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	<title>PorNoKratie</title>
	
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	<description>.Medien .Kommunikation .Wissenschaft</description>
	<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 17:30:02 +0000</pubDate>
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		<title>Das Zucken der Social-Media-Muskeln</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 17:30:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan M. Rechlitz</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Diplomarbeit]]></category>

		<category><![CDATA[Social-Media]]></category>

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			</a>
		</div>
<p>Nachdem einzelne Ausz&#252;ge meiner Diplomarbeit <i>Sozialmediale Intereffikation</i> bereits <a href=" http://twitter.com/#!/jodeleit/status/110093882737430528 ">im Web kursieren</a>, gibt es <strike>eigentlich</strike> keinen Grund mehr, das folgende Zitat aus der Transkription nicht auch hier zu ver&#246;ffentlichen:<br />
<span id="more-393"></span></p>
<blockquote><p>
Dieser Annahme […] stimmt auch der PR-Schaffende Bernhard Jodeleit zu. Er verweist auf „eine selbstreferenzielle Social Media-Szene, bestehend aus Marketing- und PR-Leuten […], die […] immer wieder zeigen, wie geil eigentlich Social Media, wie geil eigentlich Twitter ist“ und beschreibt dieses Ph&#228;nomen abschlie&#223;end sehr kritisch als „ein reines Muskelzucken der Social Media-Muskeln an einem K&#246;rper, wo man sich verzweifelt fragt: &#8220;Wo ist denn das Gehirn?!&#8221; (Jodeleit: 30). „Das passiert […] immer wieder und das braucht ja auch Twitter [bzw. Social Media] als Selbstbest&#228;tigung“ (Jodeleit: 31).
</p></blockquote>
<p>Punkt.</p>
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var flattr_dsc = 'Nachdem einzelne Auszüge meiner Diplomarbeit Sozialmediale Intereffikation bereits im Web kursieren, gibt es eigentlich keinen Grund mehr, das folgende Zitat aus der Transkription nicht auch hier zu veröffentlichen:    Dieser Annahme […] stimmt auch der PR-Schaffende Bernhard Jodeleit zu. Er verweist auf „eine selbstreferenzielle Social Media-Szene, bestehend aus Marketing- und PR-Leuten […], die […] immer wieder zeigen, wie geil eigentlich Social Media, wie geil eigentlich Twitter ist“ und beschreibt dieses Phänomen abschließend sehr kritisch als „ein reines Muskelzucken der Social Media-Muskeln an einem Körper, wo man sich verzweifelt fragt: \"Wo ist denn das Gehirn?!\" (Jodeleit: 30). „Das passiert […] immer wieder und das braucht ja auch Twitter [bzw. Social Media] als Selbstbestätigung“ (Jodeleit: 31).   Punkt.';
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		<item>
		<title>Öffentliche Wissenschaft im Web: Stanford University bietet Online-Seminar “Introduction to Artificial Intelligence” für alle an!</title>
		<link>http://www.pornokratie.com/blog/oeffentliche-wissenschaft-im-web-stanford-university-bietet-online-seminar-introduction-to-artificial-intelligence-fuer-alle-an/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Aug 2011 19:42:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan M. Rechlitz</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>

		<category><![CDATA[Science]]></category>

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			</a>
		</div>
<p>UPDATE Wer wollte nicht schon mal an einer so traditionsreichen und renommierten Universit&#228;t wie der Stanford University studieren? Wenn alles klappt, kann sich jeder Interessierte diesen Traum im zweiten Halbjahr 2011 erf&#252;llen! </p>
<p><a href="http://www.ai-class.com/"><img src="http://www.ai-class.com/img/artificial_intelligence_header.jpg" width="400" alt="Artificial Intellligence"></&#038;a></p>
<p>Die <a href="http://stanford.edu/">University of Stanford</a> &#246;ffnet sich n&#228;mlich und wird vom 26. September bis zum 16. Dezember 2011 das (kostenlose) Seminar &#8220;<a href="http://www.ai-class.com/">Introduction to Artificial Intelligence</a>&#8221; (“Einf&#252;hrung in die k&#252;nstliche Intelligenz”) f&#252;r jedermann <a href="http://www.engadget.com/2011/08/05/stanford-schooling-unwashed-masses-with-free-online-intro-to-art/">online anbieten</a>. Der deutsche Professor f&#252;r k&#252;nstliche Intelligenz <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_Thrun">Sebastian Thrun</a> sowie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Norvig">Peter Norvig</a>, Director of Research bei Google, werden ihre Vorlesungen als kurze Video-Clips (20 mal 15 Minuten) im Web publizieren. Und nicht nur das, jeder Teilnehmer soll sogar die M&#246;glichkeit erhalten, aktiv an der Veranstaltungsreihe teilzunehmen!</p>
<p><iframe width="425" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/LDIRwYHo0KM" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>F&#252;r Stanford-Studenten sowie f&#252;r Teilnehmer des Online-Seminares gelten dabei dieselben Regeln: In verschiedenen <span id="more-365"></span>Hausaufgaben, Tests, einer Zwischen- sowie einer Abschlusspr&#252;fungen m&#252;ssen sie ihr Wissen unter Beweis stellen und sollen dabei jeweils gleich bewertet werden. W&#228;hrend an der Stanford-University eingeschriebene Studierende anschlie&#223;end ein offizielles Stanford-Zertifikat bekommen, erhalten alle anderen Kursteilnehmer eine benotete Teilnahmebest&#228;tigung. Als begleitende Fachliteratur empfehlen Thrun und Norvig &#252;brigens das Buch <a href="http://www.amazon.de/Artificial-Intelligence-Modern-Approach-Prentice/dp/0137903952">”Artificial Intelligence: A Modern Approach”</a>, auf dessen Inhalten das Seminar aufbaut.</p>
<p><iframe width="425" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/YuJwMoubGFk" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><strong>Der Elfenbeinturm der Universit&#228;tslehre</strong></p>
<p>Ich halte dieses Konzept f&#252;r einen weiteren wichtigen Schritt in der Universit&#228;tslehre hin zu mehr Offenheit und sehe hierin gro&#223;es Potential f&#252;r die Zukunft des wissenschaftlichen Betriebes. Seit einigen Jahren schon w&#252;nsche ich mir eine st&#228;rkere &#214;ffnung der Universit&#228;ten f&#252;r Studierende an anderen Hochschulen, aber auch f&#252;r Nicht-Studierende. Das <strike>Social</strike> Web bietet sich hervorragend an, um Wissen weltweit f&#252;r alle offen zug&#228;nglich zu machen und Interessierte aktiv mit einzubinden. </p>
<p>Klar, in den letzten Jahren wurden von immer mehr Hochschulen immer h&#228;ufiger Lehrinhalte wie etwa Vorlesungsmitschnitte im Web publiziert. Man schaue sich nur bei iTunesU oder bei YouTube um. Auch das von Bill Gates gef&#246;rderte AcademicEarth.org ist in dieser Reihe zu nennen. Aber das schlichte Teilen von Wissen ist eine Sache, das aktive Erarbeiten und Erleben von Wissen und Forschung der n&#228;chste wichtige Schritt. Nicht mehr nur die Inhalte einseitig im Web publizieren, sondern die interessierten Nutzer aktiv an den Veranstaltungen beteiligen. Kommt das irgendjemandem bekannt vor?! <img src='http://www.pornokratie.com/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong>Schwarmintelligenz f&#252;hrt zu schnellerem Fortschritt</strong></p>
<p>Wenn nun die Hochschulen sich untereinander gegenseitig die Zug&#228;nge zu ihren Wertg&#252;tern (also zu den Lehrenden und deren Lehrveranstaltungen) &#246;ffnen w&#252;rden, dann k&#246;nnten letztlich alle zusammen von dem dadurch angesto&#223;enen Wissenstransfer profitieren, die Qualit&#228;t der Lehre und Ausbildung der Nachwuchswissenschaftler k&#246;nnte signifikant und nachhaltig ansteigen. Studierende von verschiedenen Hochschulen und aus unterschiedlichen L&#228;ndern w&#252;rden zusammen forschen, ihr Wissen und ihre Ansichten untereinander austauschen und somit neue wichtige Impulse geben. </p>
<p>Die Studierenden w&#252;rden sich folglich ihren Semesterplan nicht mehr nur ausschlie&#223;lich mit Veranstaltungen der eigenen Hochschule, sondern mit Veranstaltungen von Hochschulen weltweit zusammenstellen. Voraussetzung w&#228;re allerdings, dass die Universit&#228;ten auch an anderen Hochschulen erworbene Scheine anerkennen.</p>
<p><strong>Wissen f&#252;r die und mit der Gesellschaft</strong></p>
<p>Nat&#252;rlich lie&#223;e sich das Ganze noch erweitern, indem die Universit&#228;ten die Teilnahme an ihren Lehrveranstaltungen nicht nur anderen Studierenden, sondern auch den nicht an einer Hochschule immatrilkulierten aber an der Forschungsdisziplin interessierten Menschen &#246;ffnen. Aktiver Wissenserwerb f&#252;r Jede und Jeden. Ich bin &#252;berzeugt davon, dass auch fachfremde aber am Fach interessierte Menschen wichtige Impulse f&#252;r die gesamte Fachdisziplin zu geben im Stand w&#228;ren!</p>
<p>Wissenschaft w&#252;rde somit wieder zu einer &#246;ffentlichen und tief in der Gesellschaft verwurzelten Angelegenheit, wie sie es einst im antiken Griechenland war. Damals waren es die Philosophen, die auf den Marktpl&#228;tzen ihr Wissen an alle daran interessierten Menschen weitergaben, mit diesen diskutierten und durch diese Partizipation nicht zuletzt die Freiheit des Denkens initiierten. </p>
<p><strong>Stanford macht jetzt den Anfang!</strong></p>
<p>All diese Gedanken begleiten mich bereits seit einiger Zeit. Deswegen begr&#252;&#223;e ich auch die Initiative, die von der Stanford University durch die grunds&#228;tzlich jedem Interessierten offen stehende Teilnahme am Seminar &#8220;Introduction to Artificial Intelligence&#8221; ausgeht. Interessierte des Kurses k&#246;nnen sich aktuell auf der zugeh&#246;rigen Webseite <a href="http://www.ai-class.com/">http://www.ai-class.com</a> f&#252;r den Newsletter anmelden, die offizielle Anmeldung zum Seminar soll im Laufe des Augusts freigeschaltet werden.</p>
<p>Das Ganze kann &#252;brigens unter Open Access bzw. Open Education eingeordnet werden. Und es &#252;berrascht dabei auch nicht, dass mal wieder Google sein Finger ganz dick mit im Spiel hat. Der aus Solingen stammende Professor Sebastian Thrun ist Google Fellow. Er ist auch seit einigen Jahren an den von Google durchgef&#252;hrten Forschungsprojekten zu &#252;ber das Internet miteinander kommunizierenden <a href="http://www.engadget.com/2010/10/09/google-and-tu-braunschweig-independently-develop-self-driving-ca/">fahrerlosen Autos</a> beteiligt. Die britische Zeitung “The Telegraph” listet Thrun in seiner <a href="http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/1567544/Top-100-living-geniuses.html">Top 100 der lebenden Genies</a>. Peter Norvig wiederum ist Director of Research bei Google. </p>
<p>Die &#214;ffnung von Universit&#228;ten und damit einhergehend die &#214;ffnung der Wissenschaft wird durch die nachr&#252;ckenden und mit dem <strike>Social</strike> Web aufwachsenden Forschergenerationen gerade erst angesto&#223;en. Aber sie ist noch lange nicht am Ende. Bereits Goethe hat im 18. Jahrhundert kritisiert:</p>
<blockquote><p>
Die Deutschen, und sie nicht allein, besitzen die Gabe, die Wissenschaften unzug&#228;nglich zu machen.
</p></blockquote>
<p class="fbconnect_share"><fb:share-button class="url" href="http://www.pornokratie.com/blog/oeffentliche-wissenschaft-im-web-stanford-university-bietet-online-seminar-introduction-to-artificial-intelligence-fuer-alle-an/" /></p><script type="text/javascript">
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		<item>
		<title>Über den Gartner`schen Hype-Cycle und Social-Media-Relations</title>
		<link>http://www.pornokratie.com/blog/ueber-den-gartnerschen-hype-cycle-und-social-media-relations/</link>
		<comments>http://www.pornokratie.com/blog/ueber-den-gartnerschen-hype-cycle-und-social-media-relations/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Mar 2011 14:09:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan M. Rechlitz</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Diplomarbeit]]></category>

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			</a>
		</div>
<blockquote><p>
Dieser Artikel basiert auf (zum Teil nicht verwendeten) Ausarbeitungen im Vorfeld meiner Diplomarbeit „Sozialmediale Intereffikation – Eine inhaltsanalytische Auseinandersetzung mit dem (Zusammen-) Spiel von Public Relations und Journalismus  in und &#252;ber Social Media“, erg&#228;nzt um einige Aussagen der von mir interviewten Experten.
</p></blockquote>
<p>Die Relevanz, die Soziale Medien heutzutage in der &#246;ffentlichen Wahrnehmung einnehmen, mussten sie sich in den vergangenen Jahren erst erarbeiten. Gerade gegen&#252;ber Blogs, mit denen die Entwicklung der Sozialen Medien begonnen hatte, wurde „viel Skepsis“ ge&#228;u&#223;ert, sie „wurden lange Zeit als Internet-Tageb&#252;cher verschrien und als Klo-W&#228;nde des Internet“ (Jodeleit: 4).</p>
<p><b>&#220;ber das Henne-Ei-Problem der Sozialen Medien</b></p>
<p>Es ist dieses seit Jahrhunderten ber&#252;chtigte „Henne-Ei-Problem“, das auch hinsichtlich der Sozialen Medien aufgef&#252;hrt werden kann. Zweifelsohne ist es heutzutage keine Seltenheit mehr, wenn sich in traditionellen Medien wie der Tageszeitung oder im Fernsehen mit Social Media auseinandergesetzt wird. Die Frage allerdings ist, ob die <span id="more-361"></span>traditionellen Medien und mit diesen nicht zuletzt die Journalisten den Sozialen Medien zu einer Erh&#246;hung von Sichtbarkeit, Relevanz und Reichweite verholfen haben, indem sie sich erst diesen in ihren Formaten gewidmet und damit neue Nutzer zugef&#252;hrt haben oder aber ob die Masse der Nutzer selber den Sozialen Medien Relevanz verschafft hat, so dass die Journalisten gezwungenerma&#223;en nicht umhin kamen, sich damit auseinanderzusetzen?! </p>
<p>Bernhard Jodeleit, der Standortleiter von fischerAppelt relations in Stuttgart, jedenfalls tendiert zur zweiten Annahme und betont, dass in seiner Wahrnehmung das Interesse der klassischen Medien an Social Media dann gewachsen sei, als man gesehen habe, dass Social Media-Plattformen wie beispielsweise Facebook und Twitter zunehmende Verbreitung bei Internetnutzern fand. In der Folge h&#228;tten sich zuerst die Special-Interest-Medien und schlie&#223;lich „auch die etablierten Medienjournalisten, […] [und] die General-Interest-Medien begonnen, sich f&#252;r das Thema zu interessieren“ (Jodeleit: 4). </p>
<p>Wie dem auch sei, Social Media ist jedenfalls nicht an einzelne Dienste oder Plattformen gebunden, sondern kann als Entwicklung des gesamten Internets auf Grundlage der Web 2.0-Idee verstanden werden. Das Internet ist nicht zuletzt dadurch heutzutage tendenziell „nicht mehr [nur als eine] Ein-Kanal-Kommunikation“ (Artopé: 4) zu begreifen, sondern ein „Many-to-Many-Ph&#228;nomen“, das auch in Zukunft nicht mehr verschwinden, sondern als feste Charaktereigenschaft der Internetkommunikation bestehen bleiben wird. </p>
<p>Anders als in traditionellen Medien, wo eine gewisse Elite von Medienschaffenden und Journalisten den Inhalt bestimmt, formt im Internet die Masse der Nutzer den Content. Das Internet wird zu einem Ort der „digitale[n] Fu&#223;spuren [...], die die Nutzer hinterlassen, je nachdem wie weit [sie] bereit [sind], sich daf&#252;r zu &#246;ffnen – wissentlich oder unwissentlich“ (Artopé. 4).</p>
<p><b>Der Gartner`sche Hype Cycle</b></p>
<p>Angesprochen auf die bisherige Entwicklung der Sozialen Medien verweist Bernhard Jodeleit auf den so genannten „Hype Cycle“ von Gartner (vgl. Jodeleit: 4). Um die Antworten der befragten Experten hinsichtlich der Entwicklung von Social Media f&#252;r Public Relations und Journalismus etwas besser einordnen zu k&#246;nnen und um diese miteinander vergleichbar zu machen, soll nachfolgend kurz auf den <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hype_cycle">Gartner`schen Hype Cycle</a> eingegangen werden.</p>
<p>Der Hype Cycle umschreibt verschiedene Phasen der &#246;ffentlichen Aufmerksamkeit, die eine neue Technologie durchl&#228;uft. Dabei zeigen sich auf der X-Achse die `Expectations`, die Erwartungen, die im Laufe der Zeit (auf der Y-Achse) unterschiedlich stark ausgepr&#228;gt sind. Jecky Fenn und Mark Raskino von der amerikanischen Beratungsagentur Gartner, auf die der Hype Cycle zur&#252;ck zu f&#252;hren ist, sprechen auch vom „cycle of hope and disappointment“ (Fenn/Raskino 2008: 7), dem Zyklus von Hoffnung und Entt&#228;uschung, den jede neue Technologie durchlaufen m&#252;sse.</p>
<p>Der Gartner`sche Hype Cycle unterscheidet dabei f&#252;nf unterschiedliche Phasen (vgl. hierzu Fenn/Raskino 2008: 8 ff.):</p>
<p>1. In der Phase der <b>Innovations-Ausl&#246;ser</b> („Innovation Trigger“) wird einer neuen Technologie zu einem ersten Durchbruch verholfen, indem bei einem Fachpublikum Interesse daf&#252;r geweckt wird. Im Verlauf dieser Phase nimmt die Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit stetig zu, mehr und mehr Menschen werden auf die neue Technologie aufmerksam.</p>
<p>2. Als „Peak of Inflated Expectations“, als <b>Gipfel der &#252;berzogenen Erwartungen</b>, beschreiben Fenn und Raskino die zweite Phase des Zyklus. Hier ist der H&#246;hepunkt der Aufmerksamkeit erreicht. Unternehmen, die bisher noch nicht auf den Zug aufgesprungen sind, stehen jetzt unter Druck, sich der Innovation anzunehmen, um nicht gegen&#252;ber Konkurrenten ins Hintertreffen zu geraten. Jene, die sich bereits fr&#252;hzeitig mit der neuen Technologie auseinandergesetzt haben f&#252;hlen sich stolz und prahlen mit ihrer Vorreiterschaft. Sp&#228;testens jetzt tritt ein Mitl&#228;ufer-Effekt in Kraft, der die Innovation an ihre obersten Grenzen schleudert und  gezwungenerma&#223;en zu einer intensiven Auseinandersetzung der Medien mit der Technologie f&#252;hrt.</p>
<p>3. Auf den H&#246;hepunkt folgt anschlie&#223;end das <b>Tal der Ern&#252;chterung</b> („Trough of Disillusionment“). Die &#252;bertriebenen Erwartungen der vorangegangenen Phasen weicht allm&#228;hlich der Realit&#228;t. Erfolge von jenen, die fr&#252;hzeitig mit der Technologie in Kontakt gekommen sind und die in der Folge ein ums andere mal kopiert wurden, f&#252;hren zu einer &#220;bers&#228;ttigung. Man kann auch vom `Boden der Tatsachen` sprechen, auf den das Fachpublikum und die Mitl&#228;ufer heruntergeholt werden. Die Medien, die dauerhaft auf der Suche nach neuen Themen sind, wenden sich ab und setzen sich vermehrt kritisch mit den negativen Auswirkungen und nicht mehr mit den Potentialen der Technologie auseinander. Normalerweise w&#228;re hier das Ende der Innovations-Kurve gekommen, die Technologie w&#252;rde verschwinden, jene, die von vornherein nicht daran geglaubt haben, s&#228;hen sich best&#228;tigt.</p>
<p>4. Es folgt der <b>Hang der Erleuchtung</b> („Slope of Enlightenment“). Einige der Early Adopters setzen sich realistisch und pragmatisch mit der Technologie auseinander, versuchen zwischen der anf&#228;nglichen &#220;berbewertung sowie der darauf gefolgten tiefen Entt&#228;uschung einen Ausgleich herzustellen, sehen das Licht am Ende des Tunnels. In dieser entscheidenden Phase findet eine  Konsolidierung und eine Professionalisierung statt, die aus dem Tal &#252;ber den Hang in Richtung Hochebene f&#252;hrt.</p>
