Durch die neuen Medien, Computer und Netze w&#252;rden R&#228;ume verschwinden, zusammenklappen und sich als virtuelle Informationsr&#228;ume neu entfalten. Die wichtigste Aufgabe w&#228;re dann die Gestaltung des Interface, das unmittelbaren Zugang ohne Zeitverz&#246;gerung zu sozialen Interaktionen oder Konsum- und Freizeitvergn&#252;gen liefert. <strong>Dass aber hinter jedem Smartphone eine Produktionskette steckt, wobei das Coltan aus B&#252;rgerkriegszonen in Afrika kommt, die seltenen Erden aus China und die billige propriet&#228;re Software aus dem Programmierer-Sweatshop in Bangalore, solche Zusammenh&#228;nge erfahren erst in j&#252;ngerer Vergangenheit mehr Aufmerksamkeit.</strong></p>
<p>Der Technopolitics-Abend im Rahmen von Coded Cultures am 27. September in der Urania ab 19.00 Uhr besch&#228;ftigt sich vorrangig mit Themen, die jenseits der screenbasierten Interfaces liegen. In einem ersten Teil werden durch aufgenommene Statements und Life-Vortr&#228;ge einige Schl&#252;sselzonen des neoliberalen Informationskapitalismus unter die Lupe genommen.</p>
<ul>
<li>Der amerikanische Kulturkritiker und Aktivist <a href="http://brianholmes.wordpress.com/">Brian Holmes</a> betreibt schon seit einigen Jahren das Projekt<em> Continental Drift</em>. Ausgangspunkt ist, dass es Sinn macht, neuralgische Punkte des informationellen Kapitalismus vor Ort aufzusuchen. Die letzte<em> Continental Drift </em>f&#252;hrte Holmes und Freunde in die argentinische Pampa. Dort werden gerade die traditionellen Rinderbarone von einer neuen Sorte &#8220;Landwirt&#8221; abgel&#246;st: Hedge-Fonds von den Finanzm&#228;rkten, die in gigantischem Ausma&#223; mit Boden und landwirtschaftlichen Produkten wie gentechnisch ver&#228;ndertem Soya spekulieren. Brian&#8217;s Vortrag wird als aufgezeichnete Slideshow &#252;bermittelt.</li>
<li>Der in Z&#252;rich lehrende Commons-Theoretiker <a href="http://felix.openflows.com/html/left.html">Felix Stalder</a> erkl&#228;rt in einem kurzem, aufgezichnetem Statement, was am informationsgest&#252;tztem Neoliberalsmus falsch ist und warum das Commons einen m&#246;glichen Ausweg zur &#220;berwindung der &#8220;Zombie-Ideologien&#8221; bietet.</li>
<li><a href="http://www.krisis.org/navi/christian-lauk">Christian Lauk</a>, der am Institut f&#252;r Sozial&#246;kologie in Wien forscht, besch&#228;ftigt sich mit Energieregimen in Zusammenhang mit Gesellschaftsformen. Seine These, sehr verknappt gesprochen lautet, dass wir dem Ende des Zeitalters der fossilen Energien in die Augen sehen m&#252;ssen, die L&#246;sung der Energiekrise aber auch auf neuen, freiwilligen Vergesellschaftsformen beruhen muss, um nicht autorit&#228;re Z&#252;ge zu erhalten.</li>
<li>Der Londoner Romanautor und kapitalismuskritische Essayist <a href="http://www.codedcultures.net/post/john-barker">John Barker</a> berichtet von den j&#252;ngsten Entwicklungen in der Textil- und Modeindsutrie. Im Zentrum stehen dabei Praktiken rund um global betriebenes &#8220;Sourcing&#8221; ebenso wie die raschen Wechsel des Diktats der Mode in den Metropolen und was beides mit Informationstechnologien zu tun hat.</li>
</ul>
<p>Gerahmt werden diese Beitr&#228;ge durch eine Einf&#252;hrung und Moderation des Autors sowie durch audiovisuelle Kurzbeitr&#228;ge von <a href="http://www.manuluksch.com/">Manu Luksch</a>, <a href="http://www.transmediale.de/de/matsuko-yokokoji-de">Matsuko Yokokoji </a>and <a href="http://www.medienkunstnetz.de/kuenstler/graham-harwood/biografie/">Graham Harwood</a>, Deptford TV / <a href="http://errrrrrrrror.bitnik.org/">Mediengruppe Bitnik </a>und<a href="http://www.lucasbambozzi.net/"> Lucas Bambozzi</a>. Diese K&#252;nstlerInnen stehen exemplarisch f&#252;r kritische Praktiken mit neuen Medien, die auf humorvolle und poetische Weise zum &#8220;kreativen Widerstand&#8221; anregen. Mit ihren Projekten nutzen sie in Jiu-Jitsu-Taktik die Energie des Gegners, um diesen flach auf den Bauch fallen zu lassen.</p>
