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   <subtitle>Der Weblog von Robert Misik</subtitle>
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   <title>Eine deutsche Obsession</title>
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   <published>2013-05-12T09:30:17Z</published>
   <updated>2013-05-12T09:33:00Z</updated>
   
   <summary>DIE INFLATIONSLÜGE. Mark Schieritz beschreibt, wie uns die Angst vor der Geldentwertung wirtschaftlich zu ruinieren droht. Der Freitag, 8. Mai 2013Wir haben in Europa eine Reihe dramatisch gefährlicher Probleme: Horrende Arbeitslosenraten in einigen Eurozonen-Ländern, eine langanhaltende ökonomische Depression im Süden,...</summary>
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      <name>Robert Misik</name>
      
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<div><b>DIE INFLATIONSLÜGE. Mark Schieritz beschreibt, wie uns die Angst vor der Geldentwertung wirtschaftlich zu ruinieren droht.</b><i> Der Freitag, 8. Mai 2013</i></div><div><br /></div><div>Wir haben in Europa eine Reihe dramatisch gefährlicher Probleme: Horrende Arbeitslosenraten in einigen Eurozonen-Ländern, eine langanhaltende ökonomische Depression im Süden, eine Rezession in den sogenannten "reichen" EU-Staaten, wir haben überschuldete Banken, teilweise hoch verschuldete private Haushalte, und Staatsschuldenstände, die aufgrund des schwachen Wachstums noch drückender werden.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Eine große Pleite könnte das gesamte Wirtschaftssystems an die Kippe bringen.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Ein Problem haben wir in Europa aber nicht: Ein Inflationsproblem.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Nur die deutsche Politik und deutsche Medien glauben, die Inflationsgefahr wäre unser Hauptproblem. Die "Geldschwemme", für die die Europäische Zentralbank sorge, würde unser Geld "aufweichen", ist da zu lesen. Bald, wird hier der Teufel an die Wand gemalt, würde es Hyperinflation geben. Dann ist das Geld nichts mehr wert, die Sparer sind "kalt enteignet". Es ist ein bisschen eine deutsche Obsession.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Mark Schieritz, "Zeit"-Redakteur und einer der gescheitesten Wirtschaftsjournalisten des Landes, hat jetzt ein instruktives kleines Buch geschrieben, in dem er klar macht: All das ist nicht bloß Obskurantismus - sondern gefährlicher Obskurantismus. Schieritz: "Die größte Gefahr für unseren Wohlstand ist im Moment nicht die Geldentwertung selbst - sondern die Angst vor ihr. Sie verleitet zu Fehlentscheidungen und trübt den Blick für die wahren Herausforderungen unserer Zeit."</div> 

<br />

<div>Denn wer auf eine eingebildete Inflationsgefahr starrt, wie das Kaninchen auf die Schlange, neigt zu falschen Entscheidungen: Der senkt Staatsausgaben, damit nicht "zu viel Geld" in die Wirtschaft gepumpt wird, und würgt das Wachstum ab. Wenn aber das schwache Wachstum das eigentliche Problem ist, Inflation aber nicht, dann hat einen solchen Politiker seine Inflationsparanoia zu einer fatalen Fehlentscheidung getrieben.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Genau so etwas ist schon einmal geschehen: In Deutschland zu Beginn der Dreißiger Jahre. Dabei ist in der deutschen Kollektivpsyche noch immer eingeschrieben, es wäre die Hyperinflation der zwanziger Jahre gewesen, die Hitler an die Macht brachte. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: Wenn, dann hat die Weltwirtschaftskrise und die Politik der deutschen Regierung, die in die Krise noch hineinsparte und Preisdeflation (also das Gegenteil von Inflation) in Kauf nahm, Hitler an die Macht gebracht.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Fallende Preise, Rezession und Massenarbeitslosigkeit haben in die Katastrophe geführt, nicht Inflation.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Schieritz gibt sich viel Mühe, komplexe Zusammenhänge gemeinverständlich zu erklären. Etwa, weshalb die Geldmenge keineswegs rasant steigt, wenn die Zentralbank frisches Zentralbankgeld massenhaft ins Bankensystem pumpt: Denn das Zentralbankgeld ist nur ein kleiner Teil der Geldmenge. Viel mehr Geld wird durch Kreditexpansion von Banken geschöpft. Wenn aber Banken, wie in der Krise, ihr Kreditvolumen zurückfahren und auch private Haushalte auf ihrem Geld sitzen bleiben (also auch die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes sinkt), dann kann die Gesamtgeldmenge schrumpfen, obwohl die Zentralbankgeldmenge steigt. Und ohnehin ist die Geldmenge nur in der Phantasiewelt von Monetaristen (also in der Phantasiewelt neoliberaler Ökonomen) ein besonders aussagekräftiger Indikator für Inflationsgefahr.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Denn das Preisniveau ist primär von der Nachfrage und den Löhnen abhängig. Schieritz: "Die Preise steigen, wenn die Lohnkosten steigen - und die Lohnkosten steigen, wenn die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen so rasant zunimmt, dass Arbeitskräfte knapp werden..." Das heißt aber: Ein inflationäres Klima inmitten einer Krise, in der die Unternehmen ihre Güter nicht los werden und die Arbeitnehmer höchstens kleine Lohnsteigerungen durchsetzen - das ist ein Ding der Unmöglichkeit.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Und deshalb haben wir im Augenblick ja auch keine Inflation.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Wer einigermaßen plausibel erklären will, was Inflation ist und wie sie in die Welt kommt, der muss erst einmal erklären, was Geld eigentlich ist - und wie es in der Alchemiewelt eines Kapitalismus mit seinen Finanzinstitutionen geschaffen wird. Es ist, formuliert Schieritz nicht ohne Witz, "ein großer Schwindel", mit dem wir aber ganz gut leben. Aber es ist nicht nur ein Schwindel. Es wird aus dem Nichts geschaffen, aber es ist deshalb nicht ungedeckt - und es ist nicht nur Einkommen, es schafft auch Einkommen. Es erzeugt "die Güter, denen es seinen Wert verdankt".&nbsp;</div><div><br /></div><div>Nun ist es freilich so, dass die Bürger Inflation "spüren". Manche Güter steigen sehr wohl im Preis. Aber der allgemeine Preisauftrieb ist geringer als noch in den fünfziger und sechziger Jahren. Das Problem sind also nicht leicht steigende Preise, sondern zu langsam wachsende Löhne. Und manche Preise steigen auch schneller. Gegenwärtig wird ja beispielsweise viel von der "Inflation" am Immobilienmarkt geredet. Aber das ist ein sehr irreführender Gebrauch des Wortes "Inflation". Denn das, was wir eigentlich unter Inflation verstehen, ist der Preisanstieg bei Konsumgütern. "Vermögensinflation" ist etwas ganz anderes.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Mehr noch: Angst vor Inflation kann sogar "Vermögensinflation" verursachen. Es ist leicht zu begreifen, wie das geschieht: Wenn Sparern das Gefühl vermittelt wird, ihre Finanzvermögen würden bald durch Inflation entwertet, suchen sie andere Anlageformen. Alle wollen dann Villen oder Eigentumswohnungen kaufen. Und die Preise für Eigentumswohnungen schießen dann in die Höhe. Aber Eigentumswohnungen sind in diesem Fall keine "Produkte" (das sind sie natürlich auch, aber es spielt keine Rolle), sondern langfristige Vermögensanlagen.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Mark Schieritz redet in diesem wichtigen Buch gewissermaßen auf die Deutschen ein, wie auf kranke Kühe: Ihr habt eine Inflationsparanoia, aber die Inflation ist nicht unser Problem im Augenblick. Wenn sie es einmal wird, kann man auch etwas dagegen tun - aber alles zu seiner Zeit. Im Augenblick haben wir sogar zu wenig Inflation. "Wenn Politiker ankündigen", schreibt er, "die Inflation komplett zu eliminieren, dann ist das eher eine Drohung als ein Versprechen."</div><div><br /></div><div>Eine Inflationsrate von Null Prozent wäre eine äußerst schlechte Nachricht. Notenbanken könnten dann etwa auf Einbrüche der Konjunktur kaum mehr mit Zinssenkungen reagieren - da ein Leitzinssatz von weniger als Null nicht denkbar ist. Gerade deshalb hat sich die Europäische Zentralbank ja das Inflationsziel von zwei Prozent gesetzt - für den Durchschnitt des Euroraumes. Wahrscheinlich wäre es aber im Augenblick sogar sinnvoll, wenn sich in Deutschland die Inflation bei knapp vier Prozent einpendeln würde, in den Krisenstaaten bei Null Prozent - das würde die notwendigen Anpassungen in den Krisenstaaten erheblich erleichtern. Oder anders ausgedrückt: Wenn in Deutschland die Löhne um vier Prozent steigen, und in den Krisenstaaten gleich bleiben, werden sich die Ungleichgewichte langsam reduzieren. Stiegen sie in Deutschland um nur zwei Prozent, müssen die Löhne in den Krisenländern um zwei Prozent sinken, damit der gleiche Effekt erzielt wird - ein ungleich schmerzhafterer Prozess.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Dass in den noch einigermaßen als stabil geltenden Ländern das Zinsniveau unter die Inflationsrate gefallen ist, mag für einzelne Sparer unangenehm sein, ist aber kein Wunder: Wenn es an sicheren Geldanlagen mangelt, und Vermögen wie wild nach Anlagenmöglichkeiten suchen, sinken die Zinsen. Aber im Grunde ist auch das eine gute Nachricht: Denn Zinsen oberhalb der Wachstumrate treiben Geldanlagen in Finanzinvestitionen. Zinsen unterhalb der Wachtumsrate sind dagegen ein Anreiz, sie in produktive Investitionen zu lenken, in denen Profite nicht nur umverteilt, sondern neue Werte geschaffen werden.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Mark Schieritz betreibt Aufklärung im besten Sinne: Er kontert Mythen mit Sachverstand und guten Argumenten. Er wird, so steht freilich zu befürchten, damit nur beschränkten Erfolg haben: Denn die Inflationsparanoiker sind ein bisschen wie Sektenanhänger, die sich von Argumenten und der Realität in ihrem Glauben nicht beirren lassen.&nbsp;</div><div><br /></div><div><i>Mark Schieritz: Die Inflationslüge. Wie uns die Angst ums Geld ruiniert und wer daran verdient. Knaur-Verlag. 141 Seiten, 7.- Euro.</i>&nbsp;</div><div><br /></div><div><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg"><img alt="Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Blog etwas wert.JPG" src="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg" width="400" height="257" class="mt-image-none" /></a></span></div><div><br /></div> 

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   <title>Wie halten Sie es mit der Gleichheit?</title>
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   <published>2013-05-12T09:27:04Z</published>
   <updated>2013-05-12T09:29:12Z</updated>
   
   <summary>FS Misik Folge 284Dass die Ungleichheit so dramatisch wächst: Sind da nur die Parteien schuld, die deppert, die Gewerkschaften, die unfähig, die Neoliberalen, die böse, und die Reichen, die gierig sind?Natürlich nicht. Der französische Philosoph Pierre Rosanvallon hat das Sachbuch...</summary>
   <author>
      <name>Robert Misik</name>
      
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<div><b>FS Misik Folge 284</b></div><div><br /></div><div>Dass die Ungleichheit so dramatisch wächst: Sind da nur die Parteien schuld, die deppert, die Gewerkschaften, die unfähig, die Neoliberalen, die böse, und die Reichen, die gierig sind?</div><div><br /></div><div>Natürlich nicht. Der französische Philosoph Pierre Rosanvallon hat das Sachbuch der Saison geschrieben. In "Die Gesellschaft der Gleichen" untersucht er, warum viele Leute die Ungleichverteilung für fatal, aber viele der Mechanismen, die zu ihr führen, als legitim erachten; warum sich unter den Bedingungen von Diversity &amp; Individualisierung die Menschen nicht mehr als Ähnliche empfinden; und wie daraus Ungleichheit wird, obwohl eigentlich alle für Gleichheit wären.</div><div><br /></div><div>Aber sind sie es überhaupt? Für welche Arten von Gleichheit wären Sie? Welche Ungleichheiten halten Sie denn für erstrebenswert? Und welche wenigstens für legitim?</div> 

<br /><br />
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   <title>Sind die Reichen heute unmoralischer als früher? </title>
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   <published>2013-05-11T18:55:19Z</published>
   <updated>2013-05-11T18:58:10Z</updated>
   
   <summary>Der Fall Hoehneß als Zeitsyndrom. FS Misik Folge 283.FS Misik heute mit folgenden Themen:Anatomie einer Giergesellschaft: Warum das Top-1-Prozent der Reichen heute glaubt, dass ihm alles zusteht.Der Mutanfall: Wie steht es eigentlich um Maria Fekter, wenn selbst der Kanzler ihr...</summary>
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<div><b>Der Fall Hoehneß als Zeitsyndrom. FS Misik Folge 283.</b></div><div><br /></div><div>FS Misik heute mit folgenden Themen:</div><div><br /></div><div>Anatomie einer Giergesellschaft: Warum das Top-1-Prozent der Reichen heute glaubt, dass ihm alles zusteht.</div><div><br /></div><div>Der Mutanfall: Wie steht es eigentlich um Maria Fekter, wenn selbst der Kanzler ihr schon zu widersprechen wagt?</div><div><br /></div><div>Nachtrag: Eine gemeinverständliche Illustration, wie alle ihre Position verschlechtern, wenn sie gegeneinander konkurrieren.</div> 

<br /><br />
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<span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/fs/assets_c/2012/08/Blog etwas wert-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193.jpg"><img alt="Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Blog etwas wert" src="http://www.misik.at/fs/assets_c/2012/08/Blog etwas wert-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193.jpg" width="300" height="193" class="mt-image-none" /></a></span><div><br /></div> 

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   <title>Sven Giegold: &quot;Finanzmarktregulierung - Wie kann das funktionieren?&quot;</title>
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   <published>2013-05-08T08:41:02Z</published>
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   <summary>Am vergangenen Montag hatte ich Sven Giegold, den Gründer von Attac-Deutschland und nunmehrigen Grünen Europaparlamentarier, im Kreisky-Forum zu Gast. Das Thema lautete: Finanzmarktregulierung - Wie kann das funktionieren?&quot; Kaum jemand ist besser geeignet, darüber zu sprechen: Giegold ist einer der...</summary>
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Am vergangenen Montag hatte ich Sven Giegold, den Gründer von Attac-Deutschland und nunmehrigen Grünen Europaparlamentarier, im Kreisky-Forum zu Gast. Das Thema lautete: Finanzmarktregulierung - Wie kann das funktionieren?" Kaum jemand ist besser geeignet, darüber zu sprechen: Giegold ist einer der wichtigsten Player im Ausschuss für Wirtschafts- und Währungsfragen im Europaparlament, also genau in dem Ausschuss, der für Finanzmarktregulierung zuständig ist. Es war ein ganz großartiger Abend: Sven war präzise und pointiert, und im Publikum war konzentrierter Sachverstand wie selten. So ergab sich eine hochstehende Diskussion, wie sie auch bei uns keineswegs alltäglich ist.&nbsp;<div><br /><div><object width="480" height="270"><param name="movie" value="http://ichmachpolitik.at/embed_q_id/1989" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed src="http://ichmachpolitik.at/embed_q_id/1989" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="270"></object></div></div>

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   <title>Müssen nur wollen! Eine progressive Reformbewegung für das 21. Jahrhundert. </title>
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   <published>2013-04-29T13:52:22Z</published>
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Der Schlussvortrag meiner Vorlesungreihe "Ist unsere Politik noch zu retten?" an der VHS-Ottakring - und er ist so etwas geworden, was man früher glaube ich "Grundsatzreferat" genannt hat. Welche Ziele progressive Reformpolitik denn hat und haben sollte; welche Widerstände und Widrigkeiten ihr heute entgegenstehen, so dass kaum mehr jemand glaubt, dass sie möglich wäre; und was genau beachtet werden müsste, um sie doch möglich und erfolgreich zu machen. Denn, so mein Resümee: "Ja, das geht."<div><br /></div><div>Videos von Vortrag 1-3 finden Sie <a href="http://www.misik.at/sonstige/ist-unsere-politik-noch-zu-retten-teil-1---3-jetzt-auf-video-1.php">hier</a>.&nbsp;<br /><div><br /></div><div><br /></div><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/TP5ppxw_OIw" frameborder="0" allowfullscreen=""></iframe></div>

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   <title>Termine: Sven Giegold über Finanzmarktregulierung im Kreisky-Forum</title>
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   <published>2013-04-29T08:36:51Z</published>
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      <name>Robert Misik</name>
      
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<div>Am kommenden Montag habe ich in meiner Reihe "Genial dagegen" im Kreisky-Forum</div><div><br /></div><div><b>SVEN GIEGOLD</b> zu Gast<span class="Apple-tab-span" style="white-space:pre">	</span></div><div><br /></div><div>Thema:&nbsp;</div><div><b><br /></b></div><div><b>FINANZMARKT-REGULIERUNG</b></div><div><b>WIE KANN DAS FUNKTIONIEREN?</b></div><div><br /></div><div>Dass man Finanzmärkte regulieren muss, dass man sie zähmen muss, damit sie nicht chronische Instabilität in unser Wirtschaftssystem bringen - mit dieser Forderung rennt man heute scheinbar offene Türen ein. Aber wenn es dann ans Eingemachte geht, stellen sich mächtige Lobbys quer. Und wenn es an Details geht, dann sind oft sogar Eingeweihte mit der technischen Komplexität der Fragestellung überfordert.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Wie also kann das exakt funktionieren, das "Zähmen der Finanzmärkte"?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Sven Giegold ist für diese Frage wohl die beste Auskunftsperson. Giegold war Mitbegründer von ATTAC-Deutschland und seit 2009 Abgeordneter der Grünen im Europaparlament. Dort ist er einer der führenden Figuren im für Finanzmarktregulierung zuständigen Wirtschafts- und Währungsausschuss, und direkt mit der Macht der Lobbys konfrontiert. Giegold wird Kernpunkte einer zeitgemäßen Finanzmarktregulierung präsentieren, und auch so erklären, dass interessierte Laien die Sache verstehen.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Kreisky-Forum,&nbsp;</div><div>Armbrustergasse 15, 1190 Wien</div><div>Montag, 6. Mai</div><div><u>ACHTUNG: Diesmal beginnt die Veranstaltung schon um 18 UHR!</u></div><div><br /></div> 

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   <title>Termine: In der Garage X in den ersten Mai, Giegold im Kreisky-Forum und &quot;Zürcher Prozesse&quot;</title>
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   <published>2013-04-29T08:15:19Z</published>
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   <summary><![CDATA[Ich sag hier mal wieder ein paar Termine durch:&nbsp;30. April, Garage X (Wien)Für alle, die sich für den SJ-Fackelzug schon zu alt fühlen: Morgen, Dienstag, 30. April, tanzen wir in der Garage X den 1. Mai.&nbsp;Mit Barbara Blaha, Fritz Ostermayer...]]></summary>
   <author>
      <name>Robert Misik</name>
      
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Ich sag hier mal wieder ein paar Termine durch:&nbsp;<div><br /></div><div><b>30. April, Garage X (Wien)</b></div><div><br /></div><div>Für alle, die sich für den SJ-Fackelzug schon zu alt fühlen: Morgen, Dienstag, 30. April, tanzen wir in der Garage X den 1. Mai.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Mit Barbara Blaha, Fritz Ostermayer und Roland Verwiebe diskutiere ich darüber, was wir am 1. Mai feiern und feiern sollten. "Welche Zukunft welche Kämpfer", heißt das ganze. Und danach spielt, das ist ja der eigentliche Höhepunkt, die großartige "Bolschewistische Kurkapelle", die legendäre Combo aus Ost-Berlin.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Das ganze beginnt wie immer um 20:00 Uhr. Mehr dazu <a href="http://www.garage-x.at/portal/">hier</a>.&nbsp;</div><div><br /></div><div><b>3. - 5. Mai, Zürich</b></div><div><br /></div><div>Im Theater Neumarkt in Zürich stehe ich vom 3. - 5. Mai auf der Bühne, als "Experte der Anklage" in den "Zürcher Prozessen", einer Produktion des großartigen Theatermachers Milo Rau.&nbsp;</div><div><br /></div><blockquote style="margin: 0 0 0 40px; border: none; padding: 0px;"><div><span style="color: rgb(0, 0, 0); font-family: Georgia, 'Times New Roman', Times, serif; font-size: 12px; line-height: 18px;">Milo Rau macht der Weltwoche den Prozess - im Theater. „Die Zürcher Prozesse" nehmen die Debatte um die umstrittenste Zeitschrift der Schweizer&nbsp;Pressegeschichte zum Anlass, die Akteure einer polarisierten Gesellschaft auf die Bühne zu bringen. Eine Comédie humaine der Schweiz, ein Rückblick auf zwei Jahrzehnte gesellschaftlicher Auseinandersetzungen - denn letztlich wird dieser Prozess ja&nbsp;schon seit Jahren ausgefochten. Es steht Grundrecht gegen Grundrecht, die Pressefreiheit gegen den Schutz von Minderheiten in einer direkten Demokratie und einem föderalistischen Staat wie der Schweiz.</span></div></blockquote><div><span style="color: rgb(0, 0, 0); font-family: Georgia, 'Times New Roman', Times, serif; font-size: 12px; line-height: 18px;"><br /></span></div><div>Näheres <a href="http://www.theaterneumarkt.ch/programm/produktionen.html?tx_lltheaterneumarkt_pi2[perfUid]=62&amp;cHash=964c4470c379f3f4e446d6fbdc303563">hier</a>.&nbsp;</div><div><b><br /></b></div><div><b>6. Mai, Sven Giegold im Kreisky-Forum.&nbsp;</b></div><div><br /></div><div>Am 6. Mai habe ich dann um 18 Uhr Sven Giegold im Kreisy-Forum zu Gast, der zum Thema sprechen wird:&nbsp;</div><div><br /></div><div>FINANZMARKT-REGULIERUNG - WIE EXAKT KANN DAS FUNKTIONIEREN?</div><div><br /></div><div>Kaum jemand ist so kompetent wie Giegold, uns darüber etwas zu erzählen: Er war Mitbegründer von ATTAC-Deutschland, sitzt seit 2009 für die Grünen im Europaparlament und ist dort eine Schlüsselfigur im für Bankenregulierung zuständigen Wirtschafts- und Währungsausschuss.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Hinweis: Ausnahmsweise beginnt diese Veranstaltung schon um 18 Uhr!!!</div>

