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	<title type="text">MAULCO.</title>
	<subtitle type="text">Content Strategy Online Marketing Hamburg</subtitle>

	<updated>2018-09-03T15:04:13Z</updated>

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		<author>
			<name>Mathias Maul</name>
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		<title type="html"><![CDATA[Das Hörnchen weiß es besser]]></title>
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		<updated>2018-02-24T19:42:23Z</updated>
		<published>2016-02-22T07:00:11Z</published>
		<category scheme="https://maulco.de" term="Blog" /><category scheme="https://maulco.de" term="Featured" /><category scheme="https://maulco.de" term="Marketing" /><category scheme="https://maulco.de" term="Vertrieb" />		<summary type="html"><![CDATA[„Ach, die Marketingleute versuchen immer wieder, mich in eine Richtung zu zwängen. Immer soll ich mich festlegen!“ klagte kürzlich ein Mandant. Wie anstrengend es doch sei, es dem Markt recht zu machen! Viel wurde schon über Positionierung geschrieben: Darüber, „seinen Platz zu finden“ oder „klar am Markt aufzutreten,“ damit dann „die richtigen Kunden kommen.“ Vielleicht haben [&#8230;]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="https://maulco.de/optimale-marktpositionierung/"><![CDATA[<p>„Ach, die Marketingleute versuchen immer wieder, mich in eine Richtung zu zwängen. Immer soll ich mich festlegen!“ klagte kürzlich ein Mandant. Wie anstrengend es doch sei, es dem Markt recht zu machen!</p>
<p>Viel wurde schon über Positionierung geschrieben: Darüber, „seinen Platz zu finden“ oder „klar am Markt aufzutreten,“ damit dann „die richtigen Kunden kommen.“ Vielleicht haben Sie sogar Kapitel 3 von <em>Vom Coach zum Unternehmer</em> gelesen und sind den einen oder anderen Schritt weiter gekommen.</p>
<p>Den einen oder anderen Schritt, ja, aber nicht <em>den</em> Schritt, sagt dann der Mandant, den die Suche nach der „richtigen“ Positionierung so sehr quält. Man müsse doch mal seinen Platz finden! So geht das doch nicht so weiter mit dem Bauchladen!</p>
<p>Aber … was, wenn doch? Was, wenn der „Bauchladen,“ vor dem viele – ich inklusive – warnen, gar nicht das schlechteste ist?</p>
<p><span id="more-2350"></span></p>
<h2>1. Positionierung ist Optimierung</h2>
<p>In der Informatik und vielen anderen Disziplinen gibt es Optimierungsprobleme: Ziel ist, die bestmögliche Lösung zu finden, die unter den gegebenen Umständen gefunden werden kann, und zwar im Wissen, dass <em>die</em> beste (die maximale) oft verborgen bleibt.</p>
<p>Stellen Sie sich vor, ein Helikopter setzt Sie samt Proviant für eine Woche inmitten eines großen, dichten Waldes ab. Ihre Aufgabe: Finde den höchsten Baum. Sie gehen also los, schauen sich um, und nach einer Woche wissen Sie: Ja, genau <em>dieser</em> Baum hier ist der höchste.</p>
<p>Problem gelöst? Natürlich nicht. Der Baum, den Sie gefunden haben, war der höchste, den Sie <em>unter den gegebenen Umständen</em> finden konnten. Mit Proviant für zwei Wochen (oder einer Angel) hätten Sie vielleicht einen <em>noch</em> höheren gefunden. Stattdessen haben Sie ein „lokales Optimum“ gefunden, das mit dem globalen – dem höchsten Baum im Wald – nichts zu tun haben muss.</p>
<p>Nun stellen Sie sich vor, der Wald besteht aus Beratern, und Sie sind der Kunde. Und vielleicht suchen Sie, um die Metapher praxisnäher zu machen, gar nicht den höchsten Baum, sondern den mit dem süßesten Eichhörnchen. Dass es dafür keine „beste“ Lösung geben kann, liegt auf der Hand.</p>
<p>Und wenn Sie selbst eins der Eichhörnchen sind? Dann suchen <em>Sie</em> vielleicht nach dem schönsten Baum, oder dem mit dem besten Ausblick, damit Sie Ihre Kunden finden können.</p>
<p>Die „richtige“ Position im Wald, äh, Markt, kann es nie geben. Es gibt nur Positionen, die aus der Sicht als Anbieter und der Sicht Ihrer Kunden zu einem bestimmten Zeitpunkt passender sind als andere. Deshalb ist ein „Bauchladen,“ den viele Anbieter zu vermeiden suchen, nicht das schlechteste, sondern <em>kann</em> ein sinnvolles Abbild der Marktrealität sein.</p>
<h2>2. Positionierung ist Authentizität</h2>
<p>Wenn der Oberbürgermeisterkandidat einen Monat vor dem Wahltag aufs Land fährt und mit den Bauern auf der Kuhweide posiert, weiß jeder: Das ist nicht echt. Und die Schlussfolgerung: Der ist nicht echt, nicht authentisch.</p>
<p>Aber es gehört irgendwie dazu, nicht wahr? Wir alle kennen die Spielchen der Selbstinszenierung: in der Politik, der Pressekonferenz oder am Esstisch, wenn der pubertierende Nachwuchs sagt, alles sei supidupi in der Schule, gaaar kein Thema – und dann das Zeugnis rüberschiebt. Oder wenn der Klient anklopft und der Coach in seine „Coach-Rolle“ schlüpft – denn es ist ja ein wichtiger Klient, und man muss sich ihm von seiner besten, „professionellen“ Seite zeigen. Der Klient hingegen bemerkt die Verwandlung genau wie der Zeitungsleser, der über den zum Bauern mutierten OB-Kandidaten den Kopf schüttelt. Und er zieht seine Schlüsse: Ach ja, so ist man als Coach eben. Ach, dann spiele ich jetzt mal Klient.</p>
<p>Umso deutlicher stechen diejenigen hervor, die <em>echt</em> echt sind, bei denen jedermann – fast instinktiv – spürt: <em>Der</em> spielt uns nichts vor! Authentische Menschen <em>sind</em> ihre Positionierung, oder um die Wald-Metapher erneut zu quälen, sie suchen sich als Eichhörnchen den Baum, der am besten zu ihnen passt, lassen sich’s dort gut gehen und winken die vorbeikommenden Kunden herbei.</p>
<p>Letztlich <em>kann</em> es, logisch betrachtet, gar nicht darum gehen, es „dem Markt“ recht zu machen, weil es „den Markt“ per se nicht gibt, jedenfalls nicht als quantifizierbares und voll durchsuchbares Etwas. Es gibt vielmehr eine Anzahl von individuellen Kunden, und davon passen einige zu Ihnen, und andere eben nicht.</p>
<p>Zu einem authentisch auftretenden Anbieter kommen genau die passenden Kunden, wenn er es versteht, sein Angebot authentisch zu kommunizieren. Wenn Sie es dann noch schaffen, authentisch aufzutreten und den Kunden mit genau den Teilen des Bauchladens zuzuwinken, die Ihnen und ihnen am meisten entsprechen, kommt der Rest von selbst.</p>
<h2>3. Positionierung ist eine Folge von Experimenten</h2>
<p>Und wenn Sie sich die Hand abwinken und die Kunden einfach nicht kommen? Dann ist’s vielleicht der falsche Baum. Ob das Optimum, das Ihnen und Ihrer Authentizität entspricht, tatsächlich die Kunden anlockt, die Sie wollen, entscheidet nur das Experiment.</p>
<p>Bleiben Sie lange genug und voll authentisch auf Ihrem Baum hocken, gern auch mit dem kompletten Bauchladen. Wenn nach einiger Zeit – je nach Ihrem Angebot, Budget und Durchhaltevermögen können das zwei, drei, zehn oder mehr Monate sein – nicht die Wunschkunden kommen, dann hoppeln Sie weiter zum nächsten lokalen Optimum.</p>
<p>Eine Positionierung dient vor allem dazu, Kunden und Ihnen eine schnelle Entscheidung zu erleichtern, ob Sie zueinander passen. Wenn Sie dies mit Experimentierfreude angehen, authentisch bleiben und sich nicht zu ernst nehmen, wird’s ein Leichtes sein, die Kunden zu bekommen, die Sie sich wünschen.</p>
<p><small><em>Erschienen in <a href="http://pkmagazin.de" rel="nofollow">Praxis Kommunikation</a> Ausgabe 1/2016.</em></small></p>
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		<author>
			<name>Mathias Maul</name>
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		<title type="html"><![CDATA[Nichts geht mehr‽ – Resilienz im Coaching-Alltag]]></title>
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		<published>2015-06-16T12:10:53Z</published>
		<category scheme="https://maulco.de" term="Blog" />		<summary type="html"><![CDATA[Wenn es um Resilienz geht, muss oft der Bambus als Metapher herhalten: Anders als der zwar stabile, jedoch starre Baum sei Bambus flexibel und könne Stürmen nachgeben, ohne zu brechen. Die Metapher hält jedoch nur so lange, wie der Bambus noch nicht durchgebrochen ist; danach kann beides nicht mehr repariert werden. Und tatsächlich: In Coachings [&#8230;]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="https://maulco.de/nichts-geht-mehr%e2%80%bd-resilienz-im-coaching-alltag/"><![CDATA[<p>Wenn es um Resilienz geht, muss oft der Bambus als Metapher herhalten: Anders als der zwar stabile, jedoch starre Baum sei Bambus flexibel und könne Stürmen nachgeben, ohne zu brechen. Die Metapher hält jedoch nur so lange, wie der Bambus noch nicht durchgebrochen ist; danach kann beides nicht mehr repariert werden. Und tatsächlich: In Coachings und Therapiesessions – und vor allem in denen, die richtig gut laufen – biegt sich die Persönlichkeit des Beraters und knarrrrrzt.<br />
