<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<feed xmlns="https://www.w3.org/2005/Atom">
   <title>Lebenshaus Schwäbische Alb</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/" />
   <link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://www.lebenshaus-alb.de/atom.xml" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1</id>
   <updated>2026-06-10T19:40:08Z</updated>
   
   <generator uri="https://www.sixapart.com/movabletype/">Movable Type 3.34</generator>

<entry>
   <title>&quot;Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden&quot;</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015583.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15583</id>
   
   <published>2026-06-10T14:06:33Z</published>
   <updated>2026-06-10T19:40:08Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Ralf Becker, Karen Hinrichs, Heinrich Sch&auml;fer, Theodor Ziegler und viele Unterst&uuml;tzer:innen (Organisationen, Einzelpersonen) haben eine &quot;&Ouml;kumenische Friedensschrift - 2026&quot; vorgelegt....]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
   </author>
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/kirchen_und_frieden" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gesellschaft/religionglaubekirche" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   <category term="4778" label="edition pace" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Ralf Becker, Karen Hinrichs, Heinrich Sch&auml;fer, Theodor Ziegler und viele  Unterst&uuml;tzer:innen (Organisationen, Einzelpersonen) haben eine  &quot;&Ouml;kumenische Friedensschrift - 2026&quot; vorgelegt. In Kooperation mit dem  &Ouml;kumenischen Friedensnetz wird sie als Buchband in der Reihe &quot;edition  ppace&quot; herausgegeben. Kann man sich heute noch an der Bergpredigt orientieren? Ja, sagen  die Autor:innen dieser Friedensschrift. Denn die Bergpredigt ist  kompatibel mit der modernen Friedensforschung. Besonders das Konzept der  Friedenslogik zeigt Wege auf, wie Konflikte mit Mitteln der Diplomatie  und der zivilen Konfliktl&ouml;sung gel&ouml;st und Kriege verhindert werden  k&ouml;nnten. Eine kenntnisreiche Analyse der negativen Rolle des Westens bei  der Eskalation im Ukrainekrieg macht exemplarisch deutlich, dass der  &quot;Balken im eigenen Auge&quot; auf politischer Ebene zu oft die Sicht  verstellt.&nbsp;Diese &ouml;kumenische Friedensschrift gibt  Christ:innen und Humanist:innen eine klare friedensethische  Orientierung. Sie fordert dazu auf, in Zeiten massiver Aufr&uuml;stung  unmissverst&auml;ndlich f&uuml;r milit&auml;rische Abr&uuml;stung und f&uuml;r den Beitritt aller  Staaten zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag einzutreten. Gerade die Kirchen  k&ouml;nnen eine starke, klare Stimme f&uuml;r Frieden sein und am Aufbau einer  Kultur des Friedens mitwirken.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>Ralf Becker, Karen Hinrichs, Heinrich Sch&auml;fer, Theodor Ziegler und viele Unterst&uuml;tzer:innen haben eine &quot;&Ouml;kumenische Friedensschrift - 2026&quot; vorgelegt</h3>
<p><strong>Von Redaktion &sbquo;edition pace'</strong></p>
<div class="frame1">
<p>Ralf Becker / Karen Hinrichs / Heinrich Sch&auml;fer / Theodor Ziegler: <em><strong>Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden.</strong></em> - Eine &ouml;kumenische Friedensschrift, 2026. (edition pace | Sonderband der Reihe). Hamburg: BoD 2026. (ISBN: 978-3-6963-9825-5; Paperback; 128 Seiten; 7,99 Euro). <a href="https://buchshop.bod.de/wer-frieden-will-muss-mit-dem-feind-reden-ralf-becker-9783696398255">https://buchshop.bod.de/wer-frieden-will-muss-mit-dem-feind-reden-ralf-becker-9783696398255</a></p>
</div>
<p><img src="/magazin/media/img/UmschlagAbb-Friedensschrift.jpg" width="280" height="446" vspace="10" hspace="10" align="right" alt="" />Ralf Becker, Karen Hinrichs, Heinrich Sch&auml;fer, Theodor Ziegler und viele Unterst&uuml;tzer:innen (Organisationen, Einzelpersonen) haben eine &quot;&Ouml;kumenische Friedensschrift - 2026&quot; vorgelegt. In Kooperation mit dem &Ouml;kumenischen Friedensnetz wird sie als Buchband in der Reihe &quot;edition ppace&quot; herausgegeben; die zuerst erschienene Internetfassung kann frei aufgerufen und verbreitet werden (siehe unten am Schluss dieses Textes).</p>
<h3>Orientierung an der Bergpredigt</h3>
<p>Kann man sich heute noch an der Bergpredigt orientieren? Ja, sagen die Autor:innen dieser Friedensschrift. Denn die Bergpredigt ist kompatibel mit der modernen Friedensforschung. Besonders das Konzept der Friedenslogik zeigt Wege auf, wie Konflikte mit Mitteln der Diplomatie und der zivilen Konfliktl&ouml;sung gel&ouml;st und Kriege verhindert werden k&ouml;nnten. Eine kenntnisreiche Analyse der negativen Rolle des Westens bei der Eskalation im Ukrainekrieg macht exemplarisch deutlich, dass der &quot;Balken im eigenen Auge&quot; auf politischer Ebene zu oft die Sicht verstellt.</p>
<p>Diese &ouml;kumenische Friedensschrift gibt Christ:innen und Humanist:innen eine klare friedensethische Orientierung. Sie fordert dazu auf, in Zeiten massiver Aufr&uuml;stung unmissverst&auml;ndlich f&uuml;r milit&auml;rische Abr&uuml;stung und f&uuml;r den Beitritt aller Staaten zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag einzutreten. Gerade die Kirchen k&ouml;nnen eine starke, klare Stimme f&uuml;r Frieden sein und am Aufbau einer Kultur des Friedens mitwirken.</p>
<h3>Erste R&uuml;ckmeldungen zur &Ouml;kumenischen Friedensschrift:</h3>
<p>&quot;Die Kirche sollte in Verk&uuml;ndigung und Seelsorge, auch im politischen Diakonat, weiterdenken, als die M&auml;chte der Welt es verm&ouml;gen. Deshalb erfreut schon der richtungsweisende Titel der &Ouml;kumenischen Friedensschrift: &sbquo;Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden'.&quot; (Horst Scheffler, Ltd. Milit&auml;rdekan a.D.).</p>
<p>&quot;Diese Friedensschrift gibt im besten Sinne eine Orientierung: klar in der Position, verst&auml;ndlich in der Sprache, gut strukturiert und ohne politische und theologische Verrenkungen.&quot; (Elisabeth Freise, Mitglied im Koordinierungskreis von &quot;Sicherheit neu denken&quot;).</p>
<p>&quot;Da ist etwas sehr Gutes entstanden! Besonders gelungen finde ich den klaren Aufbau und, noch wichtiger, die klare Sprache. Dadurch ist die Friedensschrift langfristig in vielerlei Kontexten interessant und nutzbar, etwa im Religionsunterricht oder auch in nichtkirchlichen Friedensinitiativen. Und die langfristige Nutzung und Wirkung ist wichtiger als kurzfristige Aufmerksamkeit. Aber das schlie&szlig;t sich ja nicht aus!&quot; (Markus Weingardt, Friedens- und Konfliktforscher).</p>
<h3>Leseprobe | Zusammenfassung (Seite 7-9)</h3>
<p><strong>Wer wir sind und wozu wir uns verpflichten</strong> | Als Mitglieder unterschiedlicher Kirchen in Deutschland stehen wir in Solidarit&auml;t und Liebe an der Seite der Opfer der Kriege und der Gefl&uuml;chteten. Um der betroffenen Menschen willen fordern wir alle kriegsf&uuml;hrenden Parteien auf, die Gewalt zu beenden. Wir verpflichten uns, den Opfern und Gefl&uuml;chteten weiterhin nach unseren M&ouml;glichkeiten durch praktische Hilfe und unsere F&uuml;rbitte beizustehen. Wir sehen uns durch unsere privilegierte westeurop&auml;ische Situation verpflichtet, jede Kriegstreiberei zu entlarven und die politisch Verantwortlichen zu einer friedensf&ouml;rderlichen Diplomatie aufzufordern.</p>
<p><strong>An wen wir uns richten</strong> | Unsere Schrift richtet sich zuerst an unsere eigenen Kirchen und Organisationen in Deutschland. Wir bringen uns mit neuen Impulsen in den friedenspolitischen und friedensethischen Diskurs ein. Dabei orientieren wir uns vor allem an der Friedensbotschaft Jesu. Zugleich richten wir uns an die Menschen in Politik und Gesellschaft, die als souver&auml;ne B&uuml;rger:innen und als Repr&auml;sentant:innen des Volkes Verantwortung tragen.</p>
<p><strong>Was im Mittelpunkt steht</strong> | Wir sind &uuml;berzeugt, dass die Friedensbotschaft Jesu allen Menschen gilt und gerade in der aktuellen Weltlage wichtige Orientierung f&uuml;r Verantwortliche in Politik und Gesellschaft geben kann. Wir verstehen besonders die Bergpredigt als sehr kompatibel mit den Einsichten der sozialwissenschaftlichen Friedens- und Konfliktforschung.</p>
<p><strong>Die Bergpredigt in der Politik ernst nehmen </strong>| Die Bergpredigt empfiehlt durchweg friedensf&ouml;rderliches Handeln: Dazu geh&ouml;ren Selbstkritik, intelligente Feindesliebe und die praktische Umsetzung der Goldenen Regel. Jesus r&auml;t, zuerst den Balken im eigenen Auge zu beachten, statt den Splitter im Auge des anderen. Das betont die Bedeutung von Selbstkritik f&uuml;r unser Wahrnehmen, Urteilen und Handeln. Das in der Friedensforschung entwickelte Konzept der Friedenslogik erscheint uns als bester Ansatz, um die biblischen Orientierungen in der Gegenwart in friedensf&ouml;rderliches Handeln umzusetzen.</p>
<p><strong>F&uuml;r Frieden in der Ukraine und f&uuml;r universales V&ouml;lkerrecht</strong> | Am Beispiel des Krieges Russlands gegen die Ukraine zeigen wir in dieser Schrift auf, wie friedenslogische Praxis dazu dienen kann, Gewalt und Krieg einzud&auml;mmen. Wir analysieren die Eskalation seit dem Aufnahmebeschluss der NATO f&uuml;r die Ukraine im Jahr 2008 und die verpassten und noch m&ouml;glichen Chancen zum Aufbau einer nachhaltigen friedlichen Sicherheitsordnung in Europa. - Wir pl&auml;dieren auch im Blick auf andere Kriege f&uuml;r die Ber&uuml;cksichtigung der Interessen aller Konfliktparteien und die St&auml;rkung des V&ouml;lkerrechts als universales Recht.</p>
<p><strong>Aufgaben der Kirchen</strong> | Kirchen werden ihrem Auftrag nur als Friedenskirchen gerecht. Die Friedensbotschaft Jesu stellt die Kirche in Kontrast zu einer von Gewalt und Unrecht gepr&auml;gten Gesellschaft und in Verbindung zur modernen Friedensforschung. Kirchen sollten in Zeiten massiver Aufr&uuml;stung unmissverst&auml;ndlich f&uuml;r milit&auml;rische Abr&uuml;stung und f&uuml;r den Beitritt aller Staaten zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag eintreten und eine starke, klare Stimme f&uuml;r den Abbau von Feindbildern sein. Auf diese Weise wirken sie der Militarisierung der Gesellschaft entgegen.</p>
<p><strong>F&uuml;r eine Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit</strong> | Es gibt weltweit zahlreiche positive Beispiele christlichen Friedenswirkens. Glaubhaftes und wirksames Handeln der Kirchen erfordert die Unterst&uuml;tzung von Kriegsdienstverweigerung sowie konkretes Engagement f&uuml;r Zivile Konfliktbearbeitung und Friedensf&ouml;rderung. Als Christinnen und Christen sollten wir praktische Instrumente konstruktiver Konfliktbearbeitung erlernen und umsetzen. Der Glaube an den gewaltfreien Jesus und seine Botschaft vom Reich Gottes befreit uns vom Mythos, Friede sei durch milit&auml;rische Gewalt und Drohung zu erreichen. Dagegen ermutigt uns der Glaube zum gewaltfreien Widerstand gegen Unrecht und zum Aufbau einer Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit.</p>
<p><strong>Wie diese &ouml;kumenische Friedensschrift entstanden ist</strong> | Das Redaktionsteam wurde in einer Plenumssitzung einer gro&szlig;en Zahl von Vertreter:innen von Friedensorganisationen gebildet. Im Zusammenspiel von Entw&uuml;rfen und R&uuml;ckmeldungen aus dem Plenum entstand dieser Text.</p>
<h3>Die Redaktionsgruppe</h3>
<p><strong>Ralf Becker</strong>, Social Entrepreneur, seit 2019 Koordinator der Initiative Sicherheit neu denken, 2012-2019 Koordinator des gewaltfrei handeln - &ouml;kumenisch Frieden lernen e.V., Mitwirkung u. a. im SprecherInnen-Rat der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, in der Kirchentwicklung der Bist&uuml;mer Paderborn und M&uuml;nster, der Kampagne Erlassjahr 2000 sowie der Koordination internationaler Nachhaltigkeitsdialoge und der Umsetzung der Studie Zukunftsf&auml;higes Deutschland beim Hilfswerk Misereor.</p>
<p><strong>Karen Hinrichs</strong>, Pfarrerin i. R., Theologin und P&auml;dagogin, 1989-2004 Gemeindepfarrerin und 2004-2019 Oberkirchenr&auml;tin der Evangelischen Landeskirche in Baden, 2020-2025 Dozentin und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrende Direktorin des Friedensinstituts der Evangelischen Hochschule Freiburg. Publikationen zu Friedensp&auml;dagogik und Theologie.&nbsp; Mitglied u. a. bei: &Ouml;kumenisches Institut f&uuml;r Friedenstheologie, Gewaltfrei Handeln - &ouml;kumenisch Frieden lernen e.V., Internationaler Vers&ouml;hnungsbund - Deutscher Zweig, Church and Peace.</p>
<p><strong>Heinrich Sch&auml;fer</strong>, Prof. Dr. Dr. (i. R.), Soziologe und evangelischer Theologe, Universit&auml;t Bielefeld; fr&uuml;her Universidad B&iacute;blica Latinoamericana, Costa Rica; arbeitet seit Ende der 1970er Jahre durch Feldforschung in zwei Kriegen und weitere wissenschaftliche T&auml;tigkeit in Lateinamerika und Deutschland u.a. am Themenkomplex &quot;Konflikt / Friede&quot; aus soziologischer und theologischer Perspektive. Sein theologischer Ansatz ist eine soziologisch informierte Befreiungstheologie.</p>
<p><strong>Theodor Ziegler</strong>, Dr. phil., Baiersbronn, Religionsp&auml;dagoge, wirkte am Friedensethischen Diskussionsprozess der Badischen Landeskirche sowie an der Erarbeitung des Szenarios &quot;Sicherheit neu denken. Von der milit&auml;rischen zur zivilen Sicherheitspolitik&quot; mit und geh&ouml;rt dem &Ouml;kumenischen Institut f&uuml;r Friedenstheologie sowie der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsgegner an. Dissertation: &quot;Motive und Alternativentw&uuml;rfe christlicher Pazifisten&quot;.</p>
<h3>Unterst&uuml;tzer:innen</h3>
<p><strong>Unterst&uuml;tzende Organisationen:</strong> Aktion &quot;Steuern zu Pflugscharen&quot; im Netzwerk Friedenssteuer e.V. | Bonhoeffer-Niem&ouml;ller-Stiftung | Christ*innen in der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen (DFG-VK) | Church and Peace | Evangelische Arbeitsgemeinschaft f&uuml;r Kriegsdienstverweigerer W&uuml;rttemberg (EAK) | Forum Friedensethik in der Evangelischen Landeskirche Baden (FFE) | Frauengruppe &quot;Unterwegs f&uuml;r das Leben&quot; | Friedensinitiative Main-Taunus | Friedenspfarramt der Evangelischen Landeskirche in W&uuml;rttemberg | gewaltfrei handeln - &ouml;kumenisch Frieden lernen e.V. | Gr&uuml;ne Alternative e.V. | Initiative Christlicher Friedensruf | Initiative Sicherheit neu denken | Internationaler Vers&ouml;hnungsbund - Deutscher Zweig e.V. | IPPNW - Internationale &Auml;rzt*innen zur Verh&uuml;tung des Atomkrieges / &Auml;rzt*innen in sozialer Verantwortung e.V. Deutsche Sektion | Kairos Europa e.V., Heidelberg | &Ouml;kumenische Initiative zur Reform bzw. Abschaffung der Milit&auml;rseelsorge | &Ouml;kumenisches Institut f&uuml;r Friedenstheologie | pax christi | Deutsche Sektion | Solidarische Kirche im Rheinland | Werkstatt f&uuml;r Gewaltfreie Aktion Baden.</p>
<p><strong>Individuelle Unterst&uuml;tzer:innen:</strong>&nbsp; Gerd Bauz, Organisationsberater, Frankfurt am Main | Dietrich Becker-Hinrichs, Pfarrer i.R., Lahr | Prof. Dr. Hanne-Margret Birckenbach, Friedensforscherin, Hamburg | Susanne B&ouml;decker, DFG-VK Mitarbeiterin und Beraterin f&uuml;r KDV, Stuttgart | Paul Bosler, Pfarrer, N&uuml;rtingen | Dr. Eberhard B&uuml;rger, Pfarrer i.R., Magdeburg | Peter B&uuml;rger, Theologe und Publizist, D&uuml;sseldorf | Susanne B&uuml;ttner, Dekanin im Justizvollzug Baden-W&uuml;rttemberg, Schw&auml;bisch Gm&uuml;nd | Maria Buchwitz, Vorsitzende pax christi Di&ouml;zesanverband M&uuml;nster, M&uuml;nster | Dr. Angelika Claussen, Pr&auml;sidentin der IPPNW Europa, Bielefeld | Dr. Ulrich Duchrow, Prof. der Systematischen Theologie und Sozialethik, Heidelberg | Horst Fi&szlig;mer, Pfarrer i.R., Minden | Erich Frehse, Pfarrer i.R., Bonn | Prof. Dr. Josef Freise, Christlich-Muslimische Friedensinitiative Deutschland, Neuwied | Hartmut Friedrich, Theologe und Pfarrer i.R., Gaggenau | Dr. Gudula Frieling, Lehrerin, Dortmund | Dr. Ulrich van Gemmeren, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer i.R., Merzhausen | Udo Grotz, Pfarrer und Religionslehrer i.R., Heitersheim | Rita Horstmann, Pfarrerin i.R., K&ouml;ln | Stefanie Intveen, Mediatorin, K&ouml;ln | Aline Jung, Hausfrau und Organisatorin der Pilgerwege &quot;Unterwegs f&uuml;r das Leben&quot;, Ettenheim | Christian Keller, Theologe und Dekan i.R., Villingen/Schwarzwald | Gerhard Kern, 1. Vorsitzender der Friedensinitiative Main-Taunus, Lehrer i.R. und Konzerts&auml;nger, Hofheim am Taunus | Prof. i.R. Dr. Rainer Kessler, Alttestamentler, Frankfurt am Main | Dr. Heinz Klippert, &Ouml;konom, Lernforscher, Friedensp&auml;dagoge, Landau | Karl Wilhelm Koch, Dipl. Ing. chem., FH, Fachbuchautor &quot;St&ouml;rfall Atomkraft&quot;, Mehren | Robert K&ouml;lblin, Dipl. Ing. Elektrotechnik, Kriegsdienstverweigerer, L&ouml;rrach | Prof. Dr. Elke Krahmann, Politikwissenschaftlerin, Kiel | Wolfgang Krau&szlig;, Theologischer Mitarbeiter der Mennonitengemeinde Augsburg | Dr. Matthias Kreplin, Oberkirchenrat und Pfarrer, Karlsruhe | Thomas-Dietrich Lehmann, Evangelischer Gef&auml;ngnisseelsorger, Berlin | Johannes Maier, Leiter des &Ouml;kumenischen Gespr&auml;chskreises Frieden, Waldkirch-Kollnau | Dr. Eberhard M&uuml;ller, Biologe und Theologe, Zell am Harmersbach | Reinhard M&uuml;ller, Pfarrer. i.R., stellvertretender Vorsitzender der Bonhoeffer-Niem&ouml;ller-Stiftung e.V., Nieder Seifersdorf | Monika Nitsch, Evangelische Religionslehrerin i.R., D&uuml;sseldorf | Jacqueline Olesen, Friedensbeauftragte der Evangelischen Friedensgemeinde, Baden-Baden | Prof. Dr. Gottfried Orth, Theologe, Rothenburg ob der Tauber | Klaus Schittich, Weltb&uuml;rger und Menschenrechtsaktivist, Freiburg | Rainer Schmid, Theologe und Religionslehrer, Ulm/Donau | Michael Schweitzer, Pfarrer i.R., Ellenhausen | Thomas Carl Schwoerer, Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) | Prof. Dr. em. Franz Segbers, Sozialethiker, Konstanz | PD Dr. Stefan Silber, Theologe, Saarbr&uuml;cken | Richard Strodel, Diakon, Mitglied im IKF Bayern, Neustadt, Coburg | Klaus Waiditschka, Redakteur der Friedenssteuer-Nachrichten und Vorstand von CPTI, Mannheim | Dr. Klaus Wazlawik, Ingenieur f&uuml;r Tiefbohrtechnik, Berlin | Markus Weber, Dipl. Theologe, Referent f&uuml;r Friedensbildung &amp; pax christi im Erzbistum, Freiburg | Dr. Markus Weingardt, Friedens- und Konfliktforscher, T&uuml;bingen | Dominik Wei&szlig;, Diakon und Theologe, Baiersbronn | Prof. Dr. Dr. h.c. Dietrich Werner, Theologe, Berlin | Birgit Worzalla-Lapp, Friedensp&auml;dagogin, Mitarbeiterin bei pax christi und Friedenslicht-Aktion, St. M&auml;rgen | Andreas Zumach, Journalist und Autor, Berlin.</p>
<h3>DIGITALAUSGABE IM INTERNET</h3>
<p>Ralf Becker / Karen Hinrichs / Heinrich Sch&auml;fer / Theodor Ziegler: <em><strong>Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden.</strong></em> - Eine &ouml;kumenische Friedensschrift, 2026. (edition pace | herausgegeben in Kooperation mit dem &Ouml;kumenischen Institut f&uuml;r Friedenstheologie). Digitale Erstausgabe, 11.05.2026. <a href="https://friedenstheologie-institut.jimdofree.com/app/download/8609240763/Oekumenische-Friedenschrift-2026.pdf">https://friedenstheologie-institut.jimdofree.com/app/download/8609240763/Oekumenische-Friedenschrift-2026.pdf</a></p>]]>
   </content>
</entry>
<entry>
   <title>Friedensnobelpreisträgerorganisation fordert Ende der diplomatischen Blockade</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015581.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15581</id>
   
