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	<title>Le 08/16</title>
	
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	<description>kurze Geschichten für lange Gedanken</description>
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		<title>Jacques</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 20:38:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean-Paul Robin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Er sass auf einem flachen Stein an der Ostflanke des Larrun, einige Dutzend Meter vor ihm graste eine Gruppe Pottokak und in der Ferne schweifte sein Blick über Sara, ein kleines Dorf im französischen Baskenland, nahe der Spanischen Grenze. Die Idylle trügte. Während der Französischen Revolution waren seine Vorfahren sowie alle Einwohner Saras deportiert worden. Jacques [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er sass auf einem flachen Stein an der Ostflanke des <a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/La_Rhune" target="_blank">Larrun</a>, einige Dutzend Meter vor ihm graste eine Gruppe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pottok-Pony" target="_blank">Pottokak</a> und in der Ferne schweifte sein Blick über <a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/Sare" target="_blank">Sara</a>, ein kleines Dorf im französischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Baskenland" target="_blank">Baskenland</a>, nahe der Spanischen Grenze. Die Idylle trügte. <span id="more-178"></span>Während der Französischen Revolution waren seine Vorfahren sowie alle Einwohner Saras deportiert worden. Jacques hingegen hatte sich selbst aus seinem bisherigen Leben losgerissen. Es war eine lange und beschwerliche Reise gewesen; nicht nur durch die Französische Topographie, sondern auch durch die Landkarte seiner Seele. Nach dem er die trügerische Schönheit der Filmkulissen hinter sich gelassen und sich die Luftschlösser beim Zupacken aufgelöst hatten, durchschritt er seine zerbombten Kindheitsträume, vorbei an den glühenden Ideen seiner Jugend, um anschliessend mit geläutertem Blick seine durch ihn geschaffene Welt einer Prüfung zu unterziehen, der sie nicht standhalten konnte. Dies hatte ihn hierher getrieben. An den Ort seiner Vorfahren. Er war zum ersten Mal hier. Ein warmer Schauer durchfuhr seinen Körper. Er fühlte sich verbunden mit dieser Erde; verbunden mit diesem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Baskenland" target="_blank">Baskenland</a>, welches viele Narben besass &#8211; nicht nur eine Landesgrenze die es teilte. Jacques begann zu begreifen, wieso er hier war.</p>
<p><em>Jean-Paul Robin</em></p>
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		<title>Ich spiele was Du hören willst – willst Du auch hören was ich zu sagen habe?</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Apr 2010 16:57:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean-Paul Robin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Routiniert spielt die Band das Stück, die Lichtshow ist perfekt abgestimmt und das Publikum verhält sich wie erwartet: Die Hände im Takt klatschen, aufstehen, Klatschen über Kopf, Applaus nach Solo des Gitarristen, weiter annähernd im Takt klatschen, ungelenke Tanzeinlagen, Applaus, hinsetzen. Zuweilen ist der Vergleich mit einer Aerobic Lektion erschreckend. Das Publikum wirkt dressiert, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Routiniert spielt die Band das Stück, die Lichtshow ist perfekt abgestimmt und das Publikum verhält sich wie erwartet: Die Hände im Takt klatschen, aufstehen, Klatschen über Kopf, Applaus nach Solo des Gitarristen, weiter annähernd im Takt klatschen, ungelenke Tanzeinlagen, Applaus, hinsetzen. Zuweilen ist der Vergleich mit einer Aerobic Lektion erschreckend. <span id="more-171"></span>Das Publikum wirkt dressiert, der Künstler gibt den