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   <title>Erklär mir die Finanzkrise! ... heute in Graz</title>
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   <published>2013-04-25T09:11:34Z</published>
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   <summary><![CDATA[Für alle meine Grazer Freundinnen und Freunde: Heute abend in der RESOWI:&nbsp;...]]></summary>
   <author>
      <name>Robert Misik</name>
      
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Für alle meine Grazer Freundinnen und Freunde: Heute abend in der RESOWI:&nbsp;<div><br /></div><div><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/Misik%20Graz%202.jpg"><img alt="Misik Graz 2.jpg" src="http://www.misik.at/assets_c/2013/04/Misik Graz 2-thumb-400x565.jpg" width="400" height="565" class="mt-image-none" /></a></span></div><div><br /></div>

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   <title>Die Wettbewerbsideologie - das größte Übel unserer Zeit</title>
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   <published>2013-04-23T14:51:25Z</published>
   <updated>2013-04-23T15:06:43Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Warum der EU-Wettbewerbsfähigkeits-Pakt verhindert werden muss. FS Misik Folge 282Im Juni sollen die EU-Regierungschefs einen "Pakt für Wettbewerbsfähigkeit" beschließen. Im Klartext: Kostenreduktion, Deregulierung von Arbeitsmärkten, Niedriglohnsektoren - &nbsp;"Strukturreformen", wie das auf Neudeutsch heißt, die dann auch aus Brüssel überwacht werden....]]></summary>
   <author>
      <name>Robert Misik</name>
      
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<div><b>Warum der EU-Wettbewerbsfähigkeits-Pakt verhindert werden muss. FS Misik Folge 282</b></div><div><br /></div><div>Im Juni sollen die EU-Regierungschefs einen "Pakt für Wettbewerbsfähigkeit" beschließen. Im Klartext: Kostenreduktion, Deregulierung von Arbeitsmärkten, Niedriglohnsektoren - &nbsp;"Strukturreformen", wie das auf Neudeutsch heißt, die dann auch aus Brüssel überwacht werden. Kurzum: Troika für alle. Destroika für alle. Diese Radikalisierung der Merkel-Politik sollte verhindert werden. Das ist ein klarer Fall für ein Kanzler-Veto.</div><div><br /></div><div>Grund genug sich über die Wettbewerbsideologie als solche Gedanken zu machen, die ja seit dreißig Jahren in unsere Köpfe gehämmert wird. Es gibt Bereiche im Leben, wo wir alle bessere Ergebnisse erzielen, wenn Wettbewerb eine Rolle spielt. Aber zu behaupten, dass generell bessere Ergebnisse erzielt werden, wenn wir alles vom Konkurrenzgeist vergiften lassen - das ist eben pure Ideologie. Und diese Ideologie ist die Dummheit unseres Zeitalters. Konkurrenz, die die Zäune jener Felder überschreitet, auf denen sie nützlich ist, gebiert mörderischen Wahnsinn. Die Konkurrenzideologie ist das große Übel unserer Zeit, gerade deshalb, weil sie so allgemein als nützlich akzeptiert ist.</div> 

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<a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1363708715072">Diese Folge auf derStandard.at ansehen ...</a>
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   <title>Politik der Angst - Angst der Politik. Über Boston, Steinbrück, Thatcher...</title>
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   <published>2013-04-21T08:48:25Z</published>
   <updated>2013-04-21T08:57:16Z</updated>
   
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<div><i>Die Berliner "tageszeitung" hat dieses Wochenende ja einen saftigen Relaunch hingelegt. Und Teil dieses Relaunches ist die Kolumne "Der Rote Faden", die künftig von mir und anderen alternierend geschrieben wird. Also, einmal im Monat gibt es da ab jetzt von mir so eine Art Wochenschau. Hier die Startkolumne.&nbsp;</i></div><div><br /></div><div>Das Ausmaß des Schreckens, den Terroranschläge wie die von Boston verbreiten, steht in keinem Verhältnis zu den Opferzahlen. Man soll das bitte nicht zynisch auslegen. Verglichen mit dem tausenden Opfern von Gewaltverbrechen, die jährlich in den USA zu beklagen sind, nehmen sich ja drei Tote, so grauenhaft der Verlust für die Angehörigen ist, doch nicht als große Story aus. Aber es ist eben gerade das Charakteristikum terroristischer Anschläge, Angst und Schrecken auszulösen. Terrorismus pflanzt das Gefühl alltäglicher Bedrohung in die Gemüter.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Die Terroristen haben schon gewonnen, wenn die Bürger sich schrecken lassen. Terrorismus ist Politik mit der Angst.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Politik und Angst sind aber noch auf viel alltäglichere Weise miteinander verbunden. Ein Großteil unserer Probleme entstehen (oder werden nicht gelöst), weil irgendjemand Angst hat. Etwa, weil Leute nicht tun, was eigentlich getan werden müsste, aus Angst vor den Konsequenzen. Dass Politiker etwa keine großen Schritte wagen, aus Angst, sie könnten stolpern; aus Angst, ein Risiko einzugehen.&nbsp;</div> 

<br />

<div>Vom großen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt ist ja die Wendung legendär, "wir haben nichts zu fürchten als die Furcht selbst". Eine Formel, die ein wenig an die Hegelsche These erinnert, dass die Furcht zu irren schon der Irrtum selbst ist.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Womit wir bei der gegenwärtigen Performance der deutschen Opposition und insbesondere der Sozialdemokratie sind, die sich ja in der Vorwoche bei ihrem Parteitag in Augsburg Mut machen wollte. Spitzenkandidat Peer Steinbrück tat kund, er wolle Bundeskanzler von Deutschland werden, eine Aussage, die die Delegierten offenbar derart verblüffte, dass sie sich zu minutenlangen Ovationen erhoben.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Nun sind ja eine Reihe von Theoremen im Umlauf, warum die SPD, trotz der politischen Bilanz einer Merkel-Regierung, die drauf und dran ist, Europa zu zerstören, nicht in die Gänge kommt. Aber ich denke, auch in dieser Hinsicht spielt Angst eine wichtige Rolle. Wolfgang Münchau hat ja in einer seiner jüngsten Spiegel-Online-Kolumnen die Frage gestellt, warum die Sozialdemokraten so unfähig sind, diese wirtschaftliche und soziale Katastrophe zu thematisieren. Ich würde sagen: Aus Angst. Aus Angst, damit bei der Bevölkerung "nicht durchzukommen"; paralysiert vor Furcht, mit einem großen Kurswechsel-Konzept, das auf makroökonomischen Verständnis basiert, würde man sich vom Mainstream - der berühmten "Mitte" - zu weit entfernen. Was ja nichts anderes heißt: Man traut sich gar nicht zu, diesen Mainstream zu beeinflussen oder gar zu verändern.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Wobei die SPD natürlich den Spagat zuwege bringt, die inhaltliche Verzagtheit mit einem Kandidaten zu kombinieren, der keine Scheu hat, sich um Kopf und Kragen zu reden. Aber von dieser Eigentümlichkeit einmal abgesehen: Die Sozialdemokraten, und das gilt letztlich für alle in Europa, sagen ja manchmal auch die richtigen Dinge. Aber sehr verhalten eben und in diesem defensiven Habitus, der ihnen gewissermaßen zur zweiten Haut geworden ist. Bloß, wie sollen Leute überzeugend wirken, denen man schon von weitem ansieht, dass sie Angst haben? Wie so oft setzt sich der größte Blödsinn nicht wegen der Macht der Blödsinnigen durch, sondern wegen der Angst und dem Kleinmut derer, die es eigentlich besser wissen sollten.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Manche Leute wagen es schon nicht mehr, auch nur eine grobe Pointe zu formulieren, wegen des Shitstorms, der sich danach über sie ergießen könnte. Vielleicht ist das das Geheimnis hinter dem anhaltenden Erfolg der politischen Comedy. Weil Comedians alles sagen können, da sie sich im Notfall ja darauf berufen können: Hoppla, Satire! So wie meine Lieblingsentertainer Dirk Sterman und Christoph Grissemann, die im ORF die vielgesehene Show "Willkommen Österreich" performen. Die haben vergangene Woche wieder einen schönen Satz geprägt: "Margaret Thatcher ist tot. Ärzte bezeichnen ihren Gesundheitszustand als zufriedenstellend." Damit haben sie auf ihre Weise die alte Weisheit interpretiert, dass man über Tote nur Gutes sagen soll (was ja ursprünglich hieß, man soll über sie nur "rechtes" sagen, also richtiges).&nbsp;</div><div><br /></div><div>Ich persönlich freue mich nicht über den Tod von Margaret Thatcher. Warum sollte ich auch? Von ihr ging ja keine Gefahr mehr aus. Aber zu früheren Zeiten war sie ein ganz schlimmer Finger und sie hat die Welt zu einem schlechteren Ort gemacht. Die Eiserne Lady, sie roste in Frieden. Und dass sie, die große Privatisiererin, jetzt ein Staatsbegräbnis bekam, das keineswegs vom bestbietenden Unternehmen am freien Begräbnismarkt ausgerichtet wurde, ist doch auch eine amüsante Pointe.&nbsp;</div><div><br /></div><div>In Comedy-Formaten kann man noch so formulieren. Wer aber in ernsten Textsorten sich nur ein paar Milimeter von der scheinbar sicheren Seite entfernt, der muss damit rechnen, dass ihm der Shitstorm um die Ohren bläst. Ich kann mir vorstellen, dass das weniger streitlustige Leute dazu motiviert, vielleicht ein bisschen kürzer zu treten. Vielleicht hat der Einheitsbrei, den viele beklagen, ja auch einfach mit Angst zu tun.&nbsp;</div><div><br /></div><div><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg"><img alt="Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Blog etwas wert.JPG" src="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg" width="400" height="257" class="mt-image-none" /></a></span></div><div><br /></div> 

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   <title>Ist unsere Politik noch zu retten? Teil 1 - 3 jetzt auf Video</title>
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   <published>2013-04-19T17:17:53Z</published>
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   <summary>Seit Anfang April halte ich ja wieder meine fast schon &quot;traditionelle&quot; Vortragsreihe an der VHS-Ottakring. Diesmal lautet das Thema: &quot;Ist unsere Politik noch zu retten? - Über die Ohnmacht der Politik und Auswege aus der Wutbürger-Sackgasse.&quot;Am kommenden Mittwoch, den 24....</summary>
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Seit Anfang April halte ich ja wieder meine fast schon "traditionelle" Vortragsreihe an der VHS-Ottakring. Diesmal lautet das Thema: "Ist unsere Politik noch zu retten? - Über die Ohnmacht der Politik und Auswege aus der Wutbürger-Sackgasse."<div><br /></div><div>Am kommenden Mittwoch, den 24. April, gibt's dann das große Finale:&nbsp;</div><div><br /></div><div><div style="margin: 0px; padding: 0px; font-family: 'trebuchet ms';"><b>MÜSSEN NUR WOLLEN!</b></div><div style="margin: 0px; padding: 0px; font-family: 'trebuchet ms';">Eine progressive Reformbewegung für das 21. Jahrhundert.&nbsp;</div></div><div style="margin: 0px; padding: 0px; font-family: 'trebuchet ms';"><br /></div><div style="margin: 0px; padding: 0px; font-family: 'trebuchet ms';"><span style="font-family: arial, helvetica, hirakakupro-w3, osaka, 'ms pgothic', sans-serif;">Klarerweise sind auch wieder alle eingeladen, die bisher noch noch den Weg in die VHS-Ottakring gefunden haben. Und für die gibt es hier alle Videos der ersten drei Abende gesammelt.</span></div><div style="margin: 0px; padding: 0px; font-family: 'trebuchet ms';"><span style="font-family: arial, helvetica, hirakakupro-w3, osaka, 'ms pgothic', sans-serif;"><br /></span></div><div style="margin: 0px; padding: 0px; font-family: 'trebuchet ms';"><span style="font-family: arial, helvetica, hirakakupro-w3, osaka, 'ms pgothic', sans-serif;"><br /></span></div><div style="margin: 0px; padding: 0px; font-family: 'trebuchet ms';"><span style="font-family: arial, helvetica, hirakakupro-w3, osaka, 'ms pgothic', &lt;iframe width=" 560"="" height="315" sans-serif;"&gt;xxxxx<="" span=""></span></div><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/A28BBQjYqWc" frameborder="0" allowfullscreen=""></iframe><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/cTzxHwwhSsQ" frameborder="0" allowfullscreen=""></iframe><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/opXNVg7eNsg" frameborder="0" allowfullscreen=""></iframe>

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   <title>Die Krise des Parteienstaats</title>
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   <published>2013-04-19T16:52:16Z</published>
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<div>FS Misik Folge 281</div><div><br /></div><div>Heute mit den Themen:&nbsp;</div><div><br /></div><div>Das Demokratie-Volksbegehren. Mehr Partizipation sind wichtig. Aber wir werden keinen Bypass um die Parteien herum legen können - und es wäre auch nicht einmal erstrebenswert.&nbsp;</div><div><br /></div><div>"Wenn Maggie Thatcher stirbt, dann machen wir eine Party." Wie unsympathisch ist es, Witze über eine tote Premierministerin zu machen?</div> 

<br /><br />
<a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1363707910037">Diese Folge auf derStandard.at ansehen ...</a>
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<span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/fs/assets_c/2012/08/Blog etwas wert-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193.jpg"><img alt="Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Blog etwas wert" src="http://www.misik.at/fs/assets_c/2012/08/Blog etwas wert-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193-thumb-300x193.jpg" width="300" height="193" class="mt-image-none" /></a></span><div><br /></div> 

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   <title>Zeit für eine neue Sozialdemokratie</title>
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   <published>2013-04-11T16:53:40Z</published>
   <updated>2013-04-11T16:55:03Z</updated>
   
   <summary>Europas Tragödie besteht nicht darin, dass Konservative und Neoliberale eine konservative und neoliberale Politik betreiben. Europas Tragödie besteht darin, dass das weitgehend oppositionslos passiert, aus Mangel an Entschiedenheit, Mut und Selbstbewußtsein der vernünftigen Kräfte. Aus Furcht vor der eigenen Courage....</summary>
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      <name>Robert Misik</name>
      
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<br /><br />

Europas Tragödie besteht nicht darin, dass Konservative und Neoliberale eine konservative und neoliberale Politik betreiben. Europas Tragödie besteht darin, dass das weitgehend oppositionslos passiert, aus Mangel an Entschiedenheit, Mut und Selbstbewußtsein der vernünftigen Kräfte. Aus Furcht vor der eigenen Courage. Aus Angst, man käme damit bei den Bürgern nicht durch. Man ist paralysiert vor lauter Furcht und Kleinmut. Wie so oft setzt sich der größte Blödsinn nicht wegen der Macht des Blödsinnigen durch, sondern wegen der Angst und dem Kleinmut derer, die es eigentlich besser wissen - oder besser wissen sollten. 

<br /><br />
<a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1363707213262">Diese Folge auf derStandard.at ansehen ...</a>
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   <title>Wieviel Ungerechtigkeit ist gerecht? </title>
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   <published>2013-04-08T11:10:23Z</published>
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   <summary>Hans-Ulrich Wehler hat eine erschütternde Bestandsaufname der Ungleichheit in der Bundesrepublik geschrieben. US-Starphilosoph Michael Sandel fragt in einem fulminanten Großessay, was denn eine gerechte Verteilung wäre - und wie sich für sie argumentieren ließe. Der Standard (Wien) und Der Freitag...</summary>
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      <name>Robert Misik</name>
      
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<div><b>Hans-Ulrich Wehler hat eine erschütternde Bestandsaufname der Ungleichheit in der Bundesrepublik geschrieben. US-Starphilosoph Michael Sandel fragt in einem fulminanten Großessay, was denn eine gerechte Verteilung wäre - und wie sich für sie argumentieren ließe. </b><i><font style="font-size: 0.8em;">Der Standard (Wien) und Der Freitag (Berlin)</font></i></div><div><br /></div><div><div>Wenn er in Harvard seine Vorlesungen hält, sind oft über tausend Studierende im Saal - und hunderttausende weltweit sind Online dabei oder sehen die Vorträge später auf Youtube. Spricht er in Peking oder Shanghai, dann sind die Säle auch voll. Michael Sandel ist der große Star der zeitgenössischen Philosophie. Die "Zeit" nannte ihn unlängst den "wohl populärsten Professor der Welt". Und wenn man sein Buch "Gerechtigkeit. Wie wir das Richtige tun", liest, dann versteht man, warum das so ist. Es ist eine fulminante Anleitung dazu, die richtigen Fragen zu stellen - und zwar zu Themen, die uns in der täglichen politischen Diskussion anspringen.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Nehmen wir nur die Schlagzeilen der vergangenen Tage. VW-Chef Martin Winterkorn streicht ein Jahreseinkommen von 14,5 Millionen Euro ein. Gewerkschafter und andere Linke fordern für Einkommensmillionäre wie Winterkorn hohe Spitzensteuersätze, und da Winterkorn natürlich nicht nur zu den Top-Verdienern, sondern wohl auch zu den Top-Vermögensbesitzern zählt, wäre er auch einer jener, der einiges an Vermögensabgabe bezahlen würde müssen, würde sie denn eingeführt werden.&nbsp;</div></div> 

