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	<title type="text">MyFonts.de</title>
	<subtitle type="text">Die deutsche Dependance von MyFonts.com</subtitle>

	<updated>2010-09-07T08:01:18Z</updated>
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		<author>
			<name>Frank Rausch</name>
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					</author>
		<title type="html"><![CDATA[Heimat Sans]]></title>
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		<updated>2010-09-06T21:47:10Z</updated>
		<published>2010-09-07T08:01:18Z</published>
		<category scheme="http://www.myfonts.de" term="Fontschau" />		<summary type="html"><![CDATA[
Eine lesbare geometrische Schrift zu gestalten – mit diesem vermeintlich einfachen Vorhaben trauen sich viele Anfänger ins Reich der Schriftgestaltung. Was aber entsteht, wenn sich ein exzellent ausgebildeter, TDC-prämierter Schriftgestalter in seiner Arbeit mit geometrischen Grundformen beschäftigt? Christoph Dunst beantwortet diese Frage mit seiner neuen Schrift Heimat.

Die Heimat ist zwar eine Überraschung – gerade nach [...]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="http://www.myfonts.de/2010/09/heimat-sans/"><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1249" title="MFD_1_Heimat" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/09/MFD_1_Heimat.png" alt="Christoph Dunst: Heimat Sans" width="400" height="400" /></p>
<p>Eine lesbare geometrische Schrift zu gestalten – mit diesem vermeintlich einfachen Vorhaben <a href="http://typographica.org/2010/on-typography/making-geometric-type-work/">trauen sich viele Anfänger ins Reich der Schriftgestaltung</a>. Was aber entsteht, wenn sich ein exzellent ausgebildeter, <span class="caps">TDC</span>-prämierter Schriftgestalter in seiner Arbeit mit geometrischen Grundformen beschäftigt? <a href="http://new.myfonts.com/person/Christoph_Dunst/?refby=mfde">Christoph Dunst</a> beantwortet diese Frage mit seiner neuen Schrift <a href="http://new.myfonts.com/fonts/burodunst/heimat-sans/?refby=mfde">Heimat</a>.<br />
<span id="more-1241"></span><img class="alignnone size-full wp-image-1250" title="MFD_2_Heimat" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/09/MFD_2_Heimat.png" alt="Heimat Sans: Specimen" width="504" height="567" /></p>
<p>Die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/burodunst/heimat-sans/?refby=mfde">Heimat</a> ist zwar eine Überraschung – gerade nach seinem klassischen Debüt mit der <a href="/2010/05/novel/">perfektionistischen Textschrift Novel</a> – aber bei Kenntnis von Christophs Biografie nicht allzu weit hergeholt: Die ausdauernde Beschäftigung mit den Tücken konstruierter Schriften hat er schließlich schon als freier Mitarbeiter von <a href="http://new.myfonts.com/person/Albert-Jan_Pool/?refby=mfde">Albert-Jan Pool</a> bei der <a href="http://www.fontblog.de/technik-design-und-erotik-der-ff-din-rundschrift">Gestaltung der DIN Round</a> kennengelernt. »Die Arbeiten an der <span class="caps">FF DIN</span> Round hatten mich dazu gebracht, zu überlegen, wie konsequent ein Schriftkonzept eigentlich sein darf«, verrät Christoph.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1251" title="MFD_3_Heimat" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/09/MFD_3_Heimat.png" alt="Heimat Sans: Specimen 2" width="504" height="492" /></p>
<p>Doch während sich kaum noch ein Gestalter an der <a href="http://new.myfonts.com/search/DIN/fonts/?refby=mfde"><span class="caps">DIN</span></a> reibt, polarisiert die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/burodunst/heimat-sans/?refby=mfde">Heimat</a> schon lange vor der Veröffentlichung: »Als ich befreundeten Kollegen die ersten Phasen der Entwicklung zeigte, waren die Meinungen so gespalten, wie sie nur hätten sein können«, sagt Christoph. »Die einen waren begeistert, wie gut sie trotz der extremen Formen gerade in kleinen Graden lesbar ist. Für die anderen war sie zu unausgeglichen und nicht universell genug.«</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1252" title="MFD_4_Heimat" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/09/MFD_4_Heimat.png" alt="Die Heimat Sans hat relativ kleine Versalien. Für eigenwillige Buchstaben wie f, g oder r gibt es Alternativformen." width="504" height="251" /></p>
<p class="caption">Die Inspiration zur eigenwilligen Formensprache entsprang der Zeichnung <a href="http://new.myfonts.com/person/Paul_Renner/?refby=mfde">Paul Renners</a> von einer ähnlichen <em>fl</em>-Ligatur, wie sie jetzt auch die Heimat mitbringt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1253" title="MFD_5_Heimat" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/09/MFD_5_Heimat.png" alt="Die Gemeinen der Heimat Sans, normal und kursiv, jeweils mit Standard- und Wahlformen" width="504" height="234" /></p>
<p>Entstanden ist eine Kombination aus ideologischer <a href="http://new.myfonts.com/search/name%3AHelvetica/fonts/?refby=mfde">Helvetica</a> und idealistischer <a href="http://new.myfonts.com/search/Futura/fonts/?refby=mfde">Futura</a>, gewürzt mit der Eigenwilligkeit von <a href="http://new.myfonts.com/fonts/fontbureau/interstate/?refby=mfde">Interstate</a> und der Schreibmaschinenhaftigkeit <a href="http://new.myfonts.com/search/tag%3Amonospace/fonts/?refby=mfde">dicktengleicher</a> Schriften – obwohl es sich um eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Proportionalschrift">Proportionalschrift</a> handelt. Das <em>g</em>, <em>r</em> und <em>q</em> sowie das kursive <em>f</em> sind formal sehr ungewöhnlich – dank ziviler Alternativen (per OpenType-Feature automatisch ersetzbar) bekommen aber auch konservative Gemüter die Chance, sich mit der Heimat anzufreunden.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1254" title="MFD_6_Heimat" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/09/MFD_6_Heimat.png" alt="Die Heimat Sans umfasst 6 Strichstärken, die jeweils mit einer Italic ausgestattet sind." width="504" height="557" /></p>
<p class="caption">Die Heimat wirkt mechanisch und insbesondere in fetten Graden fallen Eigenwilligkeiten und Lücken ins Auge. Das liegt an der konsequenten Konstruktion, in der das geometrische Konzept einen höheren Stellenwert hat als ein gleichmäßiges Schriftbild.</p>
<p>Christoph merkt an: »Anders als bei Textschriften stand hier nicht die Harmonie und Eleganz im Vordergrund, sondern ein Schriftkonzept, das es möglichst konsequent umzusetzen galt. Ziel war es, eine Displayschrift mit guter Lesbarkeit zu gestalten – und nicht umgekehrt. Wäre sie harmonischer, hätte ich das Ziel verfehlt.«</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1255" title="MFD_7_Heimat" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/09/MFD_7_Heimat.png" alt="" width="504" height="456" /></p>
<p><a href="http://new.myfonts.com/fonts/burodunst/heimat-sans/?refby=mfde">Heimat</a> ist der harte Gegenentwurf zum serifenlosen Einheitsbrei, erfrischend sticht sie heraus aus der Flut von <a href="http://new.myfonts.com/search/tag%3Agrotesk+release_date%3A%5B2000-01-01T00%3A00%3A00.000Z+TO+%2A%5D/fonts/?refby=mfde">Grotesk-Revivals</a> und <a href="http://new.myfonts.com/search/tag%3Ahumanist+tag%3Asans-serif+release_date%3A%5B2000-01-01T00%3A00%3A00.000Z+TO+%2A%5D/fonts/?refby=mfde">humanistischen Sans-Schriften</a>. Und natürlich ist sie mit jener handwerklichen Perfektion umgesetzt, die man vom <a href="http://new.myfonts.com/foundry/B%C3%BCro_Dunst/?refby=mfde">Büro Dunst</a> erwartet.</p>
<p>Der Name <em>Heimat</em> provoziert freilich genau wie der Entwurf. Würde eine Fraktur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heimat">Heimat heißen</a>, wäre der Beigeschmack wohl für manch einen unerträglich. Da aber eindeutig die Moderne und die Experimentierfreudigkeit in bester <a href="http://new.myfonts.com/search/bauhaus/fonts/?refby=mfde">Bauhaustradition</a> zu erkennen sind, siegt die Diskrepanz zwischen Name und Form über eventuelle nationalistische Assoziationen – und auch über banale Wirtshaus-und-Berge-Klischees aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heimatfilm">Schlagerschnulzen</a> mit Peter Kraus und Conny Froboess.</p>
<p>Obwohl – oder gerade weil – Christophs konzeptlastiges Schriftstatement insbesondere Typo-Profis ansprechen dürfte, sind wir uns sicher, dass die Heimat für kontroverse Diskussionen sorgen wird. Heimat kann und will nicht <em>everybody’s darling</em> sein. Und das ist gut so. »<a href="http://new.myfonts.com/fonts/burodunst/heimat-sans/?refby=mfde">Heimat</a> ist nichts für den übervorsichtigen Designer, der den Anspruch hat, es jedem Recht machen zu müssen«, so der Gestalter.</p>
<p>Christoph Dunst ist bekannt dafür, kein Billigheimer zu sein.<br />
Heimatfreunde sollten deshalb den exklusiven MyFonts.de-Einführungsrabatt nutzen: $ 199 für die <a href="http://myfonts.us/cart-FxAEVp">gesamte Familie</a> aus 12 Schnitten.<br />
Einfach im Einkaufswagen den <strong>Rabattcode MF-DE-HEIMAT</strong> eingeben. Gültig bis zum 15.10.2010.</p>
]]></content>
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		<author>
			<name>Florian Hardwig</name>
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		<title type="html"><![CDATA[The Word – ATypI 2010 in Dublin]]></title>
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		<updated>2010-09-01T14:23:09Z</updated>
		<published>2010-09-01T14:01:26Z</published>
		<category scheme="http://www.myfonts.de" term="Typo-Szene" />		<summary type="html"><![CDATA[
In einer Woche ist es wieder soweit: die ATypI lädt zu ihrem alljährlichen Treffen. In diesem Jahr findet die Konferenz im Schloss zu Dublin statt. Vom 8. bis 12. September treffen sich Schriftgestalter, Fonttechniker, Kalligrafen, Grafikdesigner und andere Typoleute in der irischen Hauptstadt, um sich über ihr Lieblingsthema auszutauschen.