<span id="more-2248"></span><br />
Wirklich interessant wird die Frage nach der Resilienz jedoch in Situationen, in denen <em>gar</em> nichts mehr geht. Resilienz bei Flaute oder im Sturm zu untersuchen ist müßig; die <em>wirkliche</em> Resilienz zeigt sich erst im Tsunami. Und jeder Berater muss durch diese Momente hindurch, einmal oder mehrmals, damit seine Arbeit wirklich gut werden kann. Momente, in denen sich entscheidet, ob der Mensch besteht oder zu Boden geht; Momente, in denen auf das Knarzen das Knacken folgt; in denen sich der Coach in Selbstverzweiflung fragt: „Bin ich hier richtig?“</p>
<p>In all den Jahren, in denen ich Coaches, Therapeuten und Berater im Geschäftsaufbau berate, habe ich immer wieder erfahren: Die Angst vor diesen Situationen ist der mit Abstand häufigste Grund, aus dem meine Mandanten nicht mit vollem Herzblut ins Geschäft einsteigen wollen, bewusst oder unbewusst. Und es ist ihnen nicht zu verdenken: Die Vorstellung, als bestellter – gar bezahlter – Helfer hilflos werden zu können? Ohne Vorwarnung? Schrecklich.</p>
<p>Die einleuchtende und an sich gute Nachricht ist natürlich, dass ausgerechnet diese Situationen, in denen es innerlich knackt, am meisten zur Reifung des Beraters beitragen. Aber kein Reframe hilft aus dem emotionalem Morast. Und wie sollte man diese Situationen auch üben? Die Ernstfälle, die in Ausbildungen gelehrt werden, sind meist leichte Brisen oder maximal – bei guten Ausbildern – Stürmchen. Teilnehmer lernen, bei Über- und Gegenübertragungen flexibel zu reagieren, zu reflektieren. Dass sie so den Morast mit dem großen Zeh erfühlen, ist schön und gut und nützlich, aber in der Ausbildung kann man maximal üben, ein Bambus zu sein, der sich noch biegen <em>kann;</em> der wirkliche Ernstfall kann per definitionem nur in der Praxis auftreten. Und genau dann fangen die schmerzhaften und lehrreichen Probleme an.</p>
<h2>Stuck States</h2>
<p>Ein beliebtes Thema in Coachings und Therapie-Sessions ist, dass der Klient nicht mehr weiter weiß, fühlt, oder kann. Er ist <em>stuck,</em> und es ist das Brot-und-Butter-Geschäft des Beraters, seine Klienten in einen anderen, besseren, einen fließenderen Zustand zu begleiten. Jeder Weg aus einem <em>stuck state</em> ist ein Erfolg, und weil die Lösung ohne Problem gar nicht möglich wäre, wird das Problem per Reframe zum Geschenk.</p>
<p>Viel zögerlicher jedoch betrachten Berater die Situationen, in denen sie selbst feststecken, wenn nichts, aber auch gar nichts mehr geht. Wenn „die Methode“ nicht mehr wirkt, wenn einem nichts Kluges einfällt, wenn die eigenen Gefühle plötzlich alles überdecken.</p>
<p>Stellen Sie sich vor: Der Klient beichtet Ihnen seine Geschichte, die Sie in Ihren ethischen Grundfesten erschüttert. Oder Sie fühlen sich, allzu menschlich, so sehr zu ihm hingezogen, dass die professionelle mit der privaten Sphäre zu verschmelzen droht. Oder Sie selbst plagt ein Problem, das während der Session nach oben blubbert und Sie mit einem emotionalen Kinnhaken – BÄM! – außer Gefecht setzt. Und der Klient? Der sitzt da, wartend, hoffend, und er wundert sich womöglich: „Was ist denn mit meinem Coach los? Der sagt ja gar nix mehr.“ Ihre Gedanken verschwimmen, der Kopf meldet sich ab und nimmt die Emotionen mit in den Feierabend.</p>
<p><em>Knacks.</em> Und jetzt?</p>
<h2>Raus aus dem Morast</h2>
<p>In Ausgabe 1/2015 fragte dieses Magazin einige Berater, was sie tun, wenn gar nichts mehr geht. Meine Antwort war:</p>
<blockquote>
<p>Wenn beim Klienten nichts mehr geht: Warten, warten. Irgendwas geht, oder kommt, immer. Wenn bei mir (während der Session) nichts mehr geht: Still sein – die Ruhe mit Ruhe füllen, in Kontakt bleiben.</p>
</blockquote>
<p>Die Autoren durften nur maximal 200 Zeichen schreiben. Hier habe etwas mehr Platz und kann weiter ausholen:</p>
<ol>
<li><strong>Still sein</strong> bedeutet, das Maul zu halten. (Wer so heißt, darf das schreiben, nicht?) Wenn nichts mehr geht und Hirn und Herz die Luft anhalten, ist es umso stimmiger, nichts zu sagen. Das klingt in der Theorie ebenso einfach wie es schwierig in der Praxis ist, denn: Erwartet der Klient nicht, dass der Coach immer etwas zu sagen hat? Die Antwort, das versteht jeder Coach, ist natürlich, dass der Klient das nicht erwartet. Aber vom Verstehen zum Kapieren ist’s ein weiter Schritt. Würden Sie von einem wirklich guten Coach erwarten, dass er <em>immer alles</em> weiß? Wenn Ihre Antwort „Ja!“ lautet, könnte es hilfreich sein, die eigene Rolle und die Erwartungen an dieselbe zu überprüfen.</li>
<li><strong>Ruhe mit Ruhe füllen:</strong> Nichts sagen bedeutet tatsächlich, <em>nichts</em> zu sagen, auch keine Füllwörter. Die Ruhe muss nicht gefüllt werden. Es gibt jedoch eine Ausnahme, die teuflisch wirksam ist: Von meinen Lieblings-Trainern lernte ich das Konzept des „Therapeutischen Ääääääh.“ Wenn du nichts mehr sagen kannst, dann sag auch nichts, siehe „Stille“ oben, aber ein <em>Ääääääh</em> ist erlaubt, wenn es sehr bewusst kommt und – hier der eigentliche Trick – wenn du es <em>genießt.</em> Nicht weiter zu wissen genießen? Es genießen, tief betroffen zu sein von dem, was der Klient sagt oder tut? Oder gar genießen, dass die eigenen Grundfesten bröckeln? Es klappt, und es kann ohne Übertreibung einer der befreiendsten Wachstumsmomente sein, die eine Session bieten kann – für beide.</li>
<li><strong>In Kontakt bleiben</strong> schließlich bedeutet vor allem, mit sich selbst in Kontakt zu bleiben. Das eigentlich Katastrophale, das Knacken beim Es-geht-nichts-mehr ist, dass der Kontakt zu einem selbst abreißt. „Was mache ich hier eigentlich? Was soll, kann, muss ich tun? Hä?“ Erst wenn der Kontakt zu mir selbst wieder stimmt, kann ich den Kontakt zum Klienten wieder aufnehmen.</li>
</ol>
<h2>(Nur) die Persönlichkeit wirkt</h2>
<p>Es gibt noch einen vierten Aspekt, den ich in das letzte verbleibende der 200 Zeichen nicht einbringen konnte: die Fähigkeit, die eigene Persönlichkeit bewusst in den Prozess einzubringen und, wo nötig, zu offenbaren. Die besten Coaches und Therapeuten sind diejenigen, bei denen Methode und Persönlichkeit zu einem Ganzen verschmelzen. Diejenigen, die authentisch arbeiten. Nicht, wie die Methode, der Prozess oder der Klient es vorgeben, sondern so, wie sie selbst sind. Je mehr Sie Ihre eigene Persönlichkeit oder, besser gesagt, je mehr Sie <em>sich selbst</em> einbringen, umso leichter werden Schritte 1 bis 3 fallen.</p>
<p>Wenn Sie noch nicht lange im Geschäft sind, kann es sein, dass es noch nicht geknackt hat – dass Sie noch keine Situation erlebt haben, in der Ihre Resilienz <em>wirklich</em> gefragt war. Das heißt weder, dass Sie keine gute Arbeit leisten noch dass der Knacks kommen <em>muss.</em> Aber wenn er kommt, freuen Sie sich auf ihn, und zwar auch dann, wenn die Freude erst ein paar Tage später einsetzt, wenn Sie sich wieder berappelt haben.</p>
<p>Viel Spaß!</p>
<p><small><em>Erschienen in <a href="http://pkmagazin.de">Praxis Kommunikation</a> 02|2015. <a href="/wp-content/uploads/2015/06/nichts-geht-mehr-resilienz-coach.pdf">PDF herunterladen</a></em></small></p>
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		<author>
			<name>Mathias Maul</name>
						<uri>https://maulco.de/</uri>
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		<title type="html"><![CDATA[Hinter den Öfen]]></title>
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		<updated>2018-02-24T19:36:36Z</updated>
		<published>2015-06-09T19:16:38Z</published>
		<category scheme="https://maulco.de" term="Basis" /><category scheme="https://maulco.de" term="Blog" /><category scheme="https://maulco.de" term="Content Strategy" /><category scheme="https://maulco.de" term="content strategy" />		<summary type="html"><![CDATA[Nach den Vorträgen von Klaus Eck und Maria Glöckner beim März-Treffen des Content Strategy Hamburg Meetup ging ich von einem Diskussionsgrüppchen zum nächsten, und irgendwo schnappte ich diesen Satz auf: „Also mal ehrlich, mit klassischer Werbung holt man doch heute keinen Hund mehr hinterm Ofen hervor.“ Wir als Marketeers und Werbetreibende wissen, dass das wahr ist, [&#8230;]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="https://maulco.de/hinter-den-oefen/"><![CDATA[<p>Nach den Vorträgen von Klaus Eck und Maria Glöckner beim März-Treffen des <a href="http://www.meetup.com/Content-Strategy-Hamburg/events/219714019/">Content Strategy Hamburg Meetup</a> ging ich von einem Diskussionsgrüppchen zum nächsten, und irgendwo schnappte ich diesen Satz auf: „Also mal ehrlich, mit klassischer Werbung holt man doch heute keinen Hund mehr hinterm Ofen hervor.“<br />