Zirkusdirektor &#8211; beide gefangen in ihren jeweiligen Rollen. Das sich das Konzert in einem Zirkuszelt abspielt verstärkt diesen Eindruck. Oder ist es etwa umgekehrt? Der Musiker als zahnloser gutmütiger Löwe umgeben von über tausend Dompteuren? Und wehe <a href="http://le0816.com/free-your-mind/man.html" target="_blank">man</a> bleibt als Zuschauer mit verschränkten Armen sitzen, wenn das Publikum aufspringt &#8211; Langweiler! Das kollektive Gaudi mit institutionalisierter Gruppendynamik. Der Musiker spielt was das zahlende Publikum will, lässt es aber gekonnt im Glauben er habe künstlerische Wahlfreiheit. In der VIP Lounge nach dem Konzert heisst es dann: &#8220;Toll wie er auf das Publikum eingegangen ist.&#8221; Der Musiker als Entertainer. Schön, wenn sich dies ergibt &#8211; schade, wenn es zur Notwendigkeit wird.</p>
<p><em>Jean-Paul Robin</em></p>
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		<title>Noch eine Runde</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Mar 2010 23:38:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean-Paul Robin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Oleg war gerade dabei die Türe zu seinem Geschäft abzuschliessen, als ihm ein warmer Schauer über den Rücken lief. Die Sonne schien. Doch die Wärme kam von Innen, obschon er nüchtern war. Er war glücklich; endlich. Er stieg in die Strassenbahn. Viel zu lange hatte er sich bemitleidet, hatte seinen Kummer in Alkohol zu ertränken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oleg war gerade dabei die Türe zu seinem Geschäft abzuschliessen, als ihm ein warmer Schauer über den Rücken lief. Die Sonne schien. Doch die Wärme kam von Innen, obschon er nüchtern war. Er war glücklich; endlich. Er stieg in die Strassenbahn. <span id="more-163"></span>Viel zu lange hatte er sich bemitleidet, hatte seinen Kummer in Alkohol zu ertränken versucht und wäre beinahe selbst darin ertrunken. Nach drei Jahren, in denen er vollgepumpt mit Liebesentzug nur noch funktionierte, hatte ihn das Mitleidsmeer an den Strand gespuckt und ihn wieder frische Luft atmen lassen. Seltsam nur, dass jene, die ihm damals beim Ertrinken verständnisvoll auf die Schulter geklopft hatten, ihn nun für einen Unmenschen hielten, weil er bereit war zu Leben. Gut, es war ein langer Weg gewesen. Nach Monaten voller Schmerz, Wut und Verzweiflung war er mit mitleidsvollen Blicken und tröstenden Worten ans Licht gezogen worden, was ihm aber beinahe zum Verderben wurde. Denn er begann die Zuwendung die ihm für immer versagt bleiben wird aus dem Mitleid seiner Mitmenschen zu beziehen. Er hatte die Geschichte schon so oft und in solch ausladender Üppigkeit erzählt, dass es jene eines beliebigen Mannes hätte sein können, der sein Kind bei einem Unfall verloren und dessen Frau ihn anschliessend verlassen hatte. Das dabei kalt werdende Herz hatte er sich jeweils mit Schnaps gewärmt, die innere Zerrissenheit betäubte er mit Tabletten. Erst die Nachricht vom Tode seiner Frau war stark genug gewesen ihn aufzurütteln. Er wollte nicht länger klagen, um Mitleid zu erregen, wollte nicht mehr lieben, um <a href="http://thinkabout.ch/article/wie-weit-haben-sie-es-zu-ihrer-buddhanatur" target="_blank">Gegenliebe</a> zu erfahren. Er wollte frei sein, er wollte leben. Denn er hatte noch viel zu geben und es war noch nicht zu spät. Er zog seine Laufprothesen an und begab sich auf die erste Runde. Dabei kam ihm die Frage seines Sohnes in den Sinn, die er ihm vor Jahren an diesem Ort gestellt hatte. Er hatte ihn gefragt, &#8220;Papa, wieso dreht <a href="http://le0816.com/free-your-mind/man.html" target="_blank">man</a> sich im Kreis, wenn man davonläuft?&#8221; Er musste schmunzeln und drückte eine Träne weg.</p>
<p><em>Jean-Paul Robin</em></p>
