<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><rss xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:openSearch="http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/" xmlns:blogger="http://schemas.google.com/blogger/2008" xmlns:georss="http://www.georss.org/georss" xmlns:gd="http://schemas.google.com/g/2005" xmlns:thr="http://purl.org/syndication/thread/1.0" version="2.0"><channel><atom:id>tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024</atom:id><lastBuildDate>Sun, 29 Sep 2024 04:47:44 +0000</lastBuildDate><category>Gesellschaft</category><category>Kirche</category><category>Glaube</category><category>Postmoderne</category><category>Emerging Church</category><category>Der Rest</category><category>Philosophie</category><category>Psychologie</category><category>Morgengedanken</category><category>Jahresaufgabe_GoDi</category><category>Wissenschaft</category><category>Seelsorge</category><category>RoF</category><category>Gottesdienst</category><category>Quantenphysik</category><category>Evolution</category><category>Informatik</category><title>Vagabund in die Gedankenwelt</title><description>Eine Reise in die metaphysiche Welt der Gedanken, Ideen, Konzepte ...</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/</link><managingEditor>noreply@blogger.com (MentalRover)</managingEditor><generator>Blogger</generator><openSearch:totalResults>84</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>25</openSearch:itemsPerPage><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-5948611109058481597</guid><pubDate>Thu, 26 May 2011 21:22:00 +0000</pubDate><atom:updated>2011-05-27T00:41:37.897+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Glaube</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Kirche</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Philosophie</category><title>Weisheit ... ?!</title><description>Auf dem &lt;a href=&quot;http://revolutionofmymind.blogspot.com/2011/05/fragen-uber-fragen.html&quot;&gt;Laut-gedacht-Blog&lt;/a&gt; stellt M. die Frage, was denn genau geistliches Wachstum ist. Diese Frage hat bei mir einen eigenen Gedanken wieder angetriggert, der mir vor einer Weile schonmal durch den Kopf schoss.  Nämlich:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie steht es heute eigentlich um den Begriff &quot;Weisheit&quot;?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um darüber zu sprechen, muss man natürlich erst einmal den Gegenstand der Debatte definieren. Und hier kommt uns natürlich wieder &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Weisheit&quot;&gt;Wikipedia&lt;/a&gt; zu Hilfe:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;Als &lt;b&gt;Weisheit&lt;/b&gt; wird eine transkulturell-zeitlose, universal-menschliche, reale oder ideale, entweder als reifungsbedingt erwerbbar oder aber als göttlich verliehen gedachte exzeptionelle  Fähigkeit bezeichnet. Sie zeichnet sich durch eine ungewöhnlich tiefe  Einsicht in das Wirkungsgefüge von Natur, Leben und Gesellschaft,  besonderes Wissen, eine herausragende ethisch-moralische Grundhaltung und das damit verbundene Handlungsvermögen aus.&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;Weisheit ist auch explizit ein wichtiger Aspekt in der Bibel, z.B. archetypisch präsentiert durch die Figur des König Salomo. Auch werden einige Schriften der Bibel als sog. Weisheitsliteratur bezeichnet, da ihr Inhalt als die schriftliche Niederlegung von eben diesen tiefen Einsichten und/oder den daraus folgenden Handlungsanweisungen betrachtet wird. (vgl. dazu auch wieder &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Weisheit#Die_Bibel&quot;&gt;Wikipedia&lt;/a&gt;).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus unserem heutigen Alltag ist der Begriff der Weisheit fast völlig verschwunden, und findet sich, wenn überhaupt, nur noch in fantastischer Literatur. Das allgemeine Streben geht in Richtung Wissenserwerb (Information), wissenschaftliche Beobachtung und Erkenntnis, den Ausbau kognitiver und kommunikativer Fertigkeiten als Mittel zum Zweck (sog. &quot;Soft-Skills&quot;), planerische und steuernde Fähigkeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weisheit jedoch, die neben all dem auch einen ethisch-moralischen Aspekt enthält, und die durch eher kontemplative Betrachtung der Welt und Meditation[1] über die beobachteten Phänomene zustande kommt, hat keinen Raum mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weisheit wurde früher unter anderem mit Lebenserfahrung in Verbindung gebracht, mit dem Alter und mit grauen Haaren. Weisheit bedeutete, dass der Erfahrene oder mit Erkenntnis Ausgestattete einen Rat gab, eine Handlung vollzog oder Ähnliches, die einem Jüngeren oder Unerfahreneren Hilfestellung und Leitung geben konnte.&lt;br /&gt;Zum Weisen ging man, um sich einen Rat zu holen. Dem Weisen hörte man zu, denn was er sagte, hatte Bedeutung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heutzutage jedoch werden Alter und graue Haare eher mit anderen Aspekten in Verbindung gebracht:  Senilität, überholter Tradition, Fixierung auf Vergangenes, Unverständnis für den modernen Lebensstil und daher Irrelevanz für diesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man kann dies natürlich wieder mit der ungestümen Rebellion der Jugend, die nicht auf das Alter hören will, verargumentieren. Aber man kann es auch anders herum betrachten. Wenn die ältere Generation von vielen Dingen, mit denen moderne Menschen aufwachsen, überfordert sind (sowohl im geistigen Verständnis als auch in der moralischen Einschätzung), wie sollen sie da relevanten Rat geben können?&lt;br /&gt;Jedenfalls nicht einfach deshalb, weil sie &quot;alt&quot; und somit &quot;erfahren&quot; sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weisheit erfordert mehr. Sie erfordert, dass man &quot;nach ihr strebt&quot;. Sich mit ihr bzw. ihren Inhalten auseinandersetzt. Die Welt aus einer gewissen Perspektive bewusst wahrnimmt und sich darüber Gedanken macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus religiöser Sicht, aus christlicher Sicht, ist Weisheit aber auch ein göttliches Geschenk. Eine Gabe. Etwas, das mit dem Glauben und mit Gott in Verbindung steht. Weisheit erfolgt aber auch aus dem Glauben, indem der Bekehrte lernt, die Welt aus Gottes Sicht zu betrachten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wikipedia:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;Andererseits wird Weisheit auch mit persönlichen Erfahrungen in  Zusammenhang gebracht: „Der Weg des Narren erscheint in seinen eigenen  Augen recht, der Weise aber hört auf Rat.“ (Sprüche 12,15)  Die Bibel enthält auch direkte Handlungsanweisungen zur Erlangung von  Weisheit: „Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Wege an und werde  weise!“ (Sprüche 6,6) &lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;Aber auch aus der Kirche haben wir den Aspekt der Weisheit eher verdrängt. Das Wort wird auch hier eher selten in den Mund genommen. Von der Kanzel werden keine Weisheiten vermittelt, sondern theologische Richtigkeiten. Texte werden genommen, seziert, analysiert, positioniert, interpretiert. Die Vermittlung der Weisheit, oder besser: die Anleitung des Hörers hin zur Weisheit zu kommen, kommt zu kurz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das scheint mir ein Grund zu sein, warum unsere Gottesdienste und Predigten heute so flach wirken, warum sie so wenig Auswirkung auf den Alltag haben. Wir werden nicht an die Hand genommen, um die Welt aus Gottes Sicht zu betrachten, und dadurch weise zu werden. Es fehlt die Anleitung, wie wir das, was wir im Rest der Woche auf uns einwirken sehen, mit Weisheit betrachten können, um daran zu wachsen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch hier wieder mein Punkt:  Ist die Kanzel-Predigt überhaupt der richtige Weg, das zu tun? Hat Vermittlung von Weisheit nicht auch etwas damit zu tun, dass man jemanden auf einem Weg begleitet?&lt;br /&gt;In Israel war es damals üblich, dass Schüler ihren Lehrer auf Wanderungen begleiteten, und erlebten, wie dieser die unterschiedlichen Situationen des Lebens, mit denen sie konfrontiert wurden, behandelte. Wie er über sie dachte, was er darüber sagte, und welche Handlungen er daraus ableitete.&lt;br /&gt;Und: Die Lehrer waren dazu da, Weisheit und Erkenntnis zu vermitteln, nicht lediglich Wissen und Fertigkeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leider glauben wir, anderen Menschen, und insbesondere unseren Kindern und Jugendlichen, Weisheit und Glauben mit dem Textbuch und der Gruppendiskussion vermitteln zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber Weisheit hat nicht nur etwas mit dem Predigt- und Lehr-Stil zu tun. Weisheit ist ebenso ein wesentlicher Aspekt der christlichen Seelsorge. Hier ist der Punkt, wo es wirklich um die einzelne Person und ihren Lebensstil geht. Hier ist der Punkt, wo wirklich gezielt ihre Fragen und ihre Probleme zum Thema werden.&lt;br /&gt;Hier ist der Punkt, wo viel für die Person Relevantes vermittelt werden kann. Wenn in dieser Situation Weisheit beteiligt ist, so führt sie am unmittelbarsten zu Handlungsanweisung, zu Veränderung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daher ist Seelsorge -in jeder möglichen Form- ein so wichtiger Aspekt von Gemeinde, und daher ist es tragisch, wenn dieser Aspekt im Gemeindeleben zu kurz kommt und zu wenig thematisiert wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Fragen lauten daher am Ende:&lt;br /&gt;Wo kann man &quot;Weisheit&quot; in Kirche erleben?&lt;br /&gt;Wie kann &quot;Weisheit&quot; wieder ein Thema in Kirche werden?&lt;br /&gt;Wie wollen wir künftig &quot;Weisheit&quot; vermitteln?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[1] &quot;Meditation&quot; ist hier nicht im Sinne einer religiösen Übung gemeint, sondern eher zu verstehen als das tiefe Nachdenken über Gesehenes und Gehörtes, das Zeit braucht und sich diese Zeit auch nimmt.</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2011/05/weisheit.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-7770246250011316593</guid><pubDate>Thu, 24 Mar 2011 20:13:00 +0000</pubDate><atom:updated>2011-03-24T22:45:46.371+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gesellschaft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Glaube</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Kirche</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Postmoderne</category><title>Gemeinde vs. Gemeinde vs. Gemeinde</title><description>Auf dem Laut-Gedacht-Blog hat M. einen &lt;a href=&quot;http://revolutionofmymind.blogspot.com/2011/03/fuhrungs-und-organisationspsychologie.html&quot;&gt;Post zum Thema Gemeinde&lt;/a&gt; veröffentlicht, der mich mal wieder zum Nachdenken gebracht hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zitat:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;Von &quot;der Gemeinde&quot; erwarte ich eigentlich recht wenig. Wörter wie Stress, schwerfällig, leblos, Frust kommen mir in den Sinn. Von den Menschen die ich dort begegne halte ich wiederum sehr viel und traue ihnen auch sehr viel zu wenn es mal hart auf hart kommen sollte.&lt;/blockquote&gt;und:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;Das Gefühl, dass es eben nicht hart auf hart kommt, weil man sich mehr mit Organisation als mit einem lebendigen Gott beschäftigt und Gemeinde gar nicht zeigen kann, dass sie Gemeinde ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zuneigung zu den Menschen und werdene Abneigung zur Gruppe sind eine verwirrende Sache.&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;Gerade die Verwirrung des letzten Satzes kann ich durchaus nachempfinden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einem Kommentar schreibt er:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;Meine Generation ist alt genug, um sich so zu organisieren, dass sie die Gemeinde als Treffpunkt nicht mehr nötig hat und hat sich für andere Orte entschieden.&lt;br /&gt;Das macht mich nicht gerade glücklich.&lt;/blockquote&gt;Insgesamt bringt mich das wieder zu der Überlegung: Was ist eigentlich &quot;Gemeinde&quot; ?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Begriff an sich ist nicht eindeutig, und auch in seinem Post vermischen sich Aspekte, die ich gerne begrifflich getrennt haben möchte, um über die aktuelle und zukünftige Situation überhaupt sprechen zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also versuche ich, das mal etwas auseinanderzufieseln und begrifflich abzugrenzen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Zum einen haben wir da also die Gemeinde als eine Menge von Menschen. In dieser Gruppe bildet sich natürlich das übliche Beziehungsgeflecht aus, wie es in jeder genügend großen Gruppe auftritt. Hier entwickeln sich Freundschaften, aufgrund der spirituellen Ausrichtung und der Tiefe der Gemeinsamkeit und des Austausches (Hauskreis, Seelsorge) eben auch recht tiefe Freundschaften. Ich nenne das: die &lt;span style=&quot;font-weight: bold;&quot;&gt;Beziehungsgemeinde&lt;/span&gt;.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Dann haben wir eben die Gemeinde als Organisation. Hier werden Strukturen gebildet, Gruppen geordnet, geleitet, organisiert und verwaltet. Hier werden allgemeine Entscheidungen getroffen, Güter beschafft und verwaltet, eine Corporate Identity aufgebaut. Ohne polemisch sein zu wollen, belege ich diesen Aspekt mit dem Begriff &lt;span style=&quot;font-weight: bold;&quot;&gt;Gemeindeverein&lt;/span&gt;, denn strukturell ist er genau das.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Als drittes haben wir dann noch den zentralen Ort der Zusammenkunft, der Gruppengestaltung, der örtlichen Identifikation: das &lt;span style=&quot;font-weight: bold;&quot;&gt;Gemeindezentrum&lt;/span&gt;.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Das sind die drei &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Existenz-Aspekte&lt;/span&gt; der Gemeinde. Über diesen steht nun als übergreifendes Element, quasi als einschließende und definierende Klammer, der &lt;span style=&quot;font-weight: bold;&quot;&gt;Sinn und Zweck&lt;/span&gt; dieser Struktur. Ich nenne das  den &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Transzendenz-Aspekt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese drei Existenz-Aspekte stehen nun in einem Verhältnis zueinander, und die Spannung die sich ergibt, liegt meines Erachtens in eben diesen Verhältnissen begründet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn beispielsweise der Gemeindeverein viel Energie damit verbraucht, sich selbst und das Gemeindezentrum zu verwalten, so kann es passieren, dass er sich immer mehr vom Transzendenz-Aspekt entfernt. Das heißt, dass der Sinn und das Ziel des Ganzen verloren geht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nebenbemerkung: Folgendes ist übrigens ein Punkt, den ich auch in Unternehmen beobachte. Wenn es an der eigentlichen Zielausrichtung und an gemeinsamer Synergie zu einem bestimmten Zweck hin hapert, dann ist die Tendenz, Aktionen und Energien in Nebenschauplätze zu investieren. Wenn die grundsätzlichen Probleme immer unüberwindbarer erscheinen, so neigt man vermehrt dazu, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Ganz einfach deshalb, weil man nicht untätig sein will, geht man die anderen Dinge an, die man bewältigen &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;kann&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leider führt diese Haltung aber auch leicht dazu, dass man Scheuklappen für die großen Probleme entwickelt, und Lösungen für diese ausblendet. Denn diese würden einen tiefen Eingriff in die Struktur bedingen, und würde aus der Sicherheit des Gewohnten und des Beherrschbaren herausreißen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drücken wir hier mal für einen Moment auf die Pausentaste der sozio-psychologischen Gedanken und kehren zu den konkreten Aussagen im verlinkten Post zurück. Und gehen wir hier zudem das Thema mal von hinten an:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Frage:&lt;br /&gt; &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Wieso ist es eigentlich so ein Unglück, wenn die Jugendlichen sich an anderen Orten organisieren, als im Gemeindezentrum?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Oder die Frage mal anders gestellt: &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Wieso ist es notwendig, dass sich Jugendliche mit christlichem Glaubenshintergrund im Gemeindezentrum treffen?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Ansicht dazu ist ja: Es ist nicht notwendig. &quot;Gemeindezentrum&quot; ist ein Phänomen einer bestimmten Zeit, eines bestimmten Umfelds.  Nicht zu jeder Zeit und nicht an jedem Ort findet Gemeinde in Form eines Gemeindezentrums ihre Struktur. Hauskreise, Untergrundgemeinden, sog. Dritte-Orte, alles das sind alternative Möglichkeiten, wie sich christliche Glaubende organisieren können.&lt;br /&gt;Missionarisch ist die (zumindest ausschließliche) Gemeindezentrum-Kultur schon gar nicht.&lt;br /&gt;Die Kontroverse zwischen Komm-Kultur und Geh-Kultur spielt sich auf diesem Terrain ab.&lt;br /&gt;Und mal ehrlich: Die besten Gespräche habe ich fast gar nicht im Gemeindezentrum gehabt. Diese ergaben sich immer spontan an anderen Orten. Der &quot;frömmste&quot; davon sicher der Hauskreis, aber eben vielfach auf Freizeiten, auf Parties, in Kneipen, am Arbeitsplatz. Dort, wo man ganz natürlich und ohne spirituellen Rahmen zwanglos zusammenkommt. Wo die Menschen selbst direkt vorkommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was wirklich spirituell fördert, menschlich aufbaut, weiterbringt, ist eben immer seltener die Zentralveranstaltung im Gemeindezentrum, sondern immer öfter das Beziehungsnetzwerk. Oder anders: die Beziehungsgemeinde.&lt;br /&gt;Schauen wir uns an, wie sich die Gesellschaft um uns herum wandelt, so wird Organisation immer dezentraler. Struktur immer mehr zu einem flüchtigen, verformbaren Konstrukt. Struktur wird weniger statisch und immer mehr organisch. Was heute noch enge Ortsbeziehung war, wird morgen zu loser Fernbeziehung. Was heute regelmäßiges Gruppentreffen war, wird morgen zum zielgebundenen zeitlich begrenzten Projekt. Bei Bedarf, spontan organisiert, wie ein Flash-Mob.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Frage ist, wie ein Gemeindeverein aussehen kann, der diesen Phänomenen Rechnung trägt. Der diese unvermeidlichen Aspekte akzeptiert, versteht und positiv in seine Struktur integriert, so dass dadurch wiederum der transzendentale Aspekt gelebt und vermittelt werden kann. Der eigentliche Sinn und Zweck hinter dem Konstrukt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solange der Gemeindeverein darauf ausgerichtet ist, zunächst die drängenden, organisatorischen, handhabbaren Probleme zu lösen, solange wird er keine Resourcen haben, sich mit den großen, eigentlichen und zielorientierten Problemen zu beschäftigen.&lt;br /&gt;Aus der psychologischen Beratung kennen wir diesen Punkt: Wenn der Ratsuchende glaubt, immer erstmal die naheliegenden Probleme zu lösen, bevor er anfängt, Visionen und daraus Ziele zu entwickeln, dann wird er niemals weiterkommen. Er wird immer nur reaktiv aktuelle Probleme abarbeiten, aber niemals die große, notwendige Wende angehen. Und er wird getrieben wie ein Blatt im Wind.  Er bleibt in seinem Teufelskreis gefangen.&lt;br /&gt;Leider wird oft vernachlässigt, dieses Wissen auf Gruppen zu übertragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der wesentliche Aspekt, über den sich Gemeinde Gedanken machen muss ist: &lt;br /&gt;Wie kann der Gemeindeverein dazu beitragen, dass sich die Beziehungsgemeinde voll entfalten kann?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man die Frage nun so stellt und sie intensiv verfolgt, dann kann es sein, dass die Antwort überraschend anders aussieht, als bisher angenommen. Dass sie eben nicht hochpriorisiert die Verbesserung der Zusamenarbeit zwischen Technik, Musikteam und Gottesdienstleitung, die Synchronisierung zwischen Gemeindebrief und Webauftritt, die Optimierung der Tonaufnahmen und Übertragungen in den Kinderbetreuungsraum oder die korrekte Einordnung der Jugendgruppen in die Diakonatstruktur zum Thema haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielmehr werden die Fragen viel stärker die Menschen, ihre Bedürfnisse, ihre Nöte und ihre Anknüpfpunkte für Glaubensfragen betreffen. Beziehungsgemeinde rückt dann in den Vordergrund, und Gemeindeverein und Gemeindezentrum sind dann nachgeordnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Zuneigung zu den Menschen und Abneigung zur Gruppe&quot; empfinde ich inzwischen gar nicht mehr so verwirrend. Vielmehr ist sie für mich meist ein Indiz dafür, dass die Anforderungen und Aufgaben des Gemeindevereins die Beziehungsgemeinde nicht mehr fördern, sondern Energie von dieser abziehen.&lt;br /&gt;Und &quot;Wörter wie Stress, schwerfällig, leblos, Frust&quot; sind dann eine logische Folge dieser Spannung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um einmal einen persönlichen Beitrag dazu zu geben:&lt;br /&gt;Aus meinem Gemeindeverein wurde ich als Leiter der Technik im ersten Quartal 2011 von vier Leuten zu drei organisatorischen Sitzungen eingeladen und habe weitere zwei persönliche Konfliktgespräche bewältigen müssen, plus zusätzlicher Absprachen zu Problemen und zur Organisation per Mail oder in Gottesdienst-Nachgesprächen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im selben Zeitraum hatte ich außerhalb meines Hauskreises genau zweimal einen Austausch darüber, wie es mir geht und wie es meinem Gegenüber geht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In meinen Augen ein Missverhältnis, wenn man die spirituelle Ausrichtung als Sinn, Zweck und Ziel von Gemeinde begreift.