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&lt;p&gt;&lt;b&gt;1. Übersetzer&lt;/b&gt; werden pro Seite bezahlt. In den allermeisten Fällen dürfte der Seitenpreis irgendwo zwischen 15,- und 20,- € liegen. Bei einem literarischen Hardcover in einem renommierten Verlag können es auch mal etwas mehr als 20,- € sein, bei Science Fiction in einem Nischenverlag oder im Jugendbuch auch mal weniger als 15,- €. Dass ein literarisches Hardcover gar nicht unbedingt schwerer zu übersetzen ist als ein literarisch unerheblicher Science Fiction-Roman, weiß jeder, spielt aber für die Vergütung keine Rolle.&lt;br&gt;
Für Taschenbücher wird grundsätzlich weniger bezahlt als für Hardcover. Die Entscheidung, ob ein Buch als TB oder HC erscheint, ist oft eine haarscharfe, etwa bei gehobener Unterhaltung. Kommt zum Beispiel drauf an, wo gerade ein Programmplatz frei ist, oder was weiß ich worauf. Jeder weiß, dass der Schwierigkeitsgrad des Übersetzens überhaupt nichts damit zu tun hat, ob etwas zwischen Papier- oder Pappdeckel gepresst wird, trotzdem gibt es für Hardcover ein bisschen mehr Geld. Alles Verhandlungssache natürlich, wir verhandeln für jedes Buch neu und jeder Übersetzer bekommt andere Honorare. Aber „naja, erscheint ja nur im Taschenbuch“ ist ein häufig gehörtes Argument, da kann man dann keinen Euro mehr pro Seite bezahlen. Auch nicht -,50. Denn so sieht’s aus: oft genug diskutieren wir in Vertragsverhandlungen tatsächlich über -,50 mehr oder weniger pro Seite. Bei einem durchschnittlichen Roman von 400 Seiten, an dem man drei Monate sitzt, macht das 200,- € aus. Damit Ihr wisst, um was für Dimensionen es hier geht.&lt;br&gt;
Zusätzlich zu diesem Grundhonorar bekommen wir Übersetzer eine Umsatzbeteiligung. Manchmal. Nicht immer. Verhandlungssache. Je nach Verlag liegen die Beteiligungsgrenzen bei einer Auflagenhöhe, die sowieso nicht zu erwarten ist, etwa bei 10.000 Exemplaren im HC, im TB auch schon mal bei 100.000 verkauften Exemplaren. Vor einer Weile gab es ein &lt;a href="http://carta.info/15970/bgh-urteil-uebersetzerhonorare/"&gt;BGH-Urteil&lt;/a&gt;, das festlegte, 0,8% Beteiligung am Nettoladenpreis eines Hardcovers, und 0,4% im Taschenbuch, jeweils zu zahlen ab einer Schwelle von 5.000 verkauften Exemplaren, sei eine „angemessene Vergütung“.&lt;br&gt;
Rechnen wir das doch mal aus: wenn ein Taschenbuch im Laden 8,99 € kostet, sind das Netto 8,36 €, und davon 0,4% sind 0,033 €. Drei Cent pro verkauftem TB gehen also an den Übersetzer, das bedeutet, pro 1.000 verkaufte Bücher bekommt er noch mal 33,- €. Yeah, wow. Bei 10.000 Büchern mach das schon 330 Euro! Im Hardcover sieht es schon deutlich besser aus, die kosten erstens das doppelte, zweitens bekommen wir dann doppelt so viele Prozente – aber Hardcover werden natürlich auch nicht so oft verkauft. Wenn sie überhaupt über 5.000 gehen, läuft es schon gut.&lt;br&gt;
Im Übrigen sind das nur die Zahlen, die der BGH als „angemessen“ festgelegt hat – ob sich die Verlage daran halten, ist eine andere Frage. Viele tun es nicht. Und zwar nicht deswegen, weil sie nach oben abweichen würden.&lt;br&gt;
Viele Kollegen (ich auch) rechnen im Jahresdurchschnitt mit ungefähr 100 übersetzten Seiten pro Monat. Bei einem durchschnittlichen Seitenpreis von, sagen wir, 18,- €, macht das monatliche Einnahmen von 1800,- €, plus ein bisschen Umsatzbeteiligung, wenn man Glück hat und gut verkäufliche Bücher übersetzt. Von diesen Einnahmen ziehen wir aber alles mögliche ab, Arbeitszimmer, Krankenkasse, Rentenversicherung, Fortbildung, Recherchen etc., und den Rest versteuern wir.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;2. Bei Autoren&lt;/b&gt; funktioniert das Vergütungsprinzip anders. Autoren bekommen kein Seitenhonorar, sondern eine Umsatzbeteiligung vom ersten Exemplar an. Und damit sie trotzdem von irgendetwas leben können, bekommen sie einen sogenannten „Vorschuss“ auf die zu erwartende Beteiligung. Ein Autor erhält also erstmal 5.000,- € oder 50.000 €, je nachdem wie berühmt er ist oder wie gut er (oder sein Agent) verhandelt oder welchen Absatz der Verlag erwartet. Dieser Vorschuss wird mit der Beteiligung verrechnet, das heißt, erstmal muss er ihn über die Verkäufe sozusagen wieder einspielen, und wenn dann noch mehr Bücher verkauft werden, bekommt er, was darüber hinausgeht. Wenn er den Vorschuss über die Verkäufe &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; wieder reinholt, das Buch sich also schlechter verkauft, als der Verlag erwartet hat, muss er den Vorschuss &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; zurückzahlen. Man nennt das: verrechenbar, aber nicht rückzahlbar.&lt;br&gt;
Was ich gar nicht wusste, gerade erst gesehen habe: Der Schriftstellerverband (der zu ver.di gehört) hat sich mit einigen Verlagen &lt;a href="http://vs.verdi.de/urheberrecht/angemessene_verguetungen/veguetungsregeln_belletristik"&gt;auf eine Vergütungsregel geeinigt&lt;/a&gt;. Darin soll die Beteiligung bei Taschenbüchern bei 5%, bei Hardcovern bei 10% vom Nettoladenpreis liegen.&lt;br&gt;
Rechenbeispiel: ein Taschenbuch kostet 8,99 €, Netto 8,36 €. Davon 5% sind 0,41 €, die der Autor an Beteiligung bekommt. Bei 1.000 verkauften Büchern also 410 €, bei 10.000 Exemplaren 4.100.&lt;br&gt;
Im Hardcover: Ladenpreis 18,90 €, das sind netto 17,50 €. Davon 10% sind 1,75 €. Das ist ja schon ein anderer Schnack als die 40 Cent im Taschenbuch. Pro 1.000 verkaufte Bücher sind das 1750,- €, bei 10.000 Exemplaren 17.500 €. Klingt schon besser, das ist mehr als viermal so viel wie im Taschenbuch. 10.000 Exemplare im Hardcover zu verkaufen, muss man aber auch erstmal schaffen; realistisch dürfte das für die wenigsten Bücher sein.&lt;br&gt;
Wieviel Zeit man braucht, um einen Roman zu schreiben, ist sicher höchst unterschiedlich. Manche brauchen fünf Jahre, manche vielleicht nur ein halbes Jahr. Es mag eine Milchmädchenrechnung sein, aber wenn man mal davon ausgeht, dass man für einen anspruchsvolleren Roman länger braucht, der dann aber weniger gelesen wird … nun ja. Wenn man es schafft, in einem Jahr einen Roman zu schreiben, der für wert befunden wird, im Hardcover zu erscheinen, und der sich dann auch noch 10.000 mal verkauft: Chapeau. Dann hat man wirklich was erreicht. Und damit in einem Jahr 17.500 € – nein, nicht verdient. Eingenommen. Davon bezahlt man, siehe oben, Arbeitszimmer, Computer, womöglich Recherchereisen, Kranken- und Rentenversicherung und so weiter und versteuert den Rest. Wenn das Buch dummerweise als Taschenbuch erschienen ist, und sich ebenfalls 10.000 mal verkauft, sind es nur 4.100 € – da hat man wahrscheinlich schon ein bisschen mehr Vorschuss bekommen. Vielleicht irgendwas zwischen 5.000 und 10.000 €.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Nachbemerkung:&lt;/b&gt; Bestseller entstehen in den wenigsten Fällen dadurch, dass ein Buch besonders gut ist und sich das herumspricht. Meistens werden sie &lt;i&gt;gemacht&lt;/i&gt;, von den Marketingabteilungen der Verlage. Und den Satz „Schreib / übersetz doch mal Harry Potter“, den haben wir alle schon gehört. Ungefähr siebzehntausend Mal. Ja, es gibt reiche Autoren. Das sind aber die Ausnahmen. Der große Rest hangelt sich mit Stipendien, Ehepartnern und/oder sogenannten Brotjobs durch. Und das hat nichts damit zu tun, dass das keine guten Autoren wären.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;***&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Super: Falk ist Kulturredakteur und &lt;a href="http://falkschreiber.com/bandschublade/uber-geld-reden-variation/"&gt;spricht auch über Geld&lt;/a&gt;. Womöglich schlägt das ja noch Wellen. Denn ich finde, er hat recht, wenn er sagt: &lt;i&gt;Ich glaube, dass dieses “Über Geld spricht man nicht” zur Entsolidarisierung beiträgt: Wer nicht über Geld spricht, der baut einen Popanz auf, eine Wertigkeit, nach der Geld mehr ist als eine Entlohnung für geleistete Arbeit. Ist es aber nicht. Wir sollten alle mehr über Geld sprechen.&lt;/i&gt;&lt;br&gt;
&lt;a href="http://flattr.com/thing/690750/Uber-Geld-reden"&gt;&lt;br&gt;
&lt;img src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0"&gt;&lt;/a&gt;&lt;img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/58e8b16e6a4a44978fef086f980ca766" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt; &lt;p&gt;&lt;a href="http://isabelbogdan.de/?flattrss_redirect&amp;amp;id=5515&amp;amp;md5=7e8b80f214091a917c0f055e4dc4782c" title="Flattr"&gt;&lt;img src="http://www.isabelbogdan.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</content><author><name>Isabel Bogdan</name></author><source gr:stream-id="feed/http://www.isabelbogdan.de/feed/"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://www.isabelbogdan.de/feed/</id><title type="html">is a blog</title><link rel="alternate" href="http://isabelbogdan.de" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1337518386311"><id gr:original-id="http://www.jawl.net/?p=4155">tag:google.com,2005:reader/item/920685d5b1aa085d</id><category term="just people" /><category term="Befindlichkeitsbloggen" /><category term="Das Web an sich" /><category term="Deutschland" /><category term="Gesellschaft" /><category term="Innerhalb des Irrenhauses" /><category term="Journalismus" /><category term="Medienkompetenz" /><category term="meine kleine Stadt" /><category term="nabelschau" /><title type="html">Die Welt wird kleiner</title><published>2012-05-19T14:10:57Z</published><updated>2012-05-19T14:10:57Z</updated><link rel="alternate" href="http://feedproxy.google.com/~r/jawl/~3/WN-5orYv0PE/" type="text/html" /><link rel="canonical" href="http://www.jawl.net/die-welt-wird-kleiner/2012-05-19/" /><content xml:base="http://www.jawl.net/" type="html">&lt;p&gt;Gerade bin ich – und ein großer Dank geht dafür an meine hervorragenden Facebook-Freunde, die mir dererlei Dinge immer wieder in meine Aufmerksamkeit schubsen – auf einen wunderschönen Artikel von Frau Sibylle Berg gestoßen. Sie spricht irgendwie über Drogen, über den Kampf gegen die Drogen, aber irgendwie auch über uns alle und sagt zum Beispiel die wunderschönen Sätze:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;Die Sehnsucht nach einfachen Strukturen und einer Unterteilbarkeit der Welt in Gut und Böse ist so niedlich, dass man selbst für militante Religiöse eine milde Liebe empfinden kann. Die sich allerdings schnell wieder in Wut wandelt, denn hinter jedem Beharren auf den Besitz einer allgemeingültigen Wahrheit lauert eine immense Blödheit.&lt;br&gt;
&lt;small&gt;&lt;a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/sibylle-berg-ueber-drogen-a-833449.html"&gt;Spiegel Online: Dein Joint ist mir egal. Von Sibylle Berg&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;So true.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch sie bin ich auf einen etwas längeren Text in der FAZ bestoßen, der sehr schlüssig erläutert, dass der einzige Weg, den Krieg gegen die Drogen zu gewinnen darin besteht, dass man ihn aufgibt und alle Drogen legalisiert und fett besteuert. Ja genau, surprise, surprise: Die konservative FAZ.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und ich lese:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;Eine Tonne Kokain zu produzieren kostet zurzeit um die 3000 Dollar. Eine Tonne Kokain, an den Endverbraucher gebracht, bringt, je nach Marktlage, dreißig bis fünfzig Millionen Dollar ein.&lt;br&gt;
[…]&lt;br&gt;
Wenn also die Nachrichten mal wieder melden, dass der Polizei ein schwerer Schlag gegen die Drogenmafia gelungen sei, zweihundert Kilo Kokain seien beschlagnahmt worden: Dann ist das einfach Quatsch.&lt;br&gt;
[…]&lt;br&gt;
Wenn zum Beispiel im Krieg gegen die Drogen tatsächlich mal ein Etappensieg errungen wird, wenn die Produktion gestört wird, die Nachschubwege blockiert sind, dann hat das, weil Süchtige nicht auf ihr Gift verzichten wollen, vor allem zwei Effekte: Der Preis steigt, die Gewinnspanne der Händler wird größer. Und die Verbrechensrate in Europa und Nordamerika steigt auch.&lt;br&gt;
&lt;small&gt;&lt;a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/legalitaet-als-letzter-ausweg-machen-wir-frieden-mit-den-drogen-11734267.html"&gt;FAZ: Legalität als letzter Ausweg – Machen wir Frieden mit den Drogen&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Wenn man so etwas liest, dann kann man doch nur den Kopf schütteln, das ist so ein Wahnsinn, das ist nicht fassbar. Und wenn dann schön aufgerollt wird, dass dieser Krieg gegen die Drogen seit 40 Jahren geführt wird, dass inzwischen die dritte Generation in den Armutsvierteln aufwächst, die vollkommen selbstverständlich in einer Drogen-bestimmten Welt lebt, dass irgendwo das Militär geputscht hat, weil der neue Präsident etwas gegen Drogen tun wollte – dann wird das nicht beser mit dem Kopfschütteln und mit dem nicht-fassen-können.&lt;br&gt;
Aber, nachdem mir das Internet diese ganze Unsicherheit in mein Leben gespült hat, könnte ich mehr erfahren. Ich könnte jetzt suchen, ob ich zum Beispiel ein Blog finde. Vielleicht eins von einem Sozialarbeiter in Baltimore, Atlanta oder Oakland. Um mehr zu lesen, mehr zu erfahren, um dieses große, sorgsam formulierte Dings aus der FAZ in einen Zusammenhang zu ordnen; das ist wohl das, was wir gemeinhin »verstehen« nennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;»&lt;em&gt;Das Internet macht unsere Welt kleiner&lt;/em&gt;«, so haben sie immer gesagt. Und wir haben vielleicht an Globalisierung gedacht, oder daran, dass Omas und Opas im Allgäu dank Skype ihre Enkel in Flensburg heute viel besser aufwachsen sehen können. Vielleicht an das Bild vom Flieger im Hudson River oder an twitternde Astronauten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber vielleicht ist das gar nicht wahr – vielleicht macht das Internet unsere Welt größer. Denn wo vor zweihundert Jahren die Welt an der Dorfgrenze aufhörte, wo sie vor hundert Jahren von den Rufen der Zeitungsjungen begrenzt wurde, wo wir vor zwanzig Jahren noch darauf angewiesen waren, dass die Macher der Tagesschau aus allem, was ihnen ihre Filter durchließen die richtigen 15 Minuten zusammenstellten – da können wir heute in jeden Winkel der Welt schauen. Und das ist wirklich groß.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und dann merke ich, &lt;em&gt;wie&lt;/em&gt; groß das ist, wie großartig. Und wie froh und dankbar ich bin, hier in diesem kleinen Winkelchen der Welt zu leben. In diesem Winkel, in dem die größte Entscheidung mit zehn darin bestand, sich das richtige Gymnsium auszusuchen und nicht die richtige Gang.&lt;br&gt;
Und wie dankbar ich bin, dass ich das trotzdem alles mitbekommen und wissen und fühlen kann und dass Nachrichten aus aller Welt mehr geworden sind, als der wohlige Grusel um fünf nach acht, so wie früher die Frau mit dem Bart auf dem Rummel.&lt;br&gt;
