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	<title>motor.de-Motormeinung</title>
	<link>http://www.motor.de/motormeinung</link>
	<description>Interviews, Stories und Rezensionen bei motor.de - Alternative Musikpropaganda Musik-Community und Band-Verzeichnis</description>
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		<title>Rezensionen, Interviews und Musik-Specials bei motor.de</title>
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		<link>http://www.motor.de/motormeinung</link>
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	<language>de-DE</language>
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	<pubDate>Sat, 26 May 2012 18:42:01 +0200</pubDate>
	
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		<title><![CDATA[The Enemy: Streets In The Sky]]></title>
		<link>http://www.motor.de/motormeinung</link>
		<description>Die EM steht vor der T&amp;uuml;r und das ZDF hat sich f&amp;uuml;r ukrainischen Spa&amp;szlig;-Bomben als musikalische Botschafter entschieden. Dabei kommt der tats&amp;auml;chlich bessere Ansatz von der Insel.  
  
 (Foto:&amp;nbsp;Purple PR)  
 
Die uralte Rivalit&amp;auml;t im Fu&amp;szlig;ball &amp;ndash; Deutschland schl&amp;auml;gt England, schl&amp;auml;gt England noch einmal und wenn es die Deutschen nach 90 Minuten nicht geschafft haben, dann begehen die Inselaffen im Elfmeterschie&amp;szlig;en einfach Selbstmord. Das sind alles magische Geschichten, aus einer Zeit, in der der Breitensport noch kein auf familienfreundlich gestylter Public Viewing-Event war. Wenn &amp;ouml;ffentlich geschaut wurde, dann h&amp;ouml;chstens in der verrauchten Kneipe - und zwar von Kerlen. Da waren M&amp;auml;nner noch M&amp;auml;nner, die soffen, sich eins auf die Nase hauten, um sich dann Minuten sp&amp;auml;ter jubelnd in den Armen zu liegen. 
 
The Enemy, die Rock-R&amp;ouml;hren aus Coventry, haben diesen ungehobelten Geist f&amp;uuml;r ihr drittes Album &amp;quot;Streets In The Sky&amp;quot; wieder aus der Flasche gelassen. Die ganze LP klingt rau, die Songs laden zum Mitgr&amp;ouml;hlen ein und kommen doch immer mit einem Augenzwinkern um die Ecke &amp;ndash; Stadion-Rock trifft auf punkige Rotzigkeit. Trotzdem ist der Langspieler &amp;uuml;ber die gesamten zw&amp;ouml;lf Songs grundsympathisch. Hemds&amp;auml;rmelig, immer arbeitend, man denkt unwillk&amp;uuml;rlich an den Oberrock-Arbeiter:  Bruce Springsteen  &amp;ndash; nur eben mit mittelenglischem Akzent.  
 
 The Enemy - &amp;quot;Saturday&amp;quot;  
 
    
 
Die Fu&amp;szlig;ball-Hymne mimt dabei &amp;mdash; fast schon zu offensiv &amp;mdash; &amp;quot;Saturday&amp;quot;. Mitgr&amp;ouml;hlen in der S&amp;uuml;dkurve kann so viel Spa&amp;szlig; bereiten. Etwas balladesker geht es dann auf dem l&amp;auml;ngsten Track &amp;quot;This Is Real&amp;quot; zu, jedenfalls musikalisch, denn textlich ist das Sozial-Romantik par excellence. So ist es das gef&amp;uuml;hlte 80er Klischee des englischen Arbeiters, der die geballte Faust gern einmal au&amp;szlig;erhalb und im Stadion aus der Tische zieht.  
 
So haben die drei Jungs mit klassischem Arbeiter-Rock ein starkes Drittwerk nach &amp;quot; We'll Live and Die in These Towns &amp;quot; und &amp;quot;Music for the People&amp;quot; produziert. Denn das Trio versteift sich nicht auf das Stylish-Sein, sondern einfach unverbogenen Rock. Da g&amp;ouml;nnt man den Inselaffen doch schon fast ein gewonnenes Elfmeterschie&amp;szlig;en.  
 
 
 Heiko Saul  
 
 V&amp;Ouml;:  25.05.2012 
 
 Label: &amp;nbsp;Cooking Vinyl / Indigo 
  
Tracklist:  
 
01. Gimme The Sign 	 
02. Bigger Cages (Longer Chains) 	 
03. Saturday 	 
04. 1-2-3-4 	 
05. Like A Dancer 	 
06. Come Into My World 	 
07. This Is Real 	 
08. 2 Kids 	 
09. Turn It On 	 
10. It's A Race 	 
11. Get Up And Dance 	 
12. Make A Man
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&lt;/div&gt;</description>
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		<pubDate>Fri, 25 May 2012 16:47:15 +0200</pubDate>
	</item>
		<item>
		<title><![CDATA[Young Man: &quot;Musik auch mal illegal zu laden, darf kein Verbrechen sein&quot; – Young Man im motor.de-Interview]]></title>
		<link>http://www.motor.de/motormeinung</link>
		<description>Eigentlich sollte sich im motor.de-Interview mit Young Man alles um deren Deb&amp;uuml;t &amp;quot;Vol. 1&amp;quot; drehen, doch Colin Caulfield &amp;uuml;berraschte uns mit mutigen Statements zum Copyright und erkl&amp;auml;rte die Vorz&amp;uuml;ge illegaler Downloads.   
  
 (Foto:&amp;nbsp;Verst&amp;auml;rker)  
 
Er geh&amp;ouml;re der Generation von Musiknerds an, die jede Band &amp;uuml;bers World Wide Web entdeckt habe, bekr&amp;auml;ftigt Colin Caulfield am Ende des Gespr&amp;auml;ch noch einmal und vergewissert sich kurz, dass nichts vom dem, was im Vorfeld ge&amp;auml;u&amp;szlig;ert wurde, schr&amp;auml;g oder irgendwie abgedroschen r&amp;uuml;berkam. Immerhin haben wir es im Zuge des Young Man-Deb&amp;uuml;ts &amp;quot; Vol. 1 &amp;quot; mit einer blutjungen Band zu tun, deren Chef gerade alt genug ist, um ein Studium beginnen zu d&amp;uuml;rfen und prinzipiell vorsichtig bei Interviews sein sollte: Andererseits ist die erfrischende Art, das Unverbrauchte und die leichte Naivit&amp;auml;t zwischen seinen Aussagen eine willkommene Abwechslung zum sonstigen Promotion-Einmaleins. Thematisieren wir vor dem anschlie&amp;szlig;enden Gespr&amp;auml;ch aber kurz die Hintergr&amp;uuml;nde, die zum Interviewtermin mit Caulfield f&amp;uuml;hrten. 
 
Young Man als taufrisch zu bezeichnen, w&amp;auml;re n&amp;auml;mlich nicht ganz korrekt: Zwar handelt es sich beim Album &amp;quot;Vol. 1&amp;quot; um das erste richtige Release seines Projekts Young Man, zuvor schoss der Multiinstrumentalist allerdings zwei Platten in Eigenregie &amp;uuml;ber den Online-&amp;Auml;ther und konnte die Blogosph&amp;auml;re von seinen Qualit&amp;auml;ten fl&amp;auml;chendeckend &amp;uuml;berzeugen &amp;ndash; trotz missratender Tour standen bald ein paar Labels auf der Matte:  &amp;quot;Einige Konzerte gingen deswegen in die Hose, weil es sich bei Young Man anf&amp;auml;nglich nicht um eine Band, sondern um mein Einmannprojekt handelte und ich im Studio alles selber aufnahm. Was Live nat&amp;uuml;rlich nicht 1 zu 1 umzusetzen ging und als die Tour immer n&amp;auml;her r&amp;uuml;ckte, funktionierte es kurzfristig nur schwer die passenden Musiker heranzuholen &amp;mdash; wir mussten uns halt finden.&amp;quot;  Einer dieser Auftritte fand in Berlin statt und der eineinhalb-st&amp;uuml;ndige Gig im Levee Club erinnerte an ein zusammengew&amp;uuml;rfeltes Versatzst&amp;uuml;ck, das im Kopfe von Caulfield sicher Sinn ergab &amp;mdash; auf der B&amp;uuml;hne aber kaum funktionierte. 
 