<span id="more-2215"></span><br />
Wir als Marketeers und Werbetreibende wissen, dass das wahr ist, irgendwie. Der Ofen ist zu groß und das Feuer zu gemütlich, und niemand vertraut heute mehr den 08/15-Marktschreiern mit 08/15-Botschaften. Selbst in den klassischen Schreimärkten, sagen wir mal: Waschmittel und Bratensoße, sind Kunden nicht – mehr – so leichtgläubig wie früher: Gigawawa<em>wasch</em>kraftverstärker und Schweinebratensoße <em>light</em> locken niemanden mehr.</p>
<p>Aber wenn wir das doch alle wissen, irgendwie, wieso handeln wir immer noch so, als würden uns die Kunden aus der Hand fressen? Weil wir’s verstanden haben, aber noch nicht <em>kapiert.</em> Ich habe noch keinen getroffen – selbst nicht in den konservativsten Werberlagern –, der nicht zustimmte, dass Marketing langfristig wertschaffend und nachhaltig sein muss und keine Barrage von Feuerwerksraketen. Allen leuchtet ein, irgendwie, dass dieses ganze Content hier und Content da logisch und sinnvoll ist. <em>Irgendwie.</em></p>
<p>Aber die Karawane zieht weiter, bleibt bei den erprobten (und, nebenbei, oft erwiesen wertlosen) Feuerwerksraketen und belächelt die, bei denen dieses Content-Zeug konsistent gute Ergebnisse bringt: Ja, <em>irgendwas</em> machen die wohl schon richtig, aber … wer weiß, wie lange <em>das</em> noch gut geht! Da bleiben wir doch lieber bei dem, was wir schon immer gemacht haben. Also einfach die nächste Kampagne raushauen, und danach noch eine und <em>noch</em> eine, und wenn wir mal weniger Etat als gute Leute haben, dann setzen wir halt das C-Team aufs Projekt. <em>Spray and pray,</em> irgendwas wird schon hängenbleiben.</p>
<h3>Silage</h3>
<p>Der Ofen, das ist der Inbegriff der Komfortzone: Das, was man schon immer gemacht hat. Warm, gemütlich, vertraut.</p>
<p>Marketing-Kampagnen entstehen, weil die noch-nicht-Kunden noch in ihren Komfortzonen sitzen. Aber dieser Ofen  ist nicht viel anders als der, um den sich die Marketeers kuscheln. Teams, Abteilungen und Bereiche bleiben – allzu menschlich-politisch – gern unter sich. „Der Vertrieb? Nein, der redet nicht mehr mit uns“ oder „Die Strukturen sind nunmal so gewachsen,“ heißt es, wenn Content-Strategien scheitern, weil Kommunikation an den Silo-Grenzen scheitert. Im Silo gelten eigene Gesetze, oft ungeschrieben und zudem oft durch Omertà geschützt und gestützt.</p>
<h3>Lokale Optima</h3>
<p>Der Ofen, das ist das lokale Maximum. Der frisch erklommene Berg, von dessen Gipfel der Marketeer einen anderen erblickt, der <em>noch</em> hübscher scheint mit <em>noch</em> sex<em>ie</em>ren KPIs. Das <em>grass on the other side of the fence,</em> die Kampagnen der anderen, die irgendwie immer bunter sind. Und wenn die eigene Bratensoßenkampage mal nicht mehr zieht? Noch ne Rakete zünden, und im Zweifel die Agentur einfach rauspitchen; irgendjemand wird die Lücke schon füllen, Raketen gibt’s ja überall.</p>
<p>Unser Meetup-Gastgeber sprach von Ausdauerkommunikation statt Kommunikation im Sprint, und man merkt ihren Cases an, dass sich der Marathon lohnt. Wer ausdauernd ist, kann genügend Hügel erklimmen, und sich dann für den entscheiden, der sich am meisten lohnt. Der Sprint ist dann nicht mehr die Feuerwerks-Kampagnen-Taktik, sondern eine strategische <em>Folge:</em> Eine <em>Reaktion</em> auf die <em>Wirkung</em> der Ausdauerkommunikation.</p>
<h3>Scatterbrains</h3>
<p>Der Ofen, das ist der Ort, der für Hugo immer wieder neu ist. Es klingelt, eine gelbe Uniform schimmert durch die Milchglastür. Hugo, Kurzzeitgedächtnis-challenged wie Hunde nunmal sind, ist außer sich: „Wow, ein Postbote! Der hat Leckerli dabei!! WOW!!!“ Und fünf Minuten später hat er’s wieder vergessen.</p>
<p>Die Treudoofheit der Hunde macht sie für viele Menschen liebenswert. Agenturen <em>wollen</em> alles andere sein als treudoof. Aber im täglichen Immerschnellerimmerschnellerimmerschneller passiert’s leicht, dass Workflows kreativ umgeschrieben werden. Schlagwörter wie „Content is King!“ sind schön einprägsam, aber, naja, morgen klingelt ja wieder ein Postbote, und alles ist wieder neu.</p>
<p>Dabei ist nur das Klingeln neu; der Postbote ist der Alte. <em>Content is King</em> bedeutet ja nichts anderes als: Erzeuge Werte und rede darüber. Wer Nutzen kommuniziert, erzeugt Vertrauen. Wem die Kunden vertrauen, den wertschätzen sie. Dann kaufen sie, freuen sich drüber und erzählen’s denen weiter, denen sie wiederum vertrauen.</p>
<h2>Vertrauen</h2>
<p><a href="http://blog.shrnks.co/post/49616471569/the-currency-of-trust">Vertrauen ist die älteste Währung im Geschäftsleben</a>, und es ist schwer vorstellbar, dass sich dies irgendwann ändern wird.</p>
<p>Der Ofen, das ist das Vertraute: Die Kollegen im Silo, der eigene Hügel, die täglichen Leckerli. Aber das Vertraute ist nicht der beste Kontext, aus dem heraus man Vertrauen erzeugen kann. Content-Strategien (und deren Ableitungen wie z. B. Content-Marketing) müssen das gesamte System umfassen können, also die eigenen Öfen und die der Kunden, <em>und</em> sie müssen dazu fähig sein, den Diskurs über sich selbst zu führen.</p>
<p>Und <em>dann</em> kann’s am Ofen <em>richtig</em> gemütlich werden.</p>
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		</entry>
		<entry>
		<author>
			<name>Mathias Maul</name>
						<uri>https://maulco.de/</uri>
					</author>
		<title type="html"><![CDATA[Mehr Bessere Kunden]]></title>
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		<updated>2016-04-19T09:15:40Z</updated>
		<published>2015-06-01T15:04:20Z</published>
		<category scheme="https://maulco.de" term="Blog" /><category scheme="https://maulco.de" term="Content Strategy" /><category scheme="https://maulco.de" term="eCommerce" /><category scheme="https://maulco.de" term="Entrepreneurship" /><category scheme="https://maulco.de" term="Marketing" /><category scheme="https://maulco.de" term="Medical Marketing" /><category scheme="https://maulco.de" term="News" /><category scheme="https://maulco.de" term="Vertrieb" />		<summary type="html"><![CDATA[Was, glauben Sie, unterscheidet die Berater, Coaches und Trainer mit vollen Terminplänen von denen, die um jeden Kunden kämpfen? Ist es Glück? Jahrelange Erfahrung? Die Anzahl an Zertifikaten und die Mitgliedschaft in den richtigen Verbänden? Oder Vitamin B? Hier gibt’s die Antwort: Mehr bessere Kunden.]]></summary>
		<content type="html" xml:base="https://maulco.de/mehr-bessere-kunden/"><![CDATA[<p>Was, glauben Sie, unterscheidet die Berater, Coaches und Trainer mit vollen Terminplänen von denen, die um jeden Kunden kämpfen? Ist es Glück? Jahrelange Erfahrung? Die Anzahl an Zertifikaten und die Mitgliedschaft in den richtigen Verbänden? Oder Vitamin B?</p>
<p>Hier gibt’s die Antwort: <a href="/mehr">Mehr bessere Kunden</a>.</p>
]]></content>
		</entry>
		<entry>
		<author>
			<name>Mathias Maul</name>
						<uri>https://maulco.de/</uri>
					</author>
		<title type="html"><![CDATA[Zehn!]]></title>
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		<updated>2015-06-28T15:55:55Z</updated>
		<published>2015-05-01T12:47:35Z</published>
		<category scheme="https://maulco.de" term="Basis" /><category scheme="https://maulco.de" term="Blog" />		<summary type="html"><![CDATA[Ja ja jaa, gründen in Deutschland war noch nie leicht. Bürokratie. Steuern. Und wie soll eine Agentur in diesem totaal übersättigten Markt überhaupt Kunden finden? Gäähn. Die Pessimisten, die Zyniker, das sind die lautesten. Bleib doch bei Deiner Festanstellung! Mach doch, was Du studiert hast!! Und bloß nicht kündigen!!! Wie gut, dass alle unsere Kunden [&#8230;]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="https://maulco.de/zehn/"><![CDATA[<p>Ja ja <em>jaa,</em> gründen in Deutschland war noch nie leicht. Bürokratie. Steuern. Und wie soll eine Agentur in diesem <em>totaal</em> übersättigten Markt überhaupt Kunden finden?</p>
<p><em>Gäähn.</em></p>
<p>Die Pessimisten, die Zyniker, das sind die lautesten. Bleib doch bei Deiner Festanstellung! Mach doch, was Du studiert hast!! Und bloß nicht kündigen!!!</p>
<p><span id="more-2292"></span></p>
<p>Wie gut, dass alle unsere Kunden der vergangenen 10 Jahre Optimisten sind. Gründer mit Zielen, die viel größer sind als „genug Rechnungen schreiben, um die Miete zu bezahlen.“ Unternehmer mit Buzzword-Allergie. Kunden, die Vertrauen mit Vertrauen und Treue mit Treue belohnen; einige seit dem ersten Tag.</p>
