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	<title>neueswort.de - Täglich ein Fremdwort</title>
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	<description>Auf neueswort.de stellen wir täglich ein Fremdwort samt seiner Herkunft, Bedeutung und Beispielsätzen vor.</description>
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	<title>Jeden Tag ein Fremdwort – neueswort</title>
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	<item>
		<title>Proletariat</title>
		<link>https://neueswort.de/proletariat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 May 2026 10:39:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Substantiv Proletariat (das) bezeichnet die &#8222;Klasse der besitzlosen Lohnarbeitenden&#8220;, die über keine eigenen Produktionsmittel verfügen und ihren Lebensunterhalt allein durch den Verkauf ihrer Arbeitskraft bestreiten. Geprägt wurde der Begriff &#8230;<p class="read-more"> <a class="ast-button" href="https://neueswort.de/proletariat/"> <span class="screen-reader-text">Proletariat</span> Weiterlesen »</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Proletariat</strong> (das) bezeichnet die &#8222;Klasse der besitzlosen Lohnarbeitenden&#8220;, die über keine eigenen Produktionsmittel verfügen und ihren Lebensunterhalt allein durch den Verkauf ihrer Arbeitskraft bestreiten.</p>
<p>Geprägt wurde der Begriff vor allem durch Karl Marx und Friedrich Engels, die ihn ab den 1840er Jahren zum zentralen Konzept ihrer Gesellschaftstheorie machten. In ihrem &#8222;Kommunistischen Manifest&#8220; von 1848 stellten sie das <strong>Proletariat</strong> der <a href="https://neueswort.de/bourgeoisie/">Bourgeoisie</a> gegenüber: hier die besitzlose Arbeiterklasse, dort die besitzende Klasse, die über Fabriken, Maschinen und Kapital verfügt.</p>
<p>Der berühmte Aufruf &#8222;Proletarier aller Länder, vereinigt euch!&#8220; wurde zum Leitspruch der internationalen Arbeiterbewegung.</p>
<p>Heute wird <strong>Proletariat</strong> nur noch selten im politischen Sinne verwendet. Geblieben ist allerdings die abwertende Kurzform <em>Prolet</em> (auch: <em>Proll</em>), die seit dem späten 19. Jahrhundert für einen Menschen ohne Umgangsformen oder Bildung steht.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Die Herkunft des Wortes führt weit zurück in die römische Gesellschaftsordnung. Im antiken Rom bezeichnete <em>proletarius</em> einen Bürger der untersten Klasse, der so wenig besaß, dass er dem Staat weder Steuern zahlen noch regulären Militärdienst leisten konnte. Römische Soldaten mussten ihre Ausrüstung selbst bezahlen und die <em>proletarii</em> konnten sich diesen Beitrag nicht leisten. Sie wurden bis zur Heeresreform 107 v. Chr. nur in Krisenzeiten eingezogen.</p>
<p>Bei der Volkszählung, die alle fünf Jahre stattfand, wurde neben dem Namen eines Bürgers normalerweise sein Vermögen aufgelistet. Bei den <em>proletarii</em> stand stattdessen nur ihre Nachkommenschaft (<em>proles</em>, &#8222;Sprösslinge&#8220;). Ihr wesentlicher Beitrag zum Gemeinwesen waren demnach vermutlich ihre Kinder, die künftigen Soldaten und Bürger Roms.</p>
<p>Das lateinische <em>proles</em> geht auf <em>*pro-oles</em> zurück, was wörtlich &#8222;das, was hervorwächst&#8220; bedeutet (verwandt mit <em>alere</em>, &#8222;ernähren, aufziehen&#8220;). Ins Deutsche gelangte <strong>Proletariat</strong> Anfang der 1840er Jahre über das französische <em>prolétariat</em>.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [pʁoletaˈʁi̯aːt]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Marx und Engels sahen im <strong>Proletariat</strong> die revolutionäre Kraft, die das kapitalistische System überwinden würde.</p></blockquote>
<blockquote><p>Während der Industrialisierung wuchs das <strong>Proletariat</strong> in den europäischen Großstädten rasant an, da immer mehr Menschen ihre bäuerliche Existenz aufgaben und in die Fabriken strömten.</p></blockquote>
<blockquote><p>Der 1. Mai als &#8222;Tag der Arbeit&#8220; geht auf die Kämpfe des <strong>Proletariats</strong> im 19. Jahrhundert zurück.</p></blockquote>
<blockquote><p>In der DDR war &#8222;Diktatur des <strong>Proletariats</strong>&#8220; ein offizieller Staatsbegriff. Im Westen galt dasselbe Wort als Warnung.</p></blockquote>
