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	<title>neueswort.de - Täglich ein Fremdwort</title>
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	<description>Auf neueswort.de stellen wir täglich ein Fremdwort samt seiner Herkunft, Bedeutung und Beispielsätzen vor.</description>
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	<title>Jeden Tag ein Fremdwort – neueswort</title>
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		<title>veritabel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2026 22:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungssprache]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Adjektiv veritabel bedeutet &#8222;echt&#8220;, &#8222;wahr&#8220; oder &#8222;wahrhaft&#8220;. In seiner häufigsten Verwendung verstärkt veritabel ein nachfolgendes Substantiv. Es sagt aus, dass eine Sache die gewählte Bezeichnung wirklich verdient. Eine veritable [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Adjektiv <strong>veritabel</strong> bedeutet &#8222;echt&#8220;, &#8222;wahr&#8220; oder &#8222;wahrhaft&#8220;.</p>
<p>In seiner häufigsten Verwendung verstärkt <strong>veritabel</strong> ein nachfolgendes Substantiv. Es sagt aus, dass eine Sache die gewählte Bezeichnung wirklich verdient. Eine <strong>veritable</strong> Krise ist eine echte, ausgewachsene Krise. Ein <strong>veritabler</strong> Erfolg ist ein Erfolg, an dem es nichts zu deuteln gibt.</p>
<p>Oft steht das Wort vor Ausdrücken für etwas Großes, Dramatisches oder Aufsehenerregendes. Man liest von einem <strong>veritablen</strong> Skandal, einem <strong>veritablen</strong> Flop oder einer <strong>veritablen</strong> Sensation.</p>
<p>Daneben bezeichnet <strong>veritabel</strong> das Echte im Gegensatz zum bloß Scheinbaren. Eine <strong>veritable</strong> Künstlerin ist eine wahre Künstlerin und keine Möchtegern-Künstlerin. In diesem Sinn steht das Wort dem Adjektiv &#8222;echt&#8220; nahe.</p>
<p><strong>Veritabel</strong> gehört der gehobenen Bildungssprache an. Es steht fast immer direkt vor dem Substantiv, das es näher bestimmt. In der Alltagssprache treten an seine Stelle Wörter wie &#8222;regelrecht&#8220;, &#8222;richtiggehend&#8220; oder schlicht &#8222;echt&#8220;.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort stammt aus dem Französischen. Es geht auf <em>véritable</em> (wahr, echt) zurück, das von <em>vérité</em> (Wahrheit) abgeleitet ist. Dahinter steht das lateinische <em>veritas</em> (Wahrheit), das seinerseits zu <em>verus</em> (wahr, wirklich) gehört. Verwandt ist im Deutschen unter anderem das Verb &#8222;verifizieren&#8220; (auf seine Wahrheit prüfen).</p>
<h2 id="aussprache">Aussprache</h2>
<p><strong>Hörbeispiel: </strong><audio id="hoerbeispiel">
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<a style="cursor: pointer;" onclick="document.getElementById('hoerbeispiel').play(); ga('send','event','Hörbeispiel','Hörbeispiel anhören','Aussprachebutton');"><img decoding="async" style="width:22px;vertical-align: -4px;" width="22" height="20" src="https://neueswort.de/wp-content/plugins/neueswort-hoerbeispiel/lautsprecher.svg" alt="Lautsprechersymbol"/> Aussprache anhören</a><br />
<strong>Lautschrift (IPA):</strong> <span class="lautschrift">[veʁiˈtaːbəl]</span></p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Zwischen den beiden Fraktionen entbrannte ein <strong>veritabler</strong> Machtkampf um den Vorsitz.</p></blockquote>
<blockquote><p>Mit ihrer Ausstellung gelang der Fotografin ein <strong>veritabler</strong> Coup.</p></blockquote>
<blockquote><p>Er ist ein <strong>veritabler</strong> Kenner der italienischen Oper.</p></blockquote>
<blockquote><p>Der Umzug geriet zu einem <strong>veritablen</strong> Chaos.</p></blockquote>
<blockquote><p>Doch wer immer die Idee dazu gehabt haben mag, er produzierte einen <strong>veritablen</strong> Flop.<br />
— Süddeutsche Zeitung, 23.05.1996</p></blockquote>
<blockquote><p>Die eine sah einer <strong>veritablen</strong> Prinzessin ähnlich, und sie war es auch.<br />
— Robert Walser, Jakob von Gunten, 1909</p></blockquote>
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		<title>assimilieren</title>
		<link>https://neueswort.de/assimilieren/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Sep 2026 22:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[A]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Verb assimilieren bedeutet &#8222;angleichen&#8220;, &#8222;anpassen&#8220; oder &#8222;verschmelzen&#8220;. Im Alltag findet man das Wort heute meist dort, wo es um Einwanderung und das Zusammenleben von Kulturen geht. Gemeint ist dann, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Verb <strong>assimilieren</strong> bedeutet &#8222;angleichen&#8220;, &#8222;anpassen&#8220; oder &#8222;verschmelzen&#8220;.</p>