   <published>2026-05-28T19:26:34Z</published>
   <updated>2026-06-02T19:35:49Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Die Friedensorganisation IPPNW fordert von der Bundesregierung ein Ende der diplomatischen Blockade und die Ernennung eines Sondergesandten f&uuml;r die Ukraine...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
   </author>
         <category term="/schwerpunkte/internationales_militar_und_krieg/deutsche_aussenpolitik" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/friedensbewegung" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/internationales_militar_und_krieg/osteuropa_russland" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   <category term="2330" label="IPPNW" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="2481" label="Russland" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="3957" label="Ukraine" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Die Friedensorganisation IPPNW fordert von der Bundesregierung ein Ende  der diplomatischen Blockade und die Ernennung eines Sondergesandten f&uuml;r  die Ukraine und Russland. Erst k&uuml;rzlich hat die ehemalige  Bundeskanzlerin Angela Merkel von Europa mehr diplomatische  Anstrengungen zur Unterst&uuml;tzung der Ukraine im Abwehrkampf gegen  Russland gefordert. Sie halte es f&uuml;r nicht ausreichend, wenn nur  US-Pr&auml;sident Trump den Kontakt zu Russland halte und bedauere es, dass  Europa sein diplomatisches Potential nicht ausreichend einsetze.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>Krieg gegen die Ukraine</h3>
<p>Die Friedensorganisation IPPNW fordert von der Bundesregierung ein Ende der diplomatischen Blockade und die Ernennung eines Sondergesandten f&uuml;r die Ukraine und Russland. Erst k&uuml;rzlich hat die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel von Europa mehr diplomatische Anstrengungen zur Unterst&uuml;tzung der Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland gefordert. Sie halte es f&uuml;r nicht ausreichend, wenn nur US-Pr&auml;sident Trump den Kontakt zu Russland halte und bedauere es, dass Europa sein diplomatisches Potential nicht ausreichend einsetze.</p>
<p>&quot;Russlands Krieg gegen die Ukraine muss durch Deeskalation und Verhandlungen beendet werden. Wir d&uuml;rfen eine zuk&uuml;nftige europ&auml;ische Sicherheitsarchitektur nicht Donald Trump &uuml;berlassen und uns bei den Ukraineverhandlungen mit der Rolle am Katzentisch zufrieden geben. Allein auf milit&auml;rische Abschreckung zu setzen, ohne Diplomatie, Abr&uuml;stungs- oder R&uuml;stungskontrollvertr&auml;ge ist hochgef&auml;hrlich. Die Gegnerschaft zwischen Europa und Russland wird immer unvers&ouml;hnlicher, je l&auml;nger der Krieg dauert&quot;, warnt Dr. Lars Pohlmeier, IPPNW-Vorsitzender.</p>
<p>Mit ukrainischen Drohnen &uuml;ber NATO-Gebiet in den baltischen Staaten, den zunehmenden beiderseitigen Angriffen auf zivile Infrastruktur mit sogenannten &quot;Deep Strikes&quot; und der Involvierung der Bundesregierung durch die &quot;strategische Partnerschaft&quot; mit der Ukraine, die gemeinsame R&uuml;stungsprojekte beinhaltet, steigt die Eskalationsgefahr im Ukrainekrieg enorm. Ein Missverst&auml;ndnis, verirrte Flugk&ouml;rper oder gezielte St&ouml;rman&ouml;ver k&ouml;nnten den B&uuml;ndnisfall ausl&ouml;sen.<br />
<br />
Auch in Zeiten des Kalten Krieges gab es neben diplomatischen Beziehungen vertragliche Rahmenwerke wie das Moskauer Abkommen oder die internationale Konferenz f&uuml;r Sicherheit und und Zusammenarbeit in Europa (KSZE), bei der ab 1973 Vertreter der Bundesrepublik und der Sowjetunion gemeinsam mit den USA und anderen Staaten an einem Tisch sa&szlig;en, um den Dialog in Europa zu f&uuml;hren und Vertrauensbildung zu betreiben. In der sogenannten &quot;Harmel-Doktrin&quot; der NATO wurde neben der Abschreckung auch auf Dialog gesetzt, um die Risiken milit&auml;rischer Eskalation zu begrenzen.</p>
<p>Der Russland-Ukraine-Krieg hat laut Z&auml;hlungen des UN-Hochkommissariats f&uuml;r Menschenrechte (OHCHR) bis zum 31. M&auml;rz 2026 mindestens 15.578 zivile ukrainische Todesopfer gefordert, darunter mindestens 784 Kinder. Mehr als 43.000 Zivilist*innen wurden verletzt. Auch auf russischer Seite gibt es zivile Opfer. Das OHCHR geht davon aus, dass die tats&auml;chliche Anzahl an Verletzten und Toten in der ukrainischen Zivilbev&ouml;lkerung wesentlich h&ouml;her liegt.&nbsp;</p>
<p>Nach neusten Angaben des ukrainischen Generalstabs sind bereits mehr als 1,35 Millionen russische Soldaten im Kampf get&ouml;tet oder schwer verwundet worden. Die Daten lassen sich unabh&auml;ngig nicht &uuml;berpr&uuml;fen. Sowohl die Ukraine als auch Russland spielen die eigenen Verluste herunter. Ein Bericht der in Washington ans&auml;ssigen Denkfabrik CSIS &ndash; Center for Strategic and International Studies &ndash; ging Ende Januar 2026 allein f&uuml;r die Ukraine von Verlusten von 500.000 bis 600.000 Soldaten seit Kriegsbeginn im Februar 2022 aus, darunter 100.000 bis 140.000 Tote.</p>
<p class="quelle">Quelle: <a href="http://www.ippnw.de/">IPPNW</a> - Pressemitteilung vom&nbsp;27.05.2026.</p>]]>
   </content>
</entry>
<entry>
   <title>Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags endet erneut ohne Ergebnis</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015582.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15582</id>
   
   <published>2026-05-23T20:12:27Z</published>
   <updated>2026-06-02T20:23:16Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Die 11. &Uuml;berpr&uuml;fungskonferenz des Nichtverbreitungsvertrags (NVV) ist gestern in New York erneut ohne gemeinsames Abschlussdokument zu Ende gegangen. Wie bereits...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
   </author>
         <category term="/schwerpunkte/internationales_militar_und_krieg/atomwaffen" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/internationales_militar_und_krieg/deutsche_aussenpolitik" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/friedensbewegung" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   <category term="2915" label="Atomwaffen" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="2364" label="Atomwaffensperrvertrag" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="4600" label="Atomwaffenverbotsvertrag" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="4313" label="ICAN" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Die 11. &Uuml;berpr&uuml;fungskonferenz des Nichtverbreitungsvertrags (NVV) ist  gestern in New York erneut ohne gemeinsames Abschlussdokument zu Ende  gegangen. Wie bereits 2015 und 2022 scheiterten die Vertragsstaaten  daran, sich auf gemeinsame Schritte zur nuklearen Abr&uuml;stung zu einigen.  ICAN Deutschland sieht darin ein alarmierendes Zeichen f&uuml;r die  zunehmende Krise des internationalen Abr&uuml;stungsregimes.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>&Uuml;berpr&uuml;fungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags endet erneut ohne Ergebnis: Atomwaffenstaaten blockieren Abr&uuml;stung</h3>
<p>Die 11. &Uuml;berpr&uuml;fungskonferenz des Nichtverbreitungsvertrags (NVV) ist gestern in New York erneut ohne gemeinsames Abschlussdokument zu Ende gegangen. Wie bereits 2015 und 2022 scheiterten die Vertragsstaaten daran, sich auf gemeinsame Schritte zur nuklearen Abr&uuml;stung zu einigen. ICAN Deutschland sieht darin ein alarmierendes Zeichen f&uuml;r die zunehmende Krise des internationalen Abr&uuml;stungsregimes.</p>
<p>&quot;W&auml;hrend die Atomwaffenstaaten ihre Arsenale modernisieren und weiter auf nukleare Abschreckung setzen, wird der Atomwaffensperrvertrag zunehmend ausgeh&ouml;hlt&quot;, erkl&auml;rt Juliane Hauschulz, Vorstandsmitglied von ICAN Deutschland. &quot;Die Konferenz hat erneut gezeigt: Die gr&ouml;&szlig;ten Hindernisse f&uuml;r Fortschritte sind nicht mangelnde L&ouml;sungen, sondern mangelnder politischer Wille der Atomwaffenstaaten.&quot;</p>
<p>Die Verhandlungen waren von tiefen Konflikten gepr&auml;gt. Viele Staaten betonten die katastrophalen humanit&auml;ren Folgen jedes Einsatzes von Atomwaffen und forderten konkrete Fortschritte bei der Umsetzung der Abr&uuml;stungsverpflichtungen aus Artikel VI des NVV. Gleichzeitig versuchten mehrere Atomwaffenstaaten Berichten zufolge, selbst minimale Verweise auf humanit&auml;re Folgen und die Dringlichkeit nuklearer Abr&uuml;stung aus dem Entwurf des Abschlussdokuments zu streichen.</p>
<p>Besonders besorgniserregend ist, dass zentrale Normen der nuklearen R&uuml;stungskontrolle zunehmend infrage gestellt werden. W&auml;hrend der laufenden Konferenz testeten Russland und die USA atomwaffenf&auml;hige Raketen, Belarus &uuml;bte den Einsatz von Atomwaffen. Gleichzeitig verteidigten NATO-Staaten und Russland weiterhin die Stationierung von Atomwaffen in anderen L&auml;ndern im Rahmen der nuklearen Teilhabe.</p>
<p>Auch der UN-Atomwaffenverbotsvertrag (AVV), dem mittlerweile die Mehrheit der Staaten weltweit beigetreten ist oder den sie unterzeichnet haben, blieb umk&auml;mpft. Mehrere Atomwaffenstaaten lehnten selbst eine sachliche Erw&auml;hnung des Vertrags im Abschlussdokument ab.</p>
<p>&quot;Der Atomwaffenverbotsvertrag bleibt der glaubw&uuml;rdigste multilaterale Weg zur vollst&auml;ndigen Abschaffung von Atomwaffen&quot;, so Juliane Hauschulz. &quot;Dass selbst seine Erw&auml;hnung blockiert wird, zeigt, wie gro&szlig; der Widerstand gegen jede ernsthafte Debatte &uuml;ber die Abr&uuml;stung von Atomwaffen weiterhin ist.&quot;</p>
<p>ICAN Deutschland fordert die Bundesregierung auf, sich endlich wieder konstruktiv mit dem Atomwaffenverbotsvertrag auseinanderzusetzen. Die n&auml;chste Staatenkonferenz des Vertrags findet Ende November 2026 bei den Vereinten Nationen in New York statt.</p>
<p class="quelle">Quelle: <a href="https://www.icanw.de/">ICAN Deutschland</a> - Pressemitteilung vom 23.05.2026.</p>]]>
   </content>
</entry>
<entry>
   <title>Vor 50 Jahren in Sasbach: Der hoffnungsvolle Aufbruch der Erneuerbaren Energien</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015580.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15580</id>
   
   <published>2026-05-17T05:48:59Z</published>
   <updated>2026-05-21T06:14:52Z</updated>
   
   <summary>Es waren bewegte Zeiten, vor 50 Jahren am Kaiserstuhl und Oberrhein. Im Elsass wurde ein extrem umweltvergiftendes Bleichemiewerk durch eine...</summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
   </author>
         <category term="/schwerpunkte/okologie/atomenergie" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/okologie/erneuerbare_energien" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/soziale_bewegung" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/okologie" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   <category term="2479" label="Anti-Atombewegung" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="2734" label="Atomkraft" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="4035" label="Axel Mayer" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="2367" label="Ökostrom" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Es waren bewegte Zeiten, vor 50 Jahren am Kaiserstuhl und Oberrhein. Im  Elsass wurde ein extrem umweltvergiftendes Bleichemiewerk durch eine  grenz&uuml;berschreitende Bauplatzbesetzung unterbunden. Im badischen Wyhl,  im franz&ouml;sischen Gerstheim und im Schweizer Dorf Kaiseraugst wurde der  Bau von Atomkraftwerken durch eine trinationale Umweltbewegung  verhindert. Ein Fenster der M&ouml;glichkeiten hatte sich am Oberrhein  ge&ouml;ffnet und beherzte Menschen ergriffen die Chancen, die ein solches  geschichtliches &quot;window of opportunity&quot; bietet. In der Grenzregion am  Oberrhein, im Dreyeckland, liegen wichtige Wurzeln der damals  entstehenden neuen, erfolgreichen Umweltbewegung. Von Axel Mayer.</p>]]>
      <![CDATA[<p><strong>Von Axel Mayer</strong></p>
<p style="margin-left: 30px; margin-right: 30px;"><em><strong>Es waren bewegte Zeiten, vor 50 Jahren am Kaiserstuhl und Oberrhein. Im Elsass wurde ein extrem umweltvergiftendes Bleichemiewerk durch eine grenz&uuml;berschreitende Bauplatzbesetzung unterbunden. Im badischen Wyhl, im franz&ouml;sischen Gerstheim und im Schweizer Dorf Kaiseraugst wurde der Bau von Atomkraftwerken durch eine trinationale Umweltbewegung verhindert. Ein Fenster der M&ouml;glichkeiten hatte sich am Oberrhein ge&ouml;ffnet und beherzte Menschen ergriffen die Chancen, die ein solches geschichtliches &quot;window of opportunity&quot; bietet. In der Grenzregion am Oberrhein, im Dreyeckland, liegen wichtige Wurzeln der damals entstehenden neuen, erfolgreichen Umweltbewegung.</strong></em></p>
<h3>Ein regionaler Traum wird zum weltweiten Erfolg</h3>
<p>Ende Mai 1976 veranstalteten einige Aktive des damals frisch gegr&uuml;ndeten Bund f&uuml;r Umwelt und Naturschutz und die badisch-els&auml;ssischen B&uuml;rgerinitiativen die weltweit erste und gr&ouml;&szlig;te Ausstellung zu alternativen Energien in Sasbach am Kaiserstuhl. Der Widerstand gegen das im Nachbardorf Wyhl geplante AKW, das ber&uuml;hmte &quot;Nai h&auml;mmer gsait&quot; war den Aktiven nicht genug. Es galt nicht nur &quot;dagegen zu sein&quot;, sondern auch die Alternativen zur Atomenergie aufzuzeigen. Die Ausstellung fand 3 Jahre nach der gro&szlig;en &Ouml;lkrise 1973 mit ihren vier Sonntagsfahrverboten statt, ein &Ouml;lpreisschock der heute wieder Erinnerungen weckt.</p>
<p>Aus heutiger Sicht waren die Sasbacher Sonnentage eine kleine, ja geradezu winzige Ausstellung alternativer Energien, doch wir sagten selbstbewusst und durchaus auch verwegen: &quot;Das ist die Zukunft! Das sind die Alternativen zur Atomenergie&quot;. Aber gerade dieses &quot;aus heutiger Sicht&quot; zeigt den unglaublichen Erfolg der damaligen Idee und der umgesetzten Vision.</p>
<h3>Aus den Hoffnungen und Visionen von 1976 ist Realit&auml;t geworden</h3>
<p>Der Preis f&uuml;r Solarmodule ist seit 1976 um 99 % gesunken. Der immer noch aggressiv bek&auml;mpfte Strom aus Wind &amp; Sonne ist schon lange viel kosteng&uuml;nstiger als Gefahrstrom aus Kohle, &Ouml;l, Gas und Atom.</p>
<p>Vom 26.5.1976 bis zum 30.5.1976 fanden die Ausstellung und eine Vielzahl von Veranstaltungen statt. Ich selbst habe damals als noch sehr junger Umweltsch&uuml;tzer bei der Ausstellung mitgeholfen. Ich erinnere mich an Bottiche der Winzergenossenschaft, in denen Wasser solar erw&auml;rmt wurde, an die erste von mir bewusst wahrgenommene Fotovoltaikanlage, an den &quot;L&ouml;rracher Trichter&quot; von J&uuml;rgen Kleinw&auml;chter, an fr&uuml;he Windradmodelle und an erste Informationen und Vortr&auml;ge zu damals &quot;exotischen Themen&quot; wie Energieeinsparung, Endlichkeit der Rohstoffe, Klimaschutz und W&auml;rmed&auml;mmung. Es gab Referenten, die sagten, dass irgendwann einmal der Liter Benzin 2 DM (1 Euro) kosten k&ouml;nnte. (Manche hielten solch verwegene Prognosen und Aussagen f&uuml;r Spinnerei, denn der Benzinpreis lag damals bei 83 Pfennigen pro Liter &hellip;)</p>
<h3>Solarpionier Mildebrath</h3>
<p>Aktiv bei den Sonnentagen war auch der Sasbacher T&uuml;ftler Werner Mildebrath. Er f&uuml;hrte damals mit seiner Frau Erika, ein kleines d&ouml;rfliches Elektrogesch&auml;ft in Sasbach. Wie viele aus der d&ouml;rflichen Bev&ouml;lkerung war er fest eingebunden in den &ouml;rtlichen AKW Wyhl - Widerstand, als Elektriker aber hatte er einige &quot;besondere&quot; Aufgaben. Bei vielen Kundgebungen und Aktionen war er zust&auml;ndig f&uuml;r die &quot;Demo-Technik&quot;. Er organisierte die Elektrik, die damals noch &quot;exotische&quot; Videotechnik und die Lautsprecheranlagen und bediente diese. Im Wyhler Wald sorgte sein Aggregat bei Veranstaltungen f&uuml;r Strom. Durch die Volkshochschule Wyhler Wald war er sehr fr&uuml;h auf die damals absolut &quot;exotische&quot; thermische Erw&auml;rmung von Wasser mithilfe der Sonne aufmerksam geworden. Im Jahr 1975 baute der Elektriker, T&uuml;ftler und Handwerker f&uuml;r sein eigenes Haus eine sehr solide thermische Solaranlage die heute nicht nur immer noch existiert, sondern auch noch funktioniert. Es d&uuml;rfte sich dabei um eine der ersten praxistauglichen Solaranlagen in Deutschland gehandelt haben. F&uuml;r Werner Mildebrath war dies alles der Einstieg in die kleintechnische Produktion von Solaranlagen. Er gr&uuml;ndete eine kleine Firma und baute in der ganzen Region seine Anlagen, die heute noch funktionieren.</p>
<p>Das ganze Dorf Sasbach, gepr&auml;gt vom AKW-Wyhl-Protest, war mit allen Vereinen an der Ausgestaltung der ersten &quot;Sonnentage&quot; aktiv beteiligt. Die Winzergenossenschaft stellte das Gel&auml;nde f&uuml;r die Ausstellung und gleich daneben war der Festplatz, den uns der Musikverein &uuml;berlie&szlig;. Auch die alternative Volkshochschule Wyhler Wald war mit dabei. Zum alemannischen S&auml;nger- und Dichtertreffen kamen Andr&eacute; Weckmann, Roger Siffer und das Babbedeckel Theater. Unter den hohen Laubb&auml;umen des Festplatzes war das Ganze ein gro&szlig;es Volksfest mit Flohmarkt, Wein- und Bierausschank und (heute undenkbarem) Meerschweinchenrennen. &Uuml;ber 12.000 BesucherInnen kamen 1976 zu diesen ersten &quot;Sonnentagen&quot; nach Sasbach.</p>
<p>Es war tats&auml;chlich eine sehr kleine, weltgr&ouml;&szlig;te Ausstellung und es ist unglaublich und faszinierend, was sich in 50 Jahren aus diesen &quot;Sonnentagen&quot; entwickelt hat. In den Jahren 1977 und 1978 wurde die Messe in Sasbach wiederholt, wuchs dann aber so schnell, dass sie nach Freiburg umziehen musste. Aus den Sasbacher Sonnentagen wurden die gro&szlig;en &Ouml;ko-Messen des BUND, aus denen sich die Intersolar-Messe entwickelt hat. Eine Messe, f&uuml;r die bald sogar das Freiburger Messegel&auml;nde zu klein geworden war. Zwischenzeitlich haben Windr&auml;der, Fotovoltaikanlagen, Umweltprodukte und Umweltideen l&auml;ngst die kleinen Nischen verlassen. &Ouml;koprodukte und Umwelttechnik, die vor 50 Jahren in Sasbach noch bestaunte, neue Sensationen waren, gibt es heute im Baumarkt um die Ecke.</p>
<h3>Demokratisierung der Energieerzeugung durch Solaranlagen auf D&auml;chern&nbsp;</h3>
<p>Die vielen privaten Solaranlagen auf den D&auml;chern f&uuml;hrten auch zu einer Demokratisierung der Energieerzeugung. Zum &Auml;rger der Energiekonzerne wurde ihr Energieerzeugungsmonopol gebrochen. Die Wirtschaftsministerin und Gaslobbyistin Reiche versucht gerade eine energiepolitische Zeitenwende r&uuml;ckw&auml;rts durchzusetzen.</p>
<p>Noch im Jahr 1993 behaupteten die vier gro&szlig;en deutschen Energieversorger und Atomkonzerne in einer Anzeige in der Zeit: &quot;Regenerative Energien wie Sonne, Wasser oder Wind k&ouml;nnen auch langfristig nicht mehr als 4 % unseres Strombedarfs decken.&quot; Im Jahr 2025, 32 Jahre nach dieser Anzeige, hatten die erneuerbaren Energien einen Anteil von 59 Prozent an der Nettostromerzeugung erreicht. Bis heute l&auml;sst die Kohle-, &Ouml;l-, Gas und Atomlobby die kosteng&uuml;nstigen und umweltfreundlichen Energien mit B&uuml;rokratie und Fake-News bek&auml;mpfen. Doch Strom aus Wind und Sonne ist schon lange kosteng&uuml;nstiger als Strom aus neuen AKW. Wie sagte ein US-Pr&auml;sident: &quot;It&rsquo;s the economy, stupid&quot;.</p>
<p>&quot;Solarstrom (PV) ist inzwischen weltweit fast &uuml;berall am g&uuml;nstigsten: In der W&uuml;ste von Saudi-Arabien wird er f&uuml;r nur einen US-Cent pro Kilowattstunde (kWh) erzeugt, in Portugal f&uuml;r 1,4 US-Cent pro kWh.</p>
<p>Im Wyhler Wald steht ein Gedenkstein, der an das &quot;NAI H&Auml;MMER GSAIT&quot;, an den Erfolg der AKW GegnerInnen erinnert. Millionen von Solaranlagen auf den D&auml;chern erinnern an einen Traum, der vor 50 Jahren in Sasbach und Wyhl getr&auml;umt wurde. In Sasbach am Kaiserstuhl liegen wichtige Wurzeln des heutigen Solar- und Windbooms. Im Sommer 1976 war die Zeit reif f&uuml;r diese neuen Ideen.</p>
<p>&quot;Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen&quot;, soll Altbundeskanzler Helmut Schmidt einmal gesagt haben. Gut, dass sich die BUND-Aktiven und B&uuml;rgerinitiativen damals nicht an den Spruch des Altkanzlers gehalten, sondern ihre Tr&auml;ume in Realit&auml;t umgesetzt haben. Sonnen- und Windenergie sind inzwischen selbstst&auml;ndige Wirtschaftsbereiche geworden. Die &quot;Kinder&quot; der Sasbacher Sonnentage sind gro&szlig;, eigenst&auml;ndig und mehr als lebenst&uuml;chtig geworden.</p>
<p>In Sachen Mensch, Natur, Umwelt, Atomgefahren, Klimaschutz und echter Nachhaltigkeit gibt es f&uuml;r die Umweltbewegung auch in Zukunft genug zu tun. Tr&auml;ume von einem Ende der aktuellen weltweiten Raubbauwirtschaft und einer zukunftsf&auml;higen, nachhaltigen Welt werden getr&auml;umt und umgesetzt.</p>
<div class="info4">
<p><strong>Axel Mayer</strong>, Mitwelt Stiftung Oberrhein (der Autor war als junger Umweltsch&uuml;tzer bei den Sasbacher Sonnentagen aktiv)</p>
</div>
<p class="quelle">Quelle: <a href="http://www.mitwelt.org">Mitwelt.org</a>, 17.05.2026. Ausf&uuml;hrlich mit Links, Hinweisen und Bildern&nbsp;<a href="https://www.mitwelt.org/sasbach-sonnentage-solar-ausstellung.html">hier</a>.</p>]]>
   </content>
</entry>
<entry>
   <title>&quot;Pazifismus – Ein Grundriss&quot;</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015579.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15579</id>
   