Dass ich nicht mehr denken muss, meine kleine Welt wäre das wahre Leben und der Löwenzahn, der in Nachbars Vorgarten ragt irgendwie wichtig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;small&gt;Like it? Dann gerne &lt;a href="http://twitter.com/home?status=Lese%20gerade%20im%20jawl:%20http://www.jawl.net/die-welt-wird-kleiner/2012-05-19/"&gt;Artikel Twittern&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://www.facebook.com/share.php?u=http://www.jawl.net/die-welt-wird-kleiner/2012-05-19/&amp;amp;t=Die%20Welt%20wird%20kleiner"&gt;bei facebook teilen&lt;/a&gt; oder sonstwie weiterverteilen.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;&lt;small&gt;© Christian Fischer im &lt;a href="http://www.jawl.net"&gt;jawl&lt;/a&gt;, 2012.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/jawl/~4/WN-5orYv0PE" height="1" width="1"&gt;</content><author><name>Christian</name></author><source gr:stream-id="feed/http://www.jawl.net/feed/"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://www.jawl.net/feed/</id><title type="html">just another weblog :: Christian Fischer - fine bloggin&amp;#39; since 2001</title><link rel="alternate" href="http://www.jawl.net" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1337518219998"><id gr:original-id="http://serotonic.de/guid-221.html">tag:google.com,2005:reader/item/f628bca69c06e19f</id><category term="Das Leben, ein Spielplatz" /><title type="html">Ein ❤ für Paketboten</title><published>2012-05-19T15:33:00Z</published><updated>2012-05-19T15:33:00Z</updated><link rel="alternate" href="http://serotonic.de/Ein-fuer-Paketboten-221.html" type="text/html" /><content xml:base="http://serotonic.de/" type="html">&lt;p&gt;
Vor einiger Zeit bestellten der Mann und ich Pizza. Wir überschlugen grob, dass der Preis der Pizzen inklusive der zusätzlichen Belagzutaten bei 14,50 Euro liegen müsste – was praktisch war, denn wir hatten überraschenderweise nur noch 15 Euro im Haus. 50 Cent Trinkgeld für den Pizzaboten also. Wir waren uns unsicher: 50 Cent, reicht das überhaupt? Eigentlich ist das nicht wenig Geld für eine durchaus überschaubare und eh schon arbeitgeberseitig monetär entlohnte Leistung, aber gemessen an der Regel, im Gastronomiesektor etwa die Hälfte der Mehrwertsteuer als Dank für guten Service hinzuzurechnen, deutlich unterdimensioniert.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Dann sah ich &lt;a href="http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=7836004"&gt;diese Sendung&lt;/a&gt;, und was eigentlich direkt auf der Hand lag, ging mir im Geiste wie ein Feuerwerk auf: Traditionsgemäß bekommt der nette junge Mann, der sich als Pizzabote ein Beibrot verdient, ein anständiges Trinkgeld – wohingegen der Paketbote, der seinen Lebensunterhalt mit schwerer Paketschlepperei bestreitet, mit einem freundlichen &lt;q&gt;Danke!&lt;/q&gt; vorlieb nehmen muss. Wenn er Glück hat. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Wenn er Pech hat, ist er Teil eines Systems, das die Menschen gnadenlos ausbeutet, die mir meine Onlineeinkäufe so praktisch und schnell nach Hause liefern – und bezahlt sein beschämend geringes Einkommen mit nichts weniger, als mit seiner Gesundheit. Natürlich unterscheiden sich die einzelnen Paketdienste diesbezüglich voneinander, doch setzen auch Logistiker immer häufiger auf Subunternehmer, die selber nur selbständige Fahrer engagieren, die wiederrum ihr eigenes Kapital (Körper, Karre, Kraftstoff) einbringen müssen, um die Fuhren auszubringen. Man kann sich leicht ausrechnen, wie viele Pakete ausgefahren werden müssen, damit für jeden in dieser Kette Einkommen übrig bleibt. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Ich hingegen zahle in der Regel gar nichts dafür, dass dieser Mann seinen (oder in Ausnahmefällen: diese Frau ihren) Job macht: Ich kaufe meist dort ein, wo Versandkosten ab Summe X entfallen, und bin zudem auch noch Amazon-Prime-Mitglied. Zudem scheint intensives Onlineshopping auch beim Durchschnittsverbraucher angekommen zu sein, denn mittlerweile nehme ich an manchen Tagen so viele Pakete für mich und meine Nachbarn an, dass es sich lohnt, Logistikerbingo zu spielen: DHL, dpd, Hermes, UPS, gls – BINGO! Vom praktischen Federgewicht bis zur höllisch schweren und sperrigen Tiernahrungslieferung ist alles dabei und wird mir direkt in den zweiten Stock getragen, meist ohne zu klagen oder allzu genervt zu schnaufen. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Jahrelang habe ich mich nur bedankt, vielleicht an besonders heißen Tagen auch mal ein Glas Wasser angeboten – aber auf die Idee gekommen, mich persönlich bei diesen Menschen erkenntlich zu zeigen, bin ich nicht. (Ausgenommen das eine Mal, als wir dem DHL-Boten eine Weihnachtskarte schrieben und einen 5-Euro-Schein beilegten – eine an sich schöne Idee, die es aber irgendwie nicht in die Folgejahre schaffte.)
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Von der Reportage aufgerüttelt, haben wir mit etwas begonnen, von dem ich erst Angst hatte, dass es gönnerhaft wirken könnte: Wir gaben Trinkgeld. Für jedes Päckchen, das an uns adressiert war, wechselten plötzlich 50 Cent ihren Besitzer, und alle Boten waren in erster Linie eins: Überrumpelt. Sie waren es so offensichtlich nicht gewohnt, dass man sich bei ihnen bedankt, dass manche von ihnen vor lauter Lächeln fast hinten übergefallen wären. Sie schienen davon überrascht, überhaupt persönlich bedacht und wahrgenommen zu werden, vielleicht haben sie auch einfach nicht damit gerechnet, dass man ihnen ohne geschäftlichen Zweck in die Augen schaut und einen kleinen Moment Freundlichkeit schenkt. Wie schrecklich ist das bitte? Da hetzt Tag für Tag eine Armee schwer bepackter Menschen von Haustür zu Haustür, spart uns allen viel Zeit und Geld, und hat wirklich keinerlei Routine darin, etwas Trinkgeld entgegenzunehmen?
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ich kann und will auf diesem Wege nicht kompensieren, dass Paketboten schlecht entlohnt werden; ich bilde mir auch nicht ein, dass meine 50 Cent am Ende des Tages ihre Lage verbessern. Aber wenn ich schon lediglich via Mischkalkulation für ihre Arbeit bezahle, dann will ich wenigstens signalisieren: Ihr tut da etwas für mich, das ich sehr schätze. Danke, dass ihr mir meine Pakete bringt und dabei freundlich seid. Nach meinem Verständnis hat ein Paketbote das nämlich genauso verdient, wie ein Kellner, Taxifahrer – oder eben Pizzabote. 
&lt;/p&gt; 

    &lt;a style="float:right" href="http://serotonic.de" title="Zur Startseite der serokratie"&gt;&lt;img src="http://serotonic.de/templates/serokratie2/img/header-rss.png"&gt;
    &lt;a href="http://serotonic.de/Ein-fuer-Paketboten-221.html#konversation" title="Artikel aufrufen und flattrn"&gt;&lt;img src="http://api.flattr.com/button/button-static-50x60.png"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/a&gt;</content><author><name>serotonic</name></author><source gr:stream-id="feed/http://serotonic.de/feeds/index.rss2"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://serotonic.de/feeds/index.rss2</id><title type="html">absolute serokratie</title><link rel="alternate" href="http://serotonic.de/" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1337517986792"><id gr:original-id="http://sophiamandelbaum.de/post/23403855797">tag:google.com,2005:reader/item/866b46bd00e201f0</id><title type="html">Und dann sitzen wir auf einer Hippiedecke, auf der Brücke, von der aus man die Stadt überblickt,...</title><published>2012-05-20T08:42:00Z</published><updated>2012-05-20T08:42:00Z</updated><link rel="alternate" href="http://sophiamandelbaum.de/post/23403855797" type="text/html" /><summary xml:base="http://sophiamandelbaum.de/" type="html">&lt;p&gt;Und dann sitzen wir auf einer Hippiedecke, auf der Brücke, von der aus man die Stadt überblickt, Mojitos und Karten und Haare im Wind, und dann stolpert diese alte Frau uns entgegen und bleibt ruckartig stehen. 
Auf dem Rückweg ins betreute Wohnen, sagt sie, die Worte wollen nicht mehr so recht, nicht mehr so klar, weil sie den Nachmittagsausgang dazu genutzt hat, sich zu betrinken. &lt;i&gt;Schön&lt;/i&gt; fände sie das, mit uns, sagt sie, weil sie sich vom Lachen täuschen lässt, &lt;i&gt;unbeschwert&lt;/i&gt;, sagt sie, weil sie Lauras vernarbtes Gesicht nur von hinten sieht, weil sie nicht sehen kann, wie sehr Mel ihren Körper hassen gelernt hat und in wie vielen Kliniken ich darum gekämpft habe, heute noch am Leben zu sein. 
Sie sieht uns so, wie sie es braucht, um sich selbst bedauern zu können, sie sieht in uns ein Glück, das sie glaubt, nie gekannt zu haben. &lt;i&gt;Mein Vater ist früh gestorben&lt;/i&gt;, sagt sie und wartet auf unsere Beileidsbekundungen und ich denke,&lt;i&gt; das ist nicht dein ärgstes Problem, dein Problem ist, dass du nichts mehr hast, als dich an Samstagnachmittagen so zu betrinken, dass du nur noch torkeln und davon reden kannst, dass wir es auch mal schwer haben werden, dass wir daran denken sollen, jetzt schon, aber verdammt noch mal, an diesem Ort, den du uns an den Hals wünschst, sind wir längst gewesen. &lt;/i&gt;
&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;img src="http://media.tumblr.com/tumblr_m4bc0ndNlS1qb1cq3.png"&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Bilddank an &lt;a href="http://www.flickr.com/photos/anjagawlak/page6/"&gt;ania&lt;/a&gt;.&lt;/div&gt;</summary><author gr:unknown-author="true"><name>(author unknown)</name></author><source gr:stream-id="feed/http://sophiamandelbaum.de/rss"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://sophiamandelbaum.de/rss</id><title type="html">Ze Zurrealism Itzelf</title><link rel="alternate" href="http://sophiamandelbaum.de/" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1335684109121"><id gr:original-id="http://www.gorgmorg.de/?p=8008">tag:google.com,2005:reader/item/9380299add7a74b4</id><category term="Leben" /><category term="Freundschaft" /><category term="Gefühle" /><title type="html">Erkundigen</title><published>2012-04-27T16:01:03Z</published><updated>2012-04-27T16:01:03Z</updated><link rel="alternate" href="http://www.gorgmorg.de/2012/04/27/erkundigen/" type="text/html" /><content xml:base="http://www.gorgmorg.de/" type="html">&lt;p&gt;Es gibt so einige Sachen in denen ich nicht besonders gut bin und eine davon ist “sich danach erkundigen wie es jemandem geht den ich besonders mag”. Ich bin im richtigen Leben schlecht in dieser Fertigkeit und online um einiges mieser, wie es aussieht. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dabei arbeite ich in einem Beruf, in dem man sich vordringlich mit anderen Menschen und deren Problemen beschäftigt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man will und muss sich um seine Lieblingsmenschen kümmern, besonders wenn es ihnen gar nicht gut geht. Aber ich… ich ertappe mich manchmal dabei, wie ich versuche Abstand zu halten. Schließlich ziehe ich mich ja selbst eher zurück, wenn es mir mies geht – was keine Entschuldigung sein kann. Wenn es jemandem nicht so gut geht, fällt es mir schlicht nicht leicht das Thema darauf zu lenken. Ich glaube nicht einmal dass ich ein schlechter Zuhörer bin, aber den Anfang zu machen, das ist nicht leicht für mich. Ich ziehe mich dann gern mal auf die sichere Warte “Der oder die meldet sich schon, wenn es wirklich etwas gibt”. Oder: “Da muss man Respekt haben.” Oder: Es macht mir gerade jetzt einfach so viel Freude, mit diesem Menschen zu sprechen, dass ich nicht auf schlimme Sachen oder Sorgen zu sprechen kommen will.” Oder, oder, oder. Es gibt nicht wenige Ausflüchte. Die Gelegenheiten kommen und dann sind sie vorüber. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie so oft denkt man schon einige Schritte weiter: Was, wenn mir mein Lieblingsmensch etwas erzählt, zu dem ich einfach nichts erwidern kann – was tue ich da, wenn ich nur Text zur Hand habe?&lt;br&gt;
Ich kann den Menschen nicht einfach still anschauen oder den Kopf senken. Ich kann “Das tut mir leid”, “Das trifft mich sehr” oder “ich bin sprachlos” oder wenigstens “…” schreiben, aber das fühlt sich so unendlich hohl und ärgerlich an, dass ich solche Momenten einfach fürchte. Kein Wunder, wenn der Gegenüber sich verletzt fühlt oder wütend wird. Ich weiß das schon, wenn ich anfange zu tippen – irgendetwas zu schreiben: Es ist falsch. Aber einfach gar nichts zu antworten, ist das schlimmer? Ich wünschte, ich könnte darauf eine Antwort geben, aber ich kenne keine. Schon gar nicht will ich die ganzen ach so wundervollen Werkzeuge der professionellen Gesprächsführung auspacken, mit denen man sich so hübsch aus jeder unangenehmen Situation herauswinden kann – eine Situationen, die einen berühren könnte. Mit Verlaub: Die ganzen Kunstgriffe kotzen mich an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich bin nicht so kalt oder desinteressiert und die Vorstellung, dass manche so von mir denken mögen. Nur hilflos und das Gegenteil von hilflos und desinteressiert… und kalt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mehr denn je wünsche ich mir, diese ganz besonders lieben Leute in solchen Augenblicken ganz nah bei mir zu haben. In Momenten, die keine Worte brauchen, Augenblicke die keine Worte vertragen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einfach zuzuhören und spüren lassen, dass es einen eben nicht kalt lässt was da erzählt wird. Auch wenn einem die Worte nicht einfallen wollen, die passen. Wenn es keine Worte gibt, die passen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;iframe src="http://feedads.g.doubleclick.net/~ah/f/em84jlqs6s44hobevei0klioc4/300/250?ca=1&amp;amp;fh=280#http%3A%2F%2Fwww.gorgmorg.de%2F2012%2F04%2F27%2Ferkundigen%2F" width="100%" height="280" frameborder="0" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;
