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	<title>nggalai.com – Sascha Erni, .rb » Von einem Autor, der auszog, als Texter zu arbeiten.</title>
	
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	<description>Homepage und Verdinginstrument des Schweizer Autors und Textredakteurs Sascha Erni.</description>
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		<title>Von Chancen, Prosecco und unnötigen Panikreaktionen.</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Nov 2011 09:37:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Von einem Autor, der auszog, als Texter zu arbeiten.]]></category>
		<category><![CDATA[Chance]]></category>
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		<description><![CDATA[Irgendwann, hoffentlich nicht erst kurz vor der Insolvenz, eröffnet sich Schreiberlingenden aller Gattungen die Chance. Vielleicht meldet ein großes Unternehmen Interesse an der gebotenen Dienstleistung an, eventuell möchte ein Sachbuchverlag einen Testballon im eBook-Bereich steigen lassen. Oder ein Journal, eine Wochenzeitung, ein Magazin hat erfahren, dass man sich in einem Thema besonders gut auskennt und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwann, hoffentlich nicht erst kurz vor der Insolvenz, eröffnet sich Schreiberlingenden aller Gattungen <em>die Chance.</em> Vielleicht meldet ein großes Unternehmen Interesse an der gebotenen Dienstleistung an, eventuell möchte ein Sachbuchverlag einen Testballon im eBook-Bereich steigen lassen. Oder ein Journal, eine Wochenzeitung, ein Magazin hat erfahren, dass man sich in einem Thema besonders gut auskennt und hätte jetzt gerne einen Artikel. Allen diesen Szenarien gemeinsam ist: Es geht nur auf den ersten Blick um eine einmalige Geschichte. Und auch nicht im übertragenen Sinne, aber ich schweife ab. Nein, in all diesen Fällen steht die langherbeigesehnte längerfristige Zusammenarbeit winkend am Horizont.</p>

<p>Wie es sich für eher introvertierte Textarbeiter gehört reagiert man hoffentlich angemessen darauf: Mit Panik.</p>

<h3>Weshalb sollte ich panisch auf eine solche Chance reagieren?</h3>

<p>Von <em>Sollen</em> ist hier nicht die Rede. Aber sowohl Neulinge als auch alte Hasen werden nach dem ersten Freudentaumel, spätestens bei der zweiten Flasche Prosecco, ins Grübeln kommen. Schaffe ich das? Was, wenn ich das globale Unternehmen / den europaweit gerühmten Verlag / <em>die</em> Wochenzeitschrift der Nation enttäusche? Die Bandbreite der möglichen Reaktionen reicht von Schulterzucken über Respekt vor der Aufgabe bis zum ängstlichen Griff zur dritten Flasche.</p>

<p>Es dürfte Sie nicht überraschen, wenn ich Ihnen in solchen Situationen eher <a href="http://www.youtube.com/watch?v=xZbKHDPPrrc">que sera, sera</a> nahelege als den einen oder anderen Panikanfall. Diese mögen für Außenstehende drollig anzusehen sein, sich selbst tut man aber damit keinen Gefallen. Wer eine solche Situation über alle Maßen mit Bedeutung auflädt, zum Schlüsselmoment seiner gesamten Karriere – ja der weiteren Lebensplanung – macht, der handelt unklug.</p>

<p>Seien wir ehrlich: Selbst wenn es sich um <em>die Chance</em> handelt sind Sie irgendwie an den Punkt gekommen, dass sich diese Chance überhaupt erst bietet. Sie haben entweder mit viel Blut, Schweiß und Tränen daraufhin gearbeitet und beherrschen Ihr Metier. Oder Sie haben sich als äußerst erfolgreich im <strike>Bullshitting</strike> Selbstmarketing bewiesen und könnten entsprechend drohendes Totalversagen relativieren und zu einem Teilerfolg umdeuteln.</p>

<p>So oder so gilt: <strong>Von nichts kommt nichts.</strong> Selbst wenn Glück eine bedeutende Rolle bei <em>der Chance</em> gespielt haben mag, ohne dieses Nicht-nichts wäre es verpufft. Glück ohne Grundlage führt höchstens zu bankrotten Lottomillionären; im kulturell-journalistischen Umfeld ist es von geringer Bedeutung.</p>

<p>Also Kopf hoch! Es ist berechtigt, dass sich das globale Unternehmen / der europaweit gerühmte Verlag / <em>die</em> Wochenzeitschrift der Nation bei Ihnen gemeldet hat. Atmen Sie durch, spitzen Sie den Bleistift, geben Sie Ihr Bestes.</p>

<p>Das Schlüsselwort im letzten Absatz ist „<em>Ihr</em> Bestes“ – das, was Sie bisher geleistet haben, brachte Sie in diese Situation. Sich jetzt aus Furcht vor dem Scheitern anzubiedern ist nicht nur kontraproduktiv sondern zutiefst unlogisch.</p>

<p>In diesem Sinne: Auf gutes Gelingen und viele weitere Proseccoflaschen! Diese jedoch lieber einzeln als in angstgeschwängerten Rudeln, ja?</p>