<p>Im Alltag findet man das Wort heute meist dort, wo es um Einwanderung und das Zusammenleben von Kulturen geht. Gemeint ist dann, dass sich jemand einer Gruppe so weit angleicht, bis kaum noch Unterschiede bleiben.</p>
<p>Häufig schwingt ein kritischer Ton mit. Denn <strong>assimilieren</strong> meint mehr als ein bloßes Anpassen. Wer sich vollständig angleicht, gibt das Eigene meist auf. Deshalb wird das Wort oft mit einem gewissen Anpassungsdruck verbunden.</p>
<p>Nicht nur Menschen können sich <strong>assimilieren</strong> oder assimiliert werden. Auch eine Kultur, eine Stadt oder eine Sprache nimmt fremde Einflüsse auf und macht sie zu ihrem Eigenen. Das Aufgenommene bleibt dann nicht als fremd erkennbar, sondern wird zum selbstverständlichen Teil des Ganzen.</p>
<p>Neben dem alltäglichen Gebrauch gibt es mehrere fachliche Bedeutungen:</p>
<ul>
<li>In der <strong>Biologie</strong> bezeichnet <strong>assimilieren</strong> den Vorgang, aufgenommene Stoffe wie Kohlenstoff oder Stickstoff in körpereigene Substanz umzuwandeln.</li>
<li>In der <strong>Sprachwissenschaft</strong> steht es dafür, dass ein Laut an einen benachbarten angeglichen wird.</li>
<li>In der <strong>Psychologie</strong> meint es, neue Eindrücke in bereits vorhandenes Wissen einzufügen.</li>
</ul>
<h2>Abgrenzung</h2>
<p>Wer sich <strong>integriert</strong>, nimmt an einer Gemeinschaft teil, behält dabei aber die eigene Herkunft und Eigenart. Wer sich <strong>assimiliert</strong>, gibt diese Eigenart weitgehend auf und wird von der Mehrheit kaum noch unterschieden.</p>
<p>Wer sich <strong>adaptiert</strong>, passt sich den Gegebenheiten an, ohne mit ihnen zu verschmelzen. <strong>Assimilieren</strong> zielt dagegen auf ein dauerhaftes Aufgehen im Neuen.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus dem lateinischen <em>assimilare</em> (ähnlich machen, angleichen) entlehnt. Ihm liegt das Adjektiv <em>similis</em> (ähnlich) zugrunde, verstärkt durch die Vorsilbe <em>ad-</em> (heran, hinzu).</p>
<h2 id="aussprache">Aussprache</h2>
<p><strong>Hörbeispiel:</strong> <audio id="hoerbeispiel">
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<a style="cursor: pointer;" onclick="document.getElementById('hoerbeispiel').play(); ga('send','event','Hörbeispiel','Hörbeispiel anhören','Aussprachebutton');"><img decoding="async" style="width:22px;vertical-align: -4px;" width="22" height="20" src="https://neueswort.de/wp-content/plugins/neueswort-hoerbeispiel/lautsprecher.svg" alt="Lautsprechersymbol"/> Aussprache anhören</a><br />
<strong>Lautschrift (IPA):</strong> <span class="lautschrift">[asimiˈliːʁən]</span></p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die junge Ärztin wollte in ihrer neuen Heimat ankommen, ohne sich völlig zu <strong>assimilieren</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Neue Mitglieder <strong>assimilieren</strong> sich schneller, wenn das Team sie offen aufnimmt.</p></blockquote>
<blockquote><p>Grüne Pflanzen nehmen Kohlendioxid aus der Luft auf und <strong>assimilieren</strong> es zu körpereigener Substanz.</p></blockquote>
<blockquote><p>Über die Jahrhunderte hat die Hafenstadt fremde Bräuche aufgenommen und <strong>assimiliert</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Der Austauschschüler brauchte einige Wochen, bis er sich an den fremden Schulalltag <strong>assimiliert</strong> hatte.</p></blockquote>
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		<item>
		<title>Affront</title>
		<link>https://neueswort.de/affront/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 22:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[A Noch nicht im Newsletter verschickt]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[A]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Substantiv Affront (der) bezeichnet eine &#8222;offene, herausfordernde Beleidigung&#8220;. Ein Affront ist eine bewusste, heftige Unhöflichkeit und geschieht meist vor Zeugen: eine offene Geste der Missachtung, die das Gegenüber vor [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Affront</strong> (der) bezeichnet eine &#8222;offene, herausfordernde Beleidigung&#8220;.</p>
<p>Ein <strong>Affront</strong> ist eine bewusste, heftige Unhöflichkeit und geschieht meist vor Zeugen: eine offene Geste der Missachtung, die das Gegenüber vor anderen bloßstellen soll.</p>
<p>Das Wort gehört der gehobenen Sprache an und steht oft in Politik, Diplomatie und im öffentlichen Leben.</p>
<p>Der Ton ist immer wertend und ablehnend. Wer von einem Affront spricht, versteht das Verhalten als Angriff und als bewusste Zumutung, nicht als bloßes Versehen.</p>
<h2>Abgrenzung</h2>
