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  <title>nulleffekt.net</title>
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  <description>Die neuesten Artikel von nulleffekt.net</description>
  <language>de-de</language>

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    <title>Abgeklemmt</title>
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    <description><![CDATA[Welcher Grad an Paranoia ist angebracht, wenn jemand das Kabelnetz deiner Wohnung abklemmt?<br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2015/02/kabel.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: Bob Frost &ndash; Lizenz: CC By-Sa 3.0</span><p><br/></p>Letzten Dienstagabend funktionierte bei mir zuhause das Internet nicht mehr. Warum ein Modemneustart nichts half, wurde mir klar, als ich auch am Fernsehgerät vergeblich auf ein Signal hoffte. Die Störung musste schon im Kabelnetz liegen. Solche gebietsweisen Ausfälle sollen vorkommen.

Als ich aber am nächsten Tag noch immer keine Verbindung hatte, erkundigte ich mich beim Kundenservice des Providers. Dem UPC-Mitarbeiter lagen keine Meldungen über Netzprobleme vor und ein Check im Mehrparteienhaus zeigte, dass bis auf mich keine der Nachbarn Verbindungsprobleme hatten. Seine naheliegendste Erklärung waren Arbeiten im Haus, bei denen meine Leitung in Mitleidenschaft gezogen worden war. Ein in einem solchen Fall zwingend notwendiger Protokolleintrag des technischen Dienstes fehlt aber.

Inzwischen war der UPC-Techniker da. Zwei Leitungen im Schaltkasten des Endstellenverzweigers sind mit meiner Türnummer markiert und führen in meine Wohnung; beide wurden händisch abgeklemmt. Eine war generell inaktiv und wurde trotzdem manipuliert, sagte der Techniker, die zweite legte jede Verbindung aus meiner Wohnung nach außen lahm. Alle Abzweigungen zu meinen Nachbarn waren intakt. Es gibt laut dem Techniker kein Anzeichen auf ein gewaltsames Eindringen in den Schaltkasten. Wer immer das Kabel abgeklemmt hat, hatte einen passenden Schlüssel und zumindest Grundkenntnisse der Nachrichtentechnik.

"Haben Sie Feinde?", fragte mich der Techniker. 

Ich weiß nicht.

Ich überlege, wen ich verärgert haben könnte. Jemanden, der meine Adresse kennt, Zugang zum Haus und zum Schaltkasten hat und der über das technische Wissen zum zielgenauen Abklemmen einzelner Verzweigungskabel verfügt.

Mir fällt niemand ein.

Ich weiß nur, dass ich früher an dem Tag, als das passiert war, <a href="http://derstandard.at/2000011224099/Pegida-Demo-Abgefuehrt-aus-dem-Pressekessel">einen Artikel über das fragwürdige Vorgehen der Staatsgewalt gegen Medienvertreter bei einer Demonstration veröffentlicht habe</a>. Man kann ihn durchaus als kritisch bezeichnen. Macht man sich etwa damit schon Feinde? 

Ich weiß, anderswo wird man für solche Dinge eingekerkert und ausgepeitscht. Aber ich will es nicht wahrhaben, dass in einem Land wie Österreich zu ungesetzlichen Maßnahmen gegriffen wird, um Journalisten einzuschüchtern. Ich hoffe noch immer auf einen Lausbubenstreich. Doch frei nach dem geflügelten Wort: Just because you're not paranoid doesn't mean they're not after you.<img style="display:none;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2015/02/kabel.jpg" alt="" title="kabel" width="482" height="298" class="alignnone size-full wp-image-6443" /><p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/abgeklemmt/">Abgeklemmt</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Tue, 10 Feb 2015 12:48:50 +0000</pubDate>
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  </item>
  <item>
    <title>Anti-Aging Premiumputz</title>
    <link>http://nulleffekt.net/anti-aging-premiumputz/</link>
    <description><![CDATA[Damit die Hausfassade nicht ausschaut wie die Alte, die drinsitzt.<br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2014/02/antiaging1.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: nulleffekt.net &ndash; Lizenz: CC By-Nc-Sa 3.0</span><p><br/></p>Werbung mit Falten in Frauengesichtern hat endlich auch die Außenputzbranche erreicht. Hausbesitzer können zwischen "Anti-Aging Putz", "Anti-Aging Spezialputz" und "Anti-Aging Premiumputz" wählen, und ihre Fassade wird in den nächsten Jahren aussehen wie die Haut eines 20-, 19- oder 18-jährigen Supermodels.

<div style="display:none;">Sexistisch? Durchaus. Altersdiskriminierung? Kaum abzustreiten. Vermeidbar, wenn eine große Zahl an Frauen (<a href="http://derstandard.at/1381368732597/Maenner-investieren-immer-mehr-in-Kosmetik">und Männern</a>) aufhören würde, mit der Anschaffung teurer Anti-Aging-Produkte großherzig in Drogerieketten zu investieren? Definitiv.

Wer euch in Zukunft attraktiv finden wird, wird das mit oder ohne absurde Marketinggags tun. Wer nicht, wird sich weiterhin einen feuchten Putz darum kümmern, was ihr euch ins Gesicht schmiert. Und wer je "Indiana Jones and the Last Crusade" gesehen hat, weiß ohnehin, dass der vermeintlich naheliegendste Weg zum verlockenden Versprechen der ewigen Jugend der tödlichste ist.</div><p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/anti-aging-premiumputz/">Anti-Aging Premiumputz</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Fri, 28 Feb 2014 17:26:40 +0000</pubDate>
    <guid>http://nulleffekt.net/anti-aging-premiumputz/</guid>
  </item>
  <item>
    <title>Redet uns diese miese Stadt nicht schön</title>
    <link>http://nulleffekt.net/redet-uns-diese-miese-stadt-nicht-schoen/</link>
    <description><![CDATA[Wiens Spitzenplatz bei der Mercer-Studie offenbart einmal mehr das hiesige Raunzertum <br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2014/02/Wien.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: nulleffekt.net &ndash; Lizenz: CC By-Nc-Sa 3.0</span><p><br/></p>Wien ist laut der jüngsten Erhebung des Beratungsunternehmens Mercer <a href="http://derstandard.at/1392685560022/Neue-Studie-Wien-ist-Stadt-mit-der-besten-Lebensqualitaet">die lebenswerteste Großstadt der Welt</a>. Schon wieder. Zum fünften Mal in Folge steht Österreichs Hauptstadt an der Wertungsspitze, und jedes Jahr wiederholen sich in den Postings die Erklärungsversuche, wie sich diese Ungeheuerlichkeit denn diesmal zugetragen haben könnte.

Realistischerweise könne Wien nicht an erster Stelle sein, kritisieren einige, denn in der U6 rieche es nach Kebab, auf jedem Gehsteig müsse man im Slalom Hundehaufen ausweichen, und die vielen rücksichtslosen Autofahrer, Radler, Fußgänger und Parkbankbenutzer seien ohnehin unerträglich.

Eine noch größere Anzahl an Kommentatoren zweifelt aber an der Erhebungsmethode der Studie selbst. Sie sei nicht aussagekräftig, weil lediglich Expats, also von internationalen Konzernen in die Welt entsandte Fach- und Führungskräfte, nach ihrem empfundenen Glück am neuen Wohnort befragt werden. Die Lebenshaltungskosten finanziere den Herren Managern aber der Arbeitgeber aus der Spesenkasse, diese müssten sich also anders als der Durchschnittswiener nicht finanziell durch den Alltag wursteln und hätten leicht reden.

<strong>Gleiche Annahmen für alle</strong>

Schon dieses Argument ist obskur. Denn was den Expats vergütet wird, ist immer eine Sache des individuellen Vertrags mit dem Unternehmen. Und selbst wenn es zutreffen würde: Dieselben Voraussetzungen müssen fairerweise auch für die Befragungsteilnehmer angenommen werden, die in den hinter Wien liegenden Städten arbeiten. Und dort ist das tägliche Leben kaufkraftbereinigt selten günstiger als in Wien. Das wird jeder bestätigen, der in London einkaufen war, in Paris für eine Unterkunft bezahlt oder in Berlin öffentliche Verkehrsmittel benutzt hat.

Darüber hinaus macht nicht nur der Inhalt des Geldtaschls eine Stadt lebenswert, sondern viele Faktoren mehr. Und von denen profitieren Expats wie Einheimische gleichermaßen: eine geringe Kriminalitätsrate, ein niederschwelliger Zugang zum Gesundheits- und Sozialsystem, ein gut ausgebautes Kommunikations- und ein engmaschiges Netz öffentlicher Verkehrsmittel, funktionierende Müllentsorgung, Kultur- und Gastronomievielfalt, reine Luft, klares Wasser. All das hat Wien (und das Rathaus wird uns in den kommenden Imagekampagnen wieder penetrant daran erinnern).

Was man über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte als typisch wienerisches Raunzen, Sudern oder Lamentieren missverstanden hat, ist in Wirklichkeit vielleicht nur eine chronische Unzufriedenheit, die die Wienerin und den Wiener immerzu antreibt, es noch besser machen zu wollen. Wenn das der Preis für eine ansonsten höchst lebenswerte Stadt ist, sollten wir uns damit arrangieren können.