Dublin Castle – der Veranstaltungsort. Foto: William [...]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="http://www.myfonts.de/2010/09/atypi-dublin/"><![CDATA[<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/09/ATypI-2010-The-Word.jpg" alt="Logo: The Word – ATypI 2010" title="" width="504" height="243" class="alignnone size-full wp-image-1214" /><br />
In einer Woche ist es wieder soweit: die ATypI lädt zu ihrem alljährlichen Treffen. In diesem Jahr findet die Konferenz im Schloss zu Dublin statt. Vom 8. bis 12. September treffen sich Schriftgestalter, Fonttechniker, Kalligrafen, Grafikdesigner und andere Typoleute in der irischen Hauptstadt, um sich über ihr Lieblingsthema auszutauschen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/09/Dublin-Castle.jpg" alt="Dublin Castle" title="" width="504" height="196" class="alignnone size-full wp-image-1215" />
<p class="caption">Dublin Castle – der Veranstaltungsort. Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/infomatique/2873212359">William Murphy</a></p>
<p><span id="more-1213"></span><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/09/Marjan-Bantjes.jpg" alt="Marjan Bantjes" title="" width="504" height="518" class="alignnone size-full wp-image-1216" />
<p class="caption">Die kanadische Designerin und Künstlerin Marian Bantjes. Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/poptech2006/2968100594">Kris Krüg/Pop!Tech</a></p>
<p>Unter den knapp 100 Sprechern der Konferenz finden sich eine Menge bekannter und vielversprechender Namen, z.B. <a href="http://www.atypi.org/03_Dublin/40_speakers/#4563">Marian Bantjes</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Jean_François_Porchez/?refby=mfde">Jean François Porchez</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/David_Berlow/?refby=mfde">David Berlow</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Fiona_Ross/?refby=mfde">Fiona Ross</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Erik_Spiekermann/?refby=mfde">Erik Spiekermann</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Richard_Kegler/?refby=mfde">Richard Kegler</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Bas_Jacobs/?refby=mfde">Bas Jacobs</a>, <a href="http://www.odedezer.com/">Oded Ezer</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Timothy_Donaldson/?refby=mfde">Timothy Donaldson</a> oder <a href="http://new.myfonts.com/person/Michael_Everson/?refby=mfde">Michael Everson</a>.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Elements-Typographic-Style-Robert-Bringhurst/dp/0881792063/ref=nosim?tag=myfode-21"><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/09/The-Elements-of-Typographic-Style.jpg" alt="Robert Bringhurst: The Elements of Typographic Style" title="" width="203" height="360" class="alignleft size-full wp-image-1217" style="padding-right: 20px;" /></a><br />
 <a href="http://www.amazon.de/Mit-Schrift-denken-kritischer-Studenten/dp/1568986939ref=nosim?tag=myfode-21"><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/09/Mit-Schrift-denken1.jpg" alt="Ellen Lupton: Mit Schrift denken" title="" width="281" height="340" class="alignleft size-full wp-image-1219" /></a><br />
Mit <a href="http://www.atypi.org/03_Dublin/40_speakers/#1657">Ellen Lupton</a> und <a href="http://new.myfonts.com/person/Robert_Bringhurst/?refby=mfde">Robert Bringhurst</a> zählen zwei nordamerikanische Autoren zu den ATypI-Hauptrednern, deren Bücher auch hierzulande populär sind:<br />
Bringhursts <a href="http://www.amazon.de/Elements-Typographic-Style-Robert-Bringhurst/dp/0881792063/ref=nosim?tag=myfode-21">The Elements of Typographic Style</a> gilt im englischsprachigen Raum als <em>das</em> Standardwerk zum Umgang mit Schrift und wurde bereits in viele Sprachen übersetzt – allerdings noch nicht ins Deutsche. Luptons <a href="http://www.amazon.de/Mit-Schrift-denken-kritischer-Studenten/dp/1568986939ref=nosim?tag=myfode-21">Mit Schrift denken</a> versteht sich als ›kritischer Ratgeber für Grafiker, Autoren, Lektoren und Studenten‹.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/09/Martin-Majoor-und-Jos-Buivenga.jpg" alt="Martin Majoor und Jos Buivenga" title="" width="504" height="310" class="alignnone size-full wp-image-1220" /></p>
<p class="caption">Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/martinmajoor/3887273686">Martin Majoor, Jos Buivenga</a></p>
<p>Ein Schwerpunktthema der ATypI Dublin wird neben der typografischen Tradition Irlands  und dem aktuellen Stand von Webfonts auch das Gestalten von Schrift als Teamwork sein. Einen solchen kollaborativen Ansatz verfolgen zum Beispiel <a href="http://new.myfonts.com/person/Martin_Majoor/?refby=mfde">Martin Majoor</a> (<a href="http://scalafont.com/">Scala</a>, <a href="http://new.myfonts.com/search/Nexus/fonts/?refby=mfde">Nexus</a>, <a href="http://new.myfonts.com/search/Seria/fonts/?refby=mfde">Seria</a>) und <a href="http://new.myfonts.com/person/Jos_Buivenga/?refby=mfde">Jos Buivenga</a> (<a href="http://new.myfonts.com/search/Museo/fonts/?refby=mfde">Museo</a>, <a href="http://new.myfonts.com/fonts/exljbris/calluna/?refby=mfde">Calluna</a>, Geotica). Die beiden niederländischen Schriftgestalter stellen ihr gemeinsames <a href="http://thequestaproject.com/">Questa-Projekt</a> vor.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/09/Verena-Gerlach-Algier-Plakate1.jpg" alt="Verena Gerlach: Algier-Plakate" title="" width="504" height="470" class="alignnone size-full wp-image-1236" />
<p class="caption">Abbildung: <a href="http://www.fraugerlach.de/">Verena Gerlach</a></p>
<p>Im Rahmenprogramm der Konferenz finden eine Reihe von Touren, Film&shy;vorführungen und Buchvorstellungen statt. Die Berlinerin <a href="http://new.myfonts.com/person/Verena_Gerlach/?refby=mfde">Verena Gerlach</a> zeigt eine <a href="http://atypi.org/03_Dublin/40_timetables/sideshows/exhibitions">Ausstellung</a> mit <a href="http://www.fraugerlach.de/?p=1012 ">Plakaten</a>, die als Resultat zweier Reisen nach Algier entstanden sind.</p>
<h2>Die ATypI</h2>
<p>Die <a href="http://new.myfonts.com/info/atypi/?refby=mfde">Association Typographique Internationale</a> wurde 1957 als eine Art Branchenverband der typografischen Industrie gegründet. Die Initiative dazu kam von <a href="http://new.myfonts.com/person/Charles_Peignot/?refby=mfde">Charles Peignot</a>, Eigentümer der damals größten Schriftgießerei Frankreichs, <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Deberny_and_Peignot/?refby=mfde">Deberny &amp; Peignot</a>. Er sorgte sich, dass es mit der gerade anbrechenden Ära des Fotosatzes zu einem Verfall der typografischen Qualität und insbesondere zu einem Anstieg von Raubkopien führen könnte. So kümmerte sich die ATypI in ihren Anfangsjahren in erster Linie um den Schutz von Urheberrechten. </p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/09/Vox-Klassifikation.jpg" alt="Vox-Klassifikation" title="" width="504" height="267" class="alignnone size-full wp-image-1222" /></p>
<p class="caption">1962 übernahm die ATypI in leicht veränderter Form die von <a href="http://new.myfonts.com/person/Maximilien_Vox/?refby=mfde">Maximilien Vox</a> entwickelte Einteilung von Druckschriften. Dieses als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Formenklassifikation_nach_Vox">Vox-ATypI-Klassifikation</a> bekannte System fand internationale Verbreitung.</p>
<p>Die Jahrestreffen der ATypI dienten den Schriftherstellern anfangs dazu, sich zu begegnen, zu diskutieren und Geschäfte abzuschließen. Mehr als 50 Jahre nach ihrer Gründung besteht die ATypI nicht mehr nur aus einigen wenigen großen Firmen, sondern hat viele kleine Foundries, Fontlabels und unabhängige Type- und Grafik-Designer unter ihren Mitgliedern. Nach wie vor aber bildet die ATypI eine weltweite Interessengemeinschaft der an Schrift und Typografie Interessierten. Zu ihren Zielen zählt sie unter anderem die Förderung neuer, zeitgenössischer Fonts, die Stärkung der typografischen Qualität und den rechtlichen Schutz von Schriftentwürfen.</p>
<p>Die Konferenz, die jeden Herbst in einer anderen Stadt stattfindet (zuletzt in <a href="http://atypi.org/30_past_conferences/04_Mexico">Mexiko-Stadt</a>, davor in <a href="http://atypi.org/30_past_conferences/04_Petersburg/">Sankt Petersburg</a>) bietet der internationalen Typoszene die Gelegenheit, sich persönlich zu treffen und zahlreiche Vorträge rund um Schriftgestaltung, -geschichte, -kultur, -herstellung und -vertrieb zu erleben.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/09/ATypI-50-Affair-T-Shirt.jpg" alt="50 Jahre ATypI: Affair-T-Shirt von Ale Paul" title="" width="504" height="269" class="alignnone size-full wp-image-1223" /></p>
<p class="caption">Zum 50. Geburtstag der ATypI vor drei Jahren gestaltete der Argentinier <a href="http://new.myfonts.com/person/Alejandro_Paul/?refby=mfde">Alejandro Paul</a> ein Jubiläums-Shirt mit seiner Schreibschrift <a href="http://new.myfonts.com/fonts/sudtipos/affair/?refby=mfde">Affair</a>. Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/17849178@N00/1278263224/">Ale Paul</a></p>
<p class="caption">Erste Abbildung: Das Logo der diesjährigen Konferenz wurde von Clare Bell und Dara Ní Bheacháin entworfen. Die verwendete Schrift heißt <a href="http://www.thomasfoley.net/index.php?/project/nib-type-face/">Nib</a> und kommt von Thomas Foley. Der Londoner Designer, der letztes Jahr seinen Master am <a href="http://www.csm.arts.ac.uk/">Central Saint Martins College</a> gemacht hat, wurde beim Entwerfen der – bislang unveröffentlichten – Schrift von <a href="http://new.myfonts.com/person/Freda_Sack/?refby=mfde">Freda Sack</a> betreut.</p>
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			<name>MyFonts.de</name>
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		<title type="html"><![CDATA[Langer Nachmittag des Buchstabenmuseums]]></title>
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		<updated>2010-08-27T07:05:02Z</updated>
		<published>2010-08-27T07:00:49Z</published>
		<category scheme="http://www.myfonts.de" term="Typo-Szene" />		<summary type="html"><![CDATA[
Im Juni musste das Berliner Buchstabenmuseum aus seinen alten Räumlichkeiten raus, im Juli hatte es bereits ein neues – größeres und schöneres – Zuhause gefunden. Und morgen lädt das Museum ein zu einem ›Langen Nachmittag‹ der offenen Tür – mit einer typografischen Filmvorführung bei Wein und Käse.
Bevor es zur Langen Nacht der Museen geht, gibts bei uns [...]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="http://www.myfonts.de/2010/08/buchstabenmuseum/"><![CDATA[<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Buchstabenmuseum-1.jpg" alt="Buchstabenmuseum: Offene Tür für Klein und Groß" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1191" /><br />
Im Juni musste das Berliner Buchstabenmuseum aus seinen alten Räumlichkeiten raus, im Juli hatte es bereits ein neues – größeres und schöneres – Zuhause gefunden. Und morgen lädt das Museum ein zu einem ›Langen Nachmittag‹ der offenen Tür – mit einer typografischen Filmvorführung bei Wein und Käse.</p>
<blockquote><p>Bevor es zur Langen Nacht der Museen geht, gibts bei uns buchstäblich viel zu sehen und genießen:</p>
<p>Helvetica, der legendäre Film des New Yorker Dokumentarfilmers Gary Hustwit,<br />
dazu passend stark betonten Bergkäse aus der Schweiz<br />
und zur Abrundung fruchtig leichten Grünen Veltliner Weißwein.</p></blockquote>
<p><span id="more-1190"></span>Am Samstag, den 28. August 2010 hat das Schaudepot des Buchstabenmuseums von 13:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Die neue Adresse der Sammlung lautet Karl-Liebknecht-Straße 13, dort ist die Dauerausstellung nun in der ersten Etage des Berlin-Carré untergebracht (S-/U-Bahn Alexanderplatz). Es werden drei Aufführungen von <a href="http://www.helveticafilm.com/">Helvetica</a> gezeigt. Sie beginnen um 13:00, 14:45 und 16:30 Uhr; der Film dauert 80 Minuten. Der Eintritt ist frei – Spenden sind erbeten.</p>
<p>Weitere Informationen unter <a href="http://www.buchstabenmuseum.de">www.buchstabenmuseum.de</a>.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Buchstabenmuseum-2.jpg" alt="Fraktur im Buchstabenmuseum: ›Zille‹" title="" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1192" /><br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Buchstabenmuseum-3.jpg" alt="Buchstabenmuseum: volles Depot in der alten Adresse" title="" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1193" /></p>
<p class="caption">Oben: Im alten Schaudepot war die Ausstellungsfläche arg begrenzt – die Exponate konnten nur dicht gedrängt und gestapelt präsentiert werden.</p>
<p class="caption">Unten: Das neue Zuhause im Berlin-Carré ist deutlich größer. Viele der gesammelten Lettern und Schriftzüge kommen hier erst richtig zur Geltung.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Buchstabenmuseum-4.jpg" alt="Buchstabenmuseum: Licht und Raum in den neuen Räumlichkeiten" title="" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1194" /><br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Buchstabenmuseum-5.jpg" alt="Buchstabenmuseum: Starker Andrang am Tag der Wiedereröffnung" title="" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1195" /></p>