   <published>2026-05-14T16:36:51Z</published>
   <updated>2026-05-18T18:05:42Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[In der Reihe &quot;edition pace&quot; ist soeben das neue Werk&nbsp;des Friedensforschers Egon Spiegel&nbsp;&quot;Pazifismus &ndash; Ein Grundriss&quot; erschienen, herausgegeben in Kooperation...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
   </author>
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/burger_peter" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/pazifismus" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   <category term="4778" label="edition pace" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="4849" label="Egon Spiegel" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="2210" label="Peter Bürger" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>In der Reihe &quot;edition pace&quot; ist soeben das neue Werk&nbsp;des Friedensforschers Egon Spiegel&nbsp;&quot;Pazifismus &ndash; Ein  Grundriss&quot; erschienen, herausgegeben in Kooperation mit dem &Ouml;kumenischen  Institut f&uuml;r Friedenstheologie.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>Das neue Buch des Friedensforschers Egon Spiegel</h3>
<p><strong>Von Redaktion der Reihe &sbquo;edition pace&lsquo;</strong></p>
<div class="frame1">
<p>Egon Spiegel: <strong><em>Pazifismus. </em></strong>Ein Grundriss. (Reihe ǀ edition pace). Hamburg: BoD 2026. (ISBN: 978-3-6963-9380-9; Paperback; 236 Seiten; 11,99 Euro).</p>
<p><a href="https://buchshop.bod.de/pazifismus-egon-spiegel-9783696393809">https://buchshop.bod.de/pazifismus-egon-spiegel-9783696393809</a></p>
</div>
<p><img src="/magazin/media/img/Spiegel-Pazifismus-Cover.jpg" width="280" height="446" vspace="10" hspace="10" align="right" alt="" />In der Reihe &quot;edition pace&quot; ist soeben das neue Werk &quot;Pazifismus &ndash; Ein Grundriss&quot; erschienen, herausgegeben in Kooperation mit dem &Ouml;kumenischen Institut f&uuml;r Friedenstheologie:</p>
<p>Vielen Statements in dieser angespannten Zeit liegen Darstellungen von Pazifismus zugrunde, die dem Ziel dienen, diesen als unrealistisch abtun zu k&ouml;nnen und sich deshalb nicht wirklich mit diesem besch&auml;ftigen zu m&uuml;ssen.</p>
<p>Auch wenn es nicht d e n Pazifismus gibt, so f&uuml;hrt hier nun einer in sein Gedankengut ein, der sich damit nicht nur seit Jahrzehnten besch&auml;ftigt, sondern dieses auch in Theorie und Praxis, als Friedensforscher wie Aktivist, pers&ouml;nlich vertritt.</p>
<p>Dabei &uuml;berl&auml;sst er es &ndash; mit einem Kunstgriff &ndash; ausgerechnet einem Milit&auml;rstrategen, in die wesentlichen Grunds&auml;tze des Pazifismus einzuf&uuml;hren: Sunzi (544-496 BCE), der durch sein Werk &uuml;ber eine erfolgreiche Kriegf&uuml;hrung seit mehr als zweieinhalb Jahrtausenden die Kriegsgeschicke in Asien wesentlich beeinflusst hat, erl&auml;utert einem Milit&auml;r, der ihn nach seiner Wiederkehr auf dem heiligen Berg Tai Shan aufsucht, seine in vielen Jahrhunderten gereiften Ansichten &uuml;ber Frieden und Krieg. Dabei kann der neue Sunzi nahtlos an seine fr&uuml;here Auffassung, dass kein Krieg der beste Krieg sei, ankn&uuml;pfen.</p>
<p>Sunzis im vorliegenden Band wiedergegebenen Anschauungen f&uuml;hren in ein zeitgem&auml;&szlig;es Verst&auml;ndnis von Pazifismus ein.</p>
<h3>Vorwort des Verfassers</h3>
<p><em>Den</em> Pazifismus sowie eine allgemein zufriedenstellende Definition von Pazifismus gibt es nicht. Es gibt lediglich Ansichten dar&uuml;ber, was Pazifismus sein k&ouml;nnte. Diese sind ebenso zahlreich wie ihre Vertreter/innen und vielf&auml;ltig wie deren pers&ouml;nliche Hintergr&uuml;nde. Pazifismusverst&auml;ndnisse haben stets eine biografische Note und sind deshalb immer spezifischer Art, das hier ausgef&uuml;hrte nicht ausgeschlossen. Insofern unterliegt jeder Versuch, Pazifismus zu begreifen und zu beschreiben, der Limitierung und dr&auml;ngt auf eine kritische Auseinandersetzung mit diesem.</p>
<p>Mit dem vorliegenden Band soll grundrissartig in die Komplexit&auml;t des Begriffes und die damit verbundenen Anforderungen eingef&uuml;hrt werden. Hintergrund sind friedenswissenschaftliche Forschungs&shy;schwerpunkte, denen der Autor &uuml;ber einen Zeitraum von f&uuml;nfzig Jahren kontinuierlich nachgegangen ist und zu denen er zahlreiche Publikationen vorgelegt hat. Im Rahmen seiner mannigfachen internationalen universit&auml;ren Kooperationen und transkontinentalen Netzwerke hatte dieser bislang unz&auml;hlige Male Gelegenheit, Vortr&auml;ge und Vorlesungen zu den in diesem Band angesprochenen Themen zu halten.</p>
<p>Die Rahmenhandlung der hier vorliegenden Ausf&uuml;hrungen verdankt sich der langj&auml;hrigen Kooperation mit dem chinesischen Kollegen von der Nanjing University in Nanjing/China, Liu Cheng, Professor f&uuml;r Weltgeschichte, Direktor des &quot;Institute for British and Commonwealth Studies&quot; und Direktor des &quot;Institute for Peace Studies&quot; sowie Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls f&uuml;r &quot;Peace Studies&quot;. Nach einem Vortrag vor hochrangigen Milit&auml;rs schlug diesem ein Teilnehmer vor, in Anlehnung an Sunzis ber&uuml;hmtes Buch &quot;Die Kunst des Krieges&quot; ein Buch mit dem Titel &quot;Die Kunst des Friedens&quot; zu verfassen.</p>
<p>F&uuml;r die nicht mit den Klassikern der chinesischen Literatur vertrauten Leser/innen sei erkl&auml;rt, dass der vor rund zweieinhalb Jahrtausenden lebende Sunzi ein Milit&auml;rstratege war, der seine Erfahrungen und Reflexionen auf so &uuml;berzeugende Weise zusammengefasst hat, dass diese bis in die Gegenwart hinein das milit&auml;rische Denken und Handeln nicht nur in China beeinflussen. In Claus von Clausewitz k&ouml;nnen wir, was den Einfluss auf milit&auml;rstrategisches Denken und Handeln &ndash; wenngleich nicht das Verst&auml;ndnis von Krieg &ndash; betrifft, eine sp&auml;te Parallele sehen.</p>
<p>Im vorliegenden Band wird der nach zweieinhalb Jahrtausenden wiedergekehrte Sunzi von einem Milit&auml;r aufgesucht und nach seinem aktuellen Verst&auml;ndnis von Frieden und Krieg befragt. Hierbei handelt es sich selbstverst&auml;ndlich um ein Konstrukt, um einen Kunstgriff in narrativer Absicht.</p>
<p>Als kleine Lesehilfe sei an dieser Stelle hinzugef&uuml;gt: Die einzelnen Abschnitte bauen aufeinander auf, m&uuml;ssen aber nicht zwingend zusammenh&auml;ngend oder nacheinander gelesen werden. Dasselbe gilt innerhalb der Abschnitte f&uuml;r die dort aufgestellten, einzelnen Thesen. Sie fordern auch in ihrer isolierten Form hinreichend heraus und beinhalten &ndash; jede f&uuml;r sich &ndash; Aussagen, die zum Austausch anregen (sollen). Was in der einen These m&ouml;glicherweise zu kurz zur Sprache kommt, wird h&auml;ufig an anderer Stelle noch einmal aufgegriffen und eigens vertieft.</p>
<p>Die Sammlung der Thesen eignet sich insbesondere f&uuml;r eine Behandlung im schulischen Unterricht, aber auch in universit&auml;ren Seminarveranstaltungen. Selbstverst&auml;ndlich bieten sie sich auch f&uuml;r Diskussionen im Rahmen politischer Veranstaltungen oder einfach f&uuml;r die private Lekt&uuml;re an.</p>
<p>Wer Hinweise auf weiterf&uuml;hrende Literatur vermisst, der sei auf die Jahrzehnte lange Forschung des Autors und ihren Niederschlag in einer Vielzahl einschl&auml;giger Publikationen verwiesen. Die meisten der hier versammelten Thesen sind dort nicht nur hergeleitet, sondern im Einzelnen ausf&uuml;hrlich behandelt.</p>
<p>Was die christliche Fundierung des im vorliegenden Band vertretenen Pazifismusverst&auml;ndnisses betrifft, so kann unter anderem auf eine bis heute mehrfach aufgelegte Teilver&ouml;ffentlichung der Dissertation des Autors verwiesen werden (Gewaltverzicht. Grundlagen einer biblischen Friedenstheologie, zuletzt 3. Auflage in der Reihe &sbquo;edition pace&lsquo;, 2025) sowie auf eine zusammen mit Liu Cheng publizierte Einf&uuml;hrung in die Friedenswissenschaft (Peacebuilding in a Globalized World. An Illustrated Introduction to Peace Studies, Beijing 2015).</p>
<p><strong>&Uuml;ber den Autor</strong> ǀ <strong>Egon Spiegel</strong>, Prof. Dr. theol. habil. Prof. h.c., Diplomtheologe, Diplompolitologe, ausgebildeter Pastoralreferent, ehemaliger Inhaber des Lehrstuhls f&uuml;r Praktische Theologie an der Universit&auml;t Vechta, gegenw&auml;rtig Advisory Professor am UNESCO-Lehrstuhl f&uuml;r Peace Studies der Nanjing University in Nanjing/China, diverse Lehrauftr&auml;ge und Gastprofessuren, international vielf&auml;ltig vernetzt, zahlreiche friedenswissenschaftliche Publikationen.</p>
<p>Website: <a href="https://www.egon-spiegel.net">www.egon-spiegel.net</a>, Email: egon.spiegel@uni-vechta.de</p>
<p><strong>Leseprobe beim Verlag:</strong> <a href="https://buchshop.bod.de/pazifismus-egon-spiegel-9783696393809">https://buchshop.bod.de/pazifismus-egon-spiegel-9783696393809</a></p>
<p style="text-align: center;">***********</p>
<p>Erstausgabe des &Ouml;kumenischen Instituts f&uuml;r Friedenstheologie <a href="https://friedenstheologie-institut.jimdofree.com/app/download/8608611563/SPIEGEL-pazifismus-2026.pdf">https://friedenstheologie-institut.jimdofree.com/app/download/8608611563/SPIEGEL-pazifismus-2026.pdf</a></p>]]>
   </content>
</entry>
<entry>
   <title>Worte putzen – Zum &quot;Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit&quot;</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015578.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15578</id>
   
   <published>2026-05-06T14:30:42Z</published>
   <updated>2026-05-18T16:24:31Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Der Konfliktforscher und Autor Leo Ensel hat ein Buch ver&ouml;ffentlicht, in dem er den uns aktuell aus allen Ecken und...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
   </author>
         <category term="/schwerpunkte/internationales_militar_und_krieg/deutsche_aussenpolitik" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/internationales_militar_und_krieg" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   <category term="4674" label="Leo Ensel" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Der Konfliktforscher und Autor Leo Ensel hat ein Buch ver&ouml;ffentlicht, in  dem er den uns aktuell aus allen Ecken und Enden entgegenwabernden  Jargon der Kriegsert&uuml;chtigung kritisch unter die Lupe nimmt und  friedensfrech entlarvt. Im vorliegenden Text beschreibt er, was ihn dazu  motiviert hat und was er damit bezweckt, wie er dabei vorging und zu  welchen Resultaten er gekommen ist.</p>]]>
      <![CDATA[<p>Der Konfliktforscher und Autor Leo Ensel hat ein Buch ver&ouml;ffentlicht, in dem er den uns aktuell aus allen Ecken und Enden entgegenwabernden Jargon der Kriegsert&uuml;chtigung kritisch unter die Lupe nimmt und friedensfrech entlarvt. Im vorliegenden Text beschreibt er, was ihn dazu motiviert hat und was er damit bezweckt, wie er dabei vorging und zu welchen Resultaten er gekommen ist.</p>
<p><strong>Von Leo Ensel</strong></p>
<p style="margin-left: 80px;"><em>&quot;Worte zu putzen, das &uuml;berlasse ich dir&quot;, meinte der Halbphilosoph. &quot;Mir liegt allein an der Wahrheit.&quot; <br />
</em></p>
<p style="margin-left: 80px;"><em>&quot;&Auml;rmster!&quot; rief der Philosoph.<br />
</em></p>
<p style="margin-left: 80px;"><em>&quot;Warum &Auml;rmster?&quot;<br />
</em></p>
<p style="margin-left: 80px;"><em>&quot;Weil du nun auf beides verzichten musst.&quot;<br />
</em></p>
<p style="margin-left: 80px;"><em>&quot;Auf beides?&quot;<br />
</em></p>
<p style="margin-left: 80px;"><em>&quot;Jawohl. Auch auf die Wahrheit.&quot;<br />
</em></p>
<p style="margin-left: 80px;"><em>&quot;Auf welche?&quot;<br />
</em></p>
<p style="margin-left: 80px;"><em>&quot;Auf die Wahrheit &uuml;ber die Wahrheit.&quot;<br />
</em></p>
<p style="margin-left: 80px;"><em>&quot;Und die lautet?&quot;<br />
</em></p>
<p style="margin-left: 80px;"><em>&quot;Dass sie nur durch geputzte Fenster hindurch scheint.&quot;<br />
</em></p>
<p style="margin-left: 280px;"><em>(G&uuml;nther Anders)</em></p>
<p>&sbquo;Worte putzen&lsquo; &ndash; niemals ist das wichtiger als zu Kriegs- und Vorkriegszeiten! Mittlerweile ist es &uuml;berf&auml;llig. Schon aus hygienischen Gr&uuml;nden. Die Formulierungen radikalisieren sich in atemberaubendem Tempo, der Ton wird tagt&auml;glich schriller. Waren wir gestern noch laut Boris Pistorius &quot;nicht mehr im kompletten Frieden&quot;, so kam Kanzler Merz bereits f&uuml;nf Tage sp&auml;ter schon ohne das beschwichtigende W&ouml;rtchen &quot;komplett&quot; aus. Ursula von der Leyen spricht noch, f&uuml;r ihre Verh&auml;ltnisse moderat, von einem &quot;Kampf&quot; (&quot;fight&quot;), w&auml;hrend in den Talkshows &ndash; &quot;F&uuml;nf St&uuml;hle, eine Meinung&quot; &ndash; pausenlos vom &quot;grauen&quot; oder &quot;hybriden&quot; Krieg gefaselt wird, den Russland (pardon: Putin!) angeblich gegen uns f&uuml;hrt. Dabei hecheln sie alle nur der Avantgardistin mit dem Klassensprecherinnen-Habitus hinterher: Annalena Baerbock, die bereits am 24. Januar 2023 in klarem Deutsch verk&uuml;ndete: &quot;We are fighting a war against Russia!&quot; Das finale Ziel jeglicher Propaganda, die Ent-Menschlichung des Gegners &ndash; ein Blick auf die Attribute, mit denen zum Beispiel der russische Pr&auml;sident von unseren Leitmedien seit Jahren belegt wird, gen&uuml;gt &ndash;, ist jedenfalls l&auml;ngst erreicht.</p>
<p>F&uuml;r die Umkrempelung unserer gesamten Gesellschaft in Richtung &quot;Kriegst&uuml;chtigkeit&quot; ist die &ndash; aktuell sich noch geheim im Hintergrund vollziehende &ndash; zivil-milit&auml;rische Verzahnung nach dem &quot;Operationsplan Deutschland&quot; eben nur die halbe Miete. Parallel dazu wird offen und ungeniert ein &quot;Mentalit&auml;tswechsel&quot; oder &quot;neuer Mindset&quot;, eine &quot;Gedankenwende&quot; bzw. &quot;kulturelle Umprogrammierung&quot; eingefordert. Ein Mittel, dies m&ouml;glichst elegant durchzusetzen, ist die <em>Sprache</em>. Dass Sprache das Bewusstsein und damit indirekt auch unser Handeln pr&auml;gt, ist eine Binse. Wie dies geschieht, wie wir alle &ndash; jeden Tag mehr &ndash; an das Undenkbare gew&ouml;hnt und m&ouml;glichst ger&auml;uschlos umprogrammiert werden sollen, das zeigt &ndash; &quot;worteputzend&quot; &ndash; mein &quot;W&ouml;rterbuch der Kriegst&uuml;chtigkeit&quot;.</p>
<h3>Woker Militarismus</h3>
<p>Und dies ist bitter-n&ouml;tig. Denn der neue Militarismus kommt nicht zuletzt smart, gendergerecht und TikTok-kompatibel daher. Pickelhaube und schnarrender preu&szlig;ischer Befehlston sind out. &quot;Woke &amp; wehrhaft&quot; hat die postmoderne Truppe zu sein &ndash; s&auml;mtliche Minderheiten der bunt-diversen Gesellschaft all inclusive. Der Weg in den (m&ouml;glicherweise finalen) Krieg vollzieht sich nicht via Knobelbecherknallen, sondern als &quot;Latschen in Sneakers&quot; &ndash; am Ende wom&ouml;glich gar nicht mehr der Deutschland-, sondern der Regenbogenflagge hinterher.</p>
<p>Und das hat Auswirkungen auf die Sprache. Sind der Hardcore-Sound (&quot;Wille zum Kampf&quot;, &quot;immer ein Feind&quot;, &quot;zweiter Hitler&quot; etc.) oder das Verwaltungsdeutsch im Tarnfleck (&quot;Aufwuchsf&auml;higkeit&quot;, &quot;Grundbeorderung&quot;, &quot;Nachsteuerungsbedarf&quot; oder &quot;personelle Tiefe&quot;) noch ohne Weiteres durchschaubar, so ist das bei der sanften Begleit- und Hintergrundmusik deutlich vertrackter. Wer denkt schon bei W&ouml;rtern und Formulierungen wie &quot;absolut mega!&quot;, &quot;Baby&quot;, &quot;coolste Ausschnitte&quot;, &quot;D&uuml;nger&quot;, &quot;echt&quot;, &quot;erlebbar&quot;, &quot;ganzheitlich&quot;, &quot;Gl&uuml;ck&quot;, &quot;lodernder Glutkern&quot;, &quot;meinem Herzen folgen&quot;, &quot;my favorite toy&quot;, &quot;neues Gef&uuml;hl&quot; oder &quot;Sinnsuche&quot;, ja beim puren &quot;Wir&quot; als Erstes an &quot;Kriegst&uuml;chtigkeit&quot;?</p>
<p>Hat sich das Ohr dagegen erst einmal gesch&auml;rft, so wabert es einem aus allen Ecken und Enden entgegen. Die aktuelle Verwahrlosung unserer Sprache vollzieht sich nicht zuletzt auf die gem&uuml;tliche, um nicht zu sagen: <em>kokette</em> Tour! Schon bei der groben Durchsicht f&auml;llt auf, dass unter den Stichworten auff&auml;llig viele dominieren, die Assoziationen an &ouml;kologisches, gar &sbquo;wokes&lsquo; Gedankengut wecken. Entsprechend ist nun von &quot;nachhaltiger Wehrhaftigkeit&quot;, &quot;Greening the armies&quot;, &quot;technologischen &Ouml;kosystemen&quot; oder &quot;mehr Sichtbarkeit&quot;, &quot;in der Gesellschaft ankommen&quot;, &quot;queerfeldein marschieren&quot; und &quot;Resilienz&quot; die Rede. Selbst der Habermas&lsquo;sche Jargon hat in Gestalt einer geforderten &quot;Diskurst&uuml;chtigkeit&quot; mittlerweile Eingang ins aktuelle Verdummungsdeutsch gefunden!</p>
<h3>Zur Genese</h3>
<p>Am Anfang meines &quot;W&ouml;rterbuchs&quot; stand kein Masterplan. Es hat sich mit der Zeit &ndash; je mehr sich das Ohr sch&auml;rfte, desto rasanter &ndash; einfach zusammengel&auml;ppert.</p>
<p>Vor vielen Jahren hatte ich ab und zu in G&uuml;nther Anders&lsquo; <a href="https://www.guenther-anders-gesellschaft.org/aktuelles/neuausgabe-von-visit-beautiful-vietnam">&quot;Visit beautiful Vietnam &ndash; ABC der Aggressionen&quot;</a> herumgebl&auml;ttert &ndash; einem Band, der Ende der Sechziger Jahre das Idiom der westlichen Berichterstattung &uuml;ber den Vietnamkrieg scharfsinnig sezierte. Irgendwann im Fr&uuml;hjahr 2025 kam mir der Gedanke, den uns aktuell aus allen Ecken entgegenwabernden &quot;Jargon der Kriegst&uuml;chtigkeit&quot; auch mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Als ich Ende Mai die <a href="https://globalbridge.ch/das-woerterbuch-der-kriegstuechtigkeit-i/">erste Folge</a> meines &quot;W&ouml;rterbuchs&quot; auf der Schweizer Plattform <em>Globalbridge</em> ver&ouml;ffentlichte, da ahnte ich allerdings nicht im Entferntesten, dass sich diese erste spontane, unsystematische Sammlung bereits ein halbes Jahr sp&auml;ter zu einem Gro&szlig;projekt ausgewachsen h&auml;tte, das zum Redaktionsschluss zwischen zwei Buchdeckeln um die 450 Stichworte versammelte. (Mittlerweile sind es schon wieder &ndash; wie die laufende Serie bei den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?tag=woerterbuch-der-kriegstuechtigkeit"><em>Nachdenkseiten</em></a> und <a href="https://globalbridge.ch/author/leo-ensel/"><em>Globalbridge</em></a> zeigt &ndash; 250 mehr.)</p>
<p>Nat&uuml;rlich ist der exponentielle Anwuchs &ndash; &quot;Aufwuchs&quot;? &ndash; des &sbquo;Materials&lsquo; nur zum Teil meinem nunmehr gesch&auml;rfteren Ohr geschuldet. Je mehr sich die Lage zuspitzt, je st&auml;rker diese Gesellschaft sich militarisiert, desto intensiver wird auch die Sprache in Anspruch genommen, sprich: offen brutal oder &ndash; viel effektiver! &ndash; <em>sanft</em> vergewaltigt. Ich musste (und muss) also nur mein Segel aufspannen oder mein Netz auswerfen &ndash; Wind und Fische kommen von ganz alleine.</p>
<h3>Ein &sbquo;psycholinguistisches Aufkl&auml;rungsbuch&lsquo;</h3>
<p>Den nun vorliegenden kleinen Band sehe ich nicht zuletzt als ein <em>als W&ouml;rterbuch getarntes psycholinguistisches Aufkl&auml;rungsbuch</em> an: &uuml;ber die sublimen verbalen Techniken der &ndash; sich heute vornehm &quot;strategische Kommunikation&quot; nennenden &ndash; zeitgem&auml;&szlig;en Kriegspropaganda. Dass ich weder Linguist noch Psychologe bin, st&ouml;rt mich dabei nicht im Geringsten. Mein Ziel war es ja nicht, die jeweiligen Stichworte bis in die &quot;subsemiotische Teilchenebene&quot; hinein ideologiekritisch zu zerlegen, wie es Dolf Sternberger, Gerhard Storz und W.E. S&uuml;skind unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg in ihrem un&uuml;bertroffenen <a href="https://de-academic.com/dic.nsf/dewiki/1530802">&quot;W&ouml;rterbuch des Unmenschen&quot;</a> unternommen haben. Es reicht v&ouml;llig, die Worte beim Wort zu nehmen und ihnen respektlos auf den Zahn zu f&uuml;hlen! Oder, um mich frech bei einem Klassiker zu bedienen: Ich bringe die versteinerten &ndash; verbalen &ndash; Verh&auml;ltnisse zum Tanzen, indem ich ihnen ihre eigene Melodie vorspiele&hellip;</p>
<p>Entscheidend war mir, dass das Buch &ndash; das ja, da die Kriegsgefahr uns alle betrifft, m&ouml;glichst unterschiedliche Menschen aller Generationen und sozialen Milieus ansprechen will &ndash; leicht zug&auml;nglich und angenehm zu lesen ist. Ja, es soll, trotz &ndash; genauer: wegen &ndash; des schrecklichen Themas, auch noch Spass machen, immer wieder in ihm herumzust&ouml;bern! Entsprechend habe ich mich weder an Sternbergers luzidem &quot;W&ouml;rterbuch des Unmenschen&quot;, noch an Victor Klemperers eher episch gehaltener <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/LTI_&ndash;_Notizbuch_eines_Philologen">&quot;LTI&quot;</a> orientiert, sondern, fr&ouml;hliche Wissenschaft betreibend, in Wort und Stil an einem kanonischen Werk der Sprachsatire: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dummdeutsch">&quot;Dummdeutsch&quot;</a> von Eckhard Henscheid. Mehr noch: Ich betrachte meinen kleinen Band als dessen antimilitaristisches Gegenst&uuml;ck &ndash; als gnadenlos friedensfreches Vorf&uuml;hren des aktuellen kriegstreiberischen &quot;Verdummungsdeutschs&quot;!</p>
<h3>Die jungen Menschen</h3>
<p>Gewidmet ist mein B&uuml;chlein den ganz jungen Menschen: den Teenagern beiderlei Geschlechts, die 2008 und sp&auml;ter geboren sind &ndash; und die alles Recht der Welt haben, ihr Leben, ihre Jugend (soweit das unter den aktuellen Bedingungen &uuml;berhaupt m&ouml;glich ist) zu genie&szlig;en. Den (eh schon Corona-gebeutelten) Jungen, denen wir &Auml;lteren nicht nur ein Land im taumelnden Niedergang, sondern auch einen billionenschweren Schuldenberg und einen Planeten im Kipp-Prozess hinterlassen. Den jungen Menschen, die sich zudem &ndash; zumindest, was die M&auml;nner betrifft &ndash; ab Mitte 2027 alle mustern lassen m&uuml;ssen. Und die im &quot;Anwendungs-&quot; oder &quot;B&uuml;ndnisfall&quot; gar ihre Knochen &ndash; nat&uuml;rlich nicht mehr f&uuml;rs &quot;Vaterland&quot;, sondern diesmal &ndash; f&uuml;r das Gemeinwesen hinhalten m&uuml;ssten, sprich: die, wie jetzt die (oft gar nicht mehr so jungen) ukrainischen und russischen Soldaten, <em>verheizt</em> w&uuml;rden. H&ouml;here Milit&auml;rs sprechen bereits ungeniert von Tausenden &quot;Verlusten&quot; &ndash; gemeint sind Tote und Schwerstverletzte &ndash; pro Tag. Und ein Althistoriker hat die Chuzpe, Eltern in aller ARD-&Ouml;ffentlichkeit aufzufordern, ihre Kinder zu &quot;opfern&quot;.</p>
<p>Ich w&uuml;nsche mir sehr, dass diese jungen Menschen, die an Leib und Seele (noch) Unversehrten, es sich in allem gebotenen Ernst klarmachen: <em>Sie sind es, die es als Erste treffen wird!</em></p>
<h3>&quot;NEIN!&quot; und knirschender Sand</h3>
<p>Zu alledem gibt es nur eine Alternative: Angesichts der irrwitzigen Kriegsgefahr, der an Wahnsinn grenzenden Aufr&uuml;stung und einer v&ouml;llig enthemmten Riege von Politikern und Journalisten, die uns alle, jeden Tag rasanter, fr&ouml;hlich in Richtung Abgrund treiben, <em>m&uuml;ssen</em> wir es &ndash; gegen jede Wahrscheinlichkeit &ndash; doch noch schaffen, dass Alte <em>und</em> Junge, Friedensbewegte <em>und</em> Klimasch&uuml;tzer, Menschen aller Religionen zusammen mit Agnostikern und Atheisten, mit &Auml;rzten, Juristen, aufs&auml;ssigen Milit&auml;rs, Lehrern, Gewerkschaftern, (Fach)-Arbeitern und K&uuml;nstlern, die &sbquo;woke Szene&lsquo; nicht zu vergessen, das Friedensgebot des Grundgesetzes endlich beim Wort nehmen und nicht nur mit Wolfgang Borchert &quot;NEIN!&quot; sagen, sondern &ndash; alle an ihrem Platz &ndash; den zivilen Ungehorsam wagen und knirschender Sand im Getriebe der Kriegsvorbereitung werden. Wir haben nur diese eine Zukunftsoption!</p>
<p>Nehmen wir uns daf&uuml;r das heraus, was auch den &sbquo;Sound&lsquo; meines B&uuml;chleins bestimmt:<br />
<a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=127678">Friedensfrechheit!</a></p>
<div class="frame1">
<p><em>Leo Ensel: <a href="https://mediashop.at/buecher/woerterbuch-der-kriegstuechtigkeit/">&quot;W&ouml;rterbuch der Kriegst&uuml;chtigkeit &ndash; Krieg hei&szlig;t T&ouml;ten&quot;</a>, Promedia Verlag (Wien), ISBN 978-3-85371-563-5, Preis: 20,00 &euro;</em></p>
</div>
<p class="quelle">Quelle:&nbsp;<a href="https://globalbridge.ch/">Globalbridge</a>  vom 22.04.2026.</p>]]>
   </content>
</entry>
<entry>
   <title>Abgesagte Stationierung von US-Raketen: Kampagne sieht große Chance für Rüstungskontrolle</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015577.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15577</id>
   