<small>Dieser Kommentar erschien zuerst auf <a href="http://derstandard.at/1392685717312/Redet-uns-diese-miese-Stadt-nicht-schoen">derStandard.at</a></small><p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/redet-uns-diese-miese-stadt-nicht-schoen/">Redet uns diese miese Stadt nicht schön</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Sun, 23 Feb 2014 21:55:09 +0000</pubDate>
    <guid>http://nulleffekt.net/redet-uns-diese-miese-stadt-nicht-schoen/</guid>
  </item>
  <item>
    <title>Das Ende von Jazz-Gitti</title>
    <link>http://nulleffekt.net/das-ende-von-jazz-gitti/</link>
    <description><![CDATA[<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Drahdiwaberl">Drahdiwaberl</a>-Mastermind Stefan Weber über die Auftritte seiner Band in den 1970er Jahren.<br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2014/02/weber1.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: Bernd Berg/Wikimedia Commons &ndash; Lizenz: CC By 3.0</span><p><br/></p>"Drahdiwaberl-Auftritte waren immer am Rande des Chaos, aber ich hatte das Gefühl, es einigermaßen unter Kontrolle zu haben. Richtig extrem ist es allerdings nie geworden. Ich hätte mich ja gefreut, wenn einmal jemand auf die Bühne geschissen hätte. Einmal hat tatsächlich die Nadja, eine der exaltiertesten Akteurinnen, die Jazz-Gitti angeschissen. Das war dann das Ende der Jazz-Gitti bei Drahdiwaberl." (Aus <a href="http://shop.falter.at/buecher/buecher-falter-verlag/wienpop.html">Wienpop, Falter Verlag</a>)<p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/das-ende-von-jazz-gitti/">Das Ende von Jazz-Gitti</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Thu, 06 Feb 2014 19:02:53 +0000</pubDate>
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  </item>
  <item>
    <title>Schön, dass Pete ihn so feiern durfte</title>
    <link>http://nulleffekt.net/schoen-dass-pete-ihn-so-feiern-durfte/</link>
    <description><![CDATA[Den 94. Geburtstag so feiern zu dürfen, wäre mir fast ein zu vermessener Wunsch.<br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2014/01/pete.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: wood69/YouTube &ndash; Lizenz: </span><p><br/></p>Ich würde schon auf die Knie fallen, könnte ich mir in dem Alter nur den Text merken. (Auch wenn ich dann nicht mehr aufkomme.) 

Schön, dass Pete ihn so feiern durfte. <a href="http://www.nytimes.com/2014/01/29/arts/music/pete-seeger-songwriter-and-champion-of-folk-music-dies-at-94.html?hp&_r=0">Mach's gut!</a><p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/schoen-dass-pete-ihn-so-feiern-durfte/">Schön, dass Pete ihn so feiern durfte</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Tue, 28 Jan 2014 16:29:40 +0000</pubDate>
    <guid>http://nulleffekt.net/schoen-dass-pete-ihn-so-feiern-durfte/</guid>
  </item>
  <item>
    <title>Flauschverdacht nicht bestätigt</title>
    <link>http://nulleffekt.net/flauschverdacht-nicht-bestaetigt/</link>
    <description><![CDATA[(<a href="https://vine.co/v/h9PBY0Z2DIz">Vine</a>, via <a href="http://dangerousminds.net/comments/soft_fluffy_hairball_is_not_what_it_seems">dangerousminds.net</a>)<br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2014/01/flausch.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: Vine/paglo &ndash; Lizenz: vine.co</span><p><br/></p><p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/flauschverdacht-nicht-bestaetigt/">Flauschverdacht nicht bestätigt</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Thu, 02 Jan 2014 20:15:32 +0000</pubDate>
    <guid>http://nulleffekt.net/flauschverdacht-nicht-bestaetigt/</guid>
  </item>
  <item>
    <title>Breaking Hal</title>
    <link>http://nulleffekt.net/breaking-hal/</link>
    <description><![CDATA[Was, wenn die zwei Jahre im Leben Walter Whites, die uns "Breaking Bad" erzählt hat, nur ein von tiefgefrorenen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Twinkie">Twinkies</a> induzierter Albtraum Hals aus "Malcolm in the Middle" war? <br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/11/breakinghal.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: Michael Davies/YouTube &ndash; Lizenz: Standard-YouTube-Lizenz</span><p><br/></p>Bryan Cranston, der Darsteller beider Figuren, spielt gemeinsam mit Jane Kaczmarek in einem Sketch ein alternatives Ende durch, das als Schlussszene von "Breaking Bad" zum aberwitzigsten und wahrscheinlich erinnerungswürdigsten Serienfinale der Fernsehgeschichte geworden wäre. <span style="font-size: x-small;">(<a href="http://io9.com/what-if-breaking-bad-was-just-hal-from-malcolm-in-the-m-1466056971">via io9.com</a>)
</span><img style="border: none;" width="0" height="0" alt="Breaking Hal" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/11/breakinghal.jpg" /><p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/breaking-hal/">Breaking Hal</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Sun, 17 Nov 2013 16:18:39 +0000</pubDate>
    <guid>http://nulleffekt.net/breaking-hal/</guid>
  </item>
  <item>
    <title>Acht Mal keine Drogen im Rektum</title>
    <link>http://nulleffekt.net/acht-mal-keine-drogen-im-rektum/</link>
    <description><![CDATA[Bei einem 54-Jährigen wurden trotz zwölfstündiger Prüfung durch Röntgen, Tasten, Sonden und Darmspiegelung keine Drogen gefunden.<br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/11/police.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: niiicedave &ndash; Lizenz: CC By-Sa 2.0</span><p><br/></p>Ein US-Amerikaner wurde im Bundesstaat New Mexico nach einer Verkehrskontrolle acht Mal vergeblich wegen des Verdachts des illegalen Drogentransports im Rektum untersucht. Der Vorfall, den die Anwälte des Mannes jetzt vor Gericht brachten, soll sich im vergangenen Jänner in der Stadt Deming zugetragen haben.

Der 54-jährige David Eckert musste laut seinen Anwälten ohne Befugnis der Behörden "erschreckende invasive Prozeduren" über sich ergehen lassen. Eckert wurde am 2. Jänner am Steuer seines Wagens angehalten, weil er an einem Stopp-Schild nicht gehalten hatte. Den Polizisten schien, dass der Mann die Gesäßbacken zusammendrücken würde, und schlossen daraus, er könnte in seinem Rektum Drogen transportieren.
<strong>Fehlende Vollmacht für Gila County</strong>
Nachdem ein Drogenspürhund am Fahrersitz angeschlagen hatte, wurde Eckert in das Polizeirevier gebracht und eine richterliche Untersuchungsvollmacht eingeholt. Weil ein Arzt im örtlichen Krankenhaus das Verfahren verweigerte, wurde Eckert in das Gila Regional Medical Center in Gila County überstellt, wo Ärzte die Prozedur durchführten.

Laut Anwälten war die Vollmacht jedoch auf Luna County, den Bezirk, in dem sich Deming befindet, beschränkt. Die Eingriffe hätten deshalb illegal stattgefunden.
<strong>Keine Drogen wurden gefunden</strong>
Eckert soll insgesamt zwölf Stunden lang festgehalten worden sein. In dieser Zeit lief die Prozedur gemäß eines von <a href="http://www.kob.com/article/stories/S3209305.shtml?cat=500#.UnyiJVDInCn" target="_blank">KOB4</a> zusammengefassten medizinischen Protokolls folgendermaßen ab:
<ol>
	<li>Eckerts Bauch wurde geröntgt; keine Drogen wurden gefunden.</li>
	<li>Doktoren untersuchten dann Eckerts Anus mit ihren Fingern; keine Drogen wurden gefunden.</li>
	<li>Doktoren untersuchten ein zweites Mal Eckerts Anus mit ihren Fingern; keine Drogen wurden gefunden.</li>
	<li>Doktoren führten Eckert eine Analsonde ein. Eckert wurde gezwungen, sich vor den Doktoren und den Polizisten zu entleeren. Eckert sah den Doktoren zu, als sie seinen Stuhl durchsuchten. Keine Drogen wurden gefunden.</li>
	<li>Doktoren führten Eckert ein zweites Mal eine Analsonde ein. Eckert wurde gezwungen, sich vor den Doktoren und den Polizisten zu entleeren. Eckert sah den Doktoren zu, als sie seinen Stuhl durchsuchten. Keine Drogen wurden gefunden.</li>
	<li>Doktoren führten Eckert ein drittes Mal eine Analsonde ein. Eckert wurde gezwungen, sich vor den Doktoren und den Polizisten zu entleeren. Eckert sah den Doktoren zu, als sie seinen Stuhl durchsuchten. Keine Drogen wurden gefunden.</li>
	<li>Doktoren röntgten Eckert noch einmal; keine Drogen wurden gefunden.</li>
	<li>Doktoren bereiteten Eckert für eine Operation vor, betäubten ihn, führten eine Darmspiegelung durch, bei dem ihm eine Kamera in Anus und Darm eingeführt wurde. Keine Drogen wurden gefunden.</li>
</ol>
In der Anklageschrift gegen die Stadt Deming und drei verantwortliche Polizisten heißt es: "Die Beklagten handelten völlig außerhalb der Grenzen des menschlichen Anstands, indem sie überflüssige Untersuchungen der Körperöffnungen von unethischen Medizinern durchführen ließen." Die Polizei von Deming war <a href="http://edition.cnn.com/2013/11/06/justice/new-mexico-search-lawsuit/" target="_blank">gegenüber CNN</a> und KOB4 zu keiner Stellungnahme bereit.

