<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" standalone="no"?><rss xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/" version="2.0">

<channel>
	<title>neueswort.de - Täglich ein Fremdwort</title>
	<atom:link href="https://neueswort.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml"/>
	<link>https://neueswort.de/</link>
	<description>Auf neueswort.de stellen wir täglich ein Fremdwort samt seiner Herkunft, Bedeutung und Beispielsätzen vor.</description>
	<lastBuildDate>Mon, 28 Sep 2026 16:18:01 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1.2</generator>

<image>
	<url>https://neueswort.de/wp-content/uploads/2018/09/cropped-neueswort-favicon-v3-32x32.png</url>
	<title>Jeden Tag ein Fremdwort – neueswort</title>
	<link>https://neueswort.de/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Parvenü</title>
		<link>https://neueswort.de/parvenue/</link>
					<comments>https://neueswort.de/parvenue/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2026 05:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[P]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=899</guid>

					<description><![CDATA[Das Substantiv Parvenü (der) bezeichnet einen &#8222;Emporkömmling&#8220; oder &#8222;Neureichen&#8220;, also jemanden, der schnell zu Geld und Ansehen gekommen ist. Das Wort ist abwertend. Kritisiert wird dabei nicht der Aufstieg selbst, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Parvenü</strong> (der) bezeichnet einen &#8222;Emporkömmling&#8220; oder &#8222;Neureichen&#8220;, also jemanden, der schnell zu Geld und Ansehen gekommen ist.</p>
<p>Das Wort ist abwertend. Kritisiert wird dabei nicht der Aufstieg selbst, sondern das Auftreten danach: Ein <strong>Parvenü</strong> stellt seinen Reichtum gern protzig zur Schau. Zugleich fehlen ihm, so der Vorwurf, Bildung und Stil der alteingesessenen Oberschicht.</p>
<p>Im Wort steckt deshalb oft auch Herablassung. Wer es benutzt, grenzt sich meist von den &#8222;Neuen&#8220; ab.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort kam Ende des 18. Jahrhunderts ins Deutsche, kurz vor der Französischen Revolution. Es stammt vom französischen <em>parvenu</em> (gelangt, emporgekommen). Dahinter steht das Verb <em>parvenir</em> (anlangen, emporkommen), das auf das lateinische <em>pervenire</em> (ankommen, gelangen) zurückgeht. Darin steckt <em>venire</em> (kommen).</p>
<p>Ein <strong>Parvenü</strong> ist also wörtlich ein &#8222;Angekommener&#8220;. Dasselbe Bild steckt in <a href="https://neueswort.de/arriviert/">arriviert</a>, das auf das französische <em>arriver</em> (ankommen) zurückgeht. Doch während arriviert heute anerkennend klingt, schwingt beim Parvenü Spott mit.</p>
<p>Um 1800 war Parvenü ein Modewort. Schon in den 1780er-Jahren kam als deutsche Entsprechung &#8222;Emporkömmling&#8220; auf.</p>
<p>Die Philosophin Hannah Arendt nutzte das Begriffspaar <a href="https://neueswort.de/paria/">Paria</a> und Parvenu, um die Lage von Minderheiten, insbesondere jüdischer Menschen im 19. Jahrhundert zu beschreiben. Der Paria bleibt Außenseiter. Der Parvenu erkauft sich die Zugehörigkeit durch Anpassung und verleugnet dafür die eigene Herkunft.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [ˌpaʁveˈnyː], [ˌpaʁvəˈnyː]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>In den Salons des alten Adels galten reich gewordene Fabrikantenfamilien lange als <strong>Parvenüs</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Mit seinem goldenen Sportwagen und den Champagnerpartys galt er in der Nachbarschaft bald als <strong>Parvenü</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Der Roman erzählt von einer jungen Frau aus einfachen Verhältnissen, die in der Pariser Gesellschaft als <strong>Parvenü</strong> belächelt wird.</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8222;Nur ein <strong>Parvenü</strong> muss jedem zeigen, was er hat&#8220;, pflegte meine Großmutter zu sagen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Mit ihrem <strong>parvenühaften</strong> Auftreten machte sich die neue Geschäftsführerin im Traditionsunternehmen wenig Freunde.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://neueswort.de/parvenue/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Impunität</title>
		<link>https://neueswort.de/impunitaet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Sep 2026 12:22:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=17000</guid>