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;M. dazu:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;&quot;Eine Spannung die ich weder erklären noch beseitigen kann. Liebe zum Menschen, aber Enttäuschung von Effizienz, Struktur und Ausrichtung??? Das Gefühl, dass es eben nicht hart auf hart kommt, weil man sich mehr mit Organisation als mit einem lebendigen Gott beschäftigt und Gemeinde gar nicht zeigen kann, dass sie Gemeinde ist.&quot;&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;Gemeinde, Beziehungsgemeinde, sind zunächst und vor allem wir, du und ich. Und wir stehen immer wieder vor der Entscheidung, inwieweit wir Beziehungsgemeinde leben wollen, oder den Anforderungen des Gemeindevereins Rechnung tragen.&lt;br /&gt;Wir können die Spannung insofern beseitigen, dass wir aus unserem Erleben, aus unserer inneren Haltung dazu eine Antwort darauf geben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haben wir, du und ich, die Augen dafür offen, wo es &quot;hart auf hart&quot; kommt? Werden wir dann entsprechend priorisieren und die Beziehungsgemeinde dem Gemeindeverein voranstellen?&lt;br /&gt;Dann haben wir -für uns und für den, dem wir begegnen- die Spannung aufgelöst.&lt;br /&gt;Und der Transzendenz-Aspekt, der eigentliche Sinn und Zweck, rückt wieder in den Vordergrund.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Übrigens: Genau das ist in einem der ersten Kapitel von &quot;Schrei der Wildgänse&quot; thematisiert: Der Co-Pastor, der lieber den Besucher durch das Gemeindehaus begleitet, anstatt seine &quot;Pflichten&quot; an der Tontechnik zu erfüllen. So fing für Jake alles an....)</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2011/03/gemeinde-vs-gemeinde-vs-gemeinde.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>3</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-958278424626177061</guid><pubDate>Tue, 05 Oct 2010 18:34:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-10-05T21:03:03.195+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Glaube</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Kirche</category><title>Telepolis: &quot;In den Fängen der Evangelikalen&quot;</title><description>Schon heftig, was Jürgen Wolther in &lt;a href=&quot;http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33427/1.html&quot;&gt;diesem Artikel auf Telepolis&lt;/a&gt; so schreibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein klares Beispiel von geistlichem Mißbrauch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schade nur, dass da die Differenzierung fehlt. Aber schließlich ist es ein Interview, und das noch mit begrenztem Platz.&lt;br /&gt;Hier können vielleicht die Kommentare weiterhelfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;&quot;Ich habe selbstverständlich nicht alle Freikirchen Deutschlands kennengelernt, aber durchaus viele. Und von denen konnte man durchaus alle als evangelikal bezeichnen.&quot;&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leider wird nicht klar, ob her Wolther hier Ortsgemeinden einer bestimmten Richtung oder tatsächlich unterschiedliche Gemeinden aus unterschiedlichen Gemeindebünden -und damit Richtungen- beschreibt. Der Rest des Interviews scheint sich jedenfalls auf eine konkrete Gemeindeerfahrung zu beziehen, und ist damit hoch interessant, aber eher plakativ als repräsentativ.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und so wird dann doch letztlich alles über einen Kamm geschoren und Christen sind prinzipiell sektiererisch und böse. Dawkins würde sich beim Lesen entspannt zurücklehnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was für Gemeinden bleibt, die nicht einer solchen Richtung angehören?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.) Fordert niemals euere Mitglieder auf, sich aus der Welt zurückzuziehen und sich vom Weltlichen abzusondern (ganz einzelne Ausnahmen mag es geben, für die dies angesagt sein mag).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Flüssige Kirche&quot; (liquid church) durchdringt die Gesellschaft und sondert sich nicht ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.) Seid sensibel dafür, wenn Beiträge und Kollekten im Wesentlichen &quot;für die gemeindlichen Belange&quot; gesammelt werden. Insbesondere, wenn alle anderen gerade für&lt;br /&gt;die aktuelle Krisensituation des Monats (Haiti, Loveparade) sammeln.&lt;br /&gt;Öfter mal eine Sammlung, die für charitative Zwecke dient, ist sicher angebracht. Oder wie wär&#39;s mal mit einem öffentlichen Verzicht auf Kollekte, verbunden mit der Aufforderung, direkt an bestimmte Konten zu spenden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.) Werdet und seid sensibel für Machtfragen und autoritäre Strukturen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und für den einzelnen Christen in den Ortsgemeinden:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.) Schaltet nicht euer Gehirn aus. Bleibt offen für Kritik. Sowohl von Außen als auch aus dem eigenen Schädel. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.) Lernt rational zu argumentieren und auf solche Argumente angemessen zu reagieren. Nichts schadet dem christlichen Bild mehr, als wenn Christi Anhänger sich in Totschlagargumente und Strohmann-Debatten flüchten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.) Bleibt in allem gelassen. Fantischer Eifer schadet mehr, als er vermittelt (Hey, der gilt mir! ;-) ).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, nun kannst du deinen eigenen Senf dazugeben.</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2010/10/telepolis-in-den-fangen-der.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-6667096163277733768</guid><pubDate>Sun, 29 Aug 2010 10:02:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-08-29T19:37:43.392+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Glaube</category><title>Wunder ...</title><description>&lt;pre wrap=&quot;&quot;&gt;Auf dem Blog &lt;a href=&quot;http://revolutionofmymind.blogspot.com/2010/08/wunder.html&quot;&gt;Laut Gedacht&lt;/a&gt; hat M. über das Thema Wunder geschrieben. Als ich den Text gelesen habe, gingen so einige Gedanken bei mir los. Und die will ich hier einmal aufschreiben. Dieser Artikel ist keine Antwort, sondern ein eigener Gedankengang, angestoßen durch den Laut-Gedacht-Artikel. Ein Seitenweg quasi.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier meine Gedanken, roh geschreiben, daher in loser Folge.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.) Der letzte Absatz ist gefährlich.&lt;br /&gt;Die Aussage, Gott wirkt Wunder, wo es Menschen katastrophal schlecht geht, er wirkt keine (grossen) Wunder, wo es Menschen gut geht, da es ihnen ja auch ohnedem gut geht, sagt ja in letzter Konsequenz aus, dass wir Gott nicht brauchen, solange wir selber dafür sorgen, dass es uns gut geht:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot; class=&quot;moz-txt-underscore&quot;&gt;unser&lt;/span&gt; Gesundheitssystem, &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot; class=&quot;moz-txt-underscore&quot;&gt;unsere&lt;/span&gt; Wirtschaft, &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot; class=&quot;moz-txt-underscore&quot;&gt;unser&lt;/span&gt; freiheitliches Rechtssystem, dass ein Wirken Gottes überflüssig macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist das so?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.) Ein Problem ist, dass wir nur dann etwas als Wunder anerkennen, wenn etwas bestimmtes passiert. Für uns scheint es aber kein Wunder, dass etwas nicht passiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von daher kann die Aussage &quot;wir brauchen keine Wunder, da bei uns ja keine grösseren Katastrophen passieren&quot; auch anders gesehen werden. Es ist vielleicht ein Wunder, &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;dass&lt;/span&gt; bei &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;uns keine&lt;/span&gt; grösseren Katastrophen passieren, da wir mit unseren Kernkraftwerken, Fabriken, Chemieproduktionen und Verkehrsaufkommen durchaus Potential für katastrophale Ereignisse haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.) Fragen:&lt;br /&gt;Wie passen in dieses Bild Flutkatastrophen in deutschen Grossstädten? (Hamburg, Dresden) &lt;a class=&quot;moz-txt-link-freetext&quot; href=&quot;http://www.elbelche.de/alt/flut/&quot;&gt;http://www.elbelche.de/alt/flut/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;... oder andere Katastrophen, die dann eben &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot; class=&quot;moz-txt-underscore&quot;&gt;doch&lt;/span&gt; passieren?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Gott tatsächlich mit Wundern bei Katastrophen eingreift, warum greift er dann nicht&lt;span class=&quot;moz-txt-underscore&quot;&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-tag&quot;&gt; &lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;vor&lt;/span&gt;&lt;/span&gt; den Katastrophen ein, so dass sie ausbleiben?  (Gute Gegenfrage: Vielleicht tut er das auch,aber wie will man das wahrnehmen, wenn die Katastrophe ja eben nunmal ausbleibt?)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;... oder: warum wirkt er nicht Wunder an &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot; class=&quot;moz-txt-underscore&quot;&gt;allen&lt;/span&gt; Betroffenen, sondern nur an einzelnen?&lt;br /&gt;(Gott, hab Dank, dass &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot; class=&quot;moz-txt-underscore&quot;&gt;unsere&lt;/span&gt; Kinder &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot; class=&quot;moz-txt-underscore&quot;&gt;nicht&lt;/span&gt; zum Zeitpunkt X bei der Loveparade waren ... ???)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grundsatzfrage: Was ist überhaupt eine &quot;Katastrophe&quot;?&lt;br /&gt;Ist das nicht a) eine sehr menschliche Sicht eines faktischen Ereignisses?&lt;br /&gt;Gibt es b) nicht auch subjektive Katastrophen, die nicht unbedingt die Massen betreffen, aber im kleinen Kreis doch genug Not erzeugen, um ein Einwirken Gottes rechtfertigen zu können? Die private Katastrophe eben?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4.) Was ist eigentlich ein &quot;Wunder&quot;?&lt;br /&gt;M. schrieb:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;&quot;Auch wenn vieles in unserem Leben (wie Geburten, Nächstenliebe, &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;unwahrscheinliche glückliche Zufälle&lt;/span&gt;, die &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Schöpfung&lt;/span&gt; usw.) doch sehr schön und faszinierend ist so sind es doch keine Wunder. &quot;&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;(Hervorhebung von mir)&lt;br /&gt;Nun, zu sagen, die Schöpfung sei kein Wunder, steht auf wackligen Beinen. Wenn man sagt, dass Dinge wie Geburten kein Wunder sind, da sie ja nunmal natürlicher Teil der Schöpfung sind, so ist das nachvollziehbar.&lt;br /&gt;&quot;Die Schöpfung&quot; selbst aber wäre demnach sogar automatisch ein &quot;Wunder&quot; da sie selbst eben nicht Teil ihrer selbst -der Schöpfung- sein kann.&lt;br /&gt;Ich würde sogar sagen, wenn überhaupt irgend etwas ein Wunder ist, dann ist es genau die Existenz alles Existierenden an sich. Denn man kann nicht die Natur durch die Natur erklären, ohne in einen Zirkelschluss zu geraten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daneben hatte ich in der Vergangenheit schon den Eindruck bekommen, dass &quot;glückliche Zufälle&quot; durchaus &quot;Wunder&quot; im Sinne eines Eingreifens Gottes sein können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grund: H.P. Dürr beschreibt sehr schön die Zukunft als &quot;Potentialität&quot; der Gegenwart.&lt;br /&gt;Als eine Menge von Optionen, wie die nächste Gegenwart, basierend auf der aktuellen Gegenwart, aussehen könnte.&lt;br /&gt;Die aktuelle Gegenwart ist dann Quasi der Ereignishorizont, wo aus der Menge der potentiellen Gegenwarten die eine, die wir erleben, ensteht. Jeden Moment neu.&lt;br /&gt;Und die Vergangenheit ist dann quasi &quot;geronnene Potentialität&quot;. Der Fluss des Möglichen verfestigt sich zum Seienden und erstarrt zum Gewesenen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn aus der Menge der potentiellen Gegenwarten nun die entsteht, die eine bestimmte&lt;br /&gt;Situation begünstigt, auch wenn die Wahrscheinlichkeit für dieses Eintreten relativ&lt;br /&gt;gering (wenn auch nicht Null) ist, so kann dies durchaus daran liegen, dass Gott ein Gott des Möglichen, des Potentiellen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(BTW: Viele Geschichten funktionieren genau so: Das nicht Unmögliche aber Unwahrscheinliche ist es, dass die Story weitertreibt. Ansonsten wird sie berechenbar und somit langweilig.&lt;br /&gt;Und wir erleben nunmal His-Story).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So kann man durchaus atheistisch argumentieren, dass die Entstehung der Erde und des&lt;br /&gt;Menschen nur ein Fall statistischer Wahrscheinlichkeiten in einem Universum mit den Gesetzmässigkeiten wie den unseren ist.  Trotzdem kann man eben genau darin ein  Göttliches Handeln (=Wunder) sehen, dass dieses Universum mit seinen Gesetzmässigkeiten und Potentialitäten überhaupt existiert, und dass ein nicht unmöglicher, aber unwahrscheinlicher Fall überhaupt eingetreten ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier aber kommen wir an ein weiteres philosophisches Problem:&lt;br /&gt;Die Wahrscheinlichkeit, dass &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot; class=&quot;moz-txt-underscore&quot;&gt;genau unsere&lt;/span&gt; Welt existiert ist ggf. sehr sehr klein, aber die Wahrscheinlichkeit, dass &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot; class=&quot;moz-txt-underscore&quot;&gt;eine ähnlich geartete Welt&lt;/span&gt; existiert, vielleicht nicht mehr so. Würden wir nun in einer der anderen möglichen Welten leben, so würden wir vielleicht &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot; class=&quot;moz-txt-underscore&quot;&gt;genau diese&lt;/span&gt; als ein Wunder ansehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist es nun also nur dann ein Wunder, wenn beim Würfelspiel eine Sieben erscheint? (Also: Außerhalb der Gesetzmäßigkeiten)&lt;br /&gt;Aber ist es kein Wunder, wenn eine Fünf genau dann erscheint, wenn man sie so dringend braucht? Der Statistiker würde letzteres Verneinen. Kein Wunder, sondern nur glückliches Zusammentreffen. Aber wenn Gott ein Gott der Möglichkeiten ist, und ein gering wahrscheinliches Ereignis trotzdem zielsicher passieren lässt, wäre das dann weniger göttlich?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube nicht. Es gäbe noch mehr dazu zu sagen, doch dazu reicht dieser Artikel nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Soweit zum Thema Wunder an sich. Noch ein weiterer Punkt:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;&quot;Man glaubt an einen übernatürlichen Gott und irgendwie sucht dennoch nach immer mehr Übernatürlichkeit. Die Motive dafür sind sehr verschieden. Manchmal habe ich das Gefühl man sucht eine Art persönliches Gottesbeweis und hofft dadurch die Zweifel auslöschen zu können&quot;&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;Dieser Aspekt geht ggf. noch tiefer:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Die Frage nach der RELEVANZ des Glaubens.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn es einen Gott gibt, aber er greift in diese Welt nicht ein,  dann hat er für mein Leben offensichtlich keine Relevanz, und der Glaube somit auch nicht. Es macht keinen Unterschied, ob ich glaube oder nicht. Ob ich bete oder nicht. Wenn Glaube aber Sinn machen soll, dann sollte die Relevanz auch erkennbar, erfahrbar sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;&quot;Gott erwirbt sich unser Vertrauen, dadurch, dass wir das Wagnis des Vertrauens eingehen und jedes mal neu feststellen, dass es sich gelohnt hat. Vertrauen wächst. Vertrauen ist nicht einfach da, weil ich einen kurzen Moment lang etwas erlebt habe.&quot;&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;Genau darum geht es aber doch.&lt;br /&gt;Frage: Wodurch &quot;stellen wir&quot; es denn &quot;fest&quot;, dass es sich gelohnt hat?&lt;br /&gt;Dadurch, dass ein Gebet &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;nicht&lt;/span&gt; erhört wurde?&lt;br /&gt;Dass ein geliebter Mensch eine Katastrophe &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;doch nicht&lt;/span&gt; überlebt hat (der böse Nachbar aber schon)?&lt;br /&gt;Dass eben KEIN Wunder geschehen ist?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier wird es kritisch: Worauf soll ich vertrauen, wenn ich mich auf nichts verlassen kann? Sich nichts als vertrauens&lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;würdig&lt;/span&gt; erweist?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So halte ich den Versuch, zumindest auf lange Sicht einen Sinn, eine (gute!) Absicht in den Dingen zu erkennen, schon durchaus für gerechtfertigt. Und das &quot;Wunder&quot; bezieht sich dann auf die großen Zusammenhänge. Das Wunder &quot;Schicksal&quot; eben. Wenn diese Zusammenhänge nicht irgendwann sichtbar werden, woran soll man sich dann halten?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vertrauen -und damit Glauben- wird schon geprägt und gestärkt durch genau die Erfahrung, dass sich das auch lohnt. Dass man nicht als Betrogener dasteht. Alleingelassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Frage nach &quot;Wunder&quot; hat somit in meinen Augen schon durchaus seine Berechtigung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Soweit mal vom MentalRover&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/pre&gt;</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2010/08/wunder.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>2</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-489631358166945647</guid><pubDate>Mon, 09 Aug 2010 02:59:00 +0000</pubDate><atom:updated>2010-08-30T14:24:14.762+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gesellschaft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Glaube</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Morgengedanken</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Philosophie</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Psychologie</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Quantenphysik</category><title>Morgengedanken: Das Gewebe des Lebens</title><description>Ein grüner Faden in einem roten Teppich ist bedeutungslos.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst viele grüne Fäden in einem roten Teppich werden wahrgenommen. Haben die Chance, Strukturen herauszubilden, Muster. Vielleicht sogar Muster mit Bedeutung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Entscheidungen jedes Einzelnen, zu reden oder nicht zu reden, zu handeln oder nicht zu handeln, haben Einfluss auf seine Umgebung. Auf seine Mitmenschen. Setzen Impulse, oder nicht. Bringen andere dazu, zu reden oder nicht zu reden, zu handeln oder nicht zu handeln, eigene Entscheidungen zu treffen. Aktion führt zu Reaktion führt zu Reaktion führt zu Reaktion.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So sind wir alle Fäden in einem Gewebe. Fäden mit unterschiedlichen Farben. Jede Entscheidung, jede Aktion oder Nicht-Aktion hat Einfluss auf die Umgebung, und somit auf das Gesamtbild.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu jedem Zeitpunkt bildet die Summe aller Entscheidungen, aller Aktionen oder Nicht-Aktionen, Strukturen aus. Muster. Und diese Strukturen und Muster verbinden sich zu übergeordneten Strukturen und Mustern, zu Formen, bis sich schließlich das Gesamte zu einer Gesamtstruktur vereint. Die übergeordnete Gestalt des Seins formt sich heraus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Gestalttheorie&quot;&gt;Gestalt des Seins &lt;/a&gt;vor dem Hintergrund des Nicht-Seins.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jede Generation bildet die Basis, das Fundament, auf dem die nächste Generation heranwächst.  Entscheidungen, Aktionen und Nicht-Aktionen bestimmen, welche Werte, welche Anlagen, welche Vorlagen wir der nächsten Generation als Grundlage ihrer Entscheidungen mit auf den Weg geben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Welt ist im Wandel. Jede Generation trifft neue Entscheidungen, neue Aktionen und Nicht-Aktionen. Mit jeder Generation verändert sich das Gesamtbild, die Gesamtstruktur über die Zeit. Das Gebilde unterliegt insgesamt einer Evolution.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So wie ein Faden einen Anfang und ein Ende hat, so hat unser Leben ein Anfang und ein Ende.&lt;br /&gt;Und ist doch Teil des Gesamtgewebes namens Leben.&lt;br /&gt;Nicht nur zu einer Zeit, sondern über die Zeiten hinweg betrachtet, bildet das Leben ein Gesamtgebilde. Eine Struktur aus Strukturen der einzelnen Zeiten. Eine Über-Gestalt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch wenn ein Leben nur 80 Jahre dauert, in einer Flut von Tausenden von Jahren, in einem See von Milliarden Individuen pro Generation. So ist doch jedes einzelne Leben ein Faden, der Teil des gesamten Gewebes ist, und mit zum Muster beiträgt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und das gesamte Muster mag mehr sein, als eine Ansammlung von Strukturen. Es mag Form haben, mag eine Gestalt bilden. Und mit dieser Gestalt auch Bedeutung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht ist ein Leben wenig bedeutsam, im Vergleich zur Menge an Menschen in der Welt, zu allen Zeiten.  Aber jedes Leben ist doch Teil der gesamten Gestalt und trägt dazu bei.&lt;br /&gt;Ein Atom für sich mag unwichtig sein. Aber alle Atome zusammen sind bedeutsam, bilden Körper, Wesen, mich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn es keine Atome gäbe, gäbe es mich nicht. Die Gesamtheit aller Leben, die wir leben, bildet die Gestalt des Lebens aus.  