&lt;a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Gorgmorg?a=SBL9lkaW1Ac:hEF-0MrkyRc:yIl2AUoC8zA"&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Gorgmorg?d=yIl2AUoC8zA" border="0"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Gorgmorg?a=SBL9lkaW1Ac:hEF-0MrkyRc:dnMXMwOfBR0"&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Gorgmorg?d=dnMXMwOfBR0" border="0"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Gorgmorg?a=SBL9lkaW1Ac:hEF-0MrkyRc:7Q72WNTAKBA"&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Gorgmorg?d=7Q72WNTAKBA" border="0"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a href="http://feeds.feedburner.com/~ff/Gorgmorg?a=SBL9lkaW1Ac:hEF-0MrkyRc:D7DqB2pKExk"&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~ff/Gorgmorg?i=SBL9lkaW1Ac:hEF-0MrkyRc:D7DqB2pKExk" border="0"&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/div&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/Gorgmorg/~4/SBL9lkaW1Ac" height="1" width="1"&gt;</content><author><name>Denis</name></author><source gr:stream-id="feed/http://feeds.feedburner.com/Gorgmorg"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://feeds.feedburner.com/Gorgmorg</id><title type="html">Gorgmorg</title><link rel="alternate" href="http://www.gorgmorg.de" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1335683603087"><id gr:original-id="https://heartcorestories.wordpress.com/?p=905">tag:google.com,2005:reader/item/1d21beff2bc68846</id><category term="…" /><category term="Amsterdam" /><category term="Eltern" /><category term="Familie" /><category term="Freunde" /><category term="Freundschaft" /><category term="FSJ" /><category term="Glück" /><category term="Liebe" /><category term="Reisen" /><title type="html">Amsterdam.</title><published>2012-04-27T21:55:01Z</published><updated>2012-04-27T21:55:01Z</updated><link rel="alternate" href="http://heartcorestories.wordpress.com/2012/04/27/1-amsterdam/" type="text/html" /><content xml:base="http://heartcorestories.wordpress.com/" type="html">&lt;p&gt;Zusammen mit anderen Freiwilligendienstleistenden bin ich für eine Woche nach Amsterdam gefahren. Die Stadt hat mir äußerst gut gefallen: klein, dicht bevölkert, großes Angebot an Kunst und Kultur. Die Grachten und diese seltsam-schief aneinander gereihten, niedlichen Häuser, das viele Grün und die Fahrräder überall, die Beleuchtung bei Nacht: wunderschön. Eine durch und durch tolle Stadt, die man gesehen haben sollte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Montag, dem Tag der Anreise, habe ich morgens noch überlegt, ob ich nicht einfach im Bett liegen bleiben und mich später krank melden soll, nachdem der Reisebus auf jeden Fall schon unterwegs ist. Ich wusste genau, was mich erwarten würde: eine Woche unter mehr oder minder Gleichaltrigen, für die ich unsichtbar bin und mit denen ich nichts zu tun haben möchte. Die Angst vor Einsamkeit und Isolation war größer als die Freude auf eine erlebnisreiche Woche in einer Weltstadt. Ich wollte viel lieber arbeiten. Das alte Nähe/Distanz-Problem. Doch wie es bei mir immer so ist, bin ich letztlich doch aufgestanden, denn das Auslandsdatenpaket war schon gebucht und der Koffer bereits gepackt, und auf Ausräumen und Stornieren hatte ich keine Lust. Form follows function.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun saßen wir also im Reisebus und fuhren nach Amsterdam. (Etwa 150 Personen, zwei Reisebusse.) Dort angekommen hatte ich eigentlich schon keine Lust mehr auf die anderen Mitreisenden. Immerhin durfte ich mir die Menschen aussuchen, mit denen ich mein Zimmer teilen sollte; das war gut. Als Gruppe von etwa zwanzig Personen, die ich alle nicht kannte, haben wir uns am späten Nachmittag aufgemacht und die Stadt erkundet, sprich: die Anderen haben einen Supermarkt gesucht, in dem man Alkohol kaufen konnte, und danach einen Coffeeshop, in dem man Zeug rauchen konnte. “Na super…”, dachte ich und habe mich aus dem Staub gemacht, um allein die Stadt kennenzulernen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich bin durch die Straßen Amsterdams gelaufen, über die vielen Brücken und Grachten und habe mich genau umgesehen. Überall tolle Architektur, an jeder Ecke etwas, das ich interessant oder schön anzusehen fand. Und dann wurde es auch schon dunkel, und ich wurde melancholisch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich habe viel über unglückliche Dinge und über mich nachgedacht, als ich alleine durch die Nacht ging, meinen ganz eigenen Stadtrundgang im Dunkeln machte. Ich wollte nicht mit den Anderen sein, ich wollte mir die Reise nicht mit Alkohol und Drogen verderben, doch allein sein wollte ich auch nicht. Also machte ich mir Gedanken. Ich habe an meine gescheiterte Beziehung gedacht, ich dachte an Freunde, die mir nach wie vor fehlen, an meine Eltern, die mir fern sind, an die Familie, die mir immer fremder wird. Ich dachte daran, wie ich mir alles anders vorgestellt hatte. Und zu guter Letzt dachte ich, dass ich einsam bin, dass ich niemanden habe, der mich begleitet auf meinem Weg. Ich stand allein auf einer Brücke über der Amstel, der Wind war kalt, das Wasser unter mir rauschte nur so vorbei. Ich sah den Fluss hinauf und hatte tatsächlich Tränen in den Augen, als in der Ferne ein Schiff aufleuchtete, in schillernden Farben, ganz bunt. Es kam immer näher auf mich zu, es war farbenfroh und irgendwie niedlich, weil es bei näherer Betrachtung doch nicht so groß zu sein schien wie ich vermutet hatte. Es fuhr vorbei und nahm all meine dunklen Gedanken mit sich. Und zurück blieb etwas wie Glück in meinem Herzen, eine tiefe Zufriedenheit, ein starkes Selbstbewusstsein. Fortan dachte ich an die guten Dinge in meinem Leben, an den Mann, den ich vor ein paar Wochen kennengelernt habe, an seine Augen, seine starke Seele. An die vielen Menschen, die bei mir sind, auch wenn ich sie nicht oder selten sehe. Ich dachte an das vergangene Wochenende, den Geburtstag meines Vaters und meinen Überraschungsbesuch, den Abschied am Bahnhof, das Herzklopfen in Stuttgart, die Umarmung in Frankfurt, das Gewitter auf dem Maintower, das ich mit einem besonderen Menschen erleben durfte, hautnah. Ich dachte an meinen Lieblingsmitbewohner und seine Freundin, an die verkuppelten Fahrräder vor dem Fenster, an die Kinder, an meine Eltern, die mich lieben, an meine teuren Freunde, die da sind für mich, die mich anrufen, anschreiben, sich mit mir treffen, mit mir reden. Ich dachte an mich und welch’ Glück ich doch habe, und dass ich glücklich sein sollte. Und ich war es, ich war glücklich auf dieser Brücke, in dieser Nacht, in der ich mich einsam fühlte. Ich ging durch Amsterdam und lächelte. Ich bin allein gewesen, aber ganz sicher nicht einsam. Ich habe Liebe im Herzen, Träume für die Zukunft, Ziele in Nah und Fern. Ich bin nicht einsam, ich bin höchstens etwas verwirrt und gerade dabei, erwachsen zu werden. Alles gut.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Morgen mehr.&lt;/p&gt;
&lt;br&gt;  &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/heartcorestories.wordpress.com/905/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/heartcorestories.wordpress.com/905/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/heartcorestories.wordpress.com/905/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/heartcorestories.wordpress.com/905/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/heartcorestories.wordpress.com/905/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/heartcorestories.wordpress.com/905/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/heartcorestories.wordpress.com/905/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/heartcorestories.wordpress.com/905/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/heartcorestories.wordpress.com/905/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/heartcorestories.wordpress.com/905/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/heartcorestories.wordpress.com/905/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/heartcorestories.wordpress.com/905/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/heartcorestories.wordpress.com/905/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/heartcorestories.wordpress.com/905/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=heartcorestories.wordpress.com&amp;amp;blog=14817060&amp;amp;post=905&amp;amp;subd=heartcorestories&amp;amp;ref=&amp;amp;feed=1" width="1" height="1"&gt;</content><author><name>Heartcore</name></author><source gr:stream-id="feed/http://heartcorestories.wordpress.com/feed/"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://heartcorestories.wordpress.com/feed/</id><title type="html">Heartcore</title><link rel="alternate" href="http://heartcorestories.wordpress.com" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1335359139804"><id gr:original-id="http://www.mamamiez.de/?p=5917">tag:google.com,2005:reader/item/70636f715e7ec3da</id><category term="Blogdings" /><category term="IchIchIch" /><category term="Authentizität" /><category term="Blog" /><category term="Dank" /><category term="Dankbarkeit" /><category term="Hosting" /><category term="Leser" /><category term="Mama Miez' Blog" /><category term="manitu" /><category term="Offenheit" /><category term="Server" /><category term="Treue" /><category term="Vertrauen" /><title type="html">Von Vertrauen und Dankbarkeit.</title><published>2012-04-25T07:18:10Z</published><updated>2012-04-25T07:18:10Z</updated><link rel="alternate" href="http://www.mamamiez.de/2012/04/25/von-vertrauen-und-dankbarkeit/" type="text/html" /><summary xml:base="http://www.mamamiez.de/" type="html">Als ich vor über 4 Jahren anfing als Mama Miez zu bloggen, da habe ich nicht im Traum erwartet, dass ich einmal so viele Leser haben würde. Mit jeder Schwangerschaft, jeder Geburt, wurden es mehr. Mit jedem Bericht über den schubenden Quietschbeu oder das zahnende Löwenmäulchen fanden sich mehr Leute ein, die das, was ich [...]</summary><author><name>Mama Miez</name></author><source gr:stream-id="feed/http://www.mamamiez.de/feed/"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://www.mamamiez.de/feed/</id><title type="html">Mama Miez&amp;#39; Blog</title><link rel="alternate" href="http://www.mamamiez.de" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1335248713081"><id gr:original-id="http://www.fraumeike.de/?p=410">tag:google.com,2005:reader/item/4a6e6a7375faf703</id><category term="Leben" /><category term="Lieber Vater" /><category term="Tod" /><title type="html">Lieber Vater: Noch fünf Tage.</title><published>2012-04-23T11:16:29Z</published><updated>2012-04-23T11:16:29Z</updated><link rel="alternate" href="http://www.fraumeike.de/2012/lieber-vater-noch-fuenf-tage/" type="text/html" /><content xml:base="http://www.fraumeike.de/" type="html">&lt;p&gt;&lt;strong&gt;19. November 2009. Donnerstag.&lt;/strong&gt;&lt;br&gt;
Heute werde ich Dich alleinlassen.&lt;br&gt;
Ich muss nach Berlin, zu einem Arztbesuch.&lt;br&gt;
Mutti ist ins Büro gegangen, ihr tiefsitzendes Pflichtbewusstsein habe ich noch nie verstanden, aber vielleicht braucht sie auch einen Moment Distanz. Von Dir, vom Tod.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mein Bruder will im Laufe des Vormittags kommen, er hat noch einen Kundentermin. Vati wird rund eine Stunde allein sein und dieser Gedanke frisst mich auf.&lt;br&gt;
Vati war immer der Rudelführer unserer Familie und jetzt, wo er krank ist, bin ich der Rudelführer. Und ich muss ihn alleinlassen. Es tut mir so leid. Aber ich muss zu diesem Arzttermin. Ich &lt;em&gt;will&lt;/em&gt; zu diesem Arzttermin.&lt;br&gt;
Ich muss zur Gynäkologin.&lt;br&gt;
Vor etwas über zwei Monaten bin ich dem Mann meines Lebens begegnet, wir wollen heiraten und Kinder bekommen, das war uns irgendwie schon bei unserer ersten Begegnung klar. Ich bin nicht mehr so jung und ich habe Angst, dass es zu spät ist für Kinder. Die Ärztin soll das untersuchen.&lt;br&gt;
Dieser Arzttermin ist mir wichtig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich ziehe mich an, Vati sitzt auf dem Sofa, eingefallen und schwach. Sein Blick ist so sanft wie ich es noch nie bei ihm gesehen habe. Ich sage, B. kommt gleich, Du bist nicht lange allein. Er sagt, ist gut, es ist nicht schlimm.&lt;br&gt;
Ich gehe aus dem Wohnzimmer, werfe ihm noch eine Kusshand zu.&lt;br&gt;
Später wird mich das Bild verfolgen wie er da auf dem Sofa sitzt und mir schwach zulächelt, von mir alleingelassen. Im Stich gelassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich werde eine Weile brauchen, um mir zu verzeihen, dass ich an diesem Tag von Dir weggegangen bin.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor mir liegt ein Tag, der weitgehend im Nebel versinkt, eine Aneinanderreihung von Erinnerungslücken. Nur vereinzelte Momente tauchen wie Schemen aus den Schwaden auf.&lt;br&gt;
Ich weiß nicht, wie ich nach Berlin komme, ich erinnere mich nicht daran, wie der Mann mich vom Bahnhof abholt, oder daran, wie ich die Treppe zu meiner Frauenärztin hochsteige.&lt;br&gt;
Nur daran, dass ich plötzlich im Wartezimmer sitze, als Einzige, und die Schwester sagt, Sie sehen so blass aus, kann ich Ihnen helfen? Ich schüttele den Kopf, lächele gequält und sage, ein schwerer Krankheitsfall in der Familie. Sie sagt, oh, ich hoffe, es ist nicht so schlimm. Doch, sage ich, Lungenkrebs im Endstadium. Ihre Miene drückt Bestürzung aus, dann geht sie wieder und sagt es der Ärztin. Als ich aufgerufen werde, fragt sie direkt, wie es mir geht, und lässt mir danach zwanzig Minuten Zeit, von Vati zu sprechen.&lt;br&gt;
Sie untersucht mich, es ist alles okay, ich kann Kinder kriegen, der Mann holt mich ab und wir fahren in meine Wohnung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Mann sagt, Du musst etwas essen, und schmiert ein paar Brötchen. Seit gestern spüre ich, dass ich eine Grippe bekomme. Ich bekomme kaum einen Bissen hinunter.&lt;br&gt;
Egal. Alles egal. Ich weine. Und höre für die nächsten zwei Stunden nicht mehr auf damit. Zum ersten Mal weine ich nicht um Vati, sondern um mich. Ich weine aus Trauer, aus Angst, aus Verzweiflung, aus Hilflosigkeit. Ich reiße mich nicht zusammen wie die letzten beiden Tage. Meine Kraft ist aufgebraucht. Ich lasse mich völlig vernichten. Der Mann sagt nichts, hält mich bloß fest und streichelt mich. Ich sage, mein Vati stirbt, innerlich schreie ich es, und der Schmerz verwüstet mich. Mit krallenartigen Fingern zerfetzt er mein Inneres, bis nur noch ein blutiges Chaos übrig ist.&lt;br&gt;
Mein Vati stirbt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mein Vati. Mit dem ich als Kind das Dynamische Duo war. Unzertrennlich. Ein eingeschworenes Team, eine Vertrauensblase, in der nur wir beide lebten. Alles haben wir zusammen gemacht, alles.&lt;br&gt;
Mein Vati. Den ich in meiner Pubertät so gehasst habe, weil er nicht loslassen konnte, als ich auf eigenen Füßen stehen wollte, weil er aus lauter Hilflosigkeit vor meiner überbordenden Gefühlswelt mit Wut reagierte, weil er mich alleine ließ, als er mir nicht helfen konnte.&lt;br&gt;
Mein Vati.&lt;br&gt;
Ich bin ein Vaterkind. Fast alles, was ich bin, fast alle meine Eigenschaften, Eigenheiten, selbst meine Figur habe ich von meinem Vati. Meinen Narzissmus, meinen Egoismus, meine Dominanz, meinen Stolz, meine analytische Denke, meine Überheblichkeit, meine Intelligenz, meinen Trotz, meinen Humor, mein Alpha, meine Eitelkeit, meine Stärke, meine Stimme.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sein bevorstehender Tod fühlt sich für mich an, als würde mein siamesischer Zwilling von meiner Seite abgerissen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich weine so lange, bis mir schlecht ist, bis ich völlig erschöpft bin. Bis ich nicht mehr kann.&lt;br&gt;
Die Grippe hat jetzt leichtes Spiel und holt sich, was bei mir zu holen ist. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Abend telefoniere ich mit meiner Freundin S. in Hannover und erzähle. Ich weiß nicht, ob ich dabei auch weine oder nicht.&lt;br&gt;
Danach Schlaf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Morgen Vormittag wollen wir gemeinsam nach Hamburg fahren. Der Mann bleibt bei mir. Er sagt, ich komme mit und bleibe da, solange Du mich brauchst. Ich schlafe im Hotel oder bei einem Freund, mach Dir keine Sorgen.&lt;br&gt;
Ich sage, in Hamburg warten wir auf den Tod. Bitte widersteh dem Impuls, jemandem Hoffnung zu machen.&lt;br&gt;
Es gibt keine Hoffnung und kein “Alles wird wieder gut”.&lt;br&gt;