					<description><![CDATA[Das Substantiv Impunität (die) bezeichnet die &#8222;Straflosigkeit&#8220; oder &#8222;Straffreiheit&#8220;, also den Zustand, dass eine strafbare Tat ohne Strafe bleibt. Wer Impunität genießt, muss für sein Handeln keine Konsequenzen fürchten. Das [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Impunität</strong> (die) bezeichnet die &#8222;Straflosigkeit&#8220; oder &#8222;Straffreiheit&#8220;, also den Zustand, dass eine strafbare Tat ohne Strafe bleibt.</p>
<p>Wer <strong>Impunität</strong> genießt, muss für sein Handeln keine Konsequenzen fürchten. Das Wort beschreibt dabei nicht die Tat selbst, sondern das <strong>Ausbleiben der Strafe</strong>.</p>
<p>Es wird fast immer kritisch gebraucht. Impunität gilt als Schwäche eines Rechtssystems oder als Zeichen dafür, dass Mächtige über dem Gesetz stehen.</p>
<p>Impunität kann zwei Ursachen haben:</p>
<ol>
<li>Entweder lässt das Recht selbst eine Bestrafung nicht zu, etwa durch Verjährung, eine <a href="https://neueswort.de/amnestie/">Amnestie</a> oder eine Gesetzeslücke.</li>
<li>Oder eine Tat ist zwar strafbar, wird aber trotzdem nicht verfolgt, weil die Justiz zu schwach ist, die Täter fliehen oder Behörden wegsehen.</li>
</ol>
<p>Im Deutschen ist Impunität ein seltenes, fachsprachliches Wort. Es wird vor allem im Völkerrecht und in der Menschenrechtsarbeit verwendet. Dort spricht man von einer &#8222;Kultur der Impunität&#8220;, wenn schwere Verbrechen wie Folter oder Verschwindenlassen systematisch ohne Folgen bleiben.</p>
<h2>Abgrenzung</h2>
<p><strong>Immunität</strong> ist ein rechtlicher Schutz vor Strafverfolgung, den bestimmte Personen wegen ihres Amtes genießen, etwa Abgeordnete oder Diplomaten. Impunität ist dagegen das Ergebnis: Eine Strafe bleibt aus, aus welchem Grund auch immer.</p>
<p>Eine <strong>Amnestie</strong> ist ein bewusster Straferlass durch den Staat, meist für eine ganze Gruppe von Taten. Sie ist damit eine mögliche Quelle von Impunität, aber ein rechtlich geregelter Vorgang.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort stammt aus dem lateinischen <em>impunitas</em> (Straflosigkeit). Dieses leitet sich ab von <em>impunis</em> (unbestraft, straflos), einer Verbindung aus <em>in-</em> (nicht) und <em>poena</em> (Strafe, Buße).</p>
<p>Aus derselben Wurzel <em>poena</em> stammen im Deutschen auch das Wort &#8222;Pein&#8220; und der Fachbegriff <a href="https://neueswort.de/poenale/">Pönale</a> für eine Vertragsstrafe. Das deutsche Wort &#8222;Strafe&#8220; ist dagegen germanischen Ursprungs und nicht mit <em>poena</em> verwandt.</p>
<p>Schon im Lateinischen hatte <em>impunitas</em> einen zweiten Sinn: &#8222;Zügellosigkeit&#8220; oder &#8222;Rücksichtslosigkeit&#8220;. Der Gedanke dahinter ist alt: Wer keine Strafe fürchten muss, verliert leicht jedes Maß.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [ɪmpuniˈtɛːt]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die Menschenrechtsorganisation warnt vor einer Kultur der <strong>Impunität</strong>, in der Übergriffe der Sicherheitskräfte folgenlos bleiben.</p></blockquote>
<blockquote><p>Solange die Täter <strong>Impunität</strong> genießen, werden die Opfer der Diktatur keinen Frieden finden, sagte die Anwältin.</p></blockquote>
<blockquote><p>Der Historiker beschreibt, wie die <strong>Impunität</strong> der Kolonialbeamten das Unrecht über Jahrzehnte stabilisierte.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Journalistin sieht in der <strong>Impunität</strong> mächtiger Konzerne eine Gefahr für den Rechtsstaat.</p></blockquote>
<blockquote><p>Verjährung schafft <strong>Impunität</strong> mit Ansage: Nach einer festen Frist darf niemand mehr für die Tat belangt werden.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Austerität</title>
		<link>https://neueswort.de/austeritaet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 13:51:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=16997</guid>

					<description><![CDATA[Das Substantiv Austerität (die) bezeichnet eine &#8222;strenge staatliche Sparpolitik&#8220; oder (seltener) eine &#8222;strenge, entsagungsvolle Lebensführung&#8220;. Im heutigen Sprachgebrauch geht es fast immer um Staatsfinanzen. Gemeint ist ein Kurs, bei dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Austerität</strong> (die) bezeichnet eine &#8222;strenge staatliche Sparpolitik&#8220; oder (seltener) eine &#8222;strenge, entsagungsvolle Lebensführung&#8220;.</p>
<p>Im heutigen Sprachgebrauch geht es fast immer um Staatsfinanzen. Gemeint ist ein Kurs, bei dem der Staat seine Ausgaben kürzt, um Schulden abzubauen oder den Haushalt auszugleichen. Häufig gehören höhere Steuern und Abgaben dazu.</p>
<p>Das Wort bezeichnet dabei ein<strong> ganzes Programm</strong>, nicht eine einzelne Kürzung. Es steht auch für den <strong>Zustand</strong> selbst, also für die <strong>Zeit der Knappheit</strong>, die ein solcher Kurs mit sich bringt.</p>
<p>Daneben gibt es eine ältere Bedeutung: strenge Ernsthaftigkeit und Genügsamkeit in der Lebensführung. Diese Verwendung ist heute selten.</p>
<p>Übertragen steht das Wort außerdem für schmucklose Schlichtheit der Form, etwa in der Architektur.</p>
<h2>Abgrenzung</h2>
<p><strong>Sparsamkeit</strong> ist eine persönliche Eigenschaft und in der Regel freiwillig. Austerität beschreibt dagegen ein Programm, das für viele Menschen zugleich gilt und über das die Betroffenen nicht selbst entscheiden.</p>
<p><strong><a href="https://neueswort.de/askese/">Askese</a></strong> zielt auf die eigene Person. Wer asketisch lebt, verzichtet freiwillig, oft aus religiösen oder geistigen Gründen. Nur die ältere Bedeutung von Austerität liegt nahe daran.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Am Anfang steht ein Geschmack. Das griechische <em>austērós</em> (herb, zusammenziehend) beschrieb den trockenen, pelzigen Eindruck, den unreifes Obst oder gerbstoffreicher Wein auf der Zunge hinterlässt. Verwandt ist <em>auos</em> (trocken).</p>
<p>Im Lateinischen wurde daraus <em>austerus</em> (herb, sauer, streng) und weiter <em>austeritas</em> (Herbheit, Strenge). Schon in der Antike wanderte die Bedeutung vom Gaumen auf den Charakter. Streng war nun nicht mehr nur der Wein, sondern auch der Mensch.</p>
<p>In dieser moralischen Bedeutung findet man das Wort im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert in gehobenen Texten. Vermittelt hat es vermutlich das französische <em>austérité</em> (Strenge, Sparsamkeit).</p>
<p>Die heutige Hauptbedeutung ist jünger und stammt aus dem Englischen. In Großbritannien wurde <em>austerity</em> im Zweiten Weltkrieg und in den Jahren danach zum Schlagwort für Rationierung, Verzicht und staatliches Sparen. Nach 1945 übernahm das Deutsche diese Lesart.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [aʊ̯steʁiˈtɛːt]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die Opposition warf der Regierung vor, mit ihrer <strong>Austerität</strong> die wirtschaftliche Erholung abzuwürgen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Nach dem Krieg erlebte Großbritannien Jahre der <strong>Austerität</strong>, in denen selbst Zucker und Fleisch rationiert waren.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Kämmerin verteidigte den Sparkurs: Ohne eine Phase der <strong>Austerität</strong> sei der Haushalt nicht zu retten.</p></blockquote>
<blockquote><p>Der Ordensgründer verlangte von seinen Brüdern dieselbe <strong>Austerität</strong>, die er sich selbst auferlegte.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die <strong>Austerität</strong> des Baus wirkt kühl: glatter Beton, kein Schmuck, kein überflüssiges Detail.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>hybrid</title>
		<link>https://neueswort.de/hybrid/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Sep 2026 11:22:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=16993</guid>