<p class="caption">Am Museumstresen wird bereitwillig Auskunft zu einzelnen Exponaten erteilt. Dort kann man auch Postkarten, <a href="http://www.hendrikweber.com/index.php?/typefaces/letter-museum-berlin/">Buchstaben-Anhänger</a> und andere Typo-Souvenirs erwerben – oder einen <a href="http://www.buchstabenmuseum.de/buchstaben/verein/mitglied-werden.php">Mitgliedsantrag</a> für den Verein des Buchstabenmuseums stellen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Buchstabenmuseum-6.jpg" alt="Buchstabenmuseum: Der ›blaue‹ Raum" title="" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1196" /><br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Buchstabenmuseum-7.jpg" alt="Buchstaben dicht an dicht – im Buchstabenmuseum Berlin" title="" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1198" /></p>
<p class="caption">Raumgestaltung nach Farben: die ›blaue‹ und die ›gelbe Kammer‹ des Buchstabenmuseums</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Buchstabenmuseum-8.jpg" alt="Die ›Ur-Meta‹ – signiert von Florian Fischer und Erik Spiekermann" title="" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1199" /></p>
<p class="caption">Die ›Ur-<a href="http://new.myfonts.com/fonts/fontfont/ff-meta/?refby=mfde">Meta</a>‹ – signiert von den <a href="http://realmeta.com/">Meta-Urgesteinen</a> <a href="http://www.begleitung-im-wandel.com">Florian Fischer</a> und <a href="http://new.myfonts.com/person/Erik_Spiekermann/?refby=mfde">Erik Spiekermann</a> </p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Buchstabenmuseum-9.jpg" alt="Goldene Lettern im Buchstabenmuseum" title="" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1200" /></p>
<p class="caption">Der Goldschatz des Schriftliebhabers: Metalllettern aus einer <a href="http://new.myfonts.com/search/DIN/fonts/?refby=mfde">DIN</a></p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Buchstabenmuseum-10.jpg" alt="Klein-, Groß- und Riesenbuchstaben im Berliner Buchstabenmuseum" title="" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1201" /></p>
<p class="caption">Klein-, Groß- und Riesenbuchstaben im Berliner Buchstabenmuseum</p>
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		<title type="html"><![CDATA[Tierra Nueva: die Kunst der Interpretation]]></title>
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		<updated>2010-08-18T07:48:46Z</updated>
		<published>2010-08-18T07:48:46Z</published>
		<category scheme="http://www.myfonts.de" term="Fontschau" />		<summary type="html"><![CDATA[
Tierra Nueva, Neues Land, so heißt die neueste Schrift von FDI, dem Schriftverlag von Ralf Hermann. Für ihren Gestalter, den Österreicher Sebastian Nagel, steht sie tatsächlich für typografisches Neuland. Die erste von FDI veröffentlichte Nagel-Schrift, das Tschichold-Revival Iwan Reschniev, war von einer Faszination für das modernistisch-geometrische Idiom geprägt. Mit Tierra Nueva beleuchtet er nun eine [...]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="http://www.myfonts.de/2010/08/tierra-nueva/"><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-1138" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Tierra11-503x251.png" alt="Tierra Nueva" width="503" height="251" /></p>
<p><a href="http://new.myfonts.com/fonts/fdi/fdi-tierra-nueva/?refby=mfde">Tierra Nueva</a>, <em>Neues Land</em>, so heißt die neueste Schrift von <a class="caps" href="http://new.myfonts.com/search/FDI/fonts/?refby=mfde">FDI</a>, dem Schriftverlag von <a href="http://opentype.info/blog/">Ralf Hermann</a>. Für ihren Gestalter, den Österreicher <a href="http://new.myfonts.com/person/Sebastian_Nagel/?refby=mfde">Sebastian Nagel</a>, steht sie tatsächlich für typografisches Neuland. Die erste von <span class="caps">FDI</span> veröffentlichte Nagel-Schrift, das <a href="http://new.myfonts.com/person/Jan_Tschichold/?refby=mfde">Tschichold</a>-Revival <a href="http://www.myfonts.de/2009/06/iwan-reschniev/">Iwan Reschniev</a>, war von einer Faszination für das modernistisch-geometrische Idiom geprägt. Mit <a href="http://new.myfonts.com/fonts/fdi/fdi-tierra-nueva/?refby=mfde">Tierra Nueva</a> beleuchtet er nun eine völlig andere Seite der Schriftgeschichte. Die barocke Familie basiert auf einer Landkarte Amerikas aus dem Jahr 1562.<br />
<span id="more-1136"></span><br />
Zu seiner abenteuerlichen Reise in die Schriftvergangenheit schreibt Sebastian Nagel:</p>
<blockquote><p>»Als ich im Jahr 2004 durch Zufall die Landkarte Amerikas von 1562, erstellt vom spanischen Kartographen Diego Guiterrez und dem niederländischen Kupferstecher Hieronymus Cock für mich entdeckte, hatte ich erst kurz zuvor meine Diplomarbeit über Schriftgestaltung und Schriftanalyse abgeschlossen. Während dieser Zeit hatte ich mich in einigen Schriftentwürfen versucht, war aber als »Einsteiger« schnell an konzeptionellen und formalen Fragestellungen überfordert. Die Kupferstich-Landkarte mit ihren detaillierten geographischen Bezeichnungen bot mir Gelegenheit, die darauf zu sehende Schrift zu erforschen und mit ihr zu experimentieren. Da ihre grundlegenden Züge schon festgelegt waren, war ich (zumindest vorerst) von der konzeptionellen Last befreit und konnte unbedarft vorgehen und lernen.</p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-1139" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Tierra4-503x251.png" alt="Tierra Nueva: Stile" width="503" height="251" /></p>
<blockquote><p>Bei meinem ersten Versuch, eine funktionierende, vielseitig einsetzbare Schrift zu entwickeln, stellte sich schnell heraus, dass ein bloßes »Abpausen« einzelner Buchstaben kein befriedigendes Ergebnis bringen würde: Was auf einer manuell gefertigten Landkarte mit handwerklichem Geschick ein einheitliches Schriftbild ergab, funktionierte als digitale Schrift nicht. Ohne den grundlegenden Charakter der Schrift aufzugeben, überarbeitete ich die Buchstaben so, dass sie auch beliebig kombiniert funktionieren.<br />
2010 hat Tierra Nueva einen weiten Weg hinter sich. Sie ist auf ihrer Forschungsfahrt auf 4 Familienmitglieder (Regular, Bold, Italic und Script) mit gesamt fast 3.700 Zeichen für verschiedene Sprachen und Anwendungen gewachsen.</p>
<p>Somit soll sie, über 6 Jahre nach Beginn meiner Expedition, vom Stapel gelassen werden. Land in Sicht.«</p></blockquote>
<p>Ist die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/fdi/fdi-tierra-nueva/?refby=mfde">Tierra Nueva</a> ein Revival? Einerseits ja, meint der Gestalter, sie beruht ja auf einer Vorlage. Andererseits ist es keine 1:1-Umsetzung. Eine direkte Nachahmung der Original-Formen sei völlig unbrauchbar gewesen, diese funktionierten nur im jeweiligen Wort auf der Karte. Um aus diesen speziell angefertigten und uneinheitlichen Buchstaben eine funktionierende Satzschrift zu entwickeln, musste Sebastian vieles aufräumen und optimieren – und dabei stets darauf achten, nicht den zu bewahrenden Gesamteindruck zu zerstören. Aus zwei Typen in der Vorlage wurden letztlich vier Stile, obendrein mussten zahlreiche Zeichen ergänzt werden, um eine flexibel verwendbare Familie zu erhalten. Alles in allem sieht Sebastian die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/fdi/fdi-tierra-nueva/?refby=mfde">Tierra Nueva</a> also nicht als ein klassisches Revival mit dem Anspruch größtmöglicher Authentizität, sondern eher als eine freie Interpretation.  Eine digitale Version der Karte kann man übrigens bei <a href="http://ian-albert.com/misc/zoom-gutierrezmap.php">ianalbert.com</a> oder der <a href="http://lcweb2.loc.gov/ammem/gmdhtml/gnrlhome.html">Library of Congress</a> ansehen.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-1140" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Tierra2-503x251.png" alt="Tierra Nueva: Struktur" width="503" height="251" /></p>
<p class="caption">Schriftfamilie mit außergewöhnlichem Aufbau: Auf der Kartenvorlage sind zwei Grundtypen zu finden – eine leicht geneigte Antiqua und eine ausdrucksstarke Kursive. Erstere hat Sebastian Nagel zu einem klassischen Triplett aus Regular, Italic und Bold ausgebaut. Dieser Zweig heißt <em>Norte</em> (Norden). Das Gegenstück bildet die schmale, stärker geneigte Kursive Tierra Nueva <em>Sur</em> (Süden).</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-1141" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Tierra3-503x251.png" alt="Tierra Nueva: Muster" width="503" height="251" /></p>
<p class="caption">Die OpenType-Fonts sind gespickt mit zahlreichen Extras wie speziellen Titelsatz-Versalien oder Windrosen-Dingbats. Auch römische Ziffern, astronomische Symbole und ein Piraten-Totenkopf sind enthalten.</p>
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		<title type="html"><![CDATA[ECHT – 12. Tage der Typografie]]></title>
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		<updated>2010-08-16T08:17:21Z</updated>
		<published>2010-08-16T08:11:10Z</published>
		<category scheme="http://www.myfonts.de" term="Typo-Szene" />		<summary type="html"><![CDATA[
Echte Typografie zum Anfassen und Selbermachen, echte Typografinnen und Typografen, echte Buchstaben und echt Spaß!
Bereits zum zwölften Mal finden dieses Jahr die Tage der Typografie statt. Vom 5. bis 7.&#160;November lädt die Akademie Druck + Medien NRW nach Düsseldorf ein, sich dort drei Tage lang intensiv mit Schrift und Typografie auseinanderzusetzen.

Eröffnet wird die Veranstaltung mit [...]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="http://www.myfonts.de/2010/08/echt-12-tage-der-typografie/"><![CDATA[<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Echt-Tage-der-Typografie-20101.gif" alt="ECHT. 12. Tage der Typografie 2010" title="ECHT. 12. Tage der Typografie 2010" width="504" height="358" class="alignnone size-full wp-image-1175" /></p>
<p><em>Echte Typografie zum Anfassen und Selbermachen, echte Typografinnen und Typografen, echte Buchstaben und echt Spaß!</em></p>
<p>Bereits zum zwölften Mal finden dieses Jahr die Tage der Typografie statt. Vom 5. bis 7.&nbsp;November lädt die Akademie Druck + Medien NRW nach Düsseldorf ein, sich dort drei Tage lang intensiv mit Schrift und Typografie auseinanderzusetzen.<br />
<span id="more-1170"></span><br />
Eröffnet wird die Veranstaltung mit drei einführenden Vorträgen von <a href="http://www.malsyteufel.com/">Victor Malsy</a> (Willich), <a href="http://www.spatium-magazin.de/»schreiben-und-schriftentwurf-die-niederlandische-tradition-seit-1912«/2729.php">Mathieu Lommen</a> (Amsterdam) und <a href="http://new.myfonts.com/person/Alessio_Leonardi/?refby=mfde">Alessio Leonardo</a> (Berlin). Danach wird es die Möglichkeit geben, sich bei kleinen Häppchen über den richtigen Durchschuss, die schönsten Punzen, die anmutigsten Anstriche und die längsten Unterlängen auszutauschen und sich kennen zu lernen.</p>
<p>An Samstag und Sonntag finden parallel Workshops statt, zu denen man sich ab sofort anmelden kann.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.vdmnrw.de/akademie/typotage/2010/workshops/001-kreatives-basteln.php">Kreatives Basteln</a> – Workshop mit <a href="http://new.myfonts.com/person/Alessio_Leonardi/?refby=mfde">Alessio Leonardo</a> (Berlin)</li>
<li><a href="http://www.vdmnrw.de/akademie/typotage/2010/workshops/002-typedesign.php">Entdeckungsreise in die Welt des Typedesign</a> – Workshop mit <a href="http://new.myfonts.com/person/Veronika_Burian/?refby=mfde">Veronika Burian</a> (Prag)</li>
<li><a href="http://www.vdmnrw.de/akademie/typotage/2010/workshops/003-echt-garamond.php">Echt Garamond!?</a> – Workshop mit <a href="http://www.typosition.de/">Tanja Huckenbeck und Peter Reichard</a> (Offenbach)</li>
<li><a href="ttp://www.vdmnrw.de/akademie/typotage/2010/workshops/004-schriftbild.php">Schrift-Bild: Die Hülle zur Musik</a> – Workshop mit <a href="http://new.myfonts.com/person/Stefan_Claudius/?refby=mfde">Stefan Claudius</a> (Essen)</li>
</ul>
<p>Die 12. Tage der Typografie richten sich an Designstudenten, Grafikdesigner, Auszubildende, ambitionierte Schriftsetzer, Dozenten und Ausbilder sowie andere Interessenten aus den unterschiedlichen Bereichen der Druck- und Medienbranche.  Seit 2009 werden die Tage der Typografie von der <a href="http://www.vdmnrw.de/akademie/index.php">Akademie Druck + Medien NRW</a> in Zusammenarbeit mit <a href="http://www.typosition.de/">Typosition. Botschaft für Typografie und Gestaltung aus Offenbach</a> organisiert.</p>
<p><strong>Übernachtungen</strong><br />
Für überregionale Gäste hat die Akademie Druck + Medien NRW Zimmerkontingente in der Jugendherberge Düsseldorf reserviert.<br />
Information und Fragen: Frau Petra Kramer, E-Mail <em>kramer[at]vdmnrw.de</em>, Telefon 0211/99900-37.</p>
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		<title type="html"><![CDATA[Schrift in Form II – Schriftgenuss]]></title>
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		<updated>2010-08-16T07:45:57Z</updated>
		<published>2010-08-16T07:45:57Z</published>
		<category scheme="http://www.myfonts.de" term="Typo-Szene" />		<summary type="html"><![CDATA[
Schriftgenuss – unter diesem Motto findet vom 7. bis zum 19. September eine Ausstellung im Klingspor-Museum Offenbach statt. Nach der Premiere 2008 richtet Schrift in Form damit bereits zum zweiten Mal ein konzentriertes Augenmerk auf aktuelle Schriftgestaltung. Auch Nicht-Spezialisten soll die Begegnung mit Typografie schmackhaft gemacht werden.