<br />

<div>Wir neigen heute dazu, solche Phantasiegehälter als ungerecht anzusehen. Aber warum überhaupt? Und sind "Gerechtigkeitsdebatten" immer wirkliche "Gerechtigkeitsdebatten", oder kommt da auch anderes ins Spiel? Michael Sandel macht das systematische Nachdenken über solche Frage zu einer intellektuell vergnüglichen Sache.&nbsp;</div><div><br /></div><div><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg"><img alt="Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image" src="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg" width="400" height="257" class="mt-image-none" /></a></span></div><div><br /></div><div>Auf den ersten 300 Seiten liest sich Sandels Buch wie eine populäre Einführung in Ethik und Moralphilosophie. Er referiert die unterschiedlichsten theoretischen Konzepte. So etwa die des "Libertarianismus", der an Einkommen wie jenes von Winterkorn nichts kritikwürdiges sieht. Winterkorn ist ein freier Mensch. Die Aufsichtsräte, die mit ihm seine Verträge aushandelten, sind auch freie Menschen. Die Konsumenten, die offenbar Autos von VW so schätzen, sind auch freie Menschen, und ebenso ist es die Besitzerin des Friseurladens, in dem sich Herr Winterkorn die Haare schneiden lässt. Und die Angestellte des Friseurladens ist es ebenso. Freie Menschen schließen untereinander einen Vertrag. Die Konsumenten sind offenbar bereit, viele Autos zu hohen Preisen zu kaufen. Die Aufsichtsräte sind offenbar bereit, Herrn Winterkorn 14,5 Millionen zu bezahlen. Herr Winterkorn ist bereit, für dieses Geld zu arbeiten. Die Friseurladenbesitzerin ist wiederum bereit, ihrer Friseuse 800 Euro im Monat zu bezahlen. Und die Friseuse ist bereit, für dieses Geld zu arbeiten.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Was also soll daran ungerecht sein? fragt der Libertarianismus.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Schließlich haben freie Menschen ohne Druck und vollständig informiert rechtlich korrekte Verträge geschlossen - und die Einkommensverteilung ist eben das Ergebnis davon. Wenn die Abläufe korrekt waren, dann ist auch das Ergebnis gerecht. Das heißt natürlich nicht, dass es in irgendeiner Weise moralisch erstrebenswert ist. Es sagt nichts darüber aus, ob Herr Winterkorn in irgendeinem eminenten Sinne "verdient", was er verdient. Aber das ist für Gerechtigkeitstheorien dieser Art ja auch nicht die Frage.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Würde man Herrn Winterkorn auf eine Weise besteuern, die über das Maß hinausgeht, das für die Finanzierung minimaler Staatsaufgaben hinausgeht, wäre das doch ungerecht, sagt der Liberarianismus. Insbesondere dann, wenn man das Geld von Herrn Winterkorn zugunsten der Friseuse umverteilt.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Nun würden die Gewerkschafter, die hohe Spitzensteuersätze verlangen, mehrere Einwände formulieren. Etwa, dass es einen "gerechten Lohn" gäbe, den die Friseuse eben nicht erhält. Möglicherweise würden sie aber auch einwenden, dass die Einkommen nicht wirklich durch "freie" Verträge zustande kommen. Herr Winterkorn handelt sein Gehalt mit Aufsichtsräten aus, die selbst irgendwo Manager sind, und damit mit ihm unter einer Decke stecken. Die Friseuse handelt ihren Vertrag nicht frei aus, sondern ist von der Aussicht auf Arbeitslosigkeit so gepeinigt, dass sie nehmen muss, was sie kriegen kann. Zudem würden sie anmerken, dass Herr Winterkorn an staatlichen Universitäten zu einem solch genialen Manager ausgebildet wurde, und auch seine Ingenieure wurden vom Staat ausgebildet, weiters würde niemand seine Autos kaufen, wenn der Staat nicht Autobahnen und Straßen baut - seine Steuern sind aus dieser Sicht nur "Gebühren" für all das. Aber höchstwahrscheinlich würden die Gewerkschafter auch hinzufügen, dass eine sehr ungleiche Einkommensverteilung nachteilige Wirkungen auf die Volkswirtschaft und damit auf die Wohlfahrt aller hat, und damit Umverteilung zum Vorteil von allen (oder fast allen) wäre.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Dieses Argument ist aber nicht im strengen Sinne eines, das Gerechtigkeitsfragen diskutiert, sondern eines, das Fragen der Nützlichkeit aufwirft.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Nützlichkeitsfragen können gewiss mit Gerechtigkeitsfragen verbunden sein, das ist es, was der Utilitarismus betont: Wenn es nützlich ist, das Glück von Herrn Winterkorn ein wenig zu schmälern, um das Glück von tausend Friseusen zu steigern, dann ist das auch gerecht. Schließlich ist Herr Winterkorn nur einer, die Friseusen sind tausend.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Aber dieses Argument steht natürlich auf wackeligen Beinen. Denn stellen wir uns vor, das Glück der tausend Friseusen würde gesteigert, indem wir Herrn Winterkorn erwürgen. Würden wir das dann als gerecht ansehen? Würde das Glück der vielen Friseusen das Unglück des einen Herrn Winterkorn rechtfertigen? Wir würden, mit Recht, daran zweifeln.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Wir sehen schon, die Frage von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit wirft interessante Fragen auf, auch wenn an dem Ausmaß der steigenden Ungleichheit kein Zweifel besteht.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Das Ausmaß der wachsenden Ungleichheit in den westlichen Gesellschaften ist für Hans-Ulrich Wehler "einer der dramatischsten Vorgänge der modernen Zeitgeschichte". Vor allem die Top-Eliten, wie etwa Vorstände der deutschen Dax-Unternehmen, haben ihre Einkommen auf eine Weise zu steigern vermocht, die den 82jährigen Doyen der deutsche Gesellschaftsgeschichtsschreibung zu dem Urteil kommen lässt: "In der neueren Geschichte findet sich keine Berufsklasse, die mit derart ungebremster Habgier ihrem Drang nach Einkommens und Vermögenssteigerung nachgegeben hat." Wehler hat so ziemlich jede Statistik und Studie durchgeackert, die greifbar war. Die Top-20-Prozent der Einkommensbezieher konzentrieren knapp 40 Prozent aller Einkommen. Tendenz steigend, während die Niedrigverdiener seit Jahren reale Einkommensverluste hinnehmen müssen. Viel krasser ist die Ungleichheit der Vermögensverteilung. Konzentrierten die reichsten 10 Prozent vor 40 Jahren erst 44 Prozent aller Geldvermögen, so heute 66 Prozent. Das reichste Prozent allein hält 35 Prozent der Geldvermögen. Was Immobilienbesitz oder Betriebsvermögen betrifft, ist die Ungleichheit noch schroffer ausgeprägt.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Wer sich mit der Frage der wachsenden Ungleichheit schon beschäftigt hat, den werden die empirischen Befunde nicht überraschen, die Wehler in einer Dichte vorlegt, die einem vor lauter Zahlen den Kopf rauchen lässt. Daten über die Selbstabschließung der ökonomischen Eliten zeichnen dennoch ein erschreckend klares Bild: die Klassendurchlässigkeit, die ohnehin nie auch nur annähernd so groß war, wie es die Ideologie von der Bundesrepublik als "nivellierte Mittelschichtsgesellschaft" behauptete, nimmt auch noch ab. Selbst auf den Heiratsmärkten gibt es eine Verhärtung der Ungleichheit: Mag früher einmal gelegentlich der Topmanager seine Sekretärin geheiratet haben, so heiraten die ökonomischen Eliten heute praktisch ausnahmslos nur mehr untereinander.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Bemerkenswert ist Wehlers kleines Büchlein nicht seiner Befunde wegen - die sind jenen, die sich mit der Materie befassen, bekannt. Bemerkenswert ist eher die Wucht seiner Anklage und Wehlers gut begründete Kritik aller Thesen, die wachsende Ungleichheit ließe sich mit veränderten Marktbedingungen am Arbeitsmarkt oder mit der Globalisierung erklären. Das Dovonziehen der Super-Rich habe, formuliert er, "im Grunde nichts mit den Computerfertigkeiten von Fachleuten, mit der Lohnunterbietung durch Entwicklungsländer oder mit dem Einfluss von Marktentscheidungen zu tun. Sie sind ganz und gar der Ausfluss von Kompetenzausübung in ihrem Herrschaftssystem. Sie müssen daher als Phänomene des Machtbesitzes endlich anerkannt und diskutiert werden."</div><div><br /></div><div>Michael Sandel nähert sich all diesen Fragen leiser, indem er die Gerechtigkeitstheorien des Utilitarismus, des Libertarianismus, indem er Kant und Rawls und Aristoteles diskutiert, sich stets selbst ins Wort fällt. Sein eigenes Urteil deutet Sandel über viele hundert Seiten nur da und dort an, um dann auf den letzten 70 Seiten erst richtig in Fahrt zu kommen. Grundsätzlich, formuliert er noch mit John Rawls, wäre Gleichverteilung gerecht, da alle Menschen für sie plädieren würden, sofern sie nicht wüssten, auf welcher Stufe der sozialen Hierarchie sie selbst angesiedelt wären. Rechtfertigbar seien allenfalls jene gemessenen Ungleichheiten, die notwendig sind, um ökonomische Anreize zu entwickeln, in deren Folge sich die Wohlfahrt aller, also insbesondere der Unterprivilegierten hebe. Aber Sandel geht noch weiter. &nbsp;</div><div><br /></div><div>Das Manko aller liberalen Gerechtigkeitstheorien sei heute (und damit meint er die linksliberalen wie die rechtsliberalen Theorien), dass sie einen moralischen Individualismus voraussetzen und Fragen nach Tugend, dem guten Leben, gesellschaftlicher Zwecke und kollektiver Vergemeinschaftung umschiffen. Das ist an sich etwas Sympathisches: Liberale Gerechtigkeitstheorien haben das gute Leben aller im Auge, ohne dem Einzelnen Vorschriften zu machen, was er wünschen und wie er sein Leben gestalten soll. Jeder soll das für ihn Gute selbst wählen.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Vor allem die Linke habe sich in die fragwürdige Lage gebracht, für Verteilungsgerechtigkeit eintreten zu wollen, ohne über Moral und geteilte Werte zu sprechen. Aber viele Fragen der Gerechtigkeit lassen sich einfach nicht entscheiden, ohne dass man über gesellschaftliche Zwecke diskutiert. Nehmen wir an, Herr Winterkorn würde keine Autos verkaufen, sondern kleine Babies. Würden wir sein Einkommen nicht plötzlich noch skandalöser finden? "Es ist nicht immer möglich, unsere Rechte und Pflichten zu definieren, ohne entscheidende moralische Fragen aufzugreifen - und selbst wenn es möglich ist, mag es nicht immer wünschenswert sein." Zudem: Niemand ist ein "moralisches Individuum" in der Weise, wie es dieser Liberalismus unterstellt. Wir sind mit anderen verbunden, wir sind mit einer Geschichte verbunden, die nicht immer allein die unsere ist, unsere Wünsche sind in diesem Sinne nie allein unsere eigenen. Sie werden geformt von einem Gemeinwesen, das aber selbst durch grobe Ungleichheiten zersetzt wird.&nbsp;</div><div><br /></div><div>So wird, was als beinahe stilles, vergnügliches Lehrbuch über Gerechtigkeitstheorien zu beginnen schien, am Ende zu einem kraftvollen Plädoyer für progressive Reformen, Gleichheit und eine linke Orientierung am Gemeinwohl.&nbsp;</div><div><br /></div><div><b>Hans-Ulrich Wehler: Die neue Umverteilung. Soziale Ungerechtigkeit in Deutschland. Beck-Verlag, München. 191 Seiten, 14,95.- Euro</b></div><div><b><br /></b></div><div><b>Michael Sandel: Gerechtigkeit. Wie wir das Richtige tun. Ullstein-Verlag, Berlin. 416 Seiten. 21,99.- Euro.&nbsp;</b></div><div><br /></div> 

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   <title>Ist unsere Politik noch zu retten? - Teil eins jetzt auf Video</title>
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   <published>2013-04-06T14:40:35Z</published>
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   <author>
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Vergangene Woche lief in der VHS-Ottakring meine "Frühjahrsvorlesung" an - mit meinem Vortrag "Euer Zynismus kotzt mich an - und meiner auch" über den Verdruss an der Politik und die Politik unter den Bedingungen verallgemeinerten Verdrusses.&nbsp;<div><br /></div><div>Hier schon mal das Video der ersten Lecture.&nbsp;</div><div><br /><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/A28BBQjYqWc" frameborder="0" allowfullscreen=""></iframe>
</div><div><br /></div><div>Kommenden Mittwoch um 19 &nbsp;Uhr geht es dann weiter mit dem Thema: "Redet so, dass Euch die Bürger verstehen können - Eine neue Sprache für die Politik." Alles weitere gibts <a href="http://www.misik.at/termine/ist-unsere-politik-noch-zu-retten.php">hier</a>.&nbsp;</div>

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<hr />
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   <title>Eine Reise ins Innere der Wörterwelt</title>
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   <summary>FS Misik Folge 279Was Sie da Ihr Leben nennen, das ist doch nichts als ein Text, den andere geschrieben haben, und Bilder und modische Accessoirs, denen dieser mäandernde Text einen Sinn gibt, und ein paar Songs, die den Soundtrack dazu...</summary>
   <author>
      <name>Robert Misik</name>
      
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<br /><br />

<div><b><font style="font-size: 1.25em;">FS Misik Folge 279</font></b></div><div><br /></div>Was Sie da Ihr Leben nennen, das ist doch nichts als ein Text, den andere geschrieben haben, und Bilder und modische Accessoirs, denen dieser mäandernde Text einen Sinn gibt, und ein paar Songs, die den Soundtrack dazu liefern. Und dieses Politikzeug, das wir da Woche für Woche verhandeln, ich will ja nicht sagen, dass es unwichtig ist, aber es ist doch auf so seltsame Weise exterritorial dem gegenüber, und es berührt diese Fragen auch, aber so tangential, so wie die Tangenten, die sich im Unendlichen kreuzen, aber es berührt Sie doch auch nicht. Vielleicht ist das ja auch das Geheimnis dieser Zeitungs- und Medienkrise, von der alle reden, dass hier von Dingen die Rede ist, die uns letztendlich nicht berühren und von den Dingen, die uns berühren ist wo anders die Rede, was weiß ich, in Gedichten, in Romanen, in Songs oder in Facebook-Statusmeldungen oder in depperten amerikanischen Fernsehserien. 

<br /><br />
<a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1363706601774">Diese Folge auf derStandard.at ansehen ...</a>
<br />
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<br />

<hr />
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   <title>Rosa Luxemburgs Büffel</title>
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   <published>2013-03-31T14:13:13Z</published>
   <updated>2013-03-31T14:17:29Z</updated>
   
   <summary>From My Archives: Eine Kolumne, die ich Profil geschrieben habe, 24. Juni 1996Wer erinnert sich noch an Erich Honecker? Der sprach, drei Wochen vor seinem Sturz, einen denkwürdigen Satz: &quot;Den Sozialismus in seinem Lauf / hält weder Ochs noch Esel...</summary>
   <author>
      <name>Robert Misik</name>
      
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<p class="MsoNormal" style="font-size: 13px;"><i><font style="font-size: 0.8em;">From My Archives: Eine Kolumne, die ich Profil geschrieben habe, 24. Juni 1996</font></i></p><p class="MsoNormal" style="font-size: 13px;">Wer erinnert sich noch an Erich Honecker? Der sprach, drei Wochen vor seinem Sturz, einen denkwürdigen Satz: "Den Sozialismus in seinem Lauf / hält weder Ochs noch Esel auf." Man hielt das damals für den originellen Reim eines greisen Staatsmanns, der seine Felle davonschwimmen sah. War das ein Irrtum? Darauf deutet ein bemerkenswertes Dokument hin, das dieser Tage in der Berliner Zeitschrift "Das Argument" erschien und drängend eine Frage aufwirft: Welche Rolle spielt das Huftier in der Weltrevolution?</p><p class="MsoNormal" style="font-size: 13px;">Bislang war dieses Thema ja kaum behandelt worden, und wenn, dann in eher allegorischer Art, wie etwa durch George Orwell in seiner "Animal Farm". Doch nun kam der denkwürdige Brief der Revolutionärin Rosa Luxemburg ans Licht, die 1917 im Frauengefängnis zu Breslau inhaftiert war und dort einem als Nutztier eingesetzten Büffel begegnete, dem seine Haut, zerrissen von den Peitscheinhieben seiner Häscher, vom Rücken hing. Rosa Luxemburg berichtet über diese Untat in einem Brief an eine Genossin: "O mein armer Büffel, mein armer, geliebter Bruder, wir stehen hier beide so ohnmächtig und stumpf und sind nur eins im Schmerz, in Ohnmacht, in Sehnsucht; der Soldat aber steckte beide Hände in die Hosentaschen, spazierte mit großen Schritten über den Hof, lächelte und pfiff einen Gassenhauer."</p> 

<br />

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 1em;">Den heute beinahe vergessenen Brief der Jeanne d'Arc der
deutschen Revolution, die man ab nun auch mit vollem Recht die Heilige Johanna
der Schlachthöfe wird nennen können, wurde seinerzeit von Karl Kraus bekannt
gemacht, der ihn in vielen Lesungen vortrug und später notierte: "Der
tiefste je in einem Saal bewirkte Eindruck war die Vorlesung des Briefes von
Rosa Luxemburg."</span></p>

<p class="MsoNormal">Eine Innsbrucker Großgrundbesitzerin, immerhin Abonnentin
der "Fackel", sah das anders und schalt die damals schon ermordete
Klassenkämpferin eine rührselige Aufwieglerin, die, wäre es ihr möglich gewesen,
"denn Büffeln Revolution gepredigt und ihnen eine Büffel-Republik
gegründet" hätte.</p>

<p class="MsoNormal">Ich war wie elektrisiert, als ich diese Zeilen las. Sofort
sprang ich in die U-Bahn und besuchte den (Ost-)Berliner Tierpark, wo die
Büffel, Pferde und Wisente nicht - wie im (West-)Berliner Zoo - ihr trübes
Dasein in engen Gehegen hinter Gittern fristen müssen, sondern auf weiten,
saftigen Weiden traben, vom Besucher durch künstliche Kanäle getrennt.</p>

<p class="MsoNormal">Ich wollte schon ein Hohelied auf die untergegangene DDR und
auf die Erfüllung des Vermächtnisses der Rosa Luxemburg anstimmen - da kam mir
der Satz eines Mädchens ins Gedächtnis, mit dem ich den Tierpark vor Jahren
besucht hatte und das meine Begeisterung damals mit den Worten dämpfte, man
habe hier zwar den Tieren die Freiheit gelassen, dafür aber um die Menschen
eine Mauer gebaut.&nbsp;</p><p class="MsoNormal"><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/assets_c/2011/08/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg"><img alt="Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Blog etwas wert.JPG" src="http://www.misik.at/assets_c/2011/08/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg" width="400" height="257" class="mt-image-none" /></a></span></p><div><br /></div> 

<hr />
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   <title>Die Dümmsten reüssieren</title>
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   <published>2013-03-30T15:35:29Z</published>
   <updated>2013-03-30T15:37:44Z</updated>
   
   <summary>Elf Jahre nach Pierre Bourdieus Tod veröffentlicht der Suhrkamp-Verlag ausgewählte Schriften zur Politik. Falter, Buchbeilage, März 2013Als Pierre Bourdieu vor knapp elf Jahren starb, war er ein kämpferischer linker Intellektueller, der es in seinen letzten Lebensjahren verstand, Netze sozialer Protestgruppen...</summary>
   <author>
      <name>Robert Misik</name>
      
   </author>
   
      <category term="Texte aus dem Falter (Wien)" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   
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<p class="MsoNormal" style="font-size: 13px;"><span style="font-size: 1em;">Elf Jahre nach Pierre Bourdieus Tod veröffentlicht der Suhrkamp-Verlag ausgewählte Schriften zur Politik.<i><font style="font-size: 0.8em;"> Falter, Buchbeilage, März 2013</font></i></span></p><p class="MsoNormal" style="font-size: 13px;">Als Pierre Bourdieu vor knapp elf Jahren starb, war er ein kämpferischer linker Intellektueller, der es in seinen letzten Lebensjahren verstand, Netze sozialer Protestgruppen zu etablieren, deren Fäden bis heute noch Bestand haben; darüber hinaus und vor allem war er aber der vielleicht einflussreichste Soziologe seiner Zeit. Begriffe und Konzepte, die Bourdieu in seiner jahrzehntelangen Arbeit entwickelte, sind beinahe zu geflügelten Worten geworden: Man denke nur an Konzepte wie "soziales Kapital" oder "kulturelles Kapital", "Distinktionsgewinn" oder "Habitus", alles Begriffe, die heute in Proseminaren oder in Feuilletons auch von Leuten benutzt werden, die von Bourdieu noch nie eine Zeile gelesen haben.&nbsp;</p><p class="MsoNormal" style="font-size: 13px;">Aber gerade diese Wirkmächtigkeit ließ Bourdieu auch schnell in Vergessenheit geraten. An einem, der zwischen den sechziger und den neunziger Jahren die Debatten seines Fachs und die linken Diskurse prägte, schien es ja nichts mehr zu entdecken zu geben. Bourdieu war schon zu Lebzeiten derart rezipiert, dass für posthume Entdeckungen schlicht nichts übrig geblieben schien.&nbsp;</p> 