<p>In einem zweiten Teil diskutieren Konrad Becker, <a href="http://www.codedcultures.net/post/beate-firlinger">Beate Firlinger</a>, <a href="http://www.codedcultures.net/post/christian-lauk">Christian Lauk</a>, <a href="http://www.codedcultures.net/post/alexander-nikolic">Alex Nikolic</a> und <a href="http://www.codedcultures.net/post/axel-stockburger">Axel Stockburger</a> gemeinsam mit dem Publikum, wie der neoliberale Informationskapitalismus &#252;berwunden werden kann.</p>
<blockquote><p>Technopolitics@codedcultures: Break On Through!</p>
<p>Tuesday, 27th of September, Urania, Mittlerer Saal, 19:00 &#8211; 23:00 CET</p>
<p>http://codedcultures.org/post/technopolitics</p>
<p>Ank&#252;ndigung in englischer Sprache: <a title="http://www.thenextlayer.org/node/1370" href="http://www.thenextlayer.org/node/1370">http://www.thenextlayer.org/node/1370</a></p>
<p>Ank&#252;ndigung auf Facebook: <a title="http://www.facebook.com/event.php?eid=203225323077019" href="http://www.facebook.com/event.php?eid=203225323077019">http://www.facebook.com/event.php?eid=203225323077019</a></p></blockquote>
<p><span style="font-family: Georgia, 'Bitstream Charter', serif; font-size: 16px; line-height: 24px;"><a id="footnote1_x7zhdaq" class="footnote" href="#footnoteref1_x7zhdaq">1.</a> Perez, Carlota. 2002. Technological revolutions and financial capital : the dynamics of bubbles and golden ages. Cheltenham, UK</span><br />
<span style="font-family: Georgia, 'Bitstream Charter', serif; font-size: 16px; line-height: 24px;"><a id="footnote2_3mf5mfd" class="footnote" href="#footnoteref2_3mf5mfd">2.</a> Arrighi, Giovanni, Beverly J. Silver, and Iftikhar Ahmad. 1999. Chaos and governance in the modern world system. U of Minnesota Press.; Northampton, MA, USA</span></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.kooptech.de/?flattrss_redirect&amp;id=4708&amp;md5=afaf7a6ac540d02ec3ebcfac526bddf4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.kooptech.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>
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		<title>Buen Vivir und Commons – zwei Konzepte, eine Richtung</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 07:57:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Buen Vivir]]></category>
		<category><![CDATA[Commons]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperation]]></category>

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		<description>Gutes Leben. Buen Vivir. Sumak Kwasay. Wer wollte das nicht? Gut leben! In Lateinamerika wird das Konzept des Buen Vivir gerade intensiv diskutiert.  Insbesondere in den Andenl&amp;#228;ndern Bolivien und Ecuador, wo es weniger darum geht, in der Sonne zu ...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://commonsblog.files.wordpress.com/2011/09/pointealmadies.jpg" target="_blank"><img class="alignleft" title="PointeAlmadies" src="http://commonsblog.files.wordpress.com/2011/09/pointealmadies.jpg?w=393&amp;h=295" alt="" width="393" height="295" /></a> <strong>Gutes Leben. Buen Vivir. <a href="http://commonsblog.wordpress.com/2010/02/01/bien-vivir-gemeinguter-fur-ein-gutes-leben/" target="_blank">Sumak Kwasay</a>.</strong> Wer wollte das nicht? Gut leben! In Lateinamerika wird das Konzept des Buen Vivir gerade intensiv diskutiert.  Insbesondere in den Andenl&#228;ndern Bolivien und Ecuador, wo es weniger darum geht, in der Sonne zu liegen und sich den Bauch zu kratzen.</p>