<p>Der Begriff <strong>Kränkung</strong> zielt auf das Empfinden der getroffenen Person, also auf die innere Verletzung. Ein <strong>Affront</strong> benennt dagegen die Tat selbst, die offene Geste der Missachtung. Man kann jemandem einen Affront zufügen, auch wenn sich das Gegenüber äußerlich nichts anmerken lässt.</p>
<p>Die <strong><a href="https://neueswort.de/brueskieren/">Brüskierung</a></strong> betont die schroffe, unhöfliche Behandlung, das barsche Vor-den-Kopf-Stoßen. Sie kann versehentlich und ohne böse Absicht geschehen. Der <strong>Affront</strong> dagegen ist ein absichtlicher, demonstrativer Angriff auf die Ehre.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort kam im 17. Jahrhundert aus dem Französischen ins Deutsche. Vereinzelt findet man es schon Mitte des 15. Jahrhunderts in einer Urkunde aus dem Oberelsass.</p>
<p>Zugrunde liegt das französische <em>affront</em> (Beschimpfung, Beleidigung, Kränkung). Es gehört zu <em>affronter</em> (die Stirn bieten, trotzen, beschimpfen). In älterer Zeit war dieses Wort ganz bildlich gemeint: jemanden &#8222;mit der Stirn stoßen&#8220; oder &#8222;durch einen Hieb auf die Stirn niederschlagen&#8220;.</p>
<p>Dahinter stehen das französische <em>front</em> und das lateinische <em>frons</em> (Stirn), auf die auch das deutsche Wort Front zurückgeht.</p>
<h2 id="aussprache">Aussprache</h2>
<p><strong>Hörbeispiel: </strong><audio id="hoerbeispiel">
  <source src="https://neueswort.de/audio/ogg/Affront.ogg" type="audio/ogg">
  <source src="https://neueswort.de/audio/mp3/Affront.mp3" type="audio/mpeg">
</audio>
<a style="cursor: pointer;" onclick="document.getElementById('hoerbeispiel').play(); ga('send','event','Hörbeispiel','Hörbeispiel anhören','Aussprachebutton');"><img decoding="async" style="width:22px;vertical-align: -4px;" width="22" height="20" src="https://neueswort.de/wp-content/plugins/neueswort-hoerbeispiel/lautsprecher.svg" alt="Lautsprechersymbol"/> Aussprache anhören</a><br />
<strong>Lautschrift (IPA):</strong> <span class="lautschrift">[aˈfʁɔ̃ː]</span></p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die Gastgeberin verstand die kurzfristige Absage als kalkulierten <strong>Affront</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Das neue Teammitglied bei der Begrüßung einfach zu übergehen, war ein unnötiger <strong>Affront</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Der Dirigent empfand die halb leeren Ränge als persönlichen <strong>Affront</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Für mich kam der ständig zugeparkte Hof einem täglichen <strong>Affront</strong> gleich.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Anwältin bezeichnete die Entscheidung als <strong>Affront</strong> gegen jedes Rechtsempfinden.</p></blockquote>
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			</item>
		<item>
		<title>Plädoyer</title>
		<link>https://neueswort.de/plaedoyer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2026 15:37:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Substantiv Plädoyer (das) bezeichnet die &#8222;zusammenfassende Rede der Verteidigung oder der Anklage vor Gericht&#8220; und übertragen ein &#8222;entschiedenes Eintreten für oder gegen etwas&#8220;. In der juristischen Bedeutung ist das [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Plädoyer</strong> (das) bezeichnet die &#8222;zusammenfassende Rede der Verteidigung oder der Anklage vor Gericht&#8220; und übertragen ein &#8222;entschiedenes Eintreten für oder gegen etwas&#8220;.</p>
<p>In der <strong>juristischen Bedeutung</strong> ist das <strong>Plädoyer</strong> der Schlusspunkt eines Strafprozesses. Nach der Beweisaufnahme fassen Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Sicht auf den Fall zusammen. Die Anklage beantragt ein Strafmaß, die Verteidigung fordert meist Freispruch oder eine mildere Strafe.</p>
<p>Im <strong>übertragenen Sinne</strong> ist ein <strong>Plädoyer</strong> dann jede engagierte Fürsprache: eine Rede, ein Buch oder ein Artikel, der entschieden für eine Sache eintritt. Typisch ist die Verbindung &#8222;ein Plädoyer für etwas halten&#8220;. Das zugehörige Verb ist <a href="https://neueswort.de/plaedieren/">plädieren</a>.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort wurde Ende des 18. Jahrhunderts aus dem französischen <em>plaidoyer</em> (Rede vor Gericht) übernommen. Es gehört zum Verb <em>plaider</em> (vor Gericht reden, prozessieren), das auf altfranzösisch <em>plait</em> (Rechtsspruch, Gerichtsverhandlung) zurückgeht. Dahinter steht mittellateinisch <em>placitum</em> (Gerichtstag, Gerichtsverhandlung), ursprünglich lateinisch <em>placitum</em> (Meinung, Überzeugung, Beschluss), zu <em>placere</em> (gefallen, gut finden, wofür stimmen).</p>