Ein Leben mag für sich betrachtet wenig bedeutsam sein, aber wenn &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;alle&lt;/span&gt; Leben bedeutungslos wären, gäbe es die Gesamtstruktur nicht. In der Gesamtstruktur liegt die Bedeutung des Einzelnen. &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/Warum-ums-Ganze-geht-Umbruch/dp/3865811736&quot;&gt;Es geht ums Ganze&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Wissen um diese Zusammenhänge könnte unsere Entscheidungen, unsere Aktionen und Nicht-Aktionen beeinflussen. Wo bekommen wir dieses Wissen gelehrt?  Sind wir in der Lage, es zu verstehen? Sind wir in der Lage, damit umzugehen? Oder macht es uns hilflos, sind wir überfordert? Resignieren wir?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer bin ich? Als Einzelner. In meinem sozialen Umfeld. Auf der Arbeit. In der Gemeinde. In den Beziehungen, in denen ich lebe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer sind wir als Gemeinde? In unserem sozialen Umfeld. Unserer Stadt. Unserem Land. In den Beziehungsstrukturen, die wir leben. Oder auch nicht leben. Gestalten oder auch nicht gestalten.&lt;br /&gt;Kontrollieren, oder einfach nur geschehen lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Faden im Teppich weiß nichts von dem Muster, was er selbst mit bildet. Er kann es nicht erfahren. Nicht erfassen. Selbst das Wissen, Teil einer größeren Struktur zu sein, würde nicht helfen. Die Struktur zu Erfassen würde bedingen, sie zu verlassen. Aus ihr aufzusteigen und sie von außen wahrzunehmen. So bleibt es: Das Gewebe des Lebens können wir trotz aller Philosophie und Theologie nie wirklich begreifen. Unser Sein, &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/Wir-erleben-mehr-begreifen-Quantenphysik/dp/3451059045/ref=pd_sim_b_4&quot;&gt;unser Erleben ist mehr, als wir begreifen&lt;/a&gt; können. Hier steh&#39; ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gibt es einen Gott?  Wenn ja, dann ist diese Wesenheit außerhalb des Gewebes namens Leben. Außerhalb der Gestalt, die unser aller Sein bildet.&lt;br /&gt;Und damit ist sie erst recht unfassbar.  Unbegreifbar. Jeglicher Versuch, sie zu verstehen muss zwangsläufig und unbedingt scheitern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle unsere Versuche, über diese Wesenheit zu reden, sie in Worten darzustellen, müssen zwangsläufig weitaus zu kurz greifen. Sie sind lediglich Metaphern. Angepasst auf unseren Verstehenshorizont. Gedankenmodelle.  Und armselige noch dazu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch wo bekommen wir das überzeugend und begreifbar vermittelt? Wo werden uns klar und logisch die Grenzen des Verstehens gelehrt?  Ich weiß, dass ich nicht weiß.  Ich kenne mein Nichtwissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viel zu oft verwechseln wir die Metaphern, die Gedankenmodelle, mit der Realität. Glauben, wir hätten die Wesenheit vollständig erfasst. Dann &quot;wissen&quot; wir plötzlich so viel. Wir &quot;wissen&quot;, wie das Leben ist, wie Gott ist, wer wir sind, worum es geht, was zu tun ist und was zu lassen ist.&lt;br /&gt;Und in diesem Moment entfernen wir uns weiter denn je von der Realität. Der göttlichen Wahrheit. Und wir merken es nicht einmal. Denn das &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt&quot;&gt;Wissen um die eigenen Lücken und Grenzen setzt zunächst erstmal Wissen&lt;/a&gt; voraus. Aber anstatt nach dem Wissen zu streben, sind wir viel zu oft mit unseren Vermutungen und Phantasien zufrieden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wo bekommen wir gesundes Wissen gelehrt?  Wo finden wir das, was in früheren Zeiten als &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Weisheit&lt;/span&gt; bezeichnet wurde? Das, was die Gesamtheit in den Blick nimmt und sich Zeit und Ruhe für Wahrnehmungen und Entscheidungen lässt? Nicht überhastet, nicht überlastet, nicht überstürzt? Nicht zu kurz greift, blind, mit Scheuklappen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quergedachte Gedanken - vertikal erhoben - der Blick frei - über den Tellerrand - zu neuen Horizonten</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2010/08/morgengedanken-das-gewebe-des-lebens.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>2</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-1534923157602066212</guid><pubDate>Tue, 24 Nov 2009 05:08:00 +0000</pubDate><atom:updated>2009-11-24T06:42:18.418+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gesellschaft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Glaube</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Kirche</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Postmoderne</category><title>Willow Creek &quot;entdeckt&quot; zwanzig Jahre alte Konferenzform</title><description>Irgendwie verblüfft und enttäuscht war ich schon, als ich wieder einmal feststellte, wie sehr Willow Creek in einer modernen Gesellschaft verhaftet bleibt und sich nicht von seinen Formen und Prinzipien lösen kann. Und dann -anstatt in Kommunikation mit der Gesellschaft- auf eigene Faust Erkenntnisse machen muss, die andere schon längst hatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So lesen wir im Newsletter diesen Monats:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;[...]Nachdem der Kongres dann begonnen hatte, setzte am zweiten Tag ein Gewitter-Sturm die Elektrizität außer Gefecht, was bedeutete, dass weder der Beamer noch sonst etwas funktionierten. Der Kongress arbeitet mit hochauflösenden DVDs - also mußten die Anwesenden 4 Stunden lang auf einen Stromgenerator warten. Um die Zeit zu überbrücken, baten die Kongress-Organisatoren die Besucher, die Zeit zu nutzen und in ihren Teams den ersten Kongress-Tag auszuwerten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als der Generator endlich zur Verfügung stand, konnte der Kongress fortgesetzt werden. Für das Willow Team vor Ort war das ganze ein Alptraum. Wollten Sie doch gerne den Besuchern einen reibungslosen Kongress anbieten. Aber ... als der Kongress zu Ende war, ergab sich ein überwältigendes Feedback.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganze Teams berichteten davon, dass es gerade diese 4 Stunden Team-Zeit waren, die Gott benutzt hatte, um die Impulse des ersten Kongress-Tages zu vertiefen und daraus ganz konkrete Entscheidungen abzuleiten. Was zunächst als Störung wahrgenommen wurde, erwies sich im Nachhinein als großer Gewinn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Only God ...       so heißt es bei Willow immer wieder! Allein Gott kann so       etwas bewirken.&lt;/blockquote&gt;Ohne das Wirken Gottes auf diesem Kongress in Abrede stellen zu wollen, finde ich es trotzalledem irgendwie wieder bezeichnend für das eingefahrene Willow-Denken: Kongresse funktionieren mit Beamern und DVDs, und wenn es Ausfälle gibt, ist das eine Katastrophe.&lt;br /&gt;Kongresse funktionieren von vorne, und wenn man Teams und Gruppen Freiräume gibt, einfach drauflos zu arbeiten, dann ist das eine Katastrophe.  Halleluja, welch Wunder Gottes, wenn es dann doch funktioniert, und auch noch als richtig gut empfunden wird!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mich stimmt diese Geschichte eher ein wenig traurig, auf jeden Fall jedoch nachdenklich. Denn schließlich ist die Erkenntnis des beschriebenen Effektes nicht neu. Harrison Owen hatte ähnliche Erkenntnisse bereits 1985, und zwar nicht für eine christliche, sondern für eine Organisationsentwickler-Konferenz.  Er schuf damals &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Space#Geschichte&quot;&gt;Open Space&lt;/a&gt;, heutzutage eine von mehreren Arten einer sogenannten &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Tagung&quot;&gt;Unkonferenz&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Unconference&quot;&gt;Unconference&lt;/a&gt;), z.B. neben dem &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/BarCamp&quot;&gt;Bar Camp&lt;/a&gt;, welches es als Konferenzform nun auch schon seit mindestens vier Jahren gibt .&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wieso geht also eine so große Institution wie Willow Creek, die sich eigentlich genau mit solchen Themen, wie zeitgenössische Gesellschaft und ihre Erscheinungsformen, Tagungen und Kongressen usw. auskennt, hin und stellt so dar, als hätten &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;sie&lt;/span&gt; es &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;ganz plötzlich&lt;/span&gt; und &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;völlig neu&lt;/span&gt; entdeckt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch hier wieder kann ich nur sagen:  Liebe Mitchristen, bleibt am Puls der Zeit! Sonst lauft ihr, wie leider so oft, nur der Gesellschaft hinterher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie schwer scheint es doch im christlichen Sektor zu sein, die Macht des Expert-on-front aufzugeben, die Planungssicherheit der Agenda, die Steuerung und Kontrolle durch Handlungsvorgaben an Arbeitsgruppen und Konferenzteilnehmer, und stattdessen Vertrauen zu entwickeln.  Vertrauen in die Teilnehmer und deren Kompetenz, Vertrauen in das, was in einer Gruppe auf dynamische Weise entstehen kann (Emergenz, Schwarmintelligenz, Gruppendynamik, wasauchimmer) und vor allem mal: Vertrauen in eben den Gott, den sie selbst postulieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist für mich wirklich schwer zu verstehen, wie man die lebendige Dynamik biblischer Geschichten lesen und glauben kann, und dann völlig erstaunt und verblüfft vor der lebendigen Dynamik der Wirklichkeit steht, und Plänen, Konzepten und Techniken mehr vertraut hat, als dem lebendigen Gott?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist für mich irgendwie bizarr!</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2009/11/willow-creek-entdeckt-zwanzig-jahre.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>1</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-7608222949462202220</guid><pubDate>Thu, 19 Nov 2009 14:30:00 +0000</pubDate><atom:updated>2009-11-19T15:30:03.957+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Philosophie</category><title>Was ist eigentlich ein &quot;Kategorienfehler&quot; ?</title><description>Was ist eigentlich ein &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Kategorienfehler&lt;/span&gt;?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Laut Wikipedia:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;Unter &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorienfehler&quot;&gt;&lt;b&gt;Kategorienfehler&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; versteht man eine bestimmte Art von &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Fehlschluss&quot; title=&quot;Fehlschluss&quot;&gt;Fehlschluss&lt;/a&gt;. Ein Kategorienfehler liegt vor, wenn ein &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Terminus&quot; title=&quot;Terminus&quot;&gt;Terminus&lt;/a&gt; einer bestimmten &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie_%28Philosophie%29&quot; title=&quot;Kategorie (Philosophie)&quot;&gt;Kategorie&lt;/a&gt; durch einen Terminus ersetzt wird, der nicht zu dieser Kategorie gehört.&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;Unter dem &lt;a href=&quot;http://culturitalia.uibk.ac.at/hispanoteca/Lexikon%20der%20Linguistik/k/KATEGORIENFEHLER%20%20%20Error%20categorial.htm&quot;&gt;Link zum Lexikon der Linguistik&lt;/a&gt; finden wir ein Beispiel:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;span style=&quot;&quot; lang=&quot;ES&quot;&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;span style=&quot;&quot; lang=&quot;ES&quot;&gt;Ein Ausländer kommt zum ersten Mal nach Oxford oder Cambridge, und man zeigt ihm eine Reihe von Colleges, Bibliotheken, Sportplätzen, Museen, Laboratorien und Verwaltungsgebäuden. Nach einiger Zeit fragt er: &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;span style=&quot;&quot; lang=&quot;ES&quot;&gt;„Aber wo ist denn die Universität? Ich weiß jetzt, wo die Mitglieder eines College wohnen, wo die Verwaltung untergebracht ist, wo die Wissenschaftler ihre Versuche machen und so weiter. Aber warum zeigt man mir nicht die Universität, wo die Mitglieder eurer Universität wohnen und arbeiten?“&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;span style=&quot;&quot; lang=&quot;ES&quot;&gt;Dann muss man ihm erklären, dass die Universität nicht noch eine weitere ähnliche Institution ist, ein weiteres Gegenstück zu den Colleges, Laboratorien und Verwaltungsgebäuden, die er schon gesehen hat. Die Universität ist einfach die Art und Weise, in der alles das organisiert ist, was er schon gesehen hat. Wenn man das alles gesehen und die Art und Weise der Zusammenarbeit verstanden hat, dann hat man die Universität gesehen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;Ein Kategorienfehler liegt also dann vor, wenn Begriffe miteinander in Beziehung gebracht werden, die gar nicht zur selben Kategorie gehören.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Kategorienfehler kann aber auch dadurch entstehen, dass in einer Argumentation einem Wort zwei verschiedenene Bedeutungen aus unterschiedlichen Kontexten zugewiesen werden, ähnlich einem &quot;Teekesselchen&quot; (&lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Bank&lt;/span&gt; als Sitzgelegenheit und &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Bank&lt;/span&gt; als Geldinstitut).&lt;br /&gt;Meist ist die Verwechselung nicht so klar einsichtig wie in dem Bankbeispiel. Sie tritt meist dann auf, wenn oberflächlich gesehen klare Begriffe von verschiedenen Fachkreisen mit spezifischen Bedeutungen versehen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So ist es in diesem Sinne ein Kategorienfehler, wenn in einer Diskussion um das Wort &quot;Emergenz&quot; auf einen Zusammenhang mit der &quot;Chaostheorie&quot; hingewiesen wird, und als Erläuterung dann der Begriff &quot;Chaos&quot; durch das biblische &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Tohuwabohu&lt;/span&gt; erläutert wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Fehler besteht darin, dass die &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Chaosforschung&quot;&gt;Chaosforschung&lt;/a&gt; &lt;/span&gt;(wie sie besser genannt wird), die sich mit der &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Theorie der komplexen Systeme &lt;/span&gt;(wie sie korrekt heißt) auseinandersetzt, als Teilgebiet der Mathematik den Begriff &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Chaos_%28Mathematik%29&quot;&gt;&quot;Chaos&quot;&lt;/a&gt; ganz anders definiert. Sie sieht darin eine bestimmte Form von &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Prozess,&lt;/span&gt; dessen Vorhersagbarkeit stark reduziert ist, da eine minimale Veränderung der Eingangsvariablen zu einem stark verschiedenen Resultat am Ende führen. Dies ist oft auch auf Wechselwirkungen zwischen Variablen des betrachteten Systems zurückzuführen.&lt;br /&gt;Einen Prozess als &quot;chaotisch&quot; zu bezeichnen ist in der Mathematik lediglich die sachliche Bezeichnung einer bestimmten deterministischen Qualität.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der biblische Begriff &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Tohuwabohu&quot;&gt;Tohuwabohu&lt;/a&gt; hingegen drückt prinzipiell einen &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Zustand&lt;/span&gt; (und nicht einen Prozess) aus, der Wüste und Leere, Verwirrung und existenzielle Unordnung beinhaltet und durch göttliches Einwirken erst in den Zustand des &quot;Kosmos&quot;,  also der Schöpfungsordnung, überführt werden muss. Der Begriff hat somit eine ontologische, durchaus auch wertende Bedeutung und Qualität.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus den genannten Beschreibungen geht hervor, dass eine Verwechselung oder Vertauschung dieser beiden Begrifflichkeiten in einer Argumentation zwangsläufig zu Verwirrung und zu Fehlschlüssen führen muss, insbesondere wenn damit auch noch Wertungen verbunden sind.</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2009/11/was-ist-eigentlich-ein-kategorienfehler.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-4879937320244697953</guid><pubDate>Wed, 18 Nov 2009 14:05:00 +0000</pubDate><atom:updated>2009-11-18T15:29:33.579+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Der Rest</category><title>Stilblüten ...</title><description>Mir ist gerade eben beim Aufräumen ein altes Buch in die Hände gefallen, das sich auf christlicher Basis mit Hilfen für Gemütskranken beschäftigt. Neben so manchen durchaus richtigen und wichtigen Aussagen sind in dem Buch jedoch auch etliche Plattitüden, indifferente Aussagen und Vereinfachungen und Vermischungen zu finden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Interessantesten sind jedoch ein paar Beispiele wirklich schlechten Schreib- und Denkstiles.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So schreibt der Autor:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;Wenn wir nach der Ursache der Melancholie forschen, wissen die Kranken &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;oft nichts Bestimmtes&lt;/span&gt; anzugeben. Bei einer &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;nicht geringen Zahl&lt;/span&gt; setzt die Schwermut &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;ohne jeden erkennbaren Grund&lt;/span&gt; ein. &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Häufig gibt der Kranke jedoch ein bestimmtes Erlebnis an&lt;/span&gt;, ...&lt;/blockquote&gt;Na was ist denn nun der häufige Fall? Die Unbestimmtheit, oder die Bestimmtheit?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;Mit zunehmender Besserung schwächen sich die krankhaften Erscheinungen mehr und mehr ab.&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;Nun, das ist quasi eine Nicht-Aussage, da das &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Abnehmen krankhafter Erscheinungen&lt;/span&gt; wohl genau die Definition von &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;zunehmender Besserung&lt;/span&gt; ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;Da die Melancholie eine &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;organisch bedingte&lt;/span&gt; Krankheit ist, deren &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Ursache&lt;/span&gt; bis heute noch &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;nicht&lt;/span&gt; genau &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;erklärt&lt;/span&gt; werden konnte...&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;Frage: Wie kann man die organische Bedingtheit behaupten, wenn doch die Ursache ungeklärt ist? Oder ist &quot;organisch bedingt&quot; nicht eben die Darstellung einer Ursache?&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;... während er im depressiven Stadium aufgrund seiner Entschlußunfähigkeit und geistigen Schwerfälligkeit von sich aus seine Stellung aufgibt ...&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;Verwirrend:  Wie kann Entschlußunfähigkeit mit dem aktiven Treffen eines Entschlusses in einem Satz genannt werden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun, wie gesagt, das Buch ist schon älter. Aber es ist durchaus ein Symptom für die Art, wie leider manchmal immer noch argumentiert und publiziert wird. Wenn gerade auch in heutiger, in wissenschaftlichem und logischem Denken trainierter Kultur auf solche mit logischen Stilblüten gespickte Weise argumentiert und gelehrt wird, wird verständlich, warum Christen auf entsprechenden Schauplätzen nur schwer Gehör finden.&lt;br /&gt;Mit tut so etwas immer irgendwie weh.</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2009/11/stilbluten.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-7178667973241238991</guid><pubDate>Tue, 13 Oct 2009 16:07:00 +0000</pubDate><atom:updated>2009-10-13T18:14:37.875+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Emerging Church</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gesellschaft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Kirche</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Postmoderne</category><title>Debatte um Emerging Church, Postmoderne und relative Wahrheit</title><description>Vor Kurzem ist mir ein bedenkenswerter Aspekt in unseren Diskussionen um Emerging Church, Postmoderne und die Kritiken daran aufgefallen, und den versuche ich hier einmal zu formulieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oft drehen sich Diskussionen um das Für und Wider der Emerging Church um das Thema der Abkehr von absoluten Wahrheiten, um den Relativismus. Die Frage, die die Debatten bestimmt, lautet dann meist: &quot;Können wir eine Relativierung der Wahrheit dulden?&quot; . Und oft werden Gespräche auf der Grundlage geführt, Emerging Church sei zwangsläufig ein Vertreter des Relativismus, da sie sich &quot;Kirche für die Postmoderne&quot; als Etikett anklebt. Entsprechend, sei die logische Folgerung: Wenn ich den Relativismus ablehne, muss ich also auch die Emerging Church ablehnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein weiterer Denkfaden in der Diskussion ist dabei, dass es darum gehe, eine Entscheidung für Relativismus oder Absolutismus zu treffen, und entsprechend sich für oder wider die Postmoderne, und damit für oder wider Emerging Church zu entscheiden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meiner Ansicht nach geht diese Diskussion aber völlig am Kern der Sache vorbei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um diese Ansicht zu erläutern muss ich ein wenig ausholen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir leben in einer Zeit, die wir gut und gerne als das Informationszeitalter bezeichnen können. Information und Wissen ist multimedial überall präsent. Das allgemeine Bildungsniveau, obwohl oft beklagt, ist geschichtlich gesehen heute immens hoch.&lt;br /&gt;Konnte man in früheren Zeiten sagen, dass die Menschheit entweder eine Sache X wusste oder nicht wusste, dann konnte man nur noch darüber reden, ob die Sache X in der Schule unterrichtet wurde oder nicht.