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	<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 16:52:51 +0000</pubDate>
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		<title>[kopfgeschosse:26]</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 14:39:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Phil</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[vor einer Minute]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit jeder Entscheidung, sich von etwas Geliebtem zu distanzieren,
entfernt man sich immer auch ein Stück weiter weg von sich selbst.

Phil
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><em>Mit jeder Entscheidung, sich von etwas Geliebtem zu distanzieren,<br />
entfernt man sich immer auch ein Stück weiter weg von sich selbst.</em>
</p>
<p style="text-align: center;">Phil</p>
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		<title>An Tagen wie heute könnte ich nonstop kotzen</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 17:50:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Phil</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Fundsachen]]></category>

		<category><![CDATA[Murmeltier-Frust]]></category>

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		<description><![CDATA[Stoff zum Schreiben findet sich bei textenden Menschen wie mir manchmal im Geschriebenen Anderer. Neben dem Lesen von anderen Blogs, Magazinen und zum Beispiel diverser Fachpresse scanne ich natürlich auch die klassischen Medien bis hin zur Klatschpresse.
Nur was heute den ganzen Tag über wegen dem Freitod von Robert Enke in der Presse abging, liess meinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Stoff zum Schreiben findet sich bei textenden Menschen wie mir manchmal im Geschriebenen Anderer. Neben dem Lesen von anderen Blogs, Magazinen und zum Beispiel diverser Fachpresse scanne ich natürlich auch die klassischen Medien bis hin zur Klatschpresse.</p>
<p style="text-align: left;">Nur was heute den ganzen Tag über wegen dem Freitod von Robert Enke in der Presse abging, liess meinen Hals bis eben auf Kopfdicke anschwellen. Gut für mich, dass schon andere Blogger sich mit bedachten Worten dem nach Sensation gierenden Journalismus angenommen haben; ich wüsste nicht, ob meine hier eventuell formulierte Aversion frei von Abmahnungen geblieben wäre.</p>
<p style="text-align: left;">Stellvertretend für alle Blogger, die in der Sache Contenance bewahrt haben, danke ich zwei Autoren, die genau das formulierten, was meine Meinung widerspiegelt.</p>
<p style="text-align: left;">Dirk Gieselmann mit <a href="http://www.11freunde.de/bundesligen/125577/worueber_man_nicht_reden_kann" target="_blank">seinem Beitrag</a> von den <a href="http://www.11freunde.de/bundesligen" target="_blank">11 Freunden</a> und</p>
<p style="text-align: left;">Jens Berger mit <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1147/der-freitod-eines-torwarts-und-die-ethik" target="_blank">seiner Meinung</a> als <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/" target="_blank">der Spiegelfechter</a>.</p>
<p style="text-align: left;">Phil</p>
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		<title>H1N1 macht mir keine Angst. Aber was anderes.</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 11:12:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Phil</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Gemurmel von Heute]]></category>