<blockquote><p>Ob das klassische <strong>Proletariat</strong> im marxistischen Sinne heute noch existiert, ist unter Soziologen umstritten.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Moratorium</title>
		<link>https://neueswort.de/moratorium/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2026 18:33:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Substantiv Moratorium (das) bezeichnet einen &#8222;befristeten Aufschub&#8220; oder ein &#8222;vorübergehendes Aussetzen&#8220; einer Handlung, Verpflichtung oder Maßnahme. Ein Moratorium ist keine endgültige Entscheidung, sondern eine Pause auf Zeit. Wer ein &#8230;<p class="read-more"> <a class="ast-button" href="https://neueswort.de/moratorium/"> <span class="screen-reader-text">Moratorium</span> Weiterlesen »</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Moratorium</strong> (das) bezeichnet einen &#8222;befristeten Aufschub&#8220; oder ein &#8222;vorübergehendes Aussetzen&#8220; einer Handlung, Verpflichtung oder Maßnahme.</p>
<p>Ein <strong>Moratorium</strong> ist keine endgültige Entscheidung, sondern eine Pause auf Zeit. Wer ein <strong>Moratorium</strong> verhängt oder vereinbart, setzt etwas vorläufig aus, ohne es grundsätzlich aufzugeben oder abzuschaffen. Die Idee dahinter ist: Es braucht mehr Zeit, um eine tragfähige Lösung zu finden.</p>
<p>Ursprünglich stammt der Begriff aus der Finanzwelt und bezeichnete einen befristeten Zahlungsaufschub. Ein Staat in einer Schuldenkrise etwa konnte durch ein <strong>Moratorium</strong> seine Rückzahlungen vorübergehend aussetzen, um sich wirtschaftlich zu stabilisieren.</p>
<p>Heute wird <strong>Moratorium</strong> vor allem im politischen Kontext verwendet. Es gibt Moratorien für Atomtests, für den Walfang, für Waffenlieferungen, für Baumfällungen oder für gentechnische Verfahren. Allen gemeinsam ist das Prinzip: Eine Handlung wird nicht verboten, sondern auf Eis gelegt, meist in der Hoffnung auf Verhandlung oder neue Erkenntnisse.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort kam im 16. Jahrhundert über die Kaufmannssprache ins Deutsche. Es geht auf das spätlateinische <em>moratorius</em> (säumend, verzögernd) zurück, das sich vom lateinischen Verb <em>morari</em> (verweilen, zögern, säumen) ableitet. Zugrunde liegt das Substantiv <em>mora</em> (Verzug, Aufschub). Der Plural lautet <strong>Moratorien</strong>.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [moʁaˈtoːʁiʊm]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die Internationale Walfangkommission verhängte 1986 ein <strong>Moratorium</strong> für den kommerziellen Walfang, das bis heute gilt.</p></blockquote>
<blockquote><p>Umweltverbände forderten ein sofortiges <strong>Moratorium</strong> für alle Baumfällarbeiten in dem Naturschutzgebiet.</p></blockquote>
<blockquote><p>Das <strong>Moratorium</strong> für Atomtests war ein erster, wenn auch fragiler Schritt in Richtung Abrüstung.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Opposition verlangte ein <strong>Moratorium</strong> für die geplante Gesetzesreform, um mehr Zeit für die öffentliche Debatte zu schaffen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Russland setzte mit einem <strong>Moratorium</strong> im Jahr 1996 die Vollstreckung der Todesstrafe aus, ohne sie formell abzuschaffen.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Enshittification</title>
		<link>https://neueswort.de/enshittification/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2026 12:29:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Substantiv Enshittification (die) bezeichnet den &#8222;systematischen Qualitätsverfall digitaler Plattformen&#8220;, der nicht aus Unfähigkeit entsteht, sondern aus der bewussten Entscheidung, Gewinne über den Nutzen der Anwendenden zu stellen. Der Begriff &#8230;<p class="read-more"> <a class="ast-button" href="https://neueswort.de/enshittification/"> <span class="screen-reader-text">Enshittification</span> Weiterlesen »</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Enshittification</strong> (die) bezeichnet den &#8222;systematischen Qualitätsverfall digitaler Plattformen&#8220;, der nicht aus Unfähigkeit entsteht, sondern aus der bewussten Entscheidung, Gewinne über den Nutzen der Anwendenden zu stellen.</p>
<p>Der Begriff beschreibt ein <strong>wiederkehrendes Muster</strong>:</p>