Fleisch findet sich nicht nur in der Metzgerei, sondern [...]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="http://www.myfonts.de/2010/08/schriftgenuss/"><![CDATA[<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Schrift-in-Form2.jpg" alt="Schrift in Form II: Schriftgenuss" title="Schrift in Form II: Schriftgenuss" width="504" height="561" class="alignnone size-full wp-image-1167" /><br />
<em>Schriftgenuss</em> – unter diesem Motto findet vom 7. bis zum 19. September eine Ausstellung im Klingspor-Museum Offenbach statt. Nach der Premiere 2008 richtet <em>Schrift in Form</em> damit bereits zum zweiten Mal ein konzentriertes Augenmerk auf aktuelle Schriftgestaltung. Auch Nicht-Spezialisten soll die Begegnung mit Typografie schmackhaft gemacht werden.<br />
<span id="more-1159"></span></p>
<blockquote><p>Fleisch findet sich nicht nur in der Metzgerei, sondern auch bei Buchstaben. Spieße kommen im Satz kaum noch vor, dafür stehen Kaffeesatz, Falafel und Malabar zur (typografischen) Verfügung. Schrift spielt zudem eine zentrale Rolle bei der Vermittlung von Informationen und Emotionen rund um kulinarische Genüsse, ob es nun Speisekarten, Weinetiketten oder Verpackungen sind. Im Gesamtdesign übernimmt Schrift die Rolle von Gewürzen, unterstreicht die eine oder andere Richtung, gibt den richtigen Pep und ist das Salz in der Suppe.</p></blockquote>
<p>Noch ist die Liste der in der Ausstellung vertretenen Typedesigner nicht komplett, aber es stehen schon eine ganze Reihe vielversprechender Namen fest: <a href="http://new.myfonts.com/person/Andreu_Balius/?refby=mfde">Andreu Balius</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Jos_Buivenga/?refby=mfde">Jos Buivenga</a>, <a href="http://www.myfonts.de/2010/07/hannes-von-doehren/">Hannes von Döhren</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Jan_Fromm/?refby=mfde">Jan Fromm</a>, <a href="http://www.kiosk-fonts.de/">Frank Grießhammer</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Tomi_Haaparanta/?refby=mfde">Tomi Haaparanta</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Sibylle_Hagmann/?refby=mfde">Sibylle Hagmann</a>, <a href="http://motaitalic.com/">Rob Keller</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Gábor_Kóthay/?refby=mfde">Gábor Kóthay</a>, <a href="http://www.moshik.net/">Moshik Nadav</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Jean_François_Porchez/?refby=mfde">Jean François Porchez</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/trine-rask/?refby=mfde">Trine Rask</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Frantisek_Storm/?refby=mfde">František Štorm</a> und viele weitere Gestalter werden Exponate beisteuern.</p>
<p>Die Eröffnung der Schau findet am Dienstag, den 7.&nbsp;September um 19&nbsp;Uhr statt. Am 12.9. gibt es um 11.30&nbsp;Uhr eine Sonntagsmatinée: Tanja Huckenbeck und Peter Reichard von <a href="http://www.typosition.de/">Typosition</a> halten einen Vortrag über <em>Spicy Typefaces</em>. </p>
<p>Abgerundet wird das Programm von Schrift in Form&nbsp;II am 18.9. mit einem Symposium. Ab 11&nbsp;Uhr gibt es Vorträge von Lukas Hartmann (<a href="http://www.hartmannbopp.ch">HartmannBopp</a>, Basel), Boris Kochan (<a href="http://www.kochan.de/">Kochan und Partner</a>, München), Uta Schneider (<a href="http://www.stiftung-buchkunst.de/">Stiftung Buchkunst</a>) und anderen zu hören und zu sehen. Das anschließende Abendessen wird in der <em>weinstube</em> stattfinden, in deren Räumen einst die Max Dorn Presse für die <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Klingspor/?refby=mfde">Gießerei Klingspor</a> druckte</p>
<p>Die Teilnahme kostet 40 Euro, für Studenten, Azubis und Erwerbslose ist der Preis auf 20&nbsp;Euro ermäßigt. Anmeldungen sind per E-Mail an info[at]typosition.de möglich.</p>
<p><strong>Klingspor-Museum für internationale Buch- und Schriftkunst</strong><br />
Herrnstraße 80, 63065 Offenbach am Main<br />
Telefon (069) 80 65-21 64 und -29 54<br />
<a href="http://www.klingspor-museum.de/">www.klingspor-museum.de</a></p>
<p><strong>Öffnungszeiten</strong><br />
Dienstag, Donnerstag, Freitag 10.00–17.00 Uhr<br />
Mittwoch 14.00–19.00 Uhr<br />
Samstag, Sonntag 11.00–16.00 Uhr</p>
<p><strong>Verkehrsverbindungen</strong><br />
S-Bahn S1, S2, S8, S9: Haltestelle Marktplatz<br />
Bus 103, 105, 120, 551, F41: Haltestelle Rathaus (Berliner Straße)</p>
]]></content>
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		<author>
			<name>Florian Hardwig</name>
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		<title type="html"><![CDATA[Oliva]]></title>
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		<updated>2010-08-04T12:01:21Z</updated>
		<published>2010-08-04T09:26:56Z</published>
		<category scheme="http://www.myfonts.de" term="Fontschau" />		<summary type="html"><![CDATA[
Von Viktor Nübel kommt eine aufregende Displayschrift, die mit ihren starken Rundformen an die Flower-Power-Ästhetik der späten 1960er, die Plattencover von Soul und Funk der 1970er und auch ein wenig an die Disco-Ära erinnert. 
Oliva ist konstruiert und dekorativ zugleich. Die Buchstaben sind rund um ein Grundmotiv entworfen: fast alle enthalten ein ganzes oder halbiertes [...]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="http://www.myfonts.de/2010/08/oliva/"><![CDATA[<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Oliva-Specimen.gif" alt="Specimen der Oliva von Viktor Nübel: Agent 007 / Pussy Galore / Brown Sugar / Disco Fever / Super Fly / Soul Explosion / Baroquoco / Art Deco" title="Oliva-Specimen" width="504" height="836" class="alignnone size-full wp-image-1111" /></p>
<p>Von <a href="http://new.myfonts.com/person/Viktor_Nübel/?refby=mfde">Viktor Nübel</a> kommt eine aufregende Displayschrift, die mit ihren starken Rundformen an die Flower-Power-Ästhetik der späten <a href="http://new.myfonts.com/tags/1960s/?refby=mfde">1960er</a>, die Plattencover von Soul und Funk der <a href="http://new.myfonts.com/tags/1970s/?refby=mfde">1970er</a> und auch ein wenig an die <a href="http://new.myfonts.com/tags/disco/?refby=mfde">Disco-Ära</a> erinnert. </p>
<p><a href="http://new.myfonts.com/fonts/viktornuebel/oliva/?refby=mfde">Oliva</a> ist konstruiert und dekorativ zugleich. Die Buchstaben sind rund um ein Grundmotiv entworfen: fast alle enthalten ein ganzes oder halbiertes Oval, der Weißflächenanteil ist auf ein Minimum reduziert. Manche Zeichen wie <a href="http://new.myfonts.com/fonts/viktornuebel/oliva/?testdrive=dock%3Dfalse%26size%3D87%26w%3D720%26src%3Dcustom%26text%3D%25C3%25A5%2520%25C5%25A1%26fg%3D000000%26bg%3Dffffff%26goodies%3Dfit%26seed%3D26&refby=mfde">å oder š</a> könnten glatt als futuristische Schachfiguren durchgehen, andere als Vorlagen zu Fantastic-Plastic-Designermöbeln dienen. Diese Abstraktion ist zwar nicht immer ideal für die Lesbarkeit (darum geht es bei Displayschriften auch nicht), sorgt aber für die nötige Wucht in Wortmarken und Titelzeilen, auf Schildern oder Plakaten.<br />
<span id="more-1110"></span></p>
<div style="float:left; width: 212px; padding: 0 20px 20px 0;"><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Neues-Bauen-in-Berlin1.jpg" alt="Futtura Black: Neues Bauen in Berlin" title="Futtura Black: Neues Bauen in Berlin" width="212" height="366" class="alignleft size-full wp-image-1114" />
</div>
<p>Viktor hat sich von zwei charakterstarken Typen inspirieren lassen. Seine <a href="http://new.myfonts.com/fonts/viktornuebel/oliva/?refby=mfde">Oliva</a> sieht er als das Kind von <a href="http://new.myfonts.com/fonts/neufville/futura-nd-black/alternate_cuts.html?refby=mfde">Futura Black</a> und <em>Motter Ombra</em>.</p>
<p>Erstere geht zurück auf <a href="http://new.myfonts.com/person/Paul_Renner/?refby=mfde">Paul Renner</a>, der sie – seinerseits angeregt durch <a href="http://new.myfonts.com/fonts/p22/albers/?refby=mfde">Schablonenschriften</a> des Bauhaus-Lehrers <a href="http://new.myfonts.com/person/Josef_Albers/?refby=mfde">Josef Albers</a> – 1929 für die <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Bauersche_Giesserei/?refby=mfde">Bauersche Gießerei</a> entwickelt hat, als dekorative Ergänzung zu seiner berühmten <a href="http://new.myfonts.com/fonts/neufville/futura-nd/?refby=mfde">Grotesk-Familie</a>.</p>
<p class="caption" style="clear: none;">Futura Black auf dem Cover des Architekturführers <em>Neues Bauen in Berlin</em> (Hrsg.: Heinz Johannes, 1931). Foto: <a href="http://wiedler.ch/felix/books/story/266">Felix Wiedler</a></p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Oliva-Schablone.gif" alt="Oliva: Schablone" title="Oliva: Schablone" width="504" height="79" class="alignnone size-full wp-image-1128" /><br />
Wie die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/neufville/futura-nd-black/alternate_cuts.html?refby=mfde">Futura Black</a> besitzt die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/viktornuebel/oliva/?refby=mfde">Oliva</a> keinerlei geschlossenen Punzen (nichtdruckende Innenflächen). Daher lässt sie sich prinzipiell auch als <a href="http://new.myfonts.com/tags/stencil/?refby=mfde">Stencil-Schrift</a> einsetzen. Um eine wirklich funktionale Vorlage zum Schablonieren zu erhalten, müssten aber zunächst die filigranen Stege verstärkt werden.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Motter-Ombra.jpg" alt="Specimen der Motter Ombra von Othmar Motter" title="Motter Ombra" width="504" height="734" class="alignnone size-full wp-image-1113" /></p>
<p class="caption">Motter Ombra in einem spanischen <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Letraset/?refby=mfde">Letraset</a>-Katalog von 1980. Abbildung: <a href="http://typophile.com/node/5845">Ignacio Martinez</a></p>
<p><em>Motter Ombra</em> wurde 1972 vom Österreicher <a href="http://new.myfonts.com/person/Othmar_Motter/?refby=mfde">Othmar Motter</a> (Vorarlberger Graphik) entworfen. Eine digitale Version ist erst seit kurzem über die von Motters Söhnen betriebene Website <a href="http://www.motterfonts.com/">Motterfonts.com</a> erhältlich.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Rotola-Sho-Kare-Anglaise.gif" alt="Rotola, Sho, Kare und Anglaise" title="Rotola, Sho, Kare und Anglaise" width="504" height="140" class="alignnone size-full wp-image-1115" /><br />
Vier weitere stilistisch verwandte Schriften: Die <a href="http://www.fonts4ever.com/product_info.php?products_id=343">Rotola</a> von <a href="http://new.myfonts.com/person/Karl-Heinz_Lange/?refby=mfde">Karl-Heinz Lange</a> (1985/2007) beruht auf dem Motiv der Drehung. Mit ihren floralen Formen erinnert sie an den <a href="http://new.myfonts.com/tags/Art+Nouveau/?refby=mfde">Jugendstil</a>. Die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/adobe/sho/?refby=mfde">Sho</a> (1992) von <a href="http://new.myfonts.com/person/Karlgeorg_Hoefer/?refby=mfde">Karlgeorg Hoefer</a> dagegen mutet durch ihren schwungvollen Pinselstrich eher fernöstlich an. Mit der <a href="http://new.myfonts.com/fonts/viktornuebel/oliva/?refby=mfde">Oliva</a> hat sie den freistehenden ovalen Abschluß in Buchstaben wie dem <em>O</em> gemeinsam. Die <a href="http://new.myfonts.com/fonts/font-fabric/kare/?refby=mfde">Kare</a> (2009) des Bulgaren <a href="http://new.myfonts.com/person/Svetoslav_Simov/?refby=mfde">Svetoslav Simov</a> basiert direkt auf der <em>Motter Ombra</em>, kann aber nicht an das Charisma des Originals heranreichen. Um diese kurze Übersicht vergleichbarer Fonts abzurunden, sei noch eine Neuerscheinung erwähnt: Während ihres Studiums in Reading gestaltete die Dänin <a href="http://new.myfonts.com/person/Anette_Schmidt/?refby=mfde">Anette Schmidt</a> eine eindrucksvolle Displayschrift mit Retro-Charme, die kürzlich als <a href="http://new.myfonts.com/fonts/ladyfingers/anglaise/?refby=mfde">Anglaise</a> veröffentlicht wurde.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Oliva-Pfeile.gif" alt="Pfeile in der Oliva: It’s just a jump to the left / and then a step to the right / Let’s do the Time Warp again!" title="Oliva: Pfeile" width="504" height="538" class="alignnone size-full wp-image-1116" />
<p class="caption">Oliva hat sexy Pfeile für alle 8 Richtungen</p>
<p><a href="http://new.myfonts.com/fonts/viktornuebel/oliva/?refby=mfde">Oliva</a> mag ästhetisch eine Retro-Schrift sein, von der technischen Seite her ist sie auf dem neuesten Stand. Als OpenType-Pro-Font bringt sie alle Zeichen mit, die nötig sind, um west- und mitteleuropäische Sprachen inklusive Baltisch und Türkisch zu setzen. Über OpenType-Funktionen lassen sich diverse Ligaturen, hoch- und tiefgestellte Ziffern und Ornamente aufrufen. Wem die angeschnittenen runden <em>i</em>-Punkte nicht gefallen, kann sie in einem Klick durch eine rechteckige Alternativform tauschen. Ein besonderer Blickfang sind die kurvenreichen Pfeile.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Oliva-Features.gif" alt="Oliva: Features" title="Oliva: Features" width="504" height="270" class="alignnone size-full wp-image-1117" /></p>
<p class="caption">OpenType-Features: Ornamente, Bruchziffern und Alternativformen. Untere Reihe: diakritische Zeichen für allerlei Fremdsprachen</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Oliva-Zeichenumfang.gif" alt="Oliva: Zeichenumfang" title="Oliva: Zeichenumfang" width="504" height="233" class="alignnone size-full wp-image-1118" /></p>
<p class="caption">Der Zeichenumfang der Oliva – mit 424 Glyphen bleibt kaum ein Wunsch offen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Oliva-in-Verwendung.jpg" alt="Oliva in Verwendung" title="Oliva in Verwendung" width="504" height="373" class="alignnone size-full wp-image-1119" /></p>
<p class="caption">Oliva in Anwendung – auf den Visitenkarten des Gestalters</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/08/Oliva-Italic-Entwurf.jpg" alt="Entwurf zur Oliva Italic" title="Entwurf zur Oliva Italic" width="504" height="641" class="alignnone size-full wp-image-1120" /></p>
<p class="caption">Ein Blick ins Skizzenbuch verrät: Viktor zeichnet schon an einer Erweiterung. Eventuell gibt es demnächst auch eine kursive Oliva.</p>
]]></content>
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		<author>
			<name>Jan Middendorp</name>
					</author>
		<title type="html"><![CDATA[Creative Characters: Hannes von Döhren]]></title>
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		<updated>2010-07-27T10:51:31Z</updated>
		<published>2010-07-26T19:58:26Z</published>
		<category scheme="http://www.myfonts.de" term="Creative Characters" />		<summary type="html"><![CDATA[Creative Characters ist MyFonts’ beliebte Reihe monatlicher Interviews mit herausragenden Schriftgestaltern. Zum zweiten Mal erscheint eine deutschsprachige Version: diesen Monat präsentieren wir Hannes von Döhren.

