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	<title>neueswort.de - Täglich ein Fremdwort</title>
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	<description>Auf neueswort.de stellen wir täglich ein Fremdwort samt seiner Herkunft, Bedeutung und Beispielsätzen vor.</description>
	<lastBuildDate>Fri, 26 Jun 2026 09:01:23 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Jeden Tag ein Fremdwort – neueswort</title>
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	<item>
		<title>Mausoleum</title>
		<link>https://neueswort.de/mausoleum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jun 2026 08:42:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Substantiv Mausoleum (das) bezeichnet ein &#8222;monumentales, prachtvolles Grabmal in Gebäudeform&#8220;. Ein Mausoleum ist kein gewöhnliches Grab, sondern ein eigenes Bauwerk, in dem Tote bestattet werden. Errichtet wird es meist [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Mausoleum</strong> (das) bezeichnet ein &#8222;monumentales, prachtvolles Grabmal in Gebäudeform&#8220;.</p>
<p>Ein <strong>Mausoleum</strong> ist kein gewöhnliches Grab, sondern ein eigenes Bauwerk, in dem Tote bestattet werden. Errichtet wird es meist für eine bedeutende Person, eine Herrscherfamilie oder eine ganze Dynastie. Es soll ehren und für lange Zeit Bestand haben.</p>
<p>Mit dem Wort schwingt der Eindruck von Pracht und Dauer mit, manchmal auch von Prunk.</p>
<p>Gelegentlich wird es (übertragen) kritisch verwendet, etwa für einen kühlen, leblos wirkenden Bau.</p>
<p>Der <strong>Plural</strong> lautet: die Mausoleen.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort geht auf ein bestimmtes Bauwerk der Antike zurück: <em>Mausolos</em>, ein Statthalter des Perserreichs, herrschte im 4. Jahrhundert v. Chr. über die Landschaft <em>Karien</em> im Südwesten der heutigen Türkei. Nach seinem Tod ließ ihm seine Witwe <em>Artemisia</em> in der Stadt <em>Halikarnassos</em> ein gewaltiges Grabmal errichten.</p>
<p>Dieser Bau, auf Griechisch <strong><em>Mausōleion</em></strong>, war so prächtig, dass er schon in der Antike zu den<strong> sieben Weltwundern</strong> zählte. Sein Name wurde bald zum allgemeinen Begriff für jedes prunkvolle Grabmal.</p>
<p>Im Deutschen ist <strong>Mausoleum</strong> seit dem 16. Jahrhundert belegt, zunächst nur für das Grab des Mausolos. Seit dem 17. Jahrhundert steht es allgemein für ein monumentales Grabmal. Das antike Bauwerk selbst wurde im Mittelalter durch Erdbeben zerstört. Erhaltene Skulpturen befinden sich heute im Britischen Museum in London.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [maʊ̯zoˈleːʊm]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Auf ihrer Reise durch die Türkei besichtigte sie die Reste eines antiken <strong>Mausoleums</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Familie ließ auf dem Friedhof ein schlichtes <strong>Mausoleum</strong> errichten.</p></blockquote>
<blockquote><p>In manchen Hauptstädten ruhen bedeutende Persönlichkeiten der Geschichte in prunkvollen <strong>Mausoleen</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Architektin wollte kein kühles <strong>Mausoleum</strong> entwerfen, sondern einen lebendigen Ort.</p></blockquote>
<blockquote><p>Als die Gäste gegangen waren, kam ihm das leere Haus wie ein <strong>Mausoleum</strong> vor.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Philippika</title>
		<link>https://neueswort.de/philippika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jun 2026 13:05:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Substantiv Philippika (die) bezeichnet eine &#8222;heftige, leidenschaftliche Strafrede&#8220;, eine scharfe Anklage gegen eine Person oder eine Sache. Eine Philippika ist ein leidenschaftlicher Angriff in Worten, der anklagt und verurteilt. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Philippika</strong> (die) bezeichnet eine &#8222;heftige, leidenschaftliche Strafrede&#8220;, eine scharfe Anklage gegen eine Person oder eine Sache.</p>
