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	<title>Pastorenstückchen</title>
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	<title>Pastorenstückchen</title>
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		<title>Von 100 auf 0</title>
		<link>https://pastorenstueckchen.de/2024/06/von-100-auf-0/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[knuuut]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Jun 2024 17:10:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche im WDR]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Überholspur war lange Zeit sein zu Hause. Seit er denken kann ist Jürgen mit Vollgas unterwegs. Nicht nur mit den schnellen Autos, von denen er gleich mehrere hat, sondern auch beruflich. Aus dem nichts hat er sich alles aufgebaut: Eigene große Firma, eigenes Haus. Läuft bei ihm sagen alle, die ihn kennen. In der Pandemie dann wendet sich das Blatt. Lange blendet er den Einschnitt aus. Das wird sich schon wieder zurecht rütteln, denkt er. „Im Nachhinein ist man natürlich immer schlauer, die Zeichen standen schon so, dass die Insolvenz meiner Firma nicht plötzlich vom Himmel gefallen ist; es gab schon Warnsignale. Aber ich dachte, wenn ich noch mehr und noch härter arbeite, dann wird es schon klappen.“<div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class=" ">Die Überholspur war lange Zeit sein zu Hause. Seit er denken kann ist Jürgen mit Vollgas unterwegs. Nicht nur mit den schnellen Autos, von denen er gleich mehrere hat, sondern auch beruflich. Aus dem nichts hat er sich alles aufgebaut: Eigene große Firma, eigenes Haus. Läuft bei ihm sagen alle, die ihn kennen. In der Pandemie dann wendet sich das Blatt. Lange blendet er den Einschnitt aus. Das wird sich schon wieder zurecht rütteln, denkt er. „Im Nachhinein ist man natürlich immer schlauer, die Zeichen standen schon so, dass die Insolvenz meiner Firma nicht plötzlich vom Himmel gefallen ist; es gab schon Warnsignale. Aber ich dachte, wenn ich noch mehr und noch härter arbeite, dann wird es schon klappen.“</p>
<p class=" ">Tat es aber nicht.</p>
<p class=" ">„Als die Firma weg war, bin ich praktisch ein Jahr im Bett geblieben. Ich wusste nichts mit mir anzufangen und schlimmer noch, ich musste einsehen, dass die Jahre der übermäßigen Arbeit die Beziehung zu meiner Frau und den Kindern zerstört hatte. Es kam immer häufiger zum Streit und irgendwann saß ich alleine in dem großen Haus, das mir nicht mehr gehörte. Beim Sortieren meiner übrig gebliebenen Habseligkeiten fiel mir ein alter Rucksack in die Hände. Viel bin ich nie gewandert, dazu war nie genügend Zeit. Jetzt hast du sie ja eigentlich, die Zeit … und dann, dann war plötzlich der Gedanke da los zu laufen. Heute weiß ich, diese Entscheidung mich gerettet. Wie tiefgreifend sie mein Leben verändern sollte, hätte ich nie für möglich gehalten.</p>
<p class=" ">Mit Religion hatte ich nie etwas am Hut. Und dann kam dieser eine Tag auf meiner Wanderschaft: Der Berg, der jenseits des Flusses aufragte, war eher ein Hügel. Als mein Puls sich langsam beruhigt hatte, durchströmte mich plötzlich eine unvorstellbare Kraft. Und noch unvorstellbarer war mein Gefühl, dass ich nicht allein oben auf dem Hügel stehe. Ich stand förmlich neben mir mit der Gewissheit, dass Gott mit mir auf dem Weg ist und mir gerade verspricht nicht von meiner Seite zu weichen. Es hört sich seltsam an, aber es war wie eine „Infusion für die Seele.“ Jürgen und seine Familie wohnen inzwischen wieder unter einem Dach, auch wenn es deutlich bescheidener ist. Und auch das Auto hat weniger PS. Es reicht aber um am Wochenende gemeinsam Ausflüge zu machen. Der alte Rucksack ist dabei zu seinem ständigen Begleiter geworden. Infusionen hat er nicht dabei, dafür aber Heftzwecken und kleine laminierte Kärtchen. Auf denen steht: „Du bist nicht allein! Die Bibel 5. Mose 31,6“.</p>
<p class=" ">Immer wenn sie an verlassenen Orten vorbeikommen, versucht er das Kärtchen zu befestigen: Für alle diejenigen, die nicht mehr auf der Überholspur unterwegs sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Beitrag wurde am 29.6. bei <a href="https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=2&amp;tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=98209&amp;cHash=fecedf2d9bd858444008967c538447d0">Kirche im WDR</a> gesendet</p>
<p>Bild: <a href="https://unsplash.com/de/fotos/die-tafel-des-kombiinstruments-des-fahrzeugs-ist-eingeschaltet-CAVVnCo4jCY">Unsplash</a></p>
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		<title>Tierische Gefühle</title>
		<link>https://pastorenstueckchen.de/2024/06/tierische-gefuehle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[knuuut]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jun 2024 17:05:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche im WDR]]></category>
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					<description><![CDATA[Sie sind mit dem Hund im Park spazieren. Die Sonne scheint, Vögel zwitschern, und der Vierbeiner jagt einem Ball hinterher, schnüffelt neugierig an den Blumen und bellt vor Freude.
Haben Sie sich schon mal gefragt, was in diesem Moment im Hund vorgeht? Spürt er die Wärme der Sonne auf seinem Fell? Freut er sich über den frischen Duft der Blumen? Und was bedeutet sein Bellen – empfindet er Glück? Oder: Sie streicheln das weiche Fell ihrer Katze, und die schnurrt wohlig. Empfindet sie dann so etwas wie Zufriedenheit?
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sie sind mit dem Hund im Park spazieren. Die Sonne scheint, Vögel zwitschern, und der Vierbeiner jagt einem Ball hinterher, schnüffelt neugierig an den Blumen und bellt vor Freude.<br />
Haben Sie sich schon mal gefragt, was in diesem Moment im Hund vorgeht? Spürt er die Wärme der Sonne auf seinem Fell? Freut er sich über den frischen Duft der Blumen? Und was bedeutet sein Bellen – empfindet er Glück? Oder: Sie streicheln das weiche Fell ihrer Katze, und die schnurrt wohlig. Empfindet sie dann so etwas wie Zufriedenheit?</p>
<p>Vor einigen Jahrzehnten hat meine Biologie-Lehrerin immer wieder davor gewarnt, Gefühle oder Empfindungen in das Leben von Tieren hinein zu interpretieren. Tiere haben Instinkte und Reflexe, mehr aber auch nicht – so ihr Credo. Denn zahlreiche Studien belegen, dass zumindest Vögel und Säugetiere komplexe Gehirne besitzen, die denen von Menschen sehr ähnlich sind:<br />
Sie zeigen intelligente Verhaltensweisen, wie z.B. die Verwendung von Werkzeugen und sie kommunizieren untereinander. Forscher:innen haben sogar herausgefunden, dass Ratten Empathie zeigen, wenn eine andere Ratte Schmerzen hat. Andere Artgenossen versuchen sie dann, zu trösten. Das legt den Schluss nahe, dass viele Tiere &#8211; ähnlich wie wir &#8211; Freude, Trauer, Angst und Schmerzen wahrnehmen. Krähen und Elstern können sich sogar im Spiegel erkennen.<br />
Das bedeutet: Sie wissen, dass das Spiegelbild sie selbst zeigt und nicht einen anderen Vogel. Einige Forscher sagen sogar, dass Tiere so etwas wie „Selbstbewusstsein“ haben, das ihnen hilft, sich von der Umwelt zu unterscheiden. Auf jeden Fall kann man sagen, dass diese Erkenntnisse weitreichende Folgen für unser Verhältnis zu Tieren hat.</p>
<p>„Hab` ich schon immer gewusst“, sagen die einen, „deswegen esse ich schon lange nichts, was Vater und Mutter hat.“ „Man kann auch alles übertreiben“, sagen die anderen. „Biologisch gesehen ist der Mensch halt ein Allesfresser!“</p>
<p>Die christlich-jüdische Perspektive bietet einen wichtigen Rahmen für die Diskussion: Sie erinnert uns nämlich daran, dass alle Lebewesen Teil der Schöpfung Gottes sind und dass wir mit ihnen respektvoll und fürsorglich umgehen sollen. Diese Sicht hat sogar Eingang ins deutsche Tierschutzgesetz gefunden. Tierquälerei wird bestraft – das geht bis hin zu Gefängnis. Zu Recht. Und angesichts dieser neuen Erkenntnisse müsste es auch zu einer ethischen Neubewertung unseres Fleischkonsums kommen. Wir Menschen sind Beschützer und Verwalter der Schöpfung Gottes. Nicht mehr aber auch nicht weniger.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Beitrag wurde am 28.6.2024 bei <a href="https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=2&amp;tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=98208&amp;cHash=80a53e77097026006eba1a13eb95cb5e">Kirche im WDR</a> gesendet</p>
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		<title>Kollaps oder Hoffnung</title>
		<link>https://pastorenstueckchen.de/2024/06/kollaps-oder-hoffnung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[knuuut]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jun 2024 16:56:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche im WDR]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist Dienstagabend 19.00 Uhr. Die Computer sind hochgefahren ein gutes Dutzend Leute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich an ihren Bildschirmen zu einer Video-Konferenz zusammen geschaltet. Alle zwei Wochen treffen sie sich zum gemeinsamen Austausch über das Ende der Zivilisation. Alle Teilnehmer:innen sind der festen Überzeugung: So wie die Zerstörung der belebten Natur und der Lebensräume voranschreitet, gibt es keinen anderen Schluss, als dass die Welt untergeht.