<ol>
<li>Zunächst bieten Plattformen wie soziale Netzwerke, Suchmaschinen oder Online-Marktplätze einen hervorragenden Dienst an, um möglichst viele Nutzende zu gewinnen.</li>
<li>Sobald diese an die Plattform gebunden sind, verschiebt sich der Fokus: Die Plattform beginnt, Werbekunden und Geschäftspartner zu bevorzugen, oft auf Kosten der Nutzererfahrung.</li>
<li>Im letzten Schritt werden auch die Geschäftspartner schlechter gestellt, um den Gewinn für die Aktionäre zu maximieren. Am Ende verlieren alle außer der Plattform selbst.</li>
</ol>
<p>Die <strong>Folgen dieser Entwicklung</strong> sind im Alltag spürbar: mehr Werbung, weniger nützliche Suchergebnisse, versteckte Funktionen hinter Bezahlschranken, aufdringliche Benachrichtigungen und Algorithmen, die nicht mehr zeigen, was man sehen möchte, sondern was den meisten Umsatz bringt.</p>
<p>Im Deutschen gibt es bislang keine etablierte Übersetzung. Vorgeschlagen wurden unter anderem &#8222;Plattformverfall&#8220; und &#8222;Verscheißerung&#8220;. Keine der Varianten hat sich bisher klar durchgesetzt.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort wurde 2022 vom kanadischen Autor und Netzaktivisten <em>Cory Doctorow</em> geprägt. Es setzt sich zusammen aus dem englischen Präfix <em>en-</em> (hinein, werden lassen) und <em>shittification</em>, einer Ableitung von <em>shit</em> (Mist, Scheiße). Doctorow wählte den bewusst derben Ausdruck, um die Dreistigkeit des beschriebenen Vorgangs sprachlich zu unterstreichen. Die American Dialect Society kürte <strong>Enshittification</strong> 2023 zum Wort des Jahres.</p>
<p>Im Oktober 2025 erschien Doctorows gleichnamiges Buch, das den Begriff weiter in die öffentliche Debatte trug.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [ɛnˈʃɪtɪfɪˌkeɪʃən]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Wer sich fragt, warum die Google-Suche nicht mehr so gute Ergebnisse liefert wie früher, stößt schnell auf den Begriff <strong>Enshittification</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die <strong>Enshittification</strong> von Instagram lässt sich an einem einfachen Detail ablesen: Der Feed zeigt längst nicht mehr die Beiträge der Accounts, denen man folgt, sondern das, was maximales Engagement erzeugt oder wofür Werbetreibende bezahlen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Viele sehen in der zunehmenden <strong>Enshittification</strong> großer Plattformen ein Argument für dezentrale Alternativen wie das Fediverse.</p></blockquote>
<blockquote><p>Das Konzept der <strong>Enshittification</strong> lässt sich längst nicht mehr nur auf Tech-Konzerne anwenden. Auch Streamingdienste, Buchungsportale und Lieferdienste folgen dem gleichen Muster.</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8222;<strong>Enshittification</strong>&#8220; klingt bewusst unhöflich, und genau das ist der Punkt: Der Begriff soll deutlich machen, dass es sich nicht um einen Zufall handelt, sondern um eine Entscheidung.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kapitulation</title>
		<link>https://neueswort.de/kapitulation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 09:51:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Substantiv Kapitulation (die) bezeichnet die &#8222;Aufgabe&#8220;, &#8222;Unterwerfung&#8220; oder &#8222;Ergebung&#8220;, insbesondere im militärischen Sinne. Im Kriegsrecht bezeichnet eine Kapitulation die Erklärung einer Kriegspartei, den Widerstand einzustellen und sich dem Gegner &#8230;<p class="read-more"> <a class="ast-button" href="https://neueswort.de/kapitulation/"> <span class="screen-reader-text">Kapitulation</span> Weiterlesen »</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Kapitulation</strong> (die) bezeichnet die &#8222;Aufgabe&#8220;, &#8222;Unterwerfung&#8220; oder &#8222;Ergebung&#8220;, insbesondere im militärischen Sinne.</p>
<p>Im Kriegsrecht bezeichnet eine <strong>Kapitulation</strong> die Erklärung einer Kriegspartei, den Widerstand einzustellen und sich dem Gegner zu unterwerfen. Eine <strong>Kapitulation</strong> kann an Bedingungen geknüpft sein oder bedingungslos erfolgen.</p>
