<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><feed xml:lang="de-de" xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom"><title type="text">praegnanz.de</title>
	<subtitle type="text">Das private Weblog von Gerrit van Aaken</subtitle>
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	<updated>2025-12-12T00:00:00Z</updated>
	<author>
		<name>Gerrit van Aaken</name>
		<uri>https://praegnanz.de/</uri>
	</author>


	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2025-12-12T00:00:00Z</published>
		<updated>2025-12-12T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Ciao BEM, Servus Vanilla CSS</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/vanilla-css-2025" />
				<summary>Der Abschied von BEM ist mir nicht leicht gefallen, doch es wird Zeit für was Neues. Und was Altes. Irgendwie.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Wie kam es eigentlich dazu, dass die BEM-Konvention zur Formulierung von CSS-Stylingklassen <a href="https://en.bem.info/methodology/history/#lego-20-birth-of-bem">vor 15 Jahren</a> so großen Erfolg hatte? Es gab mehrere valide Gründe:</p>
<ol>
<li>Vollständige Eliminierung des fehleranfälligen Konzepts der <strong>Spezifität,</strong> denn bei BEM haben alle CSS-Selektoren exakt die gleiche „Eine-Klasse-Spezifität“ von 0-1-0. </li>
<li>Eine Art Styling-Kapselung voneinander getrennter Module durch je einen eindeutigen <strong>Namespace</strong> (der <em>Block</em> in <em>Block-Element-Modifier</em>)</li>
<li><strong>Unabhängigkeit</strong> des Stylings von Aufbau und Semantik des HTML</li>
</ol>
<p>Doch es hat sich inzwischen ein bisschen überholt, das ganze. Auch dafür gibt es mehrere Gründe. Diesmal in Prosa statt als Liste. Zunächst mal nervt es ungemein, dass bei strenger BEM-Anwendung die Modifikations-Klassen zusätzlich zu den regulären Element-Klassen vergeben werden muss. Liest sich dann so:</p>
<pre><code class="language-html">&lt;div class="multipass"&gt;
    &lt;h3 class="multipass__headline multipass__headline--active"&gt;Leeloo&lt;/h3&gt;
&lt;/div&gt;</code></pre>
<p>Sieht erstmal scheiße aus. Und wenn man den <code>active</code>-Zustand per JavaScript dynamisch setzen möchte, macht es das nicht hübscher. Modifikatoren sollten eher kompakte Zusatz-Klassen sein, aber dann brechen mehrere eiserne BEM-Konzepte.</p>
<p>BEM war auf CSS-Seite eigentlich nur in Kombination mit Sass und Nesting irgendwie erträglich. Hier konnte man die ganze Geschwätzigkeit des HTML-Codes wegabstrahieren:</p>
<pre><code class="language-css">.multipass {
    background: #ccc;

    &amp;__headline {
        font-size: 2rem;

        &amp;--active {
            color: #c00;
        }
    }
}</code></pre>
<p>Da Sass ebenfalls nicht mehr cool ist (darüber gibt es bald einen gesonderten Artikel), könnte man das noch mit <a href="https://developer.mozilla.org/en-US/docs/Web/CSS/Guides/Nesting/Using">nativem CSS-Nesting</a> probieren. Habe ich probiert – geht aber nicht! Denn obwohl der <code>&amp;</code>-Platzhalter existiert, kann er in nativem CSS nicht mit Teil-Strings kombiniert werden. Ein Grund mehr, wieder vernünftige Klassen zu verwenden und das CSS wieder etwas stärker an die Struktur des HTML zu binden. (In der Praxis hat sich das mit der absoluten Trennung der beiden Strukturen eh nie ganz eingelöst).</p>
<pre><code class="language-html">&lt;div class="multipass"&gt;
    &lt;h3 class="headline active"&gt;Leeloo&lt;/h3&gt;
&lt;/div&gt;</code></pre>
<p>und im CSS dazu so:</p>
<pre><code class="language-css">.multipass {
    background: #ccc;

    .headline {
        font-size: 2rem;

        &amp;.active {
            color: #c00;
        }
    }
}</code></pre>
<p>Ein Hauch von 2006, mit einer Prise Modulkapselung, optisch angehübscht durch übersichtliches Nesting.  Aber wir wollen mehr. Und zwar vor allem: die coolen modernen Selektoren nutzen, die für orthodoxe BEM-Gläubige tabu sind. Dinge, die ich seither sehr gerne nutze, weil ich es mir zur Aufgabe gemacht habe, möglichst sparsam Klassen zu verwenden, da diese – sehen wir es ein – keine echte Semantik in sich tragen. Statt für jeden Scheiß eine Klasse oder einen geschwätzigen BEM-Modifier herbeizufantasieren, kann man auch folgende Freunde einsetzen:</p>
<h3>Die Verwandschafts-Selektoren</h3>
<pre><code class="language-css">.multipass + .multipass { /* Elemente direkt folgend */ }
.multipass ~ .multipass { /* Elemente nachfolgend mit Zeug dazwischen */ }
.multipass &gt; .headline { /* Kind-Selektor */ }
.multipass &gt; &amp;:nth-child(2) { /* bestimmes Kind-Selektor }
[…]
</code></pre>
<p>Ich meine, wir hatten diese Schätze schon fast wieder vergessen; Das ist alles Standardzeug von CSS3. Gibt es seit hundert Jahren, und ist kein bisschen weniger cool geworden. Man darf halt nicht ständig sein HTML umstrukturieren, das ist der Nachteil, zugegebenerweise.</p>
<h3>Die Aria-Selektoren</h3>
<p>Wann immer ein Status sowieso per <code>aria</code>-Attribut ausgewiesen werden sollte, kann man den auch gleich als CSS-Hook mitverwenden und spart sich somit die Extra-Klasse im HTML:</p>
<pre><code class="language-html">&lt;menu class="menulist"&gt;
    &lt;li class="item"&gt;
        &lt;a class="link" aria-current="page" href="element5.html"&gt;Leeloo&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
    &lt;/li&gt;
&lt;/menu&gt;</code></pre>
<pre><code class="language-css">.menulist {
    .item {}
    .link { 
        color: black;

        &amp;[aria-current='page'],
        &amp;:hover {
            background: black;
            color: white;
        }
    }
}</code></pre>
<h3>Die coolen Selektoren von heute</h3>
<p>Großer Hype vor 3 Jahren, wahrscheinlich berechtigt. Ich beginne tatsächlich erst jetzt, ganz zaghaft (zu lange im BEM-Land verharrt), die Vorzüge von <code>:has</code> und <code>:not</code> zu schätzen:</p>
<pre><code class="language-css">.menulist {
    .item {
        background: blue;
        &amp;:has([aria-current]) {
            box-shadow: 0 0 10px rgba(0,0,0,0.3);
        }
        &amp;:not(:first-child) {
            font-size: 1.2rem;
        }
    }
}</code></pre>
<p>Ihr merkt schon, ein paar Dinge sind geblieben aus der Lehre der letzten 15 Jahre:</p>
<ul>
<li>Nach Möglichkeit keine Element-Selektoren wie <code>h2</code> verwenden – das fesselt uns dann doch zu sehr an die Semantik des HTML.</li>
<li>Aufteilung des Layouts in Blöcke bzw. Module mit einzigartigem Namespace, um voneinander getrennte Layout-Bestandteile auch getrennt zu stylen.</li>
<li>Innerhalb eines Layout-Moduls möglichst flache Hierarchie, so dass die meisten Selektoren eine Spezifität von 0-2-0 haben.</li>
</ul>
<p>Und weil es alles natürlich nicht ganz so einfach ist, wenn die Websites komplexer werden, gibt es noch ein weiteres Konzept, welches ich zu schätzen gelernt habe:</p>
<h3>Die neue <code>@layer</code> Funktion</h3>
<p>Wenn unsere Website ausschließlich aus gekapselten Layout-Modulen bestehen würde, wäre das jetzt gar nicht notwendig, aber es gibt meist noch ein paar andere Ebenen. Und auch da sollten sich möglichst wenig Styling-Zuständigkeiten in die Quere kommen, beziehungsweise sollte die Kaskade sauber dafür sorgen, dass spezifischere Gestaltungen die allgemeineren Gestaltungen überschreiben.</p>
<p>In der Praxis sieht das so aus, dass ich meine CSS-Regeln in 6 Schichten aufteile:</p>
<pre><code class="language-css">&lt;style&gt;
    @layer reset, base, usertext, vendor, utilities, components;
&lt;/style&gt;</code></pre>
<p>Ich gehe das mal mit euch durch:</p>
<ol>
<li><strong>reset</strong> ist das Reset-Stylesheet. Ob man das 2025 noch macht, weiß ich gar nicht. Ich mache es noch.</li>
<li><strong>base</strong> enthält sowohl meine CSS-Variablen-Deklarationen, als auch grundlegendes Seitenlayout, also das Styling für <code>body</code>, <code>main</code> usw. – und natürlich auch die <code>@font-face</code>-Deklarationen.</li>
<li><strong>usertext</strong> ist der Layer für strukturierten Text, der von Redakteuren im CMS verfasst wird. Er enthält keine Klassen und ist der einzige Ort, wo Element-Selektoren erlaubt sind.</li>
<li><strong>vendor</strong> enthält Fremd-CSS von Slideshows, Lightboxen, Cookiebannern und ähnlichen Modulen.</li>
<li><strong>utilities</strong> sind die berühmten Hilfsklassen, die überall verwendet werden können, innerhalb und außerhalb von allen Layout-Kapseln. Darunter auch Formular-Elemente wie <code>.button</code> oder <code>.textinput</code> – oder <code>.wrap</code> für die zentrierte Maximalbreite, oder <code>.hidden</code> zum Verstecken. Ich übertreibe es nicht mit der Vielzahl an Utilities, wir sind ja hier nicht bei Tailwind.</li>
<li><strong>components</strong> sind dann endlich unsere Layout-Module, die wir von oben kennen, und die früher unsere BEM-Blöcke waren.</li>
</ol>
<p>Der Clou ist, dass die Reihenfolge der Layer sehr wichtig ist: Wenn ich ein HTML-Element habe, welches von mehreren Selektoren in verschiedenen Layern seine Styles abbekommt, dann gewinnt im Konfliktfall immer das <em>spätere</em> Layer. Egal, wie hoch die jeweilige Spezifität innerhalb des Layers ist.</p>
<p>Ich könnte also im Extremfall im <strong>reset</strong>-Layer alle margins aller Element mit <code>!important</code> auf <code>0</code> festzurren – über <strong>utitilies</strong> könnte ich den margin ganz easy trotzdem überschreiben, selbst mit einem schwachen Element-Selektor.</p>
<p>Wir beginnen also mit den unspezifischsten Regeln in Reset und arbeiten uns zu den spezifischsten Regeln in den Komponenten hoch. Dies ist übrigens für jeden CSS-Autor frei wählbar, es ist nur meine Methode – möglicherweise machen andere Autoren eine ganz andere Aufteilung.</p>
<h3>Styling-Konflikte …</h3>
<p>… gibt es natürlich immer noch. Insbesondere, wenn man etwas längere Pausen in der Entwicklung eines Projekts macht und nicht mehr genau im Kopf hat, ob man beispielsweise die Klasse <code>.figure</code> bereits als Utility angelegt hat und sie jetzt auch noch als Komponente verwenden möchte. Das bekommt man aber schnell raus. Im Zweifelsfall wählt man den Klassennamen der Komponente etwas länger und spezifischer, etwa <code>.herofigure</code>.</p>
<hr>
<p>So, das war’s für heute. Im nächsten Artikel zeige ich euch, wie ich die ganzen CSS-Dateien im Projekt organisiere, und wie ich ohne Building-Prozess einen guten Kompromiss aus Performance und Wartbarkeit erreiche.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2025-12-12:af3ceace4fe1268cd69220d308db5259</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2024-02-27T00:00:00Z</published>
		<updated>2024-02-27T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Pump Up The Jam!</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/pump-up-the-jam" />
				<summary>Eigentlich verrückt: Vor knapp einem Jahr hatte ich mich hier im Blog noch über den grassierenden Hype der „Meta-Frameworks“ wie Next.js, Astro und Nuxt ausgelassen, und dass es viele Gründe gibt, davon die Finger zu lassen.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Nur wenige Wochen später habe ich dann mein erstes <a href="https://nuxt.com">Nuxt</a>-Projekt gestartet und mich zusammen mit dem fantastischen <a href="https://netzintelligenz.de">Ralf Göke</a> auf eine lange Reise begeben. Es geht um den Relaunch von <a href="https://scouter.de">scouter.de</a> – das Carsharing-Angebot eines meiner langjährigsten Kunden.</p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2024/pump-up-the-jam/be4b4f4835-1760526002/scouter.png"></figure>
<h3>Die Aufgabe</h3>
<p>Bei scouter.de gibt es bereits seit dem Start der Marke im Jahr 2014 vier Hauptbereiche umzusetzen: </p>
<ol>
<li>Marketing-Website mit 10-15 Einzelseiten (zeitweise auch mit News)</li>
<li>Online-Registrierung</li>
<li>Mein-Konto-Bereich</li>
<li>Buchungsbereich</li>
</ol>
<p>Beim ersten Punkt waren wir technologisch stets unabhängig, aber bei den Punkten 2 - 4 musste natürlich eine API zum Systemdienstleister (<a href="https://anmeldung.flinkster.de/de/kooperationspartner">DB Flinkster Netzwerk</a>) eingebunden werden, welche die eigentlichen Daten liefert und verwaltet.</p>
<p>Es gab in den vergangenen zehn Jahren dann eine stetige Evolution am laufenden Projekt (a.k.a. Feature Creep) mit immer komplizierterem PHP/jQuery-Code. Wir bauten eine eigene Middleware zum Glätten der „Ein-bisschen-RESTful“-API. Im Jahr 2021 kam dann für den Buchungsbereich eine SPA (Single Page Application) hinzu, die auch als Multiplattform-App in die nativen Stores wanderte, sowie auf, äh, abenteuerliche Weise<sup id="fnref1:1"><a href="#fn:1" class="footnote-ref">1</a></sup> in den CMS-basierten Marketingteil der Website eingebettet wurde.</p>
<p>Anfang 2023 war scouter.de ein Sammelsurium an Technologien, die man beim besten Willen niemandem mehr hätte erklären können. Aber nun ja: Es hat funktioniert. Wenn es Ausfälle gab, war das (meistens) nicht meine Schuld.</p>
<p>Der technische Anlass für die ganz große Reform war dann der Wechsel des Carsharing-Systemanbieters hin zu <a href="https://cantamen.de/">Cantamen</a>. Für mich ein echter Befreiungsschlag! Und weil abzusehen war, dass es mit einem simplen Austausch der API-Syntax nicht getan war, grübelte ich einige Wochen lang über die geeignete Basis-Technologie für den Relaunch nach.</p>
<h3>Warum Nuxt?</h3>
<p>Kernstück von scouter.de ist für die fünfstellige Anzahl an Bestandkunden ganz klar die native App bzw. der Buchungsbereich der Website, die auch als PWA funktioniert hat<sup id="fnref1:2"><a href="#fn:2" class="footnote-ref">2</a></sup>. Diese war technologisch einigermaßen frisch, nämlich mit <a href="https://vuejs.org">Vue.js</a> umgesetzt, und mit Ralfs Hilfe waren wir tatsächlich gerade dabei, alles auf die Composition-API umzustellen und TypeScript einzuführen.</p>
<p>Wir haben also kurzerhand beschlossen, alle anderen scouter.de-Bestandteile in die Architektur der Web-App zu überführen: von PHP/jQuery zu Vue.js! Und weil man mit einer ultrafetten SPA keinen SEO-Blumentopf gewinnt, sollte das Ganze dann in eine statische Multi-Page-Applikation (oder auch Hybrid-App) überführt werden, die von jedem beliebigen Webhosting ausgeliefert werden kann.</p>
<p>Und hier kommt dann endgültig <a href="https://nuxt.com">Nuxt</a> ins Spiel, da hier das Zusammenspiel mit den vorhandenen Vue.js-Fragmenten mutmaßlich am besten funktionieren würde. Denn Nuxt ist zwar nicht offiziell Bestandteil des Vue.js-Projektes, aber es fühlt sich in der Praxis durchaus so an.</p>
<p>Warum nur statisches Hosting und kein serverseitiges JavaScript – das ist ja einer der großen Versprechen von Nuxt und Co.? Ganz ehrlich, weil ich den ganzen Node.js-Hostern wie <a href="https://vercel.com">Vercel</a> oder <a href="https://www.netlify.com">netlify</a> nicht über den Weg traue. Wenn wir schon die Website statisch rausrendern und dann „hydrieren“, dann muss der Server maximal dumm sein. Und das klappt mit Nuxt eigentlich auch ganz gut. Der vorgerenderte HTML-Code ist maximal schnell, zumindest beim Anzeigen der Einstiegsseite (egal, welche das sein mag). Sobald diese Einstiegsseite sich per JavaScript hydriert hat, verwandelt sich die MPA wieder zu einer SPA. Da sind wir dann übrigens gerade noch beim Finetuning unserer <a href="https://matomo.org">Matomo</a>-Events.</p>
<h3>Herausforderungen der Dynamik</h3>
<p>Ein bisschen fummelig wird es leider in der Inhaltspflege. Hier setzen wir auf <a href="https://processwire.com">ProcessWire</a> als Headless CMS und ein paar nicht so elegante Verrenkungen im Nuxt-Code, so dass wir zur richtigen Zeit (buildtime oder runtime?) die richtigen Daten (mit oder ohne Caching?) zur Verfügung haben.</p>
<p>Auch die Authentifizierung von CMS-Nutzern lösen wir manuell und nicht wahnsinnig elegant – hier wäre ein kleines bisschen Serverlogik nicht übel gewesen, aber es betrifft nur einen Spezialanwendungsfall, nicht etwa alle Carsharing-Kunden.</p>
<h3>Was den Kunden dann noch so einfällt ;-)</h3>
<p>Wenn man schon mal dabei ist, einen großen Relaunch zu machen, gibt es natürlich immer noch Ideen. Denn statt einfach den Systemdienstleister auszutauschen und die Website in Nuxt statt in PHP zu bauen, kann man auch gleich alles neu machen, oder?</p>
<ul>
<li>Neues Screendesign</li>
<li>Neue Tarife</li>
<li>Umstellung auf einen einzelnen One-Pager für 80% der Marketing-Inhalte</li>
<li>Unorthodoxe Landingpage-UX</li>
<li>Wechsel von Google Maps auf einen eigenen <a href="https://versatiles.org">Versatiles</a>-Server (Danke an <a href="https://yetzt.me">yetzt</a>)</li>
<li>Wechsel von YouTube zu <a href="https://www.video.taxi">Video.Taxi</a></li>
</ul>
<h3>Was den Entwicklern dann noch so einfällt ;-)</h3>
<p>Neben der „großen“ Umstellung aller Komponenten zu Nuxt, könnte man noch einen ganzen Blumenstrauß an Technologien erwähnen, die wir entweder <em>endlich mal</em> zum Einsatz bringen wollten, oder die wir on-the-fly während des Projektes erlernen mussten. Als da wären:</p>
<ul>
<li>TypeScript, ESLint und Prettier auf dem gesamten Projekt, sogar ziemlich streng konfiguriert</li>
<li>VS Code als Code-Editor</li>
<li><a href="https://tailwindcss.com">Tailwind CSS</a> für alle neu gestalteten Komponente. Das BEM-basiertes SCSS von 2016 wird schrittweise ersetzt, lebt aber aktuell noch friedlich Seit’ an Seit’ mit Tailwind</li>
<li>Ein eigener Docker-basierter <a href="https://gitlab.com">Gitlab</a>-Runner zum Deployment auf einer kleinen Linux-Büchse in meinem Waschkeller</li>
<li><a href="https://maplibre.org">MapLibre GL JS</a> zur Anzeige von vektorbasierten Maps-Daten. Mit der Doku aus der Hölle.</li>
<li><a href="https://moment.github.io/luxon">Luxon</a> statt moment.js</li>
<li><a href="https://pinia.vuejs.org">Pinia</a> statt Vuex</li>
<li><a href="https://formkit.com">FormKit</a> für flexible Formulare in Vue.js</li>
</ul>
<h3>Die „native“ App</h3>
<p>Bereits seit 2021 nutze ich für die Buchungsfunktion eine SPA, die über das <a href="https://capacitorjs.com">Capacitor</a>-Framework in eine native iOS- und Android-App gegossen wird und somit ihren Weg in die App-Stores findet. Das Schöne für uns und die Kunden: Die Buchungsfunktion auf der Website <a href="https://scouter.de/buchen">scouter.de/buchen</a> ist absolut identisch und kommt aus der gleichen Codebasis. Lediglich ein paar Conditionals beim Build sorgen dafür, dass unten eine Tabnavigation statt einer Burger-Navigation erscheint, und im Headerbereich die Farbflächen auch die diversen Notches und Safe Areas ausfüllt.</p>
<p>Das funktioniert wirklich gut, und ich bin großer Fan davon. Selbstverständlich kann es eine solche App nicht mit einer ausgereiften echten Nativ-Entwicklung aufnehmen. Aber dafür wäre absolut keine Zeit gewesen. Wir haben noch in den Tagen um den Launch herum relativ fundamentale Dinge geändert, die Dynamik war atemberaubend. Wenn man das jeweils alles dreifach (Web, iOS, Android) hätte implementieren müssen – keine Chance! War haben uns schnell bewegt und Dinge zerbrochen. Dafür ist Webtechnologie dann halt doch ganz geil.</p>
<h3>Würde ich es wieder machen?</h3>
<p>Für genau dieses Projekt ist die gewählte <a href="https://jamstack.org">Jamstack</a>-Architektur genau das Richtige: Der pfeilschnelle statische Einstieg erfreut das Besucher- und SEO-Herz, aber gleichzeiig ist die komplexe JavaScript-Clientlogik überall auf der Website verfügbar und nicht in eine einzelne Vue-Insel eingesperrt. Das hat schon was.</p>
<p>Ideal zur Inhaltspflege ist es aber definitiv nicht – man kann keine frei gestaltbaren blockbasierten Seiten aufbauen oder pflegen, neue Pressemitteilungen erfordern einen Rebuild/Deployment des ganzen Projektes (dauert derzeit 7–8 Minuten). Aber es handelt sich eben nicht um eine redaktionelle Website, sondern um Marketing-Inhalte, die sich eher im Monats- oder Quartalsrhytmus ein wenig ändern, und dann auch meist sowieso noch einmal durch die Hand des Webentwicklers gehen müssen.</p>
<p>Das ist aber alles – zugegeben – ein bisschen Zufall, dass es hier insgesamt so gut passt. Auch in Zukunft wird ein Großteil der kleinen und mittelgroßen Websites mit einem serverseitig-dynamischen System wie Kirby oder ProcessWire am besten bedient sein. </p>
<div class="footnotes">
<hr />
<ol>
<li id="fn:1">
<p>Das wollt ihr wirklich nicht wissen, was ich da gemacht habe!&#160;<a href="#fnref1:1" rev="footnote" class="footnote-backref">&#8617;</a></p>
</li>
<li id="fn:2">
<p>Fun Fact zur aktuellen Diskussion: Die echte PWA hat laut unseren Statistiken kaum jemand benutzt)&#160;<a href="#fnref1:2" rev="footnote" class="footnote-backref">&#8617;</a></p>
</li>
</ol>
</div> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2024-02-27:474acd647ac55761980c23d38d3210a4</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2024-01-04T00:00:00Z</published>
		<updated>2024-01-04T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Alles auf eine Karte: Papierkram</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/papierkram" />
				<summary>Im April 2012 habe ich meine erste Rechnung mit Billomat geschrieben, vorgestern die letzte. Ich steige um auf eine neue Buchhaltungssoftware, nach so langer Zeit!</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><a href="https://www.billomat.com">Billomat</a> hat sich vom sympatischen Fakturierungs-Startup zu einem hässlich-langsamen Monsterkonstrukt gewandelt. Seit die ursprünglichen Macher vor Jahren den Laden verkauft haben, ist es auf allen Fronten bergab gegangen: Design, Usability, Performance – you name it! Außerdem dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis auch die Verbindung zu meiner Lieblings-Zeiterfassung <a href="https://mite.de">mite</a> nicht mehr funktionieren wird, was das Erstellen von Rechnungen komplizierter werden lässt.</p>
<p>Auf der Suche nach einer Nachfolgelösung bin ich schon vor Monaten auf <a href="https://www.papierkram.de">papierkram.de</a> gestoßen, was weniger bekannt als <a href="https://www.lexoffice.de">lexoffice</a> sein dürfte, aber nicht weniger nützlich für Freiberufler. Nach zwei Tagen Rumtesten bin ich ziemlich beeindruckt vom Funktionsumfang und der Übersichtlichkeit.</p>
<p>Die letzten zwei Jahre hatte ich eine Kombination aus </p>
<ul>
<li>Zeiterfassung über mite</li>
<li>Rechnungsstellung über Billomat</li>
<li>EÜR manuell als Tabelle in Google Docs</li>
<li>Umsatzsteuer über Elster online</li>
</ul>
<p>Dass dabei teilweise Zahlen abgetippt und Fehler entstanden sind, ist irgendwie naheliegend. Dafür habe ich alles genau verstanden, was da vor sich geht. Papierkram erledigt das jetzt aber alles für mich, hübsch integriert und sogar mit Smartphone-App. Ich kann nur empfehlen, sich das mal anzuschauen.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2024-01-04:6d3ef55374dec74e09d047487c7860cb</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2024-01-01T00:00:00Z</published>
		<updated>2024-01-01T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Full Stack Freude und Schmerzen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/fullstackschmerzen" />
				<summary>Im vergangenen Jahr 2023 habe ich sehr viel Neues gelernt, und mir noch mehr Neues vorgenommen zu lernen. Denn irgendwie ist das Frontend (mal wieder) im Aufbruch.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Nachdem ich mich einige Jahre auf meinem vertrauten Fullstack mit <a href="https://www.mamp.info/de/mac/">MAMP</a>, <a href="https://www.php.net">PHP</a>, <a href="https://processwire.com">ProcessWire</a>, <a href="https://sass-lang.com">Sass</a>, <a href="https://gulpjs.com">Gulp</a>, <a href="https://getbem.com">BEM</a> und <a href="https://vuejs.org">Vue.js</a> ausgeruht habe, stehen nun seit einigen Monaten doch verstärkt einige Umbrüche und Neu-Entwicklungen an. Einiges davon ist sicherlich auch den aktuellen Trends und Hypes geschuldet. Doch ohne das geht es ja auch nicht, man will ja schon bei den coolen Kids mitspielen. Doch dafür werde ich auch liebgewonnene Tools zurücklassen. Folgende Reformen in meinem Werkzeugkasten haben sich bereits ereignet und werden sich im Jahr 2024 noch verstärken: </p>
<ul>
<li>Der Einsatz von <a href="https://nuxt.com">Nuxt</a> als Erweiterung zu <a href="https://vuejs.org">Vue.js</a>, um komplexere Website/App-Hybride zu stemmen. Mehr dazu im Februar :-)</li>
<li>Damit einher geht der verstärkte Einsatz von <a href="https://www.typescriptlang.org">TypeScript</a> und <a href="https://eslint.org">ESLint</a> statt reinem JavaScript. Mehr Code-Disziplin, bessere Autocomplete-Funktionen. Keine Religion, though.</li>
<li>Dadurch wird der Einsatz von <a href="https://code.visualstudio.com">VS Code</a> statt <a href="https://www.sublimetext.com">SublimeText</a> (schnief!) als Editor quasi unabdingbar.</li>
<li><a href="https://praegnanz.de/weblog/bem-fuer-spaeteinsteiger">BEM</a> für die CSS-Organisation wird nach und nach unpraktischer und unnötiger, <a href="https://12daysofweb.dev/2023/css-scope/">modernere Scoping-Verfahren</a> sind beinahe einsatzbereit, und vielleicht war das auch alles ein grandioser, zehnjähriger Fehltritt?</li>
<li><a href="https://sass-lang.com">Sass</a> wird es bei mir wohl auch nicht mehr lange geben. Die meisten Sass-Features sind bald nativ vorhanden, und außerden: Who needs custom CSS anyway, denn:</li>
<li>Meine ersten Experimente mit <a href="https://tailwindcss.com">Tailwind CSS</a> flutschen recht angenehm, ich begreife diese ganz neue Abstraktion immer mehr und genieße das Stylen direkt im HTML. Insbesondere das langwierige Nachdenken über die „richtigen“ semantischen Klassennamen muss weg! Wir sollten uns lieber auf sematische HTML-Elemente und aria-Attribute konzentrieren!</li>
<li>Die sehr angenehme <a href="https://getkirby.com">Kirby</a>-Dynamik der letzten Jahre ging nicht unbemerkt an mir vorbei, wobei ich die meisten Projekte der letzten Dekade noch mit ProcessWire umgesetzt habe. Mit Kirby 4, einer schicken <a href="https://getkirby.com/docs/cookbook/setup/kirby-meets-tailwindcss">Tailwind-Integration</a> und Homebrew-PHP statt MAMP kann man schon auch sehr schick arbeiten.</li>
</ul>
<p>Kann also sein, dass meine alltägliche Arbeit beim Neuaufbau von Websites und Apps sich in den nächsten Monaten ganz schön anders anfühlt. Und dabei habe ich noch gar nicht <a href="https://www.matuzo.at/blog/2022/100-days-of-more-or-less-modern-css">alle neuen CSS-Features der letzten 2 Jahre</a> so richtig systematisch begriffen. Ich fange gerade erst an, Grids als selbstverständlich wahrzunehmen und nicht mehr als gefährliche Blutkante :-)</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2024-01-01:d76eec7966bec6163d6b7e6967a8d196</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2023-04-24T00:00:00Z</published>
		<updated>2023-04-24T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Ist der Jamstack wirklich komplett das Ding?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/jamstack" />
				<summary>In den letzten Wochen ist mir einmal mehr aufgefallen, wie vielfältig und wundersam unsere Webentwickler-Welt geworden ist!</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Konnte man sich bis weit in die 2010er noch relativ schnell darauf verständigen, was ein Full-Stack-Entwickler können muss, um den allgegenwärtigen LAMP-Stack zu rocken (nämlich HTML, CSS, jQuery und PHP-Templating), hat sich seit geraumer Zeit eine parallele Kultur entwickelt, von der ich lange Zeit kaum etwas mitbekommen habe, nämlich die JavaScript-only Webentwicklung. Eine ganze Generation von Kolleg:innen ist hier herangewachsen, die gar nicht unbedingt mehr mit PHP-basierten CMSen schrauben wollen (oder können), sondern am liebsten alles komplett über JavaScript-Technologie abwickelt, und zwar sowohl beim Bauen der Website, als auch beim Deployment, Hosting – und sogar in den <a href="https://github.com/total-typescript/beginners-typescript-tutorial">Tutorials</a>.</p>
<p>Begonnen hat wahrscheinlich alles mit der Einführung von Node.js (2009) und npm (2010), mit deren explosionsartiger Ausbreitung und Erfolg die ganze Webdev-Welt umgekrempelt wurde. Es gibt heute kaum noch moderne Softwareprojekte fürs Web, die nicht Node als Basis verwenden, und sei es nur für Installation und Einbindung in den Buildingprozess.</p>
<p>Was die grundsätzliche Website/Webapp-Architektur angeht, gibt es gleich zwei parallel laufende Modelle, die beide nicht viel mit dem traditionellen WordPress/Joomla/Drupal-Ansatz zu tun haben.</p>
<p>Zum einen wäre da natürlich die Single-Page-Application (SPA), welche insbesondere mit dem Erscheinen von <a href="https://react.dev/">React</a> (2013) und seinen jüngeren „Geschwistern“ <a href="https://vuejs.org/">Vue.js</a> (2014) und <a href="https://svelte.dev/">Svelte</a> (2016) für Aufsehen sorgte. Hier passiert quasi alles auf dem Gerät des Nutzers, welches sich erst einmal einen großen Batzen JavaScript herunterladen muss.</p>
<p>Zum anderen haben wir das Ideal des <a href="https://jamstack.org/">Jamstack</a> aus dem Jahr 2016. Die Idee besteht darin, dass der Server nur noch stupide statische Seiten ausliefern muss. Bei Bedarf werden dann über Laufzeit-Javascript ganz präzise nur die gerade benötigten aktuellen Daten in die statischen Basis-Strukturen hineingeklebt – entweder über eine JSON-API, oder sogar gleich als HTML vorgerendert über SSR (Server-Side-Rendering).</p>
<p>Gerade das Thema Jamstack boomt seit 2022 extrem, und man kann das gut an der unfassbaren Anzahl von statischen Site-Generatoren erkennen, die auf <a href="https://jamstack.org/generators/">Jamstack.org</a> aufgelistet werden: Neben den Platzhirschen Next.js (2016), Nuxt (2016), Eleventy (2017) und Astro (2021) tummeln sich hier 350(!) weitere Softwareprojekte, die aus einer Dateistruktur eine statische Website generieren können. Manche sagen, dass dies insbesondere auf das Erscheinen von <a href="https://vitejs.dev/">Vite</a> (2020) zurückzuführen ist, mit dem das Builden und Serven so viel einfacher und schneller durchgeführt werden kann, dass sich ein Website-Framework quasi von selbst schreibt. Naja.</p>
<p>Ich blicke auf diese ganze Entwicklung mit dem Erstaunen eines Webentwicklers, der bisher ziemlich gut mit dem traditionellen LAMP-Stack zurechtgekommen ist. Ich kann natürlich verstehen, was der Reiz ist:</p>
<ul>
<li><strong>Neu ist immer besser:</strong> Warum schimmelige PHP-Templates verwenden, wenn man coole neue Spielzeuge mit Features wie „Component Islands“, „Partial Hydration“ und „Serverless Functions“ haben kann?</li>
<li><strong>JavaScript only:</strong> Ich muss nur noch eine Sprache beherrschen, die ich für alle (wirklich alle!) Aspekte des Webentwickler-Daseins einsetzen kann. </li>
<li><strong>Performance:</strong> Natürlich sind statische Dokumente das schnellste, was ein Server so ausliefern kann, und indem für dynamische Daten externe APIs genutzt werden, ist man für eine langsame UX nicht mehr selber verantwortlich – es sei denn, man baut diese API eben auch selber und hat dabei den Hut des Backend-Entwicklers auf.</li>
</ul>
<p>Es gibt aber eine ganze Reihe von Aspekten, die ich durchaus kritisch sehe. Vieles davon ist natürlich Gewöhnungssache, aber ein paar Punkte meine ich doch ansprechen zu können.</p>
<p>Da wäre zum einen die Sache mit der Performance. Ich glaube nicht, dass eine gut gecachte Website, die von einem traditionellen serverseiten CMS ausgeliefert wird, spürbar langsamer ist als eine superoptimierte Jamstack-Website. Die von mir bevorzugten CMSe ProcessWire und Kirby bieten in der Basisversion sehr ordentliches Caching an. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Seiten tatsächlich statisch herausrendern zu lassen, damit wären diese CMSe nichts anderes als PHP-basierte <em>Static Site Generatoren,</em> jedoch mit dem entscheidenden Vorteil, dass ich ein sehr komfortables Backend für die Inhaltspflege bekomme.</p>
<p>Gerade dieser Punkt ist meines Erachtens das Hauptproblem bei sehr vielen der modernen dateibasierten Website-Frameworks: Der Aspekt der Inhaltspflege wird fast nicht besprochen. Man solle halt diese geilen <a href="https://daily-dev-tips.com/posts/what-exactly-is-frontmatter/">Front Matter</a>-Dateien anlegen, die dann per Git ins Repo  pushen, und dann wird das von einem Buildingprozess auf die Livedomian deployed. Alles klar, damit können nur absolute Webnerds ihre Inhalte pflegen. </p>
<p>Normale Redakteure brauchen aber ein gutes CMS. Also sind wir gezwungen, ein sogenanntes „Headless CMS“ zu nutzen, welches Inhalte über eine schicke GUI pflegbar macht, und dann über eine Schnittstelle in strukturierter Form an die statische Jamstack-Website weitergibt. Theoretisch fein, aber so richtig komfortabel fühlt sich das dann nicht mehr an, wenn man damit auf agile Weise „On-the-fly-Templating“ betreiben will, wie ich das meistens bei meinen Kundenwebsiten tue: Hier mal schnell ein paar Felder im CMS ergänzen, flott das Template für die Ausgabe anpassen, schon beherrscht die Website ein paar neue pflegbare Datenstrukturen, und das alles quasi im laufenden Betrieb, wenn man möchte.</p>
<p>Meine Hauptsorge bei Nuxt &amp; Co. ist aber etwas ganz anderes. Es gibt bei fast allen Website durchaus noch Stellen, wo die dynamischen Fähigkeiten eines Servers gefragt sind: Kontaktformulare, Volltextsuche und passwortgeschützte Bereiche, um nur drei Beispiele zu nennen. Für die braucht man neuerdings dann einen Node.js-Webserver. Und die sind durchaus nicht so allgegenwärtig, standardisiert und erprobt wie LAMP-Hosting, was man ja in akzeptabler Qualität als Shared Hosting für sehr kleines Geld überall bekommen kann.</p>
<p>Doch damit nicht genug, und hier wird es ein bisschen gruselig: Viele der neuen Frameworks werden von großen Hosting-Dienstleistern mitfinanziert. Next.js ist ein <a href="https://vercel.com">Vercel</a>-Produkt, Astro nennt <a href="https://www.netlify.com/">netlify</a> als offiziellen Hosting-Partner, und Gatsby hat sich erst kürzlich komplett von netlify einverleiben lassen. Somit kann man sicher sein, dass die coolsten Funktionen (oder die einfachsten Methoden, bestimmte Funktionen zu nutzen), den Kunden dieser Hosting-Providern vorenthalten sind. Wenn ich also in Astro ein funktionierendes Kontaktformular haben möchte, werde ich selbstverständlich aus Bequemlichkeit die speziellen Formular-Funktionalitäten von netlify nutzen. Und damit meine Seite kaum noch zu einem anderen Hosting-Anbieter transferierbar machen.</p>
<p>Somit werden die neuen Webframeworks, wenn man nicht aufpasst, immer mehr zu proprietären Baukasten-Systemen der modernen Hosting-Provider. Und irgendwie habe ich da keine Lust drauf. Nichts gegen hochperformant ausgelieferte statische HTML-Seiten, die aus einem coolen Static Site Generator rausfallen, gerne auch <em>partiell hydriert</em> und <em>mit scharf.</em> Aber für die Art von Websites, die ich bisher gebaut habe, mit viel Inhalt, der von Laien gepflegt wird, und die auf einem Standard-Hoster läuft, bei dem ich auch mal mit der deutschen Hotline telefonieren kann, fühlt sich der moderne Weg, Websites zu bauen, ganz schön umständlich an.</p>
<p>Aber ich bin auch neugierig, mehr zu erfahren. Insbesondere wie alltagstauglich das alles ist, und welche Art von Websites total profitiert von den aktuellen Hype-Systemen? Erleuchtet mich gerne mit euren Kommentaren auf Mastodon!</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2023-04-24:9af0b7a5c25918b9c4f362f4b3f50f46</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2019-07-14T00:00:00Z</published>
		<updated>2019-07-14T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Vollelektrisch ans Mittelmeer (und zurück)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/tesla-model-x-langstrecke-supercharger" />
				<summary>Mit einem gemieteten Model X kann man eine Reise wagen. Zum Beispiel nach Opatija in Kroatien. Hier mein kleiner Reisebericht über eine CO₂-arme Autofahrt ohne besondere Vorkommnisse.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Zuerst muss ich klarstellen, dass ich kein echter Autonerd bin. Weder zu Verbrenner- noch zu Elektrozeiten konnte mich ein Auto wirklich emotional begeistern. So ist für mich das Model X im Wesentlichen ein fahrbarer Untersatz, der für die Stadt viel zu groß ist, sich auch beim Fahren groß und schwer anfühlt, und bei dem viele Details überaschend unzuverlässig funktionieren, wenn man sich den Preis anguckt.</p>
<p>An dieser Stelle herzlichen Dank an die Firma <a href="https://eshare.one">eShare.one</a> für das Zurverfügungstellen des Fahrzeugs. Unsere <a href="https://whitespace.gmbh">Webagentur</a> entwickelt im Auftrag von eShare.one verschiedene Carsharing-Websites für Kommunen und Stadtwerke – doch es gibt auch einen vollelektrischen Fuhrpark, den man im Rahmen der sogenannten <em>Schnuppermiete</em> nutzen kann. Wer also Interesse hat, und aus dem Raum Dortmund kommt, kann dort gerne für ein paar Tage eine kleine oder große Elektrokarre mieten!</p>
<p>Zurück zum Auto. Vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass Tesla möglicherweise in Zukunft gar keine Autos mehr an Privatpersonen verkaufen möchte, sondern sich ausschließlich auf Flotten und Sharing-Konzepte konzentrieren möchte. Und mit den Erfahrungen, die ich gemacht habe, deckt sich das ganz gut: Das Model X ist kein Fahrzeug, welches man unbedingt besitzen möchte. Es ist irrsinnig teuer, dafür gar nicht mal so geschmackvoll gestaltet und hat viele kleine Probleme, wie beispielsweise die umständlichen und ein bisschen lächerlichen Falcon-Wing-Doors, die bei jedem dritten Öffnen aus nicht nachvollziehbaren Gründen nur zur Hälfte aufgehen, und bei denen Regenwasser auf dem Dach beim Öffnen ins Fahrzeug hineinfließt (kein Scherz).</p>
<p>Gleichzeitig ist das Model X aber ein fantastisches Reisemobil, weil es wirklich viel Stauraum bietet und sich absolut stressfrei fahren lässt. Kurz gesprochen: Das Fahren ist besser als das Besitzen. Klarer Vorteil für Miet- und Sharing-Konzepte!</p>
<p>Die Reise von Dortmund nach Würzburg (Tag 1), dann von Würzburg nach Österreich (Tag 2), und dann von Österreich nach Kroatien (Tag 3) gestalteten sich außerordentlich reibungslos, und das liegt an zwei Faktoren: Zum einen steht etwa alle 100 km ein Supercharger in direkter Autobahnnähe, zum anderen kennt das Auto diese Supercharger und plant eine idiotensichere Route, die man garantiert auch wirklich genauso fahren kann.</p>
<p>Natürlich gibt es etwas zu meckern! Manche Supercharger-Locations sind an etwas verlassenen oder schrottigen Raststätten bzw. Industriegebieten, was den Aufenthalt mit einem Kleinkind erschwert. Die eingeblendete Maximalgeschwindigkeit (gemäß Google Maps) ist zu 80 Prozent der Zeit totaler Humbug, weil real aufgestellte oder eingeblendete Verkehrsschilder nicht beachtet werden. Der vieldiskutierte Autopilot ist aus meiner Sicht nicht vertrauenswürdig und keine echte Erleichterung, weil man trotzdem ständig aufpassen muss, wenn ein bisschen Verkehr auf der Straße ist. Insbesondere wenn man sich die wackelige Schema-Darstellung der umgebenden Fahrzeuge im Display anguckt, wo lustig die Fahrzeugtypen hin- und herspringen und die auch immer gefühlt ein paar Sekunden hinterherhängt. </p>
<p>Dennoch: Es ist vor allem die Zuverlässigkeit der Infrastruktur, und erst in zweiter Linie die große Batterie, die das Langstreckenfahren mit Tesla so entspannt macht. Man weiß einfach, dass das Aufladen in akzeptabler Zeit funktionieren wird. So banal, so wichtig! Inzwischen gibt es auch auf der besprochenen Strecke so manche Nicht-Tesla-Ladesäule, die man mit jedem Auto nutzen kann. Allerdings bleibt dabei immer eine Restunsicherheit, ob diese Säule überhaupt in Betrieb ist, und ob ich den Ladevorgang auch starten kann, ohne Mitglied bei irgendeiner Plattform zu werden. Und was es dann letztlich kostet.</p>
<p>Bei unseren jeweiligen Übernachtungsmöglichkeiten konnte ich dann schön über Nacht per Typ2-Kabel mit 16 kW aufladen. Im österreichischen <a href="https://www.altenmarkt.at/">Altenmarkt</a> per kostenpflichtiger Website-Freischaltung an einer öffentlichen Ladesäule im Dorf. In Kroatien kostenlos direkt am Ressorthotel – sehr aufmerksam. Diese Ladesäulen habe ich aber spontan vor Ort ausfindig gemacht – es wäre auch ohne gegangen.</p>
<p>Für die vielen gefahrenen Kilometer war die Reise im Model X wirklich sehr angenehm. In der Stadt wäre ein solches Monsterauto ein echtes Hindernis. Es hat also für mich als Vorort-Bewohner schon einen Sinn, kleine bis mittelgroße Autos für die täglichen Besorgungen zu besitzen, und für längere Strecken ein größeres Auto zu mieten. Und derzeit muss das tatsächlich noch ein Tesla sein. Mit einem e-Niro von Kia wäre das alles zwar auch denkbar gewesen. Ich hätte es mich aber schlichtweg in diesem Sommer noch nicht getraut.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2019-07-14:8e3f9a207dd49ac305a7b57117514b11</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2019-01-14T00:00:00Z</published>
		<updated>2019-01-14T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Die drei Langstrecken-Faktoren</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/langstrecken-faktoren" />
				<summary>Reichweite, Reichweite, Reichweite – kein anderes Thema steht so im Mittelpunkt, wenn es darum geht, Rechtfertigungen rauszuhauen, warum man denn immer noch kein E-Auto für sich geplant hat.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Dabei wird derzeit fast ausschließlich die Kapazität des Akkus als Reichweitenfaktor betrachtet. Aber es wäre viel klüger, sich noch weitere Faktoren anzuschauen, wenn man die tatsächliche Langstreckentauglichkeit eines E-Fahrzeuges bestimmen möchte. Aber fangen wir mal an:</p>
<h3>1. Batteriekapazität</h3>
<p>Die alte ZOE hat 22 kWh, der eGolf 32 kWh, der Leaf 2 kommt derzeit mit 40 kWh, der Hyundai Kona mit 64 kWh, Tesla-Fahrzeuge gar mit 75 bis 100 kWh. Eine große Batterie ist schon was Feines – allerdings auch mit Abstand der größte Kostenfaktor und der größte Energierucksack, den ein E-Auto bereits mit 0 Tachokilometern mit sich führt. Li-Ion-Batterien sind in der Herstellung ziemlich energieintensiv, und längst nicht alle Zellen-Hersteller setzen auf Ökostrom. Besser für Geldbeutel um Umwelt also, man entscheidet sich für eine Batterie, die <em>ausreichend</em> groß ist, nicht <em>maximal</em> groß!</p>
<h3>2. Aufladegeschwindigkeit</h3>
<p>Je schneller ich am Autobahn-Schnelllader Strom tanken kann, desto langstreckentauglicher wird mein Fahrzeug. Und da ist es dann schon entscheidend, ob ich nur maximal 22-kW-Wechselstrom nuckeln kann (wie die aktuelle ZOE), ob ich mit 70 kW an der Gleichstrom-Säule schlürfe (wie mit einem Hyundai oder Kia), oder ob ich gar mit über 100 kW am Supercharger mein Model S von Tesla druckbetanke. Lieber drei Ladestopps mit je 15 Minuten Wartezeit als ein Ladestopp mit zwei Stunden Wartezeit – oder so ähnlich. Große Akkus alleine helfen nicht, wenn man nur langsam laden kann. Es sei denn, man schafft die Wunschstrecke am Stück <em>und(!)</em> kann am Zielort bequem vollmachen.</p>
<h3>3. Verbrauch</h3>
<p>Ein sparsames E-Auto braucht weniger Akkukapazität für die gleiche Einzelreichweite. Eine Binsenweisheit. Doch kaum jemand weiß, was die einzelnen Fahrzeuge so verbrauchen. Sagen wir es vereinfacht: Unter 100 km/h hängt der Verbrauch vor allem von Antriebs- und Klimatechnik ab (z. B. Wärmepumpe). Über 100 km/h wird dann die Windschnittigkeit wichtiger. Das sparsamste E-Auto ist derzeit der Hyundai Ioniq mit seiner tiefgelegten Tropfenform. Die ganzen ach so modernen SUV-ähnlichen Fahrzeuge schneiden hier merklich schlechter ab. Und auch die fetten Tesla-Schiffe S und X bekleckern sich nicht gerade mit Ruhm, was den Verbrauch angeht, gleichen das eben über die riesigen Akkus und damit teuren Anschaffungskosten wieder aus. Für Einsteiger: Ein sehr guter E-Auto-Verbrauch liegt bei 11–14 kWh auf 100 km, ein schlechter bei 25–30 kWh.</p>
<p>Also, Leute: Bevor ihr zum riesigen Akku greift, checkt erstmal die anderen Faktoren, wenn es um die Langstreckentauglichkeit geht. Der Hyundai Ioniq hat sich da bereits entschieden, kommt mit nur 28 kWh aus, lädt dafür schnell und verbraucht wenig. Ein guter Deal. (Und ja, natürlich kommt bald das Facelift mit 39er-Akku. Dann wird das Ding noch mehr rocken.)</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2019-01-14:d2df4511817fb4dfdc0cae83ea975236</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2018-12-16T00:00:00Z</published>
		<updated>2018-12-16T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Webfonts outside the lab</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/webfonts-outside-the-lab" />
				<summary>Auf dem Dynamic Font Day 2018 in München gab es acht englischsprachige Talks. Einen davon habe ich gehalten. Es war seit langer Zeit das erste Mal, dass ich mich öffentlich zum Thema Webfonts geäußert habe. Und mein erster englischsprachiger Vortrag überhaupt. Das hört man auch :-)</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Hier ist der Video-Mitschnitt vom 17. November. Vielen Dank an das ganze Team der <a href="http://www.tgm-online.de/">tgm</a> und der <a href="https://designschule-muenchen.de">Designschule München</a>!</p>
<iframe src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/uL4SChh2V4g" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2018-12-16:cfb246e2f436450629f3a9a820c61edd</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2018-11-30T00:00:00Z</published>
		<updated>2018-11-30T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Welches E-Auto kann man 2018/2019 sinnvoll kaufen? – Update</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/elektroauto-kaufen-2018" />
				<summary>Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht zum aktuellen Markt von rein elektrischen Autos in Deutschland. Was kann man eigentlich kaufen? Für welchen Zweck, und zu welchem Preis?</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Betrachtet werden nur Fahrzeuge unterhalb von 50.000 Euro. Wer mehr für ein Auto ausgibt, kann das ja recherchieren lassen von seinem Hofbibliothekar. Es gibt tatsächlich auch schon einen Gebrauchtwagenmarkt, auch wenn dieser nicht riesig ist. Aufgrund der Umweltprämie bei Neuwagen sind aber die Gebrauchtpreise teilweise ziemlich attraktiv, also auch hier sollte man gucken, ob es nicht ein IONIQ von 2016 auch tut.</p>
<ul>
<li><strong>Update am 2. Dezember:</strong> smart EQ ergänzt, Kona 39kWh rausgenommen (lädt zu langsam), Feinschliff.</li>
<li><strong>Update am 12. Dezember:</strong> e-Niro in 64er-Variante ergänzt, Warnung vor 39er-Kona ausgeprochen.</li>
</ul>
<h3>Für Einsteiger in der Stadt: ein gebrauchter Drilling</h3>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/elektroauto-kaufen-2018/0bc4467d74-1760525996/czero.jpg"></figure>
<ul>
<li>um 10.000 Euro inkl. Batterie</li>
<li>nur 60–100 km Winterreichweite</li>
<li>sehr langsam zuhause laden, oder bis 50 kW über CHAdeMO</li>
</ul>
<p>Als reine Stadtfahrzeuge sind die drei baugleichen Fahrzeuge Citroën C-Zero, Mitsubishi EV (ehemals i-MiEV) und Peugeut iOn im Grunde nicht verkehrt. Sie kamen 2011 auf den Markt, sind allesamt ein bisschen hässlich, aber für ganz viele Anwendungsfälle reichen sie dicke! In Berlin konnte man den C-Zero einige Jahre im Multicity-Carsharing nutzen, was vielen die E-Mobilität erstmals nahe gebracht hat (unter anderem mir). Wenn das Budget knapp und der Anwendungsfall ganz klar ist, kann man hier durchaus ein Schnäppchen machen. Vom Aufladen mit CHAdeMO sollte man sich nicht zuviel versprechen – dieser Standard hat kaum Zukunft in Deutschland und ist auch fast nur auf Autobahnen zu finden, wo die Drillinge nichts verloren haben.</p>
<h3>Für Kostenbewusste in Stadt und Umkreis: smart EQ</h3>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/elektroauto-kaufen-2018/764b2c4ce8-1760525997/smart.jpg"></figure>