Würde man den Erfolg, der Hannes von Döhren in der letzten Zeit auf MyFonts zuteil wurde, als ›beachtlich‹ bezeichnen, wäre das eine glatte Untertreibung. In nicht mal einem Jahr hat der [...]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="http://www.myfonts.de/2010/07/hannes-von-doehren/"><![CDATA[<p><em><a href="http://new.myfonts.com/newsletters/cc/?refby=mfde">Creative Characters</a> </em>ist MyFonts’ beliebte Reihe monatlicher Interviews mit herausragenden Schriftgestaltern. Zum zweiten Mal erscheint eine deutschsprachige Version: diesen Monat präsentieren wir Hannes von Döhren.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-1060" title="HVD_DE" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/HVD_DE-503x336.png" alt="" width="503" height="336" /></p>
<p><em>Würde man den Erfolg, der <a href="http://new.myfonts.com/person/Hannes_von_Döhren/?refby=mfde">Hannes von Döhren</a> in der letzten Zeit auf MyFonts zuteil wurde, als ›beachtlich‹ bezeichnen, wäre das eine glatte Untertreibung. In nicht mal einem Jahr hat der Berliner Designer eine ganze Reihe beeindruckender, origineller Fonts herausgebracht. Sein Repertoire reicht von der gewitzten Pseudo-Wildwest-Slab <a href="http://www.myfonts.de/2009/10/cowboyslang/">Cowboyslang</a> bis zur eben erschienenen, von Renaissance-Schriften inspirierten <a href="http://new.myfonts.com/fonts/hvdfonts/livory/?refby=mfde">Livory</a>. Die nostalgisch angehauchten <a href="http://new.myfonts.com/fonts/hvdfonts/brandon-grotesque/?refby=mfde">Brandon Grotesque</a> und <a href="http://new.myfonts.com/fonts/hvdfonts/reklame-script/?refby=mfde">Reklame Script</a> haben es beide in die aktuellen Top-10 der <a href="http://new.myfonts.com/bestsellers/?refby=mfde">Bestsellerliste</a> geschafft. Seine Schriften erlauben es Hannes mittlerweile, das zu tun, von dem er nicht genug kriegen kann – noch mehr Schriften zu entwerfen.</em></p>
<p><span id="more-1053"></span></p>
<p><span class="caption"><a href="http://new.myfonts.com/newsletters/cc/201007.html?refby=mfde">English version | Zur englischen Version …</a></span></p>
<p><strong>Bevor Du Dich der Schriftgestaltung zugewendet hast, warst Du Art Director in einer Werbeagentur. Wie hast Du Deine Leidenschaft für Fonts entdeckt? Helfen Dir Deine Erfahrungen als ehemaliger Werber beim Gestalten von Schriften?</strong></p>
<p>Wie viele Typedesigner hat mich Schrift und der Umgang mit Schrift schon immer begeistert. Deshalb habe ich auch mit Grafikdesign angefangen und bin meiner Liebe zur Typografie zunehmend verfallen. Nachdem ich mich sehr viel mit der Schönheit und Ästhetik der einzelnen Formen auseinandergesetzt hatte, fing ich an, mich immer mehr für Wirkung von Schrift und Bild auf andere Menschen zu interessieren. Warum hat man bestimmte Empfindungen, wenn man Dinge betrachtet, welche grafischen Mittel sind mit welchen Emotionen verknüpft? Mich faszinierte, wie viel man durch gestalterische Bewusstheit beeinflussen kann. Das war ein Grund, weshalb ich dann vom Grafikdesign zur Werbung kam: Botschaften vermitteln, die auch ankommen. Die Liebe zur Schrift hat mich dabei immer begleitet. Schrift ist für mich auch ein Basis­bestandteil von Grafik und Werbung, sie wird oft unterschätzt und kann dabei so viel.</p>
<p><img title="HVD_World" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/HVD_World-504x300.png" alt="" width="504" height="300" /></p>
<p class="caption">Ein Einblick in Hannes von Döhrens Typo-Welt</p>
<p><strong>Wie hast Du gelernt, Fonts zu machen?</strong></p>
<p>Ich begann damit aus Spaß, in meiner Freizeit – neben meinem Job als Art Director. Ich zeichnete experimentelle Schriften, stellte diese als Freefonts ins Netz und verwendete sie für eigene Projekte. Diese Spielereien machten mir so viel Freude, dass ich mich immer mehr für Fonts und deren Technik, Regeln und Hintergründe interessierte.</p>
<p>Daraus ergaben sich dann größere Projekte, die auf klassische Schriftgestaltung abzielten. Ich schaute mir sehr viele andere Schriften an und versuchte nachzuempfinden, warum welche Schriften wie gemacht wurden. Ich interessierte mich für alles, was mit Typedesign und Fonterstellung zu tun hatte. Stück für Stück näherte ich mich dann durch all die kleinen Informations­bausteine, die ich überall aufnahm und in meiner Arbeit umsetzte, professionellen Ergebnissen. Es ist verrückt, wie sehr man über die Jahre sein Auge schult, und wie man an bestimmte Dinge ganz anders herangeht als am Anfang. Dennoch ist jedes Schriftprojekt wieder eine neue Herausforderung und eine spannende Sache, bei der man auf stets neue Probleme stößt, die es zu lösen gilt.</p>
<p><strong>Apropos Freefonts – Du hast zwischen 2005 und 2007 über ein Dutzend kostenloser Fonts veröffentlicht. Wie siehst Du diese Entwürfe heute? Behagt es Dir, dass sie nach wie vor über viele Freefont-Websites verfügbar sind?</strong></p>
<p>Ja, auch wenn ich heute total anders arbeite – für mich sind diese Schriften eine Momentaufnahme jener Zeit, in der ich sie gemacht habe. Das ist eine Art Dokumentation meines Lernprozesses. Mit jedem dieser Freefonts habe ich ein neues Experiment ausprobiert und viele Dinge dazu gelernt, und sie haben mir alle richtig Spaß gemacht.</p>
<p>Ich finde diese Freefonts auch nicht schlecht und da sie umsonst sind, ist der Verbreitungsgrad entsprechend hoch. Es freut mich immer wieder, wenn ich sie auf der Straße – zum Beispiel auf Plakatwänden – sehe. Das ist ein schönes Gefühl, da man die kommerziellen Schriften nicht so häufig irgendwo sieht.</p>
<p><a href="http://new.myfonts.com/fonts/hvdfonts/brandon-grotesque/?refby=mfde"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1071" title="Brandon2" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/Brandon2-503x251.png" alt="" width="503" height="251" /></a></p>
<p class="caption"><strong>Über <a href="http://new.myfonts.com/fonts/hvdfonts/brandon-grotesque/?refby=mfde">Brandon Grotesque</a>: </strong>Mein Vater schenkte mir einige alte Zeitschriften aus den 1920er und 30er Jahren, die er bei meinem Opa gefunden hatte und meinte, ich solle mir mal die handgezeichneten Schriften der Anzeigen anschauen. Ich war fasziniert von der Haptik und der gesamten Aura, die diese Magazine ausstrahlten – wie die Fließtexte gesetzt wurden und welche Schriftmischungen verwendet wurden! Ich wollte unbedingt auch eine Schrift mit dieser Anmutung machen. Eine geometrische Schrift, die dennoch eine gewisse Weichheit und Wärme besitzt. Durch den ›schlechten‹ Druck waren die Ecken der Textschriften leicht abgerundet – ein Gefühl, welches in der heutigen Zeit mit gestochen scharfen Druckbildern nicht mehr aufkommmt. Ich entschied mich, die Brandon mit sehr leicht abgerundeten Ecken zu versehen &#8211; sie sollte trotz ihrer Geometrie und Klarheit etwas Wärme ausstrahlen. Obwohl die Brandon mit 12 Schnitten eine relativ große Familie ist, hat jeder Schnitt seine eigene Ästhetik: die Schnitte basieren zwar aufeinander, wurden aber alle einzeln gezeichnet. So konnte ich jedem Schnitt seine eigenen Details geben.</p>
<p><strong>Im vergangenen Jahr warst Du unglaublich produktiv und hast beinahe jeden Monat eine neue Schriftfamilie herausgebracht. Wie machst Du das?</strong></p>
<p>Das alles macht mir einfach unglaublich viel Spaß, und wenn man mit Leidenschaft an Dingen arbeitet, merkt man oft gar nicht, wie viele Stunden man da sitzt. So etwas ist kein 9-to-5-Job – für mich ist es einfach eine Lebenseinstellung. So entstehen die meisten Schriften einfach ohne große Planung, ohne vorher lange darüber nachzudenken. Klar ist eine Schrift auch viel Arbeit und beinhaltet eine Menge Dinge, auf die man achten muss. Aber die Begeisterung zu sehen, wie die Schrift immer runder und vollständiger wird, treibt mich voran. Meistens kann ich es kaum erwarten, meine – bald – fertige Schrift selbst zu benutzen. Eines der besten Gefühle im Typedesign-Prozess für mich ist, das erste Mal die Schrift zu installieren und damit zu gestalten.</p>
<p>Nun bin ich seit ungefähr drei Jahren zu hundert Prozent Typedesigner, habe <a href="http://new.myfonts.com/foundry/HVD_Fonts/?refby=mfde">meine eigene Foundry</a> und arbeite jeden Tag an neuen Fonts, mache Präsentationen und Werbung für meine Schriften und erledige anfallende Büroarbeiten. Ich bin froh, diesen Weg gefunden zu haben, da mich diese Arbeit genau in den Bereichen fordert, die ich schon immer faszinierend fand: Schrift, Grafik und Werbung.</p>
<p><strong>Deine bisherigen Entwürfe sind stilistisch breit gefächert. Wie entscheidest Du, was Du als nächstes angehen willst? Hast Du schon mal eine Schrift nach einer konkreten Aufgabenstellung, einem Briefing entwickelt?</strong></p>
<p>Ich lasse mich bei meinem Schriften einfach nur davon leiten, worauf ich Lust habe und folge dem, was ich schön finde. Ich gehe einerseits gerne komplett neue Wege; experimentiere und entwickle, aber andererseits macht es mir auch Spaß, mich gestalterisch in einem engen Korridor zu bewegen und daraus dennoch etwas neues, eigenes zu entwickeln. Ich empfinde gerne nach, warum die alten Meister etwas machten, entdecke ihre genialen, manchmal verblüffenden Lösungen, freue mich darüber und lerne dazu.</p>
<p>Wenn man <a href="http://new.myfonts.com/search/tag%3ADisplay+foundry%3A%28HVD+Fonts%29/fonts/?refby=mfde">Displayschriften</a> gestaltet, ist man sehr frei, die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. <a href="http://new.myfonts.com/search/tag%3AText+foundry%3A%28HVD+Fonts%29/fonts/?refby=mfde">Textschriften</a> sind eine besondere Herausforderung, da es sehr viele Regeln zu beachten gilt und man ein geübtes Auge für Proportion und Rhythmus haben muss.</p>
<p><a href="http://new.myfonts.com/fonts/hvdfonts/reklame-script/?refby=mfde"><a href="http://www.myfonts.de/?attachment_id=1108"><img class="aligncenter size-full wp-image-1108" title="ReklameScript1" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/ReklameScript11.png" alt="" width="503" height="252" /></a></a></p>
<p class="caption">Die Pinsel-Schrift <a href="http://new.myfonts.com/fonts/hvdfonts/reklame-script/?refby=mfde">Reklame Script</a> basiert auf von Hand gezeichneten Schreibschriften in Zeitschriftenanzeigen aus den 1940er und 50er Jahren</p>