<p>Im übertragenen Sinne beschreibt <strong>Kapitulation</strong> das Aufgeben in einer nicht-militärischen Situation. So spricht man etwa von einer <strong>Kapitulation</strong> vor der Bürokratie, vor den eigenen Ansprüchen oder vor den Umständen. In dieser Verwendung schwingt stets die Vorstellung einer Niederlage mit.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p><strong>Kapitulation</strong> wurde im 16. Jahrhundert aus dem französischen <em>capitulation</em> (Verhandlung, Übereinkunft, Vertragsartikel) entlehnt. Dieses geht auf das mittellateinische <em>capitulare</em> zurück, das &#8222;verhandeln&#8220; oder &#8222;übereinkommen&#8220; bedeutete. Zugrunde liegt das lateinische <em>capitulum</em> (Abschnitt, Kapitel), die Verkleinerungsform von <em>caput</em> (Kopf, Hauptpunkt). Eine <strong>Kapitulation</strong> war also ursprünglich ein in Kapitel gegliederter Vertrag.</p>
<p>Erst nach und nach verengte sich die Bedeutung: vom Vertrag im Allgemeinen über die Verhandlung von Übergabebedingungen bis hin zur bloßen Aufgabe und Unterwerfung.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [kapitulaˈt͡si̯oːn]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Mit der bedingungslosen <strong>Kapitulation</strong> vom 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Regierung forderte die <strong>Kapitulation</strong> der Aufständischen, doch diese weigerten sich, die Waffen niederzulegen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Nach drei Stunden in der Warteschlange der Behörde war sie kurz vor der <strong>Kapitulation</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Kritiker sahen in dem Kompromiss keine kluge Diplomatie, sondern eine <strong>Kapitulation</strong> vor dem Druck der Straße.</p></blockquote>
<blockquote><p>Für viele kam die <strong>Kapitulation</strong> des Trainers überraschend: Er trat nach nur zwei Niederlagen in Folge zurück.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>grassieren</title>
		<link>https://neueswort.de/grassieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Apr 2026 16:21:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Verb grassieren bedeutet &#8222;um sich greifen&#8220;, &#8222;sich ausbreiten&#8220; oder &#8222;wüten&#8220;. Grassieren beschreibt die rasche, unkontrollierte Ausbreitung von etwas Unerwünschtem. Ursprünglich wurde das Wort fast ausschließlich für Seuchen und Krankheiten &#8230;<p class="read-more"> <a class="ast-button" href="https://neueswort.de/grassieren/"> <span class="screen-reader-text">grassieren</span> Weiterlesen »</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Verb <strong>grassieren</strong> bedeutet &#8222;um sich greifen&#8220;, &#8222;sich ausbreiten&#8220; oder &#8222;wüten&#8220;.</p>
<p><strong>Grassieren</strong> beschreibt die rasche, unkontrollierte Ausbreitung von etwas Unerwünschtem.</p>
<p>Ursprünglich wurde das Wort fast ausschließlich für Seuchen und Krankheiten verwendet: Die Pest <strong>grassiert</strong>, eine Grippewelle <strong>grassiert</strong>. In diesem Zusammenhang begegnet es den meisten Menschen auch heute noch am häufigsten.</p>
<p>Inzwischen wird <strong>grassieren</strong> aber auch <strong>im übertragenen Sinne</strong> verwendet, etwa für Gerüchte, Korruption, Angst oder Unsicherheit. Wenn etwas <strong>grassiert</strong>, dann breitet es sich wie eine Krankheit aus: schnell, flächendeckend und schwer einzudämmen. Diese Nähe zur Seuchen-Metapher gibt dem Wort seinen bedrohlichen Unterton.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort wurde im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen <em>grassari</em> (losschreiten, wüten, hart zu Werke gehen) entlehnt. <em>Grassari</em> ist die verstärkte Form (das sogenannte Intensivum) von <em>gradi</em> (schreiten). In dem Wort steckt also das Bild eines aggressiven Umherschreitens, eines Übels, das zunehmend durch die Straßen marschiert.</p>
<p>Die ersten deutschen Belege verwenden <strong>grassieren</strong> fast ausschließlich in Verbindung mit der Pest.</p>
<p>Verwandt ist auch das Wort <em>Grad</em>, das auf das lateinische <em>gradus</em> (Schritt, Stufe) zurückgeht, welches ebenfalls von <em>gradi</em> abstammt.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [ɡʁaˈsiːʁən]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Im Mittelalter <strong>grassierten</strong> Pest und Cholera in den europäischen Städten und rafften ganze Bevölkerungen dahin.</p></blockquote>