<ul>
<li>Neukauf ohne Förderung: ca. 23.000 Euro (inkl. Batterie und 22-kW-Lader)</li>
<li>80–110 km Winterreichweite</li>
<li>mittelschnell zuhause laden, keine Schnellladung unterwegs</li>
</ul>
<p>Technisch gesehen steckt im aktuellen smart EQ eine ganze Menge von Renault – der smart EQ ist im Grunde eine merklich günstigere ZOE, aber mit geringerer Reichweite und ohne Mietoption bei der Batterie. Kurioserweise kostet der Viersitzer nicht wesentlich mehr als der klassische smart- Zweisitzer (Unterschied sind nicht einmal 700 Euro) – es ist also reine Geschmackssache, welches Modell man nimmt – das fetzige Zweisitzer-Cabrio ist allerdings dann doch über 3.000 Euro teurer. Wen die überschaubare Reichweite nicht stört und Lust auf urbane Hipness hat, kann hier gerne zugreifen. Die Batterien scheinen bei smart  die Wucht zu sein: Man hörte jüngst von Fahrzeugen mit 200.000 km und noch 90% Batteriegesundheit.</p>
<h3>Für Pendler: Renault ZOE</h3>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/elektroauto-kaufen-2018/4b3f5e9732-1760525997/zoe.jpg"></figure>
<ul>
<li>Neukauf ohne Förderung: 22.000 Euro (ohne Batterie) bis 40.000 Euro (mit großer Batterie)</li>
<li>Batteriemiete: 59 bis 119 Euro pro Monat (je nach Fahrleistung)</li>
<li>Batteriekauf: 8.000 oder 12.000 Euro (22 kWh oder 41 kWh)</li>
<li>90–250 km Winterreichweite (nur außerhalb der Autobahn)</li>
<li>mittelschnell zuhause laden, keine Schnellladung unterwegs</li>
</ul>
<p>Die ZOE ist nicht brutal hochwertig, dafür aber stylisch und minimalistisch in der Ausstattung. Die Gretchenfrage ist: Fahre ich mit dem Wagen auch Strecken, bei denen ich zwingend einen (Autobahn)-Ladestopp benötige? Falls ja: Finger weg! Falls nein: Die ZOE lässt sich ideal zuhause oder am Zielort aufladen, innerhalb von 2–3 Stunden am 22kW-Lader oder in 10–18 Stunden an der Schuko-Steckdose. Wer maximal 40 km einfachen Pendelweg hat, kommt mit dem kleinen Akku sehr gut zurecht, auch im tiefsten Winter. Wer mehr Strecke benötigt, greift zum großen Akku. Unlimitierte Kilometer für 119 Euro im Monat. Der Kauf der Batterie lohnt sich ggf. erst nach 10 oder 12 Jahren, allerdings ist eine ZOE mit Batteriemiete komplizierter zu verkaufen.</p>
<h3>Für Verwandtenbesucher: IONIQ oder e-Niro (mit schnellem CCS)</h3>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/elektroauto-kaufen-2018/ed512645ad-1760525996/ioniq.jpg"></figure>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/elektroauto-kaufen-2018/759dfc11d2-1760526032/niro.jpg"></figure>
<ul>
<li>Neukauf ohne Förderung: ca. 35.000 bis 40.000 Euro</li>
<li>ab 150–250 km Winterreichweite</li>
<li>langsam zuhause laden, unterwegs bis 70 kW über CCS</li>
</ul>
<p>Wer des öfteren Strecken zwischen 130 und 300 Kilometern fährt, und keine Lust auf Reichweitenangst hat, lädt unterwegs mindestens ein- bis dreimal auf. Damit diese Ladestopps zügig voran gehen, muss die Ladegeschwindigkeit stimmen, und der Stecker muss passen. In Deutschland kommt man an CCS demnach nicht vorbei, und folgende Fahrzeuge sind dafür besonders gut geeignet: Hyundai IONIQ (28 kWh) und ab Mitte 2019 der Kia e-Niro (39 kWh). Ersterer hat (noch) einen relativ kleinen Akku, verbraucht aber aufgrund seiner flachen Bauform sehr wenig Strom. Der Kia kommt erst Mitte 2019 auf den Markt, dürfte aber vom Preis-Leistungsverhältnis hochgradig interessant sein. Der „kleine“ Hyundai Kona mit 39er Batterie ist übrigens nicht zu empfehlen, da er aus Gründen, die niemand verstehen kann, die versprochene Ladegeschwindigkeit nahezu niemals tatsächlich erreicht und de facto bei ca. 40 kW dümpelt.</p>
<h3>Für patriotische Verwandtenbesucher: BMW i3</h3>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/elektroauto-kaufen-2018/5cda7b19e2-1760525993/bmw.jpg"></figure>
<ul>
<li>Neukauf ohne Förderung: ab 38.000 Euro</li>
<li>180–250 km Winterreichweite</li>
<li>langsam zuhause laden, unterwegs bis 50 kW über CCS</li>
</ul>
<p>Wenn es unbedingt ein deutscher Hersteller sein soll, kommt eigentlich nur der i3 von BMW in Frage. Die Batteriekapazität wurde hier immer mal wieder angepasst, aktuell sind 35 kWh verbaut, was für gelegentliche Fahrten auf der Autobahn voll okay ist. Leider kann die Batterie auch beim neuesten i3-Modell nur bis zu 50 kW per CCS aufnehmen, hier bieten Hyundai und Kia derzeit mehr!</p>
<h3>Für Semilangstrecken: Kona oder e-Niro (mit 64er Batterie)</h3>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/elektroauto-kaufen-2018/fb98d19b81-1760525996/hyundai.jpg"></figure>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/elektroauto-kaufen-2018/759dfc11d2-1760526032/niro.jpg"></figure>
<ul>
<li>Neukauf ohne Förderung: ca. 43.000 Euro</li>
<li>250–350 km Winterreichweite</li>
<li>langsam zuhause laden, unterwegs 50 bis 80 kW über CCS</li>
</ul>
<p>Nach dem de facto nicht erhältlichen Opel Ampera-e ist der Hyundai Kona das erste halbwegs erschwingliche Elektrofahrzeug, bei dem man auch im Winter so lange auf der Autobahn fahren kann, wie man es ohne Pause auch durchhält. Strecken bis 500 km können also in einer ähnlichen Geschwindigkeit realisiert werden wie mit einem Verbrenner – schnelle CCS-Lademöglichkeiten vorausgesetzt – der Kona kann bis zu 80 kW vertragen, am praktischen Nasenlader vorne. Der 2019 erscheinende Kia e-Niro teilt sich viele Komponenten mit dem Kona, ist etwas weniger hochwertig im Innenraum, dafür etwas geräumiger vom Platzangebot, und ein kleines bisschen günstiger.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2018-11-30:5c5761528ff6154361692b79335c1acc</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2018-11-29T00:00:00Z</published>
		<updated>2018-11-29T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Adobe und das Web</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/adobe-und-das-web" />
				<summary>Bereits seit den Anfangstagen meiner Webdesign-Karriere war Adobe immer bestrebt, uns Webworkern ein maßgeschneidertes Angebot zu unterbreiten, auf dass das Zukunftsfeld Internet mit der gleichen digitalen Kreativität beglückt werden könne wie die Printwelt, wo Adobe seit jeher der unangefochtene Platzhirsch ist.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Anfangs war das ausschließlich der WYSIWYG-Editor <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Adobe_GoLive">GoLive</a>, später kaufte man mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Macromedia">Macromedia</a> den wesentlich webaffineren Konkurrenten vom Markt, platzierte damit die etwas beliebtere WYSIWYG-Lösung <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Adobe_Dreamweaver">Dreamweaver</a> ins eigene Portfolio und glaubte an eine große Zukunft von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Adobe_Flash">Flash</a> im Webdesign-Business, während man <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Adobe_Fireworks">Fireworks</a> (Bildbearbeitung für Webgrafiken) und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/ColdFusion">ColdFusion</a> (Serverskriptsprache) stiefmütterlich in der Versenkung verschwinden ließ.</p>
<p>Es folgte ab ca. 2010 unter dem Codenamen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Adobe_Edge">Adobe Edge</a> eine Reihe von halbherzig-experimentellen Softwareprodukten für Webentwickler*innen, die nie so richtig gezündet haben (Animate, Reflow, Code, Inspect). Spätestens zu dieser Zeit begann Adobe auch immer stärker, sich an die inzwischen cool gewordene Webentwicklungs-Szene ranzuwanzen, entsprechende Events zu sponsoren, Blogger*innen mit Geld zu bewerfen und einen Image-Wandel zu versuchen. Selbst ein paar <a href="https://www.html5tutorial.de/adobe-will-zu-css3-beitragen-entwurfe-fur-css-regions-und-css-exclusion-bei-der-w3c-eingereichts/">Vorschläge</a> zur Erweiterung von CSS-Eigenschaften kamen in dieser Zeit von Adobe.</p>
<p>Im gleichen Atemzug verleibte Adobe sich 2011 den noch jungen Webfont-Service <a href="https://helpx.adobe.com/de/fonts/using/introducing-adobe-fonts.html">Typekit</a> ein, und gliederte ihn vor wenigen Wochen nun komplett in die eigene Produktmietwelt CreativeCloud ein, wo das einst coole Startup leider nur noch ein Schattendasein fristen wird.</p>
<p>In den <a href="https://labs.adobe.com/">Adobe Labs</a> köcheln zusätzlich seit Jahren jede Menge Kuriositäten fürs Web, beispielsweise <a href="http://muse.adobe.com/">Adobe Muse</a>, mit dem man ohne Code-Kenntnisse halb-responsive Websites basteln kann, welche nach meinem Dafürhalten aber lediglich Prototypen-Qualität besitzen. Nichtsdestotrotz wird das Tool unter Designer*innen als legitimer und schlanker Dreamweaver-Nachfolger gefeiert. Das kürzlich bekannt gegebene Muse-Sunsetting hat zu vielen traurigen Reaktionen geführt.</p>
<p>Derzeit wird aber vor allem <a href="https://www.adobe.com/de/products/xd.html">Adobe XD</a> gepusht, ein codefreies Web-Prototypen-Tool, allerdings vernünftigerweise ohne die Möglichkeit, die Ergebnisse auch tatsächlich als Website zu exportieren, wie das in Muse der Fall war.</p>
<p>Und diese Aufzählung ist beileibe noch nicht komplett.</p>
<p>Weite Teile dieser mannigfaltigen Web-Bemühungen in den letzten 20 Jahren dürfen aus meiner Sicht als gescheitert angesehen werden. Adobe hat in der Webwelt nie richtig Fuß fassen können. Ich frage mich bisweilen, woran das liegt. </p>
<p>Ganz klar hat es etwas mit der Geschwindigkeit zu tun, in der sich die Art und Weise verändert, wie wir Websites vorgestern, gestern und heute entwickeln: </p>
<ul>
<li>Dass Flash im Webdesign nicht komplett zünden wird, konnte man 2003 nicht unbedingt ahnen. </li>
<li>Dass Mobile und Responsive alle Vorstellungen von Web-Layout auf den Kopf stellen würden, darauf hätte man 2009 nicht gewettet. </li>
<li>Dass eine Vektorsoftware, die komplett auf SVG aufbaut und nur auf dem Mac verfügbar ist (<a href="https://www.sketchapp.com/">Sketch</a>), das beliebteste Tool für visuelles Prototyping und Webdesign sein würde – nicht vorstellbar im Jahr 2011.</li>
<li>Dass wir heute Buildprozesse, Toolchains und Deployments mit tausenden Abhängigkeiten über „Server-JavaScript“ (= <a href="https://nodejs.org/en/">Node.js</a>) steuern, wäre 2012 eine lächerliche Vorstellung gewesen.</li>
</ul>
<p>Adobe kann bei diesen schnellen Paradigmenwechseln nicht mithalten, dafür ist die Firma zu groß und schwerfällig – allen Edge-Initiativen und experimentellen Laboratorien zum Trotz. Echte Innovation gibt es leider nur in zugekaufter Form (Macromedia, Typekit), um sie dann kaputtzuvereinheitlichen, und zwar stets zielsicher am Bedarf der maßgeblichen Kundschaft vorbei.</p>
<p>Ein weitere Faktor ist aber auch der starre Fokus auf die <em>kreativen</em> Designer*innen als Zielgruppe. Adobe ignoriert immer noch die massiven technischen und kulturellen Unterschiede zwischen Print, statischem Screen und dynamischem Web. Für den Konzern sind das alles nur unterschiedliche Ausspiel-Medien der gleichen Kreativität. Es beginnt bereits mit der Wortwahl – ein Großteil der professionellen Webentwickler*innen würde sich eher die rechte Hand abhacken, als <em>kreativ</em> genannt zu werden. <em>Webdesigner</em> ist ein verbranntes Wort (auch wenn ich es mit trotzigem Stolz immer noch verwende). Adobe richtet sich an alle Arten von visuellen Designer*innen, ohne zu verstehen, dass Frontend-Entwickler*innen keine Designer*innen sein mögen. Also werden sie die Frontend-Entwickler*innen, die heute die maßgeblichen Personen im Web darstellen, auch nicht als Kund*innen gewinnen können.</p>
<p>Das Web bewegt sich sich in eine Richtung, in der die Art von Webdesign, wie sie sich Adobe vorstellt, immer weniger wichtig wird. Die Integration von Photoshop ist völlig irrelevant, wenn man nach einem groben Sketch-Mockup sofort in einen echten HTML-Prototypen wechselt. Wer direkt CMS-Templateschnipsel in HTML und Sass umsetzt, braucht keinen XD-Klickdummy mehr. Je agiler der Workflow, desto weniger werden Entwürfe  1:1 abgesegnet, die zuvor im CreativeCloud Showroom bestaunt werden konnten. So läuft das alles nicht mehr – zumindest immer seltener.</p>
<p>Ob da nochmal was kommt? Ich bezweifele es. Selbst Microsoft hat jüngst mehr Gespür bewiesen und mit <a href="https://code.visualstudio.com/">Visual Studio Code</a> und dem Kauf von Github zwei Volltreffer ins Herz der Webgemeinde gelandet. Soll Adobe<br />
abermals auf Einkaufstour gehen? Sich dabei Sketch, CodeKit, Fontspring und Tower kaufen? Wohl eher nicht, solange nur ein <em>CreativeCloud</em>-Kunde ein guter Adobe-Kunde ist. Webworker sind jedoch untreu, sie wechseln ihren Werkzeugkoffer öfter als die Unterhose – das sind keine rosigen Aussichten für einen Konzern, der auf beständigen Geldfluss und die Alternativlosigkeit seiner Software setzt.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2018-11-29:ead0eded226e8374d91b575e105fa59b</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2018-07-28T00:00:00Z</published>
		<updated>2018-07-28T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">PV-Autarkie und die Wette auf steigende Strompreise (update)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/pv-autarkie" />
				<summary>Mit einer Wärmepumpen-Heizung und einem Elektroauto steigt der Strombedarf im Haushalt auf nie gekannte Höhen. Nur konsequent, wenn man dann einfach selber in die Stromproduktion einsteigt. Das haben wir gemacht – hier ein paar Einblicke.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Wer im Jahr 8.000 kWh Strom verbraucht, muss sich schon ein wenig rechtfertigen, immerhin sind das etwa 200 Euro im Monat, wo andere nur etwa 60 oder 70 Euro für ihren Strom zahlen. Wir bestreiten mit diesen 8.000 kWh jedoch nicht nur Staubsauger, Waschmaschine und Playstation, sondern eben auch Warmwasser, Heizung und 10.000 Autokilometer im Jahr.</p>
<p>Keine Frage, eine Photovoltaik-Anlage musste aufs Dach! Die Planungen dafür sind inzwischen fast zwei Jahre alt, es hat aus diversen extrem nervigen Gründen dann bis zur Inbetriebnahme viel länger gedauert, aber das soll nicht das Thema sein. Vielmehr ein paar technische Infos: Unser Satteldach zieren nun 26 PV-Module mit je 270 W Maximalleistung, macht also insgesamt rund 7 kW. Davon bleiben in der Realität dann knapp 6 kW übrig, wenn die Sonne absolut am Zenit steht, was man hier sehr schön erkennen kann:</p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/pv-autarkie/b753998b56-1760525987/bildschirmfoto-2018-07-28-um-22.07.07.png"></figure>
<p>Das war am 1. Juli, ein absolut wolkenloser Tag mit knalliger Sonne. Wenn ein paar Wolken vorbeiziehen, sieht das schon etwas krakeliger aus:</p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/pv-autarkie/e710ce63bb-1760525987/bildschirmfoto-2018-07-28-um-22.08.37.png"></figure>
<p>Im Juli habe ich bisher durchschnittlich 35 kWh Sonnenenergie pro Tag geerntet. Zunächst wird mit dem Strom natürlich die Hausbatterie vollgemacht, welche 7 kWh Kapazität hat. Wenn diese voll ist, wird der Reststrom ins Netz eingespeist. Sobald es dunkel wird, wird der Spaß umgedreht – die Batterie versorgt das Haus solange mit Strom, bis sie leer ist, und dann beziehe ich den noch notwendigen Strom aus dem Netz. Ein typischer Zyklus sieht also im Hochsommer so aus:</p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/pv-autarkie/97216619e7-1760525987/bildschirmfoto-2018-07-28-um-22.30.31.png"></figure>
<p>Die roten Verbrauchsspitzen sind der Warmwasser-Herstellung durch die Wärmepumpe zu verdanken. Und dann kommt man auf die Idee, die ZOE an der 22-kW-Wallbox aufzuladen:</p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/pv-autarkie/e112c9f446-1760525987/bildschirmfoto-2018-07-28-um-22.33.01.png"></figure>
<p>Wie man sieht, packt das interne System die 22 kW bei weitem nicht – die Hausbatterie kann den angeforderten Strom gar nicht schnell genug hergeben, es muss noch massiv aus dem Netz Strom bezogen werden. Diese Situation wird sich mit dem <a href="/weblog/warten-auf-den-ioniq">neuen Auto</a> dann entspannen – der Hyundai Ioniq lädt mit maximal 7 kW an der Wallbox, das kann dann im Hochsommer zur Mittagszeit von Sonne und Hausbatterie wohl gut geleistet werden, der Beweis steht aber noch aus.</p>
<h3>Die finanzielle Situation</h3>
<p>Was kostet jetzt so ein Spaß? Und rechnet sich das? Nun, das werden wir sehen. Wir haben uns für ein Flatrate-Modell unseres lokalen Stromanbieters entschieden, welches eine Laufzeit von zwanzig Jahren hat. Wir zahlen einmalig die Anschaffung der PV-Module und der Hausbatterie, und eine monatliche Pauschale (deutlich unter 50 Euro) für die Stromversorgung. Damit ist alles abgegolten – egal, wieviel wir einspeisen oder aus dem Netz beziehen. Nur der Gesamtverbrauch von 8.000 kWh dürfte sich nicht zu deutlich ändern, es gibt aber einen Toleranzbereich.</p>
<p>Der Clou für mich: Planungssicherheit für die nächsten 20 Jahre, denn die monatliche Pauschale ist fix. Der Clou für den Versorger: Er kriegt meinen gesamten Reststrom für lau. Das führt dazu, dass es in seinem eigenen Interesse ist, dass die Anlage läuft und ordentlich PV-Strom generiert. Defekte Module werden ausgetauscht und ggf. sogar gesäubert, denn jede kWh, die ich mehr produziere aber nicht selber verbrauche, geht an den Versorger.</p>
<p>Die Anlage rechnet sich nach 7 bis 14 Jahren finanziell – abhängig davon, wie sich der Preis für Strom auf dem Markt entwickelt. Denn was ich hier mache, ist eine Verabschiedung vom verbrauchsabhängigen Strompreis. Je teurer der Strom für euch wird, desto besser für mich und meine Amortisierung. Ein ganz schöner Perspektivwechsel!</p>
<h3>Der Autarkiegrad</h3>
<p>Ach ja, für die Nachkriegsgeneration ist ja die Autarkie so wahnsinnig wichtig. Für mich eigentlich nicht, aber sei’s drum: Mir wurde ein Autarkiegrad von irgendwie 50 % errechnet. Das heißt allerdings im Wesentlichen, dass ich im trüben Herbst und Winter mit ständig laufender Heizung beinahe den gesamten Strom aus dem Netz beziehen werde (wie bisher auch), und im knalligen Sommer wie aktuell leicht auf 98 % Autarkie komme (ausgenommen an Tagen, wo ich den Wagen auflade). Insgesamt kein wichtiger Punkt für mich. Echte Autarkie hat man meines Erachtens nur mit wesentlich (wesentlich!) größeren Strom- oder Wärmespeichern, oder halt mit Dieselgeneratoren. Aber wo bekommt man den Diesel her? Eine andere Geschichte, fürchte ich.</p>
<h3>Update 7.8.2018</h3>
<p>Auf Wunsch der Kommentarsektion hier ein paar technische Details, obwohl ich nicht zuviel dazu weiß, da das gesamte System als Komplettpaket im Rundum-Sorglos-Modus verkauft wurde.</p>
<ul>
<li>Die Hausbatterie ist eine "S10":<a href="https://www.e3dc.com/produkte/s10-e/">https://www.e3dc.com/produkte/s10-e/</a> von E3DC mit derzeit 7 kWh Kapazität – das üppige Gehäuse würde aber noch ein paar mehr Batteriezellen aufnehmen.</li>
<li>Für die S10 gibt’s theoretisch auch eine Autarkie-Schaltung als Erweiterung, mit der man sich entweder manuell oder bei einem Stromausfall auch automatisch vom Netz abkoppeln kann – dies wurde jedoch vom Stromversorger nicht dazubestellt :-(</li>
<li>Ebenso als Zubehör gäbe es von E3DC eine passende Wallbox, die intelligent in der S10 angesteuert werden kann, so dass sie nur unter bestimmten Voraussetzungen den Wagen lädt. Leider ist so eine Steuerung mit Fremd-Wallboxen nicht möglich, so dass ich da nicht von profitiere.</li>
<li>Die PV-Module auf dem Dach sind von S-Energy, 26 Stück mit je 270 W, mehr weiß ich darüber nicht.</li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2018-07-28:af07987ea03289ab979f40f78d4ed5d1</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2018-04-02T00:00:00Z</published>
		<updated>2018-04-02T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Die Musik von Turrican</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/turrican-soundtrack" />
				<summary>Man kann Chris Hülsbeck wahrlich nicht vorwerfen, er kümmere sich nicht engagiert genug darum, sein musikalisches Vermächtnis für die Nachwelt zu erhalten.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Wir schreiben die frühen Neunziger Jahre, und Hülsbeck ist auf dem Zenit seines Primärschaffens angekommen. Neben zahlreichen anderen Videogame-Soundtracks sind insbesondere alle drei Teile der populären <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turrican">Turrican-Reihe</a> für den Amiga erschienen und man munkelt, dass sich viele Gamerinnen die Titel nur wegen der Begleitmusik gekauft haben. Überhaupt der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amiga">Amiga</a>! Dieser Rechner dürfte sich für Hülsbeck inzwischen wie eine Art angewachsenes Klangerzeugungsorgan anfühlen, so intim sind seine Kenntnisse über die technischen und musikalischen Fähigkeiten des verbauten Soundchips. Auch der kreative Output seit den Achtzigern war beträchtlich: die Anzahl der Kompositionen allein für die Turrican-Reihe liegt bei über 100 Tracks, wenn man Endboss-Clips und Jingles mitzählt. Halbwegs vollständige Song-Arrangements liegen bei ca. 30 Stücken. Der Komponist schafft es wie kaum ein anderer, aus dem Fiepen und Quäken des 16-Bit-Computers Melodien und Harmoniesprünge zu kreieren, die einer ganzen Gamerinnen-Generation ans Herz wachsen. Die Gassenhauer sind allerdings gegen 1993 alle bereits geschrieben, und mit dem <em>End Of Life</em> des Amigas endet auch die erste Popularitätswelle des Turrican-Soundtracks.</p>
<iframe style="margin: 1.2em 0; border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1202257838/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=2ebd35/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="http://chrishuelsbeck.bandcamp.com/album/turrican-soundtrack-anthology-original-sound-version-vol-1">Turrican Soundtrack Anthology: Original Sound Version Vol. 1 by Chris Huelsbeck</a></iframe>
<p>Doch Hülsbeck wollte schon immer ein bisschen mehr. Bereits 1991 erschien seine erste studioproduzierte CD <a href="https://chrishuelsbeck.bandcamp.com/album/shades">Shades</a>, die mit einem 15-minütigen Medley des ersten Turrican-Spiels in gepflegtem Heimorgel-Synthieklang aufwartet. Gut zwei Jahre später gibt es weiteres Material aus den Nachfolgetiteln Turrican II und Turrican 3 – Zeit für eine weitere Studio-CD! Der <a href="https://chrishuelsbeck.bandcamp.com/album/turrican-soundtrack-1993-re-release">Original Video Game Soundtrack</a> von 1993 enthält 15 weitere Titel, deren Arrangements mal kaum, mal deutlich vom Amiga-Original abweichen. Auch dieses Album klingt aus heutiger Sicht eher lasch und künstlich, inklusive uninspiriert vor sich hindudelnder E-Gitarren. Aber hey – der druckvolle Eurodance-Sound der Neunziger, von dem sich Chris Hülsbeck allerdings stets distanzieren wollte, war schließlich auch gerade erst in der Entstehung.</p>
<iframe style="margin: 1.2em 0; border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1691622577/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=2ebd35/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="http://chrishuelsbeck.bandcamp.com/album/turrican-soundtrack-1993-re-release">Turrican Soundtrack (1993 re-release) by Chris Huelsbeck</a></iframe>
<p>Es wurde dann einige Jahre stiller um die Turrican-Musik. Mitte der Nuller Jahre jedoch werden dann erstmals die orchestralen Qualitäten der Kompositionen erkannt und im Rahmen der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Symphonic_Game_Music_Concerts">Symphonic Game Music Concerts</a> ausgelebt: Bei einigen der von 2003 bis 2007 in Leipzig stattfindenden Gamescon-Konzerte können die Besucher Highlights aus der Spieleserie für das große Symphonieorchester genießen. </p>
<p>Aus dem gleichen <a href="https://www.gameconcerts.com/en/hintergrund/team/">Produzenten-Dunstkreis</a> um Thomas Böcker entsteht im Jahr 2008 das <em>Symphonic Shades</em>-Konzert in Köln. Hier widmen sich WDR Rundfunk Orchester und Chor ausschließlich Chris Hülsbecks Musik. Das Turrican-3-Theme erklingt als Suite für Solo-Piano, und mit dem großen Orchester werden verschiedene Motive aus Turrican II auf recht extravagante Weise interpretiert. Dieses Konzert gibt es als hübschen <a href="https://chrishuelsbeck.bandcamp.com/album/symphonic-shades">Live-Mitschnitt</a> – es ist jedoch insgesamt eher als Sammelsurium zu verstehen, nicht als homogenes Gesamtwerk. </p>
<iframe style="margin: 1.2em 0; border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1907626543/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=2ebd35/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="http://chrishuelsbeck.bandcamp.com/album/symphonic-shades">Symphonic Shades by Chris Huelsbeck</a></iframe>
<p>Schön und gut, aber da geht noch was! So denkt sich Chris Hülsbeck  einige Jahre später und stellt ab 2012 mit einer ganzen Reihe von <a href="https://www.kickstarter.com/profile/chris-huelsbeck/created">Kickstarter-Kampagnen</a> unter Beweis, dass seine Fans auch 20 Jahre nach Erscheinen der Turrican-Trilogie noch bereit sind, Geld für die Aufbereitung der Musikstücke auszugeben. </p>
<p>Als erstes steht eine komplett neu im Studio produzierte Anthologie auf dem Programm, die <a href="https://chrishuelsbeck.bandcamp.com/album/turrican-soundtrack-anthology-vol-1">auf</a> <a href="https://chrishuelsbeck.bandcamp.com/album/turrican-soundtrack-anthology-vol-2">vier</a> <a href="https://chrishuelsbeck.bandcamp.com/album/turrican-soundtrack-anthology-vol-3">Audio-CDs</a> <a href="https://chrishuelsbeck.bandcamp.com/album/turrican-soundtrack-anthology-vol-4">erscheint</a> und sämtliche längere Kompositionen aus Turrican, Turrican II, Turrican 3, Super Turrican und Super Turrican 2 enthält. Der Sound ist diesmal reichhaltiger und deutlich erwachsener als auf den ersten Soundtrack-Versuchen von 1991 und 1993, aber das Grundprinzip bleibt erhalten: die Stücke bleiben relativ werktreu und orientieren sich grob am Arrangement und Klang der Amiga- bzw. SNES-Version, kommen mit zusätzlichen E-Gitarren daher, versuchen aber immer noch nicht, aktuelle Dance- oder Pop-Musik nachzuahmen, was eigentlich spannend ist – läge die Versuchung doch so nah! Für die Fans von <em>Symphonic Shades</em> ist auch neues Material mit dabei, nämlich ein episches, weniger experimentelles Turrican-II-Medley, abermals mit großem Orchester und Chor des WDR. </p>
<iframe style="margin: 1.2em 0; border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2015128286/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=2ebd35/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="http://chrishuelsbeck.bandcamp.com/album/turrican-soundtrack-anthology-vol-2">Turrican Soundtrack Anthology Vol. 2 by Chris Huelsbeck</a></iframe>
<p>Diese Anthologie hätte das endgültige musikalische Erbe sein können, aber einmal mit dem Kickstarter-Virus angefixt, geht es Ende 2014 munter weiter mit der sogenannten <a href="https://chrishuelsbeck.bandcamp.com/album/the-piano-collection">Piano Collection</a>, in der Pianist Patrick Nevian 18 vermischte Hülsbeck-Klassiker (in bewährter <em>Shades</em>-Manier) auf dem Klavier einspielt und die dazu passenden Noten auch gleich zum Nachspielen mitliefert. Selbstverständlich dürfen dabei auch zwei Stücke aus dem Turrican-Kosmos nicht fehlen. Aus meiner Sicht hätte es dieses Album allerdings nicht zwingend gebraucht – die Klavierumsetzungen plätschern mir bisweilen arg gefällig durchs Ohr, ich hatte den einen oder anderen Richard-Clayderman-Moment, und das verheißt nichts Gutes.</p>
<iframe style="margin: 1.2em 0; border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1319643520/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=2ebd35/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="http://chrishuelsbeck.bandcamp.com/album/the-piano-collection">The Piano Collection by Chris Huelsbeck</a></iframe>
<p>Doch wir kehren zurück zum symphonischen Sound! Bisher gab es immer nur vereinzelte Turrican-Highlights und Medleys für die große Besetzung, was den Ehrgeiz von Chris Hülsbeck vermutlich angestachelt hat. Im Jahr 2016 gibt er deshalb noch einmal Gas und sammelt auf Kickstarter Geld für eine umfassendere Klassik-Produktion, das <a href="https://chrishuelsbeck.bandcamp.com/album/turrican-ii-the-orchestral-album">Turrican II – The Orchestral Album</a>. Diesmal nicht mit dem WDR, sondern mit dem Symphonieorchester Norrköping. Das Ergebnis ist eine wirklich fantastische Produktion, die insbesondere durch das meisterhafte Arrangement von Roger Wanamo besticht. Er findet zielsicher die richtige Mischung aus Werktreue und abwechslungsreichen, sich dynamisch entwicklenden Spannungsbögen, die nur ein großes Orchester – wenn auch diesmal ohne Chor – in so überzeugender Weise hinbekommt. Zehn Stücke sind es, allesamt handverlesen aus dem Turrican-II-Fundus. Mein persönliches Highlight ist die wunderbar zarte Oboe am Anfang von <em>The Great Bath</em>, und wie sich das Stück dann langsam zu einer hinreißend epischen Hymne entwickelt.</p>
<iframe style="margin: 1.2em 0; border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2487485199/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=2ebd35/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="http://chrishuelsbeck.bandcamp.com/album/turrican-ii-the-orchestral-album">Turrican II - The  Orchestral Album by Chris Huelsbeck</a></iframe>
<p>Und weil das alles so schön war, findet im Jahr 2017 das Gleiche noch einmal statt, diesmal für die restlichen Perlen aus Turrican 1 und 3, ebenfalls zehn Stücke, ebenfalls mit dem Orchester aus Norrköping: <a href="https://chrishuelsbeck.bandcamp.com/album/turrican-orchestral-selections">Turrican – Orchestral Selections</a>. Um keine Langeweile aufkommen zu lassen, arbeiten dieses Mal sieben verschiedene Arrangeure an der Umsetzung. Trotzdem entsteht kein Chaos, sondern ein in allen Aspekten ebenbürtiges Schwesteralbum, das nun unbedingt als Gesamtwerk anzusehen ist. Man kann nun fasziniert zuhören, wie beispielsweise eine Komposition wie <em>Air Combat</em> sich im Laufe der Jahrzehnte entwickelt hat, und nun so etwas wie einen finalen Ritterschlag erhält.</p>
<iframe style="margin: 1.2em 0; border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2201179754/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=2ebd35/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="http://chrishuelsbeck.bandcamp.com/album/turrican-orchestral-selections">Turrican - Orchestral Selections by Chris Huelsbeck</a></iframe>
<p>Keine Frage: Chris Hülsbeck hat sich und der Turrican-Musik mit all diesen Produktionen selber ein fettes Denkmal gesetzt. Allerdings darf man nicht vergessen, was für eine sympatische und im Grunde bescheidene Figur er dabei macht. Er wirkt als Mastermind im Hintergrund, kommuniziert engagiert mit den Fans, knüpft die Connections, kennt aber genau seine Grenzen. Insbesondere wenn es um die Orchesterarrangements geht, überlässt er das Feld den Profis, da er genau weiß, dass das Erfinden von Melodien und Programmieren von SID-Chips eine andere Kunst ist als das Aufsetzen einer amtlichen Orchesterpartitur aus wahrhaft exotischem Rohmaterial.</p>
<p>Und mit Blick zurück auf das Jahr 1993 kann man nur sagen: Chapeau! Chris Hülsbeck hat innerhalb von gut drei Jahren eine Fülle an Musiktiteln für ein vermeintlich kulturloses „Ballerspiel“ geschaffen, welche 25 Jahre später im hochkulturellen Kontext immer wieder neu interpretiert werden. Hände hoch, wer das nicht beeindruckend findet!</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2018-04-02:8a2cfbf13c9cb66c85511d6015981157</id>
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	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
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		<published>2018-03-19T00:00:00Z</published>
		<updated>2018-03-19T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Warten auf den Ioniq</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/warten-auf-den-ioniq" />
				<summary>Bestellt ist er nun seit Anfang des Jahres, unser neuer Hyundai. Natürlich rein elektrisch, in blaumetallic, mit Dreijahresleasingvertrag und somit ohne Risiko. Nun beginnt eine Wartezeit von unbestimmter Länge.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Unser Autohändler hat sich schon gar nicht mehr zum Liefertermin geäußert, als er erfahren hatte, dass ich mich mit der Materie schon hinreichend befasse. „Sie kennen ja die Situation!“ Ja, kenne ich! Die Autohersteller können derzeit nicht liefern, und auch Prognosen sind fast schon sinnlos, sie ändern sich alle paar Wochen. Eben waren es noch 9 Monate, jetzt schon wieder 12, und dann gibt es wieder Erzählungen von Leuten, die ihre Karre dann doch schon nach 8 Wochen abholen konnten. Das gilt für alle interessanten Stromautos, die derzeit im mittleren Preissegment angeboten werden: Hyundai Ioniq, BMW i3, VW e-Golf, Nissan Leaf 2, Renault ZOE 40. Keines dieser Fahrzeuge kann man einfach so beim Händler mitnehmen!</p>
<p>Aber ich bin ja geduldig, und ich fahre ja gottseidank schon elektrisch! Im Sommer haben wir unsere ZOE drei Jahre und können viel Positives berichten, aber natürlich auch die eine oder andere unschöne Ladepanikstory. Wie das halt so ist. Zusammengefasst sind wir, wie so viele, ein NEFZ-Opfer. Unsere „klassische“ ZOE wurde unter dem Namen Q210 verkauft. Das Q stand für Quick-Charging (die vollen 43kW Wechselstrom, was allerdings durchaus eine Rarität in der Ladesäulenlandschaft darstellt), das 210 stand für die NEFZ-Reichweite. </p>
<p>Nun hatte uns unser Renault-Händler durchaus gewarnt, dass man eher mit realistischen 160 km rechnen sollte, und das war auch nicht gelogen, wenn man zum einen im Sommer, und zum anderen Landstraße ohne Heizung fährt. Dann schafft man gegebenenfalls sogar  180 bis 190 Kilometer.</p>
<p>Wofür es leider nicht reicht, ist auch im Winter eine sichere Fahrt ohne Ladestopp an die Fahrtziele, die man dann doch alle paar Wochen mal relativ spontan erreichen möchte: Besuche bei Freunden und Verwandten in Schwäbisch Hall, Heilbronn, Frankfurt und Mainz – allesamt ca. 120 bis 160 Kilometer von uns entfernt, üblicherweise eine entspannte Fahrt in einem Rutsch. Vor Ort aufladen und am Abend zurück, so hatten wir uns das vorgestellt. Mit der ZOE 210 ist das aber leider nur unter Idealbedingungen und mit viel Angstschweiß möglich.</p>
<p>Deshalb muss jetzt eine etwas größere Karre her, und der Ioniq schreit geradezu danach! Auch wenn der Akku nominal nicht gigantisch viel größer ist (statt 22 kWh sind es 28 kWh), kommt der Hyundai merklich weiter, und hat keine gar so starken wetterabhängigen Schwankungen. Möglich macht es der geringe Gesamtverbrauch aufgrund eines beeindruckend geringen Luftwiderstands, sowie die bessere Klimatisierung des Akkus. Das Fahrzeug holt wirklich das meiste aus den 28 kWh raus, die ihm zur Verfügung stehen, und ich stelle mich auf stabile 200 km Reichweite ein, auch im Winter und (bei gemäßigter Geschwindigkeit) auch auf der A3 zwischen Würzburg und Frankfurt. </p>
<p>Der zweite Punkt, warum ich vom Ioniq überzeugt bin, ist die hohe Ladegeschwindigkeit unterwegs: Mit bis zu 70 kW saugt er an der CCS-Säule, das ist schneller als jedes andere Nicht-Tesla-Fahrzeug auf dem Markt. Und passende Ladesäulen gibt es immer mehr; nicht zuletzt in Kleinostheim, direkt auf der Hälfte der besagten A3-Strecke, nebendran ein McDonald’s. Auch wenn ich auf unseren typischen Strecken also gar nicht mehr unterwegs laden müsste – jetzt könnte ich es, und mehr als 15 Minuten brauche ich mich nicht mehr damit aufzuhalten.</p>
<p>Der Ioniq dürfte genau das Auto sein, welches wir  für unseren Alltag benötigen. Denn es ist schon richtig, dass die meisten Menschen nur zwei- oder dreimal im Jahr wirklich lange Strecken mit dem Auto fahren. Aber man vergisst oft die halblangen Strecken von 100–200 km, die doch häufiger zum täglichen 10-km-Pendeln noch dazu kommen. Und zumindest diese Fahrten sollte ein vollwertiges Automobil hinbekommen. Und darauf freue ich mich eben jetzt doch sehr!</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2018-03-19:62c8414e0bb24ec73f907e1bd9866e4a</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2018-03-10T00:00:00Z</published>
		<updated>2018-03-10T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Das Zwölfzoll-Macbook, dritte Iteration</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/macbook-12-zoll-review" />
				<summary>Schnellschuss-Reviews zu neu erschienenen Gadgets gibt es zuhauf. Doch wie bewährt sich ein Laptop im Langzeittest? In diesem Falle schreibe ich ein paar unsortierte Gedanken zu meinem MacBook auf, das ich seit Juli 2017 im regelmäßigen, wenn auch nicht ständigen Einsatz habe.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Ist das schicke MacBook mit nur einem USB-C-Port ein fantastisches Gerät, dass ich sehr liebe? Auf jeden Fall! Würde ich das Gerät jemandem empfehlen? Um Himmels Willen, nein! Dieses Paradoxon hat damit zu tun, dass das Gerät, auf dem ich diese Zeilen schreibe, in beinahe jeder Hinsicht perfekt für seine Einsatzzwecke geeignet ist. Da jedoch die Tastatur nicht 100% zuverlässig funktioniert – ohne, dass Apple hierfür eine Lösung anbietet – kann ich keine Verantwortung übernehmen, wenn jemand auf Grundlage meiner Empfehlung 1.500 Euro auf den Tisch legt und dann nicht vernünftig tippen kann. Ja, es ist so schlimm.</p>
<p>Beginnen wir aber mit dem Lobpreis: Das MacBook „adorable“ ist fantastisch leicht und hervorragend verarbeitet.  Die Proportionen von Tastatur und Touchpad,  die Gewichtsverteilung, das gesamte Look and Feel, sind phänomenal. Das Gerät erinnert mich konzeptionell an mein Vorgänger-Laptop für unterwegs, das <a href="https://support.apple.com/kb/SP631?locale=de_DE">Elfzoll-MacBook-Air</a> – nur dass es noch flacher, noch leichter und noch leiser daherkommt. Es hat keinen Lüfter. Wie geil ist das? Sehr geil. </p>
<p>Der Retina-Bildschirm ist brillant, leuchtstark, gestochen scharf und verrichtet völlig ohne Probleme seinen Dienst. Eine besondere Umgewöhnung, wenn ich von meinem hochwertigem 5K-iMac wechsele, ist nicht notwendig.</p>
<p>Die Batterie-Laufzeit bei meinen typischen Tätigkeiten wie dem Vorbereiten von Folien, dem Sortieren und Bearbeiten von Urlaubsfotos, dem Programmieren von Webanwendungen, oder dem Schreiben von Blogartikeln ist stets ausreichend bis zur nächsten Auflademöglichkeit. Sechs bis sieben Stunden bekomme ich hin. Länger kann man sich eh nicht konzentrieren.</p>
<p>Die Tatsache, dass Apple dem Gerät nur einen einzelnen Datenport auf der linken Seite und eine Audio-Klinkenbuchse auf der rechten Seite spendiert hat, empfinde ich als befreiend. Klar, ein Adapter für sporadisch notwendige Konnektivität ist Pflichtutensil für unterwegs, aber so ein kleiner <a href="https://www.amazon.de/gp/product/B071F4QVXP">Universalhub</a> ist weniger sperrig als das MacBook-Netzteil samt USB-C-Kabel, was man ja auch dabei haben muss. Beides passt zusammen in ein kleines Herrentäschle, und ich bin für klassisches USB, Ethernet, HDMI und SD-Karten gerüstet. Voll okay – im Alltag keine merkliche Einschränkung.</p>
<p>Zusammengefasst: Das MacBook mit 12-Zoll-Bildschirm ist mein perfektes Gerät für unterwegs und für gelegentliche Home-Office-Tage. Solltet ihr jedoch gesteigerte Wert auf die Zuverlässigkeit der Tastatur legen, lasst die Finger davon!</p>
<h3>Die Tastatur des Todes</h3>
<p>Ganz ehrlich? Ich hasse das Tippen auf meinem MacBook. Es ist ja schön, dass die Tasten etwas größer und die Spalten etwas kleiner sind. Und durch die neue Mechanik ist es sicherlich möglich gewesen, größere <em>Terrassenakkus</em> einzubauen. Soll mir recht sein. Doch trotz der dritten Revision dieses MacBooks ist es Apple nicht gelungen, die Unzuverlässigkeit in den Griff zu bekommen. Nur wenige Wochen nach dem Kauf war es die Taste <em>9</em>, welche nur auf jeden zweiten Tastendruck reagierte. Nachdem sich das Problem nach einigen Tagen von selbst erledigte, fing im Oktober die Taste <em>n</em> das Spinnen an. Ich habe dann gelernt, was schlimmer ist als eine Taste, die jedes zweite Mal versagt: eine Taste, die jedes zehnte Mal versagt! Auf einem Buchstaben, den man doch ab und zu mal beötigt.</p>
<p>Auch jetzt noch ist das <em>n</em> eine Taste, die ab und zu Probleme macht. Zugegeben, ich habe die <a href="https://support.apple.com/en-us/HT205662">empfohlene Methode</a>, das Gerät im 33,5-Grad-Winkel schräg über den Kopf zu halten und mit einem Abstand von 22,7 cm mit einem Luftdruck von 4,5 bar zu beschießen, aus Trotz nicht angewendet. Ein wenig hoffe ich auf einen Durchbruch seitens Apple, was die Zuverlässigkeitsforschung der Tastaturen angeht. Realistischer wäre aus meiner Sicht jedoch, dass Apple über kurz oder lang am liebsten auf eine Full-Touch-Tastatur gehen möchte, mit Tactile Engine für das Feedback. Mark my words!</p>
<h3>tl, dr;</h3>
<p>Kauft das neue MacBook nicht; es ist ein fantastisches Gerät mit einem tödlichen Konstruktionsfehler. Wen das nicht stört, der kann damit sehr glücklich werden und sogar so etwas wie Zuneigung entwickeln.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2018-03-10:bfcccd004f667d79bae089918c5f00b1</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2018-01-02T00:00:00Z</published>
		<updated>2018-01-02T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Strukturierte CMS-Textproduktion – eine Typologie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/cms-textproduktion" />
				<summary>Nicht jeder hat die Zeit, einen meiner 90-Minuten-Vorträge in Gänze anzusehen. Zum Thema CMS gab es diesen Sommer wieder einen entsprechenden Mitschnitt. Umso besser, wenn ich dann mal die Zeit finde, die Essenz meiner mündlichen Ergüsse schriftlich herauszuarbeiten!</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<ul>
<li><a href="/weblog/trends-im-content-management">Vortrag vom 20. August 2017</a></li>
</ul>
<p>Wenn es darum geht, strukturierte Texte zu verfassen und im Rahmen eines CMS fürs Web aufzubereiten, haben wir Webdesigner bisweilen eine harte Nuss zu knacken: Wie bringen wir die technischen und gestalterischen Fähigkeiten (oder Nicht-Fähigkeiten) der Redakteure in Einklang mit dem Wunsch, abwechslungsreiche und spannungsvolle Layouts für die Leser zu erzeugen? Und das Ganze auch noch in responsiver Form? </p>
<p>In den vergangenen knapp 20 Jahren Web-CMS haben sich eine Reihe von Paradigmen entwickelt, wie dies zu handhaben sein könnte. Doch zunächst möchte ich zwischen den zwei extremen Anwendungsfällen unterscheiden, nämlich der Bleiwüste und dem Datenblatt.</p>
<h3>Die Bleiwüste</h3>
<p>Ein sehr einfach strukturierter Text, der im Grunde nur aus Absätzen, Überschriften, Hyperlinks und vielleicht einer kleinen Bullet-Liste besteht. Keine Bilder, keine Spalten, keine sonstigen Spielereien.</p>
<p>Diese Textart findet sich nur noch recht selten und stellt das geringste Problem dar. Die Redakteure lernen ein paar Brocken <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Markdown">Markdown</a> oder bekommen einen sehr stark abgespeckten WYSIWYG-Editor à la <a href="https://ckeditor.com/">CKEditor</a> vorgesetzt und können hier kaum etwas kaputt machen. Die Möglichkeiten zur individuellen Textaufwertung durch interessante Zusatzelemente ist allerdings nicht gebeben.</p>
<p>Als Beispiel mag ein typischer Blogbeitrag dienen, wie er auf Daring Fireball erscheint:</p>
<figure class="fullwidth"><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/cms-textproduktion/1294065cae-1760525981/bild1.png"></figure>
<h3>Das Datenblatt</h3>
<p>Wenn es nicht um längere Freitexte geht, sondern um eine gewisse Anzahl von immer gleich strukturierten Daten und Metadaten (wie beispielsweise bei einem Shop oder Online-Katalog), so sieht die Eingabemaske im CMS entsprechend kleinteilig aus, wird einmalig vom Webdesigner in der sinnvollsten Form festgelegt und führt zu sehr einheitlich aussehenden Einzelseiten, die sich prima nach den Metadaten filtern und sortieren lassen. </p>
<p>Auf der kürzlich relaunchten Website der Fahrradmanufaktur <a href="https://velotraum.de/">Velotraum</a> sind solche stark strukturierten Datenblätter zu begutachten:</p>
<figure class="fullwidth shadow"><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/cms-textproduktion/bf58fcc4c2-1760525981/bild2.png"></figure>
<p>Umgesetzt wird das alles im Handumdrehen mit individuell zusammengestellten und im Backend arrangierten Feldern in ProcessWire:</p>
<figure class="fullwidth shadow"><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/cms-textproduktion/824776befc-1760525981/bild3.png"></figure>
<hr />
<h3>Alles dazwischen: Text mit Extras</h3>
<p>Alle Inhaltsstrukturen, die zwischen diesen beiden Extremen liegen, bezeichne ich als frei strukturierbaren, reichhaltigen Inhalt. Oder kurz: <em>Text mit Extras.</em></p>
<p>Und hier wird es erstmals richtig knifflig, denn die Ansichten darüber, wie dieser mittels CMS am besten umzusetzen sei, könnten unterschiedlicher nicht sein.</p>
<p>Über die Jahre habe ich fünf prototypische Ansätze gefunden, die jeweils verschiedene Ansprüche an das Zeitbudget des Webdesigners, die technischen Fähigkeiten des Redakteurs oder die Modernität des CMS stellen:</p>
<ol>
<li>What You See Is What You Get</li>
<li>Shortcodes</li>
<li>Matrix aus Widgets</li>
<li>Stapel aus Komponenten</li>
<li>Frontend-Editing</li>
</ol>
<p>Und jetzt gleich nochmal im Detail – legen wir los!</p>
<h4>1. What You See Is What You Get</h4>
<p>Natürlich sind die WYSIWYG-Editoren im Laufe der Jahre besser geworden, doch ihr Ruf als HTML-Integritätskiller und Designverbrechen-Möglichmacher basiert schon irgendwie auf Fakten. <em>MsoNormal,</em> anyone? </p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/cms-textproduktion/65f152adc9-1760525984/tinymce.png"></figure>
<p>Die ersten paar Jahre mit <a href="https://www.tinymce.com/">TinyMCE</a> waren hart, doch ehrlicherweise muss man sagen, dass die Idee genial war, eine für Büromenschen vertraute Word95-Umgebung in das Backend eines CMS zu verpflanzen, um Webinhalte auf die gleiche Weise zu pflegen wie Printdokumente. Die anfänglichen Schwierigkeiten mit kaputtem HTML lassen sich inzwischen über Filter und sinnvolle Konfiguration in den Griff bekommen.</p>
<p>Konzeptionell gibt es jedoch immer noch zwei Herausforderungen. Zum einen das responsive Webdesign; hier trügt nämlich das WYSIWYG-Versprechen: Was man während der Inhaltserstellung sieht, ist nur in ganz bestimmten Sonderfällen das, was man bekommt. </p>
<p>Zum anderen gibt es oft ein gewisses Kompetenzgerangel zwischen Editor und CMS: Wer ist für die <em>Extras</em> zuständig, die den einfachen HTML-Text anreichern sollen: Bilder, Bildergalerien, Querverweise, Infoboxen usw.? Wird dies vom Editor übernommen, so muss dieser extrem individuell für das jeweilige CMS angepasst werden. Im Falle von WordPress geschieht das tatsächlich; den dort verwendeten TinyMCE erkennt man fast nicht wieder.</p>
<p>Kümmert sich hingegen das CMS um solche Extras, so sieht man im Editor meist nur einen Platzhalter, der über andere CMS-Felder mit Inhalt befüllt wird, nicht innerhalb des Editors.</p>
<p>Die meisten CMSe können und wollen sich den Einsatz eines hoch individualisieren WYSIWYG-Editors nicht leisten (insbesondere im Hinblick auf Third-Party-Plugins). Standard-Editoren können aber nur Standard-Aufgaben erledigen, keine fancy Spezialmodule sinnvoll integrieren. Es bleibt meist eine klapprige Lösung!</p>
<h4>2. Shortcodes</h4>
<p>Wer den Mut zur Abstraktion hat, vor allem aber den Mut, seinen Kunden eine gewisse Fähigkeit zur Abstraktion zuzubilligen, sollte sich überlegen, auf Shortcodes zu setzen. Das sind kryptische Platzhalter innerhalb von (meist mit Markdown) strukturiertem Text, die für die Platzierung der <em>Extras,</em> manchmal auch für kleinere Layout-Fragmente wie Spalten zuständig sind. Eine klassische Bildergalerie könnte dann so eingebunden werden:</p>
<pre><code>## Unser Sommerausflug