   <published>2026-05-04T11:24:57Z</published>
   <updated>2026-05-04T18:39:23Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Die Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig. F&uuml;r ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!&quot; begr&uuml;&szlig;t die Ank&uuml;ndigung von US-Pr&auml;sident Donald Trump, keine Tomahawk-Marschflugk&ouml;rper in...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
   </author>
         <category term="/schwerpunkte/internationales_militar_und_krieg/deutsche_aussenpolitik" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/friedensbewegung" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/internationales_militar_und_krieg/nato" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/internationales_militar_und_krieg/usa_nordamerika" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   <category term="4811" label="Kampagne &quot;Friedensfähig statt erstschlagfähig&quot;" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="4809" label="Mittelstreckenwaffen 2026" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Die Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig. F&uuml;r ein Europa  ohne Mittelstreckenwaffen!&quot; begr&uuml;&szlig;t die Ank&uuml;ndigung von US-Pr&auml;sident  Donald Trump, keine Tomahawk-Marschflugk&ouml;rper in Deutschland zu  stationieren. Nach Einsch&auml;tzung des B&uuml;ndnisses bietet sich jetzt die  Chance f&uuml;r neue Fortschritte in der R&uuml;stungskontrolle. Die  Bundesregierung m&uuml;sse diese nutzen.&nbsp;Die Pl&auml;ne zur Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenwaffen in  Deutschland waren vor rund zwei Jahren bekannt geworden und hatten  bundesweit Proteste ausgel&ouml;st. Mit seiner Ank&uuml;ndigung, einen Teil der  US-Truppen aus Deutschland abzuziehen, hat Trump nun am vergangenen  Wochenende auch die Stationierung der Waffen in Deutschland abgesagt.</p>]]>
      <![CDATA[<p>Die Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig. F&uuml;r ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!&quot; begr&uuml;&szlig;t die Ank&uuml;ndigung von US-Pr&auml;sident Donald Trump, keine Tomahawk-Marschflugk&ouml;rper in Deutschland zu stationieren. Nach Einsch&auml;tzung des B&uuml;ndnisses bietet sich jetzt die Chance f&uuml;r neue Fortschritte in der R&uuml;stungskontrolle. Die Bundesregierung m&uuml;sse diese nutzen.</p>
<p>Die Pl&auml;ne zur Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenwaffen in Deutschland waren vor rund zwei Jahren bekannt geworden und hatten bundesweit Proteste ausgel&ouml;st. Mit seiner Ank&uuml;ndigung, einen Teil der US-Truppen aus Deutschland abzuziehen, hat Trump nun am vergangenen Wochenende auch die Stationierung der Waffen in Deutschland abgesagt.</p>
<p>Best&auml;rkt durch diese Entwicklung ruft die Kampagne f&uuml;r den 30. Mai 2026 gemeinsam mit einem breiten B&uuml;ndnis zu Protesten unter dem Motto &quot;Keine Mittelstreckenwaffen &ndash; nirgends!&quot; in Wiesbaden und Grafenw&ouml;hr auf, um Druck f&uuml;r neue Abr&uuml;stungsinitiativen zu machen.</p>
<h3>Absage der Stationierung ist eine gute Nachricht</h3>
<p>&quot;Die Absage der Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland ist eine gute Nachricht f&uuml;r die Sicherheit in Europa!&quot;, sagt Simon B&ouml;decker, Referent von Ohne R&uuml;stung Leben und Sprecher der Kampagne. &quot;Landgest&uuml;tzte Mittelstreckenwaffen sind darauf ausgelegt, strategische Ziele in sehr kurzer Zeit anzugreifen. Sie wirken destabilisierend, f&uuml;hren zu einem Klima der st&auml;ndigen Unsicherheit und h&auml;tten Deutschland zu einem potenziellen Ziel russischer Pr&auml;ventivschl&auml;ge gemacht.&quot;</p>
<p>Sehr kritisch bewertet die Kampagne die ersten Reaktionen aus der deutschen Politik. Forderungen nach der Entwicklung oder Beschaffung eigener Mittelstreckenwaffen w&uuml;rden die bestehenden Risiken eher versch&auml;rfen als reduzieren.</p>
<p>&quot;In der aktuellen Weltlage ist es wichtig, einen k&uuml;hlen Kopf zu bewahren und kluge, weitsichtige Entscheidungen zu treffen. Der Verzicht der USA auf die Stationierung weitreichender Angriffswaffen in Deutschland bietet daf&uuml;r jetzt eine gro&szlig;e Chance&quot;, erkl&auml;rt Simon B&ouml;decker. &quot;Reflexartige Rufe nach dem Kauf eigener Marschflugk&ouml;rper und der Entwicklung europ&auml;ischer Mittelstreckenwaffen bringen uns aber nicht weiter. Auch die vielbeschworene &sbquo;F&auml;higkeitsl&uuml;cke&lsquo; ist l&auml;ngst widerlegt!&quot;</p>
<h3>R&uuml;stungskontrolle und Abr&uuml;stungsinitiativen jetzt n&ouml;tig!</h3>
<p>&quot;Wir fordern die Bundesregierung auf, neue Initiativen f&uuml;r internationale R&uuml;stungskontrolle auf den Weg zu bringen. Der INF-Vertrag hat in den 1980er-Jahren gezeigt, dass das Verbot von Mittelstreckenwaffen einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Eskalationsrisiken leistet und Grundlage eines weiterf&uuml;hrenden Dialogs sein kann. Damals war der Vertrag ein wichtiger Schritt zum Ende des Kalten Krieges. Solche Impulse brauchen wir heute wieder!&quot;, f&uuml;gt Simon B&ouml;decker hinzu.</p>
<h3>Protest gegen Mittelstreckenwaffen in Ost und West am 30. Mai</h3>
<p>Die Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig&quot; mobilisiert daher f&uuml;r den 30. Mai 2026 zu Demonstrationen in Grafenw&ouml;hr und Wiesbaden. &quot;Mit den gro&szlig;en Demonstrationen wenden wir uns gegen alle Mittelstreckenwaffen in Ost und West. Und wir protestieren gegen die Pl&auml;ne zum Kauf und zur Entwicklung europ&auml;ischer Marschflugk&ouml;rper. Gerade jetzt ist es wichtig, dass tausende Menschen mit uns Verhandlungen &uuml;ber R&uuml;stungskontrolle fordern&quot;, erl&auml;utert Marvin Mendyka, Mitglied im Kampagnenrat und im Vorbereitungskreis der Demo. &quot;Daher rufen wir bundesweit zur Teilnahme an den beiden gro&szlig;en Demonstrationen am 30. Mai auf. Unsere Botschaft ist klar: Keine Mittelstreckenwaffen &ndash; nirgends!&quot;</p>
<h3>&Uuml;ber die Kampagne</h3>
<p>Die Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig. F&uuml;r ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!&quot; ist ein Zusammenschluss von mehr als 55 Organisationen aus der Zivilgesellschaft. Die Kampagne protestiert gegen die R&uuml;ckkehr der Raketen und Marschflugk&ouml;rper nach Europa, kl&auml;rt &uuml;ber ihre Risiken und Gefahren auf und fordert ein internationales Abkommen zur Begrenzung landgest&uuml;tzter Mittelstreckenwaffen.</p>
<ul>
    <li>Weitere Informationen zur Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig. F&uuml;r ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!&quot; finden sich unter: friedensfaehig.de.</li>
</ul>
<p class="quelle">Quelle:&nbsp;<a href="https://friedensfaehig.de/">Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig: F&uuml;r ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen&quot;</a> - Pressemitteilung vom 04.05.2025.</p>]]>
   </content>
</entry>
<entry>
   <title> Gewalt und Kriegstheologie in der Hebräischen Bibel</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015573.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15573</id>
   