<p>Vielen, <em>vielen</em> Dank dafür. <a href="/partner">Wir</a> freuen uns auf die nächsten 10 Jahre.</p>
]]></content>
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		<author>
			<name>Mathias Maul</name>
						<uri>https://maulco.de/</uri>
					</author>
		<title type="html"><![CDATA[Praxismarketing ohne Agentur: Bewertungsmanagement In-House]]></title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://maulco.de/praxismarketing-ohne-agentur-bewertungsmanagement-in-house/" />
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		<updated>2016-09-19T07:52:53Z</updated>
		<published>2014-08-01T09:38:50Z</published>
		<category scheme="https://maulco.de" term="Blog" /><category scheme="https://maulco.de" term="Marketing" /><category scheme="https://maulco.de" term="Medical Marketing" /><category scheme="https://maulco.de" term="Recht" />		<summary type="html"><![CDATA[Im Artikel Stressfreies Marketing mit Arztbewertungen plädierten wir dafür, den Umgang mit Bewertungsportalen niemals an externe Agenturen auszulagern. „Ja ja ja, schön daher gesagt,“ dachten sich die Leser, aber: „wie soll das funktionieren? Im durchgetakteten Praxistag auch noch rumsurfen – das geht doch nicht!“ Geht es doch. Auch im stressigsten Praxisalltag können die meisten Marketing-Aktivitäten [&#8230;]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="https://maulco.de/praxismarketing-ohne-agentur-bewertungsmanagement-in-house/"><![CDATA[<p>Im Artikel <a href="/barbra-streisands-strandhaus-stressfreies-marketing-mit-arztbewertungen/">Stressfreies Marketing mit Arztbewertungen</a> plädierten wir dafür, den Umgang mit Bewertungsportalen niemals an externe Agenturen auszulagern. „Ja ja ja, schön daher gesagt,“ dachten sich die Leser, aber: „wie soll das funktionieren? Im durchgetakteten Praxistag auch noch rumsurfen – das geht doch nicht!“</p>
<p>Geht es doch.<br />
<span id="more-2191"></span><br />
Auch im stressigsten Praxisalltag können die meisten Marketing-Aktivitäten mit „Bordmitteln“ durchgeführt werden, ohne dass Sie externe Agenturen beauftragen müssen. Wer sein Marketing ganz oder teilweise in-house durchführt, hat viele Vorteile:</p>
<ul>
<li><strong>Kosten-Ersparnis:</strong> Honorare für externe Agenturen müssen nicht gezahlt werden.</li>
<li><strong>Zeit-Ersparnis:</strong> Das fürs Marketing relevante Wissen aus der Praxis muss nicht zur Agentur transferiert werden, zudem muss keine Zeit für Meetings und Prüfung der Ergebnisse investiert werden.</li>
<li><strong>Stress-Ersparnis:</strong> Ein beträchtlicher Teil des Haftungsrisikos entfällt.</li>
<li><strong>Wissens-Vorsprung:</strong> Keine Agentur betreut nur einen Kunden, und die Gefahr besteht, dass Wissen eines Kunden – absichtlich oder nicht – für die Kampagnen eines anderen genutzt werden.</li>
</ul>
<p>Aber wieso schlägt ein Autorenteam aus Marketingberater und Rechtsanwalt hier vor, Praxismarketing gerade <em>nicht</em> auszulagern? Halten wir uns so die Aufträge nicht erst Recht vom Hals? Im Gegenteil: auch wenn es im Grunde einfach ist, das Marketing in die eigene Hand zu nehmen, müssen mindestens zwei Schwellen überschritten werden:</p>
<ol>
<li>Effektive Marketing-Arbeitsabläufe müssen so implementiert werden, dass sie nicht mit dem Praxisalltag kollidieren, zudem </li>
<li>muss das ganze Team auf demselben Kurs segeln und die Zusatzaufgaben nicht als Plage, sondern als Chance für alle verstehen und jeden Tag motiviert umsetzen.</li>
</ol>
<p>Dieser Artikel soll Ihnen diese erste Schwelle nehmen helfen. Bewertungsmanagement ist eine der aktuell effektivsten Arten, seine Praxis nach vorn zu bringen. Aber auch andere Marketingaktivitäten können (und sollten!) Sie „insourcen.“</p>
<p>Zunächst eine Zusammenfassung einiger wichtiger Grundlagen des Bewertungsmanagements aus Teil 1; falls Sie den Beitrag noch nicht gelesen haben, holen Sie es bitte jetzt nach: <a href="/barbra-streisands-strandhaus-stressfreies-marketing-mit-arztbewertungen">Stressfreies Marketing mit Arztbewertungen</a>.</p>
<ol>
<li>Bewertungsportale sind eine <strong>Goldgrube</strong> für jeden Arzt, der nicht den Blick abwendet, sondern sie als Chance nutzt.</li>
<li><strong>Bewertungen sind Chefsache.</strong> Reagieren Sie persönlich auf Bewertungen, ganz gleich ob sie sich auf Sie als Arzt, auf die Behandlungsmethode, die Praxis, das Team, einzelne Mitarbeiter, den Parkplatz oder den Türknauf der Praxistür bezieht.</li>
<li>Seien Sie sich nicht zu schade, bei Beschwerden um <strong>Entschuldigung</strong> zu bitten. „Bekehrte“ unzufriedene Patienten können im Nu zu den zufriedensten Empfehlern werden.</li>
<li>Denken Sie an den <strong>Streisand-Effekt</strong> und streiten Sie niemals online; Sie werden <em>immer</em> verlieren.</li>
</ol>
<h2>Herr Meier freut sich</h2>
<p>Jede Praxis hat ihre eigenen Arbeitsabläufe, die durch die fachliche Ausrichtung, die Praxis-IT, vor allem aber die Persönlichkeit der Chefs, der Mitarbeiter und die Teampolitik bestimmt werden. Hier stellen wir einen exemplarischen Arbeitsablauf vor, den Sie als Inspiration und Muster für Ihre eigenen Abläufe verwenden können.</p>
<p>Szene 1. In der Praxis. Herr Meier, ein neuer Patient, liegt zwei Stunden auf Ihrem Stuhl, während Sie eine komplizierte Behandlung durchführen. Alles läuft wie am Schnürchen, die Arbeit geht locker von der Hand. Danach steht er auf, reicht Ihnen die Hand und sagt, „Vielen, vielen Dank. Ich muss sagen, die Prozedur war lange nicht so schlimm wie ich befürchtet hatte.“ Er lächelt, die Wange noch halb betäubt, zieht seinen Mantel an und verlässt die Praxis.</p>
<p>Nächster Tag. Herr Meier berichtet seinen Kollegen im Büro von der tollen Erfahrung in Ihrer Praxis. Hatte er doch am Tag zuvor in der Kaffeepause allen von seiner Aufregung erzählt! Seine Geschichte trifft auf offene Ohren, die Reaktionen sind emotional, die Kollegen aahen und oohen. Und wieso auch nicht? Wohl jeder hat schon schlechte Erfahrungen beim ZA oder KFO gemacht, da ist eine positive Geschichte hochwillkommen. Und Herr Meier? Er tut seinen Mitmenschen etwas Gutes und erfährt unmittelbare soziale und emotionale Validierung.</p>
<p>So weit so toll, aber: Der Kreis der Menschen, die Herr Meier kennt <em>und</em> die er mit seiner Geschichte beglückt, ist im Vergleich zur Reichweite eines Empfehlungs-Portals sehr klein. Die Kunst im Bewertungsmanagement liegt darin, Herrn Meier zur Abgabe einer Bewertung zu motivieren, ohne zum aufdringlichen Verkäufer zu werden.</p>
<h2>Steigbügel für die Motivation</h2>
<p>Viele der Ärzte, mit denen wir reden, zäumen das Pferd von hinten auf. Sie fragen sich: „Wie können wir mehr gute Empfehlungen und Bewertungen bekommen, um viele neue tolle Patienten in die Praxis zu locken?“ So gedacht wird aber das Empfehlungs- und Bewertungsmanagement zu Qual für das Team. Die Aufgabe wird hin- und herdelegiert, die Gespräche mit Patienten wirken gekünstelt oder gar aufdringlich. So plante ein uns bekannter Arzt, seinen Patienten vorgefertigte Schlüsselsätze für Bewertungen auf Karteikärtchen in die Hand geben („das sollte auf jeden Fall drin vorkommen“), damit „es schneller geht.“ Eine Ärztin aus Hessen schickte Patienten nach der Behandlung E-Mails mit dem Link zur Bewertungsplattform und schickte noch zwei „Reminder“ hinterher, mit der Begründung „die Leute vergessen doch so schnell!“ Ganz besonders gründlich wollte es eine Praxis in Süddeutschland machen, die per E-Mail mit dem Link zum Portal gleich auch den passenden Bewertungstext verschickte.</p>
<p>Sich hinter E-Mails zu verstecken steigert hier noch den Anschein des Arzts als schmierigen Verkäufer: Ein Bild, das mit dem Selbstverständnis der Ärzteschaft nichts gemein hat. Natürlich muss ein Arzt ein guter Verkäufer sein, doch der Ton macht die Musik.</p>
<p>Deshalb hier die wichtigste Grundlage für erfolgreiches Bewertungsmanagement: <strong>Fragen Sie sich nicht, was <em>Sie</em> von einer positiven Bewertung haben, sondern was <em>Ihr Patient</em> davon hat!</strong> Nur so kann es gelingen, positive Bewertungen ohne gefühlten Mehraufwand zu sammeln.</p>
<p>Wenn Herr Meier seine Erfahrungen bei Google, Jameda oder anderen Portalen eintippt, gibt es kein spontanes Kopfnicken, Lächeln und Schulterklopfen, keine unmittelbare Belohnung. Nichts gegen Herrn Meier, aber: Der Allgemeinheit einen Dienst zu tun ist leider eine oft unterentwickelte Fähigkeit. Aber nur wenn Sie diese Motivation wecken, gelingt es, positive Bewertungen zu sammeln.</p>