 &amp;quot;Du warst da?&amp;quot; , schaut er leicht schockiert,  &amp;quot;meine G&amp;uuml;te, wir hatten 20 zahlende G&amp;auml;ste und es war mir im Anschluss peinlich, was da ablief. Willst du hier und jetzt dein Geld zur&amp;uuml;ck?&amp;quot;  Kopfsch&amp;uuml;ttelnd beruhigt man den schm&amp;auml;chtigen Frontmann und setzt sogleich ein Interview fort, das dann doch eine ganz andere Richtung einschl&amp;auml;gt. 
 
 Young Man - &amp;quot;Fate&amp;quot;  
 
     
 Mehr Videos von Young Man findet ihr auf  tape.tv !&amp;nbsp; 
   
 motor.de: Erst einmal Gl&amp;uuml;ckwunsch zum gelungenen Albumdeb&amp;uuml;t &amp;ndash; viel Hoffnung hatte man nach eurem Einstand ja nicht, dass sich das so gut entwickeln w&amp;uuml;rde.  
 
 Colin Caulfield:  Dankesch&amp;ouml;n, ich beziehungsweise wir  (sagt dies mit Nachdruck)  sind wirklich stolz auf das Ergebnis. Obwohl mir nachgesagt wird ein ziemlicher Kontrollfreak zu sein, habe ich dieses Mal eine sehr demokratische Stimmung im Studio vernommen und w&amp;uuml;rde behaupten, &amp;quot;Vol. 1&amp;quot; ist die erste Platte, die wir als richtige Band eingespielt haben. 
 
 motor.de: Also stimmt die Info, dass Young Man zu Beginn nur dein Projekt war und niemand sonst involviert wurde?  
 
 Colin Caulfield:  Definitiv und ich brauchte auch eine Tour um einzusehen, dass es nicht unbedingt das Sinnvollste ist im Studio alles alleine zu machen und dann von Musikern zu erwarten, dass sie es Live genauso umsetzen, wie du es zuvor alleine aufgenommen hast. Auf diese Weise fing das bei mir mit der Musik aber an: Alleine nach der Schule ein paar Songs spielen und Instrumente lernen &amp;ndash; das war eine vollkommen nat&amp;uuml;rliche Sache. 
 
 motor.de: Lass uns &amp;uuml;ber die Gegenwart sprechen: John McEntire von  Tortoise  hat &amp;quot;Vol. 1&amp;quot; produziert und h&amp;ouml;rbaren Einfluss auf das Ergebnis genommen &amp;ndash; w&amp;uuml;rdest du dem so zustimmen?  
 
 Colin Caulfield:   Broken Social Scene  und  Stereolab  geh&amp;ouml;ren zu meinen Lieblingsacts und wenn jemand Young Man als Prog-Pop-Indie-Akustik-Group bezeichnet, w&amp;auml;re ich nicht sauer. Einen &amp;auml;hnlichen Ansatz verfolgen Tortoise beziehungsweise Johns zweite Band &amp;ndash; The Sea And Cake &amp;ndash; auch und deswegen passte es ganz gut zusammen: Er ist ein echter Soundnerd und ich ebenso, aber am Ende wissen wir beide, wann es gut ist und die eigene Laune auch mal ausgereizt sein kann. 
 
 motor.de: Der Checker-Blog Stereogum meinte j&amp;uuml;ngst, ihr solltet am besten sofort mit  Here We Go Magic  auf Tour gehen - das w&amp;uuml;rde super zusammenpassen. Besteht Interesse eurerseits?  
  
Colin Caulfield:  Ich w&amp;uuml;rde mich riesig freuen, sie supporten zu d&amp;uuml;rfen, auf jeden Fall!  (freut sich pl&amp;ouml;tzlich)  Deren neues Album ist sagenhaft &amp;ndash; ich habe es mir vor ein paar Wochen runtergeladen, bin zu unserem Manager und meinte:  &amp;quot;Besorg uns einen Gig mit denen!&amp;quot;  
 
 motor.de: Vor ein paar Wochen? Das Album &amp;quot; A Different Ship &amp;quot; ist noch gar nicht ver&amp;ouml;ffentlicht  [Zeitpunkt des Interviews war drei Wochen vor dem offiziellen Erscheinungstermin, A.d.R.].&amp;nbsp;  
  
 Colin Caulfield:  Die gleiche Frage bekam ich im Zuge meiner Anfrage auch gestellt und muss ehrlich sagen: Musik illegal runterzuladen, stellt f&amp;uuml;r mich kein Verbrechen dar. Weckt eine Band mein Interesse, schaue ich im Netz, was es dort von ihr gibt. So machen das doch viele in meiner Generation und mich hier hinzusetzen und Gegenteiliges zu behaupten, gliche purer Heuchelei. Aus meiner Sicht verh&amp;auml;lt sich das Ganze so: Die Leute, die Musik illegal aus dem Netz laden, sind nicht zwangsl&amp;auml;ufig Verbrecher. Sie nutzen virtuelle Wege um neue Musik zu entdecken und ich sehe bislang auch einen positiven Effekt: Immer wieder treffe ich bei Konzerten auf Leute, die sich unsere Musik illegal aus dem Netz ziehen und deswegen zu den Auftritten kommen &amp;ndash; weil sie die nicht herunterladen k&amp;ouml;nnen. 
 
 Young Man - &amp;quot;Vol. 1&amp;quot;  (Albumstream) 
&amp;nbsp;   
    
   
motor.de: Hei&amp;szlig;t im Umkehrschluss, ein Musiker sollte sich das gesamte Geld zur finanziellen Daseinsberichtigung auf der B&amp;uuml;hne erspielen?  
  
Colin Caulfield:  Nat&amp;uuml;rlich tut es mir f&amp;uuml;r unser Label leid, dass da jemand mit einem gro&amp;szlig;en Interesse an unserer Musik steht, aber sie bislang keinen Cent von ihm gesehen haben. Andererseits registrieren wir auch, wie gut das Vinyl auf Konzerten l&amp;auml;uft und wie oft da nachbestellt werden muss. Das w&amp;auml;re vor zehn Jahren nicht passiert! 
 
 motor.de: Deine Ehrlichkeit ehrt dich, aber glaubst du tats&amp;auml;chlich, dass der Vinylabsatz langfristig die illegalen Kopien ausgleichen wird?   
 
 Colin Caulfield:  Soll ich jedem auf die Tastatur hauen, der nach einem kostenfreien Download unserer neuen Platte sucht? Das wird schwer gehen und deswegen mache ich mir keine gro&amp;szlig;en Hoffnungen allein von den Verk&amp;auml;ufen von &amp;quot;Vol. 1&amp;quot; leben zu k&amp;ouml;nnen &amp;mdash; wenn diese Leute auf den Konzerten aber vor mir stehen und es zugeben, dann wirken sie nicht wie Verbrecher, verstehst du?  
 
 motor.de: Um es ein wenig auf den Punkt zu bringen: Was w&amp;auml;re denn deine L&amp;ouml;sung f&amp;uuml;r das Dilemma?   
 