<p><a href="http://flattr.com/thing/429961/Von-Chancen-Prosecco-und-unntigen-Panikreaktionen-" target="_blank">
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<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/c23bd6ad20714831a2ab175b05a79581" width="1" height="1" alt="" /></p>
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		<title>Wie man schlechte P.R. schreibt.</title>
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		<pubDate>Sat, 21 May 2011 14:22:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Von einem Autor, der auszog, als Texter zu arbeiten.]]></category>
		<category><![CDATA[Agentur]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeitsarbeit]]></category>
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		<description><![CDATA[Öffentlichkeitsarbeit, oder etwas moderner Public Relations, gehört zu jedem Unternehmen. Und ist eine der Haupteinnahmequellen freier Textredakteure. Aber Sie möchten die miesest-mögliche P.R. (dreifachgemoppelt) für Ihre Auftraggeber leisten? Kein Problem, ich habe Ihnen eine handliche Liste zusammengestellt. Damit geht garantiert nichts schief. Oder es kommt garantiert nichts gut, je nach Betrachtungswinkel. Die sieben Regeln lauten: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Öffentlichkeitsarbeit, oder etwas moderner <em>Public Relations,</em> gehört zu jedem Unternehmen. Und ist eine der Haupteinnahmequellen freier Textredakteure. Aber Sie möchten die miesest-mögliche P.R. (dreifachgemoppelt) für Ihre Auftraggeber leisten? Kein Problem, ich habe Ihnen eine handliche Liste zusammengestellt. Damit geht garantiert nichts schief. Oder es kommt garantiert nichts gut, je nach Betrachtungswinkel.</p>

<p>Die sieben Regeln lauten:</p>

<ol>
<li>Verwenden Sie möglichst viele Fachausdrücke, gerne auch solche, die Sie selbst erfunden haben. Sie wollen immerhin Menschen vom Fach ansprechen, und nicht deren <strike>Entscheidungsträger</strike> Vorgesetzten.</li>
<li>Auch wenn Sie in einem multinationalen, mehrsprachigen Unternehmen arbeiten: Überlassen Sie die Übersetzung Ihrer Medienmeldung den Spezialisten der Regionalzeitungen, die den Text übernehmen wollen. Besonders, wenn Sie oft von 1. Gebrauch machen oder eine gewisse sprachkünstlerische Ader ausleben möchten.</li>
<li>Lassen Sie sich Zeit, im Fall der Fälle eine geschliffene P.R.-Meldung zu verteilen. Die Nutzerdaten ihrer 300&nbsp;000 Abonnenten sind sowieso schon weg, eine Stellungnahme muss <em>alle</em> Eventualitäten abdecken. Und das dauert eben; die anderen 500&nbsp;000 Abonnenten werden die ein, zwei Wochen Bedenkzeit sehr schätzen.</li>
<li>Zögern Sie nicht, die Marketing-Abteilung beratend hinzu zu ziehen. Diese hat ein besseres Verständnis der Unternehmenskommunikation als Sie als P.R.-Fachperson. Immerhin hat das Marketing ein höheres Budget, das heißt schon etwas!</li>
<li>Ebenso läuft die Endabnahme am Besten über die Marketing-Abteilung. Die Chefin hat Wichtigeres zu tun, als sich vor der morgigen Aktionärsversammlung mit dem vorzulegenden Strategie-Papier auseinanderzusetzen und vielleicht gar Korrekturen einzubringen.</li>
<li>Vergessen Sie nicht, auf Ihrem anonymisierten Twitter-Kanal Gegendarstellungen zu veröffentlichen oder über Ihren –  ebenfalls anonymisierten – Auftraggeber zu lästern. Privat ist privat, und Sie werden immerhin nur während der Bürozeiten bezahlt, oder?</li>
<li>Der wichtigste Punkt zuletzt: Investieren Sie so viele Ressourcen wie möglich in Kommentare auf Zeitungs-Websites, Blogs, Facebook und in Foren, um Ihr Unternehmen respektive Ihren Auftraggeber besser darzustellen. Billigere P.R. geht nicht! Und das fällt mit kreativen Nutzernamen auch gar nicht auf!</li>
</ol>

<p>Wenn Sie diese sieben eisernen Regeln bereits befolgen, dann Gratulation: Sie haben Weiterbildung oder gar den Master-Studiengang in <em>Public Relations</em> nicht nötig. Sie sind schon jetzt Blubberkönig™ und wissen genau, was Sie tun. Und <em>weshalb</em> Sie es tun. Hut ab! Eine ganze Branche schaut zu Ihnen auf!</p>

<p>Welche Branche, die der Texter oder die der Personalvermittler, lasse ich jedoch offen.</p>

<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/0a1e87205dac413fb6e35a8adf834aed" width="1" height="1" alt="" /></p>

<p><a href="http://flattr.com/thing/282936/Wie-man-schlechte-P-R-schreibt-" target="_blank">
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		<item>
		<title>GTD: Getting Text Done, oder auch nicht.</title>
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		<comments>http://www.nggalai.com/glosse/gtd-getting-text-done-oder-auch-nicht/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Mar 2011 21:31:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Von einem Autor, der auszog, als Texter zu arbeiten.]]></category>
		<category><![CDATA[GTD]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Texterei]]></category>

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		<description><![CDATA[David Allens Konzept von „Getting things done“ klingt einleuchtend. In Kurz: Sie haben einen Haufen Mist, der geführt werden muss. Unterteilen Sie den Mist in kleine, mistgabelgroße Haufen. Ignorieren Sie den Mist, den Sie jetzt nicht führen können. Dann wird das schon. So wie Herakles im Augias-Stall: Baby-Steps! Aber funktioniert dieser Ansatz im Texter-Umfeld? Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/David_Allen_(author)">David Allens</a> Konzept von „Getting things done“ klingt einleuchtend. In Kurz: Sie haben einen Haufen Mist, der geführt werden muss. Unterteilen Sie den Mist in kleine, mistgabelgroße Haufen. Ignorieren Sie den Mist, den Sie <em>jetzt</em> nicht führen können. Dann wird das schon. So wie Herakles im Augias-Stall: Baby-Steps!</p>

<p>Aber funktioniert dieser Ansatz im Texter-Umfeld? Ich sage: Nein. Mit der Überzeugung von jemandem, der seine alten Anzüge aus Vernunft lieber ändern lässt statt neu zu kaufen. Und aus einem gewissen Missfallen, meine Kunden und deren Projekte mit Misthaufen gleichzustellen.</p>