<p>Eine <strong>Philippika</strong> ist ein leidenschaftlicher Angriff in Worten, der anklagt und verurteilt. Typisch ist die Wendung &#8222;eine <strong>Philippika</strong> gegen jemanden halten&#8220;, auch &#8222;loslassen&#8220; oder &#8222;anheben&#8220;.</p>
<p>Das Wort ist gehoben und wirkt heute etwas veraltend. Meist geht es um eine Rede, gelegentlich auch um einen scharfen Text wie eine Kolumne oder eine Streitschrift. Der Plural lautet die Philippiken.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Der Ausdruck stammt aus der Antike. Im 4. Jahrhundert v. Chr. hielt der athenische Redner<em> Demosthenes</em> mehrere flammende Reden gegen <em>Philipp II. von Makedonien</em>, der die Freiheit der griechischen Städte bedrohte. Diese Reden nannte man auf Griechisch <em>tà Philippiká</em>, &#8222;die Philippischen Reden&#8220;.</p>
<p>Rund dreihundert Jahre später griff der römische Redner <em>Cicero</em> das Vorbild auf. Seine scharfen Reden gegen <em>Marcus Antonius</em> nannte er nach diesem Muster <em>orationes Philippicae</em>. Über diese lateinische Form gelangte das Wort später ins Deutsche.</p>
<p>Im Deutschen ist <strong>Philippika</strong> seit dem frühen 19. Jahrhundert belegt.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [fiˈlɪpika]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die Abgeordnete hielt eine flammende <strong>Philippika</strong> gegen die geplante Kürzung der Bildungsmittel.</p></blockquote>
<blockquote><p>In ihrer Kolumne ließ die Journalistin eine <strong>Philippika</strong> gegen die Bequemlichkeit der Mächtigen los.</p></blockquote>
<blockquote><p>Niemand hatte mit einer so wütenden <strong>Philippika</strong> gegen die neue Arbeitszeitregelung gerechnet.</p></blockquote>
<blockquote><p>Im Geschichtsunterricht lasen die Schülerinnen und Schüler eine berühmte <strong>Philippika</strong> der Antike.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Rednerin steigerte sich in eine <strong>Philippika</strong>, die kein Ende nehmen wollte.</p></blockquote>
<blockquote><p>Dann beendet er seine <strong>Philippika</strong> mit zwei quasi kontrapunktischen Sätzen.<br />
– Süddeutsche Zeitung, 8. Dezember 2001</p></blockquote>
<blockquote><p>Seine günstigstenfalls leicht hysterisch anmutende <strong>Philippika</strong> ließe sich womöglich schweigend übergehen, wäre er irgendwer.<br />
– Die Welt, 16. April 2004</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Prokrustesbett</title>
		<link>https://neueswort.de/prokrustesbett/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jun 2026 12:29:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Substantiv Prokrustesbett (das) bezeichnet ein &#8222;starres Schema, in das etwas mit Gewalt hineingezwängt wird&#8220;. Fast immer erscheint das Wort in der Wendung &#8222;jemanden oder etwas in ein Prokrustesbett zwängen&#8220; [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Prokrustesbett</strong> (das) bezeichnet ein &#8222;starres Schema, in das etwas mit Gewalt hineingezwängt wird&#8220;.</p>
<p>Fast immer erscheint das Wort in der Wendung &#8222;jemanden oder etwas in ein <strong>Prokrustesbett</strong> zwängen&#8220; (auch &#8222;pressen&#8220; oder &#8222;zwingen&#8220;). Gemeint ist, eine Person, eine Idee oder eine Sache in ein enges Raster zu zwingen, das ihr eigentlich nicht entspricht.</p>
<p>Das Bild betont, dass die Anpassung gewaltsam geschieht und Schaden anrichtet. Häufig richtet sich der Vorwurf gegen starre Theorien, Vorschriften oder Kategorien, denen die Wirklichkeit untergeordnet wird, statt umgekehrt.</p>