Das war eine *ganz* besondere Sache. Aber seht selbst:

[[gallery name="sommerausflug" style="slider"]]</code></pre>
<p>Das Konzept ist aus WordPress bekannt und stellt eine der präzisesten und auch zukunftssichersten Lösungen dar. Präzise deswegen, weil es quasi kaum möglich ist, aus Versehen falschen oder überflüssigen HTML-Code zu erzeugen. Man kann Shortcodes als eine Wortschatz-Erweiterung von Markdown verstehen – es gibt hier keine falschen Verschachtelungen oder leere p-Elemente.</p>
<p>Die Zukuftssicherheit des Codes liegt darin, dass das konkrete HTML, welches beispielsweise die Bildergalerie beschreibt, nicht im Editor lebt und ausgegeben wird, sondern vom Galerie-Plugin erzeugt wird. Wenn sich irgendwann Änderungen ergeben sollten, weil man Bildergalerien im Jahr 2017 anders codet als im Jahr 2025, kann man das global in einem Template ändern und alle Shortcodes sind trotzdem weiterhin gültig. Für den Redakteur ändert sich nichts! </p>
<p>Idealerweise überstehen hinreichend abstrakte Shortcodes sogar Relaunches mit komplett neuem HTML-Frontend, und im extremen Falle wäre sogar ein CMS-Wechsel denkbar. Ein Plugin, um WordPress-kompatible Shortcodes zu parsen und auszuwerten, existiert in jedem vernünftigen CMS.</p>
<h4>3. Matrix aus Widgets</h4>
<p>Die Lösungsansätze 1 und 2 fokussieren sich auf eine linearisierte Inhaltsbearbeitung, beschreiben also einen im Wesentlichen einspaltig gedachten Textfluss mit gelegentlichen Extras hier und da. Ganz anders die Matrix! Hier steht ein zweidimensionales Layout-Raster im Vordergrund, welches auf einzelnen Zeilen basiert, die wiederum in mehrere nebeneinander stehende Zellen geteilt sein können.</p>
<figure class="fullwidth shadow"><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/cms-textproduktion/cb13a83121-1760525984/matrix.png"></figure>
<p>Es gibt eine ganze Reihe von CMS-Plugins, die ein solch freies Layout für Redakteure möglich machen: <a href="https://siteorigin.com/page-builder/">SiteOrigin Page Builder</a>, <a href="https://wpbakery.com/">WPBakery Page Builder</a>, <a href="https://github.com/palasthotel/grid">Grid</a>. Der clevere Deal: Die Matrix kümmert sich nur um das Basis-Layout des Rasters, liefert hierfür ein hoffentlich stabiles und responsive HTML/CSS-Gerüst, für den Inhalt der einzelnen Zellen ist hingeben jeweils ein Text- oder WYSIWYG-Editor zuständig, oder eben ein sogenanntes Widget, wie es insbesondere aus WordPress oder Drupal bekannt ist. </p>
<figure class="video"><iframe allow="fullscreen" allowfullscreen src="https://player.vimeo.com/video/114529361"></iframe></figure>
<p>Ein cleveres System, denn man verheiratet hier zwei bewährte Konzepte aus vielen CMSen: Einfache Textverarbeitung (siehe Bleiwüste) und systemweit wiederverwendbare Widgets.</p>
<p>Der Nachteil liegt allerdings auch auf der Hand: Eine frei gestaltbare Matrix verlangt nach einem Gestalter-Auge, wenn es gut aussehen soll. Unbedarfte Redakteure sind mit den Layout-Möglichkeiten leicht überfordert oder setzen die Matrix als Waffe gegen den guten Geschmack ein. Enttäuschungen in Sachen <em>Linearisierung für Mobile</em> sind außerdem vorprogrammiert. Für ansprechende Ergebnisse braucht es Einschränkungen und Leitfäden, die vom erfahrenen Webdesigner vorgegeben werden müssen.</p>
<h4>4. Stapel aus Komponenten</h4>
<p>Das in den letzten Jahren als sehr innovativ bejubelte Konzept ist eigentlich steinalt; bereits die allerersten Versionen von TYPO3 benutzten nämlich untereinander angeordnete Seitenabschnitte, die der Redakteur aus einer fixen Auswahl von Layout-Minivorlagen zusammenstellen konnte, ganz nach dem Motto „Text mit Bild links“, „Reiner Text“, „Slider-Galerie“ usw.</p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/cms-textproduktion/41cecba8d7-1760525984/typo3.jpg"></figure>
<p>Die Benutzung in TYPO3 und TypoLight war damals etwas umständlich, insbesondere im Vergleich zu den simplen, universellen Textboxen, welche man von WordPress und anderen Blog-CMSen der Nuller Jahre kannte.</p>
<figure class="video"><iframe allow="fullscreen" allowfullscreen src="https://player.vimeo.com/video/104052531"></iframe></figure>
<p>Doch eine regelrechte Renaissance hebt seit Mitte der Zehnerjahre das <em>Stapelkonzept</em> in das Bewusstsein vieler Webdesigner: bei craftCMS als <a href="https://craftcms.com/features/matrix">Matrix</a> bekannt, bei Kirby als <a href="https://github.com/TimOetting/kirby-builder">Kirby Page Builder</a>, bei ProcessWire als <a href="https://processwire.com/api/modules/profields/repeater-matrix/">RepeaterMatrix</a> und demnächst möglicherweise im WordPress-Core als <a href="https://wordpress.org/gutenberg/">Gutenberg</a>.</p>
<p>Wieviel Freiheit der Redakteur bei diesem Spiel erhält bzw. wie groß die Auswahl an verfügbaren Komponenten-Typen ist, bestimmen Seitenbetreiber, Webdesigner und das Budget ;-) Klar ist: bei einem individuell erstellten responsiven Webdesign bedeutet jeder Komponententyp einen gewissen Aufwand für die Aufbereitung im Backend und Frontend. Zum Glück skaliert das Konzept sehr gut: Wir gehen oft mit einem begrenzten Set an Möglichkeiten an den Start und ergänzen nach und nach je nach Bedarf weitere Komponenten bzw. schaffen Variationsmöglichkeiten. </p>
<p>Volle Code-Kontrolle für den Webdesigner, visuell miteinander harmonisierende Komponenten, und eine <em>kuratierte Freiheit</em> für den Redakteur – das Stapelkonzept gehört klar zu den Stars im modernen CMS-Workflow!</p>
<h4>5. Frontend-Editing</h4>
<p>Einen vermeintlichen Blick in die Zukunft gewährt uns schon seit einigen Jahren das Bearbeiten von Seiteninhalten direkt im Frontend. Oft behauptet, selten tatsächlich in der Praxis eingelöst, aber nichtsdestotrotz hochinteressant.</p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2018/cms-textproduktion/63474daa71-1760525984/minority.jpg"><figcaption>Bildrechte: 20th Century Fox / DreamWorks Pictures</figcaption></figure>
<p>Konzeptionell sehen wir hier meist eine weitergedachte Version der Konzepte 3 und 4, wobei die angezeigten Preview-Inhalte bereits zu 100 % dem Endergebnis entsprechen und die ganzen Bedienelemente meist als schwebende Menüs über dem Inhalt platziert werden, dynamisch an den Stellen, wo sie gerade gebraucht werden.</p>
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/Im_MXngglJU?rel=0&amp;showinfo=0" class="media__inner"></iframe>
<p>Da die Trennung zwischen Front- und Backend aufgehoben ist, lassen sich individuell entwickelte Websites nur schwer entsprechend nachrüsten. Falls jemand Frameworks kennt, mit denen sich das machen lässt: Ab in die Kommentare! Die mir bekannten Frontend-Editing-Lösungen sind alle Teil eines größeren Theme-Pakets (siehe <a href="https://www.elegantthemes.com/gallery/divi/">Divi</a>) oder einer gehosteten Komplettlösung (wie bei <a href="https://www.squarespace.com/">Squarespace</a>).</p>
<p>Sollte man einem Redakteur ein Tool wie Divi an die Hand geben? Eher nicht! Zu vielfältig sind die Möglichkeiten, Dinge visuell zu zerstören. Ich sehe Frontend-Editing eher als die moderne Version von Dreamweaver: ein Tool für Designer ohne Code-Ambitionen, die individuelle Einzelseiten für eine eher kleinere Kundenwebsite zusammenstellen. Solchermaßen eingesetzt bin ich von den grundsätzlichen Möglichkeiten durchaus beeindruckt. Aber ohne Reinfuchsen klappt das freilich auch hier nicht!</p>
<h3>tl;dr</h3>
<p>Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie CMS-Redakteure strukturierte <em>Texte mit Extras</em> erstellen können – alle mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen für Redakteur, Webdesigner und Budget. Welches die beste Methode ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, aber der <em>Stapel aus Komponenten</em> ist ganz schön gut.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2018-01-02:d2946b89b18827b605fa9cce4071a7b7</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2017-10-27T00:00:00Z</published>
		<updated>2017-10-27T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Richard Rutters „Web Typography“</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/richard-rutter-web-typography" />
				<summary>Bücher über Typografie gibt es wie Sand am Meer! Bei der Webtypografie sieht das anders aus, und das schon seit Jahren. Doch mein britischer Bloggerkollege Richard Rutter hat es nun endlich auch getan: ein aktuelles Werk zu dem Thema geschrieben, welches mir selber besonders am Herzen liegt.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<iframe src="https://player.vimeo.com/video/233731464?color=009900" width="515" height="387" frameborder="0" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen></iframe>
<p>Dass mir Richard Rutter (alias <a href="https://twitter.com/clagnut">@clagnut</a>) erstmals im Netz aufgefallen ist, liegt exakt dreizehneinhalb Jahre zurück. Im Mai 2004 erschien sein <a href="http://clagnut.com/blog/348/">legendärer Artikel</a> über den Einsatz von <code>em</code> bei CSS-Schriftgraden. Es war die goldene Zeit der Webdesign-Blogartikel; beinahe jede Woche erschien ein wegweisendes How-To bei einem amerikanischen, britischen oder kanadischen Webdesign-Helden, und die ganze Welt lernte mit.</p>
<p>Später trat Richard Rutter als Gründer des Online-Schriftverleihs <a href="https://twitter.com/fontdeck">FontDeck</a> erneut in Erscheinung. Der Service musste sich Ende 2016 leider gegen die Konkurrenz geschlagen geben. Er war vielleicht ein bisschen zu teuer.</p>
<p>Genau wie ich musste Rutter seit mehreren Jahren mit dem inneren Drang zurechtkommen, ein Buch über Webtypografie verfassen zu müssen, einem so dynamischen Thema im ständigen Fluss der Veränderung. Vier Jahre nach meinem eigenen Wurf namens <a href="http://webtypobuch.de">#webtypobuch</a> und ein Jahr nach Jason Santa Marias <a href="https://abookapart.com/products/on-web-typography">On Web Typography</a> ließ es sich offenbar nicht mehr aufhalten: Eine Kickstarter-Kampagne im Sommer 2015 und zwei Jahre Wartezeit später halten wir seit ein paar Wochen das <a href="http://www.book.webtypography.net/">gedruckte Werk</a> in den Händen. Zugegeben, das exzellent aufbereitete E-Book stand schon Anfang Mai 2017 zum Download bereit.</p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/richard-rutter-web-typography/6b0769add2-1760525979/3-covers.png"></figure>
<h3>Wie viel Print steckt noch drin?</h3>
<p>Jeder Webtypografie-Autor muss sich in der Planungsphase Gedanken darüber machen, wie viel klassische Typografie in seinem Buch Platz finden soll. Stellt man sich als Leserin eher eine typografisch erfahrene Person vor, die sich gewissermaßen nur das technische und gestalterische Delta zur Webtypografie aneignen möchte? Das war ein Stück weit mein Ansatz. </p>
<p>Oder sind auch Schriftlaien eingeladen, zunächst die allgemeingültigen typografischen Regeln kennenzulernen, um danach jeweils Codebeispiele und spezifische Erläuterungen fürs Web zu erhalten? Das ist der Ansatz, den Richard Rutter gewählt hat. Unter anderem (aber nicht nur) deshalb ist sein <del>Buch</del> Text auch fast dreimal so lang wie meiner.</p>
<p>Für absolute Neulinge kann Web Typography durchaus als solider Einstieg in die Welt der Serifen und Zeilenabstände fungieren, ganz unabhängig vom Webdesign mit seinen speziellen Tücken. Anknüpfungspunkte zur Vertiefung von Printthemen finden sich zur Genüge.</p>
<h3>Der schreibt so schön!</h3>
<p>Richtig beeindruckt hat mich der elegante, britisch-zurückhaltende und trotzdem präzise Schreibstil im Buch. Die Kapitel lassen sich wunderbar am Stück lesen, folgen zwar jeweils einem ähnlichen Muster, finden aber immer wieder individuelle Worte, um die Themen anzureißen, sie ausführlich genug zu erklären und ganz konkrete Handlungsanweisungen zu geben.</p>
<p>Insbesondere die Balance zwischen historischen Herleitungen (immer interessant), Probleme mit älteren Browsern (nur ganz vereinzelt) und zukunftsweisenden Techniken aus den letzten zwei Jahren ist hervorragend gelungen. Man fühlt sich wohlig eingebettet in elegante Worte voller Kompetenz. An manchen Stellen ist mir persönlich der Tonfall der <em>motivational speeches</em> ein wenig zu dick aufgetragen und gerät ins floskelhafte Pathos.</p>
<p>Die Illustrationen sind ästhetisch gut gelungen,  könnten aus meiner Sicht aber zahlreicher sein. Ich weiß selber, wie viel Arbeit das macht, aber es lohnt sich! Ein wenig zu oft wird ein bestimmter Sachverhalt nur mit Prosa umschrieben, könnte mittels einer durchdachten Bebilderung aber noch präziser dargestellt werden.</p>
<h3>Codeanteil</h3>
<p>Das Verhältnis von konkreten Codebeispielen zu umschreibendem Text ist angenehm gering. Alles andere wäre auch unklug, schließlich ändert sich alles so schnell. Die alte CSS-Syntax für <code>font-feature-settings</code> hat als Fallback-Methode den Sprung in die Beispiele gerade noch geschafft, obwohl die neuere Syntax über <code>font-variant</code> in Zukunft alle Open-Type-Features übernehmen wird.</p>
<p>Das sind dann aber auch schon die komplexesten Abschnitte. Meist bleibt es bei simpelsten CSS-Notationen für einzelne Anwendungen, ohne unnötigen BEM- oder Sass-Spuk.</p>
<h3>Unerwartete Schätze für alte Hasen</h3>
<p>Hand aufs Herz: Wer von euch kennt die CSS-Längeneinheit <code>ch</code>? Und wem war klar, wie man recht komfortabel die Nummern einer <code>ordered list</code> unabhängig stylen kann? Jeder hat so seine Wissenslücken, und das vollständige Lesen eines Buches hat immer das wunderbare Potenzial, diese unbewussten Wissenslücken zu füllen. Ich kann bestätigen, dass dies auch im vorliegenden Fall wunderbar gelingt.</p>
<h3>Zusammengefasst</h3>
<p>Web Typography ist ein ausgesprochen komplettes Buch. Es behandelt in sehr ausgewogener Form alle gestalterischen und technischen Aspekte zum Thema, wobei der Schwerpunkt eher auf der Gestaltung liegt. Esoterische Spitzfindigkeiten wie PPOFLS (Perceived Performance Optimized Font Loading Strategies) oder das Font-Rendering unterschiedlicher Font-Formate in verschiedenen Versionen von Windows werden zwar gestreift, aber (zum Glück) nicht in voller Geek-Tiefe durchbesprochen.</p>
<p>Was mir tatsächlich fehlt, sind mehr zeitgenössische Beispiele für gelungene Webtypografie. Der Autor bleibt größtenteils auf der Theorieebene und zeigt selbstgebaute Beispiele von einzelnen Details. Eine Demonstration der Erkenntnisse im Rahmen von real existierenden Websites ist extrem selten und wäre doch gleichzeitig so anschaulich! </p>
<h3>Qualität des E-Books</h3>
<p>Neben dem in Eigenregie gedruckten Buch gibt es mehrere Versionen des Textes als E-Book. Einmal das Original-Layout als PDF (Doppel- oder Einzelseiten, jedoch ohne entsprechende Anpassung des Satzspiegels). Besonderes Lob verdient sich das Werk aber für die <em>echten</em> E-Book-Versionen im EPUB- und MOBI-Format. Diese enthalten die eingebetteten Originalschriften, sind vom Layout her an das Printdokument angelehnt und gleichzeitig mit freiem Textfluss konsumierbar. Selbst auf meinem hundert Jahre alten Kindle 4 kann man das Buch angenehm lesen. Das liegt unter anderem daran, dass – ähnlich wie beim #webtypobuch – sämtliche Illustrationen eher im Panorama-Format angelegt sind und stets über die volle Textbreite gehen.</p>
<p>Am meisten profitiert man natürlich unter iBooks auf Mac und iPad. Dies dürfte nach wie vor die mit Abstand beste Plattform zum Lesen von reichhaltig gestalteten EPUBs sein.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2017-10-27:71c6a07a57ad52e125678230bd22de72</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2017-09-03T00:00:00Z</published>
		<updated>2017-09-03T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Probefahrt mit dem Hyundai Ioniq Elektro</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/hyundai-ioniq-elektro" />
				<summary>Ich bin den aktuellen Liebling der Elektroautoszene für zwei Stunden zur Probe gefahren und schreibe euch natürlich gerne mein Fazit hier ins Blog.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Das Würzburger <a href="http://www.schuerer-macht-mobil.de/">Autohaus Schürer</a> ist offenbar einer der wenigen Händler, die jetzt bereits alle drei Varianten des Ioniq zum Testen bereit hält: Hybrid, Elektro und Plugin-Hybrid. Für mich war selbstverständlich nur die reine Elektrovariante interessant, und so machte ich mit meiner Frau einen kleinen Trip durch Würzburg und Höchberg, auf die A3 bis zum Rasthof Haidt an die Ladesäule, und zurück.</p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/hyundai-ioniq-elektro/6b916ed27c-1760525978/hyundai-ioniq-electric-aussen.jpg"></figure>
<p>Ganz grundsätzlich: Der <a href="http://www.hyundai.de/Modelle/IONIQ-Elektro.aspx">Ioniq Elektro</a> ist ein bemerkenswert vollständiges Auto, vollgestopft mit Funktionen, und das bereits in der Basis-Variante. Die Möglichkeiten zur Individualisierung sind ohnehin gering: Es gibt drei Ausstattungslinien (33.300 €, 35.500 € und 38.000 €), die sich gar nicht dramatisch voneinander unterscheiden. Da bei der teuren Variante „Premium“ nur Ledersitze möglich sind (buh!) und die günstige Variante „Trend“ keinen Wärmetauscher besitzt (will man schon), kommt eigentlich nur die mittlere Variante „Style“ in Frage, und diese sind wir auch gefahren. Überall identisch sind die Batteriekapazität von 28 kWh, die Ladebuchsen (CCS bis 100 kW, Typ2 bis 6,6 kW) und serienmäßige Kabel für Typ2 und Schuko.</p>
<p>Die vielbeschworene gute Verarbeitung des Koreaners ist Realität: sattes Ploppen der Türen, hochwertige Materialien, Wohlfühlambiente – ein deutlich gehobener Standard, wie man ihn von deutschen Herstellern kennt. Das Fahrgefühl ist top, Beschleunigung, Rekuperation wunderbar, alles ist zudem einstellbar: Es gibt drei Fahrmodi (Eco, Normal, Sport), wobei die jeweilige Rekuperation nochmal unabhängig davon in vier Stufen modifiziert werden kann, inkl. „Segelmodus“. Wenn man die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten klug nutzt, ist der Ioniq ein echtes Sparwunder und verbraucht angeblich nur ca.  10 bis 11 kWh auf 100 km im Sommerhalbjahr. Aber auch im Winter soll der Verbrauch nicht so heftig ansteigen wie beispielsweise bei der ZOE. Die 28er-Batterie dürfte ähnliche Reichweiten zwischen 200 und 260 km erzielen wie eine (theoretische) 33er ZOE-Batterie. Dank CCS-Schnellladung verliert die Autobahn aber definitiv ihren Schrecken.</p>
<p>Aber nochmal zurück zur Ausstattung: Es fehlt quasi nichts in diesem Ausstattungsprimus: Tempomat mit Abstandshalter, 12V-Buchsen und Qi-Handyladung an allen möglichen Stellen, CarPlay und Android Auto, DAB-Radio, Sitzheizung und Lenkradheizung. Letztere sind echte Stromsparfunktionen, da man die Innenraumbeheizung reduzieren kann! </p>
<p>Sagen wir es so: Minimalismus geht anders. Und das wäre auch einer meiner Kritikpunkte. Das Ding hat definitiv zu viele Knöpfe und Schalter, sowohl am Lenkrad als auch an der Konsole und im Cockpit-Display. Man ist ein wenig erschlagen von den hundert Möglichkeiten. Ich bin, was diese Dinge angeht, wohl eher im „Team Model 3“ angesiedelt, wo einfach alle Einstellmöglichkeiten virtualisiert auf einem großen Touchscreen stattfinden statt überall im Innenraum verteilt.</p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/hyundai-ioniq-elektro/0198164614-1760525978/hyundai-electric-innen.jpg"></figure>
<p>Der andere Kritikpunkt ist die Garantie auf die Kaufbatterie. 8 Jahre sind natürlich fein, aber leider wird erst unter 70 % Batteriegesundheit oder weniger ausgetauscht. Zum Vergleich: Renault und Nissan machten’s jeweils bei unter 75 %.</p>
<p>Ach ja, und da wäre die Sache mit der Lieferzeit: zwischen zwei und zwölf Monaten ist alles drin, so die offizielle Sprachregelung für die Händler. Das ist natürlich hart, zumal die Vorführmodelle definitiv nicht zum Verkauf stehen und gebrauchte Wagen noch rar sein dürften.</p>
<p>Ob der Wagen insgesamt schick ist – Geschmackssache. Für uns ist er sicherlich etwas zu groß und ein bisschen spießig gestaltet im Innenraum, eben ein echtes „Auto-Auto“, kein „Elektroauto-Auto“. Der Vergleich mit der ZOE liegt für mich zwar irgendwie nahe, passt aber nicht wirklich, da sehr unterschiedliche Geschichten erzählt werden: Pragmatischer und erschwinglicher Minimalismus bei Renault, klassischer Komfort und Features satt bei Hyundai. Fairer wäre wahrscheinlich ein Vergleich mit dem Kia Soul EV. Dazu müsstet ihr dann mal die (noch) <a href="http://www.cleanelectric.de/kia-soul-ev/">aktuelle Folge</a> von CleanElectric anhören.</p> 
		]]></content>
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	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2017-08-20T00:00:00Z</published>
		<updated>2017-08-20T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Trends im Content Management</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/trends-im-content-management" />
				<summary>Ein 108-minütiger Videovortrag über fast alles, was ich über Content-Management-Systeme weiß. Oder zumindest, was wir als Agentur in den letzten Jahren ganz praxisnah darüber gelernt haben.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Audiotechnisch suboptimal mitgeschnitten bei der Vortragsreihe <a href="http://www.tgm-online.de/veranstaltung/vortragsreihe-»technik-zukunft«-2017?id=737">Technik &amp; Zukunft</a> der Typografischen Gesellschaft München (19. Juli 2017):</p>
<iframe src="https://player.vimeo.com/video/230319656?color=009900" width="640" height="400" frameborder="0" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen class="shadow"></iframe> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2017-08-20:574ed68c2108cfa96e3f90431d20a41c</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2017-08-19T00:00:00Z</published>
		<updated>2017-08-19T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Wahlprogramm-Design-CheckUp 2017</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/wahlprogramm-design-checkup-2017" />
				<summary>Es ist wieder soweit – die Wahlprogramme der Parteien zur Bundestagswahl müssen analysiert und verglichen werden. Allerdings selbstverständlich nicht inhaltlich, sondern nach typografischen Gesichtspunkten. Starten Sie Ihren PDF-Viewer und los geht’s!</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/wahlprogramm-design-checkup-2017/0cc85e27f3-1760525976/bildschirmfoto-2017-08-19-um-11.52.14.png"></figure>
<p>Zunächst jedoch ein paar Aspekte, die ich im Vergleich zur <a href="/weblog/wahlprogramm-design-checkup">2004er-</a>, <a href="/weblog/wahlprogramm-design-checkup-2005">2005er-</a> und <a href="/weblog/wahlprogramm-design-checkup-2009">2009er-Edition</a> dieses Artikels für erwähnenswert halte. Auch wenn alle Parteien nach wie vor ein Hauptdokument im PDF-Format anbieten, so existiert inzwischen eine Vielzahl von Darreichnungsformen, die dem realen Konsum der Inhalte sehr viel mehr entgegen komme als das sperrige 150-Seiten-Büchlein, das sich nur echte Idealisten und ungewöhnlich engagierte Sozialkundelehrer durchlesen werden. Es gibt Zusammenfassungen von 1 bis 10 Minuten Leselänge, Versionen in einfacher Sprache, EPUBs für E-Book-Reader, vorgelesene Audiodateien und natürlich hunderte von Sharepics mit den Kernthesen. Miniwebsites zum bequemen Navigieren machen den Einstieg in die Lieblings-Themen einfach. Endlich ist den Wahlkämpfern klar geworden, dass die Menschen heutzutage an Bildschirmen jeder Größe Inhalte lesen und bieten passende Formate an. Großes Lob für diese mediendiverse und Barrieren abbauenden Entscheidungen!</p>
<p>Dennoch wollte ich aus Gründen der Tradition und der Vergleichbarkeit nur das ungekürzte, vom Parteitag abgesegnete Dokument betrachten, und zwar von allen sechs Fraktionen, die eine realistische Chance auf 5% bei der Bundestagswahl im Herbst haben. Und ich sage es gleich dazu: Ja, ich halte die AfD aus inhaltlichen Gründen für einen echten Schandfleck in dieser Reihe! Ich werde dennoch ihren demokratisch erarbeiteten Erfolg respektieren, während ich gleichzeitig auf anderen Kanälen ihre Inhalte und Protagonisten mit voller Verve rhetorisch bekämpfe!</p>
<hr />
<h3>CDU/CSU</h3>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/wahlprogramm-design-checkup-2017/e91878067f-1760525976/cdu.png"></figure>
<p><a href="https://www.cdu.de/system/tdf/media/dokumente/170703regierungsprogramm2017.pdf?file=1">Download als PDF</a></p>
<p>Merkel strengt sich nicht einmal mehr an, so geht das Mantra der vergangenen Tage. Und das „Regierungsprogramm“ bzw. <code>#fedidwgugl</code> getaufte Wahlprogramm der CDU/CSU ist eine direkte Entsprechung dieser Geisteshaltung. Es hat noch nicht einmal für  Doppelseiten gereicht. Das 76-seitige PDF kommt als DIN-A4-Einzelseiten-Textwüste daher, enthält nicht eine einzige Abbildung, dafür gelangweilte Standard-Formatvorlagen in der CDU-Hausschrift <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kievit">Kievit</a> (immerhin nicht Arial). Das PDF wurde mit Word 2000 erstellt, wahrscheinlich auf dem virenbefallenen Windows-XP-Rechner des GF-Sekretärs. (Der letzte Halbsatz ist allerdings spekulativ.)</p>
<p>In seiner formatvorlagigen Schlichtheit sind keine allzu groben Fehler erkennbar: Abstände, Größenverhältnisse und Lesbarkeit passen soweit. Einzig der linke Einzug der zahlreichen Bullet-Points ist zu groß, und der vertikale Abstand zur Seitenzahl zu klein. Das Titelbild ist blau hinterlegt, im angedeuteten neuen Corporate Design der CDU, aber sehr gemäßigt – immerhin ist die bayerische CSU ja irgendwie zu einem Sechzehntel an diesem Dokument beteiligt.</p>
<p><em>Note 4–</em></p>
<hr />
<h3>SPD</h3>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/wahlprogramm-design-checkup-2017/9e5ab2c54c-1760525976/spd.png"></figure>
<p><a href="https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Regierungsprogramm/SPD_Regierungsprogramm_BTW_2017_A5_RZ_WEB.pdf">Download als PDF</a></p>
<p>Die SPD hält auch nichts von Abbildungen im Innenteil Ihres optimistisch „Regierungsprogramm“ getauften Dokumentes, aber es ist etwas mehr Gestaltungswille vorhanden als bei der CDU. Die Sozen-Agentur nutzte InDesign CC 2017, wir erblicken Doppelseiten, und wir haben das rote Quadrat an verschiedenen Stellen: zum einen als Bullet-Points, zum anderen als neckisches Daumenkino rechts oben, wo es einen animierten Ladebalken oder Fortschrittsanzeiger mimt. Verstehste? Fortschritt! SPD! Da war mal was!</p>
<p>Warum die SPD nach Futura in den Neunzigern, <a href="http://www.lucasfonts.com/fonts/thesans/">TheSans</a> in den Nuller- und Zehnerjahren nun auf die Neutralität der <a href="https://www.linotype.com/de/1266/neue-helvetica-schriftfamilie.html">Neuen Helvetica</a> setzt (und zwar konsequent), ist nicht ganz klar ersichtlich. Eine ironische Hipsternutzung dieser Schrift kann es irgendwie nicht sein. Ich verstehe es nicht: Die Helvetica hat nichts Kämpferisches oder Progressives, sie ist einfach nur Standard. Eine schwache Botschaft des Herausforderers! Immerhin wird im Fließtext der Blick auf fettgedruckte Schlagwörter gelenkt, die das Lesen auflockern.</p>
<p><em>Note 3</em></p>
<hr />
<h3>FDP</h3>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/wahlprogramm-design-checkup-2017/f8512bf575-1760525976/fdp.png"></figure>
<p><a href="https://www.fdp.de/sites/default/files/uploads/2017/08/07/20170807-wahlprogramm-wp-2017-v16.pdf">Download als PDF</a></p>
<p>Die FDP sieht sich gemäß ihres Wahlkampf-Designs als progressive „Kursiv“-Partei. Da Ungeduld die Tugend der Stunde ist, haben sie scheinbar keine Zeit für eine mega-sorgfältige und ausgewogene Gestaltung investiert, sondern rotzen ihre Kernaussagen und Claims dahin, von der Ungeduld getrieben, in den Basis-Druckfarben Magenta, Cyan und Gelb.</p>
<p>So soll es vielleicht ein bisschen wirken. Das Programm der Lindner-Partei ist in dieser modernen Rumpeligkeit gesetzt, die man nur mit viel Coolness hinbekommt. Der Fließtext mit zu engem Zeilenabstand in der Scheißdrauf-Calibri, die Einschübe in einer zu fetten DIN-Schrift in kursiv, nicht mal für die Lizenz einer  feingeschliffenen <a href="https://www.fonts.com/de/font/linotype/din-next">DIN Next</a> hat es gereicht. Das Dokument ist mit 158 DIN-A5-Seiten alles andere als kurz, wird aber durch einige Diagramme aufgelockert. </p>
<p>Aber: Es sieht halt leider geil aus! Lässig und kraftvoll, ein kleiner Affront gegen das Beständige und – in diesem Falle – die reine typografische Lehre. Zu verlieren hat die FDP bekanntlich nichts. Mit ihrer Kampagne und diesem Wahlprogramm kann sie punkten!</p>
<p><em>Note 1</em></p>
<hr />
<h3>Die Linke</h3>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/wahlprogramm-design-checkup-2017/e994120e3d-1760525976/linke.png"></figure>
<p><a href="https://www.die-linke.de/fileadmin/download/wahlen2017/wahlprogramm2017/die_linke_wahlprogramm_2017.pdf">Download als PDF</a></p>
<p>Müssen Sozialisten immer soviel schreiben? Die Linke gewinnt mit 480.000 Zeichen das Rennen um das ausführlichste bzw. geschwätzigste Wahlprogramm. Das Layout ist seit 2009 übrigens unverändert: eine schmale <a href="https://www.myfonts.com/fonts/urw/corporate-s/">Corporate S</a> – ach, diese Ironie! – in zwei engen Spalten, alles etwas zu gedrungen gesetzt. Dennoch insgesamt gut lesbar dank DIN-A5-Doppelseiten mit Flattersatz und guter Struktur. Die Bullet Points sind nicht mit einem Einzug versehen, was sie besser in den Text integriert. Ungewöhnlich, aber für diese Art von Texten wohl sinnvoll. Bei der CDU sieht man, dass es andersrum doof aussieht.</p>
<p>Auch die Linke verzichtet auf Abbildungen jeglicher Art. Die Titelseite könnte auch ein Plakat sein. Keine Überraschungen von links, die Konzentration auf den Inhalt sei ihnen gegönnt. Und der Kontrast zur FDP ist dieses Jahr mehr als deutlich. Eine Besonderheit: Nach dem Index finden sich jede Menge Call-To-Actions: Spendenaufrufe, Beitrittsformulare, SEPA-Antrag usw. </p>
<p><em>Note 2–</em></p>
<hr />
<h3>Die Grünen</h3>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/wahlprogramm-design-checkup-2017/0e01fdc248-1760525976/gruene.png"></figure>
<p><a href="https://www.gruene.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/BUENDNIS_90_DIE_GRUENEN_Bundestagswahlprogramm_2017_barrierefrei.pdf">Download als PDF</a></p>
<p>Die Grünen haben das Layout ihres Parteiprogramms seit 2005 nicht mehr geändert. Das sind inzwischen zwölf Jahre! Lediglich die Schrift wird anscheinend immer wieder der aktuellen Kampagne angeglichen, so haben wir es mit der Mac-Systemschrift <a href="https://www.fontsquirrel.com/fonts/pt-sans">PT Sans</a> im Fließtext und dem Freefont <a href="https://www.fontsquirrel.com/fonts/arvo">Arvo</a> in den Headlines zu tun.</p>
<p>Das Doppelseitenlayout wird von allen Seiten eingerahmt: Themenheadlines, Striche, graue Kästchen, insgesamt wirkt das leider etwas unruhig und der eigentliche Text kann sich nicht souverän ausbreiten. Der Blocksatz und der Verzicht auf Bullet-Points führt zu bemerkenswert gleichartigen Seitenansichten, über sage und schreibe 248 abbildungslose DIN-A5-Seiten. Einzig die grau hinterlegten Zusammenfassungen lenken den Blick, sind aber mit zu geringem Innenabstand keine Augenweide. Die angeblich so progressive Partei bleibt vom Layout her in den späten Neunzigern stecken. Hier wäre mit der richtigen Agentur wesentlich mehr drin gewesen!</p>
<p><em>Note 3–</em></p>
<hr />
<h3>Die AfD</h3>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/wahlprogramm-design-checkup-2017/32a38350de-1760525976/afd.png"></figure>
<p><a href="https://www.afd.de/wp-content/uploads/sites/111/2017/06/2017-06-01_AfD-Bundestagswahlprogramm_Onlinefassung.pdf">Download als PDF</a></p>
<p>Die Wahl der fetten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Futura_(Schriftart)">Futura</a> als rumpeliger Hingucker für die AfD funktioniert stilistisch sehr gut, ist aber auch schrifthistorisch interessant. Einerseits klar: Futura = Zukunft, passt immer – war ja auch lange Zeit SPD-Hausschrift. Andererseits stammt die Futura aus dem Jahr 1927, und das finden die völkischen Spinner in den AfD-Reihen bestimmt ausgesprochen schicklich.</p>
<p>Die AfD hat sich für das ungewöhnliche Querformat entschieden, was das Durchblättern der gedruckten Fassung sperrig macht, aber auch einen selbstbewussten und hochglanzkatalogigen Touch hat. Die Powerpoint-Anmutung wird unter anderem auch durch die vollformatigen Thementrennerseiten verstärkt, die ich aber als Atempause ganz angenehm finde. Die Doppelspalten im Fließtextbereich sind dann wieder relativ standardisiert gestaltet: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Georgia_(Schriftart)">Georgia</a> als blutleere Brotschrift, etwas unsouveräner Umgang mit den vertikalen Abständen, aber im Großen und Ganzen okay. Ein typografischer Kardinalfehler hingegen: Die AfD benutzt sowohl eine Leerzeile zwischen den Absätzen, als auch einen Einzug am Anfang jedes Absatzes. Es ist aber nur eine der beiden Maßnahmen sinnvoll, nie beide zusammen! Die großzügigen Weißflächen um die Textblöcke herum erfüllen ihren Zweck, wären auf der Doppelseite spiegelbildlich angeordnet noch schöner, täuschen aber auch nur unzureichend darüber hinweg, dass das Programm mit 140.000 Zeichen nur ein Viertel des Umfangs einnimmt, den die Linke oder die Grünen zu bieten haben.</p>
<p><em>Note 2–</em></p>
<hr />
<h3>Bemerkung</h3>
<p>Auch wenn man die eine oder andere Tendenz zu erkennen glaubt – die Gestaltung der Wahlprogramme hat nichts mit der täglichen Arbeit der Parteien zu tun. Bitte wählt um Gottes Willen nicht auf Basis dieser kleinen scherzhaften Beurteilung!</p>
<p><em>Hinweis:</em> ich bin seit fast zehn Jahren Mitglied der Grünen und habe 2009 aus Lust und Laune das Wahlprogramm der Piraten gestaltet.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2017-08-19:d9eadf79d1b08b4ba071f7d387aee604</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2017-06-26T00:00:00Z</published>
		<updated>2017-06-26T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Nur noch E-Zulassungen ab 2030?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/infos-elektroauto-skeptiker" />
				<summary>Wenn es nach der Grünen Bundestagsfraktion und dem Bundesrat geht, wird es in Deutschland ab 2030 keine neuen Zulassungen für Verbrenner-Autos mehr geben.  Ist das überhaupt machbar oder bricht dann alles zusammen? Wie realistisch ist der Zeitplan? Ich gebe sachliche Antworten zu berechtigter Skepsis.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/infos-elektroauto-skeptiker/6830258f65-1760525975/ioniq.jpg"></figure>
<h3>1. Tankstellen haben nicht genug Platz für ladende E-Fahrzeuge.</h3>
<p>Wenn die jetzigen Tankstellen die einzigen Orte wären, an denen man Elektroautos aufladen kann,  wäre das korrekt. De facto lassen sich aber überall Ladesäulen aufstellen, wo elektrischer Strom verfügbar ist – insbesondere an Orten, wo das Fahrzeug sowieso einige Zeit steht (Tiefgarage, Supermarkt, Arbeitsplatz oder die eigene Garage).</p>
<h3>2. Lange Autobahnfahrten kosten viel Zeit.</h3>
<p>Das ist korrekt. Wer auf der Autobahn schneller als 120 km/h fährt, verbraucht deutlich mehr Energie und muss häufiger aufladen, was mehr Zeit kostet als man durch die schnelle Fahrweise gespart hat. Autobahnfahrten über 200 Kilometern dauern mit E-Autos merklich länger. Wir müssen uns als Gesellschaft allerdings die Frage stellen, ob stundenlanges Rasen bei 160 km/h der Maßstab aller Dinge ist. Sollte nicht eine sichere und entspannte Reisegeschwindigkeit mit ausreichend langen Pausen das Ziel sein, ganz unabhängig von der Frage nach der Antriebsart der Fahrzeuge?</p>
<h3>3. Die Rohstoffe für Batterien sind nicht unendlich verfügbar.</h3>
<p>Es stimmt, dass die heutigen Li-Ion-Akkus auf seltene Erden und Lithium angewiesen sind. Dies betrifft auch die Batterien von Smartphones und Laptops, welche einen weit größeren Anteil an der weltweiten Gesamtkapazität halten. Mit den enormen Innovationen, die aktuell in der Batterieforschung stattfinden, wird die aktuelle Technologie jedoch in absehbarer Zeit durch nachhaltigere Lösungen ersetzt.</p>
<p>Quellen:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.spektrum.de/news/der-akku-wird-neu-erfunden/1280637">Spektrum der Wissenschaft: „Zukunft der Batterie“</a>, April 2014</li>
<li><a href="https://news.utexas.edu/2017/02/28/goodenough-introduces-new-battery-technology">University of Texas: Glas-Batterie</a>, Februar 2017</li>
</ul>
<h3>4. Es gibt keinen Plan für die Altbatterien.</h3>
<p>Nicht richtig. Gebrauchte Fahrzeugbatterien mit nachlassender Kapazität können für Notstromaggregate, als Heimbatterie oder zum Ausgleich von Lastspitzen in Kraftwerken verwendet werden. Da erst seit 2010 Elektroautos in Serie hergestellt werden, ist diese „Second-Life“-Nutzung noch nicht in vollem Gange; Infrastruktur und Geschäftsmodelle sind aber vorbereitet.</p>
<p>Quellen:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.wiwo.de/technologie/green/tech/second-life-batterien-alte-akkus-bald-so-wichtig-wie-pumpspeicher/13554326.html">Diverse Projekte in der Wirtschaftswoche</a>, April 2016</li>
<li><a href="http://media.renault.com/global/en-gb/renaultgroup/Media/PressRelease.aspx?mediaid=92203">Pressemitteilung Renault</a>, Juni 2017</li>
</ul>
<h3>5. Die CO2-Bilanz von E-Autos ist nicht besser als bei Verbrennern.</h3>
<p>Kommt drauf an. Die Herstellung von großen Batterien erfordert tatsächlich viel elektrische Energie. Entscheidend ist der jeweilige Energiemix des Fertigungsstandorts. In Teslas Gigafactorys setzt man auf Solarstrom, andere Batterieproduktionen arbeiten noch mit Anteilen von Kohlestrom. Als Faustregel gilt: Wer sein Elektroauto mit 30-kWh-Akku größtenteils mit Ökostrom auflädt, fährt nach weniger als drei Jahren mit einem kleineren CO<sub>2</sub>-Fußabdruck als ein vergleichbarer Verbrennerfahrer. Öffentliche Ladesäulen werden übrigens sehr häufig mit erneuerbaren Energien betrieben.</p>
<p>Quellen: </p>
<ul>
<li><a href="http://www.ivl.se/download/18.5922281715bdaebede9559/1496046218976/C243+The+life+cycle+energy+consumption+and+CO2+emissions+from+lithium+ion+batteries+.pdf">Studie „The Life Cycle Energy Consumption and Greenhouse Gas Emissions from Lithium-Ion Batteries“</a>, Mai 2017</li>
<li><a href="http://www.popularmechanics.com/a27039">Interpretation bei Popular Mechanics</a></li>
<li><a href="http://electrify-bw.de/electrify-bw-der-podcast-14-der-co2-rucksack-eines-elektroautos/">Interpretation bei Electrify BW</a></li>
</ul>
<h3>6. Der Bedarf an Strom kann nicht zuverlässig gedeckt werden.</h3>
<p>Von heute auf morgen ist ein Ausbau der Kapazitäten tatsächlich nicht zu schaffen. Es bleiben jedoch noch einige Jahre, in denen der Anteil an E-Fahrzeugen Schritt für Schritt ansteigt. Die Stromnetze werden seit Jahren intelligenter und dezentraler. Der heimische Ladevorgang könnte automatisch zu einer Zeit stattfinden, wenn das Netz weniger belastet und der Strom billig ist. Autarke Stromversorgung vor Ort ergänzt sich prima mit Autobatterien zur Kapazitäts- und Lastverteilung.</p>
<p>Quellen:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.spektrum.de/kolumne/der-kollaps-bleibt-aus/1444719">Spektrum der Wissenschaft: „Der Kollaps bleibt aus“</a>, März 2017</li>
</ul>
<h3>7. Elektroautos sind teurer als Verbrenner.</h3>
<p>Das ist Stand 2017 natürlich richtig, wenn man nur den Anschaffungspreis betrachtet. Dieser entwickelt sich nach unten, wenn Batterien und elektrische Antriebsstränge in höheren Stückzahlen gefertigt werden, was seit einigen Jahren bereits geschieht. Die laufenden Fahrtkosten in Form von Strom und ggf. Batteriemiete hängen von sehr vielen Faktoren ab und müssen individuell betrachtet werden. Als grobe Faustregel zahlt man pro Kilometer etwa 50 % des Benzinpreis für den verbrauchten Strom. In Sachen Verschleiß und Wertverlust stehen Elektromobile sehr gut da. Eine echte Preisparität in Bezug auf die Total Cost Of Ownership wird – je nach Studie – für Anfang bis Mitte der Zwanziger Jahre erwartet.</p>
<p>Quellen:</p>
<ul>
<li><a href="http://t3n.de/news/elektroautos-akkus-80-prozent-guenstiger-784183/">t3n: „Batteriepreise seit 2010 um 80 Prozent gefallen“</a></li>
<li><a href="http://www.beuc.eu/publications/beuc-x-2016-121_low_carbon_cars_in_the_2020s-report.pdf">TCO-Studie von BEUC</a>, November 2016</li>
</ul>
<h2>Fazit</h2>
<p>Es gibt viel zu tun. Nicht alle Kritikpunkte von E-Auto-Skeptikern sind als „dämlich“ von der Hand zu weisen. Die Politik und die Wirtschaft sind nun gefragt, richtungsweisende Entscheidungen zu treffen und Innovationskultur zu fördern – Lippenbekenntnisse, wie sie die alteingesessene Autoindustrie fast täglich in die Welt posaunt, reichen alleine nicht aus!</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2017-06-26:68551c4090546332cddfe72df6192a92</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2017-06-10T00:00:00Z</published>
		<updated>2017-06-10T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Richtige Gedankenstriche mit HTML – so geht’s!</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/gedankenstriche-html" />
				<summary>Ein beliebtes Stilmittel für Autoren, Essayisten und Blogger ist der Gedankenstrich. Leser dieses Blogs, Word-Autokorrektur-Nichtausschalter und andere typografisch interessierte Personen wissen selbstverständlich, dass ein schnöder Trennstrich noch lange kein echter Gedankenstrich ist (Tipp: auf die Länge kommt es an). Doch es gibt noch mehr zu beachten, wenn man lesefreundlich mit diesem Sonderzeichen umgehen möchte.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Insbesondere stellt sich regelmäßig die Frage, wo der Gedankenstrich sich bei einem Zeilenumbruch eher zuhause fühlt: am Ende der oberen Zeile oder am Anfang der unteren Zeile? Diese Frage ist nicht komplett trivial zu beantworten, denn es gibt durchaus verschiedene Kontexte, in denen der Gedankenstrich verwendet wird:</p>
<ol>
<li>Der fragliche Gedankenstrich markiert den Beginn eines <strong>Einschubs,</strong> der einige Wörter später mit einem weiteren Gedankenstrich – hier haben wir ein treffliches Beispiel – wieder beendet wird, bevor der eigentliche Satz schließt. In diesem Falle wäre es schön, wenn beide Gedankenstriche sich ähnlich wie eine Klammer verhalten und jeweils am ersten und letzten Wort des Einschubs fixiert würden. Wir erreichen das in HTML natürlich über geschützte Leerzeichen, die mittels  <code>&amp;nbsp;</code> maskiert werden. Auch hier ist –<code>&amp;nbsp;</code>ohne jeden Zweifel<code>&amp;nbsp;</code>– ein Beispiel sinnvoll!</li>
<li>Die ähnliche, aber doch leicht anders gelagert Variante eines <strong>einzelnen Gedankenstrichs</strong> markiert eine Kunstpause und schließt den eigentlichen Satz meist grammatikalisch ab – um dann doch noch einen weiteren Gedanken an den Schluss zu hängen! In diesem Kontext wäre es schöner, wenn der Gedankenstrich gleichsam als Satzzeichen des ersten Teils fungierte und im Falle eines benötigten Zeilenumbruchs oben stünde. Dies verhindert, dass der Leser nach dem Zeilenwechsel überrascht ist vom plötzlichen Ende des ersten Satzteils. Somit setzen wir unser geschütztes Leerzeichen in diesem Falle <em>vor</em> den Gedankenstrich<code>&amp;nbsp;</code>– ganz nach Art des typografischen Hauses!</li>
</ol>
<p>Wer mag – und es nicht eh schon getan hat –, kann nun die Breite des Browserfensters kleiner und größer ziehen, um zu gucken, ob der van Aaken das auch alles richtig gemacht hat, denn natürlich ist auch das Setzen von geschützten Leerzeichen ein wichtiger Teil von Responsive Design: das Festlegen von Gestaltungsregel für eine unbekannte Bildschirmgröße! Ich kann nur hoffen, dass mich KirbyText die geschützen Leerzeichen auch wirklich machen lässt – sonst wäre das jammerschade!</p>
<p>Kleine Wiederholung: Mac-User setzen das geschützte Leerzeichen mit <code>alt</code> + <code>&lt;space&gt;</code>, Windows-User vertrauen auf <code>alt</code> + <code>0160</code>. Weitere Sonderzeichen gibt’s in meinem <a href="http://webtypobuch.de/lesen/Kapitel-3/Kapitel-3-2">Buch</a>.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2017-06-10:1318f67d83c8b45a32e2daf6ece99c14</id>
	</entry>

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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2017-04-17T00:00:00Z</published>
		<updated>2017-04-17T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Ladesysteme im Überblick</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/ladesysteme" />
				<summary>Ergänzend zu meinem 2016er Artikel über die Stecker- und Stromsituation bei Elektroautos habe ich nun eine kompakte Grafik gebastelt, die das ganze noch ein wenig  besser verdeutlicht:</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/ladesysteme/6ca7ba5c0d-1760525973/ladesysteme-v3.png"></figure>
<p>Diese Grafik darf gerne geteilt, verlinkt, verändert und kommerziell verwendet werden, sie steht unter einer entsprechenden CC-Lizenz.</p>
<p><a href="https://praegnanz.de/weblog/strom-und-stecker-im-ueberblick">Hier der etwas &auml;ltere Artikel mit Prosa</a></p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2017-04-17:7b9d6dbb3b8a6614e96eb66854f82100</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2017-04-10T00:00:00Z</published>
		<updated>2017-04-10T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Und irgendwo er …</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/und-irgendwo-er" />
				<summary>… lachend, in einem weiß getünchten Loft, die fernen Finger zärtlich auf dem Deck, das Gesicht von Tränen der Erleichterung überströmt.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/und-irgendwo-er/2c63bec06d-1760525970/bildschirmfoto-2017-04-10-um-13.38.56.png"></figure> 
		]]></content>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2017-04-03T00:00:00Z</published>
		<updated>2017-04-03T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Beyond 1280</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/beyond-1280" />
				<summary>Bei all dem Affentanz, der in den letzten fünf Jahren um das Mobile-First-Konzept betrieben wurde, blieb leider ein scheinbar exotisches Nutzungszenario auf der Strecke: Der gute alte große Bildschirm. Ein paar Ideen, wie man diesen sinnvoll bespielen könnte, möchte ich euch selbstverständlich nicht vorenthalten.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Wer Websites ganz oder teilweise im Browser entwirft und entwickelt, hat sich üblicherweise ein individuelles Bildschirm-Setup zurechtgelegt: Browser rechts – Texteditor links, Browser am Laptop – IDE auf dem großen stationären Monitor, oder etwas ganz anderes. Und auch außerhalb der Webdev-Szene kenne ich kaum jemanden, der seinen Browser auf eine Breite von mehr als 1440 (logischen) Pixeln zieht. Es gibt in aller Regel ja nicht viel Spannendes zu sehen an den Rändern links und rechts, wie beispielsweise <em>Spiegel Online</em> beweist:</p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/beyond-1280/38aa783784-1760525970/spiegel.png"></figure>
<p>Wäre es nicht sinnvoller, das Missverhältnis von Layoutbreite und Bildschirmbreite ein bisschen besser zu kaschieren, indem man zumindest erstere zentriert darstellt? Das machen die meisten anderen Kandidaten. Mal etwas lustlos, wie die <em>BUNTE,</em> welche zusätzlich den dunklen Headerbalken einfach über die komplette Breite zieht:</p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/beyond-1280/dabad5aa0d-1760525966/bunte.png"></figure>
<p>Oder etwas inspirierter, wie bei <em>The Verge</em> oder <em>A List Apart,</em> wo man mit interessanten Mustern oder typografischen Elementen versucht, den Weißraum außerhalb der Textspalte spannender zu inszenieren:</p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/beyond-1280/a2e1874b14-1760525970/verge.png"></figure>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/beyond-1280/f634834308-1760525966/alistapart.png"></figure>
<p>Man kann natürlich auch krass drauf sein, und das gesamte Layout mitsamt aller Schriftgrade gnadenlos proportional skalieren, bis man sich beim Augenoptiker wähnt. Aber wer macht sowas schon?</p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/beyond-1280/1f5aff847f-1760525970/praegnanzv7.png"></figure>
<p>Fakt ist, dass niemand bei klarem Verstand auf die Idee kommt, die tatsächlichen Textspalten breiter als ca. 100 Anschläge zu gestalten, denn dann wäre die Lesbarkeit dahin. Insbesondere bei Publikationen, die sehr textlastig sind und bei denen Lesbarkeit an vorderster Stelle … Ach komm, wem mache ich hier was vor?</p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/beyond-1280/c292d6b260-1760525970/wikipedia.png"></figure>
<p>Wer hingegen ausschließlich Inhalte in Bildform zu bieten hat, kann gerne einmal mit der vollen Breite experimentieren, wie beispielsweise Fotografen:</p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/beyond-1280/bd765957d3-1760525970/creativelight.png"></figure>
<p>Bei <em>User Generated Content</em> (ist dieses Wort arg 2004?) kommt es darauf an, ob man es den Minipublizisten selber überlassen möchte, wie Ihre Inhalte dargestellt werden sollten. Das aufgrund seiner guten Typografie weltbekannte Medium <em>Medium</em> macht das so. Normalerweise spielt der breite Bildschirm hier keine wichtige Rolle:</p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/beyond-1280/048613f46f-1760525969/medium1.png"></figure>
<p>Aber gnade uns Gott, wenn ein Autor ein redaktionelles Bild im Text mit voller Breite einstellt:</p>
<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/beyond-1280/83f44afa42-1760525970/medium2.png"></figure>
<p>Ihr seht – es gibt verschiedene Techniken, um mit dem Problem umzugehen, dass Kunden und Nutzer eben nicht nur <em>kleinere</em> Bildschirme einsetzen als wir bei der Entwicklung von Websites, sondern eben auch immer <em>größere</em> Exemplare. Letztere werden natürlich – wie alle Gadgets dieser Welt – immer billiger und immer größer, aber die unbedarften Gelegenheitsnutzer verändern ihr gelerntes Verhalten nicht analog dazu. Kaum ein Windows-Anwender nutzt die Möglichkeit, das Browserfenster auf eine vernünftige Dimension zu konfigurieren. Wie alle anderen Programme läuft der Browser selbstverständlich immer im Vollbild, weil das zu 1280px-Zeiten so üblich war und auch gerade noch knapp Sinn ergeben hat.  Im Laufe der Jahrzehnte, angefangen von 640&times;480 über 800&times;600 und 1024&times;768 bis hin zu den 13-Zoll-Laptop-Größen wie 1280px und 1440px hat niemals jemand „Stopp“ gerufen und den irrationalen Vollbildwahn verhindert!</p>
<p>Da wir Webdesigner uns aber immer an der tatsächlich Realität orientieren müssen, ist es geboten, auch diese unerfahrenen Falschbenutzer (jaja, ich weiß!) mitzunehmen und ihnen ein Angebot zu machen, welches sie zumindest im Ansatz zufrieden stellt. Denkt euch etwas nettes für den Hintergrund aus, fügt noch eine Schriftgrad-Stufe mehr ein, experimentiert eventuell ein wenig mit Textspalten (Vorsicht – nicht in die diversen Scrolling-Fallen tappen!)</p>
<p>Habt ein Herz für unsere Breitschirmfreunde – auch wir müssten da bei dem einen oder anderen Kundenprojekt nochmal kritischer ran, das ist sicher.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2017-04-03:1868ec4940c2aec1573dcd72c3ed491b</id>
	</entry>

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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2017-02-20T00:00:00Z</published>
		<updated>2017-02-20T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">praegnanz.de v7 – Kirby Edition</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/praegnanz-de-v7-kirby-edition" />
				<summary>Es ist eine alte Erkenntnis: Im Web und auch im Leben läuft alles in Wellen ab. Mal wird auf-, dann wieder abgerüstet, je nach Trend und persönlicher Situation. Für praegnanz.de heißt es nun gerade einmal wieder zurück zu den Wurzeln – mit einer klaren Fokussierung auf die Blogartikel und Kommentare. Hier sind einige Aspekte, die mir beim 2017er-Relauch wichtig waren.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<figure><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/praegnanz-de-v7-kirby-edition/275d5318eb-1760608440/v7-screen.png"></figure>
<p><strong>(Edit Okt 2025:</strong> <a href="https://v7.praegnanz.de">Website im v7-Look im Archiv aufrufen</a>)</p>
<h3>vertraute Designelemente</h3>
<p>Blogs brauchen keine Logos, aber ein (im weitesten Sinne) Designblog braucht zumindest eine deutliche Wiedererkennung, insbesondere wenn man da Wort Prägnanz im Namen trägt. Also führt kein Weg an der Nutzung des <strong>klassischen Grün</strong> vorbei: <code>#009900</code>ist mir zwar eigentlich etwas zu Dunkel und schwer geraten, aber jetzt geht’s auch nicht mehr anders. </p>
<p>Ebenso dabei: Der <strong>Schrägstrich,</strong> welcher Headline und Rubrik miteinander verbindet (diesmal in Form eines <a href="https://css-tricks.com/creating-non-rectangular-headers/">Non-Rectangular Headers</a>), aber auch als Markierung von Zwischenüberschriften. Ich mag diese Anwendung des Schrägstriches. Wer mit mir bereits per Mail kommuniziert hat, kennt ihn auch von meiner Signatur:</p>
<p><em>Viele Grüße,</em><br />
<em>/Gerrit</em></p>
<h3>neue Schrift</h3>
<p>Zur hier verwendeten <strong><a href="https://www.fontshop.com/families/ff-tisa">FF Tisa</a></strong> gibt’s eine kleine Geschichte zu erzählen. Als ich Ende 2012 das <a href="http://webtypobuch.de">#webtypobuch</a> geschrieben habe, war sie natürlich auch in der Liste der modernen Webfont-Klassiker vertreten. Aus reiner Schusseligkeit hat der Abschnitt mit dem Tisa-Miniportrait aber leider den Weg vom Manuskript in die Layout-Datei nicht mehr geschafft, und ich habe es zu spät gemerkt. Die Manuskript-Datei ist inzwischen irgendwie auch verschwunden, sonst hätte ich sie hier gerne zitiert :-(</p>
<p>Auf jeden Fall wollte ich schon sehr lange mit Tisa arbeiten, da sie so wahnsinnig freundlich-kraftvoll-warmherzig ist und sowohl in Headlines als auch im Fließtext fantastisch aussieht! Außerdem überträgt sie perfekt die Qualitäten der Georgia – die wahrhaft klassische praegnanz.de-Schrift – ins hochaufgelöste Webfont-Zeitalter.</p>
<h3>Teaser auf der Übersichtsseite</h3>
<p>Früher waren Blogs ja lediglich kurze Notizen über kleine Entdeckungen im World Wide Web, knapp kommentierte Linklisten, <em>Web-Log-Bücher</em> eben. Da diese Aufgabe längst von Twitter übernommen wurde, finden sich auf den meisten Blogs nurmehr längere Beiträge. Und von daher ist es selbstverständlich nicht mehr zeitgemäß, auf der Artikel-Übersichtsseite  die einzelnen Artikel in voller Länge darzustellen, wie es bisher auf praegnanz.de der Fall war. Es ist 2017, und ich habe mir für ein Teasermodell entschieden! Die älteren Beiträge werden dabei automatisch gekürzt, aber bei den neuen Beträgen setze ich die Grenze selber.</p>
<h3>neues CMS</h3>
<p>Ja, es ist wahr: <a href="http://textpattern.com">Textpattern</a> ist nun auch an dieser Stelle offiziell Geschichte. Nach mehr als 13 Jahren der erfolgreichen und stressfreien Zusammenarbeit trennen sich unsere Wege. Das neue System musste selbstverständlich <strong><a href="http://getkirby.com">Kirby</a></strong> sein, auch wenn ich damit ein bisschen was riskiere. Wie viele wissen, ist Kirby ein dateibasiertes CMS ohne Datenbank, und damit relativ unorthodox; es ist daher noch nicht so richtig gut erprobt, wie sich das System mit über 2.000 Artikeln und fast 22.000 Kommentaren schlägt. Aber ich bin ja von guten Leuten umgeben: Freund des Hauses <a href="https://bastianallgeier.com">Bastian Allgeier</a> ist Erfinder und Hauptentwickler des Systems, und das <a href="https://github.com/Addpixel/KirbyComments">Kommentar-Plugin</a> kommt von unserem Würzburger Mitstreiter <a href="https://addpixel.net">Florian Pircher</a>. Falls also Dinge schief gehen, weiß ich, was zu tun ist.</p>
<h3>Pflege &amp; Deployment</h3>
<p>Selbstverständlich habe ich darüber nachgedacht, wie ich mit dem Erstellen von neuen Inhalten und dem Anpassen des Stylings verfahren soll. Da bei Kirby sowohl die Inhalte als auch die Templates und die Konfiguration im Filesystem enthalten sind, bietet es sich an, alles komplett über git versionszuverwalten und einen wie auch immer gearteten <strong>Workflow für das Deployment</strong> aufzusetzen. Immerhin habe selbst ich eine gewisse Nerdehre zu retten! Dabei habe ich bisher leider noch keine perfekte Lösung gefunden:</p>
<ul>
<li>Unser selbstbetriebener Gitlab-Server ist schon gestresst genug und muss nicht noch mit 120 MB Binärdaten in Form von Bilddateien belastet werden.</li>
<li>Der cloudbasierte <a href="https://gitlab.com">Gitlab.com</a>-Server bietet zwar auch private Repos an, aber die dort frei verfügbaren Runner ließen sich nicht zu einem FTP-Sync auf meinem Shared Hosting bewegen.</li>
<li>Ein <a href="https://getkirby.com/docs/cookbook/dropbox">Dropbox-Workflow</a> mittels <a href="http://uberspace.de">Uberspace</a>-Hosting hätte grundsätzlich funktioniert, aber leider macht der Linux-Filewatcher standardmäßig bei 10.000 Dateien Schluss, und ich habe über 50.000 Einzeldateien im Projekt.</li>
<li>Ein echter virtueller Server kommt für mich als Admin-Laien nicht in Frage.</li>
</ul>
<p>Ich bin von daher für jegliche Vorschläge offen, wie ich meine Website cool und stressfrei pflegen, deployen und versionskontrollieren kann.</p>
<h3>To-Do</h3>
<p>Es fehlen noch ein paar Kleinigkeiten, insbesondere eine <strong>Volltextsuche</strong>, die ich wahrscheinlich über Google Custom Search abwickeln werde, sowie eine manuell gepflegte Liste mit <strong>Top-Artikeln</strong>, die in der linken Spalte platziert wird, auf eine Weise, die ich mir noch ausdenken muss. Und natürlich sind noch lange nicht alle <strong>Browser und Bildschirmgrößen</strong> hinreichend getestet. Hier bin ich natürlich auf eure Hilfe angewiesen mit sachdienlichen Hinweisen.</p>
<p>Ich hoffe, euch gefällt die Grundidee der neuen praegnanz.de-Seite! Ich für meinen Teil habe mich noch nicht satt gesehen und liebe das Schriftbild der Tisa heiß und innig. War ’ne gute Entscheidung!</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2017-02-20:b7d5eab052af3014eac435ae1844db8d</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2017-02-16T00:00:00Z</published>
		<updated>2017-02-16T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Sechzehneinhalb Jahre</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/sechzehneinhalb-jahre" />
				<summary>Die Geschichte dieses Weblogs beginnt, irgendwie, Mitte Juni 2000, als ich das Gefühl hatte, ich könnte meinen Alltag als Designstudent und ein paar lockere Beobachtungen über aktuelles Webdesign auf einer Website festhalten – aufgeteilt in einzelne Artikel, die mit einem Datum versehen sind. Dass dieses Konzept „Weblog“ genannt wird und einige Jahre später das ganz heiße Ding wurde, ahnte natürlich niemand, ich am wenigsten.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Als Name diente der Einfachheit halber der Name meines alten Popmusik-Projektes: „Base-Box“, da hatte ich die Domain schon, und mit Dreamweaver konnte ich auch gar prächtige Designs zaubern.</p>
<figure><img alt="Screenshot Base-Box 1.0" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/sechzehneinhalb-jahre/8418798bda-1760525957/base-box-1-0.png"></figure>
<p>Von der zweiten Vorabversion dieses Weblogs ist nicht sonderlich viel an grafischem Material übrig geblieben. Es muss der 3. September 2003 gewesen sein, und als Software setzte ich von Anfang an (vielleicht aber auch erst im späteren Verlauf) Blogger.com ein. Natürlich mit selbsterstellten Vorlagen und dynamischen Template-Variablen! Hier auch bereits schön zu erkennen: mein Einheitsgrün (#090), von dem ich seither nicht mehr losgekommen bin.</p>
<figure><img alt="Screenshot Base-Box 2.0" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/sechzehneinhalb-jahre/0c0f8d29ac-1760525957/base-box-2-0.png"></figure>
<h3>praegnanz.de v1</h3>
<p>Ende April oder Anfang Mai 2004 (Die <a href="https://web.archive.org/">Wayback Machine</a> lässt keine eindeutigen Rückschlüsse zu), startete dann endlich das <em>richtige</em> Weblog mit einer vernünftigen Blogsoftware. Also nicht etwa WordPress, das kannte man damals kaum, sondern natürlich das viel coolere <a href="http://textpattern.com">Textpattern</a>, das bis zum gestrigen Tage diese Seite zuverlässig ausgeliefert hat. Das Design im zeitgenössischen Dreispalter, reduziert und bereits mit erstem Wiedererkennungswert in Form der Farbe und des Logos. Der Markentransfer von Base-Box zu praegnanz.de war geschafft.</p>
<figure><img alt="Screenshot von praegnanz.de v1" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/sechzehneinhalb-jahre/80629c6452-1760525961/praegnanz-1-0.png"></figure>
<h3>praegnanz.de v2 (Die Gras-Edition)</h3>
<p>Das Gras war Kult – mein erstes Textpattern-Redesign, und vermutlich auch das Design, mit dem die meisten meiner alteingesessenen Leser erstmals auf meine Fachartikel aufmerksam geworden sind. Ich mag es bis heute, auch wenn alles natürlich brutal zeitgeistig und bis auf den Monat genau dem August 2004 zugewiesen werden kann, wenn man sich ein bisschen in der Webdesign-Historie auskennt: <a href="https://alistapart.com/article/slidingdoors">CSS-Sliding-Doors</a>, Flickr-Fotostream und Pixel-Icons von <a href="https://www.qxm.de/">Michael Preidel</a>. Später habe ich ein WordPress-Theme mit diesem Design angeboten, das bis heute bei einigen Fußball- und Golfclubs in Verwendung ist.</p>
<figure><img alt="Screenshot von praegnanz.de v2" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/sechzehneinhalb-jahre/13d5ad5ab8-1760525961/praegnanz-2-0.jpg"></figure>
<h3>praegnanz.de v2.5 (die Unveröffentlichte)</h3>
<p>Nicht immer gelingt alles, und manche Entwürfe versanden auch komplett. Zum Glück habe ich dieses nette Mockup aber auf Flickr dokumentiert und bin neulich eher zufällig darauf gestoßen. Ich habe offenbar Weihnachten 2004 bis Ende Januar 2005 sporadisch dran gebaut, doch es ist kein echtes Template draus geworden:</p>
<figure><img alt="Screenshot von praegnanz.de v2.5" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/sechzehneinhalb-jahre/71bbbe1ec1-1760525962/praegnanz-2-5.png"></figure>
<h3>praegnanz.de v3 (die Akkordeon-Hölle)</h3>
<p>Regelrecht visionär ging es im April 2006 weiter. Da veröffentlichte ich ein Design, was heute unter Mobile-First-Gesichtspunkten total abräumen würde, doch tatsächlich gab es damals einen sehr kurzen Trend zu Einspaltern mit furchterregend großen Headlines, den ich natürlich nicht verpassen durfte. Die gesamten Meta-Informationen nur zum Aufklappen anzubieten hatte auch etwas sehr mobilehaftiges, wobei das iPhone ja erst ein Jahr später vorgestellt wurde.</p>
<figure><img alt="Screenshot von praegnanz.de v3" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/sechzehneinhalb-jahre/3541515775-1760525961/praegnanz-3-0.png"></figure>
<h3>praegnanz.de v4 (Windows-8-Edition)</h3>
<p>Wie war das mit dem Metro-Design? Wer hat’s erfunden? Nun, sicher war ich nicht der erste, der mit quadratischen Kacheln versucht hat, ein Webdesign aufzubauen, aber ich war sicher einer der ersten, die verstanden haben, dass das im Grunde nicht funktioniert. Noch heute sehe ich viele Designagenturen damit bemüht, mehr schlecht als recht die konzeptionellen Schwierigkeiten zu bewältigen, die diese Layoutidee mit sich bringt. Bei mir hat es nur anderthalb Jahre gedauert (7. März 2008 bis Mitte 2009), bis diese Phase vorüber war. Besonders gut gefallen hat mir dieses Design tatsächlich nie, auch wenn es – ganz ohne Mediaqueries – bereits so etwas wie responsiv gewesen ist.</p>
<ul>
<li><a href="/weblog/release-early-praegnanzde-30">Blogartikel zum Relaunch</a></li>
</ul>
<figure><img alt="Screenshot von praegnanz.de v4" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/sechzehneinhalb-jahre/b24691fe9d-1760525962/praegnanz-4-0-neu.png"></figure>
<h3>praegnanz.de v4.5 (die Unveröffentlichte II)</h3>
<p>Hierzu gibt es nicht viel zu sagen. Der Versuch, der unpraktischen Kachelseite ein 08/15-Design hinterherzuschieben, ist zum Glück genau dabei geblieben – bei einem Versuch. Dennoch weise ich darauf hin, dass Serifenschrift, Schwarzweiß-Fotos und #090-Grün einfach dazu gehören, wenn praegnanz.de drauf stehen soll!</p>
<figure><img alt="Screenshot von praegnanz.de v4.5" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/sechzehneinhalb-jahre/767d555004-1760525962/praegnanz-4-5.png"></figure>
<h3>praegnanz.de v5</h3>
<p>Nach zwei Jahren Selbstständigkeit war es am 27. Juli 2009 nun Zeit für eine Professionalisierung. Im Zentrum für die Layout-Idee war natürlich die geschickte Integration des Logo-Schriftzugs mit der Navigation. Die beiden Elemente werden eins, und diese Idee prägte auch die beiden noch folgenden Redesigns. Im Grunde stimmt hier alles: Wiedererkennbarkeit, Übersichtlichkeit, Blogcharakter. Es fehlt halt das letzte bisschen Prägnanz, sprich: ein aufsehenerregendes Designelement wie das Gras oder die Kacheln. Vielleicht ein bisschen zu glatt, aber hat immerhin über drei Jahre gehalten!</p>
<ul>
<li><a href="/weblog/boxenstopp">Blogartikel zum Relaunch</a></li>
</ul>
<figure><img alt="Screenshot von praegnanz.de v5" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/sechzehneinhalb-jahre/6406f00aab-1760525962/praegnanz-5-0.png"></figure>
<h3>pragnanz.de v6 (GbR-Edition)</h3>
<p>Aus eins mach zwei! Da <em>praegnanz.de</em> vier Jahre lang gleichzeitig mein Weblog und auch eine Zwei-Mann-Agentur gewesen ist, musste im August 2012 eine neue Website her, die das auch widerspiegelt. Gemeinsam mit Philip saß ich also viele Stunden im Büro und am Esstisch, damit die beiden Gesellschafter etwas vernünftiges zaubern konnten. Das bis gestern aktuelle Design wurde leider relativ stiefmütterlich behandelt, da es nur sehr wenig frischen Inhalt gab in den letzten Jahren. Traurig! Doch dafür kann das Design nichts. Es war responsiv (wenn auch nicht sehr hübsch, und außerdem nachträglich hinzugefügt), erneut eindeutig als praegnanz.de zu identifieren, und brachte zum ersten Mal echte Webfonts mit ins Spiel: <a href="https://typekit.com/fonts/adelle">Adelle</a> für die Headlines und <a href="https://typekit.com/fonts/jaf-facit">FacitWeb</a> für den Fließtext. Da soll mal einer sagen! Und Textpattern läuft und läuft und läuft …</p>
<ul>
<li><a href="/weblog/die-neue-praegnanzde-website">Blogartikel zum Relaunch</a></li>
</ul>
<figure><img alt="Screenshot von praegnanz.de v6" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2017/sechzehneinhalb-jahre/c9a08a1d23-1760525962/praegnanz-6-0.png"></figure>
<h3>Abrundung</h3>
<p>Sechzehneinhalb Jahre ins Internet schreiben – rund die Hälfte davon voller Gewissensbisse, dass man mal wieder bloggen müsste. Aber das gehört ja irgendwie dazu, sonst gäbe es Aktionen wie den <a href="http://ironblogger.de/">Iron Blogger</a> nicht. Ich werde in den nächsten Tagen noch ein paar Worte zum aktuellen Design und vor allem der aktuellen Technik verlieren – das dürfte für einige interessant werden. Ich für meinen Teil bin froh, dass ich hier alles unter einem Hut und meine Webtexte seit dem Jahr 2000 unter meiner eigenen Kontrolle habe. Mal sehen, wie es weitergeht – an Ideen mangelt es nicht, aber – oh Wunder! – an Zeit. Ihr kennt das.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2017-02-16:f4678d7455f153dac06f63865401f7e0</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2016-11-11T00:00:00Z</published>
		<updated>2016-11-11T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">BEM für Späteinsteiger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/bem-fuer-spaeteinsteiger" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Es gibt bei uns eine gewisse Tradition, sich erst recht spät mit dem ganzen heißen Scheiß aus der WebDev-Hipster-Toolchain zu beschäftigen. Nachdem ich 2013 den staunenden Kollegen im <a href="http://workingdraft.de/149/">Working-Draft-Podcast</a> noch berichtete, dass wir außer jQuery quasi keine nennenswerten Frontend-Tools oder -Techniken verwenden, gab es in den letzten drei Jahren schon noch die eine oder andere Aufrüstungsmaßnahme in unserem Workflow. Aber es ist uns eben wichtig, nicht zuviel Energie in Lösungen zu stecken, die sich mittelfristig als Sackgasse erweisen. Gut abgehangene Technik schlägt jeden Hype.</p>
<p>Im Falle von <span class="caps">BEM</span> war es insbesondere die unfassbar schlechte Didaktik, mit der das System allerorts beworben wurde. Ich konnte schlicht keinen vernünftigen Fachartikel finden, der mich wirklich von den Vorzügen überzeugen konnte. Mit den nachfolgenden Zeilen kann ich diesen Zustand hoffentlich ein wenig verbessern!</p>
<h3>Kurzer Hinweis</h3>
<p>Ich werde hier aus Gründen auf die Bezeichnung „Element“ verzichten, wenn damit die nackten <span class="caps">HTML</span>-Strukturelemente wie <code>&lt;h1&gt;Headline&lt;/h1&gt;</code> oder <code>&lt;img src=&quot;&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;</code> gemeint sind. Ich nenne sie stattdessen Bausteine, um sie von den <em><span class="caps">BEM</span></em>-Elementen zu unterscheiden.</p>
<h3>Das Problem</h3>
<p><span class="caps">CSS</span> ist zwar auf den ersten Blick kein sonderlich komplexes Styling-System, doch der Schein trügt: Jeder, der ein Projekt mit mehr als 2000 Zeilen <span class="caps">CSS</span>-Code gebaut hat oder gar vererbt bekommt, hat sich sicherlich schon darüber geärgert, dass es in <span class="caps">CSS</span> keine eingebaute, verpflichtende Systematik oder Architektur gibt, mit der sich große Projekte mit vielen unterschiedlichen, aber natürlich visuell verwandten Elementen besser organisieren lässt. Das einzige, was man sich üblicherweise zu Nutze macht, sind:</p>
<ul>
<li>
<span class="caps">HTML</span>: semantische, aber kurze Klassennamen, die irgendwie trotzdem das Styling erahnen lassen</li>
<li>
<span class="caps">HTML</span>: multiple Klassen für unterschiedliche Stylings, die aus unterschiedlichen Kontexten <em>geerbt</em> werden können</li>
<li>
<span class="caps">CSS</span>: lockere Gruppierung von <em>irgendwie</em> zusammengehörigen Selektoren</li>
<li>
<span class="caps">CSS</span>: grobe Reihenfolge der Selektoren von allgemein zu speziell, von außen nach innen, und von oben nach unten</li>
<li>
<span class="caps">CSS</span>: verschachtelte Selektoren mit zunehmender Spezifität – durch übersichtliche Einrückung in Präprozessoren verführerisch einfach!</li>
</ul>
<p>Dies sind alles keine grundsätzlich schlechten Ideen, und die Fähigkeiten von <span class="caps">CSS</span> ermutigen uns ja auch, Dinge wie die Kaskade, die Hierarchie und die Spezifität auszunutzen. Jedoch stoßen viele der einstigen best practices schlichtweg an ihre Grenzen, wenn es um mehr gehen soll als nur das neue Blogdesign oder den One-Pager für den Friseurladen nebenan. Ganz speziell sind es drei Dinge, die auch mir als wirklich erfahrenen <span class="caps">CSS</span>-Artisten immer wieder Schwierigkeiten bereiten:</p>
<ol>
<li>Konsistentes Namenskonzept für Klassen</li>
<li>Wiederverwendbarkeit von Styling-Regeln (in funktionierend)</li>
<li>Überschreiben von Selektoren mit bereits zu starker Spezifität</li>
</ol>
<p>Und genau bei diesen drei Dingen kann <span class="caps">BEM</span> uns behilflich sein. Es lohnt sich also, dranzubleiben!</p>
<h3>Die Grundprinzipien</h3>
<p><span class="caps">BEM</span> ist eine freiwillige Konvention und eine Systematik, wie man Klassen in <span class="caps">HTML</span> vergibt und diese in <span class="caps">CSS</span> nutzt. Es ist eine Empfehlung und ein Vorschlag, aber kein festes Framework. Man könnte zwar theoretisch Software schreiben, die <span class="caps">BEM</span> irgendwie automatisch generiert, aber das ist alles Quatsch – wir nutzen <span class="caps">BEM</span> einfach als eine Möglichkeit, unseren <span class="caps">CSS</span>-Code gut zu organisieren, damit wir uns nicht mehr so oft an den Kopf greifen müssen.</p>
<p>Mit <span class="caps">BEM</span> vereinheitlichen und vereinfachen wir die Prinzipien von <span class="caps">CSS</span> noch stärker, so dass man von einer wirklich minimalistischen Struktur sprechen kann. Es wird auf so vieles verzichtet!</p>
<ul>
<li>Alle(!) <span class="caps">CSS</span>-Selektoren bestehen aus lediglich je einer Klasse</li>
<li>Es gibt keine id-Selektoren (<code>#header {}</code>) und auch keine Baustein-Selektoren (<code>h2 {}</code>)</li>
<li>Verschachtelungen jeglicher Art sind ebenfalls nicht erlaubt</li>
<li>Selbstredend ist auch <code>!important</code> kein Thema</li>
</ul>
<p>Somit besitzt jeder Selektor die gleiche Spezifität und es entscheidet nunmehr ausschließlich die Reihenfolge im Quelltext, welche Regel greift. Peace of mind – die Spezifitätskriege sind vorbei!</p>
<p>Gleichzeitig hat dies aber zur Folge, dass jeder Baustein, welchen ich gezielt stylen möchte (also wirklich <em>jeder!</em>), mindestens eine Klasse erhalten muss, selbst wenn es sich um ein blödes <code>a</code> innerhalb eines <code>li</code> einer Navigation handelt. Das ist ganz schön hart! Es bläht den <span class="caps">HTML</span>-Code auf, macht ihn weniger gut lesbar und nimmt dem <span class="caps">CSS</span>-Code scheinbar seine Eleganz. Früher hätten wir beispielsweise so etwas geschrieben:</p>
<pre><code>&lt;ul class="navi"&gt;
    &lt;li&gt;&lt;a href="ueberuns.html"&gt;Über uns&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
    &lt;li&gt;&lt;a href="vision.html"&gt;Vision&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
    &lt;li class="active"&gt;&lt;a href="kontakt.html"&gt;Kontakt&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

ul.navi a {
    color: #090;
    text-decoration: none;
}

ul.navi .active &gt; a {
    color: #000;
}</code></pre>
<p>Mit <span class="caps">BEM</span> sieht das im Vergleich erstmal schlimm aus:</p>
<pre><code>&lt;ul class="navi"&gt;
    &lt;li class="navi__item"&gt;
        &lt;a class="navi__link" href="ueberuns.html"&gt;Über uns&lt;/a&gt;
    &lt;/li&gt;
    &lt;li class="navi__item"&gt;
        &lt;a class="navi__link"  href="vision.html"&gt;Vision&lt;/a&gt;
    &lt;/li&gt;
    &lt;li class="navi__item navi__item--active"&gt;
        &lt;a class="navi__link navi__link--active" href="kontakt.html"&gt;Kontakt&lt;/a&gt;
    &lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