<p>5. Als letzte Phase beschreiben Fenn und Raskino schlie&#223;lich die <b>Hochebene der Produktivit&#228;t</b> („Plateau of Productivity“). Hier sind nun die tats&#228;chlichen Vor- und Nachteile der Technologie weitestgehend von einer gro&#223;en Masse akzeptiert und anerkannt. Es wurden angemessene, realistische und praktische Einsatzzwecke gefunden, die zu einer tats&#228;chlichen Aussch&#246;pfung der Potentiale auf einem professionellen Niveau gef&#252;hrt haben. Eine wachsende Anzahl von Unternehmen vertraut dem Einsatz der Technologie und wei&#223; die vormals &#252;berzogenen Erwartungen realistisch einzusch&#228;tzen. Die Technologie kann als etabliert betrachtet werden.</p>
<p><a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/94/Gartner_Hype_Cycle.svg/500px-Gartner_Hype_Cycle.svg.png"><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/94/Gartner_Hype_Cycle.svg/500px-Gartner_Hype_Cycle.svg.png" alt="Gartner Hype Cycle"></a></p>
<p><b>&#220;ber die Konsolidierung von PR und Social Media</b></p>
<p>Bernhard Jodeleit, zufolge sei Social Media ziemlich schnell „auf den Gipfel der Erwartungen hochgeschossen“ und stecke nun mitten im Beginn einer Phase der Konsolidierung und der Professionalisierung (vgl. Jodeleit: 4), die aber im Moment „noch nicht sehr weit fortgeschritten“ sei (Jodeleit: 5).</p>
<p>&#196;hnlich sieht es auch Christian Artopé, Unit-Leiter bei der Berliner Agentur Aperto, der darauf verweist, dass sich die „PR [...] in den letzten zwei, drei Jahren [...] extrem gewandelt“ habe und inzwischen dabei sei, sich „von einem Offline-Dienstleister zu einem Online-Dienstleister“ zu ver&#228;ndern, zu dessen Portfolio es „ganz selbstverst&#228;ndlich“ geh&#246;re, „mit Social Media zu arbeiten“ (Artopé: 7). </p>
<p>Jodeleit sieht diesen Meinungsumschwung innerhalb der Public Relations bereits vor zwei Jahren beginnend. Wichtige PR-Entscheider h&#228;tten damals bereits „recht fr&#252;h erkannt [...], da &#228;ndert sich was, wir m&#252;ssen uns an neue Kan&#228;le gew&#246;hnen“ (Jodeleit: 4). Beg&#252;nstigt wurde diese Entwicklung durch den generellen Einbruch der klassischen Medien, die mehr und mehr mit sinkender Reichweite und einem R&#252;ckgang der Auflage zu k&#228;mpfen hatten. Soziale Medien seien Jodeleit zufolge, nur der logische Ausweg f&#252;r PR-Schaffende gewesen, um trotz dieser Probleme der klassischen Massenmedien ihre Botschaften dennoch weiterhin an die Rezipienten und Kunden herantragen zu k&#246;nnen, denn „brechen mir die normalen klassischen Medien weg, dann baue ich mir meine eigenen“ (Jodeleit: 4).</p>
<p>Eine konkrete Aussage dar&#252;ber, in welcher Phase des Gartner`schen Hype Cycle sich die Social Media-Aktivit&#228;ten der deutschen PR-Schaffenden heutzutage einordnen lassen k&#246;nnen, ist allerdings verallgemeindernd nicht seri&#246;s zu beantworten. W&#228;hrend ein Teil der PR-Schaffenden gerade erst dabei zu sein scheint, sich von dem momentan immer noch anhaltenden medialen <em>Hype</em> angesteckt, mit Social Media anzufreunden und sich damit mitten in der Phase des „Gipfel der &#252;berzogenen Erwartungen“ (Phase 2) befindet, sind andere bereits im „Tal der Ern&#252;chterung“ (Phase 3) angelangt. </p>
<p>Bernhard Jodeleit, dem bei der PR-Agentur fischerAppelt relations unter anderem die Aufgabe zukommt, „Social Media aus PR-Perspektive voranzutreiben“ (Jodeleit: 1), kann mit seiner Agentur sicherlich schon in der Phase 4, dem „Hang der Erleuchtung“, verortet werden. So hat man in der Agentur-Gruppe inzwischen ein „interdisziplin&#228;res Konstrukt - das `Social Media Strategy Lab`“ aufgebaut, „in dem sich die Vertreter unterschiedlicher Agenturen [der fischerAppelt-] Gruppe austauschen […,] also die Marketingfachleute mit den Unternehmensberatern mit den PR-Menschen mit den Designern“ (Jodeleit: 1) und in dieser Runde inzwischen gemeinsam einen siebenstufigen Social Media Strategie-Prozesse erarbeitet haben (Jodeleit: 5). Gleiches gilt wohl auch f&#252;r die Internet-Agentur Aperto, wo der Grad der Professionalisierung und Strukturierung des Bereiches „Social Media“ ebenfalls als relativ weit fortgeschritten angesehen werden kann.</p>
<p><b>PR meets Journalismus</b></p>
<p>Aber nicht nur im PR-internen Vergleich ist es schwer, den Social Media-Entwicklungsstand der Branche zu definieren, der sehr divergiert. Hinsichtlich der Frage, ob der Konsolidierungsvorgang der Public Relations in Sozialen Medien wom&#246;glich weiter vorangeschritten sei, als jener des Journalismus, formuliert der erfahrene Journalist Frank Schmiechen: „Ehrlich gesagt, kann ich [...] nicht beurteilen, ob die st&#228;rker [in den Sozialen Medien] vertreten sind als [wir] Journalisten. Mein Gef&#252;hl sagt mir eigentlich: `Nein`&#8221; (Schmiechen 2010: 55).</p>
<p>Insgesamt, so Christian Artopé, Unitleiter und Berater bei der Internetagentur Aperto, sei die Nutzung von Sozialen Medien „f&#252;r PR sehr viel dankbarer“, als f&#252;r viele andere Branchen wie auch f&#252;r den Journalismus, so dass es inzwischen f&#252;r PR-Schaffende „dazu geh&#246;rt, sich in Online und in Social Media zu bewegen“ (Artopé: 7). Als Gr&#252;nde nennt Artopé zum einen die genaue Zielgenauigkeit (Stichwort: Targeting), die sich online und insbesondere in Sozialen Medien erzielen lie&#223;en sowie die Bereitschaft von Auftraggebern hierf&#252;r zu zahlen. „Bei PR stellt sich immer die Frage, ich habe eine bestimmte Zielgruppe, wie kann ich diese Zielgruppe am besten erreichen und beeinflussen` und da gibt es keine sch&#246;nere Geschichte, als das Netz und Social Media“ (Artopé 2010: 7).</p>
<p>Bernhard Jodeleit bringt noch eine ganz andere Sichtweise mit ein. Denn gerade weil sich Social Media aktuell in einem &#220;bergang zwischen den Phasen des „Gipfel der &#252;berzogenen Erwartungen“ &#252;ber das „Tal der Ern&#252;chterung“ bis hin zum „Hang der Erleuchtung“ befinde, sei insbesondere der „Sensibilisierungsgrad der Unternehmen“ gegenw&#228;rtig „extrem hoch“, denn pl&#246;tzliche g&#228;be es „immer mehr Anl&#228;sse f&#252;r Unternehmen, sich mit Social Media zu befassen“, was dazu f&#252;hre, dass „sehr viele Unternehmen [...] im Moment dabei [sind], eine Social Media Position zu entwickeln und auch &#252;ber Strategien nachzudenken“ (Jodeleit: 4). </p>
<p>Jodeleit spricht von einem Grummeln, dass es schon seit einigen Monaten in den Unternehmen gebe „und jetzt sind eben die D&#228;mme gebrochen vor einiger Zeit“ (Jodeleit: 4). Diese Aufgeschlossenheit der Unternehmen, gepaart mit der Angst sich in Sozialen Medien wom&#246;glich un&#252;berlegt und falsch zu bewegen, habe zu einer niederen Beratungsresistenz der Unternehmen gef&#252;hrt, was  Jodeleit zufolge, „eine R&#252;ckbesinnung auf die strategischen Grundlagen der PR“ zur Folge habe (Jodeleit: 4).</p>
<p>Zustimmung, was die optimistische Sichtweise auf die Public Relations im Umgang mit Social Media angeht, erhalten Artopé und Jodeleit aus dem Journalismus. Denn dass Soziale Medien enorme Potentiale f&#252;r die Public Relations bereit halten, davon ist auch der stellvertretende Chefredakteur der WELT-Gruppe, Frank Schmiechen, &#252;berzeugt: „Ja klar, die m&#252;ssen da rein, &#252;berhaupt gar keine Frage“, denn wenn die PR „das gut macht und auch ich als Journalist damit in Kontakt komme, dann ist das f&#252;r die [PR] einfach gut, ob ich drauf kucke oder nicht“ (Schmiechen 2010: 55). Demnach sei es ohnehin seit je her eine der Aufgaben von PR-Schaffenden, so viele Menschen wie nur irgendwie m&#246;glich mit den eigenen Botschaften in Kontakt zu bringen. Und dieses Potential w&#228;re in Sozialen Medien und Sozialen Netzwerken naturgegeben vorhanden.</p>
<p>Insgesamt so Bernhard Jodeleit, k&#246;nne man zum gegenw&#228;rtigen Zeitpunkt schon ein vorl&#228;ufiges Fazit ziehen, n&#228;mlich, „Social Media aus PR-Perspektive bricht die Starre der PR-Branche auf“ und h&#228;tte damit nicht zuletzt auch „das Potential, PR ein bisschen menschlicher zu machen“ (Jodeleit: 3 und 4).</p>
<blockquote><p>
<b>Quellen:</b><br />
- Artopé, Christian (2010). In: Sozialmediale Intereffikation – Eine inhaltsanalytische Auseinandersetzung mit dem (Zusammen-) Spiel von Public Relations und Journalismus  in und &#252;ber Social Media, TU Ilmenau.<br />
- Fenn, Jackie / Raskino, Mark (2008): Mastering the Hype Cycle. How to choose the Right Innovation at the Right Time. Harvard Business School Publishing, Massachusetts.<br />
- Jodeleit, Bernhard (2010). In: Sozialmediale Intereffikation – Eine inhaltsanalytische Auseinandersetzung mit dem (Zusammen-) Spiel von Public Relations und Journalismus  in und &#252;ber Social Media, TU Ilmenau.<br />
- Schmiechen, Frank (2010). In: Sozialmediale Intereffikation – Eine inhaltsanalytische Auseinandersetzung mit dem (Zusammen-) Spiel von Public Relations und Journalismus  in und &#252;ber Social Media, TU Ilmenau.<br />
- Rechlitz, Jan M. (2010): Sozialmediale Intereffikation – Eine inhaltsanalytische Auseinandersetzung mit dem (Zusammen-) Spiel von Public Relations und Journalismus  in und &#252;ber Social Media, TU Ilmenau.</p>
<p><em>Die finale Version der Diplomarbeit „Sozialmediale Intereffikation“ wird in den kommenden Wochen im Internet unter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Education">OpenEducation-Philosophie</a> publiziert.</em>
</p></blockquote>
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		<title>Guttenberg-Debatte: Über die gesellschaftliche Verantwortung des Journalismus</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Feb 2011 22:29:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan M. Rechlitz</dc:creator>
		
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<p>In den vergangenen Tagen wurde in Deutschland viel &#252;ber das wissenschaftliche Arbeiten und das Schreiben von Dissertationen gesprochen. Grund hierf&#252;r waren die offensichtlichen Plagiate in der Doktorarbeit des amtierenden Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg. Es gab kaum ein anderes Thema, welches in dieser Zeit so sehr in deutschen Massenmedien und in Sozialen Medien diskutiert wurde. Schnell machte der Vorwurf einer politischen Kampagne und/oder einer Medieninszenierung die Runde. Gab es nicht wichtigere Themen, mit denen sich die Journalisten und Multiplikatoren auseinandersetzen sollten?! Handelte es sich bei der ganzen Geschichten nicht um eine Lappalie?! So lauteten nur zwei der Hauptkritikpunkte, die von den zahlreichen Guttenberg-Bef&#252;rwortern vorgebracht wurden.</p>
<p>Grund genug sich einmal etwas genauer mit der Thematik auseinanderzusetzen. Was bedeutet denn eigentlich „Journalismus“? Mit was hat sich dieser zu besch&#228;ftigen? Welche Aufgabe kommt den Journalisten in unserer demokratischen Gesellschaft zu und was hat das wom&#246;glich sogar mit den Revolutionen in Tunesien, &#196;gypten oder Libyen zu tun? Was k&#246;nnte wohl besser geeignet sein, um dieser Frage auf den Grund zu gehen, als ein kleiner Blick in die wissenschaftliche Fachliteratur?! Nat&#252;rlich zitiert und mit Quellen&#8230;</p>
<p><strong>Ann&#228;herung an den Journalismus-Begriff</strong></p>
<p>„Was wir &#252;ber unsere Gesellschaft, ja &#252;ber die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien“ (Luhmann 2009: 9). Mit diesem Satz beginnt <span id="more-344"></span>Luhmann sein Werk `<em>Die Realit&#228;t der Massenmedien</em>`, in welchem er sich systemtheoretisch mit den Massenmedien auseinandersetzt. Wenn Luhmann den Begriff der <em>Massenmedien</em> definiert als „Einrichtungen der Gesellschaft [...], die sich zur Verbreitung von Kommunikation technischer Mittel der Vervielf&#228;ltigung“ bedienen, wie „vor allem [...] B&#252;cher, Zeitschriften, Zeitungen [...], die durch Druckpresse hergestellt werden; aber auch [...] photographische oder elektronische Kopierverfahren jeder Art, sofern sie Produkte in gro&#223;er Zahl mit noch unbestimmten Adressaten erzeugen“ (Luhmann 2009: 9), dann ist es nichts anderes als der <em>Journalismu</em>s, den er damit gleichzeitig beschreibt.</p>
<p>Das Wort <em>Journalismus</em> stammt von dem franz&#246;sischen Wort `<em>le jour</em>` ab, was im deutschen `<em>der Tag</em>` bedeutet und umfasst die Arbeit der im Journalismus t&#228;tigen Akteure, den Journalisten. Von `<em>dem</em>` Journalismus zu sprechen ist ein &#228;u&#223;erst schwieriges Unterfangen, denn viel zu facettenreich und unterschiedlich gestalten sich die verschiedenen Aufgaben und Leistungen, die mit dem Begriff des Journalismus verbunden sind (vgl. Szyszka 1997). So unterscheidet sich beispielsweise nicht nur die Zielsetzung des <em>Marketing</em>journalismus fundamental von jenem des <em>Aufkl&#228;rungs</em>journalismus, sondern damit einhergehend auch das Rollenselbstverst&#228;ndnis der handelnden Akteure dieser beiden sowie aller dazwischen liegenden oder angrenzenden journalistischen Bereiche (vgl. Weischenberg 1995: 334 ff.). Beim Journalismus handelt es sich vielmehr um ein „au&#223;ergew&#246;hnlich heterogenes Funktionssystem, das sich nicht auf einen einfachen Nenner bringen l&#228;sst“ (ebd.: 449 f.). </p>
<p><strong>Funktionen des Journalismus</strong></p>
<p>Stephan Ru&#223;-Mohl definiert als <b>wichtigste Funktionen des Journalismus</b> ´Information´, ´Artikulation´, ´Agenda-Setting´, ´<b>Kritik und Kontrolle</b>´, ´Bildung´, ´Sozialisation und F&#252;hrung´ sowie ´Integration´ (vgl. hierzu Ru&#223;-Mohl 2003: 21 ff.): Von den Medien w&#252;rde demnach erwartet, dass sie reichhaltige Informationen bereit stellen und an die Rezipienten herantragen, damit diese sich <b>eine eigene Meinung bilden und somit ihren staatsb&#252;rgerlichen Rechten und Pflichten nachkommen k&#246;nnen</b> (Information). Diese Informationen werden f&#252;r die Rezipienten nicht nur verst&#228;ndlich und m&#246;glichst abw&#228;gend nahegebracht (Artikulation), sondern alleine <b>durch die Berichterstattung erst &#246;ffentlich relevant</b>. Erst durch diese Relevanz r&#252;cken Themen in den Aufmerksamkeitsbereich der &#214;ffentlichkeit und werden somit <b>von der Gesellschaft wahrgenommen und diskutiert</b> (Agenda Setting). </p>
<p>Das Selbstverst&#228;ndnis der Journalisten sieht Ru&#223;-Mohl dabei in einer <b>gesellschaftlichen Rolle als vierter Gewalt im Staat</b>, in der sie eine <b>wichtige &#220;berwachungsfunktion von Exekutive, Legislative und Judikative</b> ausf&#252;hren (Kritik und Kontrolle). Mit dieser Kontrollfunktion sowie mit der Rolle als aufkl&#228;render und erkl&#228;render Berichterstatter tragen Journalisten dazu bei, <b>dass sich die B&#252;rger ein eigenes differenziertes Bild von unter Umst&#228;nden komplexen Sachverhalten machen</b> und darauf aufbauend Entscheidungen treffen k&#246;nnen (Bildung). Hieraus resultiert zwangsl&#228;ufig eine Entwicklung, in der die &#246;ffentliche Meinung der zuvor durch die Medien ver&#246;ffentlichten Meinung folgt, durch diese also fundamental und nachhaltig gepr&#228;gt und teilweise vorgegeben wird. </p>
<p>Medien nehmen dabei nicht nur eine f&#252;hrende Rolle ein, sondern sie <b>wirken dabei auch gleichzeitig erziehend</b> (Sozialisation und F&#252;hrung). Erg&#228;nzt wird diese Aufgabe der Meinungsbildung durch eine in den vergangenen Jahren immer st&#228;rker werdenden Nachfrage der Unterhaltungsfunktion des Journalismus (Unterhaltung). Aufgrund ihrer gesellschaftlich enorm wichtigen Stellung kommt den Medien dar&#252;ber hinaus eine Schl&#252;sselfunktion im interkulturellen Austausch zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Schichten sowie zwischen unterschiedlichen kulturellen Gemeinschaften zu. Dies schlie&#223;t neben dem Bereich der Bildung durch Informationen, auch die <b>Vorbildfunktion f&#252;r gesellschaftliche Entwicklungen</b> mit ein, die durch die Aufbereitung und Integration gesellschaftlicher Randgruppen angesto&#223;en wird (Integration).</p>
<p><strong>Journalismus und &#214;ffentlichkeit</strong></p>
<p>Es sei in Anlehnung an die Bereiche &#214;ffentlichkeit und &#246;ffentliche Meinung (auf die ich in diesem Artikel allerdings nicht weiter eingehen m&#246;chte) darauf verwiesen, dass die Medien, und damit auch der Journalismus, ihre Aufgabe darin verstehen, als Kommunikatorsystem strukturierte - idealerweise objektive und unabh&#228;ngige - Informationen an ein `disperses Publikum` (nach Gerhard Maletzke, 1963) zu senden, um damit einen <b>Meinungsbildungsprozess sowie die Herstellung einer &#246;ffentlichen Meinung sicherzustellen</b> (vgl. hierzu auch das Arenenmodell nach Friedhelm Neidhardt, das ich bereits in zwei <a href="http://www.pornokratie.com/blog/medien-social-media-pr-die-gauckler-der-nation-aber-duerfen-die-das/"> &#228;lteren Artikeln</a> etwas <a href="http://www.pornokratie.com/blog/social-payment-und-flattr-digitalen-inhalten-einen-reellen-wert-verschaffen/">n&#228;her beschrieben</a> habe).</p>
<p>In der modernen Gesellschaft sind es die Massenmedien, denen bei der Bildung von &#214;ffentlichkeit und &#246;ffentlicher Meinung eine besondere Bedeutung zukommt. Dabei ist es egal, ob die Massenmedien intentional auftreten und zum Beispiel politische Meinungen verbreiten oder ob die &#246;ffentliche Meinung als „Abfallprodukt“  ihrer auf Information und Unterhaltung gerichteten Aktivit&#228;ten entsteht (vgl. Luhmann 2000: 303 f.). Im Rahmen dieser Herstellung von &#214;ffentlichkeit, als einer der Kernaufgaben des Journalismus, ist es <b>erforderlich, gesellschaftlich relevante Fragen und Probleme zu identifizieren</b> und durch das Thematisieren <b>auf die &#246;ffentliche Agenda zu bringen</b>, so <b>dass sich die Gesellschaft damit aktiv auseinandersetzen und nach L&#246;sungen suchen kann</b> (vgl. P&#246;ttker 1997: 337). Der Journalismus sorgt somit daf&#252;r, dass die unterschiedlichen gesellschaftlichen Teilsysteme &#252;ber Medien miteinander agieren und sich untereinander und &#252;bergreifend austauschen k&#246;nnen.</p>
<p><b>Journalismus und Gesellschaft</b></p>
<p>Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) schreibt &#252;ber das Berufsbild des Journalisten:</p>
<blockquote><p>
„Journalistinnen und Journalisten haben die Aufgabe, <b>Sachverhalte oder Vorg&#228;nge &#246;ffentlich zu machen, deren Kenntnis f&#252;r die Gesellschaft von allgemeiner, politischer, wirtschaftlicher oder kultureller Bedeutung ist</b>. Durch ein umfassendes Informationsangebot in allen publizistischen Medien schaffen Journalistinnen und Journalisten die <b>Grundlage daf&#252;r, dass jede B&#252;rgerin und jeder B&#252;rger die in der Gesellschaft wirkenden Kr&#228;fte erkennen und am Prozess der politischen Meinungs- und Willensbildung teilnehmen kann</b>. Dies sind <b>Voraussetzungen f&#252;r das Funktionieren des demokratischen Staates</b>.“ (DJV 2008: 2).