<blockquote><p>In den sozialen Medien <strong>grassieren</strong> seit Kriegsbeginn <a href="https://neueswort.de/desinformation/">Desinformation</a> und manipulierte Videos in hohem Ausmaß.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Angst vor steigenden Energiepreisen <strong>grassiert</strong> in der gesamten Branche.</p></blockquote>
<blockquote><p>Korruption <strong>grassierte</strong> auf allen Ebenen der Verwaltung, ohne dass jemand ernsthaft dagegen vorging.</p></blockquote>
<blockquote><p>Jedes Jahr aufs Neue <strong>grassieren</strong> im Winter Erkältungswellen, die Schulen und Büros gleichermaßen lahmlegen.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Usus</title>
		<link>https://neueswort.de/usus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 17:06:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Substantiv Usus (der) bedeutet &#8222;Brauch&#8220;, &#8222;Gewohnheit&#8220; oder &#8222;übliche Vorgehensweise&#8220;. Wer sagt, etwas sei Usus, meint damit: Es ist so üblich, dass es als selbstverständlich gilt. Der Begriff beschreibt keine &#8230;<p class="read-more"> <a class="ast-button" href="https://neueswort.de/usus/"> <span class="screen-reader-text">Usus</span> Weiterlesen »</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Usus</strong> (der) bedeutet &#8222;Brauch&#8220;, &#8222;Gewohnheit&#8220; oder &#8222;übliche Vorgehensweise&#8220;.</p>
<p>Wer sagt, etwas sei <strong>Usus</strong>, meint damit: Es ist so üblich, dass es als selbstverständlich gilt.</p>
<p>Der Begriff beschreibt keine geschriebene Regel, sondern eine gewachsene Praxis: Man tut es so, weil man es schon immer so getan hat oder weil es sich als sinnvoll erwiesen hat.</p>
<p><strong>Usus</strong> wird im Deutschen meist in Verbindung mit dem Verb &#8222;sein&#8220; verwendet:</p>
<ul>
<li>&#8222;Es ist <strong>Usus</strong>, dass …&#8220; oder</li>
<li>&#8222;Das ist hier so <strong>Usus</strong>.&#8220;</li>
</ul>
<p>Der Ton ist dabei leicht gehoben, aber nicht steif. Das Wort klingt eleganter als &#8222;Gewohnheit&#8220; und weniger förmlich als <a href="https://neueswort.de/konvention/">Konvention</a>.</p>
<p>Auch in der Sprachwissenschaft hat der Begriff eine eigene Bedeutung. Dort steht <strong>Usus</strong> für den tatsächlichen Sprachgebrauch. Gemeint ist, wie Menschen im Alltag wirklich sprechen und schreiben, nicht wie es die Grammatik theoretisch vorsieht.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort wurde im 17. Jahrhundert aus dem lateinischen <em>usus</em> (Gebrauch, Gewohnheit, Praxis) ins Deutsche übernommen, zunächst in der Studentensprache. Es geht auf das lateinische Verb <em>uti</em> (gebrauchen, anwenden) zurück. Aus derselben Wurzel stammen auch <em>Utensil</em> (Gebrauchsgegenstand) und <em>Usance</em> (Handelsbrauch).</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [ˈuːzʊs]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>In ihrer Familie war es <strong>Usus</strong>, dass sonntags gemeinsam gekocht und gegessen wurde.</p></blockquote>
<blockquote><p>Dass der Jüngste den Tisch abräumt, war bei ihnen seit Jahren <strong>Usus</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Es ist in der Branche <strong>Usus</strong>, neue Mitarbeitende in den ersten Wochen von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen begleiten zu lassen.</p></blockquote>
<blockquote><p>In vielen südeuropäischen Ländern ist es <strong>Usus</strong>, dass das Abendessen erst nach 21 Uhr beginnt.</p></blockquote>
<blockquote><p>Kein Gesetz schreibt es vor, aber es ist <strong>Usus</strong>, und niemand würde es anders machen.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Modus Vivendi</title>
		<link>https://neueswort.de/modus-vivendi/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2026 16:41:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=16828</guid>

					<description><![CDATA[Der Ausdruck Modus Vivendi (der) bezeichnet eine &#8222;pragmatische Übereinkunft&#8220; oder eine &#8222;erträgliche Form des Zusammenlebens&#8220;, auf die sich zwei oder mehrere Parteien verständigen, auch wenn sie grundsätzlich verschiedener Meinung sind. &#8230;<p class="read-more"> <a class="ast-button" href="https://neueswort.de/modus-vivendi/"> <span class="screen-reader-text">Modus Vivendi</span> Weiterlesen »</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Ausdruck <strong>Modus Vivendi</strong> (der) bezeichnet eine &#8222;pragmatische Übereinkunft&#8220; oder eine &#8222;erträgliche Form des Zusammenlebens&#8220;, auf die sich zwei oder mehrere Parteien verständigen, auch wenn sie grundsätzlich verschiedener Meinung sind.</p>