<br />

<p class="MsoNormal"></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 1em;">So ist es beinahe eine Flaschenpost aus versunkener Zeit, wenn der "Suhrkamp"-Verlag dieser Tage einen Band mit bisher auf deutsch nicht (oder nur in verstreuten Fachpublikationen) veröffentlichten Texten Bourdieus auflegt. Der schlichte Titel umreißt ziemlich exakt, worum es geht: "Politik". Und es ist ein erstaunlich zeitgemäßes Buch. Bourdieu hat früh jene Fäden aufgenommen und analysiert, die zum heute so modernen "Wutbürger" führen. Schon die ersten Sätze lassen es richtig krachen: "Wir werden von Politik überflutet. Wir schwimmen im unentwegten und wechselhaften Strom des täglichen Geschwätzes über die vergleichbaren Chancen und Verdienste von austauschbaren Kandidaten... Die Äußerungen zur Politik sind, wie das leere Gerede über gutes oder schlechtes Wetter, im Grunde flüchtig."</span></p><p class="MsoNormal">Der nüchterne Forscher Bourdieu mit seinem kühlen Blick belässt es aber nicht bei der empörten Anklage des Wutbürgers. So beschreibt er mit viel Gespür für Details und die Logik von Prozessen, wie sich in modernen Gemeinwesen ein "politisches Feld" mit seinen eigenen Spielregeln etabliert, mit seinen "Experten" und "Professionellen". Wie das System zur Selbstabkapselung tendiert, und Organisationen, die einstmals Träger von Ideen oder Interessen waren, allmählich eine spezifisches Interesse entwickeln: die Perpetuierung der Organisation selbst. Er beschreibt die innere Logik von Apparaten und deren Selbstreproduktion: "Die moralische Entrüstung vermag nicht nachzuvollziehen, wie gerade die im Apparat reüssieren können, die - entsprechend charismatischer Auffassung - die Dümmsten, Gewöhnlichsten sind, denen jeder eigene Wert fehlt. Tatsächlich reüssieren sie nicht, weil sie die Gewöhnlichsten sind, sondern weil sie nichts außerhalb des Apparats besitzen, nichts, das ihnen erlauben würde, sich ihm gegenüber Freiheiten herauszunehmen. ... Die Apparate verwenden, küren sichere Leute." Wer würde da nicht sofort an unser politisches Personal denken?&nbsp;</p><p class="MsoNormal">Die Akteure am politischen Feld, so sehr sie bei scheinbarer Parteilichkeit ein gemeinsames Interesse haben (nämlich Outsider rauszuhalten), sind aber, anders als Akteure anderer Felder (beispielsweise Mathematiker), "ständig auf (ihre) Klientel bezogen". Die "Eingeweihten" brauchen die "Laien", und sei es nur, um gelegentlich von ihnen gewählt zu werden. Die Laien wiederum entwickeln einen wachsenden Argwohn, "der auf dem Gefühl beruht, dass eine Art grundsätzliche Komplizenschaft die Leute, die bei dem Spiel mitspielen, das man Politik nennt, miteinander verbindet, vor jeder Meinungsverschiedenheit".&nbsp;</p><p class="MsoNormal">Bourdieu reiht kluge Beobachtungen über die Charaktereigenschaften des Apparatschiks an Betrachtungen über die Rolle des politischen Journalismus bei der Etablierung einer Geschwätzigkeitskultur, und als Soziologe, dessen Forschung sich immer detailgenauer Beobachtung der Logiken und Spielregeln unterschiedlicher gesellschaftlicher "Felder" widmete, ist er selbst in Texten, die 30 Jahre alt sind, eigentümlich aktuell - etwa wenn der die "Regeln des Spiels" der Politik beschreibt, denen sich die Akteure glauben unterwerfen zu müssen. Er spricht hier von ständiger Gleichschaltung, die jenen aufgezwungen wird, die in das Feld eintreten. Anschläge auf die Spielregeln werden sanktioniert.&nbsp;</p><p class="MsoNormal">Oft sind seine Analysen sogar dann erhellend, wenn sie veraltet sind. Heute erzielt,Distinktionsgewinne, wer die Spielregeln demonstrativ bricht - siehe Phänomene wie Stronach, Berlusconi, Fortuyn oder Haider. Oder anderes Beispiel: Bourdieu spricht in Anlehnung an Antonio Gramsci von dem gemeinsamen Projekt politischer und medialer Eliten, den "Konsens" der Beherrschten mit den herrschenden Verhältnissen zu organisieren. Mit diesem Konsens ist es heute nicht mehr weit her. Die allgemeine Unzufriedenheit und das Misstrauen gegen den Eliten ist heute endemisch geworden, aber gerade dieses Misstrauen wiederum zersplittert sich in eine Kakophonie des Geschwätzes, in waberndes Dagegensein, aus dem nichts Produktives folgt. "In Mistrust wie Trust", hat das jüngst der Philosoph Ivan Krastev genannt. &nbsp;Die Verhältnisse bestehen ganz ohne Konsens. An manchen Stellen in Bourdieus versammelten Essays beschleicht einem das Gefühl, der Autor habe auch das schon geahnt.&nbsp;</p><p class="MsoNormal"><b>Pierre Bourdieu: Politik. Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, Berlin 2013. 374 Seiten. 17,- Euro</b></p><p class="MsoNormal"><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg"><img alt="Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Blog etwas wert.JPG" src="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg" width="400" height="257" class="mt-image-none" /></a></span></p><div><br /></div><p></p> 

<hr />
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   <title>Wie soll man als aufgeklärter Linker zu diesem Papst stehen?</title>
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   <published>2013-03-28T18:53:13Z</published>
   <updated>2013-03-28T19:10:40Z</updated>
   
   <summary>Der Freitag, 28. März 2013Wir haben einen neuen Papst und der sieht eigentlich ganz freundlich aus. Als &quot;Bischof der Armen&quot; hat er sich zu Hause inszeniert, und er achtet auch sehr auf sympathische Public-Relations: Er fährt mit der U-Bahn durch...</summary>
   <author>
      <name>Robert Misik</name>
      
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<p class="MsoNormal" style="font-size: 13px;"><i><font style="font-size: 0.8em;">Der Freitag, 28. März 2013</font></i></p><p class="MsoNormal" style="font-size: 13px;"></p><p class="MsoNormal" style="font-size: 13px;">Wir haben einen neuen Papst und der sieht eigentlich ganz freundlich aus. Als "Bischof der Armen" hat er sich zu Hause inszeniert, und er achtet auch sehr auf sympathische Public-Relations: Er fährt mit der U-Bahn durch Buenos Aires, wie jeder kleine Arbeiter, und sorgt dafür, dass davon dann auch Fotos in der Zeitung erscheinen. Und nachdem er zum Papst gewählt wurde, ließ er die Limousine stehen und fuhr mit den anderen Kardinälen im Bus zurück ins Hotel.</p><p class="MsoNormal" style="font-size: 13px;">Solch ostentativer Verzicht auf Prunksucht und Privilegien aller Art ist an sich ja einmal sympathisch. Klar, es ist nur Symbolisches, aber Symbolisches ist eben auch wichtig. Ist ja okay der Kerl, könnte man also sagen. Als Kardinal hat er in einer kleinen Wohnung gewohnt und selbst gekocht.</p><p class="MsoNormal" style="font-size: 13px;">Nun könnte man natürlich sagen, als aufgeklärter Linker kann man einem Papst nicht positiv, ja nicht einmal indifferent gegenüber stehen: Päpste sind schließlich gewissermaßen die Vorstandsvorsitzenden eine irrationalen Organisation, die den gesellschaftlichen und kulturellen Fortschritt immer verhindert hat und auch heute noch ein Bollwerk des Obskurantismus ist. Dass wir heute in fortschrittlich denkenden Kreisen eine gewisse Nachsicht gegenüber einer solchen Organisation hegen, ist weniger Ausdruck aufgeklärter Nüchternheit, sondern mehr von Lahmheit. Andererseits wissen wir natürlich auch: Ein mächtiges Bollwerk des Obskurantismus war die Kirche, solange sie mächtig war. Heute ist sie das nicht mehr. Heute ist sie eine Stimme in einem vielstimmigen Chor. Heute ist sie eher so etwas wie eine Insel des Obskurantismus in einer rationalen Welt, so dass manche Leute das Gefühl haben, so ein wenig Obskurantismus solle doch bitte schön unter Naturschutz gestellt werden.</p> 

<br />

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 1em;">Und apropos Stimme unter vielen: In vielen Fällen ist die
Kirche eine gute Stimme. Wenn es etwa um Hilfe für Flüchtlinge geht, hat man
als Linker mit Bischöfen meist mehr Gemeinsamkeit als mit sozialdemokratischen
Innenministern.</span><span style="font-size: 1em;">&nbsp;</span></p>

<p class="MsoNormal">Das alte Ressentiment also begraben, die Schützengräben
zwischen Aufklärung und Frömmlerei zuschütten? Nun, ja, gewiss, bis zu einem
bestimmten Grad spricht da nichts dagegen: Sollen Pfarrer und Caritas-Leute
doch glauben, woran sie wollen, wenn sie mit meinesgleichen an einem Strang
ziehen, ist das doch gut.</p>

<p class="MsoNormal">Die Gefahr ist eher, dass man mit solcher Nachsicht zu weit
geht und Dinge achselzuckend hinnimmt, dass man sogar Skandale nicht Skandale
nennt. Und damit sind wir möglicherweise schon bei diesem Papst. Der Papst hat
mit dem Militärregime von Junta-Chef Jorge Videla in den achtziger Jahren
kollaboriert. Bis zu welchem Grad ist fraglich. Jorge Mario Bergloglio, der
heutige Papst Franziskus I., war damals Chef des argentinischen
Jesuiten-Ordens. Argentiniens Amtskirche kooperierte generell mit der
Militärjunta und Berglogilio tat das auch. Es gibt Dokumente, die ihn belasten.
Keine rauchenden Pistolen, aber doch ein paar Hinweise. Allerdings bestreitet
mindestens einer der beiden Priester, die angeblich von Bergoglio verraten
worden seien, eine Verwicklung des heutigen Papstes in seine Verhaftung.
Leonardo Boff, der alte Vorkämpfer der linken Befreiungstheologie, legt für
Bergoglio auch die Hand ins Feuer: Er sei kein Komplize der Diktatur gewesen und
denke übrigens auch heute liberaler, als die meisten glauben.</p>

<p class="MsoNormal">Wie immer es gewesen ist: Nichts genaueres weiß man nicht,
wie der Volksmund formuliert. Und möglicherweise wird es nie völlige Klarheit
geben. Denn schließlich weiß man mittlerweise, dass es ein paar Jobs in
Diktaturen gibt, bei denen es notwendig ist, auch einen Gesprächsfaden mit den
Diktatoren zu pflegen. Die es ratsam erscheinen lassen, eine gewisse
Vertrauensbasis mit den Potentaten zu bewahren, um Menschen schützen zu können.
Es ist eine schmale Gratwanderung und die amtlichen oder Geheimdienstdokumente
geben oft keine klare Auskunft über die Motivation der Akteure und darüber, auf
welcher Seite des Grats sie sich bewegten. Der Papst sagt, er habe seine
Schäfchen geschützt, so gut das ging. Kritiker sagen, er hat ihnen geschadet,
er wäre also ein Mann des Regimes gewesen. Wir kennen diese Diskussion aus
Deutschland: Gregor Gysi als Anwalt, Manfred Stolpe als Konsistorialpräsident
der Evangelischen Kirche müssen sich bis heute mit ähnlichen Verdächtigungen
herumschlagen. Möglicherweise ist das, was der heutige Papst tat, damit
vergleichbar - um das vorsichtig zu formulieren. Aber selbst wenn: Stolpe wurde
hinterher nicht Papst. Und die DDR war, was immer sie auch immer war, zumindest
kein faschistisches Mörderregime, das zehntausende Regimegegner hinmeuchelte oder
einfach von Flugzeugen ins offene Meer warf.</p>

<p class="MsoNormal">So liegt, ob gerechtfertigt oder nicht, in jedem Fall etwas
Fragwürdiges auf diesem Papst. Mit ihm, mag er auch der falsche Aufhänger sein,
handelt die Kirche sich eine Diskussion über ein ziemlich düsteres Kapitel
ihrer jüngsten Geschichte ein.</p>

<p class="MsoNormal">Aber gut: Bislang jedenfalls ist die Suppe zu dünn, um
Bergoglio aus seiner Vergangenheit einen Vorwurf machen zu können. Aber das
gilt nicht unbedingt für seine Gegenwart. Zwar kursieren mittlerweile viele
erschreckende Zitate, die Bergoglio zugeschrieben werden, die er so wohl nie
gesagt hat. Im Internet verbreiten sie sich in Windeseile. Aber ein paar der
Dinge, die ihm vorgehalten werden, hat er eben doch gesagt. So dass man
durchaus konstatieren muss: Er ist ein Reaktionär, der hart an der Grenze des
Unerträglichen heranschrammt. Gut, man kann einwenden, dass mit einem Papst,
der Frauen zu Priesterinnen weiht und Schwule und Lesben umarmt, nicht zu
rechnen war. Aber musste es gleich einer sein, der bei öffentlichen
Anti-Regierungsdemonstrationen die Homoehe eine "Intrige des Teufels"
nennt?</p>

<p class="MsoNormal">Und einem Kardinal und auch Papst ist es sicherlich
unbenommen, den Glauben dem Unglauben vorzuziehen. Geschenkt, dass er das
gläubige Leben moralisch dem Unglauben vorzieht. Das gehört zu seinem Job. Aber
überschreitet er nicht eine Grenze, wenn er bei seiner ersten Messe als Papst
sagt: "Wer nicht zu Gott betet, der betet zum Teufel". Was soll das denn
heißen? Wer also nicht an seinen Gott glaubt, der ist ein Anhänger oder
zumindest nützlicher Idiot des Teufels. All die Menschen, die also nicht an
Gott glauben, sind Handlanger des Teufels. Das klingt in unseren Ohren
schrullig, aber es ist doch letztendlich eine ungeheuerliche Beleidigung. Würde
man etwas Vergleichbares zu Kirchenleuten sagen, würden sie gleich weinerlich
aufheulen, ihre religiösen Gefühle würden verletzt. Aber sie glauben, sich
alles herausnehmen zu können. Gewiss, meine atheistischen Gefühle sind nicht
wirklich verletzt, aber auch nur deshalb, weil mir in meinem indifferenten
Großmut herzlich egal ist, was der Kerl labert.</p>

<p class="MsoNormal">Vielleicht also sollten wir uns auch wieder angewöhnen, in
altlinker Rigidität gelegentlich klar zu sagen: So nicht, Du Papst!</p><p class="MsoNormal"></p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg"><img alt="Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Blog etwas wert.JPG" src="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg" width="400" height="257" class="mt-image-none" /></a></span><p></p><div><br /></div> 

<hr />
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   <title>Zypernkrise - Delettanten am Werk</title>
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   <published>2013-03-28T18:48:53Z</published>
   <updated>2013-03-28T18:51:44Z</updated>
   
   <summary>FS Misik Folge 2781. Zypernkrise. Erst treffen die EU-Mächtigen eine sachlich mindestens fragwürdige Entscheidung und dann kommunizieren sie sie auch noch grottenschlecht. Und ehrlich, irgendwie sind mir Politiker fast noch lieber, die aus ideologischen Gründen die falschen Dinge tun, als...</summary>
   <author>
      <name>Robert Misik</name>
      
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<br /><br />

<div><b>FS Misik Folge 278</b></div><div><br /></div><div>1. Zypernkrise. Erst treffen die EU-Mächtigen eine sachlich mindestens fragwürdige Entscheidung und dann kommunizieren sie sie auch noch grottenschlecht. Und ehrlich, irgendwie sind mir Politiker fast noch lieber, die aus ideologischen Gründen die falschen Dinge tun, als wenn sie es aus schlichter Dummheit tun. Denn die Dummheit macht Angst. Zypern ist ein Menetekel dafür, wie das System einmal zusammenbrechen könnte: Wegen eines dummen Anfängerfehlers überforderter Politiker in einer eigentlich unbedeutenden Nebensache.</div><div><br /></div><div>2. Der Papst sagt, ich bete zum Teufel. Stellen wir uns vor, ich würde so etwas über ihn und seinesgleichen sagen. Was das wieder für ein Gewinsel wäre von wegen: Verletzung religiöser Gefühle</div> 

<br /><br />
<a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1363705904821">Diese Folge auf derStandard.at ansehen ...</a>
<br />
<img src="http://www.misik.at/derstandard.gif" border="0" width="120" height="38" />

<br />

<hr />
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   <title>Ist unsere Politik noch zu retten? </title>
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   <published>2013-03-26T09:41:12Z</published>
   <updated>2013-03-26T09:49:57Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Eine Vortragsreihe von Robert Misik über die Ohnmacht der Politik und Auswege aus der Wutbürger-Sackgasse&nbsp;Kommende Woche startet die "Frühjahrssaison" meiner Vortragsreihe an der VHS-Ottakring (obwohl Frühjahr bei dem Schnee, naja...). Nach der wunderbaren Erfahrung der Vortragsreihe "Erklär mir die Finanzkrise!"...]]></summary>
   <author>
      <name>Robert Misik</name>
      
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<span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/VHS.jpg"><img alt="VHS.jpg" src="http://www.misik.at/assets_c/2013/03/VHS-thumb-300x200.jpg" width="300" height="200" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" /></a></span><div><b>Eine Vortragsreihe von Robert Misik über die Ohnmacht der Politik und Auswege aus der Wutbürger-Sackgasse&nbsp;</b></div><div><br /></div><div>Kommende Woche startet die "Frühjahrssaison" meiner Vortragsreihe an der VHS-Ottakring (obwohl Frühjahr bei dem Schnee, naja...). Nach der wunderbaren Erfahrung der Vortragsreihe "Erklär mir die Finanzkrise!" im Herbst, haben wir uns nämlich entschieden, an diesem Format weiter zu arbeiten. Diesmal geht's, nicht zuletzt weil Wahljahr ist, um die Frage: "Ist unsere Politik noch zu retten?"</div><div><br /></div><blockquote style="margin: 0 0 0 40px; border: none; padding: 0px;"><div>Der Neoliberalismus hat uns eine gefährliche Finanzkrise eingebrockt, immer mehr Menschen stehen unter ökonomischem Stress. Die Ungleichheit wächst. Und immer mehr Menschen haben das Gefühl, dass man daran eigentlich nichts ändernkann. PolitikerInnen und Parteien trauen sie große Reformen nicht mehr zu. Und die Politik traut sich selbst nichts zu, verlegt sich auf' Taktieren und engagiert Spin-Doctoren, die sich Slogans ausdenken.</div><div><br /></div><div>Heißt das, dass progressive Reformpolitik heute einfach nicht mehr möglich ist? Nein. Wir brauchen eine neue Sprache in der Politik. Wir brauchen neue Politikformen, die breite Bündnisse von Parteien und BürgerInnen möglich machen. Und wir brauchen realistische Ideen für eine neue progressive Reformbewegung.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Nach seiner erfolgreichen Vortragsreihe „Erklär mir die Finanzkrise" überlegt Robert Misik Auswege aus der Frust- und Wutbürger-Sackgasse.</div><div><br /></div><div>Begrüßung zum Auftakt der Veranstaltungsreihe</div><div>durch Mario Rieder (Geschäftsführer der VHS Wien)</div><div><br /></div><div>Mittwoch, 3. April</div><div><b>EUER ZYNISMUS KOTZT MICH AN! UND MEINER AUCH!</b></div><div>Bürgerfrust und Parteipolitik in der Ära der Postdemokratie</div><div><br /></div><div>Mittwoch, 10. April</div><div><b>REDET SO, DASS EUCH DIE BÜRGER VERSTEHEN KÖNNEN!</b></div><div>Eine neue Sprache für die Politik.</div><div><br /></div><div>Mittwoch, 17. April</div><div><b>WILLKOMMEN IN DER MITMACHDEMOKRATIE!</b></div><div>Parteien, Aktivismus und Zivilgesellschaft: Engagement in flexiblen Netzwerken</div><div><br /></div><div>Mittwoch, 24. April</div><div><b>MÜSSEN NUR WOLLEN!</b></div><div>Eine progressive Reformbewegung für das 21. Jahrhundert.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Beginn der Vorträge: jeweils 19.00 Uhr; Eintritt frei</div><div>Dauer: ca. 1,5 Stunden inkl. Fragemöglichkeit</div><div><br /></div><div><span style="color: rgb(34, 34, 34); font-family: arial, sans-serif; font-size: 13.333333969116211px; line-height: 17.77777862548828px;">Ludo-Hartmann-Platz 7, 1160 Wien</span></div></blockquote> 

<br />

<hr />
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   <title>Professor fürs Wutbürgerliche</title>
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   <published>2013-03-20T16:59:40Z</published>
   <updated>2013-03-20T17:01:59Z</updated>
   
   <summary>Bernd Lucke, Makroökonom mit Pennäleraura, will mit seiner Anti-Euro-Partei in den Bundestag. Wird er der deutsche Haider? Der Freitag, 20. März 2013Als ich in den neunziger Jahren als österreichischer Journalist in Berlin lebte, war ich praktisch im Wochenrhythmus mit Fragen...</summary>
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<div><b>Bernd Lucke, Makroökonom mit Pennäleraura, will mit seiner Anti-Euro-Partei in den Bundestag. Wird er der deutsche Haider? </b><i>Der Freitag, 20. März 2013</i></div><div><br /></div><div>Als ich in den neunziger Jahren als österreichischer Journalist in Berlin lebte, war ich praktisch im Wochenrhythmus mit Fragen folgender Art konfrontiert: Wer wird der deutsche Haider? Wann kommt der deutsche Haider? Und wer wird das? Österreichische Magazine wünschten sich von mir die Suche nach dem deutschen Haider, und deutsche Zeitungen, die mir als Österreicher offenbar eine quasi nationalkulturelle Expertise für Fragen des Rechtspopulismus zuschrieben, schickten mich aus, die Augen offen zu halten. Ich gestehe, dass mich das Thema nach ein paar Runden langweilte.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Denn wir haben viele "deutsche Haider" den Kopf rausstrecken und dann wieder untergehen gesehen. Manfred Brunner mit seinem "Bund freier Bürger", dann noch einen FDP-Mann aus dem Taunus, dessen Name längst in Vergessenheit geraten ist und auch noch Alexander von Stahl, immerhin seinerzeit Generalbundesanwalt. Irgendwann einmal kam die Hamburger Stattpartei in die Bürgerschaft, flog aber bald wieder raus und dann polterte irgendwann Richter Gnadenlos Roland Schill durchs Bild und schaffte es sogar in die Hamburger Landesregierung. Heute weiß man nicht mehr viel von ihm, die letzte Nachricht, die wir von Schill hatten, war, dass er irgendwo in Südamerika rumhockt und kokst.&nbsp;</div><div><br /></div><div>So - und jetzt also Bernd Lucke. Der 50jährige Volkswirt mit der Aura eines langsam verwitternden Pennälers ist also der neueste Kandidat für die Rolle des deutschen Haiders; für die Rolle dessen, der allen Anti-Establishment-Ressentiments eine Gesicht und eine Stimme gibt. Gründer und Sprecher der "Alternative für Deutschland" ist er, eines Zusammenschlusses konservativer Wutbürger, die derzeit vor allem die Ablehnung des Euros eint. Noch ist die Plattform eine klassische "Single-Issue"-Bewegung: Auflösung der Eurozone. Kein deutsches Geld für Pleitestaaten. Punkt, that's it.&nbsp;</div> 