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		<title>Wochenabschluss</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 20:37:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean-Paul Robin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sie stand auf und ging zur Tür. Nach Wochen mangelnder Antriebslust, Ausreden und beinahe professionell anmutender Verdrängung, war heute Schluss &#8211; sie hatte ein Ziel. Im Flur begegnete sie dem sonst nervenaufreibenden Freitagnachmittagsverkehr der Getriebenen mit Gleichmut &#8211; sie beschleunigte kurz und reihte sich zwischen einen wild gestikulierenden Herrn in verschwitztem Hemd und einer hinter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie stand auf und ging zur Tür. Nach Wochen mangelnder Antriebslust, Ausreden und beinahe professionell anmutender Verdrängung, war heute Schluss &#8211; sie hatte ein Ziel. Im Flur begegnete sie dem sonst nervenaufreibenden Freitagnachmittagsverkehr der Getriebenen mit Gleichmut &#8211; sie beschleunigte kurz und reihte sich zwischen einen wild gestikulierenden Herrn in verschwitztem Hemd und einer hinter ihr mit 90 Absatzklicks pro Minute tippelnden Dame ein. <span id="more-153"></span>Auf das anschliessende Drängeln und die missglückten Überholversuche der frustrierten Enddreissigerin hinter ihr reagierte sie gar nicht &#8211; sie hatte ein Ziel. Zudem machte ihr in diesem Gebäude so schnell niemand etwas vor: Sie kannte die Abkürzungen durchs Archiv, den unbenutzten Kopierer im ebenfalls meist unbenutzten Sitzungszimmer K, den Automaten mit der koffeinhaltigsten Brühe &#8211; Kaffee konnte man diese nicht nennen -, und das Geheimnis hinter der gut besuchten Herrentoilette im vierten Stockwerk, welche sie liebevoll &#8220;Schnupförtchen&#8221; zu nennen pflegte. Ihr Ziel vor Augen überholte sie eine orientierungslose Gruppe Praktikanten, schlüpfte behende in den sich schliessenden Aufzug, ignorierte das daraufhin genervte Ausatmen der ungeduldigen Meute und schoss als erste wieder hinaus, als sich die Türen nach kurzer Fahrt wieder geöffnet hatten. Sie entwickelte langsam einen gewissen Stolz während sie wieder Geschwindigkeit aufnahm und mit einer Drehung um die eigene Achse elegant einen Zusammenstoss mit von rechts herbei trampelnden Anzügen verhinderte &#8211; sie hatte es immer noch drauf, und sie hatte ein Ziel.</p>
<p>Energiegeladen bog sie nach links ab und betrat das Vorzimmer, wo sie sogleich alle Blicke auf sich zog. Sie richtete ihre Frage an den äusserst gut aussehenden Chefsekretär, worauf dieser antwortete: &#8220;Es tut mir Leid, er hat das Büro vor 15 Minuten verlassen und ist erst wieder am Montag zurück.&#8221; Ihr Freitagsziel war verschwunden &#8211; ihre Energie verpufft. Niedergeschlagen schritt sie langsam zum Aufzug zurück. Erst der Schmerz, den der Postjunge beim Überfahren ihres rechten grossen Zehens verursachte, liess sie den ersten klaren Gedanken fassen. Sie hätte heute genügend Gelegenheiten gehabt, diese 15 Minuten aufzuholen: Die Freitagspost hätte sie auch erst am Montag lesen können, das Telefonat zwischen den beiden Kaffeepausen am Vormittag war überflüssig gewesen und das Gespräch mit der Projektleiterin zwischen Mittagsshopping und Mittagsschlaf hatte zu lange gedauert. &#8220;Ob ich am Montag überhaupt Lust dazu haben werde? Zu Wochenbeginn?&#8221;, fragte sie sich. &#8220;Ach was soll&#8217;s, dann entlasse ich ihn eben am Montag.&#8221;</p>
<p><em>Jean-Paul Robin</em></p>