Und unterschätz den Geruch nicht. Er ist ekelerregend.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Später, Vati, wenn Du schon lange tot bist, werde ich anfangen, auch die weicheren Seiten in mir zuzulassen, auch Eigenschaften von Mutti zu erlauben. Ich werde anfangen, mir Schwäche zu verzeihen, und den Anspruch aufgeben, immer alles alleine zu schaffen und nie jemanden um Hilfe bitten zu müssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber noch bist Du da und noch will ich stark sein. Für Dich, für Mutti. Sie braucht jetzt jemanden, der sie stützt. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Noch fünf Tage, dann bist Du tot.&lt;/p&gt;</content><author><name>Meike</name></author><source gr:stream-id="feed/http://www.fraumeike.de/feed/"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://www.fraumeike.de/feed/</id><title type="html">Fuck you, I&amp;#39;m human.</title><link rel="alternate" href="http://www.fraumeike.de" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1335248060083"><id gr:original-id="http://www.ankegroener.de/?p=16088">tag:google.com,2005:reader/item/9104f800389ec27b</id><category term="Weblog" /><title type="html">“A Slow-Books Manifesto”</title><published>2012-04-24T05:45:29Z</published><updated>2012-04-24T05:45:29Z</updated><link rel="alternate" href="http://www.ankegroener.de/?p=16088" type="text/html" /><content xml:base="http://www.ankegroener.de/" type="html">&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;“Literature doesn’t just make us smarter, however; it makes us &lt;em&gt;us&lt;/em&gt;, shaping our consciences and our identities.”&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="http://maurakellywriter.com/"&gt;Maura Kelly&lt;/a&gt; &lt;a href="http://www.theatlantic.com/entertainment/archive/2012/03/a-slow-books-manifesto/254884/"&gt;schlägt&lt;/a&gt; im &lt;em&gt;Atlantic&lt;/em&gt; eine neue Bewegung vor: lesen. Bücher. Romane. Oder wie sie es, leicht abgewandelt von &lt;a href="http://michaelpollan.com/"&gt;Michael Pollan&lt;/a&gt;, ausdrückt: “Read books. As often as you can. Mostly classics.” Warum?&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;“Why the emphasis on literature? By playing with language, plot structure, and images, it challenges us cognitively even as it entertains. It invites us to see the world in a different way, demands that we interpret unusual descriptions, and pushes our memories to recall characters and plot details. In fact, as Annie Murphy Paul noted in a &lt;a href="http://www.nytimes.com/2012/03/18/opinion/sunday/the-neuroscience-of-your-brain-on-fiction.html?_r=1"&gt;March 17 &lt;em&gt;New York Times&lt;/em&gt; op-ed&lt;/a&gt;, neuroscientists have found plenty of proof that reading fiction stimulates all sorts of cognitive areas—not just language regions but also those responsible for coordinating movement and interpreting smells. Because literary books are so mentally invigorating, and require such engagement, they make us smarter than other kinds of reading material, as a 2009 University of Santa Barbara indicated. Researchers found that subjects who read Kafka’s &lt;em&gt;The Country Doctor&lt;/em&gt;—which includes feverish hallucinations from the narrator and surreal elements—performed better on a subsequent learning task than a control group that read a straightforward summary of the story. (They probably enjoyed themselves a lot more while reading, too.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Literature doesn’t just make us smarter, however; it makes us us, shaping our consciences and our identities. Strong narratives—from &lt;em&gt;Moby-Dick&lt;/em&gt; to William Styron’s suicide memoir, &lt;em&gt;Darkness Visible&lt;/em&gt;—help us develop empathy. Research by Canadian psychologists Keith Oatley and Raymond Mar suggests that reading fiction even hones our social skills, as Paul notes. “Dr. Oatley and Dr. Mar, in collaboration with several other scientists, reported … that individuals who frequently read fiction seem to be better able to understand other people, empathize with them, and see the world from their perspective,” she writes. “This relationship persisted even after the researchers accounted for the possibility that more empathetic individuals might prefer reading novels.”&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;With empathy comes self-awareness, of course. By discovering affinities between ourselves and characters we never imagined we’d be able to comprehend (like the accused murderer Dimitri Karamazov), we better understand who we are personally and politically; what we want to change; what we care about defending.”&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;(via &lt;a href="http://quote.fm/buddenbohm"&gt;buddenbohms quote.fm&lt;/a&gt;)&lt;/p&gt;</content><author><name>site admin</name></author><source gr:stream-id="feed/http://www.ankegroener.de/?feed=rss2"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://www.ankegroener.de/?feed=rss2</id><title type="html">Anke Gröner</title><link rel="alternate" href="http://www.ankegroener.de" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1335177552913"><id gr:original-id="http://just4ikarus.wordpress.com/?p=6704">tag:google.com,2005:reader/item/cff2765157386b7d</id><category term="Die Liebe" /><category term="Literarisches" /><title type="html">Losing all my words.</title><published>2012-04-23T09:41:19Z</published><updated>2012-04-23T09:41:19Z</updated><link rel="alternate" href="http://just4ikarus.wordpress.com/2012/04/23/losing-all-my-words/" type="text/html" /><content xml:base="http://just4ikarus.wordpress.com/" type="html">&lt;p&gt;&lt;em&gt;Drei Entwürfe vom 22. Februar 2011, die nicht veröffentlicht wurden. Alle mit demselben Titel.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;img src="http://farm9.staticflickr.com/8012/7102687137_e679a6fde9_z.jpg" alt=""&gt;&lt;/em&gt;&lt;br&gt;
&lt;em&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/"&gt;&lt;img title="Attribution" src="http://l.yimg.com/g/images/cc_icon_attribution_small.gif" alt="Attribution" border="0"&gt;&lt;img title="Noncommercial" src="http://l.yimg.com/g/images/cc_icon_noncomm_small.gif" alt="Noncommercial" border="0"&gt;&lt;img title="No Derivative Works" src="http://l.yimg.com/g/images/cc_icon_noderivs_small.gif" alt="No Derivative Works" border="0"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a title="Attribution-NonCommercial-NoDerivs License" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/"&gt;Some rights reserved&lt;/a&gt; by &lt;a href="http://www.flickr.com/photos/deux-chi/"&gt;deux-chi&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;(1)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damals, als in meinem Kopf all die Geschichten entstanden. Von verlorenen und wiedergefundenen Lieben, vom Überfahren eines Rehs, von einer Leiche im Schnee. Damals, als ich jeden Gedanken, jede Sekunde meiner Fantasie beschreiben musste. Nicht verlieren wollte, was in meinem Kopf passierte. Damals, als ich immer ein kleines Notizbuch bei mir führte und nur kurze Ideen niederschrieb, die dann zu großen Geschichten wurden. Das Schreiben war meine Waffe, war mein Rückzugsort. Wurde mir in dieser Welt alles zuviel, zog ich mich zurück, in die Welt, wo nur ich und meine Fantasie zuhause sind. Wo man niemanden etwas erklären, keinem etwas beweisen musste. Das Schreiben war wie eine Droge.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und dann kamst du.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;(2)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und dann kommst du. Nimmst mir all die Worte, nimmst mir Raum für irgendwelche Ausflüchte. Konfrontierst mich seit ewiger Zeit endlich wieder einmal mit dem echten Leben und zeigst mir die schönen Seiten. Meine Gedanken bauen Luftschlösser um dich herum, lassen mich so furchtbar oft von dir träumen. Bis schließlich die Zweifel wieder einkehren und all das wieder einzubrechen versuchen. So geht es mir seit Wochen und seit Wochen baue ich nur kurz darauf schon wieder alles auf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weißt du, was du mir gibst? Das Gefühl, hier, gerade jetzt, genau richtig zu sein. Du lässt mich fühlen, dass ich richtig fühle. Dass dein Lächeln für mich bestimmt ist, und dieser eine Song jetzt gerade läuft, weil wir ihn beide so gerne haben. Dass das alles nicht nur eine kurze Vernarrtheit ist, sondern ich so unglaublich gerne in deiner Gesellschaft bin. Dass du mir etwas bedeutest. Du gibst mir das Gefühl, die Tage endlich wieder in vollen Zügen zu genießen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und da ist es mir auch einfach mal egal, wenn mir die Worte fehlen. Wenn du mich sprachlos machst, like no one ever did before. Wenn ich so gerne einfach deine Hand nehmen möchte, meinen Arm um dich legen, dich küssen. Dir sagen, wie viel du mir bedeutest, und erklären, dass es genau so richtig ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;(3)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Du machst mich sprachlos.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn ich neben dir sitze, oder dir gegenüber, wenn wir nebeneinander gehen oder gemeinsam im Auto sitzen. Wenn nur eine dicke Lehne in einem halbleeren Kinosaal uns trennt. Oder wenn du ein paar Reihen vor mir im Hörsaal sitzt, oder doch ich. Wenn du mir aus deinem Leben erzählst, dich öffnest, mir Geheimnisse offenbarst, du einfach du bist. Und wenn wir zu zweit Punsch trinken, und ich dir so gerne alles sagen würde, was seit Wochen und nun schon Monaten in meinem Kopf herumschwirrt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Du machst mich sprachlos.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn ich mit Chai Latte und einem Blueberrymuffin vor deiner Tür stehe und wieder einmal nicht anläute, weil ich deinen WG-Mitbewohner nicht kenne und wohl auch nicht kennenlernen möchte, und wenn du dann den Weg zur Tür gehst und ihn mit einem Lächeln öffnest. Wenn wir dann Smalltalk betreiben. Der in Wahrheit viel mehr ist. Und ich den ganzen Tag über in einem Workshop sitze, mitzuprotokollieren versuche und mich immer wieder dabei erwische, wie ich für einen kurzen Moment mit dir in einen Tagtraum flüchte.&lt;br&gt;
Du machst mich sprachlos.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn ich dich am Ende einer großartigen Ballnacht die letzten paar Meter und Stufen zu deiner Wohnung Huckepack trage und du mit einer solchen Zärtlichkeit, einer so wunderbaren Berührung, deinen Kopf auf meine Schulter legst und ich für diesen einen Moment am Liebsten alles vergessen würde, die Welt um uns herum könnte verschwinden. Und ich dann wie in Trance den Weg zu mir nach Hause bestreite.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Du machst mich sprachlos.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dankeschön dafür.&lt;/p&gt;
&lt;br&gt;  &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/just4ikarus.wordpress.com/6704/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/just4ikarus.wordpress.com/6704/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/just4ikarus.wordpress.com/6704/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/just4ikarus.wordpress.com/6704/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/just4ikarus.wordpress.com/6704/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/just4ikarus.wordpress.com/6704/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/just4ikarus.wordpress.com/6704/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/just4ikarus.wordpress.com/6704/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/just4ikarus.wordpress.com/6704/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/just4ikarus.wordpress.com/6704/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/just4ikarus.wordpress.com/6704/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/just4ikarus.wordpress.com/6704/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/just4ikarus.wordpress.com/6704/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/just4ikarus.wordpress.com/6704/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=just4ikarus.wordpress.com&amp;amp;blog=373644&amp;amp;post=6704&amp;amp;subd=just4ikarus&amp;amp;ref=&amp;amp;feed=1" width="1" height="1"&gt;</content><author><name>Dominik Leitner</name></author><source gr:stream-id="feed/http://just4ikarus.wordpress.com/feed/"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://just4ikarus.wordpress.com/feed/</id><title type="html">Neon|Wilderness</title><link rel="alternate" href="http://just4ikarus.wordpress.com" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1335173542388"><id gr:original-id="http://www.hausdrachen.net/?p=332">tag:google.com,2005:reader/item/a4e65ec93e298ba2</id><category term="hausdrachen" /><category term="Béla Tarr" /><category term="Film" /><category term="Genie" /><category term="Michael Ballhaus" /><category term="Mozart" /><category term="Premiere" /><category term="Reinhard Hauff" /><title type="html">Endlich Premiere oder warum bin ich kein Genie?</title><published>2012-04-07T12:51:16Z</published><updated>2012-04-07T12:51:16Z</updated><link rel="alternate" href="http://www.hausdrachen.net/2012/04/07/endlich-premiere-oder-warum-bin-ich-kein-genie/" type="text/html" /><content xml:base="http://www.hausdrachen.net/" type="html">&lt;p&gt;Ich habe einen Film gemacht. Der sollte in Cannes laufen. Oder auf der Berlinale. Das tat er nicht. Er lief einfach Nirgendwo. Eine ganze Weile. Ich trauerte, ich ärgerte mich, ich fand es ungerecht, ich kämpfte mit mir, ich gab den ganzen Beruf auf und schmiedete neue Pläne, ich suchte den Verantwortlichen und fand ihn bei mir. Das wiederum fand ich sehr tapfer, dass ich so selbstkritisch war. Vor lauter Selbstkritik blieb in meinem Leben alles stehen. Ich meinte jeden einzelnen Fehler finden und analysieren zu müssen, und hasste jeden, der mich kritisierte. Trotz ausgiebiger Analyse und Nachdenken bis der Arzt kommt, bekam ich keine befriedigende Antwort auf… welche Frage eigentlich?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich merkte, dass ich mich auf das Wesentliche konzentrieren, und die Frage genau stellen musste.  Also stellte ich die kardinale, alles entscheidende Frage eines jeden Künstlers:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;„Habe ich überhaupt Talent?“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hat jemand, dessen erster Spielfilm nicht auf einem großen Festival läuft, Lebensberechtigung? Talent kann man ja nicht erlernen. Also, wenn ich es nicht habe, dann stellt sich die Frage zum Beispiel… einer gut organisierten Hühnerzucht. Jetzt,  wo ich auf dem Land wohne. Oder, in der Rolle der Mutter restlos aufzugehen, in Fitnesswahn auszubrechen, mich für biologisch-dynamische Trennkost und Waldorf-Erziehung zu interessieren, oder mein Seelenheil bei den Zeugen Jehovas zu suchen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich übersetzte die Frage auf Ost-Europäisch. Jetzt lautete sie so:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;„Bin ich genial?“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei uns zählt nämlich gar nix unter Genie. Leistung ist etwas für langweilige Protestanten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Béla Tarr*  ist zum Beispiel genial. Wenn ich auch nur eine Einstellung aus einem seiner Filme sehe (die Einstellungen dauern im Schnitt 35 Minuten in schwarz/weiß), dann wird mir klar, dass ich mindestens noch fünfmal als Ameise auf die Welt kommen und sehr fleißig Sandkörner schleppen muss, um das mal zu schaffen. Die Antwort könnte also lauten:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Nein, ich bin es nicht. Genie zeigt sich schon im Kindesalter. Oder spätestens mit Anfang zwanzig, in einem rasenden Festivalerfolg.