<h3>Du irrst! Natürlich ist GTD Die Wahrheit™, das gilt auch für Texter!</h3>

<p>Das Problem, das wir freischaffenden Texter haben, ist schnell beschrieben: Material und die Geschwindigkeit der aktuellen Kommunikationsformen verunmöglichen eine selbstzentrierte Arbeitsweise.</p>

<p>Über diesen Punkt habe ich schon <a href="http://www.nggalai.com/glosse/ich-glaube-oder-die-sache-mit-dem-material-teil-1/">ein</a> paar <a href="http://www.nggalai.com/glosse/agenturen-und-freelancer-oder-die-sache-mit-dem-material-teil-2/">Mal</a> gebloggt. Er kann geschäftsentscheidend sein, gar <em>existenzbestimmend</em>. Allens Häppchen-Ansatz ist für Textarbeiter abseits der Eigenorganisation nicht besonders praktikabel. Das hat einen einfachen Grund, den ich, etwas polemisch, so formulieren möchte:</p>

<p><em>Schön, ich bin toll organisiert. Den Kunden interessiert das zwar nicht sonderlich, wenn er in 48 Stunden etwas online haben will, aber egal. Ich müsste als Profi eigentlich auch auf Gutdünken texten können; in der Hoffnung, dass das schon akzeptiert wird, oder ohne großen Aufwand angepasst werden kann. Aber meine Abläufe sind mir wichtiger. Egal, dass das Zeugs kurzfristig in der <a href="http://www.tvreal.ch/2011/03/weltschmerz-jetzt-live-auf-ntv/">Werbepause zu den Größten Schweizer Talenten</a> landen soll. Oder als ganzseitige Anzeige in der NZZ: Ich habe meine Abläufe, da darf ich nicht von abrücken, denn diese Abläufe sind richtig!</em></p>

<p>GTD steht hier stellvertretend für alle möglichem (Selbst-)Management-Theorien. Meistens pragmatische Methoden, um seine <em>Arbeitsweise</em> auch als Texter auf die Reihe zu bekommen. Aber nicht, um Projekte und Kunden zu <em>pflegen.</em> Organisatorisch kann man lediglich darauf hoffen, dass der Kunde alles Material anliefert und einem genug Zeit und Muße gibt, Hirnsubstanz in Text zu wandeln. Das lässt sich nicht in ein starres Konzept wie eben GTD zwängen.</p>

<p>Textarbeiter werden in verschiedenen Ländern, auch Deutschland, von den Ämtern nicht umsonst steuertechnisch auf eine Stufe mit bildenden Künstlern gestellt. Die Leute, die aus einem Haufen Eis die Venus von Milo kettensägen oder mit Einsatz ihrer Körpersäfte die Gesellschaft, im wahrsten Sinne des Wortes, auf die Leinwand spritzen. Der geile Einfall, der aus einer Lala-Kampagne <a href="http://www.youtube.com/watch?v=3IoqmAwKU_E">so etwas wie die aktuelle Hornbach-Werbung</a> macht, kommt nicht auf Rezept. Der Einfall <em>wird</em> kommen, logisch. Sonst wären wir nach spätestens sechs Monaten Selbständigkeit beim Sozialamt vorstellig geworden.</p>

<p>Aber zu erwarten, dass besagter Einfall das gemäß abstrakter Abläufe machen wird – respektive durchs Ausblenden der kommunikativen und planerischen Realität <em>ermöglicht</em> wird, ist … fragwürdig.</p>

<p>GTD und andere Organisationskonzepte können toll sein. Hey, ich setze selbst auf einen Bastard aus GTD und gesundem Menschenverstand. Aber wenn es um Kreativität geht – Kreativität, die gefordert und bezahlt wird – ist mehr Flexibilität gefragt. Versteifen Sie sich nicht, nur weil es fürs Administrative gut funktioniert. Ihre Kunden wollen mehr. <em>Viel mehr.</em> Und Sie wollen sicher nicht noch mehr Geld in Selbsthilfebüchern und -Kursen versenken, oder?</p>

<p><a href="http://flattr.com/thing/153302/GTD-Getting-Text-Done-oder-auch-nicht-" target="_blank">
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<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/8a9ac30c6fed4609a34485a38d6e8c4b" width="1" height="1" alt="" /></p>
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		<title>Von Lektorat, Textredaktion und Schweinefleisch.</title>
		<link>http://www.nggalai.com/glosse/von-lektorat-textredaktion-und-schweinefleisch/</link>
		<comments>http://www.nggalai.com/glosse/von-lektorat-textredaktion-und-schweinefleisch/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 09 Feb 2011 18:48:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Von einem Autor, der auszog, als Texter zu arbeiten.]]></category>
		<category><![CDATA[Lektorat]]></category>
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		<description><![CDATA[Gibt es einen Unterschied zwischen Lektorat und dem, was sich gerne „Textredaktion“ nennt? Die Antwort ist ja, aber auch nein. Das Lektorat redigiert, aber die Textredaktion lektoriert nicht. Oder nicht immer. Aber Lektorat ist doch Redaktion! Korrekt. Ein Redakteur lektoriert Texte: Er passt vorliegendes Material, oft von Journalisten oder P.R.-Textern, an die Gepflogenheiten und Anforderungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gibt es einen Unterschied zwischen Lektorat und dem, was sich gerne „Textredaktion“ nennt? Die Antwort ist ja, aber auch nein. Das Lektorat redigiert, aber die Textredaktion lektoriert nicht. Oder nicht immer.</p>