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		<title>Platzhirsch</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 15:11:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean-Paul Robin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Ist an ihrem Tisch noch ein Platz frei?&#8221;  Reflexartig antwortete er mit aufgesetzter Freundlichkeit: &#8220;Aber sicher.&#8221; Was hätte er auch sagen sollen, schliesslich sass er alleine an einem Tisch für Vier und das Restaurant war rappelvoll. Trotzdem verfluchte er leise seine anerzogenen Manieren, denen er soeben seinen Willen den Gast abzuweisen, mit lediglich zwei Worten und einem Lächeln untergeordnet hatte. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Ist an ihrem Tisch noch ein Platz frei?&#8221;  Reflexartig antwortete er mit aufgesetzter Freundlichkeit: &#8220;Aber sicher.&#8221; Was hätte er auch sagen sollen, schliesslich sass er alleine an einem Tisch für Vier und das Restaurant war rappelvoll. Trotzdem verfluchte er leise seine anerzogenen Manieren, denen er soeben seinen Willen den Gast abzuweisen, mit lediglich zwei Worten und einem Lächeln untergeordnet hatte. <span id="more-144"></span>Dabei hatte er sich schon darüber aufregen müssen alleine zu essen. Aber es war Grippezeit und mit der attraktiven Aushilfe zu <em>lunchen</em> fand er nicht angebracht, zumal er auch sonst nie mit Sekretariatspersonal Essen ging. Schlimmer fand er jedoch seinen frühzeitig reservierten Tisch mit aufdringlicher Laufkundschaft teilen zu müssen; insbesondere nachdem er sich mühevoll die Vorteile des entspannten, gedankenverlorenen und stillen <a href="http://le0816.com/the-blues/einsamkeit.html" target="_self">Alleinessens</a> vor Augen geführt hatte. &#8220;Ist der Platz Ihnen gegenüber auch frei?&#8221; &#8220;Bittesehr,&#8221; sagte er wieder mit aufgesetztem Lächeln inklusive einladender Handbewegung und dachte im selben Augenblick: &#8220;Bin ich denn bescheuert?&#8221; Jetzt war er nämlich gezwungen seinen Blick für die nächste halbe Stunde &#8211; mindestens &#8211; entweder auf das Tischtuch zu richten oder angestrengt links und rechts die minimalistische Innendekoration des Restaurants zu bestaunen. &#8220;Wieso musste der sich ausgerechnet auf diesen Platz setzen?&#8221;, dachte er, &#8220;Bist selber schuld! Ich Idiot habe ihn ja auch nicht davon abgehalten als ich noch konnte&#8230; Aber was hätte ich denn sagen sollen? &#8220;Verzeihen sie, aber mein Blick braucht etwas Privatsphäre,&#8221; das kann <a href="http://le0816.com/free-your-mind/man.html" target="_self">man</a> doch unmöglich sagen.&#8221; &#8211; &#8220;Sind Sie öfters hier?&#8221;, fragte ihn sein Gegenüber. &#8220;Ja,&#8221; antwortete er und dachte gleich:&#8221;Jetzt nur keine Wetter- und was-machen-Sie-beruflich-Fragen&#8230;&#8221; &#8220;Eine schöne Aussicht hat man von diesem Tisch aus.&#8221; &#8220;Sie sind zum ersten mal hier?&#8221; &#8220;Ja.&#8221; &#8220;Beruflich in der Stadt?&#8221;</p>
<p><em>Jean-Paul Robin</em></p>
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		<title>Der Serientäter an der Ecke</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 21:42:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean-Paul Robin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Er schätzte es, wenn man ihm auf gleicher Augenhöhe begegnete. Und obschon er schon oft herablassend behandelt worden war, hielten sich die meisten daran und schraubten nicht nur an ihren Manieren. Der gegenseitige Respekt war in seinem Geschäft zwar nicht Voraussetzung aber es erhöhte die Langlebigkeit ungemein. Trotzdem war er vom Leben auf der Strasse gezeichnet, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er schätzte es, wenn <a href="http://le0816.com/free-your-mind/man.html" target="_self">man</a> ihm auf gleicher Augenhöhe begegnete. Und obschon er schon oft herablassend behandelt worden war, hielten sich die meisten daran und schraubten nicht nur an ihren Manieren. Der gegenseitige Respekt war in seinem Geschäft zwar nicht Voraussetzung aber es erhöhte die Langlebigkeit ungemein. Trotzdem war er vom Leben auf der Strasse gezeichnet, wie auch seine Cousins in New York, Berlin oder Manila, aber immerhin war er noch am Leben &#8211; was man von gewissen Berufskollegen leider nicht behaupten konnte. Es war