<p>Die Bedeutungsgeschichte führt also vom Gefallen zum Gericht: Aus dem, &#8222;was beschlossen wurde&#8220;, weil es den Beteiligten gefiel, wurde der Gerichtstermin, dann das Reden vor Gericht und schließlich die Schlussrede selbst.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [plɛdo̯aˈjeː]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die Verteidigerin forderte in ihrem <strong>Plädoyer</strong> einen Freispruch für ihren Mandanten.</p></blockquote>
<blockquote><p>Ihre Rede vor dem Parlament war ein leidenschaftliches <strong>Plädoyer</strong> für mehr Klimaschutz.</p></blockquote>
<blockquote><p>Sein neues Buch liest sich als <strong>Plädoyer</strong> für die Langsamkeit.</p></blockquote>
<blockquote><p>In der Teamsitzung hielt sie ein überzeugendes <strong>Plädoyer</strong> für flexible Arbeitszeiten.</p></blockquote>
<blockquote><p>Nach den <strong>Plädoyers</strong> von Staatsanwaltschaft und Verteidigung zog sich das Gericht zur Beratung zurück.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tabu</title>
		<link>https://neueswort.de/tabu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2026 13:30:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Substantiv Tabu (das) bezeichnet ein &#8222;ungeschriebenes Verbot, bestimmte Dinge zu tun oder über sie zu sprechen&#8220;. Ein Tabu steht in keinem Gesetzbuch. Es wirkt trotzdem, weil alle Beteiligten es [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Tabu</strong> (das) bezeichnet ein &#8222;ungeschriebenes Verbot, bestimmte Dinge zu tun oder über sie zu sprechen&#8220;.</p>
<p>Ein <strong>Tabu</strong> steht in keinem Gesetzbuch. Es wirkt trotzdem, weil alle Beteiligten es kennen und niemand es eigens erklären muss. Wer dagegen verstößt, wird nicht bestraft, sondern erntet Peinlichkeit, Empörung oder Ausgrenzung.</p>
<p>Das Wort gehört zum alltäglichen Wortschatz und ist stilistisch unauffällig. Neben dem Substantiv steht das Adjektiv <strong>tabu</strong> (&#8222;dieses Thema ist tabu&#8220;). Dazu kommen die Ableitungen <em>tabuisieren</em>, <em>Tabubruch</em> und <em>tabulos</em>.</p>
<p>In der <strong>Religionswissenschaft</strong> und in der <strong>Völkerkunde</strong> hat der Begriff eine engere Bedeutung. Dort meint er ein religiöses Meidungsgebot: Bestimmte Orte, Personen, Speisen oder Wörter gelten als geweiht und dürfen deshalb nicht berührt, betreten oder ausgesprochen werden.</p>
<h2>Abgrenzung</h2>
<p>Ein <strong>Verbot</strong> wird ausgesprochen, begründet und notfalls durchgesetzt. Ein <strong>Tabu</strong> gilt stillschweigend. Es wird selten diskutiert, oft nicht einmal bemerkt, solange sich alle daran halten.</p>
<p>Auch von der <strong>Etikette</strong> unterscheidet sich das <strong>Tabu</strong>. Etikette regelt die Form des Umgangs miteinander. Ein Tabu markiert eine Grenze, hinter der es unangenehm wird.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort stammt aus Polynesien und kam über das Englische ins Deutsche. Zugrunde liegt das polynesische <em>tapu</em> (gekennzeichnet, unberührbar, heilig). Ursprünglich bezeichnete es eine Markierung, die etwas dem Herrscher vorbehielt und damit dem allgemeinen Zugriff entzog.</p>
<p><strong>James Cook</strong> hörte den Ausdruck 1777 auf seiner dritten Pazifikreise und gab ihn als <em>taboo</em> wieder. Aus dem Englischen gelangte das Wort Anfang des 19. Jahrhunderts ins Deutsche.</p>
<p>Zunächst blieb es ein Fachwort für fremde religiöse Bräuche. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam die übertragene Bedeutung &#8222;unantastbare Sache&#8220; hinzu. Die heute geläufige Bedeutung als stillschweigende gesellschaftliche Schranke setzte sich erst im 20. Jahrhundert durch.</p>
<p><strong>Tabu</strong> ist eines der wenigen polynesischen Wörter im Deutschen. Ein zweites verdankt sich derselben Quelle: <em>tätowieren</em> geht auf polynesisch <em>tatau</em> (schlagen, eingeritztes Zeichen) zurück und wurde ebenfalls über Cooks Reiseberichte in Europa bekannt.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [taˈbuː]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Über Geld zu sprechen galt in ihrer Familie als striktes <strong>Tabu</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Regisseurin brach mit ihrem Film ein <strong>Tabu</strong>, das jahrzehntelang niemand angetastet hatte.</p></blockquote>
<blockquote><p>In seiner Gemeinde galt eine Scheidung lange als <strong>Tabu</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Ärztin sprach ein <strong>Tabu</strong> an, das viele Erkrankte still mit sich herumtragen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Was vor einer Generation noch ein <strong>Tabu</strong> war, gehört heute zum normalen Alltag.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>kongenial</title>