<p>Der Ausdruck ist bildungssprachlich und wirkt heute etwas veraltend.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Der Ausdruck stammt aus der griechischen Mythologie. <em>Prokrustes</em> war ein Bandit, der an der Straße nach Athen Reisende überfiel. Sein Name bedeutet etwa &#8222;der Strecker&#8220; und spielt auf seine grausame Methode an.</p>
<p><em>Prokrustes</em> bot den Reisenden ein Bett an und passte sie mit Gewalt an dessen Länge an. Wer zu groß war, dem hieb er die überstehenden Glieder ab. Wer zu klein war, den streckte er gewaltsam in die Länge.</p>
<p>Der Held <em>Theseus</em> bereitete dem Treiben ein Ende. Er tötete <em>Prokrustes</em>, indem er ihn auf dieselbe Weise behandelte, die dieser seinen Opfern zugedacht hatte.</p>
<p>Aus dieser Geschichte ist ein festes sprachliches Bild geworden. Das <strong>Prokrustesbett</strong> steht seither für jedes Schema, dem etwas gewaltsam angepasst wird.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [pʀoˈkʀʊstɛsˌbɛt]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die Forscherin weigerte sich, ihre Beobachtungen in das <strong>Prokrustesbett</strong> der bestehenden Theorie zu zwängen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Starre Vorschriften pressten jeden Einzelfall in dasselbe <strong>Prokrustesbett</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Der Übersetzer klagte, die fremde Lyrik lasse sich nicht ohne Verlust in das <strong>Prokrustesbett</strong> der deutschen Grammatik zwingen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Ein Freigeist fügt sich nur ungern in das <strong>Prokrustesbett</strong> vorgegebener Lebensläufe.</p></blockquote>
<blockquote><p>Historikerinnen und Historiker warnen davor, vergangene Epochen in das <strong>Prokrustesbett</strong> heutiger Maßstäbe zu pressen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Was neu, was anstößig sein könnte, wird ins <strong>Prokrustesbett</strong> der Routine gezwängt.<br />
– Die Zeit, 6. Mai 1977</p></blockquote>
<blockquote><p>Sprachen sind lebendige Gebilde und lassen sich nicht in ein <strong>Prokrustesbett</strong> spannen.<br />
– Süddeutsche Zeitung, 22. Juli 2002</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Augiasstall</title>
		<link>https://neueswort.de/augiasstall/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jun 2026 13:56:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Substantiv Augiasstall (der) bezeichnet einen &#8222;verschmutzten, verwahrlosten Raum&#8220; oder (übertragen) &#8222;verrottete, korrupte Verhältnisse&#8220;. Oft erscheint das Wort in der festen Wendung &#8222;den Augiasstall ausmisten&#8220;. Gemeint ist, eine über lange [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Augiasstall</strong> (der) bezeichnet einen &#8222;verschmutzten, verwahrlosten Raum&#8220; oder (übertragen) &#8222;verrottete, korrupte Verhältnisse&#8220;.</p>
<p>Oft erscheint das Wort in der festen Wendung &#8222;den <strong>Augiasstall</strong> ausmisten&#8220;. Gemeint ist, eine über lange Zeit durch Nachlässigkeit entstandene große Unordnung mit Mühe zu beseitigen.</p>
<p>Heute wird das Bild meist übertragen gebraucht. Es zielt auf Behörden, Unternehmen, Vereine oder politische Verhältnisse, in denen sich Missstände, Schlamperei oder Korruption angesammelt haben. Mitschwingen kann die Vorstellung, dass das Aufräumen einen enormen, fast heldenhaften Einsatz verlangt.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Der Ausdruck stammt aus der griechischen Mythologie: König <em>Augias</em> von Elis besaß einen riesigen Rinderstall. Dort standen Tausende Tiere, und der Mist war seit dreißig Jahren nicht entfernt worden.</p>