ihm wohl bewusst, dass es ihn jederzeit auch erwischen konnte &#8211; da machte er sich keine Illusionen. <span id="more-139"></span>Sein Geschäft war schon immer billig gewesen und auf den ersten Blick auch ein äusserst oberflächliches. Es ging lediglich um diesen einen Augenblick, genauer gesagt waren es meistens vier Augenblicke. Eine gekaufte Momentaufnahme. Doch dieser Augenblick bedeutete ihm alles &#8211; er lebte nur für diesen Augenblick. Denn kaum war der Vorhang gefallen begann das grosse Kino: Es wurde geweint, gelacht, gestritten, geküsst, umgezogen, angezogen, ausgezogen&#8230; eigentlich waren alle Kunden nackt. Denn sie stellten sich seinem stets unvorteilhaften grellen Blick. Sie waren ihm ausgeliefert. Er wusste das und sie wussten das auch. Sie waren mit dem Ergebnis meistens unzufrieden und zeigten es ungern anderen &#8211; trotzdem kamen sie immer wieder. Gut, nicht alle. In den letzten Jahren hatte sich die Zusammensetzung seines Kundenstammes markant verändert. Der  internationale Terrorismus oder besser, dessen Folgen waren daran schuld. Ja, auch er war nicht verschont geblieben. Doch im Gegensatz zu vielen anderen, war er dankbar um diese Entwicklung. Da er nie verreiste, konnte er seine diesbezügliche Meinung auch frei äussern. Denn seit im internationalen Personenverkehr die Sicherheitsvorkehrungen  erhöht wurden und mit ihnen die Anforderungen an die Reisedokumente, hatte er keine Pflichtkunden mehr. Er hat keine Kunden mehr, die sich ihm gegenüber setzten, als hätten sie keine andere Wahl. Diese sassen meist, als wären sie auf einer öffentlichen Toilette, etwas verkrampft vor ihm, lächelten nie und regten sich anschliessend auf, dass sie nicht freundlich rüberkamen. Wie auch?! Zum Glück waren diese Zeiten Geschichte. Im Zeitalter der biometrischen Pässe konnte er sich genüsslich seinen Lieblingskunden zuwenden &#8211; den <a href="http://www.photobooth.net/" target="_blank">Nostalgikern</a>.  Und so lange es diese Nostalgiker noch gab, konnte er sich weiterhin um die persönlichste Oberflächlichkeit der Welt kümmern, den intimen Augenblicken auf weniger als einem Quadratmeter.</p>
<p><em>Jean-Paul Robin</em></p>
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		<title>Gemässigtes Klima (III)</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 16:25:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean-Paul Robin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lene war mit Mitte Dreissig aus ihrer Mittelmässigkeit erwacht, hatte ihr gemässigtes Leben mit letzter Kraft aus sich heraus geschrien und hatte zum ersten mal ihr wahres Ich gespürt, als sie unerwartet von einer in die Jahre gekommenen Limousine erfasst, und wieder auf den Boden der Tatsachen geschleudert wurde. Sie spürte nichts mehr.
Sie fühlte weder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lene war mit Mitte Dreissig aus ihrer <a href="http://le0816.com/free-your-mind/gemassigtes-klima.html" target="_self">Mittelmässigkeit</a> erwacht, hatte ihr gemässigtes Leben mit letzter Kraft aus sich heraus geschrien und hatte zum ersten mal ihr wahres Ich gespürt, als sie unerwartet von einer in die Jahre gekommenen <a href="http://le0816.com/free-your-mind/gemassigtes-klima.html" target="_self">Limousine</a> erfasst, und wieder auf den Boden der Tatsachen geschleudert wurde. Sie spürte nichts mehr.<span id="more-128"></span></p>