<p><em>Wie intensiv die Idee des Buen Vivir  gelebt wird oder gelebt werden kann, ist mir noch nicht wirklich klar. Die<a href="http://www.ila-web.de/lateinamerika/home.htm" target="_blank"> ILA</a> hatte mich gebeten, einen Artikel zum <a href="http://www.ila-web.de/archiv/2011/348inhalt.htm" target="_blank">aktuellen Schwerpunkt</a> beizusteuern, denn die Redaktion fand: Da g&#228;be es„zwei sich erg&#228;nzende Konzepte jenseits der Verwertungslogik“. <strong>Commons und Buen Vivir</strong>. Stimmt. Ich habe also zugesagt, und teile hier das Ergebnis:</em><br />
<span id="more-4705"></span><br />
<strong>Gemeing&#252;ter und <em>buen vivir</em></strong><br />
<strong>Zwei sich erg&#228;nzende Konzepte jenseits der Verwertungslogik</strong></p>
<p><strong> </strong>Etwas vorwitzig schiebt sich die <em>Pointe des Almadies</em> in Richtung Karibik. Die Spitze auf der afrikanischen Landkarte liegt weit weg vom turbulenten Dakar. Selbst wenn dieser Ort den Charme eines Parkplatzes h&#228;tte, er w&#228;re schon wegen der au&#223;ergew&#246;hnlichen Lage eine Reise wert. Schlie&#223;lich ist die <em>Pointe des Almadies</em> der westlichste Zipfel Afrikas. Und dennoch ist kaum jemand dort, denn auch dieses St&#252;ckchen Erde ist eingez&#228;unt. Rote Ziegelmauern umgeben das Areal des ehemaligen Club Mediterranée, sie versperren den geldlosen Zugang. Gustavo und ich haben gezahlt, wir sitzen innerhalb der Mauern des heute von Senegalesen gef&#252;hrten <em>Hotel des Almadies</em>; gemeinsam mit der vorwiegend brasilianischen Delegation, die hier f&#252;r das 10. Weltsozialforum (WSF) ihr Lager aufgeschlagen hatte.</p>
<p>Gustavo Soto Santiestéban, vom Zentrum f&#252;r Wirtschaftliche, Soziale, Kulturelle und Umweltrechte CEADESCA in Cocha­bamba/Bolivien, ist ein b&#228;rtig-bissiger Intellektueller, ein Aktivist der sozialen Bewegungen, der der Regierung von Evo Morales kritisch auf die Finger schaut. Soto legt seinen Finger in die Wunde. Megaverkehrsprojekte f&#252;r G&#252;ter statt f&#252;r Menschen, neue Bergbauprojekte und Staud&#228;mme bis weit hinein in die Amazonasregion – verbunden mit zweifelhaften Fortschrittsversprechen, die altbekannte Breschen in die Lebenswelten der Bev&#246;lkerung schlagen. Zugleich wurde das <em>buen vivir</em> in die bolivianische Verfassung geschrieben. “Wie isst man das?”, pflegt man in Lateinamerika zu fragen. Wie geht das zusammen? Sollte ein „Gutes Leben“ tats&#228;chlich nur in Verbindung mit und finanziert durch einen “Neuen Extraktivismus” denkbar sein? Sollte er die H&#252;lle strukturkonservativer Industrie- und Wirtschaftspolitik brauchen? K&#246;nnten und m&#252;ssten nicht umgekehrt die Idee und die Praxis des <em>buen vivir</em> die Art, wie Politik geschieht, grunds&#228;tzlich wandeln?</p>
<p>Ich war Gustavo bereits am Morgen dieses sonnigen Februartages begegnet. Wir hatten uns eines der klapprigen Taxis zur Universit&#228;t Cheikh Anta Diop geteilt, dem Veranstaltungsort des WSF. Sp&#228;ter teilten wir das Podium auf dem Strategieseminar der GRAP, jener Gruppe, die den Weltsozialforumsprozess strategisch begleitet. Ein Dutzend ReferentInnen trugen dort im Schnelldurchlauf die je eigenen Thesen vor. Zeit sie zu verbinden blieb nicht, daher trafen wir uns am Abend in der westlichsten Hotelbar Afrikas. Das Gespr&#228;ch kreiste um die Frage: Was hat das Konzept der Gemeing&#252;ter mit jenem des <em>buen vivir</em> gemein?</p>