<p>Die Reinigung dieses Stalls war eine der zwölf Arbeiten des Helden <em>Herakles</em> (lateinisch <em>Herkules</em>). Er bewältigte sie an einem einzigen Tag. Dazu leitete er die Flüsse <em>Alpheios</em> und <em>Peneios</em> um und ließ sie durch die Ställe strömen, sodass das Wasser den gesamten Unrat fortspülte.</p>
<p>Im Deutschen ist das Wort seit dem 18. Jahrhundert geläufig. An dieselbe Sage erinnert auch der Ausdruck <strong>Herkulesaufgabe</strong>, der eine besonders große, kaum zu bewältigende Aufgabe bezeichnet.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [ˈaʊ̯ɡi̯asˌʃtal] oder [aʊ̯ˈɡi̯asˌʃtal], also Betonung auf der ersten oder zweiten Silbe.</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die neue Leitung versprach, in der Behörde endlich den <strong>Augiasstall</strong> auszumisten.</p></blockquote>
<blockquote><p>Als Vorständin übernahm sie ein Unternehmen, das in seinen Finanzen einem wahren <strong>Augiasstall</strong> glich.</p></blockquote>
<blockquote><p>Der Verein steckte so tief in Skandalen, dass nur eine unabhängige Person den <strong>Augiasstall</strong> ausräumen konnte.</p></blockquote>
<blockquote><p>Nach Wochen ohne Aufräumen empfand er seine eigene Wohnung als <strong>Augiasstall</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Reformerinnen und Reformer sahen sich der Aufgabe gegenüber, einen ganzen <strong>Augiasstall</strong> an Missständen zu beseitigen.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Quisling</title>
		<link>https://neueswort.de/quisling/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2026 10:51:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Substantiv Quisling (der) bezeichnet einen &#8222;Verräter&#8220; oder &#8222;Kollaborateur&#8220;, also eine Person, die mit einer feindlichen Besatzungsmacht zusammenarbeitet. Das Wort ist gehoben und wird vor allem in geschriebener Sprache und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Quisling</strong> (der) bezeichnet einen &#8222;Verräter&#8220; oder &#8222;Kollaborateur&#8220;, also eine Person, die mit einer feindlichen Besatzungsmacht zusammenarbeitet.</p>
<p>Das Wort ist gehoben und wird vor allem in geschriebener Sprache und in politischen Auseinandersetzungen gebraucht. Es benennt nicht jede Form von Untreue, sondern den Verrat am eigenen Land zugunsten eines äußeren Feindes. Wer als <strong>Quisling</strong> bezeichnet wird, gilt als jemand, der sich freiwillig in den Dienst der Gegenseite stellt.</p>
<p>Der Vorwurf ist hart und moralisch eindeutig. Im engeren Sinn meint <strong>Quisling</strong> die Kollaboration mit einer Besatzungsmacht. Im weiteren Sinn wird das Wort, oft in der politischen Polemik, auf jede Person angewandt, die fremde Interessen über die eigenen stellt.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Der Ausdruck geht auf <em>Vidkun Quisling</em> (1887 bis 1945), einen norwegischen Offizier und Politiker. 1933 gründete er die faschistische Partei <em>Nasjonal Samling</em> (&#8222;Nationale Sammlung&#8220;).</p>
<p>Nach dem deutschen Überfall auf Norwegen im April 1940 stellte sich <em>Quisling</em> auf die Seite der Besatzer. Von 1942 bis 1945 stand er als Ministerpräsident an der Spitze einer von Deutschland abhängigen Regierung. Nach dem Krieg wurde er wegen Hochverrats zum Tode verurteilt und hingerichtet.</p>
<p>Schon 1940 wurde sein Name verallgemeinert. Über die britische Presse, etwa die <em>Times</em>, verbreitete sich <strong>Quisling</strong> rasch als Schlagwort für Kollaborateure und gelangte in mehrere Sprachen, darunter das Deutsche. Der Familienname selbst geht auf die latinisierte Form <em>Quislinus</em> zurück, gebildet zum dänischen Ortsnamen <em>Kvislemark</em>.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [ˈkvɪslɪŋ]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Nach der Befreiung wurde sie öffentlich als <strong>Quisling</strong> angeprangert, weil sie mit den Besatzern <a href="https://neueswort.de/kollaborieren/">kollaboriert</a> hatte.</p></blockquote>