					<description><![CDATA[Das Adjektiv hybrid bedeutet &#8222;aus Verschiedenartigem zusammengesetzt&#8220;, &#8222;gemischt&#8220; oder &#8222;von zweierlei Herkunft&#8220;. Etwas Hybrides vereint zwei Dinge, die eigentlich getrennt sind, in einem einzigen Ganzen. Das Wort kommt heute in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Adjektiv <strong>hybrid</strong> bedeutet &#8222;aus Verschiedenartigem zusammengesetzt&#8220;, &#8222;gemischt&#8220; oder &#8222;von zweierlei Herkunft&#8220;.</p>
<p>Etwas Hybrides vereint zwei Dinge, die eigentlich getrennt sind, in einem einzigen Ganzen. Das Wort kommt heute in vielen Bereichen vor:</p>
<ul>
<li>Ein hybrides Auto kombiniert Verbrennungs- und Elektromotor.</li>
<li>Hybrides Arbeiten verbindet Homeoffice und Büro.</li>
<li>Eine hybride Veranstaltung findet zugleich vor Ort und im Internet statt.</li>
</ul>
<p>In der <strong>Biologie</strong> steht <strong>hybrid</strong> für Lebewesen, die aus zwei verschiedenen Arten oder Sorten hervorgegangen sind. Das Maultier, eine Kreuzung aus Esel und Pferd, ist das bekannteste Beispiel. Auch in der Pflanzenzucht spricht man von hybriden Sorten.</p>
<p>In der <strong>Sprachwissenschaft</strong> nennt man Wörter <strong>hybrid</strong>, deren Bestandteile aus verschiedenen Sprachen stammen. Ein Beispiel ist <em>Automobil</em>: Der erste Teil ist griechisch, der zweite lateinisch.</p>
<p>Das Wort ist meist neutral. In der <strong>Politik</strong> hat es jedoch einen bedrohlichen Klang bekommen: <strong>Hybride Kriegsführung</strong> bezeichnet die Mischung aus militärischen Angriffen, Cyberattacken, Sabotage und Desinformation.</p>
<p>Daneben gibt es eine seltene, <a href="https://neueswort.de/bildungssprachlich/">bildungssprachliche</a> zweite Bedeutung. Hybrid kann auch &#8222;hochmütig&#8220; oder &#8222;vermessen&#8220; heißen. Diese Verwendung gehört zum Substantiv <a href="https://neueswort.de/hybris/">Hybris</a> und hat mit der Bedeutung &#8222;gemischt&#8220; nichts zu tun. Im Alltag trifft man sie kaum noch an.</p>
<h2>Abgrenzung</h2>
<p><a href="https://neueswort.de/heterogen/">Heterogen</a> bedeutet ebenfalls &#8222;uneinheitlich&#8220; oder &#8222;aus Verschiedenem bestehend&#8220;. Der Unterschied liegt im Ergebnis. Heterogen ist eine Gruppe, deren Mitglieder verschieden bleiben, etwa eine Schulklasse mit sehr unterschiedlichen Kindern. Hybrid ist etwas, in dem zwei Ursprünge zu einer neuen Einheit verschmolzen sind. Eine heterogene Sammlung ist bunt zusammengewürfelt. Ein hybrides Fahrzeug ist ein einziges, neues Ding.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort geht auf das lateinische <em>hybrida</em> (Mischling) zurück, auch <em>ibrida</em> geschrieben. Die Römer verwendeten es zunächst für Tiere, vor allem für die Nachkommen von Hausschwein und Wildschwein. Später bezeichnete es auch Kinder, deren Eltern aus verschiedenen Völkern oder Ständen stammten.</p>
<p>Ins Deutsche gelangte das Wort im 19. Jahrhundert als Fachbegriff der Biologie, zunächst als Substantiv <em>Hybride</em>. Der Mönch und Naturforscher Gregor Mendel veröffentlichte 1866 seine berühmte Arbeit über die Vererbung unter dem Titel &#8222;Versuche über Pflanzen-Hybriden&#8220;. Das Adjektiv folgte etwas später, anfangs noch in der Form <em>hybridisch</em>.</p>
<p>Woher das lateinische <em>hybrida</em> selbst stammt, ist nicht geklärt. Die Schreibung mit h wird oft mit einer Anlehnung an das griechische <em>hýbris</em> (Übermut, Frevel) erklärt. Ob beide Wörter tatsächlich verwandt sind, ist umstritten. Die zweite Bedeutung &#8222;vermessen&#8220; ist jedenfalls erst im 20. Jahrhundert und direkt aus <em>Hybris</em> entstanden.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [hyˈbʁiːt]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die Konferenz findet in diesem Jahr <strong>hybrid</strong> statt: Wer nicht anreisen kann, nimmt online teil.</p></blockquote>
<blockquote><p>Sie hat sich für ein <strong>hybrides</strong> Auto entschieden, weil sie in der Stadt elektrisch und auf langen Strecken mit Benzin fahren will.</p></blockquote>
<blockquote><p>Das Maultier ist ein <strong>hybrides</strong> Tier und in der Regel unfruchtbar.</p></blockquote>
<blockquote><p>Sicherheitsexperten warnen vor <strong>hybriden</strong> Angriffen, bei denen Sabotage und Desinformation ineinandergreifen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Architektin beschreibt das Gebäude als <strong>hybride</strong> Form aus Wohnhaus und Werkstatt.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>veritabel</title>
		<link>https://neueswort.de/veritabel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2026 22:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungssprache]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtswissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[V]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=2476</guid>