<p>Wie motivieren Sie also Herrn Meier, ohne die Aussicht auf direktes positives Feedback eine Online-Bewertung abzugeben – gar noch anonym? Indem Sie ihm verdeutlichen, dass eine positive Bewertung <em>ihm</em> nützt, weil sie dazu beitragen kann, dass andere Leute, die er noch nie gesehen hat, ebenso gute Erfahrungen machen wie er.</p>
<h3>5 Schritte zum In-House-Bewertungsmarketing</h3>
<p><strong>Schritt 0, die Grundlage:</strong> Kein Marketing-Gelaber. Sagen Sie nicht: „He lieber Patient, tipp doch hier mal was ein, dann kommen mehr Patienten in die Praxis,“ sondern vermitteln Sie dem Patienten, dass <em>er</em> emotional profitiert, wenn er positive Empfehlungen ausspricht oder Bewertungen auf Online-Portalen verfasst. Auch Herr Meier hat vielleicht einen eng getakteten Tag, und wieso sollte er „Ewigkeiten“ (1 Minute) investieren, um sich bei einem Portal zu registrieren und dann „unglaublich lange“ (2 Minuten) einen Text tippen? Drei Minuten sind lange, wenn sie nicht sinnvoll erscheinen. Geben Sie den Bewertungen einen Sinn, der dem Patienten entspricht. <em>Ihr</em> Vorteil kommt dann von ganz alleine.</p>
<p><strong>Schritt 1:</strong> Schreiben Sie einen kleinen Leitfaden, in dem Sie diese Motivationsstrategie erklären. Sprechen Sie die Argumentation mit Ihrem Team durch, denn jeder muss mitziehen.</p>
<p><strong>Schritt 2:</strong> Schreiben Sie einen kleinen Erinnerungs-Zettel für Ihre besonders zufriedenen Patienten, der nur eine Web-Adresse enthält: Eine über die normale Navigation nicht erreichbare Seite Ihrer Website, die Links zu „Ihren“ Portalen enthält, also z. B. <a href="http://www.beispieldoktor.de/bewertung">www.beispieldoktor.de/bewertung</a> Ein manchmal vorgeschlagenes Plakat „Bewerten Sie uns!“ an der Praxistür ist nebenbei ebenso wirkungslos wie herumliegende Flyer – es wirkt nur das, was Sie persönlich aushändigen, und es wirkt nur dann, wenn dem Stück Papier ein Gespräch voranging.</p>
<p><strong>Schritt 3:</strong> Jede Praxis hat mindestens eine Handvoll, viele haben Dutzende „Star“-Patienten. Machen eine Liste von Patienten wie Herrn Meier. Wenn einer dieser Stars das nächste Mal zur Behandlung kommt, fragen Sie: Waren Sie zufrieden? Was war gut? Und was war <em>besonders</em> gut? Kein Ankreuz-Zettel, kein Fragebogen! Reden Sie. Und sprechen dann das Thema Empfehlungen und Online-Bewertungen an, mit der oben ausgeführten Motivations-Argumentation. Sicherlich wird der Patient gern zustimmen. Geben Sie ihm dann den Zettel und freuen sich. Zeitaufwand für Sie: Drei Minuten. Möglicher Gewinn: Viele neue, hochqualitative Patienten.</p>
<p><strong>Schritt 4:</strong> Einmal pro Woche reservieren Sie sich eine halbe Stunde, um neue Bewertungen zu lesen und, angelehnt an die Richtlinien aus <a href="http://zwp-online.info/de/zwpnews/wirtschaft-und-recht/marketing/stressfreies-marketing-mit-arztbewertungen-bei-jameda-und-co">Teil 1</a>, zu kommentieren.</p>
<p><strong>Schritt 5:</strong> Notieren Sie erfolgte Bewertungen (solange sie nicht anonym sind) in der Patientenkartei, damit Sie dem Patienten beim nächsten Mal – echt und ehrlich und vor allem persönlich – danken können.</p>
<p>Wenn Sie die Motivation in die richtige Richtung lenken, ihren zufriedenen Patienten helfen, Bewertungen abzugeben und menschlich auf Kommentare reagieren, erzielen Sie mit einem Minimum an Aufwand ein Maximum an messbarer Wirkung.</p>
<h2>Rechtliche Stolperfallen</h2>
<p>Wo Arzt und Werbung aufeinandertreffen, ist der Fettnapf nicht weit. Vor allem im unkartierten Gelände des Bewertungsmarketing gibt es viele rechtliche Fragen, die nicht immer eindeutig zu beantworten sind. Wir greifen hier exemplarisch drei Fragen auf:</p>
<ul>
<li>Wo ist die Grenze zwischen Hinweis auf die Abgabe einer Bewertung und einer unlauteren Handlung, die gegen Werberecht oder Berufsordnung verstoßen?</li>
<li>Wie haftet der Arzt, wenn Mitarbeiter Bewertungen kommentieren oder anderweitig online für die Praxis aktiv werden?</li>
<li>Lohnt sich das rechtliche Risiko?</li>
</ul>
<h3>Hand ans Steuer, Strömungen mitnehmen</h3>
<p>In <a href="http://zwp-online.info/de/zwpnews/wirtschaft-und-recht/marketing/stressfreies-marketing-mit-arztbewertungen-bei-jameda-und-co">Teil 1</a> schrieben wir, dass das hohe Gut der Meinungsfreiheit des bewertenden Patienten grundsätzlich schwerer wiegt als die Interessen des bewerteten Arztes. Zudem verfolgen Bewertungsportale eigene Interessen, die nicht immer im Einklang mit den Interessen der (auch unfreiwillig) Bewerteten liegen. Als vierte Interessengruppe tritt der Leser der Bewertung auf den Plan, der sich dann für den Arzt entscheiden soll. Vier Parteien, aber: Wer von diesen steuert das Schiff? Wer hat es in der Hand, den Bewertungsinhalt in die richtige Richtung zu bringen, damit es allen nützt?</p>
<p>Die Antwort liegt auf der Hand: Nur Sie selbst. Sie sind der Steuermann und können den Kurs beeinflussen, indem Sie dem Patienten die Wichtigkeit der Bewertung <em>bezogen auf ihn selbst</em> bewusst machen. Wenn Sie so handeln, stellt sich die Frage nach einer möglichen unlauteren Handlung kaum noch, denn Sie appellieren an die Persönlichkeit des Patienten, an seine Werte und sagen eben <em>nicht,</em> dass er „bei Bewertungsportal X etwas nettes schreiben soll.“</p>
<p>Und was ist mit dem kleinen Prozentsatz von Menschen, die scheinbar nie zufrieden zu stellen sind? Die sind wie Strömungen und Wellen unter Ihrem Kiel: Außerhalb Ihrer Kontrolle und kein Problem für einen guten Skipper. Würde ein Kapitän versuchen, mit der Strömung zu argumentieren? Atmen Sie durch, reagieren so, wie wir es in <a href="http://zwp-online.info/de/zwpnews/wirtschaft-und-recht/marketing/stressfreies-marketing-mit-arztbewertungen-bei-jameda-und-co">Teil 1</a> beschrieben haben. Auch das hilft, möglichen rechtlichen Fettnäpfen aus dem Weg zu gehen.</p>
<p>Zur Frage, was der Patient in einer Bewertung schreiben darf, gibt es derzeit eine relativ klare rechtliche Linie, die ihm fast grenzenlose Freiheit zuspricht. Für Ihre Art, den Patienten zur Bewertung zu bewegen und für die Meinungsfreiheit bei Ihren Kommentaren auf Bewertungen gibt es derzeit kaum richtungsweisende Urteile. Das liegt auch daran, dass es noch zu wenige Ärzte gibt, die wirklich kreativ aktiv sind.</p>
<p>In den letzten Jahren hat sich das Berufsrecht im Bereich der Werbemöglichkeiten verändert. Was früher außer Frage war, ist heute eine Frage des Geldes, und einige Ärzte testen die Grenzen so lange aus, bis die Konkurrenz oder die Kammer sich regt und abmahnt. Bei Vorstößen in unbekanntes kreatives Territorium sollten sie deshalb immer den „objektiven Dritten“ im Kopf haben – den konstruierten „normalen“ Menschen, aus dessen Sicht die Rechtmäßigkeit Ihrer Aktionen beurteilt wird.</p>
<p>Ganz sicher jedoch wird sich Pionierarbeit lohnen, und die Mutigen und Kreativen werden der Konkurrenz immer zwei Schritt voraus sein.</p>
<h3>Mitgefangen, mitgehangen?</h3>
<p>Immer wieder sagen wir, Bewertungen seien Chefsache: Nur der Arzt selbst soll sich darum kümmern, möglich nichts davon ans Team und schon gar nicht an externe Agenturen delegieren. In einer vollen Praxis ist die Versuchung verständlicherweise groß, wenigstens einen Teil der Aufgaben zu delegieren. Falls Sie glauben, dies sei für Sie der beste Weg – wir würden <em>immer</em> widersprechen, aber es ist <em>Ihre</em> Praxis –, bedenken Sie, dass die Haftung immer bei Ihnen liegt. Wenn eine Bewertung zu Ihrer Praxis im Internet steht, dann wird der Kommentar hierauf <em>immer</em> Ihnen höchstpersönlich zugerechnet, ganz egal ob Sie sie persönlich verfasst haben oder eine Mitarbeiterin, an die Sie die Kommentierung delegiert hatten. (Ein Sonderfall liegt vor, wenn Angestellte außerhalb der Praxis und unter Nutzung der entwendeten Zugangsdaten böswillig Sie schädigende Kommentare veröffentlichen.)</p>
<p>Deshalb, auch wenn die Verlockung groß ist: Lassen Sie Ihre Mitarbeiter nicht eigenständig Online-Kommentare schreiben. Im besten Falle treffen sie Ihren Stil und Tonlage nicht genau genug, im schlimmsten – leider nicht selten – könnten sie die Chance nutzen, um ihrem Unmut Luft zu machen. Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie Ihrem Team mit Misstrauen begegnen sollten! Es geht um Zuständigkeiten und gut abgestimmte Arbeitsabläufe, um zufriedene Patienten und gute Bewertungen und zufriedene Patienten und gute Bewertungen und zufr… zu sammeln.</p>