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		<description><![CDATA[Mag sein, dass ich unwissend bin, ich in Medizin lediglich sehr allgemeine Kenntnisse vorweisen kann, die Strukturen des Lobbyismus zwischen Wirtschaft (insbesondere der Pharmaindustrie) und der Politik nicht so recht durchschaue, von Entwicklungsprozessen für Medikamente und deren Produktion bzw. Vertrieb erst recht nichts weiss; aber heute morgen im Hotel stellte sich mir bei einem im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><img class="alignleft" style="margin-left: 8px; margin-right: 8px;" src="http://www.murmeltiertag.net/images/bazillen.jpg" alt="" width="97" height="87" />Mag sein, dass ich unwissend bin, ich in Medizin lediglich sehr allgemeine Kenntnisse vorweisen kann, die Strukturen des Lobbyismus zwischen Wirtschaft (insbesondere der Pharmaindustrie) und der Politik nicht so recht durchschaue, von Entwicklungsprozessen für Medikamente und deren Produktion bzw. Vertrieb erst recht nichts weiss; aber heute morgen im Hotel stellte sich mir bei einem im TV laufenden Interview zur omnipräsenten Diskussion um die Schweinegrippe eine ganz banale Frage. Für die es keine Antwort gibt, sondern einfach den Schluss zulässt, dass wir fast alle irgendwann einmal -wenn nicht sogar schon bald- ganz schön im Arsch sein werden.</p>
<p style="text-align: left;">Ausschlaggebend war die Feststellung seitens der Politik, dass in Deutschland die flächendeckende Versorgung mit dem Impfstoff gegen die Schweineinfluenza voraussichtlich erst Anfang nächsten Jahres sichergestellt sein werden kann. Trotz der auf Hochtouren laufenden Produktion in den Pharmaunternehmen existiert wohl eine relativ beschränkte Herstellungskapazität für den Wirkstoff gegen H1N1. Aha.</p>
<p style="text-align: left;">Ich will jetzt überhaupt nicht in die aktuell laufenden Diskussionen über Pro und Contra der Grippeimpfung eingreifen, wer wieviel oder auch nicht an dem Medikament und dem Drumherum verdient oder welche alternative Szenarien es allgemein respektive für jeden einzelnen Bürger gibt, um gegen die Pandemie zu kämpfen. Was ich sehe und aus der öffentlichen Diskussion der Vergangenheit mitgenommen habe, sind kontroverse Expertisen, Ratlosigkeit in Politik und Gesellschaft wie auch die Unfähigkeit, in gebotener Zeit und Eile der Ausbreitung jener Pandemie entgegenzuwirken bzw. ein Gegenmittel gegen die Schweinegrippe als solche zu entwickeln und allen zur Verfügung zu stellen.</p>
<p style="text-align: left;">Aha, sagte ich mir heute morgen; nur ein einziges Aha. Vielleicht ist mein Schluss ja trivial, aber ich sehe nur ein Schulterzucken allenthalben. Da gibt es eine Krankheit, gegen deren Ausbreitung man weltweit machtlos ist. Unsere heute nahezu schrankenlose Welt die Eingrenzung der Seuche fast unmöglich macht. Und - es dauerte seit dem ersten Auftreten der diesjährigen Mutation der Schweinegrippe in diesem Frühjahr ein halbes Jahr, bis ein Impfstoff gefunden war und fast nochmals ein halbes Jahr wird benötigt, bis zumindest in Deutschland alle Menschen damit versorgt sein werden.</p>
<p style="text-align: left;">Gut, mit jeder grösseren Grippewelle sterben in Deutschland allein ein paar zehntausend Menschen; meistens schwächere wie Kinder und alte Menschen. Das wissen die meisten von uns und wird als Fakt hingenommen, gegen den man sich bestmöglich zu schützen weiss. H1N1 hat längst noch nicht die Dimensionen einer &#8220;normalen&#8221; Grippewelle angenommen und wird im Gegensatz zur traditionellen Influenza trotzdem medienwirksam tagtäglich mit den allseits bekannten Themenschwerpunkten gehypt. Warum wohl nur?</p>
<p style="text-align: left;">Um vielleicht von dem eigentlichen Kernproblem in der Sache abzulenken? Dass unsere moderne und hochtechnisierte Welt nicht in der Lage ist, die globale Verbreitung einer Seuche wie H1N1 zu unterbinden? Dass hochqualifizierte Industriestaaten wie Deutschland und deren Top Wissenschaftler etliche Monate benötigen, um ein Serum gegen ein lediglich mutiertes Bakterium zu entwickeln, für dessen andere Mutationen bereits meistens Impfstoffe existieren? Dass es nicht möglich ist, wegen begrenzter Produktionskapazitäten für zumindest die meisten Menschen rechtzeitig einen Wirkstoff parat zu haben?</p>
<p style="text-align: left;">Was wäre also, wenn sich das muntere und sehr mutationsfähige Grippevirus demnächst vielleicht mal in einen echten Killervirus verwandelt? Wo nicht nur ein paar 10.000 in Deutschland und weltweit ein paar Millionen Menschen dahingerafft werden. So eines, das nämlich richtig fies ist. Oder gar eine ganz neue todbringende Krankheit a la Ebola zur Pandemie werden könnte? Und niemand auf der Welt die Ausbreitung wirkungsvoll verhindern kann. Wir alle (oder zumindest die meisten von uns) dahingerafft werden, weil die Zeit zu kurz ist, wir nicht in der Lage sind, um ein wirksames Gegenmittel binnen kürzester Zeit zu entwickeln und erst recht unfähig sind, es unter die meisten Leute zu bringen?</p>
<p style="text-align: left;">Wenn dem also mal so sein würde, dann meine lieben Leserinnen und Leser sind wohl nur noch eins - nämlich ganz schön im Arsch. </p>
<p style="text-align: left;">Phil</p>
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		<title>Hollandse notities (6)</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 15:11:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Phil</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Holland]]></category>