.navi__link {
    color: #090;
    text-decoration: none;
}

.navi__link--active {
    color: #000;
}</code></pre>
<p>Was stört uns intuitiv daran? Ich vermute, es ist zum einen die schiere Menge an langen, redundanten Klassen, und zum anderen die Klassennamen, die die Hierarchie des <span class="caps">HTML</span>-Konstruktes noch einmal doppeln. Warum nutzen wir nicht einfach die bereits vorhandene <span class="caps">HTML</span>-Hierarchie (<code>ul</code> als Container von <code>li</code> sowie <code>li</code> als Container von <code>a</code>) und machen damit sowohl das <span class="caps">HTML</span> als auch das <span class="caps">CSS</span> kürzer und eleganter?</p>
<p>Weil wir uns mit dieser „physischen“ Hierarchie jede Menge Ärger einhandeln, der am Anfang noch nicht als Ärger erkennbar ist, aber ab einer gewissen Projektgröße das Potenzial hat, den <span class="caps">CSS</span>-Code quasi unpflegbar zu machen. Auch wenn es ein Kernkonzept von <span class="caps">CSS</span> ist: <strong>Hierarchie auf Selektor-Ebene skaliert nicht.</strong> Deshalb verzichtet <span class="caps">BEM</span> darauf und bildet eine (vereinfachte) Hierarchie ausschließlich in den Klassennamen ab.</p>
<h3>Die <span class="caps">BEM</span>-Klassennamen</h3>
<p>Ich habe ganz bewusst darauf verzichtet, das Akronym <span class="caps">BEM</span> gleich am Anfang meines Textes zu erläutern, denn es verwirrt nur. (Genauso wie es keinen Sinn macht, die <em>Cascade</em> von <span class="caps">CSS</span> gleich am Anfang zu erläutern.) Doch nun ist der richtige Zeitpunkt gekommen! <span class="caps">BEM</span> steht für Block, Element und Modifier und beschreibt die Systematik, nach der die Klassennamen ausgedacht und vergeben werden. Keine große Sache.</p>
<p>Ein <strong>Block</strong> ist ein Container von grundsätzlich beliebiger Komplexität. Er enthält mehrere <strong>Elemente</strong>, die sinnvoll zum Block passen und diesen mit Leben füllen. Jeder Block und jedes Element kann außerdem einen optionalen <strong>Modifier</strong> haben, der das entsprechende Basis-Styling mit zusätzlichen <span class="caps">CSS</span>-Eigenschaften abwandelt und verfeinert, so dass es eben mehrere unterschiedliche Styling-Varianten dafür geben kann. </p>
<p>Die Schreibweise der <span class="caps">BEM</span>-Klassen ist zwar nicht platzsparend, aber einfach:</p>
<ul>
<li>Blöcke haben ganz normale semantische Klassen: <code>class="pagination"</code>
</li>
<li>darin enthaltene Elemente werden mit zwei Unterstrichen notiert: <code>class="pagination__link"</code>
</li>
<li>Abwandlungen der Elemente erhalten, zusätzlich zur Originalklasse, eine mit Doppeltrennstrich ergänzte Variante: <code>class="pagination__link pagination__link--active"</code>
</li>
<li>Aber auch Blöcke können direkt als Ganzes abgewandelt werden, insbesondere bei gewünschter Positionierung an anderer Stelle: <code>class="pagination pagination--aside"</code>
</li>
</ul>
<p>Übrigens: Styling-Varianten, die man im <span class="caps">CSS</span> über den Kontext eines im übergeordneten <span class="caps">HTML</span>-Bausteins realisiert, sind verboten, von daher kann es durchaus mal sein, dass man mehrere Elemente eines Blockes einzeln modifizieren muss, wie im oberen Beispiel mit dem <code>--active</code>-Modifier.</p>
<p>Übrigens 2: Natürlich zwingt euch niemand, absolut jeden Baustein mit einer Klasse zu versehen. Was ihr nicht stylen müsst, muss auch nicht verBEMt werden.</p>
<h3><span class="caps">BEM</span> als Parallel-„DOM“</h3>
<p>Wichtig zu beachten ist, dass es im Verhältnis vom Block zu seinen Elementen nur eine einzige Hierarchie-Stufe gibt: alle Elemente eines Blocks sind – mit der <span class="caps">BEM</span>-Brille gesehen – auf einer Ebene, unabhängig davon, wie tief sie innerhalb des <span class="caps">HTML</span> tatsächlich verschachtelt sind. Somit bauen wir uns mit <span class="caps">BEM</span> im Grunde eine Parallel-Struktur auf, die sich auf zweierlei Arten vom <span class="caps">HTML</span> emanzipiert:</p>
<ol>
<li>Sie schafft eine eigene Hierarchie, die sich im Extremfall nur locker am vorhandenen <span class="caps">HTML</span> orientiert.</li>
<li>Sie ist komplett „Tag-agnostisch“: Das Herumspielen mit <code>h1</code>- bis <code>h6</code>-Ebenen (<span class="caps">SEO</span>, anyone?) und das Anreichern mit HTML5-Semantik in Form von <code>aside</code>-, <code>section</code>- oder <code>subhead</code>-Tags hat keinerlei Auswirkungen auf das Styling. Ihr ahnt nicht, wie befreiend das ist!</li>
</ol>
<h3>Elemente, die gleichzeitig Blöcke sind</h3>
<p>Ich schrieb oben, dass Blöcke eine grundsätzlich beliebige Hierarchie ausweisen können – und das stimmt auch. Denn wenn beispielsweise eine Gruppe von drei gleichartigen Teaserboxen nebeneinander dargestellt werden soll (für mobile natürlich untereinander), so habe ich ja zum einen das gesamte Teaserkonstrukt als Block, in dem die drei Teaser meine Elemente bilden. Zum anderen kann man sich aber auch jeden einzelnen Teaser als Block mit seinen unterschiedlichen Elementen wie Headline, Vorschaubild usw. vorstellen</p>
<p>Eine beispielhafte <span class="caps">HTML</span>-Struktur sähe nackt so aus:</p>
<pre><code>&lt;section&gt;
    &lt;article&gt;
        &lt;h3&gt;Teaser 1&lt;/h3&gt;
        &lt;img src="" alt="" /&gt;
        &lt;p&gt;…&lt;/p&gt;
    &lt;/article&gt;
    &lt;article&gt;
        &lt;h3&gt;Teaser 2&lt;/h3&gt;
        &lt;img src="" alt="" /&gt;
        &lt;p&gt;…&lt;/p&gt;
    &lt;/article&gt;
    &lt;article&gt;
        &lt;h3&gt;Teaser 2&lt;/h3&gt;
        &lt;img src="" alt="" /&gt;
        &lt;p&gt;…&lt;/p&gt;
    &lt;/article&gt;
&lt;/section&gt;</code></pre>
<p>Unsere <code>article</code>-Bausteine könnten also Elemente der <code>section</code> sein, gleichzeitig aber als Blöcke für <code>h3</code>, <code>img</code> und <code>p</code> fungieren. Dies sähe in der Praxis dann so aus:</p>
<pre><code>&lt;section class="teasers"&gt;
    &lt;article class="teasers__box box"&gt;
        &lt;h3 class="box__headline"&gt;Teaser 1&lt;/h3&gt;
        &lt;img src="" alt="" class="box__image"  /&gt;
        &lt;p class="box__intro"&gt;…&lt;/p&gt;
    &lt;/article&gt;
    &lt;article class="teasers__box box box--highlight"&gt;
        &lt;h3 class="box__headline"&gt;Teaser 2&lt;/h3&gt;
        &lt;img src="" alt="" class="box__image"  /&gt;
        &lt;p class="box__intro"&gt;…&lt;/p&gt;
    &lt;/article&gt;
    &lt;article class="teasers__box box"&gt;
        &lt;h3 class="box__headline"&gt;Teaser 3&lt;/h3&gt;
        &lt;img src="" alt="" class="box__image"  /&gt;
        &lt;p class="box__intro"&gt;…&lt;/p&gt;
    &lt;/article&gt;
&lt;/section&gt;</code></pre>
<p>Es hat sich als gute Konvention erwiesen, wenn der Name des untergeordneten Blocks identisch mit seinem Element-Anhängsel ist, in diesem Beispiel eben <code>teasers__box</code> und <code>box</code>. Somit macht man die Übergabe sichtbar. Es ist aber keine Pflicht.</p>
<p>Grundsätzlich lässt sich allerdings auch argumentieren, dass es hier keiner weiteren Block-Ebene bedarf. Man könnte auch den <code>teasers</code>-Block als Alleinherrscher walten lassen, etwa so:</p>
<pre><code>&lt;section class="teasers"&gt;
    &lt;article class="teasers__box"&gt;
        &lt;h3 class="teasers__headline"&gt;Teaser 1&lt;/h3&gt;
        &lt;img src="" alt="" class="teasers__image"  /&gt;
        &lt;p class="teasers__intro"&gt;…&lt;/p&gt;
    &lt;/article&gt;
    &lt;article class="teasers__box teasers__box--highlight"&gt;
        &lt;h3 class="teasers__headline"&gt;Teaser 2&lt;/h3&gt;
        &lt;img src="" alt="" class="teasers__image"  /&gt;
        &lt;p class="teasers__intro"&gt;…&lt;/p&gt;
    &lt;/article&gt;
    &lt;article class="teasers__box"&gt;
        &lt;h3 class="teasers__headline"&gt;Teaser 3&lt;/h3&gt;
        &lt;img src="" alt="" class="teasers__image"  /&gt;
        &lt;p class="teasers__intro"&gt;…&lt;/p&gt;
    &lt;/article&gt;
&lt;/section&gt;</code></pre>
<h3>Modularität auf Block-Ebene</h3>
<p>Welches der obigen Beispiele euch besser gefällt, macht ihr am besten davon abhängig, wie komplex das Geschehen in den einzelnen Teasern sein soll, und ob man die Boxen auch evtl. einmal einzeln benötigt, ohne den <code>teaser</code>-Block drum herum. </p>
<p>Denn dies ist der Kern des Modularitäts-Versprechen von <span class="caps">BEM</span>: Wenn wir einen Baustein als Block ansehen, lässt er sich im <span class="caps">HTML</span> überallhin verpflanzen und sieht für sich genommen an jeder Stelle auch gleich aus. Sprechen wir hingegen den Baustein als untergeordnetes Element an, kann er von der Platzierung her mit ebenbürtigen Elementen interagieren – beispielsweise eine horizontale Reihe bilden, oder als Flexbox-Item noch viel interessanter im Kontext positioniert werden.</p>
<p>Ich nenne dies die duale Natur von <span class="caps">BEM</span>-Bausteinen: Sie können gleichzeitig <del>Welle und Teilchen</del> Block und Element sein. Oder, als <span class="caps">CSS</span>-Code formuliert:</p>
<pre><code>.box { border: 1px solid #000; background: #ccc; }
.box--highlight { background: yellow; }
.teasers { display: table; }
.teasers__box { display: table-cell; }</code></pre>
<h3><span class="caps">BEM</span> und Sass</h3>
<p>Die unhandlichen Klassennamen von <span class="caps">BEM</span>-Projekten sind natürlich nicht nur im <span class="caps">HTML</span> ein visuelles Problem, sondern auch in handgeschriebenem <span class="caps">CSS</span>. Wer fuhrwerkt schon gerne in Code herum, der so aussieht:</p>
<pre><code>.newsteaser {
    border: 1px solid #000;
    background: #ccc;
    padding: 1em;
}

.teasergroup {
    width: 80%;
    overflow: hidden;
}

.teasergroup__headline {
    font-size: 1.5em;
}

.teasergroup__newsteaser {
    float: left;
    width: 33%;
}

.teasergroup__newsteaser--emphasized {
    border-color: red;
}</code></pre>
<p>Da viele von euch für das Schreiben von <span class="caps">CSS</span> sowieso einen Präprozessor verwenden, kann man beispielseise mit Sass die <span class="caps">BEM</span>-Hierarchie auch mit den entsprechenden Einrückungen abbilden:</p>
<pre><code>.newsteaser {
    border: 1px solid #000;
    background: #ccc;
    padding: 1em;
}

.teasergroup {
    width: 80%;
    overflow: hidden;
    &amp;__headline {
        font-size: 1.5em;
    }
    &amp;__newsteaser {
        float: left;
        width: 33%;
        &amp;--emphasized {
            border-color: red;
        }
    }
}</code></pre>
<p>Wichtig dabei: Auch bei dieser scheinbar hierarchischen Verschachtelung verändert sich keineswegs die Spezifität der Selektoren. Alle Bausteine werden absolut gleichwertig angesprochen, lediglich die Reihenfolge entscheidet bei Konflikten, welche Regel gewinnt. Deshalb ist es auch sinnvolle Praxis, das für sich stehende Block-Styling eines dualen Bausteines zuerst zu behandeln, und erst im Anschluss daran die Platzierung und Anpassung im Kontext eine übergeordneten Blockes. Diese ist spezifischer und gehört von daher weiter nach hinten.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Genau wie einige andere Ansätze (<a href="https://www.smashingmagazine.com/2011/12/an-introduction-to-object-oriented-css-oocss/"><span class="caps">OOCSS</span></a> oder <a href="https://css-tricks.com/smacss-press/"><span class="caps">SMACSS</span></a>) versucht <span class="caps">BEM</span>, die negativen Erfahrungen, die jeder <span class="caps">CSS</span>-Entwickler in komplexen und sich agil entwickelnden Layouts unweigerlich macht, zu mindern. Dabei geht es nicht darum, eine Metasprache zu schaffen, wie es Sass tut. Sondern es geht darum, die vorhandenen Möglichkeiten von <span class="caps">CSS</span> sinnvoll zu nutzen sowie gefährliche Praktiken zu vermeiden.</p>
<p><span class="caps">CSS</span> wurde, genau wie <span class="caps">HTML</span>, nicht von visuellen Designern erdacht, sondern von Informatikern. Trotzdem müssen wir heute Layouts damit umsetzen, die sehr wohl von Designern stammen. Manchmal sind es wir Designer selber, die mit <span class="caps">CSS</span> unsere Ideen umsetzen. Und die Projekte werden immer komplizierter, insbesondere in einem responsiven Web. Seien wir nicht traurig, dass wir superclever verschachtelte Child-Selektoren und mühsam erlernte Spezifitäten hinter uns lassen – sie haben sich einfach auf Dauer nicht bewährt und mehr Probleme aufgeworfen als gelöst. </p>
<p>Ich habe es selber ausprobiert und werde vorerst dabei bleiben; Ein Projekt mit <span class="caps">BEM</span> aufzubauen sorgt bei mir für gesunden Blutdruck und entspannte Gesichtszüge. Fast wie eine Wellness-Massage. Und das ist tatsächlich nur dezent übertrieben :-)</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2016-11-11:9da0fe67e084cee5ede6c9d0fb96c8ca</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2016-10-02T00:00:00Z</published>
		<updated>2016-10-02T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Kundenmissverständnisse ausräumen leicht gemacht!</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/no-more-f5" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>„Haben Sie es schon mal mit F5 probiert?“ ist das “Have you tried turning in off and on again?” für Webdesigner – ich weiß nicht mehr, wie oft ich diesen Satz in den letzten 15 Jahren gesagt habe. Jetzt ist damit Schluss, und ich hätte viel früher darauf kommen sollen, wie man das sauber löst. Wir wollen </p>
<p>a) auf Live-Websites den Browsercache für <span class="caps">CSS</span>- und JavaScript-Dateien nutzen<br>
b) die Browser dazu zwingen, eine <em>geänderte</em> <span class="caps">CSS</span>- oder JS-Datei nicht aus dem Cache zu nehmen, sondern neu zu laden, um diese dann aber wiederum solange zu cachen, bis wir eine erneut geänderte Version anbieten.</p>
<p>Die simple Methode mit dem <span class="caps">URL</span>-Parameter (<code>screen.css?v=42</code>) ist offenbar nicht wirklich zuverlässig, sondern führt bisweilen dazu, dass gar nicht mehr gecacht wird. Von daher unser Vorschlag: Wir verwenden eine echte Dateinamenänderung, die mit einem Timestamp versehen ist, und nutzen die Power von <code>.htaccess</code>, um das für die Browser transparent zu gestalten. So geht’s:</p>
<p><strong>Dateinamen dynamisch anreichern.</strong> Zum Beispiel mit <span class="caps">PHP</span>:</p>
<pre><code>&lt;link rel="stylesheet" href="/css/screen.&lt;?= date('YmdHi', filemtime('/var/htdocs/screen.css')) ?&gt;.css"&gt;</code></pre>
<p>daraus resultiert ein Dateiname mit einem eingebauten Datum/Zeitangaben vom <code>last modified</code> der physischen <span class="caps">CSS</span>-Datei:</p>
<pre><code>&lt;link rel="stylesheet" href="/css/screen.201609301654.css"&gt;</code></pre>
<p>Nun noch ein paar <strong>Eintragungen ganz oben in der <code>.htaccess</code>-Datei,</strong> und wir sind fertig:</p>
<pre><code>RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} (css/screen\.(.*)\.css)
RewriteRule ^(.*)$ /css/screen.css [L]
</code></pre>
<p>Das gleiche natürlich mit der <code>print.css</code> und der <code>all.js</code>, und alle können beruhigter ihre Websites deployen und sicher sein, dass sich Änderungen direkt im Kundenbrowser auswirken.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2016-10-02:27b8e751ed92ecaf07f26f1d14007558</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2016-10-02T00:00:00Z</published>
		<updated>2016-10-02T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Doppelkompression mit Bluetooth-Audio</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/bluetooth-audio-doppelkompression" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Viel ist geschrieben und gesprochen worden über die fehlende Klinkenbuchse des iPhone 7, die <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/iPhone-7-gemessen-Audio-Adapter-liefert-schlechteren-Sound-3325971.html">Qualität des 9-Euro-Adapters</a> von Apple (der tatsächlich einen eigenen <span class="caps">DAC</span> mitbringt), und über die Bereitschaft von Kopfhörer-Herstellern, Lightning-Modelle auf den Markt zu bringen. Alles im Grunde egal, denn die Zukunft scheint freilich Bluetooth zu sein für jede Art von modernen Kopfhörern (und für viele Raumbeschaller ebenfalls).</p>
<p>Ich hab da als alter Mann ein kleines Problem mit. Und damit höre ich mich sehr audio-esoterisch an, ist mir bewusst. Mir gefällt die Vorstellung ganz und gar nicht, dass beim Einsatz eines Musikstreaming-Dienstes über iPhone und Bluetooth-Kopfhörer die ursprünglich gemasterten Musikdaten zweimal über ein verlustbehaftetes Format umkodiert werden, bevor sie zu analog gewandelt an mein Ohr dringen.</p>
<p>Zum einen gibt es außer Tidal und Pono (haha!) kaum legale Möglichkeiten, online an verlustfreie Musik zu kommen. Zum anderen sieht der Bluetooth-Standard derzeit keine verlustfreie Audio-Übertragung in CD-Qualität vor. Je mehr Daten, desto schlechtere Verbindungsqualität und Reichweite und höherer Stromverbrauch. 345kbit/s sind das Maximum – und das reicht nicht ganz für <span class="caps">FLAC</span>!</p>
<p>Mit dem Beispiel Apple Music sieht es also derzeit so aus:</p>
<ul>
<li>Die Musik wird nach dem <a href="https://www.apple.com/itunes/mastered-for-itunes/">Mastered for iTunes</a>-Prinzip an Apple geliefert, also mit mindestens 44,1kHz / 16Bit (unkomprimierte CD-Qualität)</li>
<li>Beim Ausliefern an den Hörer wird üblicherweise eine 256kbit/s-<span class="caps">AAC</span> Datei genommen (erster Qualitätsverlust, den normale Menschen aber aller Erfahrung nach nicht hören können.)</li>
<li>Bei der Übertragung an Bluetooth-Kopfhörer wird die Musik ein weiteres Mal komprimiert, und zwar abhängig von den Fähigkeiten der beiden beteiligten Geräte. Macs und hochwertige Android-Smartphones bieten aptX an, was ebenso hochwertige Kopfhörer auch verarbeiten können. Ansonsten einigt man sich auf einen anderen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/A2DP">A2DP-Codec</a> wie <span class="caps">AAC</span>, MP3 oder <span class="caps">SBC</span>.</li>
</ul>
<p>Auch wenn das iPhone für Bluetooth den <span class="caps">AAC</span>-Codec einzusetzen versucht – man darf nicht davon ausgehen, dass hier ein simpler Pass-Through der bereits vorhandenen <span class="caps">AAC</span>-Daten stattfindet, wie im <a href="http://atp.fm/"><span class="caps">ATP</span></a> erläutert wird. Statt dessen wird tatsächlich doppelt kodiert.</p>
<p>Ich bin noch unschlüssig, ob nicht an dieser Stelle eine Akzeptanzschwelle bei mir überschritten wird. Ich konnte immer gut damit umgehen, dass eine vollständig analoge Recording- und Produktionskette bis hin zur Vinylscheibe die überlegene Klangqualität darstellt, wenn man Kratzer und Rauschen als Teil der Experience begreift. Ich habe aber gleichzeitig bisher nie Probleme mit digitalen CDs und hochwertig komprimierten MP3s oder <span class="caps">AAC</span>s gehabt, das klang immer sehr gut für mich, sobald man die 192kbit/s überschritten hatte.</p>
<p>Aber eine zusätzliche Komprimierung der bereits auf ein Fünftel eingedampften digitalen Daten? Ich weiß nicht. Natürlich hört man keine schlimmen <span class="caps">MPEG</span>-Artefakte, soviel ist klar. Aber sind es bei anständigen Bitraten nicht vielmehr die fehlende Räumlichkeit und das stumpfe, matte Klangbild, welche das feine Ohr stören? Aktuelle Chartmusik (und auch viele sogenannte Remasterings) eignen sich ja nur begrenzt für diesen direkten Hörvergleich, weil hier zu Datenkompression auch noch eine irrwitzige Dynamikkompression hinzu kommt, die alle Nuancen von vornherein kaputt macht.</p>
<p>Es hilft nichts, ich werde wohl einmal einen direkten Hörtest machen müssen! Der technische Versuchsaufbau ist grob umrissen, es könnte interessant werden: </p>
<ul>
<li>
<span class="caps">WAV</span>/FLAC (über Kabelkopfhörer)</li>
<li>
<span class="caps">FLAC</span> zu aptX (<span class="caps">TIDAL</span> auf dem Mac, Bluetooth)</li>
<li>
<span class="caps">FLAC</span> zu <span class="caps">AAC</span> (<span class="caps">TIDAL</span> auf dem iPhone, Bluetooth)</li>
<li>
<span class="caps">WAV</span> zu <span class="caps">AAC</span> zu aptX (Apple Music auf dem Mac, Bluetooth)</li>
<li>
<span class="caps">WAV</span> zu <span class="caps">AAC</span> zu <span class="caps">AAC</span> (Apple Music auf dem iPhone, Bluetooth)</li>
</ul>
<p>Zumindest kann ich abschließend sagen, dass ich froh bin, dass mein neuer <a href="https://praegnanz.de/weblog/bluetooth-kopfhoerer">Beoplay H7</a> auch ein optionales Klinkenkabel hat, und dass dieser Kopfhörer über Klinke auch exzellenten Klang bietet, sogar ohne störende Bluetooth-Kritzelkratzelgeräusche, die aber auch ein Softwareproblem sein können.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2016-10-02:593a85fd2e55c4bc0ed75cfe13309b6e</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2016-08-29T00:00:00Z</published>
		<updated>2016-08-29T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Die magische 500 – was steckt dahinter?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/die-magische-500-was-steckt-dahinter" />
				<summary>In meinen Gesprächen mit traditionellen Automobilisten höre ich immer und immer wieder die Aussagen, dass man „ab 500 Kilometer Reichweite“ drüber nachdenken würde, sich auch ein Elektroauto zuzulegen.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Diese knackige Schwelle ist eine grobe Faustregel und funktioniert auch schon ganz prima und bequem, denn einerseits klingt das als Ziel absolut machbar, wenn die ZOE schon jetzt (offiziell) 240km bietet und Tesla mit (offiziell) 400 bis 600km wuchert. Andererseits muss man sich keine Sorgen machen, bereits innerhalb der nächsten Monate seine Fahrt- und Kaufgewohnheiten umzustellen, denn bis die 500km zu einem erschwinglichen Preis zu haben sind, dauert es sicher noch bis zum Jahr 2020.</p>
<p><em>(Die realistische Reichweite errechnet sich übrigens aus der einfachen Formel: Offizielle Reichweite × 0,66)</em></p>
<p>Aber im Grunde sind die 500km letztlich doch ein eher unbrauchbares und willkürliches Argument, denn sein Ursprung liegt in den aktuell typischen Verbrenner-Reichweiten auf Autobahnfahrten. Würden Verbrenner-Fahrzeuge im Durchschnitt nur 300km weit kommen, würden alle auch für Elektroautos genau diese Zahl einfordern.</p>
<p>Es steckt jedoch mehr dahinter. Denn was nützt mir ein 500km-E-Mobil, wenn es auf Autobahnen keine Ladesäulen gibt, oder wenn solche Ladesäulen für das Vollmachen der 500km-Batterie ganze drei Stunden bräuchten? Klar, ich erhöhe meinen Bewegungsradius für Fahrten ohne Nachladen. Doch hier kann man aus zwei Richtungen dagegen argumentieren:</p>
<ol>
<li>Für  die allermeisten täglichen Stadtfahrten genügen heutige E-Autos mit realistischen 100–150km Reichweite. Wie hoch dieser Anteil in Bezug auf die Gesamtfahrten ist, mag bei jeder Fahrerin unterschiedlich sein, aber da muss man einfach mal ehrlich zu sich selber sein.</li>
<li>Das Unterwegs-Aufladen ist zwar derzeit alles andere als perfekt und muss viel(!) besser werden. Es darf aber kein Argument sein, überhaupt keine längeren Fahrten anzutreten. Mit dem Tesla-Modell sehen wir hier ganz klar die Zukunft: Statt in 5 Minuten 500km Diesel nachzutanken, steht man halt 20–30 Minuten an der Säule, dafür ist Zeit (und Geld) für einen Kaffee und ein Brötchen drin. Keine große Sache.</li>
</ol>
<p>Ich würde die 500km also umformulieren: Lieber 250 realistische Kilometer und die Möglichkeit, an jeder Autobahn-Tankstelle mit mindestes 100 kW aufzuladen, rund um die Uhr, ohne Mitgliedschaft, am besten an einer überdachten Ladesäule und mit extrem(!) zuverlässiger Verfügbarkeit. Viele Säulenbetreiber ahnen gar nicht, wie viel an E-Mobilität-Begeisterung sie kaputt machen, wenn eine ihrer Ladesäulen nicht funktioniert. Stichwort WAF.</p>
<p>Insgesamt muss man sich aber mal langsam von der Idee lösen, mit dem Elektroauto das Verbrenner-Langstreckenfeeling 1:1 nachbilden zu müssen. Man reist langsamer und entspannter. Stressige und gefährliche Hochgeschwindigkeitstrips von München nach Berlin, mit denen die beschlipste 50plus-Geschäftsführung so gerne beim Smalltalk vor dem Meeting angibt, sind es aus meiner Sicht nicht wert, unbedingt nachgeeifert zu werden.</p>
<p><strong>Ach ja, bevor ich es vergesse: Auf der A81 auf der Hälfte zwischen Würzburg und Heilbronn gehört eine verdammte Ladesäule hin!</strong></p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2016-08-29:d3abea84bfa951e5806501f5ef77eec5</id>
	</entry>

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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2016-07-29T00:00:00Z</published>
		<updated>2016-07-29T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Mein neuer Bluetooth-Kopfhörer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/bluetooth-kopfhoerer" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Und schon wieder ein Hi-Fi-Artikel hier im Webdesign-Blog, aber was soll’s – ich hab früher sogar über <a href="/weblog/gerrit-testet-bundeswehr-essen">Bundeswehr-Essen</a> geschrieben. Und wir sind ja unter uns!</p>
<p>Relativ zeitgleich mit Kollege <a href="http://www.bitsundso.de/bus477/660/">Schlingel-Wölfle</a> habe ich mich die letzten Wochen auf dem Markt für hochwertige Bluetooth-Kopfhörer herumgetrieben, und zwar speziell bei solchen Modellen, die man als „Over-Ear“ oder sogar „Around-Ear“ bezeichnet. Dabei waren mir zwei Eigenschaften besonders wichtig: Exzellenter Klang und hoher Tragekomfort. Es gibt noch eine Reihe weiterer Faktoren (Bluetooth-Stabilität, Verarbeitung, Bedienung, Design, Street Cred), doch diese waren für mich nicht unbedingt ausschlaggebend.</p>
<p>Am Anfang dachte ich, es muss unbedingt ein Modell mit aktivem Noise Cancelling sein, denn NC ist Zukunft und High-Tech und alle coolen Menschen stehen drauf. Also habe ich mir drei entsprechende Geräte im direkten Vergleich angehört: Den frisch erschienenen <a href="https://www.bose.de/de_de/products/featured/qc35.html">Bose QC35</a>, den <a href="http://de-de.sennheiser.com/momentum-kabellose-kopfhoerer-mit-mikrofon"><span class="caps">MOMENTUM</span> <span class="caps">WIRELESS</span></a> aus dem traditionsreichen Hause Sennheiser, sowie den in bunten Farben erhältlichen <a href="http://www.sony.de/electronics/kopfband-kopfhoerer/mdr-100abn"><span class="caps">MDR</span>-100ABN</a> von Sony.</p>
<p>Das überraschende Fazit meines Tests: Ich stehe nicht auf Noise Cancelling! Beim Aufsetzen der Ohrmuscheln  fühlt es sich an, als ob ein Unterdruck an meinen Ohren saugt, und die hermetische Abschottung von der Außenwelt fühlt sich befremdlich an.</p>
<p><figure class="txp"><img alt="Sennheiser" height="1500" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2016/bluetooth-kopfhoerer/9dc2307c81-1760525945/sennheiser.jpg" width="1368"></figure></p>
<p>Dem Klang tut NC freilich gut. Dabei hat jeder der drei Kandidaten eine eigene Charakteristik: Sennheiser strotzt mit absolut stabilen Bässen, die wie ein Fels in der Brandung stehen und unbegrenztes Potenzial besitzen. Leider ist die gesamte Aussteuerung mir persönlich ein wenig zu stark auf diesen mächtigen Bass fokussiert und in den mittleren Bereichen zu schwach. Ein ähnliches Phänomen beobachte ich bei meinen bisherigen Kabelkopfhörern, den Sennheiser HD 590. Es gibt sicher viele, die das mögen – ich gehöre nicht dazu. Aber ich respektiere es, weil es trotz allem nichts mit dem übertrieben vulgären und inakzeptablen Bass der berüchtigten Beats-Modelle zu tun hat.</p>
<p><figure class="txp"><img alt="Sony" height="1320" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2016/bluetooth-kopfhoerer/2bfb56c6a0-1760525945/sony.jpg" width="1320"></figure></p>
<p>Der Sony macht einen ordentlichen Job, was die Ausgewogenheit des Klangbildes angeht, schlampt aber bei Präzision und Räumlichkeit, insbesondere im direkten Vergleich mit den Kontrahenten. Alles tönt ein bisschen verwaschen und flach, was schade ist und der Preisklasse 300+ nicht gerecht wird.</p>
<p><figure class="txp"><img alt="QC35" height="1500" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2016/bluetooth-kopfhoerer/5d903be468-1760525945/qc35.jpg" width="1500"></figure></p>
<p>Mein Klangfavorit ist der QC35, bei dem mir die Aussteuerung und die Präzision außerordentlich gut gefällt. Man merkt zwar, dass der Bass nicht die akustische Power eines Sennheisers besitzt, doch es reicht immer noch dicke aus für die allermeisten Musikgenres. </p>
<p>Das Bose-Modell ist gleichzeitig auch Weltmeister im Tragekomfort, er sitzt völlig natürlich am Kopf und stört nicht im geringsten. Das kann man in dieser Form weder von Sony noch von Sennheiser behaupten. Für Leute mit großen Ohren dürfte Sony keine Option sein, und das Sennheiser-Gerät ist nicht unbedingt das leichteste, sitzt auch relativ stramm am Kopf.</p>
<p>Dennoch: Noise Cancelling ist offenbar nichts für mich, also gingen die drei Spitzenmodelle allesamt zurück und ich bestellte zwei weitere Kopfhörer, nämlich den <a href="https://www.bose.de/de_de/products/headphones/over_ear_headphones/soundlink-around-ear-wireless-headphones-ii.html">Bose SoundLink around-ear II</a> und den <a href="http://www.beoplay.com/products/beoplayh7">B&amp;O Play H7</a>.</p>
<p><figure class="txp"><img alt="Soundlink" height="1500" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2016/bluetooth-kopfhoerer/e353d99dc1-1760525946/soundlinj.jpg" width="1500"></figure></p>
<p>Man könnte meinen, dass der „kleine“ Bose einfach nur ein QC35 ohne NC ist, denn er sieht fast genauso aus und trägt sich auch genauso toll. Doch dem ist ganz offensichtlich nicht so. Dem SoundLink fehlt leider eine ganz gehörige Portion Bass. Und das muss schon was heißen, wenn ich das so schreibe! Es hat mich sehr gewundert, wie unterschiedlich die beiden Bose-Modelle klingen, obwohl ihr Erscheinungsdatum weniger als ein Jahr auseinanderliegt. Das kann es also leider auch nicht sein, was schade ist, denn man bekommt dieses Modell gerade recht günstig bei diversen Online-Händlern (ab ca. 210 Euro).</p>
<p><figure class="txp"><img alt="Beoplay" height="1000" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2016/bluetooth-kopfhoerer/386ceaeec6-1760525944/beoplay.jpg" width="1000"></figure></p>
<p>Ein ganz anderes Kaliber ist hingegen der H7 von Bang &amp; Olufsen bzw. deren Mainstream-Marke „B&amp;O Play“ bzw. „Beoplay“. Dieser Kopfhörer klingt wirklich fantastisch und entspricht zu 95% dem Klangbild, was ich mir versprochen hatte, als ich mich auf die Suche gemacht habe! Stabile, differenzierte Bässe, eine selbstbewusste Mittelfraktion und sehr klare Höhen machen das Klangbild rund, natürlich und in angenehmer Dosierung auch druckvoll. Ein bisschen trauere ich zwar dem Tragekomfort der Bose-Geräte nach, doch auch der H7 trägt sich hinreichend bequem. Er filtert die Außengeräusche nicht so perfekt und wird auch ein bisschen warm nach einer gewissen Zeit, aber das liegt auch ein wenig in der Natur der Sache. Zugegeben – die Touchbedienung ist großer Quatsch und funktioniert nichtmal annähernd zuverlässig. Geschenkt! Ich navigiere eh primär über das iPhone.</p>
<p>Bei Amazon gab es die H7 neulich zu einem Schnäppchenpreis für alle Prime-Kunden, allerdings nur in der zweithässlichsten Farbe (beige). Die hässlichste Farbe (grau) kostet aber wohl dauerhaft 40 Euro weniger als das Standard-Schwarz, welches derzeit mit 356 Euro zu Buche schlägt. (<span class="caps">UVP</span> liegt bei 449 Euro)</p>
<p>Mir ist klar, dass mehr als 150 Euro für einen Kopfhörer eine absolute Luxus-Anschaffungen ist. Man kann sich auch für 50 Euro sehr anständige Bluetooth-Over-Ears shoppen, bei denen man hübsch Musik hören oder Podcasts lauschen kann. Mir ging es aber primär darum, das klanglich Beste und komfortmäßig Angenehmste zu kaufen, was man zu normalen Nicht-Esoterik-Konditionen bekommen kann.</p>
<p>Ich hoffe in jedem Falle, dass ich nun für die nächsten 10–12 Jahre viel Freude am Lauschen der Musik haben werden. Audiophile schwören ja auf verlustfreies <span class="caps">TIDAL</span>-Streaming, wenn es denn schon unbedingt Bluetooth sein muss, was ja ebenfalls nochmal böse Datenkompression betreibt. Ich denke aber, auch Apple Music ist in Ordnung :-)</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2016-07-29:f00e82e318bf59ffb58c0e9d341e0781</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2016-05-25T00:00:00Z</published>
		<updated>2016-05-25T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Die Stereoanlage und ihre Erben</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/die-stereoanlage-und-ihre-erben" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Lebt man einige Jahre im Eigenheim, stellt sich irgendwann die Frage nach der optimalen Beschallung desselben. Als Amateur-Cellist, Pop-Produzent und Layer-3-Kommandozeilennerd ist mir das Thema möglicherweise sogar noch ein bisschen wichtiger als anderen. Ein paar Gedanken dazu schaden also nicht.</p>
<p>Früher war, wie immer, alles einfacher. Wer in den Achtziger und Neunziger Jahren aufgewachsen ist, kennt den Stellenwert, den die erste eigene Stereoanlage hatte. Es war die zweite größere Anschaffung (nach dem Fahrrad), die von Eltern, Großeltern und Sparschwein kofinanziert wurde, und welche je nach Budget in einer kompakt-integrierten All-In-One-Lösung resultierte bzw. einen aus Einzelkomponenten bestehenden Hi-Fi-Turm bildete. Die finanzielle und auditive Bandbreite mag hier zwar vielfältig gewesen sein, doch das Grundprinzip basierte auf einfachen Industriestandards: Schallplatte, Kompaktkassette, Compact-Disc, <span class="caps">UKW</span>, Klinken- und Cinch-Stecker, Lautsprecherkabel mit offenen Kontakten usw. Alles konnte mit allem kombiniert werden, sogar herstellerübergreifend! Kein <span class="caps">DRM</span>, kein Codec-Wirrwarr, sondern solide, analoge Audiotechnik.</p>
<p><figure class="txp"><img alt="Stereoanlage" height="764" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2016/die-stereoanlage-und-ihre-erben/022aa7b3c1-1760525943/%24_57.jpg" width="1024"></figure></p>
<p>Diese Art von Technik kann man heute immer noch kaufen, es ist aber für die meisten Menschen nicht mehr zeitgemäß. Das hat finanzielle, technologische und kulturelle Gründe. Der Akt des Musikhören ist heute keine aufmerksamkeitsfüllende Tätigkeit mehr. Das ständig verfügbare Medienangebot aus dem Netz ist derart groß und vielfältig, dass uns die scheinbar geringe Informationsdichte eines Musikstückes schnell langweilt – immerhin ist die neueste Netflix-Serie immer nur einen Griff zum Tablet entfernt. Und für die vollständige Immersion in eine andere Welt nutzen wir nach wie vor gerne auch das Buch. Die notwendigen 60 Minuten, um ein gesamtes Album eines Künstlers in allen seinen Facetten zu erfassen, nimmt man sich heute kaum noch. Doch genau dafür wurde die hochwertige Anlage einst gekauft.</p>
<p><em>Hier bitte eine kulturpessimistische Anklage über die schwindende Qualität der heutigen Popmusik einfügen.</em></p>
<p>Die typische Mittelklasse-Stereoanlage von Onkyo oder Denon hat ihre besten Zeiten also hinter sich. Es gibt jedoch eine Reihe von Nachfolge-Institutionen, die einen stärker differenzierten Audiomarkt beackern. Mir sind dabei drei Grundströmungen aufgefallen:</p>
<h3>1. Hochwertige Stereotechnik &amp; High-End</h3>
<p>Wer sich heute bewusst für eine scheinbar altertümliche Stereoanlage entscheidet, meint es Ernst mit dem Streben nach dem perfektem Klang. Man muss dabei nicht zwangsläufig in die Kristallstein- und Goldkabel-Fraktion abgleiten. Auch ohne Esoterik kann man jedoch sehr viel Geld in die letzten Prozentpunkte Klangqualität investieren. Zwei klug im Raum platzierte Standboxen mit einem hervorragenden Verstärker sind erstmal die Basis. Eine komplett analoge Klangkette vom Mikrofon des Sängers über die Vinylrillen bis hin zu den heimischen Lautsprechern dürfte der feuchte Traum für viele Audiophile sein. Und wenn es dann doch mal digital sein muss, kommt nur ein CD-Spieler mit einem hochwertigen DA-Wandler zum Einsatz – und ab dann ausschließlich fingerdicke Analogkabel bis zu den Tief- und Hochtönern. </p>
<p><figure class="txp"><img alt="Burmester" height="555" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2016/die-stereoanlage-und-ihre-erben/ee25f9fde6-1760525943/956_front.png" width="1000"></figure><br>
<em>(Foto: <a href="http://www.burmester.de/en/home-audio/classic-line/956-mk2-power-amplifier.html">Burmester</a>)</em></p>
<p>Hier hat sich seit 30 Jahren nicht viel verändert, nur dass das <a href="http://viertausendhertz.de/sf02/">Misstrauen in digitale Klangverarbeitung</a> und insbesondere Datenkompression immer stärker geworden ist. Klar, wir kennen alle schludrig komprimierte 96kbps-MP3s aus den späten Neunzigern, dagegen muss man sich als Musikliebhaber tatsächlich wehren! Und ganz ehrlich? Wer mich in einem Blindversuch davon überzeugt, dass er den Unterschied zwischen CD und 256kbps-<span class="caps">AAC</span> hören kann, der darf sich dann auch überteuerte High-End-Büchsen ins Wohnzimmer stellen.</p>
<p>Immerhin sind Audiophile präzise Hinhörer, und nicht selten ausgewiesene Musikliebhaber, die den Wert von Musik als Kulturgut schätzen und in seiner ganzen Bandbreite würdigen. Das mag ich, und deshalb hat der Stereo-Musikkonsum immer einen Platz in meinem Herzen, auch wenn ich selber leider oft zu wenig Muße habe, ihm selber zu frönen.</p>
<h3>2. Streaming &amp; Multiroom</h3>
<p>Ganz anders ausgerichtet sind die Klangsysteme aus der Post-Tonträger-Epoche. Sie stehen für eine andere Art des Musikkonsums, bei der die Lautsprecherboxen nicht nur als finale Schallwellenerzeuger fungieren, sondern alle anderen Komponenten einer herkömmlichen Anlage obsolet machen. Ein <a href="http://www.sonos.com/de-de/system">Sonos-Lautsprecher</a> mag wie eine kleine Hi-Fi-Box aussehen, in Wirklichkeit beinhaltet er zusätzlich einen Verstärker, einen Weltempfänger ohne Empfangsrauschen, einen CD-Player und eine Musiksammlung mit 10 Millionen Titeln – wenn man es mit den Maßstäben der Achtziger Jahre vergleichen möchte.</p>
<p><figure class="txp"><img alt="" height="300" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2016/die-stereoanlage-und-ihre-erben/7448b2766e-1760525944/tr01705-jbl_website_banners_-1500x300px-jbl_charge_2+.jpg" width="1500"></figure><br>
<em>(Foto: <a href="http://de.jbl.com/lautsprecher-docking-stationen/"><span class="caps">JBL</span></a>)</em></p>
<p>Ob sie nun per Bluetooth oder AirPlay gespeist werden oder sich die Musik selber aus dem Netz holen – Streamingboxen gibt es in allen möglichen Qualitätsstufen. Mal kosten sie 60 Euro und ersetzen lediglich das quäkende Küchenradio. Sie können aber auch in gehobenen Hi-Fi-Gefilden wildern, wie beispielsweise <a href="https://www.raumfeld.com/category.html">Raumfeld</a> beweist. Dann allerdings kommt man auch wieder recht flott in die Preisklasse von 2.000 bis 3.000 Euro.</p>
<p><iframe src="https://player.vimeo.com/video/136816810?color=009900&amp;title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" width="515" height="290" frameborder="0" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen></iframe></p>
<p>Typisch dürfte allerdings eher die Nutzung als gefälliger Raumbeschaller sein. Ein Stereoeffekt ist nicht notwendig – man möchte den Lautsprecher irgendwo im Raum platzieren, und der Klang soll sich möglichst breit bis in jeden Winkel ausbreiten. Das gleiche Bequemlichkeitsprinzip ist denn auch für Multiroom-Systeme verantwortlich, bei denen man in jedem Zimmer einen passenden Lautsprecher platziert und die Musik so herumschickt, wie es einem passt. Sie wird damit zum angenehmen Begleiter bei den häuslichen Aktivitäten, während Hi-Fi-Freaks stets die Sklaven ihrer Stereoanlage bleiben.</p>
<p>Rein klanglich darf man wohl keine Wunder erwarten, auch wenn die meisten modernen Streamingboxen durch geschicktes Engineering und digitale Tricks voluminöser klingen als man erwarten würde. Wenn man es mit den Neunziger Jahren vergleicht, bekommt man heute für deutlich weniger Geld einen respektablen Klang in die Stube, und spart auch noch gehörig Stellplatz. Die Kultur des bewussten Musikgenusses im Zentrum des Stereofeldes sowie das Streben nach dem perfekten Klang bleiben dabei aber meist auf der Strecke. Schade, aber eben auch pragmatisch.</p>
<h3>Surround-Klang &amp; Heimkino</h3>
<p>Wenn es gar nicht mehr primär um Musik geht, sondern um Film- und kinoähnlichen Fernsehgenuss, sind wieder ganz eigene Parameter im Spiel. Ein wirklich fetter Bass aus einem separaten Subwoofer ist für amtliche Hollywood-Explosionen unerlässlich. Und egal, ob der geneigte Cineast zwei oder vier Satellitenboxen, eine Soundbar oder einen Centerspeaker verwendet – letztlich geht es bei Surround-Systemen um eine Weiterentwicklung der Stereoanlage in eine ganz andere Richtung als bei den den anderen angesprochenen Nutzungsszenarien. </p>
<p><figure class="txp"><img alt="" height="480" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2016/die-stereoanlage-und-ihre-erben/709a9f88f5-1760525944/system-10.jpg" width="480"></figure><br>
<em>(Foto: <a href="http://blog.teufel.de/teufel-produkte/heimkino-abenteuer-auf-teufel-art-das-neue-system-10-thx-ultra-2/">Teufel</a>)</em></p>
<p>Im Grunde eignen sich 2.1- oder 5.1-Systeme nicht besonders gut für ernsthaften Musikgenuss. Es ist zwar genügend Watt und Wumms vorhanden, doch dieser ist ungleichmäßig verteilt und betont die ganz tiefen Bässe sowie hellen Höhen zu stark. Das ließe sich natürlich mit einem Equalizer eindämmen, doch wer macht das schon? Es ist, als ob man eine Sahnetorte auf dem Tisch stehen hat, sich aber bewusst für die trockenen Kekse entscheidet, weil man hier den Nussgeschmack besser rausschmeckt. Niemand macht das! Wenn es Sahnetorte gibt, isst man auch Sahnetorte! (Die Sahnetorte sind fetten Bässe, die Kekse ist das ausgewogene Klangbild, was für eine Wahnsinns-Analogie)</p>
<p>Wer sowohl audiophil als auch cineastisch veranlagt ist, muss sich beinahe zwangsläufig zwei Lautsprecher-Setups zulegen – oder ganz geschickt kombinieren, um die beiden verschiedenen Nutzungsszenarien abzudecken.</p>
<h3>Mein eigenes Setup</h3>
<p>Nach langem Ringen habe ich mich in meinem Haus nun für ein Kompromiss-Setup entschieden, welches mich aber bisher recht glücklich macht.</p>
<p>Im Wohnzimmer hängt ein Stereopaar aus zwei <a href="http://www.sonos.com/de-de/shop/play3?r=1"><span class="caps">PLAY</span>:3 von Sonos</a> und ermöglicht mir, im mittleren Lautstärkebereich gezielt der Musik zu lauschen, und bei geringem Volumen den gesamten Raum mit plätschernder Muzak zu fluten. Die beiden Geräte habe ich neu für zusammen knapp 600 Euro erworben, ein Apple-Music-Abo für 10 Euro im Monat muss man aber wohl auch noch dazu rechnen.</p>
<p>In der Küche sorgt ein <a href="https://www.bose.de/de_de/products/speakers/wireless_speakers/soundlink_mini_ii.html">Bose SoundLink-Mini II</a> für Podcast- und weniger anspruchvolle Musikbeschallung beim Kochen. Auch zum schnellen Mitnehmen auf die Terrasse ist das sehr praktisch, weil die Batterie wirklich lang durchhält. Das Gerät kostet heute ungefähr 170 Euro.</p>
<p>Im Partykeller mit Beamer und Leinwand ist ein <a href="http://www.hifitest.de/test/blu-ray-anlagen/teufel-impaq_300_4669">Einsteiger-2.1-System von Teufel</a> am Werk, wenn ich mir Filme ansehe. Ein BluRay-Player ist im Verstärker eingebaut – Subwoofer und Satellitenboxen sind damit passiv über ein billiges Baumarkt-Analogkabel verbunden. Die Geräte gab es damals im Bundle für einen Sonderpreis von 400 Euro.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2016-05-25:d251d5562517bc921255427aa90bf547</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2016-05-11T00:00:00Z</published>
		<updated>2016-05-11T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Progressive JPGs damals und heute</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/progressive-jpg" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Zurück vom jährlichen <a href="https://beyondtellerrand.com/events/duesseldorf-2016">Betriebsausflug nach Düsseldorf</a> wollte ich noch zwei Erkenntnisse verbloggen. Zum einen, dass wir alle unsere <span class="caps">JPG</span>s im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/JPEG#Progressives_JPEG">Progressive Mode</a> abspeichern sollten, und dass insbesondere Websites mit dem neuen Protokoll-Standard <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/HTTP/2"><span class="caps">HTTP</span>/2</a> davon profitieren. Der Seitenaufbau wirkt deutlich schneller und befriedigender! </p>
<p>Alles Wissenswerte dazu hat <a href="http://tobias.is/speaking/">Tobias Baldauf</a> in seinem tollen Vortrag zu berichten:</p>
<iframe src="https://player.vimeo.com/video/166145048?color=009900&amp;title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" width="515" height="290" frameborder="0" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen></iframe>
<p>Anders als Tobias es erzählt, gibt es Progressive <span class="caps">JPG</span>s jedoch schon sehr lange, und einige Browser der Neunziger Jahre konnten auch durchaus davon profitieren, wenn man mit 56K durchs Netz streifte und großformatige Bilder anguckte. Namentlich Netscape 4.x und der Internet Explorer 5.x für den Mac sorgten für frühzeitig erscheinende, aber anfangs unscharfe Fotos bei den damals üblichen Schnarchverbindungen ins <span class="caps">WWW</span>.</p>
<p>Irgendwie ging diese Fähigkeit in den Nullerjahren verloren, denn modernere Engines wie Gecko, Webkit und Trident zeigten <span class="caps">JPG</span>s erst nach vollständigem Laden an. Erst seit Anfang der Nullerjahre ist die Fähigkeit zum Darstellen der progressiven <span class="caps">JPG</span>s  wieder in die Browser zurückgekehrt und kann heute bedenkenlos vorausgesetzt werden.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2016-05-11:e3e41301337be89652ab73d0a66dd39c</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2016-02-27T00:00:00Z</published>
		<updated>2016-02-27T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Strom und Stecker im Überblick</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/strom-und-stecker-im-ueberblick" />
				<summary>Für Elektromobilitäts-Einsteiger und -Interessierte ist die Welt des Charging eine komplizierte Angelegenheit. Ich will versuchen, möglichst übersichtlich und schlank darzulegen, wie das bei aktuellen Elektroautos so funktioniert!</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<h3>Teil 1: Die Ladegeschwindigkeiten</h3>
<p>Klar ist: Je mehr Strom fließt, desto schneller geht das Aufladen. Manch eine Autoherstellerbroschüre verzichtet dabei komplett auf sperrige kW-Bezeichnungen und liefert lediglich Sätze wie „80% voll in 8 Stunden“ oder ähnliches. Was dahinter steckt? Die elektrische Leistung, welche in (Kilo-)Watt angegeben wird. Es gibt – zumindest im deutschen Wechselstromnetz – eine klar abgrenzbare Reihe von Leistungsstufen, die man beim Laden von Elektroautos antrifft – wobei nicht jeder Wagen jede Art von Leistung für das Aufladen nutzen kann.</p>
<h4>Die Wechselstrom-Leistungen (AC)</h4>
<ul>
<li><strong>2,3 / 3,7 Kilowatt</strong><br />
Das ist die reguläre Haushaltssteckdose, die üblicherweise mit 10 oder 16 Ampere abgesichert ist. Das komplette Aufladen eines durchschnittlichen Standardautos mit 150km Reichweite dauert damit real locker 10 bis 14 Stunden.</li>
<li><strong>4,6 / 7,4 Kilowatt</strong><br />
Ebenfalls ein einphasiger Haushaltsstrom, jedoch ungewöhnlich hoch abgesichert, nämlich mit 20 bzw. 32 Ampere. Diese Art von Anschluss muss im Sicherungskasten gesondert eingerichtet werden. Die Aufladezeit eines Elektroautos verringert sich damit um etwa die Hälfte gegenüber der Standard-Steckdose.</li>
<li><strong>11 Kilowatt</strong><br />
Das ist das Dreifache von 3,7 Kilowatt. Es handelt sich hier um dreiphasigen Drehstrom mit 16 Ampere, manchmal auch Starkstrom genannt. Man kennt diese Anschlüsse beispielsweise vom Backofen in der Küche, oder in manchen Kellern und Garagen mit blauem CEE-Stecker.</li>
<li><strong>22 Kilowatt</strong><br />
sind das Maximum, was man sich für ein normales Budget und ohne besonderen Aufwand in den eigenen vier Wänden holen kann – ein dreiphasiger 32-Ampere-Drehstrom mit einem roten CEE-Stecker. Die 22kW sind bei öffentlichen Ladesäulen zu einer Art Standard geworden – zumindest in den letzten zwei bis drei Jahren.</li>
<li><strong>43 Kilowatt</strong><br />
ist leider ein relativ seltenes Phänomen. Für Privatleute kaum lohnenswert in der Installation, und auch öffentlich rar, gibt es zudem außer der „alten“ Renault ZOE (bis Sommer 2015) derzeit kein Auto, dass von 43 Kilowatt profitiert.</li>
</ul>
<h4>Die Gleichstrom-Leistungen (DC)</h4>
<p>Bei Gleichstrom ist man nicht so sehr an die festen Volt- und Ampere-Werte gebunden, welche unsere Infrastruktur vorgibt. Von daher findet man an öffentlichen Ladesäulen so ziemlich alles zwischen <strong>18 und 60 Kilowatt.</strong> Für Privatanschlüsse hingegen ist Gleichstrom im Grunde nicht zu bezahlen und daher kaum anzutreffen.</p>
<p>Eine Besonderheit stellen die Tesla-Supercharger dar, die mit <strong>bis 120 Kilowatt</strong> Gleichstrom ordentlich Energie in die Fahrzeuge pumpen können.</p>
<p>Was man außerdem wissen sollte: Batterien können ausschließlich mit Gleichstrom aufgeladen werden. Sollte ein Auto also mit Wechselstrom geladen werden, so wird dieser im Fahrzeug zunächst in Gleichstrom umgewandelt, bevor er in die Batterie geleitet wird.</p>
<h4>Wechselstrom per Ladebox nutzen</h4>
<p>Für die Nutzung des Hausstromes genügt es oftmals nicht, einfach das Auto an die Steckdose oder die CEE-Buchse anzuschließen. Und wenn es doch geht, holt man eventuell nicht die optimale Leistung raus. Von daher bietet sich eine sogenannte Ladebox/Wallbox an, welche den Strom passend für das Fahrzeug aufbereitet. Diese Boxen sind gar nicht mal so günstig (zwischen 500 und 1000 Euro), und es gibt sie zum festen Installieren in der Garage, oder als mobile Version zum Mitführen im Kofferraum.</p>
<h4>Was hat es mit den 80% auf sich?</h4>
<p>In aller Regel scheuen sich die Autohersteller, die gesamte Ladezeit „von 0 auf 100%“ anzugeben. Das hängt damit zusammen, dass die weiter oben besprochenen Kilowatt-Werte jeweils nur die maximal erreichbaren sind – und diese werden ab ca. 80% Ladung recht rapide gedrosselt, um die Batterie zu schonen. So kriegt man mit 43-Kilowatt-Strom die ZOE in einer halben Stunde auf 80% Ladung, doch dann wird es immer langsamer, bis wir bei 95% sogar nur noch reguläre Steckdosengeschwindigkeit erreicht haben. Es kann also trotzdem locker 2 Stunden dauern, bis die ZOE wieder randvoll ist, weswegen man beim Unterwegsladen üblicherweise darauf verzichtet und bereits bei 80% oder 85% weiterfährt.</p>
<h3>Teil 2: Steckersysteme</h3>
<p>Um das Fahrzeug angeschlossen zu bekommen, benötigt man natürlich die richtige Buchse und den richtigen Stecker! Wir gehen mal davon aus, dass nicht jeder Elektromobilist ein ganzes Arsenal an Adaptern bei sich hat, sondern kümmern uns hier nur um die wichtigsten Steckerarten:</p>
<h4>für Wechselstrom</h4>
<figure class="right"><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2016/strom-und-stecker-im-ueberblick/f669497988-1760525940/800px-schuko_standard.jpg"></figure>
<p><strong>Schuko</strong> (Schutzkontakt-Stecker)<br />
für Wechselströme zwischen 2,3 und 3,7 Kilowatt. Für öffentliche Automobil-Ladesäulen eigentlich ein Witz (Hotels vielleicht ausgenommen), da das Aufladen so lange dauert, dass man einen ganzen Tag (oder eine ganze Nacht) verliert.</p>
<figure class="right"><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2016/strom-und-stecker-im-ueberblick/fb9a8efda1-1760525940/2015-12-23_typ-2-ladestecker.jpg"></figure>
<p><strong>Typ 2</strong> (Mennekes-Stecker)<br />
Das Standardmodell für den europäischen Markt, unterstützt alle oben angeführten Wechselströme – die Frage ist nur, welche Leistung das Fahrzeug tatsächlich verarbeiten kann. Viele Modelle können trotz Typ-2-Stecker nur 3,7 Kilowatt verarbeiten, was an öffentlichen Ladesäulen, die nach Zeit bezahlt werden – nun ja …</p>
<h4>für Gleichstrom</h4>
<figure class="right"><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2016/strom-und-stecker-im-ueberblick/80723a5e7d-1760525941/chademo_plug_vacavilledavisstdc2.jpg"></figure>
<p><strong>CHAdeMO</strong> (Charge de Move)<br />
Der japanische und französische Standard für Gleichstrom-Schnellladungen. Ein ganz schön wuchtiger Stecker, der nicht ganz ungefährlich wirkt. </p>
<figure class="right"><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2016/strom-und-stecker-im-ueberblick/8958b290c4-1760525940/2015-12-23_ccs-stecker_50_kw.jpg"></figure>
<p><strong>CCS</strong> (Combined Charging System)<br />
Der deutsche Sonderweg, derzeit ausschließlich bei BMW und VW im Einsatz. Technisch im Grunde identisch mit CHAdeMO, jedoch hübscher anzusehen, weil er mit dem Typ2-Wechselstrom-Stecker zusammengefasst wird.</p>
<p><strong>Typ 2</strong> am Supercharger<br />
Tesla-Fahrzeuge können sowohl Wechselstrom als auch Gleichstrom über den gleichen Stecker (in Europa: Typ 2) laden.</p>
<h4>Der Triple-Charger</h4>
<p>Was öffentliche Ladestationen angeht, findet man von Restaurant-Parkplätzen mit einsamer Schuko-Steckdose bis hin zum überdachten Luxus-Drive-Through so ziemlich alle Qualitätsstufen. Ideal für den modernen Elektromobilisten wäre aber im Grunde immer ein sogenanntes Triple-Charge-System, bestehend aus</p>
<ul>
<li>Typ 2 mit 43 Kilowatt (AC)</li>
<li>CHAdeMO mit 50 Kilowatt (DC)</li>
<li>CCS mit 50 Kilowatt (DC)</li>
</ul>
<p>Davon 2 oder 3 nebeneinander mit je zwei Parkplätzen – glücklich ist das Herz des Stromautofahrers!</p>
<p><strong>update 17. April 2017:</strong> Ich habe eine kompakte  Infografik gebaut, die das alles mal zusammenfasst:</p>
<figure><img alt="" src="https://praegnanz.de/content/1-weblog/2017/20170417-ladesysteme/ladesysteme-v3.png"></figure> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2016-02-27:5b82c3918b02ecd98aa3d729d6e8f4f0</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2016-01-23T00:00:00Z</published>
		<updated>2016-01-23T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Designer-Artikel über Design-Artikel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/designer-artikel-ueber-design-artikel" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Jedesmal muss ich gleichzeitig schmunzeln und mich ärgern, wenn ich so eine Werbung sehe:</p>
<p><figure class="txp"><img alt="" height="622" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2016/designer-artikel-ueber-design-artikel/bba4f30279-1760525940/design.jpg" width="1030"></figure></p>
<p>„Design“- oder (noch besser) „Designer“-Gegenstand X oder Y – jetzt bei Netto/Lidl/Aldi/Penny für nur 39,99 Euro. Warum ist das so lustig? Weil es eine Masche ist, die einige seltsame Vorstellungen auf Seiten der Zielgruppe ausnutzt, wie Produkte entstehen und was ein Designer ist.</p>
<p>Da wäre zum einen die Idee, dass es zwei Arten von Produkten gibt: solche, die ein Ingenieur oder ein Handwerker entworfen hat (oder die einfach so ohne weitere Gestaltung aus der Maschine gepurzelt sind), und solche, die von einem wahrscheinlich schwarz gekleideten Designer entworfen wurden. Und dass letztere natürlich irgendwie extravagant, eckig und unorganisch auszusehen haben und unbequem zu sein haben – insbesondere im Falle von Sitzmöbeln. Und nur diese Produkte haben das begehrte Privileg, das Wörtchen „Design“ im Namen zu tragen.</p>
<p>Und hier die unromantische Entzauberung für diese Vorstellung: Jedes, absolut jedes Produkt auf dieser Welt wurde irgendwann einmal von einem Menschen bewusst gestaltet bzw. designed. Man nennt das auch Produkt-Design, und der Vorgang der Gestaltung ist relativ unabhängig davon, welche Berufsausbildung der Durchführende genossen bzw. welche Farbe sein T-Shirt hat. Jemand ist die Designerin dieses Produktes, auch wenn es rundlich, praktisch, billig hergestellt und nicht als „Design“-Produkt ausgewiesen ist.</p>
<p>Die andere Vorstellung, die eventuell vorherrscht: Es gibt Produkte für normale Menschen und besondere, andersartige Produkte für Designer. Man kennt das aus Fernsehserien und Filmen – dort auftauchende Designer haben stets superreduzierte Wohnungen mit abstrakten Einrichtungsgegenständen. Alles irgendwie eckig, unpraktisch, ungemütlich und man kann vom Boden essen. Diese Leute sind klug und kultiviert, und manch eine Zuschauerin wäre vielleicht ganz gerne so. Also soll auch sie sich entsprechende Einrichtungsgegenstände leisten können; dafür sorgen dann Aldi/Lidl/Norma/Penny mit günstigen Produkten, die eigentlich für Designerinnen gedacht sind, aber nun auch für den Pöbel angeboten werden.</p>
<p>Und auch hier verrate ich kein allzu großes Geheimnis, dass nicht alle Designer gleich sind, und die Geschmäcker in Sachen Einrichtung unterschiedlicher nicht sein können. Von „Neu ist immer besser“ zu „Altbau mit Flohmarkt-Möbeln“, von „kahle Wände mit spärlichsten Sitzgelegenheiten“ bis hin zu „Ich bin nicht fähig, Dinge wegzuschmeißen“ ist alles vertreten. </p>
<p>Es gibt ihn nicht, den Designer-Look. Alles wird auf eine bestimmte Weise designed – ob reduziert oder opulent, ob kitschig oder funktional, ob rund oder eckig. Eine Grenze zwischen Designern und Nicht-Designern ist willkürlicher Quatsch, und entsprechende Produktbezeichnungen lediglich Marketing, welches aus Neid und mangelndem Selbstbewusstsein leider zu oft funktioniert.</p>
<p>Kauft doch einfach, was euch gefällt – ob Designer oder nicht :-)</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2016-01-23:63b801c2fbde204f4534c6d82ccba384</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2016-01-23T00:00:00Z</published>
		<updated>2016-01-23T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Das Märchen vom Ökostrom-Märchen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/das-maerchen-vom-oekostrom-maerchen" />
				<summary>Leider ist es offenbar notwendig, noch einmal einige absolute Basics über Stromerzeugung und den Strommarkt zu wiederholen, damit es wirklich alle verstehen können, die seriös mitdiskutieren wollen. Ich erlebe es insbesondere im Netz immer wieder, dass intelligent wirkende Menschen nicht verstehen, wie der Strommarkt technisch und wirtschaftlich funktioniert.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Trotzdem behaupten sie aber lauthals, Ökostrom wäre ein Märchen, dass uns die linksgrünversiffte Gutmenschengesellschaft mit ihren Denkverboten seit Jahrzehnten auftischt. Nun ja.</p>
<h3>1. Behauptung: Ökostromkunden bekommen gar keinen Ökostrom</h3>
<p>Schließlich funktioniere der Fernseher ja auch dann, wenn sich das Windrad im Nachbardorf nicht dreht, und das müsse ja dann Kohlestrom sein, der da durch den Stecker fließt.</p>
<p>Dazu ein paar Grundlagen: Auf physikalischen Level gibt es keinen „Kohlestrom“ oder „Windstrom“. An der Steckdose kommt einfach nur Strom an, den der örtliche technische Dienstleister (also die Stadtwerke) aus dem europaweiten Stromnetz bezieht. Wie genau dieser Strom erzeugt wurde, spielt auf dieser Ebene erstmal keine Rolle. Wir müssen nämlich bei dieser Thematik einige Schritte zurücktreten und uns das gesamte Konstrukt angucken.</p>
<p>In Deutschland wird Strom auf dem europäischen Strommarkt gehandelt. Man kann sich das als einen sehr großen Topf vorstellen, der den Strom enthält. Von oben wird Strom in den Topf gegossen – das sind die ganzen Kraftwerke mit ihren unterschiedlichen Erzeugungsarten. Unten am Topf sind die Zapfhähne angebracht, die dann den Strom entgegennehmen – das sind die Verbraucher. Die Stromempfänger erhalten also Strom aus dem großen Topf, erst einmal unabhängig davon, wie dieser hergestellt wurde.</p>
<p>Doch es gibt ja noch die wirtschaftliche Seite, und hier wird es spannend! Denn die Stromempfänger dürfen abstimmen, welche Arten von Kraftwerken ihren Strom ins Netz einspeisen dürfen, bzw. welche Kraftwerke für das Einspeisen auch tatsächlich bezahlt werden. Und hier liegt der Knackpunkt: Als Ökostrom-Kunde sorge ich über meinen Anbieter dafür, dass mindestens soviel Strom aus erneuerbaren Energien in das Netz eingespeist werden, wie ich tatsächlich physikalisch (im Jahr, nicht in Echtzeit) verbrauche. Ob dieser Strom dann im Nachbarort erzeugt wird oder in Andalusien, kann mir egal sein, denn die interne Struktur des großen Topfes ist irrelevant – der Endverbraucher bestimmt nur, was rein- und was rauskommt.</p>
<p>Noch einfacher: Fünf Freunde treffen sich zum gemeinsamen Suppekochen. Jeder bringt eine Karotte mit, Paula hat als einzige eine Bio-Karotte dabei. Die Suppe wird gekocht, Paulas Bio-Karotte mischt sich unter die anderen, am Ende bekommt jeder die gleiche Suppe auf den Teller, doch ein Fünftel davon ist Bio – dafür hat Paula gesorgt! (Der Vergleich hinkt, da Bio-Karotten unter Umständen gesünder sind, Strom aber immer gleich gut. Aber man erkennt, was ich meine.)</p>
<h3>2. Behauptung: Es ist nicht genügend Ökostrom vorhanden</h3>
<p>Hier ist zumindest grundsätzlich sogar was Wahres dran. Ja, wenn alle Verbraucher in Europa auf einen Schlag ausschließlich Ökostrom anfordern würden, könnte das selbstverständlich nicht geleistet werden. Der Anteil von Ökostrom im europäischen Netz dürfte derzeit bei ca. 30–40 Prozent liegen (genaue aktuelle Zahlen habe ich leider <a href="https://duckduckgo.com/?q=anteil+%C3%B6kostrom+europa">nicht gefunden</a>).</p>
<p>Dennoch besteht beispielsweise für interessierte Käufer eines Elektroautos keine Gefahr, Kohlekraftwerke zu unterstützen, wenn Sie Ihr Fahrzeug zuhause über den Tarif eines Ökostromanbieters betanken – es ist locker genug Ökostrom vorhanden für alle, die ihn haben wollen. In Deutschland liegt der Anteil von explizit angefordertem Ökostrom bei gerade einmal 11 Prozent (Monitoringbericht der Bundesnetzagentur). Mit Blick auf den europaweiten Ökostrom-Anteil von über 30 Prozent also noch viel Luft nach oben. Wer Ökostrom will, bekommt ihn also auch garantiert ins Netz eingespeist.</p>
<h3>3. Behauptung: Die lügen doch alle!</h3>
<p>Ja mei! Gegen Verschwörungstheorien kann man nichts ausrichten. Wenn man jedem, der einen aus seiner Komfortzone holt, gleich den Lügenvorwurf an den Kopf wirft, ist man zu einer ernsthaften Diskussion sowieso nicht bereit.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2016-01-23:d9922dcfaa01cb380f0c76ed80b83895</id>
	</entry>