<p>Ein <strong>Modus Vivendi</strong> ist kein endgültiger Frieden und kein vollwertiger Vertrag, sondern eine praktikable Lösung, mit der alle Beteiligten leben können. Der Begriff drückt aus, dass man sich arrangiert hat, ohne den zugrunde liegenden Konflikt wirklich gelöst zu haben. Es geht um das Machbare, nicht um das Ideale.</p>
<p>Besonders in der Diplomatie und der Politik wird der Ausdruck häufig verwendet. Wenn zwei Staaten oder Parteien nach langem Streit einen <strong>Modus Vivendi</strong> finden, bedeutet das: Sie haben einen Weg gefunden, miteinander auszukommen, auch wenn tiefgreifende Differenzen bestehen bleiben.</p>
<p>Aber auch im Alltag ist der Begriff gebräuchlich. Mitbewohner, die unterschiedliche Vorstellungen von Ordnung haben, können ebenso einen <strong>Modus Vivendi</strong> finden wie Geschäftspartner mit verschiedenen Arbeitsstilen.</p>
<p>Verwandt, aber nicht zu verwechseln, ist der <a href="https://neueswort.de/modus-operandi/"><strong>Modus Operandi</strong></a> (die Vorgehensweise).</p>
<p>Der Ausdruck stammt unverändert aus dem Lateinischen. <em>Modus</em> bedeutet &#8222;Art, Weise&#8220; und <em>vivendi</em> ist der Genitiv des Gerundiums (der substantivierten Verbform) von <em>vivere</em> (leben). Wörtlich übersetzt heißt <strong>Modus Vivendi</strong> also &#8222;Art zu leben&#8220;. Der Plural lautet <strong>Modi Vivendi</strong>.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [ˌmoːdʊs viˈvɛndi]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Nach monatelangen Verhandlungen fanden die beiden Länder schließlich einen <strong>Modus Vivendi</strong>, der weiteren Eskalationen vorbeugen sollte.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Koalitionspartner einigten sich auf einen <strong>Modus Vivendi</strong>: Beide Seiten verzichteten auf ihre Maximalforderungen, um das Bündnis nicht zu gefährden.</p></blockquote>
<blockquote><p>Einen echten Frieden gab es zwischen den Nachbarn nie, wohl aber einen <strong>Modus Vivendi</strong>, der seit Jahren funktioniert.</p></blockquote>
<blockquote><p>Nach der Scheidung brauchten die Eltern Monate, um einen <strong>Modus Vivendi</strong> zu finden.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Wissenschaft und die Kirche haben im Laufe der Jahrhunderte einen <strong>Modus Vivendi</strong> entwickelt, auch wenn ihre Weltbilder in vielen Punkten unvereinbar bleiben.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Placebo</title>
		<link>https://neueswort.de/placebo/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 17:34:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=16821</guid>

					<description><![CDATA[Das Substantiv Placebo (das) bezeichnet ein &#8222;Scheinmedikament&#8220;, also ein Präparat, das keinen medizinischen Wirkstoff enthält, aber dennoch eine Wirkung entfalten kann. Ein Placebo sieht aus wie ein echtes Medikament, ist &#8230;<p class="read-more"> <a class="ast-button" href="https://neueswort.de/placebo/"> <span class="screen-reader-text">Placebo</span> Weiterlesen »</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Placebo</strong> (das) bezeichnet ein &#8222;Scheinmedikament&#8220;, also ein Präparat, das keinen medizinischen Wirkstoff enthält, aber dennoch eine Wirkung entfalten kann.</p>
<p>Ein <strong>Placebo</strong> sieht aus wie ein echtes Medikament, ist aber in der Regel eine harmlose Zuckertablette oder Kochsalzlösung. Entscheidend ist, dass die behandelte Person glaubt, ein wirksames Mittel zu erhalten. Allein diese Erwartungshaltung kann messbare Verbesserungen hervorrufen, etwa bei Schmerzen, Übelkeit oder Schlafstörungen. Dieses Phänomen wird als <strong>Placeboeffekt</strong> bezeichnet.</p>
<p>In der medizinischen Forschung spielen <strong>Placebos</strong> eine zentrale Rolle. Um die tatsächliche Wirksamkeit eines neuen Medikaments zu belegen, wird es in klinischen Studien gegen ein <strong>Placebo</strong> getestet: Eine Gruppe erhält das echte Präparat, eine andere das Scheinmedikament. Nur wenn das Medikament deutlich besser wirkt als das <strong>Placebo</strong>, gilt es als wirksam.</p>