					<description><![CDATA[Das Adjektiv veritabel bedeutet &#8222;echt&#8220;, &#8222;wahr&#8220; oder &#8222;wahrhaft&#8220;. In seiner häufigsten Verwendung verstärkt veritabel ein nachfolgendes Substantiv. Es sagt aus, dass eine Sache die gewählte Bezeichnung wirklich verdient. Eine veritable [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Adjektiv <strong>veritabel</strong> bedeutet &#8222;echt&#8220;, &#8222;wahr&#8220; oder &#8222;wahrhaft&#8220;.</p>
<p>In seiner häufigsten Verwendung verstärkt <strong>veritabel</strong> ein nachfolgendes Substantiv. Es sagt aus, dass eine Sache die gewählte Bezeichnung wirklich verdient. Eine <strong>veritable</strong> Krise ist eine echte, ausgewachsene Krise. Ein <strong>veritabler</strong> Erfolg ist ein Erfolg, an dem es nichts zu deuteln gibt.</p>
<p>Oft steht das Wort vor Ausdrücken für etwas Großes, Dramatisches oder Aufsehenerregendes. Man liest von einem <strong>veritablen</strong> Skandal, einem <strong>veritablen</strong> Flop oder einer <strong>veritablen</strong> Sensation.</p>
<p>Daneben bezeichnet <strong>veritabel</strong> das Echte im Gegensatz zum bloß Scheinbaren. Eine <strong>veritable</strong> Künstlerin ist eine wahre Künstlerin und keine Möchtegern-Künstlerin. In diesem Sinn steht das Wort dem Adjektiv &#8222;echt&#8220; nahe.</p>
<p><strong>Veritabel</strong> gehört der gehobenen Bildungssprache an. Es steht fast immer direkt vor dem Substantiv, das es näher bestimmt. In der Alltagssprache treten an seine Stelle Wörter wie &#8222;regelrecht&#8220;, &#8222;richtiggehend&#8220; oder schlicht &#8222;echt&#8220;.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort stammt aus dem Französischen. Es geht auf <em>véritable</em> (wahr, echt) zurück, das von <em>vérité</em> (Wahrheit) abgeleitet ist. Dahinter steht das lateinische <em>veritas</em> (Wahrheit), das seinerseits zu <em>verus</em> (wahr, wirklich) gehört. Verwandt ist im Deutschen unter anderem das Verb &#8222;verifizieren&#8220; (auf seine Wahrheit prüfen).</p>
<h2 id="aussprache">Aussprache</h2>
<p><strong>Hörbeispiel: </strong><audio id="hoerbeispiel">
  <source src="https://neueswort.de/audio/ogg/veritabel.ogg" type="audio/ogg">
  <source src="https://neueswort.de/audio/mp3/veritabel.mp3" type="audio/mpeg">
</audio>
<a style="cursor: pointer;" onclick="document.getElementById('hoerbeispiel').play(); ga('send','event','Hörbeispiel','Hörbeispiel anhören','Aussprachebutton');"><img decoding="async" style="width:22px;vertical-align: -4px;" width="22" height="20" src="https://neueswort.de/wp-content/plugins/neueswort-hoerbeispiel/lautsprecher.svg" alt="Lautsprechersymbol"/> Aussprache anhören</a><br />
<strong>Lautschrift (IPA):</strong> <span class="lautschrift">[veʁiˈtaːbəl]</span></p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Zwischen den beiden Fraktionen entbrannte ein <strong>veritabler</strong> Machtkampf um den Vorsitz.</p></blockquote>
<blockquote><p>Mit ihrer Ausstellung gelang der Fotografin ein <strong>veritabler</strong> Coup.</p></blockquote>
<blockquote><p>Er ist ein <strong>veritabler</strong> Kenner der italienischen Oper.</p></blockquote>
<blockquote><p>Der Umzug geriet zu einem <strong>veritablen</strong> Chaos.</p></blockquote>
<blockquote><p>Doch wer immer die Idee dazu gehabt haben mag, er produzierte einen <strong>veritablen</strong> Flop.<br />
— Süddeutsche Zeitung, 23.05.1996</p></blockquote>
<blockquote><p>Die eine sah einer <strong>veritablen</strong> Prinzessin ähnlich, und sie war es auch.<br />
— Robert Walser, Jakob von Gunten, 1909</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure length="23873" type="audio/ogg" url="https://neueswort.de/audio/ogg/veritabel.ogg"/>
<enclosure length="66881" type="audio/mpeg" url="https://neueswort.de/audio/mp3/veritabel.mp3"/>