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich aber wusste mit Anfang zwanzig höchstens, in welche Kneipe ich am Abend gehen werde. Oder nicht einmal das.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Darüber, dass ich kein Genie bin, wurde ich sehr traurig. Und irgendwie fand ich das auch ungerecht. Warum ausgerechnet ich nicht? Der Mozart oder die Frida Kahlo oder auch der schon erwähnte Béla Tarr oder meine fünf Kumpels aus der siebenbürgischen Stammkneipe? Warum sind sie das und ich nicht??&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich kam nicht weiter, bis sich ein rettender Gedanke auftat:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Es gibt auch späte Genies. Manche müssen zuerst todkrank werden oder in den Knast kommen, Drogen nehmen oder sich hoffnungslos in einen Selbstmordattentäter verlieben oder zu Fuß nach Afrika pilgern. Um nur ein paar Möglichkeiten zu erwähnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch ich habe irgendwie einen ganz dicken Bauch. Muss im Bett liegen und kriege bald ein zweites Kind. Mein Mann ist auch kein international gesuchter Terrorist, nur ein einfacher, manchmal jähzorniger aber meistens netter Ehemann. Mein verzweifelter Versuch, endlich drogensüchtig zu werden, ist schon mit 25 gescheitert… wie soll man da genial sein?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich suchte weiter und kam zu Schluss, dass man&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Nicht genial sein muss um glücklich zu werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ja. So. Das stimmt. Jetzt haben wir die Lösung. So klingt eine Lebensweisheit. Ich brauche das gar nicht, „genial sein“  ist unwichtig, ich konzentriere mich ab jetzt auf das innere Glück. Pause, neuer Kaffee.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nicht zweifeln, nicht denken, sich auf die inneren Werte konzentrieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Plötzlich bin ich drei Jahre alt, sitze im ungeheizten Wohnzimmer meiner Großmutter auf dem Kinderstuhl und darf nicht spielen, um keine Unordnung zu machen. Oma stinkt ein wenig und will mir Werte beibringen. Sie sagt zum Beispiel „Das wichtigste im Leben ist die Güüüte.“  Mit einem sehr langen Ü.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mein zweiter Kaffee ist schon leer, ich konzentriere mich immer noch auf das innere Glück. Da kommt mir ein rettender Gedanke. Ich könnte meinen ganzen Werdegang als Filmemacher einer Analyse unterziehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Am Anfang meines Studiums sagte der Dokumentarfilmlehrer: „Sie haben kein ausgesprochenes Filmtalent. Sie haben eine besondere Sicht auf die Welt. Und das ist viel wert.“ – Er wollte mir damit ein Kompliment machen, ich nahm das als Beleidigung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Hauff* sagte: „Sie sollten Filme über Frauen machen. Die andere Seite ist schon belegt.“ – Ein guter Tipp. Habe ihn nicht befolgt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Ballhaus* meinte nach einer Kameraübung: „ Réka, Du hast ein seltenes Talent, mit Schauspielern umzugehen. Ich habe wirklich viele Regisseure in meinem Leben gesehen, junge und alte, und das was du kannst, können nur ganz  wenige“ – Wao. Und das sagt er, der mit Scorsese und Coppola gearbeitet hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Danach bin ich als erstes in die Kneipe gerannt und habe mein Erlebnis mit Ballhaus ausgiebig meinen Freunden erzählt. Das machte Eindruck und ich war ganz berauscht von mir selbst und meiner vermeintlichen Größe. Über die Jahre wurde die Story mit Ballhaus meine Lieblingsleier, und ich fing an, mich darüber zu wundern, dass sich das noch nicht eingestellt hat. Schon sechs Jahre um und noch keine kleine Scorsesa? Nicht Mal eine Sofia Coppola? Erste Zweifel taten sich auf. Hat er das wirklich gesagt?  Oder habe ich mir das nur eingebildet? Später erkannte mich Ballhaus nicht mal mehr in der Cafeteria. Aber er ist ja auch alt und vielleicht schon ein wenig…na ja.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Meine beste Freundin Réka rief mich an, nachdem sie meinen ersten Spielfilm sah, ihre Stimme, als würde sie mir eine Todesnachricht überbringen: „Wie konnte das passieren?“ – fragte sie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kritiker rief an und sagte: „Ganz tolles Debüt, gefällt mir sehr gut, das wird super laufen“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Meine Lehrerin sagte: „Du bist so von Meinungen Anderer abhängig, es ist egal wer was sagt, Du musst es für Dich wissen..“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hühnerzucht, denke ich.  Schenkt mir bitte zwanzig Hühner, ich zähle jeden Morgen die Eier. Das wird toll. Oder macht  mich zum Postboten. Zur Arzthelferin mit Kopftuch beim Kreuzberger Gynäkologen. Oder überweist mir einfach jeden Monat 1500 Netto und ich kümmere mich um den Haushalt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist Ostern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;4. Nur die Liebe zählt. Das steht in der Bibel im einzigen Kapitel das ich wirklich öfters gelesen habe. Apostel Paulus, erster Brief an die Korinther, Kapitel 13.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wenn ich in Menschen- und in Engelszungen redete,  hätte aber die Liebe nicht,  wäre ich ein dröhnendes Erz und eine klingende Schelle… &lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;An manch einem Karfreitag habe ich über dieses Zitat geweint. Einmal mit sechzehn, da lief es im Radio und ich schlief gerade. Es drang zu mir durch, ohne dass ich die Möglichkeit hatte, darüber nachzudenken. Als ich aufwachte, flossen mir die Tränen, und ich konnte gar nicht aufhören zu weinen, weil ich &lt;em&gt;fühlte&lt;/em&gt;, dass es stimmt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt eben Dinge, die muss man fühlen und Gefühle sind wie Talente. Die kommen von irgendwo und lassen sich nicht beherrschen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Solange ich nicht fühlen kann, muss ich eben denken. Oder Hühner züchten. Oder im Schlaf das Radio einschalten und hoffen, dass etwas zu mir durchdringt. Wie zum Beispiel:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Jetzt schauen wir noch wie durch einen Spiegel  in einem dunklen Wort, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht.  Jetzt erkenne ich nur Teile,  dann aber werde ich erkennen, wie auch ich erkannt sein werde.&lt;/em&gt; &lt;em&gt;Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. &lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Am größten aber ist die Liebe.“&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schön, oder?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;—————————————————————————————————&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Premiere am 19.04.2012 um 21:30 im Filmtheater am Friedrichshain&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="http://www.hausdrachen.net/wp-content/uploads/2012/04/KARTE_1FINAL.jpg"&gt;&lt;img title="KARTE_1FINAL" src="http://www.hausdrachen.net/wp-content/uploads/2012/04/KARTE_1FINAL-1024x750.jpg" alt="" width="640" height="468"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;h5&gt;*&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;Béla Tarr [&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_IPA-Zeichen"&gt;ˈbeːlɒ tɒrː&lt;/a&gt;] (* &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/21._Juli"&gt;21. Juli&lt;/a&gt; &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1955"&gt;1955&lt;/a&gt; in &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A9cs"&gt;Pécs&lt;/a&gt;) ist ein &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ungarn"&gt;ungarischer&lt;/a&gt; Filmregisseur.&lt;br&gt;
*&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;Reinhard Hauff (* &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/23._Mai"&gt;23. Mai&lt;/a&gt; &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1939"&gt;1939&lt;/a&gt; in &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marburg"&gt;Marburg&lt;/a&gt;) ist ein deutscher &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Regie"&gt;Regisseur&lt;/a&gt; und &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Drehbuch"&gt;Drehbuchautor&lt;/a&gt;.&lt;br&gt;
* Michael Ballhaus (* &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/5._August"&gt;5. August&lt;/a&gt; &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1935"&gt;1935&lt;/a&gt; in &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin"&gt;Berlin&lt;/a&gt;) ist ein deutscher &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kameramann"&gt;Kameramann&lt;/a&gt;, einer der bedeutendsten des deutschen und internationalen Films.&lt;/h5&gt;
&lt;div style="height:40px"&gt;&lt;/div&gt;</content><author><name>Réka Kincses</name></author><source gr:stream-id="feed/http://www.hausdrachen.net/feed/"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://www.hausdrachen.net/feed/</id><title type="html">hausdrachen . házisárkány</title><link rel="alternate" href="http://www.hausdrachen.net" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1335078497889"><id gr:original-id="tag:blogger.com,1999:blog-3344532066768898958.post-3994130374724615695">tag:google.com,2005:reader/item/8dd5990cf24ba62d</id><category term="Fingerspitze" scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" /><category term="Hirngespinst" scheme="http://www.blogger.com/atom/ns#" /><title type="html">draw back your bow</title><published>2012-04-21T13:23:00Z</published><updated>2012-04-21T13:23:02Z</updated><link rel="alternate" href="http://r-e-a-d-m-e.blogspot.com/2012/04/draw-back-your-bow.html" type="text/html" /><link rel="replies" href="http://r-e-a-d-m-e.blogspot.com/feeds/3994130374724615695/comments/default" title="Kommentare zum Post" type="application/atom+xml" /><link rel="replies" href="http://r-e-a-d-m-e.blogspot.com/2012/04/draw-back-your-bow.html#comment-form" title="2 Kommentare" type="text/html" /><content xml:base="http://r-e-a-d-m-e.blogspot.com/" type="html">&lt;div style="text-align:justify"&gt;&lt;i&gt;Diese Menschen, an die ich mich verlieren könnte, sind die, die sich dem Leben zu entziehen suchen.&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align:justify"&gt;&lt;br&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align:justify"&gt;Sie wollen der Welt nicht viel bedeuten, niemandem besonders sein. Sie achten auf sich mehr aus Höflichkeit, pflegen und kleiden sich mit ausgesuchtem Gleichmut, niemals mit dem Wunsch, aufzufallen. Mit zärtlicher Grausamkeit gestalten sie ihren Alltag, und ihr Staunen darüber, dass ein Leben trotz fehlender Liebe existieren kann, immer weiter existiert, wächst mit jedem Tag ein bisschen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align:justify"&gt;&lt;br&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align:justify"&gt;Das ist auch der Grund für die tief melancholische Traurigkeit, die ihnen aus den Augen springt, wenn sie nur einen Moment unachtsam waren. Und mit dem Stolz derer, die nichts anderes kennen - sich selbst  umkreisend, immerfort - haben sie die Hoffnung auf einen anderen Weg längst aufgegeben.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align:justify"&gt;&lt;br&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align:justify"&gt;Sie wirkt flüchtig, wie aus der Luft gegriffen. Scheu, niemals aufdringlich, beinahe farblos; und hätte mich ihr Blick nicht gestreift, so wäre sie mir gar nicht aufgefallen. Aber auf einmal sticht sie heraus aus der Menge, obwohl so sorgfältig in Unscheinbarkeit gehüllt. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align:justify"&gt;&lt;br&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align:justify"&gt;Ich glaube, ein edles Wesen zu erkennen, und schaue, und betrachte, und sehne mich.&lt;/div&gt;&lt;br&gt;&lt;div&gt;&lt;img width="1" height="1" src="https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3344532066768898958-3994130374724615695?l=r-e-a-d-m-e.blogspot.com" alt=""&gt;&lt;/div&gt;</content><author><name>queen of maybe</name></author><source gr:stream-id="feed/http://r-e-a-d-m-e.blogspot.com/feeds/posts/default"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://r-e-a-d-m-e.blogspot.com/feeds/posts/default</id><title type="html">someone. somewhere. somehow.</title><link rel="alternate" href="http://r-e-a-d-m-e.blogspot.com/" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1334988353886"><id gr:original-id="http://newsfeed.zeit.de/autoren/M/Harald_Martenstein/index.xml">tag:google.com,2005:reader/item/23daa1790c6e8ae6</id><title type="html">&lt;br&gt;&lt;br&gt;*[unable to retrieve full-text content]*&lt;br&gt;</title><published>2012-04-21T06:05:53Z</published><updated>2012-04-21T06:05:53Z</updated><link rel="alternate" href="http://newsfeed.zeit.de/autoren/M/Harald_Martenstein/index.xml" type="text/html" /><summary xml:base="http://www.zeit.de/autoren/M/Harald_Martenstein/index.xml" type="html">&lt;p&gt;&lt;em&gt;[unable to retrieve full-text content]&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</summary><author gr:unknown-author="true"><name>(author unknown)</name></author><source gr:stream-id="feed/http://fivefilters.org/content-only/makefulltextfeed.php?url=newsfeed.zeit.de%2Fautoren%2FM%2FHarald_Martenstein%2Findex.xml&amp;max=3"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://fivefilters.org/content-only/makefulltextfeed.php?url=newsfeed.zeit.de%2Fautoren%2FM%2FHarald_Martenstein%2Findex.xml&amp;max=3</id><title type="html">ZEIT ONLINE: Harald Martenstein</title><link rel="alternate" href="http://www.zeit.de/autoren/M/Harald_Martenstein/index.xml" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1334987589877"><id gr:original-id="http://glumm.wordpress.com/?p=10153">tag:google.com,2005:reader/item/a8cbb0ea1fba313d</id><category term="Electric Notizbuch" /><category term="Gräfin" /><category term="Susanne Eggert" /><title type="html">Nebenbei bemerkt</title><published>2012-03-25T13:36:00Z</published><updated>2012-03-25T13:36:00Z</updated><link rel="alternate" href="http://glumm.wordpress.com/2012/03/25/nebenbei-bemerkt/" type="text/html" /><content xml:base="http://glumm.wordpress.com/" type="html">&lt;p&gt;&lt;em&gt;Bei allem, was du tust, wird man das Gefühl nicht los, du tust es nebenbei. Selbst wenn die Welt untergeht, nimmst du es wahrscheinlich nur nebenbei wahr. Du bist der nebenbeiste Mensch, den es gibt.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style="text-align:center"&gt;- Die Gräfin -&lt;/p&gt;
&lt;p style="text-align:center"&gt;*&lt;/p&gt;
&lt;p style="text-align:center"&gt;