<h2>Fazit für die Praxis</h2>
<p>Wie schon im ersten Teil gilt unsere grundlegende Empfehlung: Gehen Sie mit Bewertungen ähnlich um wie mit Äußerungen, die Ihre Patienten treffen, wenn Sie sich Aug’ in Aug’ gegenüberstehen. Bringen Sie Ihr Team auf Linie, motivieren Ihre Stars und – Achtung, Kitsch! – segeln Sie zu den 5 Sternen.</p>
<p><em>Autoren: Mathias Maul, Boris Zimmermann. Dieser Artikel erschien auch in Ausgabe 6/2014 der Zeitschrift <a href="http://www.oemus.com/de/publikationen/zwp-zahnarzt-wirtschaft-praxis/">ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis</a></em></p>
]]></content>
		</entry>
		<entry>
		<author>
			<name>Mathias Maul</name>
						<uri>https://maulco.de/</uri>
					</author>
		<title type="html"><![CDATA[Barbra Streisands Strandhaus: Stressfreies Marketing mit Arztbewertungen]]></title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://maulco.de/barbra-streisands-strandhaus-stressfreies-marketing-mit-arztbewertungen/" />
		<id>http://maulco.de/?p=2187</id>
		<updated>2014-08-07T09:54:28Z</updated>
		<published>2014-04-01T09:35:12Z</published>
		<category scheme="https://maulco.de" term="Blog" /><category scheme="https://maulco.de" term="Marketing" /><category scheme="https://maulco.de" term="Medical Marketing" /><category scheme="https://maulco.de" term="Recht" />		<summary type="html"><![CDATA[Als Zahnarzt ist man Bewertungen und Kommentaren im Internet – die zudem oft anonym erfolgen – hilflos ausgesetzt. In diesem Artikel erfahren Sie, ob sich ein Vorgehen gegen negative Bewertungen lohnt und wie Sie Ihr Bewertungsprofil positiv beeinflussen. Noch in der typischen Post-Propofol-Heiterkeit wartete ich im Sprechzimmer meines Arztes auf die Nachbesprechung des Eingriffs. Ich [&#8230;]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="https://maulco.de/barbra-streisands-strandhaus-stressfreies-marketing-mit-arztbewertungen/"><![CDATA[<p><strong>Als Zahnarzt ist man Bewertungen und Kommentaren im Internet – die zudem oft anonym erfolgen – hilflos ausgesetzt. In diesem Artikel erfahren Sie, ob sich ein Vorgehen gegen negative Bewertungen lohnt und wie Sie Ihr Bewertungsprofil positiv beeinflussen.</strong></p>
<p>Noch in der typischen Post-Propofol-Heiterkeit wartete ich im Sprechzimmer meines Arztes auf die Nachbesprechung des Eingriffs. Ich sank in einen weichen, warmen Sessel, und eine lächelnde Mitarbeiterin brachte mir Kaffee und Schokoladenkekse. Ach ja, und ein iPad, auf dem ich, weil es mir doch gerade <em>sooo gut</em> ging, doch bitte nebenbei eine Arztbewertung eintippen möge.<br />
<span id="more-2187"></span><br />
Als der Arzt dann kam, machten wir einige Späßchen, wie praktisch es doch sei, Patientenbewertungen noch im Propofol-Rausch erfassen zu lassen, aber wir beide wussten: <em>Irgendetwas</em> war hier nicht okay.</p>
<p>Arzt-Bewertungen sind für beide Seiten knifflig: Für Ärzte, die sich den oft anonymen Kommentaren hilflos ausgesetzt fühlen und für Patienten, die sich vom Arzt drangsaliert fühlen, ihn positiv zu bewerten.</p>
<h2>Bewertungen: Notwendiges Übel und Chance</h2>
<p>Zunächst muss festgestellt werden, dass die rechtliche Lage sehr deutlich ist: Bewertungsportale wie Jameda oder Sanego dürfen auch ohne Ihr Wissen ein öffentliches Profil Ihrer Praxis erstellen, und jedermann darf, auch anonym, Kommentare hinterlegen. Ob es sich um echte Patienten handelt oder deren Freunde, um feindselig gestimmte Konkurrenten oder gar Agenturen, die in deren Auftrag handeln, ist nebensächlich. (Eine Liste maßgeblicher Gerichtsurteile finden Sie bei ra-zimmermann.net/bewertungsmanagement)</p>
<p>Da das Internet nicht nur in der jüngeren Generation eine immer größere Rolle bei der Meinungsbildung spielt, kann es somit einfach sein, dass Dritte mit wenigen Worten und schlechten Noten Ihre potentiellen Patienten verschrecken. Auch allgemein bekannt ist, dass Bewertungen subjektiv sind, können sie schnell über Ihren Umsatz mitentscheiden, ohne dass Sie direkt eingreifen können.</p>
<p>Viele Ärzte reagieren, indem sie diese Portale ignorieren. „Ich will mir das gar nicht erst anschauen!“ sagen sie – und verzichten somit auf eine große Chance. Denn Sie können mehr beeinflussen, als die Rechtslage vermuten lässt. Vor allem bieten Bewertungsportale bei allen ihren Nachteilen große Möglichkeiten zur kostenfreien Werbung, die auch im Rahmen geltender Berufsordnungen und Gesetze effektiv ist.</p>
<h2>Negative Bewertungen: Vorsicht vor dem Streisand-Effekt</h2>
<p>Vor einigen Jahren ging die Schauspielerin Barbra Streisand gerichtlich gegen die in Ihren Augen unrechtmäßige Veröffentlichung eines Satellitenfotos vor. Der daraus entstandene Medienrummel führte erst dazu, dass dieses Foto unter großer Aufmerksamkeit des Publikums tausendfach verbreitet wurde. Mit diesem seither als <em>Streisand Effect</em> bekannten Phänomen mussten viele Menschen Bekanntschaft machen, die laut gegen vermeintliche Ungerechtigkeiten vorgingen.</p>
<p>Wenn Sie auf eine negative Bewertung stoßen, denken Sie daran, dass es hier nicht um Recht und Unrecht geht, sondern um persönliche Vorlieben und Meinungen. Alle großen Bewertungsportale bieten die Möglichkeit, zu Bewertungen Stellung zu nehmen. Nutzen Sie diese Chance!</p>
<ul>
<li>Zum <strong>sachlichen Aspekt</strong> einer negativen Bewertung können Sie ebenso sachlich Stellung nehmen. Schreibt z. B. ein Patient, er habe „eeeeewig“ warten müssen, obgleich er ohne Notfall ohne Termin kam, können Sie dies richtigstellen.</li>
<li>Den <strong>Meinungsaspekt</strong> zu widerlegen ist hingegen unmöglich, ganz im Gegenteil kann ein online-Streitgespräch mit einem evtl. anonymen „Gegner“ niemals zu einer Lösung führen; 30 Jahre Internet haben dies bewiesen. Beschwert sich ein Kommentator über „ätzende Unfreundlichkeit,“ atmen Sie tief durch und denken an den <em>Streisand Effect.</em> Kommentieren Sie dann ruhig und gelassen und bitten um Entschuldigung, auch wenn es bedeutet, dass Sie über Ihren Schatten springen müssen. Eine Antwort wie „Es tut mir leid, dass Sie sich unwohl gefühlt haben“ verbunden mit einem Gesprächsangebot kann wahre Wunder wirken, niemandem bricht ein Zacken aus der Krone, und vor allem: <strong>Kein Kunde ist treuer als der, der unzufrieden war und „bekehrt“ wurde.</strong></li>
<li>Reagieren Sie schnell, aber nicht sofort. Sicher kann eine extrem schlechte Meinungsäußerung Ihr „Online-Image“ schädigen und kann sogar den Umsatz beeinflussen, doch eine sofortige Reaktion kann den Schreiber in seiner Meinung bestätigen, ganz gleich welche Worte Sie wählen wirkt es „getürkt,“ zu schnell zu reagieren. Warten Sie mindestens einen Tag, oder definieren Sie einen Termin (z. B. an jedem zweiten Mittwoch um 20 Uhr), an dem Sie alle Bewertungen lesen und persönlich kommentieren.</li>
</ul>
<h3>Bewertungen sind Chefsache</h3>
<p>Lagern Sie die Reaktion auf Bewertungen <em>niemals</em> an Ihre Mitarbeiter/innen oder externe Agenturen aus. Genau wie das Gespräch mit dem Patienten ist die Kommentierung von Bewertungen absolute Chefsache! Ihr Praxisteam oder eine Agentur kann behilflich sein, alle Portale regelmäßig auf neue Bewertungen zu überprüfen (manuell oder automatisiert), doch die Kommentare <em>müssen</em> aus Ihrem Munde kommen, und zwar auch dann, wenn sich eine Bewertung auf Ihre Mitarbeiter bezieht.</p>
<h2>Positive Bewertungen verstärken</h2>
<p>Ebenso wie Sie bei negativen Erfahrungen um Entschuldigung bitten sollten, sollten Sie Zeit darauf verwenden, sich für positive Bewertungen zu bedanken. Wenn ein Patient nach der Behandlung Sie oder Ihr Team lobt, schauen Sie dann einfach zur Seite, oder bedanken sich für das Lob? Sehen Sie. Dasselbe muss bei Bewertungen gelten. Sie zu ignorieren bedeutet, den Patienten zu ignorieren; sie zu verstärken bedeutet, den Patienten und seine Loyalität zu bestätigen. Und je höher die Zufriedenheit und Loyalität, umso höher seine Weiterempfehlungsquote.</p>
<p>Wenn aus einer positiven Bewertung der Autor eindeutig zu erkennen ist, setzen Sie in der Patientenkartei eine Notiz, damit Sie bzw. das Teammitglied, das gelobt wurde, sich beim nächsten Patientenkontakt persönlich bedankt.</p>
<p>Sowohl Patienten als auch Ärzte scheinen manchmal zu vergessen, dass die Regeln des Miteinanders auch im Internet gelten. Deshalb verstehen sich die obige Hinweise zu negativen und positiven Bewertungen vor allem als Erinnerung, dass der Patient auch im Internet – und auch anonym! – weiterhin ein Mensch ist, dem menschlich zu begegnen ist. Wenn Sie dies beherzigen, haben Sie bereits 99% Ihres Bewertungsmanagements im Griff.</p>