			</item>
		<item>
		<title>assimilieren</title>
		<link>https://neueswort.de/assimilieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Sep 2026 22:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[A]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=2373</guid>

					<description><![CDATA[Das Verb assimilieren bedeutet &#8222;angleichen&#8220;, &#8222;anpassen&#8220; oder &#8222;verschmelzen&#8220;. Im Alltag findet man das Wort heute meist dort, wo es um Einwanderung und das Zusammenleben von Kulturen geht. Gemeint ist dann, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Verb <strong>assimilieren</strong> bedeutet &#8222;angleichen&#8220;, &#8222;anpassen&#8220; oder &#8222;verschmelzen&#8220;.</p>
<p>Im Alltag findet man das Wort heute meist dort, wo es um Einwanderung und das Zusammenleben von Kulturen geht. Gemeint ist dann, dass sich jemand einer Gruppe so weit angleicht, bis kaum noch Unterschiede bleiben.</p>
<p>Häufig schwingt ein kritischer Ton mit. Denn <strong>assimilieren</strong> meint mehr als ein bloßes Anpassen. Wer sich vollständig angleicht, gibt das Eigene meist auf. Deshalb wird das Wort oft mit einem gewissen Anpassungsdruck verbunden.</p>
<p>Nicht nur Menschen können sich <strong>assimilieren</strong> oder assimiliert werden. Auch eine Kultur, eine Stadt oder eine Sprache nimmt fremde Einflüsse auf und macht sie zu ihrem Eigenen. Das Aufgenommene bleibt dann nicht als fremd erkennbar, sondern wird zum selbstverständlichen Teil des Ganzen.</p>
<p>Neben dem alltäglichen Gebrauch gibt es mehrere fachliche Bedeutungen:</p>
<ul>
<li>In der <strong>Biologie</strong> bezeichnet <strong>assimilieren</strong> den Vorgang, aufgenommene Stoffe wie Kohlenstoff oder Stickstoff in körpereigene Substanz umzuwandeln.</li>
<li>In der <strong>Sprachwissenschaft</strong> steht es dafür, dass ein Laut an einen benachbarten angeglichen wird.</li>
<li>In der <strong>Psychologie</strong> meint es, neue Eindrücke in bereits vorhandenes Wissen einzufügen.</li>
</ul>
<h2>Abgrenzung</h2>
<p>Wer sich <strong>integriert</strong>, nimmt an einer Gemeinschaft teil, behält dabei aber die eigene Herkunft und Eigenart. Wer sich <strong>assimiliert</strong>, gibt diese Eigenart weitgehend auf und wird von der Mehrheit kaum noch unterschieden.</p>
<p>Wer sich <strong>adaptiert</strong>, passt sich den Gegebenheiten an, ohne mit ihnen zu verschmelzen. <strong>Assimilieren</strong> zielt dagegen auf ein dauerhaftes Aufgehen im Neuen.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus dem lateinischen <em>assimilare</em> (ähnlich machen, angleichen) entlehnt. Ihm liegt das Adjektiv <em>similis</em> (ähnlich) zugrunde, verstärkt durch die Vorsilbe <em>ad-</em> (heran, hinzu).</p>
<h2 id="aussprache">Aussprache</h2>
<p><strong>Hörbeispiel:</strong> <audio id="hoerbeispiel">
  <source src="https://neueswort.de/audio/ogg/assimilieren.ogg" type="audio/ogg">
  <source src="https://neueswort.de/audio/mp3/assimilieren.mp3" type="audio/mpeg">
</audio>
<a style="cursor: pointer;" onclick="document.getElementById('hoerbeispiel').play(); ga('send','event','Hörbeispiel','Hörbeispiel anhören','Aussprachebutton');"><img decoding="async" style="width:22px;vertical-align: -4px;" width="22" height="20" src="https://neueswort.de/wp-content/plugins/neueswort-hoerbeispiel/lautsprecher.svg" alt="Lautsprechersymbol"/> Aussprache anhören</a><br />
<strong>Lautschrift (IPA):</strong> <span class="lautschrift">[asimiˈliːʁən]</span></p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die junge Ärztin wollte in ihrer neuen Heimat ankommen, ohne sich völlig zu <strong>assimilieren</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Neue Mitglieder <strong>assimilieren</strong> sich schneller, wenn das Team sie offen aufnimmt.</p></blockquote>
<blockquote><p>Grüne Pflanzen nehmen Kohlendioxid aus der Luft auf und <strong>assimilieren</strong> es zu körpereigener Substanz.</p></blockquote>
<blockquote><p>Über die Jahrhunderte hat die Hafenstadt fremde Bräuche aufgenommen und <strong>assimiliert</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Der Austauschschüler brauchte einige Wochen, bis er sich an den fremden Schulalltag <strong>assimiliert</strong> hatte.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure length="25734" type="audio/ogg" url="https://neueswort.de/audio/ogg/assimilieren.ogg"/>
<enclosure length="73150" type="audio/mpeg" url="https://neueswort.de/audio/mp3/assimilieren.mp3"/>