</p></blockquote>
<p>Durch die reine &#220;bermittlung und Artikulation von Meinungen und Problemen soll der Journalismus dabei helfen, dass sich der einzelne B&#252;rger eine eigene Meinung bilden kann (vgl. Eisenstein 1994). Hieraus resultiert zwangsl&#228;ufig eine Entwicklung, in der die &#246;ffentliche Meinung der zuvor durch die Medien ver&#246;ffentlichten Meinung folgt, durch diese also fundamental und nachhaltig gepr&#228;gt und teilweise vorgegeben wird (vgl. Ru&#223;-Mohl 2003: 21 ff.). Medien spielen somit nicht nur eine <b>entscheidende Rolle im Meinungsbildungsprozess</b>, sondern verstehen dies sogar als Selbstverst&#228;ndnis ihrer eigenen Existenz und nehmen somit eine <b>tragende Rolle im gesellschaftlichen Zusammenspiel der verschiedenen Teil&#246;ffentlichkeiten</b> ein (vgl. Luhmann 2000: 304 ff.).</p>
<p>Um das Funktionieren einer Gesellschaft in einem demokratischen System zu gew&#228;hrleisten, ist diese also auf den Journalismus, seine Organisationen und Kan&#228;le (die Medien) und seine Akteure (die Journalisten) angewiesen, die nicht nur &#252;ber ein breites und fundiertes Wissen verf&#252;gen und dieses der Gesellschaft zur Verf&#252;gung stellen, sondern die sich auch ihrer eigenen Verantwortung gegen&#252;ber der Gesellschaft bewusst sind und auf deren Objektivit&#228;t und Unabh&#228;ngigkeit Verlass ist (vgl. Schneider / Raue 1996: 14). </p>
<p>P&#246;ttker geht sogar soweit zu sagen, dass eine „moderne, hochkomplexe“ Gesellschaft wie die unsere ohne einen „einigerma&#223;en autonomen Journalismus“, der sich um einen gesellschaftlichen Ausgleich zwischen den verschiedenen Teilsystemen bem&#252;ht, „langfristig gef&#228;hrdet“ sei (P&#246;ttker 2010: 9). Gerade durch das &#252;ber die Massenmedien erm&#246;glichte Interagieren von verschiedenen Teil&#246;ffentlichkeiten und Interessengruppen ist es m&#246;glich, Kompromisse und mehrheitsf&#228;hige Entscheidungen sicherzustellen, die zwischen allen Beteiligten kommunikativ ausgehandelt wurden und damit nahezu alle Teil&#246;ffentlichkeiten und Individuen der Gesellschaft gleicherma&#223;en beteiligt (vgl. Sch&#246;nhagen 2006: 498).</p>
<p><b>Journalismus und Anschluss-Kommunikation</b></p>
<p>Das Bereitstellen von Informationen erzeugt einen weiteren gesellschaftlich wichtigen Vorgang,: Die Anschlusskommunikation innerhalb der Gesellschaft. Das hei&#223;t, Rezipienten nehmen die von den Massenmedien und dem Journalismus gelieferten Informationen auf und reagieren darauf in unterschiedlicher Form, beispielsweise, indem sie mit ihren Freunden und Bekannten dar&#252;ber diskutieren oder indem sie ihre Zustimmung, Kritik oder Gegenvorschl&#228;ge „zumindest teilweise via Massenmedien ver&#246;ffentlichen“ und damit weitere Anschlusskommunikation erzeugen (Sch&#246;nhagen 2006: 498). Es wird der so genannte <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunikationsmodell_nach_Lazarsfeld">Two-Step-Flow of Communication</a></em> in Gang gesetzt, der besagt, dass so genannte Erst-Empf&#228;nger ihre aufgenommenen Informationen und Einstellungen an andere Personen durch Gespr&#228;che weitergeben und damit selbst als Kommunikatoren auftreten, welche wiederum neue Anschlusskommunikation erzeugen. Sch&#246;nhagen verweist nicht zuletzt auf das von Hans Wagner begr&#252;ndete Massenkommunikationsmodell der M&#252;nchner Schule der Zeitungswissenschaft (vgl. dazu Wagner 1978; Sch&#246;nhagen 2006: 499 und Sch&#246;nhagen 2004: 109 ff): Dem M&#252;nchner Theorieansatz zufolge vollzieht sich gesellschaftliche Kommunikation zwischen verschiedenen Ausgangs- und Zielpartnern, unterschiedlicher Teil&#246;ffentlichkeiten und Kollektive und wird erst durch die massenmediale Vermittlung der Informationen durch den Journalismus erm&#246;glicht. Erst hierdurch wird Anschlusskommunikation in Form von Reaktionen, Antworten und Diskussionen erzeugt und die verschiedenen Teil&#246;ffentlichkeiten der Gesellschaft k&#246;nnen in einen gemeinsamen Dialog treten. Damit werden durch massenmedial vermittelte Kommunikation weitere „Selbstverst&#228;ndigungsdiskurse“ in der Gesellschaft in Gang gesetzt, was letztlich eine der zentralen Aufgaben von Journalismus und Massenmedien darstellt (Jarren 2000: 23). </p>
<p><b>Journalismus und Politik</b></p>
<p>Das Bundesverfassungsgericht hat sich mit der Rolle des Journalismus im politischen System besch&#228;ftigt und beschieden, dass die Presse – und damit auch <b>der Journalismus – „als st&#228;ndiges Verbindungs- und Kontrollorgan zwischen dem Volk</b>“ einerseits <b>und den von diesem „gew&#228;hlten Vertretern in Parlament und Regierung“ anzusehen</b> ist (vgl. ausf&#252;hrlich sog. <a href="http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv020162.html">Spiegel-Urteil</a>). Damit hat der Journalismus von der deutschen Judikative eine wichtige gesellschaftspolitische Legitimation zugestanden bekommen, die nicht nur viele Rechte, sondern auch eine nicht zu vernachl&#228;ssigende Reihe von Pflichten mit sich bringt. Kurt Biedenkopf spricht vom Journalismus im Zusammenhang mit den „Informations-, Vermittlungs-, Kritik- und Kontrollfunktionen“ der Medien auch von einer weiteren, „mit Verfassungsschutz [...] ausgestattete[n] Einrichtung“ und (wie auch Ru&#223;-Mohl, siehe oben) sogar von einer „vierte[n] Gewalt […] im funktionalen Sinne“ mit einer „<b>st&#228;ndige[n] Kontrolle der Aus&#252;bung von Staatsgewalt</b>“ (Biedenkopf 1997: 118).</p>
<p>Jarren weist auf die sogenannte „`Vier-Kanal-&#214;ffentlichkeit` der Mediengesellschaft“ hin, in der sich die politische &#214;ffentlichkeit immer weiter ausdifferenziert, da „immer mehr (Zielgruppen-)Medien unterschiedliche Bez&#252;ge zur Politik“ herstellten und damit beim Rezipienten „unterschiedliche Perspektiven auf Politik erm&#246;glichen“ (Jarren 1997: 104). Gleichzeitig findet eine Entwicklung statt, in der sich die Medien, unter anderem aus &#246;konomischen Gr&#252;nden, immer weiter von der Politik und deren Akteuren distanziert, was dazu f&#252;hrt, dass die Politiker der heutigen Zeit &#252;ber kein eigenes Mediensystem mehr verf&#252;gen, sondern weitestgehend auf das unabh&#228;ngige Mediensystem angewiesen sind, um ihre Anliegen und Interessen an die breite &#214;ffentlichkeit zu &#252;bermitteln (vgl. Jarren 1997: 104). </p>
<p>Interessant in diesem Zusammenhang ist auch das so genannte „Input-Output-Modell“ (vgl. u.a. Easton 1965 und Almond/Powell 1966). Demnach obliegt es dem Aufgabenbereich von Medien und Journalismus, <b>gegen&#252;ber der Politik Anspr&#252;che, Bed&#252;rfnisse und Diskussionen aus der Bev&#246;lkerung und damit Anliegen aus der Gesellschaft heranzutragen</b>, was als `Input`-Leistung begriffen werden kann. Gleichzeitig vermitteln Medien und Journalismus jedoch auch Positionen, Entscheidungen und Handlungen der politischen Teil&#246;ffentlichkeit an die anderen gesellschaftlichen Teil&#246;ffentlichkeiten, was als `Output`-Leistung bezeichnet wird (vgl. dazu auch Donsbach/Wenzel 2002: 374). Mehr noch, erst durch die mediale Darstellung von politischen Vorg&#228;ngen und Ereignissen findet diese f&#252;r einen Gro&#223;teil der Individuen unserer Gesellschaft &#252;berhaupt bewusst statt, wird erst dadurch zu einem Politikum. Oder um es noch sch&#228;rfer zu formulieren: „Politik „entsteht“ erst im Zusammenhang mit den Vermittlungsleistungen spezieller Organisationen“ (Jarren 1997: 105), n&#228;mlich den Medien.</p>
<p><b>Was ist dran an der Guttenberg`schen  Medienkritik?</b></p>
<p>Ausgehend von meiner kleinen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Journalismus kann ich den von den Guttenberg-Unterst&#252;tzern hervorgebrachten Vorwurf, die Medien w&#252;rden sich aktuell mit der falschen Sache auseinandersetzen, nicht verifizieren. Selbstverst&#228;ndlich sind die Ereignisse in der arabischen Welt - insbesondere aktuell in Libyen –  f&#252;r die globale Gesellschaft von enorm gro&#223;er Bedeutung. Nationale Ereignisse allerdings, die sich beispielsweise auf das F&#252;hrungspersonal der Bundesrepublik beziehen, k&#246;nnen f&#252;r die deutsche Gesellschaft unter Umst&#228;nden durchaus von wichtigerer Bedeutung sein. Man bedenke nur, dass die Aufst&#228;nde in Tunesien (Ben Ali), &#196;gypten (Mubarak) oder Libyen (Gaddafi) immer auch eng mit den dortigen F&#252;hrern verkn&#252;pft sind. Die Rede ist zu Recht von Verbrechern, die sich an ihrem Volk vergangen haben. M&#252;sste nicht alleine dieser Umstand dazu f&#252;hren, dass auch in Deutschland &#252;ber die verantwortlichen Personen an der Spitze des Staates sensibilisiert diskutiert wird?! Und wenn die Wichtigkeit der Thematik, wie es einige Meinungsumfragen zeigen, von einer Mehrheit der deutschen Bev&#246;lkerung nicht bewusst erkannt bzw. verkannt wird, ist es nicht nur das Recht, sondern vielmehr sogar die Pflicht eines jeden Journalisten, hierauf hinzuweisen?! Um zu sensibilisieren; um zu bilden; um Anschlusskommunikation zu erm&#246;glichen; um die Grundlage zu schaffen, damit die B&#252;rger ihre staatsb&#252;rgerlichen Rechte ausf&#252;hren k&#246;nnen. Man kann in diesem Zusammenhang durchaus von einer gesellschaftlichen Verantwortung sprechen, die dem Journalismus auferlegt ist. </p>
<p>Verst&#228;ndlicherweise haben die politischen Akteure ein gro&#223;es Interesse daran, wohlgesonnen und positiv in den Massenmedien dargestellt zu werden. Im Grunde genommen sind Politiker vergleichbar mit Unternehmen, die mit verschiedenen PR-Ma&#223;nahmen versuchen, ihre eigenen (positiven) Botschaften durch die journalistischen Publikationen an die &#214;ffentlichkeit zu &#252;bermitteln. Der Politiker generiert seine Macht durch sein positives Image in der &#214;ffentlichkeit und ist damit quasi dauerhaft angehalten, PR in eigener Sache zu machen. Gleichzeitig kann ein Politiker kein Interesse an negativen Schlagzeilen und somit an einem negativen Image in der &#214;ffentlichkeit haben, weil hieraus ein Machtverfall resultieren kann. Deswegen ist es nur verst&#228;ndlich, wenn in einer solchen Situation  von „den b&#246;sen Medien“ gesprochen wird, die sich auf irrelevante Themen fokussieren, w&#228;hrend angeblich weitaus wichtigere Themen vernachl&#228;ssigt w&#252;rden.</p>
<p><b>F&#252;r einen freien und kritischen Journalismus</b></p>
<p>Eine staatlich regulierte Presse, welche nur die Interessen der Politik verteidigt und als quasi PR-Instrument fungiert, um damit den Machtgewinn/-erhalt der Politiker zu sichern, w&#252;rde mit gro&#223;er Wahrscheinlichkeit zu einer irreparablen Sch&#228;digung des demokratischen System f&#252;hren. Eine Medienlandschaft, die keine Kritik an den Akteuren der Politik sowie an deren Handeln &#252;ben kann/darf, kann ihrer Aufgabe, n&#228;mlich der von der Gesellschaft geforderten &#220;berwachung von Exekutive, Legislative und Judikative, nicht nachkommen und w&#228;re damit der ihr zugestandenen Rolle als vierter Gewalt beraubt. Eine Demokratie wie die unsere kann ohne das freie und kritische System des Journalismus nicht existieren, umgekehrt ein undemokratisches System wohl kaum mit freien und kritischen Medien &#252;berleben. </p>
<p>Dass gerade in jenen Staaten zwielichtige, korrupte oder gar kriminelle Akteure die politische Macht in ihren H&#228;nden haben, wo es eine zu starke B&#252;ndelung von Medien in der Exekutive gibt, zeigen L&#228;nder wie Italien oder (demn&#228;chst dann auch) Ungarn – oder eben aktuell auch ein Blick nach Nordafrika. Geht man auf die Suche nach den Gr&#252;nden f&#252;r den Untergang der ehemaligen Ostblockstaaten sowie der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), so kann durchaus auch das Fehlen einer &#214;ffentlichkeit, resultierend aus einer starken objektiven Presse, mit aufgef&#252;hrt werden (vgl.  Poerschke  2010). Die politischen Funktion der Meinungsbildung wird in diesen F&#228;llen missbraucht und nimmt einen „dysfunktionalen Charakter an“ (Eisenstein 1994). Denn „bei gleichgeschalteter Publizistik sind die Abwehrmechanismen au&#223;er Kraft gesetzt und das Individuum kann sich der Beeinflussung durch Massenmedien nicht entziehen“ (Noelle-Neumann 1979: 65). Ergebnis w&#228;re eine daraus resultierende Gefahr der Manipulation. Selbst wenn das Publikum sich dieser einseitigen und gleichgeschalteten Berichterstattung bewusst w&#228;re, so w&#252;rde dies nicht vor einer Infiltrierung derselben sch&#252;tzen.</p>
<p>Insofern sollte ein jeder B&#252;rger wohl gerade dann hellh&#246;rig werden, wenn politische Akteure und politisches Handeln durch Medien und Journalisten durchweg positiv oder besch&#246;nigend gewertet wird, weniger (wenngleich nicht gar nicht) aber, wenn Kritik an den selbigen aufflammt (vor allem, wenn die Kritik auch von grunds&#228;tzlich der politischen Meinung der Regierenden als wohlgesonnen anzusehenen Publikationen ge&#228;u&#223;ert wird). Insofern seien die journalistischen Akteure und Organisationen abermals in die Pflicht genommen, ihrem oben beschriebenen gesellschaftlichen Auftrag (auch weiterhin) nachzukommen – selbst oder wom&#246;glich gerade dann, wenn ein (gro&#223;er?) Teil der Gesellschaft dem Ganzen kritisch, ablehnend oder gar vorwurfsvoll gegen&#252;bersteht! Und der Gesellschaft sei zu w&#252;nschen, dass sie sich dessen bewusst wird!</p>
<blockquote><p>
<b>Quellen</b></p>
<p>- Almond, Gabriel / Powell, Bingham G. Jr. (1966): Comparative politics: A developement approach. 	Boston.<br />
- Biedenkopf, Kurt (1997): Politik und Medien – ein notwendig schwieriges Verh&#228;ltnis? Zum 	Strukturwandel politischer &#214;ffentlichkeit. In: Bentele, G&#252;nter und Haller, Michael (Hrsg.): 	Aktuelle Entstehung von &#214;ffentlichkeit. Akteure – Strukturen – Ver&#228;nderungen. UVK 	Medien, Konstanz [S. S. 111-123].<br />
- DJV (2008): DJV Wissen: 4. Berufsbild Journalistin – Journalist. Deutscher Journalisten-Verband – Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten. [URL: http://www.djv.de/fileadmin/DJV/DJV/Flyer/DJVWissen4_Berufsbild_08.pdf]. [11.06.2010].<br />
- Donsbach, Wolfgang / Wenzel, Arnd (2002): Aktivit&#228;t und Passivit&#228;t von Journalisten gegen&#252;ber parlamentarischer Pressearbeit. Inhaltsanalyse von Pressemitteilungen und Presseberichterstattung am Beispiel der Fraktionen des S&#228;chsischen Landtags. In: Publizistik, Jg. 47, 4. [S. 373-387].<br />
- Easton, David (1965): A system analysis of political life. In: Kailitz, Steffen: Schl&#252;sselwerke der Politikwissenschaft. VS Verlag f&#252;r Sozialwissenschaften, Wiesbaden.<br />
- Eisenstein, Cornelia (1994): Meinungsbildung in der Gesellschaft – Eine Analyse zum Multi-Step-Flow of Communication. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden.<br />
- Jarren, Otfried (1997): Politik und Medien: Einleitende Thesen zu &#214;ffentlichkeitswandel, 	politischen Prozessen und politischer PR. In: Bentele, G&#252;nter und Haller, Michael (Hrsg.): 	Aktuelle Entstehung von &#214;ffentlichkeit. Akteure – Strukturen – Ver&#228;nderungen. UVK 	Medien, Konstanz [S. S. 104-110].<br />
- Jarren, Otfried (2000): Gesellschaftliche Integration durch Medien? Zur Begr&#252;ndung normativer 	Anforderungen an die Medien. In: Medien &#038; Kommunikationswissenschaft, 48. Jg., [S. 22-	41]<br />
- Luhmann, Niklas (2000): Die Politik der Gesellschaft. Suhrkamp-Verlag, Frankfurt am Main.<br />
- Luhmann, Niklas (2009): Die Realit&#228;t der Massenmedien. VS Verlag f&#252;r Sozialwissenschaften, Wiesbaden.<br />
- Maletzke, Gerhard(1963): Psychologie der Massenkommunikation. Verlag Hans Bredow Institut, Hamburg.<br />
- Noelle-Neumann, Elisabeth (1979): &#214;ffentlichkeit als Bedrohung – Beitr&#228;ge zur empirischen Kommunikationsforschung. Verlag Karl Alber, Freiburg/M&#252;nchen.<br />
- P&#246;ttker, Horst (1997): Aktualit&#228;t und Vergangenheit. Zur Qualit&#228;t von Geschichtsjournalismus. In: Bentele, G&#252;nter und Haller, Michael (Hrsg.): Aktuelle Entstehung von &#214;ffentlichkeit. Akteure – Strukturen – Ver&#228;nderungen. UVK Medien, Konstanz. [S. S. 335-345].<br />
- Poerschke, Hans-Hermann (2010). &#214;ffentlichkeit als Gegenstand gesellschaftswissenschaftlicher Diskussion in der DDR. In: Eberwein, Tobias &#038; M&#252;ller, Daniel (Hrsg.), Journalismus und &#214;ffentlichkeit. Eine Profession und ihr gesellschaftlicher Auftrag. VS Verlag, Wiesbaden [S. 43–56].<br />
- P&#246;ttker, Horst (2010): Der Beruf zur &#214;ffentlichkeit. &#220;ber Aufgaben, Grunds&#228;tze und Perspektiven des Journalismus in der Mediengesellschaft aus der Sicht praktischer Vernunft. In: Publizistik.  [URL: http://www.springerlink.de/content/a6h61m540r734123/? p=e4e1a1a3aac041dea85148fad9d66673&#038;pi=0]. [06.05.2010].<br />
- Ru&#223;-Mohl, Stephan (2003): Journalismus – Das Hand- und Lehrbuch. F.A.Z.-Institut f&#252;r Management-, Markt- und Medieninformationen, Frankfurt am Main.<br />
- Schneider, Wolf / Raue, Paul-Josef (1996): Handbuch des Journalismus. Rowohlt Verlag, Hamburg.<br />
- Sch&#246;nhagen, Philomen (2004): Soziale Kommunikation im Internet. Zur Theorie und Systematik 	computervermittelter Kommunikation vor dem Hintergrund der Kommunikationsgeschichte. 	Verlag Peter Lang, Bern.<br />
- Sch&#246;nhagen, Philomen (2006): Die Wiedergabe fremder Aussagen – eine allt&#228;gliche Herausforderung f&#252;r den Journalismus. In: Publizistik, 51. Jg., 4. [S. 498-512].<br />
- Schulz, Winfried (1990): Die Konstruktion von Realit&#228;t in den Massenmedien. Analyse der 	aktuellen Berichterstattung. Freiburg/M&#252;nchen.<br />
- Szyszka, Peter (1997): Bedarf oder Bedrohung? Zur Frage der Beziehungen des Journalismus zur &#214;ffentlichkeitsarbeit. In: Bentele, G&#252;nter und Haller, Michael (Hrsg.): Aktuelle Entstehung von &#214;ffentlichkeit. Akteure – Strukturen – Ver&#228;nderungen. UVK Medien, Konstanz. [S. S. 209-223].<br />
- Wagner, Hans (1978): Kommunikation und Gesellschaft. Teil 1: Einf&#252;hrung in die 	Zeitungswissenschaft. Olzog, M&#252;nchen.<br />
- Weischenberg, Siegfried (1995): Journalistik. Medienkommunikation: Theorie und Praxis. Westdeutscher Verlag, Opladen.</p>
<p>Einzelne Teile dieses Artikels stammen aus meiner Diplomarbeit „Sozialmediale Intereffikation“.