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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-12-11T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-12-11T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">2015er Vortrag über Responsive Layout</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/video-responsive-layout" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Den folgenden Vortrag habe ich in ähnlicher Form bereits zu einer Handvoll Gelegenheiten gehalten – mit wechselnder Zielgruppe und Länge. Da ich jedes einzelne Mal die Aufnahme versemmelt habe, hier ein nachproduziertes Stück Video mit astreiner Tonqualität:</p>
<iframe src="https://player.vimeo.com/video/148651159?color=009900" width="515" height="387" frameborder="0" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen></iframe> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-12-11:2fc96becb85f8bef933d1848c9f55da3</id>
	</entry>

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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-12-10T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-12-10T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Endlich da: Die Brille</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/die-brille-app" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Was lange währt, wird endlich released: Unsere freundlichen Mitbewohner in der <a href="http://p-acht.net">P8 Bürogemeinschaft</a> bringen heute ihr erstes gecrowdfundetes Spiel namens <a href="http://brillenabenteuer.de/">Die Brille</a> heraus, wobei „Interaktives Wimmelbuch“ die Sache wohl besser trifft. Gemeinsam mit dem Würzburger Illustrator <a href="http://www.herrarmbruster.de/">Martin Armbruster</a> (der einen sehr eigenwilligen und unmainstreamigen Stil besitzt) haben die beiden Games-Spezialisten der <a href="http://gentletroll.com/">Gentle Troll Entertainment GmbH</a>, also eben der Michel und der Schuh, in den letzten Monaten jede Menge Schweiß und Herzblut vergossen, um dieses kleine Projekt endlich zum Fliegen zu bringen!</p>
<p><iframe width="515" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/Z7f4O0lfQxs" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Warum hat es so lange gedauert (von der Idee Ende 2012, über die Crowdfunding-Kampagne im Sommer 2013 zum finalen Release Ende 2015)? Das hat diverse Gründe. Ein gewichtiger ist sicherlich der mehrfache Wechsel der Produktionsplattform. Von Flash über Phaser über Unity2D und Unity3D wurde offenbar alles einmal ausprobiert, was in der Lage gewesen war, den Shit crossplatform rauszurendern, um in die diversen nativen App Stores dieser Welt zu kommen.</p>
<p>Für alle Teilnehmer der <a href="https://www.startnext.com/die-brille-app">Crowdfunding-Kampagne</a> ist die Brille natürlich gratis, doch die 2,99 € für die iPad-App lohnen sich absolut für alle Leute mit Kindern oder anderen kleinen Verwandten zwischen 3 und 6 Jahren – denn die tausend kleinen Animationen, Gags und Sounds machen tatsächlich Riesenlaune!</p>
<p>Ich gratuliere meinen Kollegen aufs Herzlichste und hoffe auf viele knallende Sektkorken im Büro – alle 1.000 verkaufte Einheiten mindestens einen ;-)</p>
<p><a href="https://itunes.apple.com/de/app/die-brille/id1041410485?mt=8">Jetzt im App Store kaufen, Mann!</a></p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-12-10:7574aa374edac462dd5fa5d17d0680ae</id>
	</entry>

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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-11-30T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-11-30T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Tablet First – der kesse Kniff für Leute von heute!</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/tablet-first" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Wie wohl die meisten Webdesigner haben wir irgendwann 2013 gemerkt, dass der Spaß, den man beim nachträglichen Responsivieren von komplexen Website-Layouts hat, begrenzt ist. Das sogenannte „Responsive Retrofitting“ wird natürlich bis heute häufig praktiziert, wenn das Kundenbudget nicht für einen echten Relaunch ausreicht, oder die Zeit schlichtweg knapp ist. Selbstverständlich kann man sich hier aber auch ganz trefflich im Aufwand verschätzen, denn vierstufige Navigationen und ellenlange Seitenspalten, die unabhängig von der Haupttextspalte agieren, sind im linearisierten Layout echte Störenfriede.</p>
<p>Besser ist es, das Layout gleich als responsives Gesamtkonstrukt zu konzipieren, und die wichtigsten gewünschten Bildschirmbreiten gleichzeitig und gleichberechtigt zu betrachten und zu bauen. Dieser „Everything First“-Ansatz funktioniert auch in der Screendesign-Phase ganz passabel. Egal, ob ihr eure ersten Anmutungen und Wireframes in Photoshop, Sketch oder auf Prototyping-Papier entwerft – es fällt gar nicht sonderlich schwer, parallele Versionen für Desktop (&gt; 900px), Hochkant-Tablet (500–900px) und Smartphones (&lt; 500px) zu bauen, wenn man genügend Routine und ein paar gute Einfälle hat.</p>
<figure class="txp"><img alt="" height="600" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2015/tablet-first/bb8ff77105-1760525935/entwurf.png" width="827"></figure>
<p>(Diese drei klassischen Entwurfsgrößen sind dabei nur grobe Anhaltspunkte und dienen als statische Aufhänger, welche später im browserfähigen Prototypen möglichst stufenlos ineinander übergehen können sollten. Meist braucht man deutlich mehr Breakpoints, und auch die Bildschirmhöhe spielt eine wichtige Rolle, schon klar.) </p>
<p>Sobald wir nun aber die Phase des initialen Entwurf verlassen und in den responsiven Workflow übergehen, wo wir im ständigen kleinteiligen Wechsel Screendesign und Frontend-Entwicklung ineinander greifen lassen, muss es naturgemäß eine Ursprungsgröße geben, sowie eine Richtung, in die man sich vorarbeitet. Klassischerweise ist das in früheren Jahren nach dem <strong>Desktop-First</strong>-Paradigma verhandelt worden. Die Breiten ab 900px bekommen das reguläre <span class="caps">CSS</span>, während die kleineren Bildschirme die <span class="caps">CSS</span>-Sonderregeln innerhalb von Media-Query-Klammern zugewiesen bekommen:</p>
<pre><code>/* Normales CSS für alle Geräte: */
nav li { display: inline-block; }

/* Davon abweichende Regeln für Tablets und kleiner: */
@media (max-width: 900px) {
    nav li { font-size: .9em; }
}

/* Weitere Abweichungen für Smartphones: */
@media (max-width: 500px) {
    nav li { display: block; }
}</code></pre>
<figure class="txp"><img alt="" height="282" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2015/tablet-first/26581d42e1-1760525935/desktopfirst.png" width="864"></figure>
<p>Diese Taktik ist allerdings größtenteils Schnee von gestern. Seit einiger Zeit wird allenthalben dem <strong>Mobile First</strong> gepriesen. Abgesehen davon, dass diese Catchphrase auf allen möglichen Ebenen verwendet wird (bis hin zum Business-Mantra disruptiver Enterprise-Unternehmen), bedeutet es für Frontend-Entwickler schlicht die Umkehrung des oben beschriebenen Prinzips. Wir betrachten das Smartphone-<span class="caps">CSS</span> als den „Normalfall“, und alles größere ist die Abweichung:</p>
<pre><code>/* Normales CSS für alle Geräte: */
nav li { display: block; }

/* Davon abweichende Regeln für Tablets und größer: */
@media (min-width: 500px) {
    nav li { display: inline-block; }
}

/* Weitere Abweichungen für Desktop-Größen: */
@media (min-width: 900px) {
    nav li { display: block; font-size: 1.1em; }
}</code></pre>
<figure class="txp"><img alt="" height="289" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2015/tablet-first/747843f4b3-1760525935/mobilefirst.png" width="900"></figure>
<p>Im Grunde machen beide Codebeispiele das Gleiche, und bei solch einfachen Dingen vermag man kaum einen praktischen Vorteil der einen oder der anderen Methode erkennen. Der reine <span class="caps">CSS</span>-Code ist aber nur das eine. Der Workflow ist etwas anderes! Wenn ich davon ausgehe, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Gestaltung <em>on-the-fly</em> während des <span class="caps">CSS</span>-Aufbaus entsteht, macht es schon einen Unterschied, ob ich mich zuerst mit den „gewohnten“ Bildschirmgrößen beschäftige, und das Browserfenster solange kleiner ziehen, bis man scrollen muss oder nichts mehr erkennen kann, um dann einen Breakpoint zu setzen. Oder ob ich umgekehrt das Browserfenster langsam immer größer ziehen, bis es irgendwann scheiße auszusehen beginnt.</p>
<p>Sowohl Desktop First als auch Mobile First haben dabei gewisse Schwächen, die zunächst nicht auf der Hand liegen, aber deren Auswirkungen man ziemlich gut im derzeitigen Web beobachten kann.</p>
<p>Das Problem von Desktop First ist das Zusammenquetschen von Elementen auf zu engem Raum. Oder – manchmal noch schlimmer – das Weglassen von eventuell nützlichen Elementen. Und natürlich exzessive Ausklapp- und Off-Canvas-Orgien.</p>
<p>Mobile-First-Designs hingegen leiden oft unter akuter Blutleere. Alles wirkt übersimplifiziert und mit zuviel langweiligem Weißraum aufgeblasen, der nur als Füllmaterial dient. Und natürlich schwer lesbare, ellenlange Textzeilen aufgrund der notorischen Einspaltigkeit.</p>
<p>Was liegt also näher als zu versuchen, <del>einen faulen Kompromiss zu machen</del> das Beste aus beiden Welten zusammenzubringen, und von der Mitte auszugehen? Ende letzten Jahres hatten wir genau diesen Gedanken, und <strong>Tablet First</strong> war geboren! Es funktioniert ganz genauso, wie man es sich vorstellt: Die Originalversion des <span class="caps">CSS</span> ist auf Hochkant-Tablets optimiert, und es gibt Anpassungen für breitere sowie, unabhängig davon, schmalere Bildschirme. In der Praxis sieht das dann so aus:</p>
<pre><code>/* Normales CSS für alle Geräte: */
nav li { display: inline-block; }

/* Davon abweichende Regeln für Desktop-Größen: */
@media (min-width: 900px) {
    nav li { font-size: 1.1em; }
}

/* Weitere Abweichungen für Smartphone-Größen: */
@media (max-width: 500px) {
    nav li { display: block; }
}</code></pre>
<figure class="txp"><img alt="" height="283" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2015/tablet-first/bf84edc37c-1760525935/tabletfirst.png" width="902"></figure>
<p>Hammer, nicht wahr? Mit diesem Paradigma konzentrieren wir uns auf mittelgroße Bildschirme und geraten nicht in Versuchung, allzu komplexe oder allzu reduzierte Layout-Bausteine zu gestalten. Es bleibt irgendwie sane und handlebar. Was denkt ihr?</p>
<h3>Bonus: Einbettung in Sass</h3>
<p>Dieser Artikel könnte jetzt vorbei sein, doch ich lege noch einen drauf! Da wir, wie wohl die meisten von euch, inzwischen mit dem <span class="caps">CSS</span>-Präprozessor Sass arbeiten, haben wir uns angewöhnt, unsere Tablet-First-Media-Queries direkt in die <span class="caps">CSS</span>-Eigenschaften hineinzuschreiben, weil man so alle Regeln, die zu einem Element gehören, beisammen hat und nicht ständig zwischen verschiedenen Abschnitten einer <span class="caps">CSS</span>-Datei oder gar in verschiedenen <span class="caps">CSS</span>-Dateien umherspringen muss. Darüber hinaus verzichten ich gerne auf feste Breakpoints, die für alle Layout-Elemente gleichermaßen als <em>die</em> großen Parameter dieses Webprojekts gelten. Vielmehr setzen wir immer häufiger auf „Mikrobreakpoints“ – noch so ein Wort, was wir uns ausgedacht haben. Soll heißen: Bei der Gestaltung eines ganz bestimmten Elements mag es sinnvoll sein, bei genau 866px auf die Vierspaltigkeit zu wechseln, während bei einem anderen Element 910px der richtige Moment ist, das Floating umzudrehen. <em>One Breakpoint fits all</em> gibt’s ja irgendwie doch nicht wirklich.</p>
<p>Wenn wir alle drei Konzepte (Tablet First, Nested Media Queries, Mikrobreakpoints) zusammenfassen, könnte das in Sass etwa so aussehen:</p>
<pre><code>nav li {
    display: inline-block;
    @include greater(900) {
        font-size: em(17);
    }
    @include smaller(500) {
        display: block;
    }
}</code></pre>
<p>Um die Übersichtlichkeit noch ein kleines bisschen zu verbessern, habe ich im obigen Beispiel zwei Sass-Mixins und eine Funktion verwendet, die die Handhabung im Code vereinfacht, und ein paar good practises für die Media-Query-Syntax einsetzt:</p>
<pre><code>@function em($px, $context: 16) {
    @return ($px / $context) * 1em;
}

@mixin smaller($px) {
    @media only screen and (max-width: em($px)) {
        @content;
    }
}

@mixin greater($px) {
    @media only screen and (min-width: em($px)) {
        @content;
    }
}</code></pre>
<p>Jetzt ist aber wirklich Schluss. Über Anregungen und Kritik in den Kommentaren freuen wir uns!</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-11-30:28b148145ba03193603fae9765cee771</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-11-25T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-11-25T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Die Komfortzone der Skeptiker</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/die-komfortzone-der-skeptiker" />
				<summary>Es gibt zwei Arten von Nachrichten, die sich gut verkaufen: Schlechte Nachrichten und solche, die das schlechte Gewissen des Lesers beruhigen!</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Über letztere muss ich mich derzeit des öfteren ärgern. Zwei Beispiele, zufälligerweise beide aus der Süddeutschen Zeitung:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.sueddeutsche.de/auto/zwiespaeltige-umweltbilanz-e-autos-dreckiger-als-gedacht-1.2748493">E-Autos - dreckiger als gedacht</a></li>
<li><a href="http://www.sueddeutsche.de/auto/fahrraeder-mit-elektro-antrieb-immer-beliebter-und-umstrittener-1.2742040">Immer beliebter - und umstrittener</a></li>
</ul>
<p>In beiden Fällen wird dem konservativen Leser nahegelegt, sich nicht vom unbequemen Trend der Elektromobilität verrückt machen zu lassen, denn diese ist im Zweifel noch umweltschädlicher als die Verbrennung (im Falle von E-Autos) und dazu noch akut gefährlich für Leib und Leben (im Falle von E-Bikes).</p>
<p>Liest man genauer, geht es immer um Extremfälle. Das Elektroauto verbrauche in seiner Herstellung soviel CO₂, dass man erst 100.000 Kilometer fahren müsse, um diese wieder einzusparen. Dass man dabei (wie so oft!) vom durchschnittlichen Strommix ausgeht, steht dann halb versteckt in einem Nebensatz. Mit Ökostrom erreiche man die Einsparung nämlich bereits bei 30.000 Kilometern. Dabei wird vergessen, dass Fans von Elektroautos meistens auch Umweltfreunde sind und privat längst auf Ökostrom umgestellt haben. Und die meisten öffentlichen Ladesäulen setzen ebenfalls auf Ökostrom. Unter Elektromobilisten eigentlich eine Selbstverständlichkeit – unter konservativen Geistern offenbar etwas ganz und gar Unvorstellbares!</p>
<p>Mich ärgert es, dass man – bei aller Objektivität – offenbar eine gewisse Freude erkennen kann, die das Schlechtreden von Technologien bereitet. Und zwar immer dann, wenn es darum geht, das eigene Verhalten ändern zu müssen, sollte sich das Neue als tatsächlich sinnvoll und geboten herausstellen.</p>
<p>Ähnliches wäre übrigens über den Veganismus zu berichten. Viele Allesesser lechzen geradezu nach Negativnews über die vegane Lebensweise, damit sie sich mit einem „Siehste, ich hab’s ja immer gesagt!“ zurücklehnen können, und ohne schlechtes Gewissen ihre gewohnte Lebensweise behalten können.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-11-25:e263104b2275685ab08e69f58b298d2d</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-11-05T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-11-05T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Die Blasenwelten von Print und Web</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/print-web-filterblase" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Filterblasen nennt man abgeschlossene soziale Räume, in denen Gleichgesinnte über ihnen wohlbekannte Themen reden und dabei eigene Werte und Sichtweisen immer weiter kultivieren und sich gegenseitig bestätigen. Der Blick über den Tellerrand wird dabei oftmals aus Bequemlichkeit vermieden.</p>
<p>Heute war ich in meiner alten Hochschule in Mainz zu Gast und konnte mich mit zwei meiner damaligen Typografie-Professoren, sowie einer Reihe von Masterstudent/innen aus dem Studiengang <a href="http://www.gutenberg-intermedia.de/2015-deep-typography/">Deep Typography</a> über Webtypografie austauschen. </p>
<p>Meine Beobachtung ist, dass sowohl die klassischen Printdesigner als auch wir Webdesigner nicht genügend voneinander lernen, und jede Gruppe ein wenig in ihrer eigenen Blase lebt. Ich stellte unter anderem fest, dass</p>
<ul>
<li>visuelle Trends im Grafikdesign sich kaum im Webdesign widerspiegeln, und umgekehrt. Jede Disziplin hat unabhängige Trendzyklen und eigene herausragende Benchmarks und Protagonisten.</li>
<li>mutige und neuartige typografische Entscheidungen im Webdesign fast ausschließlich auf Websites „von Designern für Designer“ stattfinden, nicht bei echten Kundenprojekten.</li>
<li>Grafikdesigner immer noch Schwierigkeiten haben, den extrem hohen Stellenwert eines mediengerechten, flexiblen Webdesign-Systems zu würdigen. Das krass durchgestaltete, aber starre Design ohne responsive Komponenten gilt immer noch als akzeptabel.</li>
<li>Webdesigner (mich eingeschlossen) oftmals ziemlich einfältig sind, was die Möglichkeiten angeht, die ein mutiger und radikaler Einsatz von Typografie eröffnet. „Gutes“ Webdesign erschöpft sich bei diesen Leuten oftmals in einem Aneinanderreihen von Best Practices, die man von Bootstrap, Divi und den anderen Baukästen kennt. Detailtypografische Parameter spielen kaum eine Rolle.</li>
</ul>
<h3>Was fehlt</h3>
<p>Um es kurz zu machen: Es gibt zu wenig Beispiele von typografischer Gestaltung im Webdesign, die</p>
<ul>
<li>frisch und neuartig, mutig und radikal, verblüffend und detailverliebt daherkommt.</li>
<li>dabei mediengerecht bleibt und auch im responsiven und barrierearmen Kontext funktioniert.</li>
<li>ein Mindestmaß an Usability und Lesbarkeit (falls nötig) offeriert.</li>
<li>ein reales Produkt oder eine normale Dienstleistung darstellt und nicht im Kontext einer Agentur-Selbstdarstellung stattfindet, oder explizit an Designer gerichtet ist.</li>
<li>technisch sauber und performant umgesetzt ist.</li>
</ul>
<p>Bereits beim Verfassen meines <a href="http://webtypobuch.de/">#webtypobuch</a> fiel es mir extrem schwer, solche kreativen Beispiele zu finden. Meine These zur Begründung: Die eingefleischten Webdesigner sind sehr vorsichtig und zu stark von der Usability-Polizei eingeschüchtert. Gleichzeitig sind die wilden und experimentellen Grafikdesigner zu weit von den Realitäten des Mainstream-Webs entfernt, so dass sich hier keine gegenseitige Befruchtung einstellen mag.</p>
<p>Man könnte fast zu der Vermutung gelangen, dass es faktisch  unmöglich sei, beide Welten unter einen Hut zu bringen – was ganz schön schade wäre.</p>
<h3>Was müssen wir tun?</h3>
<p>Erster Schritt: Lasst uns den Gegenbeweis antreten! Sammeln wir alle zusammen einmal inspirierende Websites, die einige oder gar alle der obigen Aspekte in sich vereinen. Eine <a href="http://www.designmadeingermany.de/galerie/webseiten/">weitere Designgalerie</a> nach dem Muster von <span class="caps">DMIG</span>? Ja, aber schmeißen wir doch mal alle Agenturportfolios und alle nichtresponsiven Projekte raus! Dann bleibt nichts mehr übrig? Eben! (Ich stelle mich gerne als strenger Kurator zur Verfügung und brenne darauf, die Liste zu veröffentlichen und schick aufzubereiten.)</p>
<p>Zweiter Schritt: Machen wir unseren Kunden einen mutigeren Umgang mit Schrift, Fotos, Illustration, Animation und Farbe schmackhaft. Kämpfen wir für mehr individuellen Look, wenn wir schon alle die gleichen responsiven Layout-Strukturen verwenden müssen. Kurz gesagt: Macht Werbung für mehr krassen Style, jetzt wo das Grundgerüst der responsiven Technologie so stabil verankert ist!</p>
<p>Was meint ihr, kriegen wir da was zustande? Ihr kennt die Kommentarfunktion, ihr kennt Twitter! Dankeschön.</p>
<p><strong>Update 9.11.2015:</strong> Owen Williams hat auf <span class="caps">TNW</span> News <a href="http://thenextweb.com/opinion/2015/09/23/zzzzzz/">ähnliche Gedanken</a> wie ich.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-11-05:d8068a6aa4348583a6371169f55410e9</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-10-23T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-10-23T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Mobile First First Contact</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/mobile-first-contact" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Gerade habe ich meinen jüngsten <span class="caps">HTML</span>/CSS-Einführungskurs an der <a href="http://zhdk.ch/">Zürcher Hochschule der Künste</a> beendet. Teilnehmer waren elf ausgesprochen freundliche Erstsemestler, die die Grundlagen der Webgestaltung erlernen sollten. Es gab keine nennenswerten Vorkenntnisse in der Materie, also konnte ich – wie immer – relativ frei agieren. Und anders als in den letzten Jahren wollte ich diesmal etwas Neues ausprobieren. </p>
<p>Was, wenn man jeglichen historischen Ballast ignoriert, und nur die neuesten und tollsten Praktiken lehrt? Ein bisschen Zen in den Unterricht (und meinen eigenen Kopf) bringen, auch wenn es nicht 100% praxisnah ist?</p>
<p>Ich habe das mal gemacht:</p>
<ul>
<li>nur die neuesten Browserversionen</li>
<li>keine Float-Layouts, nur Flexbox-basierte Konstruktionen</li>
<li>Mobile First in Entwurf und Umsetzung</li>
<li>vollfluides <span class="caps">CSS</span> (möglichst alle Breitenangaben in Prozent)</li>
<li>Responsive Breakpoints für den zweiten Kursabschnitt aufheben</li>
</ul>
<p>Ich kann sagen, dass das soweit ganz gut geklappt hat! Das Konzept, dass die mobile Nutzung einer Website heute viel wichtiger ist als die Desktop-Nutzung, musste kaum erklärt werden – das erschließt sich Menschen mit Anfang 20 von alleine.</p>
<p>Wenn man <span class="caps">HTML</span> und <span class="caps">CSS</span> komplett neu lernt, so ist eine anfängliche Beschränkung auf eher lineare Mobile-First-Layouts eine hilfreiche Sache, denn besonders komplexe Gestaltung ist hier kaum möglich – von daher konnten die Kursteilnehmer ihre Scribbles meist erfolgreich und ohne größere Schwierigkeiten umsetzen. Für viel Freude sorgte dann am letzten Tag der finale Check des Layouts auf dem eigenen Smartphone – umgesetzt über <span class="caps">MAMP</span> und Zugriff per lokaler IP-Adresse im ZHdK-<span class="caps">WLAN</span>.</p>
<p>In nur 3 Tagen konnte ich die Grundlagen von modernem <span class="caps">HTML</span>/CSS rüberbringen. In meinen früheren Kursen ging recht viel Zeit für komplizierte Erläuterungen von schwer verständlichem Layoutverhalten drauf, u.a. bei Floats, Clearing, Selfclearing. Klar, manche Dinge wie absolute Positionierung in Kontextelementen oder Prozentangaben im vertikalen Padding, sind nach wie vor starker Tobak für Anfänger, aber man muss natürlich auch realistisch sein – <span class="caps">CSS</span> ist nicht einfach! </p>
<p>Insgesamt bin ich sehr zufrieden, wie selbstverständlich das Konzept einer unbekannten Viewportgröße aufgenommen wurde, und wie nett die Entwürfe teilweise geworden sind. Das mache ich jetzt immer so.</p>
<p>Wen es interessiert: Die Studierenden bekamen drei verschiedene Briefings mit ein paar vorbereiteten Assets zur Auswahl: Die Webpräsenz einer Glamrock-Band, das Tagebuch einer Weltreise und die Produktwebsite eines neuartigen Sneaker-Modells. Alle drei Aufgaben wurden etwa gleich oft gewählt :-)</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-10-23:d1274aa181083d51e744b7a692f7afac</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-09-24T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-09-24T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Typografie zur Markenbildung: Blendle zeigt, wie’s geht!</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/blendle-typografie" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Die derzeit gehypte Meta-Nachrichtenwebsite <a href="https://blendle.com">Blendle</a> wartet nicht nur mit inhaltlichen Überraschungen auf („Ach, so interessante Lesestücke gibt es also auf Papier gedruckt?“), sondern durchaus auch mit einer spannenden Entscheidung, was die Typografie angeht.</p>
<p><figure class="txp"><img alt="Blendle" height="643" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2015/blendle-typografie/6fd7c7726c-1760525925/blendle.jpg" width="1051"></figure></p>
<p>Die eigentlichen Artikel der verschiedenen Tageszeitungen sind nämlich an die jeweilige Typografie der Print-Publikation angelehnt, jedoch in einem webgerechten und einheitlichen gestalterischen Rahmen. Dies ist natürlich ein Kompromiss zwischen dem Blendle-Branding und dem Branding der jeweiligen Original-Publikation, doch es ist ein guter und cleverer Kompromiss: Die Webprofis von Blendle kümmern sich um das gesamte Drumherum, die unkomplizierte Bedienung, den Mobile-First-Ansatz, alles Dinge, die so ein deutsches Printmedienhaus kaum alleine hinbekommen würde. Sobald man jedoch in den eigentlichen Inhalt hineinspitzt, sieht man die vertrauten Schrifttypen der Süddeutschen Zeitung, der Zeit und des gedruckten Spiegels.</p>
<p>Somit versprüht Blendle mehr typografisches Banding als die meisten offiziellen Zeitungs-Websites, die ja doch manchmal noch recht zögerlich mit Webfonts umgehen – von Ausnahmen einmal abgesehen. Und ich finde es hochgradig erstaunlich, mit welch kleinen Stilmitteln man bereits den Duft einer bestimmten Zeitung simulieren, und dabei trotzdem gut lesbar und mobiloptimiert unterwegs sein kann.</p>
<p>Mit Schaudern denkt man da zurück an die Zeiten von gruseligen ePaper-Ausgaben zu Wucherpreisen. Diese Kulturtechnik wird nun hoffentlich für immer verschwinden. Und mal sehen, ob mehr und mehr Verlage auf den Zug aufspringen und Blendle typografisch noch interessanter wird. Vom Inhalt einmal großzügig abgesehen, aber darüber <a href="http://wirres.net/article/articleview/8590/1/6/">schreiben ja andere</a> schon eifrig ins Internet.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-09-24:eb411d7f770f53ba45866a331401f004</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-09-03T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-09-03T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Zu Gast bei Bits und so</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/zu-gast-bei-bits-und-so-2015" />
				<summary>Gestern war ich zu Gast beim Tech-Podcast Bits und so und plauderte über meine ersten Erfahrungen mit unserer neuen ZOE:</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<iframe src="https://www.youtube.com/embed/HpGt_cXcMNg?rel=0&amp;showinfo=0" class="media__inner"></iframe>
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/c4JB92G-3d0?rel=0&amp;showinfo=0" class="media__inner"></iframe> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-09-03:4bd7210594e465064ff88e21f96598bd</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-08-20T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-08-20T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Eine Woche ZOE – ein erstes Fazit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/eine-woche-zoe-ein-erstes-fazit" />
				<summary>Seit einer guten Woche fahren wir nun unsere ZOE – wobei ich selber meist nur Beifahrer bin, denn meine Frau hat schnell eine große Begeisterung für das elektrische Fahren entwickelt und seitdem wird um jeden Kilometer gerungen. Logisch, wer hier meistens gewinnt :-)</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Das geräuschlose Fahren mit der festen Übersetzung und der sanften Beschleunigung im Eco-Modus sind ein Traum und verleiten zum langsamen und entspannten Gleiten. Erstaunlicherweise fahren wir tatsächlich freiwillig langsamer als mit unserem alten Benziner, denn die Fahrt wirkt schneller, weil das Geräusch und das Ruckeln fehlt. Es ist so viel stressfreier, dass man sich ernsthaft fragt, warum so viele Europäer nicht auf ihre archaische Handschaltung verzichten mögen.</p>
<p>Beinahe zeitgleich mit der Abholung des Wagens wurde auch die Wallbox geliefert, eine <a href="http://www.wallb-e.de/wallb-e-home/">wallb-e Home</a> mit 22kW in blau, so dass ich auch Zuhause genauso amtlich schnellladen kann wie unterwegs an den meisten professionellen Ladestationen. Wenn diese denn mal funktionieren! Leider haben sich bei unserem ersten »längeren« Ausflug nach Schwäbisch Hall alle Götter gegen uns verschworen. Drei Dinge gingen schief:</p>
<ol>
<li>Unsere Unerfahrenheit mit der kuriosen Eco-Streckenführung des eingebauten Tom-Tom-Navis führte dazu, dass wir über eine extrem kuriose Apfelstrecke parallel zur B19 geleitet wurden und nun jedes Kuhkaff südlich von Würzburg kennen.</li>
<li>Mit einem solchermaßen erschütterten Vertrauen hatten wir dem Navi nun absolut nicht mehr geglaubt, dass die B19 auf mehreren Kilometern Strecke vollständig gesperrt wäre. Leider entsprach das jedoch der Realität. Hektisches Vergleichen von drei Navigations-Apps bei schlechtem Edge-Empfang waren die Folge. Nicht schön.</li></li>
<li>Die öffentlichen Schnellladestationen im Hohenloher Land sind spärlich gesäht und dazu auch noch zu zwei Dritteln kaputt (eigene Statistik an diesem Wochenende). Die erste Woche ZOE beinhaltete also auch die obligatorische Notladung beim Nachbarn mit Verlängerungskabel.</li>
</ol>
<p>Wir haben also festgestellt, dass Ingelfingen bei Künzelsau ein Pflichtstopp auf zukünftigen Reisen nach Schwäbisch Hall sind, da die dortige Ladestation nicht nur schnell, sondern auch kostenlos ist. Und da es wohl ein gutes Restaurant in Laufweite gibt. Solche Dinge beginnen, wichtig zu werden, wenn man sich nicht im unmittelbaren Umkreis von seiner eigenen Ladestation befindet.</p>
<p>Diese wurde heute dann von einem sehr freundlichen und kompetenten Elektriker angeschlossen. Danke dafür an <a href="http://www.behringer-electric.de/">Behringer Electric</a> in Estenfeld – saubere Arbeit! Jetzt muss ich noch mit den Nachbarn absprechen, ob sie das hochfrequente Fiepen des Aufladevorgangs für ca. 60 Minuten ertragen können, oder ob ich den normalen Ladevorgang lieber in die Nacht programmieren soll</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-08-20:3d66db061d4459044ae887588b1b12d3</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-07-24T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-07-24T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">ZOE bestellt, Ladestation (beinahe) bestellt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/zoe-bestellt-ladestation-beinahe-bestellt" />
				<summary>Wie schon seit einigen Monaten geplant, habe ich nun zugeschlagen und heute eine Renault ZOE bestellt. (Exkurs – die offizielle Sprachregelung ist crazy: Intern in den Autohäusern und unter Besitzern und Interessierten ist die ZOE weiblich. In der TV-Werbung und unter Nicht-Eingeweihten ist der ZOE männlich)</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<iframe src="https://www.youtube.com/embed/CK9W1rVejPU?rel=0&amp;showinfo=0" class="media__inner"></iframe>
<p>ZOE hat sich knapp gegen Nissans <a href="http://www.nissan.de/DE/de/vehicle/electric-vehicles/leaf.html">Leaf</a> durchgesetzt. Erstere ist vom Listenpreis her ein wenig günstiger und kann in allen möglichen Geschwindigkeiten geladen werden (bis 22kW mit Wallbox zuhause, bis 43kW unterwegs). Letzterer ist etwas größer, besser verarbeitet, kostet etwas mehr, kann aber nur sehr langsam oder sehr schnell aufgeladen werden (bis 4,6kW mit Wallbox zuhause, bis 50kW unterwegs an sehr seltenen CHAdeMO-Ladesäulen). Beide Händler bzw. Hersteller machen derzeit großzügige Rabatt-Angebote, wollen ihre Tageszulassungen und Vorführwägen loswerden. Für 15.000–19.000 Euro kann man sich ein neuwertiges Elektroauto kaufen, wenn man die Batterie zu mieten bereit ist (was man aus Gründen unbedingt tun sollte).</p>
<p>Die ganzen Auflademöglichkeiten, Geschwindigkeiten, Stecker, Ladesäulentypen, Anbieterverbunde usw. sind übrigens die Pest! Ohne tagelange Recherche im Netz bekommt man hier kaum ein halbwegs sicheres Gefühl für die Materie.</p>
<p>Am 10. August holen wir unsere Vorführ-ZOE in Weiß-Metallic, 3000 Tachokilometern und »Life«-Basis-Ausstattung ab. Bis dahin sollte die Frage der Zuhause-Auladung geklärt sein. Natürlich kann ich ein paar Tage mit dem Notladekabel an der Schuko-Steckdose zurecht kommen, doch wer ernsthaft ZOE fährt, will zuhause 22kW haben. Dafür benötigt man zweierlei Dinge: Einen dreiphasigen Starkstromanschluss mit 32A, sowie eine passende Wallbox, die den Strom in ZOE-gerechtes Format umwandelt.</p>
<p>In den letzten Tagen stellte sich die große Frage: fest installierte Wallbox oder eine mobile Ladeeinheit (die bescheuerterweise meist »mobile Wallbox« genannt wird). Nach intensiver Recherche auf teilweise gruseligen Online-Shops habe ich zwei Modelle des deutschen Herstellers Stromox im Auge: Die wunderschöne <a href="http://www.stromox.eu/product_info.php?info=p62_wandladestation-wallb-e-home-22kw.html">wallb-e home</a>, sowie die grottenhässliche <a href="http://www.stromox.eu/product_info.php?info=p67_mobile-ladestation-wallb-e-to-go-22kw.html">wallb-e to go</a>.</p>
<figure><a href="http://www.stromox.eu/product_info.php?info=p62_wandladestation-wallb-e-home-22kw.html"><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2015/zoe-bestellt-ladestation-beinahe-bestellt/67f4333fca-1760525924/62_0.png"></a></figure>
<figure><a href="http://www.stromox.eu/product_info.php?info=p67_mobile-ladestation-wallb-e-to-go-22kw.html"><img alt="" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2015/zoe-bestellt-ladestation-beinahe-bestellt/452b32965d-1760525924/wallbox.png"></a></figure>
<p>Technisch sind beide Geräte angeblich quasi identisch, nur dass die stationäre Version auch ohne FI bestellt werden kann, und dadurch billiger sein kann, während die mobile Version seinen FI fest integriert hat. Im Grunde tendiere ich zur stationären Variante. Den FI lasse ich schick vom Elektriker in den Stromkasten im Keller installieren, oder nutze gar meinen vorhandenen CEE-Anschluss und lasse ihn nur nach außen verlegen, wo in wenigen Tagen ein kleiner Schuppen installiert wird.</p>
<p>Ganz billig ist der Einstieg in die heimische Schnell-Ladung mit 22kW also nicht – min. 1.000 Euro für die Hardware und nochmal geschätzte 200 Euro für den Elektroinstallateur muss man rechnen. Aber eine Aufladezeit von 0 auf 150km Reichweite  (Stadtverkehr*) in ca. einer Stunde geht voll in Ordnung.</p>
<ul>
<li>Auf die Autobahn-Reichweite bin ich gespannt. Hier kann man extrem unterschiedliche Zahlen aufschnappen, je nach Wetter, Klimaanlage, Fahrgeschwindigkeit usw.</li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-07-24:63f41802e9d6c7466d214946a7a20cf7</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-07-05T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-07-05T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Meine zerstörte iCloud-Mediathek</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/apple-music-icloud-fuckup" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Meine iTunes-Bibliothek ist ganz schön alt. Ich stamme ja noch aus einer Generation, die mit dem Mantra „Rip. Mix. Burn.“ etwas anfangen konnte. Meine iTunes-Musiksammmlung besteht seit 2001 und hat seitdem alle Versionen von iTunes mitgemacht, wurde also schon ca. ein Dutzend Mal beim ersten Start einer neuen iTunes-Version „aktualisiert“, wie es so schön heißt.</p>
<p>Sie enthält allerlei digitale Kuriositäten aus den unterschiedlichsten Quellen. Die unorthodoxeste Form, wie ich an eine Handvoll digitaler Privatkopien gekommen bin, dürfte <a href="http://forum.digitalfernsehen.de/forum/small-talk/25413-nbc-giga-startet-videotext-ab-1-august.html">Megaradio</a> gewesen sein. Wer kennt es noch? Eine Zeitlang wurde der Videotext-Datenstrom von <span class="caps">NBC</span> <span class="caps">GIGA</span> für das Streamen von MP3-Daten missbraucht. Mit einer TV-Karte am PC und einer entsprechenden Software konnte man mitschneiden und die mies komprimierten Musikstücke bei sich abspeichern.</p>
<p>Genug der Nostalgie. Mit der Software iTunes war ich, wie viele andere auch, in den letzten Jahren immer unglücklicher. Das lag vor allem daran, dass Apple nicht mutig genug war, die drölfzig Bestandteile, die iTunes auf dem Mac in sich vereint, aufzutrennen und separat weiterzuentwickeln. Im Grunde hätte man schon vor einigen Jahren getrennte Apps für den Store, die Videos und so weiter bauen müssen, wie das unter iOS ja geschehen ist. iTunes auf dem Mac ist überladener Schrott. Doch das Gegenteil ist passiert: Auch das neue Apple Music ist noch in iTunes 12 reingeflascht worden und verrichtet dort als eine von zwanzig weiteren Funktionalitäten seinen Dienst. </p>
<p>Ich mach das ja immer alles mit, ich bin so. Ich habe vor vier Jahren bei der Einführung von iTunes Match die Gelegenheit genutzt, meine Musiksammlung komplett in die Cloud zu laden, um sie ohne umständliches Kabelgesynce auch auf anderen Macs und meinem iPhone hören zu können. Nebenbei wurde die Klangqualität meiner abenteuerlicheren MP3s aufgewertet – auch nicht schlecht. Und iTunes Match funktionierte so gut, dass ich nach kurzer Zeit die Originaldateien von meinen iTunes-Bibliotheken gelöscht hatte, um Platz zu sparen. Das war risikoreich, aber es hat funktioniert. (Hinweis: Man soll Clouddienste nicht als Backup verstehen! Warnung! In diesem Falle hat es aber geklappt.) </p>
<p>Irgendwann letztes Jahr wurde mir iTunes Match zu teuer, und ich habe zwei Dinge gemacht: Alle Stücke von der iCloud wieder lokal in iTunes zurückgespielt, und dann alles zu Google Musik geschoben, weil dies kostenlos ist. Hat auch gut funktioniert! </p>
<p>Und zu meinem Glück habe ich dann vergessen, die Musik wieder aus iTunes heraus zu löschen! Zu. meinem. Glück. Nun hatte ich meine alte Musiksammlung wieder offline in iTunes, mit allen Kuriositäten, einmal durch iTunes Match gespült, und halbwegs intakten Playcounts, obwohl mir diese gar nicht so wichtig sind wie manchen <a href="http://hessi.tumblr.com/post/1073937480/using-itunes-part-1-introduction-to-stars">anderen Nutzern</a>. </p>
<p>Wir spulen in die Gegenwart vor: Ich melde mich vor einigen Tagen bei Apple Music an, um einerseits den Streamingdienst und beats1 auszuprobieren, andererseits natürlich die iTunes-Match-ähnliche Funktion wieder zu bekommen und meine gute alte Musiksammlung abermals in eine Cloud zustecken. Diesmal unter dem Namen „iCloud-Mediathek“. Mit dieser hatte ich im Rahmen der neuen Fotos-App insgesamt gute Erfahrungen gemacht, auch was das Syncing angeht. Allerdings habe ich bei „Fotos“ große Vorsicht walten lassen, was die Übertragung und die Umstellung meiner alten iPhoto-Bibliothek angeht.</p>
<p>Was soll ich sagen? Die Umstellung auf iCloud-Mediathek für Musik war eine absolute Katastrophe. Während viele Nutzer von vereinzelten falschen Coverfotos berichten, hat es mir fast die gesamte Struktur meiner Songs, Künstler, Alben, Cover und Verfügbarkeiten zerhäckselt:</p>
<p><figure class="txp"><img alt="" height="737" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2015/apple-music-icloud-fuckup/27c7698d25-1760525924/ituneskaputt.png" width="1266"></figure></p>
<p>So stelle ich es mir vor, wenn einer die Datenbank-Einträge einer Musiksammlung einmal mit einem Zufallsgenerator durchwürfelt. “The Truth is in the Cloud”, sagte Steve Jobs einmal über das Konzept des neuen iCloud. Lächerlich. “The Truth is in the Time Machine Backup” trifft es hier eher! Deshalb habe ich jetzt die Musik-iCloud komplett leergemacht, auf allen Geräten ausgeschaltet, die ganzen lokalen Bibliotheken gelöscht, und werde am Montag die alte iTunes-Bibliothek aus dem Backup wieder importieren. Allerdings vorsichtshalber nicht mit der offiziellen <span class="caps">XML</span>-Library-Datei, sondern wirklich die nackten Musikdaten manuell in iTunes lokal reinziehen. Mal sehen. (Wie gesagt: Playcounts interessieren mich kaum)</p>
<h3>Was habe ich falsch gemacht?</h3>
<p>Diese Frage sollte nicht nötig sein, denn natürlich ist Apple schuld, die Idioten! It just works, richtig? Dennoch trifft mich eine gewisse Mitschuld, denn ich habe mich durch die positiven Erfahrungen mit iTunes Match und der Fotos-Mediathek blenden lassen. Ich habe in kurzen zeitlichen Abständen drei Macs und drei iOS-Geräte auf die neue Musik-Cloud losgelassen, ohne jeweils abzuwarten, dass die Übertragung der Titel komplett und integer verlaufen ist. Kaum schien es komplett zu sein, habe ich die lokalen Dateien gelöscht. Aber da war es schon zu spät, und die “Wahrheit”-Version aus der Cloud war verhunzt und hat alle ans Ökosystem angeschlossenen Geräte infiziert. Die Bibliotheken von 6 Geräten haben sich gegenseitig kaputt gesynct.</p>
<p>Deshalb meine empfohlene Sicherheitsmethode beim Umstellen:</p>
<ol>
<li>iCloud-Mediathek noch nicht aktivieren, auf keinem Gerät.</li>
<li>Eine sichere Offline-Version der Mediathek auf einem Mac erstellen oder sicherstellen, dass sie existiert.</li>
<li>iTunes Match abschalten, falls vorhanden, auf jedem Gerät.</li>
<li>Die in 2) erstellte Offline-Mediathek auf einem externen Datenträger backuppen.</li>
<li>iCloud-Mediathek auf dem Mac von 2) aktivieren und alle Titel hochladen/erkennen lassen. Das kann dauern.</li>
<li>Überprüfen, ob die gesamte Mediathek in der Cloud vorhanden ist, aber zunächst noch nicht lokal die Dateien löchen.</li>
<li>Die Sache ein bis zwei Tage ruhen lassen. (Nur zur Sicherheit, eher Voodoo.)</li>
<li>Auf allen anderen Geräten (am besten nacheinander!) die jeweiligen lokalen Mediatheken komplett löschen und im Anschluss die iCloud-Mediathek aktivieren und warten, bis alle Titel erscheinen und streambar sind. Anzahl der Titel vergleichen!</li>
<li>Erst jetzt, wenn der initiale Sync abgeschlossen ist und alle Apps zur Ruhe gekommen sind, kann man wohl gefahrlos Titel zur Mediathek hinzufügen – entweder von Apple Music aus, oder als manueller Import von Dateien.</li>
</ol>
<h3>Weiterlesen</h3>
<p>Seriöse und klare Informationen zu den iCloud-Mediathek/iTunes-Match-Grundlagen liefern dieser beiden Artikel bei iMore:</p>
<ul>
<li><a href="http://m.imore.com/no-apple-not-adding-drm-songs-your-mac-you-already-own">No, Apple is not adding <span class="caps">DRM</span> to songs on your Mac you already own</a></li>
<li><a href="http://www.imore.com/how-check-if-your-macs-songs-are-uploaded-matched-purchased-or-apple-music-drm-laden">How to check if your Mac’s songs are uploaded, matched, purchased, or Apple Music <span class="caps">DRM</span>-laden</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-07-05:6169051649c7fcb5ae5169d7d3728bdb</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-06-26T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-06-26T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Selbstfahrende Autos</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/selbstfahrende-autos" />
				<summary>Bei allem Hype, der derzeit insbesondere in der Technik-Szene um das selbstfahrende Auto veranstaltet wird, empfinde ich das Thema auf gesellschaftlicher Ebene immer noch massiv unterschätzt. Aus meiner Sicht gibt es fast nichts Spannenderes! Also hier ein paar Gedanken dazu ins Blog gekippt.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<iframe src="https://www.youtube.com/embed/d2k2LpV6H7E?rel=0&amp;showinfo=0" class="media__inner"></iframe>
<p>Der Individualverkehr hat gewonnen. Nach all den Bemühungen der ökologischen Kräfte, in den Achtziger und Neunziger Jahren den ÖPNV auszubauen, attraktiver und selbstverständlicher zu machen  – und zwar nicht nur für Schüler und Senioren – halte ich für gescheitert. Nach einem Dreivierteljahrhundert Bequemlichkeit und Zeitsouveränität will man mit stinkenden Bussen im Stundentakt nichts zu tun haben. Jedenfalls nicht in mittelgroßen Städten wie Würzburg oder gar auf dem Dorf.</p>
<p>Das eigene Auto ist nach wie vor eine der Standardanschaffungen im Leben eines erwachsenen Nicht-Metropolenbewohners. Dabei geht es jedoch (und das ist doch ein kleiner Unterschied) gar nicht mehr so sehr um das Besitzen und wöchentliche Waschen des Fahrzeugs. Vielmehr ist es uns nach wie vor wichtig, jederzeit innerhalb von wenigen Minuten beschließen zu können, irgendwohin zu fahren. Und dann dies tatsächlich auch spontan machen zu können. Lange Zeit war dies nur mit dem eigenen Automobil möglich – auch moderne <a href="https://scouter.de">Carsharing-Dienste</a> brauchen eine gewisse Planung und Vorlaufzeit.</p>
<p>Das selbstfahrende Auto, wenn es einmal flächendeckend eingeführt ist, kann hier eine verkehrstechnische Revolution heraufbeschwören und quasi nebenbei die Gesellschaft umkrempeln. Wie geht das?</p>
<p>Zunächst die verkehrstechnische Revolution, das ist schon häufig aufgeschrieben worden, ich fasse das kurz zusammen: Die meisten Autos in Privatbesitz stehen 90% der Zeit nur rum und verstopfen Parkplätze, Bürgersteige und ganze Straßenzüge (man schaue sich gewisse Wohnviertel in Frankfurt a. Main an…). Es müsste insgesamt deutlich weniger Autos geben, wenn diese sich selber sinnvoll von einem zum anderen Punkt bewegen können, und dabei einem zentral gesteuerten Plan folgen. Der eigentliche Knackpunkt beim selbstfahrenden Auto ist nämlich nicht so sehr die Tatsache, dass der Fahrer nicht mehr lenken und aufpassen muss, sondern, dass sich das Fahrzeug entsprechend einer Echtzeit-Nachfrage selber an die Stelle bringen kann, an der es genau jetzt gebraucht wird. Das durchschnittliche selbstfahrene Autos aus dem Jahr 2030 wird ziemlich oft kleinere Strecken ganz ohne Passagier zurücklegen, bis es am nächsten Bedarfpunkt angelangt ist. Selbstfahrende Autos sind also eher als allgegenwärtige Taxis zu begreifen, die man sehr günstig und schnell irgendwohin bestellen kann. Das ist ein viel größeres Bild als nur eine blöde Lenkhilfe für die eigene Karre zu sein!</p>
<p>Denkt man das weiter, so kommt man zu erstaunlichen Überlegungen: Wir brauchen keine Führerscheine mehr! Auch Kinder und Jugendliche können sich auf einmal individuell und sicher über kurze und mittlere Strecken in Stadt und Land bewegen. Die berüchtigten „Soccer-Moms“, also Elternteile, die weite Teil ihrer Tages damit verbringen, ihre Kinder von Sportverein A zu Nachhilfeunterricht B zu kutschieren, können sich auf einmal sinnvolleren Aufgaben widmen, wie beispielsweise der Rückkehr in den Arbeitsmarkt. Ein echtes Instrument für die Gleichberechtigung und für die Kids ein großes Stück mehr Selbstständigkeit!</p>
<p>Natürlich wird die Teilnahme an einem solchen automatischen Taxibetrieb nicht kostenlos sein, aber es wird ein wenig wie bei den Social Networks sein: Je mehr Leute sich auf eine Plattform einigen können, desto besser wird diese Plattform arbeiten, denn es können mehr Autos in die Zirkulation gehen, was zu kürzeren Wartezeiten und günstigeren Preisen führt. Am Ende wird es konkurrierende Plattformen geben, die verschieden gut ausgestattete Fahrzeuge für unterschiedliche Zielgruppen anbietet. Man kann Geld sparen, wenn man länger warten kann und kleinere Autos in Kauf nimmt, oder wenn man bereit ist, gewisse Teilstrecken mit anderen Fahrgästen gemeinsam chauffiert zu werden. Je näher das Erlebnis am klassischen Besitzauto ist, desto teurer wird es sein. Je stärker man in Richtung ÖPNV-Feeling tendiert, desto billiger. Aber es wird eben alle Stufen dazwischen geben, das ist der Unterschied zu heute.</p>
<p>Grundsätzlich gilt: „Das“ selbstfahrende Auto in der Einzahl ist Quatsch, es muss in Flotten gedacht werden, die ständig zirkulieren und von komplexer zentraler Logistik gesteuert werden. Segensreiche Zukunft für Softwareentwickler mit Logistik- und Big-Data-Erfahrung!</p>
<p>Wie kleingeistig und ineffizient wirkt dabei die gigantische private Investition von 20.000 oder gar 40.000 Euro in ein eigenes Fahrzeug, welches nach einem Jahr bereit 15% Wertverlust erfährt und nach zehn Jahre quasi verschrottet werden kann, wobei es die meiste Zeit nur rumgestanden war?</p>
<p>Ich bin sehr aufgeregt, eine völlig neue Verkehrslogistik zu erleben, die aber auf dem gleichen Straßennetz passiert wie der jetzige Verkehr, so dass ein Mischbetrieb absolut möglich ist. Ohne eine (lange) Übergangsphase wird es wohl realistischerweise nicht gehen, das ist auch mir klar. Doch am Ende könnte es sein (vielleicht in 30 Jahren?), dass Selbstfahren generell verboten wird. Es ist eh viel zu gefährlich, man beachte nur die <a href="http://www.autobild.de/artikel/verkehrssicherheit-who-bericht-3913790.html">1,2 Millionen jährliche Verkehrstoten</a> weltweit – die meisten davon sind sicher auf menschliches Versagen zurückzuführen! Mit dem Verbot des Selberfahrens können dann auch getrost die meisten Verkehrsschilder und Ampeln abmontiert werden – was für eine visuelle Entschlackung des urbanen Raums, ich kann es tatsächlich kaum erwarten :-)</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-06-26:ed2c4b70a971be7734c81052a765d036</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-06-24T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-06-24T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Drittes Buch zur Webtypografie im Anmarsch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/drittes-buch-zur-webtypografie-im-anmarsch" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Nach meinem eigenen, inzwischen <a href="http://webtypobuch.de/">leicht angestaubten Buch über Webtypografie</a>, hat sich vor einem Jahr auch mein amerikanischer Bloggerkollege <a href="http://jasonsantamaria.com/">Jason Santa Maria</a> des Themas angenommen, im Rahmen von <a href="http://abookapart.com/products/on-web-typography">A Book Apart</a>. </p>
<p>Nun folgt noch ein Kollege von der Insel, in diesem Falle <a href="http://clagnut.com/">Richard Rutter</a> – auch bekannt von clagnut.com –, und bittet bei Kickstarter um 12.000 Pfund für ein weiteres (englichsprachiges) Werk zum Thema. Hier das Pitchvideo:</p>
<iframe width="516" height="387" src="https://www.kickstarter.com/projects/clagnut/web-typography-a-handbook/widget/video.html" frameborder="0" scrolling="no"> </iframe>
<p><a href="https://www.kickstarter.com/projects/clagnut/web-typography-a-handbook">Zum Kickstarter-Projekt</a></p>
<p>Funfact: Richard Rutter hat mir <a href="http://clagnut.com/blog/348/">vor 11 Jahren</a> dabei geholfen, die EM-Einheit in <span class="caps">CSS</span> zu verstehen.</p>
<p>(via <a href="http://typography.guru/weekly/on-kickstarter-richard-rutter%25E2%2580%2599s-web-typography-book-r87/">Typography.guru</a>)</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-06-24:a28f316341772d148a44d41e7ddce6fa</id>
	</entry>