<p>So genieße ich es, zwischen der Leichtigkeit und Freiheit einer Displayschrift und der Strenge und Beschränktheit einer Textschrift hin und her zu wechseln und möchte mir keines der beiden Felder nehmen lassen. Nach der langen Arbeit an einer Textschrift kann es mitunter einfach nur befreiend sein, mit einer gewissen Lockerheit mal eben eine Displayschrift zu machen.</p>
<p>Manchmal ist es auch nur ein Bild im Kopf, davon, wie die Schrift, die ich da gerade beginne, im Einsatz aussehen wird – und schon stecke ich wieder in einem neuen spannenden Projekt.</p>
<p><strong>Welche Schriftgestalter oder Grafikdesigner aus Geschichte und Gegenwart sind Deine Helden – und weshalb?</strong></p>
<p>Oh, es gibt eine ganze Menge Typedesigner, die wirklich tolle Schriften gemacht haben: zum einen die alten Klassiker wie <a href="http://new.myfonts.com/person/Claude_Garamond/?refby=mfde">Claude Garamond</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/William_Caslon_I/?refby=mfde">William Caslon</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Giambattista_Bodoni/?refby=mfde">Giambattista Bodoni</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Frederic_W._Goudy/?refby=mfde">Frederic Goudy</a> etc. Aber auch <a href="http://new.myfonts.com/person/Adrian_Frutiger/?refby=mfde">Adrian Frutiger</a> – diese Personen sind für mich die Meister, die Wege geebnet und grundsätzliche Sichtweisen festgelegt haben. Und dann gibt es die ›digitale‹ neue Generation der Typedesigner, unter denen es für mich ebenfalls herausragende Namen gibt: <a href="http://new.myfonts.com/person/Zuzana_Licko/?refby=mfde">Zuzana Licko</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Xavier_Dupré/?refby=mfde">Xavier Dupré</a>, <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Underware/?refby=mfde">Underware</a>, <a href="http://new.myfonts.com/person/Kris_Sowersby/?refby=mfde">Kris Sowersby</a> – um nur einige zu nennen, die mir gerade so einfallen. Es gibt aber noch weitaus mehr, die ich für ihre sehr guten Schriften schätze.</p>
<p><strong>Du bist als Typedesigner Autodidakt – wie denkst Du darüber, dass immer mehr Schulen eine spezielle schriftgestalterische Ausbildung anbieten? </strong></p>
<p>Das finde ich auf jeden Fall gut, junge Designer werden für das Thema Schrift sensibilisiert und erkennen die Unterschiede und Wirkung von Schriften. Wer einmal selbst versucht hat, eine Schrift zu zeichnen, der weiß, wie schwer das ist und wie viele Regeln es zu beachten gibt. Man schult sein Auge für Details. Dies alles hilft einem auch dann weiter, wenn man nicht als Typedesigner ›endet‹, sondern ins Grafikdesign oder in die Werbung geht. Schrift ist ein wichtiges Werkzeug in all diesen Bereichen. Man sollte sich stets bewusst sein über das Potential und die Bedeutung von Schriftwahl und Typografie.</p>
<p>Der Weg, sich selbst alles beizubringen, ist sicherlich komplizierter und auch schwieriger, es braucht einen langen Atem und viel Geduld. Man tritt eben schneller in Fettnäpfchen und muss sich seinen Weg selbst suchen. Der Vorteil ist vielleicht, dass man dadurch mehr seinen eigenen Stil entwickelt, da man ja keinen bestimmten Lehrer hat, der einen formt.</p>
<p><em><a href="http://new.myfonts.com/fonts/hvdfonts/brevia/?refby=mfde"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1072" title="Brevia1" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/Brevia1-503x251.png" alt="" width="503" height="251" /></a></em></p>
<p class="caption"><strong>Über <a href="http://new.myfonts.com/fonts/hvdfonts/brevia/?refby=mfde">Brevia</a>: </strong>Ich hatte in der Werbung mit vielen Unternehmen zu tun, die die Attribute <em>sympathisch, freundlich aber dennoch professionell und klar</em> vermitteln wollen. Zum Beispiel im Dienstleistungssektor, oder aber auch im Bereich des Package Designs. Eine Schrift ist ein gutes Medium, um eine solche Stimmung oder Eigenschaft zu transportieren. Mir fiel auf, dass es wenige Schriften gibt, die dieses sympathisch-freundliche mit einer gewissen Klarheit vereinen können. Pinselschriften sind oft einladend, persönlich und freundlich &#8211; ihnen fehlt aber die Seriösität, auch sind sie nicht für Mengentexte geeignet. Ich wollte mit der Brevia eine an eine Pinselschrift angelehnte Familie entwickeln, die durch ihre klare Architektur eine gewisse Seriösität besitzt. Da eine Leseschrift in ihren Gestaltungselementen sehr zurückhaltend sein sollte, war meine Herasuforderung, genau die richtige Intensität des Pinselcharakters zu finden. Man sollte ihn in Texten gerade noch fühlen &#8211; in großen Graden dagegen deutlich sehen. So war mein Gedanke, diesen Pinselcharakter je mehr zu betonen, desto fetter die Schnitte werden. Denn fettere Schnitte werden oft auch größer eingesetzt, der Charakter kann stärker betont werden.</p>
<p><strong>Als Du in der Werbung tätig warst, hast Du in Hamburg gelebt, einer der großen Businessmetropolen in Deutschland. Jetzt bist Du selbständiger Designer in Berlin – einer Stadt mit einer lebendigen Typo-Szene und unbegrenzten Ausgehmöglichkeiten, aber einer prekären wirtschaftlichen Situation. Was macht Berlin zum aktuellen Ort Deiner Wahl?</strong></p>
<p>Ich komme ursprünglich aus Berlin und habe zwei Jahre lang in Hamburg gelebt, um dort in einer Agentur zu arbeiten. Das hat mir wirklich viel Spaß gemacht und ich habe in der Zeit viel gelernt. Ich hatte allerdings oft etwas Heimweh nach Berlin, da ich die Stadt immer als mein Zuhause empfunden habe. So kam es, dass ich wieder zurückgekehrt bin in diese wirklich sehr große und vielseitige Stadt, in der ich alles haben kann was ich will, und wo auch meine Freunde zuhause sind.</p>
<p>Der Schritt in die selbständige Arbeit war für mich nicht so leicht, da es doch eine ganze Menge Unsicherheiten gab, vor allem um das Wissen alles selbst organisieren zu müssen. Allerdings muss ich heute sagen, war das eine meiner besten Entscheidungen. Es gibt mir sehr viel, selbst die Verantwortung zu übernehmen, zu entscheiden was gut und was schlecht ist und mir meine Kräfte und Zeiten selbst einzuteilen.</p>
<p><strong>Die Entscheidung, mit MyFonts zusammenzuarbeiten, hat sich für Dich ausgezahlt. Hast Du gehofft oder erwartet, dass es so kommt?</strong></p>
<p>Natürlich habe ich damit niemals gerechnet. Ich habe mit Typedesign angefangen, weil es einfach eine Leidenschaft von mir ist, Schriften anzuschauen und sie zu gestalten. Ich habe mich in den ersten Jahren mit ein paar Verkäufen meiner Displayschriften und Grafikjobs über Wasser gehalten. Nach dem Erfolg der <a href="http://new.myfonts.com/fonts/hvdfonts/brandon-grotesque/?refby=mfde">Brandon Grotesque</a> habe ich das große Glück, mich nun mehr ausschließlich mit Typedesign zu beschäftigen. Es ist schön für mich zu sehen, dass eine Vision – ›irgendwann mal von seinen Schriften leben zu können‹ – wirklich machbar ist. Ich wusste vorher nicht, worauf ich mich einlasse und ob das funktioniert, was ich da vorhabe, aber im Moment bin ich einfach glücklich, dass ich damit weitermachen kann.</p>
<p><a href="http://new.myfonts.com/fonts/hvdfonts/livory/?refby=mfde"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1063" title="Livory1" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/Livory11-503x251.png" alt="" width="503" height="251" /></a></p>
<p class="caption">Livory, eine Antiqua in vier Schnitten, mit Kapitälchen und zahlreichen Ligaturen und Ornamenten</p>
<p><strong>Die neueste HVD-Schrift heißt Livory, sie entstand als Kooperation. Wie lief das?</strong></p>
<p>An der <a href="http://new.myfonts.com/fonts/hvdfonts/livory/?refby=mfde">Livory</a> arbeiteten <a href="http://new.myfonts.com/person/Livius_Dietzel/?refby=mfde">Livius Dietzel</a> und ich rund fünf Jahre. Natürlich nicht durchgängig, aber bereits 2005 fingen wir mit den ersten Skizzen dafür an. Wir wollten die Proportionen einer klassischen <a href="http://new.myfonts.com/tags/Garalde/?refby=mfde">Renaissance-Antiqua</a> nachempfinden und dabei eine unverkennbare Weichheit durch schwungvolle Formen und das ›Schmelzen‹ der Glyphen erreichen. Wir begannen mit dem Projekt, als ich noch in Hamburg war. Fast täglich schickten wir uns neue bzw. geänderte Buchstaben über E-Mail hin und her. Nachdem die erste Version dann Ende 2006 fertig war, wanderte sie erst einmal in die Schublade – weil wir nicht wussten, was wir damit machen wollten. Zwei Jahre später – ich war bereits wieder in Berlin – holten wir sie wieder hervor und mussten feststellen, dass sich unser Level und Anspruch in den Jahren doch ganz schön geändert hatte. Wir zeichneten fast alle Buchstaben neu, es entstand eine neue Livory. Diese musste dann noch einmal circa ein Jahr in der Schublade reifen, um dann 2010 in ihrer finalen Version veröffentlicht zu werden. Dafür wurde die Livory erneut überarbeitet und zu einem Pro-Font ausgebaut; inklusive Kapitälchen, 50 Ligaturen und 25 Ornamenten – das macht insgesamt <a href="http://new.myfonts.com/fonts/hvdfonts/livory/regular/characters.html?refby=mfde">780 Glyphen pro Schnitt</a>. Sie ist durch ihren Rhythmus und ihre Proportion zu einer idealen Leseschrift gereift. Für größere Grade stehen eine Menge besonderer Ligaturen zur Verfügung.</p>
<p>Mehr HVD-Fonts auf MyFonts.de:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.myfonts.de/2009/10/cowboyslang/">Cowboyslang</a></li>
<li><a href="http://www.myfonts.de/2010/01/aktion-hvd-bumper/">Bumper</a> (Die Aktion wurde bereits beendet)</li>
</ul>
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		<author>
			<name>Frank Rausch</name>
						<uri>http://www.frankrausch.de</uri>
					</author>
		<title type="html"><![CDATA[Fixierte Gedanken: Eine Kurzgeschichte der Schrift von Veruschka Götz]]></title>
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		<updated>2010-07-20T18:12:16Z</updated>
		<published>2010-07-20T09:56:36Z</published>
		<category scheme="http://www.myfonts.de" term="Empfehlungen" /><category scheme="http://www.myfonts.de" term="Historisch" /><category scheme="http://www.myfonts.de" term="Lesetipps" />		<summary type="html"><![CDATA[
Veruschka Götz’ Buch »Fixierte Gedanken« verspricht, auf rund 100 Seiten die komplette Geschichte unserer Schrift zu erzählen; uns einen komprimierten Blick auf die Entwicklung des Schreibens, der Buchstaben und Zahlen zu vermitteln.