<p>Sie fühlte weder die Kälte des sich über ihr entladenden Wintersturmes noch die Restwärme in ihren Adern. Sie wusste weder wo oben noch unten war und hatte jegliches Zeitgefühl verloren. &#8220;Wie lange lag sie nun schon im Dunkeln? Lag sie überhaupt?&#8221; &#8211; Aber ihre Gedanken waren allem Anschein nach frei. Sie begann Gefallen an diesem Zustand zu finden, denn sie hatte nun mehr als in ihrem gesamten bisherigen Leben. Sie war alleine mit ihren Gedanken. Während sie früher Angst vor einem solchen Zustand gehabt hätte, vor dieser nicht selbstgewählten <a href="http://le0816.com/2009/12/24/einsamkeit/#more-14" target="_self">Einsamkeit</a>, fühlte sie sich auf einmal von dieser geborgen, aufgehoben, abgeschirmt. Die Einsamkeit erlaubte ihr sich ohne störende Einflüsse auf ihre Gedanken zu konzentrieren, während die Leere in der sie sich augenscheinlich befand sie dazu befähigte ihr Leben am Reissbrett neu zu entwerfen. Sie wusste was gewesen war, nicht was sein wird. Sie wusste was nicht gewesen war, aber was sein könnte. Ihr altes Leben ausgeknipst, skizzierte sie ein neues wie sie es gerne hätte &#8211; wie sie es brauchte. Dabei ersetzte sie nicht alles was war, denn ihr altes Leben war ihr Erfahrungsrucksack. Sie wollte vielmehr ihr altes, eintöniges Leben ausbauen - mehr kühle Gedanken und heisse Gefühle in ihr gemässigtes Klima einschiessen. Als sie mit ihrer Lebensskizze fertig war stellte sie fest, dass sie noch immer nichts fühlte, dass sie noch immer von Dunkelheit und Grabesstille umgeben war.</p>
<p>Sie entschloss sich ihre Augen zu öffnen. Das Morgenlicht blendete sie und sie schloss die Augen gleich wieder. Wo war sie? Sie öffnete ihre Augen erneut, diesmal nur einen Spalt weit und blinzelte durch ihre Wimpern. Da läutete das Handy neben ihr. &#8211; &#8220;Ja?&#8221;, sprach sie leise in das Mikrofon. &#8220;Lene?&#8221;, fragte eine verwunderte Männerstimme. - &#8220;Am Apparat. Wer ist da?&#8221; &#8211; &#8220;Ich bin&#8217;s, Max. Hast Du Dich erkältet?&#8221; &#8211; &#8220;Nein, wieso?&#8221; &#8211; &#8220;Du hast eine extrem heisere Stimme.&#8221; &#8211; In ihren Augen blitzte wieder der Funke auf und ein Lächeln huschte über ihr Gesicht: &#8220;Ich war an einem Rockkonzert und wurde ziemlich durchgeschüttelt.&#8221; &#8211; &#8220;Du? An einem Rockkonzert?&#8221;, tönte es ungläubig aus der Leitung. &#8211; &#8220;Ja. Ich.&#8221;</p>
<p><em>Jean-Paul Robin</em></p>
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		<title>Gemässigtes Klima (II)</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 13:14:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean-Paul Robin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lene war auf dem Heimweg gewesen, als sie ihr bisheriges Leben Revue passieren liess und feststellte, dass es äusserst gemässigt verlaufen war &#8211; zu gemässigt. Während Lene damit begonnen hatte ihre Gedanken graduell zu beschleunigen, war auch das Wetter aus seiner Mittelmässigkeit erwacht &#8211; Petrus hatte kompromisslos einen Wintersturm zusammengebraut.
Lene arbeitete in der gemässigten Zone [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lene war auf dem Heimweg gewesen, als sie ihr bisheriges Leben Revue passieren liess und feststellte, dass es äusserst <a href="http://le0816.com/free-your-mind/gemassigtes-klima.html" target="_self">gemässigt</a> verlaufen war &#8211; zu gemässigt. Während Lene damit begonnen hatte ihre Gedanken graduell zu beschleunigen, war auch das Wetter aus seiner Mittelmässigkeit erwacht &#8211; Petrus hatte kompromisslos einen Wintersturm zusammengebraut.</p>
<p>Lene arbeitete in der gemässigten Zone einer Bankfiliale &#8211; im mittleren Kader. Während den fetten Jahren waren ein paar Hitzköpfe an ihr vorbei in den Hauptsitz gestiegen, in letzter Zeit hatte sich aber manch krisengekühlter Heisssporn wieder unter ihr eingereiht, was sie in ihrer Risikoaversion bestätigt hatte. Sie war trotzdem ein Angsthase! <span id="more-120"></span>Die Schneeflocken peitschten über ihr Gesicht &#8211; ihre linke Backe fühlte sich bereits an wie nach einem Zahnarztbesuch. Doch war nicht ihr ganzer Körper, ja sogar ihr Geist seit Jahren schon taub? Ihr Leben plätscherte in einem Kanal gemässigt dahin, beruhigende tägliche Routine mit portionierter Zerstreuung an