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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-06-22T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-06-22T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Unser energetisches Hauskonzept im Überblick</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/unser-energetisches-hauskonzept-im-ueberblick" />
				<summary>Unsere Doppelhaushälfte ist zwar kein sogenanntes Nullenergiehaus (obwohl die meisten Gesprächspartner dieses Wort kennen und verwenden würden). Wir müssen also durchaus Energie von außen zuführen, aber immerhin kann man beinahme von einem Niedrigenergiehaus sprechen, und zwar nach dem KfW55-Standard.</summary>
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Unabhängig vom Standard und der damit verbundenen staatlichen Förderung konnte ich mir einfach nicht vorstellen, ein im Jahr 2012 neu gebautes Haus mit Gas (buh!) oder gar Öl (doppel-buh!) zu beheizen. Eine Wärmepumpe musste her, und das zieht ein paar weitere Dinge nach sich, die ineinander greifen und ohne ein vernünftiges Konzept kaum sinnvoll sind.</p>
<p>Dieses Energiekonzept wurde praktischerweise vom Fertighaus-Hersteller mitgeliefert, und es leuchtet mir durchaus ein. Wir haben es mit insgesamt vier Komponenten zu tun:</p>
<h3>1) Eine gute Dämmung</h3>
<p>Sie verhindert, dass im Haus entstandene Wärme wieder schnell entweichen kann. Das Haus muss also dicht gemacht und in (leider) <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Polystyrol#Abfallproblematik">giftiges Material</a> eingemummelt werden, damit gar nicht erst soviel Wärme im Haus erzeugt werden muss.</p>
<p>Positiver Nebeneffekt: Selbst Dinge wie größere Fernseher, Kühlschränke und alte Glühbirnen tragen nun spürbar zur Gesamtwärme bei, ebenso wie anwesende Personen, insbesondere wenn diese am Hometrainer aktiv sind :-) Auch im Ruhezustand gibt der menschliche Körper <a href="http://www.uni-magdeburg.de/isut/TV/Download/Der_Mensch_als_waermetechnisches_System.pdf">80 Watt Wärme</a> ab.</p>
<p>Negativer Nebeneffekt: Das Haus atmet nicht durch die Wände, die Feuchtigkeit gelangt nicht nach außen, es wird schnell stickig und schimmelt sehr leicht. Man hat nun zwei Möglichkeiten: Ständig die Fenster aufreißen und gut durchlüften, dadurch im Winter viel Wärme verschwenden, oder:</p>
<h3>2) Eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage</h3>
<p>Diese läuft stressfrei den gesamten Tag und die gesamte Nacht und tauscht ohne Unterlass in allen beheizten Räumen die Luft aus. Dies passiert über eine sehr langsame Zirkulation, die nicht spürbar ist und – keine Sorge – keinen Zug im Nacken verursacht. Somit ist es nicht notwendig, die Fenster aufzumachen um zu lüften, obwohl das im Sommer, wenn kein Wärmeverlust droht, trotzdem kein Problem und in schwülen Sommernächten sehr angenehm ist. Die Anlage achtet übrigens – falls nötig – mittels eines Wärmetauschers auch darauf, dass der warmen, nach außen strömenden Luft ihre Wärme entzogen, und diese der potenziell kalten einströmenden Luft zugeführt wird.</p>
<p>Außer den finanziellen Kosten hat diese Anlage für uns bisher kaum Nachteile – man muss die Filter alle paar Monate wechseln und sie kurz ausschalten, wenn der Nachbar zu heftig am Grillen ist, das war es dann aber auch schon.</p>
<h3>3) Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe</h3>
<p>steht neben unserem Autostellplatz und nervt inzwischen nur noch selten – man gewöhnt sich daran. Sie ist das Kernstück unserer Heizung und sorgt auch für heißes Duschwasser im zentralen 300-Liter-Wassertank. Die meisten wissen nicht, wie so eine Wärmepumpe funktioniert, deswegen hier ein kurzer Anriss:</p>
<p>Die Außeneinheit zieht sich über einen Ventilator Umgebungsluft heran und kühlt diese über einen Kompressor um einige Grad herunter. Die Wärme, welche man der Luft klaut, wird in einen Wasserkreislauf eingespeist. Dieses Wasser wird dann einerseits für die Fußbodenheizung genutzt, andererseits für das warme Wasser zum Waschen und Duschen.</p>
<p>Etwas entgegen unserer Intuition erscheint meist die Tatsache, dass die Wärmepumpe ja vor allem im Winter funktionieren soll, wenn es draußen sehr kalt ist. Die Umgebungsluft hat dann doch gar keine Wärme zum Entziehen! Nun, hat sie eben doch, denn es geht immer um die Temperatur-Unterschiede. Wenn es draußen –10°C hat, wird diese Luft eben auf –20°C heruntergekühlt, um mit den 10°C Unterschied dann den Wasserkreislauf von 20 auf 30°C anzuwärmen (das ist sicher eine sehr vereinfachte Beschreibung, aber ihr versteht vielleicht besser, was gemeint ist.)</p>
<p>Natürlich benötigt die Wärmepumpe eine ganze Menge Strom, um überhaupt die Ventilatoren und den Kompressor anzutreiben. Ja, das ist natürlich wahr. Der Stromverbrauch macht, sofern ich das vom ersten kompletten Jahreszyklus her sagen kann, ca. 750 Euro pro Jahr aus. Nicht ganz übel dafür, dass wir es den Winter über in allen Räumen dauerhaft angenehm warm hatten (siehe unten).</p>
<p>Der Nachteil einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ist sicherlich eine gewisse Lautstärke der Außeneinheit, wobei man das differenziert sehen muss: Im Sommer, wenn man oft im Garten ist und sich generell das Leben draußen abspielt, läuft die Wärmepumpe lediglich 5–6 Stunden pro Woche. Nur im tiefen Winter, wenn man sowieso froh ist, schnell ins Haus zu kommen, läuft sie bis maximal 130 Stunden pro Woche, also sportliche 18,5 Stunden pro Tag, mit unterschiedlicher Intensität. Das Kompressorgeräusch variiert dabei absichtlich etwas, vermutlich, damit nicht zu lange irgendwelche Resonanzfrequenzen getriggert werden.</p>
<p>Eine weitere Eigenschaft der Wärmepumpe ist, dass sie keine furchteinflößend hohen Temperaturen erzeugen kann, ohne unwirtschaftlich zu werden. Das führt einerseits dazu, dass man keine ernstzunehmende Wärmflasche direkt aus dem Wasserhahn befüllen kann. Und es macht den Einsatz von normalen Heizkörpern schwierig, weil diese wesentlich heißeres Wasser benötigen, um ordentlich zu funktionieren. Dies ist einer (aber nicht der einzige) Grund für den vierten und letzten Bestandteil unseres Energiekonzeptes:</p>
<h3>4. Fußbodenheizung überall</h3>
<p>Eine Fußbodenheizung in einem gut gedämmten Haus hat den Vorteil, dass sie nur eine sehr moderate Wärme abgeben muss, um die ganze Wohnfläche angenehm zu beheizen. Frühere FBH aus den Siebziger Jahren befanden sich permanent im Krampfader-Modus und führten zu Schwitzfüßen. Bei uns ist der Boden immer sehr angenehm zu betreten, aber nicht aktiv heiß, was auch die Auswahl an geeignetem Parkett einfacher macht. Zusammen mit unserer Anwesenheit, den elektrischen Geräten und einem ordentlichen Auflauf im Ofen kann so das Haus komplett warm gehalten werden.</p>
<p>Wir schalten die Fußbodenheizung übrigens nicht gezielt ein und aus. Ebensowenig heizen wir einzelne Räume. Das Ding läuft einfach immer komplett durch, aber eben auf sehr, sehr kleiner Flamme (rhetorisch gesprochen). Selbst wenn wir Energie sparen wollten, indem wir morgens beim Verlassen der Räume die Heizung ausschalteten, so wäre die Restwärme am Feierabend immer noch zu 90% vorhanden und es müsste wieder „angefeuert“ werden, um die letzten 10% zu bekommen.</p>
<p>Das System ist extrem träge, aber auch in sich extrem sparsam, so dass der beste Rat für die meisten Nutzer sein dürfte: Heizung immer laufen lassen, die Thermostate in den einzelnen Räumen einmal nach Belieben einstellen, und den Rest macht die Heizung per elektronischer Steuerung automatisch, indem sie die Warmwasserzufuhr in den einzelnen Wasserkreisläufen für die einzelnen Räume nach Bedarf unterbricht. Ganz ehrlich – so stressfrei hatte ich mir das im Vorfeld nicht vorgestellt!</p>
<h3>Das Stromhaus</h3>
<p>Kein Gas, kein Öl kein Holz. Das einzige, was unserem Haus derzeit von Außen zugeführt wird, sind elektrischer Strom und Kaltwasser, sowie natürlich ein Datenkabel aus dämlichem Kupfer, aber das ist eine Geschichte für einen anderen Blogeintrag.</p>
<p>Ich bin sehr froh, dass wir mit dem universalen Energieträger „Strom“ nun selber entscheiden können, auf welche Weise unser Haus geheizt wird. Bock auf Atomstrom? Doch lieber auf Braunkohle setzen? Die Wasserkraft in Österreich fördern? Es findet sich sicher ein Stromanbieter mit dem passenden Energiemix. Ich bleibe auf jeden Fall flexibel und stimme mit meinem Geldbeutel ab. Hierzu später sicherlich mehr.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-06-22:2c64ee76afb35e8150dc650e3a6db2cb</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-06-19T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-06-19T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Javascript Toolsammlung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/js-frontend-tools" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Notiz: Hier der aktuelle Stand an empfehlenswerten UI-Frameworks, wie wir ihn aktuell nach Bedarf einsetzen.</p>
<ul>
<li>Karussell: <a href="http://kenwheeler.github.io/slick/">slick</a> oder <a href="http://www.owlcarousel.owlgraphic.com/">Owl Carousel</a> (wird noch final entschieden, wenn Owl Carousel 2 final ist)</li>
<li>Karussell (nur für moderne Browser): <a href="http://www.idangero.us/swiper">Swiper.js</a>
</li>
<li>Bildergalerie (Shopping-Style): <a href="http://photoswipe.com/">PhotoSwipe</a>
</li>
<li>Lightbox (Bilder, iFrame, YouTube und mehr): <a href="http://dimsemenov.com/plugins/magnific-popup/">Magnific Popup</a>
</li>
<li>Datums-/Zeitberechnung: <a href="http://momentjs.com/">Moment.js</a>
</li>
<li>Datums-/Zeitpicker: <a href="http://amsul.ca/pickadate.js/">pickadate.js</a>
</li>
<li>Videoplayer: <a href="http://mediaelementjs.com/">mediaelement.js</a>
</li>
<li>Reichhaltige Select-Felder: <a href="https://select2.github.io/">Select2</a>
</li>
<li>Reichhaltige Slider: <a href="http://refreshless.com/nouislider/">noUISlider</a>
</li>
</ul>
<p>Ach ja, jQueryUI gilt es zu vermeiden, wenn irgendwie möglich!</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-06-19:1157ee33fa2a92385d99aedd6b51acda</id>
	</entry>

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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-06-11T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-06-11T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">„Sans Francisco“: Zwei Schriften, sie alle zu knechten (update)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/sans-francisco" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Es hat sich herumgesprochen, dass Apple nach einem kurzen Ausflug ins Helveticaland nun alles auf eine Karte setzt, was die Systemtypografie angeht: Die bei der Apple Watch eingeführte Schrift <a href="https://developer.apple.com/watch/human-interface-guidelines/resources/">San Francisco</a> soll es nun auch unter iOS und OS X richten und das Helvetica-Disaster wieder gut machen.</p>
<p>Gute Idee! Doch so ganz einheitlich ist die Lage derzeit nicht: Unter iOS 9 und OS X El Capitan kommt nämlich (zumindest in den Beta-Varianten) eine modifizierte Version der Uhren-Frisco zum Einsatz, die etwas bauchiger und gänzlich ohne linear-vertikale Linienführung im o und e auskommt. Es ist die <a href="https://www.google.de/search?q=lilo+stitch">Lilo &amp; Stitch</a>-Version der San Francisco (gell, Timo?), und fällt darüber hinaus einen Hauch größer aus – bei gleichem nominellen Schriftgrad:</p>
<p><figure class="txp"><img alt="Sans Francisco im vergleich" height="1030" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2015/sans-francisco/2b077ea3d0-1760525916/overgleich.png" width="1030"></figure></p>
<p>Grundsätzlich ist es um die Einzigartigkeit und Charakterstärke der Sans Francisco eher so mau bestellt – vergleichbare Schriften sind absolut nichts Neues, und insbesondere Google hat bereits seit den beginnenden Zehnerjahren mit der <a href="https://www.google.com/design/spec/style/typography.html">Roboto</a> eine verdammt ähnlichen Schriftfamilie am Start, die kontinuierlich weiterentwickelt und ebenfalls auf allen erdenklichen Anwendungen und Systemen zum Einsatz kommt.</p>
<p>Ähnlich wie die Roboto vermischt auch die San Francisco Elemente des modernen Klassikers <a href="https://www.fontshop.com/search?utf8=%E2%9C%93&amp;q=univers">Univers</a> (1957, Adrian Frutiger) mit Elementen der <a href="http://www.100besteschriften.de/20_DIN.html"><span class="caps">DIN</span>-Schrift</a> (1926, Ludwig Goller), die insbesondere als <a href="https://www.fontshop.com/families/ff-din">FF <span class="caps">DIN</span></a> (1995, Jan-Albert Pool) und etwas später als <a href="http://www.linotype.com/517415/DINNext-family.html"><span class="caps">DIN</span> Next</a> (2009, Akira Kobayashi) in typografischen Kreisen Furore machte.</p>
<p><figure class="txp"><img alt="" height="803" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2015/sans-francisco/3fe0120d42-1760525916/vergleich3.png" width="763"></figure></p>
<p>Im Grunde nichts Neues also: bewährte neutralstmögliche Grotesk-Kost, die jedoch mit Liebe zum Detail für moderne Screens optimiert wird. Wie gut die „Sans Francisco“ unter iOS und OS X tatsächlich funktionieren wird, muss man über einen längeren Zeitraum ausprobieren; Apple ist sicher motiviert, hier weitere Verbesserungen anzubringen. Auf den ersten Blick wirkt mir das auf dem iPhone jedoch alles ein wenig zu rund und lieblich – die unmodifizierte Watchversion wäre wohl einen Hauch prägnanter gewesen. Wir werden sehen, ob sich das bis zum Release im Herbst noch ändert!</p>
<h3>Update am 13. Juni:</h3>
<p>Apple zeigte auf der <span class="caps">WWDC</span> in Form eines exzellenten Vortrags des hauseigenen Schriftentwerfer <a href="https://twitter.com/verbosus">Antonio Cavedoni</a> (hier die <a href="https://developer.apple.com/videos/wwdc/2015/?id=804">Videoaufzeichnung</a>) dass meine obige Analyse grob zutrifft, und was grundsätzlich technisch und gestalterisch hinter der SF steht. Extrem sehenswert, auch für nicht-eingefleischte Typografen!</p>
<p>Darüber hinaus lassen sich die beiden Schriftfamilien nun auch <a href="https://developer.apple.com/fonts/">offiziell herunterladen</a>. Vom ungezügelten Einsatz der Fonts im Rahmen von kommerziellen Projekten rate ich aus rechtlichen Gründen derzeit jedoch noch ab!</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-06-11:fce822d109f0a6ce4fa46463c348e504</id>
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	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-04-20T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-04-20T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Meine praktische Streamingwelt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/meine-praktische-streamingwelt" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Ich glaube um das Jahr 2007, als das iPhone vorgestellt wurde und der iPod noch sehr populär war, dämmerte es vielen, dass man in Zukunft möglicherweise nicht mehr alle Daten für das persönliche Entertainment ständig mit sich herumschleppen würde. Das Internet würde es wohl richten, dass man auch auf einem mobilen Gerät mit nur 8GB oder 16GB Speicher <em>alle</em> Songs und <em>alle</em> Filme angucken könnte, die man besitzt. Allein die schlechte <span class="caps">UMTS</span>-Verbreitung und die grotesk überteuerten mobilen Datentarife standen uns noch im Wege – und natürlich entsprechende Cloudservices, die damals ja noch nicht so hießen, und die heute auch eher Streamingdienste heißen.</p>
<p>Einige Jahre später sind wir so einigermaßen angekommen. Nicht alles ist perfekt, aber im Jahre 2007 hätte ich den jetzigen Zustand meiner Entertainment-Welt für die verdammte Zukunft gehalten! Ähm, ja. Willkommen in der Zukunft, 28-jähriger Webdesign-Blogger!</p>
<p>In den letzten Monaten habe ich mich auf vier interessante Dienste eingeschossen, um meine <span class="caps">SSD</span>-Kapazitäten zu schonen und den allgegenwärtigen Zugriff auf Unterhaltung zu ermöglichen. Los geht’s mit</p>
<h3>Kommerzieller Musik</h3>
<p>Die vielen Musik-Streaming-Dienste am heutigen Markt sind beinahe nicht auseinanderzuhalten, aber immerhin existieren sie, sind bezahlbar (8–10 Euro im Monat), und haben alle ein mehr oder minder identisches Gesamtrepertoire. Die Künstler verdienen kaum Geld mit ihnen, aber immerhin mehr als mit Napster 1, schätze ich – und das wahre Geld steckt eh in Konzerten und Merchandising. Von daher fiel meine Wahl auf <a href="https://www.spotify.com/de/">Spotify</a>, weil sie die ersten ernstzunehmenden Player am Markt waren und weil Jon Hicks die Genre-Icons gemacht hat. Spotify rockt – bis auf die kaputte Integration in RunKeeper, aber das wird noch.</p>
<p>(Ernsthaft: Beim Joggen übers Feld live gestreamte Musik aus dem Internet hören, wie fucking 2015 ist das?)</p>
<h3>Abwegige Musik</h3>
<p>Nicht alles gibt’s bei Spotify – schon gar nicht selbstgemachte Tunes von früher, und eben auch nicht die Musik von der netten Liveband aus dem kleinen Pub in Cornwall. Aber gerippte CDs, Fundstücke aus den frühen Phasen von mp3.com (wer erinnert sich?), sowie von LP digitalisierte Raritäten von Jean-Michel Jarre überlasse ich ebenfalls nicht der lokalen Speicherung. Als mir iTunes in the Cloud zu teuer wurde, bin ich zu <a href="https://play.google.com">Google Music</a> gewechselt, die eine anständige Browser-App, eine gute iOS-App und kein Speicherlimit besitzen. Hier findet sich all der Kram, der es bisher nicht zu Spotify geschafft hat, wie die seltsame Single „The Visitors“ von Gino Soccio von 1979.</p>
<h3>Filme und Serien</h3>
<p>Zum Glück ist zwischen 2002 und 2012 genügend gutes Material produziert worden, dass es noch ein wenig dauern kann, bis ich mir mal wieder eine Serie oder einen Film bei iTunes kaufen muss. Die Bewegtbild-Streamingdienste machen’s möglich. Lange Zeit war ich dem Früheinsteiger <a href="http://www.watchever.de/">Watchever</a> treu – doch so langsam ist das für mich leergeguckt, und besonders viel gutes Neues kommt gerade nicht nach, also habe ich derzeit den Plan, noch alles verwertbare auf <a href="http://www.amazon.de/Prime-Instant-Video">Prime Instant Video</a> zu konsumieren und dann später zu <a href="https://www.netflix.com/de/">Netflix</a> zu wechseln, wo ich wiederum meine 10 Euro im Monat investieren werden, um andere Dinge zu gucken. Für Abwechslung ist gesorgt, und solange ein munterer Wettstreit um die aktuellsten und hochwertigsten Deals im Gange ist, bleibt das auch erstmal so. Derzeit kein Bedarf nach illegalen Kopien – ich wüsste gar nicht, wann ich diese gucken sollte!</p>
<h3>Private Fotos</h3>
<p>Endlich hat auch Apple umgestellt vom seltsamen „Die neuesten Fotos in der Cloud, die alten Sachen auf der Platte“ zum deutlich intelligenteren „Alle Fotos in der Cloud, und die neusten obendrein noch auf dem Gerät“. Mit der neuen <a href="https://www.apple.com/de/osx/photos-preview/">Fotos-App</a> auf allen OS-X- und iOS-Geräten habe ich nun endlich Parität auf allen meinen in Benutzung befindlichen Geräten, was die selbstgemachten Fotos und Videos angeht. Finally. Und es klappt echt gut: keine Dubletten, keine Verluste, flottes Scrollen und sichtbares Potenzial nach oben, was die Möglichkeit der Organsiation angeht. Aber zuerst ist mal wichtig zu wissen, dass die iCloud-Fotobibliothek so ziemlich der erste Cloudsync-Dienst ist, den Apple stolperfrei hinbekommen hat. Dafür zahle ich auch meine 4 Euro im Monat, wenn auch ein 50GB-Volumen für mich völlig ausreichen würde.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-04-20:0b08f1b2c6760d963a901d187ad74066</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-03-30T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-03-30T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Unser ComputerBase-Workflow</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/computerbase-workflow" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Als wir Anfang 2014 die erste Anfrage für ein Redesign von <a href="http://www.computerbase.de/">ComputerBase</a> erhielten, waren wir zunächst einmal skeptisch. Auch wenn Philip und ich früher selbstverständlich Motherboards geschraubt, Jumper gesetzt und sogar casegemoddet haben, so ist unsere aktive PC-Bastelzeit doch schon einige Jahre her. Und die mutmaßliche Zielgruppe von ComputerBase schien uns – vor allem aufgrund des Designs – geradewegs aus dieser Zeit entgegenzuspringen. Ob unsere Vorstellungen eines modernen, universellen Webs dazu kompatibel sein würden?</p>
<p><figure class="txp"><img alt="CB" height="904" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2015/computerbase-workflow/a077a3fcc3-1760525904/18-1080.2594836490.png" width="1000"></figure></p>
<p>Die drei Gründer und Geschäftsführer konnten uns jedoch schnell davon überzeugen, dass sie voll und ganz hinter den aktuellen Entwicklungen im Web stehen, man würde das nur gerade nicht so sehr am Design erkennen. Und tatsächlich: Ein Blick in den Quelltext bestätigte, wie nah man am Puls der Entwicklungen war: HTML5-Semantik, CSS3-Techniken, WebP-Bildformat – alles pfeilschnell vom Server ausgeliefert – Hut ab! Unter der Haube war alles auf Stand, und wir wurden ganz offenbar nur in Sachen Design gebraucht, nicht aber für die Umsetzung in ein neues Markup. Doch wie fängt man so eine Zusammenarbeit an? Ist das nicht ein Paradebeispiel für einen völlig hippen <a href="http://responsivedesignworkflow.com/">Responsive Workflow</a>? Durchaus, irgendwie. Auf unsere Weise eben!</p>
<h3>Der Rahmen</h3>
<p>Zunächst einmal waren uns seitens der Werbevermarktung gewisse Grenzen gesetzt. ComputerBase ist als kostenloses Angebot von der Werbung abhängig, muss deren Realitäten akzeptieren. Die ideale Maximalbreite der Website beträgt somit 1000 Pixel – Grund sind unter anderem sogenannte <a href="https://www.sevenonemedia.de/fireplace-ad">Fireplace-Ads</a>, also Anzeigen, die sich oben, links und rechts komplett um die Website herumlegen. Doch auch unabhängig von Werbebannern sind mehr als 1280 Pixel natürlich keine gute Idee, wenn man nicht unendlich lange Zeilen oder alternativ einen Friedhof voller Seitenboxen anschauen möchte.</p>
<p>Die kleinste unterstützte Breite hingegen liegt bei klassischen 320px, und von dort aus geht es stufenlos bis hin zu den erwähnten 1000px. Eine stufenbasierte Lösung, die bestimmte Werbeformate noch homogener hätte integrieren können, wurde schnell wieder verworfen. Ebenso die bis dato verwendete separate Mobilversion mit zurechtgestutzten Inhalten. Ähnlich wie andere Newsangebote im Netz sollte es schon ein einheitliches <span class="caps">HTML</span>-Gerüst mit responsivem <span class="caps">CSS</span> sein – keine Version soll benachteiligt sein, universelles Webdesign eben.</p>
<h3>Mobile First – naja, so ähnlich</h3>
<p>Wie nähert man sich nun so einer Mammutaufgabe? Denn ComputerBase ist nicht eine einfache Firmenwebsite, sondern ein komplexes Konstrukt mit vielen unterschiedlichen Bereichen, Inhaltstypen und Sonderfällen, die sich seit 1999, dem Jahr der Gründung, angesammelt haben. Wir entschieden uns, das Design „von innen nach außen“ aufzubauen und mit dem Kernstück zu beginnen – der Newsauflistung nebst Thumbnail (welches am Anfang übrigens noch farbcodierte Icons waren). Diese Newsauflistung verträgt ca. 320–600 Pixel Breite und eignet sich somit sowohl als einspaltiges Element für Smartphones, aber auch als Hauptspalte auf breiteren Viewports. </p>
<p><figure class="txp"><img alt="" height="626" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2015/computerbase-workflow/c3f65b0560-1760525912/smart.jpg" width="1030"></figure></p>
<p>Ausgehend von diesem Kernelement entwickelten wir das gesamte Drumherum und bauten Schritt für Schritt die äußeren Schichten auf, bis das grobe Layout für alle Geräte stand. Insbesondere die Desktop-Startseite folgt dabei dem „neuen“ Paradigma im Webdesign, welches bekanntlich weg geht von einer Hauptspalte und einer davon völlig unabhängigen Seitenleiste. Vielmehr ist das Layout nun in mehrere vertikal gestapelte Bereiche aufgeteilt, die jeweils ihren eigenen Haupt- und Nebenbereich haben, sowie von horizontalen Thumbnail-Teaserleisten unterbrochen werden.</p>
<p><figure class="txp"><img alt="CB6" height="649" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2015/computerbase-workflow/10e8b612f5-1760525904/cb6.jpg" width="1114"></figure></p>
<p>Die Artikel-Einzelansicht bricht komplett mit ihrer Seitenleiste und ist auf allen Geräten einspaltig, was ihr Luft zum Atmen gibt und gerade bei längeren Testberichten hochwertig und reichhaltig wirkt. Quasi zum Nulltarif lösen wir dadurch auch das Problem mit den Marginalboxen auf Smartphones und Hochkant-Tablets, die man bei nachträglicher Responsivierung nur schwer in den Griff bekommt. Es gibt sie einfach nicht :-)</p>
<p><figure class="txp"><img alt="" height="661" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2015/computerbase-workflow/23780ea8d8-1760525912/einzel.jpg" width="1209"></figure></p>
<h3>Der Workflow</h3>
<p>Wir haben über ein Jahr an ComputerBase v6 gearbeitet, und das in ständigem Austausch mit der Geschäftsführung, die gleichzeitig als Projektleiter und <span class="caps">HTML</span>-Prototyper fungierte. Wir haben jedes noch so unbedeutende Mikroelement des neuen Designs erst besprochen, dann per Photoshop skizziert, manchmal auch per WebInspektor gebaut, wieder besprochen, wieder geprototyped, und dann letztlich in die echten <span class="caps">HTML</span>/CSS-Templates aufgenommen. Besonders gerne genommen, vor allem im späteren Verlauf des Projektes: Der kombinierte WebInspektor-Photoshop-Workflow, und der geht so:</p>
<p>Wir laden den aktuellen Stand des Projektes in den Browser, und verändern per WebInspektor die Parameter, die sich am schnellsten dort verändern lassen, z. B. die Gesamtbreite einer Newsliste mit entsprechend neu  umbrechenden Zeilen. Dann nehmen wir davon einen Screenshot, laden es im Photoshop und machen dort solche Veränderungen, die sich mit einem Pixelprogramm schneller umsetzen lassen, wie das freie Verschieben von ganzen Layout-Blöcken. Auch wenn es unorthodox klingt, ist so ein gemischter Workflow letztlich die effizienteste Methode für uns gewesen.</p>
<p>(Natürlich hatten wir ursprünglich einen rein browser- und gitbasierten Workflow angestrebt, diesen aber im Laufe der Wochen immer mehr vernachlässigt. Letztlich war Steffen vom CB-Team für den finalen Code verantwortlich, und wir haben ihm über Mockups häppchenweise zugearbeitet.)</p>
<h3>Die Kontroverse</h3>
<p>Noch nie durften wir eine Website entwerfen, die so viele Leser hat wie ComputerBase, und die ihren Lesern auch so am Herzen liegt. Es tummelt sich eine äußerst aktive Community im Forum, die dort seit vielen Jahren einen Lebensraum gefunden hat. So etwas ist uns natürlich grundsätzlich nicht fremd. Die Vehemenz allerdings, mit der das neue Design nun auf <a href="http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?t=1462050">Nichtgefallen</a> stößt, erstaunt uns seit der ersten Sneak Preview Anfang des Monats jeden Tag aufs Neue. Man übertreibt nicht, wenn man behauptet, dass dem CB-Team und uns eine leidenschaftliche Wut entgegengebracht wird.</p>
<p>Viele der Meldungen sind absolut nachvollziehbar und aus der Perspektive der Stammleser auch berechtigt, manche Kommentare sind jedoch auch sehr unsachliche und emotionale Affektäußerungen. Man kann hier in Reinkultur beobachten, wie eine Marke, die sich aus Logo, Webdesign und Inhalt zusammensetzt, vermeintlich in den Besitz der Community übergegangen ist und nun droht, sich dieser wieder zu entfremden.</p>
<p>Insbesondere weil auch unsere kleine Agentur nun Ziel der verbalen Attacken ist, möchte ich noch ein paar Worte dazu verlieren. Auch wenn es viele Leser in der Aufregung nicht mitbekommen haben, ist das neue ComputerBase-Design keine Auftragsarbeit, die Anfang 2014 bestellt und März 2015 geliefert wurde. Es handelt sich vielmehr um eine extrem enge und inzwischen auch freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Gründerteam, welches ComputerBase seit 1999 mit Herzblut betreibt und unserer visuellen Weberfahrung, die bis ins Jahr 1996 zurückgeht. Stichworte wie „WordPress-Template“ und „Ich bau euch in 15 Minuten was Besseres“ sind also nicht angebracht und entlarven massive Unkenntnis der Materie.</p>
<p>ComputerBase ist thematisch seit einigen Jahren deutlich vielfältiger als es der erste Eindruck vermitteln mag: iPhone, AndroidWear, StartUps und Netzpolitik gehören genauso zum Repertoire wie die Klassiker Grafikkarten, First-Person-Shooter und <span class="caps">CPU</span>-Kühler. Unsere Aufgabe bestand nicht zuletzt darin, eine für alle Themenfelder angemessene visuelle Darstellung zu finden, und insbesondere neue Leser nicht durch das inzwischen veraltete Design abzuschrecken.</p>
<p>Nicht alle alteingesessenen CB-Leser werden diesen Relaunch mitgehen wollen, das machen die Kommentare deutlich. Doch wir zählen darauf, dass die ComputerBase-Themenvielfalt nun offener, leichtgewichtiger und professioneller in Szene gesetzt wird. Also: Wem eine unabhängige und ehrliche Technik-Berichterstattung am Herzen liegt, und wer sich designtechnisch im Jahr 2015 wohler fühlt als im Jahr 2003 – <a href="http://www.computerbase.de/">hier bitte klicken ;-)</a></p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-03-30:7842ccb5ec6550da357ffb1e1fd81925</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-03-18T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-03-18T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Die einzige richtige Richtung für Älter/Neuer-Pfeile (update)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/die-einzige-richtige-richtung-fuer-aelter-neuer-pfeile" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>sieht natürlich so aus wie bei uns im Blog und dies ist das mentale Modell dazu:</p>
<p><figure class="txp"><img alt="" height="828" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2015/die-einzige-richtige-richtung-fuer-aelter-neuer-pfeile/fb030a6421-1760525903/paging.jpg" width="1030"></figure></p>
<h3>Update 19.3.2015, 8:30</h3>
<p>Immer noch nicht überzeugt? Dann erklärt mal, wie ihr euch die Sache mit einer detaillierteren Paginierung vorstellt. Jetzt kommt mir nicht damit, dass dies ein völlig anderer Kontext ist. Ist es nämlich nicht! Im user-centric design ist die Leserichtung entscheidend, nicht ein komischer Zeitstrahl. Diese Zeitstrahl verläuft nämlich auf Blogs und Newsbereichen primär mal von unten nach oben*, ist also eh schon <del>falsch</del> anders. </p>
<p><figure class="txp"><img alt="" height="581" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2015/die-einzige-richtige-richtung-fuer-aelter-neuer-pfeile/e487485dcc-1760525903/paging2.jpg" width="1171"></figure></p>
<ul>
<li>Es hat sich als Paradigma durchgesetzt, dass in persönlichen Chats und Messengern, wo direkte Konversationen statt newsähnliche Meldungen durchlaufen, die Zeitachse von oben nach unten verläuft. Wahrscheinlich aus historischen Usenet-Gründen oder so.</li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-03-18:ef053a89f83a6dd34fc19debc42664b9</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-03-16T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-03-16T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Websites sind teurer geworden</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/webdesign-teuer" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>In den letzten Monaten kam es einige Male zu einer Situation, die ich vorher kaum erlebt hatte: Festpreisangebote für Websites, die wir sorgfältig kalkuliert hatten, wurden als zu teuer abgelehnt, und wir kamen mit den potenziellen Neukundinnen nicht ins Geschäft. Keine tragische Sache, aber für mich durchaus etwas Neues. Bisher war es so, dass die Firmen, welche sich an uns wandten, eine recht realistische Vorstellung von unserem Aufwand hatten. Doch in den letzten Jahren hat sich tatsächlich einiges verändert, und auch wir haben einige Zeit gebraucht, um unsere eigene Arbeitsweise neu zu bewerten und zu kalkulieren. </p>
<p><figure class="txp"><img alt="" height="410" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2015/webdesign-teuer/dfe3fec2a4-1760525895/580-bootstraped1-1.jpg" width="580"></figure><br>
<em>Legendäres Symboldbild, © by <a href="http://www.zingdesign.com/5-reasons-not-to-use-twitter-bootstrap/">Zing Design, Neuseeland</a></em></p>
<h3>Was war passiert?</h3>
<p>Vor ca. zwei Jahren haben wir beschlossen, dass wir in Zukunft keine neuen Websites mehr ohne responsiven Ansatz anbieten würden. Zum einen hielten wir es für eine Selbstverständlichkeit, über die man in aufgeklärten Kreisen gar nicht mehr diskutieren müsste. Zum anderen wollten wir unsere weniger aufgeklärten Kunden schützen vor einer Website, die bereits zum Launchzeitpunkt veraltet sein würde und kurze Zeit später sowieso nachgerüstet werden müsste. Dieses sogenannte <a href="http://webstandardssherpa.com/reviews/responsive-retrofitting/">Responsive Retrofitting</a> ist zwar möglich, aber meist entwürdigend, qualitativ minderwertig und kostet immer 50–100% mehr, als man vorher geschätzt hatte. Darüber hinaus gehört zu einer echten Responsivität inzwischen auch die Benutzung von »Retina«-Elementen, wo immer es möglich ist – also hochaufgelöste fotografische Motive, sowie vektorbasierte grafische Elemente. Gerade letztere verlangen in vielen Fällen einen gewissen technischen Aufwand, wenn sie klug und ressourcenschonend eingebunden und angezeigt werden sollen.</p>
<p>Doch eine Website muss heute nicht nur responsive sein, sondern sie sollte auch den aktuellen Designparadigmen entsprechen und sich idealerweise positiv vom Feld der Mitbewerberinnen abheben; Die Menschen sind ja nicht blind und erkennen die emotionale Kraft von hochwertigen, großformatigen Einstiegsbildern oder gar Videos (siehe <a href="https://www.airbnb.de/">airbnb</a>). Sie sind fasziniert von subtilen Animationen, die per Scrollevent getriggert werden (siehe <a href="https://www.apple.com/de/iphone-6/">iPhone-6-Produktseite</a>). Aber in erster Linie wollen die meisten Kunden keine Abstriche machen, was die Reichhaltigkeit der inhaltlichen Struktur angeht. Die Sitemap-Entwürfe, die wir bekommen, strotzen häufig vor Navigationspunkten und Ebenen, so dass man mit den responsiven Blick bereits innerlich zu Schwitzen beginnt. Denn es gibt leider kaum gut erprobte Designpatterns für Websites, die in traditioneller Desktop-Denke geplant sind, aber dann mit Mobile-First-Paradigma umgesetzt werden sollen. Und man macht sich keine Vorstellung davon, wie hartnäckig und beratungsresistent bisweilen die Kundinnen sein können, und wie wenig sie sich immer noch für die mobile Benutzung interessieren.</p>
<p>Hohe Komplexität der Inhaltsstruktur auf der einen Seite, ein offenes, modernes, leichtgewichtiges und superflexibel adaptives Layout auf der anderen Seite, das klingt entweder nach viel Aufwand oder nach halbgaren Kompromissen. Unser Ziel ist es, letztere zu vermeiden und lieber den harten, ehrlichen Weg einzuschlagen. Von daher trauen wir uns zunehmend, mit höheren Aufwandsschätzungen zu jonglieren. Das ist absolut keine Profitgier und auch keine Unverschämtheit, sondern schlicht die Folge unserer Erfahrungswerte, was individuelles Webdesign heute für den Dienstleister bedeutet. Insbesondere, wenn ein Kunde sich bereits im Vorfeld als sehr gestaltungsfreudig, meinungsstark und detailverliebt erweist.</p>
<p>Wer mit uns eine Website plant, bei der individuelle Ideen und spezielle Wünsche – seien sie funktional oder visuell – eine große Rolle spielen, der muss sich darauf gefasst machen, dass wir diese Wünsche ernst nehmen, aufgreifen und eine mediengerechte Umsetzung für die Realität des Jahres 2015+ anpeilen, statt sie einfach 1:1 für einen 1.280px-Non-Retina-Screen hinzupfuschen. In vielen Fällen bedeutet dies eine Erhöhung im Vergleich zu einem 2010er-Budget. Die Webwelt ist komplexer geworden, und unsere Dienstleitung mit ihr. Die Inflation kommt natürlich auch noch dazu.</p>
<p>Die preiswerte Alternative ist im Übrigen richtig gut geworden – darüber berichtet der <a href="/weblog/webdesign-billig">Schwesterartikel</a> zu diesem Beitrag. Damit können wir freilich nicht konkurrieren, denn wir stehen nun einmal für die traditionell-handwerkliche Herangehensweise, bei der das Design den vorhandenen Inhalt aufgreift und hochwertig in Szene setzt, und bei der Sonderwünsche und clevere Ideen mit Sorgfalt erfüllt werden können – insbesondere, wenn sie frisch und unkonventionell quergedacht sind. Um ein technisches Problem zu lösen, müssen wir nicht erst auf ein Theme-Update warten oder eine Supportmail an Jimdo schreiben. Wir kennen unseren Code und können schnell auf Probleme und Wünsche reagieren – langjährige praegnanz.de-Kunden heben das immer wieder lobend hervor.</p>
<p>Die schnelle Baukastenlösung ist verlockend, weil sie absolut real und auch legitim ist. Doch sehr häufig stellt sich erst mitten im laufenden Projekt heraus, dass es eben doch die individuellen Wünsche gibt – von kleinen visuellen Anpassungen bis hin zu komplizierten Interaktionswelten. Entweder geht ein Auftraggeber davon aus, dass »das doch sicher mit abgedeckt« sei, oder er wusste zum Zeitpunkt der Beauftragung selber noch nichts von diesem Wunsch. Und genau an diesem Punkt fällt das Baukastensystem oftmals in sich zusammen, denn Sonderwünsche sind eine komplizierte Angelegenheit, wenn die Projektinfrastruktur grundsätzlich auf dem Zusammenstecken fertiger Teile basiert. Manche Kundinnen sind bereit, diese Einschränkung hinzunehmen und mit dem zu leben, was irgendwie alle haben. Glücklich schätzen kann sich jedoch die Kundin, die am Anfang etwas mehr Geld in die Hand genommen hat, um gleich eine maßgeschneiderte, aber zugleich skalierbare und flexible Basis zu beauftragen.</p>
<p>Man mag argumentieren, dass wir uns mit den vorangegangenen Ausführungen als hochnäsige Edelschmiede aufstellen, die den Kontakt zum Jedermann-Web verloren hat, doch wir sehen es anders: Jeder kann heute eine professionell wirkende Website haben und muss dafür nur noch wenig Geld ausgeben, und diesen Umstand wollen wir gar nicht negativ bewerten! Doch sobald die Wünsche an die Gestaltung des Auftritts individueller werden, steigt der Aufwand und damit der Preis an. Leider tut er dies jedoch nicht linear, sondern eher nach dem 80/20-Prinzip, wenn nicht sogar exponentiell. Wir helfen gerne dabei, die tatsächlichen Kosten zu kalkulieren und runde Pakete zu schnüren, die den Ansprüchen unserer Kundinnen gerecht werden, und die vor allem ausbaufähig und flexibel sind für zukünftige Entwicklungen. Wenn Ihnen das gefällt, freuen wir uns selbstredend auf Ihren Anruf oder Ihre Mail :-)</p>
<p><em>Disclaimer: Wenn wir von »indviduellen Lösungen« sprechen, meinen wir damit nicht etwa hauseigene Content-Management-Systeme oder gar Website-Entwicklung auf App-Framework-Basis. Wie jeder weiß, lieben wir <a href="http://praegnanz.de/weblog/cms-einkaufsfuehrer-2014">unsere Open-Source-<span class="caps">CMS</span>e</a>! Nur dass uns die Arbeit mit eher minimalistischen Systemen wie Kirby und ProcessWire, sowie eigenen Themes für Drupal und WordPress deutlich weniger Bauchschmerzen bereitet als das Herumdoktern an fertigen Theme-Systemen oder gar SaaS-Lösungen.</em></p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-03-16:bb5082d38d360497712231ea8d123a4e</id>
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	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
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		<published>2015-03-16T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-03-16T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Websites sind billiger geworden</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/webdesign-billig" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Standards haben im Web einen guten Ruf, und das absolut zu Recht. Da muss man nicht einmal an den Siegenszug der Web-Standards-Bewegung erinnern. Best Practices, gelernte Bedienungskonzepte und narrensichere Architektur begleiten schon immer den Arbeitsalltag von Webdesignerinnen und können von daher kaum genug gelobt werden! Es gibt im modernen Webdesign ein buntes und abwechslungsreiches Set an bewährten und millionenfach erprobten <em>Designpatterns</em>, mit denen man vorzüglich bedienbare, emotionale und technisch blitzsaubere Websites bauen kann. Schaut man sich erfolgreiche Netzauftritte an, lernt man schnell, dass übermäßige Innovation und Wow-Faktor letztlich nur störend sind.</p>
<p>Niemand will im Jahr 2015 noch <a href="/weblog/killt-die-killer-websites">Killer-Websites</a> oder individuell ausgedachte <a href="/weblog/zur-hoelle-mit-parallax">Usability-Höllen</a>. Vielmehr setzt man allerortens auf das, was der User kennt. Und diese Taktik ist absolut nichts Schlechtes. Denn nur, indem man das Webdesign in den Hintergrund treten lässt, kann sich die Nutzerin auf die Inhalte konzentrieren, und auf die kommt es schließlich an.</p>
<p>Was wir also heute benötigen, ist ein modulares Baukasten-System, mit dem man erfolgreiche Designpatterns aneinanderreihen kann, um diese mit seinen Inhalten – seien es Texte, Fotos oder Videos – zu befüllen. Ob hierbei Inhalt oder Designbausteine zuerst da sind, spielt kaum eine Rolle. Im Zuge eines agilen Workflows kann man von allen Seiten eines Projektes beginnen und aufeinander zuarbeiten, bis sich am Ende alles zu einem <del>runden Nichts</del> stimmigen Ganzen vereinigt hat.</p>
<p><figure class="txp"><img alt="" height="1150" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2015/webdesign-billig/e63d8ca1df-1760525895/swinegel3.jpg" width="1164"></figure><br>
<em>Der Igel ist klug und gewinnt mit Bewährtem: seinem Aufenthaltsort!</em></p>
<p>Glücklicherweise sind die Tools für unsere modularen Baukästen bereits da. Sie sind beinahe kostenfrei, und sie benötigen kaum noch Einmischung durch einen individuell arbeitenden Designer. Die allgegenwärtigen Werkzeuge heißen Bootstrap, Divi, Jimdo und The Grid, und sie stehen stellvertretend für verschiedene Stufen der Designstandardisierung im Web.</p>
<ul>
<li>Das <a href="http://getbootstrap.com/">Bootstrap</a>-Framework wurde als Tool zum schnellen Prototyping gestartet, wird aber heute von vielen Backend-Programmiererinnen verwendet, um ohne Hilfe eines Frontendlers oder gar Designers zu raschen und gut aussehenden Nutzeroberflächen zu gelangen. Es versteht sich von selbst, dass sich tonnenweise Bootstraps in produktiver Umgebung befinden. Der prototypische Charakter verschwindet nämlich schnell, wenn das Projektbudget langsam zu Neige geht.</li>
<li>
<a href="http://www.elegantthemes.com/demo/?theme=Divi">Divi</a> ist das ausgefeilteste WordPress-Theme, das es für Geld zu kaufen gibt. Es enthält nahezu sämtliche Webdesign-Patterns der letzten fünf Jahre, klärt uns über die Bedeutung des Wortes <a href="http://www.elegantthemes.com/gallery/divi/tutorial-blurb.html">Blurb</a> auf, ist ultra-modular und anpassbar, selbstverständlich responsiv und sieht einfach immer gut aus. Divi nutzt WordPress primär als Basis-Framework und installiert quasi ein zusätzliches <span class="caps">CMS</span> im <span class="caps">CMS</span>, welches nach eigenen Regeln funktioniert und besser und sauberer wirkt als das, was WordPress im nackten Zustand zu bieten hat, und der eingebaute Page Builder macht das alles sogar per Drag &amp; Drop verfügbar.</li>
<li>Auch mit <a href="http://de.jimdo.com/">Jimdo</a> wird der zukünftigen Website-Betreiberin 90% des Aufwandes abgenommen, den sie mit manueller Erstellung gehabt hätte. Es ist die alte Idee des 1&amp;1-Homepage-Builders, aber auf Steroiden, und in gut. In 5 Minuten kommt man vom Entschluss zur fertigen Website. Okay, ein paar Inhalte sollte man noch eintippen, aber im Grunde ist es das. Professionelle Seitenlayouts und – natürlich – Patterns sind dabei, alles responsiv. Eine App zur nativen iOS-Webbefüllung sowieso, es ist wie ein Divi-Theme, nur dass ich noch nicht einmal WordPress selber aufsetzen muss.</li>
<li>Der endgültige Nirwana-Zustand ist aber erst mit <a href="https://thegrid.io">The Grid</a> erreicht. Ein System, das per Künstlicher Intelligenz die Website von ganz automatisch erstellen wird. Ich stelle mir das so vor, dass man einen Ordner mit ungeordneten Bildern und Texten rauflädt, und eine fertige, perfekt gestaltete und auf allen Geräten stimmige Website zurück erhält. Was genau es wirklich kann, muss noch getestet werden, aber die Erwartungen sind hoch.</li>
<li>Bonustrack: <a href="http://www.google.com/fonts/">Google Fonts</a> ist eine der wichtigsten Ressourcen, wenn es um Webtypografie in der realen Welt geht. Die 600 freien Schriften aus dem allgegenwärtigen Google-Katalog sind eine Art Grundversorgung, vergleichbar mit Strom aus der Steckdose oder Trinkwasser aus dem Hahn. Kaum ein moderner Homepage-Baukasten, der ohne die extern gehostete Unterstützung von Open Sans und Co. auskommt.</li>
</ul>
<p>Fassen wir zusammen: Wenn ich mit all diesen modernen Tools und den millionenfach bewährten Designpatterns großartige, moderne Websites bauen kann, warum benötige ich noch die Hilfe eines Webdesign-Unternehmens, welches darauf besteht, jedes Projekt von vorne bis hinten neu zu programmieren? Ist das nicht eine Einstellung von gestern bis vorgestern? Für alles gibt es heute Frameworks und Module. Warum soll ausgerechnet im Frontend das Rad jedesmal neu erfunden werden, und das für teures Geld? Websites im Jahr 2015 müssen nur noch in Sachen Inhalt und Informationsarchitektur individuell geplant werden. Design und Technik kommen von der Stange, und sind mit den oben genannten Tools sicherlich besser als alles, was das Jahr 2010 jemals hervorgebracht hat.</p>
<p>Wenn Sie beim Lesen dieser Zeilen heftig mit dem Kopf genickt haben, dann sind wir möglicherweise nicht die richtige Agentur für Sie. Sollten Sie aber leise Zweifel an der Argumentation haben, dann lesen Sie gerne <a href="/weblog/webdesign-teuer">hier</a> weiter.</p>
<p><em>Dieser Beitrag wurde zum Teil inspiriert durch <a href="/weblog/wordpress-rant#c023068">diesen Blogkommentar</a> von praegnanz.de-Leser Jürgen.</em></p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-03-16:79eb1529269d1ad06a06afa922db7115</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-02-05T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-02-05T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Aufrüsten gegen den Minderwertigkeitskomplex</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/tool-wettruesten-im-frontend" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Früher <del>war alles besser</del> war <em>Webdesigner</em> noch ein recht gut abgegrenzter, einzelner Beruf, den begeisterungsfähige, technikaffine und geschmackssichere Menschen wunderbar erlernen und ausüben konnten. Ob alleine oder in einer Agentur spielte dabei kaum eine Rolle. Manchmal erhielt man Unterstützung von einem klassischen Grafiker, manchmal konnte eine Webmasterin im Projekt Hilfestellung leisten. 90% der benötigten Arbeiten im Kontext „Website“ konnten von einer Person geleistet werden.</p>
<p>Seit Mitte der Nullerjahre gab es dann verstärkt Webapplikationen mit Serverkomponente , und seit diesem Jahrzehnt werden diese immer stärker mit clientseitiger Logik und Dynamik ausgestattet, bis hin zu reinen Frontend-Apps. Dazu kommt eine Vielfalt an Endgeräten und Nutzungssituationen und – schwupps – ist der Beruf des Webdesigners nicht mehr so  klar abgegrenzt wie früher! Es wird spezialisiert wie nichts Gutes, und viele Kolleginnen, die sich früher eventuell allroundmäßig „Webdesignerin“ genannt hätten, sind heute Frontend-Entwicklerinnen. Als solche haben sie nur noch am Rande mit visueller Gestaltung zu tun, und auch das Wissen über die Serverseite – sprich: Datenbanken, <span class="caps">CMS</span>e und Serverperformance – überlassen sie anderen Experten.</p>
<p>Nun stehen sie also da, die Frontend-Entwickler, und suchen nach einer neuen Identität für sich und ihre Tätigkeit, und ein bisschen nackt fühlt man sich ja schon. Man kann auf sich alleine gestellt kaum noch eine halbwegs gescheite Website, geschweige denn eine Applikation bauen, dafür braucht es ein Team! Und wenn man sich die einzigen Frontend-Sprachen anguckt, die man zur Verfügung hat, sind diese konzeptionell 20 Jahre alt, nicht mehr sehr praxisnah, zu theoretisch und wirken nicht einmal sonderlich professionell. Blöd! Da hat man den Anspruch, ein richtiger Programmierer zu sein, will sauberen Code schreiben, um auf hohem Niveau für das Frontend zu entwickeln, und womit muss man klarkommen? <span class="caps">HTML</span>, <span class="caps">CSS</span> und JavaScript? Ernsthaft? Die gleiche Technologie, mit der seit 1997 hässliche Websiten für den Netscape Navigator gebaut werden?</p>
<p>Wahrlich: Die nackten Webstandard-Technologien müssen für junge, gut ausgebildete Informatiker eine echte Zumutung sein! So hatten sie sich das nicht vorgestellt, dass alle richtigen Programmierer über sie lachen und mit dem Finger auf sie zeigen! Richtige Programmierer schreiben C#, Objective-C oder Ruby, sie haben mächtige Entwicklungsumgebungen, feste Typen, Runtimes, VMs. Sie vergleichen Compilergeschwindigkeiten und beobachten die Effizienz von Garbage-Collectoren. Sie deployen auf Devices und testen automatisiert, ob ihre Apps zu häufig crashen. Das sind die Freuden, die das native Programmieren ausmachen! Und natürlich die Tatsache, dass man – zumindest gefühlt – im Bereich der nativen Anwendungen mehr Geld verdienen kann.</p>
<p>Meine steile These ist, dass sich aus dem oben beschriebenen Missverhältnis in den letzten vier bis fünf Jahren eine Art Gegenbewegung gebildet hat, die Frontend-Entwickler weltweit zusammengebracht hat, um gegen die gefühlte Verniedlichung ihres Berufes anzukämpfen. Um gemeinsam die Kränkung wieder wettzumachen. Um die Frontend-Entwicklerin professioneller werden, oder zumindest <em>wirken</em> zu lassen. </p>
<p>Das Resultat dieser – teilweise neidgetriebenen – Anstrengungen ist die Explosion von Meta-Programmierung im Frontend-Bereich. Man hat das Gefühl, dass sich heute fast niemand mehr herablässt, noch normales <span class="caps">HTML</span>, <span class="caps">CSS</span> und JavaScript zu schreiben. Alles wird kompiliert: <span class="caps">HAML</span> zu <span class="caps">HTML</span>, <span class="caps">SASS</span> zu <span class="caps">CSS</span>, CoffeeScript zu JavaScript. Um den ganzen Meta-Code wieder zusammenzusetzen, benötigt man neben Node.js auch einen Package-Manager in Form von npm, ein Build-Tool wie Grunt, Gulp oder Broccoli, sowie groteske Mengen an Node-Plugins für die genannten Build-Tools. Doch als ob wir noch nicht genug Abstraktionsstufen hätten, kommen Tools wie Bower und Yeoman noch obendrauf und automatisieren das automatisierte Automatisieren von automatischem Frontend-Code, der aber in weiten Teilen sowieso „Out of the Box“ von Bootstrap geliefert wird. Und wenn man im Jahre des Herrn 2015 ernsthaft einen Job als Frontend-Dev haben möchte, sollte man ganz schnell noch ein paar Brocken Backbone, React.js und AngularJS lernen, sonst wird das eher nichts.</p>
<p>Mal Spaß beiseite: Viele der genannten Tools sind natürlich sinnvoll und können Zeit sparen, und es ist nicht cool, sich über ihren Einsatz lustig zu machen. Dennoch macht sich seit einiger Zeit bei mir das Gefühl breit, dass das Waffenarsenal der Frontend-Devs mehr und mehr zum Selbstzweck wird, sowie zur Rechtfertigung, dass man eben doch mithalten kann mit den echten Programmieren und ihren fetten <span class="caps">IDE</span>s und Prozessen. Dass man automatisierte Toolchains und Deployment-Techniken beherrscht. Und dass man damit ein genauso ernstzunehmender Programmierer sein kann.</p>
<p>Mag alles sein. Ein bisschen Kindergarten scheint mir aber ebenfalls im Spiel zu sein. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass man seine Toolchain grundlegend aufrüsten, oder eventuell sogar um eine weitere Automatisierungs- oder Abstraktionsschicht ergänzen muss, um ständig up to date zu bleiben. Ich frage mich, ob die jeweiligen Projekte tatsächlich so umfangreich und hochkomplex sind, oder ob nicht auch einfach ein latenter Minderwertigkeitskomplex verantwortlich ist, der ganz selbstverständlich auftritt, wenn man an einfache und primitive Techniken gefesselt ist, wie sie <span class="caps">HTML</span>, <span class="caps">CSS</span> und JavaScript in Vergleich zu kompilierten Sprachen darstellen.</p>
<p>Ich für meinen Teil möchte sagen – auch im Interesse einer einfachen und nachvollziehbaren Arbeitsweise: Behaltet die Verhältnismäßigkeit im Auge! Könnt ihr den Einsatz all eurer Tools wirklich gut begründen? Oder ist es nur Angeberei und behindert euch und eure Kollegen bzw. Nachfolger? Verbringt Ihr mehr Zeit beim Feintunen eures Gruntfiles als mit dem Entwurf einer eleganten und gut dokumentierten Programmarchitektur? Ein bisschen weniger Frickeln und ein bisschen mehr Pragmatismus tut manchmal auch ganz gut. Vielen Dank, der alte Mann hat fertig.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-02-05:ab7ec7441c756fa891c556b2a4d5ce43</id>
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	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2015-01-23T00:00:00Z</published>
		<updated>2015-01-23T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Mein kleiner 2015er WordPress-Rant</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/wordpress-rant" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Beginnen wir mit steilen Thesen: <a href="https://de.wordpress.org/">WordPress</a> ist schwierig, obwohl es einfach erscheint. WordPress ist für Standardwebsites, obwohl es alle Arten von Websites betreiben kann. WordPress ist eine kurzsichtige <span class="caps">CMS</span>-Wahl, obwohl es Weltmarktführer ist. </p>
<p>In letzter Zeit verdichten sich bei Kunden, Kollegen und Freunden die Hinweise, dass es vielleicht doch keine so gute Idee war, komplett auf WordPress zu setzen, als es um die Umsetzung eines neuen Webprojektes ging. Ich will versuchen zu erklären, warum das so ist.</p>
<p>Seit zehn Jahren ist WordPress nun dabei, sich von einer kleinen Bloggingsoftware zum weltweit meistgenutzten Website-Baukasten zu entwickeln. Diese Entwicklung ist weitestgehend abgeschlossen, auch wenn noch viel Legacy-Code und eine ganze Reihe von Paradigmen an die gute alte Blogging-Zeit erinnert. Alle Funktionen, die WordPress zu einem „großen“ <span class="caps">CMS</span> machten, stecken allerdings in Themes und Plugins. Grundsätzlich ist natürlich gegen einen relativ schlanken Core und relativ mächtige Plugins nichts einzuwenden. Das fundamentale Problem ist jedoch die verfluchte Vielfalt und die Konkurrenz innerhalb der Plugin-Szene. Ich habe aufgehört zu zählen, wieviele Plugins es für die Verwaltung von Custom Post Types und Custom Fields gibt. Derzeit scheinen <a href="https://wordpress.org/plugins/custom-post-type-ui/"><span class="caps">CTP</span> UI</a> und <a href="http://www.advancedcustomfields.com/"><span class="caps">ACF</span></a> brauchbare Plugins zu sein, aber wer weiß schon, wann diese wieder explodieren oder neue WP-Versionen nicht mehr unterstützen? Ihr wisst, was ich meine. Man kann ja froh sein, dass WordPress mit den Schnittstellen für Custom Post Types, Custom Fields und Custom Taxonomies eine Art Standard innerhalb des System geschaffen hat, doch dieser Standard ist so rudimentär, dass alle entsprechenden Plugins trotzdem zusätzliche Schichten an Logik und Daten ablegen müssen, um halbwegs benutzerfreundlich zu sein.</p>
<p>Natürlich besteht bei allen <span class="caps">CMS</span>en das Problem, dass zu viel festgelegte Funktionalität im Core schädlich ist, und dass man auf Plugins angewiesen ist. Doch in den meisten Fällen existieren für die wichtigsten und am häufigsten benötigten Anwendungsfälle auch gewisse „große“ Standardplugins, welche eine hohe Qualität aufweisen, oftmals auch vom Core-Team entwickelt werden und von daher zu allem kompatibel sind, und auf jeden Fall weiterentwickelt werden, wenn sie nicht – wie im Falle von Drupal – schlussendlich in den Core wandern. Eine gewisse Standardisierung der Core-Schnittstellen schafft Verlässlichkeit und Orientierung bei den Plugin-Entwicklern und Vertrauen bei den Benutzern, weil die Wahrscheinlichkeit, dass Plugin A mit Plugin B gut zusammenarbeitet, hoch ist.</p>
<p>Bei WordPress hat sich dieses Kompatibilitätsproblem zu einem absurden Schauspiel entwickelt. Plugins machen damit Werbung, dass sie zu bestimmten, populären Themes kompatibel sind, Plugin A setzt Plugin B voraus, aber warnt davor, Plugin C gleichzeitig installiert zu haben. Magazin-Themes empfehlen den Einsatz eines bestimmten Plugins, weil sonst bestimmte Features nicht funktionieren würden, kommen aber selbst mit 3 Tonnen Plugin-ähnlichem Code daher, so dass inzwischen die Unterscheidung zwischen Theme und Plugin kaum mehr gegeben ist. Es ist ein Dschungel.</p>
<p>Und weil sowohl Themes als auch Plugins so pupseinfach zu installieren ist, macht es jeder Amateur ohne Hemmungen, und kombiniert munter Dinge, die sich überkreuzen und gegenseitig kaputt machen. Ansprüche an das Design, die Ladezeiten, ein elegantes Markup oder zumindest halbwegs aufgeräumten Code sind dabei schon lange nicht mehr vorhanden.</p>
<p>WordPress also nur ein populäres Amateur-System? Ja und nein. Inzwischen bin ich der Meinung, dass es genau zwei verschiedene, valide Anwendungsfälle gibt:</p>
<p><strong>1. Die reine Laiennutzung:</strong> Fertiges Theme installieren und mit Bordmitteln anpassen, einige Plugins dazu klicken, die nicht allzu krasse Dinge anstellen, fertig. Bei dieser Nutzungsart ist es sehr wichtig, dass man keine zu hohen Ansprüche hat, was einerseits die Ästhetik, andererseits die Machbarkeit bestimmter Funktionen angeht. Wer individuelle Wünsche hat, die über das normale Standardblog oder die kleine Standardwebsite hinausgehen, findet entweder ein Plugin, welches sofort perfekt passt, oder lässt es sein. </p>
<p><strong>2. Die reine Profinutzung:</strong> Ein eigenes Theme wird <a href="https://github.com/gerritvanaaken/WP-Kickstart">von Grund auf</a> neu aufgebaut. Jedes Plugin wird sorgfältig auf Professionalität, Langlebigkeit, Stabilität und Kompatibilität geprüft. Im Zweifel lieber selber im Theme die gewünschte Funktionalität programmieren. Jeder Wunsch nach individuellen Funktionen wird zweimal in Frage gestellt und dem Kunden möglichst ausgeredet. Das Versprechen einer funktionierende Website erlischt, sobald Kunden eigenständig Plugins installieren (Ja, damit sind vor allem <span class="caps">SEO</span>- und Social-Media-Button-Plugins gemeint!).</p>
<p>Zwischen diesen Extremen gibt es nicht viel. Wir haben sehr schlechte Erfahrungen gemacht mit dem Anpassen von fertigen Themes, trotz Childtheme-Technik, insbesondere bei responsiven Themes. Die Möglichkeit, „schnell mal eben“ gigantische Funktionsumfänge in Form von praktischen Plugins herbeizuzaubern, ist verführerisch, doch zu welchem Preis? Die Kunden wollen immer mehr von der Sorte, werden falsch erzogen! </p>
<blockquote>
<p>Ach, wenn das so einfach ist mit den eigenen Widget-Bereichen, dann will ich gleich sechs Stück haben. Wissen Sie was? Ich installier mir einfach ein Plugin und knall mir gleich 14 Widgetbereiche rein!</p>
</blockquote>
<p>Es ist diese verführerische Illusion, dass alles so einfach ist. Die Themes, Plugins und Widgets greifen doch alle ineinander, ergänzen sich, lassen sich sogar anpassen, und alles ohne Code! Was muss dann erst eine richtige, erfahrene Webagentur aus dem System herausholen können? Doch leider arbeiten erfahrene Webagenturen meist ein bisschen anders, verlassen sich ungern auf Baukastenmodule mit unbekanntem Code und wollen alles unter Kontrolle haben beziehungsweise auf eine stabile <span class="caps">CMS</span>-Codebasis setzen, deren Paradigmen und Schnittstellen gut dokumentiert und zukunftsicher sind. Nur so kann man Webprojekte umsetzen, die mit den Wünschen der Kunden mitwachsen, ohne irgendwann die Grätsche zu machen.</p>
<p>Uns fällt es immer schwerer, im vollen Bewusstsein neue Projekte mit WordPress anzufangen. Zu oft ahnen wir, dass die Kunden immer mehr wollen, wenn sie einmal das Schaufenster mit den Süßigkeiten gesehen haben, oder dass sie mit den besprochenen, minimalem Anpassungen an das Standard-Theme nicht zufrieden sind. Doch ganz ehrlich: Meist sind es wir selber, die keine Lust auf den Stress haben, die ganze Arbeit von Anwendungsfall 2 für das Budget aus Anwendungfall 1 zu erledigen.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2015-01-23:c76734c0d2771b50e35cab9ea112c6af</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-24T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-24T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 24/24 – Source Sans/Serif/Code Pro</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-adobe-source" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="" height="612" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-adobe-source/d15559bd42-1760525877/source.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die <strong>Source</strong>-Schriftsippe von Adobe schließt diesen kleinen Adventskalender ab, mit dem ich einen Überblick bieten wollte, was heutzutage mit kostenlosen Schriften aus dem Netz so alles geht. Im Vergleich zu 2004, als ich unter anderem mit der Artikelserie <a href="/weblog/gentium">Die Freie Schrift der Woche</a> dieses Blog populär machen konnte, hat sich das Angebot unfassbar weiterentwickelt, in Quantität und auch Qualität. Open-Source-Schriften sind eine echte Erfolgsstory des Internet, denn nur über digitale Vernetzung, weltweite Verbreitung und die Chance auf  Ruhm und Ehre wird ein Anreiz für Schriftentwerfer geschaffen, ihre Babys kostenlos für die Gestalter dieser Welt herausgeben. Dass die meisten freien Schriften ihren kommerziellen Verwandten trotzdem noch unterlegen sind, liegt dabei in der Natur der Sache und bekräftigt, dass es für beide Lizenzmodelle Anwendungsfälle gibt. (Siehe dazu auch mein Essay <a href="http://praegnanz.de/weblog/freie-schriften-anspruch-und-wirklichkeit">Freie Schriften – Anspruch und Wirklichkeit</a> von 2011.)</p>
<p>Zurück zur Source-Famile und ihrem Herausgeber Adobe. Die Source Sans Pro erschien im Sommer 2012 und war von Anfang als echte Open-Source-Schrift geplant, die aber den gleichen Qualitätsmaßstäben unterworfen sein sollte wie die kommerziellen Adobe-Schriften, beispielsweise <a href="https://www.myfonts.com/fonts/adobe/warnock/">Warnock</a> oder <a href="http://www.myfonts.com/fonts/adobe/chaparral/">Chaparral</a>. Dabei erbt die Source Sans einige Eigenschaften der klassischen amerikanischen Gothic-Schriften, ist dabei jedoch insgesamt offener und humanistischer. Wie auch die Open Sans von Google ist sie als Webfont derzeit extrem populär, vor allem weil sie so universell einsetzbar ist. Sie hat sich zu einer Art Standardschrift entwickelt und könnte von daher als „Neue Arial“ bezeichnet werden. Wenn einem nichts charakteristischeres einfällt, greift man halt auf die Source Sans zurück, das ist immer noch besser als gar keinen Webfont zu verwenden. Klingt tragisch, ist aber wohl pragmatische Realität :-)</p>
<p>Ein paar Monate nach der Source Sans erschien die dazu passende Monospace-Variante „Source Code“, und erst diesen Sommer folgte dann die „Source Serif“. Letztere leider noch ohne kursiven Schnitt – aber das kann ja noch kommen.</p>
<p>Mit der Source-Sippe hat man eine professionelle und nach allen Maßstäben der Kunst gestaltete Schrift an der Hand, die den meisten typografischen Herausforderungen gewachsen ist. Auch hier gilt natürlich die Warnung, dass man keine Originalitätspreise gewinnen wird. Aber welche wahrhaft erfolgreiche Schrift von Weltformat konnte das jemals von sich behaupten? Es sind die subtilen Details und die perfekt abgestimmten, immer wieder aufs neue feinjustierten Formen, die aus einer „ganz netten“ eine „ganz große“ Schrift machen. Die Source ist schon jetzt ein Klassiker, der die typografische (Netz-)Landschaft geprägt hat und weiter prägen wird!</p>
<p>In diesem Sinne: Frohe Weihnachten allen LeserInnen, KundInnen und FreundInnen!</p>
<ul>
<li><a href="https://github.com/adobe-fonts">Github-Repositorys</a></li>
<li>Download auf FontSquirrel: <a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/source-sans-pro">Sans</a> / <a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/source-code-pro">Code</a> / <a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/source-serif-pro">Serif</a>
</li>
<li>Einsatz als Webfont: <a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Source+Sans+Pro">Sans</a> / <a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Source+Code+Pro">Code</a> / <a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Source+Serif+Pro">Serif</a>
</li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-24:aae216e6ab067c18fcea9a9aca493b0c</id>
	</entry>