Kollaps-Café nennt sich das Treffen, das Teil der sogenannten Kollapsologie-Bewegung ist, die sich besonders auf einen französischen Agrarwissenschaftler beruft, der vor zwei Jahren ein Buch mit dem Titel „Wie alles zusammenbrechen kann“ geschrieben hat.<div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Dienstagabend 19.00 Uhr. Die Computer sind hochgefahren ein gutes Dutzend Leute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich an ihren Bildschirmen zu einer Video-Konferenz zusammen geschaltet. Alle zwei Wochen treffen sie sich zum gemeinsamen Austausch über das Ende der Zivilisation. Alle Teilnehmer:innen sind der festen Überzeugung: So wie die Zerstörung der belebten Natur und der Lebensräume voranschreitet, gibt es keinen anderen Schluss, als dass die Welt untergeht.<br />
Kollaps-Café nennt sich das Treffen, das Teil der sogenannten Kollapsologie-Bewegung ist, die sich besonders auf einen französischen Agrarwissenschaftler beruft, der vor zwei Jahren ein Buch mit dem Titel „Wie alles zusammenbrechen kann“ geschrieben hat.</p>
<p>Das Online-Café soll Gleichgesinnten einen Raum zum Austausch bieten. Die Teilnehmenden sprechen über ihre Gefühle, mögliche Vorbereitung auf den Kollaps und das Leben danach. Dass die Menschheit gänzlich ausstirbt, glauben die Anhänger:innen nicht. Nach ihrer Vorstellung führen zusammengebrochene Lieferketten, Öko- und Wirtschaftssysteme dazu, dass sich die restlichen Überlebenden in Kleingruppen durchschlagen müssen.</p>
<p>Interessanterweise finden sich in der Bibel ganz ähnliche Denk-Traditionen: Der Prophet Amos z.B. ist auch komplett hoffnungsfrei, wenn er in die Zukunft blickt. Angesichts des gesellschaftlichen Zustandes prophezeit er den Zusammenbruch des Staates. Damals ist es nicht das Klima, sondern der Umgang mit sozial Benachteiligten; zumal damals die religiösen Eliten den an sich unhaltbaren Zustand auch noch gerechtfertigt haben.</p>
<p>Im zweiten Teil der Bibel tritt dann der Freak Johannes mit dem Beinamen „der Täufer“ auf: Es gibt keine Garantie dafür, dass es mit eurer Art zu leben gut ausgeht, sagt er, darum: Kehrt um, macht nicht so weiter wie bisher, dann könnt ihr das Ruder noch herumreißen.</p>
<p>&#8222;Gerade dann, wenn nichts mehr zu erreichen ist, ist es notwendig noch mal für alles zu kämpfen&#8220;, sagt der Leiter des deutschen Kollaps-Cafés. Und ich denke: Genau diese Erkenntnis hat die ersten Christ:innen am Ostermorgen beflügelt sich im Namen des gestorbenen und auferstandenen Jesus zu versammeln. Nicht dienstags um 19.00 Uhr, sondern meist sonntags um 10.00 Uhr. Grundlage ist ein mehr als 2000 Jahre altes Buch, dem man den Titel geben könnte „Als alles zusammengebrochen ist.“ Und alle Teilnehmer:innen sind der festen Überzeugung: Aussterben ist nicht das Ende.</p>
<p>Dieser Beitrag wurde am 27.6.2024 bei <a href="https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=2&amp;tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=98207&amp;cHash=8a3e577b1d13fcf20ba2fe42b1efb94b">Kirche im WDR</a> gesendet</p>
<p>Bild: <a href="https://unsplash.com/de/fotos/ein-haufen-legosteine-auf-einem-karierten-boden-pLetE2kbZVo">Unsplash</a></p>
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		<title>Kirche ohne Gott</title>
		<link>https://pastorenstueckchen.de/2024/04/kirche-ohne-gott/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[knuuut]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Apr 2024 16:48:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche im WDR]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist Sonntagmorgen. So wie jetzt. Etwa 20 bis 30 Menschen versammeln sich vor Ort; dazu kommen noch viele Online Teilnehmer aus aller Welt. Es gibt Lesungen, eine Diskussion und ein Forum, in dem Freude und Sorgen geteilt werden. Klingt nach einem Gottesdienst in einer normalen Kirche. Es gibt aber einen Unterschied Pastorinnen oder Priester gibt es nicht; jede und jeder kann als Redner auftreten. Und auch die Themen, die verhandelt werden, unterscheiden sich: Es gibt Lektionen der Stoiker über Atheismus, Humanismus: Allgemeine Fragen der Moral haben ihren Platz neben Themen von psychischer Gesundheit und Tipps für ein gutes Leben.<div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class=" ">Es ist Sonntagmorgen. So wie jetzt. Etwa 20 bis 30 Menschen versammeln sich vor Ort; dazu kommen noch viele Online Teilnehmer aus aller Welt. Es gibt Lesungen, eine Diskussion und ein Forum, in dem Freude und Sorgen geteilt werden. Klingt nach einem Gottesdienst in einer normalen Kirche. Es gibt aber einen Unterschied Pastorinnen oder Priester gibt es nicht; jede und jeder kann als Redner auftreten. Und auch die Themen, die verhandelt werden, unterscheiden sich: Es gibt Lektionen der Stoiker über Atheismus, Humanismus: Allgemeine Fragen der Moral haben ihren Platz neben Themen von psychischer Gesundheit und Tipps für ein gutes Leben.</p>
<p class=" ">Trotzdem verstehen sich die Teilnehmer als Mitglieder einer „Kirche“. Einer Kirche ohne Gott. Was beim ersten Hören wie aus einem Science Fiktion einer postkonfessionellen Gesellschaft klingt, ist in den USA schon heute Realität. Dort gibt es eine wachsende Zahl sogenannter atheistischer Kirchen, die unterschiedlich strukturiert sind. Allen gemein ist die Ablehnung von allem Übernatürlichen und folglich auch die Ablehnung Gottes. Trotzdem verstehen sie sich als „Kirche“ und nicht nur als irgendein Club. Den Mitgliedern ist die Bezeichnung „Kirche“ deswegen wichtig, weil jeder weiß, was eine Kirche ist und alle sich etwas darunter vorstellen können.</p>
<p class=" ">„Wir geben den Menschen die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln und Gemeinschaft zu erleben. Eben alles, was zu einer Kirche gehört, nur ohne Gott. Wenn wir uns anders nennen würden, würde das unserm Tun nicht gerecht“, sagt ein Vorstandsmitglied in einem Interview .</p>
<p class=" ">Das ist eine interessante Begründung, denke ich als jemand, der Sonntag für Sonntag einen christlichen Gottesdienst feiert. Und statt einer Diskussion über Original und Kopie zu führen, denke ich, dass Kirchen offenbar nicht ganz so schlecht sind, wie oft behauptet wird.</p>
<p class=" ">Klar: Eine Kirche ohne Gott wäre nichts für mich. Das Wesentliche fehlt dann eben. Wenn in der christlichen Kirche nämlich von<em> </em>Gott geredet wird, reden wir nicht <em>über</em> einen Gott, den es „irgendwie“ und „an und für sich“ gibt, sondern <em>von </em>einem Gott, der sich erfahrbar macht. Gar nicht „übersinnlich“ übrigens, sondern höchst sinnlich in Brot und Wein z.B. beim Abendmahl.</p>
<p class=" ">In den USA, ist heute übrigens der „Schau in den Himmel Tag“. Wenn es nach Jesus geht, müsste man dazu übrigens nicht nach oben schauen, sondern in eine Kirche gehen, denn er hat gesagt: „Der Himmel ist mitten unter euch.“ (Lk17,21).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Beitrag wurde am 14.4. bei <a href="https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=2&amp;tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=97711&amp;cHash=661a23c5086f26b654dc06a558b0c9d7">Kirche im WDR</a> gesendet</p>
<p>Bild: <a href="https://unsplash.com/de/fotos/people-meeting-in-room-cw-cj_nFa14">Unsplash</a></p>