<br />

<div>Immerhin, 1400 Leute, vor allem ältere Männer, sind jüngst zu einer Art Parteigründungs-Preview nach Oberursel in den Taunus gekommen. Lucke, der als Makroökonomie-Professor in Hamburg wirkt und auch schon einmal einem "Sachverständigenbeirat für die Einführung der Sozialen Marktwirtschaft in der DDR" angehört hat, tut alles, um seiner Partei einen Anstrich der Grundvernünftigkeit zu geben. "Die Italiener sind nicht mehr wettbewerbsfähig, weil wir kein System flexibler Wechselkurse mehr haben", sagt er und hält eine kleine Vorlesung in Makroökonomie, erklärt dass eine gemeinsame Währung derart unterschiedlicher Volkswirtschaften nicht funktionieren könne. Das klingt nüchtern, gar nicht wütend und keineswegs besonders rechts. Ja, es ist nicht einmal völlig falsch. Falsch ist allenfalls die Annahme, dass die Abschaffung des Euro die einzige Möglichkeit ist, das zu korrigieren. &nbsp;</div><div><br /></div><div>"Ich glaube, die Menschen haben ein ganz gutes Bauchgefühl für Fehlentwicklungen. Die spüren, dass die Europa-Politik in die falsche Richtung geht. Aber die etablierten Parteien sind auf diesem Ohr völlig taub", sagt Lucke. 25 Prozent der Bürger, so glaubt der Wut-Professor aus Umfragen herauslesen zu können, wären für eine Partei wie die seine potentiell gewinnbar. Zumindest der Sprung über die 5-Prozent-Hürde bei den Bundestagswahlen im Herbst müsste so doch locker zu schaffen sein, ist er sich sicher.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Nun, man soll das keineswegs ausschließen. Aber die grassierende Wut und das Ressentiment und der Ärger über das Establishment lassen sich nicht so leicht in Parteiform gießen. Wer so eine Partei aus der Taufe hebt, der zieht erst einmal alle Spinner und Narren dieser Republik an - und ist dann zunächst weitgehend mit internen Grabenkämpfen beschäftigt. Wenn Rechthaber, die "die Politiker" für dumm und Verbrecher halten, erst einmal in einem Parteivorstand sitzen, dann werden sie sehr schnell zu Rechthabern, die alle ihre Co-Vorständler für dumm und Verbrecher halten.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Dass dieses Spinnerhafte in Kreisen männlicher deutscher Professoren nahe oder jenseits der Rentenaltersgrenze unterdurchschnittlich ausgeprägt sei, auf diese Annahme sollte man nicht allzu viel setzen. Kurzum: Allzu hohe Einsätze sollte man nicht darauf verwetten, dass Luckes Partei tatsächlich in den nächsten Bundestag einzieht.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Jetzt schon ist die Partei um Lucke und eine Handvoll prominenter Unterstützer - darunter Hans-Olaf Henkel, Ex-CDU-Mann Alexander Gauland und Ex-FAZ-Redakteur Konrad Adam - vor allem damit beschäftigt, den Zustrom meschuggener Rechtsradikaler zu stoppen. Ein Parteivorstandsmitglied, das via Internet kundtat, ein obskures "Multi-Kulti-Gen" führe zu "Mutationen und damit zu Krankheiten, die vorher bei Reinrassigkeit nicht vorhanden waren", musste gerade zurücktreten. Es wird nicht die letzte Peinlichkeit gewesen sein.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Die Stimmung für eine solche Partei wäre da. Dass sie einen Erfolg in die Scheune fährt, ist damit noch lange nicht gesagt. Aber immerhin - unmöglich ist es nicht. Paradoxerweise könnte der "Alternative für Deutschland" gerade der Umstand nützen, dass bis zu den Bundestagswahlen nicht mehr allzu viel Zeit ist. Ein Auftaktkongress, schnell mal eine Wahlliste zusammen gebastelt, plus die übertriebene Medienaufmerksamkeit, die das Neue stets begleitet, könnte für einen Einzug in den Bundestag reichen - und die Zeit knapp genug bemessen sein, sodass sich die Partei erst nach der Wahl zerlegt.&nbsp;</div><div><br /></div><div><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg"><img alt="Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Blog etwas wert" src="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg" width="400" height="257" class="mt-image-none" /></a></span></div><div><br /></div> 

<hr />
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   <title>&quot;Erklär&apos; mit die Finanzkrise!&quot; Buchpräsentation am Donnerstag in der ÖGB-Zentrale</title>
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   <published>2013-03-11T09:09:43Z</published>
   <updated>2013-03-11T09:17:39Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Das war eine lustige Idee, die die Freunde und Freundinnen des ÖGB hatten: Mich zur Präsentation meines neuen Buches "Erklär mir die Finanzkrise!" am 14. März in die ÖGB-Zentrale einzuladen - zum 130. Todestag von Karl Marx.&nbsp;Und so wurde eine...]]></summary>
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<span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/Erkl%C3%A4r%20mir%20die%20Finanzkrise.JPG"><img alt="Erklär mir die Finanzkrise.JPG" src="http://www.misik.at/assets_c/2013/03/Erklär mir die Finanzkrise-thumb-250x334.jpg" width="250" height="334" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" /></a></span>Das war eine lustige Idee, die die Freunde und Freundinnen des ÖGB hatten: Mich zur Präsentation meines neuen Buches "Erklär mir die Finanzkrise!" am 14. März in die ÖGB-Zentrale einzuladen - zum 130. Todestag von Karl Marx.&nbsp;<div><br /></div><div>Und so wurde eine Art Doppelpräsentation draus: Ich präsentiere sowohl mein Buch "Marx für Eilige" aus dem Jahr 2003 und eben mein neuestes Buch.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Wir bestimmt funny! Save the Date!</div><div><br /></div><div><b>Donnerstag, 14. März 2013, 18.30 Uhr</b></div><div><b>ÖGB, Grete-Rehor-Saal, Johann Böhm Platz 1, 1020 Wien</b></div><div><b>(U-2-Station Donaumarina)</b></div><div><br /></div><div>Hier aus der Einladung des ÖGB:&nbsp;</div><div><br /></div><blockquote style="margin: 0 0 0 40px; border: none; padding: 0px;"><div><div>Die „gamblers an der Bourse", schrieb Karl Marx 1857 in einem Brief an seinen Freund Friedrich Engels, brachten „die Eisenbahnen to a deadlock". Und weiter: „Die ganze alte Scheiße ist im Arsch, und der bisher lächerlich- kühne Schwung, den der security market in England etc. genommen, wird auch ein Ende mit Schrecken nehmen". Dass die Kapitalisten, die sich ansonsten die Einmischung des Staates und jede sozialpolitische Maßnahme entschieden verbaten, „nun überall von den Regierungen , öffentliche Unterstützung' verlangen, (...) ist schön", amüsierte sich Marx. Damals, 1857, war gerade die erste moderne Weltwirtschaftskrise ausgebrochen.</div></div></blockquote><div><div><br /></div></div><blockquote style="margin: 0 0 0 40px; border: none; padding: 0px;"><div><div>Am 14. März 2013 jährt sich Marx' Todestag zum 130. Mal. Und wieder steckt die kapitalistische Marktwirtschaft in einer ganz ähnlichen Krise.&nbsp;</div></div></blockquote><div><div><br /></div></div><blockquote style="margin: 0 0 0 40px; border: none; padding: 0px;"><div><div>Der Journalist, Blogger und Buchautor Robert Misik wird aus diesem Anlass zwei seiner Bücher zusammen präsentieren:</div></div></blockquote><div><div><br /></div></div><blockquote style="margin: 0 0 0 40px; border: none; padding: 0px;"><div><div>Zum einen sein Buch "Marx für Eilige", das seit gut zehn Jahren als die Marx-Einführung schlechthin im deutschsprachigen Raum gilt.&nbsp;</div></div></blockquote><div><div><br /></div></div><blockquote style="margin: 0 0 0 40px; border: none; padding: 0px;"><div><div>Zum anderen sein Buch "Erklär' mir die Finanzkrise", das dieser Tage im Wiener Picus-Verlag erscheint. Darin analysiert der Autor in gemeinverständlicher Sprache, was da eigentlich geschehen ist: Wie uns eine falsche Wirtschaftsideologie eine fatale Krise eingebrockt hat. Und er gibt Antworten auf eine Reihe von Fragen: Warum werden auf freien Gütermärkten oft großartige Waren produziert, auf freien Kapitalmärkten aber Ungleichheit und brandgefährliche Instabilität? Weshalb ist gerade die Europäische Union zum Brandherd der Wirtschaftskrise geworden? Warum steigen die Mieten? Wieso verdienen die Unternehmen besser, wenn die Löhne steigen? Würden es noch freiere Märkte schon richten? Kann der Kapitalismus überhaupt funktionieren? Und was würde geschehen, wenn es zum totalen Kollaps des Geldsystems käme?</div></div></blockquote>

<br />

<hr />
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   <title>Schwierigkeiten mit dem &quot;Wutbürgertum&quot;</title>
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   <published>2013-03-08T16:56:51Z</published>
   <updated>2013-03-08T16:59:14Z</updated>
   
   <summary>Verdruss, Wutbürgertum, Häme gegenüber Politikern, für all das lassen sich gute Gründe anführSchien. Und doch sind sie nicht nur Reaktion auf ein Problem - sondern Teil und längst auch Ursache des Problems. Neue Zürcher Zeitung, 7. März 2013Als Österreicher bin...</summary>
   <author>
      <name>Robert Misik</name>
      
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<div><b>Verdruss, Wutbürgertum, Häme gegenüber Politikern, für all das lassen sich gute Gründe anführSchien. Und doch sind sie nicht nur Reaktion auf ein Problem - sondern Teil und längst auch Ursache des Problems.</b> <i>Neue Zürcher Zeitung, 7. März 2013</i></div><div><br /></div><div>Als Österreicher bin ich qua Lebenserfahrung ein Experte für den Verdruss der Bürger über die politische Kaste. In meinem Heimatland ist die Aversion über das Funktionieren der Politik-Politik und die Abwendung von der Politik vielleicht noch stärker spürbar als anderswo. Sie hat uns einen seit bald dreißig Jahren andauernden Aufstieg rechtspopulistischer Parteien beschert. Aber das ist nur das sichtbarste Symptom des Verdrusses. Er hat noch eine Vielzahl anderer Betriebsformen, die vielleicht nur weniger auffällig sind - und auch nicht speziell österreichisch. Da ist dieses achselzuckende Gekäppel über "die Politik", den Parteienzank und die Durchschnittlichkeit der Akteure, und über ihre angebliche Unfähigkeit, sich den "wirklich wichtigen Fragen" zuzuwenden. Da ist der Typus des "Wutbürgers", der in den vergangenen Jahren für Furore sorgte. Neben der eher rechten, populistischen Wut, gibt es aber auch die Aversion deprimierter Linker, die stets enttäuscht sind von "ihren" Parteien - oder, besser gesagt, nicht einmal mehr enttäuscht sind, da sie sich ohnehin nichts von ihnen erwarten. Nachgerade vorsorglich wird jeder und jede Politikerin mit Häme überzogen, und die akademische Linke theoretisiert diese Aversion zu einer "Kritik der Repräsentation" und setzt alle Hoffnung auf das fluide Basisgewurrle von Bewegungen wie Occupy Wall Street und ähnlichem. Dieser Verdruss und seine unterschiedlichen Betriebsformen findet sich in nahezu allen westlichen Demokratien.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Er ist die Reaktion auf eine politische Krise, längst aber auch selbst zu ihrer Ursache geworden.&nbsp;</div> 

<br />

<div>Der Zufall will es, dass der Berliner "Suhrkamp"-Verlag gerade dieser Tage einen Band mit nachgelassenen Schriften zur Politik des vor elf Jahren verstorbenen Soziologen Pierre Bourdieu veröffentlichte. Er erweist sich über weite Strecken als erstaunlich zeitgemäß: "Wir werden von Politik überflutet. Wir schwimmen im unentwegten und wechselhaften Strom des täglichen Geschwätzes ... Die Äußerungen über Politik sind, wie das leere Gerede über gutes oder schlechtes Wetter, im Grunde flüchtig."</div><div><br /></div><div>An anderer Stelle beschreibt der nüchterne Forscher Bourdieu die Mechanik der Selbstabkapselung des Systems professioneller Politik. "Die moralische Entrüstung vermag nicht nachzuvollziehen, wie gerade die im Apparat reüssieren können, die - entsprechend charismatischer Auffassung - die Dümmsten, Gewöhnlichsten sind, denen jeder eigene Wert fehlt. Tatsächlich reüssieren sie nicht, weil sie die Gewöhnlichsten sind, sondern weil sie nicht außerhalb des Apparats besitzen, nichts, das ihnen erlauben würde, sich ihm gegenüber Freiheiten herauszunehmen. Die Apparate verwenden, küren sichere Leute."</div><div><br /></div><div>Professionelle Politik und Bürger stehen sich als "Eingeweihte" beziehungsweise "Laien" gegenüber, bloß, dass die Eingeweihten auf die Laien immer zurückverwiesen sind: Sie brauchen sie, und sei es nur um gelegentlich von ihnen gewählt zu werden. Die Laien wiederum entwickeln einen wachsenden Argwohn, beobachtet Bourdieu dann noch, "der auf dem Gefühl beruht, dass eine Art grundsätzliche Komplizenschaft die Leute, die bei dem Spiel mitspielen, das man Politik nennt, miteinander verbindet, vor jeder Meinungsverschiedenheit".&nbsp;</div><div><br /></div><div>Die Bürger haben das Gefühl, nur mehr Publikum einer inhaltslosen Show zu sein. Aber das ist längst noch nicht alles. Es hat sich auch noch etwas verändert, was Bourdieu so vielleicht noch gar nicht wahrgenommen hat. Der Legitimationsverlust der Politik ist eine der Ursachen für geschwächte Politiker, die kaum mehr etwas bewegen können. Weitere Ursachen kommen hinzu: Globalisierung, die "Governance" auf supranationaler Ebene; aber auch das System von Checks und Balances auf nationaler Ebene, das sich zu anderen Zeiten möglicherweise bewährt hat, aber heute dazu führt, dass es bei jeder Initiative, die ein Premier, ein Minister oder sonst jemand setzt, irgendjemanden (oder irgendeine Institution) gibt, der sie blockieren kann.&nbsp;</div><div><br /></div><div>All das sind objektive Bedingungen, die die Politik gewissermaßen vorfindet, die mit dem korrespondieren, was man die subjektiven Bedingungen der Politik nennen kann, etwa die Mechanik der Selbstreproduktion von Parteien, die einen bestimmten Funktionärstyp anzieht, was wiederum dazu führt, dass in weiterer Konsequenz beinahe nur mehr ähnliche Typen angezogen werden.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Die wutbürgerliche Abwendung, der populistische Zorn und auch die linke Aversion gegen die "Repräsentation" sind aber selbst nur Symptome dieses Zusammenhanges. Sie machen die Luft nicht besser. Gewiss haben viele Politiker und Politikerinnen alle Häme der Welt verdient, aber das moralische Überlegenheitsgetue, mit dem das antipolitische Ressentiment heute oft daherkommt, ist meist billig. Schließlich ist es leicht, von der Seitenoutlinie ins Feld zu keppeln.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Während sich auf der eher rechten Seite ein antipolitischer Populismus breitmacht, ist auf der Linken ein Zynismus endemisch geworden, der von seiner Verwandtschaft mit ersterem bloß nichts wissen will. Linke Bewegungen sind heute häufig vorauseilend bereit, davon auszugehen, ohnehin von progressiven Politikern enttäuscht zu werden, womit die Enttäuschung auch zwangsläufig eintritt, da diese Politiker ohne Basisbewegungen meist nicht viel erreichen können. Man erinnere sich nur an den Wutausbruch von Barack Obamas seinerzeitigem Pressesprecher, der kundtat, die Linken seien "Berufsnörgler". In dieser Aversion gegenüber der praktischen Seite progressiver Regierungspolitik wird dann das Loblied auf die führungslosen Basisbewegungen gesungen, wie das etwa gerade wieder Michael Hardt und Antonio Negri in ihrem Buch "Demokratie" tun, ohne überhaupt die Frage zu stellen, warum denn sogar populäre Bewegungen wie Occupy Wall Street so kläglich scheitern und derart sang- und klanglos verpuffen.&nbsp;</div><div><br /></div><div><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg"><img alt="Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image" src="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg" width="400" height="257" class="mt-image-none" /></a></span></div><div><br /></div> 

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   <published>2013-03-07T12:55:43Z</published>
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   <summary><![CDATA[Ab nächster Woche im Buchhandel: Mein Buch "Erklär mir die Finanzkrise!" Wie wir da reingerieten und wie wir wieder rauskommen.&nbsp;...]]></summary>
   <author>
      <name>Robert Misik</name>
      
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Ab nächster Woche im Buchhandel: Mein Buch "Erklär mir die Finanzkrise!" Wie wir da reingerieten und wie wir wieder rauskommen.&nbsp;<div><br /></div><div><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/Foto%20%285%29.jpg"><img alt="Foto (5).jpg" src="http://www.misik.at/assets_c/2013/03/Foto (5)-thumb-450x600.jpg" width="450" height="600" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a></span></div><div><br /></div>

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   <title>Darf man &quot;türkenfrei&quot; sagen? </title>
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   <published>2013-03-07T12:19:57Z</published>
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   <summary>Ein Nachtrag zur Fliege-Debatte. Gegenblende, 5. März 2013Es wird gerade wieder hyperventiliert. Hat er das wirklich gesagt? Ja, er hat es gesagt! Das ist doch rassistisch! Das klingt ja wie das &quot;judenfrei&quot; der Nazis! Da muss er sich aber sofort...</summary>
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<div><b>Ein Nachtrag zur Fliege-Debatte.</b> <i>Gegenblende, 5. März 2013</i></div><div><br /></div><div>Es wird gerade wieder hyperventiliert. Hat er das wirklich gesagt? Ja, er hat es gesagt! Das ist doch rassistisch! Das klingt ja wie das "judenfrei" der Nazis! Da muss er sich aber sofort entschuldigen! Und natürlich, der Delinquent entschuldigt sich stante pede.</div><div><br /></div><div>Was war geschehen? Pfarrer Fliege war bei einer dieser unzähligen Talk-Shows wegen des Papst-Rücktritts zu Gast, bei denen es unvermeidlich ist, dass irgendjemand irgendwann einmal eine schwulstige Suada über die Schönheit der Tradition, den Zauber des Spirituellen und ähnliches anstimmt. Eigentlich hätte das ja durchaus auch der Part des Pfarrers Fliege sein können. Aber in der Show hatte den Part der noch pfäffisch-ranzigere Matthias Mattusek übernommen, der anhob, daherzuschwadronieren, wegen des Geheimnis des Glaubens und dem Zauber des Ritus wären kirchliche Privatschulen und Privatkindergärten so beliebt.&nbsp;</div><div><br /></div><div>In dem Moment plärrte ihm Fliege ins Wort, die seien doch schlicht und einfach deshalb bei manchen Leute so beliebt, "weil die katholische Kirche türkenfrei ist."</div> 