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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-23T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-23T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 23/24 – Comic Jens</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-comic-jens" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="" height="152" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-comic-jens/d1febf0b56-1760525874/comicjens.png" width="1030"></figure></p>
<p>Das hat uns gerade noch gefehlt! Die <strong>Comic Jens</strong> ist die Antwort des Berliner Fontengineers Jens Kutílek auf die populäre <a href="http://www.fonts.com/content/learning/fyti/typefaces/story-of-comic-sans">Unfall</a>-Systemschrift von Microsoft. Klingt zunächst mal nicht spektakulär, ist es auch nicht wirklich, aber dennoch: Man muss sie einfach mögen! Die Comic Jens kommt nämlich nicht nur mit einer für den Laien kaum unterscheidbaren Formensprache, ist aber der zu lange in der Sonne gelegenen Originalschrift in vielerlei Hinsicht haushoch überlegen. Stichwort „alternative Glyphen“ und „Ligaturen“. Wie es sich <em>eigentlich</em> für eine Handschrift-Imitation gehört, gibt es nämlich Abwechslung bei den Buchstabenformen, je nach Kontext – im oberen Beispiel schön am kleinen e zu erkennen.</p>
<p>Richtig schön ist das alles immer noch nicht, aber ein Stück weit erträglicher, oder?</p>
<ul>
<li><a href="http://www.netzallee.de/extra/comic-jens">Offizielle Website</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-23:1e2ccf89412b026c763f590cb6a891f5</id>
	</entry>

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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-22T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-22T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 22/24 – Exo 2</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-exo2" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="" height="137" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-exo2/8c6ccfde9c-1760525874/exo2.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die <strong>Exo 2</strong> ist eine überarbeitete und in kleinen Schriftgraden besser lesbare Version der kaum älteren Exo. Diese Schrift hat eine interessante Geschichte hinter sich. Ursprünglich 2009 als studentisches Projekt von Natanael Gama angefangen, konnte dieser im Jahr 2011 über <a href="https://www.kickstarter.com/projects/1010856090/the-exo-typeface-family">Kickstarter</a> 7.500 Dollar einsammeln, um den Entwurf in Ruhe als komplette Open-Source-Schrift auszubauen und unter anderem bei Google Fonts unterzubringen. Zur Weihnachtszeit 2013 – knapp 2 Jahre nach der Erstveröffentlichung folgte dann bereits die verbesserte Version 2.</p>
<p>Die Exo Sans ist als kubische Groteskschrift gleichermaßen ein Fest für Freunde der Science-Fiction und der dänischen Schriftkultur (<a href="/weblog/typografie-in-daenemark">wir erinnern uns</a>). Sie steht in der Tradition von <a href="https://www.fontshop.com/superfamilies/eurostile-lt">Eurostile/Microgramma</a> und <a href="https://www.fontshop.com/families/klavika">Klavika</a>, kommt sehr schlicht rüber, hat aber einige spannungsreiche Details zu bieten, die sie vor der visuellen Eintönigkeit einer komplett konstruierten Schrift rettet. Sie ist wirklich schick und schafft den Spagat zwischen reiner Headlineschrift und (eingeschränkter) Mengensatztauglichkeit. Exo ist nur auf den ersten Blick Massenware, und bietet mit den vollen 9 Fetten in regular und italic auch das ganze Programm an Abstufung, das man für feingeschliffene Online- und Offlinetypografie benötigt.</p>
<ul>
<li><a href="http://ndiscovered.com/exo-2/">Offizielle Website</a></li>
<li><a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/exo-2">Download bei FontSquirrel</a></li>
<li><a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Exo+2">Einsatz als Webfont</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-22:e443f251a9026ecaccd26f10d45bd102</id>
	</entry>

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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-21T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-21T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 21/24 – Roboto Slab</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-roboto-slab" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="" height="149" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-roboto-slab/bd0d51a352-1760525874/robotoslab.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die <strong>Roboto Slab</strong> ist eine sogenannte serifenbetonte Schrift, und diese Gattung ist gar nicht mal so häufig anzutreffen. Jeder kennt zwar das charakteristische Schriftbild einer <a href="https://www.fontshop.com/families/rockwell">Rockwell</a> oder einer <a href="https://www.fontshop.com/families/pmn-caecilia">Caecilia</a>, aber die meisten Serifenbetonten sind heute Teil einer Schriftsippe und eher abgeleitete Versionen einer Grotesk-Schrift – so auch die Roboto Slab, welche kaum überraschenderweise auf Basis der Roboto entwickelt wurde und somit deren Eigenschaften wie Neutralität, Professionalität und Kühle erbt. Die präzisen, perfekt abgestimmten Buchstabenformen sind zwar kein reizvoller Hingucker voller Reibungspunkte, aber das Glattgeschliffene, Robuste hat eben genauso seine Daseinsberechtigung, wenn Schrift eine dienende Funktion erfüllen soll. Mit einer Roboto Slab macht man im Magazinbereich auf jeden Fall keinen Fehler, sondern geht auf Nummer sicher, auch im Mengentext.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/roboto-slab">Download bei FontSquirrel</a></li>
<li><a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Roboto+Slab">Einsatz als Webfont</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-21:24cd45a641ced6ed4211c93f2ebd0c97</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-20T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-20T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 20/24 – Kimberly Geswein</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefonts-kimberly-geswein" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="" height="241" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefonts-kimberly-geswein/3e4aef36b0-1760525874/gershwin.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die drei Schriften mit den bezaubernden Namen <strong>Nothing You Could Do,</strong> <strong>Shadow Into Light</strong> und <strong>Waiting for the Sunrise</strong> stehen stellvertretend für alle Handschriften von <a href="http://www.kimberlygeswein.com/">Kimberly Geswein</a>, die sich ein wenig wohltuend aus der Masse der grottenschlechten und künstlichen Exemplare dieses Genres hervortun. Es ist absolut nicht leicht, eine überzeugende realistische Handschrift in digitale Form zu gießen, ohne zu sehr in brave Schreibschrift, kalligrafische Kunstwerke oder brushige Reklame abzudriften. Mit den stimmungsvollen, nicht unbedingt typisch weiblichen Schriftbildern ist das hier ausnahmsweise mal ganz gut gelungen. Für nette Reminder, scheinbar hingekritzelte Notizen oder ausdrucksstarke Testimonials sollte man das gerne mal ausprobieren!</p>
<ul>
<li><a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Nothing+You+Could+Do">Nothing You Could Do</a></li>
<li><a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Shadows+Into+Light">Shadows Into Light</a></li>
<li><a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Shadows+Into+Light+Two">Shadows Into Light 2</a></li>
<li><a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Waiting+for+the+Sunrise">Waiting for the Sunrise</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-20:516e3bc75749c9ce8b72ddc633462ea8</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-19T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-19T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 19/24 – PT Sans</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-pt-sans" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="" height="151" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-pt-sans/b7dad91c60-1760525873/ptsans.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die <strong>PT Sans</strong> dürfte noch ein bisschen bekannter als ihre Schwester <a href="/weblog/freefont-pt-serif">PT Serif</a> sein, immerhin steckt diese freie Schrift im Standard-Repertoire von OS X, sowie den Linux-Distributionen Gentoo und Fedora. Doch sie ist auch als separater Download erhältlich und kommt mit den Vorzügen einer Schrift aus russischer Hand: Sie hat natürlich angemessene kyrillische Zeichen! Nicht zu verachten sind aber auch die speziellen Caption-Schnitte für halbwegs lesbares Kleingedrucktes, sowie eine sehr schmale Variante, wenn mal wenig Platz vorhanden ist.</p>
<p>Ihre modernen, sachlichen Formen fallen nicht durch besondere Eigenständigkeit auf, passen aber zu fast allen Sujets und Medien. Ein zuverlässiger Allrounder, mit dem man fast nichts falsch machen kann!</p>
<ul>
<li><a href="http://paratype.com/public/">Offizielle Website</a></li>
<li><a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/pt-sans">Download bei FontSquirrel</a></li>
<li><a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:PT+Sans">Einsatz als Webfont</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-19:d11a166fa01672d0819464c984410142</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-18T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-18T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 18/24 – Charis SIL</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-charis" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="" height="162" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-charis/593ded8a66-1760525871/charis.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die <strong>Charis <span class="caps">SIL</span></strong> vergisst man manchmal unter den ganzen weichgespülten Schrift der Neunziger- und Nullerjahre. Der kantige Charme dieser stabilen Antiqua geht auf das Jahr 1987 und die <a href="https://www.myfonts.com/fonts/bitstream/charter/">Bitstream Charter</a> zurück, die Digitalschrift-Ikone Matthew Carter (u.a. Georgia, Verdana) damals entwarf. Die Charis <span class="caps">SIL</span> ist eine leicht angepasste Version der Charter, steht unter der bekannten Open-Font-License <span class="caps">SIL</span> und erschien erstmals 2007. Sie ist recht kühl und technisch, aber natürlich handwerklich exzellent umgesetzt, sowie für den Einsatz in kleinen Graden und am Bildschirm optimiert. Hier spielt sie auch ihre wahre Stärke aus, weniger im Display-Bereich.</p>
<ul>
<li><a href="http://scripts.sil.org/cms/scripts/page.php?site_id=nrsi&amp;id=CharisSILfont">Offizielle Website</a></li>
<li><a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/charis-sil">Download bei FontSquirrel</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-18:e534dd2b644a3098fbba3eadd4b5251d</id>
	</entry>

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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-17T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-17T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 17/24 – Yanone Kaffeesatz</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-kaffeesatz" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="" height="192" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-kaffeesatz/99587e25be-1760525871/kaffeesatz.png" width="1030"></figure></p>
<p>Muss ich noch was sagen? Die <strong>Kaffeesatz</strong> gehört zu den Freefont-Klassikern, dessen Entstehung und Veröffentlichung ich seit langer Zeit verfolge und <a href="/weblog/yanone-kaffeesatz">begleite</a>. Inzwischen hat ihr Schöpfer Yanone auch eine überarbeitete kommerzielle Version namens <a href="https://www.fontfont.com/fonts/kava">FF Kava</a> auf dem Markt gebracht, bei der keine einzige Kurve unangetastet blieb und die im professionellen Umfeld noch mit ein paar Nützlichkeiten aufwartet. </p>
<p>Die originale Kaffeesatz sah man in den letzten Jahren fast überall – auf Plakaten, Blogs, im Fernsehen und überhaupt. Durch ihre markanten Formen, die trotzdem überraschend gut lesbar sind, und natürlich wegen ihren Platz sparenden Proportionen hat sie völlig zurecht viele Freunde gefunden. Mich fasziniert immer wieder, dass die Kaffeesatz in den fetteren Schnitten <em>weniger</em> Platz einnimmt als in den mageren Schnitten – aber das ist nur eines der vielen feinen Details. Und ihr wisst das alles ja sowieso schon!</p>
<ul>
<li><a href="https://www.yanone.de/typedesign/kaffeesatz/">Offizielle Website</a></li>
<li><a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Yanone+Kaffeesatz">Einsatz als Webfont</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-17:d37eb2a91bec1df360373c46f233f7d2</id>
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	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-16T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-16T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 16/24 – Alegreya</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-alegreya" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="Alegreya" height="192" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-alegreya/c77aaf06ae-1760525870/alegraya-serf.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die <strong>Alegreya</strong> ist logischerweise die Schwester der hier bereits vorgestellten <a href="/weblog/freefont-alegreya-sans">Alegreya Sans</a>. Sie war allerdigs etwa ein Jahr zuerst da (2011) und hat deshalb keinen Namenszusatz. Die Algreya konnte damals einen hochkarätigen Preis gewinnen – sie wurde von der <span class="caps">ATYPI</span>-Jury zu einer von 53 <a href="http://letter2.org/">Schriften des Jahrzehnt</a> (2001–2011) gewählt. Kein Wunder! Sie ist wunderbar ausgefeilt, originell und strotzt nur so vor historisch-literarischem Charme, den sie aber mit einer technisch sehr sauberen und modernen Umsetzung verbindet.</p>
<p>Während die Alegreya Sans komplett kostenlos erhältlich ist, gibt es von der ursprünglichen Alegreya „lediglich“ 12 Schnitte zum kostenlosen Download. Die kommerzielle <a href="http://www.huertatipografica.com/fonts/alegreya-ht-pro">Alegreya ht Pro</a> kommt mit ganzen 20 Schnitten und ist für alle wichtigen Zeichensätze bestens ausgestattet. Und wenn ihr euch jetzt verlieben wollt, guckt euch gerne die fantastisch gestalteten Muster auf der <a href="http://www.huertatipografica.com/fonts/alegreya-ht-pro">offiziellen Website</a> an!</p>
<ul>
<li><a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/alegreya">Download bei FontSquirrel</a></li>
<li><a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Alegreya">Einsatz als Webfont</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-16:24d435a8b39a26ec1c9a3112db883227</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-15T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-15T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 15/24 – Open Sans</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-open-sans" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="" height="188" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-open-sans/90eb31f4a4-1760525870/open.png" width="1030"></figure></p>
<p>Und? Wer kann die ganzen Google-Schriften im Kopf noch auseinanderhalten? Richtig: Die <strong>Open Sans</strong> ist eine Weiterentwicklung der <a href="http://www.google.com/fonts/specimen/Droid%2BSans">Droid Sans</a>, welche früher auf den Android-Betriebssystemen als UI-Font im Einsatz war. Dort hat inzwischen die <a href="/weblog/freefont-roboto">Roboto</a> weitestgehend übernommen, und die Open Sans ist seit geraumer Zeit vor allem auf Googles Marketing-Websites für die diversen Nicht-Android-Produkte präsent, beispielsweise die <a href="https://www.google.de/chrome">Chrome-Infoseite</a>.</p>
<p>Alles klar? Abgesehen davon ist die Open Sans eine gut ausgebaute und einigermaßen warme Serifenlose, die mit relativ bauchigen Rundungen daher kommt und insbesondere im mageren Schnitt eine sehr professionelle Figur macht. Sie wurde von Steve Matteson bei <a href="http://www.ascenderfonts.com/">Ascender Fonts</a> entwickelt und kämpft seit ihrer Veröffentlichung mit der Source Sans Pro und den Titel der „Neuen Arial“. Dazu jedoch später mehr.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/open-sans">Download bei FontSquirrel</a></li>
<li><a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Open+Sans">Einsatz als Webfont</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-15:7bf761b0064232da08364f2d2e4324f8</id>
	</entry>

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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-14T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-14T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 14/24 – League Gothic</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-league-gothic" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="" height="188" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-league-gothic/a22291e7a7-1760525869/league.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die <strong>League Gothic</strong> ist ein freier Vertreter einer ganzen Schriftgruppe, nämlich der extraschmalen, halbfetten Gothic-Schriften, zu denen auch speziell die <a href="https://www.fontshop.com/search/?q=alternate+gothic">Alternate Gothic</a> von Morris Fuller Benton gehört. Die League Gothic ist eine Open-Source-Variante dieses inzwischen in Public Domain übergegangenen Schriftentwurfes.</p>
<p>Was hat es mit den <em>Gothic</em>-Schriften auf sich? Es handelt sich hierbei um die amerikanische Spielart der serifenlosen Schrift, welche ja zwischen 1900 und 1940 noch eine relative Seltenheit darstellte, auf beiden Kontinenten. Die Amerikaner hatten mit der <a href="https://www.fontshop.com/families/franklin-gothic">Franklin Gothic</a>, der <a href="https://www.fontshop.com/families/news-gothic">News Gothic</a>, der <a href="https://www.fontshop.com/families/trade-gothic">Trade Gothic</a> und einigen weiteren Vertretern ein regelrechtes Subgenre am Start. Im Vergleich zu den europäischen Grotesken sind die Gothics oft etwas aufrechter, stabiler, haben eine große x-Höhe und ein g mit geschlossener unterer Schlinge.</p>
<p>Gerade im modernen Web sind die Condensed Gothics als Headline und auffällige Auszeichnungsschrift wieder sehr populär, insbesondere in Versalien gesetzt. Man schaue sich beispielsweise die Subheadlines und Navigationselemente auf <a href="http://www.theverge.com/2013/9/26/4772680/bill-gates-admits-ctrl-alt-del-was-a-mistake">The Verge</a> an!</p>
<ul>
<li><a href="https://www.theleagueofmoveabletype.com/league-gothic">Offizielle Website</a></li>
<li><a href="https://github.com/theleagueof/league-gothic">Auf Github</a></li>
<li><a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/league-gothic">Download bei FontSquirrel</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-14:438e5c28a798d0060b3e318d891393ce</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-13T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-13T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 13/24 – Lido STF</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-lido-stf" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="" height="160" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-lido-stf/ada94f8fe0-1760525869/lido-160.png" width="1030"></figure></p>
<p>Noch so ein „Times-Killer“! Die <strong>Lido <span class="caps">STF</span></strong> von František Štorm und seiner Storm Type Foundry ist vor fast 10 Jahren angetreten, eine menschlichere und hübscher anzusehenden Version von Times New Roman darzustellen, und ist damit erfolgreich gewesen. Die Lido ist mein Standard-Tipp, wenn man mich fragt, welche Schrift man für wissenschaftliche Arbeiten verwenden solle, wo doch von der Hochschulleitung die <em>Times News Roman mit eineinhalbfachem Zeilenabstand</em> vorgeschrieben sei. Die Lido <span class="caps">STF</span> mit 140% tut’s sicher auch, und direkt auffallen wird es kaum jemandem. Außer natürlich, dass alle Inhalte angenehmer und weniger aggressiv daher kommen werden. Nun, ein bisschen zumindest.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.stormtype.com/family-lido-stf.html">Offizielle Website</a></li>
</ul>
<p><strong>Ergänzung:</strong> Wie in den Kommentaren korrekt erwähnt, ist die kostenlose Lido nur für nichtkommerzielle Zwecke einsetzbar!</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-13:4d770c471aab33f8253ab4b5d3b6412f</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-12T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-12T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 12/24 – Kontrapunkt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-kontrapunkt" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="Kontrapunkt" height="150" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-kontrapunkt/794adc5d30-1760525867/kontrapunkt-150.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die <strong>Kontrapunkt</strong> ist der kostenlose Einstieg in die <a href="http://praegnanz.de/weblog/typografie-in-daenemark">dänische Typografie</a>. Ja, das gibt es tatsächlich – ein bestimmter visueller Stil, der im öffentlichen Leben des kleinen skandinavischen Staates allgegenwärtig ist. Es sind die kubischen Formen, der Hang zum Konstruierten, die kleinen interessanten Details und eine generelle Modernität, die die <em>hyggelige</em> Atmosphäre ausmacht. Speziell die Kontrapunkt kommt von der gleichnamigen <a href="http://www.kontrapunkt.com/">Designagentur</a>, die für gefühlt die Hälfte der öffentlich-rechtlichen Institutionen in Dänemark designtechnisch verantwortlich zeichnet. Eine frische Brise von der Küste!</p>
<ul>
<li><a href="http://www.kontrapunkt.com/type">Offizielle Website</a></li>
<li><a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/kontrapunkt">Download bei FontSquirrel</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-12:0f61e32abb199081851192a76e1e67e8</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-11T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-11T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 11/24 – PT Serif</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-pt-serif" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="PT Serif" height="164" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-pt-serif/5ab4b1b159-1760525866/ptsans-164.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die <strong>PT Serif</strong> des kalifornischen Schriftbüros <a href="http://www.paratype.com/">ParaType</a> (daher das Kürzel) wird bei FontSquirrel als „Slab Serif“, also als serifenbetonte Schrift klassifiziert, was jedoch lediglich auf die „Caption“-Variante (für kleine Schriftgrade) zutrifft. Die vier regulären Schnitte sind eine wunderbar angenehm-gefällige Barockantiqua und somit ein klarer <em>Times-Killer</em>, wenn dieser Begriff nicht schon überstrapaziert wäre. Sie passt stilistisch natürlich zur etwas früher erschienenen <em>PT Sans</em>. Beide Schriften wurden von Designer Alexandra Korolkova und mit finanzieller Hilfe der russischen Medienbehörde (freie Übersetzung) gestaltet und produziert. Kyrillische Buchstaben sind von daher Ehrensache!</p>
<ul>
<li><a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/pt-serif">Download bei FontSquirrel</a></li>
<li><a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:PT+Serif">Einsatz als Webfont</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-11:f41238144c9e5e5f204f78e1d3a2d686</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-10T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-10T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 10/24 – Fira Sans</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-fira-sans" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="Fira" height="189" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-fira-sans/73c9c9f297-1760525865/fira.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die <strong>Fira Sans</strong> zu preisen fühlt sich etwas komisch an. Um Matthew Butterick von Typographica.org zu <a href="http://typographica.org/typeface-reviews/fira-sans/">paraphrasieren</a> – wenn man Erik Spiekermann für eine neue Schrift lobt, die er auf Basis von <a href="https://www.fontshop.com/families/ff-meta">FF Meta</a> und <a href="https://www.fontshop.com/families/ff-unit">FF Unit</a> entwickelt hat (also mit fast 30 Jahren Historie), ist das so ähnlich wie Carlos Santana für sein <em>schönes Gitarrenspiel</em> zu loben. Natürlich ist die Fira eine tolle Schrift! Die Mozilla Foundation hat einen Teil ihres Google-Geldes zusammengekratzt und Altmeister <a href="https://twitter.com/galeriep98a">Spiekermann</a> damit beauftragt, eine weitere Iteration des bewährten Meta-Schemas in die Open-Source-Welt zu entlassen. Fira ist dabei etwas weniger charakteristisch als FF Meta, besitzt aber natürlich eine große Anzahl von Fetten und eine Monospace-Variante und eigentlich alles, was man so benötigt. Es ist eine dieser Schriftfamilien, bei der man vor einigen Jahren nicht zu träumen gewagt hätte, sie kostenlos zu bekommen. Inzwischen wünscht man sich – wie undankbar – fast schon ein bisschen mehr Originalität. Dennoch: Coole Aktion von Mozilla! Und natürlich setze ich Fira auch bei einem großen Kundenprojekt (kommt in Kürze) an prominenter Stelle ein. Sie ist selbstverständlich großartig.</p>
<ul>
<li><a href="https://github.com/mozilla/Fira">Github-Repository</a></li>
<li><a href="http://www.carrois.com/fira-3-1/">Marketing-Website</a></li>
<li><a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/fira-sans">Download bei FontSquirrel</a></li>
<li><a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Fira+Sans">Einsatz als Webfont</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-10:e9d54ffa8a371600b33dc26c48bd7ee0</id>
	</entry>

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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-09T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-09T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 9/24 – Alegreya Sans</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-alegreya-sans" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="Alegreya Sans" height="167" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-alegreya-sans/6c528ec614-1760525861/alegreya.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die <strong>Alegreya Sans</strong> ist wirklich spektakulär! Sie ist hochmodern, organisch, würzig, besitzt eine wunderbare Kursive, einen vollwertigen Kapitälchen-Satz und kommt somit auf insgesamt 28 Schnitte, was unverhältnismäßig großartig ist. Schöpfer Juan Pablo del Peral aus Argentinien weiß offenbar, was er da tut. Ich empfehle, sich alle Schriften seiner Firma <a href="http://www.huertatipografica.com/">Huerta Tipográfica</a> einmal genauer anzusehen – viele davon sind unter der freien <span class="caps">OFL</span>-Lizenz erschienen und machen einen extrem frischen und professionellen Eindruck. Und wenn man begeistert ist von den freien Huerta-Schriften, fällt es auch leicht, sich finanziell zu engagieren und den einen oder anderen kommerziellen Font zu erwerben. Die Alegreya Sans ist ein extrem leckerer Vorgeschmack.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.huertatipografica.com/fonts/alegreya-sans-ht">Offizielle Website</a></li>
<li><a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/alegreya-sans">Download bei FontSquirrel</a></li>
<li><a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Alegreya+Sans">Einsatz als Webfont</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-09:8dca60da8d159398478f08b6fa60e641</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-08T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-08T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 8/24 – Ubuntu</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-ubuntu" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="Ubuntu" height="193" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-ubuntu/4cb2306059-1760525861/ubuntu.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die <strong>Ubuntu</strong> ist eine von zwei populären freien Schriften aus dem Hause <a href="https://www.daltonmaag.com/">Dalton Maag</a>. Im Gegensatz zu ihrer Schwester <a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/Aller">Aller</a> ist die Ubuntu jedoch auch als Webfont ohne Einschränkungen nutzbar. Kunststück, schließlich wurde sie von der gleichnamigen <a href="http://www.ubuntu.com/">Linux-Distribution</a> in Auftrag gegeben und kommt dort auch als Systemschrift auf den Unity- und Gnome-Desktops zum Einsatz. Ubuntu ist etwas schlacksig und kommt mit stark vereinfachter Formensprache komplett ohne Strichstärkenkontraste. Einheitlich, reduziert, nüchtern, etwas retro-futuristisch. Der normale Schnitt erscheint einen Hauch zu fett – in vielen Anwendungen sollte man wohl lieber zur Light-Variante greifen. Man kann sich auf die Robustheit der Ubuntu verlassen, sie ist ein zuverlässiges Arbeitstier für Websites mit zupackendem Layout und hält die Konkurrenz zu anderen Designelementen wie Illustrationen und Fotos sehr gut aus. Eine Schrift voller Testosteron. </p>
<ul>
<li><a href="http://font.ubuntu.com/">Offizielle Website</a></li>
<li><a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/ubuntu">Download bei FontSquirrel</a></li>
<li><a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Ubuntu">Einsatz als Webfont</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-08:e5134cef1070d1046a69ac6ce36bb622</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-07T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-07T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 7/24 – Windsong</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-windsong" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="" height="321" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-windsong/4166b87ee1-1760525860/windsong.png" width="1030"></figure></p>
<p>Über die <strong>Windsong</strong> ist nur wenig bekannt. Die Metadaten des Fonts weisen auf das <a href="https://www.brightideasmag.com/">Bright Ideas Magazine</a> als Autor hin, doch so richtig offiziell unterstützt oder angeboten wird die Schrift von ihrem Schöpfer nicht. Es handelt sich um eine Kalligrafie-Nachahmung mit leichtem Piratenlook – aber eben für Einsteiger. Man könnte auch sagen: Eine harmlose <a href="https://fontshop.com/families/p22-cezanne">Cezanne</a> für Arme. Es gibt keine alternativen Buchstaben, kaum Ligaturen, aber dennoch: Die Windsong ist eine der hübscheren Kalligrafieschriften, wirkt erstaunlich natürlich und ist verhältnismäßig leserlich, wenn man sie mit genügend Raum zum Atmen einsetzt. Eine Überlegung für alle, die sich an der <a href="https://fontshop.com/families/zapfino">Zapfino</a> und der <a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/Scriptina">Scriptina</a> sattgesehen haben</p>
<ul>
<li><a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/windsong">Download bei FontSquirrel</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-07:e6c37aa120229295d9996fa2a017a76c</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-06T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-06T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 6/24 – Gentium</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-gentium" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="Gentium" height="201" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-gentium/8ee81b331b-1760525860/gentium.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die <strong>Gentium</strong> gehört seit über <a href="/weblog/gentium">10 Jahren</a> zu meinem Repertoire, wenn es um freie Schriften geht. Sie war eine der ersten Schriftfamilien, die mit der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/SIL_Open_Font_License"><span class="caps">SIL</span> Open Font License</a> ausgestattet waren. Die Idee des Schriftgestalters Victor Gaultney war es, eine originäre digitale Schrift für möglichst vielen Sprachen zu entwickeln, und zwar zunächst mal im akademisch-sprachwissenschaftlichen Kontext. Trotzdem ist dabei eine auch ästhetische sehr ansprechende und vor allem gut wiedererkennbare Serifenschrift herausgekommen, die aufgrund ihrer  komplexen Formen eine hohe Auflösung und gute Helligkeitskontraste benötigt, dann aber einen wunderschönen historischen und edlen Charme versprüht. Fast schon ideal für Festliches im Allgemeinen und Weihnachtliches im Speziellen. Gentium ist erhältlich als reguläre Vierer-Familie, und zusätzlich in einer leicht fetteren Book-Variante.</p>
<ul>
<li><a href="http://scripts.sil.org/cms/scripts/page.php?site_id=nrsi&amp;id=Gentium">Offizielle Website</a></li>
<li><a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/gentium-basic">Download bei FontSquirrel</a></li>
<li><a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Gentium+Basic">Einsatz als Webfont</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-06:ff97bdfbdb8bd12f760a956c1cd6a241</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-05T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-05T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 5/24 – Roboto</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-roboto" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="Roboto" height="250" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-roboto/ab487636cc-1760525856/advent05-roboto.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die <strong>Roboto</strong> ist Google’s Standardschrift für einigermaßen viele Screen-Anwendungen im einheitlichen <a href="http://www.google.com/design/spec/material-design/introduction.html">Material Design</a>, jedoch auch schon länger beispielsweise bei Google Maps im Einsatz.  Zum ersten Mal gezeigt wurde Roboto im Oktober 2011, und die Kritiker zerissen die Schrift als <a href="http://typographica.org/on-typography/roboto-typeface-is-a-four-headed-frankenstein/">Frankenfont</a>, kopierte sie doch auf eher unästhetische Weise die Merkmale verschiedener bekannter Schriften wie Helvetica, Univers, <span class="caps">DIN</span> und anderen. Seit einigen Monaten ist eine völlig überarbeitete Version mit ingesamt 12 Schnitten (+6 condensed) verfügbar – natürlich unter einer Open-Source-Lizenz. Diese Iteration bügelt im Grunde alle Schnitzer aus und ist zu einer sehr robusten, unauffälligen und kühlen Neutralschrift geworden, die man quasi überall dort einsetzen kann, wo es um kürzere Texte ohne Anspruch auf Atmosphäre geht. Eine technische Schrift im Wortsinne, nützlich, aber nicht zum Liebhaben.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.google.com/design/spec/resources/roboto-noto-fonts.html">Offizielle Website</a></li>
<li><a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/roboto-2014">Download bei FontSquirrel</a></li>
<li><a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Roboto">Einsatz als Webfont</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-05:a6826af1879abf0dfe0602385dcbc97d</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-04T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-04T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 4/24 – Titillium</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-titillium" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="Titillium" height="239" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-titillium/eebea354dc-1760525856/ffxmas04-titillium.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die <strong>Titillium</strong> wird manchmal als billige Kopie der ausgefeilteren <a href="https://www.myfonts.com/fonts/processtype/klavika/">Klavika</a> bezeichnet, doch ganz gerecht ist das nicht. Zum einen sind die Unterschiede – trotz ähnlicher Formensprache – deutlich genug. Zum andern ist die Titillium ein gelungenes Beispiel für angewandte Lehre an europäischen Hochschulen. Sie entstand nämlich im Jahr 2008 als studentisches Projekt an der Accademia di Belle Arti Urbino. Und anders als bei vielen anderen <a href="http://26plus-zeichen.de/">studentischen Schriftentwürfen</a> wurde tatsächlich eine weltweit erfolgreiche Schrift daraus. Ihre etwas zeitgeistige, retrofuturistische Ausstrahlung liegt immer noch im Trend, wobei man sich so ganz langsam an ihr und ihren Kolleginnen sattgesehen hat. Dennoch sicherlich eine solide Wahl für modernistische Anwendungen.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.campivisivi.net/titillium">Offizielle Website</a></li>
<li><a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/Titillium">Download bei FontSquirrel</a></li>
<li><a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Titillium">Einsatz als Webfont</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-04:2ff112d847455c3c1012a6e928519efe</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-03T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-03T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 3/24 – Vollkorn</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-vollkorn" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="Vollkorn" height="221" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-vollkorn/8d1c3ac080-1760525854/1456.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die <strong>Vollkorn</strong> von Friedrich Althausen sieht tatsächlich so aus, wie sie klingt. Niemand hätte vorher gewusst, wie man »Vollkorn« in Buchstabenform umsetzt – diese Schrift macht es einfach! Sie ist kernig, organisch, vielleicht etwas rumpelig und straft das Gerücht Lügen, dass moderne Schriften immer glattpoliert und perfekt sein müssen. Trotz ihrer rauhen Formen schafft die Vollkorn jedoch locker auch den Einsatz im Fließtext, sollte jedoch gerade am Bildschirm mit Standardauflösung nicht zu klein gesetzt werden. Auf Retina-Screens ist es dann noch ein Stück toller, wegen der vielen subtilen Details.</p>
<ul>
<li><a href="http://vollkorn-typeface.com/">Offizielle Website</a></li>
<li>
<a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Vollkorn">Einsatz als Webfont</a> (Achtung: nur Version 2.1)</li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-03:85873f263c31dac1f7b8b40514d8b4d6</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-02T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-02T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 2/24 – Kaushan Script</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-kaushan-script" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p><figure class="txp"><img alt="" height="282" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-kaushan-script/0fb66425e0-1760525854/ffxmas02-kaushanscript.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die <strong>Kaushan Script</strong> von Pablo Impallari ist eine der ganz wenigen erträglichen bis schönen „Brush“-Schriften, also quasi die bessere Alternative zur <a href="https://www.myfonts.com/fonts/bitstream/brush-script/brush-script/">BrushScript</a>, welche viele von meinen Lesern aus CorelDRAW!-Zeiten kennen werden. Sie ist keine Handschrift, imitiert aber auch kein Lettering, sondern bietet einen guten Kompromiss aus geordneten, aufeinander abgestimmten Letterformen, sowie einer guten Portion Dynamik. Zu brav für Punk, zu wild fürs Blümchendesign. Ich habe sie bei der <a href="http://www.catan.de/">Catan GmbH</a> als auflockernde Supplement-Schrift für das Logo-System etablieren können. </p>
<ul>
<li><a href="http://www.impallari.com/fastbrush">Offizielle Website</a></li>
<li><a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/kaushan-script">Download bei FontSquirrel</a></li>
<li><a href="http://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Kaushan+Script">Einsatz als Webfont</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-02:c0ab290cb644e96d787ed4b6677b63e1</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-12-01T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-12-01T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Freefont-Advent 1/24 – Lato</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/freefont-lato" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Willkommen zum Adventskalender, bei dem es jeden Tag eine kurze Freefont-Empfehlung geben wird. Ganz wie in alten Zeiten. <a href="/weblog/?c=advent2014">Hier der Permalink zum Kalender.</a> Legen wir direkt mit Nummer 1 los!</p>
<p><figure class="txp"><img alt="Lato" height="197" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/freefont-lato/a7c37b2ca7-1760525854/ffxmas01-lato.png" width="1030"></figure></p>
<p>Die <strong>Lato</strong> des polnischen Schriftentwerfers Lukasz Dziedzic wurde im Jahr 2010 geschaffen und steht etwas zu Unrecht im Schatten von Source Sans und Open Sans. Sie hat einen prägnanten, warmen Charakter, der vor allem durch die vergleichsweise geschlossenen Buchstabenformen definiert wird – man beachte die  „altmodische“ Doppelpunze beim kleinen g. Von daher bitte ausreichend groß setzen, wenn es um Fließtext geht! Ansonsten ist sie mit ihren 18 Schnitten bestens ausgebaut für eine breite Palette an Anwendungsfällen – digital oder auf Papier.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.lukaszdziedzic.eu/#Lato">Offizielle Website</a></li>
<li><a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/lato">Download bei FontSquirrel</a></li>
<li><a href="https://www.google.com/fonts#UsePlace:use/Collection:Lato">Einsatz als Webfont</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-12-01:c4eb69ec9873c28f9de81a6842e43183</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-10-22T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-10-22T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Wie geht das? Heute: Webdesign-Anfrage</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/website-anfrage" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Es bleibt ein Mysterium: Was kostet eine Website? Damit wir nicht immer mit einem wenig hilfreichen “Kommt drauf an” antworten müssen, gibt es zahlreiche <a href="http://www.mademyday.de/was-kostet-eine-webseite.html">Leitfäden</a> und Checklisten, was man als potenzieller Kunde dem Webdesigner mitteilen sollte, damit dieser einen Preisrahmen festlegen kann, der halbwegs realistisch ist. Allein, es fehlt an positiven Beispielen.</p>
<p>Als ich heute meinen StudentInnen zeigen wollte, wie so eine “perfekte” Anfrage aussieht, musste ich passen, denn ich habe leider keine in meinem Postfach gefunden. (Wenig verwunderlich, wissen die Webdesign-Kollegen.) Also habe ich mir eine ausgedacht. So, liebe potenzielle Kunden, so sieht eine hilfreiche Erstanfrage aus, die letztlich in einer groben Schätzung sowie einem konkreten Angebot münden kann:</p>
<blockquote>

<p>Betreff: Anfrage Webdesign</p>

<p>Sehr geehrter Herr van Aaken,</p>

<p>Ich habe Ihren Webauftritt gesehen und möchte mir gerne ein Angebot für ein kleines Webprojekt bei Ihnen einholen. Ich bin seit 8 Jahren als Krankengymnastin tätig (angestellt bei verschiedenen Institutionen) und möchte mich ab 2015 mit einem eigenen Massage-Studio in der Würzburger Innenstadt selbstständig machen. </p>

<p>Ich werde medizinische und Wellness-Massagen anbieten, habe jedoch keinen Bezug zum asiatischen Raum, demnach sollte keine fernöstliche Stimmung verbreitet werden. Damit kann ich mich auch vom sonstigen regionalen Angebot absetzen.</p>

<p>Es gibt noch kein Logo und kein sonstiges Design, aber ich habe mich schon für einen Namen entschieden: “Bodywell (by Andrea)”</p>

<p>Ich möchte folgende Inhalte rüberbringen:</p>

<ul>
<li>naheliegenede Informationen wie Adresse, Telefon, E-Mail und Anfahrtsskizze)</li>
<li>Fotorundgang im Studio (Fotos werden in zwei Wochen von einem Fotografen gemacht)</li>
<li>Beschreibung meiner Person und meiner Qualifikation (mit Portraitfoto)</li>
<li>Beschreibung meiner Massage-Angebote: Derzeit sind 8 Massageprogramme geplant, die von 20€ bis 250€ reichen</li>
<li>Buchungs/Reservierungsmöglichkeit über ein einfaches Formular. Keine Bezahlfunktion nötig. Bezahlt wird vor Ort.</li>
<li>Ein paar Youtube-Videos über Massage-Techniken möchte ich einbinden</li>
<li>Eine Verlinkung (Like-Button?) zu meiner Facebook-Page, die schon existiert, wäre auch sinnvoll (facebook.com/bodywellwuerzburg)</li>
</ul>

<p>Ich möchte vor allem die Produkte/Services gerne selber pflegen und mit neuen Preisen/Beschreibungen, sowie individuellen Fotos versehen können.</p>

<p>Die Website sollte auch auf Smartphones und iPads gut aussehen und benutzbar bleiben. Geht das?</p>

<p>Wir können uns gerne am Telefon über Details unterhalten. Ein grober Preisrahmen vorab wäre aber wüschenswert. Mehr als 3000 Euro kann ich mir jedoch auf keinen Fall leisten, besser wäre etwas um die 2000 Euro, wenn dies realistisch ist.</p>