&lt;br /&gt;Wissen oder Nichtwissen, das waren die Alternativen. Debatten über Sachverhalte wurden in elitären akademischen Zirkeln geführt, und nur Ergebnisse wurden zum Allgemeingut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In jüngerer Zeit haben wir jedoch immer mehr einen Zustand erreicht, in dem wir es nicht mehr mit (&quot;gesichertem&quot;) Wissen zu tun haben, sondern mit Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten. Das Erleben, dass z.B. die Quantenphysik unsere Alltagserfahrung auf den Kopf stellt, wird zum schulischen Unterrichtsstoff. Debatten über wissenschaftliche Sachverhalte werden öffentlich diskutiert. Medien machen Debatten in Form von Podiumsdiskussionen allgemein zugänglich, Internet und Buchdruck haben sich von reiner Wissensvermittlung in Debattenplattformen verwandelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Heranwachsender, der sowohl mit der neuen Bildung, den neuen Medien als auch eben mit dem Erleben dieser Debattenkultur heranwächst, steht nun vor der Herausforderung, diese teilweise konträren Informationen einordnen zu müssen.&lt;br /&gt;Da ist zum Beispiel die Atheismusdebatte, die gerne auch auf dem Boden der Evolutionstheorie ausgetragen wird.&lt;br /&gt;Und der junge Mensch wird nun mit einer Fülle an offensichtlich schlüssigen, logischen Argumenten angefüllt. Offensichtlich, bis die Gegenseite mit einem System ebenso schlüssiger und logischer Argumente antwortet. Welche sich im Rahmen von wiederum schlüssiger und logischer Konterargumenten als vielleicht nicht ganz so logisch und schlüssig herausstellen. Und so weiter und so weiter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der junge Mensch will aber letztlich einfach leben und an dieser Gesellschaft teilhaben. Da offensichtlich aber keine der beiden Seiten ohne weiteres erkennen lässt im Unrecht zu sein und die andere somit automatisch im Recht wäre, ist er gezwungen, eine Entscheidung zu treffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese sieht zunehmend so aus, dass er sich der Seite anschliesst, die ihm irgendwann als die Schlüssigere erscheint; als die, mit der er sich wohl fühlen kann. Die ihm intuitiv &quot;passend&quot; oder &quot;stimmig&quot; zu sein scheint. Die irgendwo &quot;authentisch&quot; klingt.&lt;br /&gt;Und danach entscheidet er sich, an keiner weiteren Debatte mehr teilzunehmen. Schluss mit dem Hin und Her, sollen sich andere die Köpfe heiß reden, während ich zufrieden meinen Lebensweg gehe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So kommt es, dass sich Egon auf die eine Seite stellt, und fertig. Und Hugo stellt sich auf die andere Seite, und gut ist. Jetzt haben die beiden aber ein Problem, wenn sie aufeinandertreffen. Sollen sie nun ihre Seite vertreten und in eine Debatte einsteigen? Nun, beide haben irgendwann festgestellt, dass alle Debatten irgendwo zu keinem klaren Ergebnis führen, und haben sich entschieden, keine ernsthaften Debatten mehr zu betreiben. Beide sind sich der Unfertigkeit und Beliebigkeit ihrer eigenen Einstellung bewusst, und lassen sich daher gegenseitig in ihrer Ansicht stehen. Wenn der Andere mit seiner Entscheidung glücklich ist, soll er es sein, ich bin es auch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus diesem Erleben also kommt es zur Relativierung von Wahrheitsansprüchen. Selbst die Seite, die mich letztlich überzeugt, kann nicht den Anspruch erheben, fehlerfrei und kritiklos wahrhaftig zu sein. Sie ist lediglich für mich irgendwo einsichtiger, &quot;authentischer&quot;  als die andere, mehr nicht. Also gibt es keine absolute Wahrheit. Nichts, von dem ich glaube, dass ich den anderen damit letzlich wirklich überzeugen könnte, oder er mich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In diesem Umfeld also leben wir, und wir treffen als Gemeinden auf eine Gesellschaft, in der immer mehr dieses Erleben Raum findet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Frage ist also gar nicht, ob wir als Gemeinden Postmoderne gut finden, und ob wir den Relativismus gut finden. Er ist da. Als Teil unserer Gesellschaft. Punkt.&lt;br /&gt;Die Frage ist ganz einfach: Wie gehen wir damit um?  Und weiter:&lt;br /&gt;Wie gehen wir damit um, im Kontext eines Missionsauftrages, der uns auffordert, die Botschaft auch (und gerade) in diese Gesellschaftsbereiche zu tragen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einfach hinzugehen und zu sagen: &quot;Du liegst falsch, du hast nicht recht mit deinem Weltbild&quot; funktioniert nicht. Dem anderen zu sagen: &quot;Dein Relativismus stimmt nicht, aber ich kann dir etwas von der wirklich wahren Wahrheit erzählen&quot;, funktioniert wohl auch nicht. Zu sagen: &quot;Komm wir reden über dein Weltbild und ich bringe dir überzeugende Argumente für meines&quot; funktioniert aus obigem Kontext heraus zwangsläufig erst recht nicht! Also was?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Emerging Church kann für uns insofern ein Leitbild sein, dass sie auf die postmoderne Kultur und ihr Wesen hinweist, sie quasi darlegt.&lt;br /&gt;Sie versucht uns zu erläutern, wie diese Generation/Kultur denkt, wie sie empfindet. Und sie kann insofern ein Leitbild sein, dass sie die richtigen Fragen an dieser Stelle stellt. Sie versucht herauszufinden, wie denn diese Generation/Kultur denn anzusprechen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zusammengefasst: Die Frage &quot;ob&quot; oder &quot;ob nicht&quot; geht am Problem vorbei, denn wir haben in dieser Hinsicht viel weniger Optionen, als wir denken, bzw. unsere Optionen sehen ganz anders aus, als wir meinen.&lt;br /&gt;Die Frage ist vielmehr &quot;wie?&quot; - &quot;Auf welche Weise?&quot;. Und es wird Zeit, dass wir uns dieser Frage langsam aktiv zuwenden. Es wird Zeit, dass wir uns um Antworten kümmern, die auch passen.</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2009/10/debatte-um-emerging-church-postmoderne.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>3</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-3925955131750929244</guid><pubDate>Fri, 02 Oct 2009 04:14:00 +0000</pubDate><atom:updated>2009-10-02T06:38:52.220+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Emerging Church</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gesellschaft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Glaube</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Philosophie</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Postmoderne</category><title>Postmodern oder einfach nur &quot;da&quot;</title><description>Wenn man sich mal wieder in die Debatte um die Emerging Church auf manchen Blogs einliest, so wird ein interessantes Phänomen sichtbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während die einen die Postmoderne beschreiben, und damit auch ihre Sicht der Kirche in der Gesellschaft, bezweifeln andere, wie &lt;a href=&quot;http://www.lebensquellen.de/?p=717&quot;&gt;Sebastian Heck&lt;/a&gt;, dass es &lt;a href=&quot;http://www.lebensquellen.de/?p=721&quot;&gt;die Postmoderne überhaupt gibt&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;Letztlich kommt man zu der Aussage, dass zumindest die Postmoderne in Deutschland nicht wirklich angekommen ist, und dass Frankreich die Thesen der Philosophen sowieso bereits längst überwunden hat, während in unsere Kirchenwelt nun wieder stark verzögert die Welle aus Amerika rüberschwappt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da wird dann über Derrida und Lyotard debattiert, usw. usw.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei scheint mir aber zu sehr die Frage nach dem &quot;Nächsten&quot; (personal gemeint) verdeckt zu werden.  Mal ehrlich:  Meine Arbeitskollegen, meine Kinder, die Freunde meiner Arbeitskollegen und meiner Kinder ... wo findet man denn jemanden, der Lyotard und Derrida gelesen hat? (Geschweige denn, verstanden).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit gehen Debatten völlig an dem eigentlichen Hintergrund vorbei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wichtig ist doch einzig und allein die Fragen zu stellen: &lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Wie denkt, wie empfindet, wie erlebt der zeitgenössische Mitbürger in meiner persönlichen Umgebung die Welt?   &lt;/li&gt;&lt;li&gt;Und wie denke ich, empfinde ich, erlebe ich als Christ und Teilnehmer der Gesellschaft meine persönliche Umgebung, meine Mitmenschen und die Welt?&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Rechne ich der christlichen Botschaft einen Wahrheitsgehalt zu?   Wenn ja, wie gehe ich dann damit um? Was macht das mit mir?   Was mache ich mit meiner Umwelt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Antworten können nun aufgrund persönlicher Unterschiede und aufgrund von Millieufragen ganz unterschiedlich beantwortet werden.   Aber beantwortet werden müssen sie. Und zwar so, dass eine Authentizität zwischen Denken, Reden und Handeln entsteht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich mit dem Blick auf den Nächsten in meiner Umgebung an das Thema Glaube herangehe, dann trete ich in Beziehung. Dann stelle ich Fragen, höre zu, und setze mich auseinander. Versuche Antworten zu finden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann ist es mir aber eigentlich völlig egal, was irgendwelche Philosophen denken oder gedacht haben.  Sollten philosophische Prägungen für die Denkweise meines Gegenübers verantwortlich sein, sind sie sowieso unbewusst und tief verborgen.  Was zählt, ist die Erfahrung, die jeder mit seiner &quot;Philosophie&quot; im täglichen Leben macht. Und da kann man hinterfragen, ob &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;diese&lt;/span&gt; etwas taugt oder nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wollen wir den Glauben an unsere Mitmenschen in unserem Umfeld weitergeben, so ist letztlich egal, ob diese das Etikett &quot;postmodern&quot; zu recht oder zu unrecht aufgeklebt bekommen. Ob sie &quot;postmodern&quot; sind oder nur &quot;ziemlich postmodern&quot; oder gar nur &quot;im Ansatz postmodern&quot;.  Was soll&#39;s?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was wir von der Emerging Church -oder: mir gefällt ja Emerging Conversation auch besser- lernen können, ist in jedem Fall die offene Akzeptanz des Anderen, die überhaupt in die Lage versetzt, frei und offen mit dem anderen zu reden, ohne ihn gleich vor den Kopf zu stoßen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und was wir lernen können ist, die eigene Position auch immer wieder kritisch zu hinterfragen, und mit seinen Erkenntnissen demütig und veränderungsbereit zu bleiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zuguterletzt können wir dann lernen, auf den anderen und seine Lebenswelt einzugehen, Bezug zu nehmen, wenn wir das Evangelium verkünden.  Aber das ist letztlich alter Tobak, den uns Missionare schon längst hätten beibringen können.</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2009/10/postmodern-oder-einfach-nur-da.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-6204314065307942603</guid><pubDate>Mon, 28 Sep 2009 08:20:00 +0000</pubDate><atom:updated>2009-09-29T06:06:34.720+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gesellschaft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Glaube</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Kirche</category><title>Gemeinde in der Gesellschaft und die Politikverdrossenheit</title><description>Inkarnatorische Gemeinde, Relevanz in der Gesellschaft.&lt;p&gt;&quot;Ich bin sicher, dass sie das Richtige ankreuzen&quot; sagte unser Pastor letzten Sonntag im Gottesdienst.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Heute lese ich einen Artikel, und darin wird von &quot;inkarnatorischer Gemeinde&quot; gesprochen. Gemeinde im kulturellen und sozialen Kontext.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Während sowohl in Schulen als auch bei Parteien eine sog. Politikverdrossenheit beklagt wird, drücken es gerade auch jüngere Bundesbürger konkret aus, was sie empfinden: Bei all dem unsachlichen Werberummel, gegenseitige Beschuldigungen, eigenen Versprechungen, die mal gehalten werden und mal nicht, politischem Um-den-Brei-herumreden und Polit-Skandalen...&lt;br /&gt;Wem sollte man denn seine Stimme geben?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die politische Landschaft ist unübersichtlich geworden. Vom Normalbürger eigentlich nicht mehr zu durchschauen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Gleichzeitig wird der Ruf in Kirchen laut, wieder mehr Teil der Gesellschaft zu werden, sich auch auf seine Bürgerpflichten, gerade auch als Christ, zu besinnen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Meine Frage, leider mal wieder viel zu spät, ist: Inwieweit machen wir denn als Gemeinden eigentlich in dieser Hinsicht ernst?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Geben wir unseren jungen Leuten, oder auch den verdrossenen nicht-mehr-so-jungen Menschen in unserer Gemeinde, Informationen an die Hand? Geben wir ein Leitbild?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Letzlich bleibt in Gemeinde jeder sich selber überlassen, wenn es darum geht, eine Entscheidung zu treffen. Und damit kommt es häufig zur Nicht-Entscheidung.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wenn es Kirchen und Gemeinden so wichtig ist, dass Gemeindeglieder ihre Bürgerpflicht wahrnehmen, wenn es ihnen ebenso wichtig ist, aufgrund christlicher, biblischer Grundlage Einfluss auf die politische Landschaft zu nehmen, wieso gibt es dann keine Infoveranstaltungen zu den Parteiprogrammen?&lt;br /&gt;Wieso muss man ausschliesslich für sich selbst einen &lt;a href=&quot;http://www.wahl-o-mat.de/bundestagswahl2009/main_app.php&quot;&gt;Wahlomaten&lt;/a&gt; bemühen?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In Gemeinden findet man leichter ein Public-Viewing zur Europameisterschaft als Politic-Informing zur Europawahl.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wohlgemerkt: Ich rede hier nicht davon, dass Gemeinde Manipulation betreiben soll und auf die Wahl einer bestimmten Partei durch die Gemeindeglieder hinwirken soll. Jeder soll weiterhin eigenständig seine Entscheidung treffen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es geht vielmehr darum, dass den (jungen) Teilnehmern am Gemeindeleben durch diese Art von Veranstaltung der Bezug zwischen Gemeinde und Gesellschaft, zwischen Glauben und Alltag, zwischen Christ-sein und Bürger-sein erfahrbar nahe gebracht wird.&lt;br /&gt;Darum, dass durch einen gemeinsamen Austausch, durch Gespräch über gesellschaftliche Themen, die uns alle direkt betreffen, auch ein Hintergrundwissen vermittelt und Entscheidungshilfen an die Hand gegeben werden.&lt;/p&gt;</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2009/09/gemeinde-in-der-gesellschaft-und-die.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-8721762899767129850</guid><pubDate>Wed, 09 Sep 2009 04:12:00 +0000</pubDate><atom:updated>2009-09-09T06:21:03.684+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gesellschaft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gottesdienst</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Psychologie</category><title>Lehrer, Aufmerksamkeitsdefizit und Frontalunterricht</title><description>Gestern abend gab es einen interessanten Beitrag im Fernsehen, in dem eine junge Hauptschullehrerin bei der Arbeit beobachtet und begleitet wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man berichtete von den vielen sozialen Problemen, die sie als Lehrerin neben der Vermittlung des Unterrichtsstoffes noch zu meistern habe.  Davon, dass 36 Prozent der Klasse nicht richtig deutsch sprechen, und daher manche Aufgaben im Deutschunterricht von ihnen nicht zu bewältigen sind. Von den Aufmerksamkeits- und Verständnisschwächen im Bereich mathematischer Aufgaben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Offensichtlich kam sie mit ihrem Unterricht bei den Schülern an, denn mit viel Mühe und Einsatz versuchte sie, einen abenteuerlichen Unterricht zu gestalten. Durch Anfassen, Sehen von selbstgebastelten Modellen, riechen, schmecken.  Gruppenarbeiten, in denen die Schüler selbst gefordert sind, Beiträge zu erarbeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine zentrale Aussage war, das die Vermittlung des Unterrichtsstoffs bei den Schülern überhaupt keine Chance hätte, wenn sie den regulären Frontalunterricht durchziehen würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun frage ich mich:  Wenn solche Erkenntnisse im Bereich der Erziehung und Pädagogik doch allgemeines Wissensgut sind, wieso wir glauben, dass wir Menschen mit einem Frontalgottesdienst erreichen können. Durch unsere Gewohnheit, abstrakte Lehren rein verbal durch eine Kanzelpredigt zu vermitteln, haben wir nicht nur diese Generation, sondern auch diese soziale Schicht von vornherein aus der Gottesdienstbeteiligung ausgeschlossen.&lt;br /&gt;Machen wir das eigentlich bewusst?   &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Wollen&lt;/span&gt; wir das so?</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2009/09/lehrer-aufmerksamkeitsdefizit-und.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>2</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-8240450688354947469</guid><pubDate>Wed, 09 Sep 2009 03:40:00 +0000</pubDate><atom:updated>2009-09-09T06:12:24.423+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Emerging Church</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gesellschaft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Glaube</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Kirche</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Postmoderne</category><title>Eine postmoderne Begegnung</title><description>Gestern abend traf ich zufällig in der S-Bahn jemanden wieder, der bei uns in der Gemeinde groß geworden war, jetzt aber außerhalb unserer Stadt studiert. Bei dem Gespräch ging es dann irgendwann auch um das Thema Glauben bzw. Gemeinde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Interessant war für mich die Aussage: &quot;Ich habe mich am Studienort keiner Gemeinde angeschlossen. Es gibt dort zwar eine, aber ich möchte mit meinem Leben und Glauben erstmal selber klar kommen, und wenn ich möglicherweise sogar mal regelmäßig zu der Gemeinde ginge, würde ich da wahrscheinlich schnell zur Mitarbeit eingebunden. Das kann ich grad gar nicht brauchen, ist aber irgendwie so in unseren Gemeinden.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja?  Ist das so?  Vielleicht.  Vielleicht sogar ziemlich sicher, denn unsere Gemeinden klagen ja immer über mangelnde Mitarbeiterzahlen für die ganzen &quot;Arbeitsgruppen&quot; und &quot;Projekte&quot;, die so laufen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und da fällt mir sofort auf, was mir diffus immer etwas Bauchschmerzen an unserem Gemeindeleitbild bereitet hat:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;Wir wollen dazu beitragen, dass Menschen zum Glauben an Jesus Christus finden, ihn als &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Hilfe für ihr Leben&lt;/span&gt; erfahren und &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;engagierte&lt;/span&gt; Christen werden&lt;/blockquote&gt;(Hervorhebungen von mir)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während das Thema Lebenshilfe durchaus ein enorm wichtiger Punkt ist, bleibt die Frage, wie denn das Wort &quot;engagiert&quot; zu verstehen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Engagiert bezeichnen wir meist jemanden, der sich einsetzt. Der Zeit, Geld, Kreativität für eine Sache einsetzt. Für eine Sache einsteht oder gar kämpft.  Das Wort &quot;engagiert&quot; kommt also aus dem aktivistischen Bereich.   Greenpeace-Aktivisten sind engagiert.  Die Gewerkschaft ist engagiert.  Autoverkäufer sind engagiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was aber ist ein &quot;engagierter&quot; Christ?  Oder was versteht die Allgemeinheit der Gemeindeglieder darunter?  Ein Christ --oder besser: ein Gemeindemitglied-- welcher sich als Mitarbeiter in mindestens einem Arbeitsbereich hervortut?  Welcher mehrere Abende die Woche mit Gemeindegruppen und Gemeindeterminen verbringt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist das das Bild, was wir den Jugendlichen in unserer Gemeinde vermitteln?  Dann brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn die Jugendlichen die Gemeinde (sprich: Das Beteiligtsein an einer Gemeinde) verlassen, sobald sie sich vom Elternhaus lösen und womöglich in eine andere Stadt ziehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht nur, dass unsere &quot;Gemeindekinder&quot; plötzlich den Kontakt zu einer Gemeinde verlieren. Nein, das funktioniert auch andersherum.   Schließlich leben wir in einer Großstadt mit einer Universität, mit Ausbildungsplätzen.  Viele Jugendliche kommen hierher, um in das Berufsleben einzusteigen. Sie kommen von außerhalb, haben sich gerade von ihrer Heimatgemeinde gelöst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber kommen sie in unsere Gemeinde?  Suchen sie unsere Gemeinschaft?  Wohl äußerst(!) selten.  So ziehen unsere Jugendlichen aus Stadt und Gemeinde weg, und keine anderen Jugendlichen in die Gemeinde ein.  So entsteht der Einbruch der 20+ jährigen in Gemeinde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hinzu kommt noch, dass es für Jugendliche in dieser Altersgruppe, die reflektierter und differenzierter mit dem theologischen Gedankengut umgehen, plötzlich nicht mehr so einfach ist, ihre Meinung, Ansichten, Fragen in Gemeinde offen zu äußern.  Auch das war kurz Thema in diesem Gespräch.  Die Befürchtung, in der Gemeinde am neuen Ort nicht einfach akzeptiert zu sein, wenn man sich als &quot;Christ&quot; bezeichnet und doch mit zweifelhaften Fragen oder &quot;weltlich&quot; geprägten Ansichten auftritt.  Als nicht in der Gemeinde geborener kann man da leicht zum Missionsobjekt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch hier wieder die Frage: Wie gehen wir als Gemeinde eigentlich mit den Menschen um uns herum um?  