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		<title>Sehnsucht nach Wärme</title>
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		<dc:creator><![CDATA[knuuut]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Apr 2024 16:41:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche im WDR]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://pastorenstueckchen.de/?p=16729</guid>

					<description><![CDATA[Maximilian ist mit seinen 32 Jahren in einer Lebensphase, in der er sich fragt, wie er zu dem geworden ist, der er jetzt ist. Schon in der Schule hatten es ihm die Naturwissenschaften angetan. Daraus hat er einen Beruf gemacht. Als Journalist schreibt er über die neusten Erkenntnisse aus Forschung und Technik. Seine Maxime: „Schreibe über nichts, für das du nicht ausreichend Beweise hast“. Jetzt merkt er, dass ihm etwas fehlt: Es ist nichts, was er mit seinem Denken erfassen kann, es ist eher ein Gefühl. „Sehnsucht nach Wärme“, sagt er.<div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class=" ">Maximilian ist mit seinen 32 Jahren in einer Lebensphase, in der er sich fragt, wie er zu dem geworden ist, der er jetzt ist. Schon in der Schule hatten es ihm die Naturwissenschaften angetan. Daraus hat er einen Beruf gemacht. Als Journalist schreibt er über die neusten Erkenntnisse aus Forschung und Technik. Seine Maxime: „Schreibe über nichts, für das du nicht ausreichend Beweise hast“. Jetzt merkt er, dass ihm etwas fehlt: Es ist nichts, was er mit seinem Denken erfassen kann, es ist eher ein Gefühl. „Sehnsucht nach Wärme“, sagt er.</p>
<p class=" ">Er erinnert sich gerne, wie er als Kind mit der Mama im Gottesdienst gewesen ist. Wenn er an den Kirchgang denkt, hat er heute immer noch ein gutes Gefühl. Trotzdem denkt er immer wieder darüber nach, aus der Kirche auszutreten. Zu viele Skandale, zu wenig Relevanz im Alltag, zu viel Abstand im Denken.</p>
<p class=" ">Neulich hat er zu einer Studie recherchiert, die sich mit dem Gesundheitszustand von religiösen Menschen befasst hat. Die Forscher konnten zeigen, dass gläubige Menschen, seltener Herzinfarkte erleiden, weniger übergewichtig sind, bessere Blutdruckwerte haben und ein kleineres Risiko besitzen, abhängig von Suchtmitteln zu werden.</p>
<p class=" ">Irgendwas muss also dran sein am Glauben, denkt er. Aber was genau ist es?</p>
<p class=" ">Auf einer Party trifft er eine angehende Pfarrerin. „Woher weißt du, dass es Gott gibt?“, fragt er. „Er war immer schon da, solange ich mich erinnern kann, sagt sie. Und als ich zehn Jahre alt war, habe ich mich entschieden, dass ich nicht in die Hölle will, denn: Wer nicht glaubt, für den gibt es keine Erlösung!“ Sie schickt ihm über Insta ein paar Kanäle, die er sich mal anschauen könne: Er braucht nicht lange, um durch den Feed zu scrollen, bis er merkt: Das ist überhaupt nichts für mich!</p>
<p class=" ">Wenig später ist auf einer Dienstreise in Berlin. Er kommt an einem mächtigen Kirchbau vorbei. Davor sitzt auf einem Klappstuhl eine Pfarrerin. Über ihrem Talar trägt sie eine Stola in den Farben des Regenbogens. Er setzt sich auf den noch freien Klappstuhl und sagt: „Ich dachte, queere Menschen kommen in die Hölle?“ Sie fängt an, zu schmunzeln und sagt: „Wenn es eine Hölle gibt, dann hoffe ich, dass sie leer ist. Und falls Gott überhaupt Probleme hat, dann am wenigsten mit der sexuellen Orientierung seiner Menschen.“</p>
<p class=" ">Eine gute Stunde reden die beiden über „Gott und die Welt“ im besten Sinne. „Jetzt muss ich aber los“, sagt er. „Nicht ohne einen Reisesegen, kommen Sie, wir gehen in die Kirche.“</p>
<p class=" ">Als die beiden im Altarraum stehen und sie ihm die Hände auf den Kopf legt, spürt er: Wärme und Sehnsucht; wie damals.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Beitrag wurde am 3.4.2024 bei <a href="https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=2&amp;tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=97758&amp;cHash=353a7e7bd3b92b608bd4d1968f9a6c43">Kirche im WDR</a> gesendet</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bild: <a href="https://unsplash.com/de/fotos/mann-sitzt-auf-kirchenbankstuhl-86DI4OKDkCc">Unsplash</a></p>
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		<title>Selbstoptimierungsquatsch</title>
		<link>https://pastorenstueckchen.de/2024/04/selbstoptimierungsquatsch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[knuuut]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Apr 2024 16:32:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche im WDR]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://pastorenstueckchen.de/?p=16725</guid>

					<description><![CDATA[Auf eine einfache Frage auch ganz einfach zu antworten, das fällt mir mitunter gar nicht mehr so leicht. Ich meine mich vergewissern zu müssen, ob das, was mir spontan einfällt auch wirklich richtig ist. Ein Beispiel: Auf die Frage: „Guten Morgen, wie hast du geschlafen?“, habe ich früher geantwortet, „danke gut“, oder „nicht so doll; hab lange wach gelegen.“ Heute sage ich: „Ich denke gut, aber mal sehen, was die Uhr sagt.“<div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class=" ">Auf eine einfache Frage auch ganz einfach zu antworten, das fällt mir mitunter gar nicht mehr so leicht. Ich meine mich vergewissern zu müssen, ob das, was mir spontan einfällt auch wirklich richtig ist. Ein Beispiel: Auf die Frage: „Guten Morgen, wie hast du geschlafen?“, habe ich früher geantwortet, „danke gut“, oder „nicht so doll; hab lange wach gelegen.“ Heute sage ich: „Ich denke gut, aber mal sehen, was die Uhr sagt.“</p>
<p class=" ">Seit zwei Jahren führen meine Sport Uhr und ich nämlich eine enge Beziehung. Am Anfang bin ich mir unsicher gewesen, ob es auch eine gute Beziehung wird. Schließlich bin ich lange genug, auch ohne meine Sport Uhr ganz gut klargekommen. Auch als ich für den jährlichen Marathon trainiert habe. Heute sagt die Uhr mir auf Knopfdruck, dass es noch ein weiter Weg ist, bis ich für so einen langen Lauf (wieder) fit genug bin. Und sie sagt mir eben auch: „Schlafqualität ausgezeichnet, viel Tiefschlaf“, oder „Schlafqualität schlecht, heute nur lockeres Training und Erholung.“</p>
<p class=" ">„Jetzt machst du auch noch mit bei dem neumodischen Selbstoptimierungsquatsch“, sagt mein Trainingspartner bei unserer wöchentlichen Runde im Wald, „hätte ich von dir nicht gedacht! Und was machst Du, wenn die Uhr behauptet, du hast schlecht geschlafen, aber du fühlst dich eigentlich gut. Wer hat dann recht?“, fragt er und schaut abschätzig auf mein Handgelenk.</p>
<p class=" ">„Verrückt werden“, sage ich scherzhaft und mich daran erinnern, dass ich mehr bin als eine Maschine. Lebendigkeit ist eben mehr als man zählen, messen und wiegen kann. Und erst recht, als man an einer Uhr ablesen kann. Wo Leben ist, da wird aufgebaut, abgebaut; es wird optimiert und entsorgt, interveniert und repariert. Diesen Rhythmus kann man schon in menschlichen Zellen beobachten und erst recht darüber hinaus: Dann nämlich, wenn es um die Beziehung zu mir selbst und erst recht, wenn es um andere Menschen geht.</p>
<p class=" ">Auch die Erzählungen der Bibel sind voll von Erfahrungen dieser Lebendigkeit. Allen voran die Ostergeschichten. Als Dreh- und Angelpunkt des christlichen Glaubens erzählen sie von Zerstörung und Überschreitung; von Rastlosigkeit und Suche im Leben. Sie erinnern daran, dass nichts Geschaffenes endgültig, unveränderlich und widerspruchslos ist.</p>