&lt;br&gt;  &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/glumm.wordpress.com/10153/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/glumm.wordpress.com/10153/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/glumm.wordpress.com/10153/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/glumm.wordpress.com/10153/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/glumm.wordpress.com/10153/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/glumm.wordpress.com/10153/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/glumm.wordpress.com/10153/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/glumm.wordpress.com/10153/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/glumm.wordpress.com/10153/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/glumm.wordpress.com/10153/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/glumm.wordpress.com/10153/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/glumm.wordpress.com/10153/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/glumm.wordpress.com/10153/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/glumm.wordpress.com/10153/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=glumm.wordpress.com&amp;amp;blog=2163523&amp;amp;post=10153&amp;amp;subd=glumm&amp;amp;ref=&amp;amp;feed=1" width="1" height="1"&gt;&lt;/p&gt;</content><author><name>glumm</name></author><source gr:stream-id="feed/http://glumm.wordpress.com/feed/"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://glumm.wordpress.com/feed/</id><title type="html">The Glumm</title><link rel="alternate" href="http://glumm.wordpress.com" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1334986746140"><id gr:original-id="http://glumm.wordpress.com/?p=10239">tag:google.com,2005:reader/item/b5041b8f322b4728</id><category term="Biografie" /><category term="Alter" /><category term="Die Rente durch haben" /><category term="Durchgangssyndrom" /><category term="Familie" /><category term="Mutter" /><category term="Seele" /><category term="Vater" /><title type="html">Wie ich Mutter einmal fast die Seele verbrühte</title><published>2012-04-20T11:17:59Z</published><updated>2012-04-20T11:17:59Z</updated><link rel="alternate" href="http://glumm.wordpress.com/2012/04/20/wie-ich-mutter-einmal-fast-die-seele-verbruhte/" type="text/html" /><content xml:base="http://glumm.wordpress.com/" type="html">&lt;p&gt;Vater lag nach dem zweiten Herzinfarkt in wechselnden Spitälern und Therapieeinrichtungen, seit Wochen schon, und Mutter blieb allein zu Haus, das war sie nicht gewohnt. Von ihren Kuren und Aufenthalten im Krankenhaus abgesehen war er stets an ihrer Seite gewesen – die Prägefalz einer langen Ehe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Der muss doch gleich um die Ecke kommen”, dachte sie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von der schweren Herz-OP erholte sich Vater nur langsam. Er litt unter dem &lt;strong&gt;&lt;a href="http://500beine.myblog.de/500beine/art/7344085/Vater_gehts_besser_oder_Das_Durchgangssyndrom"&gt;Durchgangssyndrom &lt;/a&gt;&lt;/strong&gt; und war oft so durcheinander, dass er sich statt im Krankenhaus in Kriegsgefangenschaft wähnte. “Was kochen die Franzosen für einen scheiß Kaffee!?” schrie er. Dass er nicht bei klarem Verstand war, setzte Mutter besonders zu. Dass er dement werden könnte. Es rührte an ihrer gemeinsamen Würde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn ich mir den Hund schnappte und sie besuchte, saß sie verloren im Eßzimmer und blickte hinaus auf die wenig befahrene Straße. Eine alte Frau mit dünnem kittgrauen Haar, die mit verweinten Augen ins Nichts starrte und jeden Tag mehr abmagerte. Sie wog bald keine fünfzig Kilo mehr. Wir alle machten uns Sorgen, wie es weitergehen sollte, niemand hatte eine Antwort. Vater kam nicht um die Ecke, Mutter baute in rasender Geschwindigkeit ab.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Erkältung mit Reizhusten erwies sich als hartnäckig und wollte nicht weichen, sie hatte Rückenschmerzen. Sie hatte Probleme mit der Hüfte und dem Bauch, dem Unterbauch, ihrer Auffassung nach der Sitz der Seele. Jetzt war es die Hölle. Der Darm schmerzte, sie hatte ständig Harndrang. Nachts musste sie bis zu zehnmal raus. An Tiefschlaf war nicht dranzukommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da sie so schwach war, hatte die Krankenkasse einen Toilettenstuhl spendiert. Der stand neben ihrem Bett und tat seinen Dienst, während der Rollator, den die Krankenkasse mitgeliefert hatte, als Teewägelchen gebraucht wurde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Die Zeit nach den Hüftoperationen war schon schwierig”, sagte sie unter Tränen, “da ging es mir schon dreckig, doch das war nichts gegen die seelischen Schmerzen jetzt. Wie soll es denn weitergehen?”&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf Anraten der Ärzte schauten wir uns für Vater schon mal nach einem Pflegeheim um, nur für den Fall, dass er es nicht mehr nach Hause schaffen würde. Noch aber roch die  ganze Wohnung nach ihm, nach seiner Anwesenheit, und sie saß allein in den gemeinsam angeschafften Möbeln, ratlos.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Ich weiss nicht, wo ich es suchen soll”, sagte sie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zeitlebens mochte ich ihre Sprache. Sie benutzte ständig wunderbare Worte wie &lt;em&gt;huschhascheln&lt;/em&gt;, was so viel wie hin-und herräumen, kramen bedeutet. Ich kannte sonst niemanden, der &lt;em&gt;huschhaschelte&lt;/em&gt;. Und wenn man bewusst unkorrekt behandelt wird, wenn man gelinkt wird, dann war das &lt;em&gt;schofel&lt;/em&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Während man bei meinem Vater sicher sein konnte, dass seine Worte aus dem Solinger Platt stammten, so war das bei meiner Mutter nicht unbedingt gesagt. Sie sprach zwar ebenfalls Platt, baute aber immer wieder Begriffe aus der neuen Zeit ein. So beschwerte sie sich einmal bei mir, und das war kurz vor ihrem Tod, dass Papa einen &lt;em&gt;ätzenden Rede-Flash&lt;/em&gt; gekriegt habe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um ihr einen Besuch abzustatten, wählte ich meist die Route durch die Hofschaft Klauberg. Vorbei am staubigen alten Bolzplatz, der mittlerweile von staubigem Kunstrasen geadelt ist, den Klauberg hinauf, der ein so steiles Gefälle hat, dass Radfahrer an seinem Fuße absteigen und auf einen Wagen warten, der bereit ist, sie die Strasse hoch zu ziehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Je näher ich Mutter kam, desto stärker duftete es nach Kindheit. Ein Kokon legte sich um die Häuser, ein Mix aus unerledigten Hausaufgaben, Füllertinte von Geha und brandneuen Schulbüchern, zu Beginn des Schuljahrs ausgegeben. Wenn ich die Klingel drückte und Mutter die Tür per Summer öffnete, liess ich den Hund von der Leine und sprang wie früher die Treppen hoch, nahm immer mehrere Stufen auf einmal, zählte die Sekunden, bis ich oben war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;(Ich kam nicht mal entfernt an alte Rekordzeiten heran. Selbst der Hund war schneller.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Komm rein.”&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mutter schlurfte voraus ins Esszimmer, in zu groß gewordenen Pantöffelchen, und setzte sich wieder ans Fenster. Jedes Mal, wenn ich mittags zu Besuch kam, war es das gleiche Bild. Sie saß im Esszimmer, das unser altes Kinderzimmer war, und blickte aus dem Fenster. Zur gleichen Zeit saß Vater zwanzig Kilometer Luftlinie entfernt ebenfalls am Fenster und schaute zum Krankenhausparkplatz hinunter, in der Hoffnung, dass jemand aus der Familie zu Besuch kommen würde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die leeren Blicke, ihr letztes Band.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Fenster im alten Kinderzimmer, die ruhig daliegende Schillerstrasse, es war mir nur zu vertraut. Ich war Sechzehn, als ich mir genau an diesem Fenster eine Flasche Bier aufmachte und &lt;em&gt;Magnolia&lt;/em&gt; von JJ Cale anhörte, ein traurig flirrendes Liebeslied. Auch wenn ich gar kein Liebeskummer hatte, es war dieses tiefe Gefühl von Vergeblichkeit, das ich mochte. Die Flasche Bier fand ich auch gut.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit sie überhaupt etwas aß und nicht bei lebendigem Leib skelettierte, kochte ich nach Mutters Vorgaben Kleinigkeiten wie Spinat mit Spiegelei oder wir machten uns eine Pizza warm. Ich aß einen Happen mit, wir saßen am Tisch, der immer der Mittelpunkt des Familienlebens gewesen war, und unterhielten uns. Ich war heilfroh, wenn ihre Stimme Farbe bekam und nicht ins Schlingern geriet, wenn ihr Mund ein Lächeln aufbaute und sie ein bißchen zu schnattern begann, wie in besseren Zeiten, die gar nicht so weit zurücklagen, keine Seite im Fotoalbum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es sind stets die kleinen Dinge, die einen anrühren, die das Herz absaufen lassen. Der Anblick der vielen Falten in ihrem Hals, die übereinander lappten wie Jahresringe, ihr Geruch, eine Komposition aus Pflegemilch und warmer Frauenhaut. Und dann war da die kleine Situation nach dem Essen, als sie sich für ein Mittagsschläfchen hinlegte und ich ihr die Strümpfe auszog. Jede Bewegung, jede Drehung kostete sie Anstrengung. Ich deckte sie zu, wie ein kleines Schulmädchen lag sie da, ein kleines Mädchen mit spitzem Näschen und einer Jahrtausende alten Vogelseele.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Ich würde gern mal mit einem Vogel tauschen, ein paar Stunden nur”, hatte sie einmal gesagt. “Einfach in der kalten Weite des Himmels unterwegs sein. Das muss doch wie auf dem Meer sein. Oder als würden kleine Kinder tanzen.”&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Leben meiner Mutter gab es Dinge, die mussten stimmen. Wenn ich ihr Bett herrichtete, musste jede ihrer diversen Über- und Unterdecken genau an ihrem Platz sein, und wehe, das Bettlaken war nicht glatt gezogen und warf Falten. So eine Falte konnte ihr das wichtige Schläfchen am Nachmittag verhageln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Da krieg ich lächerliche Beine”, schimpfte sie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Lächerlich?” Ich verstand nicht. “Wie meinst du das, lächerlich?”&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Kennst du das nicht? Wenn die Beine jucken, als würde man auf Zwiebackkrümeln liegen, so.. lächerlich..”&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zuvor hatte ich ihr die obligatorische Wärmflasche gemacht und den gepeinigten Rücken mit Pinimentol eingerieben. Dabei hatte ich es zu gut gemeint. Statt, wie im Beipackzettel empfohlen, einen wenige Zentimeter langen schmalen Strang aufzutragen, hatte ich ihren ganzen Rücken großzügig eingerieben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am frühen Abend ging das Telefon. Schon das Läuten verriet, dass etwas nicht stimmte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Ich konnte nicht einschlafen, so kalt war mein Rücken von dem Pinimentol. Du hast viel zu viel genommen.” Ihre Stimme hatte den alten Drive. “Mir war so kalt, als hätte ich im Eisfach gelegen. Oder wolltest du mich tieffrieren?”&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Oh.. äh. Nein. Natürlich nicht. Aber die Wärmflasche war doch in Ordnung, oder?”&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Die Wärmflasche, ja.. Die war so heiß, es hat mir fast den Bauch verbrutzelt. Das hat richtig verschröggelt gerochen, wie eine durchgebrannte Glühbirne. Der ganze Bauchspeck war angesengt.”&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Bauchspeck? Was für ein Bauchspeck?”&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie liess den Einwand nicht gelten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Außerdem war zu viel Wasser in der Wärmflasche. Erst hat es mich fast verkocht, dann wurde es ruckzuck kalt. Ich hab gefroren wie ein Schneider, hinten und vorne. Ich dachte, ich läg schon in der Leichenhalle.”&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es dauerte eine Weile, bis sie besänftigt war. Dann musste einer von uns lachen, der andere fiel ein, aber nicht sehr lange. Wir verabredeten uns für den nächsten Mittag, auf eine kleine Pizza und ein bißchen Huschhascheln.&lt;/p&gt;
&lt;br&gt;  &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/glumm.wordpress.com/10239/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/glumm.wordpress.com/10239/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/glumm.wordpress.com/10239/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/glumm.wordpress.com/10239/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/glumm.wordpress.com/10239/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/glumm.wordpress.com/10239/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/glumm.wordpress.com/10239/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/glumm.wordpress.com/10239/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/glumm.wordpress.com/10239/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/glumm.wordpress.com/10239/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/glumm.wordpress.com/10239/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/glumm.wordpress.com/10239/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/glumm.wordpress.com/10239/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/glumm.wordpress.com/10239/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=glumm.wordpress.com&amp;amp;blog=2163523&amp;amp;post=10239&amp;amp;subd=glumm&amp;amp;ref=&amp;amp;feed=1" width="1" height="1"&gt;</content><author><name>glumm</name></author><source gr:stream-id="feed/http://glumm.wordpress.com/feed/"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://glumm.wordpress.com/feed/</id><title type="html">The Glumm</title><link rel="alternate" href="http://glumm.wordpress.com" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1334933792883"><id gr:original-id="http://www.patsyjones.de/?p=9578">tag:google.com,2005:reader/item/e1200ca06c7d4587</id><category term="wahnsinn &amp; alltag" /><title type="html">Ein Artikel über Handtaschen, der sich als Artikel über Gesundheit getarnt hat</title><published>2012-04-19T08:49:17Z</published><updated>2012-04-19T08:49:17Z</updated><link rel="alternate" href="http://www.patsyjones.de/ein-artikel-uber-handtaschen-der-sich-als-artikel-uber-gesundheit-getarnt-hat/" type="text/html" /><content xml:base="http://www.patsyjones.de/" type="html">&lt;p&gt;Es gestaltet sich als recht schwierig, einfach draufloszuschreiben, wenn die Gründe, die einen früher dazu bewogen haben draufloszuschreiben, einfach nicht mehr gegeben sind. Ich habe zum Beispiel oft sonntags geschrieben, wenn die Nacht zuvor aus Suff und Todessehnsucht bestand. Mein Alkoholkonsum ist seit einigen Wochen und Monaten stark eingeschränkt. Ich betreibe bewusstes und kontrolliertes Saufen und das tut mir gut. Täte es euch sicher auch mal. Dann begegnen mir auch immer weniger entsetzliche Menschen und wenn sie mir mal begegnen, dann sind sie anderen entsetzlichen Menschen so ähnlich, dass es einen irgendwie auch nicht mehr kümmert. Menschen haben mich in ihrer Entsetzlichkeit ja immer inspiriert, schon seitdem ich das hier tue. Warum? Weil sie mich immer mit meiner eigenen Entsetzlichkeit konfrontiert haben. Entsetzlich ist ein schönes Wort, es sollte öfter benutzt werden, meint ihr nicht auch?