 Colin Caulfield:  Gerade im Live-Segment kann seit Jahren ein Boom verzeichnet werden: In den Neunzigern haben die Konzerte ein Drittel dessen gekostet, was man heute berappen muss, um seine Band zu sehen.  
 
 motor.de: Es gibt ja unz&amp;auml;hlige Elektro-Labels, die Konzert-Agentur, Management und Promotion-Firma f&amp;uuml;r den K&amp;uuml;nstler zugleich sind &amp;mdash; ist dies aus deiner Sicht sinnvoll?   
 
 Colin Caulfield:  Was im Kleinen funktioniert, w&amp;uuml;rde auch im gro&amp;szlig;en Stil klappen. Auf diese Weise arbeiten die Leute im Hintergrund an all den Facetten deiner Karriere und verdienen dabei zu gleichen Teilen mit. Andererseits kann dich das massiv in deiner Entfaltung beeinflussen und du musst dir im Vorfeld  genau &amp;uuml;berlegen, mit wem solche Sachen gehen, mit wem nicht &amp;ndash; ein interessanter Gedanke ist es trotzdem! 
 
 motor.de: Was r&amp;auml;t du also denen, die sich durch kostenlose Nutzung ihrer Songs in k&amp;uuml;nstlerischer Hinsicht beschnitten f&amp;uuml;hlen?  
 
 Colin Caulfield:  Nicht immer nur auf die Abs&amp;auml;tze der Tontr&amp;auml;gen zu schauen, sondern auch einen Blick daf&amp;uuml;r zu haben, was sich nebenher f&amp;uuml;r Entwicklungen abzeichnen: Vor zwanzig Jahren w&amp;auml;re eine Tour f&amp;uuml;r uns zum jetzigen Zeitpunkt finanziell schwierig gewesen, wir h&amp;auml;tten mit Albumverk&amp;auml;ufe eine Menge Auslagen wieder reinholen m&amp;uuml;ssen &amp;mdash; weil: Wenn  Springsteen  f&amp;uuml;r 30 Dollar spielt, kannst du als kompletter Neuling kaum ein Viertel davon ansetzen. Nun funktioniert es halt umgekehrt, wir holen uns auf der B&amp;uuml;hne das Geld f&amp;uuml;rs n&amp;auml;chste Album &amp;mdash; wenn du so willst. 
 
 motor.de: Gut zu wissen und wird es folgerichtig auch &amp;quot;Vol. 2&amp;quot; hei&amp;szlig;en?  
 
 Colin Caulfield:   (lacht)  Ob wir das fortsetzen? Da muss ich meine Band erst einmal fragen! 
  
 
Interview: Marcus Willfroth
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&lt;/div&gt;</description>
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		<pubDate>Fri, 25 May 2012 16:21:13 +0200</pubDate>
	</item>
		<item>
		<title><![CDATA[Young Man: Vol. 1 ]]></title>
		<link>http://www.motor.de/motormeinung</link>
		<description>Der Soundtrack f&amp;uuml;r die Generation Unentschlossen: Colin Caulfields Projekt Young Man widmet sich dem Lebensabschnitt Jugend &amp;ndash; ohne Schmutz, ohne Kanten. Dennoch: passabel.&amp;nbsp;  
   
 (Foto: Verst&amp;auml;rker)&amp;nbsp;  
 
Nett soll ja gemeinhin der kleine Bruder von schei&amp;szlig;e sein. Alter Schuh, schon klar. Aber wie verh&amp;auml;lt es sich mit der Zuschreibung passabel? &amp;quot;Vol. 1&amp;quot; von Young Man ist passabel. Wie das schon klingt, als wolle man seinen Diss gar nicht erst kaschieren, auf ein fieses Wort hingegen doch verzichten. Also anders: Colin Caulfield, der Knabe hinter dem Album, hat Ambitionen. Und Ambitionen sind immer gut. Wie k&amp;ouml;nnten gut gemeinte Vorhaben auch schlecht sein. Aber sie sind auch tr&amp;uuml;gerisch, st&amp;uuml;lpen sie einem doch diese M&amp;ouml;chtegern-Rolle &amp;uuml;ber. Ich will, ich m&amp;ouml;chte, ich muss &amp;ndash; aber kann ich auch?  
 
Bei Caulfield ist die Antwort eigentlich eindeutig. Eigentlich. Trotz 23-j&amp;auml;hrigem Bubenstatus erschafft der Amerikaner ganz ansehnliche Pop-Melodien &amp;ndash; R'n'B-Andeutungen und&amp;nbsp;folkloristisch Rock-Momente inklusive.&amp;nbsp;Ein siebenmin&amp;uuml;tiger Track zeugt von Interesse, Geschichten zu erz&amp;auml;hlen. Und dass sich der Junge aus Minnesota selbst beim l&amp;auml;ngsten Track seines zweiten Albums nicht wiederholt, steht auf der Pro-Seite von &amp;quot;Vol. 1&amp;quot;. Es ist das zweite Album einer Trilogie &amp;uuml;ber die Jugend als Lebensabschnitt. Zeilen wie  &amp;quot;I just don&amp;rsquo;t know what life is / What to do / I want to know what life is / I just don&amp;rsquo;t know where life is good&amp;quot;  sind keine Ausnahme, sondern d&amp;uuml;rfen durchaus als Motto herhalten.  
 
 Young Man &amp;ndash; &amp;quot;Fate&amp;quot;  
 
     
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Die Songtitel &amp;quot;Wandering&amp;quot;, &amp;quot;By And By&amp;quot; oder &amp;quot;Wasted&amp;quot; untermauern das Sich-Suchen, Sich-Hinterfragen und Sich-Finden. Obwohl Young Man gerade hierzulande, wo doch die &amp;quot;Generation Unentschlossen&amp;quot; vielerorts proklamiert wird, auf ziellosen N&amp;auml;hrboden trifft, wissen die Songs zwar ihre Rolle zu spielen, Begeisterung l&amp;ouml;sen sie indes wenig aus. Es fehlt dem Album der rhythmische Drive. Die Drums sind viel zu oft viel zu dr&amp;ouml;ge, erlauben sich innerhalb der neun Songs wenig Abwechslung. Was schade ist, denn dass der Singer/Songwriter Talent gepachtet hat, steht nach &amp;quot;Vol. 1&amp;quot; au&amp;szlig;er Frage. Nur tut man ihm auch keinen Gefallen, Vergleiche mit  Animal Collective ,  Ariel Pink  oder  David Bowie  zu ziehen. Rein stimmlich diskutabel, im Klangzusammenhang vollkommener Nonsense. Denn daf&amp;uuml;r fehlt Colin, was seinen j&amp;uuml;ngeren Namensvetter Holden von J.D. Salingers Roman so unnachahmlich machte: der Weirdo-Faktor. 
 
 
 Sebastian Wei&amp;szlig;  
   
 V&amp;Ouml;:  25.05.2012 
 
 Label:  Tom's Apple Records/Rough Trade 
 
 Tracklist:   
 
01. Heading 
02. Thoughts 
03. By and By 
04. Do 
05. Fate 
06. Wasted 
07. 21 
08. Wandering 
09. Directions
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		<pubDate>Thu, 24 May 2012 16:37:55 +0200</pubDate>
	</item>
		<item>
		<title><![CDATA[Sigur Rós: Valtari]]></title>
		<link>http://www.motor.de/motormeinung</link>
		<description>Achtung, absurde Beobachtung: Sigur R&amp;oacute;s schaffen es tats&amp;auml;chlich, ihre selbst aufgestellten Entschleunigungs-Standards noch zu unterlaufen &amp;ndash; &amp;quot;Valtari&amp;quot; ist das schwer atmende, in sich ruhende Lebenszeichen einer Ausnahmeband. Mehr leider auch nicht.  
  