</p></blockquote>
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		<title>Kommunikation verstehen: Du, PorNoKratie, was ist eigentlich der Unterschied zwischen `Web 2.0` und `Social Media`?</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Feb 2011 19:30:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan M. Rechlitz</dc:creator>
		
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<p>Ich wurde in den vergangenen Monaten oft gefragt, was denn eigentlich der Unterschied zwischen „Web 2.0“, „Social Media“ und „Social Web“ sei. Insbesondere Studierende, die sich in eigenen wissenschaftlichen Arbeiten mit dem Thema auseinandersetzen, werden feststellen, dass eine genaue Abgrenzung zwischen diesen verschiedenen Begrifflichkeiten in der wissenschaftlichen Fachliteratur nicht wirklich einheitlich definiert, aber f&#252;r das Erstellen der eigenen Arbeit teilweise fundamental wichtig ist. Ich m&#246;chte nachfolgend gerne, ausgehend von meiner eigenen Diplomarbeit, den – wohl eher schlechten und unvollst&#228;ndigen – Versuch einer Abgrenzung wagen. Dabei erhebe ich nicht im Ansatz den Anspruch auf Richtigkeit, sondern m&#246;chte vielmehr eine offene Diskussion anregen, in der wir vielleicht gemeinsam eine sinnvolle Abgrenzung schaffen k&#246;nnen.</p>
<p>Doch zuvor m&#246;chte ich noch auf ein Paper verweisen, das im November 2010 von der Hochschulrektorenkonferenz ver&#246;ffentlicht wurde und Universit&#228;ten und Hochschulen Hilfestellungen im Umgang mit den „Herausforderungen <u>Web 2.0</u>“ geben soll.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/embed/Rwy0KmOBzdo" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Prof. Dr. <a href="http://www.uni-tuebingen.de/index.php?id=10336">Friedrich W. Hesse</a> ist Inhaber des Lehrstuhls f&#252;r Angewandte Kognitionspsychologie und Medienpsychologie an der Universit&#228;t T&#252;bingen und <a href="http://www.iwm-kmrc.de/www/de/mitarbeiter/ma.html?dispname=Friedrich+W.+Hesse&#038;uid=fhesse">Gr&#252;ndungsdirektor</a> des Instituts f&#252;r Wissensmedien. Hesse wurde in einem Interview mit der FAZ<span id="more-338"></span>, das im Januar 2008 unter dem Titel „<a href="http://www.faz.net/s/Rub1A09F6EF89FE4FD19B3755342A3F509A/Doc~E03489966D0D1465680B3A26DD64761FA~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Campus 2.0 – Die Euphorie ist verflogen</a>“ folgenderma&#223;en zitiert:</p>
<blockquote><p>
Wenn die heute 17-J&#228;hrigen an die Hochschulen kommen, dann kennen sie einen gro&#223;en Teil von Angeboten aus der Palette von <u>Social Software</u> (wie Myspace, Facebook, StudiVZ) als etwas v&#246;llig Selbstverst&#228;ndliches. Und wenn dann die Universit&#228;ten nicht mitziehen, dann werden diese Studenten ihren Wissensaustausch g&#228;nzlich jenseits der Bildungsinstitutionen organisieren, in ihren individuellen und kommerziell organisierten <u>Netzwerken</u>.“
</p></blockquote>
<p>Ende 2010 hat nun eine Arbeitsgruppe der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ein <a href="http://lernwolke.de/2010/12/20/uni-2-0-eine-herausforderung/#more-4122">Paper publiziert</a>, das diese Thematik aufgreift. Unter dem Titel „<a href="http://www.hrk.de/de/home/home_5782.php">HRK-Handreichungen: Herausforderungen <u>Web 2.0</u></a>“ erarbeitete die HRK-Kommission „Neue Medien und Wissenstransfer“, der auch Friedrich W. Hesse angeh&#246;rt, ein Dokument, welches „Hochschulen Anregungen f&#252;r den Umgang mit dem `<u>Web 2.0</u>`“ geben, „Einsatzbeispiele“ identifizieren sowie „Einsch&#228;tzungen“ vornehmen soll. Das Dokument steht <a href="http://www.hrk.de/de/download/dateien/Herausforderung_Web2.0.pdf">hier zum Download</a> bereit.</p>
<p>Ich hab mir heute das Paper der HRK etwas genauer angeschaut und muss sagen, dass es einen sch&#246;nen ersten &#220;berblick &#252;ber die Thematik verschafft. Viel weiter m&#246;chte ich inhaltlich an dieser Stelle eigentlich gar nicht darauf eingehen, vielmehr m&#246;chte ich es tats&#228;chlich zum Anlass zur eingangs beschriebenen Abgrenzung verwenden! Insbesondere hat mich aber gefreut, dass u.a. auch zwei Namen auftauchen, die mir sehr bekannt sind. So war Thomas Bernhard als Experte bei der Erstellung des zugeh&#246;rigen Videos beteiligt. Marcel Kirchner wiederum wird mit seinen Erfahrungen des Seminareinsatzes von Twitter zitiert. Thomas und Marcel sind (so wie ich) Absolventen des Studienganges Angewandte Medienwissenschaft an der TU Ilmenau und haben als solche vor einigen Jahren auch das EduCamp gegr&#252;ndet.</p>
<p>Was mir allerdings dar&#252;ber hinaus aufgefallen ist, ist, dass man in dem Papier immer noch ausschlie&#223;lich die Begrifflichkeit „Web 2.0“ verwendet, um Soziale Netzwerke und Soziale Medien wie zum Beispiel Facebook, studiVZ, Twitter oder Youtube, aber auch Social Software sowie grunds&#228;tzlich alles zu beschreiben, was nur irgendwie damit zu tun hat (z.B. auch iTunes U). Das ist sicherlich <strike>umgangssprachlich</strike> nicht ganz falsch und wahrscheinlich auch kein Problem. Ich pers&#246;nlich halte hier jedoch eine Abgrenzung zwischen „Web 2.0“ und Social Media etc. f&#252;r empfehlenswert. Streng wissenschaftlich gesehen, gibt es zwischen den Begriffen n&#228;mlich Unterschiede. Ich zitiere nachfolgend aus meiner Diplomarbeit „Sozialmediale Intereffikation“, die ich in den kommenden Wochen unter Creative-Commons-Lizenz ins Netz stellen werde:</p>
<p><b>0. Vorbemerkung zum Sozialit&#228;tsbegriff</b></p>
<blockquote><p>
In den vergangenen Wochen sind vermehrt Nutzer hier im Blog <strike>gestrandet</strike> gelandet, die bei Google nach den Begriffen „Social Media + Habermas“ gesucht haben. Ich als Luhmann-Fan kann das nicht auf mir sitzen lassen. Deswegen lasse ich es mir jetzt nicht nehmen, nachfolgend einen kurzen Zusammenhang von Luhmann und Social Media einzuschmuggeln! Dass das ganze eine enorme Angriffsfl&#228;che bietet, ist mir vollkommen bewusst – aber mindestens genauso egal&#8230; <img src='http://www.pornokratie.com/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />
</p></blockquote>
<p>Soziale Medien sollen nachfolgend <strik>lediglich</strike> als technische Kan&#228;le verstanden werden, welche Operationen in Form von Kommunikation durch psychische und soziale Systeme erm&#246;glichen (vgl. hierzu grunds&#228;tzlich Luhmann 1997 und 1995). Um den Sozialit&#228;tsbegriff zu definieren soll <strike>wenn auch wissenschaftlich nicht ganz sauber</strike> Luhmanns Theorie der Sozialen Systeme dienen. Denn im Unterschied zu anderen Systemen grenzen sich soziale Systeme von ihrer Umwelt alleine durch Kommunikation ab (vgl. Luhmann 1995: 29). „Der basale Prozess sozialer Systeme, der die Elemente produziert, aus denen diese Systeme bestehen, kann unter diesen Umst&#228;nden nur Kommunikation sein“ (Luhmann 1984: 192). Extrahiert man nun, in Abgrenzung zum biologischen sowie dem psychischen System, den Begriff `sozial`, dann bleibt die Operation der Kommunikation. Insofern sei im weiteren Verlauf dieser Arbeit der Begriff `sozial` zu verstehen als `Kommunikation erm&#246;glichend`.</p>
<p><b>1. Web 2.0 und Social Web</b></p>
<p>Der Gr&#252;nder und Chef des O`Reilly-Verlages, Tim O`Reilly, ver&#246;ffentlichte  2005 den Artikel `<a href="http://www.oreilly.de/artikel/web20.html">What is Web 2.0 – Design Pattern and Business Models for the Next Generation of Software</a>´, der sich als richtungweisend herausstellen sollte und eine erhebliche Aufmerksamkeit in der &#214;ffentlichkeit fand, da er die Entstehung des Begriffs Web 2.0 beschreibt. O`Reilly versteht unter Web 2.0 eine Vereinfachung der Ver&#246;ffentlichung von Inhalten durch die Internetnutzer und damit einhergehend eine st&#228;rkere Partizipation jedes einzelnen Internetnutzers und definiert wichtige Prinzipien des ver&#228;nderten Internets (vgl. O`Reilly 2005 und Ebersbach et al. 2008: 24 ff.). </p>
<blockquote><p>
-	Das Web als Service-Plattform (1);<br />
-	Kollektive Intelligenz bei der Erstellung von Inhalten (2);<br />
-	Sammlung und Speicherung von vielf&#228;ltigen(Nutzer-)Daten (3);<br />
-	Software als Dienstleistung und Ende des Software-Lebenszyklus (4);<br />
-	Innovationen durch Verkn&#252;pfung von lose gekoppelten Systemen (5);<br />
-	Entwicklung von Software f&#252;r verschiedene Ger&#228;te (6);<br />
-	Rich User Experience macht Programme und Dienste einfach und intuitiv nutzbar (7) (vgl. O`Reilly 2005). </p>
<p>Ebersbach et al. erg&#228;nzen die von O`Reilly aufgef&#252;hrten Punkte um drei weitere elementare Prinzipien (vgl. Ebersbach et al. 2008: 27 ff.), n&#228;mlich:<br />
-	Juristische Herausforderungen bez&#252;glich Privatsph&#228;re und Datenschutz (8);<br />
-	Neue Gesch&#228;ftsmodelle als Herausforderung (9);<br />
-	Eine eigene Web-2.0-&#196;sthetik (10).
</p></blockquote>
<p>Ebersbach et al. betonen, dass der Begriff Web 2.0, obwohl er h&#228;ufig im allt&#228;glichen Sprachgebrauch synonym f&#252;r den Begriff Social Web verwendet wird, sich doch von diesem unterscheide, da er eher eine allgemeine und umfassende grunds&#228;tzliche Entwicklung und Ver&#228;nderung des World Wide Web beschreibe (vgl. Ebersbach et al. 2008: 23), w&#228;hrend sich die Nutzer im Social Web diese geschaffenen digitalen R&#228;ume zueigen machen und einnehmen  (vgl. ebd.: 9). Das Social Web ist demnach zu begreifen als Teilbereich des Web 2.0, der sich allerdings dessen Technologien und Ideologien bedient. „Der Begriff fokussiert“ im WWW „auf die Bereiche des Web 2.0, bei denen es nicht um neue Formate oder Programmarchitekturen, sondern um die Unterst&#252;tzung sozialer Strukturen und Interaktionen &#252;ber das Netz geht“ (ebd.: 29), „bestehend aus Anwendungen, aktiven Nutzern und User-generated Content“ (Kamps / Liebl 2008: 13)</p>
<p><b>2. Social Software</b></p>
<p>Interessant in diesem Zusammenhang ist auch der Begriff der Social Software, an den der Begriff des Social Web eng anlehnt ist. Dieser existiert bereits seit Anfang der 1990er Jahre, tauchte allerdings erstmals im Jahre 2002 im Zusammenhang mit dem Begriff des Web 2.0 auf einer Konferenz in New York auf, wo er zur Beschreibung der Kommunikation, Interaktion, Zusammenarbeit und Netzwerkbildung zwischen Menschen eingesetzt wurde (vgl. Hippner 2006: 6 f.) . </p>
<blockquote><p>
Nach Hajo Hippner kann Social Software nach drei unterschiedlichen Zieldimensionen strukturiert werden (vgl. Hippner 2006: 8):<br />
-	der Verteilung und Publizierung von Informationen (1);<br />
-	der Kommunikation, die zwischen den Nutzern stattfindet (2);<br />
-	sowie dem Aufbau sowie der Pflege von Beziehungen zwischen den Nutzern (3).
</p></blockquote>
<p>Dabei seien Social Software  zu verstehen als „webbasierte Anwendungen, die f&#252;r Menschen den Informationsaustausch, den Beziehungsaufbau und die Kommunikation in einem sozialen Kontext unterst&#252;tzen“ (ebd.: 7). Soziale Software umschreibt also Programme oder Webseiten, die sich vorhandene Techniken des Internets zu nutze machen und als Tr&#228;germedium verwenden, wobei es prim&#228;r darum geht, den „Menschen als Zielpublikum dabei zu helfen, bestimmte zwischenmenschliche Interaktionen auszuf&#252;hren“, die sich vor allem „in den Bereichen Austausch von Information oder Wissen, Herstellung von Kontakten zu anderen Personen und Unterhaltung mit diesen &#252;ber das Internet“ bewegen (Ebersbach et al. 2008: 29, vgl. auch Fisch / Gscheidle 2006: 435). </p>
<p>Ebersbach et al. erweitern dieses Verst&#228;ndnis der Social Software nach Hippner um weitere Kriterien und kommen schlie&#223;lich auf den Begriff des Social Web (siehe oben). Dabei setzen sie – anders als Hippner, der auch Instant Messaging Dienste wie ICQ  oder E-Mail als Social Software begreift – das WWW als technische Grundlage voraus (vgl. hierzu Ebersbach et al. 2008: 29 ff, vgl. auch Fisch / Gscheidle 2006: 435). </p>
<p><b>3. Soziale Medien und Soziale Netzwerke</b></p>
<p>Unter dem Begriff Social Media werden verschiedenste Online-Kommunikationskan&#228;le zusammengefasst, die sich im Zuge der oben beschriebenen Ver&#228;nderungen von Technik und Nutzung des Internets entwickelt haben. Es handelt sich dabei um Plattformen innerhalb des Social Web, auf denen sich Personen und zunehmend auch Organisationen pr&#228;sentieren, Netzwerke bilden, eigene Inhalte publizieren, Fremdinhalte weiterempfehlen sowie Informationen und Meinungen mit anderen Mitgliedern ihres Netzwerks austauschen. Vormalige Rezipienten erhalten dank Sozialer Medien die M&#246;glichkeit eigene Inhalte zu publizieren und somit selber zum Produzenten zu werden. Dar&#252;ber hinaus bieten Soziale Medien Rezipienten und Produzenten die M&#246;glichkeit, sich dank interaktiver R&#252;ckkan&#228;le miteinander zu vernetzen und untereinander auszutauschen. Der entscheidende Unterschied von Sozialen Medien zum Social Web ist die Fokussierung auf Inhalte, wie zum Beispiel User-generated Content.</p>
<p>Newson et al. beschreiben mit dem Begriff Social Media Online-Werkzeuge und Hilfsmittel, mit denen sowohl Informationen ausgetauscht und Kommunikation gef&#246;rdert und Partizipation und kollaboratives Arbeiten erm&#246;glicht wird (vgl. Newson et al. 2009: 49 ff.). Die Inhalte in den Sozialen Medien werden meistens &#252;ber Soziale Netzwerke an ein disperses Publikum verbreitet. Diese k&#246;nnen sehr unterschiedliche Formen annehmen und sich etwa in einer eigenen Plattform wie Facebook oder Twitter ausdr&#252;cken, wo sich Nutzer aktiv mit anderen Nutzern dauerhaft vernetzen. Aber auch durch Verlinkungen, die gegenseitige Bezugnahme und die Nutzung so genannter Trackbacks in der Blogosph&#228;re kann ein Soziales Netzwerk &#252;ber Social Media aufgebaut werden, das durch den Einsatz von RSS-Feeds erg&#228;nzt wird. Da sich Soziale Medien fast ausschlie&#223;lich durch eine starke Vernetzungskomponente auszeichnen, wird der Begriff der Sozialen Netzwerke oftmals synonym zu Sozialen Medien verwendet, auch wenn er in erster Linie „reine“ Netzwerke (vor einigen Jahren auch als „Communities“ bezeichnet) wie beispielsweise Xing umschreiben soll.</p>
<p><b>Abschlie&#223;ende Begriffsabgrenzung im &#220;berblick</b></p>
<p><b>Web 2.0</b> beschreibt eine allgemeine und grunds&#228;tzliche Entwicklung und Ver&#228;nderung des Internets, in dessen Zuge das Web als Service-Plattform und Software als Dienstleistung begriffen werden. In diesem Zusammenhang wird den Internetnutzern das Ver&#246;ffentlichen von eigenen Inhalten und damit einhergehend eine st&#228;rkere Partizipation jedes Einzelnen sowie der Zusammenschluss zu einer kollektiven Intelligenz erm&#246;glicht. Der Begriff des Web 2.0 bezieht sich auf die Ideen und die <strike>technischen</strike> Prinzipien, auf denen Social Media und das Social Web aufbauen.</p>
<p><b>Social Software</b> (deutsch: Soziale Software) erm&#246;glichen als Anwendungen den Informationsaustausch, die Kommunikation und die Pflege von Beziehungen zwischen Menschen in einem sozialen Kontext &#252;ber das Internet. Social Software kann, muss aber nicht auf der WWW-Technologie basieren, so dass auch Instant-Messaging-Dienste, Chats oder E-Mails darunter zu begreifen sind, die allesamt zwischenmenschliche Interaktionen &#252;ber das Internet erm&#246;glichen. Dabei muss die stattfindende Kommunikation und Interaktion nicht zwangsweise mit einem gro&#223;en Publikum erfolgen, sondern kann auch zwischen lediglich zwei Kommunikationspartnern stattfinden.</p>
<p><b>Social Media</b> (deutsch: Soziale Medien) umschreibt Kommunikationskan&#228;le und Kommunikationsplattformen, auf denen sich Privatpersonen und zunehmend auch Organisationen pr&#228;sentieren, Soziale Netzwerke bilden, eigene Inhalte publizieren, Fremdinhalte weiterempfehlen sowie Informationen und Meinungen mit anderen austauschen. Entscheidend bei Social Media ist die Fokussierung auf von den Nutzern erstellte (User-generated Content) oder durch die Nutzer weiterverbreitete Inhalte. Soziale Medien sind zudem gekennzeichnet durch den Vernetzungscharakter von Sozialen Netzwerken, &#252;ber welche diese Inhalte an ein disperses Publikum verbreitet werden und &#252;ber welche Produzenten und Rezipienten miteinander interagieren k&#246;nnen. In dieser Charakterisierung &#228;hneln Social Media den traditionellen Medien, mit dem gro&#223;en Unterschied, dass potentiell jeder Nutzer aktiv daran teilnehmen und eigene Inhalte publizieren kann. Social Media sind Bestandteile des Social Web und basieren als solche auf der WWW-Technologie.</p>
<p><b>Social Networks</b> (deutsch: Soziale Netzwerke) umschreiben abgeschlossene und offene Plattformen und Anwendungen, die Social Software und bzw. oder Social Media zugeordnet, aber auch davon losgel&#246;st sein k&#246;nnen und &#252;ber die sich Nutzer dauerhaft untereinander vernetzen sowie miteinander kommunizieren, interagieren und Inhalte austauschen. Anders als bei Social Media steht bei Sozialen Netzwerken allerdings nicht die Ver&#246;ffentlichung und Weiterverbreitung von Inhalten im Fokus, sondern vielmehr das Vernetzen mit anderen Nutzern und Organisationen. </p>
<p><b>Social Web</b> (deutsch: Soziales Netz) beschreibt das auf Web 2.0-Technologien aufbauende „Ph&#228;nomen“ von sozialen Strukturen sowie interpersonalen und dispersen Beziehungen zwischen den Internetnutzern, die &#252;ber Social Media und Social Networks stattfinden. Dabei fokussiert sich das Social Web auf die Bereiche der Interaktionen, Vernetzungen sowie der sozialen Entwicklungen von Strukturen innerhalb des WWW. Zudem geht es um die Ver&#246;ffentlichung und Weiterverbreitung von Inhalten und weniger um technische und wirtschaftliche Faktoren. Das Social Web fasst als Oberbegriff s&#228;mtliche Sozialen Medien, Sozialen Netzwerke und Soziale Software zusammen, die innerhalb des WWW existieren.  </p>
<p>Jut, soweit von mir. Wie schon zu Beginn geschrieben, ich erhebe nicht im Ansatz den Anspruch, mit diesem Versuch einer Abgrenzung richtig zu liegen, geschweige denn vollst&#228;ndig zu sein. Vielleicht hilft es allerdings dem einen oder anderen dabei, sich selbst dar&#252;ber Gedanken zu machen, wie man eine etwaige Abgrenzung (wissenschaftlich) formulieren bzw. ableiten k&#246;nnte. Wenn ihr also Kritikpunkte, Erg&#228;nzungen oder einfach nur Anmerkungen haben solltet, dann lasst es mich bitte wissen oder erg&#228;nzt es. Nennt man das dann `<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Crowdsourcing">Crowdsourcing</a>` oder gar `<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarmintelligenz">Kollektive Intelligenz</a>`? Eine gute Frage, die vielleicht sogar geeignet sein k&#246;nnte f&#252;r die n&#228;chste Ausgabe von „Kommunikation verstehen: Du, PorNoKratie, was ist eigentlich&#8230;“ </p>
<blockquote><p>
<b>Quellen</b></p>
<p>-	Ebersbach, Anja / Glaser, Markus / Heigl, Richard (2008): Social Web. UVK Verlagsgesellschaft, Konstanz.<br />
-	Fisch, Martin / Gscheidle, Christoph (2006): Onliner 2006: Zwischen Breitband und Web 2.0 – Ausstattung und Nutzungsinnovation. In: <a href="http://www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/08-2006_Fisch.pdf">Media Perspektiven 8/2006</a>.<br />
-	Hippner, Hajo (2006): Bedeutung, Anwendungen und Einsatzpotenziale von Social Software. In: HMD – Praxis Wirtschaftsinformatik, 252. [S. 6-16].<br />
-	Kamps, Christoph / Liebl, Franz (Hrsg.) (2008): Social Media – Wie PR den Medienwandel verpasst. Eine Studie zum Umgang und Einsatz von Social Media durch deutsche PR-Verantwortliche. Helios Media Publishing House, Berlin.<br />
-	Newson, Alex / Houghton, Deryck / Patten, Justin (2009): Blogging and other Social Media. Exploiting the Technology and Protecting the Enterprise. Gower Publishing, Burlington.<br />
-	O`Reilly, Tim (2005): <a href="http://www.oreilly.de/artikel/web20.html">What is Web 2.0? Design Pattern and Business Modells for the Next Generation of Software</a>.<br />
-	Luhmann, Niklas (1984): Soziale Systeme. Grundri&#223; einer allgemeinen Theorie. Suhrkamp, Frankfurt am Main.<br />
-	Luhmann, Niklas (1995): Soziologische Aufkl&#228;rung 6. Die Soziologie und der Mensch. VS Verlag f&#252;r Sozialwissenschaften, Opladen.<br />
-	Luhmann, Niklas (1997): Die Gesellschaft der Gesellschaft. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main.