<blockquote><p>Im Parlament beschimpften sich die Fraktionen gegenseitig als <strong>Quislinge</strong>, die das Wohl des Landes verraten hätten.</p></blockquote>
<blockquote><p>Er fühlte sich zu Unrecht als <strong>Quisling</strong> abgestempelt, nur weil er mit der anderen Seite verhandelt hatte.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Schriftstellerin schildert in ihrem Roman einen <strong>Quisling</strong>, der seine Nachbarn an die Machthaber auslieferte.</p></blockquote>
<blockquote><p>Im Geschichtsunterricht lernten die Jugendlichen, wie ein einzelner <strong>Quisling</strong> ganze Gemeinschaften gefährden konnte.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bravour</title>
		<link>https://neueswort.de/bravour/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 13:27:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Substantiv Bravour (die) bezeichnet &#8222;meisterhaftes Können und eine glanzvolle Leistung&#8220; oder &#8222;Tapferkeit und Unerschrockenheit&#8220;. Am häufigsten begegnet uns das Wort heute in der Wendung &#8222;mit Bravour&#8220;: Wer eine Prüfung mit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Bravour</strong> (die) bezeichnet &#8222;meisterhaftes Können und eine glanzvolle Leistung&#8220; oder &#8222;Tapferkeit und Unerschrockenheit&#8220;.</p>
<p>Am häufigsten begegnet uns das Wort heute in der Wendung &#8222;mit Bravour&#8220;: Wer eine Prüfung mit <strong>Bravour</strong> besteht oder eine schwierige Aufgabe mit <strong>Bravour</strong> löst, schafft sie nicht nur, sondern meistert sie mit sichtbarer Leichtigkeit und Klasse. Im Vordergrund steht weniger der Erfolg an sich als die überlegene Art, mit der er gelingt.</p>
<p>Daneben hält sich die ältere Bedeutung &#8222;Tapferkeit&#8220; oder &#8222;Schneid&#8220;, die heute gehoben und etwas altmodisch klingt.</p>
<p>Im Plural bezeichnen <strong>Bravouren</strong> einzelne meisterhafte Glanznummern, etwa einer Tänzerin oder einer Eiskunstläuferin.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort wurde Anfang des 18. Jahrhunderts aus dem französische <em>bravoure</em> (Tapferkeit) entlehnt. Dahinter steht italienisch <em>bravura</em> (Mut, meisterhafte Ausführung), eine Ableitung vom Adjektiv <em>bravo</em> (tapfer, tüchtig, ausgezeichnet).</p>
<p>Dass <strong>Bravour</strong> heute vor allem für Können steht, verdankt sich der Opernsprache: Die italienische <em>aria di bravura</em>, die deutsche Bravourarie, verlangte höchste Kunstfertigkeit und verband das Wort eng mit der Vorstellung <a href="https://neueswort.de/virtuos/">virtuoser</a> Meisterschaft.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [bʁaˈvuːɐ̯]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Sie bestand die mündliche Prüfung mit <strong>Bravour</strong> und hatte am Ende sogar Freude an den kniffligen Nachfragen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Am Flügel zeigte der Pianist eine <strong>Bravour</strong>, die selbst Kennerinnen und Kenner staunen ließ.</p></blockquote>
<blockquote><p>Mit großer <strong>Bravour</strong> steuerte die Kapitänin das kleine Boot durch den aufkommenden Sturm zurück in den Hafen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Moderatorin führte durch den chaotischen Abend mit einer Gelassenheit und <strong>Bravour</strong>, die alle überraschte.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Vorstellung lebte von lauter kleinen <strong>Bravouren</strong>: einem Sprung hier, einer riskanten Drehung dort.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Epigone</title>