<h2>Negative Bewertungen löschen lassen?</h2>
<p>Zunächst ist festzustellen, dass Plattformbetreiber (Jameda etc.) kein besonderes Interesse an der Löschung von Beiträgen haben, da deren Websites mit jeder Bewertung ein klein wenig wertvoller werden. Zudem werden Bewertungen als Meinungsäußerungen in der Rechtsprechung besonders geschützt. Durch die Möglichkeit der Anonymität schießen manche Menschen über das Ziel hinaus und verfassen teils sehr detaillierte und extreme Beschwerden, die nicht selten auch üble Beleidigungen enthalten.</p>
<p>In diesen Fällen kann vom Bewertungsportal die Löschung verlangt werden, und ein Anwalt kann Sie dabei unterstützen, die Löschung zu bewirken. Man muss jedoch genau differenzieren, wann und ob ein Löschantrag sinnvoll ist, denn einen Querulanten hält nichts davon ab, denselben Text nochmals zu schreiben und ggf. auch an Stellen zu veröffentlichen, über die Sie niemals Kontrolle erhalten können.</p>
<p>Zudem ist zu beachten, dass sich ein potentieller neuer Patient von einer extrem schlechten Bewertung nur dann abschrecken lassen, wenn er deren Inhalt und Stil gutheißt: Per definitionem schrecken reißerisch negative Bewertungen also genau die Patienten ab, die Sie sowieso nicht in der Praxis haben möchten. (Dass sie dennoch am Ego kratzen, ist natürlich verständlich.)</p>
<h3>Recht auf Löschung</h3>
<p>Wollen Sie trotz der erwähnten Aspekte die Löschung einer Bewertung bewirken, haben Sie gute Chancen, wenn …</p>
<ul>
<li>… eine Bewertung Sie <strong>in Ihren Rechten verletzt,</strong> weil sie rechtswidrig ist, also die Grenze zur Meinungsfreiheit überschreitet. Dabei sind Meinungsäußerungen als wertende Stellungnahmen zulässig, jedoch darf die Grenze zur Schmähkritik nicht überschritten werden.</li>
<li>Auch wenn eine Bewertung eine <strong>unwahre Tatsachenbehauptung</strong> ist,  kann die Löschung bewirkt werden, weil sie das allgemeine Persönlichkeitsrecht oder den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb des Arztes verletzen kann.</li>
</ul>
<p>Liegt eine Rechtsverletzung vor, haben Sie Anspruch auf Löschung der Bewertung. Erteilen Sie dem Betreiber der Plattform einen entsprechenden Hinweis und verlangen Sie die Löschung. Falls der Betreiber (der generell andere Interesse verfolgt als Sie) eine andere Auffassung vertritt als sie, müssen Sie sich mit dessen Einschätzung nicht zufrieden geben. Je nach Fall kann Ihnen ein Entfernungs- und/oder Unterlassungsanspruch gegen den Verfasser oder den Betreiber des Bewertungsportals zustehen.</p>
<h3>Rechtlicher Ausblick</h3>
<p>Die Rechtsprechung hält nur sehr schleppend mit den Entwicklungen des Internets Schritt. Ob auch zukünftig die Rechtsprechung die Zulässigkeit der Speicherung von personenbezogenen Daten in Bewertungsportalen in jedem Einzelfall an der Meinungsfreiheit in der Art und Weise gemessen werden, wie es derzeit der Fall ist.</p>
<p>Die bisherige Rechtsprechung ging immer davon aus, dass erklärtes Ziel der Betreiber von Bewertungsplattformen der freie Informations- und Meinungsaustausch sei &#8211; und nicht vorrangig der Umsatz. Jedoch kann man davon ausgehen, dass der Betreiber eines Bewertungsportals ein gewinnorientiertes Unternehmen und keine Stiftung von Gutmenschen ist.</p>
<p>Aufgrund der Anonymität, der Missbrauchsgefahr und der Tatsache, dass eine Überprüfung der „Kontrolle“ der Bewertungsplattform durch den Betroffenen kaum gegeben ist, ist zu fragen, wie weit das Recht des Arztes strapaziert werden darf.</p>
<p>Entsprechend ist zu wünschen, dass bei Bewertungsportalen nicht nur das Recht der Meinungsäußerung berücksichtigt wird, sondern auch die Gelderzielungsabsicht der Betreiber, die jedoch häufig zu Lasten der Ärzte stattfindet.</p>
<p><em>Autoren: Mathias Maul, Boris Zimmermann.</em></p>
]]></content>
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		<entry>
		<author>
			<name>Mathias Maul</name>
						<uri>https://maulco.de/</uri>
					</author>
		<title type="html"><![CDATA[Do not Rush]]></title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://maulco.de/do-not-rush/" />
		<id>http://maulco.de/?p=2153</id>
		<updated>2015-06-09T19:25:52Z</updated>
		<published>2014-01-31T11:21:04Z</published>
		<category scheme="https://maulco.de" term="Basis" /><category scheme="https://maulco.de" term="Blog" />		<summary type="html"><![CDATA[Die Anzeigetafel blinkt: U-Bahn fährt ein! Der Mitarbeiter am Bahnsteig schaut auf die Tafel, auf den Zug, seine Uhr, spricht ein paar Wörter, macht eine weit ausholende Geste mit seinem Arm, zeigt mit weiß behandschuhtem Zeigefinger auf die Tafel, nickt und sagt laut Yoshhh… alles OK. Der Zug hält, einige hundert Menschen steigen aus, danach [&#8230;]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="https://maulco.de/do-not-rush/"><![CDATA[<p>Die Anzeigetafel blinkt: U-Bahn fährt ein! Der Mitarbeiter am Bahnsteig schaut auf die Tafel, auf den Zug, seine Uhr, spricht ein paar Wörter, macht eine weit ausholende Geste mit seinem Arm, zeigt mit weiß behandschuhtem Zeigefinger auf die Tafel, nickt und sagt laut <em>Yoshhh…</em> alles OK.</p>
<p>Der Zug hält, einige hundert Menschen steigen aus, danach steigen hunderte neue ein. Keine zwanzig Sekunden nach Einfahrt schließen die Türen, der Mitarbeiter schaut, spricht, zeigt, der Zug fährt weiter. Kein Gedränge, keine Hast, jeder Passagier weiß, was er zu tun hat.</p>
<p><span id="more-2153"></span></p>
<p style="text-align:center;">○</p>
<p>Im 40. Stock eines Büroturms in Roppongi angekommen, Blick auf <em>Fujisan</em> im Sonnenuntergang, unterhalte ich mich mit einem Bankmanager über Resilienz. Er erzählt, wie er kurz nach der Tsunami-Katastrophe hundert gebrauchte Fahrräder organisierte und mit einem geliehenen Lastwagen in die Region brachte, um den vom Verkehr abgeschnittenen Menschen lebenswichtige Mobilität zu ermöglichen. Er traf einen Mann, der seine Frau und zwei seiner drei Töchter verloren hatte. Als dieser sein Fahrrad erhielt, sagte er: „Vielen Dank, es hilft mir, meine Nachbarn beim Wiederaufbau ihrer Häuser zu unterstützen.“</p>
<p style="text-align:center;">○</p>
<p>Seit über 100 Jahren führen Mitarbeiter der japanischen Bahnen wichtige Arbeitsschritte hochbewusst aus: Schau den Knopf an, drücke ihn, zeige drauf, und sage es laut, wenn Du ihn gedrückt hast – ganz egal ob jemand zuschaut oder zuhört oder nicht. Die Fahrer der Schnellzüge lernen dieses System ebenso wie die Frauen und Männer, die sie reinigen. Die Verspätung eines Shinkansen beträgt im Jahresdurchschnitt 36 <em>Sekunden.</em></p>
<p>Aufgaben nacheinander statt „gleichzeitig“ auszuführen ist eine Gewohnheit—ebenso wie die, anderen Menschen zu helfen, ohne nach dem Wieso und Weshalb zu fragen.</p>
<p>Diese Gewohnheiten sind nicht etwa ein Teil von uns, sondern wir <em>sind</em> unsere Gewohnheiten. Das macht es so leicht, uns ändern zu <em>wollen,</em> und so unendlich schwierig, es wirklich zu <em>tun.</em> Manche wollen das Große Ganze ändern, ihre Persönlichkeit, ihr Ego; am besten jetzt und sofort. Ab dem ersten Januar wird alles anders. Dieses Mal ganz bestimmt.</p>
<p>Aber unser Großes Ganzes ist träge wie ein Ameisenhaufen; es <em>muss</em> träge sein, damit wir unseren Halt nicht verlieren. Die einzelnen Ameisen? Flink und flexibel. Es ist einfacher, einer Ameise zu sagen „geh mal ein bisschen mehr dort lang,“ als den ganzen Haufen zu verschieben, doch es bedarf Geduld, das Ergebnis abzuwarten. Auch Hast ist eine Gewohnheit, vermutlich die, die uns am meisten daran hindert, unsere Ameisenhaufen zu verändern, zu verbessern, Schritt für Schritt.</p>
<p style="text-align:center;">○</p>
<p><em>Do not rush</em> – nicht hetzen! Dieser Hinweis steht in Tokyo an Metro-Stationen, Rolltreppen und überall dort, wo Menschen den Trugschluss denken könnten, dass Hast sie schneller ans Ziel bringt. Es wirkt.<br />
Ich wünsche Ihnen ein neues Jahr ohne Hast und Hetze, und auf dass Sie Ihre Ameisen im Zaum halten mögen. Zeigen, sprechen, tun. Die weißen Handschuhe sind optional.</p>
]]></content>
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		<entry>
		<author>
			<name>Mathias Maul</name>
						<uri>https://maulco.de/</uri>
					</author>
		<title type="html"><![CDATA[In 10 Minuten am Tag die Website nach vorn bringen]]></title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://maulco.de/10-minuten-seo/" />