 (Foto: EMI)  
 
Das sechste Studio-Album der Slo-Mo-Perfektionisten aus Island w&amp;auml;re laut offiziellem Statement fast nicht entstanden. Die teilweise bereits seit 2003 existierenden, losen Song-Enden zerfaserten in den gemeinsamen Sessions merklich, wollten sich nicht ausformulieren lassen und unter dem Eindruck anderweitiger Besch&amp;auml;ftigungen von S&amp;auml;nger  J&amp;oacute;nsi  wurde das Projekt 2010 zun&amp;auml;chst auf Eis gelegt &amp;ndash; bis zum letzten Jahr.&amp;nbsp; 
 
Was also ist &amp;quot;Valtari&amp;quot; in diesem Kontext? Wahrscheinlich das Album, welches Sigur R&amp;oacute;s f&amp;uuml;r sich selbst gebraucht haben.&amp;nbsp;Zun&amp;auml;chst jedoch f&amp;uuml;hlt es sich an wie die Umarmung eines alten Freundes. Mit behutsamen Schritten geht es von der ersten Sekunde an um die Wiedererlangung des Panoramablicks, der Metaperspektivit&amp;auml;t, wie sie keine zweite Band in so flirrender Sch&amp;ouml;nheit einzunehmen wei&amp;szlig;. &amp;quot;&amp;Eacute;g anda&amp;quot; gibt sich vertraut, nicht ohne eine gewisse h&amp;ouml;fliche Distanz zu wahren, aber bestimmt genug f&amp;uuml;r den ersten wohligen Schauer. J&amp;oacute;nsis Gesang entschwebt sanften, scheinbar ursprungslosen Sound-Kaskaden, zieht sich zur&amp;uuml;ck und kehrt mit dezenter Perkussion an seiner Seite wieder; der Kanon des Wohlklangs f&amp;uuml;llt sich und zerf&amp;auml;llt so unversehens, wie er entsteht, bis bedrohlich pulsierende B&amp;auml;sse die Idylle beenden. Das folgende &amp;quot;Ekki M&amp;uacute;kk&amp;quot; stellt Gesang und Piano etwas mehr in den Vordergrund, h&amp;auml;tte so sicher auch vor zehn Jahren seinen Platz in der Tracklist gefunden und leitet doch vor allem zum Sahnest&amp;uuml;ck &amp;quot;Var&amp;uacute;&amp;eth;&amp;quot; &amp;uuml;ber. 
 
 Sigur R&amp;oacute;s - &amp;quot;Ekki M&amp;uacute;kk&amp;quot;  
    
 
Warum diese vier Herren zu Monolithen des Post-Rock wurden, zeigen sie hier noch einmal in gewohnter HD-Qualit&amp;auml;t: sakrale Ch&amp;ouml;re, Streicher, sowie das unwiderstehliche Zentrum aus E-Gitarre, Geigenbogen und Falsett suhlen sich im Pr&amp;auml;ludium, berauschen sich an sich selbst und stapeln dank erstmals wirklich treibender Drums die geliebten hymnischen L&amp;auml;rmw&amp;auml;nde auf, welche angesichts der bis dahin vorherrschenden Ruhe umso &amp;uuml;berw&amp;auml;ltigender wirken d&amp;uuml;rfen &amp;ndash; Sigur R&amp;oacute;s at their best. Viel mehr als diese Eruption wird Fans des gewohnten Spiels aber nicht mehr verz&amp;uuml;cken &amp;ndash; &amp;quot;Valtari&amp;quot; kehrt umgehend zur treibenden Ambient-Sucht zur&amp;uuml;ck. Das Schlusstrio verzichtet gar g&amp;auml;nzlich auf Gesang und schiebt sich derart behutsam voran, dass das analog erklingende Klavier in &amp;quot;Fj&amp;ouml;gur p&amp;iacute;an&amp;oacute;&amp;quot; schon beinahe erl&amp;ouml;send wirkt. 
 
Die Zeit hippiesker Folk-Pop-Anfl&amp;uuml;ge im Stile von &amp;quot;Gobbledigok&amp;quot; scheint vor&amp;uuml;ber, genauso wie jene der fast unwirklichen, alle Raum-Energie absorbierenden Post-Rock-Unget&amp;uuml;me. Ein umfassendes Gef&amp;uuml;hl der Ruhe und inneren Weite beseelt diese acht Songs, die trotz allem noch immer eine unverwechselbare Sch&amp;ouml;nheit evozieren. &amp;quot;Valtari&amp;quot; flie&amp;szlig;t und kreist um ein unsichtbares, pulsierendes Zentrum herum, sch&amp;ouml;pft seine Kraft aus musischer Gelassenheit und greift nicht mehr um jeden Preis nach den Sternen.  
 
 Sigur R&amp;oacute;s - &amp;quot;&amp;Eacute;g Anda&amp;quot;  
 
 
 
 
 
 
 
 
      
Ein gesch&amp;auml;tzter Kollege sprach an dieser Stelle einst von dem Konzept &amp;quot; Psychogenese statt Soziogenese &amp;quot; &amp;ndash; nach &amp;quot;INNI&amp;quot; ist &amp;quot;Valtari&amp;quot; das introvertierteste, was Sigur R&amp;oacute;s bis dato ver&amp;ouml;ffentlicht haben. Weniger konzentriert auf den unsterblichen Moment, in dem aller Kummer und alle Lebenslust zusammenzuflie&amp;szlig;en scheinen, sondern eine auf diesem Gef&amp;uuml;hl fu&amp;szlig;ende und mit hoher Selbstsicherheit entfesselte Grundstimmung, die hier die eigene Ausnahmestellung umspielt, wie das L&amp;auml;cheln den Mund des Wissenden. &amp;quot;Valtari&amp;quot; ist sicher nicht ihr Meisterst&amp;uuml;ck, aber ein Beweis der meditativen Energie einer der wichtigsten Bands der letzten Dekade. 
 
 
 Henning Grabow  
 
 V&amp;Ouml;:  25.05.2012 
 
 Label:  Parlophone/EMI 
 
 Tracklist:   
01.	&amp;Eacute;g anda 
02.	Ekki m&amp;uacute;kk 
03.	Var&amp;uacute;&amp;eth; 
04.	Rembihn&amp;uacute;tur    
05.	Dau&amp;eth;alogn 
06.	Var&amp;eth;eldur 
07.	Valtari 
08.	Fj&amp;ouml;gur p&amp;iacute;an&amp;oacute;
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		<pubDate>Thu, 24 May 2012 15:34:04 +0200</pubDate>
	</item>
		<item>
		<title><![CDATA[Citizens!: Here We Are]]></title>
		<link>http://www.motor.de/motormeinung</link>
		<description>Mittlerweile ist es hip, Hipster zu hassen. Richtig? Wir springen trotzdem nicht gleich auf den n&amp;auml;chsten Zug und haten noch ein wenig weiter. Fans von &amp;quot;Aus alt mach neu&amp;quot; und &amp;auml;hnlichen Wendungen sollten hier besser nicht weiterlesen.  
  
 (Foto:&amp;nbsp;Big Mouth Publicity) 
  
W&amp;auml;ren  Franz Ferdinand  ein aktueller Newcomer, sie w&amp;uuml;rden wohl wie Citizens! klingen. Zugegeben, das ist leicht gesagt &amp;mdash; immerhin kommt das Quartett nicht nur ebenfalls aus Schottland und sieht den anderen Vier mit viel zu bunten Socken in durchgelatschten Budapestern zum Verwechseln &amp;auml;hnlich. Als Produzent f&amp;uuml;r ihr Deb&amp;uuml;talbum &amp;quot;Here We Are&amp;quot; wurde auch noch Alex Kapranos engagiert. Und nachdem eigentlich niemand mehr wei&amp;szlig;, wer Franz Ferdinand sind, k&amp;ouml;nnte man Kapranos' Arbeit mit der jungen Band als eine Art zweite Chance zur Selbstverwirklichung sehen. 
 