   <published>2026-04-30T04:33:14Z</published>
   <updated>2026-04-30T14:51:41Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Die Hebr&auml;ische Bibel, eine Sammlung h&ouml;chst unterschiedlicher, z.T. geradezu gegens&auml;tzlicher B&uuml;cher aus dem ersten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung, geh&ouml;rt f&uuml;r...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
   </author>
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/burger_peter" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gesellschaft/religionglaubekirche" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   <category term="4778" label="edition pace" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="2210" label="Peter Bürger" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="4821" label="Schalom-Bibliothek" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Die Hebr&auml;ische Bibel, eine Sammlung h&ouml;chst unterschiedlicher, z.T.  geradezu gegens&auml;tzlicher B&uuml;cher aus dem ersten Jahrtausend vor unserer  Zeitrechnung, geh&ouml;rt f&uuml;r mehr als zwei Milliarden Menschen zum  anerkannten Kanon &quot;Heiliger Schriften&quot;. Sie enth&auml;lt eine  zivilisatorische Friedensperspektive f&uuml;r den Erdkreis, die angesichts  der M&ouml;glichkeit eines selbstm&ouml;rderischen Weltkriegs der Gattung &quot;Homo  sapiens&quot; mehr denn je h&ouml;chste Beachtung verdient.&nbsp;Das neue Lesebuch der Schalom-Bibliothek richtet sich nicht nur an sogenannte Fachleute oder ein frommes Publikum. Es versammelt Beitr&auml;ge von neun christlichen Theologen zu &quot;Gewalt und Kriegstheologie in der Hebr&auml;ischen Bibel&quot; (Peter B&uuml;rger, Friedrich Erich Dobberahn, J&uuml;rgen Ebach, Bruno Kern, Ansgar Moenikes, Bernhard Lang, Thomas Nauerth, Egon Spiegel, Jochen Vollmer +). Alle Felder der Thematik, unterschiedliche Standorte und neue Zug&auml;nge werden erschlossen. &ndash; Kooperationspartner: Frieden wagen e.V., Kuratorium &sbquo;Abrahamskrone&lsquo;, &Ouml;kumenisches Institut f&uuml;r Friedenstheologie.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>&nbsp;Ein neues Lesebuch der Schalom-Bibliothek</h3>
<p><strong>Von Redaktion &sbquo;Schalom-Bibliothek.org&lsquo; ǀ Kooperationspartner: Frieden wagen e.V.</strong></p>
<div class="frame1">
<p><em><strong>Gewalt und Kriegstheologie in der Hebr&auml;ischen Bibel.</strong></em> Ein Lesebuch der Schalom-Bibliothek &ndash; Mit Texten von Peter B&uuml;rger (Hg.), Friedrich Erich Dobberahn, J&uuml;rgen Ebach, Bruno Kern, Ansgar Moenikes, Bernhard Lang, Thomas Nauerth, Egon Spiegel und Jochen Vollmer. (edition pace ǀ Regal: Pazifisten &amp; Antimilitaristen aus j&uuml;dischen Familien, 16). Hamburg: BoD 2026. (ISBN: 978-3-6963-9675-6; Paperback; 400 Seiten; 16,99 Euro).</p>
<p><a href="https://buchshop.bod.de/gewalt-und-kriegstheologie-in-der-hebraeischen-bibel-9783696396756">https://buchshop.bod.de/gewalt-und-kriegstheologie-in-der-hebraeischen-bibel-9783696396756</a></p>
</div>
<p><img src="/magazin/media/img/Gewalt-Bibel.jpg" width="280" height="446" vspace="10" hspace="10" align="right" alt="" />Die Hebr&auml;ische Bibel, eine Sammlung h&ouml;chst unterschiedlicher, z.T. geradezu gegens&auml;tzlicher B&uuml;cher aus dem ersten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung, geh&ouml;rt f&uuml;r mehr als zwei Milliarden Menschen zum anerkannten Kanon &quot;Heiliger Schriften&quot;. Sie enth&auml;lt eine zivilisatorische Friedensperspektive f&uuml;r den Erdkreis, die angesichts der M&ouml;glichkeit eines selbstm&ouml;rderischen Weltkriegs der Gattung &quot;Homo sapiens&quot; mehr denn je h&ouml;chste Beachtung verdient.</p>
<p>Zugleich &uuml;berliefert die <a href="https://schalom-bibliothek.org/biblische-fiktionen-zu-krieg-und-genozid/">Bibel</a>&nbsp;einen Fundus an Ausrottungsbefehlen und Gewaltszenarien, der zum Abgr&uuml;ndigsten in der Weltliteratur geh&ouml;rt. Ein humanistischer Kritiker listet beispielhaft allein mehr als eine Millionen Opfer bei angeblich gottwohlgef&auml;lligen Massakern und milit&auml;rischen Massenmorden auf. Einige biblische Autoren waren offenbar bem&uuml;ht um geradezu phantastische Angaben zu T&ouml;tungsquoten. Das Skandal&ouml;se an den betreffenden Texten ist nicht etwa eine ausgesprochene Einzigartigkeit, sondern im Gegenteil der Umstand, dass sie sich trotz mancher Eigent&uuml;mlichkeiten einreihen in den Bilderbogen der bronze- und eisenzeitlichen Kriegsideologie bzw. Kriegspropaganda Westasiens. Eine lange Wirkungsgeschichte lie&szlig; die Staats- und Kriegsgottheiten nie aussterben.</p>
<p>Das neue Lesebuch der Schalom-Bibliothek richtet sich nicht nur an sogenannte Fachleute oder ein frommes Publikum. Es versammelt Beitr&auml;ge von neun christlichen Theologen zu &quot;Gewalt und Kriegstheologie in der Hebr&auml;ischen Bibel&quot; (Peter B&uuml;rger, Friedrich Erich Dobberahn, J&uuml;rgen Ebach, Bruno Kern, Ansgar Moenikes, Bernhard Lang, Thomas Nauerth, Egon Spiegel, Jochen Vollmer +). Alle Felder der Thematik, unterschiedliche Standorte und neue Zug&auml;nge werden erschlossen. &ndash; Kooperationspartner: <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/media/pdf/Kriegstheologie-Bibel-2026-1.pdf">Frieden wagen e.V.</a>, Kuratorium &sbquo;Abrahamskrone&lsquo;, &Ouml;kumenisches Institut f&uuml;r Friedenstheologie.</p>
<h3><em>Textdokumentation</em> ǀ Vorwort des Herausgebers</h3>
<p>Judentum ist keine &sbquo;Rasse&lsquo; oder Ethnie, sondern eine <em>Religion</em>. Diesen Sachverhalt soll das vom Herausgeber betreute Editionsprojekt einer &quot;Schalom-Bibliothek&quot; zu &quot;Pazifisten und Antimilitaristinnen aus j&uuml;dischen Familien&quot; nicht aus den Augen verlieren. Innerhalb unserer Reihe unterbricht deshalb gegenw&auml;rtig eine Trilogie zu grundlegenden religi&ouml;sen Fragen bezogen auf &sbquo;Krieg und Frieden&lsquo; die Erschlie&szlig;ung der Werke einzelner Autorinnen und Autoren: Zun&auml;chst konnten wir ein <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015533.html"><em>&quot;Lesebuch &uuml;ber die Friedensliebe der Rabbiner&quot;</em></a> (Teil 1) ver&ouml;ffentlichen, das den in zwei Jahrtausenden waltenden pazifistischen Grundzug des &uuml;berkommenen &sbquo;rabbinischen Judentums&lsquo; vermittelt. Bereits vorbereitet wird in unserer Werkstatt ein Lesebuch <em>&quot;Die Friedensbotschaft der Hebr&auml;ischen Bibel&quot;</em> (Teil 3), das noch bis zur Jahresmitte 2026 erscheinen soll. Der hier vorgelegte Band <em>&quot;Gewalt und Kriegstheologie in der Hebr&auml;ischen Bibel&quot;</em> (Teil 2) ist hingegen einem Thema gewidmet, das in theologischen Kontexten oft nur als Gegenstand antijudaistischer Zwangsvorstellungen in den Blick kommt und wegen seiner Brisanz gerne gemieden wird.</p>
<p>Beim Feld &sbquo;Gewalt- und Kriegskomplexe in Heiligen Schriften&lsquo; denken die meisten Menschen hierzulande wohl ganz &uuml;berwiegend sofort an die fundamentalistische Koran-Auslegung der &sbquo;Islamisten&lsquo; (oder generell an &sbquo;den Koran&lsquo;). Geradezu inquisitorisch wurden (wer&shy;den) Muslime und ihre Vertretungen im &ouml;ffentlichen Raum seit Beginn des neuen Jahrtausends immer wieder aufgefordert, sich von &sbquo;Gotteskriegern&lsquo; &ndash; die man ihren Reihen zuordnete &ndash; zu distanzieren. Gleichzeitig mussten (und m&uuml;ssen) sie erleben, dass Millionen muslimische Opfer, get&ouml;tet von Milit&auml;rs aus &uuml;berwiegend noch christlich gepr&auml;gten L&auml;ndern, vor dem Hintergrund einer rassistischen Weltbetrachtung als &sbquo;Kollateralsch&auml;den&lsquo; eines sogenannten Antiterrorkrieges abgehakt und vergessen wurden (werden). Die passenden Feindbilder zu diesem abgr&uuml;ndigen Komplex geh&ouml;rten &ndash; wie ich u.a. in der Studie <em>&quot;Kino der Angst&quot; </em>(2005/2007) zeige &ndash; schon vor vier Jahrzehnten zum Repertoire der unterhaltungsindustriellen Massenkultur. &ndash; T&ouml;tende Gewalt, so m&uuml;ssen wir schlussfolgern, gilt nur dann als verwerflich, wenn sie aus dem Kulturkreis der &sbquo;Anderen&lsquo; heraus ins Werk gesetzt wird. Nur in diesem Fall sind auch Opferzahlen und Opferged&auml;chtnis von Interesse.</p>
<p>Die selektive Blickrichtung, welche die Gewaltfrage nur an den j&uuml;ngsten Spross im abrahamitischen Kreis adressiert, hat allerdings schon lange jede Plausibilit&auml;t verloren. Ein betr&auml;chtlicher Teil der Evangelikalen besonders in Nordamerika USA) folgt einer abgr&uuml;ndigen fundamentalistischen Bibelauslegung, ist f&ouml;rmlich versessen auf katastrophische Szenarien als Vorboten des Endes aller Tage und bekennt sich unverhohlen zu t&ouml;tender Gewalt. Dieser &sbquo;faschistoide Christenkomplex&lsquo; pl&auml;diert f&uuml;r Theokratie und hegt keinerlei Skrupel, an einem Weltenbrand mitzuwirken. &ndash; Eine fundamentalistische Auslegung von Texten der Hebr&auml;ischen Bibel, die z.T. mit archaischen Ausrottungsszenarien verkn&uuml;pft sind, verfolgen sodann jene rechtsextremen Nationalreligi&ouml;sen, die gegenw&auml;rtig die Regierungspolitik in Israel mitbestimmen (vgl. z.B. die Schlussabschnitte in: https://de.wikipedia.org/wiki/Amalekiter). W&auml;hrend die seit zwei Jahrtausenden tradierte rabbinische Richtung des Judentums sich durch eine ausgepr&auml;gte <em>Liebe zum Leben</em> (Biophilie) auszeichnet, huldigen diese &ndash; wiederum theokratisch ausgerichteten &ndash; Kr&auml;fte in ihrem &ouml;ffentlichen Wirken einem regelrechten<em> Kult des Todes</em> (u.a. Menschenerniedrigung als mediale Inszenierung, Foltervoten, politischer Feldzug f&uuml;r Hinrichtungen, Rassismus, Vernichtungsphantasien).</p>
<div class="frame1">
<p>Drastisch schrieb hierzu die Haaretz-Kolumnistin Yoana Gonen (Israel) Ende Februar 2026: <em>&quot;Eine Gesellschaft, in der Tod und Gewalt zu einem Spektakel geworden sind. Hinrichtungen sind zu einem politisch aufgeladenen, aufregenden Horizont geworden, Galgenstricke zu modischen Accessoires, gefesselte Gefangene werden vor den Augen der Medien und des Ministers f&uuml;r nationale Sicherheit zur Schau gestellt. Auf den H&uuml;geln des Negev sind Aussichtspunkte entstanden mit Blick auf das spektakul&auml;re Panorama von Flugzeugen, die Bomben auf Menschen in Gaza abwerfen. Videos von brennenden Pal&auml;stinensern l&ouml;sen Reaktionen von Gel&auml;chter und Lust aus, und Krieg ist l&auml;ngst keine Bedrohung mehr, sondern ein nationales Hobby&quot;</em> (hier zitiert nach Moshe Zuckermann: <a href="https://overton-magazin.de/top-story/israels-kriegsluesternheit">https://overton-magazin.de/top-story/israels-kriegsluesternheit</a>).</p>
</div>
<p>Es fehlt nicht an <em>j&uuml;dischen</em> Kritiker:innen einer fundamentalistischen und politischen Instrumentalisierung der Hebr&auml;ischen Bibel. Unsere neue Sammlung erschlie&szlig;t indessen nur Betrachtungen von <em>Christen</em> zu Texten in den Heiligen Schriften, die seitens gewaltaffiner religi&ouml;ser Extremisten rechtfertigend herangezogen werden. Es handelt sich um Ausf&uuml;hrungen von neun Theologen aus beiden gro&szlig;en christlichen Konfessionen, darunter sechs &sbquo;Alttestamentler&lsquo; &ndash; vertreten sind leider nur M&auml;nner. Die Beitr&auml;ge zeichnen sich bezogen auf den Gesamtumfang der Ver&ouml;ffentlichung &uuml;berwiegend durch eine fachwissenschaftliche Ausrichtung aus, dienen zum Teil aber auch einer leutefreundlichen Darlegung des Themas f&uuml;r ein breiteres Publikum. Sie werden &ndash; abgesehen vom einleitenden Originalbeitrag aus der Feder von Friedrich Erich Dobberahn &ndash; gem&auml;&szlig; ihrer Entstehungszeit in chronologischer Folge dargeboten. Dies er&ouml;ffnet auch die M&ouml;glichkeit, Stationen der Entwicklung des Diskurses zu &sbquo;Gewalt und Bibel&lsquo; kennenzulernen. Der sehr lange Auszug aus einem Buch von Egon Spiegel (&rarr;S. 31-109) f&uuml;hrt im &Uuml;berblick nicht nur in grundlegende Fragestellungen des Themenfeldes ein, sondern gew&auml;hrt uns als &quot;exemplarische Auseinandersetzung mit der Vorstellung eines gewaltt&auml;tigen Gottes&quot; Einblicke in Forschung und Debattenton der 1980er Jahre. S&auml;mtliche Autoren der im Band versammelten Texte betrachten die Hebr&auml;ische Bibel bzw. das &sbquo;Alte Testament&lsquo; (AT) als unverzichtbaren Bestandteil des in ihrem &sbquo;Bekenntnis&lsquo; geltenden Bibelkanons. Nicht wenige Leserinnen und Leser, die jeglicher Religion oder insbesondere den j&uuml;dischen wie christlichen &Uuml;berlieferungen fernstehen, werden einige Ausf&uuml;hrungen vermutlich als &sbquo;Apologien des Alten Testamentes&lsquo; bewerten. [&hellip;]</p>
<p>Die Hebr&auml;ische Bibel ist etwas v&ouml;llig anderes als ein Buch aus der Werkstatt eines einzelnen Autors. Sie ist &sbquo;Buch der B&uuml;cher&lsquo; auch im ganz w&ouml;rtlichen Sinn: eine aus vielen &ndash; nach Form und Inhalt sehr unterschiedlichen, z.T. sogar gegens&auml;tzlichen &ndash; Werken mit Bedacht zusammengestellte &sbquo;Bibliothek&lsquo;. Ungez&auml;hlte Menschen waren in einem Zeitraum, der sich fast &uuml;ber ein ganzes Jahrtausend erstreckt, an ihrem Werdegang beteiligt: betend, erz&auml;hlend, dichtend, schreibend, &uuml;berliefernd, &uuml;bersetzend, redigierend, korrigierend, streichend, kombinierend, anreichernd, ausdeutend &hellip;, bewertend und ausw&auml;hlend (Kanon). Wer ganz allgemein nur von &quot;<em>der</em> Bibel&quot; spricht, der bleibt so vage oder nichtssagend wie jene, die von &quot;<em>dem</em> Judentum&quot;, &quot;<em>dem </em>Christentum&quot; oder &quot;<em>dem</em> Islam&quot; reden. Wenn unter den Namen der drei abrahamitischen Religionen jeweils geradezu kontr&auml;re, mithin sich einander ausschlie&szlig;ende theologische Standorte anzutreffen sind &ndash; und solche &sbquo;Pluralit&auml;t&lsquo; auch in den Heiligen Urkunden anzutreffen ist, so verbietet es sich von selbst, alles &uuml;ber einen Leisten zu ziehen. Andererseits d&uuml;rfen unbequeme &sbquo;Befunde&lsquo; bezogen auf die abrahamitischen und andere Religionen in Bewertungen nie mit zweierlei Ma&szlig; gemessen werden.</p>
<p>Selbst theologietreibende Frauen und M&auml;nner meiden &uuml;berwiegend jene Anteile der kanonisierten B&uuml;cher, deren Lekt&uuml;re unser Gem&uuml;t verd&uuml;stert statt es aufzuhellen. Zumal angesichts der rasanten &sbquo;S&auml;kularisierungs&lsquo;-Vorg&auml;nge der Gegenwart kann eine vage Kenntnis biblischer Texte in der Leserschaft zumeist gar nicht mehr vorausgesetzt werden. Deshalb gibt es im Anhang des Lesebuches neben der Zusammenstellung von Sekund&auml;rliteratur (Auswahl) eine Abteilung mit beispielhaften bzw. zentralen &quot;Bibelstellen zu Gewalt und Kriegstheologie&quot; (&rarr;S. 358-378: auch im <a href="https://schalom-bibliothek.org/biblische-fiktionen-zu-krieg-und-genozid/">Internet</a>), die sich mit Hilfe der vorangehenden Beitr&auml;ge sachgerecht einordnen lassen. Ein zufriedenstellendes Gesamtbild in der Darstellung liegt im Rahmen unserer &sbquo;Trilogie&lsquo; freilich erst dann vor, wenn auch der dritte Band (<em>&quot;Die Friedensbotschaft der Hebr&auml;ischen Bibel&quot;</em>) erschienen ist. ǀ <em>D&uuml;sseldorf, im April 2026: Peter B&uuml;rger.</em></p>
<p><strong>Inhalt des neuen Bandes</strong> ǀ Friedrich Erich Dobberahn: <em>Gott &ndash; ein &quot;Kriegsmann&quot; oder ein &quot;Zerschmetterer der Kriege&quot;?</em> Zur Septuaginta-&Uuml;bersetzung von 2. Mose 15,3 (Originalbeitrag 2026). &ndash; Egon Spiegel: <em>Exemplarische (</em>christliche<em>) Auseinandersetzung mit der Vorstellung eines gewaltt&auml;tigen Gottes</em> (Aus dem Werk &quot;Gewaltverzicht&quot;, 1982 &ndash; 1987/89). &ndash; Ansgar Moenikes: <em>Monotheismus &ndash; Quelle der Intoleranz?</em> Das Alte Testament als Ausgangspunkt (Jahrbuch der Religionsp&auml;dagogik 2009). &ndash; J&uuml;rgen Ebach: <em>Nicht den Frieden, sondern das Schwert!?</em> Dr&auml;ngende Fragen an Texte, die von Gewalt sprechen (2. &Ouml;KT M&uuml;nchen ǀ Vortrag im Zentrum Bibel&quot;, 14.05.2010). &ndash; Jochen Vollmer:<em> Israel &ndash; Volk, Land und Staat in biblischer Sicht.</em> Vortrag, gehalten in Trossingen am 21.09.2012. &ndash; Friedrich Erich Dobberahn: <em>Gewalt im Alten Testament &ndash; unser Unbehagen und Unverst&auml;ndnis.</em> (Aus: Festschrift f&uuml;r Kurt Willibald Sch&ouml;nherr, 2013). &ndash; Thomas Nauerth: <em>&quot;Die Erde aber war vor Gott verdorben, die Erde war voller Gewalttat&quot;</em> (Genesis 6,11). Gewalt und Gewaltlosigkeit als biblisches Schl&uuml;sselthema (Imprimatur 2/2020). &ndash; Thomas Nauerth: <em>Psalm 68 &ndash; Vom Vergehen der Frevler und Gewaltt&auml;ter</em> (Bibel und Didaktik, 2020). &ndash; Bruno Kern: <em>&quot;Jahwe ist ein Krieger&quot;</em> (Aus: &quot;Den Krieg gr&uuml;ndlich verlernen &hellip;&quot;, 2025). &ndash; Ansgar Moenikes: <em>Krieg und Gewalt in der Bibel</em>. Ein Widerspruch zur Friedensvision? (2026). &ndash; Peter B&uuml;rger: <em>&quot;Ein versprengtes Schaf war Israel &hellip;&quot;</em> (Jeremia 50,17). Offenbarung jenseits von Staats- und Kriegstheologien (2026).</p>
<p><strong>Bibliotheksportal</strong> | Alle Publikationen des Regals &quot;Pazifisten und Antimilitaristinnen aus j&uuml;dischen Familien&quot; erscheinen zun&auml;chst als Digitale Erstausgaben und sind frei abrufbar auf dem Projektportal <a href="https://www.schalom-bibliothek.org">www.schalom-bibliothek.org</a> &ndash; dort auch alle Informationen zu den bisherigen Buchangeboten.</p>]]>
   </content>
</entry>
<entry>
   <title>Greenpeace zum 40. Jahrestag des Super-GAUs in Tschornobyl</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015576.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15576</id>
   
   <published>2026-04-24T05:17:25Z</published>
   <updated>2026-04-27T05:30:09Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Am kommenden Sonntag j&auml;hrt sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum 40. Mal. Die radioaktive Wolke, die sich vor vierzig Jahren...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
   </author>
         <category term="/schwerpunkte/okologie/atomenergie" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/okologie" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   <category term="2734" label="Atomkraft" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="3410" label="Greenpeace" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="2282" label="Tschernobyl" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Am kommenden Sonntag j&auml;hrt sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl  zum 40. Mal. Die radioaktive Wolke, die sich vor vierzig Jahren &uuml;ber  Europa verbreitete, st&auml;rkte die deutsche Anti-Atom-Bewegung. Heute sind  die Reaktoren in Deutschland abgeschaltet. Weltweit geht die nutzung der  Atomkraft zur&uuml;ck - nur China baut diese weiter aus. Gleichzeitig  steigen die Risiken durch Kriege und geopolitschen Spannungen, die auch  vor bestehenden Atomanlagen keinen Halt machen. Die gro&szlig; angelegte  russische Invasion in die Ukraine hat diese Risiken besonders deutlich  gemacht. Die Schutzh&uuml;lle &uuml;ber der Reaktorruine wurde von einer  russischen Drohne zerst&ouml;rt. Das Atomkraftwerk bei Saporischschja war  umk&auml;mpft und ist von Russland &uuml;bernommen worden. Heinz Smital,  Atomphysiker und Greenpeace-Energieexperte, sieht die Zukunft der  Energieversorgung dezentral und erneuerbar.</p>]]>
      <![CDATA[<p>Am kommenden Sonntag j&auml;hrt sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum 40. Mal. Die radioaktive Wolke, die sich vor vierzig Jahren &uuml;ber Europa verbreitete, st&auml;rkte die deutsche Anti-Atom-Bewegung. Heute sind die Reaktoren in Deutschland abgeschaltet. Weltweit geht die nutzung der Atomkraft zur&uuml;ck - nur China baut diese weiter aus. Gleichzeitig steigen die Risiken durch Kriege und geopolitschen Spannungen, die auch vor bestehenden Atomanlagen keinen Halt machen. Die gro&szlig; angelegte russische Invasion in die Ukraine hat diese Risiken besonders deutlich gemacht. Die Schutzh&uuml;lle &uuml;ber der Reaktorruine wurde von einer russischen Drohne zerst&ouml;rt. Das Atomkraftwerk bei Saporischschja war umk&auml;mpft und ist von Russland &uuml;bernommen worden. Heinz Smital, Atomphysiker und Greenpeace-Energieexperte, sieht die Zukunft der Energieversorgung dezentral und erneuerbar:</p>
<p>&quot;Vierzig Jahre nach Beginn der Katastrophe von Tschernobyl m&uuml;ssen wir immer noch die Folgen bew&auml;ltigen. Die hoch verstrahlten Gebiete rund um das Kraftwerk sind nach wie vor unbewohnbar. Zudem zeigt sich in der Ukraine, wie verwundbar Atomkraftwerke in Kriegszeiten sind und dadurch das Risiko f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung erh&ouml;hen.&nbsp; Dezentrale und erneuerbare Energiesysteme beweisen in der Ukraine gleichzeitig, wie zuverl&auml;ssig und widerstandsf&auml;hig diese Form der Energieversorgung inzwischen ist.&quot;</p>
<p>Der Greenpeace-Energieexperte weiter: &quot;Seit Beginn der gro&szlig; angelegten russischen Invasion in die Ukraine haben Pilotprojekte f&uuml;r Solarenergie in Kombination mit Batteriespeichern dazu beigetragen, ausgesuchte Krankenh&auml;user, Schulen und Kommunen funktionsf&auml;hig zu halten. Diese Systeme sind anders als zentrale Gro&szlig;kraftwerke schwerer au&szlig;er Betrieb zu setzen, schneller zu reparieren und erzeugen weiterhin Strom, selbst wenn Teile des Netzes besch&auml;digt sind.</p>
<p>Ein solches positives Beispiel ist die Ambulanz-Klinik in Horenka, einer kleinen Stadt nahe Kyiv. Nach einem russischen Angriff wurde die zerst&ouml;rte Klinik wieder aufgebaut und mit einem Solarsystem ausgestattet. Seitdem ist die Klinik weitestgehend unabh&auml;ngig von externer Energieversorgung und den damit verbundenen Stromausf&auml;llen aufgrund russischer Angriffe auf Gro&szlig;kraftwerke.&quot;</p>
<ul>
    <li><a href="https://www.greenpeace.de/klimaschutz/energiewende/atomausstieg/tschernobyl">Mehr zu Tschernobyl</a></li>
</ul>
<p class="quelle">Quelle:&nbsp;<a href="https://www.greenpeace.de/">Greenpeace</a> - Pressemitteilung vom 23.04.2026.</p>]]>
   </content>
</entry>
<entry>
   <title>Erinnerung wachhalten – für eine atomfreie Zukunft!</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015575.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15575</id>
   
   <published>2026-04-23T04:50:46Z</published>
   <updated>2026-04-27T04:56:49Z</updated>
   
   <summary>Vor 40 Jahren, am 26. April 1986, explodierte Reaktor 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine nahe der Grenze zu...</summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
   </author>
         <category term="/schwerpunkte/okologie/atomenergie" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/okologie" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   <category term="2734" label="Atomkraft" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="2330" label="IPPNW" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="2282" label="Tschernobyl" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Vor 40 Jahren, am 26. April 1986, explodierte Reaktor 4 des  Atomkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine nahe der Grenze zu Belarus.  Die sich &uuml;ber weite Teile Europas verbreitende radioaktive Wolke machte  der Welt die unkalkulierbaren Risiken der Atomenergie schmerzhaft  bewusst. Bis heute leiden unz&auml;hlige Menschen unter den Langzeitfolgen  der Verstrahlung: Krebserkrankungen, Hirninfarkte und Herzinfarkte sowie  Herzkreislauferkrankungen und chromosomale Sch&auml;den. Hinzu kommen  psychische Folgen wegen der Entwurzelung aufgrund derEvakuierung. Die  gesundheitlichen Folgen der damaligen radioaktiven Verseuchung, die sich  oft in Form eines &uuml;ber Jahrzehnte andauernden, allm&auml;hlichen  Krankheitsprozesses durch radioaktive Niedrigstrahlung manifestieren,  werden nur selten ihrer Ursache zugeordnet.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>40. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe</h3>
<p>Vor 40 Jahren, am 26. April 1986, explodierte Reaktor 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine nahe der Grenze zu Belarus. Die sich &uuml;ber weite Teile Europas verbreitende radioaktive Wolke machte der Welt die unkalkulierbaren Risiken der Atomenergie schmerzhaft bewusst. Bis heute leiden unz&auml;hlige Menschen unter den Langzeitfolgen der Verstrahlung: Krebserkrankungen, Hirninfarkte und Herzinfarkte sowie Herzkreislauferkrankungen und chromosomale Sch&auml;den. Hinzu kommen psychische Folgen wegen der Entwurzelung aufgrund derEvakuierung. Die gesundheitlichen Folgen der damaligen radioaktiven Verseuchung, die sich oft in Form eines &uuml;ber Jahrzehnte andauernden, allm&auml;hlichen Krankheitsprozesses durch radioaktive Niedrigstrahlung manifestieren, werden nur selten ihrer Ursache zugeordnet.</p>
<p>&quot;Der 40. Jahrestag des Super-GAUs ist ein Anlass, der Opfer zu gedenken und die Erinnerung an die Katastrophe wachzuhalten. Die Folgen von Tschernobyl, aber auch der Katastrophen von Fukushima, Harrisburg oder Majak dauern bis heute an. Tschernobyl steht symbolisch f&uuml;r die Unbeherrschbarkeit der Atomenergie &ndash; eine Hochrisikotechnologie, deren Auswirkungen keine L&auml;ndergrenzen respektieren&quot;, erkl&auml;rt die IPPNW-Vorsitzende Dr. med. Angelika Clausen.</p>
<p>Vor drei Jahren wurde in Deutschland der letzte Atomreaktor abgeschaltet &ndash; ein Erfolg jahrzehntelangen Protests und zivilgesellschaftlichen Engagements. &quot;Auf diesen Meilenstein k&ouml;nnen wir stolz sein. Doch weltweit leben Millionen Menschen weiterhin im Schatten der atomaren Bedrohung, sei es durch AKWs oder Atomwaffen. Unsere Forderung bleibt klar: ein globaler Ausstieg aus der Atomenergie und eine Welt ohne Atomwaffen. Den Versuchen, der Atomenergie nach dem Ende der hiesigen Atomstromproduktion eine R&uuml;ckkehr zu erm&ouml;glichen, erteilen wir eine klare Absage. Die erneuerbaren Energien zeigen, dass ein Leben ohne atomare Bedrohungen und ohne fossile Energien, die in Form der Klimakrise menschliches Leben auf der Erde bedrohen, m&ouml;glich ist. Unser heutiges Erinnern an Tschernobyl ist ein Appell: Wir d&uuml;rfen nicht vergessen. Wir gedenken der Verstorbenen, der Entwurzelten und aller Betroffenen in den verstrahlten Gebieten weltweit. Und wir engagieren uns weiter &ndash; f&uuml;r eine Welt ohne atomare Bedrohungen!&quot; betont Dr. med. Angelika Clausen.</p>
<p>Die IPPNW hat anl&auml;sslich des Jahrestags eine Fachtagung &quot;Atomgefahren und Gesundheitsrisiken: damals &ndash; heute &ndash; morgen&quot; durchgef&uuml;hrt, die hier dokumentiert ist: <a href="https://www.ippnw.de/atomenergie/tagung.html">www.ippnw.de/atomenergie/tagung.html</a></p>
<p class="quelle">Quelle: <a href="http://www.ippnw.de/">IPPNW</a> - Pressemitteilung vom&nbsp;20.04.2026.</p>]]>
   </content>
</entry>
<entry>
   <title>Zweistaatenlösung ermöglichen</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015574.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15574</id>
   