<p class=" ">Bezeichnender Weise gipfelt die Ostererzählung des Lukas in einer Frage:</p>
<p class=" ">„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ (Lk 24,5). Und die einfache Antwort ist: „Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“ (Lk 24,6)</p>
<p>Dieser Beitrag wurde am 2.4.2024 bei <a href="https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=2&amp;tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=97757&amp;cHash=f79dedb68483121d2ddf4c6a6a2081fc">Kirche im WDR</a> gesendet</p>
<p>Bild: <a href="https://unsplash.com/de/fotos/eine-frau-die-eine-smartwatch-in-der-hand-halt-LKywCglFiok">Unsplash</a></p>
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		<title>Landessynode ekir 2024</title>
		<link>https://pastorenstueckchen.de/2024/01/landessynode-ekir-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[knuuut]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Jan 2024 11:19:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche im WDR]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelische Kirche im Rheinland]]></category>
		<category><![CDATA[Landessynode]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://pastorenstueckchen.de/?p=16700</guid>

					<description><![CDATA[
Letzte Woche war es wieder mal soweit: Im Mailverteiler mit 35 Personen hatte jemand auf „Allen antworten“ gedrückt. Ob absichtlich, oder unabsichtlich ist unklar. Die Folge ein riesen Durcheinander – Missverständnisse, Unverständnisse und Nerverei ohne Ende. Je größer die Gruppe und je mehr Entscheider, desto länger dauert der Prozess. Zwischenzeitlich sieht es manchmal so aus, als wenn gar keine Lösung mehr gefunden wird. Eine vermeintlich einfache Lösung ist: Eingehende E-Mails sofort löschen. Faktisch gebe ich damit aber die Verantwortung für das, was dann geschieht aus der Hand. „Sollen doch die anderen machen…..“
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Letzte Woche war es wieder mal soweit: Im Mailverteiler mit 35 Personen hatte jemand auf „Allen antworten“ gedrückt. Ob absichtlich, oder unabsichtlich ist unklar. Die Folge ein riesen Durcheinander – Missverständnisse, Unverständnisse und Nerverei ohne Ende. Je größer die Gruppe und je mehr Entscheider, desto länger dauert der Prozess. Zwischenzeitlich sieht es manchmal so aus, als wenn gar keine Lösung mehr gefunden wird. Eine vermeintlich einfache Lösung ist: Eingehende E-Mails sofort löschen. Faktisch gebe ich damit aber die Verantwortung für das, was dann geschieht aus der Hand. „Sollen doch die anderen machen!“ Geht es dann noch um große Institutionen oder gar den Staat, wird aus einem „Sollen-doch-die-anderen-machen“ ein „Die da oben machen doch sowieso, was sie wollen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Morgen beginnt in der Evangelischen Kirche im Rheinland die Landessynode. So heißt das Kirchenparlament, dass einmal im Jahr eine ganze Woche tagt. Knapp 200 Delegierte treffen sich in Ausschüssen, im Plenum, zum Gottesdienst. Und wer nicht vorher einige hundert Seiten Dokumente durchgearbeitet hat, wird sich mit den Abstimmungen schwertun. Uff, kann man nun denken, wer sonst nichts Besseres zu tun hat…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei bleibt allerdings ein wichtiger Punkt auf der Strecke, nämlich, dass es sich bei dieser Institution um eine höchst demokratisch organisierte Kirche handelt. Es gibt nämlich auch andere.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab morgen wird nun beraten, wie es grundlegend weiter gehen soll mit einer Institution, die den Dauerkrisen-Modus anderer Institutionen teilt, gefühlt aber noch stärker betroffen ist als andere. Woran das liegt? Vielleicht an einer generellen Geringschätzung demokratischer Prozesse, die als zu langsam und zu uneffektiv wahrgenommen werden. Vielleicht aber noch grundsätzlicher: Betrifft mich nicht, also kann ich die „Gruppe“ auch verlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Aufgabe – die Kernaufgabe &#8211; allerdings bleibt: Nämlich: Wie wirkt eigentlich der Glaube von Menschen vor Ort? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wirken des Glaubens vor Ort lässt sich nicht von „oben“ delegieren, sondern nur von „unten“ gestalten. Deswegen wirbt die Evangelische Kirche im Rheinland seit Jahren mit dem Slogan: „Bei uns ist unten oben.“ Ob es sich dabei um die beste „Kirchenverfassung der Welt handelt“, wie Mitglieder der Kirchenleitung gerne formulieren, darüber kann man streiten. Schließlich hat die Firma Nokia auch mal die besten Handys der Welt gebaut. Mit einem Einfach-Handy von gestern, lässt sich heute aber nur schwerlich navigieren. Und Navigation in schwierigem Gelände wird immer wichtiger. Nicht nur im Rheinland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Beitrag wurde am <a href="https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=2&amp;tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=97338&amp;cHash=384219b27076cbfc3a6e0b69d9d21dc7">13.1.2024 bei Kirche im WDR</a> gesendet.</p>


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			</item>
		<item>
		<title>Viel Kraft</title>
		<link>https://pastorenstueckchen.de/2024/01/viel-kraft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[knuuut]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jan 2024 04:50:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche im WDR]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Trauer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://pastorenstueckchen.de/?p=16706</guid>

					<description><![CDATA[Es ist ein kalter, windiger Wintermorgen. Ich stehe in einer großen Gruppe mit vielen Menschen auf dem Friedhof. Die Bestatterin hat eine Lautsprecher-Anlage aufgestellt. Auch in 50 Metern Entfernung soll man noch die Worte des Pfarrers hören. Leider verstärkt das Funkmikro an seinem Talar das Pfeifen des Windes, was zu unangenehmen Rückkopplungen führt. Die Bestatterin schaltet die Anlage aus. Die Hinterbliebenen werfen Buchsbaumsträuße in das Grab und treten einige Meter beiseite. Die Trauergemeinde setzt sich langsam in Bewegung. Manche nehmen Blütenblätter und wollen sie in das offene Grab werfen, aber der Wind weht sie weit über den Friedhof. Viele kondolieren den Hinterbliebenen mit dem Satz „Ich wünsche euch viel Kraft“. Vielleicht ist es die Häufung des Satzes, die mich an diesem Tag aufhorchen lässt...