Welche mentalen Grenzen von &quot;drinnen&quot; und &quot;draußen&quot; bauen wir auf?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es bleibt der Eindruck, dass offensichtlich Gemeindekinder, die während einer wichtigen Entwicklungsphase Gemeinde hautnah erlebten vielleicht Jesus Christus, auf jeden Fall aber nicht unbedingt die Gemeinde als &quot;Hilfe für ihr Leben&quot; erfahren haben. Zumindest nicht in den letzten Jahren ihres Heranwachsens.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist ein alarmierendes Zeichen, und daran müssen wir arbeiten.  Wir sollten dazu mal eine Arbeitsgruppe gründen und ein paar Mitarbeitertermine zu dem Thema einplanen...</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2009/09/eine-postmoderne-begegnung.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>1</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-8376342752177854741</guid><pubDate>Fri, 04 Sep 2009 06:40:00 +0000</pubDate><atom:updated>2009-09-29T06:08:15.083+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gesellschaft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Kirche</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Morgengedanken</category><title>Morgengedanken:  Worum geht es eigentlich?</title><description>Heute morgen kam ich aus dem Haus, als unser Nachbar gerade dabei war, mit so einer elektrischen Superpuste das Laub von unserer Straße zu blasen, dass der Sturm über Nacht von den Eichen gerissen hat. Er rief zu mir herüber: &quot;Was für eine Schweinerei, ne?&quot; und die einzige Antwort, die mir einfiel war: &quot;Is eben Natur!&quot;.&lt;p&gt;Du meine Güte! Die ganze Zeit auf dem Weg zur S-Bahn dachte ich daran, wie wir immer mehr die Natur aus unseren Städten verdrängen wollen. Sie soll keinen Schmutz machen, keine Arbeit. &quot;Ich kann nicht mehr so im Garten arbeiten, wie früher, deswegen wollte ich den Rasen wegmachen und durch schöne Pflastersteine ersetzen.&quot; Und: &quot;Das Heckeschneiden ist so aufwändig, ich werde die Hecke wegmachen und durch einen Zaun ersetzen. Grüne Stahlnetzgitter, die sind haltbarer wie Holzlatten&quot; usw. usw. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Als ich weiter auf dem Weg zur Arbeit war, hörte ich einige Gespräche in den Bahnen, teilweise am Handy, und das Ganze verlief in einem noch globaleren Gedanken. Brauchen die Menschen hier um mich herum eigentlich Gott? Und wenn ja, warum? Was würde das in ihrem Leben verändern?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In den Gesprächen bezüglich Veränderung in unserer Gemeinde, Relevanz der Kirche in der Gesellschaft und persönliche Evangelisation kommt schnell der Punkt, wo es um Aktivitäten geht. Welche anderen Angebote sollen wir machen? Mit welchen Aktivitäten können wir Leute erreichen? Welche Projekte müsste man starten, um relevant für die Gesellschaft zu sein? - Und dann wenig später natürlich: Wo sind die, die die Initiative ergreifen? Wo sind die Mitarbeiter, die Zeit in die Projekte investieren?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;All diese Stränge fügten sich heute morgen zu einem Gedanken zusammen, als ich auf der Arbeit ankam: &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zu der Frage: &quot;Worum geht es eigentlich?&quot; und zu der spontanen Antwort: &quot;Um Frieden!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Frieden - ein Oberbegriff, ein umfassendes Konzept für weitere Dinge, die sich darunter subsummieren.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Frieden, darin steckt auch das Wort zu-frieden. Zufrieden sein, mit der Umwelt, mit dem, was man hat (das heißt aber nicht Status Quo!! Es geht dabei auch um Möglichkeiten die man &quot;hat&quot;!, Chancen zur Veränderung, die durchaus vorhanden sind, im Gegensatz zu den nicht vorhandenen Möglichkeiten).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Frieden - zufrieden - darin steckt auch Versöhnung. Das Versöhnt-Sein mit der Lebenssituation, in der man steckt. Mit dem Leben an sich. Mit den Veränderungen, die das Leben mit sich bringt. Auch mit dem Sterben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wenn ich mich frage, wo es uns mangelt, wo es MIR mangelt, so stelle ich fest, dass ich all diese Probleme und Fragen auf dieses Grundkonzept zurückführen kann: Unfrieden. Unzufriedenheit und Unversöhntheit.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und alles was ich in den letzten Wochen und Monaten erlebt habe, was mich belastet hat, und auch die Erlebnisse heute morgen auf dem Arbeitsweg lassen sich darauf zurückführen.  Wir leben in einer Gesellschaft, in der die meisten Generationen &quot;Krieg&quot; nicht mehr kennen. Wir leben in relativer wirtschaftlicher Stabilität (trotz sog. Wirtschaftskrise), wir leben in einem relativ sicheren, freien Staat. Und doch: Wenn wir beobachten, wie die Beziehungen zwischen Menschen aussehen -egal ob auf persönlicher, gemeinschaftlicher oder beruflicher Ebene-, so ist ein allgemein latenter Unfriede zu beobachten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Gleichzeitig aber auch eine Sehnsucht nach Frieden. Und ich denke, das ist der wesentliche Punkt, wo wir als Christen, als Gemeinde einen Unterschied machen könnten. Das ist der Punkt, über den es nachzudenken gilt, aber an dem wir selbst noch enorm arbeiten müssen. Die Frage: &quot;Wie kann ein Leben in Frieden gelingen?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und ich denke, dass ist die wesentliche Frage, die uns zur Umsetzung unseres Leitbildes weiterhelfen kann: &quot;Wir wollen dazu beitragen, dass Menschen zum Glauben an Jesus Christus finden, ihn als Hilfe für ihr Leben erfahren, und engagierte Christen werden&quot;.&lt;/p&gt;</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2009/09/morgengedanken-worum-geht-es-eigentlich.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-7153007148965241756</guid><pubDate>Tue, 01 Sep 2009 04:45:00 +0000</pubDate><atom:updated>2009-09-01T06:58:18.982+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gesellschaft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Glaube</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Kirche</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Postmoderne</category><title>Steinmetze, Kathedralen ... und der Basar</title><description>&lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;&lt;/span&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;&gt;&gt;&gt;Umgeben von Steinbrocken saßen drei Steinmetze unter einem Bretterdach und schlugen aus Blöcken Figuren und Rosetten. Ein Mann stellte sich dazu und beobachtete ihre Arbeit. &quot;Sagt mir, was ihr da macht?&quot;, fragte er sie. Einer sagte ihm: &quot;Ich verdiene hier mit meinen Händen das Brot für mich und meine Familie&quot;. Der andere: &quot;Ich habe gelernt, Steine zu behauen, und das macht mir Freude&quot;. Der dritte antwortete: &quot;Ich baue eine Kathedrale&quot;.&lt;&lt;&lt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;Eine nette Geschichte, die ich in den letzen vier Tagen gleich dreimal in unserer Gemeinde zu hören bekam: Im Rahmen einer Andacht am Mitarbeitertag, als Besinnungstext in unserem Gemeindeblatt und als Predigttext am Sonntagmorgen durch einen Gastprediger.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich ist diese Geschichte eine nette Metapher, und soll auf die drei verschiedenen Perspektiven hinweisen, mit denen wir an unsere Gemeindemitarbeit herangehen können. Natürlich ist die Kathedrale ein brauchbares Bild dafür, dass wir ja alle am Reich Gottes bauen, und Jesus ist der Bauherr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und doch: Irgendwie machte mich dieses Bild jedesmal ziemlich nervös.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Woran liegt das? Dem möchte ich mal ein wenig nachgehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht daran, dass ich mich frage, wieso immer noch solche mittelalterlichen Metaphern benutzt werden, um die Gemeinde zu motivieren. Kathedralenbau ist uns heutzutage fremd. Uns ist nicht ohne Weiteres ersichtlich, wie es ist eine Kathedrale zu bauen. Mit überaus enormem Aufwand. Über Generationen hinweg. Wir wissen nicht, wie es ist, an so einem Bau teilzuhaben, bei dem Generationen(!) von Arbeitern ihr Leben lassen, ohne wirklich eine Vorstellung vom fertigen Bauwerk bekommen zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht liegt es auch daran, dass heutzutage der Tempelbegriff keine Bedeutung mehr hat. Das Konzept des Sakralen Gebäudes ist Menschen heute fremd. Von niemandem auf der Straße oder in den Büros oder gar Schulen kann man Verständnis für den Begriff &quot;Kathedrale&quot; erhalten. Ein Gebäude soll einen Zweck haben. Soll zu etwas nütze sein. Entsprechend ist ein Gemeinde-Versammlungsbau auch nicht mehr mit unmengen Zierrat, Gold, Stuck, Türmen usw. versehen. Auch freien Gemeinden ist die &quot;Kathedrale&quot; letztlich fremd.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es liegt vielleicht auch daran, dass ich als Softwareentwickler und aktiver Web-Teilnehmer in der Open-Source Welt lebe und daher beim Begriff &quot;Kathedrale&quot; immer an &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Kathedrale_und_der_Basar&quot;&gt;das Essay von Eric S. Raymond &lt;/a&gt;zu den beiden Entwicklungsstilen denken muss. Sein Titel: &lt;a href=&quot;http://gnuwin.epfl.ch/articles/de/Kathedrale/&quot;&gt;&quot;Die Kathedrale und der Basar&quot;.&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;In diesem Essay untersucht er die Entwicklungsstile kommerzieller Firmen im Vergleich zu Open-Source Projekten, und stellt auch deren soziale Implikation heraus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit der Kathedrale bezeichnet er dabei den Entwicklungsstil von großen Firmen, wie z.B. IBM (früher) oder Microsoft. Eine Führungshierarchie mit dem Chefentwickler an oberster Stelle bestimmt wo es lang geht. Alle arbeiten unter ihrer Führung und strikten Anordnung an einem Produkt, dessen Aussehen letztlich von eben der Chefetage bestimmt wird. Und wenn das Produkt fertig ist, bekommt die Öffentlichkeit es zu sehen. Closed-Shop. Kathedrale.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Gegensatz dazu funktionieren Open-Source Projekte --so sagt er-- wie ein Basar. Die Programmquellen liegen offen. Jeder kann sie einsehen, frühzeitig ausprobieren, an der Entwicklung teilhaben. Jeder kann seine eigenen Ideen einbringen, weitere Impulse hinzutragen, Fehler und Mängel entdecken. Oder auch mit seinen Fähigkeiten (Design, Dokumentation,...) zum Projekt beitragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Projekt selbst erscheint mehr als ein Basar, der aus vielen bunten Ständen entsteht, an denen jeder seine eigenen Fähigkeiten feilbietet, und an denen andere sich genau das abholen können, was sie brauchen. Insbesondere: Der Basar hört nicht auf zu existieren, nur weil einige Stände abgebaut werden. Jeder Stand trägt gleichermaßen und auf unterschiedliche Weise zu dem Gesamtgeschehen bei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich gibt es einen Aufseher, der darauf achtet, dass das gängige Marktrecht eingehalten wird. Aber es gibt nun einmal nicht den Chefarchitekten, der alleinig der Ideengeber, der geniale Künstler ist. Von Linus Torvalds (den Initiator von Linux) sagt er, dass er kein besonders genialer Designer sei, sondern dass seine Fähigkeit darin bestünde, Genialität in Designvorschlägen, die andere ihm machen, zu erkennen, und diese Leute in das Gesamtgeschehen zu integrieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zitate:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;&quot;Mit ein bißchen Ermunterung werden Ihre Anwender Probleme diagnostizieren, entsprechende Änderungen vorschlagen und bei der Verbesserung des Codes in einer Weise mitwirken, die Sie alleine nie zustande bringen könnten.&quot;&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;&quot;Die Durchschlagskraft dieser Erscheinung unterschätzt man leicht. Tatsächlich ist es so, daß so gut wie alle von uns in der Open Source-Welt drastisch unterschätzt haben, wie gut diese Kraft mit der Anzahl der Anwender und gegen die Systemkomplexität skaliert, bis Linus Torvalds uns darauf hingewiesen und es demonstriert hat.&quot;&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;&quot;Aber nur ein Jahr später, als Linux bereits einige Breitenwirkung entfaltet hatte, war klar, daß dort etwas anderes und viel gesünderes vorging. Linus&#39; Politik der für alle offenen Entwicklung war das exakte Gegenteil des Kathedralen-Stils. ... Linus behandelte Anwender als Mit-Entwickler, und das in der effektivsten nur möglichen Weise.&quot;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;&quot;Früh freigeben. Oft freigeben. Seinen Anwendern zuhören.&quot;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie wird nun dieser Vergleich auf die Gemeindesituation übertragen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun, solange man mit &quot;Bauherr&quot; oder &quot;Architekt&quot; Jesus bezeichnet, scheint ja noch alles in Ordnung zu sein. Problematisch wird es aber, wenn der Kathedralen-Bau einer Gemeinde dadurch stattfindet, dass es einen menschlichen Architekten gibt, der seine eigene Bauzeichnung und -planung umgesetzt sehen möchte. Wenn alle Mitarbeiter sich zwar mit ihren Gaben einbringen sollen, aber die Form der Rosetten und Blöcke durch den Architekten bereits vorgegeben ist. Und solange wir in dem Bild der Kathedrale das Reich Gottes sehen, ist es ja auch noch ganz OK. Wenn aber die Kathedrale die &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;Gemeinde&lt;/span&gt; ist, dann wird es schon schwieriger.&lt;br /&gt;(Und häufig wird das miteinander verwechselt).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade in heutiger postmoderner Zeit, die ja eben auch die Open-Source-Welt hervorgebracht hat (und umgekehrt!), ist die Frage, ob das Kathedralen-Bild noch adäquat ist, und ob man damit Menschen wirklich zur Mitarbeit bewegen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Basar Bild, in dem jeder Teilnehmer sich mit seinen Fähigkeiten einbringen kann und in dem jeder Besucher einen Stand finden kann, der seine Bedürfnisse und Nöte anspricht, scheint mir viel interessanter als Perspektive zu sein. Hey, hier ist Basar. Sei willkommen und bau deinen Stand auf. Was hast du anzubieten?  Dein Stand hat eine andere Farbe? Was macht das schon!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Folgende Fragen können Hinweise darauf geben, ob ein Kathedralen- oder ein Basar-Stil gepflegt wird:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Können Gottesdienstbesucher auch mehr oder weniger spontan einen Beitrag einbringen, auch wenn er nicht in das ursprüngliche Konzept des Gottesdienstleiters passte?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Gibt es in Gemeinde Foren gemeinschaftlicher Ideenfindung, Austausch von Gedanken, usw.?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Ist es möglich, für unterschiedliche Zielgruppen unterschiedliche Angebote zu machen, ohne dass es gleich in einen &quot;Kulturschock&quot; mündet?&lt;/li&gt;&lt;li&gt; Gibt es mehr als einen (akzeptierten!!) Stil der Gottesdienstgestaltung, Gruppengestaltung, Lebensgestaltung ...?&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;br /&gt;und so einige Fragen mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was mich am Kathedralen-Anekdotentext auch stört, ist folgendes:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Text führt leicht dazu, den dritten Steinmetz in den Vordergrund zu rücken: Wenigstens dieser hat eine Vision, ein wirkliches Ziel, sieht das Ganze, das Zukünftige. Und mit dieser Vision steht er als Vorbild da.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Interessant ist aber, dass ganz klar drei Personen an der Kathedrale arbeiten, aber nur einem Drittel ist tatsächlich als ZIEL klar und bewußt vor Augen, woran er arbeitet. Was tun die anderen?&lt;br /&gt;Einer tut, was er muss (um Brot zu verdienen und zu überleben). Er haut Steine, ohne dass irgendjemand die Frage stellt, ob er andere Dinge nicht viel besser könnte. Dinge, die der Allgemeinheit vielleicht nützen würden, aber nicht der Kathedrale. Seine Bedürfnisse, vielleicht sogar Nöte, die ihn dazu bringen, diese Arbeit zu tun, werden nicht thematisiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein anderer tut, was er besonders gut kann. Was ihm Spaß macht. Aber letztlich ist es ihm egal, ob er eine Kathedrale baut, eine Fabrikhalle oder eine Gruft. Er benutzt den Kathedralenbau als Gelegenheit, und seine Leidenschaft wird zum Zweck benutzt. Offensichtlich hat ihm niemand klar zu machen versucht, WOZU er denn Steine haut. Offensichtlich bringt er seine Tätigkeit nicht mit seiner Gottesbeziehung in Verbindung. Die Frage scheint berechtigt, wie denn eigentlich seine Gottesbeziehung aussieht. Aber niemand scheint mit ihm darüber gesprochen zu haben. Eine Kathedrale -und somit auch seine momentane Arbeit- hat aber nunmal mit Gott zu tun, und mit Gottesbeziehung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sehen an diesen Beiden:  Den Bauherren war der Bau der Kathedrale wichtiger, als die Menschen, die daran mitbauen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Moderne Betrachtung ist aber: Gemeinde wird aus den Teilnehmern gebaut. Nicht aus Gebäude. An vielen anderen Orten ist schon die Tendenz zeitgenössischer Gemeinden kritisiert worden, sich auf Gebäude zu fokussieren, und nicht erst seit Kurzem denkt man über Alternativen nach.&lt;br /&gt;Gemeinde ist die Summe der Menschen an einem Ort.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wichtiger als der Kathedralen-Bau, ist der Gemeindebau. Und womöglich wird durch einen Basar viel mehr zum Gemeindebau beigetragen, als man vorhersehen kann. Wie im Open-Source Bereich eben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele Gedanken, viele Aspekte ... Der Text ist hier nicht zu Ende. Er fängt erst an ...</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2009/09/steinmetze-kathedralen-und-der-basar.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-1967855963144619337</guid><pubDate>Fri, 28 Aug 2009 17:57:00 +0000</pubDate><atom:updated>2009-08-28T20:00:26.188+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gesellschaft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Informatik</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Postmoderne</category><title>Spatial Turn</title><description>&lt;pre wrap=&quot;&quot;&gt;&lt;a class=&quot;moz-txt-link-freetext&quot; href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Spatial_turn&quot;&gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Spatial_turn&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Interessant dieser Artikel, der auch irgendwie mit&lt;br /&gt;der Postmoderne zu tun hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der praktischen Informatik (Programmierung also)&lt;br /&gt;haben wir oft mit Graphenproblemen zu tun, weswegen&lt;br /&gt;das Denken in Graphen zu einem wesentlichen Teil&lt;br /&gt;unserer Arbeit gehört.&lt;br /&gt;&lt;a class=&quot;moz-txt-link-freetext&quot; href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Graphentheorie&quot;&gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Graphentheorie&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So programmieren wir objektorientiert,&lt;br /&gt;in dem wir Beziehungen zwischen Klassen formulieren&lt;br /&gt;und in Programmcode umsetzen (Ein Verein &lt;span class=&quot;moz-txt-underscore&quot;&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-tag&quot;&gt;_&lt;/span&gt;hat&lt;span class=&quot;moz-txt-tag&quot;&gt;_&lt;/span&gt;&lt;/span&gt; n Mitglieder,&lt;br /&gt;ein Mitglied &lt;span class=&quot;moz-txt-underscore&quot;&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-tag&quot;&gt;_&lt;/span&gt;ist eine&lt;span class=&quot;moz-txt-tag&quot;&gt;_&lt;/span&gt;&lt;/span&gt; Person, ein Mitglied &lt;span class=&quot;moz-txt-underscore&quot;&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-tag&quot;&gt;_&lt;/span&gt;hat&lt;span class=&quot;moz-txt-tag&quot;&gt;_&lt;/span&gt;&lt;/span&gt; eine Adresse&lt;br /&gt;usw.),&lt;br /&gt;&lt;a class=&quot;moz-txt-link-freetext&quot; href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/UML&quot;&gt;http://de.wikipedia.org/wiki/UML&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;oder Abhängigkeiten zwischen Komponenten beschreiben:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Microsoft Word --braucht--&gt; MS Windows --läuft auf--&gt; Intel PCs.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir organisieren Abteilungshierachien in Form von Graphen,&lt;br /&gt;notieren auch unsere Ideen immer mehr in Graphen-Form:&lt;br /&gt;Mind-Maps oder neuerdings sogar Concept-Maps.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit längerem bekannt ist auch in der Soziologie die&lt;br /&gt;Anwendung eines Graphensystems zur Darstellung von&lt;br /&gt;Beziehungen zwischen Gruppenmitgliedern, das Soziogramm.&lt;br /&gt;&lt;a class=&quot;moz-txt-link-freetext&quot; href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Soziogramm&quot;&gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Soziogramm&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Somit überschneidet sich hier einiges:&lt;br /&gt;Systeme werden mit Graphen dokumentiert, analysiert,&lt;br /&gt;verstanden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Interessant am Spatial Turn ist nun, dass sich auf&lt;br /&gt;virtueller Ebene soziale &quot;Räume&quot; (also Graphen) auftun,&lt;br /&gt;die physikalische Räume (also Orte, wie z.B. Städte oder&lt;br /&gt;Stadtteile) überbrücken bzw. diese durchdringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade auch das Internet mit seinen Social Networks&lt;br /&gt;und der Möglichkeit der Vernetzung über weite Strecken&lt;br /&gt;hat eine Transzendenz des physikalischen Raumes/Ortes&lt;br /&gt;zu einem virtuellen Raum ermöglicht.