emotionalem Einheitsbrei. Ihr war kalt &#8211; schliesslich hatte sie nicht damit gerechnet, dass heute das Wetter umschlagen würde. Sie hielt sich die klammen Hände schützend vors Gesicht und stemmte ihren feingliedrigen Körper Schritt für Schritt gegen den Wind. Sie war wütend! Sie war wütend auf sich, weil sie den Wetterbericht nicht gelesen hatte, weil ihr jetzt kalt war, weil der Weg nach Hause noch weit war und weil sie während mindestens fünfzehn Jahren in einem selbstverursachten Wachkoma gelegen hatte! Sie hatte sich von ihren Eltern ihre Kindheitsträume ausreden lassen, hatte sich als Teenager der Gruppenzugehörigkeit zuliebe angepasst und wartete seit über zehn Jahren auf ihren Traumprinzen im Aussendienst, als würde dieser auf der Suche nach ihr von Haustüre zu Haustüre gehen! Sie ballte ihre Hände zu weissen Fäusten zusammen und führte sie zur Brust, dann öffnete sie ihren Mund, presste die Augen zusammen und schrie so wie sie noch nie geschrien hatte &#8211; sie hatte noch nie zuvor in ihrem Leben geschrien. Als ihr die Luft ausging, atmete sie noch mehr kalte Luft ein und schrie sie in die Dämmerung. Als ihr die Kraft fehlte, um auf den Beinen stehen zu bleiben, sank sie auf die Knie &#8211; und schrie weiter. -</p>
<p>Schliesslich verstummte sie. Sie stand auf. Ein müdes aber zufriedenes Lächeln huschte über das gerötete Gesicht. Nun spürte sie ihren Körper, sie spürte sich selbst, sie wusste was sie all diese Jahre verdrängt hatte und sie wusste, dass jetzt die Zeit gekommen war ihr Leben zu leben. Sie fühlte sich endlich lebendig! Voller Tatendrang rannte sie den Kiesweg entlang. Sie spürte den kühlenden Schnee im Gesicht. Dann spürte sie den vereisten Asphalt unter ihren Füssen, blickte nach rechts, sah die Scheinwerfer &#8211; dann spürte sie nichts mehr.</p>
<p><em>Jean-Paul Robin</em></p>
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		<title>Der Fremde aus Norwalk</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 21:10:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean-Paul Robin</dc:creator>
				<category><![CDATA[The Blues]]></category>
		<category><![CDATA[Chaos]]></category>
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		<description><![CDATA[Noro war neu in der Stadt. Ursprünglich aus Norwalk, Ohio, fühlte er sich mittlerweile überall Zuhause. Kurzentschlossen besetzte er ein verlassenes Haus neben dem renommierten Restaurant &#8220;Chez Moi&#8221;. Das Haus war etwas heruntergekommen und es roch nach Abwasser, aber das störte ihn nicht; im Gegenteil: Das war die perfekte Location. Ob ihm die Hausbesetzung Ärger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noro war neu in der Stadt. Ursprünglich aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Norwalk_(Ohio)" target="_blank">Norwalk, Ohio</a>, fühlte er sich mittlerweile überall Zuhause. Kurzentschlossen besetzte er ein verlassenes Haus neben dem renommierten Restaurant &#8220;Chez Moi&#8221;. Das Haus war etwas heruntergekommen und es roch nach Abwasser, aber das störte ihn nicht; im Gegenteil: Das war die perfekte Location. Ob ihm die Hausbesetzung Ärger mit den Ordnungshütern einbringen würde, kümmerte ihn wenig. Er war sich Ärger gewohnt &#8211; Ärger war sein zweiter Vorname. Obwohl sein Anblick nichts dergleichen vermuten liesse: Er war von schlanker Statur, elegant gekleidet und äusserst unauffällig. Vielleicht war er deshalb ein Meister seines Fachs. <span id="more-107"></span>Nun musste es schnell gehen. Kaum hatte er sich eingenistet, begann er die nötigen Vorbereitungen zu treffen: Er zapfte die städtische Stromversorgung an, baute die Lautsprechertürme auf und schloss die Verstärker, das Mischpult und die Plattenspieler an &#8211; ja, er war old school, aber dafür anpassungsfähig. Mit gierigem Blick setzte er die Nadel auf der ersten Schallplatte ab: Ein gewaltiger Bass erschütterte das Haus, die Stromversorgung im Quartier brach zusammen, die feine Gesellschaft im benachbarten &#8220;Chez Moi&#8221; horchte befremdet auf &#8211; es konnte losgehen!</p>