		<link>https://neueswort.de/kongenial/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2026 22:59:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[K]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Adjektiv kongenial bedeutet &#8222;geistig ebenbürtig&#8220; oder &#8222;dem Geist eines Werkes genau entsprechend&#8220;. Das Wort beschreibt immer ein Verhältnis. Etwas ist kongenial zu etwas anderem: eine Übersetzung zum Original, eine [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Adjektiv <strong>kongenial</strong> bedeutet &#8222;geistig ebenbürtig&#8220; oder &#8222;dem Geist eines Werkes genau entsprechend&#8220;.</p>
<p>Das Wort beschreibt immer ein Verhältnis. Etwas ist <strong>kongenial</strong> zu etwas anderem: eine Übersetzung zum Original, eine Vertonung zum Gedicht, eine Verfilmung zur Vorlage. Gemeint ist, dass die zweite Leistung das <a href="https://neueswort.de/niveau/">Niveau</a> und die Haltung der ersten erreicht, ohne sie bloß nachzuahmen.</p>
<p>Auch Menschen können einander <strong>kongenial</strong> sein. Von einem kongenialen Duo spricht man, wenn zwei Personen auf gleicher Höhe arbeiten und sich dabei ergänzen.</p>
<p>Das Wort ist bildungssprachlich und steht vor allem in Kritiken, Rezensionen und Würdigungen.</p>
<h2>Abgrenzung</h2>
<p>Die Vorsilbe kon- bedeutet &#8222;mit&#8220; oder &#8222;zusammen&#8220;, nicht &#8222;sehr&#8220;. <strong>Kongenial</strong> ist deshalb keine Steigerung von genial. Wer eine Idee kongenial nennt, ohne zu sagen, wozu sie passt, verwendet das Wort falsch. Wörterbücher führen diesen Gebrauch ausdrücklich als Fehlverwendung.</p>
<p>Das englische <em>congenial</em> ist ein falscher Freund. Es bedeutet &#8222;angenehm&#8220; oder &#8222;sympathisch&#8220; und beschreibt Menschen, Räume oder Stimmungen. Von geistiger Ebenbürtigkeit ist dabei nicht die Rede.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p><strong>Kongenial</strong> sieht lateinisch aus, ist aber eine gelehrte Neubildung des 18. Jahrhunderts. Grundlage ist das deutsche Wort genial, davor die Vorsilbe kon- aus dem lateinischen <em>cum</em> (mit, zusammen).</p>
<p>Genial gehört zu Genie. Dieses kam Anfang des 18. Jahrhunderts aus dem Französischen ins Deutsche. Das französische <em>génie</em> (Begabung, Geist, Talent) geht zurück auf lateinisch <em>genius</em> (Schutzgeist, spätlateinisch auch: schöpferische Begabung, Talent). Daneben wirkte lateinisch <em>ingenium</em> (Charakter, Begabung, Geist, Witz) ein.</p>
<h2 id="aussprache">Aussprache</h2>
<p><strong>Hörbeispiel: </strong><audio id="hoerbeispiel">
  <source src="https://neueswort.de/audio/ogg/kongenial.ogg" type="audio/ogg">
  <source src="https://neueswort.de/audio/mp3/kongenial.mp3" type="audio/mpeg">
</audio>
<a style="cursor: pointer;" onclick="document.getElementById('hoerbeispiel').play(); ga('send','event','Hörbeispiel','Hörbeispiel anhören','Aussprachebutton');"><img loading="lazy" decoding="async" style="width:22px;vertical-align: -4px;" width="22" height="20" src="https://neueswort.de/wp-content/plugins/neueswort-hoerbeispiel/lautsprecher.svg" alt="Lautsprechersymbol"/> Aussprache anhören</a><br />
<strong>Lautschrift (IPA):</strong> <span class="lautschrift">[kɔŋɡeˈni̯aːl]</span></p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die Neuübersetzung gilt als <strong>kongenial</strong>: Sie trifft den Rhythmus des Originals, ohne ihn zu imitieren.</p></blockquote>
<blockquote><p>Der Komponist hat die Gedichte <strong>kongenial</strong> vertont, ohne ihnen etwas Fremdes hinzuzufügen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Nach mehreren Fehlbesetzungen fand die Regisseurin endlich eine <strong>kongeniale</strong> Bühnenbildnerin.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die beiden gelten als <strong>kongeniales</strong> Gespann: Sie entwirft die Konzepte, er setzt sie um.</p></blockquote>
<blockquote><p>Sein Vortrag war technisch makellos, dem Werk aber nicht <strong>kongenial</strong>.</p></blockquote>
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			</item>
		<item>
		<title>kontrafaktisch</title>
		<link>https://neueswort.de/kontrafaktisch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Aug 2026 12:11:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Adjektiv kontrafaktisch bedeutet &#8222;den Fakten widersprechend&#8220; oder &#8222;nicht der Wirklichkeit entsprechend&#8220;. Das Wort hat zwei Verwendungsweisen: In der neutralen, wissenschaftlichen Verwendung beschreibt kontrafaktisch Gedankenexperimente nach dem Muster &#8222;Was wäre [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Adjektiv <strong>kontrafaktisch</strong> bedeutet &#8222;den Fakten widersprechend&#8220; oder &#8222;nicht der Wirklichkeit entsprechend&#8220;.</p>