<p>Ich hatte f&#252;r meinen WSF-Vortrag einige Stichpunkte vorbereitet, um in den Commonsbegriff einzuf&#252;hren und die Logik der<em>commons</em>/Gemeing&#252;ter von der Logik der Verwertung abzugrenzen. Man kann es nicht oft genug wiederholen: <em>commons</em> sind nicht, sie werden gemacht<strong>.</strong> Erk&#228;mpft, durchgesetzt, erstritten, vereinbart, gepflegt und immer wieder reproduziert (oder auch nicht). Nicht der Code Freier Software (den alle nutzen d&#252;rfen) ist ein Gemeingut, sondern mit ihm auch die <em>community</em>, die ihn pflegt, und die Regeln, die daf&#252;r sorgen, dass Software auf Dauer frei bleibt und nicht re-privatisiert werden kann. So wie das Gemeingut nicht das gemeinschaftlich genutzte Mietshaus als Objekt ist, sondern immer auch die Menschen, die es bewohnen, der Tr&#228;gerverein und Organisationen wie das Mietsh&#228;usersyndikat, die mit ihren Vereinbarungen, Satzungen und Regeln daf&#252;r sorgen, dass das Haus &#252;ber Generationen hinweg der Immobilienspekulation entzogen bleibt. Nicht das Wasser selbst ist ein Gemeingut, sondern als Gemeingut wird es erst denkbar in Verbindung mit den <em>comunidades</em> und ihren Regeln und Normen im Umgang mit dem Wasser.</p>
<p><em>Commons</em> sind also vielgestaltige, selbstbestimmte Formen, mit Ressourcen, die niemandem allein das Recht geben, so kreativ und produktiv umzugehen, dass daraus immer wieder Dinge entstehen, die der Allgemeinheit zur Verf&#252;gung stehen. In den Worten des US-amerikanischen Historikers Peter Linebaugh: <em>There is no commons without commoning</em>. Es gibt kein Gemeingut ohne gemeinsames Tun.</p>
<p>Das Ergebnis meiner (notwendig grob verk&#252;rzten) Darstellung zum ,Betriebsmodus‘ dieses <em>commoning</em> sah etwa so aus:</p>
<p><a rel="attachment wp-att-4718" href="http://blog.kooptech.de/2011/09/buen-vivir-und-commons-zwei-konzepte-eine-richtung/buenvivir/"><img class="alignleft size-full wp-image-4718" title="BuenVivir" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2011/09/BuenVivir.png" alt="" width="745" height="724" /></a></p>
<ul></ul>
<p>Gustavo Soto sah sich das an. Daraufhin bestellte er ein Bier. So ein gro&#223;es, das man sich teilen muss.</p>
<p>Rasch wurde klar: Am Horizont beider Entw&#252;rfe steht ein anderer Gesellschaftsvertrag. Einer, in dem die Verwertungslogik im Wortsinn an Boden verliert und der Staat einer anderen Rationalit&#228;t verpflichtet bleibt. Der bolivianische Philosoph Javier Medina sagt: „Wir Bolivianer wollen Staat und <em>ayllu</em> zugleich, obwohl sich beide antagonistisch zueinander verhalten.“ Zumindest derzeit. Das westliche Denken basiere auf der „Bevorzugung des einen“ und, erg&#228;nze ich, es basiert auf der Bevorzugung des Entweder-Oder. Wo dies aufgegeben wird, „hat der Westen ausgespielt“, glaubt Medina. Und das geschieht im System des <em>buen vivir</em> im<em>ayllu.</em> Ein <em>ayllu</em> ist kein Ort, kein Dorf, kein Platz des Austauschs. Wie ein <em>commons</em><em>ist</em> es nicht, sondern es wird gemacht. Es erh&#228;lt sich „durch Reziprozit&#228;t und nicht durch den Markt, durch kulturelle Identit&#228;t, nicht Homogenisierung, durch gemeinschaftliche Entscheidungen in der <em>asamblea </em>eher als in Wahlen“. Es gr&#252;ndet „in einer de-facto Autonomie im Territo­rium, das nicht einfach nur Land und Produktionsfaktor ist, sondern ein komplexes Beziehungsgef&#252;ge beschreibt“, wie Gustavo mir erkl&#228;rt.</p>