		<link>https://neueswort.de/epigone/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2026 13:21:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=16897</guid>

					<description><![CDATA[Das Substantiv Epigone (der) bezeichnet einen &#8222;unschöpferischen Nachahmer großer Vorbilder&#8220;. Gemeint ist eine Person, die einem großen Vorbild folgt, ohne etwas Eigenes hinzuzufügen. Sie ahmt nach, statt selbst zu schaffen. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Epigone</strong> (der) bezeichnet einen &#8222;unschöpferischen Nachahmer großer Vorbilder&#8220;.</p>
<p>Gemeint ist eine Person, die einem großen Vorbild folgt, ohne etwas Eigenes hinzuzufügen. Sie ahmt nach, statt selbst zu schaffen. Der Begriff bewertet das kritisch und spricht der nachahmenden Person eigene Originalität ab.</p>
<p>Das Wort ist bildungssprachlich und fast immer abwertend. Man begegnet ihm vor allem in Kunst, Literatur und Musik, daneben auch in Politik und Wissenschaft. Verwandt ist das Substantiv <strong>Epigonentum</strong>, das diese Haltung als Ganzes benennt.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort geht auf das griechische <i>epigonos </i>(nachgeboren, danach geboren) zurück. Es setzt sich zusammen aus <em>epi</em> (danach, dazu) und der Wurzel von <em>gonos</em> (Abkömmling, Nachkomme).</p>
<p>In der <strong>griechischen Mythologie</strong> sind die <strong>Epigonen</strong> die Söhne der &#8222;Sieben gegen Theben&#8220;. Der erste Feldzug dieser sieben Heerführer gegen die Stadt war gescheitert. Zehn Jahre später zogen ihre Söhne erneut gegen Theben, rächten die Väter und nahmen die Stadt ein. Schon hier klingt der Grundgedanke an: Die Nachgeborenen stehen im Schatten einer großen Tat der Vorfahren.</p>
<p>Über das französische <em>épigone</em> (Nachfolger, Nachahmer) gelangte das Wort im 18. Jahrhundert ins Deutsche. Seine heutige, abwertende Bedeutung verdankt es vor allem <em>Karl Leberecht Immermanns</em> Roman &#8222;Die Epigonen&#8220; von 1836.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [epiˈɡoːnə]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die Malerin wehrte sich gegen den Vorwurf, nur eine <strong>Epigonin</strong> der alten Meister zu sein.</p></blockquote>
<blockquote><p>Wer große Vorbilder bloß nachahmt, bleibt ein <strong>Epigone</strong> und findet selten eine eigene Handschrift.</p></blockquote>
<blockquote><p>Der Komponist galt lange als <strong>Epigone</strong> der Romantik, bis ihn ein eigenwilliges Spätwerk bekannt machte.</p></blockquote>
<blockquote><p>Nach dem Tod der Gründerin verwalteten nur noch <strong>Epigonen</strong> ihr Erbe, ohne es weiterzudenken.</p></blockquote>
<blockquote><p>In der Philosophie wirft man ihm vor, ein <strong>Epigone</strong> seines Lehrers zu sein, doch seine Schriften zeigen eigene Gedanken.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Pattsituation</title>
		<link>https://neueswort.de/pattsituation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 12:45:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=16894</guid>

					<description><![CDATA[Das Substantiv Pattsituation (die) bezeichnet eine &#8222;festgefahrene Lage, in der keine der beteiligten Seiten einen Vorteil erringen oder einen Fortschritt erzwingen kann&#8220;. Eine Pattsituation ist ein Gleichgewicht der Kräfte, das [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Pattsituation</strong> (die) bezeichnet eine &#8222;festgefahrene Lage, in der keine der beteiligten Seiten einen Vorteil erringen oder einen Fortschritt erzwingen kann&#8220;.</p>
<p>Eine <strong>Pattsituation</strong> ist ein Gleichgewicht der Kräfte, das in den Stillstand führt. Keine Seite kann die andere überwinden, und keine Seite will nachgeben.</p>