<p>Auch im übertragenen Sinne wird der Begriff verwendet. Ein politisches Vorhaben, das lediglich beruhigen soll, ohne etwas zu bewirken, kann als <strong>Placebo</strong> bezeichnet werden.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Die Herkunft des Wortes ist bemerkenswert. <strong>Placebo</strong> ist die 1. Person Singular Futur von lateinisch <em>placere</em> (gefallen) und bedeutet wörtlich &#8222;ich werde gefallen&#8220;.</p>
<p>Der Begriff stammt ursprünglich aus der christlichen Liturgie: In der lateinischen Fassung von Psalm 116 im <em>Psalterium Gallicanum</em> des <em>Hieronymus</em> beginnt ein Vers mit den Worten <em>Placebo Domino in regione vivorum</em> (&#8222;Ich werde dem Herrn gefallen im Lande der Lebenden&#8220;). Dieser Vers war Bestandteil der Totenandacht.</p>
<p>Im Mittelalter wurde <em>Placebo</em> zum Spottbegriff für bezahlte Trauergäste, die den Verstorbenen gegen Geld besangen, ohne echte Trauer zu empfinden. Die Bedeutung verschob sich so von &#8222;gefallen&#8220; über &#8222;schmeicheln&#8220; und &#8222;etwas Unechtes&#8220; hin zum medizinischen Fachbegriff, der im 18. Jahrhundert aufkam.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [plaˈt͡seːbo]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>In der Studie erhielt die Kontrollgruppe lediglich ein <strong>Placebo</strong>, doch auch dort berichteten viele Teilnehmende von einer Besserung ihrer Beschwerden.</p></blockquote>
<blockquote><p>Kritiker bezeichneten das Konjunkturpaket der Regierung als politisches <strong>Placebo</strong>, das vor allem beruhigen, aber kaum etwas bewirken solle.</p></blockquote>
<blockquote><p>Der <strong>Placeboeffekt</strong> zeigt, wie stark der Glaube an eine Behandlung den Heilungsprozess beeinflussen kann.</p></blockquote>
<blockquote><p>Das neue Medikament schnitt in Tests kaum besser ab als ein <strong>Placebo</strong>, weshalb die Zulassung vorerst abgelehnt wurde.</p></blockquote>
<blockquote><p>Ob Akupunktur tatsächlich wirkt oder ob es sich um einen reinen <strong>Placeboeffekt</strong> handelt, ist in der Wissenschaft nach wie vor umstritten.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Renommee</title>
		<link>https://neueswort.de/renommee/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Apr 2026 13:13:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Substantiv Renommee (das) bedeutet &#8222;Ansehen&#8220;, &#8222;guter Ruf&#8220; oder &#8222;Prestige&#8220;. Ein Renommee ist der Ruf, den eine Person, eine Institution oder ein Unternehmen in der Öffentlichkeit genießt. Meist wird das &#8230;<p class="read-more"> <a class="ast-button" href="https://neueswort.de/renommee/"> <span class="screen-reader-text">Renommee</span> Weiterlesen »</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Renommee</strong> (das) bedeutet &#8222;Ansehen&#8220;, &#8222;guter Ruf&#8220; oder &#8222;Prestige&#8220;.</p>
<p>Ein <strong>Renommee</strong> ist der Ruf, den eine Person, eine Institution oder ein Unternehmen in der Öffentlichkeit genießt. Meist wird das Wort im positiven Sinne verwendet: Wer ein gutes <strong>Renommee</strong> hat, ist angesehen und genießt Wertschätzung. Man spricht etwa vom <strong>Renommee</strong> einer Universität, eines Restaurants oder einer Anwaltskanzlei.</p>
<p>Das <strong>Renommee</strong> ist dabei etwas, das sich über lange Zeit aufbaut, aber schnell beschädigt werden kann. Ein Skandal, ein Fehlurteil oder ein öffentlicher Vertrauensbruch können das <strong>Renommee</strong> empfindlich beschädigen.</p>
<p>Häufige Wendungen sind:</p>
<ul>
<li>&#8222;ihr/sein Renommee aufs Spiel setzen&#8220;,</li>
<li>&#8222;das Renommee wahren&#8220; oder</li>
<li>&#8222;das Renommee hat gelitten&#8220;.</li>
</ul>