<br />

<div>Und sofort stimmte das Empörungsgeschrei an und eine bizarre Hermeneutik. Wie habe der das denn gemeint? Preist der die kirchlichen Institutionen dafür an, dass sie "türkenfrei" sind? Oder sprach er "wertfrei", aber unter Gebrauch eines Wortes, das er zu vermeiden verpflichtet wäre? Ist Fliege gar ein verkappter Nazi, weil er die gleichen Begriffe benutzt wie die NPD-Dolme?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Wie absurd ist das eigentlich? "Wertfrei" war die Aussage allerhöchstens in dem Sinn, als Fliege eine Tatsache zum Ausdruck brachte, ohne sie weiter zu kommentieren. Aber kann irgendjemand ernsthaft glauben, Fliege fände daran irgendetwas Positives? Oder an der "türkenfreiheit" einer Institution irgendetwas Lobenswertes?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Nein, Fliege hat einfach einen Sachverhalt auf die brutalstmögliche Weise auf den Punkt gebracht: Mittel- und Oberschichtseltern geben ihre Kinder gerne auf Schulen, auf die keine Türken, keine Prolls, keine Kinder mit Sprachschwierigkeiten gehen. Oder zumindest so wenige wie möglich. Sie ziehen dafür schon mal in einen anderen Stadtteil. Sie zahlen, wenn sie es sich leisten können, Geld für Privatschulen. Und auf kirchlichen Privatschulen kriegt man das ganze einigermaßen billig oder ganz gratis, weil man davon ausgehen kann, dass vielleicht nicht ganz so viele Muslime ihre Kinder auf Christenschulen geben. Let's Face it, das sind die Beweggründe.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Oft ist nicht einmal lupenreiner Rassismus ein Beweggrund, sondern Dünkel, Distinktionsbedürfnis und panische Sorge um das schulische Fortkommen der eigenen Kleinen. Man kann es ja sogar ein bisschen verstehen. Es gibt ja sogar türkischstämmige Familien aus der gehobenen Mittelschicht, die selbst ihre Kinder auf kirchliche Privatschulen geben - und aus exakt dem selben Grund. Weil sie nicht möchten, dass die eigenen Kinder von Unterschichtsrabauken am Lernerfolg gehindert werden, so dass sie dafür sogar den katholischen Klimbim zu Ostern und Weihnachten in Kauf nehmen. Oft ist es ja sogar so, dass, je fragiler der eigene Aufstieg noch ist, umso mehr auf Abgrenzung geachtet wird. Im Grunde geht es bei all dem eher um eine Klassensegregation und die (Selbst-)Abkapselung von Milieus, die ethnisiert wird, weil eben Armut und die damit verbundene Chancenlosigkeit eine stark ethnische Komponente hat.&nbsp;</div><div><br /></div><div>All das hat Fliege in diesem Satz gesagt, indem er den maximal schonungslosen Begriff benutzt hat.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Hätte er sich das sparen sollen? Man kann das so sehen. Man kann der Meinung sein, er hätte das auch auf andere, korrektere Weise sagen können. Er hätte eben sagen können, dass Familien kirchliche Privatschulen wählen, weil sie davon ausgehen, dass dort weniger Kinder aus bildungsfernen Schichten und weniger Kinder mit Migrationshintergrund die Schulbank drücken. Er hätte es, kurzum, in der sicheren, formelhaften Sprache sagen können, die den Vorteil hat, dass sie niemanden aufregt, und den Nachteil, dass sie bei einem Ohr hinein und beim anderen hinaus geht, weil sie unschöne Tatsachen in weichgespülte Worte packt.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Aber er hat "türkenfrei" gesagt. Er hat Klartext gesprochen. Nun wäre das natürlich selbst ein wenig unpräzise: Klartext ist das Wort "türkenfrei" zweifellos, aber auch das Wort "Migrationshintergrund" ist klar. Das, was er gesagt hat, hat durch die Wortwahl in einem begrifflichen Sinn ja nicht an Klarheit gewonnen. Klartext ist die Formulierung eher in einem anderen Sinn: Sie hat den Schleier und Vorhang vor der emotionalen Seite der Motive weggerissen, die hinter der Schulwahl der Eltern liegt. Die unverfängliche, weichgespülte Sprache erlaubt auch, Dinge vor sich selbst zu rechtfertigen, die man eigentlich nicht legitimieren wollen würde. Grundsätzlich liberale Eltern, die so handeln, können schon leise in sich hineinmurmeln, sie würden das eben zum Wohl ihre Kinder tun, und dass nun einmal eine Klasse mit vielen Kindern, die schlecht deutsch können und aus Neuköllner Hartz-IV-Haushalten stammen, möglicherweise einen schlechten Einfluss auf den Schulerfolg, ja auch auf das Schulklima und damit auf das Lebensglück der Kinder haben. Aber sie würden sich nie und nimmer sagen, sie geben ihre Kinder auf diese Schulen, weil sie "türkenfrei" sind. Das würden sie sich so nicht eingestehen. Nein, so könne man das auch nicht sagen, würden sie sich, wenn es zu diesem gemurmelten Selbstgespräch käme, einwenden. Kurzum: Fliege hat den Sachverhalt formuliert, ohne ihn mit süßlichem Streuselzucker zu dekorieren. Er hat den Schleier von Selbstbetrug weggerissen.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Hermeneutisches Verstehen ist etwas, was eigentlich jeder und jede kann: Einen Satz auch danach zu beurteilen, wer spricht, in welchem Zusammenhang - also so etwas wie ein spontanes Verständnis des Kontextes. Wären wir dazu so unfähig, wie die Skandal-Schreier in diesem Fall glauben machen, wir könnten uns schlechterdings unseren Mitmenschen nicht mitteilen - und sie auch nicht verstehen. "Türkenfrei" ist in diesem Kontext eben nicht nur die wertfreie Beschreibung eines Sachverhaltes ohne Kommentar; "türkenfrei" ist schon der Kommentar, der implizit aussagt, dass der, der da spricht, und von dem wir, während er spricht, ein Wissen haben, das seinem Sprechakt vorgängig ist, das beschriebene Verhalten mindestens moralisch fragwürdig, wenn nicht niederträchtig findet. Wer vorgibt, das nicht zu begreifen, muss sich fragen lassen, wie er oder sie in der Lage ist, im Alltag auch nur ein Gespräch zu führen, ohne ständig von Missverständnissen aus der Bahn geworfen zu werden.</div><div><br /></div><div><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg"><img alt="Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image" src="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg" width="400" height="257" class="mt-image-none" /></a></span></div><div><br /></div> 

<hr />
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   <title>Der neue Obama</title>
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   <published>2013-03-05T10:37:42Z</published>
   <updated>2013-03-05T10:39:23Z</updated>
   
   <summary>US-Präsident Barack Obama ist plötzlich wieder der Darling der Linken. Seine zweite Amtszeit wird zu einem Experiment, wie sehr sich eine progressive Regierung auf linke Basisbewegungen stützen kann. taz, 5. März 2013Seit dem fulminanten Wahlsieg von Barack Obama im November,...</summary>
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      <name>Robert Misik</name>
      
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<div><b>US-Präsident Barack Obama ist plötzlich wieder der Darling der Linken. Seine zweite Amtszeit wird zu einem Experiment, wie sehr sich eine progressive Regierung auf linke Basisbewegungen stützen kann.</b><i> taz, 5. März 2013</i></div><div><br /></div><div>Seit dem fulminanten Wahlsieg von Barack Obama im November, besonders aber seit der zweiten Amtseinführung im Jänner, ist auf einemmal von einem "neuen Obama" die Rede. Schließlich hatte Obama, allen Unkenrufen zum Trotz, auch bei seiner Wiederwahl mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten - zwei absolute Mehrheiten hintereinander, das hat von den Demokraten zuletzt Franklin D. Roosevelt geschafft. Obama habe aber, darüber sind sich die Kommentatoren einig, auch seine Lektion aus der ersten Amtszeit gelernt, als der Enthusiasmus seiner Anhänger so schnell einem Katzenjammer gewichen war. Obama formuliert seine Reformagenda nun aggressiver. Die neuen Waffengesetze versucht er gegen Widerstände durchzuboxen. In seiner Inaugurationsrede hat er eine Agenda präsentiert, die mehr Gleichheit ins Zentrum stellte: Verteidigung des Sozialstaates, Gleichstellung von Lesben und Schwulen, Bürgerrechte, ein progressives Einwanderungsrecht, gerechte Chancen für alle. Und er formuliert all das im Kontext einer Vision eines gerechteren Landes, in dem der Staat wieder eine größere Rolle spielt - Obama will eine Spur hinterlassen, ein auch ideologisch verändertes Land.&nbsp;</div> 

<br />

<div>Der Blockadepolitik der Republikaner, die ihn in der ersten Amtszeit weitgehend ausgebremst hat (und der er mit vielen Zugeständnissen begegnete, die sich für ihn nur selten rechneten), will er jetzt mit der öffentlichen Meinung zusetzen, mit der Mobilisierung seiner Anhänger. Wenn er seine Gegner im Kongress weder zu etwas zwingen noch mit vernünftigen Kompromissangeboten ködern kann, so will er wenigstens mit Basisbewegungen Druck erzeugen.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Ob das in der Praxis bessere Ergebnisse zeitigt, wird man schon bald sehen - dieser Tage steckte Obama, in den mittlerweile beinahe monatlichen Verhandlungen über automatische Ausgabenkürzungen fest, und spätestens im Mai, wenn das nächste Mal die verfassungsmäßige Schuldenobergrenze erreicht ist, wird er mit der republikanischen Erpressungspolitik konfrontiert sein. Seine Gegner sind zur Obstruktion entschlossen. Aber Obama will wenigstens auch nicht mehr als lahmer Warmduscher da stehen, der sich nicht einmal wehrt.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Mindestens so erstaunlich wie diese Neuerfindung des Präsidenten selbst ist die Reaktion des linksliberalen und linken Amerikas. Obama ist plötzlich der Darling der Linken. Es ist fast ein kleines Wunder: Bis vor einem Jahr war der Präsident noch unten durch bei den Linken, die nur mehr im Deprisound über die "Enttäuschung" Obama sprachen, sodass der seinerzeitige Präsidentensprecher Robert Gibbs in einem mittlerweile legendären Wutausbruch schimpfte, die Linken seien "Berufsnörgler", "professionelle Querulanten" (worauf Michael Moore meinte, das wäre das erste Mal, dass die Linken in irgendetwas "professionell" wären).&nbsp;</div><div><br /></div><div>"Liberalism" (was in amerikanischer Terminologie nur ein verschämtes Wort für die Linke ist), war dreißig Jahre lang derart in der Defensive, dass kaum mehr ein Politiker wagte, das "L-Wort" auszusprechen, analyisert Hendrik Hertzberg im New Yorker, und diese Defensive "war nicht nur terminologisch, sondern auch ideologisch". Aber nun sähe der Präsident die Chance, eine ebenso nachhaltige Tendenzwende hinzukriegen, wie Ronald Reagan vor dreißig Jahren - nur eben in die andere Richtung. "Obama will die Koalition, die ihn gewählt hat, in eine Bewegung verwandeln."</div><div><br /></div><div>Obama ist auf nichts anderes aus als auf "eine große, stille Transformation", urteilt auch die New York Review of Books, und diese Transformation ist eigentlich schon vier Jahre im Gang - es sei bloß nicht aufgefallen, wie tief sie bereits geht. "Diese Transformation hat sich nur nicht historisch angefühlt, weil jeder kleine Sieg so schwer erkämpft war, und weil alle Erfolge von Kompromissen kompromittiert waren, sodass gar nicht immer erkennbar war, wie sehr der Kurs der Geschichte verändert wurde."</div><div><br /></div><div>Doch nicht nur in den intellektuellen Leibblättern der Linksliberalen hat Obama plötzlich eine gute Presse. Auch in den in eminenteren Sinne linken Publikationen kommt der Präsident plötzlich auf erstaunliche Weise gut weg. Im Magazin "The Nation" wird Obama dafür gelobt, wie er seine "Presidential Power" für progressive Reformen einsetzt, Redakteure und Leser haben gemeinsam eine Liste von Maßnahmen erstellt, die er noch durchpeitschen sollte - "progressive Ziele für die zweite Amtszeit". Implizit wird der Präsident in den Augen der Linken also als "unser Präsident" gesehen, den man politisch unterstützen, und auf den man gleichzeitig politischen Druck ausüben will.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Bedenkt man die übliche Bereitschaft weiter Teile des linken Milieus, schon vorauseilend anzunehmen, von progressiven Regierungen würde man ohnehin nur enttäuscht - dann ist das bei weitem kleine Kleinigkeit.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Und sie wirft Fragen auf über das Verhältnis linker Basisbewegungen zu moderat-progressiven Regierungen in unserer Zeit. Wer in Regierungsämtern sitzt, muss pragmatisch vorgehen, hat mit Widrigkeiten aller Art zu kämpfen und kann höchstens einen kleinen Teil von dem durchsetzen, was er durchsetzen wollen würde. Reformregierungen dieser Art neigen aber dann auch dazu, das Mögliche als das Ideale auszugeben (wer gibt schon gerne zu, dass er mehr eben nicht schaffen konnte?). Der linken Basis ist das immer zu wenig, oder schlimmer: Sie sieht das als im Grunde "praktisch nichts" an und verfällt in Depression und entrüstete Keppelei. Den progressiven Regierungen kommt dann die politische Basis abhanden, worauf sie noch viel weniger durchsetzen können und ihre Akteure keppeln dann zurück und klagen über die "weltfremden Nörgler".&nbsp;</div><div><br /></div><div>Bewegungsaktivsten brechen auch zu schnell den Stab über Partei- und Regierungsakteure, statt zu begreifen, dass es auch vom Grad ihres Enthusiasmus und Engagements abhängt, was erreichbar ist.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Zu Beginn von Barack Obamas zweiter Amtszeit deutet sich zumindest an, dass der Präsident aus dieser Logik ausbrechen will.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Es wird interessant sein, zu sehen, ob das gelingen kann. Und zwar nicht nur für die amerikanische Linke.&nbsp;</div><div><br /></div><div><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg"><img alt="Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image" src="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg" width="400" height="257" class="mt-image-none" /></a></span></div><div><br /></div> 

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   <title>Schwerste rechte Niederlage seit Mai &apos;45</title>
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   <published>2013-03-04T17:32:53Z</published>
   <updated>2013-03-04T17:35:48Z</updated>
   
   <summary>Die Kärntner, die Jörg Haider groß gemacht haben, wählen jetzt Rot-Grün. Ja, wie geht das denn? die tageszeitung, Berlin, 5. März 2013Als sich am Sonntag so gegen 18 Uhr das Endergebnis der Kärntner Landtagswahlen abzeichnete, wollten die Österreicherinnen und Österreicher...</summary>
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<div><b>Die Kärntner, die Jörg Haider groß gemacht haben, wählen jetzt Rot-Grün. Ja, wie geht das denn?</b> <i>die tageszeitung, Berlin, 5. März 2013</i></div><div><br /></div><div>Als sich am Sonntag so gegen 18 Uhr das Endergebnis der Kärntner Landtagswahlen abzeichnete, wollten die Österreicherinnen und Österreicher kaum ihren Augen und Ohren trauen. Jörg Haiders Erben, die "Freiheitlichen in Kärnten", sind im rechtspopulistischen Kernland nicht nur krachend abgewählt worden; knapp 28 Prozentpunkte haben sie verloren, sodass sie nunmehr gerade noch bei 17 Prozent rangieren. Mehr noch: Rot-Grün landet nur knapp unterhalb der 50 Prozent-Marke und könnte mit den Wahlkartenwählern eine Mandatsmehrheit erhalten.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Rot-Grün! In! Kärnten!, das war noch vor wenigen Monaten so in etwa das politisch Unvorstellbarste überhaupt, und auch bis vorgestern ziemlich unwahrscheinlich.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Wie auch immer die Mandatsverteilung am Ende sein wird: Ein linker, intellektueller sozialdemokratischer Philosoph namens Peter Kaiser wird nächster Kärntner Landeshauptmann und gemeinsam mit den Grünen das Land regieren. Sollte es mit der rot-grünen Mandatsmehrheit doch nicht reichen, wird die Sache sogar noch interessanter: denn es ist jetzt schon klar, dass Kärntens ins Seriöse gewendete konservative "Volkspartei" dann eben mit in die Regierung einzieht. Erstmals werden dann Konservative als dritter Partner in eine rot-grüne Regierung eintreten.&nbsp;</div> 

<br />

<div>Freilich: Ganz so überraschend, wie es für Beobachter aus der Ferne erscheinen mag, ist das Ergebnis doch wieder nicht. Denn was sich der 2008 verstorbene Haider und seine Nachfolger alles geleistet haben, kam in den vergangenen Jahren Stück für Stück ans Licht. Sie haben das Land ausplündert, den Haushalt und staatsnahe Betriebe wie ihr Privateigentum behandelt, sie haben versucht, Staatsbürgerschaften an russische Millionäre zu verkaufen, und sich auch sonst ziemlich aufgeführt. Noch Haider hat in einer buchstäblich kriminellen Operation die Landesbank Hypo Alpe Adria (eine Bank, die de fakto bankrott war) an die bayrische HVB verscherbelt - vorher dem Land aber noch Bürgschaften von 4 Milliarden Euro umgehängt, für die jetzt alle österreichischen Steuerzahler gerade stehen müssen. Kaum einer der FPK-Spitzenleute, der nicht rechtskräftig verurteilt oder Beschuldigter in einem Ermittlungsverfahren ist. Bloß der bisherige Landeshauptmann Gerhard Dörfler hat juristisch eine weiße Weste, aber nur deshalb, weil Ermittlungen wegen Amtsmissbrauch mit dem Argument eingestellt wurden, er sei wegen "Unwissenheit nicht schuldfähig". Soll heißen: Weil er die Gesetze leider nicht verstehen konnte, könne er nicht bestraft werden. So war Dörfler der einzige Landeshauptmann mit einem amtlichen Deppenzertifikat. Wurde Haider bewundert und auch gefürchtet, so haben über die Dolme, die in seine Fußstapfen treten wollten, am Ende alle einfach nur mehr gelacht.</div><div><br /></div><div>Dass die Diebe und Schlawiner abgestraft werden würden, war also klar - nur das Ausmaß ist ein wenig überraschend.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Kommentatoren sprechen nun unisono vom endgültigen Ende des Haider-Modells. Tatsächlich ist das Wahlergebnis, so betrachtet, richtiggehend spooky. Die letzte Wahl hatten Haiders Leute kurz nach dem Tod des Oberpopulisten noch mit der Mitleidsmasche triumphal gewonnen - in einem gewissen Sinne war schon damals ein Toter gewählt worden. Und diesmal wurde der Tote eben abgewählt. Für Haider war Kärnten immer sein politisches Basislager: Hier wurde er 1989 erstmals zum Landeshauptmann gewählt, ein Amt, das er 1999 zurückeroberte und bis zu seinem Tod bekleidete.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Aber Haider, das war nicht nur rechte Politik, sondern auch ein politischer Stil: Kumpelhafte Volksnähe, Großevents, fröhliches Geldverteilen, lustiges Spaßvögeltum, kein Scheren um Regeln und vor allem Politik als Entertainment. Wenn jetzt gerade ein Peter Kaiser triumphiert, dem man nachsagt, er sei so nachdenklich und seriös, dass er geradezu fad ist, dann muss man präzisieren: Er wurde wohl nicht gewählt, obwohl er fad ist, sondern weil er fad ist. Von den lustigen Schlitzohren sind die Kärntner für's erste geheilt.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Jetzt scherzen Polit-Comedians schon: Das ist die schwerste Niederlage des "freiheitlichen" Lagers seit Mai 1945. Damit hat auch die große Schwesterpartei der FPK, die rechtsradikale FPÖ mit ihrem Anführer Heinz-Christian Strache, ein Problem. Doch man sollte es auch nicht überschätzen. Die Abrechnung mit der FPK war doch eine sehr lokale Angelegenheit.&nbsp;</div><div><br /></div><div><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg"><img alt="Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image" src="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg" width="400" height="257" class="mt-image-none" /></a></span></div><div><br /></div> 

<hr />
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   <title>Am Mittwoch: Die Votivkirchen-Refugees im Kreisky-Forum</title>
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<span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/assets_c/2013/03/hierbleiben 2-thumb-402x564.jpg"><img alt="Thumbnail image for hierbleiben 2.JPG" src="http://www.misik.at/assets_c/2013/03/hierbleiben 2-thumb-402x564-thumb-252x353.jpg" width="252" height="353" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" /></a></span>Am kommenden Mittwoch, den 6. März, darf ich in meiner Veranstaltungsreihe im Bruno-Kreisky-Forum Gäste begrüßen, deren Besuch mich besonders freut: Die Flüchtlingsaktivisten, die drei Monate im Votivpark und danach in der Votivkirche campierten und dabei über mehrere Wochen mit einem Hungerstreik gegen die Asylpolitik in Europa protestierten - und die gerade erst am Sonntag in das Servitenkloster im 9. Bezirk übersiedelt sind.&nbsp;<div><br /></div><div>Die Veranstaltung liegt mir sehr am Herzen, da sie die Möglichkeit gibt, sich aus erster Hand und ohne großen Zeitdruck darüber zu informieren, was die Refugees wirklich fordern. Was sie anprangern. Was sie sich ersehnen. Wie das ist, wenn man in die Mühlen des europäischen Flüchtlingsregimes gerät. Wie sie ihren dreimonatigen Protest bilanzieren. Was ihre Beweggründe waren, ihre Heimat zu verlassen.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Zu Gast werden Adalat Khan und andere sein. Eigentlich hätte auch Sahjahan Khan sprechen sollen. Er wurde aber in Schubhaft genommen - de fakto, um Druck auf seine Freunde auszuüben, da die rechtsstaatlichen Gründe für Schubhaftverhängung auf - um das Mindeste zu sagen - sehr wackeligen Beinen stehen.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Würde er bis Mittwoch in der Lage sein, auf der Veranstaltung zu sprechen, wäre das natürlich eine ganz besondere Freude!</div><div><br /></div><div><b>Votivkirchen-Refugees: What we desire! What we demand!</b></div><div><b>Mittwoch, 6. März 2013, 19 Uhr</b></div><div><b>Kreisky-Forum für Internationalen Dialog</b></div><div><b>Armbrustergasse 15, 1190 Wien</b></div>