<p>Verwendet wird das Wort vor allem in Politik, Diplomatie und Wirtschaft, etwa bei festgefahrenen Verhandlungen oder einem Konflikt ohne klaren Sieger.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort ist eine Zusammensetzung aus <em>Patt</em> und <em>Situation</em>. <em>Patt</em> stammt aus der Sprache des Schachspiels. Dort bezeichnet es eine Stellung, in der eine Partei keinen regelgerechten Zug mehr machen kann, ohne ihren eigenen König ins Schach zu bringen. Die Partie endet dann unentschieden.</p>
<p>Ins Deutsche kam der Ausdruck Mitte des 19. Jahrhunderts über französisch <em>pat</em>, das wiederum auf italienisch <em>patta</em> (Unentschieden) zurückgeht. Dieses <em>patta</em> gehört wahrscheinlich zu italienisch <em>patto</em> (Vertrag, Vergleich) und geht damit auf lateinisch <em>pactum</em> (Vertrag) zurück. Diese letzte Herkunft gilt allerdings als nicht restlos gesichert.</p>
<p>Die übertragene Bedeutung, eine Lage ohne Vorteil für eine Seite, entstand erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [ˈpatzituaˌtsi̯oːn]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Nach der Wahl entstand im Parlament eine <strong>Pattsituation</strong>, weil keine Fraktion eine Mehrheit erreichte.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Geschäftsführerin nutzte die <strong>Pattsituation</strong>, um neue Verhandlungen anzustoßen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Mein Großvater verglich den festgefahrenen Streit mit einer <strong>Pattsituation</strong> beim Schach.</p></blockquote>
<blockquote><p>In der Diplomatie kann eine <strong>Pattsituation</strong> über Jahre andauern, ohne dass eine Seite nachgibt.</p></blockquote>
<blockquote><p>Das Team geriet in eine <strong>Pattsituation</strong>, da beide Vorschläge gleich viele Befürworter fanden.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Invektive</title>
		<link>https://neueswort.de/invektive/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 11:05:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=16890</guid>

					<description><![CDATA[Das Substantiv Invektive (die) bezeichnet eine &#8222;Schmähung&#8220;, &#8222;Beschimpfung&#8220; oder &#8222;beleidigende Äußerung&#8220;. Eine Invektive ist ein scharfer verbaler Angriff auf eine Person oder Gruppe. Sie zielt nicht auf Argumente, sondern auf [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Substantiv <strong>Invektive</strong> (die) bezeichnet eine &#8222;Schmähung&#8220;, &#8222;Beschimpfung&#8220; oder &#8222;beleidigende Äußerung&#8220;.</p>
<p>Eine <strong>Invektive</strong> ist ein scharfer verbaler Angriff auf eine Person oder Gruppe. Sie zielt nicht auf Argumente, sondern auf Herabsetzung. Das Wort ist bildungssprachlich und begegnet uns vor allem in Texten über Politik, Literatur und öffentliche Debatten.</p>
<p>Häufig steht das Wort im Plural: Wer &#8222;sich in <strong>Invektiven</strong> ergeht&#8220; oder &#8222;<strong>Invektiven</strong> schleudert&#8220;, greift andere mit Schmähungen an.</p>
<p>Anders als ein bloßes Schimpfwort richtet sich eine <strong>Invektive</strong> immer gegen eine bestimmte Person oder Gruppe. Sie kann Teil einer gezielten <a href="https://neueswort.de/diffamierung/">Diffamierung</a> sein und wird vom Gegenüber als <a href="https://neueswort.de/affront/">Affront</a> empfunden.</p>