<h3>Aber Lektorat ist doch Redaktion!</h3>

<p>Korrekt. Ein Redakteur lektoriert Texte: Er passt vorliegendes Material, oft von Journalisten oder P.R.-Textern, an die Gepflogenheiten und Anforderungen eines Mediums an. Oder verschwurbelt den Hirnabfall der Autoren gemäß der Zielrichtung eines Herausgebers. So wie der Chefkoch die Idee des Küchenjungen, Mango mit Schweinefilet zu kombinieren, überarbeitet, damit es zur Speisekarte des spezifischen Restaurants passt. Vielleicht, weil man in einem <em>Halal</em>-Lokal arbeitet und Schwein nicht serviert werden darf. Also adaptiert man das Rezept für Rind oder Lamm.</p>

<p>Oder den Broschürentext für Twitter und die Firmenwebsite.</p>

<p>Der Lektor jedoch: Er erarbeitet mit dem Autor zusammen das bestmögliche Produkt fürs angezielte Medium. Der Küchenjunge bekommt nicht ob seines religiösen Unwissens die Kelle um die Ohren geschlagen, sondern erklärt: Hier fehlt Salz. Schwein ist ein guter Ansatz, aber: Es fehlt Salz! Und überhaupt, Mango zu Schwein? Das beißt sich sowohl mit der Vorspeise als auch dem Sorbet am Ende des Menüs. Würde hier Geflügel nicht besser zum Hauptgang passen? Unsere Kunden mögen eh lieber Champagner und Weißwein, dann können wir uns den Bordeaux im Keller sparen.</p>

<p>Lektoren wird oft ein höheres Ziel angedichtet: Es gehe um Literatur, um Das Einzig Richtige, in Großbuchstaben. Das, was korrekt, nachvollziehbar und angemessen ist. Der Redakteur jedoch arbeite rein auf den Markt hin: <em>Halal</em> schließt Schweinefleisch aus, Punkt. Um den Rotwein kümmert er sich nicht weiters, das <em>Schwein</em> ist sein Problem. Kurzsichtiger Junge, dieser Redakteur!</p>

<p>Tatsächlich jedoch sind die Grenzen unscharf – der Lektor arbeitet für einen Verlag, also ein Unternehmen. Zumindest jedoch in der Hoffnung, dass der überarbeitete Text seinen gewerblichen Abnehmer finden wird. In Stil, Tonalität, Inhalt und Form muss es passen. Rotwein zu Hühnchen ist auch hier grenzwertig. Im übertragenen Sinne: Die Story passt zum Feminismus-Verlag, mach einfach aus dem Protagonisten eine Frau. Während der Redakteur dafür zu sorgen hat, dass eine Agenturmeldung oder ein <a href="http://www.nggalai.com/glosse/ich-glaube-oder-die-sache-mit-dem-material-teil-1/">Credo</a> nicht der restlichen Firmenkommunikation widerspricht. Oder nicht das Konzept einer Zeitung, eines Magazins oder einer Anthologie <em>ad absurdum</em> führt.</p>

<h3>Also gibt es keinen Unterschied zwischen Lektoren und Redakteuren?</h3>

<p>Doch, einen Unterschied gibt es: Der Lektor gilt als Schöngeist, der sich an Details stört. Der Redakteur als (mehr oder weniger) knallharter Marketing-Profi. Beide jedoch haben den Markt im Auge, beide erledigen faktisch <em>dieselbe Arbeit.</em> Aber der eine wird spätestens seit <a href="http://www.tvreal.ch/2010/08/sind-die-schweizer-zu-blod-fur-mad-men/">Mad Men</a> als Zyniker wahrgenommen, der andere wird von Jungautoren zum Demigott erhoben, dem Herrn über die persönliche, berufliche und finanzielle Zukunft.</p>

<p>Schon lustig, wie Visitenkarten die Wahrnehmung verändern können, nicht?</p>

<p><a href="http://flattr.com/thing/130536/Von-Lektorat-Textredaktion-und-Schweinefleisch-" target="_blank">
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<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/210780b402594ff28c0b15354ad473f1" width="1" height="1" alt="" /></p>
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		<item>
		<title>Existenzgründung Texterei – Swiss Edition.</title>
		<link>http://www.nggalai.com/glosse/existenzgrundung-texterei-swiss-edition/</link>
		<comments>http://www.nggalai.com/glosse/existenzgrundung-texterei-swiss-edition/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 02 Jan 2011 14:31:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Von einem Autor, der auszog, als Texter zu arbeiten.]]></category>
		<category><![CDATA[AHV]]></category>
		<category><![CDATA[Existenzgründung]]></category>
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		<category><![CDATA[Texterei]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch immer erreichen mich Mails und Tweets betreffend der Selbständigkeit eines freien Textarbeiters. Ich habe die Sache zwar bereits 2008 abgehandelt, allerdings mit dem Fokus auf deutsche Verhältnisse. Jetzt, zurück in der Umarmung der Confoederatio Helvetica, ist es an der Zeit, diesen Misstand zu bereinigen. Der Artikel wird recht bürokratisch, halten Sie also Bier und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch immer erreichen mich Mails und Tweets betreffend der Selbständigkeit eines freien Textarbeiters. Ich habe die Sache zwar bereits <a href="http://www.nggalai.com/glosse/der-texter-als-freier/">2008 abgehandelt</a>, allerdings mit dem Fokus auf deutsche Verhältnisse. Jetzt, zurück in der Umarmung der <em>Confoederatio Helvetica,</em> ist es an der Zeit, diesen Misstand zu bereinigen. Der Artikel wird recht bürokratisch, halten Sie also Bier und Zigaretten griffbereit.</p>

<h3>Also: Wie macht man sich als Tippsler in der Schweiz selbständig?</h3>

<p>Soll die Selbständigkeit den Kühlschrank füllen, gehört eine ehrliche <strong>Betrachtung der Umstände und Fähigkeiten</strong> an erste Stelle. Als Einzelkämpfer braucht man nicht gleich einen Business-Plan. Allerdings schadet es auch nicht, wenn man sich die Mühe macht, so ein Papier zu erarbeiten. Es muss ja nicht gleich finanzkräftige Investoren überzeugen! Diskutieren Sie insbesondere die folgenden Fragen:</p>