<div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class=" ">Es ist ein kalter, windiger Wintermorgen. Ich stehe in einer großen Gruppe mit vielen Menschen auf dem Friedhof. Die Bestatterin hat eine Lautsprecher-Anlage aufgestellt. Auch in 50 Metern Entfernung soll man noch die Worte des Pfarrers hören. Leider verstärkt das Funkmikro an seinem Talar das Pfeifen des Windes, was zu unangenehmen Rückkopplungen führt. Die Bestatterin schaltet die Anlage aus. Die Hinterbliebenen werfen Buchsbaumsträuße in das Grab und treten einige Meter beiseite. Die Trauergemeinde setzt sich langsam in Bewegung. Manche nehmen Blütenblätter und wollen sie in das offene Grab werfen, aber der Wind weht sie weit über den Friedhof. Viele kondolieren den Hinterbliebenen mit dem Satz „Ich wünsche euch viel Kraft“. Vielleicht ist es die Häufung des Satzes, die mich an diesem Tag aufhorchen lässt. Für mich klingt es an diesem Morgen nach einem „Kopf hoch, es wird schon“, oder auch „Nur nicht unterkriegen lassen, das Leben geht weiter“. Ganz gewiss nicht das, was die Familie des Verstorbenen gebrauchen kann. Viel Kraft gewünscht zu bekommen, klingt beinahe zynisch. So als müsse man die Last, unter der man gerade zu zerbrechen droht, wirklich ganz alleine tragen. Dabei sind so viele Menschen hier, denke ich. Und jede und jeder von uns muss sich eigentlich die Frage stellen, wie kann ich jetzt für Entlastung sorgen. Wie kann ich mithelfen zu tragen, was eigentlich nicht allein geschultert werden kann? Nun bin ich an der Reihe, zu kondolieren. Ich bin total verunsichert, was ich nun sagen soll, oder ob ich besser wortlos bleibe. Schließlich kommt mir ein: „Ich möchte helfen, weiß aber gerade nicht wie“ über die Lippen. Kaum ausgesprochen, bereue ich schon, es gesagt zu haben. Immerhin ehrlich, denke ich. Und gehe über die auf dem Weg verstreuten Blütenblätter Richtung Ausgang. Beim Leichenschmaus mit Kaffee, Gulaschsuppe und Streuselkuchen treffe ich Bekannte, die ich Jahre lang nicht gesehen habe. „Wir müssen was machen“, sage ich, „nicht nur wünschen. Zu meinem Erstaunen erklären sich alle bereit, über die nächsten Wochen hinweg Kontakt mit den Trauernden aufzunehmen. Und damit wir das nicht alle gleichzeitig machen, erstelle ich eine doodle-Umfrage. Sich zu melden und zu hören, wie es gerade geht, ist vielleicht genau die Kraft, die von uns aufgebracht und nicht nur gewünscht werden muss.“</p>
<p>Dieser Beitrag wurde am 12.1.2024 bei <a href="https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=2&amp;tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=97336&amp;cHash=267122500df7fa4f9d9ce2206778d3a3">Kirche im WDR </a>gesendet</p>
<p>Foto: <a href="https://unsplash.com/de/fotos/mann-und-frau-sitzen-auf-dem-sofa-in-einem-raum-e92L8PwcHD4">Unsplash</a></p>
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		<title>Gänsehaut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[knuuut]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jan 2024 04:56:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche im WDR]]></category>
		<category><![CDATA[Knast]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://pastorenstueckchen.de/?p=16710</guid>

					<description><![CDATA[Seine Stimme am Telefon klingt etwas brüchig. Er ist hörbar aufgewühlt. „Als ich das gelesen habe, bekam ich sofort ein Gänsehaut-Gefühl“, sagt er. Was war passiert? Die Lokalzeitung hat in einem kleinen Artikel über das Gefängnis, in dem ich arbeite, berichtet. Unmittelbar vor dem Eingang ist eine Frau überfahren worden. Lange bleibt sie regungslos auf der Straße liegen. Alle denken, sie sei bei dem Aufprall gestorben. Auch ihr Mann ist Zeuge des Unfalls,
denn er ist im offenen Vollzug. Zum Glück kommt schnell ein Rettungswagen. Wie durch ein Wunder sind, außer einigen schweren Knochenbrüchen, keine weiteren Verletzungen festzustellen. Die Ärztin im Krankenhaus meint: „Da war nicht nur ein Schutzengel am Werk, sondern ganze himmlische Heerscharen.“ Ein zweites Wunder ereignet sich dann am nächsten Tag...<div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class=" ">Seine Stimme am Telefon klingt etwas brüchig. Er ist hörbar aufgewühlt. „Als ich das gelesen habe, bekam ich sofort ein Gänsehaut-Gefühl“, sagt er. Was war passiert? Die Lokalzeitung hat in einem kleinen Artikel über das Gefängnis, in dem ich arbeite, berichtet. Unmittelbar vor dem Eingang ist eine Frau überfahren worden. Lange bleibt sie regungslos auf der Straße liegen. Alle denken, sie sei bei dem Aufprall gestorben. Auch ihr Mann ist Zeuge des Unfalls,<br />
denn er ist im offenen Vollzug. Zum Glück kommt schnell ein Rettungswagen. Wie durch ein Wunder sind, außer einigen schweren Knochenbrüchen, keine weiteren Verletzungen festzustellen. Die Ärztin im Krankenhaus meint: „Da war nicht nur ein Schutzengel am Werk, sondern ganze himmlische Heerscharen.“ Ein zweites Wunder ereignet sich dann am nächsten Tag im Gefängnis selbst. Der Lebensgefährte der Verunglückten hat nämlich nur noch wenige Tage seiner Haft vor sich. Er sitzt im Gefängnis, weil er zu einer Geldstrafe verurteilt worden ist, die er nicht hat zahlen kann. Knast statt Geld. So was gibt es. Die Haft kann aber sofort beendet werden, wenn der fällige Betrag beglichen wird. Und genau das ermöglichen die Mitgefangenen. Sie starten noch am Abend des Unfalls eine Sammelaktion und haben am nächsten Morgen eine mittlere dreistellige Summe beisammen, so dass der Mitgefangene entlassen wird. Er fährt zu seiner Frau ins Krankenhaus. „Ich würde mich gern mit einer Spende beteiligen“, sagt der Anrufer. „Gerne“, sage ich. Einige Tage später treffe ich die Organisatoren der Spendenaktion. Ob sie den Artikel in der Zeitung gesehen haben, will ich wissen. Haben sie nicht. „Wissen Sie, Herr Pfarrer, wenn man etwas tun kann, dann muss man etwas tun. Wie heißt es doch so schön: `Geben ist seliger als nehmen`! Sieh an, denke ich, ein Plädoyer für Großzügigkeit an einem Ort, an dem man es nicht erwartet. Als Predigttext für den Sonntag wähle ich diesen Vers aus der Apostelgeschichte (Kapitel 20 Vers 35) „Geben ist seliger als nehmen.“ „Krass!“, sagt ein Gottesdienstbesucher nach der Predigt bei einer Tasse Kaffee. „Ich wusste gar nicht, dass das in der Bibel steht. Aber eigentlich logisch. Jesus ist ja immer für die da gewesen, die nichts haben. Irgendwie schon `nen cooler Typ!“</p>
<p>Dieser Beitrag wurde am 11.1.2024 bei <a href="https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=2&amp;tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=97335&amp;cHash=e217601f878164568cca77c8f6cfe075">Kirche im WDR</a> gesendet.</p>
<p>Foto: <a href="https://unsplash.com/de/fotos/zwei-euro-banknoten-Y_x747Yshlw">Unsplash</a></p>
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		<title>Nach mir die Sintflut</title>
		<link>https://pastorenstueckchen.de/2023/10/nach-mir-die-sintflut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[knuuut]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Oct 2023 16:59:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche im WDR]]></category>