Beginnend mit den Ursprungsformen bei den Phöniziern und Ägyptern, den Griechen und Römern, werden gut verständlich und kurzweilig die Wege und Umwege der Lettern [...]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="http://www.myfonts.de/2010/07/fixierte-gedanken/"><![CDATA[<p><img class="alignnone size-medium wp-image-1035" title="buch-fixierte-gedanken-veruschka-goetz" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/buch-fixierte-gedanken-veruschka-goetz-504x332.jpg" alt="" width="504" height="332" /></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Fixierte-Gedanken-Kurzgeschichte-Schrift-Alphabets/dp/3930916908/ref=nosim?tag=myfode-21">Veruschka Götz’ Buch »Fixierte Gedanken«</a> verspricht, auf rund 100 Seiten die komplette Geschichte unserer Schrift zu erzählen; uns einen komprimierten Blick auf die Entwicklung des Schreibens, der Buchstaben und Zahlen zu vermitteln.</p>
<p>Beginnend mit den Ursprungsformen bei den Phöniziern und Ägyptern, den Griechen und <a href="http://new.myfonts.com/fonts/adobe/trajan/?refby=mfde">Römern</a>, werden gut verständlich und kurzweilig die Wege und Umwege der Lettern in unser heutiges System aus Versalien und Minuskeln beschrieben.</p>
<p><span id="more-1034"></span></p>
<p>Das Werk ist ausschließlich durch seine Kapitel <em>»</em>Die Schrift«, »Die Buchstaben« und »Die Ziffern« strukturiert – auf ein Inhaltsverzeichnis und Seitenzahlen wurde charmant verzichtet.<br />
Übersichtlich ausgestellte Stichworte in den Marginalien ermöglichen es, inhaltlich zu navigieren und Anekdoten zu bestimmten Buchstaben wiederzufinden. Eine Landkarte sowie eine Zeitleiste helfen zusätzlich, die geschichtlichen Zusammenhänge nachzuvollziehen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1044" title="buch-fixierte-gedanken-2" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/buch-fixierte-gedanken-2.jpg" alt="" width="504" height="380" /></p>
<p>Was Groß- und Kleinbuchstaben miteinander zu tun haben, dass die Schweden kein <em>w</em> haben und die Polen weder <em>q</em> noch <em>x</em> brauchen, wie mit römischen Zahlen gerechnet wurde – solch erhellende Themen dürften auch den bildungshungrigen Nichttypografen aufhorchen lassen.</p>
<p>Das hochwertig anmutende Büchlein kommt im schönen Format und klassischem Satzspiegel daher. Die Seitenaufteilung lässt im oberen Drittel Platz für sorgfältig recherchierte und fein annotierte Schriftproben.</p>
<p><img class="alignnone size-full  wp-image-1043" title="buch-fixierte-gedanken-1" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/buch-fixierte-gedanken-1.jpg" alt="" width="504" height="380" /></p>
<p>Leider verlieren die inhaltlich wichtigen Abbildungen an Bedeutung neben den großflächigen und teilweise seltsam angeschnittenen schmückenden Buchstabenkompositionen.<br />
Es irritiert etwas, dass das inhaltsstarke Büchlein so stark dekoriert daherkommt. <a href="http://new.myfonts.com/fonts/emigre/mrs-eaves-ot/?refby=mfde">Mrs. Eaves</a>’ Schmuckligaturen zeugen von Liebe zum Detail, die <a href="http://www.amazon.de/Fraktur-mon-Amour-Judith-Schalansky/dp/3874397483/ref=nosim?tag=myfode-21">Schalanskyschen</a> Buchstabenmuster und Letterhaufen-Experimente aus <a href="http://new.myfonts.com/fonts/adobe/clairvaux/?refby=mfde">Clairvaux</a> hingegen gefährden die potenzielle Zeitlosigkeit von »Fixierte Gedanken«.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1045" title="buch-fixierte-gedanken-3" src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/buch-fixierte-gedanken-3.jpg" alt="" width="504" height="380" /></p>
<p>Designstudenten, Computertypografen und angehenden Buchstaben-Freunden wird das Buch helfen, historisch fundiert mit Schrift umzugehen – für gerade mal <a href="http://www.amazon.de/Fixierte-Gedanken-Kurzgeschichte-Schrift-Alphabets/dp/3930916908/ref=nosim?tag=myfode-21">10,50 €</a> garantiert keine Fehlinvestition. Ein fairer Preis für so viel geballtes Wissen zum <em>A</em> und <em>O</em> der Schriftgeschichte.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Fixierte-Gedanken-Kurzgeschichte-Schrift-Alphabets/dp/3930916908/ref=nosim?tag=myfode-21">Fixierte Gedanken: Eine Kurzgeschichte der Schrift, des Alphabets, der Zahlen und Ziffern</a><br />
<em>von Veruschka Götz</em></p>
<p>Vorwerk 8, 2010 | ISBN: 978-3930916900</p>
<p><a href="http://www.buena-la-vista.de/buenalog/2010/05/27/fixierte-gedanken-eine-kurzgeschichte-der-schrift/">Leseprobe bei <em>buena la vista</em></a></p>
]]></content>
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		<author>
			<name>Florian Hardwig</name>
					</author>
		<title type="html"><![CDATA[TypeTalks 2010 in Brno, Teil 2]]></title>
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		<id>http://www.myfonts.de/?p=985</id>
		<updated>2010-07-07T16:48:06Z</updated>
		<published>2010-07-05T13:28:04Z</published>
		<category scheme="http://www.myfonts.de" term="Typo-Szene" />		<summary type="html"><![CDATA[Von der Tornado-Glyphe, den Vorzügen des Studentenstatus, Typo-Snobs und der Kunst der Kuppelei

Im ersten Teil des Berichts zu den TypeTalks in Brno hatte ich die Präsentationen von Michael Hochleitner, Rob Keller und mir selbst zusammengefasst. Hier in Teil&#160;2 geht es um das Nachmittagsprogramm der TypeTalks, mit Vorträgen von Veronika Burian, Dan Rhatigan, Dan Reynolds und [...]]]></summary>
		<content type="html" xml:base="http://www.myfonts.de/2010/07/typetalks-brno-2/"><![CDATA[<h2>Von der Tornado-Glyphe, den Vorzügen des Studentenstatus, Typo-Snobs und der Kunst der Kuppelei</h2>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/TypeTalks-Plakat.jpg" alt="TypeTalks-Plakat" title="TypeTalks-Plakat" width="504" height="324" class="alignnone size-full wp-image-1014" /></p>
<p>Im <a href="http://www.myfonts.de/2010/06/typetalks-brno-1/">ersten Teil des Berichts zu den TypeTalks in Brno</a> hatte ich die Präsentationen von Michael Hochleitner, Rob Keller und mir selbst zusammengefasst. Hier in Teil&nbsp;2 geht es um das Nachmittagsprogramm der TypeTalks, mit Vorträgen von Veronika Burian, Dan Rhatigan, Dan Reynolds und Tomáš Brousil.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/TypeTalks-Publikum-1.jpg" alt="Das TypeTalks-Publikum" title="Das TypeTalks-Publikum" width="504" height="336" class="alignnone size-full wp-image-1008" /></p>
<p class="caption">Gut gestärkt mit tschechischen <em>Knedlíky</em> und <em>Palačinky</em> findet sich das Publikum nach der Mittagspause wieder im Haus der Künste ein.</p>
<p><span id="more-985"></span><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Tomas-Brousil.jpg" alt="TypeTalks: Tomáš Brousil" title="TypeTalks: Tomáš Brousil" width="504" height="335" class="alignnone size-full wp-image-987" /></p>
<p>Mit seiner <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Suitcase_Type_Foundry/?refby=mfde">Suitcase Type Foundry</a> ist <a href="http://new.myfonts.com/person/Tomas_Brousil/?refby=mfde">Tomáš Brousil</a> eine etablierte Größe im tschechischen Typedesign. Durch Veröffentlichungen wie <a href="http://new.myfonts.com/fonts/suitcase/bistro-script/?refby=mfde">Bistro Script</a> oder <a href="http://new.myfonts.com/fonts/suitcase/purista/?refby=mfde">Purista</a> findet der vielseitig talentierte Gestalter längst <a href="http://typographica.org/category/designer/tomas-brousil/">auch international Beachtung</a>.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Publikum.jpg" alt="Das TypeTalks-Publikum" title="Das TypeTalks-Publikum" width="504" height="335" class="alignnone size-full wp-image-986" /></p>
<p class="caption">Tomáš Brousil spricht auf Tschechisch. Dank David Březinas Live-Übersetzung ins Englische können auch die internationalen Gäste folgen.</p>
<p>Bei den TypeTalks stellt Tomáš sein jüngstes, noch unveröffentlichtes Werk vor. <em>Tabac</em> ist ein Schriftsystem für Zeitungs- und Magazintypografie, und es ist ein wahres Mammutprojekt. Als er den Umfang umreißt, ertönt aus dem Publikum ein ungläubiges bis bewunderndes Raunen: 96&nbsp;Einzelschnitte wird die Schriftfamilie enthalten. </p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Tomas-Brousil-Tabac-System.gif" alt="Tomáš Brousil: Die Struktur der Tabac-Familie" title="Tomáš Brousil: Die Struktur der Tabac-Familie" width="504" height="288" class="alignnone size-full wp-image-988" /></p>
<p>Neben dem Fettegrad (von <em>Regular</em> über <em>Medium</em> und <em>Semibold</em> bis <em>Bold</em>) und der Breite (<em>Normal, Narrow</em> und <em>Condensed</em>) kennt das System der Tabac eine dritte Achse, den Duktus. In vier Abstufungen (<em>Grades</em>) wird aus einer grazilen Displayschrift mit ausgeprägtem vertikalen Kontrast und spitz zulaufenden Serifen (<em>Grade&nbsp;1</em>) eine robuste, serifenbetonte Textschrift mit einer fast gleichbleibenden Strichstärke (<em>Grade 4</em>). Die feine <em>Grade&nbsp;1</em> hat ihre Stärken in großen Anwendungen wie Titeln und Überschriften, während die detailarme <em>Grade 4</em> eher am unteren Ende der Größenskala angesiedelt ist, sich also für Bildtitel, Fußnoten und anderes Kleingedrucktes eignet. Neben dem Aspekt der <a href="http://new.myfonts.com/tags/optical+sizes/?refby=mfde">optischen Größe</a> können Typografen das <em>Grades-</em>System auch dazu benutzen, um in letzter Sekunde auf die Qualität des Druckträgers zu reagieren: ist das Zeitungspapier schlechter als erwartet, wechselt man z.B. von <em>Grade&nbsp;2</em> auf <em>3</em>. Die kräftigeren Formen verkraften einen saugstarken, ungleichmäßigen Untergrund und gewährleisten selbst unter ungünstigen Bedingungen eine ordentliche Lesbarkeit. Der Clou dabei: die Metrik aller <em>Grades</em> ist gleich, bei einem Wechsel kommt es deshalb nicht zu Veränderungen des Umbruchs. </p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Tomas-Brousil-Tabac-Dingbats.jpg" alt="Tomáš Brousil: Tabac-Dingbats" title="Tomáš Brousil: Tabac-Dingbats" width="504" height="276" class="alignnone size-full wp-image-989" /><br />
Auch hinsichtlich des Zeichenumfangs lautet Tomáš’ Motto offenbar ›Klotzen, nicht kleckern!‹. Seine Tabac hat er mit einer Unzahl von brauchbaren und, wie er augenzwinkernd gesteht, weniger brauchbaren Glyphen hochgerüstet. Neben einem wahren Pfeilregen gibt es Spielkarten-Symbole, für französisches und deutsches Blatt. Speziell für die Bewertung von Filmen oder Büchern in Rezensionen stehen Stern- und Halbstern-Formen zur Verfügung. Um die Wettervorhersage typografisch illustrieren zu können, enthält die Schrift ein komplettes Set von Wetter-Piktogrammen, von ›Gewitter‹ über ›Schneeregen‹ bis ›Tornado‹. Selbst an die Schachecke ist gedacht: dank ausgeklügelter OpenType-Technik (<em>contextual alternates</em>) lässt sich im Handumdrehen ein schwarz-weiß kariertes Schachfeld mitsamt Figuren setzen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Tomas-Brousil-Tabac-Specimen.gif" alt="Tomáš Brousil: Tabac-Specimen" title="Tomáš Brousil: Tabac-Specimen" width="504" height="861" class="alignnone size-full wp-image-990" /></p>
<p class="caption">Die Tabac-Großfamilie wird in Kürze bei der <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Suitcase_Type_Foundry/?refby=mfde">Suitcase Type Foundry</a> erscheinen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Dan-Reynolds.jpg" alt="TypeTalks: Dan Reynolds" title="TypeTalks: Dan Reynolds" width="504" height="335" class="alignnone size-full wp-image-991" /></p>
<p>Nach Tomáš betritt <a href="http://www.typeoff.de/">Dan Reynolds</a> die Bühne. Der gebürtige <span class="caps">US</span>-Amerikaner, der in Berlin lebt, in Bad Homburg für <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Linotype/?refby=mfde">Linotype</a> arbeitet und an der <a href="http://www.fbg.h-da.de/">Hochschule Darmstadt</a> unterrichtet, erzählt von der <em>Leidenschaft des jungen Multiscript-Schriftgestalters</em>. Am Beispiel seines eigenen Werdegangs beschreibt er das Berufsbild des modernen Typedesigners – inklusive der Außenwahrnehmung. Dan beginnt mit einer Anekdote aus seiner Zeit an der University of Reading. In einem Pub wird er angesprochen, ob er vielleicht Sänger in einer Rockband sei. Als Dan erläutert, dass er Student im <a href="http://www.reading.ac.uk/typography/pg-taught/typ-pgtmatypefacedesign.aspx">Masters-Programm für Schriftgestaltung</a> sei, entgegnet der Mann: »Okay – also prinzipiell dasselbe.«</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Dan-Reynolds-Russproben-Viktor-Hammer.jpg" alt="Dan Reynolds: Rußproben von Victor Hammer" title="Dan Reynolds: Rußproben von Victor Hammer" width="504" height="212" class="alignnone size-full wp-image-992" /></p>
<p class="caption">Rußproben von <a href="http://new.myfonts.com/person/Victor_Hammer/?refby=mfde">Victor Hammer</a></p>
<p>Durch die digitalen Werkzeuge ist der Gestaltungsprozess schneller geworden. Schriftentwürfe können heute problemlos in <a href="http://www.adhesiontext.com/">per Generator erstellten Text</a> umgesetzt und via Laserdrucker ausgegeben werden. Änderungen lassen sich sofort im Font-Editor vornehmen und unmittelbar im nächsten Ausdruck überprüfen. Wie mühsam dagegen die Arbeit des Stempelschneiders erscheint, der sein Werk einzeln über Rußproben kontrollieren musste, keinen Rückgängig-Befehl kannte und so selten mehr als ein Zeichen pro Tag schaffte!</p>
<p>An die zahlreich im Publikum vertretenen Studenten richtet Dan einen eindringlichen Appell: sie müssen sich ihrer einzigartigen Position bewusst werden und diese nutzen. Als er während seiner Reading-Zeit versucht, in London indische Zeitungstypografie zu recherchieren, stößt er zwar auf Verblüffung und muss mehrere Irrwege gehen, doch wird ihm stets und überall bereitwillig weitergeholfen. Am Ende findet er sich – ausgestattet mit zahlreichen Tips und Empfehlungen – im Flieger nach Indien wieder. So etwas sei nur als Student möglich – würde er heute als Berufstätiger bei der <em>Royal Asiatic Society</em> oder dem <em>Nehru Centre</em> anklopfen, blieben ihm die meisten Türen wohl verschlossen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Dan-Reynolds-Malabar-Latein-und-Devanagari.jpg" alt="Dan Reynolds: Malabar, Latein und Devanagari" title="Dan Reynolds: Malabar, Latein und Devanagari" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-993" /></p>