<ul>
<li>Kann ich mich im persönlichen Gespräch als idealen Problemlöser darstellen? Weshalb?</li>
<li>Bin ich überhaupt nur schon selbstsicher genug, von Angesicht zu Angesicht mit echten, realen Menschen zu verhandeln? E-Mail zählt nicht.</li>
<li>Habe ich ausreichende Reserven, um auch mal zwei, drei Monate ohne einen einzigen Auftrag über die Runden zu kommen?</li>
<li>Bin ich mir sicher, nach besagten drei Monaten bei Wasser und Brot noch schöpferische Energie in mir zu tragen? <em>Mehr als genug Energie,</em> den zufällig reingeflatterten Großauftrag zu stemmen?</li>
<li>Was halten Partner, Kinder und Miezekatze von der Idee, dass ich gegebenenfalls tagelang nicht ansprechbar bin und erst nach Mitternacht ins Bett falle?</li>
<li>Habe ich ein Problem damit, die nächsten drei, vier Jahre keine freien Wochenenden und keinen Urlaub zu haben? Also, sofern es läuft, ansonsten erübrigt sich die Diskussion sowieso.</li>
<li>A propos „laufen“ &#8212; wie sieht die Konkurrenzsituation aus? Gibt es überhaupt einen (über-)regionalen Markt für meine Arbeit?</li>
</ul>

<p>Hegen Sie bereits nach diesen sieben Fragen Zweifel an der Durchführbarkeit Ihres Unterfangens, legen Sie Ihren Stift beiseite und besuchen Sie ein Job-Portal. Agenturleben wäre hier der bessere Schritt in den Beruf. Aber bleiben wir mal positiv, ja? War ja gerade erst Weihnachten.</p>

<h3>Wie geht es dann weiter?</h3>

<p>Ganz wichtig ist die <strong>Anmeldung bei der AHV/IV.</strong> Das hat vornehmlich zwei Gründe:</p>

<ol>
<li>Man will im Alter echt keine Beitragslücken haben. Oder sich und seinen Kunden nachträglich Probleme mit nicht-beglichenen AHV-Beiträgen einbrocken.</li>
<li>Die Bestätigung der Selbständigkeit durch die kantonale AHV/IV-Stelle ist der Schlüssel für so ziemlich alles, was büromäßig noch auf Sie zukommen wird.</li>
</ol>

<p>Mit dem Wisch der Sozialversicherungsanstalt wird die Steuererklärung einfacher, man bekommt schneller ein Geschäftskonto (falls man eines möchte) und fürs Ego ist’s auch gut. Selbständig! Woohoo! Wurde auch Zeit!</p>

<p>Um besagten Fötzel zu bekommen muss man ein vierseitiges Formular ausfüllen und Material beilegen. 2010 reichten bei mir eine Publikations- und Kundenliste sowie Visitenkarten und der Entwurf für diese hübsche Website hier. Ja, Textarbeiter haben es etwas einfacher als jemand, der gerne mit Hentai-Spielfiguren handeln möchte. Man benötigt nicht einmal einen Fähigkeitsausweis, da so etwas zur Zeit in der Schweiz nicht existiert. Also weiter.</p>

<p>Beantwortet man die Fragen im Formular korrekt &#8212; wir erinnern uns, <a href="http://www.nggalai.com/glosse/eike-und-die-heilige-pecunia/">Honorar ist kein Lohn</a> &#8212; dauert es eine Woche und der Wisch ist da. Dicht gefolgt von der ersten Quartalsrechnung der AHV/IV.</p>

<p>Die Kosten halten sich im Rahmen, aber 540 Franken im Jahr muss man als Minimum einkalkulieren. Interessant wird es in den Folgejahren: Der AHV-Satz berechnet sich aus der letzten Steuererklärung. Ein Beispiel.</p>

<p>Macht man sich selbständig und schätzt seinen Umsatz auf unter 20 000 Franken ein, zahlt man den Mindestsatz fürs laufende Jahr. Jetzt tippselt man im zweiten Jahr für 70 000 Franken, zahlt aber immer noch den Mindestsatz. Im dritten Jahr bricht der Markt weg und man landet bei CHF 10 000 &#8212; <em>darf aber aufgrund der siebzigtausend vom zweiten Jahr massiv höhere AHV/IV-Beiträge im dritten löhnen, obwohl man im Schnitt unter 1000 Franken im Monat verdient.</em></p>

<p>Das tut weh. Hat schon viele Jungunternehmende (Gender!) in den Konkurs gezwungen. Entsprechend nochmals der Hinweis auf die oben angeführten <strong>Reserven</strong>. Keine Rücklagen zu bilden ist in der kreativen Selbständigkeit grenzdebil. Vergessen Sie nicht, dass in obigem Beispiel auch die Steuerverwaltung mehr Geld von Ihnen sehen möchte. Sowohl Steueramt als auch Sozialversicherung zeigen sich glücklicherweise kulant, was das Abstottern der Forderungen angeht. Immerhin.</p>

<h3>Du meintest vorhin, die Steuererklärung wird einfacher?</h3>

<p>Das war ein wenig übertrieben. Aber das Steueramt macht in der Regel weniger Terror was <strong>Berufsauslagen</strong> angeht, wenn die Selbständigkeit belegt ist: Alles unter etwa 1000 Franken pro Position wird praktisch durchgewunken, größere Beträge sollte man wenn möglich als laufende Kosten oder Investition deklarieren. Das gilt natürlich nur, wenn Sie auch genug Umsatz erzielen. Wer im ersten Jahr 6 000 Franken angibt aber drei Computer als „Spesen“ abziehen möchte wird auf Granit beißen.</p>