			</item>
		<item>
		<title>Affront</title>
		<link>https://neueswort.de/affront/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 22:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[A Noch nicht im Newsletter verschickt]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[A]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=1413</guid>

					<description><![CDATA[Das Substantiv Affront (der) bezeichnet eine &#8222;offene, herausfordernde Beleidigung&#8220;. Ein Affront ist eine bewusste, heftige Unhöflichkeit und geschieht meist vor Zeugen: eine offene Geste der Missachtung, die das Gegenüber vor [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Affront</strong> (der) bezeichnet eine &#8222;offene, herausfordernde Beleidigung&#8220;.</p>
<p>Ein <strong>Affront</strong> ist eine bewusste, heftige Unhöflichkeit und geschieht meist vor Zeugen: eine offene Geste der Missachtung, die das Gegenüber vor anderen bloßstellen soll.</p>
<p>Das Wort gehört der gehobenen Sprache an und steht oft in Politik, Diplomatie und im öffentlichen Leben.</p>
<p>Der Ton ist immer wertend und ablehnend. Wer von einem Affront spricht, versteht das Verhalten als Angriff und als bewusste Zumutung, nicht als bloßes Versehen.</p>
<h2>Abgrenzung</h2>
<p>Der Begriff <strong>Kränkung</strong> zielt auf das Empfinden der getroffenen Person, also auf die innere Verletzung. Ein <strong>Affront</strong> benennt dagegen die Tat selbst, die offene Geste der Missachtung. Man kann jemandem einen Affront zufügen, auch wenn sich das Gegenüber äußerlich nichts anmerken lässt.</p>
<p>Die <strong><a href="https://neueswort.de/brueskieren/">Brüskierung</a></strong> betont die schroffe, unhöfliche Behandlung, das barsche Vor-den-Kopf-Stoßen. Sie kann versehentlich und ohne böse Absicht geschehen. Der <strong>Affront</strong> dagegen ist ein absichtlicher, demonstrativer Angriff auf die Ehre.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort kam im 17. Jahrhundert aus dem Französischen ins Deutsche. Vereinzelt findet man es schon Mitte des 15. Jahrhunderts in einer Urkunde aus dem Oberelsass.</p>
<p>Zugrunde liegt das französische <em>affront</em> (Beschimpfung, Beleidigung, Kränkung). Es gehört zu <em>affronter</em> (die Stirn bieten, trotzen, beschimpfen). In älterer Zeit war dieses Wort ganz bildlich gemeint: jemanden &#8222;mit der Stirn stoßen&#8220; oder &#8222;durch einen Hieb auf die Stirn niederschlagen&#8220;.</p>
<p>Dahinter stehen das französische <em>front</em> und das lateinische <em>frons</em> (Stirn), auf die auch das deutsche Wort Front zurückgeht.</p>
<h2 id="aussprache">Aussprache</h2>
<p><strong>Hörbeispiel: </strong><audio id="hoerbeispiel">
  <source src="https://neueswort.de/audio/ogg/Affront.ogg" type="audio/ogg">
  <source src="https://neueswort.de/audio/mp3/Affront.mp3" type="audio/mpeg">
</audio>
<a style="cursor: pointer;" onclick="document.getElementById('hoerbeispiel').play(); ga('send','event','Hörbeispiel','Hörbeispiel anhören','Aussprachebutton');"><img decoding="async" style="width:22px;vertical-align: -4px;" width="22" height="20" src="https://neueswort.de/wp-content/plugins/neueswort-hoerbeispiel/lautsprecher.svg" alt="Lautsprechersymbol"/> Aussprache anhören</a><br />
<strong>Lautschrift (IPA):</strong> <span class="lautschrift">[aˈfʁɔ̃ː]</span></p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die Gastgeberin verstand die kurzfristige Absage als kalkulierten <strong>Affront</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Das neue Teammitglied bei der Begrüßung einfach zu übergehen, war ein unnötiger <strong>Affront</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Der Dirigent empfand die halb leeren Ränge als persönlichen <strong>Affront</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Für mich kam der ständig zugeparkte Hof einem täglichen <strong>Affront</strong> gleich.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Anwältin bezeichnete die Entscheidung als <strong>Affront</strong> gegen jedes Rechtsempfinden.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure length="13392" type="audio/ogg" url="https://neueswort.de/audio/ogg/Affront.ogg"/>
<enclosure length="50163" type="audio/mpeg" url="https://neueswort.de/audio/mp3/Affront.mp3"/>

			</item>
		<item>
		<title>Plädoyer</title>
		<link>https://neueswort.de/plaedoyer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2026 15:37:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=16980</guid>