</p></blockquote>
<p class="fbconnect_share"><fb:share-button class="url" href="http://www.pornokratie.com/blog/kommunikation-verstehen-du-pornokratie-was-ist-eigentlich-der-unterschied-zwischen-web-20-und-social-media/" /></p><script type="text/javascript">
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var flattr_dsc = 'Ich wurde in den vergangenen Monaten oft gefragt, was denn eigentlich der Unterschied zwischen „Web 2.0“, „Social Media“ und „Social Web“ sei. Insbesondere Studierende, die sich in eigenen wissenschaftlichen Arbeiten mit dem Thema auseinandersetzen, werden feststellen, dass eine genaue Abgrenzung zwischen diesen verschiedenen Begrifflichkeiten in der wissenschaftlichen Fachliteratur nicht wirklich einheitlich definiert, aber für das Erstellen der eigenen Arbeit teilweise fundamental wichtig ist. Ich möchte nachfolgend gerne, ausgehend von meiner eigenen Diplomarbeit, den – wohl eher schlechten und unvollständigen – Versuch einer Abgrenzung wagen. Dabei erhebe ich nicht im Ansatz den Anspruch auf Richtigkeit, sondern möchte vielmehr eine offene Diskussion anregen, in der wir vielleicht gemeinsam eine sinnvolle Abgrenzung schaffen können.  Doch zuvor möchte ich noch auf ein Paper verweisen, das im November 2010 von der Hochschulrektorenkonferenz veröffentlicht wurde und Universitäten u';
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		<title>Über meine Absolventenrede an der TU Ilmenau und über AMW-Reputation</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Jan 2011 16:05:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan M. Rechlitz</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Diplomarbeit]]></category>

		<category><![CDATA[Reputationsmanagement]]></category>

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			</a>
		</div>
<blockquote><p>
Ihr findet in diesem Artikel <strike>leider keinen Live-Mitschnitt aber daf&#252;r</strike> die Pr&#228;sentationsfolien, einige Bilder sowie das offizielle Manuskript der Absolventenrede. Au&#223;erdem gibt es meine ganz pers&#246;nliche Meinung zu der angestrebten Namens&#228;nderung des AMW-Studienganges.
</p></blockquote>
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<p>So, nun habe ich es also schwarz auf wei&#223; vor mir liegen. Ich habe mein Studium der Angewandten Medienwissenschaft an der TU Ilmenau offiziell mit dem akademischen Grad Diplom Medienwissenschaftler abgeschlossen. Am vergangenen Samstag war die feierliche Exmatrikulation. Im Moment sitze ich hier im Zug von Erfurt nach Berlin und es beginnt mir gerade erst bewusst zu werden, dass da gerade tats&#228;chlich ein besonders wichtiges und &#228;u&#223;erst sch&#246;nes Kapitel meines Lebens soeben zugeklappt (ich sage bewusst nicht `geschlossen`) wurde.</p>
<p>Dabei ist es nicht mal so, dass das Ganze jetzt ganz pl&#246;tzlich geschehen ist. Vielmehr habe ich mich die vergangenen zweieinhalb Jahre in einer &#220;bergangsphase befunden. Denn damals habe ich Ilmenau verlassen und bin wegen meines Fachpraktikums nach Berlin gegangen; um dort die ersten Schritte im Berufsleben zu machen, um quasi Laufen zu lernen. Aber erst im vergangenen Jahr ist meine abschlie&#223;ende Diplomarbeit <a href="http://www.pornokratie.com/blog/diplomarbeit-verteidigt-und-bestanden/">Sozialmediale Intereffikation</a> entstanden, die in der Verteidigung im November 2010 gipfelte.</p>
<p><strong>Der Anruf mit der Anfrage</strong></p>
<p>Den kr&#246;nenden Abschluss allerdings, den habe ich erst am vergangenen Wochenende erfahren. Und das Dank der TU Ilmenau selbst. Vor knapp zwei Wochen erhielt ich n&#228;mlich einen Anruf <span id="more-317"></span>aus dem Pr&#252;fungsamt des Instituts f&#252;r Medien- und Kommunikationswissenschaft (<a href="http://www.ifmk.de/"> IfMK</a>). Mein erster Gedanke bei Entgegennahme des Anrufes war, dass man festgestellt hat, dass mir doch noch ein Schein oder eine Pr&#252;fungsleistung fehle und ich deswegen mein Diplom (noch) nicht erhalten w&#252;rde. Mit der Frage, die mich allerdings tats&#228;chlich erwartete, hatte ich nicht im Ansatz gerechnet. „Lieber Herr Rechlitz, w&#252;rden Sie bitte auf der feierlichen Exmatrikulationsveranstaltung die offizielle Absolventenrede halten?“ </p>
<p>Ich muss zugeben, im ersten Moment gingen mir tats&#228;chlich m&#246;gliche Ausreden durch den Kopf, wieso ich diese Rede nicht halten k&#246;nnte. Dann allerdings wurde mir bewusst, was das eigentlich f&#252;r eine gro&#223;e Ehre darstellt und sp&#228;testens bei der Nachfrage „W&#252;rden Sie sich das zutrauen?“ brachen s&#228;mtliche Zweifel. „Nat&#252;rlich traue ich mir das zu“. Zudem hatte ich einige Tage zuvor hier <a href=" http://www.pornokratie.com/blog/generation-pornokratie-oder-wie-ich-lernte-social-media-zu-lieben-praesentation-video/ "> auf PorNoKratie.com gro&#223;e T&#246;ne gespuckt</a>, indem ich mich als Botschafter der TU Ilmenau im Allgemeinen und des IfMK sowie des Studienganges Angewandte Medienwissenschaft (AMW) im Besonderen bezeichnete. Also sagte ich zu.</p>
<p>Viel Zeit um die Rede auszuarbeiten blieb mir nicht. Aber ganz ehrlich, viel Zeit ben&#246;tigte ich auch nicht. Nachdem ich mir umgehend die Best&#228;tigung einholte, dass ich keine traditionelle Rede, sondern eine Powerpoint-Pr&#228;sentation halten sowie zus&#228;tzlich (nat&#252;rlich) meine M&#252;tze anbehalten d&#252;rfte, war in meinem Kopf schon deutlich, was ich erz&#228;hlen m&#246;chte.  Noch am selben Abend setzte ich mich zwei Stunden hin und Aufbau und Struktur der Pr&#228;sentation standen fest. Die restliche Zeit war ich dann eigentlich nur noch damit besch&#228;ftigt, geeignete Bilder zu suchen und in Gedanken an Formulierungen und Ausdrucksweisen zu feilen.</p>
<p><strong>Der Inhalt der Pr&#228;sentation</strong></p>
<p>Warum ich mich statt einer klassischen Rede f&#252;r eine Powerpoint-Pr&#228;sentation entschieden habe, ist eigentlich recht einfach und naheliegend. Denn tats&#228;chlich mussten wir in unserem Studium in jedem Semester mehrere Pr&#228;sentationen halten. Was wenn nicht eine Abschlussrede, die in Form einer Powerpointpr&#228;sentation gehalten w&#252;rde k&#246;nnte somit besser geeignet sein, die g&#228;ngigen Klischees und Vorurteile anderer (technischer) Fachrichtungen gegen&#252;ber den „exotischen“ „M&#228;dchenstudieng&#228;ngen“ etwas zugespitzt auf den Punkt bringen?! Zudem wollte ich nicht nur diese Klischees bedienen, sondern auch gleichzeitig deutlich machen, dass wir AMW`ler damit sogar tats&#228;chlich etwas relevantes gelernt haben. </p>
<p>Als ich dann mit den anderen Absolventen bei der feierlichen Exmatrikulation in der Ilmenauer Festhalle sa&#223;, war mir schnell klar, dass meine Pr&#228;sentation vom sonstigen Rahmen etwas abweichen w&#252;rde. Wer mich kennt, der wei&#223;, dass ich ein relativ unkonventionelles Auftreten habe. Und das Wort „unkonventionell“ konnte die Veranstaltung ansonsten sicherlich nicht f&#252;r sich in Anspruch nehmen. Das ganze lief recht traditionell ab. Zum Beginn mussten sich alle erheben, um den feierlichen Einmarsch seiner „Magnifizenz“ (der Rektor) und der Dekane zu w&#252;rdigen, die allesamt in traditionellen Roben erschienen. Nach einer langen Rede des Rektors wurden schlie&#223;lich (man sprach von 384 Absolventen) Promotionsurkunden sowie Bachelor-, Master- und Diplomzeugnisse &#252;berreicht und Preise und Auszeichnungen vergeben. Unterbrochen wurde das ganze nur einmal von einem Blockfl&#246;ten-Quartett. </p>
<div style="width:425px" id="__ss_6675936"><strong style="display:block;margin:12px 0 4px"><a href="http://www.slideshare.net/PorNoKratie/absolventenrede-final-6675936" title="Absolventenrede 2011 @ TU Ilmenau">Absolventenrede 2011 @ TU Ilmenau</a></strong><object id="__sse6675936" width="425" height="355"><param name="movie" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=absolventenredefinal-110123143754-phpapp02&#038;stripped_title=absolventenrede-final-6675936&#038;userName=PorNoKratie" /><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="allowScriptAccess" value="always"/><embed name="__sse6675936" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=absolventenredefinal-110123143754-phpapp02&#038;stripped_title=absolventenrede-final-6675936&#038;userName=PorNoKratie" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="355"></embed></object>
<div style="padding:5px 0 12px">View more <a href="http://www.slideshare.net/">presentations</a> from <a href="http://www.slideshare.net/PorNoKratie">Jan M. Rechlitz</a>.</div>
</div>
<p><strong>Die Stunde der Wahrheit</strong></p>
<p>Es war also eine feierliche Exmatrikulation, wie man sie sich eigentlich klassischerweise vorgestellt hatte. Wie sollte meine Pr&#228;sentation in diesen Rahmen passen? `Gar nicht` ist wohl die richtige Antwort. Aber vielleicht hatte auch gerade das mir letztlich in die Karten gespielt, weil alle wieder mit einer klassischen Rede und nicht mit einer bunten Powerpoint-Pr&#228;sentation á la AMW gerechnet hatten. Wie dem auch sei, wer mich kennt, wei&#223;, dass ich ein sehr selbstkritischer Mensch bin. Es kann immer alles besser gemacht werden. So w&#252;rde ich auch sagen, dass meine „Rede“ sicherlich auch besser h&#228;tte sein k&#246;nnen.</p>
<p>Aber eine Rede oder eine Pr&#228;sentation ist letztlich immer auch/nur so gut, wie es das Publikum zul&#228;sst. Entscheidend ist nicht der Redner, sondern entscheidend sind die Zuh&#246;rer. Und ich muss sagen: Das Publikum war fantastisch! Es hat richtig gro&#223;en Spa&#223; gemacht, dort oben auf der B&#252;hne zu stehen, meine kleine Powerpoint-Pr&#228;sentation mit den vielen bunten Bilder zu zeigen und ein bisschen was &#252;ber meine Zeit und meine Eindr&#252;cke von Ilmenau zu erz&#228;hlen. Ich h&#228;tte wirklich nicht im Traum damit gerechnet, dass das Publikum derart mitgeht. Viel eher hatte ich mit viel Nasenr&#252;mpfen und sch&#252;ttelnden K&#246;pfen gerechnet. Das aber stattdessen Lacher und Klatschen kamen, hatte mich nicht nur &#252;berrascht, sondern sogar sehr gefreut. Es war in der Tat eine Ehre f&#252;r mich, in diesem Rahmen zu sprechen, ich m&#246;chte mich hierf&#252;r bei den Verantwortlichen der TU Ilmenau sowie beim Publikum herzlichst bedanken, ihr ward klasse! Mein direkter Abgang von der B&#252;hne sollte demnach auch vermitteln, dass der Applaus nicht mir, sondern vielmehr allen Absolventen, der TU Ilmenau, den bereits im Vortrag genannten Menschen sowie dem Publikum selbst geb&#252;hrte.</p>
<blockquote><p>
<strong>Live-Mitschnitt gesucht!!!</strong><br />
Leider gibt es keinen offiziellen Mitschnitt der Absolventenrede. Falls allerdings doch irgendjemand eine Aufnahme davon organisieren k&#246;nnte, w&#228;re ich sehr sehr dankbar!
</p></blockquote>
<p>Ganz ehrlich, wenn ich sage, dass ich eine tiefe und nachhaltige Verbundenheit mit der TU Ilmenau, aber insbesondere mit dem IfMK oder dem Studiengang der Angewandten Medienwissenschaft f&#252;hle, dann ist das nicht einfach nur so dahergesagt. Das meine ich in der Tat ehrlich und ohne &#220;bertreibung. Und wenn ich aktuellen Studenten, die ich auf WG-Partys kennenlerne oder die sich via Social Media mit mir in Verbindung setzen, sage, dass sie sich bei Fragen oder Problemen an mich wenden k&#246;nnen, dann meine ich das ebenso ehrlich. Es ist nicht nur so, dass die Studierenden selbst die besten und glaubw&#252;rdigsten Botschafter der TU Ilmenau sind, sondern, dass auch jedes interessante Projekte, jede positive Meldung &#252;ber ein Forschungsthema und jede Ver&#246;ffentlichung die Reputation aller Studenten und Alumni nachhaltig st&#228;rkt. Wenn also die nachfolgenden Generationen der Studierenden erfolgreich sind, dann wirkt deren Reputationsgewinn nicht nur auf den Studiengang und die Universit&#228;t zur&#252;ck, sondern strahlt damit auch gleichzeitig wieder indirekt auf unser aller Reputation positiv ab.</p>
<p>Was ich damit sagen will: Es muss im Interesse jedes einzelnen AMW-Studenten (man m&#246;ge mir verzeihen, dann ich mich hier aus pers&#246;nlichen Gr&#252;nden insbesondere auf AMW beziehe, das gilt nat&#252;rlich f&#252;r s&#228;mtliche Studieng&#228;nge) sein, dass unsere Nachfolger die bestm&#246;gliche Ausbildung erhalten und eigene qualitativ hochwertige wissenschaftliche Arbeiten und Projekte erfolgreich auf die Beine stellen, weil wir selbst davon wiederum profitieren. Aus diesem Grund liegt es an uns Absolventen und Alumni, den Kontakt zu den Studierenden, dem IfMK und der TU Ilmenau nicht abrei&#223;en zu lassen, sondern vielmehr diese zu unterst&#252;tzen und zu f&#246;rdern. Wenn nicht schon aus N&#228;chstenliebe, dann wenigstens alleine schon aus purem Eigeninteresse&#8230; <img src='http://www.pornokratie.com/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong>Umbennung des AMW-Studienganges?!</strong></p>
<p>Damit m&#246;chte ich auch auf eine weitere Sache zu sprechen kommen, die mir ebenfalls sehr am Herzen liegt. Und zwar hatte Prof. Schweiger in seiner gestrigen Ansprache an die AMW-Absolventen angek&#252;ndigt, sich f&#252;r eine Umbenennung des Studienganges „Angewandte Medienwissenschaft“ einzusetzen. Offiziell hei&#223;t es zwar, dass dies aktuell „lediglich diskutiert“ w&#252;rde, aus dem Umkreis des IfMK ist allerdings deutlich zu vernehmen, dass es nicht nur bei Diskussionen handelt, sondern die Bestrebungen der Namens&#228;nderung intensiv vorangetrieben werden. </p>
<p>Ich bin &#252;ber die &#220;berlegungen innerhalb des IfMK seit einiger Zeit informiert, habe mich allerdings bisher mit &#246;ffentlichen Stellungnahmen bewusst zur&#252;ck gehalten. Mit der am Samstag vorgenommenen &#246;ffentlichen Thematisierung der Initiative durch Prof. Schweiger innerhalb der offiziellen Rede an uns Absolventen, sehe ich mich allerdings direkt angesprochen. Au&#223;erdem wurde uns nahegelegt, unsere nachhaltige Verbundenheit auch in einer finanziellen Unterst&#252;tzung Ausdruck zu verleihen. Unabh&#228;ngig der Frage, ob die Thematisierung der angesprochenen Bestrebungen und der finanziellen Bittstellung in dieser Rede wom&#246;glich etwas zu direkt formuliert wurden, so sind dies in meinen Augen zwei Punkte, die sich meiner Meinung nach gegenseitig beeinflussen – und die zudem f&#252;r die oben angesprochene Reputation von uns Alumni und der Studierenden fundamental sind.</p>
<p><strong>Die Marke AMW</strong></p>
<p>M&#246;ge eine Anpassung des Namens von „Medienwissenschaft“ hin zu „Kommunikationwissenschaft“ oder „Kommunikations- und Medienwissenschaft“ unter streng wissenschaftlichen Gesichtspunkten zu argumentieren sein, so bin ich dennoch dagegen. Meiner Ansicht nach wurde &#252;ber das vergangene Jahrzehnt hinweg mit AMW ein Studiengang  geschaffen, der inhaltlich und qualitativ in Deutschland seines gleichen sucht. Der Name „Angewandte Medienwissenschaft“ wird mit dieser Kompetenz und fachlich hochwertigen praxisorientierten Ausbildung assoziert. Im Grunde genommen ist dem IfMK gelungen, mit dem AMW-Studiengang sowie dem zugeh&#246;rigen Namen eine Marke zu schaffen, die heutzutage deutschlandweit etabliert ist.</p>
<p>Ich wage zu bezweifeln, dass die bisher erworbene Reputation, die mit AMW verbunden wird, durch einen Namenswechsel nachhaltig konserviert und &#252;bertragen werden kann. Wenn ich weiter oben schreibe, dass es im Interesse jedes AMW-Alumni sein muss, die nachfolgenden Studentengernerationen zu unterst&#252;tzen und zu f&#246;rdern, dann hat das auch mit dem Grund zu tun, dass mit jedem Erfolg die Reputation des Markennamens „Angewandte Medienwissenschaft“ weiter w&#228;chst. Umgekehrt hei&#223;t dies, dass heutige Absolventen der AMW die eigene Reputation durch die Aufwertung der Reputation des Studienganges KW oder AKW nicht weiter aufwerten k&#246;nnen. Dar&#252;ber hinaus m&#246;chte ich die nachhaltige Identifikationsfrage stellen, wenn auf einmal durch eine Namens&#228;nderung ein vermeintlich anderer Studiengang aufgesetzt wird.</p>
<p><strong>Die Interessen der Betroffenen wahren</strong></p>
<p>Warum ich mich dieser Sache hier annehme und sie im Rahmen des vorliegenden Artikels anspreche liegt auf der Hand. Die TU Ilmenau hat mich dazu eingeladen, stellvertretend f&#252;r die Absolventen meines Jahrganges auf der Exmatrikulationsveranstaltung ein paar Worte zu sagen, und das Leben und das Studium in Ilmenau Revue passieren zu lassen. Ich sehe mich deswegen auch in der Pflicht, die Interessen der Alumni (und Studierenden) an dieser Stelle offen anzusprechen (auch wenn ich nicht im Entferntesten ihr Sprecher bin!), was die geplante Namens&#228;nderung anbelangt. Man m&#246;ge zumindest die Studierenden und Alumni in die etwaigen Diskussionen mit einbeziehen (wieso muss ich gerade an Stuttgart21 denken&#8230;?), weil es diese auch unmittelbar betrifft! Sollten letztlich alle relevanten Akteure gemeinsam zu dem Ergebnis kommen, dass eine Namensanpassung vorgenommen werden sollte, bin ich bereit diese Entscheidung zu akzeptieren!</p>
<p>Ohnehin sollten Fehler nicht zwei Mal hintereinander gemacht werden. Die Umstellung von Diplom auf Bachelor sehe ich bis heute sehr kritisch und halte sie f&#252;r nicht im Interesse der Studierenden! Ich bitte die Initiatoren der angestrebten Namens&#228;nderung deswegen hiermit sich ihrer Verantwortung f&#252;r die Reputation der Studierenden, der Alumni sowie des AMW-Studienganges bewusst zu sein. Wer die Studierenden der TU Ilmenau kennt, der wei&#223; um die Verbundenheit und den Zusammenhalt untereinander. Schlie&#223;lich ist dies mitunter das, was das Studium in Ilmenau ausmacht. Wir sind bereit, uns  gegen eine etwaige Namensanpassung zu organisieren. Rei&#223;t nicht einfach ein, was wir in vielen Jahren alle gemeinsam aufgebaut haben. </p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/pornokratie/5382044118/" title="Die Absolventenrede 2011 von PorNoKratie bei Flickr"><img src="http://farm6.static.flickr.com/5207/5382044118_679de0e1d5.jpg" width="500" height="375" alt="Die Absolventenrede 2011" /></a></p>