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					<description><![CDATA[Als Sie heute Morgen beim Wachwerden an die Decke geguckt haben, haben Sie da auch gedacht, die ist aber wirklich gut gestrichen! Hat sich doch gelohnt, dass ich mir so viel Mühe gegeben habe? Wenn es so oder ähnlich gewesen ist, dann sind Sie nicht allein! Viele haben in den vergangenen Jahren in die eigenen vier Wände investiert. 93 Prozent der Deutschen geben an, es sich zu Hause so schön wie möglich zu machen. Nicht ganz freiwillig, sondern aufgrund fehlender anderer Möglichkeiten in den letzten drei Jahren. Und dabei hat so mancher festgestellt: Ist doch ganz schön zu Hause!<div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class=" ">Als Sie heute Morgen beim Wachwerden an die Decke geguckt haben, haben Sie da auch gedacht, die ist aber wirklich gut gestrichen! Hat sich doch gelohnt, dass ich mir so viel Mühe gegeben habe? Wenn es so oder ähnlich gewesen ist, dann sind Sie nicht allein! Viele haben in den vergangenen Jahren in die eigenen vier Wände investiert. 93 Prozent der Deutschen geben an, es sich zu Hause so schön wie möglich zu machen. Nicht ganz freiwillig, sondern aufgrund fehlender anderer Möglichkeiten in den letzten drei Jahren. Und dabei hat so mancher festgestellt: Ist doch ganz schön zu Hause! Mehr Zeit mit der Familie und Freunde im Garten zu treffen ist auch ganz nett, kommt endlich der neue Grill zum Einsatz! Während das Glück in der privaten Wohlbühl-Oase gefunden wird, verdunkelt sich der Blick, wenn er sich außerhalb der vier Wände orientieren muss. Das Vertrauen in staatliche Organe, Parteien, Vereine und die Kirchen sowieso ist auf einem nie da gewesenen Tiefpunkt. Das sich die vielen anstehenden Probleme auch nur ansatzweise in Zukunft lösen lassen, meinen die wenigsten. Im Gegenteil: Weniger als die Hälfte ist der Meinung, dass ein persönliches Engagement entscheidend helfen würde, um die gesellschaftlichen Herausforderungen zu stemmen.</p>
<p class=" ">Ich finde: Das ist eine Katastrophe biblischen Ausmaßes. Eine Formulierung, die sich in den letzten Wochen angesichts des Wechsels von brütender Hitze und sintflutartigen Regenfällen in der Berichterstattung festgesetzt hat, die aber auch für die Haltung gelten kann „Nach mir die Sintflut“.</p>
<p class=" ">Kurzer Reminder: In der biblischen Erzählung überlebt ein gewisser Noah mit seiner Familie eine große -von Gott initiierte Flut- bei der es 40 Tage ununterbrochen regnet und der Wasserspiegel über 150 Tage ansteigt, so dass sogar die Bergspitzen überspült werden. So viel zum Thema „biblisches Ausmaß“. Die Erzählung hat allerdings einen theologischen Ertrag, der unbekannter ist, gleichwohl bedeutsamer: Am Ende der Geschichte überdenkt Gott sein Verhalten noch einmal kritisch und gibt zu verstehen, dass er so etwas nicht noch einmal tun wird. Gott ist zu einer anderen Einsicht gekommen: In Zukunft will ich nicht mehr vernichten, sondern retten. Die Menschen sollen nicht ängstlich in die Zukunft schauen und von wechselnden göttlichen Befindlichkeiten abhängig sein, sondern von Gott und der Zukunft das jeweils Beste erwarten. Vielleicht doch eine Motivation, dass ein persönliches Engagement -an welcher Stelle in unserer Gesellschaft auch immer- nicht umsonst, sondern gut für unsere Zukunft ist.</p>
<p>Dieser Beitrag wurde am <a href="https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=2&amp;tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=96662&amp;cHash=343509f7ce4f5e558b0475b8ca39a373">7.10.2023 bei Kirche im WDR</a> gesendet.</p>
<p>Bild: Stable Diffusion</p>
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		<title>Passen Sie gut auf sich auf</title>
		<link>https://pastorenstueckchen.de/2023/10/passen-sie-gut-auf-sich-auf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[knuuut]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Oct 2023 16:52:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche im WDR]]></category>
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					<description><![CDATA[An der Gemüsetheke im Supermarkt greife ich nach den Möhren im unteren Fach. Dazu muss ich mich bücken. In diesem Moment rammt mir eine Rentnerin ihren Einkaufswagen in meinen Allerwertesten. „Können Sie nicht aufpassen!“ fährt sie mich nun auch noch an. Eigentlich möchte ich irgendetwas zurück raunen im Sinne von „Selber aufpassen!“, oder: „Früher hieß das ‚Entschuldigung‘!“ Ich sage aber gar nichts, packe die Möhren in meinen Einkaufskorb und gehe weiter. Die denkbar kurze Zündschnur der Rentnerin ist vielleicht Tagesform abhängig, oder sie geht tendenziell missmutig durchs Leben. Ich entdecke aber auch an mir, dass meine eigene Zündschnur, die ohnehin schon bisher nicht die längste war, noch kürzer geworden ist:<div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class=" ">An der Gemüsetheke im Supermarkt greife ich nach den Möhren im unteren Fach. Dazu muss ich mich bücken. In diesem Moment rammt mir eine Rentnerin ihren Einkaufswagen in meinen Allerwertesten. „Können Sie nicht aufpassen!“ fährt sie mich nun auch noch an. Eigentlich möchte ich irgendetwas zurück raunen im Sinne von „Selber aufpassen!“, oder: „Früher hieß das ‚Entschuldigung‘!“ Ich sage aber gar nichts, packe die Möhren in meinen Einkaufskorb und gehe weiter. Die denkbar kurze Zündschnur der Rentnerin ist vielleicht Tagesform abhängig, oder sie geht tendenziell missmutig durchs Leben. Ich entdecke aber auch an mir, dass meine eigene Zündschnur, die ohnehin schon bisher nicht die längste war, noch kürzer geworden ist: Beim Ein- und Aussteigen im Zug, nur noch Ignoranten. Im Straßenverkehr nur noch Idioten, besonders die auf den Streetscootern. In der Service Hotline wird das Ohr von der Wartemusik heiß und auf der Arbeit prüft der Kollege lieber einmal zu viel seine Zuständigkeit. Die Wissenschaft versucht eine Antwort auf die Frage, warum alle so gestresst sind: „Je komplexer die Umwelt, desto weniger frei fühlen wir uns und desto belasteter sind wir. Das verstärkt die Unsicherheit und die Unzufriedenheit“, sagt der Chefarzt einer Klinik. Und ein Soziologe vergleicht den Zustand unserer Gesellschaft gar mit einer posttraumatischen Belastungsstörung. Selbst wenn man das für übertrieben hält, feststeht:</p>
<p class=" ">Das Fieberthermometer zeigt deutlich erhöhte Temperatur. Ich frage mich, welche kalten Umschläge können helfen?</p>
<p class=" ">Die Wissenschaftler raten, man solle anerkennen, dass man strukturelle Probleme nicht individuell lösen kann. Allein diese Einsicht würde schon dazu führen, ein Stück Freiheit zurück zu erobern und neue Kräfte freizusetzen. Und um die individuelle Zündschnur erst gar nicht in Brand geraten zu lassen, gibt es viele Ratschläge. Ein Freund von mir legt sich von Ostern bis Oktober vor dem Frühstück in seinen ungeheizten Pool. Eine Freundin geht joggen. Meine Methode für ein cooling down ist das „Herzensgebet“. Es ist Jahrhunderte alt und ist eine Möglichkeit, sich auf Gott zu konzentrieren. Eine der ältesten und weit verbreitetsten Gebete ist: “Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner.“ Durch das wiederholte Rezitieren kommt man zu sich selbst und zu Gott. Nebenbei führt es dazu, innerlich und äußerlich ruhiger zu werden, Grübelgedanken zu durchbrechen und Stress abzubauen. Aber soweit bin ich noch nicht, sonst hätte ich an der Gemüsetheke erwidern können: „Passen sie gut auf sich auf.“</p>
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<p>Bild: Stable Diffusion</p>
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		<title>Gelassenheit</title>
		<link>https://pastorenstueckchen.de/2023/10/gelassenheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[knuuut]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Oct 2023 16:19:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche im WDR]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit über einem Jahr plant sie eine Traumreise. Nicht nur für sich, sondern für die ganze Familie. Mit vier Personen soll es auf vier Rädern mit vier Betten durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten gehen. Eine Mischung aus Nationalparks und Städten soll es sein. Kein leichtes Unterfangen. Deswegen auch die lange Vorbereitungszeit.