<span style="font-size: x-small;">Dieser Artikel erschien zuerst auf <a href="http://derstandard.at/1381371281728/US-Amerikaner-wurde-acht-Mal-nach-Drogen-im-Rektum-durchsucht">derStandard.at</a></span><p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/acht-mal-keine-drogen-im-rektum/">Acht Mal keine Drogen im Rektum</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Fri, 08 Nov 2013 19:31:31 +0000</pubDate>
    <guid>http://nulleffekt.net/acht-mal-keine-drogen-im-rektum/</guid>
  </item>
  <item>
    <title>Problemregion Statistik</title>
    <link>http://nulleffekt.net/problemregion-statistik/</link>
    <description><![CDATA[Wie man auf Basis einer Statistik politische Forderungen aufstellt, ohne die Zahlen verstanden zu haben<br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/10/favoritenstrasse.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: Plani &ndash; Lizenz: CC BY-SA 3.0</span><p><br/></p>"Quasi amtlich" sei es nun, dass "der Wiener Bezirk Favoriten die unsicherste Gegend Österreichs" ist, schreibt die stellvertretende Kurier-Chefredakteurin Martina Salomon in ihrem Leitartikel "<a href="http://kurier.at/meinung/kommentare/innenpolitik/mehr-augenmerk-auf-problemregionen/30.828.010">Mehr Augenmerk auf Problemregio­nen</a>". Sie leitet mit dieser Aussage eine dystopische Floskelparade über den "schleichenden Niedergang des Riesenbezirks" ein, durch den die "triste" Laxenburger Straße führt. Auch die Favoritenstraße habe schon bessere Tage gesehen, bevor sie zu einer "No-go-Zone" wurde, "wo Salafisten offen um Nachwuchs werben". Man könne der Wiener Stadtregierung die unangenehme Frage nicht ersparen, so Salomon, ob die Millionen für die Fußgängerzone Mariahilfer Straße "nicht besser im armen zehnten Bezirk angelegt gewesen" wäre, wo man etwas gegen die "misslingende Ausländerintegration" tun könnte.

Salomon legt ihrer These vom Ghetto Favoriten einzig einen Teilbericht des Rechnungshofs zugrunde. Falsch. Sie legt ihrer These einzig die krude Interpretation des Teilberichts zugrunde, die ihr Redakteur Wilhelm Theuretsbacher im Artikel "<a href="http://kurier.at/chronik/oesterreich/favoriten-ist-oesterreichs-heissestes-pflaster/30.827.865">Favoriten ist Österreichs heißestes Pflaster</a>" aufstellt: Unter einer Teilziffer von vielen <a href="http://www.rechnungshof.gv.at/fileadmin/downloads/_jahre/2013/berichte/teilberichte/bund/Bund_2013_08/Bund_2013_08_4.pdf">rügt der Rechnungshof</a> die Wiener Landespolizeidirektion, weil der zugemutete Arbeitsaufwand der Beamten ungleich verteilt ist. In Favoriten sei die "Arbeitsbelastung pro Polizist" fast doppelt so hoch wie in Döbling, dem in dieser Hinsicht legersten Bezirk. Darum sei Favoriten der "heißeste Ort Österreichs", schlussfolgert der Autor.

<strong>Hokuspokus mit Statistik</strong>

Doch was sagt dieser Umstand darüber aus, ob Favoriten unsicher oder ein "heißes Pflaster" ist? Gar nichts. Es ist als wollte man unbedingt titeln: "Exzessiver Fast-Food-Konsum in Favoriten", wenn man herausfindet, dass in den dortigen Lokalen das Verhältnis von Bestellungen pro Bedienkraft besonders groß ist. Ob die Favoritner in Relation zur Einwohnerzahl viel oder wenig Fast Food essen, erfahren wir daraus nicht. Ableiten lässt sich höchstens noch das Indiz eines niedrigen Personalstands.

Tatsächlich gibt es auch in der Kriminalitätsbelastung keinen signifikanten Unterscheidet zwischen dem "unsicheren" Favoriten und dem Nobelbezirk Döbling: Im ersten Halbjahr 2013 kam in Favoriten eine polizeiliche Anzeige auf 17,43 Einwohner[1. Lustigerweise hat die Daten der <a href="http://kurier.at/chronik/wien/kriminalstatistik-so-un-sicher-ist-ihr-bezirk/25.431.044">Kurier</a> selbst veröffentlicht. Die vergleichenden Bevölkerungszahlen stammen von <a href="http://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/tabellen/bevoelkerung-bez-zr.html">wien.gv.at</a>], in Döbling lag der Wert bei 17,12. Die Aufklärungsquote der Favoritner Beamten erreichte 32,2 Prozent, jene ihrer Döblinger Kollegen 33,4 Prozent. Kaum wahrnehmbare Unterschiede. Wenn diese Zahlen schon etwas nahelegen, dann eine effiziente Arbeit der Favoritner Polizisten, die mit einer doppelt so hohen Arbeitsbelastung eine fast gleich hohe Aufklärungsquote wie die Döblinger errangen.

Im ersten Bezirk kommt übrigens eine Anzeige auf nur 2,02 Einwohner. Die Innere Stadt ist also rund 8,5 Mal gefährlicher als Döbling oder Favoriten. Frau Salomon, übernehmen Sie! Ersparen Sie der Wiener Stadtregierung nicht die unangenehme Frage, ob sie die Millionen nicht besser zur Verbrechensbekämpfung zwischen innerstäditschen Gucci-Stores und Ritz-Carltons verwenden will. Oder sie werfen Sie einen Blick hinter die Zahlen und sehen Sie, dass im Ersten die Kriminalitätsrate pro Einwohner nur deshalb so hoch ist, weil zur vergleichsweise kleinen Wohnbevölkerung ein Vielfaches an Einpendlern, Shoppern, Besuchern, Touristen oder Öffi-Umsteigern kommt. Ein Blick hinter die oberflächlichen Zahlen hätte auch im Falle Favoritens nicht geschadet.
<p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/problemregion-statistik/">Problemregion Statistik</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Mon, 14 Oct 2013 22:12:00 +0000</pubDate>
    <guid>http://nulleffekt.net/problemregion-statistik/</guid>
  </item>
  <item>
    <title>Das Wahlergebnis ohne Zwillingstrennung</title>
    <link>http://nulleffekt.net/das-wahlergebnis-ohne-zwillingstrennung/</link>
    <description><![CDATA[Eine (nicht so weit hergeholte) Alternativdarstellung des gestrigen Wahlergebnisses<br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/09/wahlalternativ.png" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: nulleffekt.net &ndash; Lizenz: CC By-Sa-Nc</span><p><br/></p>Hätten sich die zweieiigen Zwillinge FPÖ und BZÖ (vulgo "Die Freiheitlichen in Kärnten") nach der Abspaltung 2005 wieder einigermaßen zusammengerauft und seither ihre Ergebnisse nach CDU/CSU-Modell zusammengezählt, dann wäre diese Wahlgemeinschaft aus dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Drittes_Lager">Dritten Lager</a>[1. Maus über die Jahreszahlen in der interaktiven Grafik bewegen. Die Farbe im Diagramm entspricht dem exakten Mittelwert zwischen FPÖ-Blau und BZÖ-Orange] mit -4,1 Prozent der größte Verlierer der Nationalratswahl. Das ist umso erstaunlicher, weil jede andere Oppositionspartei von der schlechten Regierungsperformance deutlich profitieren konnte.
<div style="background: #777777; color: #ddd; padding: 0px 0px 2px 10px; margin-bottom: 8px;"><strong>Update</strong> | 5. Oktober 2013</div>
Jetzt ist das amtliche Endergebnis der Nationalratswahl da und damit Gelegenheit, gemeinsam mit den <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/wahlen-in-oesterreich-knappe-mehrheit-fuer-grosse-koalition-a-925184.html">"Rechts</a><a href="http://derstandard.at/1379292682660/Man-gibt-den-Leuten-das-Gefuehl-dass-Wahlen-nichts-aendern">ruck"</a><a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1996162/">-Rufern</a> eine kleine Rechnung aufzustellen:

2008 haben von 6.333.109 Wahlberechtigten 1.379.962 Menschen FPÖ oder BZÖ gewählt. Das waren 21,78 Prozent.

2013 haben von 6.384.331 Wahlberechtigten 1.128.059 Menschen FPÖ oder BZÖ gewählt. Das waren 17,66 Prozent.

Selbst, wenn man mit viel weltanschaulichem Augenzudrücken das Team Stronach zu den Rechtspopulisten zählt, steigt die Zahl lediglich auf 1.396.738 Stimmen, ist also mit 21,87 Prozent kaum wahrnehmbar größer als 2008. Diesen 16.776 zusätzlichen Stimmen auf rechter Seite stehen alleine 72.721 neue grüne Stimmen gegenüber. Von einem Rechtsruck zu sprechen, ist populistische Angstmache. Witzig, denn populistische Angstmache ist der Hauptvorwurf an den rechten Rand. Zurecht. Also sollte man das nicht selbst tun.

Was das wahre Problem dieser Nationalratswahl war, lässt sich aus den Balkendiagrammen, die Medien, Innenministerium oder Wikipedia verwenden, kaum ablesen. Denn sie zeigen nur die Verteilung der abgegebenen Stimmen. Die Nichtwähler werden nirgends eingezeichnet und doch haben sie seit der letzten Wahl den Sprung zur stärksten "Fraktion" geschafft: Mehr als ein Viertel der Wahlberechtigten blieb zuhause. Das ist ein viel drängenderes Problem für die Demokratie als ein herbeigeredeter rechter Stimmenzuwachs.