<blockquote><p>
<strong>Das offizielle Manuskript der Rede</strong></p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br />
Liebe Absolventen,<br />
Liebe TU-Angeh&#246;rige,<br />
Liebe G&#228;ste,</p>
<p>wenn ich eines in meiner Zeit hier in Ilmenau sicherlich nicht gelernt habe, dann ist es die Sache, wie man eine Rede schreibt oder wie man eine Rede h&#228;lt. Ich bin da ganz ehrlich: Das kann ich nicht. Mit dem Gang in die Politik wird es damit wohl etwas schwierig. Aber ganz ehrlich, ich hab auch nicht Politik studiert, sondern ich habe Angewandte Medienwissenschaft studiert. Hier an der TU in Ilmenau. Und da habe ich ganz andere Sachen gelernt. Zum Beispiel habe ich n&#228;mlich gelernt, wie man eine Powerpoint-Pr&#228;sentation bastelt. Und ich habe gelernt, wie man so viele sch&#246;nen bunte Bilder in eine Powerpoint-Pr&#228;sentation rein haut, dass im Endeffekt alle nur noch gebannt auf die Bilder starren und keiner mehr darauf achtet, was ich eigentlich so erz&#228;hle. Aber ich habe noch ein paar andere Sachen gelernt. Ich habe zum Beispiel gelernt, dass man niemals „nie“ sagen sollte.</p>
<p>Ich kann mich noch ziemlich genau daran erinnern, wie ich im Sommer 2004 die Zulassung f&#252;r Ilmenau bekommen habe. Ilmenau? Nie geh&#246;rt. Ich wusste im ersten Moment wirklich nicht viel damit anzufangen, hatte keine Bilder im Kopf. Also hab ich mir gedacht, `schau ich mir das doch mal an`. Ich hab meine Sachen gepackt, das Auto meiner Eltern geschnappt und mit r&#252;ber nach Ilmenau gefahren. Dort bin ich ein bisschen spazieren gegangen. Ich bin durch die P&#246;rlitzer H&#246;he gelaufen, wundersch&#246;n. Ich bin &#252;ber den Stollen gegangen, genauso sch&#246;n. Ich bin zwischen den Wohnbl&#246;cken auf dem Campus am Ehrenberg gelaufen und ich stand schlussendlich oben vor dem heutigen Humboldtbau, hab runter auf die Stadt geschaut, mit dem Kopf gesch&#252;ttelt und gesagt: `Ehrlich, ich geh &#252;berall hin, aber ich geh nie im Leben nach Ilmenau`. Ich hab meine Sachen gepackt, ins Auto geschmissen und bin wieder nach Hause gefahren. Ich hab eine Nacht dr&#252;ber geschlafen. Und ich bin doch nach Ilmenau gegangen. Und hier habe ich auf einmal eine ganz andere Stadt kennengelernt, ich hab die sch&#246;nen Seiten von Ilmenau entdeckt. Ich hab aber auch das Drumherum entdeckt; die Natur, den Th&#252;ringer Wald; ich war oben auf dem Kickelhahn. Und ich hab festgestellt, dass der Campus, der mich beim ersten Besuch nicht so wirklich &#252;berzeugen konnte, der auf mich ziemlich trist gewirkt hatt, eigentlich ziemlich bunt, facettenreich und voller Leben ist.</p>
<p>Und ich habe etwas &#252;ber Geschichten und Phrasen gelernt. Damals in der Einf&#252;hrungsveranstaltung hatte uns ein Professor versucht zu erkl&#228;ren, wie man Ilmenau findet, wie man nach Ilmenau kommt. `Das ist ganz einfach: Ihr steigt bei strahlend sch&#246;nem Sonnenschein in Erfurt in den Zug und fahrt nach S&#252;den, Richtung Th&#252;ringer Wald. Dann ungef&#228;hr auf H&#246;he von Arnstadt beginnt auf einmal das Wetter umzuschlagen. Es wird dunkel; die Wolken ziehen sich zusammen; es wird tr&#252;b; es wird neblig. Je weiter ihr Richtung S&#252;den fahrt, desto dichter wird der Nebel. Und genau dann, wenn der Nebel so dicht ist, dass ihr drau&#223;en gar nichts mehr sehen k&#246;nnt, dann wisst ihr, dass ihr in Ilmenau angekommen seid. ` Soll ich Ihnen was sagen? Er hatte voll und ganz Recht, es ist wirklich so. Im Oktober. Oder im November. Und ja, auch der Winter ist so, wie man es sich immer erz&#228;hlt. Der Winter in Ilmenau ist hart und kalt, es gibt sehr viel Schnee. Aber ganz ehrlich, in Ilmenau hatte ich auch gleichzeitig die sch&#246;nsten Sommer meines Lebens erlebt. Beim Grillen am See; beim Chillen im Park; oder einfach nur beim Joggen im Wald.</p>
<p>Aber ich habe auch etwas &#252;ber Beziehungen gelernt. &#220;ber solche. Und solche. Ich habe gelernt, dass man auf einer Insel zusammenr&#252;cken muss, dass das nur funktionieren kann, wenn man sich arrangiert, wenn man sich aufeinander einl&#228;sst. Und ganz ehrlich, Ilmenau ist eine Insel. Wir haben nicht viel drum herum, au&#223;er Wald. Erfurt, die n&#228;chste gro&#223;e Stadt, ist eine Stunde mit dem Zug entfernt. Aber ich glaube genau das ist es, was Ilmenau ausmacht. Man r&#252;ckt zusammen, man l&#228;sst sich aufeinander ein. Man schafft Beziehungen. Dadurch bildet sich Teamgeist. Man lernt gemeinsam an einem Strang zu ziehen, etwas aufzubauen. Es bilden sich Freundschaften. Wenn ich heute in anderen St&#228;dten in Deutschland unterwegs bin – Hamburg, Berlin, M&#252;nchen oder Stuttgart, egal wo – und jemanden kennenlerne, der aus Ilmenau kommt, der ebenfalls hier an der TU studiert hat, dann ist man gleich „so“. Ilmenau verbindet nachhaltig.</p>
<p>Aber ich habe nicht zuletzt auch etwas &#252;ber mich selbst gelernt. Ich habe n&#228;mlich gelernt, dass man fast alles im Leben erreichen kann, wenn man nur die Chancen und M&#246;glichkeiten nutzt, die sich einem bieten. Und ganz ehrlich, Chancen und M&#246;glichkeiten, die bieten sich einem in Ilmenau ohne Ende. Zum einen nat&#252;rlich in der Lehre und in der Forschung, die meiner Meinung nach exzellent ist. Aber die bieten sich einem vor allen Dingen in den vielen praktischen Projekten, zum einen innerhalb des Studiums, aber ganz besonders in den praktischen Projekten au&#223;erhalb davon. Das ist nicht selbstverst&#228;ndlich, ich glaub das ist uns nicht immer ganz bewusst. Deswegen ist jetzt der Zeitpunkt gekommen – und ich nehme es mir jetzt einfach mal heraus, f&#252;r alle Absolventen, Alumni und Studenten zu sprechen – deswegen ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um von unserer Seite aus einmal `Danke` zu sagen. Danke den Professoren und Dozenten, die f&#252;r die Lehre und die Forschung verantwortlich sind und uns Wissen vermitteln. Danke aber auch ganz besonders den vielen Angestellten und Mitarbeitern im Hintergrund, ohne die ein solch komplexes Konstrukt wie die TU Ilmenau gar nicht funktionieren w&#252;rde. Ich denke da an die Menschen in den Pr&#252;fungs&#228;mtern, in den Sekretariaten oder den unz&#228;hligen B&#252;ros und Abteilungen. Ich denke aber auch an die Menschen, die uns in der Mensa mit Essen versorgt haben; die Menschen im Rechenzentrum, in der Bibliothek; aber auch die die Hausmeister oder diejenigen, die daf&#252;r gesorgt haben, dass die Technik funktioniert. Ein ganz besonderer Dank – und das liegt mir wirklich am Herzen – geht an die vielen Studentinnen und Studenten, die sich abseits ihres Studiums freiwillig engagieren. Diejenigen, die ihre Chancen und M&#246;glichkeiten, die ich vorhin angesprochen habe, nutzen. Diejenigen aus den Clubs, die uns sch&#246;ne Abende bereitet haben; diejenigen, die sich bei iSTUFF oder beim hsf engagiert und uns unterhalten haben; diejenigen, vom Hochschulfilmclub, die uns sch&#246;ne Kinoabende geboten haben; diejenigen, die sich im StuRa oder anderen Organisationen f&#252;r die Interessen der Studierenden eingesetzt haben. Das sind die, die Ilmenau erst mit Leben f&#252;llen. Das sind diejenigen, die Ilmenau zu dem machen, was es ist: einmalig.</p>
<p>Ich bin vor zweieinhalb Jahren nach Berlin gegangen, um dort mein Praktikum zu machen. Ich bin in Berlin h&#228;ngen geblieben und arbeite seither. Und wissen Sie was? Ich habe seither den sch&#246;nsten Job der Welt! Warum? Ich arbeite seit zweieinhalb Jahren f&#252;r eine Kampagne, die bei westdeutschen Sch&#252;lern und Studieninteressierten Vorurteile abbauen soll, die diesen den Hochschulstandort Ostdeutschland, die ostdeutschen Universit&#228;ten nahebringen soll. Das hei&#223;t auf Deutsch, ich werde daf&#252;r bezahlt, von Ilmenau zu erz&#228;hlen, von Ilmenau zu schw&#228;rmen; meine Geschichten, Eindr&#252;cke und Erfahrungen, die ich w&#228;hrend meines Studiums hier an der TU Ilmenau gemacht habe, weiterzugeben. Und wissen Sie, was das sch&#246;nste an der ganzen Sache ist? Ich muss mich daf&#252;r nicht verstellen, ich muss nicht l&#252;gen, ich muss nicht schauspielern, ich muss mir nichts an den Haaren herbeiziehen. Denn das ist das, wie ich Ilmenau erlebt habe. Das ist das, wie ich Ilmenau in Erinnerung behalten werde.</p>
<p>Ich bin aufgewachsen in T&#252;bingen, das ist im S&#252;dwesten. Ich lebe in Berlin, das ist im Nordosten. Aber ich bin und bleibe ein Ilmenauer. Vielen Dank.
</p></blockquote>
<p><b>+++ UPDATE 1 +++</b><br />
Die MT-Absolventin Janine Liebal sowie die beiden AMW-Absolventen, heutigen wissenschaftlichen Mitarbeiter und <a href="http://www.facebook.com/webbuero">Vertreter des Web-B&#252;ro am IfMK</a>, Oliver Klosa und Marcel Kirchner, haben am Dienstagnachmittag ein <a href="http://www.elearning2null.de/2011/01/25/ein-plaedoyer-fuer-amw/">“Pl&#228;doyer f&#252;r AMW“</a> publiziert! Dort hei&#223;t es u.a.</p>
<blockquote><p>
3. AMW ist nicht einfach ein Name sondern vielmehr eine etablierte Marke, die deutschlandweit mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat – Tendenz steigend. An dieser Stelle sollte bedacht werden, dass unseren Alumni in den unterschiedlichsten (Medien-)Unternehmen der Name AMW durchaus im Ged&#228;chtnis geblieben ist und dar&#252;ber hinaus bei Einstellungsgespr&#228;chen auch zunehmend Beachtung findet. Tats&#228;chlich suchen Unternehmen gezielt nach AMWlern und in manchen Unternehmen (es gibt Fallbeispiele in Wolfsburg und Berlin) wurden bereits inoffiziell so genannte “AMW”-Abteilungen gegr&#252;ndet. Diese Absolventinnen und Absolventen entscheiden in der Zukunft ma&#223;geblich auch &#252;ber finanzielle Unterst&#252;tzungen von Vorhaben in und rund um den Studiengang und sollten daher nicht au&#223;er Acht gelassen werden!</p>
<p>4. Ein Titel wie z.B. “Angewandte Kommunikationswissenschaft und Medien” w&#252;rde zwar weiterhin das geliebte “Angewandte” beinhalten aber der hohe Stellenwert der Medien geht unserer Ansicht nach hier verloren. An dieser Stelle sollte nochmal deutlich gemacht werden, dass viele AMWler tats&#228;chlich bei uns studieren, weil sie sich f&#252;r die “Medien” im Titel entscheiden, da Ihnen eine Unterscheidung der Medien- von der Kommunikationswissenschaft zu Beginn und sogar w&#228;hrend ihres Studiums kaum gel&#228;ufig ist. Au&#223;erdem wollen wir hervorheben, dass an der TU auch immer von drei MEDIENstudieng&#228;ngen gesprochen wird (siehe 3-S&#228;ulen-Modell).
</p></blockquote>
<p><b>+++ UPDATE 2 +++</b><br />
Und auch die AKW-Bef&#252;rworter melden sich jetzt zu Wort. Martin Emmer, ehemals wissenschaftlicher Assistent am IfMK und heute Vertretungsprofessor an der Heinrich-Heine-Universit&#228;t in D&#252;sseldorf hat am Dienstagabend in seinem Blog den Artikel „<a href="http://mjemmer.wordpress.com/2011/01/25/meine-sicht-auf-das-amw-problem/">Meine Sicht auf das AMW-Problem</a>“ ver&#246;ffentlicht.</p>
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var flattr_dsc = 'Ihr findet in diesem Artikel leider keinen Live-Mitschnitt aber dafür die Präsentationsfolien, einige Bilder sowie das offizielle Manuskript der Absolventenrede. Außerdem gibt es meine ganz persönliche Meinung zu der angestrebten Namensänderung des AMW-Studienganges.        So, nun habe ich es also schwarz auf weiß vor mir liegen. Ich habe mein Studium der Angewandten Medienwissenschaft an der TU Ilmenau offiziell mit dem akademischen Grad Diplom Medienwissenschaftler abgeschlossen. Am vergangenen Samstag war die feierliche Exmatrikulation. Im Moment sitze ich hier im Zug von Erfurt nach Berlin und es beginnt mir gerade erst bewusst zu werden, dass da gerade tatsächlich ein besonders wichtiges und äußerst schönes Kapitel meines Lebens soeben zugeklappt (ich sage bewusst nicht `geschlossen`) wurde.  Dabei ist es nicht mal so, dass das Ganze jetzt ganz plötzlich geschehen ist. Vielmehr habe ich mich die vergangenen zweieinhalb Jahre in einer Übergangsphase befunden. Denn damals habe ich Ilm';
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		<title>Social-Media-Disclaimer</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Jan 2011 23:16:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan M. Rechlitz</dc:creator>
		
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<p>Das <a href="http://www.pornokratie.com/blog/about/">Impressum</a> des vorliegenden Blogs <a href="http://www.pornokratie.com/blog/">http://www.PorNoKratie.com</a> wurde soeben freiwillig und ohne Aufforderung um einen Social-Media-Disclaimer in zwei Punkten erg&#228;nzt. Ich m&#246;chte damit unterstreichen, dass es sich bei den von mir in diesem Blog bzw. in anderen Sozialen Medien und Sozialen Netzwerken unter dem Pseudonym <em>PorNoKratie</em> get&#228;tigten Aussagen und Darstellungen um meine private Meinung handelt und damit von meiner beruflichen T&#228;tigkeit abgrenzen.</p>
<p>Der Inhalt sowie die w&#246;rtliche Formulierung des Social-Media-Disclaimers sind dabei als erste Fassung zu verstehen, die gerne debattiert werden kann. Aus diesem Grund halte ich mir auch die M&#246;glichkeit etwaiger Anpassungen und Erg&#228;nzungen im Impressum vor.</p>
<blockquote><p>
<strong>Social-Media-Disclaimer</strong><br />
1) Bei <a href="http://www.pornokratie.com">PorNoKratie.com</a> handelt es sich um ein privat-publizistisches Blog von Jan M. Rechlitz. Alle hier und in anderen Sozialen Medien und Sozialen Netzwerken (z.B. <a href="http://www.facebook.com/jan.rechlitz">Facebook</a>, <a href="http://www.twitter.com/pornokratie">Twitter</a>, <a href="http://www.pornokratie.tumblr.com/">Tumblr</a>, <a href="http://www.xing.com/profile/JanM_Rechlitz">Xing</a>, <a href="http://www.slideshare.net/PorNoKratie">Slideshare</a>, <a href="http://www.youtube.com/pornokratie">Youtube</a>, <a href="http://vimeo.com/pornokratie">Vimeo</a> etc.) unter meinem Namen bzw. unter den Pseudonymen <em>PorNoKratie</em> oder <em>bluejax</em> get&#228;tigten Aussagen und publizierten Inhalte stellen ausschlie&#223;lich meine ganz pers&#246;nliche und subjektive Meinung dar und sind als Teil der im <a href="http://www.artikel5.de/">Grundgesetz, Artikel 5, verankerten Meinungsfreiheit</a> zu verstehen. Sollte es zu &#220;berschneidungen mit meiner beruflichen T&#228;tigkeit als Berater f&#252;r digitale Kommunikation und Social Media kommen, dann spiegeln die von mir ge&#228;u&#223;erten Aussagen und Stellungnahmen ausschlie&#223;lich meine private Meinung dar und nicht die meines Arbeitgebers oder etwaiger Kunden und Auftraggeber. Interessenkonflikte versuche ich nach bestem Willen und Gewissen zu vermeiden. Andernfalls erfolgt ggf. eine redaktionelle Kennzeichnung in prominenter Form. Dar&#252;ber hinaus lehne ich es grunds&#228;tzlich ab, als <em>PorNoKratie</em> oder <em>bluejax</em> im redaktionellen Inhalt Werbung gegen Entgelt vorzunehmen.</p>
<p>2) Der Begriff <em>PorNoKratie</em> bedeutet <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pornokratie">laut Wikipedia</a> <em>&#8220;M&#228;tressenherrschaft (von griech. porne, „Hure“, und kratia, „Macht, Herrschaft, Kraft, St&#228;rke“), ist eine Bezeichnung f&#252;r eine Beeinflussung der Regierenden durch M&#228;tressen&#8221;</em> und bezieht sich auf <span id="more-285"></span>historische Ereignisse in der Gesellschaft und Politik des 10. Jahrhunderts. Das Wort <em>PorNoKratie</em> wird von mir im Zusammenhang mit den in den Medien unter dem Schlagwort der <em>&#8220;Generation Porno&#8221;</em> formulierten und in Deutschland weit verbreiteten Angst vor sowie der oftmals einseitigen Hervorhebung der Gefahren des/dem Internet subsumiert. Ich sehe mich als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Native">Digital Native</a>, der seit fr&#252;her Jugend mit BTX und dem Internet aufgewachsen sowie seit 2005 als Blogger und in Sozialen Medien aktiv ist, redaktionelle Inhalte produziert und zu vielf&#228;ltigen Themen und Sachverhalten Stellung nimmt. Die von mir vertretene tendenziell positive Sichtweise der Kommunikation im Internet, die meiner meiner Meinung nach viele Chancen birgt, sowie die Kritik an der in vielen Medien vorherrschenden negativen Grundhaltung gegen&#252;ber dem Internet im Allgemeinen sowie Sozialen Medien im Besonderen, geht in dem Begriff der <em>PorNoKratie</em> auf. Gleichsam fordere ich eine dauerhafte und nachhaltige Verankerung der Vermittlung moderner Medienkompetenz in Bildung und Lehre um m&#246;gliche Risiken und Gefahren durch richtiges Verhalten und angemessene Kommunikation zu minimieren. Auch dieser Aspekt sowie die Forderung nach einem freien Internet (unter bestimmten Regeln) finden sich in dem Begriff der <em>PorNoKratie</em> nach meinem Verst&#228;ndnis vereint. Der Begriff <em>PorNoKratie</em> ist demnach in keinster Weise sexistisch oder beleidigend aufzufassen, sondern lediglich eine Zusammenfassung der beschriebenen Aspekte in Form eines - zugegeben provokanten - Wortspiels. Weitere Interpretationsspielr&#228;ume und Assoziationsans&#228;tze sind gewollt und bleiben an dieser Stelle offen und unkommentiert. Offiziell gilt die oben abgegebene Erkl&#228;rung.</p>
<p>Dieser Social-Media-Disclaimer gilt r&#252;ckwirkend zum 16. April 2005.