		<id>http://maulco.de/?p=2005</id>
		<updated>2013-05-13T11:32:41Z</updated>
		<published>2013-05-13T11:26:49Z</published>
		<category scheme="https://maulco.de" term="Blog" /><category scheme="https://maulco.de" term="Marketing" /><category scheme="https://maulco.de" term="Vom Coach zum Unternehmer" />		<summary type="html"><![CDATA[Ho ho hoo … wieso dieser reißerische Titel? Und sowieso: Nur eine Seite Text für ein sooo kompliziertes Thema? Tja, genau das ist das Problem. Viele denken, es sei sooo schwierig und kompliziert, eine Website erfolgreich zu machen, und noch mehr denken, man müsse reißerisch sein. Beides stimmt nicht. Sie brauchen nur drei Dinge: Ein [&#8230;]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="https://maulco.de/10-minuten-seo/"><![CDATA[<p>Ho ho hoo … wieso dieser reißerische Titel? Und sowieso: Nur eine Seite Text für ein sooo kompliziertes Thema?<br />
<span id="more-2005"></span><br />
Tja, genau das ist das Problem. Viele denken, es sei sooo schwierig und kompliziert, eine Website erfolgreich zu machen, und noch mehr denken, man <em>müsse</em> reißerisch sein.</p>
<p>Beides stimmt nicht. Sie brauchen nur drei Dinge: Ein Ziel, Geduld und einen Dickkopf. Erfolg im Internet kommt nicht über Nacht; und die wirkliche Arbeit beginnt immer erst <em>nach</em> der Live-Schaltung einer Website. Monate oder Jahre durchzuhalten ist nicht jedermanns Sache, aber Durchhalten ist notwendig, um erfolgreiche Website zu erschaffen.</p>
<p>Die gute Nachricht: Es ist leicht, die Erfolgsmuskeln zu trainieren. Nehmen Sie sich für die nächsten mindestens sechs Monate jeden Tag 10 Minuten und tun – täglich – dies:</p>
<p><strong>Minute 1:</strong> Fragen Sie sich: Wer genau ist mein idealer Kunde? Wen will ich ansprechen, wer soll mich wie kontaktieren, und was soll er wie bei mir kaufen?</p>
<p><strong>Minute 2:</strong> Falls Ihre Antwort sich von der gestrigen unterscheidet (was durchaus sein kann und darf!) und Sie sich sicher sind, dass sie stimmig ist, ergänzen Sie die Beschreibung Ihres Idealkunden. (<a href="/tag-1-idealklient/">Sie kennen doch Ihre Idealkunden, oder?</a>)</p>
<p><strong>Minuten 3 und 4:</strong> Fragen Sie sich: Was ist gestern oder heute geschehen, oder welche neue, positive Erkenntnis habe ich gewonnen, die in Bezug zu meinem Geschäft steht? Wird diese Erkenntnis für meine idealen Kunden interessant sein? (Wenn nein, suchen Sie weiter.)</p>
<p><strong>Minute 5 bis 9:</strong> Schreiben Sie auf Ihrer Website einen kurzen Blog-Beitrag über dieses Thema, und zwar so, dass Ihre idealen Kunden ihn gern freiwillig weitererzählen und die un-idealen Kunden uninteressiert weiterblättern.</p>
<p><strong>Minute 10:</strong> Verbreiten Sie den Beitrag z. B. über Twitter, LinkedIn oder Facebook, und in un- oder regelmäßigen Abständen über Ihre(n) Newsletter. Dann lehnen Sie sich zurück, nehmen einen Schluck aus der Kaffeetasse und freuen sich auf den nächsten Tag.</p>
<p><small>ps. <em>Täglich</em> bedeutet übrigens wirklich: <em>täglich.</em> Erfolg ist die Folge von kleinen, passenden Gewohnheiten.</small></p>
<hr />
<p><a href="http://vomcoachzumunternehmer.de"><img width="64" src="https://maulco.de/wp-content/themes/miso5/assets/img/vczu-u1-400x565.jpg" class="alignleft"></a>Mehr davon?<br /> <a href="http://vomcoachzumunternehmer.de">Vom Coach zum Unternehmer</a></p>
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		<author>
			<name>Mathias Maul</name>
						<uri>https://maulco.de/</uri>
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		<title type="html"><![CDATA[Verrückter als der Klient]]></title>
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		<id>http://maulco.de/?p=1960</id>
		<updated>2013-04-25T09:08:22Z</updated>
		<published>2013-04-25T08:05:38Z</published>
		<category scheme="https://maulco.de" term="Basis" /><category scheme="https://maulco.de" term="Blog" /><category scheme="https://maulco.de" term="News" />		<summary type="html"><![CDATA[NLP und Persönlichkeit: Richard Bandler zeigt uns beides in London. Die alte Garde ist noch nicht abgemeldet. Alles beim Alten? And then, you see, you just fucking change that freakin’ memory, and it’s fucking gone! Der alte Meister steht auf der Bühne, zieht über das Establishment her und flucht. Alles beim Alten. So könnte man [&#8230;]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="https://maulco.de/bandler-london-2012/"><![CDATA[<p>NLP und Persönlichkeit: Richard Bandler zeigt uns beides in London. Die alte Garde ist noch nicht abgemeldet. Alles beim Alten?<br />
<span id="more-1960"></span></p>
<blockquote><p>And then, you see, you just fucking change that freakin’ memory, and it’s fucking gone!</p></blockquote>
<p>Der alte Meister steht auf der Bühne, zieht über das Establishment her und flucht. Alles beim Alten. So könnte man dieses Wochenende in London im Oktober zusammenfassen. Oder so: Der Altmeister steht auf der Bühne, ergriffen von seinem Lebenswerk, in dem er ein ganz neues Establishment erschaffen hat, und sprüht vor Jugendlichkeit. Alles beim Alten.</p>
<p>Den gut 600 Zuschauern macht er es einfach, sich schnell zu entscheiden, auf welcher Seite sie stehen. Es gibt kein Nein, es gibt nur das Ja. Ja, ich will in Trance sein; ja, ich will diese Emotion verändern; ja, ich will nicht Nein sagen. Bandler ist pure Polarisation; Paul McKenna, der immerhin die Hälfte des Seminars übernimmt, steht in seinem Schatten wie ein Conférencier.</p>
<p>Polarisation und Reduktion: Kein Drumherumreden, kein Wühlen in Problemen. Veränderungsökologie? Nicht erwähnenswert; wieso auch? „Your unconscious isn’t fucking stupid!“, das Unbewusste wird’s schon richten. Es gibt nur das Positive, und alles was stört, ist Vergangenheit oder noch nicht gelebte und damit – NOW! – jederzeit änderbare Zukunft.</p>
<p>Polarisieren ist Teil von Bandlers Erfolgsrezept, und noch heute hat er dieselbe Verve wie vor vierzig Jahren. Beim Zuschauen fühle ich mich erinnert an Aaron Beck, der gegen das Establishment der Psychoanalyse anstürmte, oder Martin Seligman, der den Behaviorismus in Grund und Boden forschte.</p>
<blockquote><p>Just think what you’re gonna do with all that fucking free time you’ve got when you stop worrying about that freakin’ problem that’s already gone now. 4000 hours a year less of worry! Think about it, you could &#8230; masturbate! 4000 hours a year!</p></blockquote>
<p>Diese Vergangenheit freilich ist vorbei, Bandlers altbekannte Geschichten bleiben. Andy mit den Sandwichbabys, der Versicherungsvertreter mit dem Teufelshologramm, Jesus mit dem Holzkreuz. Bandler, der Geschichtenerzähler, steht auf der Bühne, gezeichnet vom Schlaganfall, der Diabetes und einem über Jahrzehnte – man könnte glauben:<br />
Jahrhunderte – gewachsenen Sturkopf, der bei aller Rigidität eine Empathie ausstrahlt, die fast nicht von dieser Welt ist. Er ist gleichsam empathisch wie emphatisch, und wir lernen: „Fuck“ ist ein vielseitiges Wort.</p>
<p>Auf der Bühne bietet sich das übliche Demo-Programm: Phobien, Unfalltraumata, Schüchternheit und Redeangst, schwuppdiwupp ist alles weggecoacht. Vordergründig genügen Bandler dafür Submodalitäten und Anker. Alles ist ganz einfach und damit eine willkommene Heilsbotschaft für die überausgebildeten Seminarhopper: Mach’s mir nach und du hast Erfolg.</p>
<p>Hintergründig, eigentlich, wirken sicher der Bühnenkontext – mit 600 Zuschauern klappt jede Intervention – und Bandlers einnehmende Persönlichkeit: Sei verrückter als dein Klient und die Arbeit ist erfolgreich! Das NLP, das Bandler präsentiert, kann nur im Zusammenspiel mit einer sehr speziellen Persönlichkeit funktionieren, einer Persönlichkeit, die er <em>per definitionem</em> voll verkörpert.</p>
<p>Und mindestens hierfür hat es sich gelohnt, ihn live zu erleben. Um Bandlers NLP anzuwenden, um es zu leben, muss man ein wenig sein wie er.</p>
<p>Kürzlich fragte mich ein Kollege: Was gibt es denn heutzutage Wegweisendes zum Thema NLP zu sagen? Ist die „alte Garde“ schon abgemeldet? Ich glaube, die Zukunft gehört denen, die die ursprüngliche Einfachheit von NLP zu schätzen und zu nutzen wissen, und auch jenen, die sich trauen, ihre Persönlichkeit voll zur Geltung zu bringen … und mindestens ein bisschen verrückter zu sein als ihre Klienten.</p>
<hr/>
<p><small>Erschienen in <em>Kommunikation &amp; Seminar</em> Ausgabe 1/2013 (<a href="/wp-content/uploads/2013/04/bandler-london-2012.pdf">PDF</a>)</small></p>
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