<p>In der Literaturwissenschaft bezeichnet <strong>Invektive</strong> auch eine ganze Gattung: die Schmährede oder Schmähschrift, wie sie schon in der Antike gepflegt wurde.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Das Wort geht auf das mittellateinische <em>invectiva</em> zurück, eine Verkürzung von <em>oratio invectiva</em>, der &#8222;Schmährede&#8220;. Zugrunde liegt das spätlateinische Adjektiv <em>invectivus</em> (&#8222;schmähend&#8220;). Dieses gehört zum lateinischen Verb <em>invehi</em> (jemanden anfahren, gegen jemanden losziehen), wörtlich eigentlich &#8222;hineinfahren&#8220;. Das Bild vom verbalen &#8222;Losfahren&#8220; auf eine Person ist im Wort also bis heute enthalten.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [ɪnvɛkˈtiːvə]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die Debatte begann sachlich, endete aber in gegenseitigen <strong>Invektiven</strong>.</p></blockquote>
<blockquote><p>Statt auf die Kritik einzugehen, antwortete der Autor mit einer <strong>Invektive</strong> gegen seine Rezensentin.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Moderatorin griff ein, als die Diskussion in <strong>Invektiven</strong> abzugleiten drohte.</p></blockquote>
<blockquote><p>Ihre Rede war weniger eine Analyse als eine einzige <strong>Invektive</strong> gegen die Gegenseite.</p></blockquote>
<blockquote><p>In den Kommentarspalten ersetzen <strong>Invektiven</strong> immer öfter das Argument.</p></blockquote>
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			</item>
		<item>
		<title>gravierend</title>
		<link>https://neueswort.de/gravierend/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Sievers]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2026 17:50:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://neueswort.de/?p=16888</guid>

					<description><![CDATA[Das Adjektiv gravierend bedeutet &#8222;schwerwiegend&#8220; oder &#8222;schwer ins Gewicht fallend&#8220;. Gravierend beschreibt etwas, das ernste Folgen hat oder stark ins Gewicht fällt. Das Wort bezieht sich fast immer auf etwas [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Adjektiv <strong>gravierend</strong> bedeutet &#8222;schwerwiegend&#8220; oder &#8222;schwer ins Gewicht fallend&#8220;.</p>
<p><strong>Gravierend</strong> beschreibt etwas, das ernste Folgen hat oder stark ins Gewicht fällt. Das Wort bezieht sich fast immer auf etwas Negatives, etwa auf Fehler, Mängel, Unterschiede oder Folgen. Einen gravierenden Vorteil gibt es daher kaum.</p>
<p>Im Vergleich zu &#8222;wichtig&#8220; oder &#8222;groß&#8220; betont <strong>gravierend</strong> die Tragweite einer Sache und ihre möglichen <a href="https://neueswort.de/konsequenz/">Konsequenzen</a>. Wer von einem <strong>gravierenden</strong> Fehler spricht, meint also keinen beliebigen, sondern einen mit erheblichen Auswirkungen.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p><strong>Gravierend</strong> hat sich aus dem veralteten deutschen Verb <em>gravieren </em>(belasten, beschweren) gebildet. Beide Ausdrücke gehen zurück auf das lateinische <em>gravis</em> (schwer, gewichtig, ernst).</p>
<p>Mit dem gleich geschriebenen <em>gravieren</em> im Sinne von &#8222;eingravieren&#8220; hat es nichts zu tun, denn dieses stammt aus dem Französischen.</p>
<h2>Aussprache</h2>
<p><strong>Lautschrift (IPA):</strong> [ɡʁaˈviːʁənt]</p>
<h2>Verwendungsbeispiele</h2>
<blockquote><p>Die Prüferin deckte <strong>gravierende</strong> Missstände in der Verwaltung auf.</p></blockquote>
<blockquote><p>Ein <strong>gravierender</strong> Eisenmangel kann die Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Erst beim genauen Vergleich bemerkte der Kunde einen <strong>gravierenden</strong> Unterschied zwischen den beiden Angeboten.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Mängel am Neubau waren so <strong>gravierend</strong>, dass die Architektin einen sofortigen Baustopp empfahl.</p></blockquote>
<blockquote><p>Ein <strong>gravierender</strong> Verstoß gegen den Vertrag kann hohe Strafen nach sich ziehen.</p></blockquote>
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			</item>
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