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		<description><![CDATA[
Jetzt lungere ich hier arbeitstechnisch schon im sechsten Monat bei den Flachlandtirolern in Den Haag herum und dachte eigentlich, dass ich im Blog mehr aus diesem Umfeld und speziell in dieser Rubrik zu berichten hätte. Gäbe es zwar auch, aber dies wären vor allem zum Haare raufende Interna aus meinem Projekt, die zum einen aber so verquer sind, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><img class="alignleft" src="http://www.murmeltiertag.net/images/nfl.jpg" alt="" width="115" height="100" /></p>
<p style="text-align: left;">Jetzt lungere ich hier arbeitstechnisch schon im sechsten Monat bei den Flachlandtirolern in Den Haag herum und dachte eigentlich, dass ich im Blog mehr aus diesem Umfeld und speziell in dieser Rubrik zu berichten hätte. Gäbe es zwar auch, aber dies wären vor allem zum Haare raufende Interna aus meinem Projekt, die zum einen aber so verquer sind, dass ich sie nicht abstrahieren und anonymisieren kann und zum anderen selbst vom superschlauen Anteil meiner Leser nur schwerlich verstanden werden würde. Wenn es allerdings Leser gibt, die gerne Insiderwitze aus dem Umfeld der maschinellen Abbildung des Handels mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gas" target="_blank">Fluiden</a> und sämtlich damit verbundenen logistischen Prozessen hören wollen, dann mögen diese sich bitte in den Kommentaren melden. <span style="text-decoration: line-through;">Puuh war das jetzt schwer, meinen Job so zu umschreiben, dass man mich direkt über Guckel &amp; Co. nicht finden kann</span>.</p>
<p style="text-align: left;">Die bislang von mir frauentechnisch auf Platz eins favorisierten Tchechinnen sind in meiner Rangliste zurückgefallen, da ich zur Zeit finde, dass die Holländer die schönsten Frauen der Welt haben. Ich könnte mich hier in diesem Land jeden Tag neu verlieben, <span style="text-decoration: line-through;">was einem als langjährigem Single eh nicht schwer fällt,</span> wenn ich denn nur wollte. Sogar die Idee, dass ich hier mal leben würde, wäre für mich vorstellbar. Wenn es da nicht drei Sachen gäbe, die jene Idee immer wieder versanden liesse: Die Sprache (vor allem das gekrächzte &#8216;g&#8217;), das gelbe Nummernschild und die absolute Unfähigkeit dieses Volks, auch nur ein einziges Mal Fussballweltmeister zu werden.</p>
<p style="text-align: left;">Ich hatte ja mal vor circa zwei Monaten berichtet, dass wir mit rund 40 Leuten das Hotel wechseln wollen. Weiter weg vom Scheveninger Nordseestrand, weil das Herbst- und Winterwetter echt rau ist und aus jeder noch so stark geföhnten Tolle eine Frisur im Stile Albert Einsteins zaubert bzw. die meisten nahegelegenen Restaurants am Strand inzwischen saisonal geschlossen sind. Also hat einer unserer Manager die letzten 10 Wochen zig Alternativen an Hotels in Den Haag rausgesucht und uns mit Mails, Feedbacks und Votings beglückt <span style="text-decoration: line-through;">weil er sonst wohl nix zu tun hat</span>. Was ein Gemecker allenthalben im Team - das eine Hotel hat kein WLAN, das nächste keinen Fitnessraum, dann fehlte ein Schwimmbad, dann war das Hotelrestaurant nix, mal lag es zu weit vom Kunden weg und und und. Aber jetzt haben wir endlich eins, nämlich das, in dem wir eh schon seit Anbeginn residieren.</p>
<p style="text-align: left;">Eine Gelegenheit, meinen kärglichen Tagessatz aufzubessern, habe ich inzwischen auch gefunden. Ich <span style="text-decoration: line-through;">schmuggel</span> besorge vom Amsterdamer Flughafen für die <span style="text-decoration: line-through;">Altstadtbaggage</span> Freunde, Bekannte und Wirte aus meiner Altstadt literweise <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bombay_Sapphire" target="_blank">Bombay Sapphire</a> (den 47%igen!); ein ganz lecker Stöffchen für alle, die einen gepflegten Gin Tonic zu schätzen wissen. Nachdem ich inzwischen fast alle in meinem Umfeld mit diesem Drink begeistert habe, hier zum Abschluss meiner Notizen aus Holland meine persönliche Rezeptur für ein Getränk, das nicht nur im Sommer schmeckt:</p>
<p style="text-align: left;">Tonicwater und Gin müssen im Kühlschrank gelagert sein. Ein Longdrinkglas zu 2/3 locker mit Eiswürfel bestücken und es dann zuerst mit 2/5 Gin und danach 3/5 mit Tonicwater befüllen. <span style="text-decoration: line-through;">Schwächlinge wählen einen niedrigeren Ginanteil</span>. Beim Tonic würde ich nicht unbedingt den überteuerten <a href="http://www.schweppes.de/" target="_blank">Quasimonopolisten</a> empfehlen; für meinen Geschmack gibt es auch bessere und meist günstigere Alternativen wie z.B. <a href="http://www.stralsunder.de/produkte/spq/index.html" target="_blank">SPQ </a>oder <a href="http://www.fever-tree.com/drinks.php" target="_blank">Fever-Tree</a>. Letzteres gibt es in Deutschland ab und zu im <a href="http://www.english-shop.de/" target="_blank">English Shop</a> in Köln. Darauf ein Eckchen Zitrone und fertig ist einer meiner aktuellen Lieblingsdrinks. Der übrigens noch geiler schmeckt, wenn man statt der Zitrone die hauchdünne Scheibe einer Salatgurke wählt.</p>
<p style="text-align: left;">Phil</p>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 15:04:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Phil</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Gestern & Morgen]]></category>