<p>Gleiches gilt f&#252;r die Gemeing&#252;ter: Sie gr&#252;nden in komplexen Beziehungsgef&#252;gen. Und mehr noch, es geht nicht nur um spezifische Formen des Ressourcenmanagements einerseits oder eine besondere (indigene) Spiritualit&#228;t andererseits, es geht nicht einmal nur um gemeinschaftliches produktives Handeln f&#252;r das Leben, statt f&#252;r den Markt. Die Gemeinsamkeit beider Perspektiven liegt vielmehr darin, zu betonen, dass produktive gemeinschaftliche Systeme Gemeinschaft zugleich hervorbringen.</p>
<p>Beide, <em>commons </em>und <em>buen vivir</em>, reproduzieren sich im offenen Dialog, gewisserma&#223;en im <em>trial&amp;error-</em>Verfahren; in Freiheitsr&#228;umen, die Staat und Markt bestehenlassen m&#252;ssten, aber oft zertrampeln – mit IIRSA zum Beispiel. Sie schlagen Schneisen hindurch, die unter anderem die Weitergabe von Wissen unterbrechen, dabei setzen gemeinschaftliche Reproduktionsprozesse die F&#228;higkeit und M&#246;glichkeit voraus, Wissen als <em>homo mayeuticus</em> fortzuentwickeln, schreibt Medina. Er beschreibt das Leben im Dialog mit den Anderen und mit der Natur als Essenz der Idee des <em>buen vivir</em>; wobei die Natur nicht als Sache begriffen wird, mit der man andere Sachen produziert, vielmehr wird sie stets in ihrer Beziehung zu den Menschen reflektiert und reinterpretiert. Das sich dadurch kondensierende Wissen wird oft m&#252;ndlich oder codiert weitergegeben, im Alltag, in den Textilien, Keramiken Musikinstrumenten und Ritualen. Das Wesentliche ist f&#252;r westliche Rationalit&#228;ten oft unsichtbar.</p>
<p>In den beiden Debatten wird um Alternativen gerungen, die sich, so der franz&#246;sische Gewerkschafter und WSF-Aktivist Christophe Aguiton, „wesentlich von den neokeynesianischen und neofordistischen Antworten unterscheiden, welche in den sozialen Bewegungen und in den linken Parteien die Oberhand haben, indem die Fragestellung gewechselt wird“. So ginge es nicht darum, unseren Konsum generell und in abstrakter Art zu vermindern, sondern darum, gegen die Konsumideologie zu k&#228;mpfen, indem prinzipiell von der Lebensqualit&#228;t ausgegangen wird. F&#252;r Aguiton ist das <em>buen vivir</em> eine „universelle Perspektive“, die „auf der Verteidigung der Gemeing&#252;ter aufgrund der Erfahrungen mit vorhergehenden Autorit&#228;ten beruht.” Damit verk&#252;rzt er die<em>commons</em> auf Dinge (der Natur, der Kultur und des sozialen Lebens). Wer aber, wie auch der „deprofessionalisierte“ mexikanische Intellektuelle Gustavo Esteva (vgl. Interview in der ila 323 mit dem Schwerpunkt Gemeing&#252;ter), die <em>commons</em> als soziale Beziehung versteht, kommt zu einem anderen Schluss. Eine Gesellschaft, die die Idee der Gemeing&#252;ter in all ihre Regeln und Institutionen einschreibt, ist eine Gesellschaft, die unterschiedliche Realisierungsformen des Guten Lebens zum Zweck hat.</p>
<p>Das<strong> </strong>stark auf lokale (indigene) Gemeinschaften und auf den kulturellen Kontext des andinen Hochlandes bezogene Konzept des<em>buen vivir</em> erf&#228;hrt, so glaube ich, im Konzept der Gemeing&#252;ter seine notwendige Verallgemeinerung. Nicht umgekehrt. Denn die Gemeinschaften, von denen bei den <em>commons</em> die Rede ist, sind so bunt und vielgestaltig wie das Leben selbst. Bei der freien Software ist es die globale Freie Software-Community (meist st&#228;dtisch und m&#228;nnlich), beim Saatgut sind es oft die Frauen einer Region (meist arm und farbig), beim Klima ist es eben die gesamte Weltgemeinschaft, die noch keine Form des <em>commoning</em>gefunden hat, sich dabei aber auch nicht auf Markt und Staat verlassen kann. Aber <em>commoning</em> ist &#228;lter als Kapitalismus, es ist so alt wie die Menschheit und so neu wie das Internet. So wenig wie es zu Steinzeiten m&#246;glich war, ein Mammut alleine zu jagen (und zu essen), so wenig ist es heute m&#246;glich, alleine eine Freie Enzyklop&#228;die zu schreiben.</p>