<br />

<hr />
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   <title>Sinnlose Kraftmeierei</title>
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   <published>2013-03-04T12:51:37Z</published>
   <updated>2013-03-04T12:53:27Z</updated>
   
   <summary>Michael Hardt und Antonio Negri hauen sich in ihrem Buch &quot;Demokratie&quot; die Welt zurecht und sehen nichts als glanzvolle Siege der Linken. Berliner Zeitung / Frankfurter Rundschau, 1. März 2013In der an Eigenartigem nicht armen Welt des linken Radikalismus-Jetsets sind...</summary>
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      <name>Robert Misik</name>
      
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<div><b>Michael Hardt und Antonio Negri hauen sich in ihrem Buch "Demokratie" die Welt zurecht und sehen nichts als glanzvolle Siege der Linken.</b> <i>Berliner Zeitung / Frankfurter Rundschau, 1. März 2013</i></div><div><br /></div><div>In der an Eigenartigem nicht armen Welt des linken Radikalismus-Jetsets sind sie zwei besonders eigenartige Nummern: Michael Hardt und Antonio Negri. Hardt ist ein amerikanischer Literaturwissenschaftler mittleren Alters an der Duke-University, Negri der große alte Mann des italienischen Linksradikalismus, dessen Rolle als Unterstützer der "Roten Brigaden" nie vollends geklärt wurde, ihm aber Jahre im Gefängnis einbrachte. Dieses unwahrscheinliche Team hat in den Nullerjahren das nicht weniger unwahrscheinliche Wunder zuwege gebracht, mit sperrigen Theorie-Büchern, die den akademischen Jargon mit dem romantischer Aufstand-Erweckungsprosa vermischten, vieldiskutierte Bestseller zu landen, die sie zu Stars des Philosophie-, Kunst- und Radical-Chic-Betriebes machten. Um hier nicht ungerecht zu erscheinen: der Glanz, der von Büchern wie "Empire" und "Multitude" ausging, bestand darin, dass sie, mit einem Überschuss von romantischem Brimborium zwar, etwas sichtbar machten. Das "Empire" der kapitalistischen Gegenwart herrscht nicht allein und primär, indem es unterdrückt, sondern sich in vielen Kapillaren alle und jeden anschließt, indem es schier "besteht". Die "Macht" ist aber kein Diktat einer lokalisierbaren, oder gar einzigen "Macht". Und sie produziert im Umkehrschluss Widerstände. Überall fröhliche, kreative, eigensinnige Subjekte, die "ihr Ding" machen und diese Macht infrage stellen - die "Multitude" eben, die Vielheit eigensinniger Subjekte. Das war, kurz gesagt, die Botschaft, die sie auf insgesamt mehreren tausend Seiten entfalteten, und die deshalb auch so eine Anziehungskraft hatte, weil sie einen optimistischen Sound in die linke Depression brachte.&nbsp;</div> 

<br />

<div>Ihr schmaler Band "Demokratie. Wofür wir kämpfen" schließt daran an, ist aber von ganz anderem Zuschnitt. Keine große Studie, sondern schlankes, atemloses Manifest. Die Autoren hauen sich die Welt mit der Axt zurecht, sodass diese für sie folgendes Bild liefert: Überall eine sterbende Ordnung des Kapitals und der ausgehöhlten Demokratie (oder der Diktatur), eine leblose Parteienwelt und erstarrte repräsentative Demokratie, der sich mächtige Bewegungen der Vielen entgegenstellen: Indigene und Arme in Lateinamerika, die Occupy-Wall-Street-Aktivisten in New York, Gewerkschafter in Wisconsin, Demokratiebewegungen in Nordafrika und den arabischen Ländern, Empörte in Spanien, Plünderer in Großbritannien. Irgendwie ist das aus ihrer Sicht alles eins, ein Urteil, gegen das sie sich aber sofort mit der Behauptung immunisieren, dass das, was im Grunde alles Eins ist, natürlich aus der Pluralität der Vielheit besteht. Die Sachen sind identisch in ihrer Differenz. Da soll noch jemand sagen, dass solche Dialektik keine praktische Sache ist.</div><div><br /></div><div>Das Ermüdende an diesem Buch ist gewiss seine Kraftmeierei. Die sozialen Bewegungen, "sind bereits auf den Straßen, besetzen Plätze und stürzen nicht nur Herrscher, sondern entwerfen neue Zukunftsvisionen", wird hier proklamiert, "sie sind nicht etwa so stark, obwohl sie keine Anführer haben, sondern genau deshalb." Manchmal fühlt man sich an die Beschwörungsformeln irgendwelcher Psycho-Sitzungen erinnert, in denen die Gurus zerbrechliche, von Selbstzweifel gebeugte Menschen anleiten, im Chor zu rufen: "Ich bin stark!" Die große Mehrheit der Bürger diese Welt besteht aus Sicht der Autoren aus vier Typologien, die allesamt Opfer des Systems sind: aus den Verschuldeten, den Vernetzten, den Verwahrten und den Vertretenen.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Dass Occupy Wall Street mittlerweile versandet ist, fiel Negri und Hardt in ihrem Studierstübchen nicht einmal auf, und wahrscheinlich ist es ihre Theorie selbst, die ihnen einen klaren Blick verstellt: denn ansonsten hätten sie sich ja die Frage stellen müssen, ob nicht gerade das völlig ergebnislose Versanden solcher Bewegungen auch in ihrer Abneigung besteht, tragfähige Organisationen mit einem Mindestmaß an Repräsentation, Arbeitsteilung und, ja, sagen wir das böse Wort, auch Anführern zu etablieren, die ihre Anliegen in eine breite Öffentlichkeit kommunizieren können und die den langen Atem haben, den man braucht, wenn man dicke Bretter bohren will. Sie hätten also die Frage stellen müssen, die etwa Le Monde Diplomatique unlängst aufwarf: "Warum ist sie (die OWS-Bewegung) gescheitert und hat alle zunächst so hoffnungsfrohen Erwartungen krass enttäuscht? Warum versinken selbst die populärsten Aktionen der Linken früher oder später in einem Gebräu aus akademischer Rhetorik und sinnloser antihierarchischer, antietatistischer Kraftmeierei?"</div><div><br /></div><div>Dabei ist vieles, was die beiden beschreiben und andeuten, nicht falsch, manches bedenkenswert, und einiges wichtig. Ausgehend von einem Gedanken Condorcets und Thomas Jeffersons formulieren sie, dass "jede Generation ihre eigene Verfassung aufstellen" müsse - und dass dies heute besonders gilt, da unsere demokratischen Institutionen zwar formal funktionieren, aber längst ein tiefer Graben zwischen den Regierungsorganen und den Menschen aufgeht. Das repräsentative System ist für sie das "Ancien Regime" von heute. "Die Vertretenen wissen nur zu gut, dass die Strukturen der Volksvertretung längst in sich zusammengebrochen sind, doch sie sehen keine Alternative und verspüren nichts als Angst." Von den Parteien fühlen sich die Bürger verprellt, und gerade die linken Parteien wissen nicht mehr, wie weiter, und werden zu "Jammerparteien", die den Neoliberalismus, die Macht der Banken, die Gier der Reichen und was auch immer beklagen, aber keine Idee haben, wie sie die politischen Leidenschaften der einfachen Leute beflügeln könnten, die notwendig wären für ein neues demokratisches und egalitäres Arrangement. Das Buch ist ein Plädoyer für Selbstregierung, oder weniger hochtrabend gesagt, für neue Formen direkter Demokratie. Die Aversion gegen die Repräsentation übersetzt sich für die Autoren auch in eine Absage an den alten Etatismus der Linken, eine Abneigung, die auch nicht mehr ganz neu ist, aber doch in hübschen Formulierungen kulminiert: "Jede gesellschaftliche Aufgabe, die bislang vom Staat übernommen wird, aber genausogut gemeinsam übernommen werden könnte, sollte auch ins Gemeinsame überführt werden."</div><div><br /></div><div>Nun gut, warum nicht - demokratische Elternabende im Kinderladen haben zwar oft etwas Nervtötendes, aber auch die staatliche Schulbürokratie hat ihre schlechten Seiten. "Das Öffentliche als Obrigkeit, die über die Gesellschaft gestellt wird, handelt unweigerlich bürokratisch und irrational, blind und erstickend" - Ja, daran ist schon etwas Wahres.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Mit all dem haben die Autoren recht, und sie haben natürlich auch recht damit, dass die verschiedenen linken und rebellischen Bewegungen ein wichtiger Hoffnungsschimmer sind. Doch sie sind nicht die Lösung für das Problem der Linken, sondern möglicherweise auch selbst ein Aspekt des Problems. Die Schwäche progressiver Parteien und Regierungen sowie die Unfähigkeit von Bewegungen und Aktivisten, gemeinsam mit Realismus, Elan und langem Atem Ziele zu verfolgen, sind korrespondierende Aspekte eines Problemzusammenhangs. Wer ernsthaft glaubt, das bunte Gewurle von Bewegungen, die heute entstehen und morgen verpuffen, wäre auch nur annähernd die Kraft, die eine völlig andere Konfiguration herbeiführt, der muss sich fragen lassen: Wie, bitte schön, heißt der Planet, auf dem ihr lebt?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Michael Hardt / Antonio Negri: Demokratie. Wofür wir kämpfen. Campus Verlag. 127 Seiten. 12,90,- Euro</div><div><br /></div><div><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg"><img alt="Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image" src="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg" width="400" height="257" class="mt-image-none" /></a></span></div><div><br /></div> 

<hr />
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   <title>In der Zwischenwelt von Erfolg und Misserfolg</title>
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   <published>2013-02-20T16:35:40Z</published>
   <updated>2013-02-20T16:36:53Z</updated>
   
   <summary>Die Refugees haben es verdient, nicht als Gescheiterte aus der Votivkirche ausziehen zu müssen. Der Standard, 19. Februar 2013Bei sozialen Protestbewegungen, besonders dann, wenn sie von den Aktivisten und Aktivistinnen einen hohen persönlichen Einsatz verlangen, stellt sich irgendwann immer die...</summary>
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      <name>Robert Misik</name>
      
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<div><b>Die Refugees haben es verdient, nicht als Gescheiterte aus der Votivkirche ausziehen zu müssen.</b> <i>Der Standard, 19. Februar 2013</i></div><div><br /></div><div>Bei sozialen Protestbewegungen, besonders dann, wenn sie von den Aktivisten und Aktivistinnen einen hohen persönlichen Einsatz verlangen, stellt sich irgendwann immer die Frage nach Erfolg und Misserfolg, oder grobkörniger formuliert: Von Sieg und Niederlage. Das trifft natürlich umso schneller und erwartbarer zu, je größer der persönliche Einsatz ist. Werden öffentliche Plätze besetzt (wie bei den Occupy-Aktionen), oder das Audimax, oder wird gar ein Hungerstreik ausgerufen, wie von den Refugee-Aktivisten in der Votivkirche, dann ist klar, dass der Protest ein Ablaufdatum hat - sei es, weil irgendwann der Elan erlahmt und die Euphorie vorbei ist, und erst recht, weil der menschliche Körper hungern und frieren nicht allzu lange mitmacht. In aller Regel tritt dann das Problem auf, dass der Rhythmus politischer Reform und der der Bewegungen asynchron sind. Politische Reformbewegungen, selbst dann, wenn es ihnen tatsächlich gelingt, etwas zum Besseren zu verändern (was ja nicht immer der Fall ist), brauchen dafür einen langen Atem und Jahre, der politische Aktivismus mit vollem Einsatz ist aber schon nach ein paar Wochen oder Monaten an den Grenzen völliger Erschöpfung angelangt.&nbsp;</div><div><br /></div><div>In einer solchen Situation stehen politische Aktivisten immer wieder vor dem großen Dilemma: Wie kann man aufhören, ohne dass das als Niederlage erlebt wird?</div> 

<br />

<div>Nun gibt es natürlich tatsächlich gelegentlich politische Bewegungen die entweder mit einem großen Sieg oder einer krachenden Niederlage enden. Aber das sind die selteneren Fälle. Viel häufiger sind Erfolg und Misserfolg nicht so leicht unterscheidbar. Gewiss, gemessen an oft recht maximalistisch klingenden Forderungen endet nahezu jede Bewegung mit einem "Misserfolg". Aber in dem Prozess, den sie auslösen, können sie dennoch gleichzeitig erfolgreich sein.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Der Aufstand der Refugee-Aktivisten ist heute schon auf diese seltsame, gewisse Weise ein Erfolg. Der erste Erfolg ist, dass es ihn überhaupt gegeben hat; dass die Verletzlichsten, für die normalerweise immer nur gutwillige Andere die Stimme erhoben haben, selbst gesprochen haben und damit nicht nur als Objekte, sondern als Subjekte sichtbar geworden sind. Sie haben das unter unfassbar schwierigen Umständen gemacht: Viele von ihnen sind schon traumatisiert und geschwächt gewesen, als sie überhaupt hier her kamen; sie sind in Lebenssituationen, die den meisten jede Kraft rauben würden; sie leben auch in einer Umwelt, die sie anfeindet und als Nichtzugehörig behandelt, und deren oft subtile politische und mediale Spielregeln ihnen fremd sind.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Mit welcher Kraft sie sich auf die Hinterfüße gestellt haben, kann einem nur höchsten Respekt abverlangen. Ehrlich gesagt, mir fällt nicht viel ein, wofür ich in den letzten Jahren ähnlichen Respekt hatte. Und nicht nur dass sie agiert haben, sondern auch wie sie in den letzten Wochen agiert haben, verlangt viel Respekt. Nur ein Beispiel: Als vor rund einer Woche rechtsextreme Gegen-Aktivisten für ein paar Stunden eine Gegen-Besetzung durchführten, entschärften sie die gespannte Situation, indem sie ihren Gegnern Tee und Decken brachten und erklärten, sie wollen allen Menschen helfen, "sogar den Rassisten".&nbsp;</div><div><br /></div><div>Sie haben sich also eine Sichtbarkeit verschafft, aber nicht nur das: Einzelne ihrer Forderungen werden heute schon in einer breiten Öffentlichkeit wohlwollend gesehen, etwa die nach Arbeitsberechtigung für Asylbewerber. Sie haben dieses Thema überhaupt erst öffentlich gemacht. Es ist nicht auszuschließen, dass irgendetwas realisiert wird, was hier in die richtige Richtung geht. Das gilt auch für andere Forderungen.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Nur wird das nicht bis übermorgen oder bis nächste Woche geschehen. Ja, möglicherweise wird es überhaupt nicht geschehen. Das gesamte schikanöse Asylsystem Österreichs wird auch demnächst nicht fundamental anders aussehen, und das europäische Flüchtlingsregime schon gar nicht. Das heißt also: Wenn die Flüchtlinge aufgeben würden, wäre es kein Erfolg, aber auch keine Niederlage. Es wäre so etwas wie erfolgreiches Scheitern. Oder ein Erfolg ohne Sieg.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Sagen wir es klipp und klar: Es ist schwer für Menschen, mit so etwas umzugehen. Aber ein durchschnittlicher linker Aktivist aus österreichischem Mittelschichtselternhaus geht, wenn er eine solche Erfahrung gemacht hat, leicht frustriert nach Hause, hat aber ein paar Freunde gefunden und nimmt ein paar schöne Erinnerungen mit und erzählt noch Jahrzehnte später seinen Enkeln, wie aufregend es in der Arena oder der Au war. Die Refugees haben aber kein Zuhause. Ziehen sie aus der Kirche aus, geht es zurück in die Vereinzelung und in die Frustration. Das ist ein Problem.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Es wird jetzt viel geredet über die linksradikalen Unterstützer, die die Refugees in die falsche Richtung beeinflussen. Ich bin am vergangenen Samstag bei der Demonstration der Flüchtlingsaktivisten mitmarschiert (ja, wenn man so will, als Respektbezeugung), und tatsächlich war es schwer erträglich, wenn einer der österreichischen Sektenaktivisten, besoffen von der Bühne, die sich ihm plötzlich bot, das Wort ergriff. Ehrlich gesagt, es jagte mir auch einen Schauer über den Rücken, als einer der Wortführer dieser Klüngel vor dem Innenministerium ausrief, wenn es demnächst beim Hungerstreik Tote gäbe, sei die Innenministerin verantwortlich. Das ist ein bisschen RAF-Logik: Tote in Kauf nehmen, um sie anderen in die Schuhe schieben zu können. Wobei, die RAF war verglichen damit noch moralisch, weil sie sich immerhin selbst aufs Spiel setzte, nicht andere. Wer Tote will, soll selber hungern.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Allerdings: Wenn diese Aktivisten Einfluss auf die Refugees haben, dann kann man das weder den Aktivisten noch den Refugees vorwerfen. Letztere sind auf Unterstützung angewiesen, erstere sind offenbar jene, die sie ihnen am Nachdrücklichsten zukommen lassen. Es ist also wohl primär ein Symptom für den Mangel an organisierter Unterstützung vernünftiger Anderer.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Die Refugees haben jetzt ihren Hungerstreik beendet und das ist gut so. Niemand kann sich wünschen, dass Menschen ihre Gesundheit ruinieren. Sie haben das erhobenen Hauptes getan, und wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann, dass sie, wenn sie irgendwann auch die Votivkirche verlassen, das ebenso mit erhobenem Haupt tun können und nicht in die Unsichtbarkeit verschwinden; ja, dass sich ihr Mut auch für sie persönlich lohnt, dass sie hier bleiben können und sie auch nicht aus den Kreisen und Freundschaften gerissen werden, die sie in den vergangenen Monaten geknüpft haben. Und dass ein paar ihrer Forderungen berücksichtigt werden, sodass sie sich sagen können: Wir haben nicht alles erreicht, aber wir haben etwas verändert.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Es kann doch wohl nicht sein, dass das zuviel gewünscht ist.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Und es kann doch wohl auch nicht sein, dass der Rest des Landes einfach nur zusieht, während diese wunderbaren Menschen in der Kirche frieren und sich die Innenministerin in ihrer "Ich-bewege-mich-keinen-Millimeter"-Politik einbunkert. Eigentlich sind die Dinge doch ganz einfach: In einer solchen Situation braucht man Mediatoren, denen beide Seiten vertrauen, und die darauf achten, dass beide Seiten erhobenen Hauptes aus einer solchen Situation herauskommen können. Ministerinnen, die "sich nicht erpressen lassen" wollen, und Aktivisten, die nicht als Gescheiterte aufgeben wollen.</div><div><br /></div><div>Die Vernunft sagt: Tut das Richtige, und sorgt Euch um die Menschen.&nbsp;</div><div><br /></div> 

<hr />
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   <title>28. Februar, Kreisky-Forum: &quot;Ein Marshall-Plan für Europa&quot;</title>
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   <summary>Am Donnerstag, 28. Februar habe ich im Bruno-Kreisky-Forum Dierk Hirschel zu Gast, den früheren Chefökonomen des Deutschen Gewerkschaftsbundes und nunmehrigen Leiter der Volkswirtschaftlichen Abteilung der Gewerkschaft Verdi. Er wird den ambitionierten Plan vorstellen, den der DGB unlängst ausgearbeitet hat, und...</summary>
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<div>Am Donnerstag, 28. Februar habe ich im Bruno-Kreisky-Forum Dierk Hirschel zu Gast, den früheren Chefökonomen des Deutschen Gewerkschaftsbundes und nunmehrigen Leiter der Volkswirtschaftlichen Abteilung der Gewerkschaft Verdi. Er wird den ambitionierten Plan vorstellen, den der DGB unlängst ausgearbeitet hat, und der ein schlüssiges Konzept darstellt, Europa ökonomisch und sozial wieder auf die Beine zu bringen.&nbsp;</div><div>&nbsp;</div><div>Dass die gegenwärtigen Bail-Out-Politik in Europa nicht funktioniert, die einerseits Banken und Finanzanlagen rettet, und die Kosten für die gestiegenen Staatsschulden in Form rabiater Austeritätspolitik den normalen Bürgern auflastet, ist mittlerweile ja allgemein anerkannt; dass diese Politik soziale Gerechtigkeitsnormen verletzt, aber auch an ihrem Ziel, der Schuldenreduktion scheitert und zudem die Eurozone als Ganzes in eine langandauernde Abfolge von Rezession, schwachem Wachstum stürzt und die Krisenstaaten in soziale Katastrophen. Was aber würde funktionieren? Gibt es Pläne für realistische Alternativen?</div><div>&nbsp;</div><div>Nachdem bereits im Dezember der griechische Ökonom Yanis Varoufakis sein "Modest Proposal for Overcoming the Euro-Crisis" präsentierte, stellt Dierk Hirschel einen weiteren Vorschlag vor: Den "Marshal-Plan für Europa", den der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ausgearbeitet hat. Jährlich soll dieser Plan 260 Milliarden Euro mobilisieren und über einen "Europäischen Zukunftsfonds" finanziert werden - und zwar nicht über Deficit-Spending, sondern im Wesentlichen, indem private Sparanlagen in produktive Investitionen gelenkt werden. Ein wenig detaillierter habe ich die beiden Pläne schon <a href="http://www.misik.at/sonstige/wie-europa-aus-der-krise-kommt.php#more">hier </a>beschrieben.&nbsp;</div><div>&nbsp;</div><div>Dierk Hirschel, geboren 1970, studierte nach einer Tischlerlehre Volkswirtschaft in Hamburg und Bremen. Er war jahrelang Chefökonom der Deutschen Gewerkschaftsbundes und ist gegenwärtig Chefökonom der Gewerkschaft Verdi.&nbsp;</div><div><br /></div><div><b>Kreisky-Forum für internationalen Dialog,&nbsp;</b></div><div><b>Armbrustergasse 15, 1190 Wien</b></div><div><b>Donnerstag, 28. Februar 2013</b></div> 