		<category><![CDATA[Nur ein déjà vu...]]></category>

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		<description><![CDATA[In jener Woche ging nach knapp zwei Jahren die zweite meiner längeren Partnerschaften in die Brüche; in einem Jahr, welches eh von diversen Verlusten geprägt war. Ein allererster Versuch, mit einer Frau in einer gemeinsamen Wohnung zu leben, scheiterte an meiner inneren Mauer davor, etwas zusammenwachsen zu lassen, was wie ich mal dachte zusammengehören könnte. Alle meine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><img class="alignleft" style="margin-left: 9px; margin-right: 9px;" title="20 Jahre Mauerfall" src="http://www.murmeltiertag.net/images/bmauer.jpg" alt="" width="89" height="78" />In jener Woche ging nach knapp zwei Jahren die zweite meiner längeren Partnerschaften in die Brüche; in einem Jahr, welches eh von diversen Verlusten geprägt war. Ein allererster Versuch, mit einer Frau in einer gemeinsamen Wohnung zu leben, scheiterte an meiner inneren Mauer davor, etwas zusammenwachsen zu lassen, was wie ich mal dachte zusammengehören könnte. Alle meine Wünsche, Vorstellungen und Sehnsüchte brachen dieser Tage nach ihrem Weggang endgültig in sich zusammen; es juckte mich jedoch an diesem Tag wenig, ich gab ihr weder die Schuld an unserem Aus, noch machte ich ihr Vorwürfe, dass sie bereits mit einem anderen Kerl bumste.</p>
<p style="text-align: left;">Lustlos tippte ich auf meinem 286er ein paar Zeilen Programmcode in die Tastatur; hatte aber keine rechte Lust mehr dazu, weil ich eh den ganzen Tag über schon vorm Bildschirm gesessen hatte, um mühselig die völlig unbrauchbare Gratisversion von Windows 1.0 zu deinstallieren und den Rechner wieder gescheit zum Laufen zu bringen. <em>Nichts läuft wie es soll</em> sinnierte ich, während im Hintergrund der Fernseher lief und ich <em>ha ha ha, ausser der Alkohol</em> krächzte, um in die bereits halb leergeräumte Küche zu gehen und mir dort ein weiteres Bier aus dem Kühlschrank zog.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Übernächstes Jahr wirst Du 30</em>, schauderte mich plötzlich beim Trinken und die Vision, bis zur Rente als vereinsamter Tekki in der Bank zu arbeiten, gefiel mir überhaupt nicht. Darüber hinaus hatte ich mich mit etlichen Menschen in jener Zeit überworfen, weil ich mit dem Kopf durch die Wand wollte; weil die Welt sich gefälligst in jene Richtung zu drehen haben sollte, in die allein ich es haben wollte. Immer mehr türmten sich an diesem Abend Frust, fehlende Perspektive und Haltlosigkeit zu einer Mauer auf, welche mir in diesen Stunden immer höher und immer mehr als nicht überwindbar erschien.</p>
<p style="text-align: left;">Missmutig und angetrunken liess ich mich so um Mitternacht herum im Gewühl aus Umzugskisten und Plastiksäcken auf die zugemüllte Couch fallen, drehte den Fernseher lauter und nahm erstmals bewusst die dort laufende Berichterstattung wahr, welche schon seit Stunden, von mir wohl nur unterschwellig wahrgenommen, gelaufen sein musste. Betrachtete in einem Mix aus Fassungslosigkeit, Freunde und bestimmt tausenden in mir sofort aufkeimenden Fragen all jene emotionsentladende Menschen, die auf der Mauer vor dem Brandenburger Tor tanzten, hupend in ihren Trabbis über Grenzübergänge zuckelten und Westberliner, die spontan Strassenparties mit ihren aus dem Ostteil der Stadt herübergekommenen Nachbarn feierten.</p>
<p style="text-align: left;">Ich weiss nicht mehr wie lange ich noch in jener Nacht auf diese so surreal erscheinenden Szenen im Fernsehprogramm starrte. All meine Fragen, meine Gedanken und Gefühle reduzierten auf die schon fast banale Feststellung, dass sich jetzt vieles verändern würde. <em>Alles wird anders</em>, murmelte ich irgendwann am Morgen vor mich hin, <em>alles <strong>muss</strong> anders werden</em>. Was dann auch geschah, denn ich tat dann etwas, was ich damals seit sehr, sehr langer Zeit nicht mehr getan hatte. Ich weinte.</p>
<p style="text-align: left;">Phil</p>
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