&lt;br /&gt;So kann es sein, dass örtlich nebeneinander existierende&lt;br /&gt;Individuen in Nachbarschaften sich sozial in völlig unterschiedlichen&lt;br /&gt;Räumen bewegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Interessant zum Verständnis von Problemen in stark&lt;br /&gt;heterogenen Gruppen, wie sie z.B. auch christliche&lt;br /&gt;Gemeinden in Ballungszentren oft sind, ist also&lt;br /&gt;eine bewusste Betrachtung der verschiedenen &quot;Räume&quot;,&lt;br /&gt;die sich durch die sozialen Beziehungen zwischen&lt;br /&gt;verschiedenen Mitgliedern ergeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sind diese Räume erst einmal bekannt, können sie&lt;br /&gt;auf ihre Kommunikation hin untersucht werden.&lt;br /&gt;Und so können Brücken zwischen diesen Räumen in Form&lt;br /&gt;von kommunikativen Hilfskonstrukten aufgebaut werden,&lt;br /&gt;die eine Transformation von Gedanken aus Raum A in Raum B&lt;br /&gt;ermöglichen. (Man nennt das landläufig &quot;übersetzen&quot;).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sowohl die Übersetzung als auch die Erläuterung sind&lt;br /&gt;wesentliche Voraussetzung für eine Inter-Spatiale,&lt;br /&gt;also raum-übergreifende, Kommunikation.&lt;br /&gt;&lt;/pre&gt;</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2009/08/spatial-turn.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-2892774271839512269</guid><pubDate>Wed, 29 Apr 2009 07:49:00 +0000</pubDate><atom:updated>2009-05-04T05:56:34.186+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Glaube</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Morgengedanken</category><title>Morgengedanke:  Vom Pharisäertum ...</title><description>Pharisäer, zur Zeit des Neuen Testamentes der Name einer jüdischen Richtung, einer ..hm.. jüdischen Sekte, ist für Christen der heutigen Tage zu einem Schimpfwort geworden.&lt;p&gt;Was drückt es aus, jemanden als &quot;Pharisäer&quot; zu bezeichnen?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zunächst einmal werden uns im Neuen Testament Pharisäer als Menschen vermittelt, die auf eine falsche Weise Zugang zu Gott finden wollen. Sie sind ernsthaft um Gott bemüht, aber sie versuchen Gott auf einem falschen Weg zu erreichen. Den Weg der Leistung, der Perfektion, der Selbstdisziplin, der absoluten Fehlervermeidung. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dies ist im Endeffekt den Weg der Strenge und der Enge, der Gesetzlichkeit. Durch immer neue Regeln versuchen sie, unter allen Umständen auch nur die Möglichkeit eines ungewollt verursachten Fehlers auszuschließen. Sie versuchen, jeglichen Flecken zu tilgen. Sie sterilisiern.&lt;br /&gt;Und letzten Endes schaffen sie dadurch eine unmenschliche, lebensfeindliche Umgebung. Das Sabbathgebot, eingerichtet zur Entlastung, wird verzerrt, wird zu einer nur schwer tragbaren Last. (Matth.12,1-6)&lt;br /&gt;Die Suche nach Gott, das Handeln im Glauben im Alltag wird ersetzt durch Exegesefragen und Rechtsstreitigkeiten. Die Frage nach exakter Auslegung des Wortlautes wird wichtiger als die Frage nach Intention. Die Frage nach korrekter Form wird wichtiger als die Frage nach Inhalt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Schließlich mündet dies in einen sehr ungesunden Zustand: Der Weg der Leistung und der Strenge mündet darin, sich selbst zu rechtfertigen. Sich über den anderen zu erheben. Seine eigene Leistung dazu zu benutzen, den anderen zu erniedrigen und sich selbst über ihn zu setzen. &quot;Herr hab dank, dass ich nicht so bin wie jener dort&quot;. (Luk.18,9-12)&lt;br /&gt;Alfred Adler, Psychotherapeut und Schüler Freuds, beschreibt ein solches Verhalten in der von ihm begründeten Individualpsychologie.&lt;br /&gt;Die Wahrnehmung eigener Minderwertigkeitsgefühle führt zu einem Verhalten der Kompensation und letzlich der Überkompensation. Eigene Mängel und Schwächen werden wahrgenommen, aber oft nur vorbewußt, denn sie schmerzen. Können bei sich selbst nicht zugelassen werden.&lt;br /&gt;Daher werden sie nach Außen projiziert. Beim Anderen verstärkt und überzeichnet wahrgenommen.&lt;br /&gt;Diese Projektion und der Versuch diese Schwächen zu kontrollieren und in den Griff zu bekommen führt jedoch dazu, den Mangel beim Anderen zu bekämpfen, anstatt bei sich selbst. (Mt.7,3)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;So wird Pharisäertum aber letzten Endes auch ein Phänomen von Machtstruktur. Die Pharisäer sind eine herrschende Schicht. Sie haben die Macht. Sie setzten sich durch. Sie sitzen am Hebel. Sie bestimmen, was recht ist und was nicht. Und sie schaffen Unbequemes, was ihre Macht bedrohen würde, aus dem Wege: &quot;Und die Pharisäer gingen hinaus und hielten alsbald Rat über ihn mit den Anhängern des Herodes, wie sie ihn umbrächten.&quot; (Mk. 3,6)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Jesus hat mit den Pharisäern nicht &quot;aufräumen&quot; können. Auch in späterer Zeit bildeten sich in der Kirche Strukturen mit pharisäerischen Zügen heraus. War dies eine Begleiterscheinung der Ausbildung hierarchischer Strukturen? Quasi ein Virus, der diese Strukturen als Lebensraum ausfinding machte und sie befiel?  Oder war es umgekehrt die pharisäerische Tendenz in bestimmten Kreisen der jungen Kirche, die genau die Bildung hierarchischer Machtstruktur katalysierte, forcierte, hervorbrachte?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es geht weit über diesen Artikel hinaus und bleibt Aufgabe der Soziologie, den Zusammenhang zwischen hierarchischen Ordnungen in Gruppen, Machtstrukturen und Ausnutzung derselben zu erforschen. Und ebenfalls festzustellen, wie die Ausnutzung und Verzerrung von ursprünglich als sinnvoll eingesetzen Leitungsordnungen verhindert werden kann.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zurück zum Thema:&lt;br /&gt;Ein Verhalten heutzutage als Pharisäertum zu bezeichnen, ist eine ziemlich heftige Geschichte. Harte Kritik. Der Inbegriff alles Schlechten, was Glaube hervorbringen kann. Aber -und das ist die Kehrseite- es ist eben auch geäußerte Kritik. Hinweis auf die Wahrnehmung von Mißständen. Hinweis auf die Wahrnehmung von Fehlverhalten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wie geht man aber nun mit Kritik um? Da gibt es prinzipiell zwei Verhaltensweisen: &lt;/p&gt;&lt;p&gt;a) Man nimmt diese Kritik, zieht sich zurück und überlegt, ob und inwieweit an dieser Kritik etwas dran ist. Man denkt darüber nach. Kurz: Man reflektiert.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;b) Man fühlt sich angegriffen. Man empört sich. Und geht in den Gegenangriff über.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Für das Verhalten a) ist als Voraussetzung notwendig, dass man bereits ein stabiles Selbstbild hat. Ein Selbstbild, das durch Kritik nicht sofort ins Wanken gerät. Ein Selbstbild, das Fehler durchaus erkennen und zulassen kann, weil Vertrauen in andere Teile des Selbst weiterhin tragen.&lt;br /&gt;Das Verhalten a) führt im konkreten Fall nun dazu, dass man sich ernsthaft fragt: &quot;Bin ich ein Pharisäer&quot;?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wodurch aber wird Verhalten b) ausgelöst?&lt;br /&gt;Die Kritik und das Gefühl des Angegriffen-werdens führt dazu, dass das eigene Selbstbild in Gefahr gerät. Dies gilt es aber, wie oben erwähnt, unter allen Umständen zu vermeiden. Das darf nicht sein! Und dies ist die Basis der Empörung. Dies löst die Abwehrhaltung aus, und den Gegenangriff.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das, was mit dem Begriff &quot;Pharisäer&quot; kritisiert wird, betrifft aber nun sehr stark die Persönlichkeitsstruktur, die im Verhalten b) beschrieben wird.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Somit könnte man sehr spitz auf den Punkt gebracht sagen: Wer sich hinsetzt, reflektiert und sich selbst fragt: &quot;Bin ich ein Pharisäer?&quot; -&amp;gt; der ist keiner.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der, der wirklich ein Pharisäer ist, wird sich umgekehrt nie hinsetzen und über diese Kritik nachsinnen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Somit ist der Versuch, bei jemandem Kritik anzubringen, indem man ihn auf sein Pharisäertum hinweist, von der Grundstruktur her schon zum Scheitern verurteilt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein weiterer Gedanke:&lt;br /&gt;Der Mensch hat -so die moderne Gehinrforschung- die Tendenz, Intentionalität und Selbstbezug in ein Geschehen hineinzuinterpretieren. Auch wenn es keinen objektiven Hinweis darauf gibt, erdichtet sich das menschliche Individuum Absichten. Phantasiert Zusammenhänge. Empfindet Ereignisse als auf sich selbst bezogen, für sich bedeutsam.&lt;br /&gt;(&quot;Bestimmt haben die gerade über mich geredet ...&quot;).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Gerade bei Selbstwertproblemen ist diese Tendenz zu beobachten und verstärkt das Grundgefühl des Angegriffen-werdens. Die Umwelt wird sehr schnell als feindlich wahrgenommen, Mißtrauen wird zur dominierenden Einstellung.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Fakten können nicht mehr sachlich aufgenommen werden. Auch wenn es keine sachliche Grundlage dafür gibt, steht die Frage: &quot;Bin ich gemeint?&quot; sofort im Raum. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Leser, die den Autor nicht kennen, können Artikel wie diesen hier sicher relativ wertfrei lesen und darüber nachdenken.&lt;br /&gt;Aber ich könnte wetten, dass manche unter den Lesern, die mit dem Autor eines solchen Artikels bekannt sind, ihn nicht lesen können, ohne sich sofort zu fragen: &quot;Meint er mich?&quot; - &quot;Warum hat er diesen Artikel geschrieben?, Will er mich damit etwa kritisieren?&quot; - &quot;Bezeichnet er MICH als Pharisäer?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Würdest du mir glauben, wenn ich sagte, dass dieser Artikel auf einer ganz anderen Basis zustandegekommen ist und ich dabei NICHT an DICH gedacht habe? ;-)&lt;/p&gt;</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2009/04/morgengedanke-vom-pharisaertum.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>3</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-2609373545203187385</guid><pubDate>Wed, 15 Apr 2009 17:03:00 +0000</pubDate><atom:updated>2009-04-15T19:55:37.864+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gesellschaft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Glaube</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Postmoderne</category><title>Kindern Glauben vermitteln durch strategisches Programm?</title><description>&lt;pre wrap=&quot;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Folgendes war im letzten Newsletter &lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-style: italic;font-family:arial;&quot; &gt;Willownews&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt; vom April 2009 als Werbung zu lesen:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;  style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt; &lt;/span&gt;&lt;blockquote  style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Mark Holmen: Den Glauben zu Hause leben&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;Eltern befähigen, den Glauben mit Kindern zu leben&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;Dieses Buch ist Teil der Bewegung GLAUBEN ZU HAUSE, die&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;Gemeinden darin unterstützt, einen integrativen und&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;umfassenden Ansatz der Familienarbeit zu entwickeln. Dabei&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;geht es darum, Familien zu unterstützen, dass der Glaube zu&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;Hause Gestalt gewinnen kann. Glaubensprägung geschieht&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;wesentlich mehr zuhause, als durch die kirchliche&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;Kinderarbeit. Daher muss die Gemeinde für Familien zum&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;Partner werden, der sie darin unterstützt, Wege zu finden,&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;wie der Glaube zu Hause gestaltet werden kann.&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;Mit diesem Ziel haben Mark Holmen und David Teixeira ein&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;umfangreiches Arbeitsbuch zusammengestellt, das die Vision,&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;Strategie und praktische Umsetzung einer integrativen&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;Familienarbeit in der Gemeinde beschreibt. Hinzu kommen 13&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;kopierbare Einheiten, wie Eltern mit ihren Kindern den&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;Glauben in der eigenen Familie praktisch leben können. Die im&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;Buch enthaltende CD-ROM enthält umfangreiche&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;Arbeitsmaterialien für die Eltern-Kind-Impulse sowie&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;PowerPoint-Folien für die Vorstellung des Konzepts GLAUBEN ZU&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt; &lt;/span&gt;HAUSE in der Gemeinde.&lt;/blockquote&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Während der erste Absatz ja noch recht positiv gelesen werden kann, stieß mir der zweite Absatz doch ziemlich auf.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;&quot;Vision, Strategie, integrative Familienarbeit...&quot;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Für mich blieb beim Lesen ein fader Nachgeschmack, und die Frage: &lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-style: italic;font-family:arial;&quot; &gt;Ist es das?&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;   Definieren wir so unseren Glauben, unser Christsein? &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Das Leben persönlicher Gottesbeziehung als Management-Auftrag?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Familienleben per Arbeitsmaterialien?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Ich frage mich, inwiefern sind wir noch (oder vielmehr: wieder!) in der Lage, unseren Glauben und unser Christsein aus der Perspektive der Beziehung, der Dynamik der Begegnung und der simplen Vermittlung von Liebe zu gestalten und vor allem zu vermitteln?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Inwiefern wird andersherum selbst der privateste Bereich durch christlich vorkonzeptionierte und vorkonfektionierte How-Tos durchdrungen?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Werden Situationen und Konstellationen, die ein Aufeinander-Hören und ein gegenseitiges in Achtung Wahrnehmen und Aufeinander-Eingehen verlangen, in ein vorgedachtes und durchdesigntes System-Management verwandelt?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Inwieweit wird Leben in seiner Spontaneität und Flexibilität durch Programmierung ersetzt?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;An vielen Stellen klagen die Menschen, gerade die Berufstätigen, heutzutage über Überlastung, Stress, zu wenig zur Ruhe kommen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Termine und Pläne werden oft als von Außen bestimmt und damit als Druck und Zwang erlebt. Wir werden getrieben von Anforderungen, Zielsetzungen, Kalendern.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Die Gesellschaft produziert auf diese Weise aber ihre eigenen Opfer. Verlierer werden einkalkuliert.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Nur der Stärkere (im Sinne von: Leistungsstärkere, Flexiblere, Opferbereitere) überlebt in diesem Szenario, Familien und andere Beziehungen bleiben auf der Strecke.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Anstatt nun diesem ungesunden Gesellschaftstrend durch Schaffung einer Alternative und eines Freiraumes in Gemeinde zu begegnen, anstatt eine Alternativkultur des Miteinanders zu begründen und vorzuleben, setzen wir diesen Trend, den auch wir als Christen im Beruf zum Teil leidvoll erleben, auch noch in unseren Gemeinden fort:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Aus Gemeinschaft wird Gemeinde-&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-style: italic;font-family:arial;&quot; &gt;Arbeit&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;. Aus Begegnung mit Jugendlichen wird Jugend-&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-style: italic;font-family:arial;&quot; &gt;Arbeit&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;.(*)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Und nun introjizieren wir diesen Trend auch noch in die privateste Struktur, die Familien, hinein.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Aus einem Zusammen-&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-style: italic;font-family:arial;&quot; &gt;Leben&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt; von Menschen wird Familien-&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-style: italic;font-family:arial;&quot; &gt;Arbeit&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Aus einer Gemeinschaft wird plötzlich ein durch Zielvorgaben bestimmtes, durch Programme gesteuertes Zweck-Unternehmen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Fragt jemand die Kinder und Heranwachsenden eigentlich, ob sie von ihren Eltern als Ziel eines elterlichen Arbeitsprogrammes gesehen werden wollen?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Ob sie den Glauben ihrer Eltern als Kapitel 7 der familiären Christsein-Strategie vermittelt bekommen möchten?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Ob sie elterliche Liebe als Teil deren Glaubens erfahren wollen, weil es gemäß Impuls-Material gerade dran ist?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Anstatt sich mit &quot;umfangreichen&quot; Arbeitsmaterialien einzudecken und immer wieder zu versuchen, Glauben und Gemeinde durch vorgekaute Programme, Konzepte und Schemata in den Griff zu bekommen, wird es Zeit, dass Christen endlich wieder lernen, die Augen für die Menschen und die Gesellschaft um sie herum aufzumachen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Bewusst auch mal über längere Zeit genau hinzuschauen und hinzuhören, und über das Gesehene und Gehörte im Dialog mit ihrem Herrn intensiv nachzudenken.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Wertfrei, offen, ohne Zweckorientierung.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Menschen, die nach Gott suchen (ob Erwachsene oder Kinder in Familien) brauchen weniger Programme und Arbeitsbücher als mehr persönliche Begegnungen mit Menschen, die ihnen als Gesprächspartner und Vorbilder dienen können. Die ihnen offen und wertfrei begegnen und im Dialog zur Verfügung stehen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Und da fängt es schon an: Auch für die Suche nach Vorbildern brauchen wir ... &lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-style: italic;font-family:arial;&quot; &gt;Vorbilder&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Wie wächst man eigentlich im Glauben?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Wie findet man Menschen, zu denen wir genug Vertrauen entwickeln können, denen wir uns anvertrauen können, und die für uns zu persönlichen Mentoren werden können?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Wer ist Vorbild darin, Vorbilder zu suchen und zu finden?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Wenn die Gestaltung christlichen Familienlebens eine offene Frage ist (offensichtlich, da das Arbeitsbuch ja darauf eine Antwort geben möchte), und wenn wir aus der Seelsorge wissen, dass persönliches Gespräch und persönliche&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Begegnung wichtig sind, um auf die &lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-style: italic;font-family:arial;&quot; class=&quot;moz-txt-star&quot; &gt;individuellen&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt; Bedürfnisse und den Charakter der jeweiligen Menschen einzugehen (offensichtlich, da wir nicht die Seelsorgearbeit einfach durch ein breiteres Büchertisch-Angebot ersetzen), dann ist ein solches Arbeitsprogramm-Buch ein christlicher Stilbruch.  Dann ist es in der Gesamtschau christlichen Soziallebens kontraproduktiv, mit solchen Materialien aufzufahren.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Die Frage, wie wir postmodernen Menschen denn Glauben vermitteln können, wird an allen möglichen Orten gestellt, und Antworten darauf klingen oft ähnlich: Durch persönliche Beziehung, durch lehrreiche Geschichten (Narrativium).&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Auch z.B. das Thema Glaube, Zweifel und Gemeinde wird daher immer mehr in Romanform statt durch Sachbücher vermittelt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Durch Erzählungen statt durch strukturierte Programme und Konzepte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Unser &lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-style: italic;font-family:arial;&quot; &gt;Leben als Christen&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt; in Gemeinden soll vom Glauben erzählen&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;, nicht unsere Lehrbücher und Schulungsprogramme.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Christus hat den Jüngern nicht eine Menge von Schriftrollen übergeben, sondern hat sie eingeladen, ihn auf der Reise seines Lebens zu begleiten und ihn quasi &quot;live&quot; zu erleben.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Das sollten wir berücksichtigen, gerade in der aktuellen Zeitgeist-Entwicklung. Sind wir dazu bereit? Oder bleiben wir in der Programmatik und Versachlichung/Funktionalisierung der Moderne haften?