   <published>2026-04-22T20:29:35Z</published>
   <updated>2026-04-25T20:54:49Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Angesichts des 9. Au&szlig;enministertreffens der &quot;Globalen Allianz f&uuml;r die Umsetzung der Zwei-Staaten-L&ouml;sung&quot;, das am 20.4.2026 in Br&uuml;ssel begann, fordert pax...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
   </author>
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/friedensbewegung" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/internationales_militar_und_krieg/naher_und_mittlerer_osten" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   <category term="2772" label="Israel / Palästina" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="3635" label="pax christi" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Angesichts des 9. Au&szlig;enministertreffens der &quot;Globalen Allianz f&uuml;r die  Umsetzung der Zwei-Staaten-L&ouml;sung&quot;, das am 20.4.2026 in Br&uuml;ssel begann,  fordert pax christi von der Bundesregierung, endlich den Staat Pal&auml;stina  anzuerkennen. Die Chancen f&uuml;r einen Staat Pal&auml;stina verschlechtern sich  rapide. Das israelische Sicherheitskabinett hat vor Kurzem 34 neue  v&ouml;lkerrechtswidrige Siedlungen im besetzten Westjordanland genehmigt.  Auf Wunsch der US-Regierung sei dies w&auml;hrend des Iran-Kriegs geheim  gehalten worden, schrieb die israelische Tageszeitung Yedioth Achronoth.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>Bundesregierung und EU m&uuml;ssen israelische v&ouml;lkerrechtswidrige Siedlungspolitik sanktionieren</h3>
<p>Angesichts des 9. Au&szlig;enministertreffens der &quot;Globalen Allianz f&uuml;r die Umsetzung der Zwei-Staaten-L&ouml;sung&quot;, das am 20.4.2026 in Br&uuml;ssel begann, fordert pax christi von der Bundesregierung, endlich den Staat Pal&auml;stina anzuerkennen. Die Chancen f&uuml;r einen Staat Pal&auml;stina verschlechtern sich rapide. Das israelische Sicherheitskabinett hat vor Kurzem 34 neue v&ouml;lkerrechtswidrige Siedlungen im besetzten Westjordanland genehmigt. Auf Wunsch der US-Regierung sei dies w&auml;hrend des Iran-Kriegs geheim gehalten worden, schrieb die israelische Tageszeitung Yedioth Achronoth.</p>
<p>Eine solche Handlung zerst&ouml;rt pal&auml;stinensische Gemeinden und unterdr&uuml;ckt das Selbstbestimmungsrecht der Pal&auml;stinenser. Die Bundesregierung und die EU verurteilen den Siedlungsbau. Dies reicht nicht mehr aus. Wirtschaftliche Sanktionen, von Einfrieren von Verm&ouml;genswerten bis zum Verbot von Finanztransaktionen sind n&ouml;tig, um Israels Annexionspl&auml;ne zu stoppen. pax christi unterst&uuml;tzt mit Organisationen aus der EU einen Brief der Global Sanctions Coalition an die EU-Au&szlig;enbeauftragte Kaja Kallas und bittet die Abgeordneten im EU-Parlament und im Bundestag zu handeln.</p>
<p>Die israelische Regierung treibt momentan das v&ouml;lkerrechtswidrige Siedlungsprojekt E1 voran. 3.401 Wohneinheiten sollen im strategisch wichtigen Korridor zwischen der v&ouml;lkerrechtswidrigen Siedlung Ma'ale Adumim und Jerusalem gebaut werden. Dadurch zerst&ouml;rt die israelische Regierung einen zusammenh&auml;ngenden pal&auml;stinensischen Wirtschaftsraum zwischen Ramallah (Norden), Jerusalem (Zentrum) und Bethlehem (S&uuml;den). Das Projekt wird das Westjordanland in zwei Teile teilen, und eine geografische Realit&auml;t zementieren, die mit einer pal&auml;stinensischen Staatlichkeit unvereinbar ist.</p>
<p>Bundesregierung und EU sollten deutlich machen, dass alle, die sich am v&ouml;lkerrechtswidrigen Siedlungsbau beteiligen, mit wirtschaftlichen Sanktionen rechnen m&uuml;ssen. Menschen in Pal&auml;stina und Israel brauchen Hoffnung. Gewalt, Vertreibung und Tod f&uuml;hren zu immer neuer Gewalt. Friedensorganisationen in Israel und Pal&auml;stina fordern seit Langem, dass Israel die v&ouml;lkerrechtswidrige Besetzung des Westjordanlands, Gazas und die Annexion Ostjerusalems beendet.</p>
<p>Deutschland spricht sich seit Jahrzehnten f&uuml;r eine Zweistaatenl&ouml;sung aus, hat aber bis heute nur den Staat Israel anerkannt. Auf Bitten von Partnerorganisationen und Kirchen in Pal&auml;stina und Israel hat pax christi die Kampagne &quot;V&ouml;lkerrecht umsetzen &ndash; den Staat Pal&auml;stina anerkennen&quot; gestartet und fordert die Bundesregierung auf, dem Beispiel Frankreichs, Gro&szlig;britanniens und 155 weiterer Staaten zu folgen, und den Staat Pal&auml;stina anzuerkennen! Damit w&uuml;rde Deutschland die europ&auml;ische Stimme sowie die Friedensbem&uuml;hungen in der israelischen und pal&auml;stinensischen Zivilgesellschaft st&auml;rken.</p>
<p>Der Vatikan hat bereits im Jahr 2015 den Staat Pal&auml;stina anerkannt.</p>
<div class="info3">
<p><strong>Auf </strong><a href="https://www.palaestina-anerkennen.de/"><strong>www.palaestina-anerkennen.de</strong></a><strong> kann der Forderung Nachdruck verliehen werden.&nbsp;</strong></p>
</div>
<p class="quelle">Quelle:&nbsp;<a href="http://www.paxchristi.de/">pax christi Deutschland</a> - Pressemitteilung vom 22.04.2026.&nbsp;</p>]]>
   </content>
</entry>
<entry>
   <title>Yurii Sheliazhenko: &quot;Die Welt wird ohne Armeen und Kriege besser sein&quot;</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015571.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15571</id>
   
   <published>2026-04-16T18:42:44Z</published>
   <updated>2026-04-21T06:00:52Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[In Kiew traf ich mich mit Yurii Sheliazhenko, der k&uuml;rzlich nach willk&uuml;rlicher Inhaftierung freigelassen worden war; wir trafen uns mit...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
   </author>
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/friedensbewegung" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/kriegsdienstverweigerung" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/internationales_militar_und_krieg/osteuropa_russland" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/pazifismus" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   <category term="4634" label="Kriegsdienstverweigerung" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="4841" label="Mauro Carlo Zanella" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="3957" label="Ukraine" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="4741" label="Yurii Sheliazhenko" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>In Kiew traf ich mich mit Yurii Sheliazhenko, der k&uuml;rzlich nach  willk&uuml;rlicher Inhaftierung freigelassen worden war; wir trafen uns mit  einem weiteren Wehrdienstverweigerer, Oleksandr Ivanov, einem Pazifisten  und Qu&auml;ker. Oleksandr wurde in Donezk geboren und lebt seit 2015, als  der Krieg im Donbass begann, in Kiew. Vor seiner Einberufung arbeitete  er in einer Bank.&nbsp;Von Mauro Carlo Zanella.</p>]]>
      <![CDATA[<div class="frame1">
<p><strong>In Kiew traf ich mich mit Yurii Sheliazhenko, der k&uuml;rzlich nach  willk&uuml;rlicher Inhaftierung freigelassen worden war; wir trafen uns mit  einem weiteren Wehrdienstverweigerer, Oleksandr Ivanov, einem Pazifisten  und Qu&auml;ker. Oleksandr wurde in Donezk geboren und lebt seit 2015, als  der Krieg im Donbass begann, in Kiew. Vor seiner Einberufung arbeitete  er in einer Bank.&nbsp;Von Mauro Carlo Zanella.</strong></p>
</div>
<p><em><strong>Erz&auml;hlt mir, was euch widerfahren ist. Wie hat sich die Polizei verhalten? Habt ihr einen Richter gesehen? Konntet ihr mit eurem Anwalt sprechen?</strong></em></p>
<p>Wie viele andere Menschen floh auch Oleksandr nach Kiew, um der russischen Besatzung zu entkommen. Er arbeitete in einer Bank als Sachbearbeiter und gelegentlich als Kurier. Heute darf er offiziell nicht arbeiten. Er wurde zwangsweise eingezogen, anderthalb Monate in einer Milit&auml;reinheit festgehalten, misshandelt und gezwungen, seine antimilitaristischen &Uuml;berzeugungen aufzugeben. Er verlie&szlig; die Milit&auml;reinheit ohne Genehmigung. Insgesamt droht ihm eine Haftstrafe von f&uuml;nf bis zehn Jahren. Allerdings befinden sich mehr als 200.000 Menschen in seiner Lage, weshalb die Polizei keine Eile hat, nach ihm zu suchen, auch wenn er bei Razzien oder an Kontrollpunkten festgenommen werden sollte. Er ist Student an der Free Civilians School of Pacifism. Als er die Einheit verlie&szlig;, riet ihm ein wohlgesonnener Offizier, sich unauff&auml;llig zu verhalten &ndash; er vermutet, dass jemand schlicht seinen Sold einstreicht.</p>
<p><em><strong>Gilt Oleksandr laut Gesetz als Deserteur? Und dir haben sie befohlen, dich zur Armee zu melden? Bist du ein Wehrdienstverweigerer, Yurii?</strong></em></p>
<p>Als Oleksandr verlangte, dass seine Rechte als Kriegsdienstverweigerer in einer demokratischen Gesellschaft respektiert werden, antwortete ein Kommandeur: Vergessen Sie die Demokratie, in der Ukraine gibt es keine Demokratie und wird es auch nie eine geben. Rekrut:innen wurden wie Gefangene behandelt, unter Bewachung vom Zelt zur Kantine eskortiert. Sie wurden leicht krank und husteten st&auml;ndig, besonders nach Regen, in der K&auml;lte, wenn die Zelte mit Schlamm &uuml;berflutet waren und ihnen niemand angemessene medizinische Versorgung gew&auml;hrte.</p>
<p>Auf dem Schie&szlig;stand wurde Oleksandr mit scharfer Munition beschossen, wodurch sein Leben gef&auml;hrdet wurde, weil er sich weigerte, Waffen zu tragen. Sp&auml;ter wurde ihm gesagt, dass dies eine &uuml;bliche Methode sei, Kriegsdienstverweigernde zu dem&uuml;tigen &ndash; eine Praxis im Milit&auml;r, die bis in sowjetische Zeiten zur&uuml;ckreicht.</p>
<p>Ich erwirkte eine gerichtliche Anordnung zur Untersuchung von Oleksandrs Zwangsrekrutierung und Misshandlung, doch das Staatliche Ermittlungsb&uuml;ro ignorierte die Entscheidung des Gerichts. Der Ombudsmann Lubinets von der parlamentarischen Menschenrechtskommission erkl&auml;rte, aufgrund meiner Beschwerde bez&uuml;glich der Verletzung von Oleksandrs Rechten nicht t&auml;tig zu werden.</p>
<p>Gegen mich selbst laufen derzeit weder administrative noch strafrechtliche Verfahren wegen Nichteinhaltung der Vorschriften zur milit&auml;rischen Registrierung oder zum Dienst, obwohl ich wiederholt meine Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgr&uuml;nden erkl&auml;rt habe. Vielleicht werden sie mich nach meiner Inhaftierung und Folter wegen irgendetwas anklagen, nur um so zu tun, als seien ihre Handlungen rechtm&auml;&szlig;ig gewesen &ndash; ich wei&szlig; es nicht.</p>
<p>Au&szlig;erdem <strong>bin ich kein Wehrdienstverweigerer; ich bin ein Kriegsdienstverweigerer</strong>. Diese Unterscheidung wird in der Ukraine oft nicht verstanden, leider auch nicht von Richtern und Anw&auml;lten. Eine Wehrdienstverweiger:in sucht lediglich Wege, sich den Verpflichtungen des Milit&auml;rdienstes zu entziehen, meist aus Angst vor dem Tod, mangelndem staatsb&uuml;rgerlichem Verantwortungsbewusstsein oder aus anderen vorwiegend egoistischen Gr&uuml;nden. Wehrdienstentzieher:innen k&uuml;mmern sich nicht um das Gemeinwohl. Kriegsdienstverweigernde hingegen legen Wert auf das Gemeinwohl, insbesondere auf die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens und die W&uuml;rde: <strong>Wir verstehen Krieg als Massenmord im industriellen Ma&szlig;stab, und Armeen, die dieses Blutbad aufrechterhalten, sind zutiefst unmenschliche Institutionen.</strong></p>
<p>Das Gewissen, gepr&auml;gt durch Religion oder pers&ouml;nliche &Uuml;berzeugung, sagt uns, dass es absolut unmoralisch und unm&ouml;glich ist, an solchen barbarischen Institutionen des Todes teilzunehmen oder sie zu unterst&uuml;tzen.</p>
<p><strong>Kriegsdienstverweigernde lehnen das T&ouml;ten ab, um eine bessere Welt zu schaffen</strong>, in der sich alle weigern zu t&ouml;ten und es keine Kriege mehr gibt &ndash; oder sie unternehmen zumindest Schritte in diese Richtung, indem sie ein pers&ouml;nliches Beispiel von <strong>mutigem gewaltfreiem Widerstand gegen Krieg und Militarismus</strong> geben. Idealerweise sollte jedes Land &uuml;ber einen nichtmilit&auml;rischen Dienst verf&uuml;gen, um den Frieden durch gewaltfreies Handeln vor Aggression und Tyrannei zu sch&uuml;tzen; solche Einrichtungen k&ouml;nnten von Kriegsdienstverweigerer:innen verwaltet und getragen werden, die sich freiwillig melden oder einberufen werden (anstelle jeglicher Form von Zwangsrekrutierung) und sie k&ouml;nnten im Laufe der Zeit die Armeen ersetzen. Die Welt wird ohne Armeen und ohne Kriege besser sein.</p>
<p><em><strong>Ist es m&ouml;glich abzusch&auml;tzen, wie viele Menschen wegen der Verweigerung des Kampfes inhaftiert sind?</strong></em></p>
<p>Derzeit gibt es <strong>110 Gewissensgefangene</strong>, die laut Gerichtsurteilen eindeutig wegen ihrer religi&ouml;s motivierten Kriegsdienstverweigerung inhaftiert sind. Zudem gibt es <strong>Tausende von Kriegsdienstverweigerer:innen, die zwangsweise in Milit&auml;reinheiten festgehalten werden</strong>. Es existieren unz&auml;hlige F&auml;lle von Folter und grausamer Behandlung, von denen jedoch nur Dutzende dokumentiert sind &ndash; es ist sehr schwierig, sie zu dokumentieren &ndash; und sie werden in der Ukraine nach wie vor nicht untersucht, obwohl sie international vom B&uuml;ro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen f&uuml;r Menschenrechte (OHCHR) und mehreren zivilgesellschaftlichen Organisationen gemeldet wurden.</p>
<p><strong>Die Zahl der Verurteilungen wegen verwandter Delikte ist h&ouml;her</strong>. Laut Statistik f&uuml;r 2025 gibt es 377 Verurteilungen wegen Wehrdienstentziehung, 583 wegen unerlaubter Abwesenheit (AWOL), 78 wegen Desertion, 408 wegen Befehlsverweigerung und 46 wegen Umgehung des Milit&auml;rdienstes durch Selbstverletzung oder andere Mittel. Die Zahl, der nicht abgeschlossenen Ermittlungen, ist weit gr&ouml;&szlig;er und wurde geheim gehalten, um die Hunderttausenden zu verbergen, die nicht Sklaven von Krieg und Armee sein wollen &ndash; eine d&uuml;stere Realit&auml;t f&uuml;r Militarist:innen.</p>
<p><em><strong>Wirst du seit deiner Freilassung in Ruhe gelassen?</strong></em></p>
<p>Ja und nein. Die in der Pressemitteilung zu meiner Situation erw&auml;hnten Drohungen bestehen fort: Ich k&ouml;nnte zwangsrekrutiert werden, und ich stehe weiterhin vor Gericht, was zu einer Haftstrafe von bis zu f&uuml;nf Jahren f&uuml;hren k&ouml;nnte &ndash; und das wegen des absurden Vorwurfs, die russische Aggression in der pazifistischen Erkl&auml;rung &quot;Agenda f&uuml;r den Frieden f&uuml;r die Ukraine und die Welt&quot; zu rechtfertigen, die in Wirklichkeit die Aggression verurteilt und zu gewaltfreiem Widerstand aufgerufen hat.</p>
<p>Das Problem ist, dass niemand meine willk&uuml;rliche Inhaftierung und Folter untersuchen will. Ich erhielt ein Schreiben des Staatlichen Ermittlungsb&uuml;ros, in dem es hei&szlig;t, man betrachte das Geschehene nicht als Straftat und habe meine Beschwerde an das Rekrutierungszentrum weitergeleitet &ndash; als wolle man dieses dazu ermutigen, Menschen weiterhin grausam zu behandeln und ihnen gleichzeitig Straffreiheit zu gew&auml;hrleisten. Zudem hat der Parlamentarische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinets pers&ouml;nlich ein Schreiben unterzeichnet, in dem er sich weigert, die Versuche zu beenden, Kriegsdienstverweigernde zum Milit&auml;rdienst zu zwingen und sie entgegen ihrer Religion oder &Uuml;berzeugung zu registrieren. Indem man mich und andere so behandelt, verletzt die Ukraine ihre internationalen menschenrechtlichen Verpflichtungen gem&auml;&szlig; den Artikeln 3, 5 und 9 der Europ&auml;ischen Menschenrechtskonvention.</p>
<p>Als ich gewaltsam in das Rekrutierungszentrum gebracht, geschlagen und gefoltert wurde, gab es weder Anklagen noch formelle Verfahren, keine offizielle administrative oder strafrechtliche Festnahme. <strong>Es handelte sich um eine willk&uuml;rliche Inhaftierung</strong>. Ich wurde zwei Tage lang festgehalten und erniedrigt, doch einige Kriegsdienstverweigernde wurden monatelang unter weitaus schlimmeren Bedingungen inhaftiert. Laut der Unabh&auml;ngigen Internationalen Untersuchungskommission zur Ukraine waren einige Kriegsdienstverweiger:innen in Milit&auml;rlagern Bestrafungen und psychischem Druck ausgesetzt, darunter Scheinhinrichtungen, langfristige Einsperrung in einer in den Boden gegrabenen Grube, selbst im Winter, Androhung sexueller Gewalt und Nahrungsentzug.</p>
<p>Wie Du wei&szlig;t, bin ich Qu&auml;ker und Pazifist, ein Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgr&uuml;nden. Als ich also eines Abends von zwei Polizeibeamten und einem uniformierten Mann, der sich weigerte, sich auszuweisen, angehalten wurde, erkl&auml;rte ich, nicht wehrpflichtig zu sein, und brachte meine Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgr&uuml;nden zum Ausdruck. Sie zwangen mich gewaltsam in ein Auto und <strong>brachten mich in das Rekrutierungszentrum, wo ich geschlagen, mit Pfefferspray ins Gesicht bespr&uuml;ht, an den F&uuml;&szlig;en und sogar an den Haaren &uuml;ber den Boden geschleift wurde &ndash; das war sehr schmerzhaft &ndash; und zahlreichen verbalen Beschimpfungen, Drohungen, Beleidigungen und Hassreden ausgesetzt war</strong>. All dies wegen meiner Kriegsdienstverweigerung und meiner Forderungen, meine Menschenrechte zu respektieren, die Misshandlungen zu beenden und mich aus der rechtswidrigen Haft zu entlassen.</p>
<p>Sie nahmen mir gewaltsam mein Smartphone ab und weigerten sich, es zur&uuml;ckzugeben, wodurch mir jegliche Kommunikation mit meiner Familie, meinen Freund:innen oder einer Anw&auml;lt:in verwehrt blieb. Sie weigerten sich, mich freizulassen, selbst als ich erkl&auml;rte, dass ich das Europ&auml;ische B&uuml;ro f&uuml;r Kriegsdienstverweigerung (EBCO) in einem Webinar beim Europ&auml;ischen Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte vertreten sollte. Jeder Versuch meinerseits, meine Position zu erkl&auml;ren und meine Freilassung zu erwirken, wurde gewaltsam unterbrochen. Die anderen mit mir Inhaftierten waren verzweifelt und sagten, wir w&uuml;rden wie Tiere behandelt, nicht wie Menschen; ich versuchte, meine Mitgefangenen mit Gebeten und Geschichten &uuml;ber gewaltfreien Widerstand gegen den Krieg zu beruhigen.</p>
<p><strong>Dann, pl&ouml;tzlich, am zweiten Tag der Haft, wurde ich freigelassen</strong>. Es erschien wie ein Wunder, und auf dem Heimweg weinte ich in der U-Bahn. Nat&uuml;rlich geschehen solche Wunder nicht ohne viel harte Arbeit und Solidarit&auml;t, daher bin ich all jenen dankbar, die Besorgnis ge&auml;u&szlig;ert und Protestschreiben an die verschiedenen Beh&ouml;rden gesandt haben. Ich bin der gro&szlig;en weltweiten Qu&auml;ker-Gemeinschaft dankbar, die mich im Licht unterst&uuml;tzt, in ihren Gebeten getragen und im Einklang mit unserem Zeugnis der Wahrheit gehandelt hat. Wenn Unrecht geschieht, muss den Machthaber:innen die Wahrheit gesagt werden, damit das Gewissen geweckt und erlittenes Unrecht wiedergutgemacht werden kann.</p>
<hr />
<p>Am Ende des Interviews schl&auml;gt Yurii vor, ein Selfie mit der Friedensflagge zu machen; ein Mann bietet an, die Fotos zu machen, und bekundet seine uneingeschr&auml;nkte Solidarit&auml;t. Er ist Lehrer und gibt Yuri, nachdem er ihm ein Kompliment gemacht hat, seine Kontaktdaten, damit sie in Verbindung bleiben k&ouml;nnen.</p>
<p>Schlie&szlig;lich hilft Yurii mir, ein Taxi zu rufen, da mein Hotel auf der anderen Seite der Stadt liegt und eine Ausgangssperre gilt. Ich verabschiede mich von ihm und umarme ihn im Namen der gesamten Pressenza-Gemeinschaft.</p>
<div class="info4">
<p><strong>Mauro Carlo Zanella</strong>&nbsp;lebt seit &uuml;ber 30 Jahren in Rom und ist Grundschullehrer in Trullo, einem historischen Vorort Roms, der heute zu den multiethnischsten Vierteln der Hauptstadt geh&ouml;rt. Er ist Mitglied der ANPI-Sektion &quot;Franco Bartolini&quot; und der dazugeh&ouml;rigen Chor- und Theatergruppe. Seit jeher ist Mauro Carlo Zanella Mitglied der Partei der Kommunistischen Wiedergr&uuml;ndung und zuvor der Democrazia Proletaria. Als Kriegsdienstverweigerer bei Pax Christi in den fr&uuml;hen 1980er Jahren nahm er an den Protesten gegen die Installation von Marschflugk&ouml;rpern (Cruise Missiles) in Comiso und an den Protesten gegen die Gipfeltreffen der kapitalistischen Globalisierung teil, von Genua 2001 bis Fasano 2024. Er engagiert sich f&uuml;r die F&ouml;rderung einer Kultur des Friedens und die vollst&auml;ndige Integration von Sch&uuml;ler mit Eltern aus anderen L&auml;ndern und/oder Rom. Seit sechs Jahren ist er Mitglied der Gruppe Mani Rosse Antirazziste, die von Enrico Calamai, dem ehemaligen Vizekonsul in Santiago de Chile und Buenos Aires, gegr&uuml;ndet wurde. Die Gruppe prangert seit Juli 2018 jeden Donnerstagnachmittag vor dem Viminal die Mitschuld Italiens und der westlichen L&auml;nder am Mord der Migrant:innen, den Neuen &quot;Desaparecidos&quot; (&quot;Verschwundenen&quot;) an.</p>
</div>
<p class="quelle">Quelle: <a href="https://www.pressenza.com/de">Pressenza</a>              - 15.04.2026.&nbsp;Die &Uuml;bersetzung aus dem Italienischen wurde vom ehrenamtlichen Pressenza-&Uuml;bersetzungsteam erstellt.&nbsp;Eine            Vervielf&auml;ltigung oder  Verwendung des Textes in    anderen          elektronischen      oder  gedruckten Publikationen ist  unter                            Ber&uuml;cksichtigung    der Regeln von <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</a> m&ouml;glich.</p>]]>
   </content>
</entry>
<entry>
   <title>&quot;Krieg ist kein Naturgesetz&quot; – Friedensforscher Wintersteiner über Aufrüstung, Ungleichheit und Optimismus</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015570.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15570</id>
   