<iframe src="http://cf.datawrapper.de/JzoKd/3/" frameborder="0" allowtransparency="true" allowfullscreen="allowfullscreen" webkitallowfullscreen="webkitallowfullscreen" mozallowfullscreen="mozallowfullscreen" oallowfullscreen="oallowfullscreen" msallowfullscreen="msallowfullscreen" width="476" height="350"></iframe>
<div style="position:absolute; background:white; top:1550px; left:80px; height: 20px; width:240px;"></div>
<p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/das-wahlergebnis-ohne-zwillingstrennung/">Das Wahlergebnis ohne Zwillingstrennung</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Mon, 30 Sep 2013 18:03:39 +0000</pubDate>
    <guid>http://nulleffekt.net/das-wahlergebnis-ohne-zwillingstrennung/</guid>
  </item>
  <item>
    <title>Ein Wahlkampf geht zu Ende</title>
    <link>http://nulleffekt.net/ein-wahlkampf-geht-zu-ende/</link>
    <description><![CDATA[Kurz nach diesem Foto kam es zu tumultartigen Szenen.<br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/09/bzoegruene.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: nulleffekt.net &ndash; Lizenz: CC BY-NC-SA</span><p><br/></p>Die linkslinken Grünextremisten warfen unbehandeltes Gemüse auf die BZÖ-Wahlkämpfer, die mit der Forderung nach geringeren Spritpreisen zurückschlugen. Verletzt wurde niemand.

Mit diesem Post möchte ich auch mein persönliches Highlight des Wahlkampfes verraten: Der Moment, als ich herausgefunden habe, dass die Männerpartei unter ihren Nationalratskandidaten einen höheren Frauenanteil hat als die Christliche Partei Österreichs.

Eigentlich geht es aber um diesen Aufruf: Geht wählen! 

<a href="http://zurpolitik.com/2013/09/26/rundumbeschimpfung-verdammt-nochmal-geht-wahlen/">Auswahl gibt es genug</a> und Ausreden keine. Für FPÖ- und BZÖ-Wähler gilt wie schon 2008 die Aktion Doppelstimme:

<iframe width="476" height="357" src="//www.youtube.com/embed/NXJeZIMojqA" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/ein-wahlkampf-geht-zu-ende/">Ein Wahlkampf geht zu Ende</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Fri, 27 Sep 2013 16:24:14 +0000</pubDate>
    <guid>http://nulleffekt.net/ein-wahlkampf-geht-zu-ende/</guid>
  </item>
  <item>
    <title>Wenn der Reini im Florida die Wuchtln aussehaut</title>
    <link>http://nulleffekt.net/wenn-der-reini-im-florida-die-wuchtln-aussehaut/</link>
    <description><![CDATA[Tschocherl, das sind diese kleinen, verrauchten Lokale, die scheinbar schon ewig existieren und Namen haben wie Espresso Bambino oder Café Rikki, erklärt der Autor des "Tschocherl Report".<br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/09/tschocherl1.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: Peter M. Mayr/Löcker Verlag &ndash; Lizenz: Alle Rechte vorbehalten</span><p><br/></p><p>Oft sind sie nicht größer als ein Wohnzimmer, und das dominierende Möbel im Raum ist eine massive Schank, hinter der die Wirtin oder der Wirt thront. Die Budel ist aus ebenso rustikalem Holz gezimmert wie die Sessel, die Tische und die Garderobe. Die Luft ist verraucht und die kurze Speisekarte deftig. Der Wein wird aus dem Doppelliter serviert, und einen Chai Latte mit Zimttopping wird man vergeblich bestellen. An der Wand steht ein Dartautomat oder ein Wurlitzer und daneben oft eine Vitrine mit kitischigem Krimskrams und Pokalen. Es gibt sie nicht nur in Wien, aber dort in besonderer Dichte. Der Volksmund sagt Tschocherl zu ihnen.</p>
<p>Ich sitze mit Arthur Fürnhammer im Espresso Florida in der Ottakringer Straße in Wien-Hernals. Er erzählt von seiner Recherche für den "Tschocherl Report", der soeben erschienen ist. Herausgekommen ist ein Buch mit Geschichten über erdige Lokale, ihre Besitzer und die Stammkunden, deren Träume auch im gesetzteren Alter zumeist welche bleiben. Bebildert hat den Alltag in zwanzig Wiener Tschocherln der Fotograf Peter M. Mayr. Ein Gespräch mit dem Autor über den Tod, Gesellschaftsvoyeurismus und das Daheimsein im Öffentlichen.</p>
<div style="background: #eee; padding: 10px 10px 0px; margin: 0 0 10px 0;">
<p><strong>Krebs, Selbstmord und Herzversagen - der erste Beitrag handelt nicht nur vom Espresso Florida, sondern gleich auch vom Tod und dem bittersüßen Umgang der Wiener mit ihm. Zieht sich das vielzitierte Klischee vom morbiden Charme Wiens auch durch die Tschocherlszene?</strong></p>
<p>So deutlich wie im Florida nicht. Hier hat sich das Thema aufgedrängt, weil die Partezettel prominent an der Wand hängen. Worauf man aber schon immer wieder stößt, sind die in Wien gängigen Begriffe rund ums Sterben wie "den Arsch aufstellen" und "den Holzpyjama anhaben". Oder "Pompfineberer" für den Bestatter.</p>
<p><strong>Wenn Sie Stammbesucherin Monique im Buch vom Krebs ihres Harry erzählen lassen, grenzt das nicht schon an Sozialpornografie?</strong></p>
<p>Das ist vielleicht kein unberechtigter Einwand. Wenn man sich aber für diese Lokale und dieses Milieu interessiert, kommt man automatisch in diesen Bereich. Würde man den Vorwurf gelten lassen, könnte man solche Reportagen nie machen. Man dringt in eine eigene Welt ein und, obwohl es ein öffentliches Lokal ist, auch in die Privatsphäre der Menschen. Natürlich will man etwas von ihnen. Manchmal sind wir auch abgewiesen worden. Aber wir haben schon versucht, das nicht aus einem Voyeurismus heraus zu machen und die Leute nicht vorzuführen.</p>
</div>
<p>"Es warad interessanter am Freitag", ruft plötzlich Reini, der Chef des Florida, zu uns herüber. Er spielt auf den Interviewtermin an, den er dann für sinnvoller gehalten hätte, weil freitags immer mehr Publikum im Lokal ist. Am Montag aber sitzen nur an einem der sechs Tische ein paar Stammgäste. Einer ist gegangen, als (und wahrscheinlich weil) ich gekommen bin. "Freitag warad günstiger", wiederholt Reini laut, "da könnt ma a paar Sketches aussehaun, a paar Wuchtln. Da geht a bissl was."</p>
<p style="text-align: left;"><img src="http://images.derstandard.at/2013/09/25/1379329922948-tschocherl2.jpg" alt="Tschocherl Report" width="476" height="325" /><br /><small>Ein Stammgast im Espresso Florida in Wien-Hernals (Foto: Peter M. Mayr)</small></p>
<div style="background: #eee; padding: 10px 10px 0px; margin: 0 0 10px 0;">
<p><strong>Sie schreiben über die Atmosphäre in den Tschocherln, von Altwiener Gemütlichkeit und vom familiären Verhältnis zwischen Gästen und Besitzern. Sind das Eigenzuschreibungen der Leute oder haben Sie das persönlich so wahrgenommen?</strong></p>
<p>Den Eindruck gewinnt man zwangsläufig, und er ist während der Reportagen immer deutlicher geworden. In jedem zweiten Lokal ist das Wort "Familie" gefallen, der Chef ist oft der "Papa" oder die Chefin die "Mama". Diese Wärme spürt man, und sie hat das Image von Tschocherln für mich schon zum Positiven gedreht.</p>
<p><strong>Wie sind Sie zur Buchidee gekommen?</strong></p>
<p>Nachdem ich vor drei Jahren in die Nähe des Yppenmarkts gezogen bin, ist mir aufgefallen, dass es von diesen Lokalen einige in der Gegend gibt, das Engelmaier und das Messner sind auch in der Nähe. Irgendwann habe ich zum Peter gesagt: Lass uns einmal reinschauen, da stecken sicher viele Geschichten drin. Der Antrieb war die Neugierde über eine Welt, an der wir außen täglich vorbeigehen und die uns innen doch fremd ist. Wir haben dann für die Straßenzeitung "Augustin" eine Reportageserie gestaltet, und der Chef des Löcker-Verlags war sofort angetan, ein Buch daraus zu machen.</p>
<p><strong>Wonach haben Sie die Tschocherl dann ausgewählt?</strong></p>
<p>Im Vorbeigehen oder -fahren merkt man schon, ob ein Lokal ein potenzieller Kandidat ist. Die Kriterien haben sich dann mit der Zeit entwickelt. Wenn auf der Speisekarte nur ein Toast und Würstel stehen oder es gar nichts zu essen gibt, das Lokal schon im Morgengrauen aufsperrt und fast nur Stammgäste drinsitzen, kann man mit ziemlicher Sicherheit von einem Tschocherl sprechen. Die Grenze zu Beisln ist nicht scharf, aber dort gibt es mehr Laufkundschaft und meistens eine eigene Küche.</p>
</div>
<p style="text-align: left;"><img src="http://images.derstandard.at/2013/09/25/1379329923715-tschocherl3.jpg" alt="Tschocherl Report" width="476" height="325" /><br /><small>High-End-Stereotechnologie aus einem anderen Jahrhundert: Die CD-Jukebox (Foto: Peter M. Mayr)<br /></small></p>
<div style="background: #eee; padding: 10px 10px 0px; margin: 0 0 10px 0;">
<p><strong>Der "Tschoch" steht auch im Duden, als umgangssprachlicher Austriazismus für "große Mühe". Ein Verweis auf das Tschocherl als Treffpunkt der Hackler?</strong></p>
<p>Die soziale Herkunft der Gäste in vielen Lokalen würde dafür sprechen. Es gibt allerdings auch eine Interpretation, die sich von "tschechern", also vom Alkoholkonsum herleiten lässt. Der Begriff "Tschecherl" ist ja auch weit verbreitet.</p>
<p><strong>Gibt es einen eigenen Tschocherl-Jargon?</strong></p>
<p>Wir haben viele neue Vokabeln gelernt wie "Brandineser", eine Verballhornung von "Branntweiner". Tschocherl sind mit Sicherheit eines der letzten Milieus, in denen der derbe, unverfälschte Wiener Schmäh noch daheim ist. Da braucht man nur hier hinhören.</p>
</div>
<p>An der Schank wird der Chef wieder lauter, das Thema ist die Revitalisierung der Ottakringer Straße. "Wos i da sogn wü, des müssts schreiben: Jetzt haben s' des Trottoir acht Meter breit gmacht, und de Leut gehn no imma dort, wo s' früher gangen sind. Dort is das Trottoir kohlschwarz, und auf dem Stückl daneben, des' dazubaut ham, damit de Parkplätz im Oasch san, da geht ja kana, des is blütenweiß. Wer braucht bittschön an acht Meter breites Trottoir?", fragt Reini eher rhetorisch in die Runde. "Und alle Telefonhäusln san verschwunden. Des nächste is jetzt beim Berger-Platz, beim Wiaschtltandler. Wenn da was passiert! Des is a Lebensretter!"</p>
<p style="text-align: left;"><img src="http://images.derstandard.at/2013/09/25/1379329925567-tschocherl1.jpg" alt="Tschocherl Report" width="476" height="325" /><br /><small>Herr Reini, der Chef, schaut, was sich draußen auf der Ottakringer Straße tut. (Foto: Peter M. Mayr)<br /></small></p>
<div style="background: #eee; padding: 10px 10px 0px;">
<p><strong>Sie stammen aus Oberösterreich. Sind die kleinen Lokale dort vergleichbar oder haben die Wiener Tschocherl etwas Spezifisches?</strong></p>
<p>Das Klientel ist sicher ähnlich, und auch die Atmosphäre. Ich würde bei den Tschocherln eher von einem Phänomen sprechen, das in großen Teilen Österreichs und Deutschlands verbreitet ist.</p>
<p><strong>In anderen Ländern gibt es so etwas gar nicht?</strong></p>
<p>Ich kann es nicht ausschließen. Aber ich habe einige Jahre in New York gelebt, und diese Lokale, in denen fast nur Stammkundschaft sitzt, gibt es dort kaum. Da ist alles auf Umsatz ausgerichtet, und niemand könnte Stunden bei einem Bier oder einem Kaffee sitzen. Dieses Wohnzimmerhafte und die Möglichkeit des Daheimseins in einem allgemein zugänglichen Lokal haben bei uns sicher eine eigene Stellung.</p>
<p><strong>Am Sonntag ist Nationalratswahl. Wie würden Sie das Wahlergebnis beim Publikum eines typischen Tschocherls einschätzen?</strong></p>
<p>Das ist schwierig zu beantworten, ohne Vorurteile zu bedienen. Ich habe es bei unseren Besuchen auch nicht auf politische Diskussionen mit den Gästen angelegt. Wenn ich mir aber anschaue, was der Reini von der neuen Ottakringer Straße hält, wird er die Grünen wahrscheinlich nicht wählen.</p>
</div>
<img style="float: left; margin-top: 10px; padding: 10px 10px 10px 0; border:none;" title="Tschocherl Report" src="http://images.derstandard.at/2013/09/23/1379324106406-tschocherl.jpg" alt="Tschocherl Report" width="222" height="315" />
<p>Der <strong>"Tschocherl Report. </strong>Die unbekannten Wohnzimmer Wiens - zwischen Fluchtachterl und Gesellschaftskritik" ist am 11. September <a href="http://www.loecker-verlag.at/sites/dynamic.pl?action=shop&amp;item=348&amp;group=" target="_blank">im Löcker Verlag erschienen</a>.</p><p>Die offizielle Buchpräsentation findet am Donnerstag, 26. September, um 19.30 Uhr im Café Industrie am Margaretengürtel statt.</p>
<div style="float: right; font-size: 8pt;"><img style="float: right; padding: 23px 0 0px 10px;border:none;" title="Tschocherl Report" src="http://images.derstandard.at/2013/09/23/1379324123264-tschocherl13.jpg" alt="Tschocherl Report" width="214" height="171" />
<p style="text-align: right;"><strong>Arthur Fürnhammer</strong> (links), geboren 1972 in Linz, war Rikschafahrer und Musikstudent in New York. Er lebt und arbeitet heute als freier Journalist und Buchautor in Wien.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Peter M. Mayr</strong>, geboren 1977 in Kärnten, lichtete nach seiner Ausbildung an der Grafischen in Wien als Porträt- und Pressefotograf unter anderem Pelé, Roman Polanski und Peter Ustinov ab.</p>
</div>
<span style="font-size:8pt; float:left;">Dieser Artikel erschien zuerst auf <a href="http://derstandard.at/1379291779324/Wenn-der-Reini-im-Espresso-Florida-die-Wuchtln-aussehaut">derStandard.at</a></span><p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/wenn-der-reini-im-florida-die-wuchtln-aussehaut/">Wenn der Reini im Florida die Wuchtln aussehaut</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Wed, 25 Sep 2013 18:28:02 +0000</pubDate>
    <guid>http://nulleffekt.net/wenn-der-reini-im-florida-die-wuchtln-aussehaut/</guid>
  </item>
  <item>
    <title>Zerbombtes Wien ins Heute montiert</title>
    <link>http://nulleffekt.net/zerbombtes-wien-ins-heute-montiert/</link>
    <description><![CDATA[Momentaufnahmen, die nie existierten: Sergey Larenkov produziert Fotomontagen mit Quellmaterial von 1945 und heute<br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/09/parlament.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: Sergey Larenkov/Krasnogorsk Archive &ndash; Lizenz: Alle Rechte vorbehalten</span><p><br/></p>"Als ich mit zehn Jahren eine Kamera bekam, dachte ich nicht, dass man damit in die Vergangenheit gelangt. Jahre später fand ich heraus, dass es doch geht", sagt der Schiffslotse Sergey Larenkov über Zeitreisen, seine zweite Leidenschaft neben der Seefahrt.