<p><strong>Man kann es auch so ausdr&#252;cken: Das <em>buen vivir</em> ist die spezifisch andin-indigene Form des <em>commoning</em>.</strong> Und dort geh&#246;rt es hin.</p>
<p>Bei diesem Gedanken geht das zweite geteilte Bier zur Neige. Seit dem Barabend an der westlichsten Spitze Afrikas sind einige Monate vergangen. Wir haben seither etliche Mails ausgetauscht, um dem Gemeinsamen und dem Anderen zwischen <em>commons</em>und <em>buen vivir</em> intensiver auf den Grund zu gehen. Denn eines ist klar: die Zielperspektive ist die gleiche.</p>
<p>Das Ganze gibt es auch <a href="http://commonsblog.files.wordpress.com/2011/09/ila348-commons.pdf" target="_blank">als pdf</a>. Die <a href="http://www.ila-web.de/archiv/2009/323inhalt.htm" target="_blank">ila 323</a> brachte &#252;brigens einen <em>commons</em>/Gemeing&#252;ter Schwerpunkt. Und zur Ila-Bestellung (empfehlenswert!) geht’s <a href="http://www.ila-web.de/verschiedenes/bestellzettel.htm" target="_blank">hier.</a></p>
<p><a href="http://www.ila-web.de/verschiedenes/bestellzettel.htm" target="_blank"></a><span style="color: #222222; font-family: 'Courier 10 Pitch', Courier, monospace; font-size: 15px; line-height: 21px; white-space: pre; background-color: #f7f7f7;">Foto: Pointe des Almadies depuis le Phare des Mamelles. by Ji-Elle, Domaine Publique</span></p>
<p><a href="http://commonsblog.wordpress.com/2011/09/13/buen-vivir-und-commons-zwei-konzepte-eine-richtung/"><em>Crosspost</em></a></p>
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		<title>Facebook macht kindisch</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 07:22:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Gisiger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>

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		<description>In der Psychologie bezeichnet "Projektion" einen Abwehrmechanismus, bei dem eigene innere Konflikte auf andere Menschen oder Objekte &amp;#252;bertragen werden. Dass gerade Facebook als prominenteste, weil am h&amp;#228;ufigsten genutzte Social Media Plattform ein passendes Objekt f&amp;#252;r solche Projektionen darstellt, kann ...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="imgLeft_nb alignleft" src="http://www.wortgefecht.net/img/fb_like.jpg" alt="Facebook Like" width="150" height="129" />In der Psychologie bezeichnet <a title="Projektion - Wikipedia DE" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Projektion_(Psychoanalyse)">&#8220;Projektion&#8221; einen Abwehrmechanismus</a>, bei dem eigene innere Konflikte auf andere Menschen oder Objekte &#252;bertragen werden. Dass gerade Facebook als prominenteste, weil am h&#228;ufigsten genutzte Social Media Plattform ein passendes Objekt f&#252;r solche Projektionen darstellt, kann nicht erstaunen: jugendliche Facebook-Nutzer konsumieren &#246;fter Drogen, Eltern vergessen auf Facebook ihre Vorbildfunktion, Facebook macht uns zu Kindern, &#8220;schluss machen&#8221; via Facebook ist in Mode. Ein Kuriosit&#228;tenkabinett.</p>
<h4><strong>Facebook und Drogenkonsum</strong></h4>
<p>Eine Studie an der US-amerikanischen Columbia-University <a title="USA Today: Teen drinking, smoking higher among Facebook users" href="http://yourlife.usatoday.com/parenting-family/teen-ya/story/2011-08-26/Teen-drinking-smoking-higher-among-Facebook-users/50147832/1">besagt, dass Teenager, die soziale Netzwerke nutzen, h&#228;ufiger trinken, rauchen und illegale Substanzen konsumieren</a> als ihre Online-abstinenten Altersgenossen. Angeblich rauchen jugendliche Facebook-Nutzer f&#252;nf Mal h&#228;ufiger, trinken drei Mal h&#228;ufiger Alkohol und kiffen doppelt so oft wie internet-abstinente Jugendliche. Als Grund daf&#252;r f&#252;hrt die Studie an, dass Jugendliche auf Facebook und Co. deutlich h&#228;ufiger Fotos von betrunkenen oder anderweitig beeintr&#228;chtigten Altersgenossen sehen.</p>