</p></blockquote>
<p><img src="http://www.pornokratie.com/pics/pepe.jpg" width="" height="100" alt="Jan M. Rechlitz" border="0" /></p>
<p>Gez.<br />
Dipl. Medienwiss. Jan M. Rechlitz<br />
aka PorNoKratie<br />
Berater f&#252;r digitale Kommunikation und Social Media<br />
Berlin, den 15. Januar 2011</p>
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		<title>„Generation PornoKRATIE - Oder: Wie ich lernte, Social Media zu lieben…“ (Präsentation + Video)</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Jan 2011 19:41:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan M. Rechlitz</dc:creator>
		
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<blockquote><p><em>Hinweis: Am unteren Ende dieses Artikels findet ihr einen Live-Mitschnitts meines Vortrages!</em></p></blockquote>
<p>Am Freitag, den 07. Januar 2011 durfte ich zum wiederholten Mal einen kleinen Gastvortrag an der <a href="http:// http://www.tu-ilmenau.de/">TU Ilmenau</a> halten. Eingeladen hatte das <a href="http://www.tu-ilmenau.de/komwi/">Fachgebiet Kommunikationswissenschaft</a>, in Person von Marcel Kirchner und Prof. Dr. Paul Klimsa, die beide auch meine Diplomarbeit „<a href="http://www.pornokratie.com/blog/diplomarbeit-verteidigt-und-bestanden/">Sozialmediale Intereffikation</a>“ betreut haben.</p>
<p><object id="__sse6488375" width="425" height="355"><param name="movie" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=vortragtu-ilmenau2011final-110108124205-phpapp02&#038;stripped_title=vortrag-6488375&#038;userName=PorNoKratie" /><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="allowScriptAccess" value="always"/><embed name="__sse6488375" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=vortragtu-ilmenau2011final-110108124205-phpapp02&#038;stripped_title=vortrag-6488375&#038;userName=PorNoKratie" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="355"></embed></object></p>
<p>Als Alumnus der TU Ilmenau sollte ich den Studierenden des Anwendungsbereiches „<a href="http://www.tu-ilmenau.de/ifmk/studium/lehrveranstaltungen-wintersemester/3-fachsemester-bachelor/ab-organisationskommunikationjournalismus/innovatives-wissensmanagement-in-organisationen/">Innovatives Wissensmanagement in Organisationen</a>“, das in Zusammenarbeit mit <a href="http://www.ibm.com/de/de/">IBM</a> angeboten wird (Beschreibung siehe unten), einen Eindruck davon vermitteln, was daf&#252;r ausschlaggebend war, mich mit Sozialen Medien auseinanderzusetzen und wie es letztlich dazu kam, dass ich mich heute als Berater f&#252;r digitale Kommunikation und Social Media bei der <a href="http://www.tu-ilmenau.de/ifmk/">Aperto AG</a> in Berlin mit dem Thema beruflich befasse. Zudem sollte ich Aperto vorstellen und den Studierenden damit zum einen Eindruck davon vermitteln, welche Berufsperspektive der Studiengang der Angewandten Medienwissenschaft bereith&#228;lt und nicht zuletzt, was sich hinter dem Begriff „Agentur“ verbirgt.</p>
<p>Ebenfalls als <span id="more-257"></span> Gastreferent eingeladen war <a href="https://www.xing.com/profile/Hannes_Mehring">Hannes Mehring</a>, der schon w&#228;hrend des Studiums mit <a href="http://www.frischr.com/">frischr</a> seine eigene Internet-Agentur gr&#252;ndete und inzwischen mit der <a href="http://socialmediaschmiede.de/">Social Media Schmiede</a> den Fokus auf Soziale Medien legt. Hannes berichtete ebenfalls von seinem Werdegang sowie von seiner Arbeit, die ihn k&#252;rzlich sogar zu BMW nach M&#252;nchen gef&#252;hrt hatte.</p>
<p><strong>Das Seminar „Innovatives Wissensmanagement in Organisationen“</strong></p>
<p><a href="http://www.tu-ilmenau.de/komwi/team/marcel-kirchner/">Marcel Kirchner</a> hatte in seiner Zeit als Student zusammen mit Thomas Bernhardt das <a href="http://educamp.mixxt.de/">EduCamp-BarCamp</a> ins Leben gerufen und setzt sich seither intensiv mit den Themen E-Learning und Social Media in Forschung, Wissenschaft und Lehre auseinander. In dem von ihm angebotenen Seminar „Innovatives Wissensmanagement in Organisationen“ (E-Learning Technik / E-Learning-Didaktik) stellt er die Frage „sind wir digital sozialisiert und damit Digital Natives?“ In Kooperation mit IBM Mitteldeutschland werden anhand konkreter Anwendungsf&#228;lle in Unternehmen und Hochschulen Implementierungsstrategien f&#252;r den Einsatz von Social Media entwickelt, die im Idealfall auch zu einer ersten Umsetzung mit wissenschaftlicher Begleitung f&#252;hren sollen, um der Beantwortung der aufgestellten Frage nachzugehen. Lernziel dieses Anwendungsbereiches ist es, den Studierenden ein Basis- und &#220;berblickwissen &#252;ber Social Media zu vermitteln und sie in die Lage zu versetzen, technisch-didaktische Einsatzkonzepte f&#252;r Social Media zu entwerfen und deren m&#246;gliche Einf&#252;hrung anhand kurzer, dramaturgisch aufbereiteter Medienprodukte zu unterst&#252;tzen</p>
<p>Es sind solche praxisorientierten Lehrveranstaltungen wie diese von Marcel Kirchner, die mir als Student der <a href="http://www.tu-ilmenau.de/ifmk/studium/">Angewandten Medienwissenschaft</a> (AMW) eine wissenschaftlich hochwertige, aber insbesondere auch praktisch orientierte Ausbildung erm&#246;glich haben. Wir Studenten der AMW haben w&#228;hrend unseres Studiums PR-Konzepte entworfen, Kommunikations- und Marketingkonzepte entwickelt, Webseiten gebaut, Filme und Serien im TV-Studio oder Sendungen im Radio produziert – meistens f&#252;r reale Auftraggeber aus der Wirtschaft; wir haben uns wissenschaftlich mit aktuellen Entwicklungen und Fragestellungen der Medien- und Kommunikationswissenschaft auseinandergesetzt; wir haben „alles mit Medien“ gemacht. Jugend forsch(t).</p>
<p><strong>“Ilmenau ist das, was du draus machst!“</strong></p>
<p>Wenn ich nun als Alumnus der TU Ilmenau gefragt werde, ob ich bereit w&#228;re, einen etwaigen Vortrag als Gastreferent zu halten, dann hat das f&#252;r mich nichts mit einer Selbstinszenierung zu tun, sondern in erster Linie mit Dankbarkeit und Identifikation, weil ich wei&#223;, dass die TU Ilmenau, aber insbesondere das Institut f&#252;r Medien- und Kommunikationswissenschaft (<a href="http://www.tu-ilmenau.de/ifmk/">IfMK</a>) mit dem Studiengang Angewandte Medienwissenschaft einen einmaligen und hochwertigen Studiengang entwickelt hat, der mir letztlich alles erst erm&#246;glicht hat. </p>
<p>Wenn ich also als Berater f&#252;r „<a href="http:// http://www.studieren-in-fernost.de/">Studieren in Fernost</a>“ aktiv bin und westdeutschen Studieninteressierten von den Vorz&#252;gen ostdeutscher Universit&#228;ten wie der TU Ilmenau vorschw&#228;rme, dann tue ich das aus voller &#220;berzeugung; wenn ich den Studierenden des Seminares „Innovatives Wissensmanagement in Organisationen“ versuche zu vermitteln, dass sie sich dieser einmaligen Ausgangslage bewusst sein und die Chancen, die ihnen w&#228;hrend ihres Studienganges in den beschriebenen praktischen Projekten angeboten werden, nutzen sollen, dann weil ich wei&#223;, dass ich ohne das alles nicht dort stehen w&#252;rde, wo ich heute bin. </p>
<p>Ich sehe mich als Botschafter der Angewandten Medienwissenschaft, des IfMK und der TU Ilmenau. Mein Name ist Jan M. Rechlitz und ich bin PorNoKratie. Ich bin Social-Media-s&#252;chtig – und ich stehe dazu. Vielen Dank! </p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/18564560" width="400" height="300" frameborder="0"></iframe>
<p><a href="http://vimeo.com/18564560">Generation PornoKRATIE - Oder: Wie ich lernte, Social Media zu lieben&#8230;</a> from <a href="http://vimeo.com/pornokratie">PorNoKratie</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p><b>Anmerkungen:</b><br />
1) Abgesehen davon, dass ich Pr&#228;sentation und Vortrag erst in der Nacht zuvor erstellt habe: An den „&#196;hms“ im Vortrag (nein, nicht wieder Strichliste f&#252;hren) arbeite ich, dieser (und den vielen anderen) Schw&#228;che bin ich mir durchaus bewusst&#8230; ☺ </p>
<p>2) Der Titel “Generation PornoKRATIE” ist angelehnt an die in den Medien popul&#228;re Begriffskombination “Generation Porno”, die das Internet (typisch deutsch?!) auf eine negative Sichtweise reduziert! Ich sehe mich als Digital Native, als Teil jener Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist. Ich bin nicht „digital verroht“.</p>
<p>3) Der Startscreen der Pr&#228;sentation stammt &#252;brigens von einem AdBust, die der Berliner K&#252;nstler Johannes P. Osterhoff p&#252;nktlich zum Verkaufsstart des iPad in Deutschland im U-Bahnhof Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte vorgenommen hatte, um gegen die Privatsph&#228;re-Beschneidung durch Apple zu protestieren. <a href="http://www.pornokratie.com/blog/freedom-of-porn-und-privatsphaere-oder-wie-der-sex-auf-das-ipad-kam/">Mehr dazu findet ihr in diesem Artikel</a>!</p>
<p>4) Desweiteren m&#246;chte ich anmerken, dass es sich nicht um eine offizielle Aperto-Pr&#228;sentation, sondern um eine privat erstellte Pr&#228;sentation handelt!</p>
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var flattr_dsc = 'Hinweis: Am unteren Ende dieses Artikels findet ihr einen Live-Mitschnitts meines Vortrages!  Am Freitag, den 07. Januar 2011 durfte ich zum wiederholten Mal einen kleinen Gastvortrag an der TU Ilmenau halten. Eingeladen hatte das Fachgebiet Kommunikationswissenschaft, in Person von Marcel Kirchner und Prof. Dr. Paul Klimsa, die beide auch meine Diplomarbeit „Sozialmediale Intereffikation“ betreut haben.    Als Alumnus der TU Ilmenau sollte ich den Studierenden des Anwendungsbereiches „Innovatives Wissensmanagement in Organisationen“, das in Zusammenarbeit mit IBM angeboten wird (Beschreibung siehe unten), einen Eindruck davon vermitteln, was dafür ausschlaggebend war, mich mit Sozialen Medien auseinanderzusetzen und wie es letztlich dazu kam, dass ich mich heute als Berater für digitale Kommunikation und Social Media bei der Aperto AG in Berlin mit dem Thema beruflich befasse. Zudem sollte ich Aperto vorstellen und den Studierenden damit zum einen Eindruck davon vermitteln, welche Berufspersp';
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		<title>Über die Relevanz von Social Media für Wissenschaftsjournalismus und Wissenschafts-PR</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Nov 2010 23:35:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan M. Rechlitz</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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<p>Eines  der ersten B&#252;cher, das ich als kleiner Junge aus dem Regal meines Vaters gezogen hatte, war „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eine_kurze_Geschichte_der_Zeit">Eine kurze Geschichte der Zeit</a>“ von <a href=" http://www.pornokratie.com/blog/what-would-hawking-say-about-social-web/">Stephen Hawking</a>. Zugegeben, ich war sicherlich kein Wunderkind, habe damals in dem Buch gelesen, aber ehrlich gesagt nicht ann&#228;hrend verstanden, was einer der intelligentesten Menschen unserer Zeit dort geschrieben hatte. Und doch gab es in der Einleitung eine kleine Anekdote, die mich menschlich gepr&#228;gt hat:</p>
<p><a href=" http://www.pornokratie.com/blog/ueber-die-relevanz-von-social-media-fuer-wissenschaftsjournalismus-und-wissenschafts-pr/"><img src=" http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/57/M31bobo.jpg" width="450" height="" alt="Eine kurze Geschichte der Zeit"></a></p>
<p><strong>Eine kurze Geschichte der Zeit&#8230;</strong></p>
<blockquote><p>
Ein namhafter Wissenschaftler hielt einmal einen &#246;ffentlichen Vortrag &#252;ber Astronomie. Er schilderte, wie die Erde um die Sonne und die Sonne ihrerseits um den Mittelpunkt einer riesigen Ansammlung von Sternen kreist, die wir unsere Galaxis nennen. Als der Vortrag beendet war, stand hinten im Saal eine kleine alte Dame auf und erkl&#228;rte:<br />
„Was Sie uns da erz&#228;hlt haben, stimmt alles nicht. In Wirklichkeit ist die Erde <span id="more-248"></span> eine flache Scheibe, die von einer Riesenschildkr&#246;te auf dem R&#252;cken getragen wird.“<br />
Mit einem &#252;berlegenen L&#228;cheln hielt der Wissenschaftler ihr entgegen: „Und worauf steht die Schildkr&#246;te?“ – „Sehr schlau, junger Mann“, parierte die alte Dame. „Ich werd`s Ihnen sagen: Da stehen lauter Schildkr&#246;ten aufeinander.“       </p>
<p>Die meisten Menschen werden &#252;ber die Vorstellung, unser Universum sei ein unendlicher Schildkr&#246;tenturm, den Kopf sch&#252;tteln. Doch woher nehmen wir die &#220;berzeugung, es besser zu wissen? Was wissen wir vom Universum und woher wissen wir es? Woher kommt das Universum und wohin entwickelt es sich? Hatte es wirklich einen Anfang? Und wenn, was geschah davor? Was ist die Zeit? Wird sie je ein Ende finden?
</p></blockquote>
<p>Diese eigentlich fast irrelevant erscheinende Geschichte war f&#252;r mich nicht nur pr&#228;gend was die Toleranz anderer Meinungen angeht. Es waren nicht zuletzt die bildliche Sprache und die offenen und spannenden Fragen zur Entstehung der Welt, wie wir sie kennen, die mich fortan in ihren Bann zogen und die mich bis heute faszinieren. </p>
<p><strong>Mein pers&#246;nlicher Bezug zum Thema Wissenschaft</strong></p>
<p>Die <a href="http://www.pm-magazin.de/de/">P.M.</a> (<a href="http://www.facebook.com/PMOnline">@Facebook</a>) geh&#246;rte f&#252;r meine Geschwister und mich schon in jungen Jahren zur regelm&#228;&#223;igen Lekt&#252;re. Unsere Eltern hatten uns abends „<a href="http://www.wunschliste.de/2558">Wunderbarer Planet</a>“ und &#228;hnliche Fernsehsendungen auf Videokassetten aufgenommen, die wir dann tags darauf gemeinsam anschauten. Der Sonntagvormittag geh&#246;rte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kopfball_%28Show%29">Kopfball</a>, der Abend Joachim Bublath und Ramona Lei&#223; bzw. Babette Einstmann mit ihrer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Knoff-Hoff-Show">Knoff-Hoff-Show</a>. So sehr meine Geschwister und mich diese Formate in ihren Bann gezogen hatten und wir untereinander und mit unseren Eltern viel &#252;ber wissenschaftliche Themen diskutierten, so ist doch keiner von uns in die naturwissenschaftliche Richtung gegangen. F&#252;r mich gesprochen mag das vielleicht auch daran liegen, dass ich nicht der allerhellste Kopf bin, Mathematik, Physik und Chemie waren sicherlich nicht meine besten Schulf&#228;cher. Immerhin darf ich mich heute <a href="http://www.pornokratie.com/blog/diplomarbeit-verteidigt-und-bestanden/">Diplom Medienwissenschaftler</a> nennen, was verdeutlicht, dass meine Faszination f&#252;r Naturwissenschaften inzwischen l&#228;ngst von jener f&#252;r Kommunikations- und Medienwissenschaft (oder Soziologie) &#252;berlagert wurde. Und dennoch ist sie ganz allgemein immer noch da, die Faszination f&#252;r (natur-) wissenschaftliche Themen. </p>
<p>Die Formate, die ich oben beschrieben habe, die gibt es weitestgehend heute immer noch. &#220;berhaupt werden wissenschaftliche Themen durchaus nicht selten in den hiesigen Massenmedien thematisiert. Nat&#252;rlich variiert die Form der Aufbereitung von Format zu Format, die meiste Zeit geht es ohnehin um popul&#228;rwissenschaftliche Ver&#246;ffentlichungen – also so aufbereitet, dass auch Menschen wie ich sie verstehen k&#246;nnen. Wissenschaftler des Lehrstuhls Wissenschaftsjournalismus an der Technischen Universit&#228;t Dortmund haben zwischen 2003 und 2007 die wissenschaftliche Berichterstattung in gro&#223;en deutschen Tageszeitungen wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), der S&#252;ddeutschen Zeitung (SZ) sowie der WELT analysiert und festgestellt, dass die wissenschaftliche Berichterstattung zwischen 2003/2004 und 2006/2007 um 48 Prozent zugenommen hat.</p>
<p><strong>“Science sells“ – „Wissenschaftsjournalismus boomt“</strong></p>
<p>Nach Auswertung von 4.077 wissenschaftsjournalistischen Artikeln in einem Untersuchungszeitraum von 26 Monaten kamen die Autoren der Studie zu dem <a href="http://www.journalistik-dortmund.de/die-top-forschungsthemen-in-uberregionalen-zeitungen.html">Ergebnis</a>, dass der gr&#246;&#223;te Teil der Berichterstattung &#252;ber Themen aus der Wissenschaft positiv und oft eher unkritisch war. </p>
<p>Das mit Abstand popul&#228;rste Wissenschaftsthema in den Zeitungen ist der Studie zufolge Medizin, gefolgt von der Technik. Einen „au&#223;ergew&#246;hnlichen Zuwachs“ attestieren die Forscher zudem dem Bereich &#214;kologie. Die Wissenschaftler subsumierten ihre Forschungsergebnisse schlie&#223;lich unter dem Claim: „Science sells!“ Oder um es mit den Worten von Carolin Neumann auszudr&#252;cken, die im M&#228;rz 2009 einen <a href="http://netzwertig.com/2009/03/23/nature-studie-wissenschaftsjournalismus-verlagert-sich-in-blogs/">Artikel</a> zu der Studie bei Netzwertig publiziert hatte: „Der Wissenschaftsjournalismus [in Deutschland] boomt“.</p>
<p><strong>Ver&#228;ndertes Mediennuzungsverhalten</strong></p>
<p>Nun, so weit, so gut. Dass ich mir Zeitschriften wie P.M., <a href="http://www.wissenschaft.de">Bild der Wissenschaft</a> oder <a href="http://www.spektrum.de/">Spektrum der Wissenschaft</a> (<a href="http://www.facebook.com/spektrumverlag">@Facebook</a>, <a href="http://twitter.com/spektrum">@Twitter</a>) kaufe, kommt heute durchaus noch vor, aber ehrlich gesagt nur noch sehr sehr selten. Neben mir auf dem Schreibtisch liegen zwar gerade <a href="http://www.mpg.de/bilderBerichteDokumente/multimedial/mpForschung/index.html">”Max-Planck-Forschung“</a>, „<a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/10/der-grosse-entwurf-von-stephen-hawking-die-komplette-rezension.php">Der gro&#223;e Entwurf</a>“ und verschiedene systemtheoretische B&#228;nde, aber dass ich gedruckte Publikationen lese (abgesehen von Belletristik und Fachb&#252;chern), ist nicht mehr ganz so oft der Fall. Dass der Fernseher vor geraumer Zeit seinen Geist aufgegeben hat und deswegen wissenschaftliche Sendungen dementsprechend ebenso keine gro&#223;e Rolle mehr spielen (k&#246;nnen), passt da ganz gut ins Bild.</p>
<p>Was ich eigentlich sagen m&#246;chte: Mein Mediennutzungsverhalten hat sich im Vergleich zu fr&#252;heren Jahren extrem ver&#228;ndert. Statt Zeitschriften zu lesen oder TV-Sendungen zu sehen, bewege ich mich fast ausschlie&#223;lich im Internet, um mich zu unterhalten oder zu informieren. Das gilt insbesondere f&#252;r Nachrichten jeglicher Art (es soll Menschen geben, die mich als „nachrichtens&#252;chtig“ einstufen), aber nat&#252;rlich auch f&#252;r das Thema Wissenschaft. Nun mag ich vielleicht ein Extremfall sein, ein Nerd, ein Freak, zugegeben. Aber auch in der breiten &#214;ffentlichkeit vollzieht sich aktuell ein merklicher <a href="http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=222">Wandel, was das Mediennutzungsverhalten anbelangt</a>. </p>
<p><strong>Wissenschaftsjournalismus verlagert sich ins Internet</strong></p>
<p>Eine ganz interessante <a href="http://www.nature.com/news/2009/090318/full/458274a.html">Studie zum Thema Wissenschaftsjournalismus 2.0</a> hat das britische Fachmagazin <a href="http://www.nature.com">Nature</a> Anfang 2009 publiziert. Demnach wurden in den vergangenen Jahren in den USA viele Stellen bei Wissenschaftsressorts gro&#223;er Zeitungen abgebaut oder etwaige Ressorts sogar ganz geschlossen.  Stattdessen, so die Studie, w&#252;rde sich der Wissenschaftsjournalismus zunehmend ins Internet verlagern, wobei insbesondere Blogs und Soziale Medien an Relevanz gewinnen. Im Rahmen der Untersuchung wurden insgesamt 493 Wissenschaftsjournalisten befragt. </p>
<p>Die Ergebnisse der Studie (<a href="http://tinyurl.com/c38kp6">hier als Excel-Datei</a>) zeigen zudem wie sich die Recherche der Wissenschaftsjournalisten in den vergangenen Jahren ver&#228;ndert hat. W&#228;hrend etwa 35 Prozent der Befragten angaben, &#252;ber Soziale Netzwerke wie zum Beispiel Facebook oder Twitter auf wissenschaftliche Themen aufmerksam zu werden, taten dies f&#252;nf Jahre zuvor lediglich 8 Prozent. Auch Blogs von Wissenschaftlern haben als Recherchequellen an Relevanz zugenommen. So spielen etwaige Blogs f&#252;r 63 Prozent der befragten Wissenschaftsjournalisten bei der Recherche von wissenschaftlichen Themen eine Rolle, w&#228;hrend es f&#252;nf Jahre zuvor lediglich bei 18 Prozent der Fall war. Wichtigste Informationsquelle sind allerdings nach wie vor Materialien und Informationen, die durch PR- und Presseverantwortliche von Universit&#228;ten und Forschungsinstitutionen an die Journalisten &#252;bermittelt werden, zum Beispiel in Form von Pressemitteilungen (99 Prozent).</p>