Larenkovs virtuelle Zeitmaschine besteht im Grunde nur aus Fotoapparaten. Mit einigen sind im Europa des Zweiten Weltkriegs und der unmittelbaren Nachkriegszeit Eindrücke eines zerbombten Kontinents entstanden. Mit seinem eigenen Apparat nimmt Larenkov fast 70 Jahre später exakte Kopien der Motive auf - gleiche Perspektive, gleiche Brennweite, gleiche Belichtung.

<strong>Rotarmisten, SUVs und Touristen im Mashup</strong>

Am Rechner kombiniert er die Fotos und schafft so Momentaufnahmen, die nie existierten. Begonnen hat Larenkov das Projekt, dessen Titel sich am ehesten mit "<a href="http://sergey-larenkov.livejournal.com/" target="_blank">Verknüpfte Zeiten</a>" übersetzen lässt, mit Montagen seiner Heimatstadt Sankt Petersburg. Es folgten Fotoreisen unter anderem nach Moskau, Odessa, Kiew, Sewastopol, Prag, Berlin und Paris. Schließlich kam der frühere Navigationsoffizier nach Wien und schoss Fotos, um sie mit historischen Aufnahmen aus dem Russischen Staatsarchiv in Krasnogarsk zu verschmelzen.

Die Montagen zeigen einige der rund 400.000 Rotarmisten, die im April 1945 bei der "Schlacht um Wien" vor der Stadt standen, beim Einmarsch ins Zentrum; neben ihnen Individualtouristen aus dem 21. Jahrhundert. Sie zeigen die Straßenkämpfe, bei denen noch kurz vor Kriegsende Zehntausende ihr Leben lassen mussten; daneben ein zwei Tonnen schweres SUV. Sie zeigen einen sowjetischen Soldaten, der nach dem Ende der Kämpfe den Pallas-Athene-Brunnen vor dem Parlamentsgebäude auf Leinwand festhält; daneben die Göttin der Weisheit noch einmal in der Gegenwart, wie sie dem Hohen Haus noch immer den Rücken zukehrt.

<img title="Wien" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/09/1378247906902-parlament1.jpg" alt="" width="813" height="540" />

Ein Lastwagen mit Geschützanhänger passiert das Parlament am Ring.

<img title="Wien" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/09/1378247906828-oper1.jpg" alt="" width="813" height="540" />

Die Staatsoper, die wenige Tage vor dem Einmarsch von US-amerikanischen Bombardements getroffen wurde.

<img title="Wien" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/09/1378247907645-hofburg1.jpg" alt="" width="813" height="540" />

Die Neue Burg mit einem Teil des Heldenplatzes.

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Das ehemalige Strauss-Kino in der Favoritenstraße 12.

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Straßenkämpfe an der Ecke Paulanergasse und Favoritenstraße

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Die Hofburg und das Reiterdenkmal Prinz Eugens von Savoyen.

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Das Naturhistorische Museum und das Maria-Theresien-Denkmal.

<img title="Wien" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/09/1378247994996-favoritenstrasse.jpg" alt="" width="813" height="540" />

Soldaten auf ihrem Weg über die Favoritenstraße Richtung Wiedner Hauptstraße und Zentrum.

<img title="Wien" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/09/1378247906731-kaerntnerstrasse1.jpg" alt="" width="813" height="540" />

Die Kärntner Straße Richtung Stephansplatz.

<img title="Wien" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/09/1378247994815-parl.jpg" alt="" width="813" height="540" />

Ein Soldat malt den von Theophil Hansen geschaffenen Pallas-Athene-Brunnen mit Blick vom Parlamentsgebäude.