   <published>2026-04-15T16:01:54Z</published>
   <updated>2026-04-15T19:16:22Z</updated>
   
   <summary>Die Welt scheint heute so instabil wie schon lange nicht mehr: Kriege im Iran, in der Ukraine, dem Gazastreifen oder...</summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
   </author>
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/friedensbewegung" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/internationales_militar_und_krieg/uno" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/internationales_militar_und_krieg/volkerrecht" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/internationales_militar_und_krieg/zivile_konfliktbearbeitung" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   <category term="2705" label="Werner Wintersteiner" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Die Welt scheint heute so instabil wie schon lange nicht mehr: Kriege im  Iran, in der Ukraine, dem Gazastreifen oder im Sudan, dazu noch  unz&auml;hlige kleine milit&auml;rische Konflikte, die es in Europa kaum in die  Nachrichten schaffen. Ist Krieg also ein unvermeidlicher Teil der  menschlichen Natur? Dem widerspricht der Friedensforscher Werner  Wintersteiner: Kriege sind kein Naturgesetz, sondern ein historisches  Produkt gesellschaftlicher, &ouml;konomischer und politischer Verh&auml;ltnisse.  Sie sind erst mit immer komplexeren Organisationsformen von  Gesellschaften entstanden und k&ouml;nnen daher auch wieder abgeschafft  werden.</p>]]>
      <![CDATA[<div class="frame1">
<p><strong>Die Welt scheint heute so instabil wie schon lange nicht mehr: Kriege im Iran, in der Ukraine, dem Gazastreifen oder im Sudan, dazu noch unz&auml;hlige kleine milit&auml;rische Konflikte, die es in Europa kaum in die Nachrichten schaffen. Ist Krieg also ein unvermeidlicher Teil der menschlichen Natur? Dem widerspricht der Friedensforscher Werner Wintersteiner: Kriege sind kein Naturgesetz, sondern ein historisches Produkt gesellschaftlicher, &ouml;konomischer und politischer Verh&auml;ltnisse. Sie sind erst mit immer komplexeren Organisationsformen von Gesellschaften entstanden und k&ouml;nnen daher auch wieder abgeschafft werden.</strong></p>
</div>
<p><strong>Von Lena Krainz &ndash; Interview mit Werner Wintersteiner</strong></p>
<h3>Krieg ist kein Naturgesetz, sondern kann abgeschafft werden</h3>
<p><strong>Kriege im Iran, in der Ukraine, im Gazastreifen, im Sudan &ndash; die Weltlage schaut nicht sehr gut aus. Nach einer l&auml;ngeren Zeit relativen Friedens droht uns eine neue Welle von Krieg und Gewalt. Ist die Friedensp&auml;dagogik, die Friedensforschung gescheitert? Oder ist Kriegf&uuml;hren einfach etwas Menschliches?</strong></p>
<p><strong>Werner Wintersteiner</strong>: Weder noch. Man k&ouml;nnte es vielleicht so ausdr&uuml;cken: Es ist wieder mal eine Niederlage der Friedensforschung und ein Beweis f&uuml;r ihre Notwendigkeit. Es ist ja nicht so, dass die Friedensforschung keine Ideen gehabt h&auml;tte, sondern dass sie realpolitisch keine Rolle gespielt hat. Viele Erkenntnisse dar&uuml;ber, wie man besser zusammenleben kann &ndash; trotz unterschiedlicher Interessen und Machtverh&auml;ltnisse &ndash; wurden einfach ignoriert.</p>
<p>Daraus kann man aber nicht schlie&szlig;en, wie die menschliche Natur ist. Kriege sind nicht ein Werk der menschlichen Psychologie, sondern der menschlichen Gesellschaft. Da kommen sehr viele &ouml;konomische, politische und kulturelle Faktoren dazu. Offensichtlich ist der Mensch durchaus f&auml;hig, Kriege zu f&uuml;hren. Allerdings gab es Kriege nicht von Anbeginn, sondern erst seit einer bestimmten Entwicklungsphase der Menschheit.</p>
<p>Denn Krieg ben&ouml;tigt komplexe Organisation und Logistik. Ich sage manchmal etwas zynisch, es braucht sehr viel &quot;Liebe&quot; dazu, um Krieg zu f&uuml;hren. Insofern sind Kriege ein historisches Produkt und eine Institution, die man auch abschaffen kann.</p>
<p>Eine oft genannte Analogie ist die Sklaverei. Sie wurde als Institution abgeschafft, auch wenn es sie faktisch noch gibt. Aber sie ist heute illegal und niemand bekennt sich offen dazu. Einen &auml;hnlichen Prozess versucht man beim Thema Krieg. In gewisser Weise ist das sogar gelungen. Schon der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/V&ouml;lkerbund">V&ouml;lkerbund</a> hat versucht, eine &Auml;chtung des Krieges zu erreichen. Mit der Gr&uuml;ndung der Vereinten Nationen ist das Verbot von Kriegen dann im Grunde umgesetzt worden. Die Weltgemeinschaft, also alle Staaten der Welt, haben sich verpflichtet, auf den Krieg als Mittel der Politik zu verzichten. Allerdings mit der Ausnahme der Selbstverteidigung und sp&auml;ter kam noch das Konzept der humanit&auml;ren Intervention dazu. Der Gedanke dahinter war, Menschen zu sch&uuml;tzen, die unter einem Terrorregime leben.</p>
<p>Das hei&szlig;t, es ist gelungen, Kriege bis zu einem gewissen Grad zu illegalisieren, auf der rechtlichen Ebene, aber auch lange Zeit auf einer politischen Ebene. Das ist durchaus ein Erfolg, den man nicht vergessen sollte. Dass dieser Erfolg noch nicht dazu f&uuml;hrt, dass Krieg tats&auml;chlich &quot;abgeschafft&quot; wird, steht auf einem anderen Blatt.</p>
<p>Mit der Gr&uuml;ndung der UNO einigte sich die Weltgemeinschaft darauf, auf Kriege als politisches Mittel zu verzichten.</p>
<h3>Wenn L&auml;nder autorit&auml;rer werden, hat das au&szlig;enpolitische Auswirkungen</h3>
<p><strong>Es scheint heute allerdings so, als w&uuml;rde diese &Auml;chtung des Krieges immer mehr aufgeweicht. Warum?</strong></p>
<p><strong>Werner Wintersteiner:</strong> Das h&auml;ngt sicher damit zusammen, wie die Staaten konstituiert sind. Wenn sich immer mehr Gesellschaften in Richtung Diktatur entwickeln, hat das auch au&szlig;enpolitische Auswirkungen. Vor allem, wenn es gro&szlig;e Staaten sind, wie bei den USA und nat&uuml;rlich Russland, um nur diese zwei Beispiele zu nennen. Man darf nicht vergessen, dass auch die Staaten, die sich als H&uuml;ter der Menschenrechte und des Friedens sehen, n&auml;mlich die europ&auml;ischen Staaten, immer h&auml;ufiger ihre Eigeninteressen als Interessen der Menschheit ausgeben.</p>
<p>Das hat man zum Beispiel am Angriff auf den Iran gesehen, der ja in jeder Beziehung eine v&ouml;llige Missachtung des V&ouml;lkerrechts war. Die wenigsten europ&auml;ischen L&auml;nder haben das auch tats&auml;chlich mit diesen Worten kritisiert.</p>
<h3>Das V&ouml;lkerrecht erlaubt legale Interventionen unter bestimmten Bedingungen</h3>
<p><strong>Gibt es denn Ihrer Meinung nach eine Situation, in der ein milit&auml;rischer Angriff von au&szlig;en legitim ist?</strong></p>
<p><strong>Werner Wintersteiner:</strong> Es gibt eine Form von Intervention, die mit dem V&ouml;lkerrecht vereinbar ist. Dabei fasst der UNO-Sicherheitsrat einen Beschluss und r&uuml;stet eine Truppe aus. Daf&uuml;r gibt es aber mehrere Voraussetzungen: Es muss sich um eine gerechte Sache handeln. Es d&uuml;rfen jene, die intervenieren, keine Eigeninteressen haben. Es muss eine realistische Aussicht auf Erfolg haben und die Mittel m&uuml;ssen angemessen sein. Hier stellt sich etwa die Frage, ob die Bombardierung eines Staates &uuml;berhaupt das angemessene Mittel sein kann, ein unterdr&uuml;cktes Volk zu unterst&uuml;tzen. Au&szlig;erdem m&uuml;ssen alle anderen Mittel der Intervention vorher versagt haben. Das ist etwas v&ouml;llig anderes als das, was im Iran gerade geschieht. Allerdings diskutiert so niemand mehr, weil niemand mehr die Regeln f&uuml;r wichtig h&auml;lt.</p>
<p>Aber nur weil Regeln gebrochen werden, schafft man sie ja nicht ab. Man w&uuml;rde ja auch nicht die Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Stra&szlig;en aufheben, nur weil sich nicht alle daran halten.</p>
<p><strong>Ein weiterer Krieg findet seit &uuml;ber vier Jahren in der Ukraine statt. Hier wird immer wieder dar&uuml;ber diskutiert, ob und wie Europa helfen soll. Was ist Ihre Meinung?</strong></p>
<p><strong>Werner Wintersteiner:</strong> Helfen muss man der Ukraine sowieso. Das ist ein angegriffenes Land, das ist f&uuml;r mich v&ouml;llig klar. Aber man h&auml;tte viel mehr tun k&ouml;nnen, um den Krieg zu verhindern. Das ist &uuml;berhaupt nicht passiert.</p>
<p>Wir sehen jetzt, dass das Land zerst&ouml;rt wird, ein Teil erobert, besetzt und unterdr&uuml;ckt wird. Gleichzeitig hei&szlig;t es in Europa, dass wir nicht einmal &uuml;ber Verhandlungen reden d&uuml;rfen, weil das die Ukraine schw&auml;chen w&uuml;rde. F&uuml;r mich ist das entsetzlich. F&uuml;r mich geht es nicht in erster Linie darum, ob man die eine Waffe oder eine andere Waffe liefern soll, sondern um die grunds&auml;tzliche Haltung: Will man Frieden oder sagt man, man will mit Putin nicht verhandeln, weil er ein Aggressor ist? Mit wem soll man sonst verhandeln? Man hat ja sogar mit Stalin verhandelt, der wohl zweifellos schlimmer war als Putin.</p>
<p>Und dieser Verzicht auf jede Suche nach einer Verhandlungsl&ouml;sung hat wohl dazu beigetragen, dass&nbsp;der Krieg noch immer andauert, und dass Europa im Spiel der M&auml;chte heute &uuml;berhaupt keine Rolle spielt.</p>
<h3>Europa und &Ouml;sterreich k&ouml;nnten sich viel st&auml;rker diplomatisch einsetzen</h3>
<p><strong>Was m&uuml;sste man Ihrer Meinung nach machen, um mehr Frieden in der Welt zu schaffen?</strong></p>
<p><strong>Werner Wintersteiner:</strong> Aus europ&auml;ischer oder &ouml;sterreichischer Sicht f&auml;llt auf, dass sich Europa offenbar ganz abgemeldet hat und es keine wirkliche Friedensinitiative gibt. Weder in der Ukraine noch in Gaza oder im Iran. Das einzige, was man Europa vielleicht zugutehalten kann, dass die Staaten sich jetzt nicht auch noch am Irankrieg beteiligen wollen, wie Donald Trump oder die israelische Regierung gefordert haben. Aber das w&auml;re wohl auch eine Form von Selbstmord, wenn man so weit geht.</p>
<p>Dabei h&auml;tte Europa aufgrund seiner &ouml;konomischen Macht sehr viel mehr Spielraum, wenn es mit einer Stimme sprechen w&uuml;rde. Das einzige, worauf sich die EU einigt, ist ein gigantisches Aufr&uuml;stungsprogramm, und auch das wurde auf den Druck der USA hin beschlossen. Dabei ist das Argument, dass Europa zu wenig Waffen h&auml;tte, keineswegs zutreffend, weil <a href="https://kontrast.at/militaerausgaben-weltweit/">das europ&auml;ische Waffenarsenal wesentlich gr&ouml;&szlig;er ist als etwa das russische</a>. Dieser Wahnsinn der Aufr&uuml;stung entbehrt jeder sachlichen Grundlage. Was hingegen fehlt, ist eine diplomatische politische Initiative und eine kluge B&uuml;ndnispolitik.</p>
<p>Ich meine, dass sich ein geeintes Europa mit Staaten des globalen S&uuml;dens zusammenschlie&szlig;en sollte, um gemeinsame Initiativen zu starten, weil es eine Interessengemeinschaft gibt. Es leiden auch sehr viele Staaten des S&uuml;dens unter den Kriegen in der Ukraine und dem Iran. Nat&uuml;rlich gibt es niemanden, der nicht leidet. Trump hat ja auch sein eigenes Volk in das Schlamassel hineingef&uuml;hrt.</p>
<p>Auch &Ouml;sterreich k&ouml;nnte hier eine Rolle spielen. Die &ouml;sterreichische Diplomatie war in der Vergangenheit durchaus erfolgreich, zum Beispiel beim Verbot von Landminen oder beim Atomwaffenverbotsvertrag. Auch wenn das nun einige L&auml;nder wieder r&uuml;ckg&auml;ngig machen, hat die Diplomatie durchaus gute Dinge erreicht. Auch das Atomabkommen mit dem Iran war ein Erfolg Europas, bis es Trump aufgek&uuml;ndigt und damit seine eigenen Verb&uuml;ndeten desavouiert hat. Das erst hat uns damit in die jetzige tragische Situation gebracht.</p>
<p>Die Lage ist nicht aussichtslos, aber sie liegt nat&uuml;rlich sehr im Argen, weil es eine v&ouml;llige Unt&auml;tigkeit und Unf&auml;higkeit gibt, was echte Friedensinitiativen betrifft. Es g&auml;be schon M&ouml;glichkeiten, wenn der politische Wille und die politische Weitsicht da w&auml;ren.</p>
<h3>Mehr als neutral: &Ouml;sterreich sollte sich als Friedensrepublik aufstellen</h3>
<p><strong>Vor dem Hintergrund dieser geopolitischen Entwicklungen sagen manche, die &ouml;sterreichische Neutralit&auml;t ist ein veraltetes Konzept &ndash; ist sie &uuml;berholt?</strong></p>
<p><strong>Werner Wintersteiner:</strong> Selbstverst&auml;ndlich bin ich der Meinung, dass sie nicht &uuml;berholt ist, sondern im Gegenteil unsere gro&szlig;e Chance. Das sieht man nur deswegen nicht so, weil sie die jetzige Regierung nicht f&uuml;r Friedenspolitik nutzt. Ich glaube, dass man mit der Neutralit&auml;t einen Spielraum hat, den andere L&auml;nder nicht haben.</p>
<p>Was w&uuml;rde geschehen, wenn wir bei der NATO w&auml;ren? Dann g&auml;be es wohl auch bei uns NATO-St&uuml;tzpunkte, wie z.B. in Italien, wo wenige Kilometer hinter der &ouml;sterreichischen Grenze auf der italienischen Seite der riesige <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aviano_Air_Base">Luftwaffenst&uuml;tzpunkt &quot;Aviano&quot;</a> der USA liegt. Dieser St&uuml;tzpunkt ist f&uuml;r den Angriff auf den Iran ziemlich wichtig, weil die Tankflugzeuge, die die Bombenflieger in der Luft auftanken, dort starten. Auch bestimmte &Uuml;berwachungs- und Radarfunktionen werden von dort aus get&auml;tigt. Die Italiener k&ouml;nnen da gar nichts machen, weil das mit einem NATO-Vertrag so ausgemacht ist. Wollen wir das auch?</p>
<p>Ich bin der Meinung, dass uns die Neutralit&auml;t sogar bis zu einem gewissen Grad davor sch&uuml;tzt, dass man uns milit&auml;risch angreift. Vor allem, wenn man die Neutralit&auml;t n&uuml;tzt, sich als diplomatischer Ort anbietet und diplomatische Initiativen startet. Wenn es wirklich zu einem Krieg kommt &ndash; was ich nicht hoffe &ndash; hat man eine gewisse Chance, dass das alle Kriegsm&auml;chte erhalten wollen. Dass sie sagen, solche neutrale Inseln braucht man, um weiterzukommen.</p>
<p>Anstatt weniger Neutralit&auml;t braucht es eher das Gegenteil. &Ouml;sterreich sollte sich als Friedensrepublik konstituieren. Mit gutem Willen w&auml;re das machbar und es w&auml;re ein Dienst an der Welt und f&uuml;r &Ouml;sterreich. Es gibt dazu auch historische Beispiele in diese Richtung. Hans Thirring, Physiker, Friedensforscher und SP&Ouml;-Bundesrat, hat in den 1960-er Jahren vorgeschlagen, dass &Ouml;sterreich mit allen Nachbarl&auml;ndern Vertr&auml;ge abschlie&szlig;en und so das Bundesheer wieder abschaffen k&ouml;nnte &ndash; als eine einseitige vertrauensbildende Ma&szlig;nahme. Er wollte damit zur Entspannung im Kalten Krieg beitragen. Ich denke, diese Idee, sich der Milit&auml;rlogik zu widersetzen, ist <a href="https://mediashop.at/buecher/mehr-sicherheit-ohne-waffen/">heute wieder h&ouml;chst aktuell</a>.</p>
<h3>Mit der Militarisierung des Denkens beginnt die Kriegsvorbereitung</h3>
<p><strong>Gleichzeitig ist das Bundesheer in der Bev&ouml;lkerung <a href="https://www.bmlv.gv.at/download_archiv/pdfs/2025-Einstellung-OeBV-zu-SihPol.pdf">heute recht beliebt</a>. Erf&uuml;llen sie nicht eine wichtige Funktion in der Gesellschaft?</strong></p>
<p><strong>Werner Wintersteiner:</strong> Ja, freilich eine sehr wichtige. Das Bundesheer hat 20, 30 Jahre lang haupts&auml;chlich damit geworben, dass es bei Katastrophen wie Zugungl&uuml;cken und &Uuml;berschwemmungen zur Stelle ist. Ich glaube, ein guter Teil seiner Beliebtheit erkl&auml;rt sich genau aufgrund seiner zivilen Missionen. Jetzt hingegen wird wieder offen gesagt, dass das Bundesheer eigentlich zur Kriegsf&uuml;hrung da ist.</p>
<p>Wir erleben hier eine Militarisierung des Denkens, die von den Medien bedenkenlos betrieben wird, aber auch ganz stark vom Verteidigungsministerium. Ein Beispiel: Als das <a href="https://burgenland.orf.at/stories/3347229/">Handyexperiment des ORF</a> zu Ende ging, bei dem Sch&uuml;ler:innen freiwillig f&uuml;r drei Wochen auf ihr Handy verzichtet haben, hat Verteidigungsministerin Klaudia Tanner die Disziplin und Verantwortung der Sch&uuml;ler:innen in einen Zusammenhang mit dem &ouml;sterreichischen Bundesheer gebracht, als w&auml;re das eine Ein&uuml;bung in milit&auml;rische Tugenden gewesen. &Uuml;berhaupt interveniert das Milit&auml;r sehr stark im Bildungsbereich und kapert Begriffe wie zum Beispiel &quot;geistige Landesverteidigung&quot;. Dieser Begriff in unserer Verfassung ist eigentlich als <a href="https://www.bmb.gv.at/Themen/schule/schulpraxis/ba/glv.html">&quot;nichtmilit&auml;rischer Beitrag zur Friedenssicherung&quot;</a> gedacht, aber jetzt bildet ausgerechnet das Milit&auml;r unter diesem Titel Lehrkr&auml;fte zu <a href="https://kphvie.ac.at/data-collection/news/news-detail.html">&quot;wehrpolitischen Themen&quot;</a> aus.</p>
<p>Auch der Sicherheitsbegriff wird gekapert. Ja, wir brauchen Sicherheit. Jeder Mensch braucht Sicherheit &ndash; im Alltag, dass man auf der Stra&szlig;e nicht &uuml;berfallen wird, dass man im Krankenhaus gesund wird, ohne aufgrund der Kosten bankrott zu gehen. Man braucht die Sicherheit einen Arbeitsplatz mit entsprechendem Einkommen zu haben und die Sicherheit, dass man gesunde Luft einatmen und sich das Wohnen leisten kann. Obwohl jeder Mensch so viele und diverse Sicherheitsbed&uuml;rfnisse hat, konzentriert man sich jetzt darauf, dass man &quot;aus Sicherheitsgr&uuml;nden&quot; das Milit&auml;r st&auml;rken muss und ignoriert dabei den Rest.</p>
<p>Diese geistige Militarisierung ist in meinen Augen eigentlich eine Kriegsvorbereitung. Und im Allgemeinen besteht die Gefahr, dass aus Kriegsvorbereitung Krieg wird.</p>
<h3>Friedenserziehung steht in den Lehrpl&auml;nen</h3>
<p><strong>Gleichzeitig steht <a href="https://www.versoehnungsbund.at/wordpress/wp-content/uploads/2023/10/Spinnrad3_2023_Friedensbildung_Wintersteiner.pdf">&quot;Friedenserziehung&quot;</a> sogar im Lehrplan und Schulklassen lesen h&auml;ufig pazifistische Literatur wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mutter_Courage_und_ihre_Kinder"><em>Mutter Courage und ihre Kinder</em></a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Im_Westen_nichts_Neues"><em>Im Westen nichts Neues</em></a>. Macht &Ouml;sterreich da nicht auch viel richtig?</strong></p>
<p><strong>Werner Wintersteiner:</strong> Es stimmt, dass das Wort Friedenserziehung in den Lehrpl&auml;nen vorkommt. Aber ist das mehr als ein Lippenbekenntnis? Schlie&szlig;lich taucht es im Kontext der SDGs (<a href="https://www.sdgwatch.at/de/ueber-sdgs/">Sustainable Development Goals</a>) auf, die eben auch Frieden, Demokratie und Global Citizenship beinhalten. &Uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum betrachtet, f&auml;llt auf, dass der Frieden kein permanenter Bestandteil der Lehrpl&auml;ne ist. Er hat immer mal wieder Konjunktur und dann verschwindet er wieder aus den Lehrpl&auml;nen. In den 1980-er Jahren hat man Frieden zum Beispiel vor allem als Antifaschismus vor dem Hintergrund der Waldheim-Aff&auml;re verstanden. Und das politische Klima mit den gro&szlig;en Friedensdemonstrationen, weltweit wie in &Ouml;sterreich, mag mit ein Grund gewesen sein, dass Frieden damals in Schulb&uuml;cher und Lehrpl&auml;ne aufgenommen wurde. Jetzt ist das nicht mehr so. Dennoch ist das politische Klima in einem neutralen Land weniger militaristisch als in einem NATO-Staat, ein weiteres Argument f&uuml;r die Neutralit&auml;t.</p>
<p>In Deutschland gibt es bereits P&auml;dagog:innen und Wissenschaftler:innen, die sagen, es war schon richtig, dass man nach dem Krieg solche pazifistische Literatur gelesen hat, weil der Krieg der Nazis ein ungerechter Krieg war. Aber jetzt m&uuml;sste man andere Werke lesen, weil es die M&ouml;glichkeit eines gerechten Krieges gibt. Zum Beispiel B&uuml;cher, in denen Soldaten als Held dargestellt werden. Das beunruhigt mich, denn auch in &Ouml;sterreich gibt es diese Tendenzen.</p>
<h3>&quot;Strategischer Optimismus&quot;: weder verzweifeln noch sch&ouml;nreden</h3>
<p><strong>Trotz all dieser Entwicklungen bezeichnen Sie sich als &quot;strategischen Optimisten&quot;. Warum?</strong></p>
<p><strong>Werner Wintersteiner:</strong> Den Begriff habe ich von einem meiner Vorbilder &uuml;bernommen, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_C._Kelman">Herbert Kelman</a>.</p>
<p>Er meinte damit, dass es eine angemessene Strategie ist, weder zu verzweifeln noch sich die Situation sch&ouml;nzureden, sondern beharrlich nach M&ouml;glichkeiten zu suchen oder sie aktiv herbeizuf&uuml;hren, um etwas zu verbessern. Und er hat immerhin mit einem gewissen Erfolg im Israel-Pal&auml;stina-Konflikt vermittelt.</p>
<p>Und ich sehe auch, dass das Interesse an Friedensbildung wieder stark zunimmt. Eben als Gegenreaktion zu der gesamten Militarisierung.</p>
<h3>Krieg oder Frieden: 3 Szenarien f&uuml;r die Zukunft</h3>
<p><strong>Wie sehen Sie dann als strategischer Optimist die Zukunft in 30 Jahren? Gibt es eine positive Vision f&uuml;r eine friedlichere Welt?</strong></p>
<p><strong>Werner Wintersteiner:</strong> Ich glaube, dass niemand die Zukunft voraussagen kann, aber man kann Szenarien entwickeln. Das erste Szenario ist eine Entwicklung hin zu einer Katastrophe. Schlie&szlig;lich wartet das Klima nicht darauf, bis sich die Herren Kriegstreiber ausgestritten haben. Kriege sind ein wesentlicher Faktor, der die Klimakrise anheizt. Damit nimmt auch das Artensterben zu, Konflikte um knapper werdende Ressourcen brechen auf, Teile der Welt werden unbewohnbar, was zu neuen Migrationsstr&ouml;men f&uuml;hrt, ganze V&ouml;lker verarmen oder werden vielleicht sogar ausgerottet. Das alles k&ouml;nnte zu erbitterten K&auml;mpfen und Kriegen f&uuml;hren. Diese dystopische Entwicklung ist in 30 Jahren durchaus m&ouml;glich.</p>
<p>Die zweite M&ouml;glichkeit ist, dass es vern&uuml;nftigen Kr&auml;ften gelingt, Koalitionen zu schmieden, die diese Entwicklung aufhalten und einen Gegentrend ausl&ouml;sen. Das hat es in der Geschichte immer wieder gegeben. Sonst h&auml;tten wir nie die UNO gegr&uuml;ndet und nach 1945 keinen Neubeginn probiert. Heute gibt es viele Initiativen vor allem im Globalen S&uuml;den, die ihren Widerstand gegen Neokolonialismus nutzen, um ein &quot;buen vivir&quot;, ein gutes Leben f&uuml;r alle zu propagieren. Bei uns gibt es zum Beispiel die <a href="https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-2898-2/das-konvivialistische-manifest/?number=978-3-8394-2898-6">Konvivialisten</a>, eine Bewegung, die f&uuml;r eine radikale gesellschaftliche Ver&auml;nderung und eine &quot;neue Kunst des Zusammenlebens&quot; eintritt.</p>
<p>Im dritten Szenario bleibt alles wie es jetzt ist, nur noch etwas schlechter. Wir haben noch keinen Kipppunkt erreicht, sondern man hat gerade noch einen Krieg gestoppt oder eine Ma&szlig;nahme gesetzt, die das Ganze ein bisschen hinausz&ouml;gert. Und man hat sich leider an viele Verschlechterungen und R&uuml;cknahmen zivilisatorischer Errungenschaften gew&ouml;hnt. Manchmal f&uuml;rchte ich, vielleicht ist unser Beitrag blo&szlig; der, dass wir wenigstens dieses Szenario erreichen.</p>
<h3>Je ungleicher eine Gesellschaft, desto undemokratischer wird sie</h3>
<p><strong>Was w&uuml;rden Sie Menschen sagen, die sich von diesen Entwicklungen, den Kriegen in der Welt und dem Leid abwenden, weil es einfach unertr&auml;glich und &uuml;berw&auml;ltigend ist?</strong></p>
<p><strong>Werner Wintersteiner:</strong> Wenn diese Leute &uuml;berhaupt einen Rat von mir wollen, w&uuml;rde ich ihnen zeigen, was sie in ihrer direkten Umgebung verbessern k&ouml;nnen. Wenn man Ungerechtigkeiten in der eigenen Umgebung verhindert und Menschen hilft, denen es schlechter geht, kann das wieder zu mehr Lebensmut f&uuml;hren. Das kommt dann letztlich der gesamten Gesellschaft zugute. Denn je weiter die soziale Schere zwischen Arm und Reich auseinandergeht und je gr&ouml;&szlig;er Spannungen und soziale Widerspr&uuml;che werden, desto mehr nehmen auch alle Formen von Gewalt zu. Und es gibt auch diesen direkten Zusammenhang:</p>
<p>Je ungleicher eine Gesellschaft ist, desto eher neigt sie zu antidemokratischen Haltungen. Die Reichen, weil sie glauben, sich alles erlauben zu k&ouml;nnen &ndash; und die Armen, weil sie den Eindruck haben, dass ihnen dieses System und diese Demokratie ohnehin keinen Schutz bieten.</p>
<p>Au&szlig;erdem w&uuml;rde ich zeigen, dass die internationalen Entwicklungen gar nicht so weit weg sind, sondern starke Auswirkungen auf uns haben. Das sieht man ja jetzt alleine <a href="https://kontrast.at/iran-krieg-oel-preis-erneuerbare/">beim Benzin-Preis</a>.</p>
<p>Und nicht zuletzt gibt es auch viele Beispiele von Widerstand und positivem Engagement, das man sichtbar machen kann. Ob das eine <a href="https://wernerwintersteiner.at/wp-content/uploads/2026/03/Eine-iranische-Stimme-fuer-echten-Frieden.pdf">mutige Iranerin in Teheran</a> ist, pazifistische Wehrdienstverweigerer in der Ukraine oder in Russland, wie auch die vielen Beispiele von <a href="https://wissenschaft-und-frieden.de/blog/meinungen-und-positionen/der-unterschaetzte-widerstand-ein-ueberblick/">gewaltfreiem Widerstand in kriegerischen Auseinandersetzungen</a>. Das sind Aktivit&auml;ten, die Anlass zur Hoffnung geben.</p>
<div class="info4">
<p><a href="https://wernerwintersteiner.at/bio/"><strong>Werner Wintersteiner</strong> (*1951)</a> war jahrelang als Deutschdidaktiker, Friedensp&auml;dagoge und Universit&auml;tsprofessor am Institut f&uuml;r Germanistik der Universit&auml;t Klagenfurt t&auml;tig. 2005 gr&uuml;ndete er das &quot;Zentrum f&uuml;r Friedensforschung und Friedensp&auml;dagogik&quot;, das er mit Unterbrechungen bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2016 leitete. Von 2011 bis 2016 war er auch Leiter des <a href="https://www.aau.at/erziehungswissenschaft-und-bildungsforschung/arbeitsbereiche/friedensforschung-und-friedensbildung/forschung/abgeschlossene-forschungsschwerpunkte/conflict-peace-democracy-cluster-cpdc/">Clusters &quot;Konflikt-Frieden-Demokratie&quot;</a>. Er lehrte an der European Peace University (Stadtschlaining), am Teachers College der Columbia University (New York), an der East China Normal University, (Shanghai) und an der Philipps-Universit&auml;t (Marburg). Zu seinen letzten Publikationen z&auml;hlen <em>&quot;Mehr Sicherheit ohne Waffen&quot;. Zur Aktualit&auml;t von Hans Thirrings Friedensplan</em>, Frieden. <em>&quot;informationen zur deutschdidaktik&quot;</em> und <em>Edgar Morin: Von Krieg zu Krieg</em>.</p>
<p>F&uuml;r seine Friedensarbeit erhielt er mehrere Auszeichnungen, u.a. das <a href="https://www.ktn.gv.at/Service/News?nid=36272">Gro&szlig;e Ehrenzeichen des Landes K&auml;rnten 2023</a>.</p>
</div>
<p class="quelle">Quelle: <a href="https://kontrast.at/">KONTRAST.at</a>, 02.04.2026. Die Inhalte von KONTRAST.at k&ouml;nnen Creative Commons Lizenz CC BY-SA 4.0 &uuml;bernommen werden. Bitte eine Mail mit dem Link der Ver&ouml;ffentlichung an redaktion@kontrast.at.</p>]]>
   </content>
</entry>
<entry>
   <title>Scharfe Kritik an geplanter Ausreisebeschränkung für junge Männer</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015568.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15568</id>
   