<p><strong>Skepsis und &#196;ngste beim Wechsel in Soziale Medien</strong></p>
<p>Im zugeh&#246;rigen <a href="http://www.nature.com/news/2009/090318/full/458274a.html">Artikel</a> zitiert die Nature einige Experten und Wissenschaftsjournalisten, die bezogen auf die Verlagerung des Wissenschaftsjournalismus von traditionellen Medien ins Internet kritisch eingestellt sind, was die Qualit&#228;t der journalistischen Arbeit angeht. So sieht beispielsweise der Wissenschaftsjournalist Robert Lee Hotz vom Wall Street Journal die Gefahr, dass der Wissenschaftsjournalismus in Blogs und Sozialen Medien nicht mehr jene Unabh&#228;ngigkeit und kritische Distanz behalten werde, die ihn zuvor ausgezeichnet habe. Peter Dykstra, ehemaliger Leiter des Ressorts f&#252;r Wissenschaft, Technik, Umwelt und Wetter bei CNN, bef&#252;rchtet zudem, dass das Thema Wissenschaft im Internet „ghettoisiert“ werde, an Reichweite einb&#252;&#223;e und aus dem Wahrnehmungsfeld der breiten &#214;ffentlichkeit verschwinde. </p>
<p>Der Nature-Artikel schildert allerdings auch einige Positiv-Beispiele, die zeigen, welches Potential in Sozialen Medien insbesondere f&#252;r Forscher und Wissenschaftler liegen. So seien f&#252;r diese inzwischen Blogs ebenso wichtig wie Vortr&#228;ge oder Publizierung von B&#252;chern und Fachartikeln, um &#246;ffentliche Aufmerksamkeit zu generieren und Reputation aufzubauen. Die erfolgreichsten wissenschaftlichen Blogs kommen demnach auf mehrere hunderttausend Zugriffe pro Monat. Der Wissenschaftler Derek Lowe von der University of Cambridge in Massachussetts etwa startete Anfang 2002 sein eigenes <a href=" http://www.corante.com/pipeline/ ">Blog</a>, weil er das Gef&#252;hl hatte, dass die Leute interessiert daran seien, mehr &#252;ber seine Forschungsarbeit zu erfahren. Sieben Jahre sp&#228;ter verzeichnete sein Blog 200.000 Aufrufe pro Woche. Sogar eine halbe Millionen Aufrufe pro Woche verzeichnete Anfang 2009 der <a href=" http://scienceblogs.com/pharyngula/ ">Blog Pharyngula</a> von Paul Myers, Biologe an der University of Minnesota. </p>
<p><strong>Die wissenschaftliche Community w&#228;chst zusammen</strong></p>
<p>Eine besondere Rolle kommt zudem <a href="http://scienceblogs.com/">ScienceBlogs.com</a> zu, einem im Januar 2006 von der Seed Media Group gegr&#252;ndeten Blog-Portal, das eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Blogs miteinander vernetzt und deren Inhalte aggregiert. Durch die B&#252;ndelung der Blogs von Wissenschaftlern und Forschern unterschiedlicher Universit&#228;ten und Forschungseinrichtungen soll das &#246;ffentliche Verst&#228;ndnis von Wissenschaft und Forschung nachhaltig gef&#246;rdert werden. ScienceBlogs.com erreicht jeden Monat <a href="http://www.scienceblogs.de/ueber-scienceblogs.php">2,5 Millionen Besucher</a> und verf&#252;gt seit 2008 mit <a href="http://www.scienceblogs.de">ScienceBlogs.de</a> auch &#252;ber einen deutschsprachigen Ableger.</p>
<p>Nun muss ich zugeben, dass ich mich in der letzten Zeit verst&#228;rkt mit dem Thema Wissenschaft in Internet und Sozialen Medien auseinandergesetzt habe. Dies hat zum einen nat&#252;rlich damit zu tun, dass ich als <a href=" http://www.xing.com/profile/JanM_Rechlitz ">Berater f&#252;r digitale Kommunikation und Social Media</a> f&#252;r meinen Arbeitgeber, die Internetagentur <a href="http://www.aperto.de">Aperto</a>, aktuell einige Hochschulen und Universit&#228;ten diesbez&#252;glich berate. Es hat aber auch damit zu tun, dass ich k&#252;rzlich meine Diplomarbeit erfolgreich abgeschlossen habe, in der ich mich mit dem Zusammenspiel von PR und Journalismus in und &#252;ber Social Media (kurzum: „<a href=" http://www.pornokratie.com/blog/diplomarbeit-verteidigt-und-bestanden/ ">Sozialmediale Intereffikation</a>“) auseinandergesetzt und (zwar nicht explizit in der Arbeit, so aber immerhin „privat“) durch meinen immer noch sehr engen Draht zu meiner Universit&#228;t, der TU Ilmenau, auch mit dem Thema Wissenschaft und Forschung in Sozialen Medien besch&#228;ftigt habe.</p>
<p><strong>Wissenschaftler ben&#246;tigen &#214;ffentlichkeit</strong></p>
<p>Nun ist es so, dass Forscher und Wissenschaftler, die an &#246;ffentlichen Bildungs- und Forschungseinrichtungen – wie zum Beispiel Universit&#228;ten – arbeiten und dabei von der Allgemeinheit (oder: „<em>dem Steuerzahler</em>“) finanziert werden, die Verpflichtung haben, ihre Forschungsergebnisse zu ver&#246;ffentlichen. Nicht nur das, es liegt sogar im eigenen Interesse von Universit&#228;ten und Forschern, die eigenen Arbeiten zu publizieren. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Reputation, die Institutionen und Akteure hierdurch aufbauen und steigern, um Ansehen und Rang in der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu erlangen – und nicht zuletzt auch wieder weitere F&#246;rdergelder f&#252;r neue Forschungen zu generieren. Dementsprechend ist es nicht nur nett und sch&#246;n, sondern vielmehr wichtig, Forschungsergebnisse zu publizieren und in angesehenen und/oder reichweitenstarken (Fach-) Medien zu erscheinen. Um es etwas abzuk&#252;rzen und provokant auszudr&#252;cken, kann man auch sagen, dass Wissenschaftler und Forschungsinstitutionen (wie z.B. Universit&#228;ten) in gewisser Weise nicht anders agieren (m&#252;ssen), wie kapitalgetriebene Unternehmen und deswegen auch darauf angewiesen sind, PR zu betreiben! </p>
<p>Aktivit&#228;ten in Sozialen Medien werden dabei zuk&#252;nftig eine besonders wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, Reputation aufzubauen. Vor einiger Zeit hatte ich mich bereits in einem Artikel mit dem <a href=" http://www.pornokratie.com/blog/diskussion-social-media-und-online-reputationsmanagement-orm/ ">Online-Reputationsmanagement via Social Media</a> auseinandergesetzt. Entsprechendes gilt nat&#252;rlich – und vielleicht ganz besonders – auch f&#252;r wissenschaftliche Forschungseinrichtungen und Akteure.</p>
<p><strong>Wissenschafts-PR ist an Wissenschafts-Journalismus gekoppelt</strong></p>
<p>Organisationen und Akteuren der Wissenschaft &#252;bermitteln seit jeher Informationen (z.B. in Form von Pressemitteilungen) an jene des (Fach-) Journalismus und kn&#252;pfen direkte Kontakte. &#220;brigens ein gegenseitiges Geben und Nehmen, denn die (Fach-) Journalisten erhalten dabei wichtige Informationen, die sie in ihren Publikationen ver&#246;ffentlichen k&#246;nnen und die Wissenschaftler jene Aufmerksamkeit der &#214;ffentlichkeit, die sie aus oben genannten Gr&#252;nden suchen und ben&#246;tigen. Man k&#246;nnte quasi (ganz in der Tradition von G&#252;nter Bentele et al.) davon reden, dass sich Wissenschaft und wissenschaftlicher Fachjournalismus somit ein St&#252;ck weit gegenseitig erm&#246;glichen!</p>
<p>Wenn sich nun allerdings, das Mediennutzungsverhalten der &#214;ffentlichkeit zunehmend ins Internet und in Soziale Medien verlagert, so dass auch journalistische Akteure und Organisationen gezwungen sind, hierauf zu reagieren und ihrerseits ebenfalls im (Social-) Web aktiv werden, dann liegt es nicht zuletzt auch an den Organisationen und Akteuren der Wissenschaft, diesen Schritt mit zu gehen, um die Journalisten und nicht zuletzt auch die &#214;ffentlichkeit (nachhaltig) erreichen zu k&#246;nnen. Oder um es mit einem Zitat von Frank Schmiechen, dem Chefredakteur der WELT KOMPAKT, den ich im Rahmen meiner Diplomarbeit interviewt habe, zu formulieren:</p>
<blockquote><p>
„Ja klar, die m&#252;ssen da rein, &#252;berhaupt gar keine Frage“, denn wenn die „das gut machen und auch ich als Journalist damit in Kontakt komme, dann ist das f&#252;r die einfach gut, ob ich drauf kucke oder nicht.“<br />
<font size=1>(Frank Schmiechen. In: Rechlitz, Jan M. (2010): Sozialmediale Intereffikation.)</font>
</p></blockquote>
<p><strong>Wir halten fest:</strong><br />
<strong> (1)</strong> Das Mediennutzungsverhalten der Rezipienten verlagert sich zunehmend von traditionellen Medien ins Internet und in Soziale Medien und Soziale Netzwerke.<br />
<strong> (2)</strong> Organisationen und Akteure des Journalismus (wenn man sich auf den Nature-Artikel beruft auch jene des wissenschaftlichen Fachjournalismus) nutzen das Internet und Soziale Medien (z.B. Blogs) immer st&#228;rker zur Recherche, aber auch zur Publizierung von eigenen Inhalten.<br />
<strong> (3)</strong> Organisationen und Akteure der Wissenschaft, wie z.B. Universit&#228;ten und dort arbeitende Forscher und Wissenschaftler sind gezwungen den Weg ins Internet und in Soziale Medien und Soziale Netzwerke mit zu gehen, wollen sie (Fach-) Journalisten und Rezipienten langfristig mit ihren Inhalten (PR) erreichen. Es bietet ihnen sogar die potentielle M&#246;glichkeit, auf einmal mit eigenen Medienangeboten direkt an Rezipienten und &#214;ffentlichkeit heranzutreten, mit diesen zu kommunizieren und zu interagieren,  ohne zwangsweise auf Organisationen und Akteure des Journalismus angewiesen zu sein! Um es &#252;berspitzt und provokant auszudr&#252;cken: Forscher und Universit&#228;ten haben durch Soziale Medien die M&#246;glichkeit, selbst zu journalismus&#228;hnlichen Akteuren zu werden und Wissenschaftsjournalismus (in eigener Sache) zu betreiben und zudem Reputation nachhaltig aufzubauen!</p>
<p>Um das ganze noch etwas weiter zu untersetzen, m&#246;chte ich nochmals auf ein paar Aussagen von Frank Schmiechen aus meiner Diplomarbeit zur&#252;ckgreifen. Und zwar ist Schmiechen davon &#252;berzeugt, dass die vor einigen Jahren eingesetzte Entwicklung des Internets hin zu einem Social Web noch l&#228;ngst nicht abgeschlossen und eine noch st&#228;rkere Personalisierung zu erwarten sei. Soziale Medien bzw. Soziale Netzwerke wie beispielsweise Facebook w&#252;rden &#252;ber kurz oder lang zum Dreh- und Angelpunkt der Internetnutzung. </p>
<blockquote><p>
„Die Leute hüpfen nicht mehr von Attraktion zu Attraktion, wie es früher war und von Bild.de zu Spiegel Online zu einer weiteren Seite. Sondern sie werden ein festes Basislager im Internet haben, in der Art von Facebook.“<br />
<font size=1>(Frank Schmiechen. In: Rechlitz, Jan M. (2010): Sozialmediale Intereffikation.)</font>
</p></blockquote>
<p><strong>Die Personalisierung des Webs schafft neue Potentiale und Herausforderungen</strong></p>
<p>Als zentrales Element sei dabei der Activity-Stream jedes einzelnen Nutzers anzusehen, der sowohl Nachrichten von diversen Nachrichtenportalen und Magazinen, aber auch Informationen, Links und Empfehlungen von Familie und Freunden beinhaltet. Diese Entwicklung (die f&#252;r Menschen wie mich bereits heute Alltag ist) zugrunde gelegt, w&#252;rde im Zusammenhang mit dem Wissenschaftsjournalismus bedeuten, dass es sowohl f&#252;r die Akteure und Organisationen der Wissenschaft (s-PR), wie auch f&#252;r jene des (Wissenschafts-) Journalismus unerl&#228;sslich sein wird, zu einem bekannten, relevanten und glaubw&#252;rdigen Absender von Informationen im Social Web zu werden, so dass die (Wissenschafts-) Journalisten und Rezipienten bereit sind, ihnen Zutritt zu ihrem personalisierten Nachrichtenstream zu gew&#228;hren.  </p>
<p>Ich selbst nutze das Internet und insbesondere Soziale Medien sehr intensiv (sicherlich weitaus st&#228;rker als der Durchschnitt, der deutschen Bev&#246;lkerung). Wenn ich heutzutage ins Internet gehe, dann zieht es mich in erster Linie immer zuerst an drei Orte:<br />
<strong>(1)</strong> Zu meinem RSS-Reader, wo ich eine inzwischen unz&#228;hlbare Menge von RSS-Feeds von Blogs und Nachrichtenseiten der verschiedensten Themengebiete aggregiere und sammle, so auch von vielen wissenschaftlichen Publikationen, Forschungsinstitutionen oder Universit&#228;ten.<br />
<strong> (2) </strong> Zu Twitter, wo ich mehreren hundert Menschen followe, d.h. deren Tweets abonniert habe. Hierzu geh&#246;ren u.a. auch Forschungseinrichtungen (z.B. <a href="http://twitter.com/cern">CERN</a>, Wissenschaftler (z.B. <a href="http://twitter.com/dereklowe">z.B. Derek Lowe</a>), Universit&#228;ten (z.B. <a href="http://twitter.com/UniCologne">Uni K&#246;ln</a> oder Wissenschaftsmagazine (z.B. <a href="http://twitter.com/spektrum">Spektrum der Wissenschaft</a>).<br />
<strong> (3) </strong> Zu Facebook, das f&#252;r mich schon l&#228;ngst kein ausschlie&#223;lich privates, sondern ein durchaus schon berufliches, zumindest aber offenes Netzwerk ist und zudem immer mehr meinen RSS-Reader abzul&#246;sen beginnt und f&#252;r mich inzwischen erster Anlaufpunkt im Internet. Bei Facebook bin ich u.a. Fan/Freund von Forschungseinrichtungen (z.B. <a href="http://www.facebook.com/NASA">NASA</a>, Wissenschaftlern (z.B. <a href="acebook.com/martin.loeffelholz">Prof. Dr. Martin L&#246;ffelholz</a>), Universit&#228;ten (z.B. <a href="http://www.facebook.com/TU.Muenchen">TU M&#252;nchen</a>) oder Wissenschaftsmagazinen (z.B. <a href="http://www.facebook.com/ScienceMagazine">Science</a>) und abonniere damit automatisch deren Status-Updates und Ver&#246;ffentlichungen. Damit ist in meiner pers&#246;nlichen Internetnutzung bereits das eingetroffen, was Frank Schmiechen als Zukunftsvision gezeichnet hatte.</p>
<p><strong>Social Media schafft Zugang zu Reichweite und &#214;ffentlichkeit</strong></p>
<p>All diese Informationen aus dem wissenschaftlichen Bereich erreichen mich tagt&#228;glich zum einen nat&#252;rlich als Rezipienten, der sich aus pers&#246;nlichen Interessen f&#252;r neues aus den verschiedenen Bereichen interessiert. Aber diese Informationen erreichen mich nat&#252;rlich auch als einen potentiellen Multiplikator, der sie aufgreift, verarbeitet und in seinen verschiedenen Sozialen Netzwerken (z.B. via Blog, Twitter, Facebook etc.) weiterverbreitet. Dies gilt nat&#252;rlich nicht nur f&#252;r mich, sondern auch f&#252;r viele weitaus relevantere Multiplikatoren, Influenzer und (Wissenschafts-) Journalisten!</p>
<p>Dabei spielen nat&#252;rlich insbesondere die Akteure des Journalismus eine ganz besonders wichtige Rolle! Denn diese bieten immer auch potentiell den Zugang zu crossmedialen Angeboten. Abermals m&#246;chte ich das anhand eines kurzen Auszugs aus meiner Diplomarbeit veranschaulichen, wieder anhand von Frank Schmiechen:</p>
<blockquote><p>
Der über Twitter sowie als Blogger und auf anderen Social Media-Plattformen agierende Journalist Frank Schmiechen agiert gleichzeitig als Chefredakteur der Tageszeitung WELT KOMPAKT sowie als stellvertretender Chefredakteur der gesamten WELT-Gruppe inklusive dem reichweitenstarken Internet-Auftritt von WELT ONLINE. Wer nun beispielsweise über Twitter in den Aufmerksamkeitsbereich von Frank Schmiechen gerät, der hat es geschafft, gleichzeitig auch in den Aufmerksamkeitsbereich von WELT KOMPAKT, DIE WELT und WELT ONLINE zu gelangen.<br />
<font size=1>( Jan M. Rechlitz (2010): Sozialmediale Intereffikation.)</font>
</p></blockquote>
<p>Wie wir bereits aus der weiter oben zitierten Studie der TU Dortmund erfahren haben, verf&#252;gt die WELT &#252;ber ein eigenes Wissenschaftsressort, auch WELT ONLINE widmet sich regelm&#228;&#223;ig (popul&#228;r-)wissenschaftlichen Themen. Frank Schmiechen kann demnach durchaus als wichtiger Adressat in Sozialen Medien angesehen werden – auch f&#252;r wissenschaftliche Themen. Und dies gilt potentiell f&#252;r jeden Journalisten, der in Sozialen Medien aktiv ist!</p>
<p><strong>Relevanz von Video-Inhalten und Suchmaschinen</strong></p>
<p>Je multimedialer eine Nachricht dabei aufbereitet wird, desto gr&#246;&#223;er ist die Chance, dass sie rezipiert und weiterverbreitet wird. Ist beispielsweise in Facebook ein Video eingebunden, so ist die Verlockung tendentiell gr&#246;&#223;er, das Video aufzurufen und gegebenenfalls zu „teilen“, als bei reinen Texten. &#220;berhaupt lehrt nicht zuletzt ein Blick in die aktuelle ARD-ZDF-Onlinestudie, dass sich <a href=" http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=251">insbesondere Videos einer gro&#223;en Beliebtheit erfreuen</a>. Nicht umsonst gilt YouTube hinter Google als zweitwichtigste Suchmaschine im Netz! </p>
<p>Apropos Google: <a href=" http://www.openpr.de/news/466031/Suchmaschinen-reizen-Profi-Inhalte-User-Verhalten-bekraeftigt-Suchmaschinenoptimierung-im-Text.html ">83 Prozent</a> der deutschen Internetnutzer verwenden regelm&#228;&#223;ig Suchmaschinen, um nach Informationen zu suchen, wobei Google als mit gro&#223;em Abstand <a href=" http://www.onlinemarketing-blog.de/2009/01/26/93-prozent-marktanteil-google-in-deutschland/ ">wichtigste (weil meist genutzte) Suchmaschine</a> anzusehen ist. Wer es schafft, bei Google auf einer der ersten Seiten in den Ergebnissen gelistet zu werden, der erh&#246;ht die Auffindbarkeit im Internet um ein vielfaches. Um dies zu erreichen gibt es verschiedene M&#246;glichkeiten, von der Suchmaschinenoptimierung (SEO) der eigenen Webseite bis hin zu Suchmaschinenmarketing (SEM), d.h. Schaltung von Google AdWords – oder eben Social Media! Denn Google weist vielen Sozialen Medien eine erh&#246;hte Relevanz zu. So werden etwa Blogs und Twitter als Nachrichtenmedien gewertet und dementsprechend hoch in den Ergebnissen gelistet. YouTube-Videos erhalten sogar einen extra hervorgehobenen Platz unter den ersten Suchergebnissen. Organisationen und Akteure der Wissenschaft, die also in Sozialen Medien wie z.B. Twitter oder YouTube mit eigenen Inhalten vertreten sind, k&#246;nnen damit die Chancen, von den Nutzern gefunden zu werden signifikant erh&#246;hen!</p>
<p><strong>Science 2.0: Wissenschaft ben&#246;tigt Social Media</strong></p>
<p>Wir sehen also, dass es durchaus von Vorteil sein kann, Berichte &#252;ber wissenschaftliche Sachverhalte, Neuigkeiten oder Forschungsprojekte auch in Sozialen Medien und Sozialen Netzwerken zu behandeln und multimedial darzustellen.</p>
<p>Damit m&#246;chte ich an dieser Stelle nun auch (viele werden sagen „endlich“) einen Punkt setzen! Mir ging es mit diesem Artikel lediglich darum aus einer pers&#246;nlichen Betrachtung heraus aufzuzeigen, wieso Soziale Medien im Zusammenhang mit Forschungsthemen und Wissenschaftsjournalismus bzw. Wissenschafts-PR durchaus Relevanz besitzen.  Ein Feld und Spektrum, das sich nicht ann&#228;hrend im Rahmen eines einzigen Artikels umfassend abdecken l&#228;sst und ein Thema, dem ich mich k&#252;nftig durchaus verst&#228;rkt hier widmen m&#246;chte&#8230;</p>
<blockquote><p>
Die Philosophie ist tot. Sie hat mit den neueren Entwicklungen [...] nicht Schritt gehalten. Jetzt sind es die Naturwissenschaftler, die mit ihren Entdeckungen die Suche nach Erkenntnis voranbringen.<br />
<font size=1>(Stephen Hawking: „Der gro&#223;e Entwurf“)</font>
</p></blockquote>
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		<title>EduCamp: PorNoKratie im Interview über Bildung 2.0</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 22:26:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan M. Rechlitz</dc:creator>
		
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<p>Am 06. und 07. November 2010 hatte ich die M&#246;glichkeit, <a href="http://blog.aperto.de/?p=902">im Namen von Aperto</a> am sechsten <a href="http://educamp.mixxt.de/">EduCamp</a> in Aachen <a href="http://blog.aperto.de/?p=907">teilzunehmen</a>. Im Anschluss an die Sessions hat mich Bildungsbloggerin Melanie <a href="http://www.literatenmelu.de/497/ja-ich-heise-melanie-unbekannt/">Unbekannt</a> (aka <a href="http://www.literatenmelu.de/">Literatenmelu</a>) mit ihrer Kamera &#252;berfallen und ein kurzes Statement von mir zum EduCamp eingefangen.</p>
<p><object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/rluEhUjW3Vc?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/rluEhUjW3Vc?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></p>
<blockquote><p>
Jan, frisch gebackener <a href="http://www.pornokratie.com/blog/diplomarbeit-verteidigt-und-bestanden/">[Dipl.] Medienwissenschaftler</a>, berichtet &#252;ber seine Erfahrungen, die er beim Educamp gemacht hat. Ihn besonders haben die Web 2.0-Werkzeuge interessiert, die man in der Lehre einsetzen kann.
</p></blockquote>
<p>Mehr zu den Einsatzm&#246;glichkeiten von Social Media und Social Software im Lehr- und Bildungsbereich sowie daran anlehnend zum Thema Wissenschaftsjournalismus 2.0 gibt`s demn&#228;chst (relativ) hier auf <a href="http://www.pornokratie.com">PorNoKratie.com</a>.</p>
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