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Irgendwann kann man sich dann jedenfalls nicht mehr aufraffen und einen wagemutigen Blogartikel über Entsetzlichkeit, Scheißheit und allgemeine Awesomeness schreiben, weil man zuviele Verpflichtungen hat oder nicht wütend genug ist oder weil man sich beim Ficken die Hüfte verrenkt hat. Oder halt beim Aufstehen aus dem Bett.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich habe mich in den letzten Wochen und Monaten mit vielen Dingen auseinander gesetzt. Dazu zählen: Halsweh. Ratgeber über Gesundheit, Bewegung und gesunde Lebensführung. Botanik, insbesondere welche Halbschattengewächse man verwenden kann für einen Balkon, der nur drei Stunden am Tag direkte Sonnenstrahlung bekommt. Elternhaus-Wohnzimmerdekorierungs-Beratung. Finanzen, wobei das Wort “Katastrophen” bei mir in diesem Zusammenhang manchmal besser passt. Ich weiß mittlerweile eine ganze Menge über Psycho-Neuro-Immunologie. Und über ungesättigte Fettsäuren. Und über rezidivierende Krankheiten im HNO-Bereich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich konnte mich nicht aufraffen dazu, mich sätzeweise über Dinge aufzuregen, von denen ich genau weiß, dass sie keine Bedeutung haben. Wenn man plötzlich Panikattacken und wahnsinnige Angst hat, dann ist das eben so. Und dann hängt man in einem Loch und sucht nach Möglichkeiten, da wieder rauszukommen. Weil ich ein Mensch bin, der Bescheid wissen will über Dinge, die ihn betreffen, habe ich mich informiert. Über so ziemlich alles. Darüber, ob es einen einschränkt, wenn der Arzt beim EKG einen Rechtsschenkelblock feststellt oder ob ich Angst davor haben muss, wenn im MRT zwei venöse Malformation im Kopf gefunden werden.  Ich bin in den letzten Monaten dreimal vor einem Arzt in Tränen ausgebrochen und in einer Schublade meiner Kommode liegt seit Januar unangerührt eine Packung Tavor. Der essentielle Tremor in meinem Kopf ist stressabhängig und familiär bedingt und möglicherweise keine ernsthafte nervliche Erkrankung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man hat keine Zeit, sich über die langweiligen Gesichter da draußen wirklich ernsthaft aufzuregen, wenn man sich mit dem Gedanken anfreunden muss, dass man gleichzeitig krank, aber auch völlig gesund ist. Denn ich kann laufen und atmen. Ich habe vielleicht Migräne, Schilddrüsenprobleme, MKPS, Weiterleitungsstörungen, eine Trichterbrust, mir fehlt der linke obere Lungenlappen, eine AVM, Kiefergelenksprobleme, ich sehe auf dem rechten Auge nur noch 10%, ich habe eine genetische Veranlagung an Hautkrebs zu erkranken, Skoliose und beginnenden Verschleiß in drei Halswirbeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber ich kann laufen und atmen und das Essen schmeckt mir. Und ich habe mir genug Wissen angeeignet, um sagen zu können: einige dieser oben aufgeführten Dinge sind mit Bewegung in den Griff zu bekommen, einige stellen keine Gefahr dar, solange man sie regelmäßig kontrolliert und vieles davon wird nie eine Rolle spielen in meinem Leben. Und ich bin froh um dieses Wissen. Da sind zwei Venen in meinem Kopf, die anormal sind und seitdem ich das weiß, hatte ich drei- oder viermal Kopfschmerzen und es hat mir nichts ausgemacht, es hat mir keine Angst gemacht, es macht mir immer nur in dem Moment Angst, in dem ich es erfahre; da bin ich drei Tage lang zynisch und wütend und traurig und die Leute um mich herum können immer nur dieselben tröstenden Dinge sagen und dann verschwindet es nach einer Weile wieder und ich nehme es an und sage “Du gehörst jetzt zu mir, du bist jetzt da. Wenn es sein muss, dann bleib.” so wie ich es immer gemacht habe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Information und ein gewisses Grundwissen haben mir weiter geholfen. Ich glaube, es ist immer besser, aufgeklärt zu sein, egal wie weh das tun kann, nicht nur bezüglich der eigenen Gesundheit, sondern in so ziemlich allen Bereichen des täglichen Lebens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und hier wären noch ein paar Dinge, die ich glaube:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich glaube, man kann überall auf der Welt ein interessantes Leben führen, solange man ab und zu die eigene Erwartungshaltung und Betrachtungsweise ändert und sich nicht von äußeren Umständen, Öffnungszeiten und Angeboten abhängig machen lässt. Ich glaube, man muss gute, neue, coole Musik auch mal ein bisschen ignorieren und stundenlang Rihanna und Madonna hören können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich glaube, es interessiert kein Schwein, wo ihr euch zu welcher Tageszeit mit wem aufhaltet, außer ihr seid an einem wirklich interessantem Ort, zum Beispiel in Hongkong oder in einem Raumschiff oder mit einem CIA-Agenten unterwegs oder in einer Achterbahn, wenn sie gerade defekt ist. Ich würde nicht mal wissen wollen, wo Michael Fassbender sich gerade mit wem aufhält und was er da zu suchen hat. Und der Mann ist wirklich interessant und dreht gute Filme! (Auf wie viele von euch trifft denn das zu, dass ihr interessant seid, geschweige denn gute Filme dreht) Euer Leben ist öde und langweilig. Unser Leben ist öde und langweilig. Interessant sind daran nur die Gespräche die wir führen, die Begegnungen mit denen, mit denen wir nie gerechnet hätten und wie wir nachts stolpern und der Länge nach hinschlagen und bluten und wer da alles drüber lachen kann. Interessant ist, wer mit wem schläft und aus welchen Beweggründen oder wie Freundinnen dazu kommen, sich allesamt dasselbe Handtaschenmodell zu kaufen, weil es nämlich statistisch gesehen vollkommen unmöglich ist, dass fünf Mann einer Gruppe dieselben Accessoire-Vorlieben haben, wir müssen uns also mit dem Gedanken anfreunden, dass möglicherweise einige der Personen dann diesbezüglich ein bisschen blöd sind, was aber sicher niemand gerne von sich hört, aber warum kaufen sich dann alle dasselbe Handtaschenmodell und zeigen das auch noch anderen Leuten im Internet, ich meine, mit welcher Erwartung macht man das, ist doch witzlos, ich meine, das einzig witzige daran ist allerhöchstens dieser Text hier.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich glaube, man kann ein Mensch mit vielen lustigen Vorurteilen (die sich prima verbal verpacken lassen) und trotzdem für einige Menschen sympathisch sein. Ich glaube, dass &lt;a href="http://www.amazon.de/Versiebt-verkackt-verheiratet-Leben-Happy/dp/3492273084/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;amp;qid=1334825051&amp;amp;sr=8-1"&gt;Bücher&lt;/a&gt; schon dann wundervoll sind, wenn sie das Wort “Instinkttöpfern” beinhalten. Und ich glaube, dass Grey´s Anatomy einen Teil seines Charmes verloren hat, seitdem George O´Malley den Serientod starb.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://twitter.com/share"&gt;Tweet&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</content><author><name>Patsy Jones</name></author><source gr:stream-id="feed/http://www.indigoidian.de/feed/"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://www.indigoidian.de/feed/</id><title type="html">www.patsyjones.de</title><link rel="alternate" href="http://www.patsyjones.de" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1334589574620"><id gr:original-id="http://www.jawl.net/?p=3750">tag:google.com,2005:reader/item/a67534007b2ca6eb</id><category term="just people" /><category term="Befindlichkeitsbloggen" /><category term="Deutschland" /><category term="Gesellschaft" /><category term="Innerhalb des Irrenhauses" /><title type="html">Über die Durchschnittlichkeit</title><published>2012-04-16T08:13:12Z</published><updated>2012-04-16T08:13:12Z</updated><link rel="alternate" href="http://feedproxy.google.com/~r/jawl/~3/rohVwGVizP0/" type="text/html" /><link rel="canonical" href="http://www.jawl.net/uber-die-durchschnittlichkeit/2012-04-16/" /><content xml:base="http://www.jawl.net/" type="html">&lt;p&gt;Ein Thema, was mich dieser Tage sehr umtreibt: Der Hang zur Durchschnittlichkeit.&lt;br&gt;
Wahrscheinlich schreien jetzt alle auf, nein, durchschnittlich sein möchte doch niemand, der Begriff ist ja nun auch reichlich negativ belegt.&lt;br&gt;
Schaut man aber mal so auf den Alltag, so ist das nur haarscharf wahr – denn es möchte zwar niemand durchschnittlich sein, aber alle auch nur ganz geringfügig besser als der Durchschnitt. Was dann quasi auf das gleiche rauskommt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gucke ich doch gestern Abend die wunderbare Sendung »Roche &amp;amp; Böhmermann« und da erzählen Bela B. und Rocko Schamoni von einem Auftritt bei der Anti-Castor-Demo und wie peinlich es gewesen wäre: Mitten in der Menge wäre so ein roter Punkt auf- und abgehüpft – das wäre die wie immer leicht überengagierte Claudia Roth gewesen. Haha.&lt;br&gt;
Claudia Roth, die übrigens gestern hier in Menden war und wo S. tatsächlich mit anhören musste, wie zwei Grüne überlegten, warum die Claudia das denn wohl täte. Auf die Idee »Engagement« sind sie nicht gekommen auf Nachfrage schüttelten sie den Kopf – das wäre doch Quatsch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber what the fuck ist denn an Engagement schlimm? &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was anderes, aber irgendwie was ähnliches: Die S. zum Beispiel, die hat ein Diplom in der Förderung hochbegabter Schüler. Das hat sie vor knapp zwei Jahren berufsbegleitend gemacht und wenn sie irgendwem davon erzählt, dann herrscht bei den meisten blankes Unverständnis bis hin zu einer undifferenzierten Ablehnung. Meist kann man die Undifferenziertheit am Ende in einem Satz zusammenfassen: »&lt;em&gt;Warum brauchen die denn Förderung – die haben’s doch eh in die Wiege gelegt bekommen&lt;/em&gt;« (Aha, wer es gut hat, der darf es nicht zu leicht haben, oder wie?)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und auch die Kinder, die sie kennenlernt, die sie testet und dann vielleicht unterrichtet, die (und ihre Eltern) reagieren seltenst so richtig glücklich. Sollte man doch denken, dass ein hochbegabtes Kind erst einmal ein herzhaftes »&lt;em&gt;Hey geil, mein Kind hat gutes Potential, mal richtig was zu erreichen&lt;/em&gt;« hervorruft – denkste.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Die kleine Polemik am Rande:&lt;br&gt;
Hochbegabungsdiagnostik für Anfänger: Schreien Eltern, ihr Kind sei aber bestimmt besonders hochbegabt ist es das mit nahezu 100%iger Wahrscheinlichkeit nicht. Macht ihnen der Gedanke aber Angst, stehen die Chancen für eine Hochbegabung des Kindes schon deutlich besser.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber auch in anderen Bereichen beobachte ich oft ähnliches. Warum sollen denn bitte Stars »mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben«? Warum ist es so, dass der höchste Adelsschlag, den ein Sänger, Schauspieler, Politiker, Unternehmer bekommen kann so lautet: »Er ist einer von uns«?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bedeutet das also, es gibt ein kollektives »wir«, in dem sich bitte alle einzuordnen haben? Vermutlich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Interessanterweise möchte jeder von uns dann aber etwas über diesem »wir« liegen. Die meisten von uns denken, sie &lt;a href="http://www.spektrum.de/alias/evolution/sinnvolle-selbstueberschaetzung/1139162"&gt;seien etwas besser als der Durchschnitt&lt;/a&gt;, sie führen besser Auto, sie seien etwas klüger, sie machten ihren Job etwas besser. (Und wenn ich den Link nicht verbaselt hätte, dann stände hier ein Link zu einer recht aktuellen Studie darüber. Mist. Doch wieder nur ein unterdurchschnittlicher Blogartikel.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Liegt das Geheimnis in dem Wörtchen »etwas«? Vielleicht. Solange ich mich etwas besser finde als die anderen muss mir jemand, der – auch noch nachweisbar – schneller, klüger, schöner, reicher ist Angst machen. Denn der ist dann ja deutlich besser – besser als der Durchschnitt und dummerweise auch besser als ich.&lt;br&gt;
Also bleiben wir doch besser alle was wir sind: Ganz knapp über dem Durchschnitt. Wir strecken uns bis an den Punkt, an dem wir uns selber sagen können, dass wir aber jetzt die anderen etwas übertreffen.&lt;br&gt;
Und da kann jetzt jeder, der in Mathe auch nur ein klein wenig aufgepast hat einwenden, dass dann einfach der Durchschnitt etwas höher liegt und alle wieder Durchschnitt sind. So wie ich es zu Beginn sagte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber warum? Warum unterhält sich zum Beispiel &lt;em&gt;DER AMERIKANER&lt;/em&gt; völlig selbstverständlich über sein Gehalt und bei &lt;em&gt;DEM DEUTSCHEN&lt;/em&gt; fällt das Reden über Geld unter das Genfer SmallTalk-Verbot von 1956? Warum haben wir Angst davor, jemand anders könnte uns irgendwo übertreffen? Warum wachen wir so ängstlich darüber, dass bloss niemand außer uns selbst das Mittelmaß verlässt? Und wenn es jemand tut: Warum erfreuen wir uns so daran, wenn Heidi Cellulite hat, Boris ein Beziehungsproblem und warum muss auf jeden Fall selbst jemand wie der deutscheste aller Herberte immer einer von uns bleiben?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich fürchte ja: Weil wir es bewerten. Weil wir nicht trennen können, was gar nicht unbedingt zusammenhängt. Weil wir seit Jahren lernen, dass schneller = besser, schöner = besser, teurer = besser ist und wir so aus einem Menschen mit einem höheren IQ einen besseren Menschen machen, weil wir so aus einem guten Sänger einen besseren Menschen machen?&lt;br&gt;
Ist doch Quatsch. Ein guter Sänger ist ein guter Sänger und kann sowohl ein toller Typ als auch ein totales Arschloch sein. Und eine Menge dazwischen. Und &lt;s&gt;ein besonders kluges&lt;/s&gt; Kind mit einem hohen gemessenen IQ kann (neben nett/un-nett) sowohl sehr erfolgreich als auch sehr unerfolgreich sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich weiß, Differenzierung ist schwer, aber ich glaube, wenn man mal sehen könnte, dass nicht eine – wenn auch herausstechende – Eigenschaft für den ganzen Menschen steht, sondern eben nur &lt;em&gt;eine&lt;/em&gt; Eigenschaft ist, dann wäre einiges leichter. Klappt übrigens sowohl in die positiv heraussragende Richtung als auch, wenn jemand irgendwo etwas nicht so dolle gut kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einfach mal die Menschen als ganzes sehen. Jeder kann was und jeder kann was gut. Wenn wir aufhören würden, darauf neidisch zu sein und dann fix den ganzen Menschen abzulehnen und stattdessen mal toll fänden, wenn wer was kann oder macht, da würde eine ganze Menge Energie frei, glaube ich.&lt;br&gt;