<p>Jetzt war es mit der Unauffälligkeit vorbei, getrieben von seiner inneren Bestimmung heizte er der Meute, die von überall her zu ihm hinströmte, gehörig ein. Aus allen Winkeln der Stadt, ja sogar von ausserhalb, kamen hunderte zunächst unauffällige Gestalten. Kaum hatten sie  jedoch das Gebäude betreten und spürten seine Anwesenheit, liessen sie ihre Masken fallen. Die ersten Ordnungshüter waren sogleich zur Stelle, doch der Mob war bereits zu gross und Verstärkung nicht in Sicht. Er hatte natürlich die richtige Leitung angezapft, hatte die richtige Platte aufgelegt und öffnete nun den Lautstärkeregler bis zum Anschlag. Die Bässe hämmerten durch das Haus hinaus in die stockfinstere Nacht und prallten auf die Wände der Nachbargebäude, welche ob dieser Wucht einzustürzen drohten. Innert Kürze war die Party ausgeartet.</p>
<p>Die Gesellschaft im Restaurant &#8220;Chez Moi&#8221;, welche verängstigt zwischen dem <em>&#8220;</em><em>Saibling mi-cuit auf Nonnas Orecchietti&#8221;</em> und dem <em>&#8220;Rücken vom Eringer Kampfrind auf Risotto mit Perigord Trüffel&#8221;</em> im Dunkeln verharrt war, bekam es mit der Angst zu tun. Als ginge es um ihr Leben kämpften sich die Gäste durch das Lokal, stauten sich im Entrée, worauf sie nach einigen unschönen Szenen, gruppenweise ins Freie stürmten &#8211; es war fürwahr kein schöner Anblick. Als das &#8220;Chez Moi&#8221; vollständig evakuiert war, zog ich, im Wissen die nächsten Tage zwischen Bett und Bad zu verbringen, meinen Kopf aus der Kloschüssel.</p>
<p><em>Jean-Paul Robin</em></p>
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		<title>Subventionierter Geschmack?</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 09:59:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean-Paul Robin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Milchpulver]]></category>
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		<category><![CDATA[Selbstversorgung]]></category>
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		<description><![CDATA[Tiné griff zum Becher und trank einen grossen Schluck daraus. Sie sass auf einer alten Holzbank am Rande einer Bergwiese. Die Sonne schien ihr ins Gesicht. Die Tautropfen verdampften. In der Ferne waren Kuhglocken zu hören. Eine tiefe innere Zufriedenheit erfasste sie.  &#8220;So muss sie schmecken!&#8221;, sagte sie mit einem Seufzer. &#8220;Was?&#8221;, fragte Ogo erstaunt. &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tiné griff zum Becher und trank einen grossen Schluck daraus. Sie sass auf einer alten Holzbank am Rande einer Bergwiese. Die Sonne schien ihr ins Gesicht. Die Tautropfen verdampften. <span id="more-101"></span>In der Ferne waren Kuhglocken zu hören. Eine tiefe innere Zufriedenheit erfasste sie.  &#8220;So muss sie schmecken!&#8221;, sagte sie mit einem Seufzer. &#8220;Was?&#8221;, fragte Ogo erstaunt. &#8211; &#8220;<a href="http://www.laiterieduberger.com/cooperation.html" target="_blank">Milch</a>&#8220;, flüsterte Tiné mit geschlossenen Augen. &#8220;Probier mal!&#8221;, sie schob ihm den Becher zu. Der kleine Ogo streckte seine Nase über die Becherkante und schnupperte vorsichtig an der weissen Flüssigkeit. Dann schlürfte er zögerlich etwas davon. &#8220;Igitt, das ist doch keine Milch!&#8221;</p>
<p>- &#8220;Falsch Ogo &#8211; genau das ist Milch!&#8221;</p>
<p>- &#8220;Erzähl dieses Märchen jemand anderem,&#8221; sagte Ogo spöttisch während er zwei gehäufte Löffel <a href="http://www.tagesschau.de/wirtschaft/milchgipfel112.html" target="_blank">Milchpulver</a> in sein Wasserglas kippte.</p>
<p><em>Jean-Paul Robin</em></p>
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