Zun&amp;auml;chst ein paar Worte zu Alex. Er kennt sich mit Wein und Restaurants (siehe seine gesammelten Kolumnen &amp;quot;Sound Bites: Eating on Tour with Franz Ferdinand&amp;quot;) genauso gut aus, wie in der glaswegischen Art-Rock-Szene. Sein Zuhause waren die dreckigen Railway-Pubs der provokanten &amp;quot;murder capital of western Europe&amp;quot;, gleich neben den ausrangierten Sackbahnh&amp;ouml;fen der U-Bahn gelegen. Alex ist ein Feinschmecker, Besitzer einer Fabrik f&amp;uuml;r besonders abstrakte M&amp;ouml;belentw&amp;uuml;rfe. Ein cooler Connaisseur, dem dank einiger Flaschen Single Malt zwar die gustatorische Wahrnehmung draufgegangen ist, er daf&amp;uuml;r als Barmann, Koch, Chauffeur und Schwei&amp;szlig;er schon ziemlich viel erlebt hat. Kitsun&amp;eacute;, das schicke Mode/Musik-Label, das seinem Pariser Umfeld in Sachen Nonchalance schon immer eine Nasenl&amp;auml;nge voraus scheint, d&amp;uuml;rfte Kapranos jedenfalls behagen. 
  
Citizens! - &amp;quot;Caroline&amp;quot;  
   
Leider gelingt es dem 40-J&amp;auml;hrigen kaum, ein Franz Ferdinand-Revival geschweige denn 2005er-Flashbacks zu provozieren. H&amp;auml;tte uns gefreut, denn &amp;quot;Here We Are&amp;quot; klingt, als w&amp;uuml;rden viele zierliche Arbeiter aus dem 16. Arrondissement in beigen Chinos und luftigen Satinhemden den rostigen Schimmer Glasgows bearbeiten, mit spitzen, wei&amp;szlig;en Porzellanspachteln zwischen den Fingerchen. Bis schlie&amp;szlig;lich der &amp;quot;industrielle Charme&amp;quot; eintritt &amp;mdash; eine Bezeichnung, die in Glasgow wirklich keiner mehr h&amp;ouml;ren will. Eine Platte ist entstanden, als h&amp;auml;tte Kapranos die vermeintlich verbrauchte  &amp;quot;I love your friends / they're all so arty&amp;quot; -Attit&amp;uuml;de abgeworfen, wie eine alte Klamotte. 
 
Kitsun&amp;eacute; kann jederzeit nach Belieben einen seiner hippen Stachel &amp;aacute;  Two Door Cinema Club  oder  Is Tropical  ausfahren und damit einen Hype provozieren. Das ist nicht nur ganz sch&amp;ouml;n gruselig, sondern auch noch verdammt nervig. Die smarten Blousons und hellgrauen Tote Bags sind in Berlin schon lange hei&amp;szlig;e Ware und wer sich gerade eine kauft, muss an der Kasse vermutlich den Citizens! lauschen &amp;mdash; Musik, die anscheinend aus reiner Langweile aufgenommen wurde und genauso wenig ber&amp;uuml;hrt, wie sie entspannt. Denn die Popschlager-LP &amp;quot;Here We Are&amp;quot; stellt eine ernstzunehmende Provokation dar. Ihr sch&amp;ouml;nster Moment? Das Ger&amp;auml;usch, nachdem man sie wieder aus dem Laufwerk fahren l&amp;auml;sst. Srrrpzurrrp! 
 
 
 Josa Valentin Mania-Schlegel  
 
 V&amp;Ouml;: &amp;nbsp;25.05.2012 
 
 Label:  Cooperative Music/Universal 
 
 Tracklist: 
   
01. True Romance 
02. Reptile 
03. Caroline 
04. Love You More 
05. Let's Go All The Way 
06. (I'm In Love With Your) Girlfriend 
07. Nobody's Fool 
08. Monster 
09. She Said 
10. I Wouldn't Want To 
11. Know Yourself
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		<pubDate>Thu, 24 May 2012 14:26:57 +0200</pubDate>
	</item>
		<item>
		<title><![CDATA[Coogans Bluff: Poncho Express]]></title>
		<link>http://www.motor.de/motormeinung</link>
		<description>Coogans Bluff arbeiten sich mit &amp;quot;Poncho Express&amp;quot; weiter durch die Plattensammlung der V&amp;auml;tergeneration und entdecken den Funk f&amp;uuml;r sich. Das solide und h&amp;ouml;llisch groovende Rock-Handwerk haben sie dennoch nicht verlernt.  
  
&amp;quot; Wenn Beefheart Pop machte, h&amp;ouml;rte es sich an wie Avantgarde, wenn er Avantgarde machte, wie ein H&amp;ouml;rspiel, wenn er H&amp;ouml;rspiel machte, war es ein Song. &amp;quot; &amp;ndash; so das Urteil des deutschen Musikjournalisten Carl Ludwig Reichert &amp;uuml;ber Don Glen Van Vliet, alias  Captain Beefheart , den Freigeist und Wegbegleiter  Frank Zappa s, der vielen heute noch als herausragende Ikone der 70er Fusion aus Rock und Jazz gilt. Die Parallele zum neuesten Streich der Rostock/Berlin/Leipzig-Connection Coogans Bluff? Ganz einfach: Neben dem schlicht &amp;quot;Beefheart&amp;quot; betitelten Opener m&amp;uuml;ffelt &amp;quot;Poncho Express&amp;quot; im besten Sinne des Wortes nach dem Spirit Genre-sprengender Rock-Avantgardisten, altem Leder, Funk/Jazz-Experimenten und der schlichten Tugend, doch bitte alles nicht so ernst zu nehmen. 
 
Dabei wurde das Noisolution-Deb&amp;uuml;t der &amp;quot;Bluffer&amp;quot; urspr&amp;uuml;nglich aus der Not geboren: eine Baby-Pause von S&amp;auml;nger Thilo Streubel zwang die restlichen Mitglieder dazu, die Songs eigens f&amp;uuml;r das letztj&amp;auml;hrige Duna Jam-Festival umzuarrangieren: Stefan Meinking und Max Thum erg&amp;auml;nzten den Bandsound dabei um eine satte Bl&amp;auml;ser-Section, w&amp;auml;hrend Bassist Clemens Marasus kurzerhand den Gesangspart &amp;uuml;bernahm. Das gibt dem auf Heavy geeichten Rock-Gebr&amp;auml;u einen noch entschiedeneren Ausschlag in Richtung Funk und Soul als auf dem Vorg&amp;auml;nger &amp;quot;Magic Bubbles&amp;quot;, mit dem sich die seit 2003 musizierende Bande bereits zusehends aus dem totalen Underground freischwamm. 
 
 Coogans Bluff - &amp;quot;You And Me&amp;quot; (Edit)  
 
    
 
&amp;quot;Beefheart&amp;quot; gibt sich eingangs r&amp;auml;udig, angepisst und im Mittelteil standesgem&amp;auml;&amp;szlig; psychedelisiert, &amp;quot;The Dirt Keeps The Funk&amp;quot; r&amp;uuml;ckt die Bl&amp;auml;ser in den Vordergrund und gef&amp;auml;llt sich als Pink Panther auf Mescalin, bevor &amp;quot;You And Me&amp;quot; mit straightem Indie-Rock und verflixt eing&amp;auml;ngigem Gesang ein bisschen Bewegung unters Volk bringt. Zwar h&amp;auml;lt sich &amp;quot;Poncho Express&amp;quot; unterm Strich eher an EP-L&amp;auml;nge, die abschlie&amp;szlig;enden Jams in Form des Titel-Tracks und &amp;quot;Afterwith Is Everybody's Wit&amp;quot; betonen aber noch einmal, dass es Coogans Bluff eben in erster Linie um Kurzweil geht: kein deplatzierter, &amp;uuml;berkandidelter Kunst-Anspruch ist es, der diese Band treibt; eher schon der Spa&amp;szlig; am Zusammenspiel, die Leidenschaft f&amp;uuml;rs Handwerk und die Pr&amp;auml;gung durch Papas Plattenschrank. 
 