<p>Gesunder Menschenverstand und eine Steuerberatung helfen hier. Letztere kann man im Folgejahr in der Steuererklärung geltend machen (hier hilft wieder die Bestätigung der AHV), mit ersterem ist man hoffentlich reichlich gesegnet. Sonst lässt man besser die Finger von der Selbständigkeit. Es gibt genug Heißlufttransporteure, die auf ihren Visitenkarten „Kommunikationsberater“ stehen haben. Noch einen mehr braucht die Schweiz nun wirklich nicht.</p>

<p><a href="http://flattr.com/thing/110433/Existenzgrundung-Texterei-Swiss-Edition-" target="_blank">
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		</item>
		<item>
		<title>Agenturen und Freelancer, oder die Sache mit dem Material, Teil 2.</title>
		<link>http://www.nggalai.com/glosse/agenturen-und-freelancer-oder-die-sache-mit-dem-material-teil-2/</link>
		<comments>http://www.nggalai.com/glosse/agenturen-und-freelancer-oder-die-sache-mit-dem-material-teil-2/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 May 2010 19:26:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Von einem Autor, der auszog, als Texter zu arbeiten.]]></category>
		<category><![CDATA[Agentur]]></category>
		<category><![CDATA[Content]]></category>
		<category><![CDATA[Freelancer]]></category>
		<category><![CDATA[Honorar]]></category>
		<category><![CDATA[lobotomisiert]]></category>
		<category><![CDATA[Material]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiberling]]></category>

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		<description><![CDATA[Oft wird man als Texter auch von Agenturen angegangen, die ein Projekt nicht allein stemmen können. Das ist nicht weiters schlimm, immerhin verkauft sich ein Haufen Textarbeiter als „Kommunikationsexperten“. Nicht schlimm, so lange der Kunde vernünftiges Ausgangsmaterial liefert oder kreative Höhenflüge nicht gleich per se verbietet. Weil sonst die P.R.-Verantwortliche in den Hungerstreik tritt oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oft wird man als Texter auch von Agenturen angegangen, die ein Projekt nicht allein stemmen können. Das ist nicht weiters schlimm, immerhin verkauft sich ein Haufen Textarbeiter als „Kommunikationsexperten“. Nicht schlimm, so lange der Kunde vernünftiges Ausgangsmaterial liefert oder kreative Höhenflüge nicht gleich <em>per se</em> verbietet. Weil sonst die P.R.-Verantwortliche in den Hungerstreik tritt oder die Rechtsabteilung bittere Tränen weint und einen Haufen <a href="http://diepresse.com/home/techscience/internet/606837/Illegale-Downloads_Filmindustrie-verklagt-Provider-UPC">potentieller Raubmordkopierer</a> vor den Kadi zerren muss, um die Firma im Auge der Öffentlichkeit vorteilhaft zu positionieren.</p>

<p>Wie bereits <a href="http://www.nggalai.com/glosse/ich-glaube-oder-die-sache-mit-dem-material-teil-1/">in der allerersten Kolumne besprochen</a> stellt sich <em>immer</em> die Frage nach dem Material. In meinem heutigen Beitrag erweitert sich die Perspektive um den Faktor „Agentur“: Diese nimmt dem Kreativen Kommunikationskram ab, der Schreiberling gibt einen Rabatt, und alle sind glücklich. Aber z’Füüferli und zWäggli sind im Freelancer-Umfeld nur mit masochistischen Tendenzen seitens der Texterin, mit ruchlosen Kunden oder einer hirnamputierten Zuschauerschaft möglich.</p>

<h3>Hirnamputiert? Geht’s noch???</h3>

<p>Tschuldigung. Ich habe mich zu dem Thema (<a href="http://angrysaschaisangry.com/2010/05/why-you-suck-as-online-publicist-and-what-to-change/">sogar auf Englisch!</a>) ausgekotzt, hier will ich ein wenig nüchterner bleiben. Oder mahnender, Zeigefinger-hochhaltender. Denn es ist klar: Entweder, Agentur und Kundin vertrauen den Kreativen und lassen sie das machen, wofür man sie umworben hat. Oder der Kunde liefert selbst interessante Inhalte, die aufgewertet werden sollen. Aber <strong>in keinem Fall</strong> sollte man vom Rand des Fußballfeldes mit vergifteten Pfeilen auf die Spieler schießen. Das mag oft in der Agenturisten-Natur liegen und auf Außenstehende recht drollig wirken, aber damit verärgert man die freien Mitarbeiter und zeigt sich als planlosen Zombie der Gewinnmaximierung. Während sich das nicht-lobotomisierte Publikum fragt, was die bereits x-Mal gesehenen Inhalte bewirken sollen.</p>

<p>Für freischaffende Texter stellt sich hier zuerst die <a href="http://www.textin.ch/eike-und-die-heilige-pecunia-2/">Honorarfrage</a>. Wenn man mit Agenturen statt Endkunden zu tun hat, reduziert man seinen Stundensatz. Logisch. Besagte Agentur hat den Kunden aufgetan und kümmert sich auch um ihn; der „freie Mitarbeiter“ kann einfach seine Aufgaben abarbeiten, ohne mit dem Kunden diskutieren zu müssen. Er ist ja Mitarbeiter, nicht Entscheidungsträger. Und verdient entsprechend weniger. Für die Koordination gibt es die Projektleitung durch die Agentur, der man dafür als Texterin einen Abschlag aufs eigene Honorar gewährt hat.</p>

<p>Nur leider sehen das einige Auftraggeber etwas verschwommen. Und der Freischaffende fragt sich: Für den Stress verzichte ich auf einen gehörigen Teil meines Stundensatzes? Ich soll dasselbe machen, wie wenn ich dem Kunden selbst offeriert hätte, aber für die Hälfte meines Mindesthonorars?
<span id="more-271"></span></p>