<strong>Mit Dank an</strong>
<a href="http://sergey-larenkov.livejournal.com/" target="_blank">sergey-larenkov.livejournal.com: Связь времен / Link to the Past</a>

<span style="font-size: x-small;">(Dieser Artikel erschien zuerst auf <a href="http://derstandard.at/1378247991756/Das-Wien-aus-Kriegstagen-in-die-Gegenwart-montiert">derStandard.at</a>)</span><p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/zerbombtes-wien-ins-heute-montiert/">Zerbombtes Wien ins Heute montiert</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Wed, 11 Sep 2013 19:01:36 +0000</pubDate>
    <guid>http://nulleffekt.net/zerbombtes-wien-ins-heute-montiert/</guid>
  </item>
  <item>
    <title>Mit dem Fahrrad auf den Baum</title>
    <link>http://nulleffekt.net/mit-dem-fahrrad-auf-den-baum/</link>
    <description><![CDATA[Ein Grund mehr, Fahrräder großartig zu finden.<br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/08/radbaum.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: Ethan Schussler &ndash; Lizenz: Standard-YouTube-Lizenz</span><p><br/></p>Ethan Schussler war es leid, "sechseinhalb Millionen Mal am Tag" über eine Leiter in sein neun Meter hohes Baumhaus zu steigen. Also baute er sich einen fahrradbetriebenen Aufzug. Gimmick im Video: Bei 0:16 geht am oberen Bildrand seelenruhig ein Bär vorbei. <span style="font-size: x-small;">(via <a href="http://makezine.com/video/bicycle-powered-treehouse-elevator/">MAKE</a>)</span><p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/mit-dem-fahrrad-auf-den-baum/">Mit dem Fahrrad auf den Baum</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Wed, 04 Sep 2013 19:04:41 +0000</pubDate>
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  </item>
  <item>
    <title>Nicht unmöglich</title>
    <link>http://nulleffekt.net/nicht-unmoeglich/</link>
    <description><![CDATA[Giuseppe Colarusso nimmt Alltagsgegenständen ihren Sinn<br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/08/237-024.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: Giuseppe Colarusso &ndash; Lizenz: Alle Rechte vorbehalten</span><p><br/></p>Fotomontagen haben zumeist den Zweck, die Wirklichkeit aus der Perspektive des Auftraggebers oder Gestalters vollkommener zu machen. Weniger Falten, blauere Augen, türkiseres Meer, saftigeres Burgerfleisch, <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/fotomontage-mit-dem-bild-aus-dem-situation-room-ja-wo-ist-denn-hillary-clinton-hin-1.1096563">Führungsstäbe ohne Frauen</a> oder <a href="http://derstandard.at/1371171443901/ORFat-retuschiert-Bild-zu-Morales">Pressekonferenzen ohne die Logos der Mitbewerber</a> sind nur die offensichtlichsten Beispiele.

Der italienische Fotograf und Illustrator Giuseppe Colarusso geht den entgegengesetzten Weg. Er nimmt Alltagsgegenständen ihre Hauptfunktionen oder verändert die Kernelemente und macht sie auf diese Weise nicht nur weniger perfekt, sondern oft paradox, meistens sogar sinnlos. Für ganz unmöglich hält Colarusso seine Bilder nicht. Er beschreibt die Serie "<a href="http://www.giuseppecolarusso.it/improbabilita_.html">Improbabilitá</a>" als "unlikely ... but not impossible".

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<span style="font-size: x-small;">(via <a href="http://www.thisiscolossal.com/2013/08/giuseppe-colarusso-unlikely/">thisiscolossal.com</a>)</span><p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/nicht-unmoeglich/">Nicht unmöglich</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Fri, 30 Aug 2013 16:47:54 +0000</pubDate>
    <guid>http://nulleffekt.net/nicht-unmoeglich/</guid>
  </item>
  <item>
    <title>SchSchSchön</title>
    <link>http://nulleffekt.net/schschschoen/</link>
    <description><![CDATA[Die laut Legende während eines Pixies-Gigs gegründete Band M185 hat ein neues Album fertig.<br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/08/m185.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: Siluh Records &ndash; Lizenz: Alle Rechte vorbehalten</span><p><br/></p>Wolfram Leitner ist der charismatischste Frontmann aller österreichischen Rockbands, und das sage ich nicht <del>nur</del>, weil er der einzige Frontmann einer österreichischen Rockband ist, mit dem ich mich in einer Vorarlberger Hotelbar betrunken habe.

<a href="http://m185.org">M185</a>, so heißt die Band, hat mit "ShShSh" den Ankünder für das dritte Album veröffentlicht, und wenn darauf mehr von solchem Format zu hören ist, sollte das Quintett nach allen Regeln der Vernunft Stadien füllen. 

"ShShSh" drückt mit einem markanten Riff an, das auch Graham Coxon gut anstehen würde, und gipfelt nach fast gleichmütigen Versen in furios gestotterten Refrains. Kudos für diese zweieinhalb Minuten Rock &lsquo;n&lsquo; Roll. Kauft das Album! Füllt die Stadien! Gründet Bands während ihrer Konzerte!

<iframe width="476" height="268" src="//www.youtube-nocookie.com/embed/OZjH4evLyXE?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/schschschoen/">SchSchSchön</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Thu, 08 Aug 2013 13:07:27 +0000</pubDate>
    <guid>http://nulleffekt.net/schschschoen/</guid>
  </item>
  <item>
    <title>Die verbotenen Blätter Ostafrikas</title>
    <link>http://nulleffekt.net/die-verbotenen-blaetter-ostafrikas/</link>
    <description><![CDATA[Die Pflanze ist das zweitwichtigste Exportprodukt Äthiopiens und beansprucht 40 Prozent des Wasserverbrauchs im Jemen. Der zunehmenden Verbreitung von Kath im Westen schieben die Behörden den Riegel vor<br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/07/kath.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: Ferdinand Reus &ndash; Lizenz: CC By-Sa 2.0</span><p><br/></p>Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hat in seinem <a href="http://derstandard.at/1371170698827" target="_blank">diesjährigen Weltdrogenbericht</a> die "Neuen Psychoaktiven Substanzen" (NPS) zu einer der derzeit größten Herausforderungen im behördlichen Umgang mit Rauschmitteln erkoren.

Als NPS definiert das Büro Substanzen, deren Illegalität bisher nicht in internationalen Abkommen festgeschrieben steht, sondern jeweils einzeln nationalstaatlich geregelt ist. Die Anzahl der von Mitgliedsstaaten gemeldeten NPS ist demnach zwischen 2009 und 2012 um 50 Prozent gestiegen. Das UNODC geht bei diesen Rauschmitteln von ernst zu nehmenden gesundheitlichen und gesellschaftlichen Gefahren aus, weil ihre Wirkungen oft noch nicht abschließend erforscht sind.

Bei den meisten NPS handelt es sich um synthetische, also in Chemielabors hergestellte Stimulanzien. Nur eine der sieben NPS-Gruppen bilden "Pflanzenbasierte Psychoaktive Substanzen". Die Kaudroge Kath zählt in dieser Gruppe zu den weltweit aufstrebendsten Arten. Am Horn von Afrika dominiert die Pflanze seit Jahrtausenden als Anregungs- und Rauschmittel den Alltag.
<p style="text-align: right;"><img src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/07/kath1.jpg" alt="Kath" width="476" height="315" />
<span style="font-size: 10px;">Abbildung: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Detail,_Qat_%282142952704%29.jpg">A. Davey</a> – Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC By 2.0</a></span></p>

<div>

Der Kathstrauch, auch in den Formen Khat, Kat, Qat, Ghat, Chat und Miraa bekannt, ist ein Spindelbaumgewächs und trägt den wissenschaftlichen Namen Catha edulis. Die Pflanzen erreichen in der Regel eine Höhe von fünf bis zehn, in Ausnahmefällen von bis zu zwanzig Metern. Das Hauptanbaugebiet ist das Horn von Afrika, also der keilförmige Ostteil des Kontinents, und der Jemen auf der gegenüberliegenden Südspitze der Arabischen Halbinsel. Von hier stammt ein weiterer Beiname: Arabischer Tee.

</div>
In den Blättern und den weichen Zweigspitzen der Pflanze befinden sich mehrere Wirkstoffe, hauptsächlich die amphetaminähnlichen Verbindungen Cathinon (C<sub>9</sub>H<sub>11</sub>NO) und in geringerem Ausmaß Cathin (C<sub>9</sub>H<sub>13</sub>NO). Durch das Zerkauen der bittersüßen Pflanzenteile stellt sich beim Menschen eine Art Euphorie ein. <a href="http://articles.latimes.com/2009/jan/03/nation/na-khat3" target="_blank">Je nach Weltbild</a> wird die Erregung beschrieben als "leichtes Wohlgefühl, ähnlich einem starken Kaffee" oder "wie Heroin, das junge Menschen verleitet, Leute zu erschießen".
<p style="text-align: right;"><img src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/07/kath7.jpg" alt="Kath" width="476" height="684" />
<span style="font-size: 10px;">Abbildung: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Khat_01.jpg">Anna Frodesiak</a> – Lizenz: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/en:public_domain">Public Domain</a></span></p>

<div>

Bestimmt wird die Stärke des Rausches jedenfalls durch die Menge und die Dauer des Kauens. Die Wirkstoffe gelangen durch Mund- und Magenschleimhaut in die Blutbahn. Die Serotonin- und Adrenalinausschüttung werden erhöht, dadurch steigen Blutdruck und Kommunikationsbedürfnis, während Appetit und Müdigkeit nachlassen. Dieser Zustand tritt nach einer viertel bis halben Stunde ein und hält bis rund zwei Stunden nach dem Konsum an.