<p>Eng verwandt ist das Adjektiv <a href="https://neueswort.de/renommiert/">renommiert</a> (angesehen, namhaft). Vorsicht hingegen beim Verb <em>renommieren</em>: Im Deutschen hat es eine abweichende, negative Bedeutung entwickelt und meint &#8222;prahlen&#8220; oder &#8222;angeben&#8220;.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort wurde Anfang des 17. Jahrhunderts aus dem französischen <em>renommée</em> (guter Ruf) entlehnt. Dieses geht auf das Verb <em>renommer</em> (loben, rühmen) zurück, eine Bildung aus <em>re-</em> (wieder) und <em>nommer</em> (nennen, benennen), das wiederum auf das lateinische <em>nominare</em> (benennen) zurückgeht. Wörtlich steckt im <strong>Renommee</strong> also die Vorstellung, &#8222;immer wieder genannt zu werden&#8220;. Wer in aller Munde ist, hat sich einen Namen gemacht.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [ʁenɔˈmeː]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Das <strong>Renommee</strong> der Universität zieht Jahr für Jahr Studierende aus der ganzen Welt an.</p></blockquote>
<blockquote><p>Durch den Skandal hat das <strong>Renommee</strong> des Unternehmens erheblich gelitten.</p></blockquote>
<blockquote><p>Das kleine Restaurant hat sich über die Jahre ein beachtliches <strong>Renommee</strong> erarbeitet, ganz ohne aufwendige Werbung.</p></blockquote>
<blockquote><p>Sie setzte ihr gesamtes berufliches <strong>Renommee</strong> aufs Spiel, als sie den Missstand öffentlich anprangerte.</p></blockquote>
<blockquote><p>Ein gutes <strong>Renommee</strong> aufzubauen dauert Jahre. Es zu verlieren kann eine Sache von Tagen sein.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Junktim</title>
		<link>https://neueswort.de/junktim/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2026 17:23:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=16817</guid>

					<description><![CDATA[Das Substantiv Junktim (das) bezeichnet die „Koppelung von zwei unabhängigen Vereinbarungen oder Forderungen zu einem untrennbaren Paket&#8220;. Wer ein Junktim herstellt, verknüpft zwei Dinge so miteinander, dass sie nur gemeinsam &#8230;<p class="read-more"> <a class="ast-button" href="https://neueswort.de/junktim/"> <span class="screen-reader-text">Junktim</span> Weiterlesen »</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Junktim</strong> (das) bezeichnet die „Koppelung von zwei unabhängigen Vereinbarungen oder Forderungen zu einem untrennbaren Paket&#8220;.</p>
<p>Wer ein <strong>Junktim</strong> herstellt, verknüpft zwei Dinge so miteinander, dass sie nur gemeinsam angenommen oder abgelehnt werden können. Das Prinzip lässt sich auf eine einfache Formel bringen: &#8222;Ohne das eine gibt es das andere nicht.&#8220;</p>
<p><strong>Junktim</strong> ist vor allem ein Begriff der Politik und der Rechtswissenschaft. In Koalitionsverhandlungen etwa werden regelmäßig Forderungen verschiedener Parteien in einem <strong>Junktim</strong> gebündelt: Partei A stimmt einem Vorhaben von Partei B nur zu, wenn im Gegenzug auch ihr eigenes Anliegen umgesetzt wird.</p>
<p>Ebenso können Gesetzesvorlagen oder Verträge so miteinander verknüpft werden, dass sie nur als Gesamtpaket verabschiedet werden.</p>
<p>Auch im Alltag wird der Begriff gelegentlich verwendet, meist mit einem strategischen Unterton. Wer ein <strong>Junktim</strong> aufstellt, übt Druck aus, indem eine eigentlich erwünschte Sache an eine zusätzliche Bedingung geknüpft wird.</p>
<p>Das Wort geht auf das lateinische Adverb <em>iunctim</em> (vereinigt, beisammen) zurück, das vom Verb <em>iungere</em> (verbinden, zusammenfügen) abstammt. Verwandt ist auch das lateinische <em>iugum</em> (Joch), das ebenfalls für eine Verbindung steht.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [ˈjʊŋktɪm]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die Partei stellte ein <strong>Junktim</strong> auf: Ohne eine Reform der Pflegeversicherung werde sie dem Haushaltsentwurf nicht zustimmen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Gegenseite hatte beide Forderungen in einem <strong>Junktim</strong> verknüpft.</p></blockquote>
<blockquote><p>Kritiker warfen der Regierung vor, durch das <strong>Junktim</strong> von Wirtschaftshilfe und politischen Zugeständnissen unnötig Druck auszuüben.</p></blockquote>
<blockquote><p>Das <strong>Junktim</strong> zwischen den beiden Gesetzesvorlagen erwies sich als kluger Schachzug.</p></blockquote>
<blockquote><p>Sie machte ihm ein <strong>Junktim</strong>: Den gemeinsamen Urlaub gebe es nur, wenn vorher die Küche renoviert werde.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
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	</channel>
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