Dass „unbegrenzt“ eher ein Wunschtraum ist statt Wirklichkeit, hat sie schon vorher gewusst. Sie ist schließlich nicht naiv.<div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class=" ">Seit über einem Jahr plant sie eine Traumreise. Nicht nur für sich, sondern für die ganze Familie. Mit vier Personen soll es auf vier Rädern mit vier Betten durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten gehen. Eine Mischung aus Nationalparks und Städten soll es sein. Kein leichtes Unterfangen. Deswegen auch die lange Vorbereitungszeit.</p>
<p class=" ">Dass „unbegrenzt“ eher ein Wunschtraum ist statt Wirklichkeit, hat sie schon vorher gewusst. Sie ist schließlich nicht naiv. Doch was sie bei der Buchung eines Wohnmobilstellplatzes erlebt, ist schon abenteuerlich. Dabei hat das eigentliche Abenteuer noch gar nicht begonnen. Die Buchung des Stellplatzes ist nämlich an den Zugang zum Nationalpark gekoppelt und der ist begrenzt. Gegen eine Gebühr kann man an einem Losverfahren teilnehmen. Aber Sie hat Glück! Ihr Los gewinnt und sie kann den Stellplatz mit Blick auf den Berg, hinter dem die glühend rote Sonne versinkt, kaufen.</p>
<p class=" ">Als es dann endlich so weit ist, der Wagen geparkt und die Stühle in Position gebracht, entflammt noch eine kurze Diskussion mit dem Nachwuchs, dass doch jetzt mal genug mit der Insta-Story sei und dem Tik Tok Zeitraffer. Dann ist Stille. Vor ihnen der gewaltige Berg und das leuchtende Rot der Sonne.</p>
<p class=" ">„Da wird man nur noch demütig“ erzählt sie ihrer Freundin nach den Ferien.</p>
<p class=" ">„Und man denkt: Ich hier im Urlaub, sicher und geschützt. Und da draußen die Welt, in der geschossen und gebombt wird.“ „Was ein Quatsch“ meint die Freundin. „Geschossen wird sowieso, ob du im Urlaub bist, oder nicht.“ „Auch wieder wahr“, meint sie, „aber ein komisches Gefühl bleibt trotzdem.“</p>
<p class=" ">Mir fällt da ein Gebet ein, dass ein Theologe aus dem sogenannten Land der unbegrenzten Möglichkeiten nach dem zweiten Weltkrieg verfasst hat. Bisweilen findet es sich heute auch als Sinnspruch auf Tassen oder anderen Alltagsgegenständen. Es lautet:</p>
<p class=" ">„Gott, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,</p>
<p class=" ">den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, um den Unterschied zwischen beiden zu erkennen. Einen Tag nach dem anderen zu leben, einen Moment nach dem anderen zu genießen, Beschwernis als einen Weg zum Frieden zu akzeptieren, diese sündige Welt, wie Jesus es tat, so anzunehmen, wie sie ist, nicht so, wie ich sie gern hätte. Amen“ Gelassenheit, Mut und Weisheit. Zur Einübung braucht es vielleicht ebenso viel Vorbereitung wie zur Planung einer ultimativen Traumreise. Der Theologe Reinhold Niebuhr formuliert das als Gebet, weil er weiß, dass es mehr als Glück braucht und mehr als Sinnsprüche. Es braucht Gottes Hilfe.</p>
<p>Dieser Beitrag wurde am <a href="https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=2&amp;tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=96660&amp;cHash=faa422b5b6f3ce7f1a36dcc808104ab4">5.10.2023 bei Kirche im WDR</a> gesendet.</p>
<p>Bild: Stable Diffusion</p>
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		<title>Bammel vor der Rente</title>
		<link>https://pastorenstueckchen.de/2023/06/bammel-vor-der-rente/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[knuuut]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jun 2023 05:43:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche im WDR]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://pastorenstueckchen.de/?p=16674</guid>

					<description><![CDATA[Noch ein gutes halbes Jahr, dann ist Schluss für Joachim. Mit 58 Jahren hat er sich entschieden, in Rente zu gehen. Sein Arbeitgeber hat ihm ein Angebot gemacht, dass er nicht ablehnen kann. Auf einem anderen Blatt steht die Frage: „Was mache ich dann eigentlich?“ Schließlich ist Joachim kerngesund. Wenn er ganz ehrlich ist, hat er schon ein bisschen „Bammel“, wie er sagt. Angst ist ein zu starkes Wort für den Zustand, der sich einstellt, wenn Keller und Dachboden aufgeräumt, die Fassade gestrichen und der Garten bestellt ist. Dass das eine äußerst privilegierte Frage ist, mit der er sich auseinander setzen muss, weiß er schon. Denn vor ihm liegt ein Lebensabschnitt, den es vor 50 Jahren noch gar nicht gab. Ein bisschen ist es doch die Furcht vor dem Tod, die ihn beschleicht. Denn der Horizont, den er vor sich hat, ist nicht mehr endlos weit. Was ihn mehr beschäftigt als die Endlichkeit, ist die Frage: Was mache ich, wenn sich die Langeweile in meinem Leben ausbreitet. Sein Therapeut hat ihm geraten statt „Langeweile“ „Muße“ zu sagen: Postives Framing ist wichtig!<div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="western"><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Noch ein gutes halbes Jahr, dann ist Schluss für Joachim. Mit 58 Jahren hat er sich entschieden, in Rente zu gehen. Sein Arbeitgeber hat ihm ein Angebot gemacht, dass er nicht ablehnen kann. </span></span><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Auf einem anderen Blatt steht die Frage: „Was mache ich dann eigentlich?“ Schließlich ist Joachim kerngesund. Wenn er ganz ehrlich ist, hat er schon ein bisschen „Bammel“, wie er sagt. Angst ist ein zu starkes Wort für den Zustand, der sich einstellt, wenn Keller und Dachboden aufgeräumt, die Fassade gestrichen und der Garten bestellt ist. </span></span><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Dass das eine äußerst privilegierte Frage ist, mit der er sich auseinander setzen muss, weiß er schon. Denn vor ihm liegt ein Lebensabschnitt, den es vor 50 Jahren noch gar nicht gab. </span></span><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Ein bisschen ist es doch die Furcht vor dem Tod, die ihn beschleicht. Denn der Horizont, den er vor sich hat, ist nicht mehr endlos weit. Was ihn mehr beschäftigt als die Endlichkeit, ist die Frage: Was mache ich, wenn sich die Langeweile in meinem Leben ausbreitet. </span></span><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Sein Therapeut hat ihm geraten statt „Langeweile“ „Muße“ zu sagen: Postives Framing ist wichtig! Muße, so meint der Therapeut, ist eine Möglichkeit sich den Dingen länger zu widmen und sich Gedanken über die Lebensführung zu machen. Etwas, das im Berufsleben oft zu kurz kommt. </span></span><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Untersuchungen von Arbeitspsychologen haben gezeigt, dass Menschen, die in Beziehungen leben, besser aufgestellt sind, wenn es um den Übergang in den Ruhestand geht. Beziehungen in Partnerschaft, Freundschaft, zu Kindern vielleicht auch Enkeln. </span></span></p>
<p class="western"><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Das Leben in Beziehungen wird als unglaublich sinnstiftend erlebt, wenn sich ein Gefühl einstellt, nicht mehr unmittelbar gebraucht zu werden. </span></span><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Und noch ein zweites haben die Wissenschaftler herausgefunden: Wenn man Endlichkeit nicht als Ende von allem denkt, sondern über Endlichkeit hinausdenken und fühlen kann, ist man klar im Vorteil. </span></span><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Ob er religiös sei, will der Therapeut von Joachim wissen? „Nicht sonderlich,“ meint er. „Als Kind halt Messdiener im Dorf, aber dieses Kapitel ist schon lange abgeschlossen.“ </span></span>„<span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Egal!“, meint der Therapeut, „Sie sind mit der Tradition vertraut, das prägt. Nehmen sie den Psalm 31, den Jesus gebetet hat. Dort ist von der Geborgenheit in Gott die Rede. Meine Zeit steht in deinen Händen, heißt es da (V.16). Eine Bitte um Rettung und Schutz. </span></span><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Gott hat die Dinge unter Kontrolle. Das kann helfen bei Bammel vor eigenem Kontrollverlust. In Kombination mit der Muße wirken solche Sätze manchmal mehr als gedacht.“ </span></span>„<span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Entweder klappt es oder ich wechsle den Therapeuten“, denkt Joachim. Sechs Monate Zeit es einmal auszuprobieren, hat er ja noch. Das mit der Muße und dem Psalm 31. </span></span></p>
<p class="western"><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Dieser Beitrag wurde am 28.6.2023 bei <a href="https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=2&amp;tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=96249&amp;cHash=c24b8c1047fc1db8c9b9c24dbc7e515f">Kirche im WDR2</a> gesendet.</span></span></p>
<p class="western">Foto: <a href="https://unsplash.com/de/fotos/jXMGrVYHpK0">Unsplash</a></p>
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		<title>Siebenschläfer</title>