Und ich fürchte: Ich habe gar keinen Artikel über den Durchschnitt geschrieben, sondern einen über den Neid.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;s&gt;Missionarischer Gutmensch-Artikel Ende.&lt;/s&gt; Und aus lauter Angst, das ich ohne den allgegenwärtigen ironischen Abstand jetzt ausgelacht werde, hätte ich fast eine kleine ironische Schlußnote hierhin gepappt. Was ein Mist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;small&gt;Like it? Dann gerne &lt;a href="http://twitter.com/home?status=Lese%20gerade%20im%20jawl:%20http://www.jawl.net/uber-die-durchschnittlichkeit/2012-04-16/"&gt;Artikel Twittern&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://www.facebook.com/share.php?u=http://www.jawl.net/uber-die-durchschnittlichkeit/2012-04-16/&amp;amp;t=%C3%9Cber%20die%20Durchschnittlichkeit"&gt;bei facebook teilen&lt;/a&gt; oder sonstwie weiterverteilen.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;&lt;small&gt;© Christian Fischer im &lt;a href="http://www.jawl.net"&gt;jawl&lt;/a&gt;, 2012.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;img src="http://feeds.feedburner.com/~r/jawl/~4/rohVwGVizP0" height="1" width="1"&gt;</content><author><name>Christian</name></author><source gr:stream-id="feed/http://www.jawl.net/feed/"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://www.jawl.net/feed/</id><title type="html">just another weblog :: Christian Fischer - fine bloggin&amp;#39; since 2001</title><link rel="alternate" href="http://www.jawl.net" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1334072048467"><id gr:original-id="https://heartcorestories.wordpress.com/?p=902">tag:google.com,2005:reader/item/cceca0c3f3ce423c</id><category term="…" /><category term="Frühling" /><category term="Freundschaft" /><category term="Glückskekse" /><category term="Hoffnung" /><category term="Homosexualität" /><category term="Liebe" /><category term="Tod" /><category term="Traurigkeit" /><category term="Verliebt sein" /><category term="Zuversicht" /><title type="html">Ein paar Sätze.</title><published>2012-04-08T00:51:45Z</published><updated>2012-04-08T00:51:45Z</updated><link rel="alternate" href="http://heartcorestories.wordpress.com/2012/04/08/ein-paar-satze/" type="text/html" /><content xml:base="http://heartcorestories.wordpress.com/" type="html">&lt;p&gt;Ich bin seine größte Hoffnung und seine größte Angst zugleich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Nicht aufgeben, kleiner Heartcore, durchhalten.”&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Du bist 18 und gehst einen schweren Weg auf die schwerste Art.” — Das ist der Satz, der mich nicht mehr loslässt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich ziehe den Rollkoffer die Straße hinauf und blicke erst an der Kreuzung zurück und sehe ihn noch immer dort an der Tür stehen, aufrecht und treu. Ich winke ihm ein letztes Mal und gehe meinen Weg weiter, einen langen Weg, bei dem es kein Zurück, sondern nur ein Voran gibt. Ich zähle meine Schritte bis zum Wasserturm und weine mehr Tränen, als ich zählen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Kranich kreuzt meine Wege, landet unmittelbar vor meinem Schatten. Wie geschmeidig sich die Federn um den Rumpf falten, wie anmutig und edel dieses Tier doch ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Kind ist winzig, wenige Minuten auf der Welt, das Haar ein Flaum, die Finger klein und zerbrechlich. In der Akte steht, dass es wahrscheinlich nicht länger als eine Woche leben wird. Ich lege meine Hand ganz sanft auf dessen Kopf, streiche noch sanfter über den Haarflaum und sehe in die Augen des Kleinen, das kaum blinzeln kann. Es blickt mich an, wir sind uns ganz nah, dann schließt es die Äuglein und schläft ein. &lt;em&gt;Mach’s gut&lt;/em&gt;, denke ich. &lt;em&gt;Schade, dass du schon gehen musst.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Das Tolle an ihm ist…”, sagt meine Chefin zu ihrer Kollegin und massiert mir die schmerzende Schulter, “…er macht das alles und lächelt am Ende immer noch!”&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Ich sehe das in deinen Augen”, sagt er. “Du bist so sehr traurig, dass es mir das Herz bricht, dich anzusehen.”&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bene, Jes und ich, wir sitzen in einem Restaurant und schlagen uns die Bäuche voll. Glückskekse fahren vorbei, jeder nimmt sich einen. Jes’ Spruch handelt von Geduld, meiner davon, dass ich bald Erfolg haben werde. In der Packung von Bene, äußerlich nicht von unseren zu unterscheiden, befindet sich nur Luft. Kein Keks, kein Spruch. Armer Kerl.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir liegen in meinem Bett, der Morgen ist nahe und Bene sagt: “Du bist immer freundlich und du bist immer nett.” Ich widerspreche und er sagt: “Nein, gar nicht! Red’ keinen Scheiß zusammen, du bist ein guter Freund. Du kümmerst dich.”&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich gehe nach Hause, es ist ein wundervoller, sonniger Tag; der erste Frühling im neuen Leben. Die Sonne wärmt mir das Gesicht, ich lächle und freue mich, weil ich bald meine ersten Tomaten züchten werde: in Blumenkästen auf dem Balkon. Ich lächle so arg, dass es sich dabei um ein Lachen handeln könnte, und dann macht es KLACK und ich werde schlagartig traurig. Ich weiß nicht warum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;An der Wand im Wohnzimmer hängen noch die zwei Papierbögen, die zusammen eine Art Plan bilden, den wir damals mit ihr entworfen haben. Erst heute fällt mir der Schwung in ihrer Handschrift auf, diese Wucht und Zuversicht zwischen den Zeilen, als wolle sie sagen, dass alles seinen Weg finden wird. Ich erkenne, wie arg sie sich für mein Wohl eingesetzt hat, und ich gräme mich, dass ich nicht schon lange zuvor Danke gesagt habe. Ihr und all jenen Menschen, denen ich die Veränderungen zu verdanken habe. Würdevoll, rechtzeitig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Ich kenne diesen Blick”, sagt er. “Entweder er weiß es bereits oder er ist sich noch nicht ganz sicher.” Ich schaue den Jungen an und wünsche mir, ihm helfen zu können. Und dann sind wir auch schon ausgestiegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Ich vermisse die Kinder&lt;/em&gt;, schreibe ich ihm. Und sie fehlen mir wirklich, als wären sie schon immer meine Jungs gewesen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Bahnhof lächle ich der Sonne entgegen, sie scheint warm und ich spüre Wärme auf Lippen und Lidern. Eine kleine Dame, zierlich und irgendwie süß, sitzt auf der Bank gegenüber und glaubt, dass ich sie anlächle. Der Wind ist mild und riecht nach Erde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Nach 20 Jahren der Überzeugung habe ich meine Stimme einer anderen Partei vergeben”, sagt mein Großvater. “Wie kannst du nach all der Zeit einfach eine andere Partei wählen?!”, fragt sein Gesprächspartner. Mein Großvater antwortet: “Ich wähle jene Menschen, die meiner Meinung nach etwas verändern und verbessern können. Mir ist nicht die Partei, sondern das wichtig, was sie bewirken. Und sobald ich merke, dass die gewählte Partei Interessen verfolgt, die nicht in meinem Sinne sind, wähle ich bei der nächsten Gelegenheit etwas anderes.” Sein Gesprächspartner zeigt sich verständnislos, während ich mich freue, dass mein Großvater für Veränderung ist und nicht auf alten Pferden sitzen bleibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Ich komme zu dir. Diesen weiten Weg. Damit du in meinen Armen zittern kannst.”&lt;br&gt;
&lt;br&gt;&lt;a href="http://heartcorestories.files.wordpress.com/2012/04/20120408-024930.jpg"&gt;&lt;img src="http://heartcorestories.files.wordpress.com/2012/04/20120408-024930.jpg?w=380" alt="20120408-024930.jpg"&gt;&lt;/a&gt; “So schön. Und doch so traurig.”&lt;/p&gt;
&lt;br&gt;  &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/heartcorestories.wordpress.com/902/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/heartcorestories.wordpress.com/902/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/heartcorestories.wordpress.com/902/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/heartcorestories.wordpress.com/902/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/heartcorestories.wordpress.com/902/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/heartcorestories.wordpress.com/902/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/heartcorestories.wordpress.com/902/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/heartcorestories.wordpress.com/902/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/heartcorestories.wordpress.com/902/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/heartcorestories.wordpress.com/902/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/heartcorestories.wordpress.com/902/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/heartcorestories.wordpress.com/902/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/heartcorestories.wordpress.com/902/"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/heartcorestories.wordpress.com/902/"&gt;&lt;/a&gt; &lt;img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=heartcorestories.wordpress.com&amp;amp;blog=14817060&amp;amp;post=902&amp;amp;subd=heartcorestories&amp;amp;ref=&amp;amp;feed=1" width="1" height="1"&gt;</content><author><name>Heartcore</name></author><source gr:stream-id="feed/http://heartcorestories.wordpress.com/feed/"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://heartcorestories.wordpress.com/feed/</id><title type="html">Heartcore</title><link rel="alternate" href="http://heartcorestories.wordpress.com" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1334052804572"><id gr:original-id="http://sophiamandelbaum.de/post/20531828388">tag:google.com,2005:reader/item/38b4f16b7ee5764c</id><title type="html">für L. und die anderen.</title><published>2012-04-05T16:32:00Z</published><updated>2012-04-05T16:32:00Z</updated><link rel="alternate" href="http://sophiamandelbaum.de/post/20531828388" type="text/html" /><summary xml:base="http://sophiamandelbaum.de/" type="html">&lt;p&gt;&lt;i&gt;und was, wenn ich immer noch wissen will, was du tust. und wie du es tust. wo du hin willst. wir haben uns verändert, aber wir sind immer noch internetmädchen, mit schönen fotos, die wir vorzeigen, und angst im bauch, die wir vorzeigen, aber nicht so, dass man uns verstehen könnte, wirklich verstehen. vieles ist anders und besser geworden, aber ich falle immer noch, weißt du, ich atme immer noch in diesem körper, der in regelmäßigen abständen SOS pulst und dann liege ich in meinem bett am rand der welt und versuche, mich zu erinnern, dass ich immer wieder aufgestanden bin. dass es weiter ging. ich will dir sagen, dass du mich so verdammt beeindruckt hast, mit allem, was du bist. mit deinem trotz, deiner wut und deiner freude. ich will nicht, dass du das aufgibst. ich weiß, dass du dich durchbeißen kannst, wenn du zornig genug bist. und ich will dich irgendwann mal oben sehen, in irgendeinem scheinwerferlicht, und dann will ich sagen, dass ich dich kannte. von anfang an.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;</summary><author gr:unknown-author="true"><name>(author unknown)</name></author><source gr:stream-id="feed/http://sophiamandelbaum.de/rss"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://sophiamandelbaum.de/rss</id><title type="html">Ze Zurrealism Itzelf</title><link rel="alternate" href="http://sophiamandelbaum.de/" type="text/html" /></source></entry><entry gr:crawl-timestamp-msec="1333514199495"><id gr:original-id="http://www.isabelbogdan.de/?p=5126">tag:google.com,2005:reader/item/1facaed622720e0e</id><category term="Leben" /><title type="html">Was ich doof finde</title><published>2012-04-03T13:57:37Z</published><updated>2012-04-03T13:57:37Z</updated><link rel="alternate" href="http://www.isabelbogdan.de/2012/04/03/was-ich-doof-finde/" type="text/html" /><content xml:base="http://isabelbogdan.de/" type="html">&lt;p&gt;Ich finde es doof, sich über Leute lustig zu machen. Okay, da gibt es Ausnahmen, aber in den allermeisten Fällen finde ich Lustigmachen doof. Vor allem dann, wenn es darum geht, dass jemand etwas nicht gut kann. Haha, guckt mal, der kann das nicht! Lustig. Und selbst? Kannst Du seiltanzen, Schweine schlachten, Teppiche knüpfen? Nein? Dann halt doch einfach die Klappe.&lt;br&gt;
Ganz konkret geht es mir fürchterlich auf den Zwirn, dass sich alle Welt über die schlechte englische Aussprache von Zugbegleitern mokiert. Ein ganzes Buch heißt „Senk ju for träwelling“. Ich habe keine Ahnung, worum es da sonst noch geht, außer um das ach so schlechte Englisch der Zugbegleiter, und ich möchte es auch gar nicht wissen. Schon der Titel macht mich wütend. Und jetzt geht gerade ein Lied von den Wise Guys auf Facebook um, mit demselben Thema. Ich habe keine Lust, diese beiden Dinge zu verlinken, das Buch und den Song. Denn: Mannmannmann, wie unlustig ist das denn? Deutsche Zugbegleiter sprechen Englisch mit deutschen Akzent! Donnerwetter!&lt;br&gt;
Man hat mich sogar schon direkt darauf angesprochen. Als Übersetzerin müsse ich doch in der Bahn jedes Mal das kalte Grausen kriegen, wenn diese Durchsagen kommen. Wie bitte? Ehrlich gesagt: ja, ich bekomme das kalte Grausen. Aber nicht, weil die Zugbegleiter so einen Akzent haben, sondern weil ich reflexartig denke: jetzt macht sich bestimmt wieder so ein Vollidiot darüber lustig.&lt;br&gt;
Aber warum? Was daran ist so witzig oder verachtenswert? Wer in der Schule sehr gut in Sprachen ist, wird wohl meistens nicht Zugbegleiter. Ich kenne die Ausbildungsvoraussetzungen nicht, aber ich nehme an, die meisten haben kein Abitur. Sondern wahrscheinlich Realschulabschluss. Was erwartet Ihr denn? Dass studierte Philologen mit einem Prädikatsexamen in angewandter Phonetik Euch die Fahrkarten abknipsen? Vielleicht ist der Zugbegleiter ein ganz reizender Vater, vielleicht spielt die Zugbegleiterin super Eishockey, vielleicht strickt er Socken, vielleicht ist sie ein Kotzbrocken; es ist relativ wahrscheinlich, dass sie irgendwas können oder gerne machen, was ich nicht kann, und was Ihr Aufreger auch nicht könnt. Dafür ist meine englische Aussprache besser. Na und? Ich sag das gerne noch mal: NA UND?&lt;br&gt;
Die Leute sind Zugbegleiter. Ich finde es wirklich und ohne jede Ironie irgendwie reizend, dass die Bahn sie dazu anhält, ihre Durchsagen auch auf Englisch zu machen. Das ist grundsätzlich erstmal gastfreundlich und nett. Die meisten Zugbegleiter wissen wahrscheinlich, dass sie keine Sprachgenies sind; vielleicht haben sie sich bei den ersten Malen fürchterlich geschämt, diese Durchsagen zu machen. Vielleicht macht es ihnen auch Spaß. Weiß man alles nicht. Was man weiß, ist: die Durchsagen werden von Leuten gemacht, deren Kernkompetenz nun mal nicht in Fremdsprachen liegt, und auch nicht liegen muss. Sich darüber lustig zu machen, bloß weil man selbst zufällig ein bisschen besser Englisch kann, ist total billig. Stefan-Raab-Niveau. Ich kann nichts Lustiges daran finden, dass Leute irgendetwas nicht können und man sie deswegen verächtlich macht.&lt;br&gt;
&lt;a href="http://flattr.com/thing/611391/Was-ich-doof-finde"&gt;&lt;br&gt;
&lt;img src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
 &lt;p&gt;&lt;a href="http://www.isabelbogdan.de/?flattrss_redirect&amp;amp;id=5126&amp;amp;md5=9f7bb63183cb33a4de057dddc84c305c" title="Flattr"&gt;&lt;img src="http://www.isabelbogdan.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</content><author><name>Isabel Bogdan</name></author><source gr:stream-id="feed/http://www.isabelbogdan.de/feed/"><id>tag:google.com,2005:reader/feed/http://www.isabelbogdan.de/feed/</id><title type="html">is a blog</title><link rel="alternate" href="http://isabelbogdan.de" type="text/html" /></source></entry></feed>