					<description><![CDATA[Das Substantiv Plädoyer (das) bezeichnet die &#8222;zusammenfassende Rede der Verteidigung oder der Anklage vor Gericht&#8220; und übertragen ein &#8222;entschiedenes Eintreten für oder gegen etwas&#8220;. In der juristischen Bedeutung ist das [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Plädoyer</strong> (das) bezeichnet die &#8222;zusammenfassende Rede der Verteidigung oder der Anklage vor Gericht&#8220; und übertragen ein &#8222;entschiedenes Eintreten für oder gegen etwas&#8220;.</p>
<p>In der <strong>juristischen Bedeutung</strong> ist das <strong>Plädoyer</strong> der Schlusspunkt eines Strafprozesses. Nach der Beweisaufnahme fassen Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Sicht auf den Fall zusammen. Die Anklage beantragt ein Strafmaß, die Verteidigung fordert meist Freispruch oder eine mildere Strafe.</p>
<p>Im <strong>übertragenen Sinne</strong> ist ein <strong>Plädoyer</strong> dann jede engagierte Fürsprache: eine Rede, ein Buch oder ein Artikel, der entschieden für eine Sache eintritt. Typisch ist die Verbindung &#8222;ein Plädoyer für etwas halten&#8220;. Das zugehörige Verb ist <a href="https://neueswort.de/plaedieren/">plädieren</a>.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort wurde Ende des 18. Jahrhunderts aus dem französischen <em>plaidoyer</em> (Rede vor Gericht) übernommen. Es gehört zum Verb <em>plaider</em> (vor Gericht reden, prozessieren), das auf altfranzösisch <em>plait</em> (Rechtsspruch, Gerichtsverhandlung) zurückgeht. Dahinter steht mittellateinisch <em>placitum</em> (Gerichtstag, Gerichtsverhandlung), ursprünglich lateinisch <em>placitum</em> (Meinung, Überzeugung, Beschluss), zu <em>placere</em> (gefallen, gut finden, wofür stimmen).</p>
<p>Die Bedeutungsgeschichte führt also vom Gefallen zum Gericht: Aus dem, &#8222;was beschlossen wurde&#8220;, weil es den Beteiligten gefiel, wurde der Gerichtstermin, dann das Reden vor Gericht und schließlich die Schlussrede selbst.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [plɛdo̯aˈjeː]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die Verteidigerin forderte in ihrem <strong>Plädoyer</strong> einen Freispruch für ihren Mandanten.</p></blockquote>
<blockquote><p>Ihre Rede vor dem Parlament war ein leidenschaftliches <strong>Plädoyer</strong> für mehr Klimaschutz.</p></blockquote>
<blockquote><p>Sein neues Buch liest sich als <strong>Plädoyer</strong> für die Langsamkeit.</p></blockquote>
<blockquote><p>In der Teamsitzung hielt sie ein überzeugendes <strong>Plädoyer</strong> für flexible Arbeitszeiten.</p></blockquote>
<blockquote><p>Nach den <strong>Plädoyers</strong> von Staatsanwaltschaft und Verteidigung zog sich das Gericht zur Beratung zurück.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tabu</title>
		<link>https://neueswort.de/tabu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2026 13:30:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=16977</guid>

					<description><![CDATA[Das Substantiv Tabu (das) bezeichnet ein &#8222;ungeschriebenes Verbot, bestimmte Dinge zu tun oder über sie zu sprechen&#8220;. Ein Tabu steht in keinem Gesetzbuch. Es wirkt trotzdem, weil alle Beteiligten es [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Tabu</strong> (das) bezeichnet ein &#8222;ungeschriebenes Verbot, bestimmte Dinge zu tun oder über sie zu sprechen&#8220;.</p>
<p>Ein <strong>Tabu</strong> steht in keinem Gesetzbuch. Es wirkt trotzdem, weil alle Beteiligten es kennen und niemand es eigens erklären muss. Wer dagegen verstößt, wird nicht bestraft, sondern erntet Peinlichkeit, Empörung oder Ausgrenzung.</p>
<p>Das Wort gehört zum alltäglichen Wortschatz und ist stilistisch unauffällig. Neben dem Substantiv steht das Adjektiv <strong>tabu</strong> (&#8222;dieses Thema ist tabu&#8220;). Dazu kommen die Ableitungen <em>tabuisieren</em>, <em>Tabubruch</em> und <em>tabulos</em>.</p>
<p>In der <strong>Religionswissenschaft</strong> und in der <strong>Völkerkunde</strong> hat der Begriff eine engere Bedeutung. Dort meint er ein religiöses Meidungsgebot: Bestimmte Orte, Personen, Speisen oder Wörter gelten als geweiht und dürfen deshalb nicht berührt, betreten oder ausgesprochen werden.</p>
<h2>Abgrenzung</h2>
<p>Ein <strong>Verbot</strong> wird ausgesprochen, begründet und notfalls durchgesetzt. Ein <strong>Tabu</strong> gilt stillschweigend. Es wird selten diskutiert, oft nicht einmal bemerkt, solange sich alle daran halten.</p>
<p>Auch von der <strong>Etikette</strong> unterscheidet sich das <strong>Tabu</strong>. Etikette regelt die Form des Umgangs miteinander. Ein Tabu markiert eine Grenze, hinter der es unangenehm wird.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort stammt aus Polynesien und kam über das Englische ins Deutsche. Zugrunde liegt das polynesische <em>tapu</em> (gekennzeichnet, unberührbar, heilig). Ursprünglich bezeichnete es eine Markierung, die etwas dem Herrscher vorbehielt und damit dem allgemeinen Zugriff entzog.</p>
<p><strong>James Cook</strong> hörte den Ausdruck 1777 auf seiner dritten Pazifikreise und gab ihn als <em>taboo</em> wieder. Aus dem Englischen gelangte das Wort Anfang des 19. Jahrhunderts ins Deutsche.</p>
<p>Zunächst blieb es ein Fachwort für fremde religiöse Bräuche. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam die übertragene Bedeutung &#8222;unantastbare Sache&#8220; hinzu. Die heute geläufige Bedeutung als stillschweigende gesellschaftliche Schranke setzte sich erst im 20. Jahrhundert durch.</p>
<p><strong>Tabu</strong> ist eines der wenigen polynesischen Wörter im Deutschen. Ein zweites verdankt sich derselben Quelle: <em>tätowieren</em> geht auf polynesisch <em>tatau</em> (schlagen, eingeritztes Zeichen) zurück und wurde ebenfalls über Cooks Reiseberichte in Europa bekannt.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [taˈbuː]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Über Geld zu sprechen galt in ihrer Familie als striktes <strong>Tabu</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Regisseurin brach mit ihrem Film ein <strong>Tabu</strong>, das jahrzehntelang niemand angetastet hatte.</p></blockquote>
<blockquote><p>In seiner Gemeinde galt eine Scheidung lange als <strong>Tabu</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Ärztin sprach ein <strong>Tabu</strong> an, das viele Erkrankte still mit sich herumtragen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Was vor einer Generation noch ein <strong>Tabu</strong> war, gehört heute zum normalen Alltag.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>kongenial</title>
		<link>https://neueswort.de/kongenial/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2026 22:59:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[K]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=7572</guid>