<p class="caption">Die <a href="http://ilovetypography.com/2009/03/17/malabar-type-family-released/">Malabar</a> umfasst neben den lateinischen Buchstaben auch Devanagari-Zeichen. Die Kontrastachse ist bei diesem indischen Schriftsystem genau zur anderen Seite geneigt. Um trotzdem eine möglichst große stilistische Verwandtschaft zu etablieren, hat der Gestalter formal ähnliche Lösungen für Details wie Strichenden eingesetzt.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Dan-Reynolds-Zitat-Matthew-Carter.jpg" alt="Dan Reynolds: Zitat Matthew Carter" title="Dan Reynolds: Zitat Matthew Carter" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-994" /></p>
<p class="caption">Die Typedesign-Koryphäe <a href="http://new.myfonts.com/person/carter/matthew/?refby=mfde">Matthew Carter</a> ist der Meinung, es gäbe heute mehr fähige Schriftgestalter unter 30 Jahren als jemals zuvor – Zitat gesetzt in <a href="http://ilovetypography.com/2009/03/17/malabar-type-family-released/">Malabar</a>.</p>
<p>Zum Ende seines Vortrags stellt Dan kurz vier weitere junge Designer vor, die wie er <a href="http://www.typefacedesign.org/">in Reading studiert</a> haben und exemplarisch für eine Generation stehen, die sich wie selbstverständlich mit fremden Schriftsystemen auseinandersetzt: <a href="http://www.typofonderie.com/profile/profilemr">Mathieu Réguer</a> (Paris), der sich an eine lateinisch-arabische <a href="http://fontfeed.com/archives/tdc2-2009-type-systems/">Sippe aus Serifenloser und Antiqua</a> wagte; <a href="http://www.typojo.com/">Dr. Jo de Baerdemaeker</a> (Antwerpen), Spezialist für tibetische Schrift; <a href="http://www.ultrasparky.org/">Dan Rhatigan</a> (siehe unten) und <a href="http://davi.cz/">David Březina</a> (Brno), dessen <a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/skolar/?refby=mfde">Skolar</a> neben den bereits erhältlichen lateinischen und <a href="http://type-together.com/Skolar">kyrillischen</a> Zeichen in Zukunft um <a href="http://davi.cz/Typefaces/Skolar/Multilingual.html">Griechisch und Gujarati</a> erweitert werden wird.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Dan-Rhatigan.jpg" alt="TypeTalks: Dan Rhatigan" title="TypeTalks: Dan Rhatigan" width="504" height="334" class="alignnone size-full wp-image-995" /></p>
<p><a href="http://www.ultrasparky.org/">Dan Rhatigan</a>  ist der Überraschungsgast des Tages. Der in London lebende <span class="caps">US</span>-Amerikaner beschäftigt sich zur Zeit im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts der <a href="http://www.reading.ac.uk/typography/pg-taught/typ-pgtmatypefacedesign.aspx">University of Reading</a> und <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Monotype_Imaging/?refby=mfde">Monotype Imaging</a> mit der Erforschung und Gestaltung nicht-lateinischer Schriftsysteme, insbesondere solcher, die für indische Sprachen verwendet werden.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Dan-Rhatigan-How-I-learned-to-stop-worrying-and-love-bad-type.jpg" alt="Dan Rhatigan: How I learned to stop worrying and love bad type" title="Dan Rhatigan: How I learned to stop worrying and love bad type" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-996" /></p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Dan-Rhatigan-Sale.jpg" alt="Dan Rhatigan: Sale" title="Dan Rhatigan: Sale" width="504" height="356" class="alignnone size-full wp-image-997" /></p>
<p>In seiner im Titel auf Stanley Kubrick verweisenden Präsentation <em>How I learned to stop worrying and love bad type</em> geht Dan zunächst auf ein anderes Thema ein. Es ist ein Leichtes, exquisite Typografie und edle Schriften zu  bewundern. Ebenso einfach ist es, auf weniger gelungene Entwürfe herabzublicken und die alltägliche Realität von Laientypografie und Grafikdesign-Pfusch zu ignorieren. Doch manche dieser ›hässlichen‹ Buchstaben erfüllen ihre Aufgaben wunderbar, ihrer ästhetischen Schwäche zum Trotz. Es lohnt sich, genauer hinzusehen um herauszufinden, warum manche Dinge nicht – oder gerade schon – funktionieren. Wer aufhört, ein Typo-Snob zu sein, der kann eine Menge lernen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Dan-Rhatigan-Schildermaler-Indien.jpg" alt="Dan Rhatigan: Schildermaler in Indien" title="Dan Rhatigan: Schildermaler in Indien" width="504" height="356" class="alignnone size-full wp-image-998" /></p>
<p>Das unvoreingenommen Beobachten hilft Dan auch beim Entwerfen indischer Schriftzeichen. In Chennai (Tamil Nadu) sah er zwei Schriftmalern bei ihrem Handwerk zu. So erfuhr er, in welcher Reihenfolge die verschiedenen Elemente der Schrift zusammengeführt werden und welcher Spielraum bei der Ausgestaltung zulässig ist. Auch das Studium von Verpackungen, Schildern oder Anzeigen – alles Bereiche, in denen die Gestaltung oft von Amateuren gemacht wird – kann aufschlussreich sein. Dan betont, dass ›schlecht‹ ein sehr subjektiver Begriff ist. Wichtig ist es, kritisch, aber zugleich objektiv zu sein und Funktionalität nicht mit dem eigenen Geschmack zu verwechseln.  </p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Dan-Rhatigan-Multiscript.jpg" alt="Dan Rhatigan: ein Font für viele verschiedene Schriftsysteme" title="Dan Rhatigan: ein Font für viele verschiedene Schriftsysteme" width="504" height="356" class="alignnone size-full wp-image-999" /></p>
<p class="caption">Multiscript-Font für Indien – Dan Rhatigan überprüft den Grauwert und die stilistische Verwandtschaft zwischen den verschiedenen Schriftsystemen.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Veronika-Burian.jpg" alt="TypeTalks: Veronika Burian" title="TypeTalks: Veronika Burian" width="504" height="335" class="alignnone size-full wp-image-1000" /><br />
Abgerundet wird der Tag durch <a href="http://new.myfonts.com/person/Veronika_Burian/?refby=mfde">Veronika Burian</a>, Gründerin der Foundry <a href="http://new.myfonts.com/foundry/Type-Together/?refby=mfde">Type Together</a> und einzige weibliche Sprecherin auf den TypeTalks.</p>
<p>In ihrem Vortrag geht es um <em>typografische Kuppelei</em> – also welche Faktoren beim Kombinieren von Schriften beachtet werden müssen. Zunächst analysiert Veronika die Kriterien, die bei der Wahl einer Schrift generell eine Rolle spielen. Neben morphologisch-funktionalen Fragen (Handelt es sich um Text oder Titelei? Wird der Text linear oder selektiv gelesen? Welche Sprachen kommen vor, welche Zeichen müssen also enthalten sein?) gibt es auch technische Aspekte (Wird der Text am Bildschirm gelesen, ist der Font dafür optimiert? Liegt die Schrift im richtigen Fontformat vor?). Zentral ist desweiteren natürlich die Ästhetik: Passt die Anmutung zum Inhalt, zur beabsichtigten Wirkung und Lautstärke, zu den anderen eingesetzten Schriften? Auch ökonomische Überlegungen entscheiden über die Schriftwahl: Wie hoch sind die Lizenzgebühren, wie viele Lizenzen müssen bezahlt werden? Lassen sich die Fonts später für andere Projekte wiederverwenden?</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Veronika-Burian-Alan-Haley.jpg" alt="Veronika Burian: Zitat Alan Halley" title="Veronika Burian: Zitat Allan Haley" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-1001" /></p>
<p class="caption">»Mit Fonts verhält es sich wie mit Kartoffelchips und Buchstaben in Abkürzungen: ein einziger reicht selten aus.« – Zitat von <a href="http://new.myfonts.com/person/Allan_Haley/?refby=mfde">Allan Haley</a>, gesetzt in <a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/ronnia/?refby=mfde">Ronnia</a></p>
<p>Weil eine einzige Schriftart schnell monoton und langweilig wirken kann, werden Schriften gerne gemischt – klassischerweise eine Antiqua (mit Serifen) mit einer Grotesk (ohne Serifen). Wenn Schriften in einer Zeile nebeneinander stehen und optisch gleichwertig erscheinen sollen, muss die x-Höhe angeglichen werden. Der numerische Schriftgrad dagegen ist irrelevant. Für eine harmonische Verbindung empfiehlt es sich, Schriften mit ähnlichem Grundcharakter zu wählen, also z.B. eine <a href="http://new.myfonts.com/search/tag%3Ahumanist+tag%3Asans-serif/fonts/?refby=mfde">organische Serifenlose</a> mit einer <a href="http://new.myfonts.com/search/tag%3Ahumanist+tag%3Aserif/fonts/?refby=mfde">organischen Serifenschrift</a>, oder eine <a href="http://new.myfonts.com/tags/grotesk/?refby=mfde">mechanische Grotesk</a> mit einer ebenfalls eher <a href="http://new.myfonts.com/search/century/fonts/?refby=mfde">mechanischen Antiqua</a>.</p>
<p>Leichter wird das Schriftenmischen, wenn man sich auf Kontrast konzentriert – so zitiert Veronika die Typografin <a href="http://kupferschrift.de">Indra Kupferschmid</a>. Wenn die Aufgabenteilung der beteiligten Schriften klar definiert ist, sind stilistische Differenzen eher möglich. Auch deutliche Größenunterschiede sind beim Mischen anderweitig wenig kompatibler Schriften von Vorteil. Besonders viel Erfahrung und Geschick erfordern »gleichgeschlechtliche Paare«, also die Kombination von z.B. zwei Serifenlosen.  </p>
<p>Anhand zahlreicher Alltagsbeispiele aus der Zeitungs-, Magazin- und Buchcover-Typografie bespricht Veronika, welche Kombinationen gut, welche weniger gut funktionieren und erklärt, warum dies so ist. Manchmal, so räumt sie ein, ist es natürlich auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.</p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Veronika-Burian-Dominants.jpg" alt="Veronika Burian: Dominante und Unterwürfige" title="Veronika Burian: Dominante und Unterwürfige" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-1002" /><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/07/TypeTalks-Veronika-Burian-Cousins.jpg" alt="Veronika Burian: Heirat zwischen Cousin und Cousine" title="Veronika Burian: Heirat zwischen Cousin und Cousine" width="504" height="378" class="alignnone size-full wp-image-1019" /></p>
<p class="caption">Jedes Kapitel ist mit einer Buchstaben-Beziehung des argentinischen Zeichners Damian Couceiro illustriert.</p>
<p>Schriftgestalter reagieren auf die Bedürfnisse von Typografen und Grafikdesignern und schaffen Schriftsippen, die mit Sans- und Serifenvariante gleich beide Partner enthalten. Die einzelnen Schnitte solcher Systeme sind ideal aufeinander abgestimmt und bieten eine schnelle Lösung für komplexe Aufgaben.<br />
<img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Veronika-Burian-Karmina.jpg" alt="Veronika Burian: Karmina Serif und Karmina Sans" title="Veronika Burian: Karmina Serif und Karmina Sans" width="504" height="189" class="alignnone size-full wp-image-1003" /></p>
<p class="caption"><a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/karmina/?refby=mfde">Karmina (Serif)</a> und <a href="http://new.myfonts.com/fonts/type-together/karmina-sans/?refby=mfde">Karmina Sans</a>, eine Schriftsippe von <a href="http://new.myfonts.com/person/Veronika_Burian/?refby=mfde">Veronika Burian</a> und <a href="http://new.myfonts.com/person/José_Scaglione/?refby=mfde">José Scaglione</a></p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-David-Brezina-und-Team.jpg" alt="David Březina und das TypeTalks-Team" title="David Březina und das TypeTalks-Team" width="504" height="335" class="alignnone size-full wp-image-1004" /></p>
<p class="caption">TypeTalks-Ausrichter David Březina und sein studentisches Team holen sich am Ende eines äußerst interessanten Symposiums den verdienten Applaus ab.</p>
<p>Auch wenn es schwierig ist, eine Veranstaltung zu beurteilen, in die man selbst involviert ist, meine ich, dass die ersten <a href="http://typetalks.com/">TypeTalks</a> ein voller Erfolg waren. Besonders gut gefallen haben mir die entspannte Atmosphäre mit der – dank der moderaten Preisgestaltung – richtigen Mischung aus studentischem und professionellem Publikum, die ambitionierte und doch reibungslos funktionierende Organisation und nicht zuletzt die hochwertigen Vorträge. Anders als bei vielen anderen Konferenzen gab es keine einzige Portfolio-Nabelschau. Selbst dort, wo die eigene Arbeit im Mittelpunkt stand (wie bei Tomáš Brousil), waren dies keine schon oft gesehenen Retrospektiven, sondern exklusive Einblicke in aktuelle Projekte.</p>
<p>Ich wünsche mir, dass die <a href="http://typetalks.com/">TypeTalks</a> im nächsten oder spätestens übernächsten Jahr eine Fortsetzung erfahren und kann jedem an Schrift und Typografie Interessierten die Reise nach Brno ans Herz legen.  </p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Brno.jpg" alt="Die Dächer von Brno" title="Die Dächer von Brno" width="504" height="335" class="alignnone size-full wp-image-1006" /></p>
<p><img src="http://www.myfonts.de/wp-content/uploads/2010/06/TypeTalks-Blick-auf-Brno.jpg" alt="Blick auf Brno" title="Blick auf Brno" width="504" height="335" class="alignnone size-full wp-image-1005" /></p>
<p>Weitere Berichte von den diesjährigen TypeTalks:<br />
<small><a href="http://www.typejockeys.com/blog/TypeTalks-2010-in-Brno">Michael Hochleitner: <em>TypeTalks 2010 in Brno</em> auf Typejockeys.com</a><br />
<a href="http://www.typeoff.de/?p=1102">Dan Reynolds: <em>First Brno TypeTalks</em> auf Typeoff.de</a></small></p>
<p><small>Alle Abbildungen: © bei den jeweiligen Vortragenden. Fotos: <a href="http://motaitalic.com/">Rob Keller</a>, <a href="http://florian.hardwig.com/">Florian Hardwig</a></small></p>
]]></content>
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