   <published>2026-04-14T19:12:10Z</published>
   <updated>2026-04-14T19:26:42Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Die Deutsche Friedensgesellschaft &ndash; Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) kritisiert den mit dem Wehrdienstmodernisierungsgesetz aktivierten Paragraphen im Wehrpflichtgesetz, wonach junge M&auml;nner im...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
   </author>
         <category term="/schwerpunkte/internationales_militar_und_krieg/deutsche_aussenpolitik" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/friedensbewegung" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/kriegsdienstverweigerung" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gesellschaft/wehrpflicht_pflichtdienst_freiwilligendienst" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   <category term="2322" label="Bundeswehr" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="3681" label="DFG-VK" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="4634" label="Kriegsdienstverweigerung" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="2601" label="Wehrpflicht" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Die Deutsche Friedensgesellschaft &ndash; Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen  (DFG-VK) kritisiert den mit dem Wehrdienstmodernisierungsgesetz  aktivierten Paragraphen im Wehrpflichtgesetz, wonach junge M&auml;nner im  wehrpflichtigen Alter Deutschland nur noch mit Genehmigung f&uuml;r mehr als  drei Monate verlassen d&uuml;rfen, auf das Sch&auml;rfste.</p>]]>
      <![CDATA[<p><strong>Die Deutsche Friedensgesellschaft &ndash; Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) kritisiert den mit dem Wehrdienstmodernisierungsgesetz aktivierten Paragraphen im Wehrpflichtgesetz, wonach junge M&auml;nner im wehrpflichtigen Alter Deutschland nur noch mit Genehmigung f&uuml;r mehr als drei Monate verlassen d&uuml;rfen, auf das Sch&auml;rfste.</strong></p>
<p>Breiter bekannt wurde die seit dem 1. Januar 2026 g&uuml;ltige Regelung durch die Berichterstattung der Frankfurter Rundschau. Unter anderem die <a href="https://dfg-vk.de/wp-content/uploads/2025/08/Wehrdienst-Stellungnahme_DFG-VK.pdf">DFG-VK</a> kritisierte die Aktivierung von &sect; 3 Abs. 2 zu Friedenszeiten und bei weiterhin ausgesetzter Wehrpflicht bereits in den fr&uuml;hen Versionen des Entwurfs als unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig.</p>
<p>Trotz dieser fr&uuml;hzeitigen Kritik reagierte das Bundesverteidigungsministerium nicht und behielt die Regelung bei. Auch der Bundestag &auml;nderte hieran nichts w&auml;hrend der parlamentarischen Beratung des Gesetzes.</p>
<p>Auch wenn offiziell noch keine Wehrpflicht besteht, zeigt diese Regelung nach Ansicht der DFG-VK deutlich, wohin die politische Entwicklung geht: hin zu mehr Zwang, Kontrolle und Militarisierung der Gesellschaft.</p>
<p>Das Bundesverteidigungsministerium will nach massiver Kritik eine grunds&auml;tzliche Ausnahme von der Genehmgungspflicht durch eine Verwaltungsvorschrift erlassen, zumindest, solange die Wehrpflicht ausgesetzt bleibt.</p>
<p>&quot;Eine so elementare Frage von Grundrechten &uuml;ber Verwaltungsvorschriften zu regeln ist zutiefst problematisch. Die n&auml;chste Regierung kann das schnell anders handhaben. So verkommt das Grundrecht auf Reisefreiheit zum Gnadenrecht! Es wird dann den Gerichten &uuml;berlassen ein schlecht geschriebenes Gesetz zu korrigieren&quot;, erkl&auml;rt Yannick Kiesel vom Bundesverband der DFG-VK.<br />
<br />
Thomas Carl Schwoerer, Mitglied des BundessprecherInnenkreises der DFG-VK, erg&auml;nzt: &quot;Hier wird eine Infrastruktur geschaffen, die die Grundlage f&uuml;r die erwartbare Bedarfswehrpflicht darstellt.&quot;</p>
<p>Die DFG-VK bewertet die Regelung als Teil einer schrittweisen Vorbereitung staatlicher Eingriffsm&ouml;glichkeiten im Kontext einer Reaktivierung der Wehrpflicht.</p>
<p>Die DFG-VK geht fest davon aus, dass in den kommenden Jahren eine sogenannte Bedarfswehrpflicht eingef&uuml;hrt wird. In diesem Zusammenhang d&uuml;rfte der nun diskutierte Paragraph nicht nur bestehen bleiben, sondern dann auch verst&auml;rkt zur Anwendung kommen. Die DFG-VK fordert daher:</p>
<ul>
    <li>die Streichung des &sect; 3 Absatz 2 WPflG (Wehrpflichtgesetz)&nbsp;</li>
    <li>den Verzicht auf jede Form der Reaktivierung der Wehrpflicht und andere Zwangsdienste</li>
</ul>
<p>Die DFG-VK bietet bundesweit Beratung zur Kriegsdienstverweigerung an und stellt mit dem Informationsportal <a href="http://www.verweigern.info/">www.verweigern.info</a> umfassende und niedrigschwellige Informationen f&uuml;r Betroffene und Interessierte bereit.</p>
<p class="quelle">Quelle:&nbsp;<a href="https://dfg-vk.de/">Deutsche Friedensgesellschaft &ndash; Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)</a> -&nbsp;Pressemitteilung vom 11.04.2026.</p>]]>
   </content>
</entry>
<entry>
   <title> Über 4.000 Menschen sagen Nein zu Mittelstreckenwaffen!</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015567.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15567</id>
   
   <published>2026-04-09T20:16:51Z</published>
   <updated>2026-04-10T20:53:34Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Die Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig. F&uuml;r ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!&quot; hat bei der Initiative &quot;Abstimmung 21&quot; eine Frage zur Stationierung...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
   </author>
         <category term="/schwerpunkte/internationales_militar_und_krieg/deutsche_aussenpolitik" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/friedensbewegung" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   <category term="4811" label="Kampagne &quot;Friedensfähig statt erstschlagfähig&quot;" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="4809" label="Mittelstreckenwaffen 2026" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Die Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig. F&uuml;r ein Europa ohne  Mittelstreckenwaffen!&quot; hat bei der Initiative &quot;Abstimmung 21&quot; eine Frage  zur Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen eingereicht. Die  Initiative Abstimmung21 setzt sich f&uuml;r mehr direkt-demokratische  Elemente auf Bundeebene ein. Das Thema hat es mit 19 weiteren in die  n&auml;chste Abstimmungsphase geschafft, die bis zum 15. April l&auml;uft.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>Volksabstimmung &uuml;ber Mittelstreckenwaffen bei Abstimmung21</h3>
<p>Die Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig. F&uuml;r ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!&quot; hat bei der Initiative &quot;Abstimmung 21&quot; eine Frage zur Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen eingereicht. Die Initiative Abstimmung21 setzt sich f&uuml;r mehr direkt-demokratische Elemente auf Bundeebene ein. Das Thema hat es mit 19 weiteren in die n&auml;chste Abstimmungsphase geschafft, die bis zum 15. April l&auml;uft.</p>
<p>&quot;Ohne &ouml;ffentliche Debatte, auch ohne Debatte des Bundestages vorab, wurde am Rande des NATO-Gipfels 2024 schlicht mitgeteilt, dass die USA ab 2026 wieder landgest&uuml;tzte Raketen in Deutschland stationieren werden. Damit solle eine &sbquo;F&auml;higkeitsl&uuml;cke&lsquo; geschlossen werden. Eine F&auml;higkeitsl&uuml;cken haben wir eher im Bereich von Abr&uuml;stung, Diplomatie und Frieden&quot;, sagt Margot K&auml;&szlig;mann, ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, die die Kampagne unterst&uuml;tzt.</p>
<p>Nach &uuml;ber 35 Jahren, in denen diese gef&auml;hrlichen Waffen aus Europa verbannt waren, soll in diesem Jahr die Stationierung beginnen. Diese Entscheidung beendet die &Auml;ra der gegenseitigen R&uuml;stungskontrolle zwischen den USA und Russland.</p>
<p>Die geplanten Systeme (Tomahawk, Dark Eagle, SM-6) fliegen sehr schnell und sind von Fr&uuml;hwarnsystemen kaum aufzusp&uuml;ren. Im Ernstfall bleibt so keine Zeit mehr f&uuml;r Gegenma&szlig;nahmen. Das erh&ouml;ht die Risikowahrnehmung auf der gegnerischen Seite und kann schneller zu fatalen Fehleinsch&auml;tzungen aufgrund des permanenten Alarmzustands f&uuml;hren.</p>
<p>Susanne B&uuml;ttner, evangelische Dekanin im Justizvollzug Schw&auml;bisch Gm&uuml;nd, kritisiert die Stationierungsank&uuml;ndigung: &quot;Gegen jede milit&auml;rische Vernunft betreibt unsere Regierung die Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen, die Russland aktiv bedrohen. Die Bundesregierung bedroht unsere Demokratie, indem sie einen nie da gewesenen und folgenschweren Militarismus befeuert.&quot;</p>
<p>&quot;Wir kehren zur&uuml;ck in eine Logik, in der Sicherheit nur durch immer mehr Raketen definiert wird. Jede neue Waffe auf der einen Seite provoziert weitere Aufr&uuml;stung auf der Gegenseite. Dieses Wettr&uuml;sten verschlingt Milliarden und verringert unsere tats&auml;chliche Sicherheit. Zudem wird dadurch eine Nachfolge des k&uuml;rzlich ausgelaufenen New-START-Vertrages zur Begrenzung von Atomwaffen und ihren Tr&auml;gersystemen sehr unwahrscheinlich. Wir fordern ein multilaterales Folgeabkommen zum INF-Vertrag und damit auch einen Abzug der russischen &sbquo;Oreshnik&lsquo;-Mittelstreckenwaffen&quot;, erkl&auml;rt Kampagnensprecherin Angelika Wilmen (IPPNW).</p>
<p>Die Kampagne fordert die Aufhebung der Stationierungsvereinbarung von US Mittelstreckenwaffen auf deutschem Staatsgebiet.</p>
<div class="info4">
<p><strong>Bis zum 15. April kann hier abgestimmt werden:</strong> <a href="https://abstimmung21-mitmachen.de/proposals/332-keine-stationierung-von-us-mittelstreckenwaffen-in-deutschland">abstimmung21-mitmachen.de/proposals/332-keine-stationierung-von-us-mittelstreckenwaffen-in-deutschland</a></p>
</div>
<p class="quelle">Quelle:&nbsp;<a href="https://friedensfaehig.de/">Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig: F&uuml;r ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen&quot;</a> - Pressemitteilung vom 09.04.2026.</p>]]>
   </content>
</entry>

</feed>