<br />

<hr />
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   <title>Rückkehr der Religionen? Abgesagt!</title>
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   <published>2013-02-14T10:56:23Z</published>
   <updated>2013-02-14T10:58:19Z</updated>
   
   <summary>Benedikt XVI. glaubte, er könne den Bedeutungsverlust seiner Kirche zurückdrehen. Wer immer sein Nachfolger wird: Dieser Illusion wird er sich nicht hingeben. Falter, 13. Februar 2013Acht Jahre können manchmal wie eine Ewigkeit erscheinen, selbst bei einer Institution, die eine berufsmäßige...</summary>
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      <name>Robert Misik</name>
      
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<div><b>Benedikt XVI. glaubte, er könne den Bedeutungsverlust seiner Kirche zurückdrehen. Wer immer sein Nachfolger wird: Dieser Illusion wird er sich nicht hingeben</b>. <i>Falter, 13. Februar 2013</i></div><div><br /></div><div>Acht Jahre können manchmal wie eine Ewigkeit erscheinen, selbst bei einer Institution, die eine berufsmäßige Kompetenz für das Ewige hat. Als Papst Benedikt der XVI. im Jahr 2005 antrat, war allerorts von der "Rückkehr der Religionen" die Rede. In den USA bestimmte ein zunehmend fundamentalistischer Protestantismus die Politik. Ein militanter Islam sorgte für globale Konflikte. Die großen weltpolitischen Kontroversen waren plötzlich religiös codiert. Im "Kampf der Kulturen" schien die Rückbesinnung auf religiöse Identitäten der Trend der Stunde zu sein. Aber diese "großen Konflikte" begannen auch die "kleinen Konflikte" einzufärben. Vor allem in Europa sorgte Immigration nicht nur für neue multiethnische Realitäten, die Spannungen, die damit einher gingen, wurden mit einemmal auch "religiösisiert" - da war plötzlich wieder die Rede von der christlichen Identität Europas, und davon, dass "die Muslime" nicht zu "uns" passen.&nbsp;</div> 

<br />

<div>Religion war plötzlich das Thema schlechthin in den öffentlichen Diskursen, und das prägte Politik ebenso wie gepflegte Feuilletons oder die Krawallblätter des Boulevards.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Ein wenig segelten auch die katholische Kirche und ihr Pontifex Maximus auf dieser Welle. Man sah eine neue Chance, den Bedeutungsverlust umzukehren, den die organisierte Religiosität in den vergangenen Jahrzehnten hinnehmen musste. Ratzinger war in seiner tapsigen Schrägheit zeitweise sogar cool, und spielte damit auch. Man hoffte, das (katholische) Christentum könne als Quelle der kollektiven Identität wieder wichtiger werden, und Teile des Klerus und des Kirchenvolkes liebäugelten sogar mit dem antimuslimischen Ressentiment. Denn "Wir gegen die Anderen" ist ja nicht nur eine Strategie zur Abwertung der Anderen, sondern vor allem zur Stärkung des Wir.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Von all dem ist nicht sehr viel übrig geblieben. Gewiss, auch heute noch tritt die Xenophobie als Kampf gegen "Islamisierung" auf, aber das ist es dann auch schon. Wahrscheinlich würde heute nicht einmal mehr HC Strache mit einem Holzkruzifix auf einer Moslemhasser-Demonstration aufkreuzen. Die weltpolitische Situation ist vergleichsweise entspannt. Kampf der Kulturen - kein so großes Thema mehr. Al Qaida - besiegt. George W. Bush und seine Evangelikalen - abgewählt. "Rückkehr der Religionen" - die Bücher, die sie vorhersagten, verstauben in den Bibliotheken. Die Sache ist erledigt.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Man muss all das Revue passieren lassen, um einschätzen zu können, was auf den nächsten Papst zukommt. Josef Ratzinger konnte sich noch einbilden, dass die allgemeine Tendenz zum Säkularismus im Westen zu Ende sei und neue Trends auch seiner Kirche günstig wären, wozu beispielsweise auch eine gelegentlich diagnostizierte, schwammige "neue Sehnsucht nach dem Spirituellen" gehört. Der nächste Papst wird wissen, dass er auf solches nicht wird hoffen können. In den katholischen Kernländern Europas nimmt die Bindung an die Kirche weiter ab. Fällt das Wort "Pfarrer", denkt man spontan an sexuellen Missbrauch. Wo sich Religiosität behauptet (oder sogar wieder zunimmt), profitieren eher Protestanten (wie in den USA) oder Muslime (wie in den arabischen Ländern). Selbst in Lateinamerika wachsen vor allem die evangelikalen Frei-Gemeinden. &nbsp;</div><div><br /></div><div>Der vorletzte Papst, Karel Woityla, hatte sein persönliches Thema, das ihm auch Charisma verlieh: die Freiheit von der kommunistischen Diktatur im Osten. Ratzingers Pontifikat stand unter dem eingebildeten Zeichen der Rückkehr der Religionen. Es ist schlechterdings im Augenblick kein Thema vorstellbar, das sich der nächste Papst an die Soutane heften kann. Ein schwarzer Papst aus Afrika? Wär' voll okay und drei Tage lang eine Sensation. Aber an den Problemen der Kirche würde das auch nichts ändern. Die Buchmacher haben derzeit übrigens tatsächlich den nigerianischen Bischof Francis Arinze vorn, dicht gefolgt vom ghanesischen Peter Turkson, wohingegen "unserem" Christoph Schönborn gerade einmal Außenseiterchancen eingeräumt werden (wer gerne etwas bei Wetten riskiert: die Quote für Schönborn steht 1:26). Höchstwahrscheinlich wird es ohnehin wieder einmal ein Italiener.</div><div><br /></div><div>Die Probleme, mit denen die Kirche nun schon seit bald 50 Jahren zunehmend zu kämpfen hat, werden sich eher noch verstärken. Als mächtige autoritäre Institution ist sie heute zahnlos. Die Kirchgänger sind eine schrumpfende Minderheit. In der ausdifferenzierten Spaßgesellschaft sind den meisten Leuten hunderte Dinge wichtiger als Kirche, Bischof oder Gott. Wer auf's Spirituelle steht, ist mit einer Mischung aus Dalai Lama und Yoga genauso gut bedient. Die Amtskirche hat auch keine spezielle Autorität mehr, mit der sie zu bestimmen Dingen sprechen kann. Nicht einmal die "Nächstenliebe" ist mehr eine Unique Selling Proposition. Denn den Armen hilft auch, beispielsweise, die Volkshilfe, ohne dass sie dazu religiös sein muss, "solidarisch" sind SOS-Mitmensch und der ÖGB ebenso, und gegen den Hunger in der Welt kämpfen Jean Ziegler oder Bono mit mehr Elan als zehn Päpste zusammen. Die Kirche ist hier höchstens eine Stimme unter vielen. Findet sie sich damit ab, kann sie sich aber auch Respekt erwerben, indem ihre Repräsentanten zur richtigen Zeit das richtige sagen oder tun. So wie das, beispielsweise, Kardinal Schönborn und die Caritas in den vergangenen Wochen in der Refugees-Causa getan haben.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Wer demnächst in die Papst-Klamotten schlüpft ist angesichts dessen ziemlich egal. &nbsp;</div> 

<hr />
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   <title>Wir relaunchen FS Misik!</title>
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   <published>2013-02-06T11:12:55Z</published>
   <updated>2013-02-06T11:18:36Z</updated>
   
   <summary>&quot;Relaunch&quot; heißt zwar wörtlich &quot;Neustart&quot;, in der Medienbranche hat sich aber längst eingebürgert, dass man auch dann vom &quot;Relaunch&quot; spricht, wenn man etwas, was an sich ganz gut funktioniert, aber vielleicht auch schon ein bisschen angestaubt ist, neu poliert und...</summary>
   <author>
      <name>Robert Misik</name>
      
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<span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/FS%20Relaunch.JPG"><img alt="FS Relaunch.JPG" src="http://www.misik.at/assets_c/2013/02/FS Relaunch-thumb-400x332.jpg" width="400" height="332" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" /></a></span><div>"Relaunch" heißt zwar wörtlich "Neustart", in der Medienbranche hat sich aber längst eingebürgert, dass man auch dann vom "Relaunch" spricht, wenn man etwas, was an sich ganz gut funktioniert, aber vielleicht auch schon ein bisschen angestaubt ist, neu poliert und renoviert.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Seit fünf Jahren machen wir jetzt schon auf derStandard.at das wöchentliche Videoformat "FS Misik".&nbsp;</div><div><br /></div><div>Das heißt:&nbsp;</div><div><br /></div><div>Mehr als 270 Sendungen - in keiner einzigen Woche ist eine Sendung ausgefallen.&nbsp;</div><div><br /></div><div>In Summe ein paar Millionen Zuseher, ich kann das jetzt nicht wirklich zusammenzählen.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Die meistgesehene Sendung ("Dumme Nazis, oder die wirre Welt des HC Strache") wurde auf derStandard.at und auf Youtube insgesamt von knapp 70.000 Zusehern gesehen.&nbsp;</div><div><br /></div><div>2010 wurde ich - nicht zuletzt für dieses Videoformat - zum "Journalisten des Jahres" in der Kategorie Online gekürt.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Alles Prima.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Aber noch lange kein Grund ewig so weiter zu machen.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Deshalb möchte ich die Sendung in den kommenden Wochen überarbeiten. Ich habe dazu ein paar Ideen. Aber ich möchte Sie dazu einladen, auch Ihre Ideen beizusteuern.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Ich weiß, dass es "da draußen" im Internet ein paar hunderttausend Leute gibt, die die FPÖ wählen, die Gutmenschen hassen und für die FS Misik ein rotes Tuch ist. An die wende ich mich heute einmal ausdrücklich nicht.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Aber ich weiß auch, dass es da draußen ein paar zehntausend Leute gibt, die FS Misik gut finden, die Sendung (nicht immer, aber immer wieder einmal) sehen. Und an die wende ich mich hier mit ein paar simplen und ein paar weniger simplen Fragen:&nbsp;</div> 

<br />

<span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><div>Was gefällt Ihnen an FS Misik?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Finden Sie das Videoformat informativ?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Oder nicht immer ausreichend informativ?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Freuen Sie sich, dass endlich jemand auch die Meinung sagt, die Sie auch haben?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Oder brauchen Sie das nicht unbedingt, denn sie kennen ihre eigene Meinung ja eh?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Schätzen Sie FS Misik dafür, weil die Sendung manchmal witzig ist?</div><div><br /></div><div>Oder hätten Sie sie lieber noch witziger?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Oder gelegentlich ernster?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Oder können Sie jetzt nicht recht folgen, weil Sie nicht wissen, was damit gemeint sein kann, dass diese Sendung witzig sei?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Schätzen Sie die Sendung weil sie radikal und frech ist und sich um Medienkonventionen nicht immer schert?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Oder geht Ihnen gerade das auf die Nerven?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Sind Sie gar der Meinung: FS Misik ist prima so, da soll man gar nichts ändern?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Könnte es sein, dass die Sendung gelegentlich ein wenig erwartbar ist und Sie sich gerne öfter überraschen lassen würden?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Hätten Sie die Sendung vielleicht sogar gerne in Rubriken unterteilt? Beispielsweise: Kommentar, Video der Woche, ein kurzes Sprachkritik-Feuilleton, was auch immer...</div><div><br /></div><div>Wünschen Sie sich gelegentliche Reportagen?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Oder mehr Philosophie?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Mehr Diskurs?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Mehr Ökonomie?</div><div><br /></div><div>Ganz wichtige Frage: Ist Ihnen das Video gelegentlich zu lang?&nbsp;</div><div><br /></div><div>Oder zu kurz?&nbsp;</div><div><br /></div><div>So, das wären schon einmal ein paar Fragen, auf die ich gerne Ihre Antwort hätte. Aber eigentlich geht es mir bei der Formulierung dieser Fragen mehr noch darum, ihre Phantasie anzuregen. Vielleicht fällt Ihnen ja noch etwas ein, was in diesen Fragen noch gar nicht formuliert ist. Vielleicht haben Sie eine zündende Idee! Vielleicht haben Sie in einem anderen Video, das irgendwo in Los Angeles oder Neuseeland produziert wurde, einmal etwas gesehen, das Ihnen total gut gefallen hat, und sie meinen, daran solle man sich unbedingt ein Vorbild nehmen!</div><div><br /></div><div>Kurzum: Ihre Ideen sind gefragt. Ihre Vorschläge sind erwünscht.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Zum Zeitplan:&nbsp;</div><div><br /></div><div>Wir wollen uns ein Monat - also bis Anfang März - geben, an Ideen herumzutüfteln, Ihre Vorschläge zu sammeln, schon ein bisschen im Videoprogramm herumzuspielen.&nbsp;</div><div><br /></div><div>Mit der Sendung vom 17. März wollen wir dann mit dem neuen, runderneuerten FS-Misik am Start sein!</div><div><br /></div><div>Bis dahin sollen auf verschiedenen Portalen Ideen gesammelt und diskutiert werden - auf Facebook habe<a href="http://www.facebook.com/events/424966467582691/?context=create">&nbsp;ich diese Seite eingerichtet</a>, auf derStandard.at werden wir in den nächsten Tagen eine Diskussionsseite eröffnen. .&nbsp;</div><div><br /></div><div>Oder aber Sie senden mir Ihre Vorschläge und Feedbacks einfach per E-Mail an: robert@misik.at</div><div><br /></div><div>Mit herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit und vielen lieben Grüßen,&nbsp;</div><div><br /></div><div>Ihr</div><div><br /></div><div>Robert Misik&nbsp;</div><div><br /></div><a href="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg"><img alt="Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Thumbnail image for Blog etwas wert" src="http://www.misik.at/assets_c/2011/09/Blog etwas wert-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257-thumb-400x257.jpg" width="400" height="257" class="mt-image-none" /></a></span><div><br /></div> 

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   <title>Vorankündigung: &quot;Erklär&apos; mir die Finanzkrise&quot;</title>
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   <published>2013-01-28T07:38:40Z</published>
   <updated>2013-01-30T10:46:51Z</updated>
   
   <summary>Im März erscheint im Wiener Picus-Verlag mein Buch &quot;Erklär&apos; mir die Finanzkrise - Wie wir da reingerieten und wie wir da wieder rauskommen&quot;. Es basiert auf der Vortragsreihe gleichen Namens, die ich im Herbst an der Volkshochschule Ottakring gehalten habe....</summary>
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<span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.misik.at/Erkl%C3%A4r%20mit%20die%20Finanzkrise%202.jpg"><img alt="Erklär mit die Finanzkrise 2.jpg" src="http://www.misik.at/assets_c/2013/01/Erklär mit die Finanzkrise 2-thumb-313x500.jpg" width="313" height="500" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" /></a></span>Im März erscheint im Wiener Picus-Verlag mein Buch "Erklär' mir die Finanzkrise - Wie wir da reingerieten und wie wir da wieder rauskommen". Es basiert auf der Vortragsreihe gleichen Namens, die ich im Herbst an der Volkshochschule Ottakring gehalten habe. In fünf Kapitel erkläre ich darin, wie Wirtschaft funktioniert, warum von freien Kapitalmärkten immer und notwendigerweise eine destabilisierende Wirkung ausgeht (was ja, beispielsweise bei freien Gütermärkten nicht der Fall ist), weshalb gerade die Euro-Zone zum Brandherd der Finanzkrise geworden ist, ich setze mich mit linken und rechten (Vor-)Urteilen auseinander und frage zum Abschluss, ob es einen gerechten und fairen Kapitalismus überhaupt geben kann.&nbsp;<div><br /></div><div>Und das ganze in einer Sprache, die insbesondere interessierten Laien die Möglichkeit gibt, grundsätzliche makroökonomische Zusammenhänge zu verstehen.&nbsp;</div><div><br /></div><div><b>Erklär' mir die Finanzkrise! Wie wir da reingerieten und wie wir wieder rauskommen. Picus-Verlag, Wien 2013, ca. 144 Seiten, 14,90.- Euro. </b>Demnächst in der Buchhandlung ihres Vertrauens. Direktbestellung beim Verlag<a href="http://www.picus.at/4DCGI/moreinfo/s=60A6524746FB4441BAA24140C36CF74275974087/l=1/23498/x=0/w=1/c=27/sc=55/p=67110737"> hier</a>. Bestellung bei Amazon hier:</div><div><br /><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=wwwmisikat-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3854526989&amp;ref=tf_til&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe>
</div><div><br /></div><div><br /></div><div>Hier schon einmal ein paar Takte aus dem Vorwort:&nbsp;</div><div><blockquote style="margin: 0 0 0 40px; border: none; padding: 0px;"><div><br /></div><div><div>Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 fragen sich viele Leute: Was passiert da eigentlich? Was kommt da auf uns zu? Was ist eigentlich richtig, und was ist falsch? Banken kollabieren lassen? Oder doch Banken retten? Aber wieso ist für die Geld da, während für die einfachen Leute kein Geld da ist? Und sollen wir Staaten vor dem Bankrott retten? Aber sind die nicht selber schuld? Und wenn sie nicht nur selber schuld sind, wer ist dann noch schuld? Und welche Alternativen gibt es?&nbsp;</div></div><div><div><br /></div></div><div><div>Viele Menschen stellen sich diese und ähnliche Fragen. Es gibt eine ungeheure Unsicherheit und damit auch ein ungeheures Bedürfnis, über solche Fragen nachzudenken und über sie zu diskutieren.&nbsp;</div></div><div><div><br /></div></div><div><div>Vortragsreihen und Bücher wie dieses wollen auch eine Übersetzungsarbeit leisten, von der Fachwissenschaft in eine Sprache, die für interessierte Laien verständlich ist. Gerade in ökonomischen Fragen ist das heute eine wichtige Aufgabe. Weil etwa der Journalismus, dessen Aufgabe das ja auch wäre, sie gerade in Wirtschaftsfragen sträflich vernachlässigt hat, wenn man von ein paar wenigen ruhmenswerten Ausnahmen absieht. Aber in aller Regel stellt sich der Wirtschaftsjournalismus kritischer, makroökonomisch fundierter Berichterstattung nicht mehr, sondern betreibt Verlautbarungsjournalismus für einzelne Unternehmen, Servicejournalismus („Wo lege ich mein Geld am besten an?"), oder ähnliches. Und nicht selten wurde er selbst zum Erfüllungsgehilfen neoliberaler Ideologie und blökt hohle Phrasen.&nbsp;</div></div><div><div><br /></div></div><div><div>Ich hoffe, dass dieses kleinen Büchlein interessierten Bürgerinnen und Bürgern helfen kann, einige Zusammenhänge zu verstehen, und zwar so genau zu verstehen, dass man sie mit den hohlen Phrasen eben nicht mehr abspeisen kann. Noch mehr würde ich mich freuen, wenn bei dem einen oder der anderen dann auch das Ohnmachtsgefühl weicht, das viele Menschen angesichts einer bedrohlichen ökonomischen Großwetterlage befallen hat, deren Ursachen man aber nicht wirklich durchschauen kann. Denn etwas, das als so ungeheuerlich komplex erscheint, dass es überhaupt nicht begriffen werden kann, führt notwendigerweise auch dazu, dass Menschen das Gefühl haben, sie hätten ohnehin keine Möglichkeiten, zu agieren; dass ihre einzige Hoffnung ist, die Experten würden schon wissen, was vorgeht - jene Experten, von denen viele ihr eigenes Süppchen kochen.&nbsp;</div></div><div><div><br /></div></div><div><div>Aber wenn Experten, Lobbys und Politiker Fragen, die für ein Gemeinwesen lebenswichtig sind, in der Sprache eines Geheimwissens verhandeln, dann ist das langfristig für die Demokratie ein tödliches Gift.&nbsp;</div></div></blockquote></div><div><br /></div>

<br />

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