					<description><![CDATA[Das Adjektiv kongenial bedeutet &#8222;geistig ebenbürtig&#8220; oder &#8222;dem Geist eines Werkes genau entsprechend&#8220;. Das Wort beschreibt immer ein Verhältnis. Etwas ist kongenial zu etwas anderem: eine Übersetzung zum Original, eine [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Adjektiv <strong>kongenial</strong> bedeutet &#8222;geistig ebenbürtig&#8220; oder &#8222;dem Geist eines Werkes genau entsprechend&#8220;.</p>
<p>Das Wort beschreibt immer ein Verhältnis. Etwas ist <strong>kongenial</strong> zu etwas anderem: eine Übersetzung zum Original, eine Vertonung zum Gedicht, eine Verfilmung zur Vorlage. Gemeint ist, dass die zweite Leistung das <a href="https://neueswort.de/niveau/">Niveau</a> und die Haltung der ersten erreicht, ohne sie bloß nachzuahmen.</p>
<p>Auch Menschen können einander <strong>kongenial</strong> sein. Von einem kongenialen Duo spricht man, wenn zwei Personen auf gleicher Höhe arbeiten und sich dabei ergänzen.</p>
<p>Das Wort ist bildungssprachlich und steht vor allem in Kritiken, Rezensionen und Würdigungen.</p>
<h2>Abgrenzung</h2>
<p>Die Vorsilbe kon- bedeutet &#8222;mit&#8220; oder &#8222;zusammen&#8220;, nicht &#8222;sehr&#8220;. <strong>Kongenial</strong> ist deshalb keine Steigerung von genial. Wer eine Idee kongenial nennt, ohne zu sagen, wozu sie passt, verwendet das Wort falsch. Wörterbücher führen diesen Gebrauch ausdrücklich als Fehlverwendung.</p>
<p>Das englische <em>congenial</em> ist ein falscher Freund. Es bedeutet &#8222;angenehm&#8220; oder &#8222;sympathisch&#8220; und beschreibt Menschen, Räume oder Stimmungen. Von geistiger Ebenbürtigkeit ist dabei nicht die Rede.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p><strong>Kongenial</strong> sieht lateinisch aus, ist aber eine gelehrte Neubildung des 18. Jahrhunderts. Grundlage ist das deutsche Wort genial, davor die Vorsilbe kon- aus dem lateinischen <em>cum</em> (mit, zusammen).</p>
<p>Genial gehört zu Genie. Dieses kam Anfang des 18. Jahrhunderts aus dem Französischen ins Deutsche. Das französische <em>génie</em> (Begabung, Geist, Talent) geht zurück auf lateinisch <em>genius</em> (Schutzgeist, spätlateinisch auch: schöpferische Begabung, Talent). Daneben wirkte lateinisch <em>ingenium</em> (Charakter, Begabung, Geist, Witz) ein.</p>
<h2 id="aussprache">Aussprache</h2>
<p><strong>Hörbeispiel: </strong><audio id="hoerbeispiel">
  <source src="https://neueswort.de/audio/ogg/kongenial.ogg" type="audio/ogg">
  <source src="https://neueswort.de/audio/mp3/kongenial.mp3" type="audio/mpeg">
</audio>
<a style="cursor: pointer;" onclick="document.getElementById('hoerbeispiel').play(); ga('send','event','Hörbeispiel','Hörbeispiel anhören','Aussprachebutton');"><img loading="lazy" decoding="async" style="width:22px;vertical-align: -4px;" width="22" height="20" src="https://neueswort.de/wp-content/plugins/neueswort-hoerbeispiel/lautsprecher.svg" alt="Lautsprechersymbol"/> Aussprache anhören</a><br />
<strong>Lautschrift (IPA):</strong> <span class="lautschrift">[kɔŋɡeˈni̯aːl]</span></p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die Neuübersetzung gilt als <strong>kongenial</strong>: Sie trifft den Rhythmus des Originals, ohne ihn zu imitieren.</p></blockquote>
<blockquote><p>Der Komponist hat die Gedichte <strong>kongenial</strong> vertont, ohne ihnen etwas Fremdes hinzuzufügen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Nach mehreren Fehlbesetzungen fand die Regisseurin endlich eine <strong>kongeniale</strong> Bühnenbildnerin.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die beiden gelten als <strong>kongeniales</strong> Gespann: Sie entwirft die Konzepte, er setzt sie um.</p></blockquote>
<blockquote><p>Sein Vortrag war technisch makellos, dem Werk aber nicht <strong>kongenial</strong>.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure length="20681" type="audio/ogg" url="https://neueswort.de/audio/ogg/kongenial.ogg"/>
<enclosure length="62701" type="audio/mpeg" url="https://neueswort.de/audio/mp3/kongenial.mp3"/>

			</item>
	</channel>
</rss>