		<link>https://pastorenstueckchen.de/2023/06/siebenschlaefer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[knuuut]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jun 2023 05:03:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche im WDR]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute ist Siebenschläfer Tag. Nach einer Bauernregel bestimmt das Wetter um den 27. Juni herum oft den Verlauf des Sommers: Wenn es an diesem Tag regnet oder bewölkt ist, soll es in den nächsten sieben Wochen ebenfalls regnerisch oder bewölkt bleiben. Wenn es hingegen sonnig und warm ist, soll es auch in den nächsten sieben Wochen sonnig und warm bleiben. Wie so oft bei Bauernregeln gibt es verschiedene Theorien, wie sie entstanden sind. Lange Zeit dachte ich, es muss etwas mit dem gleichnamigen Tier zu tun haben. Der Siebenschläfer schläft 183 Tage und unterbricht seinen Schlaf alle sieben Tage, um etwas zu fressen. Tatsächlich nimmt die Bezeichnung des heutigen Tages Bezug auf eine Heiligen Legende, die schon im 5. Jahrhundert aufgeschrieben worden ist. Es handelt sich um die Geschichte von den sieben Schläfern von Ephesus, die im Jahr 251 nach Christus spielt. Die Kurzfassung geht so...<div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="western"><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Heute ist Siebenschläfer Tag. Nach einer Bauernregel bestimmt das Wetter um den 27. Juni herum oft den Verlauf des Sommers: </span></span><span style="color: #2a3140;"><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Wenn es an diesem Tag regnet oder bewölkt ist, soll es in den nächsten sieben Wochen ebenfalls regnerisch oder bewölkt bleiben. Wenn es hingegen sonnig und warm ist, soll es auch in den nächsten sieben Wochen sonnig und warm bleiben. </span></span></span><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Wie so oft bei Bauernregeln gibt es verschiedene Theorien, wie sie entstanden sind. Lange Zeit dachte ich, es muss etwas mit dem gleichnamigen Tier zu tun haben. Der Siebenschläfer schläft 183 Tage und unterbricht seinen Schlaf alle sieben Tage, um etwas zu fressen. </span></span><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Tatsächlich nimmt die Bezeichnung des heutigen Tages Bezug auf eine Heiligen Legende, die schon im 5. Jahrhundert aufgeschrieben worden ist. Es handelt sich um die Geschichte von den sieben Schläfern von Ephesus, die im Jahr 251 nach Christus spielt. Die Kurzfassung geht so: </span></span><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Sieben junge Männer erzählen in ihrer Heimatstadt von ihrem christlichen Glauben. Sie werden daraufhin verfolgt und verstecken sich in einer Höhle in den Bergen. Als ihr Versteck entdeckt wird, beschließen die Verfolger sie einzumauern. 195 Jahre später, am 27. Juni 446 </span></span><span style="color: #2a3140;"><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">wird die Höhle zufällig geöffnet, und die Männer erwachen unversehrt. Sie sind davon überzeugt, nur eine einzige Nacht geschlafen zu haben. Als einer von ihnen in die Stadt geht und mit einer 200 Jahre alten Münze Brot bezahlen will, wird er aufgegriffen und dem Bischof vorgeführt. Nicht nur er, sondern auch der amtierende Kaiser finden darin einen Beweis für die Auferstehung der Toten. </span></span></span><span style="color: #2a3140;"><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Kurz darauf sterben die sieben Männer. Ihre Heimatstadt ist aber inzwischen voller christlicher Bewohner:innen ist. Sie werden zu Märtyrern erklärt und ihre Geschichte verbreitet sich im ganzen Land. </span></span></span><span style="color: #2a3140;"><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Interessanter Weise findet sich die Legende auch in ähnlicher Weise im Koran. Deshalb wird eine im letzten Jahrhundert entdeckte Höhlengrabstätte im heutigen Selcuk (in der Türkei) von christlichen und muslimischen Pilgern gleichermaßen besucht. Ist doch eigentlich ein schönes Zeichen für die Überwindung eines allgegenwärtigen „Entweder-Oder“, oder? </span></span></span><span style="color: #2a3140;"><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Metereologisch gesehen liegt die Trefferquote für das Wettergeschehen in sieben Wochen </span></span></span><span style="color: #2a3140;"><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">übrigens </span></span></span><span style="color: #2a3140;"><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">bei etwas über 50%. Für die Urlaubsplanung ist es dann doch ratsam, noch mal einen Blick auf die Wetter-App zu werfen. </span></span></span><span style="color: #2a3140;"><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Zur Glaubensvergewisserung erreichen Sie das nächste Gotteshaus meist fußläufig, egal ob regnerisch oder bewölkt. Und Sie verlassen es hoffentlich mit sonnigem Gefühl. </span></span></span></p>
<p class="western"><span style="color: #2a3140;"><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-size: medium;">Dieser Beitrag wurde am 27.6.2023 bei <a href="https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=2&amp;tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=96248&amp;cHash=2ab5177cc1cf1fd6f0192c367a3735c4">Kirche im WDR2</a> gesendet.</span></span></span></p>
<p>Foto: <a href="https://unsplash.com/de/fotos/wF3ssUh4MMk">https://unsplash.com/de/fotos/wF3ssUh4MMk</a></p>
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		<title>KI und christlicher Glaube</title>
		<link>https://pastorenstueckchen.de/2023/06/ki-und-christlicher-glaube/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[knuuut]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jun 2023 05:12:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche im WDR]]></category>
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					<description><![CDATA[„Besser künstliche Intelligenz als natürlich doof“- höre ich in der Bäckerei jemanden sagen. Dem Thema KI ist kaum zu entkommen. Es beschäftigt nicht nur Technikinteressierte, sondern auch die, die gewöhnlich nicht so viel damit am Hut haben. Aber um rasch ein fertiges Produkt vorweisen zu können, gehört die Frage an die Maschine vermutlich bald zum Standard. Sogar mit christlichem Glauben und dem Format von Radiobeiträgen kennt sich der Chatbot aus. Wenn man ihm sagt: „Schreibe mir einen Radiobeitrag zum Thema ´Welche Bedeutung hat die künstliche Intelligenz für den christlichen Glauben! ´“ löst er auch diese Aufgabe. Der generierte Text ist sendefähig, geht als erster zumindest offiziell KI-basierter Kirche-im-WDR2-Beitrag durch und lautet so...<div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class=" ">„Besser künstliche Intelligenz als natürlich doof“- höre ich in der Bäckerei jemanden sagen. Dem Thema KI ist kaum zu entkommen. Es beschäftigt nicht nur Technikinteressierte, sondern auch die, die gewöhnlich nicht so viel damit am Hut haben. Aber um rasch ein fertiges Produkt vorweisen zu können, gehört die Frage an die Maschine vermutlich bald zum Standard. Sogar mit christlichem Glauben und dem Format von Radiobeiträgen kennt sich der Chatbot aus. Wenn man ihm sagt: „Schreibe mir einen Radiobeitrag zum Thema ´Welche Bedeutung hat die künstliche Intelligenz für den christlichen Glauben! ´“ löst er auch diese Aufgabe.</p>
<p class=" ">Der generierte Text ist sendefähig, geht als erster zumindest offiziell KI-basierter Kirche-im-WDR2-Beitrag durch und lautet so:</p>
<p class=" "><em>Liebe Freunde, </em><em>In den letzten Jahren haben wir eine rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz erlebt. Diese Technologie hat viele Bereiche unseres Lebens verändert und wird dies auch weiterhin tun. Aber was bedeutet das für unseren christlichen Glauben? </em><em>Zunächst einmal müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass künstliche Intelligenz von Menschen geschaffen wurde und von uns kontrolliert wird. Wie alle von uns geschaffenen Technologien kann sie für positive oder negative Zwecke eingesetzt werden. Es liegt also an uns als Gesellschaft, sicherzustellen, dass wir sie für gute Zwecke einsetzen und die negativen Auswirkungen minimieren. Schreibt der Chatbot. Wie recht er doch hat. </em>Und weiter heißt es im Text: <em>Aber es gibt auch tiefere Fragen, die sich stellen: Kann künstliche Intelligenz ein Bewusstsein haben? Kann sie menschliches Leben ersetzen? Wie passt sie in unsere christliche Vorstellung von Menschlichkeit und Würde? Als Christen glauben wir, dass jeder Mensch einzigartig und von Gott geschaffen ist. Wir glauben auch, dass wir eine Verantwortung haben, für das Leben und das Wohlergehen unserer Mitmenschen und der Schöpfung insgesamt zu sorgen. Diese Überzeugungen sollten auch unsere Einstellung zur künstlichen Intelligenz beeinflussen. Letztendlich müssen wir uns als Christen immer wieder daran erinnern, dass unsere Beziehung zu Gott und unseren Mitmenschen im Mittelpunkt unseres Lebens steht. Technologie und Fortschritt sollten immer dazu dienen, das Leben und das Wohl der Menschen zu verbessern und nicht umgekehrt. Ich hoffe, dass wir als christliche Gemeinschaft weiterhin über diese wichtigen Fragen nachdenken und uns für eine Welt einsetzen, in der Technologie im Dienst des Lebens steht. </em><em>In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen gesegneten Tag. Euer Freund und Mitstreiter.</em></p>
<p class=" ">Schreibt der Chatbot. Hört, hört – die KI scheint intelligenter zu sein als so mancher Mensch. Und ich denke an den Spruch bei der Bäckerin: „Besser künstlich intelligent als natürlich doof“.</p>
<p>Der Beitrag wurde am 26.6.2023 bei <a href="https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=2&amp;tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=96247&amp;cHash=b6035b6f1465630b38fdde5079ad487f">Kirche im WDR2</a> gesendet.</p>
<p>Foto: <a href="https://unsplash.com/de/fotos/agFmImWyPso">https://unsplash.com/de/fotos/agFmImWyPso</a></p>
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