<h3>Okay, aber was hat das mit Hirnamputierten zu tun?</h3>

<p>Recht viel. Denn wenn der Endkunde ständig des Freischaffenden Ideen einschränkt wundert sich dieser, was er als „Kreativer“ in diesem Projekt soll. Und da er plötzlich <em>doch</em> mit der Kundschaft verhandeln soll, sinkt die Motivation, für so wenige Mäuse unbezahlte Überstunden zu schieben, um die gegebenenfalls hysterischen Ideen des Kunden umzusetzen. Ideen, zu denen die eigentliche Projektleitung nichts sagen kann, weil nach fünf Uhr nun mal Feierabend ist.</p>

<p>Damit kann der Texter mit gutem Gewissen lediglich alte Inhalte verwerten. Dass man mit so einem Ansatz etwaige interessierte Leser vergrault&nbsp;– das erkennen manche Kunden leider nicht. Man hat ja geiles (aber antikes) Material angeliefert, das muss reichen. Und die Agentur hüllt sich in Schweigen, man zahle ja genug für die Eigeninitiative des Freien, ne?</p>

<p>Alter Wein in noch älteren Schläuchen. Das funktioniert nicht, besonders nicht im World-Wide-Web. Einmal im Netz, immer im Netz und schon zig Mal verfügbar. Und wenn die Textarbeiter unter solchen Voraussetzungen dem Endkunden direkt Rechenschaft ablegen müssen, wozu dann noch die Agentur dazwischen, die anständig beim Honorar abgreift?</p>

<p>Aber eben, darüber wollte ich eigentlich gar nicht schreiben.</p>

<h3>Gut. Du nervst langsam.</h3>

<p>Es geht mir eigentlich nur um Eines: <em>Giev Info.</em> Das mag sehr nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lolcat">Lolspeak</a> klingen, trifft aber den Kern der Sache mit nur zwei Wörtern. Der Texter soll etwas in Worte fassen und so Werbung machen. Okay. Aber dazu muss er dieses „Etwas“ kennen, Hintergrundinformationen bekommen. Auch Dinge, die noch nicht öffentlich sein sollen. Wie kann man ohne pseudo-geheime Infos wissen, was man zwei Wochen zuvor bereits als Teil der Kampagne hätte andeuten müssen? Wie abschätzen, was noch alles an Möglichkeiten offen steht? <em>Theoretisch</em> ist das Sache des Marketingplans. Klar, deshalb sitzen Spezialisten oft Monate vor dem Start einer Kampagne am Schreibtisch, trinken Kaffee und kichern manisch. Aber wie bereits vor zwei Jahren geschrieben:</p>

<p><em>Gebt uns unwürdigen Textarbeitern diese Informationen.</em> Wenn sie wie in Fort Knox eingebunkert werden, können wir nicht vernünftig arbeiten. Was uns besonders grenzwertig erscheint, wenn wir der vermittelnden Agentur, auch zum Vorteil des Kunden, einen heftigen Abschlag gewähren und dann doch mit Koordinationsfragen zugemüllt werden. Späte Mails und Telephonate, die mit ein bisserl mehr Vertrauen dem Freischaffenden gegenüber unnötig wären. Weil er oder sie <em>weiß,</em> was geplant ist. Und damit wir gegebenenfalls die Notleine ziehen können, wenn wir merken: Ich bin hier im falschen Film, die brauchen einen <strike>Social Media Manager</strike> Spammer, keinen Textarbeiter.</p>

<p>Entsprechend rate ich allen Freischaffenden, nichts ohne ein vom Kunden unterschriebenes Pflichtenheft und dem gesamten&nbsp;– auch geheimen&nbsp;– Material anzurühren. Sie werden sonst Ihren Alkoholspiegel steigern und gleichzeitig die Haardichte auf dem Kopf senken. Miese Kombination.</p>

<p>Bestehen Sie ebenso auf eine faire Behandlung durch die Agentur. Will sie eine Vermittlungsgebühr, okay. Will sie jedoch einen Abschlag auf den Stundensatz, dann muss die Agentur den Freelancern im Gegenzug etwas bieten. Sonst können wir gleich mit dem Kunden verhandeln und auf Lolspeak verzichten. Auch wenn ich Katzen mag, es wäre 4 teh win! Ich meine, zu unser aller sprachlichen Gewinn. Genau.</p>

<p><a href="http://flattr.com/thing/91411/Agenturen-und-Freelancer-oder-die-Sache-mit-dem-Material-Teil-2-" target="_blank">
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		<item>
		<title>In München steht ein Hofbräuhaus. Eins, zwei, gsuffa.</title>
		<link>http://www.nggalai.com/glosse/in-munchen-steht-ein-hofbrauhaus-eins-zwei-gsuffa/</link>
		<comments>http://www.nggalai.com/glosse/in-munchen-steht-ein-hofbrauhaus-eins-zwei-gsuffa/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 21 Apr 2010 19:57:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sascha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Von einem Autor, der auszog, als Texter zu arbeiten.]]></category>
		<category><![CDATA[Anthologie]]></category>
		<category><![CDATA[Bier]]></category>
		<category><![CDATA[Kleinkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Lesung]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[Metamorphosen]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Schriftsteller]]></category>
		<category><![CDATA[Wortküsse]]></category>

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		<description><![CDATA[Keine Bange, schon sehr bald wird es in Sachen Texterei weitergehen. Ich habe nach meiner Rückkehr in die Schweiz genug erlebt, um darüber ein halbes Dutzend Glossen zu schreiben. Aber nicht heute. Nein, heute beschäftigen wir uns mit einem Aspekt des Schriftstellerdaseins. Einem wichtigen Aspekt. Einem, der immer wieder vergessen geht. Einem Aspekt, den auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Keine Bange, schon sehr bald wird es in Sachen Texterei weitergehen. Ich habe nach meiner Rückkehr in die Schweiz genug erlebt, um darüber ein halbes Dutzend Glossen zu schreiben. Aber nicht heute.</p>