<p>Das Wort hat zwei Verwendungsweisen:</p>
<p>In der <strong>neutralen</strong>, wissenschaftlichen Verwendung beschreibt <strong>kontrafaktisch</strong> Gedankenexperimente nach dem Muster &#8222;Was wäre gewesen, wenn?&#8220;. Eine kontrafaktische Überlegung nimmt bewusst etwas an, das so nicht eingetreten ist, um daraus etwas über die Wirklichkeit zu lernen. Die Geschichtswissenschaft fragt etwa, wie Europa sich ohne ein bestimmtes Ereignis entwickelt hätte. Die Wirtschaftsforschung vergleicht die tatsächliche Entwicklung mit einem kontrafaktischen Szenario, um die Wirkung einer Maßnahme zu messen.</p>
<p>In der zweiten, <strong>wertenden</strong> Verwendung bezeichnet <strong>kontrafaktisch</strong> Aussagen, die den Tatsachen widersprechen oder sie leugnen. Wer eine Behauptung kontrafaktisch nennt, sagt damit: Sie ist falsch, und die Fakten belegen das Gegenteil. In dieser Bedeutung fällt das Wort häufig in Debatten über Falschinformationen.</p>
<p>Das Wort ist bildungssprachlich. Man findet es vor allem in wissenschaftlichen Texten, im Feuilleton und in politischen Analysen.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort setzt sich aus zwei lateinischen Bestandteilen zusammen. Das Präfix kontra- geht auf <em>contra</em> (gegenüber, dagegen) zurück. Der zweite Bestandteil gehört zu <em>factum</em> (Tat, Handlung), das wiederum vom Verb <em>facere</em> (machen, tun) stammt. Wörtlich bedeutet <strong>kontrafaktisch</strong> also &#8222;gegen die Tatsachen&#8220;.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [ˌkɔntʁaˈfaktɪʃ]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die Historikerin stellte die <strong>kontrafaktische</strong> Frage, wie der Kontinent heute aussähe, wenn die Erfindung des Buchdrucks ausgeblieben wäre.</p></blockquote>
<blockquote><p>Um den Nutzen der Förderung zu belegen, verglichen die Forscher die realen Zahlen mit einem <strong>kontrafaktischen</strong> Szenario ohne staatliche Hilfen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Nach der verpassten Beförderung quälte er sich mit <strong>kontrafaktischen</strong> Gedanken: Hätte er das Projekt übernommen, wäre alles anders gekommen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Redakteurin wies die Darstellung als <strong>kontrafaktisch</strong> zurück, denn die Zahlen belegten das Gegenteil.</p></blockquote>
<blockquote><p>Sein neuer Roman spielt in einer <strong>kontrafaktischen</strong> Welt, in der das Telefon nie erfunden wurde.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>habituell</title>
		<link>https://neueswort.de/habituell/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Aug 2026 12:55:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Adjektiv habituell bedeutet &#8222;gewohnheitsmäßig&#8220;, &#8222;ständig&#8220; oder &#8222;zur Gewohnheit geworden&#8220;. Wer etwas habituell tut, tut es nicht einmalig und nicht aus einer Laune heraus. Gemeint ist ein Verhalten, das sich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Adjektiv <strong>habituell</strong> bedeutet &#8222;gewohnheitsmäßig&#8220;, &#8222;ständig&#8220; oder &#8222;zur Gewohnheit geworden&#8220;.</p>
<p>Wer etwas <strong>habituell</strong> tut, tut es nicht einmalig und nicht aus einer Laune heraus. Gemeint ist ein Verhalten, das sich so oft wiederholt hat, dass es fest zur Person gehört und kaum noch bewusst gesteuert wird.</p>
<p>Das Wort gehört der gehobenen Bildungssprache an und steht meist vor einem Substantiv, etwa in &#8222;habituelle Kritik&#8220; oder &#8222;eine habituelle Reaktionsweise&#8220;.</p>
<p>In der <strong>Psychologie</strong> ist die Bedeutung etwas enger gefasst. Dort meint <strong>habituell</strong>, was zum Charakter eines Menschen gehört und sein Verhalten dauerhaft prägt. Eine habituelle Zurückhaltung ist demnach kein Zustand des Augenblicks, sondern ein stabiles Muster.</p>
<p>Auch die <strong>Medizin</strong> nutzt das Wort, dort im Sinne von &#8222;immer wiederkehrend&#8220;. Von einer habituellen Luxation spricht man, wenn ein Gelenk wiederholt aus seiner Pfanne springt; von habituellen Aborten, wenn es mehrfach hintereinander zu einer Fehlgeburt kommt.</p>
<h2>Abgrenzung</h2>
<p>Am nächsten steht <a href="https://neueswort.de/notorisch/">notorisch</a>. Beide Wörter beschreiben eine feste Gewohnheit, doch <strong>habituell</strong> bleibt sachlich, während notorisch fast immer einen Vorwurf mitträgt. Ein notorischer Zuspätkommer ist dafür berüchtigt; eine habituelle Unpünktlichkeit wird lediglich festgestellt.</p>
<p><a href="https://neueswort.de/repetitiv/">Repetitiv</a> zielt dagegen auf den Vorgang selbst: Eine repetitive Tätigkeit besteht aus immer gleichen Wiederholungen, ganz gleich, wer sie ausführt. <strong>Habituell</strong> sagt etwas über die Person aus, nicht über den Ablauf.</p>