Live und analog eingespielt, h&amp;ouml;chstselbst von Drummer Charlie Paschen abgemischt und auf Liebhaber-Vinyls gepresst, &amp;uuml;berzeugt die Band mit &amp;quot;Poncho Express&amp;quot; auch abseits der Songs wieder mit grundsympathischer Bodenst&amp;auml;ndigkeit. Ein Schuss Selbstironie geh&amp;ouml;rt da genauso dazu wie sattelfeste Instrumentenbeherrschung. Ist das revolution&amp;auml;r? Sicher nicht. Diese Scheibe ist der pure Spa&amp;szlig; am Rock, pr&amp;auml;sentiert mit dem stilsicheren Blick &amp;uuml;ber den Rand der musikalischen Schublade hinaus. Ein weiterer, hochinteressanter Zwischenschritt des Groove-Monsters Coogans Bluff &amp;ndash; wohin es geht? &amp;quot; The answer my friend... &amp;quot;; einfach locker bleiben, der Esel tr&amp;auml;gt uns. 
 
 Henning Grabow  
 
 V&amp;Ouml;:  25.05.2012 
 
 Label:  Noisolution 
 
 Tracklist: 
  
01.	Beefheart 
02.	The Dirt Keeps The Funk 
03.	You And Me 
04.	Poncho Express 
05.	Afterwith Is Everybody's Wit
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		<pubDate>Wed, 23 May 2012 15:10:28 +0200</pubDate>
	</item>
		<item>
		<title><![CDATA[Marina And The Diamonds: Electra Heart]]></title>
		<link>http://www.motor.de/motormeinung</link>
		<description>Gut gedacht ist nicht immer gut gemacht. Eine talentierte S&amp;auml;ngerin torpediert sich und ihr Talent durch ein Zweitwerk voll inhaltsloser Oberfl&amp;auml;chlichkeiten. Ein Konzept, das den H&amp;ouml;rer wahlweise fragend oder w&amp;uuml;tend zur&amp;uuml;ckl&amp;auml;sst.  
  
 (Foto:&amp;nbsp;Warner Music&amp;nbsp;Group)  
 
Es ist schon so ein Krampf mit der Ironie und ihrer &amp;Uuml;berspitzung. Die Humorform mit Distanz gilt als Ma&amp;szlig; aller Dinge unserer aufgekl&amp;auml;rten und &amp;uuml;bers&amp;auml;ttigten westlichen Zivilisation. Wahlweise verschrien als satirisch-wertvolles Stilmittel oder als Zuflucht des unentschlossenen Pessimisten. Wenn alles nicht ernst zu nehmen, alles irgendwie lustig, aber auch ohne Tiefe ist &amp;ndash; was bleibt am Ende? Bleibt Bubblegum-Pop am Ende nur oberfl&amp;auml;chliches Kauderwelsch, selbst, wenn es so &amp;uuml;bertrieben ironisch wirkt, dass man meinen m&amp;ouml;chte, hier steckt wirklich mehr dahinter? Gut gedacht ist nicht immer gut gemacht, neustes Beispiel in dieser Reihe: Marina Diamandis. 
 
Als diese vor rund zwei Jahren mit ihren Projekt Marina And The Diamonds und dem Deb&amp;uuml;t &amp;quot; The Family Jewels &amp;quot; die Musikwelt betrat, erntete die Britin mit griechischen Wurzeln positives Feedback auf Hits wie &amp;quot;I Am Not A Robot&amp;quot; oder &amp;quot;Hollywood&amp;quot;. Zumal ihr eigenwilliger Gesangsstil und die humorvollen Texte sich angenehm von der restlichen Poplandschaft abhoben. 
 
 Marina And The Diamonds -&amp;nbsp;&amp;quot;Primadonna&amp;quot;  
    
 
Der Nachfolger &amp;quot;Electra Heart&amp;quot; soll ein ambitioniertes Konzeptwerk darstellen, das sich&amp;nbsp;inhaltlich mit der oberfl&amp;auml;chlichen, zur Farce verkommenen US-amerikanischen Gesellschaft auseinandersetzen m&amp;ouml;chte.&amp;nbsp;Die organischen Sounds des Deb&amp;uuml;ts werden noch deutlicher reduziert &amp;mdash; jetzt herrscht prollige, auf Hochglanz getrimmte Elektronik vor. David Guetta l&amp;auml;sst gr&amp;uuml;&amp;szlig;en. Es geht um &amp;uuml;bertriebenes Handeln (&amp;quot;Primadonna&amp;quot;), zwanghaftes Geltungsbed&amp;uuml;rfnis (&amp;quot;Sate Of Dreaming&amp;quot;) oder die Steigerung der eigenen Wertigkeit durch materielle G&amp;uuml;ter (&amp;quot;Teen Idle&amp;quot;). Die Protagonistin ihres neuen Albums, welche &amp;mdash; so betont Diamandis in Interviews &amp;mdash; nichts mit ihr gemein habe, ist von sich selbst eingenommen, stellt sich &amp;uuml;ber andere und lebt ein Leben voller Hedonismus und ohne Substanz. Die &amp;Auml;ngste schimmern zwischendrin immer mal wieder durch und am Ende scheint es so, als ob da eventuell ein leichter Reifeprozess stattgefunden hat. Aber so richtig eindeutig ist das nicht. Optimisten m&amp;ouml;gen das Interpretationsspielraum nennen, andere wiederum Inkonsequenz. 
 
 Marina And The Diamonds - &amp;quot;Homewrecker&amp;quot;  
    
 
Auf ganzer Albuml&amp;auml;nge stellt sich immer wieder die Frage, wem genau dieses Werk nun n&amp;uuml;tzt? Der Witz mit der &amp;uuml;bertriebenen &amp;quot;Bubblegum Bitch&amp;quot; hat sich schon nach ein paar &amp;ndash; zugegeben recht eing&amp;auml;ngigen &amp;ndash; Songs &amp;uuml;berholt. Wen und was m&amp;ouml;chte Marina mit diesen Songs erreichen? Die Dummen, Unbelehrbaren werden im schlimmsten Fall das leben, was Diamandis &amp;uuml;berspitzt formuliert. Und der Rest?&amp;nbsp; 
 
&amp;quot;Electra Heart&amp;quot; zeigt hinter all dem sch&amp;ouml;nen Schein sicher ein Problem auf, eine L&amp;ouml;sung serviert die Britin hingegen nicht. So zerplatzen alle Ideen wie fragile Seifenblasen in einem  Katy Perry -Musikvideo &amp;ndash; vielleicht h&amp;auml;tte Diamandis auch nicht mit jener Person touren sollen, der Einfluss f&amp;auml;llt un&amp;uuml;berh&amp;ouml;rbar negativ auf.&amp;nbsp;Marina And The Diamonds torpedieren so die ehrenwerten Ambitionen und ihr eigenes Talent mit lieblosem Schwachsinn, der am Ende weit mehr Schaden anrichten d&amp;uuml;rfte, als dass er dieser Welt n&amp;uuml;tzt. Die Ironie ist am Ende nur eine Ausrede, aber kein L&amp;ouml;sungsvorschlag. So war das leider schon immer. 
 