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;(*) Von &quot;Kinder-Arbeit&quot; als Begriff mal ganz zu schweigen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;moz-txt-citetags&quot;&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/pre&gt;</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2009/04/folgendes-war-im-letzten-newsletter.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-7077423030211908124</guid><pubDate>Wed, 18 Feb 2009 05:07:00 +0000</pubDate><atom:updated>2009-02-18T06:44:09.192+01:00</atom:updated><title>Morgengedanke: &quot;Ihre repräsentative Immobilie&quot;</title><description>Hallo, mein Name ist Peter Makler und ich vermittle Immobilien an Privat- und Geschäftskunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leider geht mein Geschäft nicht sehr gut. Irgendwie flau. Oder um ehrlich zu sein: Ich stehe vor dem Ruin. Und das, wo ich eigentlich nicht mehr lange bis zur Rente habe. Schlimm, sowas.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neulich, da hab ich ja gedacht, ich würde wieder Aufwind bekommen. Da kam nämlich ein Unternehmer zu mir, Eigentümer einer jungen, aufstrebenden Computerfirma. Er sagte mir, er hätte vor einigen Jahren mit ein paar Leuten angefangen, aber sein Unternehmen wäre in kurzer Zeit dermaßen angewachsen, dass seine Officelocation aus allen Nähten platze. Außerdem sei das ein nicht repräsentativer Altbau. Nichts, womit man den Geschäftskunden die Innovativität seiner boomenden IT-centered Company deutlich machen könne. Und da er in der Acquisitions-Phase zu einigen großen Joint-Venture Projekten mit Resellern sei, bräuchte er angemessene Räume für Meetings und Präsentationen. Außerdem sollen die Arbeitsplätze seiner Angestellten flexibler auf die Economic Changes angepasst werden können.&lt;br /&gt;Patchbare Network-Installationen und Infrastruktur, die auch zum Chillen und Relaxen einlädt, sei in seinem kreativen Business pflicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ok, ich hab nicht alles verstanden, aber das Anliegen war klar: Er brauchte ein neues Bürogebäude!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zunächst mal trafen wir uns in seinem derzeitigen Unternehmens-Domizil, und er hatte recht: In diesem Gebäude konnte man kein modernes Unternehmen der elektronischen Datenverarbeitung ansiedeln.  Ein Altbau aus der Jahrhundertwende, an dem schon Teile des Stucks abbröckelten.  Überalterter Dachbau, angewitterte Holzrahmenfenster, ohne Farbe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und da hatte ich genau das Richtige für ihn ... dachte ich.  Ein kleines Prachtstück von einem Gebäude. Ich lud ihn also zu einem Besichtigungstermin ein, und wir sahen es uns an:  Zentral gelegen in der Mitte des Altstadt-Zentrums,  renovierter Verwaltungsbau, Baujahr 1905.  Stuckfassade gut erhalten und erneuert, in pastell-blau gehalten, kürzlich erst gestrichen. Alle Fenster runderneuerte und weiß gestrichene Holzrahmen mit dekorativen Mittelkreuzen.   Zentralheizung völlig saniert, breites, repräsentatives Treppenhaus. Gute Verkehrsanbindung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun ... er war nicht begeistert.  Er sagte, er bräuchte ein &lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;modernes&lt;/span&gt; Gebäude. Eines, dass den technologischen Fortschritt seiner Branche darstellt. Etwas mit Glas und Chrom.  Mit mehr Licht im Inneren.  Ein großer Eingangsbereich,  moderne Lifte,  alle Formen der Telekommunikation bereits in jedem Raum verlegt. Und überhaupt:  Die Farbe ....&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich!! Jetzt hatte ich ihn verstanden.  Nun, pastell-blau passt ja auch wirklich nicht zu einer Rechner-Firma.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also zeigte ich ihm das nächste Gebäude.  Ein wahrer Palast der Moderne.  Gegenwärtig war es noch ein Hotel, aber das würde in Kürze das Gebäude verlassen.&lt;br /&gt;Der Eingang war mit einem Glasvorbau auf Stahlsäulen versehen, moderne Pflasterarbeiten in der Zufahrt.  Alle Fenster modernste Thermopen-Doppelverglasung im Alurahmen.  Jedes Zimmer ausgestattet mit Telefon und sogar Computeranschluss!  Die Lifte waren erst vor drei Jahren erneuert worden.  Der Eingangsbereich enthielt eine Buchenholz-Rezeption.  Der Wintergarten ließ viel Licht ein, und eignete sich hervorragend als großer Besprechungsraum.&lt;br /&gt;Die Fassade in modernem dunkelrot gehalten, Fensterrahmen und Sockel in leichtem Grau hervorgehoben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das war ja wohl ideal.  Ein wirklich rundum zeitgemäßes Gebäude für ein modernes Unternehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber komisch. Irgendwie störte er sich daran.  Im gefiel die Stuckfassade nicht. Und das Baujahr 1922 sei ja auch nicht gerade etwas, was sein Unternehmen repräsentieren würde. (Verstehe ich nicht: Sehr solide, so sollten sich Unternehmen doch darstellen?).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört. Und das verstehe ich wirklich nicht.  Habe ich denn nicht alles getan, um auf seine Wünsche einzugehen?</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2009/02/morgengedanke-ihre-reprasentative.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>2</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-4867464068032930121</guid><pubDate>Tue, 30 Dec 2008 18:59:00 +0000</pubDate><atom:updated>2008-12-30T20:11:02.290+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Glaube</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Philosophie</category><title>Zwei Arten von ernsthaften Christen</title><description>Ein Gedanke, der mir vor einer Weile nach einer Beobachtung in Gemeinde durch den Kopf schoß:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-weight: bold;&quot;&gt;Es gibt zwei Arten von ernsthaften Christen&lt;/span&gt;:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diejenigen, die nicht aufhören zu fragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die nicht aufhören, Konflikte in Aussagen wahrzunehmen, zu erkennen, anzunehmen. Die nicht aufhören, Tradiertes und Überliefertes, Absolutes, Erreichtes und eigentlich Geklärtes zu hinterfragen.&lt;br /&gt;Sie sehen sich niemals als Fertige, sondern immer als Fragende, als Suchende. Trotz aller Glaubensgewissheit wissen sie um ihre Unwissenheit und betrachten alle Erkenntnisse als vorläufig. Sie sind immer bereit, sich und ihren Glauben, ihre Ansichten, ihre Meinungen hinterfragen zu lassen und sie gegebenenfalls auch zu korrigieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier finden wir den Thomas, der erst die Hände in die Wunden legen muss. Den Paulus, der einen Römerbrief verfasst und sich auf die Griechen einlässt.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=&quot;font-weight: bold;&quot;&gt;und&lt;/span&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Diejenigen, die endlich aufgehört haben zu fragen.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die der ewigen Suche, der nie endenden Kette immer weiterer Ungewissheiten, immer neuer Fragen, ein Ende gesetzt haben.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sie haben eines Tages einen Schnitt gemacht und begonnen, Antworten zu geben.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ihr Leben ist eine Kette immerwährender Antworten auf die Frage der Existenz und der Gnade Gottes. Sie leben einfach, was sie bis dahin zu erkennen meinen, und erkennen, indem sie leben, was sie glauben.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Hier finden wir den Petrus, der aus dem Boot steigt, aber auch die Mutter Theresa von Kalkutta.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Schwierig wird es, wenn der Eine dem Anderen begegnet, ihn aber nicht versteht.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2008/12/zwei-arten-von-ernsthaften-christen.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>3</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-8591383952091953192</guid><pubDate>Tue, 30 Dec 2008 05:48:00 +0000</pubDate><atom:updated>2008-12-30T19:52:57.634+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Glaube</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Kirche</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Morgengedanken</category><title>Morgengedanken #1 - Status quo?</title><description>Hier ein Morgengedanke, der schon ein Jahr alt ist, und noch in meinen Entwürfen schlummerte ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;---&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Entweder es gibt keinen Gott, dann ist die Gemeinde nur ein sozialer Verein, wo sich Menschen zwecks gemeinsamer Lebensgestaltung treffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann macht viele Anstrengung, Evangelisation, Diakonie und anderes Engagement, welches über ein gewisses Maß hinaus geht, aber keinen Sinn. Dann kann ich mir private Frömmigkeit sparen, und einfach die Gemeinschaft im Verein genießen, mit netten Leuten was Nettes unternehmen.&lt;br /&gt;Alles darüber hinaus hat sich erübrigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Sinn hinter einer humanitären Handlung müsste sich dann aber anders ergeben. &quot;Salz der Erde&quot; wird dann nämlich nur zu einer netten Idee. Ein Aufruf zu diakonischem Handeln und besonderem Einsatz für Menschen über den direkten Freundeskreis hinaus kann sonst zu leicht durch die eigene Faulheit wegdiskutiert werden. Wozu sollte ich überhapt Einsatz für &quot;die Welt&quot; zeigen?&lt;br /&gt;(In dieser Hinsicht muss mir ein Athetist, wie Dawkins, wirklich mal erklären, warum ich mich für irgendwelche karitativen Dinge einsetzen sollte. Meinen Bekannten geht es gut, und das reicht doch.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsache ist: Wenn das der Fall ist, kann mein Leben nicht so bleiben, wie es ist. Denn ich kann dann meine Zeit besser, geschickter und vor allem entspannter verteilen. Viel Streß hat sich dann erübrigt. Das Ringen und Kämpfen um dieses und jenes in Gemeinde. Um Gemeinde überhaupt. Solange sie funktioniert, ist es gut, wenn nicht, dann nicht. So lässt es sich viel ruhiger leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder es gibt Gott. Wenn es aber Gott gibt, dann frage ich mich, wieso er selbst in einer christlichen Gemeinde oftmals  so verborgen sein kann. Wieso er dort nicht viel &quot;präsenter&quot; ist, viel intensiver erlebt wird. Wie kann es sein, dass eine Gemeinde in mancher Hinsicht wie ein Verein mit religiös-theologischem Sachhintergrund erscheint, mit allem, was zu einem normalen Verein einfach dazugehört?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn es Gott gibt, dann kann mein Leben ebenfalls nicht so bleiben, wie es ist. Denn dann muss ich über meine Zeit, mein Engagement, mein Ringen und Kämpfen auch neu nachdenken. Dann muss ich fragen, ob die Gemeinde Gottes Ziele verfolgt, oder nur ihre eigenen.  Ob an vielen Stellen durch gemeinschaftliche Gemütlichkeit und gesetzte Bürgerlichkeit nicht die Botschaft dieses Gottes verdeckt und &quot;weichgespült&quot; worden ist. Dann muss ich selbst mich dazu stellen und fragen, inwiefern ich an diesem Zustand beteiligt bin, und muss sehen, was das für mich und mein Leben bedeutet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überhaupt: Gemeinde!&lt;br /&gt;Verwechseln wir an vielen Stellen nicht oft Gemeinde und Reich Gottes? Gemeinde und Heilsbotschaft? Sind viele Aktivitäten, die wir durchführen, nicht eher darauf ausgerichtet, Gemeinde (sprich: eine lokale Verwaltungs- und Organisationsstruktur)  zu erhalten, anstatt ein &quot;himmlisches&quot; Reich aufzubauen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Glaube, beides sei automatisch identisch, scheint mir jedenfalls notwendig zu hinterfragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie steht es mit &quot;Glaubwürdigkeit&quot;?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie man&#39;s dreht und wendet: Irgendwas muss sich ändern. Auch und gerade bei mir selbst. Wenn es bleibt, wie es ist, ist es tot.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch dann befällt sie mich wieder ... diese enorme Müdigkeit ...</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2007/12/morgengedanken-1-status-quo.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-8387888482160897409</guid><pubDate>Wed, 10 Sep 2008 12:56:00 +0000</pubDate><atom:updated>2008-09-10T15:10:49.247+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gesellschaft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Glaube</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Kirche</category><title>Emerging Church - Größte geistliche Katastrophe</title><description>Die Emerging Church sei die &quot;größte geistliche Katastrophe&quot; in der Geschichte der Christenheit, so verkündete &lt;a href=&quot;http://www.idea.de/index.php?id=355&amp;amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=67849&amp;amp;tx_ttnews%5BbackPid%5D=18&amp;amp;cHash=260725d05a&quot;&gt;Jakob Tscharntke am 6. September vor etwa 50 Teilnehmern&lt;/a&gt; einer Regionalkonferenz&lt;br /&gt;der von mir so &lt;a href=&quot;http://mentalrover.blogspot.com/2007/09/was-mich-traurig-stimmt.html&quot;&gt;&quot;hoch geachteten&quot;&lt;/a&gt; Abrenzungs- und Mauerbau-Bewegung &quot;Kein anderes Evangelium&quot;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&quot;Ihre sozialen Aktivitäten hätten wenig mit biblischer Nächstenliebe und viel mit Öffentlichkeitsarbeit für die Gemeinde zu tun. Als Vertreter dieses Konzepts nannte Tscharntke beispielsweise den Theologen Prof. Johannes Reimer (Bergneustadt bei Köln) und die Evangelistin Christina Brudereck (Essen)&quot;  (Zitiert von &lt;a href=&quot;http://www.idea.de/index.php?id=355&amp;amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=67849&amp;amp;tx_ttnews%5BbackPid%5D=18&amp;amp;cHash=260725d05a&quot;&gt;Idea&lt;/a&gt;).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch manche Kommentare an diesem Online-Artikel sind ... ach, mir fehlen die Worte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein offenes Ohr und insbesondere ein offenes Herz scheint diesen Leuten völlig abzugehen. Mit ihren Reden stimmen sie ein Kriegsgeheul an. Vertreten sie so den christlichen Glauben?</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2008/09/emerging-church-grte-geistliche.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-6757228980255786928</guid><pubDate>Wed, 28 May 2008 15:04:00 +0000</pubDate><atom:updated>2008-05-28T19:00:32.888+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gesellschaft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gottesdienst</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Kirche</category><title>Trauerfeier oder Party? Kommentar zu: Laut gedacht</title><description>&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Matthias hat auf seinem Blog einen ersten Artikel zum Thema &lt;/span&gt;&lt;a style=&quot;font-family: arial;&quot; href=&quot;http://revolutionofmymind.blogspot.com/2008/05/jugendliche-im-gottesdienst-1.html&quot;&gt;Jugendliche im Gottesdienst&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Für einige Mitmenschen vielleicht zu provokant, aber der Artikel ist einfach ehrlich.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Ich möchte hier einfach ein paar Gedankenschnipsel danebenstellen, als Ergänzung, Kontrast, und zum Weiterdenken.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt; geschrieben.&lt;blockquote  style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;Demnach muss es also eine dritte Art von Feier geben. Eine Feier bei der man eine Stunde lang auf einem Stuhl sitzt nur hin und wieder aufstehen darf/muss.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Genau. Eine solche Feier gibt es auch. Und zwar auch außerhalb von sakralen Kontexten. Nehmen wir als Beispiel sowas wie die Bambi-Verleihung.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Oder vielleicht ist das doch eher die erste Art Feier?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Wie passt das zusammen?  Nun, die Oberkategorie passt eher zur Trauerfeier, und unterscheidet sich von der Party.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Es handelt sich um eine Form von Fest oder Feier, die man mit dem Begriff &quot;Zeremonie&quot; bezeichnen kann.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Dort wo etwas &quot;gefeiert&quot; wird im Sinne von: &quot;zelebriert&quot;.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Wo jemand &quot;gefeiert&quot; wird, also geehrt. Solche Leute, die man ehrt und feiert, nennen die Engländer darum auch &quot;celebrities&quot;.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;In dieser Kategorie treffen sowohl die Trauerfeier als auch die Hochzeitsfeier(!) aufeinander, wobei letztere trotz der &quot;Feierlichkeit&quot; der Situation fröhlich gemäss dem Anlass abläuft.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Sie ist höchst feierlich, aber eine Freude. Ein besonderer Jubeltag.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Worum es nun beim Gottesdienst geht ist nicht, ihn in eine einfache typische &quot;Party&quot; zu verwandeln, wo alle lachend und flirtend in den diversen Ecken rumstehen, Hauptsache die Musik ist gut, die Leute sind gut drauf und Snack und Drink ist ausreichend da.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Aber du hast recht: Normaldeutsche Gottesdienste gleichen oft eher der Trauerzeremonie als dem Jubeltag.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Man stelle sich vor, dass man nach einer langen, politischen Unruhe endlich wieder einen König auf den Thron bekommt, einen Führer, einen Ehrenmann. Jemand, den man achtet und den man ehren möchte (warum fällt mir jetzt Herr-der-Ringe ein? ;-) ).&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Wir müssen uns fragen:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Gleichen unsere Gottesdienste einer Krönungszeremonie?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Warum nicht?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Haben wir verlernt, über Gott zu jubeln?   Haben wir verlernt, jemandem wirklich die Ehre zu erweisen? &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Die Frage geht eigentlich noch tiefer:  Haben wir noch das Empfinden für Ehre?  Für Hochachtung vor jemandem, den wir als &quot;Persönlichkeit&quot; ansehen? Für Respekt?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Ich denke nicht, dass das völlig abhanden gekommen ist.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Aber die Frage ist dann: Wie sieht heutzutage ein solches Zelebrieren aus?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Nun, nur mal ein kleines Beispiel, als Anregung zum Weiterdenken:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Wir sind an Konzertvorstellungen gewöhnt, an Gala-Shows, an Preisverleihungen, und viele ähnliche Zeremonien.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Ein wesentliches Element dieser Erfahrung ist immer der Applaus. Mit Applaus drücken wir unseren &quot;Beifall&quot; aus.  Unseren Jubel.  Unsere Freude.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Wie kann es also sein, dass immer noch Leute versuchen, den Applaus aus den Gottesdiensten zu verbannen, weil er nicht &quot;feierlich&quot; genug ist.  &quot;Weil wir ja Gott loben wollen, und nicht etwa z.B. die Band&quot;.  Und was für Argumente man auch zu hören bekommt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Feierlichkeit, Achtung, Jubilieren, ausgedrückt durch stumme Stille?  Emotionslose Reglosigkeit?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Ein Brückenschlag zwischen dem sakralen Gottesdienst und dem zeitgemäßen Zelebrieren ist sicher das, was wir in der &quot;Praise and Worship&quot; Bewegung vorfinden.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt; Das Wort &quot;Lobpreis&quot; gibt es schon wieder, dass es da um genau die Dinge geht, die ich oben angesprochen habe. Loben und Preisen.  Achtung und Ehre deutlich zeigen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Aber ein Gottesdienst besteht nicht nur aus &quot;Worship&quot;.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;blockquote  style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;...weil ein Gottesdienst nicht oberflächlich bleibt. Er geht in die Tiefe und berührt die Menschen da wo sie sind.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;In meinen Augen ist das ein ganz wesentlicher Aspekt!  Die Menschen werden berührt!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Immer wieder habe ich aber in Gesprächen über Gottesdienstgestaltung den Eindruck, dass man mir (und durch mich bitte auch den Jugendlichen) vermitteln möchte, dass ich mich durch die verwendeten Elemente doch bitteschön berührt zu fühlen habe.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Wenn mich (oder meine jugendlichen Freunde) der Gottesdienst nicht mehr berührt, dann ist &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-style: italic;font-family:arial;font-size:85%;&quot;  &gt;bei uns&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt; was falsch! Dann stimmt was mit unserer Einstellung zum Gottesdienst nicht.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Nun behaupte ich aber:  Wenn ein Gottesdienst es erfordert, dass man ihn langwierig und umständlich erklärt, damit er auch nur halbwegs von einem Außenstehenden verstanden werden kann, wenn ein Gast von der Straße erst aufwändig &quot;eingestellt&quot; werden muss, um mit dem Gottesdienst umgehen zu können, dann ist in meinen Augen vom Grundansatz her etwas falsch.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Dann wird das Zeremoniell des Gottesdienstes vielleicht vom Verstand her irgendwann einmal erfasst, aber genau dieser Effekt ist es doch, der uns dem Vorwurf aussetzt, alles nur &quot;vom Kopf her&quot; zu begreifen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Viele Rituale in unseren Gottesdiensten entspringen nicht mehr unserem natürlichen Bedürfnis des Ausdrucks.