<p>Nein, heute beschäftigen wir uns mit einem Aspekt des Schriftstellerdaseins. Einem wichtigen Aspekt. Einem, der immer wieder vergessen geht. Einem Aspekt, den auch ich übersehen habe.</p>

<h3>Ja ja, wir haben es kapiert. Worum geht’s denn überhaupt?</h3>

<p>Lesungen. Enttäuscht?</p>

<h3>Ja, schon ein bisserl.</h3>

<p><span id="more-264"></span>
Der <a href="http://www.myheimat.de/muenchen/kultur/17042010-qwortkuesse-ivq-phantastik-verlag-torsten-low-meets-wortkuesse-literaturkeller-im-stemmerhof-d426856.html">letzte Samstag war interessant</a>: Meine erste Literaturlesung stand an. Nach Gymnasium, Studium und Festanstellung war ich es mir gewohnt, vor Menschen zu sprechen. Tutorium in Altenglisch? <em>Wa bið þam þe sceal</em> und so? Kein Problem. Und ich war oft genug an irgendwelchen Veranstaltungen, um die Dienstleistungen meines damaligen Arbeitgebers publikumswirksam anzupreisen. Oder zumindest billigen Fusel auszuschenken, was an der InternetExpo Zürich in etwa dasselbe ist.</p>

<p>Nein, das Publikum macht mir wenig Mühe. Viel mehr meine eigenen Texte.</p>

<p>Die <a href="http://metamorphosen.nggalai.com/">Story erschien zwar erst vor kurzem</a>, aber getippselt hatte ich sie zwei Jahre zuvor, auf die Veröffentlichung in einer Kurzgeschichtensammlung hoffend. Also hielt ich mich ans Register der Anthologie, an <a href="http://www.hplovecraft.com/">Lovecraft</a> angelehnt, mit allen möglichen passenden linguistischen Feinheiten, Absatzstruktur und so weiter. Mediengerechte Dinge, die <em>gedruckt</em> Sinn haben. Und dann kam vor ein paar Wochen die Anfrage meines Verlegers, ob ich nicht in München vorlesen mag?</p>

<p>Na sicher doch!</p>

<p>Oh. Moment.</p>

<h3>Was denn?</h3>

<p>Geschriebenes. In Tagebuchform. Daten sowie sich wandelnde Schreibarten, um den psychischen Verfall, die Wandlung (Metamorphose, haha) des Protagonisten zu illustrieren. Also alles Dinge, die auf dem Papier gut funktionieren. Vorgelesen jedoch weniger ersichtlich sind als die Aschewolke von Eyjafjallajökull. Und mit Wetterballonen wollte ich auch nicht herumspielen. Das hätte doch eher lächerlich gewirkt.</p>

<p>Aber ich wurde dann doch in die zwingenden Voraussetzungen einer gelungenen Lesung eingeführt:</p>

<ul>
<li>Alkohol.</li>
<li>Eine geile <em>Venue,</em> wie man das so bildungsbürgerisch nennt.</li>
<li>Interessierte Zuhörer.</li>
<li>Eine MusikerIn, besser zwei. Einer davon muss nicht eimal gegendert sein.</li>
<li>Mehr Alkohol.</li>
<li>Bücher, so zum Durchblättern.</li>
<li>Der Reporter vom Lokalblatt. Im Idealfall kurz vorm Rausschmiss, i.e. ohne Skrupel.</li>
<li>Habe ich schon Alkohol erwähnt?</li>
</ul>

<p>Ja, flüssige Gefäßerweiterungen helfen. Besonders dann, wenn einer der Musikanten ein großes, großes Rohr herumschwenkt und man sich fragt, ob man in der BILD landen wird. „Mitten in Bayern: Literaturfreunde mit indianischem Nudelholz erschlagen!“</p>

<p>Es geht natürlich auch um die Vermarktung. Da helfen gegebenenfalls diese ganzen komischen Sozialen Netzwerke, weil sie viel zielgerichteter sind als das Plakat an der Litfaßsäule. Um mein eigenes unbedeutendes Beispiel hervorzukramen&nbsp;– 10&nbsp;% der Zuhörer waren Leute aus meinem Foren-Bekanntenkreis. Und sie waren deutlich besser gekleidet als der Rest. Das sagt doch alles, nicht?</p>

<p>Als Autor prostituiert man sich also ein bisserl, klar. Dafür gibt es Montepulciano in rauen Mengen. Bei den meisten Lesungen wird das nicht zu teuer für die Veranstalter&nbsp;– unser Lokal zumindest war klein, so dass man Social-Media-Kampagnen mit viel Ausspähen der Target-Audience hat vergessen können. Worüber ich nicht zuletzt als Redakteur der Piratenpartei Schweiz froh bin. Das wäre sonst etwas gar janusköpfig.</p>

<p>So oder so: Kleinkunst rockt! Grandios, wie sich Menschen neben dem regulären Job für Kultur einsetzen. So stelle ich mir das Ideal einer modernen Gesellschaft vor. Leute, die freiwillig das machen, was ihnen Spaß bereitet. Lesen, organisieren, Bücher verkaufen. Ohne großartige Gewinnabsicht, ohne dummes Marketing, ohne überteuerten Schaumwein. Dann ist der Autor glücklich. Und die Piraten auch.</p>

<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/454499ac2b984096bf8bf84fae6cc348" width="1" height="1" alt="" /></p>

<p><a href="http://flattr.com/thing/84788/In-Munchen-steht-ein-Hofbrauhaus-Eins-zwei-gsuffa-" target="_blank">
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