 
 Norman Fleischer  
 
 V&amp;Ouml;:  25.05.2012 
 
 Label:  Warner Music International 
 
 Tracklist:  
 
01. Bubblegum Bitch 
02. Primadonna 
03. Lies 
04. Homewrecker 
05. Starring Role 
06. The State Of Dreaming 
07. Power &amp;amp; Control 
08. Living Dead 
09. Teen Idle 
10. Valley Of The Dolls 
11. Hypocrates 
12. Fear And Loathing
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		<pubDate>Wed, 23 May 2012 13:38:27 +0200</pubDate>
	</item>
		<item>
		<title><![CDATA[Cold Specks: I Predict A Gracful Expulsion]]></title>
		<link>http://www.motor.de/motormeinung</link>
		<description>Das sonnt&amp;auml;gliche Glaubensbekenntnis kann sich die H&amp;ouml;rerschaft nach diesem Deb&amp;uuml;t sparen. Cold Specks l&amp;auml;sst die Kirche nicht im Dorf, sondern &amp;uuml;bertr&amp;auml;gt den Himmel stattdessen in ihre Musik.&amp;nbsp; 
  
(Foto: Mute Records)  
 
Bei Al Spx' rauchigem Kratztimbre erheben sich vor lauter Stimmgewalt s&amp;auml;mtliche K&amp;ouml;rperhaare gen Himmel, und das, obwohl die Afro-Kanadierin erst zarte 23 Jahre jung ist. Anstelle von jeder Menge Tabak- und Whiskykonsum &amp;ndash; wie es die auf &amp;auml;hnlicher Kunsth&amp;ouml;he schwebende  Janis Joplin  beispielsweise bevorzugte &amp;ndash; hat sie ihr Ausnahmevolumen wohl eher einer g&amp;ouml;ttlichen F&amp;uuml;gung zu verdanken. So w&amp;uuml;rde es die Musikerin jedenfalls aller Wahrscheinlichkeit nach mit eigenen Worten erkl&amp;auml;ren, denn der Glaube an Gott ist f&amp;uuml;r sie &amp;ndash; in  Anbetracht der religionsgeschw&amp;auml;ngerten Textpassagen auf ihrem Deb&amp;uuml;t &amp;quot;I Predict A Gracful Expulsion&amp;quot; &amp;ndash; elementar. Kein Wunder also, dass Vergleichsmomente mit traditionellem Gospel und wortgewaltigem Soul nicht weit sind.  
 
 Cold Specks - &amp;quot;Blank Maps&amp;quot;  
   
 
Einfach hat sie sich das jedenfalls nicht gemacht: zwei Jahre Reifezeit ben&amp;ouml;tigten die elf St&amp;uuml;cke des Langspielers. Ihr musikalischer Mentor Rob Ellis &amp;ndash; welcher bereits mit  PJ Harvey  kollaborierte &amp;ndash; lie&amp;szlig; das M&amp;auml;dchen fernab ihrer Heimat im pulsierenden London in aller Ruhe zur selbstbewussten Musikerin heranwachsen. Und dieser Prozess war auch notwendig, denn seitens ihrer Eltern erfuhr das f&amp;uuml;nfte von sieben Kindern vorrangig Skepsis, was den brotlosen Berufswunsch betraf. Den famili&amp;auml;ren Zweiflern zum Trotz, begann sie autodidaktisch mit dem Songschreiben und traf in ihrer neuen Umgebung auf andere, begabte Musiker. Dieser Umstand brachte die zarte Knospe der Kreativit&amp;auml;t in ihr zum Erbl&amp;uuml;hen, das Deb&amp;uuml;t konnte ersprie&amp;szlig;en. 
 
Unbekannt sind die entstandenen Bl&amp;uuml;ten dabei jedoch nicht, haben sie ihre Wurzeln doch im Blues, Soul, Folk und Gospel. Die Gefahr der Belanglosigkeit k&amp;ouml;nnte folglich zwischen den T&amp;ouml;nen schweben, dennoch kann sich der H&amp;ouml;rer ihrer auditiven Sch&amp;ouml;nheit nicht verschlie&amp;szlig;en. Das raue sowie warme Vibrato der Frontfrau hallt durch die Geh&amp;ouml;rg&amp;auml;nge und f&amp;uuml;llt den Klangraum, sehr dezent verbirgt sich w&amp;auml;hrenddessen ein orchestrales Ensemble aus Cello, Gitarre, Saxophon, Klavier und Schlagzeug im Hintergrund. Man h&amp;ouml;rt ganz klar, was zuerst da war: Al Spx und ihre Worte. Und diese kreieren stetig eine sehr sakrale, intime Atmosph&amp;auml;re:&amp;nbsp; &amp;quot;I am / I am a goddamn believer&amp;quot; &amp;nbsp;werden unterst&amp;uuml;tzt von einem pastoralen Chor&amp;nbsp; (&amp;quot;Blank Maps&amp;quot;) oder &amp;nbsp; &amp;quot;I've got a pocket full of prayers to share&amp;quot;  im becken- und gitarrenlastigen St&amp;uuml;ck &amp;quot;Hector&amp;quot;.&amp;nbsp; 
 
  Cold Specks - &amp;quot;I Predict A Graceful Expulsion&amp;quot; (Albumstream)&amp;nbsp; 
     
 
 &amp;quot;Holland&amp;quot; ist der wohl insgesamt pers&amp;ouml;nlichste Titel, behandelt er doch die letzten Lebensjahre ihres in Rotterdam wohnenden Gro&amp;szlig;vaters und letztlich seinen Tod.  &amp;quot;Oh I, whole night, I heard you sing / o death, where is thy sting?&amp;quot;  singt sie verzweifelt begleitet von reduzierten Cello-Kl&amp;auml;ngen und vorsichtigem Gitarren-Zupfen. Die erste H&amp;auml;lfte des Liedes wurde somit nur sehr behutsam instrumentiert, doch mit der Erkenntnis  &amp;quot;We are many / we are many / we are dust / and to dust we will all return&amp;quot;  &amp;auml;ndert sich die Stimmung in der anderen H&amp;auml;lfte. Nach dieser Proklamation ist es f&amp;uuml;r einen Moment lang still, und pl&amp;ouml;tzlich setzt mit der Pauke ein m&amp;auml;chtiges Arrangement ein, welches das St&amp;uuml;ck schlie&amp;szlig;lich in ein sanftes Ende geleitet. 
 
In Cold Specks Geschichten geht es nicht vorrangig um die Liebe und Sehnsucht, wie es bei vielen Singer/Songwritern der Fall ist. Sie versucht sich mit bassigen Gitarren sowie Streichern an einer anderen Facette des Textens, n&amp;auml;mlich der Umschreibung von Tragik und Religion. Und nein, sie versucht sich nicht nur daran, es gelingt ihr mithilfe der sehr charismatischen Stimmfarbe auch au&amp;szlig;ergew&amp;ouml;hnlich gut.  
 
 
 Sophie Lagies  
 
 V&amp;Ouml;:  18.05.2012 
 
 Label:  Mute Records 
 
 Tracklist:  
01. The Mark 
02. Heavy Hands 
03. Winter Solstice 
04. When The City Lights Dim 
05. Hector 
06. Holland 
07. Elephant Head 
08. Send Your Youth 
09. Blank Maps 
10. Steady 
11. Lay Me Down
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		<pubDate>Tue, 22 May 2012 13:43:23 +0200</pubDate>
	</item>
		<item>
		<title><![CDATA[Ursprung: Ursprung]]></title>
		<link>http://www.motor.de/motormeinung</link>
		<description>Von Mummenschanz, Chr&amp;uuml;zegg und Seiland: Pantha Du Prince widmet sich auf seinem Nebenprojekt einer altmodischen &amp;Auml;sthetik zwischen Ambient und Klangentstehungsorgien.   
  