Die Gefahr physischer Abhängigkeit <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/9c/Rational_scale_to_assess_the_harm_of_drugs_%28mean_physical_harm_and_mean_dependence%29.svg/1000px-Rational_scale_to_assess_the_harm_of_drugs_%28mean_physical_harm_and_mean_dependence%29.svg.png" target="_blank">gilt als gering</a>. Die möglichen Folgen für Langzeitanwender sind umstritten, genannt werden Schlafstörungen, leichte Depressionen, Mundhöhlenkrebs, Herz- und Lebererkrankungen.

</div>
Am Horn von Afrika und auf der Arabischen Halbinsel tun die möglichen Auswirkungen dem jahrtausendealten gesellschaftlichen Brauch keinen Abbruch. Mehr denn je setzen sich vor allem Männer in den heißesten Stunden des Tages zusammen in den Schatten oder in eigens dafür eingerichtete Lokale, um den morgens geernteten Kath zu kauen. Den Flüssigkeitshaushalt gleichen sie mit großen Mengen Tee aus.
<p style="text-align: right;"><img src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/07/kath5.jpg" alt="Kath" width="476" height="326" />
<span style="font-size: 10px;">Abbildung: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Khat_picnic_in_Yemen.jpg">Ahron de Leeuw</a> – Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC By 2.0</a></span></p>
In den Ursprungsregionen ist der Kathanbau zum lukrativen Geschäft geworden. Im niederschlagsarmen Jemen, wo nach Schätzungen die Hälfte bis drei Viertel der Einwohner zumindest gelegentlich auf den Blättern kauen, beanspruchen die Kathplantagen heute über vierzig Prozent des Wasserverbrauchs. Der Anbau von Getreide lohnt sich für die Bauern kaum mehr, da Kath mindestens den zehnfachen Ertrag einbringt.
<p style="text-align: right;"><img src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/07/kath3.jpg" alt="Kath" width="476" height="352" />
<span style="font-size: 10px;">Abbildung: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Khat_fields_in_western_yemen.jpg">Antti Salonen</a> – Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">CC By-Sa 3.0</a></span></p>
Für den Jemen wird angenommen, dass die regelmäßigen Nutzer zwischen einem Zehntel und einem Viertel ihres Einkommens für Kath ausgeben. In Äthiopien kostet ein Büschel den Wochensold eines Tagelöhners oder mehr. Trotzdem warten viele jeden Tag ungeduldig auf die mittäglichen Marktlieferungen.

In Äthiopien gilt Kath heute nach Kaffee als zweitwichtigstes Exportgut. Über 100 Millionen US-Dollar (75 Millionen Euro) betragen die Einnahmen nach Schätzungen jährlich. Die größten Abnehmer sind Nachbarstaaten wie Djibouti oder Somalia. In Kenia, wo Kath mittlerweile Cannabis als meistgenutztes illegales Rauschmittel verdrängt hat, sollen über 54 Prozent aller ausgeführten Frischprodukte Zweige von Catha edulis sein.

In Großbritannien, dem größten außerafrikanischen Empfänger, verlangen vor allem Auswanderer nach den Blättern aus der Heimat. Weil die Pflanzenteile ihre Wirkstoffe schon ein bis drei Tage nach der Ernte verlieren, wird der Vertrieb durch Kühlketten und Luftfracht zunehmend professionalisiert und dadurch auch international möglich.
<p style="text-align: right;"><img src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/07/kath6.jpg" alt="Kath" width="476" height="306" />
<span style="font-size: 10px;">Abbildung: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Qat_-_Transport.jpg">W. Marek</a> – Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en">CC By-Sa 3.0</a></span></p>
Der Export in das Vereinigte Königreich ist derzeit noch kein Problem. Nach einer Entscheidung der konservativen Innenministerin Theresa May von Anfang Juli aber wird Kath demnächst als Class-C-Drug eingestuft <a href="http://www.bbc.co.uk/news/uk-23163017" target="_blank">und damit verboten</a>. May überstimmte ihr eigenes Beratungskomitee ACMD (Advisory Council on the Misuse of Drugs), das im Jänner bekannte: "Kath bewirkt einen milden, stimulierenden Effekt und es gibt keine Hinweise auf Gesundheitsprobleme oder Verbindungen zum organisierten Verbrechen."

Als Grund für die Prohibition gibt May an, dass Großbritannien ansonsten zur Drehscheibe des illegalen Kathhandels in Europa und Nordamerika werden könnte. In den USA, Kanada und vielen europäischen Staaten ist die Pflanze nämlich schon verboten. Umso stärker konzentrierte sich der Export bisher auf London: Laut dem Abgeordneten Mark Lancaster erreichen wöchentlich zehn Tonnen Kath die britische Hauptstadt.
<p style="text-align: right;"><img src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/07/kath2.jpg" alt="Kath" width="476" height="320" />
<span style="font-size: 10px;">Abbildung: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Deakhat.jpg">DEA</a> – Lizenz: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/Public_domain">Public Domain</a></span></p>
Auch in Österreich sind Handel, Besitz und Konsum von Kath nicht erlaubt, denn Cathinon ist in Anhang V der Suchtgiftverordnung aufgelistet. Österreich steht damit in einer Linie mit der Mehrzahl der EU-Staaten, auch Deutschland verbietet das Kathkauen per Betäubungsmittelgesetz. Als eines der letzten Länder untersagten die Niederlande im Jänner des Vorjahres ihren Bürgern den Umgang mit der Pflanze.

Mitstreiter im Kampf gegen das immergrüne Gewächs finden die westlichen Demokratien in islamistischen Despotien. In Somalia, wo Kath eine lange Tradition hat und von staatlicher Seite erlaubt ist, verbrannten radikalislamische Milizen in jüngerer Vergangenheit immer wieder öffentlichkeitswirksam Pflanzen. Auf Demonstranten ließen die Warlords, die de facto ganze Landstriche regieren, mehrfach das Feuer eröffnen. Gleichzeitig sollen sie in schnöder Bigotterie mit dem Kathhandel ihren Machterhalt finanzieren und zementieren.
<p style="text-align: right;"><img src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/07/kath4.jpg" alt="Kath" width="476" height="283" /><span style="font-size: 10px;">
Abbildung: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:At_The_Chat_Market_%28Detail%29_%282782041206%29.jpg">At The Chat Market</a> – Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC By 2.0</a></span></p>
Auch im Jemen versuchen Al-Kaida-nahe Milizen, die Angewohnheit aus dem öffentlichen Leben zu beseitigen. Ob der Kathkonsum in islamisch geprägten Ländern erlaubt ist oder nicht, hängt meist von der Interpretation der jeweils herrschenden Lehre ab. In Saudi-Arabien ist er "harām", also tabu, und wird mit körperlicher Züchtigung bestraft. Trotzdem sollen jährlich zehntausende Tonnen an frischem Kath aus dem Jemen in das Königreich im Norden geschmuggelt werden.

Die große Nachfrage nach dem "grünen Gold" auf der Arabischen Halbinsel erkannte bereits der englische Schriftsteller Charles Dickens. 1856 schrieb er: "Es wird von den Arabern häufig genutzt, denen es per Kamelladungen in kleinen Paketen geschickt wird, die etwa vierzig schlanke Zweige enthalten, alle mitsamt Blättern sorgfältig verpackt, damit sie an der Luft nicht austrocknen. Rund zweihundertachtzig Kamelladungen werden jedes Jahr allein in Aden verbraucht."
<div style="margin-bottom: 0px;">
<ul>
	<li><a href="http://www.unodc.org/unodc/secured/wdr/wdr2013/World_Drug_Report_2013.pdf" target="_blank">UNODC: World Drug Report 2013 </a></li>
	<li><a href="http://goafrica.about.com/od/africanews/a/Khat-facts-qat-information.htm" target="_blank">goafrica.about.com: Qat, Khat, Chat... A Flowering Business</a></li>
</ul>
<span style="font-size: x-small;">Dieser Artikel erschien zuerst auf <a href="http://derstandard.at/1373513147577/Kaudroge-Kath-Die-verbotenen-Blaetter-Ostafrikas">derStandard.at</a>.</span>

</div><p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/die-verbotenen-blaetter-ostafrikas/">Die verbotenen Blätter Ostafrikas</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Sun, 28 Jul 2013 23:00:16 +0000</pubDate>
    <guid>http://nulleffekt.net/die-verbotenen-blaetter-ostafrikas/</guid>
  </item>
  <item>
    <title>Zwei Sätze, eine Gänsehaut</title>
    <link>http://nulleffekt.net/zwei-saetze-eine-gaensehaut/</link>
    <description><![CDATA[Reddit fragt in einem Beitrag nach den fürchterlichsten Kürzestgeschichten <br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/07/ghost.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: Dan-scape &ndash; Lizenz: CC By-Sa 2.0</span><p><br/></p>Dass wenige brillante Worte für eine ausgewachsene Gänsehaut genügen, weiß man nicht erst seit Ernest Hemingway. Ihm wird die erste moderne Six Word Story zugeschrieben: "For sale: baby shoes, never worn".