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Wo klingt der Festredner in seiner Dankesrede wie Goethe im Original?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Und mal ganz ehrlich:  Wo machen wir denn in unserer Gesellschaft die Erfahrung, dass wir zur Ehre eines Preisträgers oderwasauchimmer gemeinsam &quot;die eingerückten Verse&quot; lesen??&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;(Ich habe mal jemanden mit meinem Bekenntnis schockiert, dass das multivokale Sprechen von Texten bei mir immer Unwohlsein auslöst, weil ich mich eher an Alien- oder Horrorfilme erinnert fühle, als an gemeinschaftlichen Lobpreis).&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Gleiches wie für die Zeremonien gilt für unser Liedgut. Ich glaube nicht, dass einem Gast von Außen (oder einem unserer eigenen Jugendlichen)  klar ist, was es heißt, wenn wir singen: &quot;Alles was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen&quot;.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;(Und mal ganz unter uns, lieber Leser, ich möchte lieber nicht wissen, welche Gedanken ihnen beim zweiten Teil des Satzes durch den Kopf gehen...).&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Ich meine also:  Berührt wird der Gottesdienstbesucher dadurch, dass er die Möglichkeit bekommt, sich in seiner natürlichen Sprache auszudrücken. Dass er erlebt, wie die anderen um ihn herum ehrlich ihrer Beziehung zu Gott Ausdruck geben. Und dadurch, dass er sich in der Predigt in der ihm verständlichen Sprache angesprochen fühlt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Angesprochen - sowohl wörtlich verstanden (der Inhalt ist an ihn gerichtet), als auch übertragen: Was gesagt wird, [be-]trifft ihn in seinem Bezugsrahmen, seiner Erlebniswelt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Ein ganz generelles Problem habe ich schließlich mit dem &quot;Jugendgottesdienst&quot; Begriff, stelle ich in Einzelgesprächen doch immer wieder fest, dass das ganze Thema keines der &quot;Jugendlichen&quot; (sprich: bis maximal Mitte 20) ist, sondern diese und ähnliche Kritik immer wieder aus den Reihen des  mittleren Alters zu hören ist.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Ich frage mich also:  Wann werden wir lernen, intensiv Augen und Ohren zu öffnen, und uns Gedanken darüber zu machen, was denn die Erlebniswelt, was der Bezugsrahmen unserer Gottesdienstbesucher ist?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family:arial;&quot;&gt;Wo findet diese Debatte statt, ohne dem Besucher einen vorgefertigten Bezugsrahmen überstülpen zu wollen?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2008/05/trauerfeier-oder-party-kommentar-zu.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>0</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-5586459444010822629</guid><pubDate>Thu, 08 May 2008 06:37:00 +0000</pubDate><atom:updated>2008-05-08T09:26:31.237+02:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Gesellschaft</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Kirche</category><title>&quot;Der Eine&quot; Gottesdienst? - Willow Creek verändert Gottesdienstkonzept</title><description>&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;Heute morgen flatterte mir der aktuelle Willow-Creek Newsletter in die Inbox, indem bereits zu Anfang eine interessante Neuerung in der Gottesdienst-Ausrichtung bei WC zu lesen ist.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;Dort heißt es:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;blockquote style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;Wärend der vergangenen 30 Jahre gab es in Willow Creek zwei unterschiedliche Gottesdienstangebote. Am Wochenende fand der Gottesdienst für Suchende statt, der sich maßgeblich auf die Bedürfnisse von entkirchlichten Menschen ausgerichtet hatte. Während der Woche gab es den Gottesdienst für die Gläubigen &quot;New Community&quot;, in dem Anbetung, Lehre und die Feier des Abendmahls ihren Platz hatten. Viele Jahre hat diese Aufteilung der Gemeinde gut gedient.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mittlerweile sind jedoch die Bedürfnisse der Gläubigen so unterschiedlich geworden, dass eine zentrale Veranstaltung nicht mehr in der Lage ist, all diesen Bedürfnissen angemessen zu begegnen. Dies hat unter anderem die Studie &quot;REVEAL&quot; zutage gefördert.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;Ich bin gespannt, wie sich diese &quot;neue Erkenntnis&quot; denn wiederum auf unsere Gemeinden auswirken wird, die ja gerne mal den neuesten Willow-Trends hinterherlaufen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;Warum &quot;neue Erkenntnis&quot; in Anführungszeichen?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;Nun, letztlich hat WC da nicht eine völlig überraschende Weisheit aus dem Hut gezaubert, sondern übernimmt nur, was andere ihnen bereits als Kritik vorgekaut haben.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;Der Gedanke, dass &quot;der Eine&quot; Gottesdienst zwar eine löbliche Absicht ist, aber in der Praxis nicht trägt, haben wir vom Jugendbereich unserer Gemeindeleitung schon länger versucht klar zu machen. Zu diesem Zweck versuchten wir, aus Dan Kimball&#39;s Buch zur Emerging Church zu zitieren, aber kamen nicht weit.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;Nicht mehr &quot;der Eine&quot; Gottesdienst?  Kam gar nicht in Frage.  Inzwischen sieht man auch dies zumindest ein &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-style: italic; font-family: arial;font-size:85%;&quot; &gt;klein&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt; wenig lockerer.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;Eine kleine Auseinandersetzung mit diesem Thema ist auch in meinem Artikel&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;a style=&quot;font-family: arial;&quot; href=&quot;http://mentalrover.blogspot.com/2007/08/ja-godi-gottesdienst-neutestamentlich.html&quot;&gt;JA-GoDi:  Gottesdienst - neutestamentlich (Teil 1)&lt;/a&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt; zu finden.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;Irgendwie wird der Widerspruch in den Ansprüchen einfach nicht deutlich:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;ul style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;&lt;li&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;Man will -auch gerade jungen Menschen- vermitteln, wie wichtig regelmäßige Gottesdienst-Teilnahme für das Gemeinschaftserleben und für die Beständigkeit im Glauben ist.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;Darauf hingewiesen, dass Jugendliche mit dem &quot;Großen&quot; Gottesdienst nur wenig anfangen können und einen anderen Stil und andere Formen bevorzugen, heißt es dann: &quot;Ja, aber dafür haben wir doch die JesusHouse Parties&quot;  (einmal im Vierteljahr !)&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;Da runzelt Rudi Ratlos resignierend seine Stirn.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;Jetzt bin ich wirklich mal gespannt, ob demnächst bei uns Leute von WC-Kongressen wiederkommen und uns verkünden:  &quot;Wir sollten mal drüber nachdenken, ob wir nicht vielleicht verschiedene unterschiedliche Gottesdienstangebote machen sollten ...&quot;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;Warum habe ich nur immer das Gefühl, dass christliche Gemeinden ständig hinterherhinken?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;Und wie wahr sind doch die Worte:  &quot;Der Prophet gilt nichts im eigenen Lande&quot; (Markus 6, 1-4) und &quot;Niemand verachte dich wegen deiner Jugend&quot;  (1. Timotheus 4, 12)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;Das Problem bleibt allerdings, dass unsere Gemeinden keine Mega-Kirchen mit unendlich Ressourcen sind.  Und das mag ein Hindernis sein, dass neue Ansätze und Gedanken bereits in den Kinderschuhen stecken bleiben.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;Auch hier ein nettes Zitat aus dem WC-Newsletter, Trailer zu einem WC-Seminar:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;blockquote style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;[...]Aber viele Gemeinden sind auch in der Umsetzung dieser Vision stecken geblieben. Dies hat vielerorts damit zu Tun, dass zwar Programme verändert wurden, aber nicht die herrschenden Werte in der Gemeinde. Um dauerhaft Veränderung zu erreichen, ist es aber nötig, auf der Werte-Ebene Veränderung zu schaffen.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;Da fällt mir der englische Refrain-Text zum Lied &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-style: italic; font-family: arial;font-size:85%;&quot; &gt;Sag mir wo die Blumen sind&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt; ein:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;font-family: arial;&quot;&gt;&quot;When will they ever learn, when will they ever learn?&quot;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2008/05/der-eine-gottesdienst-willow-creek.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>2</thr:total></item><item><guid isPermaLink="false">tag:blogger.com,1999:blog-2432826382609083024.post-1313364376539858363</guid><pubDate>Tue, 19 Feb 2008 13:42:00 +0000</pubDate><atom:updated>2008-02-21T08:32:06.558+01:00</atom:updated><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Glaube</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Kirche</category><category domain="http://www.blogger.com/atom/ns#">Seelsorge</category><title>Gofi Müller:  Was Leidenschaft killt (Re-Post)</title><description>&lt;p  style=&quot;font-weight: normal;font-family:arial;&quot; class=&quot;date-header&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;Dieser Beitrag ist ein Repost eines Artikels von Gottfried Müller aus dessen inzwischen gelöschtem Bumerang-Blog (mit freundlicher Genehmigung des Autors).&lt;br /&gt;Der Eintrag war dort vom Samstag, 14. Juli 2007.    Er ist  auch in gedruckter  Form in Gofi&#39;s neuem Buch &lt;a href=&quot;http://www.gofi-online.de/bucher.html&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-style: italic;&quot;&gt;&quot;Heiligwerden für Anfänger&quot; (Brunnen Verlag 2008)&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; erhältlich.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;hr /&gt;&lt;br /&gt;&lt;h3&gt;&lt;span style=&quot;font-size:100%;&quot;&gt;Was Leidenschaft killt&lt;/span&gt;&lt;/h3&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;b style=&quot;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;;font-family:trebuchet ms;font-size:85%;&quot;  &gt;Eine Krise&lt;/span&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/b&gt;  &lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;  style=&quot;text-align: justify;font-family:trebuchet ms;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;Ich war eigentlich ganz froh, als ich merkte, dass ich krank wurde. Ein leichter grippaler Infekt, sonst nichts. Eine gute Gelegenheit, sich ohne schlechtes Gewissen aufs Sofa zu legen und eine Woche zu entspannen. Insgeheim legte ich mir folgenden Plan zurecht: Ich würde genau eine Woche krank sein und mich währenddessen erholen. Danach würde ich mich wieder mit Elan und Begeisterung in die Arbeit stürzen.&lt;/span&gt; &lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;  style=&quot;text-align: justify;font-family:trebuchet ms;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;Nach genau einer Woche stand ich auf und wollte meine Rückkehr ins Dienstleben mit einem Gebetsspaziergang einläuten. Viel früher als geplant schleppte ich mich entkräftet und schwitzend wieder in unsere Wohnung. Ich war immer noch krank! Frustriert legte ich mich ins Bett. Ab jetzt genoss ich keine Minute mehr. Mich quälte ein schlechtes Gewissen. Ich konnte doch nicht einfach hier herumliegen! Ich musste doch etwas tun! Eine Art Identitätskrise im Kleinen baute sich auf. Was war ich wert, wenn ich nichts Wertvolles produzierte? Welche Art von Selbstbewusstsein kann einer haben, der nur unnütz im Bett liegt?&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;  style=&quot;text-align: justify;font-family:trebuchet ms;&quot;&gt;&lt;b style=&quot;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;Anfänglicher Enthusiasmus&lt;/span&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;  style=&quot;text-align: justify;font-family:trebuchet ms;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;Als ich mich entschied, voll in die Jugendarbeit einzusteigen, geschah das aus Begeisterung. Ich lernte Jesus auf eine neue, mitreißende Art kennen, mitten in einer Lebenskrise. Fast unmittelbar darauf machte er mir klar, dass ich in einer Jugendgruppe vor Ort mithelfen sollte. Zunächst widerwillig, dann immer begeisterter ließ ich mich darauf ein. Ich spürte, dass dies mein Platz war. Mein Gabenspektrum schien auf diese Art von Arbeit abgestimmt zu sein. Leidenschaftlich stürzte ich mich in die Aufgaben und vernachlässigte darüber völlig mein Studium.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;  style=&quot;text-align: justify;font-family:trebuchet ms;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;So kam es, dass ich zwei Jahre später Jugendevangelist wurde. Ich brannte dafür, dass Jugendliche zum Glauben an Jesus kamen. Die Arbeit ging mir leicht von der Hand – bis zu dem Moment, als mich der grippale Infekt erwischte. In dieser Krise passierte es zum ersten Mal, dass ich innehielt und mich fragte: „Warum machst du eigentlich das, was du machst? Was treibt dich an? Woher kommt dein schlechtes Gewissen, nur weil du ein paar Tage lang nicht arbeiten kannst?“&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;  style=&quot;text-align: justify;font-family:trebuchet ms;&quot;&gt;&lt;b style=&quot;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;Etwas war verloren gegangen&lt;/span&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;  style=&quot;text-align: justify;font-family:trebuchet ms;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;Mir fiel beim Nachdenken auf, dass mir etwas verloren gegangen war. Wann das passiert war, wusste ich nicht. Aber ich konnte ein Vorher und Nachher ausmachen. Vorher, ganz zu Anfang, handelte ich aus Liebe zu Jesus. Vieles, was ich aus dieser Leidenschaft heraus getan hatte, war ungeschickt, überzogen, manchmal sogar richtig lieblos gegenüber anderen Christen gewesen. Aber ich brannte lichterloh. Ich wollte die ganze Welt umkrempeln aus Liebe zu Jesus, notfalls im Alleingang.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;  style=&quot;text-align: justify;font-family:trebuchet ms;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;Mittlerweile trieb mich etwas anderes an. Zum Beispiel der Gedanke, dass ich zu wenig arbeiten könnte. Schließlich gab es Menschen, die mich mit ihren Spenden unterstützten. Ich verglich mich mit anderen Vollzeitlerinnen und Vollzeitlern und war unangenehm berührt, wenn sie mehr Termine hatten, mehr Zeit im Büro verbrachten, weitere Wege fuhren und einen größeren Aktionsradius hatten als ich. Andererseits machte es mich stolz, wenn mein voller Terminkalender bestaunt wurde, wenn ich mehr Stunden arbeitete als andere und weiter herumkam als sie. Niemand war dafür verantwortlich, dass ich so empfand. Ich selbst war mein schlimmster Sklaventreiber. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;  style=&quot;text-align: justify;font-family:trebuchet ms;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;Ohne es zu merken, hatte ich begonnen, mich über das zu definieren, was ich leistete. Mein Selbstwertgefühl hing davon ab, was ich produzierte und ob ich für irgendwen oder irgendwas ‚nützlich’ war. Meine Liebe zu Jesus dagegen schien bei dem, was ich tat, nur noch eine untergeordnete Rolle zu spielen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;  style=&quot;text-align: justify;font-family:trebuchet ms;&quot;&gt;&lt;b style=&quot;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;Drei Leidenschafts-Killer&lt;/span&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;  style=&quot;text-align: justify;font-family:trebuchet ms;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;Diese Krisen, in denen ich kurz anhalte und mich selbst hinterfrage, habe ich seitdem immer wieder. Es sind oft Phasen der Erschöpfung, in denen mir klar wird, dass von meiner ursprünglichen Leidenschaft so gut wie nichts übrig geblieben ist. In diesen Momenten, in denen ich fast zwangsläufig zur Ruhe komme, stelle ich mir die Frage: ‚Wie konnte es dazu kommen, dass meine Leidenschaft derartig abgenommen hat?’ Ich persönlich stoße immer wieder auf drei Ursachen: &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;  style=&quot;text-align: justify;font-family:trebuchet ms;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;&lt;b style=&quot;&quot;&gt;1. Ziellosigkeit&lt;/b&gt;: Als ich enthusiastisch in die Jugendarbeit stürmte, hatte ich ein klares Ziel vor Augen. Ich wollte, dass die Jugendlichen, die zu meiner Jugendarbeit gehörten, Jesus kennen lernten, so wie ich ihn kennen gelernt hatte. Sie sollten verstehen, wie sehr er sie liebte, und nicht anders können, als ihn zurückzulieben. Ich hatte begriffen, dass Jesus sich nichts sehnlicher wünschte als das. Und ich hatte mich total mit seinem Anliegen identifiziert und versuchte, ihm diesen Wunsch zu erfüllen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;  style=&quot;text-align: justify;font-family:trebuchet ms;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;Heute arbeite ich nicht mehr auf lokaler sondern überregionaler Ebene. Ich habe nicht mehr eine konkrete Gruppe von Jugendlichen als Ziel meiner Bemühungen, sondern ‚die junge Generation’. Aber auch hier treibt mich dieses Ziel an – wenn ich es vor Augen habe. Ich bin davon überzeugt, dass Jesus der jungen Generation ein unglaubliches Angebot macht, und dass er möchte, dass ich – zusammen mit vielen anderen – ihnen dieses Angebot überbringe. Ich merke, wie mich Leidenschaft packt, wenn ich realisiere, worum es bei meiner Arbeit geht. Umgekehrt verkommt mein Beruf zum ‚Job’, wenn ich das Ziel aus den Augen verliere. Und das führt zu den anderen beiden Leidenschafts-Killern.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;  style=&quot;text-align: justify;font-family:trebuchet ms;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;&lt;b style=&quot;&quot;&gt;2. Routine&lt;/b&gt;: Dass ich meinen Beruf ‚erfolgreich’ (was immer das in meinem Metier heißt) ausübe, hat zu einem gewissen Teil mit meiner Begabung zu tun. Wie das Wort ‚Gabe’ schon sagt, handelt es sich hierbei um etwas, für das ich nichts kann. Zu einem anderen Teil hängt der ‚Erfolg’ meiner Arbeit von einem gewissen handwerklichen Geschick ab: Sprache ist ein Handwerk, das man lernen kann und in dem man sich weiterbilden muss. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;  style=&quot;text-align: justify;font-family:trebuchet ms;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;Die Gefahr der Routine besteht darin, dass ich, wenn ich das Ziel aus den Augen verliere, die vor mir liegenden Aufgaben leidenschaftslos abarbeite und mich dabei auf mein Handwerk verlasse. Das ist ganz leicht. Ich bin immer noch in der Lage, Zuhörer zu beeindrucken. Und verrückter Weise lässt Gott sich nicht davon abhalten, dadurch zu wirken und sogar Wunder zu tun. Derjenige, der hierbei den größten Schaden davonträgt, bin ich selbst. Ein routinierter, leidenschaftsloser Dienst für Jesus höhlt denjenigen aus, der ihn tut. Wer in diese Sackgasse eingebogen ist, hat großes Glück, wenn er krank wird und Zeit zum Nachdenken findet.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;  style=&quot;text-align: justify;font-family:trebuchet ms;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;&lt;b style=&quot;&quot;&gt;3. Leistungsdruck&lt;/b&gt;: Eine andere Folge von Ziellosigkeit. Wer nicht mehr nach vorne schaut, schaut zur Seite. Und neben sich entdeckt er die anderen Arbeiterinnen und Arbeiter für Jesus. Was liegt da näher, als sich miteinander zu vergleichen und imaginäre Hierarchien aufzustellen? Leistungsdruck hat eher selten seine Ursache in fordernden Vorgesetzten oder unzufriedenen Gemeindemitgliedern. Häufiger ist es meine mangelnde Selbstachtung oder mein fehlgeleitetes Pflichtgefühl oder meine Profilneurose, die mich antreiben. Die Sklaventreiber sind in uns, nicht um uns herum. Ich stelle mir meinen persönlichen Sklaventreiber als einen Fahrrad fahrenden Preußen vor, der aus lauter Pflichtgefühl und Geltungsbedürfnis nicht aufhören kann zu radeln. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;  style=&quot;text-align: justify;font-family:trebuchet ms;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:85%;&quot;&gt;Um die Leidenschaft bei von Leistungsdruck geplagten Menschen wieder neu zu entfachen, hilft nur eines: Entspannung. Auch wenn ein deutsches Sprichwort uns einschärft: ‚Müßiggang ist aller Laster Anfang’. Sehr viel häufiger ist es die Überlastung, die der Anfang aller Laster und der Killer jeder Leidenschaft ist. Wer überlastet ist, greift zu zweifelhaften Seelentröstern, zu denen auch bei christlichen Vollzeitlerinnen und Vollzeitlern nicht selten Alkohol und Pornografie gehören.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style=&quot;text-align: justify;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;;font-family:trebuchet ms;font-size:85%;&quot;  &gt;Der Verlust der Leidenschaft für das, was wir tun, beginnt da, wo wir Jesus aus den Augen verlieren. Wer erkennt, dass Jesus sie oder ihn liebt, kann nicht anders, als ihn zurückzulieben. Wer Jesus liebt, kann nicht anders, als das leidenschaftlich zu wollen, was er will.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;</description><link>http://mentalrover.blogspot.com/2008/02/gofi-mller-was-leidenschaft-killt-re.html</link><author>noreply@blogger.com (MentalRover)</author><thr:total>3</thr:total></item></channel></rss>