<p>Von chronisch unterscheidet sich das Wort in der Medizin durch den Zeitverlauf. Chronisch heißt &#8222;lang andauernd&#8220;, habituell dagegen &#8222;in Abständen immer wiederkehrend&#8220;.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort kam über das Französische ins Deutsche. Zugrunde liegt <em>habituel</em> (gewohnheitsmäßig, üblich), das auf mittellateinisch <em>habitualis</em> zurückgeht. Dieses gehört zu lateinisch <em>habitus</em> (Haltung, äußere Erscheinung, Beschaffenheit, Gewohnheit), einer Bildung zum Verb <em>habere</em> (haben, halten).</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [habituˈɛl]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Ihr Zögern vor jeder Entscheidung war <strong>habituell</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Ärztin erklärte, dass sich eine <strong>habituelle</strong> Luxation der Schulter operativ stabilisieren lässt.</p></blockquote>
<blockquote><p>In manchen Familien ist der Sonntagsspaziergang so <strong>habituell</strong>, dass niemand mehr über ihn spricht.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Trainerin arbeitete geduldig daran, die <strong>habituelle</strong> Fehlhaltung ihrer Schützlinge zu korrigieren.</p></blockquote>
<blockquote><p>Höflichkeit war bei ihm nichts Aufgesetztes, sie war über die Jahre <strong>habituell</strong> geworden.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>paritätisch</title>
		<link>https://neueswort.de/paritaetisch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Aug 2026 17:29:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=16966</guid>

					<description><![CDATA[Das Adjektiv paritätisch bedeutet &#8222;gleichgestellt&#8220;, &#8222;gleichrangig&#8220; oder &#8222;zu gleichen Teilen&#8220;. Das Wort beschreibt ein Verhältnis, in dem alle beteiligten Seiten gleich stark vertreten sind. Meist geht es um zwei Gruppen, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Adjektiv <strong>paritätisch</strong> bedeutet &#8222;gleichgestellt&#8220;, &#8222;gleichrangig&#8220; oder &#8222;zu gleichen Teilen&#8220;.</p>
<p>Das Wort beschreibt ein Verhältnis, in dem alle beteiligten Seiten gleich stark vertreten sind. Meist geht es um zwei Gruppen, etwa die Arbeitgeber und die Beschäftigten. Es können aber auch drei oder mehr sein.</p>
<p><strong>Beispiel:</strong> Ein <strong>paritätisch</strong> besetzter Ausschuss gibt jeder Seite gleich viele Sitze und damit gleiches Gewicht.</p>
<p>Man findet das Wort vor allem in Politik, Recht und Wirtschaft. Es ist bildungssprachlich und klingt nüchtern und förmlich.</p>
<h2>Abgrenzung</h2>
<p>Das Wort ist eng verwandt mit <em>gleichberechtigt</em>, sagt aber mehr. Wer gleichberechtigt ist, hat dieselben Rechte, muss aber nicht in gleicher Zahl vertreten sein. <strong>Paritätisch</strong> verlangt darüber hinaus, dass beide Seiten zahlenmäßig gleich auftreten.</p>
<p>Auch von <em>proportional</em> unterscheidet sich das Wort deutlich. Eine proportionale Verteilung richtet sich nach der Größe der Gruppen. Eine paritätische Verteilung ignoriert diese Größe und gibt jeder Seite gleich viel.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort geht auf das Substantiv <strong>Parität</strong> zurück. Dieses wurde im 17. Jahrhundert aus dem Spätlateinischen entlehnt und beruht auf <em>paritas</em> (Gleichheit), einer Bildung zu <em>par</em> (gleich, gleichkommend). Das Adjektiv <strong>paritätisch</strong> ist seit dem 18. Jahrhundert belegt.</p>
<p>Am Anfang meinte das Wort etwas ganz Bestimmtes: das ausgewogene Verhältnis der christlichen Konfessionen und die gleichen Rechte ihrer Anhänger. Nach dem Dreißigjährigen Krieg schrieb der Westfälische Friede von 1648 diese Parität für einige Reichsstädte fest, darunter Augsburg. Dort mussten alle öffentlichen Ämter gleichmäßig auf die katholische und die evangelische Seite verteilt werden. Jeder Ratssitz und jeder Ausschuss war doppelt besetzt, einmal für jede Seite.</p>
<p>Später löste sich das Wort von diesem religiösen Ursprung. Heute denkt man bei <strong>paritätisch</strong> vor allem an die gleiche Besetzung von Gremien, an die Mitbestimmung im Betrieb und an die gleiche Vertretung von Frauen und Männern.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [paʁiˈtɛːtɪʃ]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die Vorsitzende bestand darauf, dass der neue Ausschuss <strong>paritätisch</strong> besetzt wird.</p></blockquote>
<blockquote><p>In der Aktiengesellschaft sind die Kapitalseite und die Belegschaft <strong>paritätisch</strong> im Aufsichtsrat vertreten.</p></blockquote>