<p>Kritiker werfen der Studie u.a. vor, dass die Autoren andere Faktoren nicht ber&#252;cksichtigt haben. Es liege der Verdacht nahe, dass es einen versteckten Faktor gibt, der zu der Korrelation zwischen Drogenkonsum und Social-Media-Verwendung f&#252;hrt.</p>
<h4><strong>Eltern werden bei Facebook wieder zu Teenagern</strong></h4>
<p>Laut der University of Guelph in Kanada <a title="PhysOrg: Just like teens, parents get personal on Facebook" href="http://www.physorg.com/news/2011-07-teens-parents-personal-facebook.html">h&#228;ngen Eltern bei Facebook ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre Rolle als Vorbilder gerne an den Nagel</a>. Im Social Web verhalten sie sich vielmehr wie ihre eigenen Kinder. Ihr Online-Verhalten unterscheidet sich dabei kaum von dem des eigenen Nachwuchses und unterliegt den Erkenntnissen nach den gleichen psychologischen Faktoren. Auf Facebook teilen sie nicht nur pers&#246;nliche Informationen genauso freiz&#252;gig wie ihre Nachkommen, sondern auch die m&#246;glichen Konsequenzen dieses Tuns ist ihnen sogar weniger bewusst als j&#252;ngeren Usern.</p>
<h4><strong>Facebook macht kindisch</strong></h4>
<p>In die selbe Kerbe haut auch Susan Greenfield, Hirnforscherin der Oxford University. <a title="The Guardian: Facebook and Bebo risk 'infantilising' the human mind" href="http://www.guardian.co.uk/uk/2009/feb/24/social-networking-site-changing-childrens-brains">Facebook habe eine Generation von Selbst-Besessenen geschaffen</a>, die nur zu kurzen Momenten der Aufmerksamkeit f&#228;hig sind und wie Kleinkinder st&#228;ndig R&#252;ckmeldung einfordern. Statusmeldungen &#252;ber die eigenen Fr&#252;hst&#252;cksgewohnheiten etc. erinnern laut Greenfield stark an ein kleines Kind, das von der Mutter die R&#252;ckversicherung verlangt: &#8220;Schau Mama, was ich gerade mache!&#8221; Grundlage dieser Infantilisierung seien existenzielle Probleme der Nutzer, ist Greenfield &#252;berzeugt.</p>
<p>Bedenklich sei die Situation deshalb, da das auf Klicks und Kontakte ausgerichtete Leben ebenso wie exzessives Computerspielen das Gehirn neu &#8220;verkabeln&#8221;. Speziell Jugendliche h&#228;tten immer h&#228;ufiger ein Problem damit, beim Gespr&#228;ch den Blickkontakt zu halten oder die Stimme und K&#246;rpersprache des Gegen&#252;bers richtig zu deuten. Die langen Online-Zeiten f&#246;rderten &#8211; Autisten gleich &#8211; einen R&#252;ckgang der Empathief&#228;higkeit.</p>
<h4><strong>&#8220;Schluss machen&#8221; via Facebook in Mode</strong></h4>
<p>Die Boston Public Health Commission sah sich j&#252;ngst gar <a title="NYT: Teaching Kids How to Break Up Nicely" href="http://www.nytimes.com/2011/08/07/magazine/teaching-kids-how-to-break-up-nicely.html">gen&#246;tigt, eine Diskussionrunde mit High-School-Sch&#252;lern dar&#252;ber zu organisieren</a>, wie man am besten eine Beziehung auf Facebook beendet und wie man das anstellt, ohne weiterhin st&#228;ndig die Fotos des Ex-Partners sehen zu m&#252;ssen.</p>
<p>Sch&#246;n, dass wir keine gr&#246;sseren Probleme zu l&#246;sen haben &#8230;</p>
<p><em><a href="http://www.wortgefecht.net/social-media/das-facebook-kuriositaetenkabinett/">Crosspost</a></em></p>
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