Nun <a href="http://www.reddit.com/r/AskReddit/comments/1iwylh/what_is_the_best_horror_story_you_can_come_up/?sort=top">fragte Reddit</a> seine User nach den besten Horrorgeschichten, die sich in höchstens zwei Sätzen erzählen lassen. Die Ergebnisse sind teils fantastisch:
<div class="zitat">I begin tucking him into bed and he tells me, "Daddy check for monsters under my bed." I look underneath for his amusement and see him, another him, under the bed, staring back at me quivering and whispering, "Daddy there’s somebody on my bed."<span style="font-size: x-small;"> – <a href="http://www.reddit.com/r/AskReddit/comments/1iwylh/what_is_the_best_horror_story_you_can_come_up/cb91qm2">justAnotherMuffledVo</a></span></div>
<div class="zitat">The last thing I saw was my alarm clock flashing 12:07 before she pushed her long rotting nails through my chest, her other hand muffling my screams. I sat bolt upright, relieved it was only a dream, but as I saw my alarm clock read 12:06, I heard my closet door creak open.<span style="font-size: x-small;"> – <a href="http://www.reddit.com/r/AskReddit/comments/1iwylh/what_is_the_best_horror_story_you_can_come_up/cb91ryv">jmperson</a></span></div>
<div class="zitat">I just saw my reflection blink.<span style="font-size: x-small;"> – <a href="http://www.reddit.com/r/AskReddit/comments/1iwylh/what_is_the_best_horror_story_you_can_come_up/cb8zvno">marino1310</a></span></div>
<div class="zitat">My daughter won't stop crying and screaming in the middle of the night. I visit her grave and ask her to stop, but it doesn't help.<span style="font-size: x-small;"> – <a href="http://www.reddit.com/r/AskReddit/comments/1iwylh/what_is_the_best_horror_story_you_can_come_up/cb8vxmp">Skuppy</a></span></div>
<div class="zitat" style="margin-bottom:0px;">You hear your mom calling you into the kitchen. As you are heading down the stairs you hear a whisper from the closet saying "Don't go down there honey, I heard it too."<span style="font-size: x-small;"> – <a href="http://www.reddit.com/r/AskReddit/comments/1iwylh/what_is_the_best_horror_story_you_can_come_up/cb8xqdk">comparativelysane</a></span></div>
<div class="left" style="text-align: right; width:100%;"><span style="font-size: x-small;">(via <a href="http://io9.com/two-sentence-horror-stories-are-actually-pretty-chillin-923728355">io9.com</a>)</span></div><p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/zwei-saetze-eine-gaensehaut/">Zwei Sätze, eine Gänsehaut</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Fri, 26 Jul 2013 21:43:54 +0000</pubDate>
    <guid>http://nulleffekt.net/zwei-saetze-eine-gaensehaut/</guid>
  </item>
  <item>
    <title>Hendlkramerin und Pfannenflicker</title>
    <link>http://nulleffekt.net/hendlkramerin-und-pfannenflicker/</link>
    <description><![CDATA[Anno dazumal in Österreich: Eine US-Bücherei veröffentlichte Zeitdokumente über die Menschen in der Donaumonarchie gegen Ende des 19. Jahrhunderts. <br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/07/1373549764608-boston.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: Boston Public Library &ndash; Lizenz: CC By 2.0</span><p><br/></p>Die  Boston Public Library (BPL) war die erste öffentliche städtische  Bücherei der USA und ist heute die zweitgrößte Bibliothek der  Vereinigten Staaten. Aufgeteilt auf mehrere Filialen in der Hauptstadt  von Massachusetts umfasst ihre Sammlung knapp 21 Millionen Exemplare,  darunter 1,2 Millionen Fotos und einige Notenblätter Wolfgang Amadeus  Mozarts.

Die BPL gilt als Vorreiter der Digitalisierung und hat  seit 2008 auf dem Fotoportal Flickr über 84.000 historische Aufnahmen  unter der Creative-Commons-Lizenz zur allgemeinen Nutzung  veröffentlicht. Dazu gehört auch die Scrapbooks Collection von William  Vaughn Tupper, einem Finanzier aus Brooklyn, der von 1835 bis 1898  lebte.

<strong>Gestellte Bilder, möglichst alltagsnah</strong>

Tupper hatte  die meisten Aufnahmen von seinen Reisen um die Welt mitgebracht. Weil  es noch keine Kompaktkameras gab, kaufte er die Fotografien vor Ort und  klebte sie in Alben. Zwei der Alben tragen die Namen "Austria" und  "Vienna" - die Bilder stammen aus der Donaumonarchie und reichen von  Böhmen über Ungarn bis Triest und zur Hauptstadt Wien. Neben allerhand  Sehenswürdigkeiten zeigen sie auch Porträts von Menschen aus Tuppers  Lebenszeit.

Wann genau die Zeitdokumente aufgenommen wurden, ist  leider nicht bekannt. In den Besitz Tuppers gelangten die Bilder in den  Jahren 1892 und 1894. In welchem Kontext sie entstanden, ist ebenso  wenig überliefert. Obwohl durch die Kulissen ersichtlich wird, dass es  sich um gestellte Aufnahmen handelt, versuchten die Fotografen wohl, den  Lebensalltag und die Arbeits- und Ausgehkleider der Menschen möglichst  wirklichkeitsnah nachzustellen.

<img class="alignnone size-full wp-image-5772" title="Tupper" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/07/1373550257293-boston1.jpg" alt="" width="813" height="527" />
Lotto-Collecteurin und Stiefelputzer

<img class="alignnone size-full wp-image-5772" title="Tupper" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/07/1373550320466-boston2.jpg" alt="" width="813" height="557" />
Hausmeister und Gastwirt

<img class="alignnone size-full wp-image-5772" title="Tupper" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/07/1373550371617-boston3.jpg" alt="" width="813" height="560" />
Händler und Streichholzverkäufer

<img class="alignnone size-full wp-image-5772" title="Tupper" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/07/1373550405475-boston4.jpg" alt="" width="813" height="574" />
Rattenfänger und Rauchfangkehrer

<img class="alignnone size-full wp-image-5772" title="Tupper" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/07/1373550587082-boston5.jpg" alt="" width="813" height="559" />
Feuerwehrmann und Wäschermadl

<img class="alignnone size-full wp-image-5772" title="Tupper" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/07/1373551160024-boston6.jpg" alt="" width="813" height="615" />
Bäuerin aus dem Donauraum

<img class="alignnone size-full wp-image-5772" title="Tupper" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/07/1373551218216-boston7.jpg" alt="" width="813" height="577" />
Triesterin und Ungarin in traditioneller Tracht

<img class="alignnone size-full wp-image-5772" title="Tupper" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/07/1373551233095-boston8.jpg" alt="" width="813" height="576" />
Pragerin und Grazerin in traditioneller Tracht

<ul>
	<li><a href="http://www.flickr.com/photos/boston_public_library/sets/72157623684527610/with/4460137570/" target="_blank">Flickr: Boston Public Library – Volume 4: Austria</a></li>
	<li><a href="http://www.flickr.com/photos/boston_public_library/sets/72157623555966315/with/4458485218/" target="_blank">Flickr: Boston Public Library – Volume 45: Vienna</a></li>
	<li><a href="http://www.bpl.org/research/print/tupper.htm">bpl.org: Tupper Scrapbook</a></li>
</ul>
<span style="font-size:8pt;">Dieser Artikel erschien zuerst auf <a href="https://derstandard.at/1373513313003/Anno-dazumal-in-Oesterreich-Hendlkramerin-und-Pfannenflicker">derStandard.at</a>. Alle Bilder stehen und der <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0">CC-Lizenz By 2.0</a>.</span><p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/hendlkramerin-und-pfannenflicker/">Hendlkramerin und Pfannenflicker</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Tue, 23 Jul 2013 23:56:58 +0000</pubDate>
    <guid>http://nulleffekt.net/hendlkramerin-und-pfannenflicker/</guid>
  </item>
  <item>
    <title>Steinharte Hipster</title>
    <link>http://nulleffekt.net/steinharte-hipster/</link>
    <description><![CDATA[Zwei Franzosen photoshoppen Louvre-Statuen zum unerwarteten Stilbruch<br/><img style="padding:10px 0;" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/06/Hipster12.jpg" alt="nulleffekt.net"/><br/><span style="margin:0px 0 20px; text-align:right;">Abbildung: Léo Caillard &ndash; Lizenz: Alle Rechte vorbehalten</span><p><br/></p>Millionen Paris-Besucher mustern jedes Jahr im Louvre die Skulpturen aus der Antike und der Renaissance, und so wie die Plastiken dort nackt und erwartbar unbeweglich stehen, erscheinen sie uns völlig geläufig. 

Millionen Hipster treten täglich in Röhrenjeans, Ray Bans und Karohemden auf die Straßen der Großstädte dieser Welt, und so wie sie sie erwartbar lässig entlang spazieren, erscheinen sie uns völlig geläufig. 

Manchmal genügt es, zwei Dinge, die in ihren jeweiligen Kontexten vertraut wahrgenommen werden, zu verbinden, und aus den einzelnen Teilen entsteht mehr als die berühmte Summe. Antike Statuen in Hipster-Kleidung: Der Fotograf <a href="http://www.leocaillard.com/">Léo Caillard</a> und der Designer <a href="http://www.behance.net/alexis-persani">Alexis Persani</a> haben das <a href="http://www.youtube.com/watch?v=52ak299RqHI">virtuell gemacht</a> und erzeugen eine Dissonanz, die das Hirn partout auflösen will. Ein Hoch dem Stilbruch. (via <a href="http://www.npr.org/blogs/krulwich/2013/06/18/193101828/isnt-that-king-david-nope-its-just-dave">npr.org</a>)

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<img class="alignnone size-full wp-image-5586" title="Hipster" src="http://nulleffekt.net/wp-content/uploads/2013/06/Hipster9.jpg" alt="" width="476" /><p><br/></p>Im Original lesen: <a href="http://nulleffekt.net/steinharte-hipster/">Steinharte Hipster</a><br/><br/>]]></description>
        <pubDate>Sat, 20 Jul 2013 18:07:46 +0000</pubDate>
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