 (Foto: Stephan Abry)  
   
Die Suche nach dem einen Sinn oder doch der ersten Ursache, die alle Wirkungen ausl&amp;ouml;ste; die Wurzel allen &amp;Uuml;bels oder doch der Sch&amp;ouml;pfung &amp;ndash; was ist dieser Ursprung, der da gro&amp;szlig; auf dem Cover brennt? Die Eislandschaft im Hintergrund, optisch dominierend, evoziert die Assoziation Natur. Da ist es nicht weit zu  Pantha Du Prince . Der in Kassel geborene Hendrik Weber hat mit eskapistischer Ader seine Faszination f&amp;uuml;r das Reich der Natur elektronisch verarbeitet.  
 
Field Recordings, Klangh&amp;ouml;lzer-Sounds und dem Habitus des Minimalismus fr&amp;ouml;nend, fischt auch &amp;quot;Ursprung&amp;quot; &amp;ndash; das gemeinsame Projekt mit Fotograf Stephan Abry &amp;ndash; im scheinbar anti-synthetischem Aquarium. Nur, aus diesem blubbern keine Techno-Blasen an die Oberfl&amp;auml;che. Der Club ist nicht nur in weiter Ferne, es gibt ihn gar nicht. Dem Duo geht es um Penetration. Die Durchdringung von Klang und Kl&amp;auml;ngen. Der Keim kann alles sein, ein krautiges Motiv, ein Geysir-&amp;auml;hnliches Brodeln oder die tr&amp;uuml;gerische Ruhe als Rohentwurf einer Klangquelle.  
 
 Ursprung &amp;ndash; &amp;quot;Exodus Now&amp;quot; 
    
Die Vision und anthropologische Str&amp;ouml;mung, der Mensch als kosmisches Wesen, bekommt durch Abry/Weber ein auditives Thesenpapier gereicht. Wie jetzt, der Mensch als Teilzeit-Besucher, als Gast? Was absurd klingen mag, findet phonetische Best&amp;auml;tigung: Ursprung formuliert keine Strukturen, sondern l&amp;auml;sst Schichtungen wirken. Gerade wenn sich mehrere Patterns &amp;uuml;bereinander gelegt haben, kommt das abrupte Ende. Ebbt die Musik ab, bauen sich mehrere Zweige zu einer neuen Collage zusammen. Die Arrangements arrangieren sich selbst.  
 
Ambient, Krautrock oder Kosmische Musik sind Facetten&amp;nbsp;&amp;mdash; Manuel G&amp;ouml;ttsching, Cluster oder  Brian Eno  Koordinaten, die den Versuch unternehmen, dieser Musik Fesseln anzulegen. Die Ver&amp;auml;nderung von Kl&amp;auml;ngen, ihre &amp;Uuml;ber- und Unterordnung in ein &amp;auml;therisches und sich entziehendes Verst&amp;auml;ndnis, gerne auch mit der nat&amp;uuml;rlichen Kraft von Bass und Fl&amp;auml;che, sind Essenz von Leben. Auch in der Musik. Gerade dort. Und am Ende steht die Antwort auf die Frage nach dem Sinn: Evolution.  
 
 
 Sebastian Wei&amp;szlig;   
 
 V&amp;Ouml;:  21.05.2012 
 
 Label:  Dial/Kompakt 
 
 Tracklist:   
 
01. Mummenschanz 
02. Ohne Worte 
03. Seiland 
04. Exodus Now 
05. Chr&amp;uuml;zegg 
06. Lizzy 
07. In Aufruhr 
08. Nightbirds 
09. Kalte Eiche 
10. Am Buachaille
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		<pubDate>Tue, 22 May 2012 12:59:50 +0200</pubDate>
	</item>
		<item>
		<title><![CDATA[Still Flyin': On A Bedroom Wall]]></title>
		<link>http://www.motor.de/motormeinung</link>
		<description>Nach den Hippies kommen die New Waver? Still Flyin' verlaufen sich auf &amp;quot;On&amp;nbsp;A Bedroom Wall&amp;quot; in synthielastigem Indie-Pop, der weder recht zum Shoegazen einl&amp;auml;dt noch zum Sommersound taugt &amp;ndash; Spa&amp;szlig; macht's trotzdem.  
  
 (Foto:&amp;nbsp;Staatsakt)  
 
Es ist das alte Problem vor dem eine Band sp&amp;auml;testens nach einem soliden Deb&amp;uuml;t steht: Macht man eine 180 Grad-Wende, bleibt dem eigenen Sound treu oder doch lieber Aufl&amp;ouml;sung?&amp;nbsp;Gegl&amp;uuml;ckte und missgl&amp;uuml;ckte Versuche f&amp;uuml;r jede Variante hat die Musikgeschichte zuhauf in petto. Sean Rawls, Frontmann des Pop-Kollektivs Still Flyin', hat sich f&amp;uuml;r den massiven Umbruch entschieden. Der Charme von 2009, als 15 Musiker das Deb&amp;uuml;t&amp;nbsp;&amp;quot;Never Gonne Touch The Ground&amp;quot; mit Reggae, Klatsch-Indie und Ska-Elementen verfeinerten und gar eine fr&amp;ouml;hlichere Version von     The Clash   abgaben, ist vorbei.&amp;nbsp; 
 
 Still Flyin - &amp;quot; Travelin' Man&amp;quot;  
    
 
Drei Jahre sind seither vergangen und Rawls hat sich weiterentwickelt.&amp;nbsp;Auf &amp;quot;On a Bedroom Wall&amp;quot; sind die Blumen aus den Haaren verschwunden, der Joint ist vergeglimmt und auch die Karoschuhe liegen im Schrank. Daf&amp;uuml;r sind jetzt Kajal und Keyboard neu hinzugekommen. Der Band, die live auch gern mal besetzungsm&amp;auml;&amp;szlig;ig auf Orchesterst&amp;auml;rke mutiert, scheint das aber nicht die Spielfreude genommen zu haben. Die zehn Songs klingen alle immer noch durchdacht. Doch die Synthies ert&amp;ouml;nen &amp;mdash; ob des technischen Sounds &amp;mdash; auch k&amp;uuml;hl. Dabei singen Rawls und Chor doch so herzerw&amp;auml;rmend von Liebe oder daraus resultierendem Schmerz. Aber der im New Wave &amp;uuml;bliche melancholische Flow will nicht so Recht eintreten. Daf&amp;uuml;r sind Lieder wie &amp;quot;Big Trouble In Little Alabama&amp;quot; oder &amp;quot;Spirits&amp;quot; unterschwellig doch zu fr&amp;ouml;hlich.  
 
 Still Flyin' -&amp;nbsp;&amp;quot;Spirits&amp;quot;  
    
 
So ist das Zweitwerk &amp;quot;On A Bedroom Wall&amp;quot; zur Kehrtwende geworden. Waren es vorher Fans von The Clash und&amp;nbsp; The Police , f&amp;uuml;hlen sich jetzt eher die Freunde der jungen  Depeche Mode ,  The Cure  oder&amp;nbsp; Joy Division  verstanden. So bleibt es ein Album, das die Fans eher spaltet, als verbindet &amp;ndash; auch wenn die Qualit&amp;auml;t unter dem Strich stimmt.  
 
 
 Heiko Saul  
 
 V&amp;ouml;:  18.05.2012 
 
 Label:  Staatsakt / Rough Trade 
 
 Tracklist:  
 
1. Elsie Domer 
2. Travelin&amp;lsquo; Man 
3. Big Trouble In Little Alabama 
4. Spirits 
5. Cleat Talking 
6. Surrender To Me 
7. Camouflage Detection 
8. Take These Streets 
9. Candlemaker 
10. Jacket in July
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		<pubDate>Mon, 21 May 2012 16:06:49 +0200</pubDate>
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