<blockquote><p>Nach der Trennung teilten sich beide Elternteile die Betreuung der Kinder <strong>paritätisch</strong> auf.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Kosten für den neuen Aufzug tragen die Eigentümerin und ihr Mieter <strong>paritätisch</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Partei möchte ihre Wahllisten künftig <strong>paritätisch</strong> mit Frauen und Männern besetzen.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Implikation</title>
		<link>https://neueswort.de/implikation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[ak]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Aug 2026 15:38:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[A Noch nicht im Newsletter verschickt]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[I]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=7091</guid>

					<description><![CDATA[Das Substantiv Implikation (die) bezeichnet &#8222;etwas, das in einer Aussage mitgemeint ist, ohne ausdrücklich gesagt zu werden&#8220;. Häufig steht das Wort im Plural. Die Implikationen einer Entscheidung, einer Aussage oder [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Implikation</strong> (die) bezeichnet &#8222;etwas, das in einer Aussage mitgemeint ist, ohne ausdrücklich gesagt zu werden&#8220;.</p>
<p>Häufig steht das Wort im Plural. Die <strong>Implikationen</strong> einer Entscheidung, einer Aussage oder einer Theorie sind die Folgen und Voraussetzungen, die sie mit sich bringt, ohne dass man sie eigens nennt.</p>
<p>Der Ausdruck ist bildungssprachlich. Man findet ihn vor allem in Texten aus Wissenschaft, Politik und Kultur. Dort bezeichnet er das, was eine Sache nach sich zieht oder stillschweigend voraussetzt.</p>
<p>In <strong>Logik und Mathematik</strong> hat <strong>Implikation</strong> eine engere, fachsprachliche Bedeutung. Gemeint ist die Verknüpfung zweier Aussagen nach dem Muster &#8222;wenn …, dann …&#8220;. Sie besagt, dass aus der ersten Aussage die zweite folgt.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort geht auf das lateinische <em>plicare</em> (falten, zusammenfalten) zurück. Daraus entstand <em>implicare</em> (hineinwickeln, verwickeln, verflechten) und weiter das Substantiv <em>implicatio</em> (Verwicklung, Verflechtung). Seit dem 16. Jahrhundert ist es im Deutschen belegt.</p>
<p>Im Bild gesprochen ist eine Implikation etwas Eingefaltetes. Sie steckt in einer Aussage, ohne ausgebreitet zu sein. Wer sie erkennt, faltet gleichsam auseinander, was zusammengelegt war.</p>
<p>Darin liegt der Gegensatz zu <a href="https://neueswort.de/explizit/">explizit</a>. Dieses Wort stammt vom lateinischen <em>explicare</em> (ausbreiten, entfalten, erläutern), gebildet aus derselben Wurzel <em>plicare</em>. Was <strong>implizit</strong> bleibt, ist eingefaltet und mitgemeint. Was <em>explizit</em> wird, ist ausgefaltet und ausgesprochen. Auch <em>kompliziert</em>, wörtlich &#8222;zusammengefaltet&#8220;, gehört zu dieser Wortfamilie.</p>
<p>Im Deutschen stehen daneben das Verb <a href="https://neueswort.de/implizieren/">implizieren</a> (mit einschließen, einbeziehen) und das Adjektiv <a href="https://neueswort.de/implizit/">implizit</a> (mit enthalten).</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [ˌɪmplikaˈt͡si̯oːn]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Bevor der Vorstand zustimmte, ließ die Finanzchefin sämtliche <strong>Implikationen</strong> der Übernahme genau durchrechnen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Der Kollege sagte es nicht offen, doch die <strong>Implikation</strong> seiner Bemerkung war unmissverständlich.</p></blockquote>
<blockquote><p>In der formalen Logik gilt eine <strong>Implikation</strong> nur dann als falsch, wenn die Voraussetzung zutrifft, die Folge aber nicht.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Wissenschaftlerin diskutierte die ethischen <strong>Implikationen</strong> ihrer Forschung offen mit dem Publikum.</p></blockquote>
<blockquote><p>Erst im Nachhinein erkannte der Bürgermeister, welche <strong>Implikationen</strong> der Beschluss für den Haushalt der Stadt hatte.</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8222;Das würde vermutlich einigen hoch verschuldeten Ländern in der Eurozone zu schaffen machen, was wiederum tiefgreifende politische <strong>Implikationen</strong> hätte&#8220;, prophezeite Sewing.<br />
<a href="https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-christian-sewing-warnt-vor-wirtschaftlichen-schocks-a-1225493.html">Spiegel online, Stefan Kaiser, &#8222;Deutsche-Bank-Chef warnt vor wirtschaftlichen Schocks durch politischen Nationalismus&#8220;, 29.08.2019</a></p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
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