<p>Viele Grüße,<br>
Andrea Musterfrau</p>

</blockquote> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-10-22:cc722c39ff69ecb4f29b178f26bd9cce</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-09-21T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-09-21T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Gedanken zu 10 Jahren Textpattern</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/gedanken-zu-10-jahren-textpattern" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Es war mein erstes <span class="caps">CMS</span>, und bis heute läuft praegnanz.de darauf: Das blogzentrierte <span class="caps">CMS</span> namens <a href="http://textpattern.com/">Textpattern</a>. Offenbar wurde vor 10 Jahren die erste Version veröffentlicht, was mich dazu anregt, ein wenig zu schwelgen!</p>
<p>Textpattern kam fast zeitgleich mit seinem schärfsten Konkurrenten <a href="https://wordpress.org/">WordPress</a> auf den Markt, und beide Systeme hatten etwas für sich. Bei WordPress war es der Baukastenansatz mit Themes und Plugins, bei Textpattern waren es der Minimalismus und das elegante, <span class="caps">XML</span>-ähnliche Templating-System. WordPress hat das Rennen ganz klar gewonnen, von Textpattern spricht heute kein Mensch mehr. Es hat sich auch seit 2008 nicht mehr maßgeblich weiterentwickelt – denn es ist einfach ein bescheidenes Blogsystem geblieben, während WordPress zu einem Baukasten für jede Art von Website geworden ist.</p>
<p>Früher dachte ich, dass Textpattern einfach nur eine Schnittstelle für einfach zu installierende, fertige Themes benötigt hätte, so wie WordPress eben. Doch heute weiß ich, dass das gar nicht beabsichtigt war, und dass das auch gut so war. Dazu muss ich ein wenig ausholen.</p>
<p>Erst gestern las ich einen lesenswerten <a href="https://processwire.com/talk/topic/7565-making-pw-more-userfriendly/?p=73748">Forumsbeitrag</a> des ProcessWire-Machers Ryan Cramer, indem er sich gegen zuviel Fertigbauteile und scheinbare <em>Nutzerfreundlichkeit</em> in professionellen <span class="caps">CMS</span>en ausspricht.</p>
<p>Beitrag gelesen? Gut.</p>
<p>Textpattern hat mehrere Nachfolger im Geiste. Zum Beispiel <a href="http://modx.com/download/evolution/"><span class="caps">MOD</span>x 1.x</a>, welches das Konzept des entwicklerfreundlichen <span class="caps">CMS</span> auf komplexere, hierarchische Websites übertrug. Und jetzt natürlich <a href="http://getkirby.com/">Kirby</a> und <a href="http://processwire.com/">ProcessWire</a>, welche in die gleiche Kerbe schlagen, aber noch einmal deutlich moderner angelegt sind und nicht zu einem Monster mutiert sind wie <span class="caps">MODX</span> in der Version 2.x.</p>
<p>Was diese vier Systeme (Textpattern, <span class="caps">MOD</span>x, Kirby und ProcessWire) verbindet, ist ihre klare Absage an fertige Themes, fertigten <span class="caps">HTML</span>-Code, fertige Plugins. Sie machen es der erfahrenen Webdesignerin leicht, ihre Ideen ohne Frontend-Kompromisse in produktive Websites umzusetzen, aber sie ermöglichen es eben nicht einem Laien, sich ohne Vorkenntnisse ein paar Bauklötze zusammenzustecken, die dann notdürftig mit ein bisschen Farbe an die ursprüngliche Idee angeglichen werden.</p>
<p>Mit den Worten von Ryan: WordPress verkauft fertige Fischbrötchen, während Textpattern und seine Nachfolger einem das Angeln beibringen und einen großen See zur Verfügung stellen.</p>
<p>Dieses Grundprinzip hat sich seit 10 Jahren nicht verändert, und deshalb: Lasst uns darauf anstoßen, dass <em>wir</em> unsere Websites stets im Griff haben! </p>
<p>(Und gleich mal das Jubiläumsrelease 4.5.7 installieren, was – wie immer – nur marginale Mini-Verbesserungen anbietet. Wie seit vielen, vielen Jahren :-) Aber die Tätigkeit des Bloggens hat sich ja seitdem auch nicht wirklich weiterentwickelt, wenn ich das richtig beobachte.)</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-09-21:66806b5ef79fa49ae77741799a195f40</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-07-29T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-07-29T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Ein paar Worte zu FontShop und Monotype</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/fontshop-monotype" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Im Grunde der Vollständigkeit halber – denn natürlich sind die Argumente <a href="http://www.fontblog.de/faq-zum-monotype-fontshop-deal-update">für</a> und <a href="http://www.page-online.de/emag/typo/artikel/monotype-kauft-fontshop-das-sagt-die-community">wider</a> bereits alle auf dem Tisch. Ich versuche, das ein wenig zusammenzufassen. </p>
<p>Was war die Ausgangssituation? Es gab (zumindest auf dem »westlichen« Markt) genau drei Stellen, an denen man als Designer eine große Vielzahl von professionellen Schriftarten erwerben konnte, die auch von unterschiedlichsten Herstellern kamen: <a href="http://www.myfonts.com/">MyFonts</a>, <a href="http://www.fontshop.com">FontShop</a> und <a href="http://fonts.com">Monotype</a>. Alle anderen Schrifterwerbsmöglichkeiten fallen bis heute unter die Kategorie »klein« oder »direkt vom Hersteller« – meist beides zusammen. </p>
<p>Nachdem Monotype im Jahr 2012 den Konkurrenten Bitstream samt MyFonts-Plattform geschluckt hatte, (dann im Jahr 2013 endlich auch namensmäßig mit der 100%-Tochter Linotype fusioniert ist), und nun im Jahr 2014 auch den anderen großen Rivalen FontShop geschluckt hat, gibt es also nur noch einen Konzern, unter dem alle größeren Font-Online-Shops, aber auch viele der wichtigsten Schrifthersteller vereint sind. Man kann sagen, dass nun nahezu alle herausragenden Schriftentwürfe der letzten 60 Jahre exklusiv von Monotype vertrieben werden – zu den eher älteren Exemplaren, die immer schon zum Portfolio von Linotype gehörten (Univers, Frutiger, Syntax, Sabon …) gesellen sich nun die modernen Klassiker mit dem »FF« im Namen (<span class="caps">DIN</span>, Meta, Dax, Fago, Trixie …). Müßig zu schätzen, aber bei mehr als 80 Prozent der insgesamt verkauften Vollpreisschriften dürfte jetzt sowohl der Hersteller als auch der Verkäufer ein Teil der Monotype-Familie sein. Wenn das nicht nach Monopol riecht, weiß ich auch nicht.</p>
<p>Ich finde das verhältnismäßig grauenhaft, unter anderem da ich davon ausging, dass FontShop ein gesundes Unternehmen ist. Okay, man hat gemerkt, dass es gewisse Schwierigkeiten gab, als man den bislang technisch unabhängigen deutschen Onlineshop unter fontshop.de auf den amerikanischen/weltweiten Shop unter fontshop.com umziehen musste. Aber für Innovationen wie die <a href="https://itunes.apple.com/de/app/fontbook-original-typeface/id448250130?mt=8">FontBook-App fürs iPad</a> oder die verspielte Experimentalwebsite <a href="http://next.fontshop.com/">next.fontshop.com</a> hat das Budget immer noch gereicht.</p>
<p>Es macht sich keine Freude bei mir breit. Das liegt, wohlgemerkt, in keinster Weise an den Einzelpersonen, die involviert sind. Ich kenne einige Leute, habe auch schon kleinere Projekte für beide Firmen durchgeführt. Das sind alles nachvollziehbare Entscheidungen und menschliche Reaktionen, darauf will ich nicht hinaus. Natürlich bleibt für den Kunden auch alles beim Alten, wie das ja immer so ist bei Fusionen. Man kennt das. Alles beim Alten.</p>
<p>Was ich persönlich kritisch sehe, ist die inkompatible Unternehmenskultur. Monotype ist eine superseriöse, altehrwürdige und verschwiegene Firma, in der mutmaßlich wenig gelacht, dafür viel Geld mit Enterprisekunden gemacht wird. FontShop ist offen, freundlich und kommunikativ – zum Anfassen und ohne 150 Jahre Druckmaschinentradition im Rücken. Klar, das ergänzt sich. Aber seien wir ehrlich: Wenn die Anzugträger mit dem Geld jetzt die neuen Überchefs sind, kann das für die Hipster doch nicht gut ausgehen.</p>
<p>Was bleibt, ist eine klare Ansage an alle potenziellen Schriftkäufer: Macht es dem Monopol nicht zu leicht und seht euch die Alternativen an. Hierzu vier Ratschläge, die man befolgen sollte:</p>
<ol>
<li>Gebt angemessenes Geld für Schriften aus und schaut ab und zu über den Google-Fonts-Tellerrand!</li>
<li>Kauft die Schriften direkt beim Hersteller! Viele Schriftentwerfer haben sich das Recht, selber zu verkaufen, beibehalten – hier ein paar Adressen: <a href="https://processtypefoundry.com">Process Type</a>, <a href="https://justanotherfoundry.com"><span class="caps">JAF</span></a>, <a href="https://www.typotheque.com/">Typotheque</a>, <a href="http://www.emigre.com/">Emigre</a>, <a href="http://www.typography.com/">Hoefler&amp;Co</a>, <a href="https://www.adobe.com/de/products/type.html">Adobe</a>
</li>
<li>Kauft Schriften in (kleinen) Onlineshops, die noch nicht aufgekauft wurden. Hier ein paar Empfehlungen: <a href="http://www.fontspring.com/">Fontspring</a>, <a href="http://www.fontbros.com/">Font Bros</a>, <a href="http://www.veer.com/products/fonts/">Veer</a>
</li>
<li>Ähnliches gilt für <a href="http://webtypobuch.de/lesen/Kapitel-4/Kapitel-4-4">Webfonts zum Mieten oder Kaufen</a>
</li>
</ol>
<p>Ich mag die FontShop-Leute, und ich mag auch die Monotype-Mitarbeiter, die ich kennen lernen durfte. Aber wir sollten gemeinsam für ein Gegengewicht sorgen, damit die nächste Frutiger oder die nächste <span class="caps">DIN</span> von einem unabhängigen Schriftentwerfer kommt, der dafür gutes Geld von euch bekommt und sich nicht an Google verschenken muss! Go Indiefonts!</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-07-29:366f391410fb03054be00c6b7b33828d</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-06-05T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-06-05T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Krautreporter benötigen noch eure Unterstützung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/krautreporter" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Es wäre zu schade, wenn das Experiment bereits im Vorfeld scheitern würde, denn ich glaube, dass der deutschsprachige Journalismus das <a href="https://krautreporter.de/das-magazin">Krautreporter-Magazin</a> gut gebrauchen kann.</p>
<p>Die Idee ist schnell erzählt: Knapp 30 teils bekannte, teils weniger bekannte Journalisten wollen eine dauerhafte Online-Redaktion bilden und ein neues Online-Magazin herausbringen, welches sich ausschließlich über Abo-ähnliche Mitgliedschaften ihrer Leser finanziert. Keine Werbung, kein Sponsoring, keine Paywalls. Die Inhalte sind für alle frei im Netz verfügbar, aber die Kernleserschaft zahlt (im Endeffekt freiwillig) monatliche 5 Euro für den Betrieb der Plattform.</p>
<iframe src="//player.vimeo.com/video/94807340?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0&amp;color=00a2b4" width="515" height="289" frameborder="0" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen></iframe>
<p>Der Vorteil dieses Deals: Die Reporter sind unabhängig von den tatsächlichen Abrufzahlen des Magazins – und aufmerksamkeitsheischende, pseudoskandalöse Stücke braucht es nicht, um die gut recherchierten und interessanten Geschichten zu subventionieren.</p>
<p><a href="http://blog.krautreporter.de/post/themen-vorschau-fuer-unterstuetzer/">Geplant sind derzeit Stories</a> zu israelischen Siedlern, dem Regionalitätswahn, Schlaflaboren, Lobbying im Fernsehen, und vieles mehr. Klingt interessant? Ich denke doch.</p>
<p>Derzeit sind noch 8 Tage Zeit, um beim Crowdfunding dabei zu sein, und den Reportern zu 8000 fehlenden Unterstützern zu verhelfen. Für 60 Euro unterstützt ihr das Projekt ein ganzes Jahr lang. Falls aus der Sache nichts wird, fließt logischerweise auch kein Geld.</p>
<p>Die <a href="https://krautreporter.de/das-magazin">Krautreporter</a> haben meinen Segen, trotz derzeitigem Frauenmangel und einer technisch eher klapperigen   Infowebsite. Seid ihr auch dabei? Ich fänd’s gut.</p>
<p><a href="https://krautreporter.de/das-magazin">» Hier klicken, um Unterstützer zu werden</a></p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-06-05:809e4919ed90b8ecdb45fcdd30023fc9</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-05-15T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-05-15T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Die CMS-Landschaft im Jahr 2014</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/cms-einkaufsfuehrer-2014" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Dreimal habe ich hier im Blog bereits verschiedene Content-Management-Systeme verglichen und Empfehlungen ausgesprochen:</p>
<ul>
<li><a href="/weblog/subjektiver-cms-einkaufsfuehrer">September 2008</a></li>
<li><a href="/weblog/interview-mit-einem-cms-polygamisten">Dezember 2009</a></li>
<li><a href="http://praegnanz.de/weblog/aktuelle-cms-stimmungslage">September 2011</a></li>
</ul>
<p>Höchste Zeit für ein Update, denn es verändert sich ja so vieles! Nach wie vor sind bei den meisten Kundenprojekten entsprechende Systeme angesagt, auch wenn wir inzwischen ein wenig restriktiver mit der Frage umgehen, ob und wieviel Pflege seitens des Kunden <a href="/weblog/cms-aspekte">tatsächlich zu erwarten</a> sind.</p>
<p>Fangen wir zunächst mit den <span class="caps">CMS</span>en an, die wir derzeit aktuell in Betracht ziehen bzw. aktiv anbieten:</p>
<h3><a href="http://processwire.com/">ProcessWire</a></h3>
<p>Unser aktueller persönlicher Liebling, der sich bei einer Handvoll Projekte auch schon bewährt hat. Ein schlankes und von Altlasten größtenteils unbelastetes <span class="caps">CMS</span>, welches die besten Konzepte aus vorhandenen Systemen klaut und zu einem großartigen Gesamtpaket schnürt. Die Inhaltstypen sind von Haus aus komplett leer – bis auf einen pflichtmäßigen Titel und <span class="caps">URL</span>-Titel – und müssen vom Entwickler von Null aufgebaut werden. ProcessWire macht nichts von sich aus, aber macht es dem Entwickler gleichzeitig sehr einfach, die Strukturen Schritt für Schritt aufzubauen. So entsteht kein Overhead – man bekommt jedoch auch nichts geschenkt.</p>
<p>Bei ProcessWire gibt es keine nennenswerten, fertigen Frontend-Themes. Warum auch? Im Regelfall hat jede gut gemachte Website ganz individuelle Inhaltstypen und Felder, denen man mit einem Standardtheme gar nicht gerecht werden kann. Aber auch hier gilt: Dem Entwickler wird es sehr leicht gemacht, die individuellen Themes schnell und pragmatisch aufzubauen. Gecodet wird direkt in <span class="caps">PHP</span> in den Template-Dateien, mit einer sehr einfachen <span class="caps">API</span>, die im Wesentlichen aus dem Objekt <code>$pages</code> besteht, und dann in jQuery-ähnlicher Manier für die Ausgabe einzelner Feldwerte, sowie für foreach-Loops mit Filtern usw. genutzt wird.</p>
<p>Das Backend ist mit der Version 2.4 nochmal deutlich schicker geworden und führt den Redakteur durch visuell schlanke, aber potenziell sehr mächtige Eingabemasken. Eben genauso simpel oder komplex, wie es die jeweilige Website verlangt. </p>
<h3><a href="http://getkirby.com/">Kirby</a></h3>
<p>Besonders viel haben wir mit Kirby noch nicht gemacht, aber das kommt noch – zumal in einigen Tagen Version 2 erscheinen wird. Kirby ist – von der Denkweise her – eine datenbanklose Version von ProcessWire, besitzt eine sehr ähnliche Template-<span class="caps">API</span> und macht <em>prinzipiell</em> alles, was man für die meisten Websites benötigt.</p>
<p>Inwiefern das System sich für umfangreiche, komplexe, mehrsprachige und laiensichere Websites eignet, vermag ich noch nicht zu sagen. Aber für technisch interessierte Kunden, die gerne auch mal elegante Wege einschlagen, sollte man sich das überlegen. Keine Datenbank! Das bedeutet: Deployment und Migration in wenigen Sekunden und ohne Stress. Oder sogar: Continuous Integration von Struktur <em>und</em> Inhalt über Git oder Dropbox (oder andere Syncing-Dienste)!</p>
<p>Dass Kirby auch über ein normales Admin-Interface mit Browser-Login verfügt, wird da fast zur Nebensache. Allerdings ist hier natürlich der Knackpunkt für die Arbeit mit »normalen« Kunden. Es muss sich zeigen, wie realitätsnah das Backend von Kirby 2 ist, um auch für den Schreinermeister von nebenan eine sinnvolle <span class="caps">CMS</span>-Alternative darzustellen.</p>
<h3><a href="http://wordpress.org/">WordPress</a></h3>
<p>Auch wenn wir insgesamt keine ausgewiesenen Freunde von WordPress (mehr) sind, so kommt man natürlich nicht drum herum. Kein System ist so schnell von 0 auf 100% aufgesetzt, nirgendwo findet man eine größere Vielfalt an Plugins für jeglichen Anwendungsfall. </p>
<p>WordPress ist die eierlegende Wollmilchsau und gleichzeitig ein historisch gewachsenes Ungetüm, welches immer noch den Geist eines Blogsystems atmet, das jedoch über viele voneinander unabhängige Krebsgeschwüre zu einem vollwertigen <span class="caps">CMS</span> mutiert ist, dabei niemals den klaren Schnitt eines Reboots gewagt hat, obwohl er dringend nötig wäre. Der Fluch des Erfolgs: Ständig neue Sicherheitslücken, eine völlig chaotische <span class="caps">API</span> mit unterschiedlichen Naming-Conventions, 20 verschiedenen Plugins für grundlegende <span class="caps">CMS</span>-Funktionen wie Content-Fields, und ein riesiger Markt an fertigen Amateurthemes, die dann mit großer Mühe an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können – oder auch nicht.</p>
<p>Wir haben uns darauf verständigt, dass wir nur noch dann WordPress einsetzen, wenn </p>
<ul>
<li>wir das Theme komplett selber machen können, oder ein fertiges Theme <em>ohne Anpassungen</em> einsetzen können.</li>
<li>die Website tatsächlich blogähnlich oder zumindest newslastig ist.</li>
<li>es ein expliziter und gut begründeter Kundenwunsch ist.</li>
</ul>
<p>Das Problem ist nicht nur rein technisch, sondern auch kulturell zu verstehen: WordPress animiert den Seitenbetreiber, selbstständig auf Knopfdruck Plugins und Themes installieren zu können, was dieser in vielen Fällen auch gerne in Anspruch nimmt. Dass aber viele Plugins nicht mit anderen Plugins, und andere Plugins nicht mit allen Themes zusammenarbeiten, kann der Laie vorher nicht ahnen. WordPress verspricht, das ultimative Baukasten-<span class="caps">CMS</span> zu sein, nur dass in der Realität häufig Duplo, Lego und Playmobil kombiniert werden sollen.</p>
<p>Dennoch gibt es natürlich positive Aspekte: Der <span class="caps">WYSIWYG</span>-Editor ist einer der am besten integrierten, die Medienverwaltung ist vorbildlich und sehr, sehr nutzerfreundlich. Mehrsprachigkeit über das <a href="http://wpml.org/de/"><span class="caps">WPML</span>-Plugin</a> rockt – auch wenn <span class="caps">WPML</span> inzwischen fast genauso komplex ist wie WordPress selber. Und natürlich die allgemeine Bekanntheit und Beliebtheit des Systems. Wir kamen noch nie in argumentative Schwierigkeiten, wenn wir WordPress empfohlen habe.</p>
<h3><a href="https://drupal.org/">Drupal</a></h3>
<p>Wenn es groß sein soll, die Website und das Budget, kommt oftmals Drupal ins Spiel. Das <span class="caps">CMS</span> scheut sich nicht, alle paar Jahre inkompatible Major-Versionen zu veröffentlichen und damit alte Zöpfe abszuschneiden. Derzeit ist Version 7 aktuell, doch viele Websites arbeiten noch erfolgreich mit Drupal 6. Nummer 8 steht schon in den Startlöchern – und die Migration zwischen den Systemen kann extrem hakelig sein, da sämtliche Plugins/Module umgeschrieben werden müssen.</p>
<p>Ansonsten habe ich in Drupal immer noch am meisten Vertrauen, was Stabilität und Flexibilität angeht. Es ist zwar immer kompliziert, aber letztlich kann man mit Drupal jede Art von großen Brötchen backen. Als Richtwert setze ich gerne die magische 10.000-Euro-Grenze an. Erst ab diesem Budget für die gesamte Website lohnt es sich, die große Keule namens Drupal auszupacken. Falls das jedoch möglich ist, kann man tolle Dinge anstellen, denn Drupal kommt spielend leicht mit großen Datenmengen zurecht: Viele tausend Einzelinhalte, die in beliebiger Struktur in Form von Seiten, Tabellen oder anderen Auflistungen frei platziert werden können, quer über die Website verteilt und mit hunderten von Benutzern (falls gewünscht). Angeschlossene Foren, multiple User-Blogs, externe Datenströme, Redaktionsworkflows, Mehrsprachigkeit, Baukastenlayouts… Drupal kann alles! Aber es ist oftmals umständlich, es sauber und mit schlankem <span class="caps">HTML</span>-Code einzurichten. Wenn die Kiste jedoch einmal läuft, gibt es verhältnismäßig wenig Schwierigkeiten. Bis zum ersten Major-Uprade.</p>
<p></p>
<p>Es gibt jedoch eine Reihe von Systemen, zu denen wir inzwischen nicht mehr raten würden, obwohl wir früher viel und gerne mit ihnen gearbeitet haben:</p>
<ul>
<li><a href="http://modx.com/software/open-source-cms/modx-revolution/"><span class="caps">MODX</span> Revolution</a></li>
</ul>
<p>Viel wurde versprochen, kaum etwas wurde gehalten. Die monströse Basis-Installation mit vielen tausend Einzeldateien, das superträge ExtJS-Backend, die völlig verkopfte und kaputte Rechteverwaltung, die überdimensionierte Package-Verwaltung, das umständliche Bearbeiten von Inhalten. <span class="caps">MODX</span> Revo ist aus meiner Sicht ein Fehlschlag: überkomplex, theoriegetrieben und praxisfern. Alle Kritikpunkte aus dem Jahr 2011 sind immer noch gültig – es hat sich kaum etwas getan.</p>
<ul>
<li><a href="http://modx.com/download/evolution/"><span class="caps">MODX</span> Evolution</a></li>
</ul>
<p>Grundsätzlich immer noch ein feines <span class="caps">CMS</span>, welches es verdient hätte, dass man ernsthaft weiter daran arbeitet – inzwischen gibt es ja nur noch winzige, kosmetische Updates. Man könnte ProcessWire als den legitimen Nachfolger von <span class="caps">MODX</span> bezeichnen. Interessanterweise habe ich bei meinen noch aktiven Evo-Kundenwebsites insgesamt weniger Bauchschmerzen als bei den Revo-Kundenwebsites. Neue Projekte würde ich allerdings trotzdem nicht damit anfangen – zu wenig aktuelle Weiterentwicklung ist hier zu erwarten.</p>
<ul>
<li><a href="http://textpattern.com/">Textpattern</a></li>
</ul>
<p>Alles hat seine Zeit. Textpattern ist immer noch ein okayes Blogsystem für Liebhaber, und für die eine oder andere kleinere Website verrichtet es seinen Dienst. Aber der Zahn der Zeit macht nicht halt, und Textpattern hat sich seit Jahren nicht mehr weiterentwickelt. Ruhe in Frieden!</p>
<p></p>
<p>Bleibt noch die lange Liste von Systemen, die wir nicht so genau kennen, zu denen ich deswegen erstmal kein negatives Urteil fällen möchte. Einige von den genannten Systemen sind aber nicht ganz ohne Grund hier unten gelandet – bei anderen mag das anders sein :-)</p>
<ul>
<li><a href="http://typo3.org/">TYPO3</a></li>
<li><a href="http://www.joomla.de/">Joomla</a></li>
<li><a href="http://ellislab.com/expressionengine">Expression Engine</a></li>
<li><a href="http://www.cmsmadesimple.de/"><span class="caps">CMS</span> Made Simple</a></li>
<li><a href="https://contao.org/de/">Contao</a></li>
<li><a href="http://www.redaxo.org/">Redaxo</a></li>
</ul> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-05-15:46edab3913820d6c5f17b77fd0e78655</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-04-30T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-04-30T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">PlayCatan auf HTML5-Basis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/playcatan-auf-html5-basis" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Heute morgen ist ein Projekt gelauncht, an dem wir als Teil eines bunt gemischten Teams mitarbeiten durften. Die Rede ist vom Relaunch der <a href="http://playcatan.de">PlayCatan-Plattform</a>. Kurz gesagt kann man dort <a href="http://catan.de">Siedler von Catan</a> online spielen. Die Plattform enthält jedoch einiges mehr, unter anderem sämtliche Erweiterungen des Basisspiels, sowie einige Extras. Auch eine Art Meta-Spiel (Oberwelt), in der man seinen Avatar hochrüsten und mit anderen Mitgliedern chatten kann, ist mit von der Partie.</p>
<p><figure class="txp"><img alt="PlayCatan" height="947" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/playcatan-auf-html5-basis/1903967e29-1760525830/catan.jpg" width="1280"></figure></p>
<p>Technisch ist PlayCatan insofern interessant, als dass es die Plattform bereits seit 2001 gibt – und zwar als Java-Client (oder wahlweise als Java-Applet im Browser). Die gesamte Flash-Ära wurde übersprungen. Nachdem Java aber inzwischen nicht mehr zu den populärsten Desktop-Technologien gehört, wird nun konsequenterweise direkt auf HTML5 gesetzt. Die neue Plattform besitzt ein <span class="caps">HTML</span>/CSS/JS-basiertes Layout-Gerüst aus dem Hause praegnanz.de (Design und Frontend), und wird größtenteils mittels des <a href="http://www.gwtproject.org/">Google Web Toolkits</a> zum Leben erweckt. Vereinfacht gesprochen konnte die Produktionsfirma <a href="http://gmbh.brettspielwelt.de/">Brettspielwelt</a> die alte Java-Anwendung per <span class="caps">GWT</span> zu JavaScript konvertieren, und damit den von uns gebauten Rahmen dynamisieren. Selbstverständlich mussten dabei extrem viele manuelle Anpassungen vorgenommen werden, was auch den Monsteranteil der vergangenen Monate in Anspruch nahm.</p>
<p>Doch es kommt noch toller: Die eigentlichen Spiele (und die Spielevermittlung) werden nämlich per Canvas realisiert und basieren nicht nur auf den alten Java-Spielen, sondern sind sogar mit ihnen kompatibel. Sprich: Eine Partie Catan kann mit einer gemischten Teilnehmergruppe bestritten werden: Ob ein Spieler den alten Java-Client verwendet oder die neue <span class="caps">HTML</span>-Oberfläche, ist für die Partie unerheblich.</p>
<p>Die Herausforderung für praegnanz.de war es, eine recht komplexe Verzahnung aus </p>
<ul>
<li>handgestrickten <span class="caps">DOM</span>-Objekten</li>
<li>
<span class="caps">GWT</span>-generierten <span class="caps">DOM</span>-Objekten (a.k.a: <span class="caps">DIV</span>-Hölle)</li>
<li>
<span class="caps">GWT</span>-generierten Canvas-Objekten</li>
</ul>
<p>so unter einen Hut zu bekommen, dass die Übergänge kaum erkennbar sind. Im weiteren Verlauf des Projekts ist geplant, immer mehr Canvas-Elemente nach und nach in <span class="caps">DOM</span>-Konstrukte umzuwandeln. Wenn es also derzeit visuell noch ein wenig rumpelt, liegt das meist an einem Canvas-Frendkörper, der ein anderes Rendering besitzt und möglicherweise noch aus einer 10 Jahre alten Java-Anwendung stammt.</p>
<p>Zusätzlich war eine wichtige Anforderung, in Zukunft fit für Tablets zu sein. Noch ist das ganze etwas behäbig und performt nicht optimal auf allen mobilen Geräten. Das wird mit neuen, schnelleren Geräten sicher bald besser werden. Speziell für uns war in diesem Zusammenhang jedoch wichtig, dass sich das Spielfeld dynamisch anpasst: Responsive Techniken, sowie das optionale Wegklappen von Meta-Elementen machen die Oberfläche sehr flexibel, was die vorgefundene Bildschirmbreite und -höhe angeht.</p>
<p>Fast schon eine Nebensache ist der Einsatz von <a href="http://de.processwire.com/">ProcessWire</a> als <span class="caps">CMS</span> für alle „statischen“ Inhalte der Website, also die Spielregeln, zahlreiche Hilfetafeln und Preislisten, ein News-System und <span class="caps">FAQ</span>. Dabei finden diese Inhalte komplett in Lightbox-iFrames statt, die sich über die eigentliche Anwendung legen und somit ein laufendes Spiel nicht unterbrechen können. Und wir haben es sogar geschafft, dass diese <span class="caps">CMS</span>-Inhalte von Google gelesen und indexiert werden können, obwohl das konzeptionell gar nicht so einfach war.</p>
<p>Wir hoffen, ihr wagt ein Probespielchen! Einen Basis-Account kann man sich <a href="http://playcatan.de">hier</a> kostenlosen klicken!</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-04-30:34836488ee429ed54808980f0e077c74</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-03-17T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-03-17T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Vorsicht mit »Add to Homescreen«</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/mobile-safari-homescreen-performance" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Aus aktuellem Anlass – mehrere unterschiedliche Canvas-basierte Spielentwicklungen hier in unserer Bürogemeinschaft – sei an dieser Stelle daran erinnert, dass es einen signifikanten Unterschied macht, ob man unter iOS 7(.1) eine Webapp im regulären MobileSafari laufen lässt, oder ob man sich dieselbe Webapp  als selfcontained App auf dem Homescreen ablegt. </p>
<p><a href="http://www.theregister.co.uk/2011/03/15/apple_ios_throttles_web_apps_on_home_screen/">Nach wie vor</a> zieht es Apple vor, die Performance von selfcontained Webapps zu drosseln. Insbesondere bei Canvas-basierten Spielen merkt man deutlich, dass es ruckelt, bis hin zur Unspielbarkeit.</p>
<p>Mein Rat: Trotzdem hübsche Icons erstellen und einbinden, trotzdem einen feinen Titel vergeben, aber die Capability auf »no« setzen:</p>
<pre>&lt;meta name="apple-mobile-web-app-title" content="MeinSpiel" /&gt;
&lt;meta name="format-detection" content="telephone=no" /&gt;
&lt;meta name="apple-mobile-web-app-capable" content="no" /&gt;
&lt;link href="path/to/icon-152x152.png" sizes="152x152" rel="apple-touch-icon" /&gt;
&lt;link href="path/to/icon-144x144.png" sizes="144x144" rel="apple-touch-icon" /&gt;
&lt;link href="path/to/icon-120x120.png" sizes="120x120" rel="apple-touch-icon" /&gt;
&lt;link href="path/to/icon-114x114.png" sizes="114x114" rel="apple-touch-icon" /&gt;
&lt;link href="path/to/icon-76x76.png"   sizes="76x76"   rel="apple-touch-icon" /&gt;
&lt;link href="path/to/icon-72x72.png"   sizes="72x72"   rel="apple-touch-icon" /&gt;
&lt;link href="path/to/icon-60x60.png"   sizes="60x60"   rel="apple-touch-icon" /&gt;
&lt;link href="path/to/icon-57x57.png"   sizes="57x57"   rel="apple-touch-icon" /&gt;</pre>
<p>Somit öffnet sich einfach ein neuer Tab im normalen Mobile Safari, wenn man auf das Icon im Homescreen tippt. Hat außerdem den Vorteil, dass externe Links auf eine vernünftige Weise behandelt werden können (siehe <a href="http://praegnanz.de/weblog/zwei-aergerlichkeiten-in-ios-webapps">hier</a>). Happy HTML5-Game-Developing!</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-03-17:3caa1a8874331de08ab76383fe11e8c7</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-02-21T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-02-21T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Es spammt so schön zur SEO-Zeit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/es-spammt-so-schoen-zur-seo-zeit" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Wir erlauben uns gerne einen Scherz mit den Meta-Keywords. Diese werden bekanntlich von den Suchmaschinen seit vielen Jahren ignoriert, aber von Laien immer noch gerne mit viel Akribie gepflegt. Da stehen wir drüber. Auf der Website zum <a href="http://webtypobuch.de/">#webtypobuch</a> lauten die Meta-Keywords von daher wie folgt:</p>
<p><code>deine, mudda, meine, mudda</code></p>
<p>Dieses scherzhafte Verhalten lässt die autark handelnden Mail-Bots der <span class="caps">SEO</span>-Abzockerfirmen völlig kalt. Heute ereilt uns eine wichtige Mail mit einem noch wichtigeren <span class="caps">SEO</span>-Angebot:</p>
<blockquote>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren, <br>
wir haben bemerkt, dass sich Ihre Webseite beim Abrufversuch solcher Schlüsselwörter wie »deine, mudda, meine« auβerhalb von den ersten zehn Suchergebnissen bei Google befindet. </p>
</blockquote>
<blockquote>
<p>Dies bedeutet, dass der potentielle Kunde beim Eingeben der wichtigsten Schlüsselwörter bei Google auf die Webseiten Ihrer Konkurrenz stöβt, die in den Ergebnissen eine höhere Position haben. </p>
</blockquote>
<blockquote>
<p>Nach der Analyse Ihrer Konkurrenz sind wir in der Lage, die Position Ihrer Seite bis auf die ersten 10 Suchergebnisse bei Google zu erhöhen. </p>
</blockquote>
<blockquote>
<p>Wir garantieren keine versteckten Kosten, nur eine einmalige Gebühr.</p>
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<p>Sonderangebot!<br>
Bis zum 21.02.2014 erhalten Sie ein Optimierungspaket für Ihre Webseite für 149,- <span class="caps">EUR</span> (eine einmalige Gebühr, ohne Abonnement).</p>
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		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-02-21:d39f7b7249a5ab6588cd0e86911ce507</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-02-08T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-02-08T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Webfonts: Fette Fehlerquelle</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/webfonts-fette-fehlerquelle" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Handwerkliche Fehler und Hässlichkeiten im Web zu entdecken, ist für den etablierten Webdesigner wahrlich nichts neues und Teil unseres Berufes. Unangenehm wird es vor allem dann, wenn wir Probleme entdecken, die sonst keinem auffallen, weil nicht jeder Kollege (und schon gar nicht jeder Kunde oder gar Besucher) den entsprechend geübten Blick hat. Zu starke <span class="caps">JPG</span>-Komprimierung ist so ein klassischer Fall, oder auch fehlerhafte Orthografie.</p>
<p>Typografisch interessierte Webdesigner erleben dabei noch viel schlimmere Qualen als die meisten anderen Mitglieder unserer Zunft. Heute will ich mich neben dem Dämonischen Trio (Blocksatz ohne Silbentrennung, falsche Kapitälchen, falsche Anführungszeichen) einem Phänomen widmen, welchem ich in den letzten zwei Jahren immer häufiger begegne: falsche Fetten.</p>
<p>Zur Erläuterung: Die meisten <span class="caps">CSS</span>-Autoren begnügen sich mit den einfachen Fetten-Angaben über <code>normal</code> oder <code>bold</code>. Dies ist einfach zu erklären, denn in der Prä-Webfonts-Ära konnte man ausschließlich Systemschriften auf Websites nutzen, die beinahe ausnahmslos in den vier Schnitten regular, italic, bold und bold-italic verfügbar waren.</p>
<p>Mit dem Einzug von Webfonts hat sich das verändert. Gut ausgebaute, beliebte Webfonts sind beispielsweise die <a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/open-sans">Open Sans</a>, die <a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/source-sans-pro">Source Sans Pro</a> und die <a href="https://typekit.com/fonts/myriad-pro">Myriad Pro</a>. Alle besitzen weit mehr als vier Schnitte. Es gibt jeweils ganze 4 bis 6 Fetten mit je einer italic-Variante. Was uns vor ein Problem stellt. Ausgehend davon, wie viele Schnitte des Webfonts wir tatsächlich verwenden wollen, müssen wir unsere @font-face-Definition und die daraus resulierenden <span class="caps">CSS</span>-Regeln entsprechend anpassen.</p>
<h3>Fall 1: Ich habe nur eine oder zwei Fetten einer Schrift im Einsatz</h3>
<p>Hier muss genau darauf geachtet werden, dass die font-weight-Deklaration im @font-face-Abschnitt mit den verwendeten Werten bei den Element-Eigenschaften übereinstimmt, etwa so:</p>
<pre>@font-face {
font-family: "MegaFont";
src: url('megafont.woff');
font-weight: normal;
font-style: normal;
}
@font-face {
font-family: "MegaFont";
src: url('megafont-bold.woff');
font-weight: bold;
font-style: normal;
}
p {
font-family: "MegaFont";
}
strong {
font-family: "MegaFont";
font-weight: bold;
}</pre>
<p>Man beachte insbesondere den gleichbleibenden Namen der Schriftfamilie. Wie der Begriff schon andeutet, bleibt die Familie gleich, lediglich der Einzelschnitt und damit die referenzierte Font-Datei ist eine andere, wenn es um den bold-Schnitt geht.</p>
<h3>Fall 2: Ich habe mehr als zwei Fetten einer Schrift im Einsatz</h3>
<p>Hier ist es sehr empfehlenswert, auf die zahlenmäßige Notation der Schriftfetten zu wechseln, welche in <span class="caps">CSS</span> schon sehr lange existiert, jedoch bisher niemals so richtig notwendig war.</p>
<pre>@font-face {
font-family: "MegaFont";
src: url('megafont.woff');
font-weight: 400;
font-style: normal;
}
@font-face {
font-family: "MegaFont";
src: url('megafont-bold.woff');
font-weight: 700;
font-style: normal;
}
@font-face {
font-family: "MegaFont";
src: url('megafont-ultrathin.woff');
font-weight: 100;
font-style: normal;
}
p {
font-family: "MegaFont";
font-weight: 400;
}
strong {
font-family: "MegaFont";
font-weight: 700;
}
h1 {
font-family: "MegaFont";
font-size: 10em;
font-weight: 100;
}</pre>
<p>Es wäre unnötig kompliziert, den superdünnen Schnitt als eigene Schriftfamilie »MegaFontUltralight« zu deklarieren, und dann über <code>normal</code> anzusprechen. Es ist semantisch nicht richtig (es handelt sich ja um die gleiche Familie), und stellt uns vor Probleme, sobald uns dann doch mal ein <code>bold</code> aus dieser Schriftfamilie reinrutscht, wo gar kein <code>bold</code> eingebunden ist</p>
<h3>Was kann man falsch machen?</h3>
<p>Offenbar vieles! Es häufen sich Sichtungen von Websites – teils angesehener Kollegen –, bei denen beispielsweise Elemente mit <code>bold</code> gekenzeichnet werden, obwohl die Schrift mit 600er-Fette deklariert wurde. Was nun passiert, ist unschön: Für den Browser entspricht die »bold«-Deklaration einer 700er-Breite. Diese ist aber nicht vorhanden. Statt dessen wird die 600er-Version der Schriftfamilie verwendet und – ihr ahnt es – ordentlich improvisiert. Jede Browserengine macht hier ihr eigenes Ding. Im Mac-Chrome werden die Buchstaben seltsam unscharf und erhalten eine höhere Laufweite. Und genau an dieser Stelle beginnen die Bauchschmerzen, denn diese Art von Seltsamkeit sehen nur wenige Menschen. Die stört es jedoch umso mehr.</p>
<p><figure class="txp"><img alt="" height="296" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2014/webfonts-fette-fehlerquelle/42f0a7625c-1760525823/fetten.png" width="515"></figure></p>
<p>Bitte tut euch also den Gefallen, und achtet auf die korrekte Zuweisung der font-weight-Eigenschaft im Rahmen der @font-face-Deklaration, sowie die damit übereinstimmende font-weight bei den Elementen-Eigenschaften. Dann klappt’s auch mit dem netten Typografen von nebenan.</p>
<p><strong>Achtung, Falle:</strong> Die Elemente b und strong, sowie alle Headlines sind vom Browserstylesheet standardmäßig mit einem beherzten <code>bold</code> versehen. Sollte eure fette Schriftdeklaration jedoch einen anderen Wert als 700 aufweisen, muss das im Rahmen eines <span class="caps">CSS</span>-Resets auch noch bedacht werden. (Das <span class="caps">CSS</span>-Äquivalent für <code>normal</code> beträgt übrigens 400 Fetteneinheiten.)</p>
<p><strong>Achtung, Falle 2:</strong> Natürlich versuchen die modernen Browser inzwischen, Fehler und Ungenauigkeiten von <span class="caps">CSS</span>-Autoren durch Mitdenken zu korrigieren, so auch hier: Findet der Renderer nicht die passende Fette einer Schriftfamilie, nimmt er gerne auch eine oder zwei Stufen knapp daneben und tut, als sei nichts gewesen. Von daher Obacht: Diese Auswirkungen können sich bei jedem Browserupdate ändern.</p>
<p><strong>Achtung, Falle 3:</strong> Historische Browser wie der IE 6–8 kommen mit mehr als 2 Fetten in einer deklarierten Schriftfamilie gar nicht klar. Hier muss man leider doch für die dritte und eventuell vierte Fetten-Stufe auf eine eigene <code>font-family</code> ausweichen. <a href="http://blog.typekit.com/2011/06/27/new-from-typekit-variation-specific-font-family-names-in-ie-6-8/">Siehe Details in diesem Typekit-Blogbeitrag.</a></p>
<p>(Danke auch an @maddesigns für <a href="http://maddesigns.de/responsive-typografie/#36">seine Slides</a>)</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-02-08:fbc6f94b8621bc665f88a1234003bbba</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2014-01-14T00:00:00Z</published>
		<updated>2014-01-14T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Außer Haus im 1. Halbjahr 2014</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/ausser-haus-im-1-halbjahr-2014" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Es wird auch in diesem Jahr einige Gelegenheiten geben, den Gesellschafter van Aaken (also mich) auf diversen öffentlichen und nichtöffentlichen Veranstaltungen zu treffen. Der Übersicht halber hier eine derzeit vollständige Auflistung:</p>
<p><strong>28./29. März 2014</strong><br>
<a href="http://www.tgm-online.de/civicrm/event/info?id=382">WordPress für Webdesigner</a><br>
bei der <a href="http://www.tgm-online.de/">Typografischen Gesellschaft München</a></p>
<p><strong>28. April 2014</strong><br>
<a href="http://www.mediacampus-frankfurt.de/detailseite-termine/events/2014/april/27/bookmarks-2014.html">bookmarks 2014 – Tagung für Buchgestalter und Hersteller</a><br>
auf dem <a href="http://www.mediacampus-frankfurt.de/">Mediacampus Frankfurt</a></p>
<p><strong>5./6. Mai 2014</strong><br>
<a href="http://publishersforum.de/">Publisher’s Forum 2014</a><br>
in Berlin (auf dem Podium)</p>
<p><strong>10./11. Mai 2014</strong><br>
<a href="http://www.tgm-online.de/civicrm/event/info?id=383">Responsive Weblayouts mit <span class="caps">HTML</span> und <span class="caps">CSS</span></a><br>
bei der <a href="http://www.tgm-online.de/">Typografischen Gesellschaft München</a></p>
<p><strong>19./20. Mai 2014</strong><br>
<a href="http://2014.beyondtellerrand.com/">Beyond Tellerrand</a><br>
in Düsseldorf (nur als Teilnehmer)</p>
<p><strong>31. Mai 2014</strong><br>
<a href="http://www.herstellungsleitertagung.de/">Arbeitstagung der Herstellerleiter</a><br>
Kloster Irsee</p>
<p><strong>3.–6. Juni 2014</strong><br>
<a href="http://www.zhdk.ch/?cast">Seminar Web-Basics II</a><br>
Zürcher Hochschule der Künste</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2014-01-14:1a10b0ab85f4b69ff9bafe76a83b2beb</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2013-12-05T00:00:00Z</published>
		<updated>2013-12-05T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Aspekte bei Wahl und Einrichtung von Content-Management-Systemen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/cms-aspekte" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Ein sperriger Titel, ein Dauerbrenner-Thema: Seit etwa zehn Jahren laufen beinahe alle Websites, die von Webdesign-Profis und Amateuren erstellt werden, auf Basis eines webbasierten Content-Management-Systems (<span class="caps">CMS</span>). Ich mag heute nicht zwingend bestimmte Systeme anpreisen oder verurteilen. Das habe ich <a href="/weblog/interview-mit-einem-cms-polygamisten">vor einigen Jahren</a> schon einmal getan, und werde es sicher in naher Zukunft wieder tun. Heute geht es mir um die Praxiserfahrungen und die Lehren, die ich aus acht Jahren aktiver <span class="caps">CMS</span>-Betreuung mit unterschiedlichsten Kunden sowie unterschiedlichsten <span class="caps">CMS</span>en gesammelt habe. Genauer gesagt eine Reihe unsortierter Aspekte, die ich hervorheben möchte. Und los:</p>
<h3>Der Mythos vom eifrigen Kunden</h3>
<p>Dass alle Kunden alle ihre Inhalte selber pflegen wollen, bedarf keiner Frage. Bis auf wenige Ausnahmen ist es das erklärte Ziel in allen Briefing-Gesprächen, die Dinge selber in die Hand nehmen zu wollen. Unsere Aufgabe als Webdesigner ist es, diese Absichten richtig einzuordnen. 80 bis 90 Prozent der Projekte, die ich in den letzten Jahren begleitet habe, werden de facto sehr wenig bis überhaupt nicht gepflegt, und das völlig unabhängig davon, wie aufwändig wir das Backend für den Kunden individualisiert und hübsch hergerichtet haben.</p>
<p>Die wenigen tatsächlich eifrigen Kunden melden sich zuverlässig und freundlich, wenn etwas nicht so klappt, wie sie es wollen. Und es herscht auch erstaunlich wenig Groll, wenn man dann erklärt, dass das eben nicht so geht. Die wenigsten Kunden haben die technischen Möglichkeiten und Paradigmen von einem halben Dutzend unterschiedlichen <span class="caps">CMS</span>en im Kopf und können sich fundiert beschweren, dass die artikelbasiert verknüpfbare, aber grundsätzlich globale Bildverwaltung von WordPress aber flexibler sei als die rein artikelbasierte Bildverwaltung von ProcessWire.</p>
<p>Was <span class="caps">CMS</span>-Schulungen angeht, so haben wir uns seit kurzem auf Anregung von <a href="http://pookerart.de/">Nils</a> vorgenommen, nach Möglichkeit keine telefonischen oder vor-Ort-Schulungen mehr durchzuführen. Hier sind es nämlich gefühlte 93 Prozent der Teilnehmer, die sich das System nach der Schulung mindestens ein Vierteljahr nicht mehr angucken, und dann selbstredend alles wieder vergessen haben. Statt dessen: kleine Schulungsvideos per Screencast aufnehmen und per privatem YouTube-Link an den Kunden schicken. Dauert nur unwesentlich länger als die direkte Live-Schulung und kann jederzeit wieder angeguckt und nachvollzogen werden. Wir testen das in den nächsten Monaten und werden berichten, wie es damit läuft.</p>
<h3>Anwender- oder entwicklerfreundlich?</h3>
<p>Kann man beides haben? Es hängt davon ab. Manche Systeme sind von Haus aus ziemlich benutzerfreundlich, wenn es um Standardsituationen geht, kränkeln aber sehr schnell, sobald Spezialfälle auftreten. Andere Systeme müssen erst sehr mühsam benutzerfreundlich gemacht werden, können dafür aber extrem flexibel sein. Systeme mit schneller Entwicklungsgeschwindigkeit und flexiblen Möglichkeiten sind bisweilen Gift für nicht-technische Anwender. Und so weiter und so weiter.</p>
<p>Es gilt, mit ganz viel Menschenkenntnis herauszufinden, ob der Kunde tatsächlich zu den erlauchten 10 Prozent gehört, die tatsächlich mit ihrer Website arbeiten, und zwar mehrmals monatlich, ggf. sogar wöchtentlich oder gar – man mag es nicht zu hoffen wagen – täglich! Falls ja, kann man getrost ein größeres Budget einplanen und eventuell die <span class="caps">CMS</span>-Wahl noch einmal überdenken, denn nun müssen die ganzen fancy Speziallayoutmodule auch noch pflegbar gemacht werden! </p>
<p>Wer als Webdesigner gerne sein Ding macht und genug Selbstbewusstsein besitzt, kann aber auch immer das entwicklerfreundliche <span class="caps">CMS</span> nehmen, mit dem er selber am besten zurechtkommt, pfeilschnell und flexibel Seiten bauen kann. Das führt zu günstigen Preisen. Wenn der Kunde dann wider Erwarten doch dieses und jenes zweimal im Jahr geändert haben möchte, ist es eine Überlegung wert, ihm das als Service innerhalb einer kleinen Rahmenvereinbarung anzubieten. Oder die Pflegbarkeit on demand nachzurüsten. Tipp: Die zweite Lösung ist meist teurer und weniger zufriedenstellend.</p>
<p>Machen wir uns nichts vor: bestimmte Layout-Konstrukte sind einfach nicht dafür gemacht, vom Kunden gepflegt zu werden. Und entgegen der Beteuerungen wird das auch selten nötig sein. Mein Appell: mehr Mut zu »Geht erstmal nicht. Rufen Sie an, wenn Sie es tatsächlich ändern wollen!« Der Anruf wird vorerst nicht kommen. Und wenn doch, fällt einem sicher eine gemeinsame Lösung ein.</p>
<h3><span class="caps">WYSIWYG</span> wird besser</h3>
<p>Manche mögen es nicht glauben, aber inzwischen ist es denkbar, den Kunden ihren geliebten TinyMCE zu geben. <a href="/weblog/tinymce-advanced-fuer-wordpress-anpassen-und-erweitern">Schmeißt alles raus</a>, begrenzt die erlaubten Elemente und Klassen, stutzt das Ding bis zur Unkenntlichkeit, aber sorgt in Gottes Namen für ein eigenes Stylesheet, dass dem <span class="caps">CSS</span> des Frontends einigermaßen entspricht. Eigene Klassen sind möglich, auch div-Bereiche lassen sich realisieren und beschriften. Gute <span class="caps">CMS</span>e kapern auch die Bildfunktion und integrieren die eigenen serverseite Bilderskalierung. Da geht einiges. Vor allem für kleinere Webprojekte.</p>
<h3>Markdown und Shortcodes können auch rocken</h3>
<p>Vor allem wenn man selber (oder der fleißige Praktikant) größere Mengen an Inhalten umpflegen muss, ist trotz aller <span class="caps">WYSIWYG</span>-Euphorie so eine schöne Plaintext-Welt die robustere und schnellere. Und bei tatsächlich großen Webprojekten, die von mehreren Redakteuren über Jahre hinweg kontinuierlich und einheitlich gepflegt werden, würde ich stets versuchen, die Professionalität, Verlässlichkeit  und Unbestechlichkeit von Markdown in Kombination mit diversen eigenen Shortcode-Erweiterungen einzubringen.  Natürlich muss man anfangs etwas Überredungskunst anwenden, da immerhin eine neue Syntax gelernt werden muss mit individuellen Spezialbefehlen. Aber bei Projekten wie <a href="http://renovabis.de">Renovabis</a> und <a href="http://catan.de">Catan</a> hat sich das (im Rahmen von Drupal) durchaus bewährt.</p>
<h3>Rockstar oder Underdog?</h3>
<p>Ganz klar: Mit bekannten Namen hat man es immer leichter. Fast jeder Kunde hat irgendwann einmal etwas von WordPress, Typo3 oder Joomla gehört. Völlig klar, dass dann eine Webdesignerin erst einmal in einer Defensivsituation ist, wenn sie ihr (für den vorliegenden Fall) klar überlegenes ProcessWire oder ExpressionEngine verargumentieren muss. Oftmals ist man ja auch dankbar, wenn der Kunde bereits einen <span class="caps">CMS</span>-Wunsch äußert, selbt wenn er nicht fundiert ist. Dann hat man später wenigstens nicht den Schwarzen Peter in der Hand, wenn es nur so mittelrund läuft mit dem Projekt.</p>
<p>Dennoch sollten wir hartnäckig bleiben. Falls wir der Meinung sind, dass für den gegebenen Fall die Vorteile eines »alternativen« <span class="caps">CMS</span> eindeutig erkennbar sind, sollten wir versuchen, es durchzudrücken! Und ganz ehrlich: So obskur kann ein <span class="caps">CMS</span> nicht sein, dass sich nicht mindestens ein halbes Dutzend fähiger Webdesigner in Deutschland finden lassen, die im Notfall das Projekt übernehmen könnten.</p>
<p>Vom agentureigenen <span class="caps">CMS</span> im Rahmen einer proprietäre Gesamtdienstleistung inklusive Hosting und monatlicher Strafmiete halte ich übrigens nicht viel. Ein Unternehmen sollte stets die Hoheit über seine eigene Website haben.</p>
<h3>Der Mythos der schnellen, billigen Theme-Anpassung</h3>
<p>Auch ich bin der Versuchung mehrfach erlegen, für ein kleines Budget einem sympatischen Kunden ein vorhandenes WordPress-Theme anzupassen und somit massig Zeit zu sparen. Es ist dann immer anders gekommen als geplant. Entweder der Quellcode des Themes ist einfach nur Schrott oder entspricht so gar nicht dem eigenen Stil. Das ist nicht gut für den Blutdruck. Oder der Kunde installiert sich eigenmächtig Plugins und wundert sich, dass die nicht automatisch zum Stil der Seite aussehen – immerhin ist es doch ein fertiges Theme! Oder geringfügige Anpassungen am Theme lassen die responsiven Layoutkonstrukte komplett durcheinanderpurzeln, weil man diese zunächst nicht bedacht hatte.</p>
<p>Am Ende wäre es fast immer genauso viel oder sogar weniger Arbeit gewesen, selber ein individuelles Theme aufsetzen, maximal mit einem neutralen Sandbox- oder Starter-Theme als Hilfestellung. Weil einfach jeder Extrawunsch sehr viel länger dauert als im eigenen Theme. Und Extrawünsche kommen garantiert – wenn nicht vom Kunden, dann von euch selber! Ein bisschen Stolz steckt nämlich in jedem von uns. Wer kennt das nicht? »Uh, so kann man das nicht lassen! Nur noch schnell diesen Abstand, dann hier noch das Fett rausnehmen, und hier … Moment, wie hat der denn die Navigation gelöst? Pfui Spinne! Das muss ich noch schnell ordentlich machen…« Und schon sind drei Stunden rum, bei responsiven Layouts auch gerne ein ganzer Tag!</p>
<h3>Und sonst so?</h3>
<p>Es gibt noch viele weitere Aspekte bei der praxisnahen <span class="caps">CMS</span>-Zähmung. Das soll jedoch erstmal genügen. Über eure Erfahrungen in den Kommentaren freue ich mich natürlich!</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2013-12-05:aa45237150e7a658505fa57166a48d91</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2013-11-06T00:00:00Z</published>
		<updated>2013-11-06T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Nexus 5 – Android, wie es sein soll</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/nexus5" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Von den vielen Problemen, die die Android-Plattform seit seiner Erstveröffentlichung hatte, war eines stets die starke Bande mit den Mobilfunkanbietern und den diversen Hardware-Herstellern. Wenn ein normaler Bürger ein Smartphone erwerben möchte, geht er am ehesten in einen der 277 Mobilfunkshops in seiner Stadt und lässt sich beraten bzw. schaut sich die Geräte an. Der vermeintlich einzige Point of Sale bestimmt den Großteil des Markts und damit auch zu weiten Teilen, wie die Geräte aufbereitet sind. Das Ergebnis kennen wir: kaputtkonfigurierte, vor Werbung und Crapware bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte Smartphones in jeder Preisregion.</p>
<p>Mit der Nexus-Serie wollte Google diesen Wildwuchs eindämmen und zeigen, wie das mit diesem Betriebssystem eigentlich gedacht war. Nexus-Geräte sind Referenzimplementationen. Aber solche, die man tatsächlich benutzen und seine Freude dran haben kann. Schade, dass der Mobilfunk-Einzelhandel so wenig Interesse an der reinen Lehre besitzt, denn ich halte Nexus für den einzigen erträglichen Weg, sich der Android-Plattform zu nähern.</p>
<p>Zu Testzwecken kaufen wir uns für das Büro alle paar Monate ein aktuelles (oder weniger aktuelles) Nexus-Gerät, damit wir die zunehmende Anzahl an mobiloptimierten Websites aus unserem Hause gut testen können. Nebenbei spielen wir natürlich auch gerne mit den Geräten und vergleichen sie mit unseren täglich (auch privat) genutzten iOS-Geräten.</p>
<p><figure class="txp"><img alt="" height="382" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2013/nexus5/9ef0ea7e18-1760525836/learn_buy_1200.jpg" width="197"></figure></p>
<p>Was soll ich sagen?</p>
<p>Das <a href="http://www.google.de/nexus/5/">Nexus 5</a>, welches wir gestern früh mit der Post geliefert bekamen, lässt mich seitdem nicht mehr los. Es ist mit Abstand das gelungenste Android-Smartphone, das ich je in der Hand hatte. Woran liegt’s?</p>
<ul>
<li>Es ist sehr gut verarbeitet, leicht, liegt gut in der Hand</li>
<li>Der Bildschirm ist sehr hoch aufgelöst, hell und groß</li>
<li>
<a href="http://www.android.com/kitkat/">Android 4.4</a> hat sich deutlich gemacht, sieht schick aus, hat größtenteils butterweiche Animationen und trifft meist den richtigen Ton zwischen Sachlichkeit, Übersichtlichkeit und Verspieltheit</li>
</ul>
<p>Gerade im Gegenzug zur extremen <del>Typolastigkeit</del> Helveticalastigkeit von iOS 7 ist das Nexus-Android wohltuend differenziert in seinem Grafikdesign. Auch wenn die verwendete Systemschrift <a href="http://www.fontsquirrel.com/fonts/roboto">Roboto</a> nicht alle Designpreise der nächsten Jahre gewinnen wird, sie ist in Fließtexten deutlich angenehmer zu lesen als die Helvetica-Wüste. Hier ein Vergleich (<a href="http://www.feedly.com/">Feedly</a>-App vs. <a href="http://reederapp.com/ios/">Reeder 2</a>):</p>
<p><figure class="txp"><img alt="" height="1138" src="https://www.praegnanz.de/media/pages/weblog/2013/nexus5/fc07b8e179-1760525817/typovergleich.png" width="1280"></figure></p>
<p><em>(Die Feedly-App gibt’s auch für iOS, aber sie verwendet nicht Helvetica. Gut gemacht!)</em></p>
<p>Ich habe mich erstaunlich schnell unter Android breitmachen können, da ich bei den meisten Sync-Diensten nicht auf Apple, sondern auf Google vertraue. Also waren meine Mailkonten, Kalender, Kontakte und ein paar Youtube-Kanäle direkt startklar. Andere Dienste, die ich häufig nutze, konnte ich ebenfalls nach wenigen Minuten starten: Spotify, Twitter, Facebook, Dropbox. Es ist erstaunlich, wie schnell man sich so einen Taschencomputer mittels Clouddiensten personalisieren kann.</p>
<p>Im Grunde sind es fast nur ein paar iOS-only-Spiele (<a href="http://carcassonneapp.com/">Carcassonne</a>, anyone?), die mich von einem Fulltime-Test des Nexus abhalten. Und natürlich die Tatsache, dass hier keine Nano-<span class="caps">SIM</span>, sondern eine gute alte Micro-<span class="caps">SIM</span> ihre Dienste verrichtet. Doch auch ausschließlich im <span class="caps">WLAN</span> bereitet mir das Gerät derzeit große Freude. Was ich ehrlich nicht gedacht hätte. </p>
<p>Und zu einem Preis von 349 Euro kann ich nur sagen: Wie kann man jetzt noch auf die Idee kommen, ein anderes Android-Smartphone zu kaufen? Es ergibt keinen Sinn, ein verstümmeltes TouchWiz-Samsung für den doppelten Preis bei Vodafone zu erwerben, wenn man ein cleanes Nexus 5 von LG/Google haben kann.</p>
<p>Ach ja. Am Telefonhörer-Symbol können sie noch arbeiten, die Android-»Grafiker«.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2013-11-06:aae6b8b14f014e0e60747705eeb6d536</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2013-10-17T00:00:00Z</published>
		<updated>2013-10-17T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Die Großartigkeit von (und das Problem mit) Markdown</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/markdown" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Ich mag <a href="http://daringfireball.net/projects/markdown/">Markdown</a>. Es ist einer der besten Syntaxen für strukturierten Text, mit Sicherheit jedoch die bekannteste und verbreitetste. Markdown hat sich, anders als seine älteren Geschwister <a href="http://www.vbulletin-germany.com/forum/misc.php?do=bbcode">bbCode</a>, <a href="http://txstyle.org/">Textile</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikitext">WikiText</a>, in sehr vielen unterschiedlichen Umgebungen breitgemacht, so dass es fast zu einer Art De-facto-Standard geworden ist. Man findet Markdown heute in nativen Schreibprogrammen wie <a href="http://www.iawriter.com/mac/">iAWriter</a>, in Webplattformen wie <a href="http://developer.github.com/v3/markdown/">github</a>, sowie natürlich als Plugin in zahllosen Content-Management-System. Es gibt Implementierungen in allen erdenklichen Programmiersprachen, und sogar <a href="http://milianw.de/projects/markdownify/">Duplex-Skripte</a>, die <span class="caps">HTML</span> zu Markdown konvertieren. Wow. Ganz schön wahnsinnig, was aus dem kleinen Perl-Skript von John Gruber geworden ist.</p>
<p>Die ultimative Verbreitung ist sicherlich der Einfachheit gedankt. Die offizielle Syntax hat sich seit 2004 nicht mehr verändert. Es existieren einige <a href="http://michelf.ca/projects/php-markdown/extra/">Erweiterungen</a> da draußen, welche beispielsweise Tabellen realisieren, und besser mit Fußnoten und anderen Spezialitäten umgehen können. Doch dieses sind immer nur Insellösungen und haben es nie in einen »offiziellen« Status geschafft.</p>
<p>In der <span class="caps">CMS</span>-Realität da draußen hat es sich von daher eingebürgert, dass man zusätzlich zu Markdown eigene Syntax-Erweiterungen als Textfilter einsetzt. Kunden bzw. Redakteure wollen schließlich Boxen realisieren, Bilder links- oder rechtsbündig platzieren, evtl. sogar Bildgrößen festlegen. Dies alles ist nicht möglich, wenn man sich auf die reine Markdown-Lehre beschränkt, was schade ist. Kurz gesagt: Markdown fehlen in erster Linie <span class="caps">HTML</span>-Klassen und Wrapper-Elemente. Und es ist verdammt schade, dass es diese nicht gibt, und es auch nicht danach aussieht, dass sie außerhalb von vereinzelten Implementierungen in einheitlicher Form spezifiziert werden. </p>
<p><iframe width="515" height="387" src="http://www.kickstarter.com/projects/johnonolan/ghost-just-a-blogging-platform/widget/video.html" frameborder="0" scrolling="no"> </iframe></p>
<p>Heute habe ich zum ersten Mal die neue Blogging-Software <a href="http://ghost.org/">Ghost</a> angetestet und war begeistert von der Markdown-Liveansicht. Insbesondere das Hinzufügen von Bildern per Drag’n’Drop in den Inhaltsbereich hat mich begeistert. Wir schön wäre es, wenn man jetzt noch Klassen auf die einzelnen Elemente vergeben könnte, um die Bilder zu platzieren oder auf eine bestimmte Größe zu bringen! Mit einer Live-Vorschau neben dem Editierfeld hat man eine fantastische Kontrolle über das Resultat, gleichzeitig gibt man nicht die Unverwüstlichkeit des <span class="caps">HTML</span>-Codes auf, da dieser ja weiterhin in purem Plaintext-Markdown verfasst ist.</p>
<p>Textile ist einige Monate vor Markdown erschienen und konnte von Beginn an mit Klassen umgehen – sieht aber leider nicht ganz so übersichtlich aus. Ach, es ist schade, dass die Welt nicht perfekt ist!</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2013-10-17:73ff96fc39af593cd324f9378b001c0a</id>
	</entry>

	<entry>
		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2013-10-07T00:00:00Z</published>
		<updated>2013-10-07T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Neues Vortragsvideo: Status Quo der Webtypografie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/neues-vortragsvideo-status-quo-der-webtypografie" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Neuer Stoff für Freunde von meinen Vorträgen! Weil es mit der Aufzeichnung des Originalvortrages vor Ort in Wien bei der <a href="http://digitalvisions.liechtenecker.at/">Digital Vision 2013</a> nicht geklappt hat, habe ich mich am Wochenende hingesetzt und den ganzen  Kram noch einmal ins Mikro gesprochen. Herausgekommen sind ganze 98 Minuten unzusammenhängendes Fachwissen über Bildschirmdarstellung von Schriften und andere Randgebiete.</p>
<p><iframe src="//player.vimeo.com/video/76328093?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0&amp;color=009900" width="515" height="386" frameborder="0" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen></iframe></p>
<ul>
<li>Im Bereich <a href="/videos">Videos</a> gibt’s den Screencast und die Slides</li>
<li>Bei Facebook gibt’s eine <a href="https://www.facebook.com/media/set/?set=a.575130642546430.1073741829.514203818639113&amp;type=3&amp;uploaded=200">Bildergalerie</a> der (sehr gelungenen) Webkonferenz</li>
</ul>
<p><strong>update:</strong> Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass »Zurichtung« nicht die genaue Übersetzung des englischen »Kerning« ist, sondern etwas allgemeiner das Anordnen und Ausgleichen der Buchstaben und ihrer Abstände bezeichnet, ohne dass dies auf die in Fonts eingebauten speziellen Kerning-Paare beschränkt wäre.</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2013-10-07:dac242de3d3efb5272d1f6ebe304facb</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2013-09-14T00:00:00Z</published>
		<updated>2013-09-14T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Zur Hölle mit Parallax!</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/zur-hoelle-mit-parallax" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Um es gleich vorweg zu nehmen: Natürlich haben sie ein neues Spielzeug gefunden, um ihr Ego strahlen zu lassen und die Benutzer zu quälen. Die Rede ist von den »Kreativen« im Webdesign. Ihr altes Spielzeug waren komplett auf Flash basierende Websites. Darüber ist viel geschrieben worden – warum man das nicht machen sollte, und dass es nicht sinnvoll ist, abstruse neue Bedienkonzepte zu erfinden. Dass Websites keine interaktiven Tüftel- und Knobelspielchen sind, sondern Informationsangebote. Das war alles auch vor dem Jahr 2007 bekannt.</p>
<p>Doch erst mit der Einführung des iPhones (und dann ganz bestimmt seit dem iPad), als also klar war, dass Flash und <span class="caps">ARM</span>-Prozessoren sich nicht gut vertragen, waren die Kreativen gezwungen, ihren Erlebnisspielplatz umzuziehen. Dass es dabei tatsächlich nur um einen Umzug ging, nicht etwa um eine konzeptionelle Neuausrichtung der ehemals <a href="http://praegnanz.de/weblog/killt-die-killer-websites">Killer-Websites</a> getauften Usability-Höllen, wird in diesem Jahr besonders deutlich. Denn eine Zutat darf bei heutigen fancy »Designerwebsites« nicht fehlen: Eine verwirrende und langsame One-Pager-Navigation mit <a href="http://www.desiznworld.com/2013/07/free-jquery-parallax-scrolling-plugins.html">Parallax-Scrolling</a>, sowie viel zu viele und zu hoch aufgelöste Stimmungsbilder auf einem einzigen Webdokument. Ihr kennt diese Art von Websites. Hier sind ein paar Beispiele:</p>
<ul>
<li><a href="http://livingword.co.uk/">livingword.co.uk</a></li>
<li><a href="http://cyclemon.com/">cyclemon.com</a></li>
<li><a href="http://westwardseattle.com/">westwardseattle.com</a></li>
<li><a href="http://www.ianlunn.co.uk/demos/recreate-nikebetterworld-parallax/">www.ianlunn.co.uk/demos/recreate-nikebetterworld-parallax</a></li>
<li><a href="http://www.vondutch.com/">www.vondutch.com</a></li>
<li><a href="http://www.arnoldclark.com/challenge/">www.arnoldclark.com/challenge</a></li>
</ul>
<p><a href="http://www.locanda.de/">Dezent eingesetzt</a> ist gegen den Parallax-Effekt im Grunde nichts einzuwenden. Doch wie bei so vielen Dingen macht die Dosis das Gift. Es ist ja schön, dass viele der Parallax-Websites responsiv daherkommen und den Browser-Viewport ausnutzen und mit Touch-Geräten gut zurechtkommen. Es ist jedoch nicht okay, die gesamte Aufmerksamkeit des Nutzers mit Gewalt vom Inhalt fernzuhalten und komplett auf die Effekthascherei zu lenken. Und das ist im Kern der Denkfehler unserer »kreativen« Kollegen. Sie wollen eine Website mit Wow!-Effekt, die geil aussieht und Eindruck schindet. Nebenbei sind sie von den Inhalten, die der Kunde zu bieten hat, nicht sonderlich beeindruckt. Das wiederum geht uns allen meistens so.</p>
<p>Eine gute Designerin versucht jetzt, die Inhalte der Website zu verbessern, engagiert eine Texterin, lässt bessere Fotos machen, um so die Situation auf der Content-Front zu verbessern, um dann eine angemessene Gestaltung zu finden.</p>
<p>Eine »kreative« Designerin schert sich nicht um Inhaltsarbeit. Sie entwirft eine bombastische Grafikflut, die von den kümmerlichen Inhalten ablenkt. Damit steht sie super da beim Kunden, denn dieser musste sich nicht mit seinem Unternehmen beschäftigen und kriegt ohne eigenen Aufwand eine schicke Website. </p>
<p>Die klassische Zwickmühle: Sowohl Kunde als auch Designer haben nicht die Endnutzerbrille auf. Sie kennen das Unternehmen bereits, sie kennen die Website ebenfalls. Doch der unbedarfte Nutzer hat keine Lust, langwierig die Struktur und Bedienung einer Website zu erlernen, bevor er an die spärlichen Informationen über das Unternehmen herankommt. Er mag es übersichtlich, schnell und erst an dritter Stelle beeindruckend. Wenn überhaupt.</p>
<p>Unabhängig von der Technik gilt auch im Jahr 2013: Webdesign bedeutet zum großen Teil: Übersicht schaffen, Dinge aufräumen, klare Strukturen herausbilden, Informationen zugänglich gestalten. Der Wow!-Faktor ist zu vernachlässigen. Uns ist eine tiefe und nachhaltige Befriedigung beim Nutzer wichtiger, wenn er sich umfassend und unkompliziert informieren konnte. Die schnelle Nummer mag aufregend sein, liegt aber letztlich schwer im Magen.</p>
<p>Inspiriert durch den hier:</p>
<p></p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2013-09-14:dd1b080471b0ebea10fb2799cfd67086</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2013-09-03T00:00:00Z</published>
		<updated>2013-09-03T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Optische Größen mit der Sitka</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/sitka-kommt" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Gute Nachrichten: Microsoft <del>kauft Nokia</del> hat wieder mit Schriftentwerfer Matthew Carter zusammengearbeitet, und einen neuen Systemfont namens »Sitka« entwickelt, der – und das ein echter Hammer – ganze 6 optische Größen enthält. Das bedeutet, dass abhängig vom gesetzten Schriftgrad ein anderer Entwurf der Schrift herangezogen wird, welcher auf die jeweiligen Größenverhältnisse optimiert ist. Ich hatte dies letztes Jahr in meinem <a href="http://webtypobuch.de/">#webtypobuch</a> bereits als <a href="http://webtypobuch.de/lesen/Kapitel-6/Kapitel-6-3">zarte Forderung formuliert</a>, jetzt wird es Realität – wenn auch nur unter Windows 8.1.</p>
<p><a href="http://www.typografie.info/3/page/Schriften/fonts.html/_/sitka-r197">Typografie.info hat die Details.</a></p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2013-09-03:2cfff39f7dcfc3e1929262d0f4a6dbd4</id>
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		<author>
	  	<name>Gerrit van Aaken</name>
		</author>
		<published>2013-09-03T00:00:00Z</published>
		<updated>2013-09-03T00:00:00Z</updated>
		<title type="html">Die C3S muss ein Erfolg werden!</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://praegnanz.de/weblog/c3s-spendenaufruf" />
				<content type="html"><![CDATA[ 
			<p>Da ich ja eine berüchtigte <a href="https://soundcloud.com/gerritvanaaken/sets">Vergangenheit als Popmusiker</a> vorzuweisen habe, ist es mir ein großes Anliegen, noch einmal auf eine <a href="http://www.startnext.de/c3s">Crowdfunding-Aktion</a> hinzuweisen, die eure Unterstützung benötigt. Es handelt sich um die geplante Verwertungsgesellschaft C3S (Cultural Commons Collecting Society), welche endlich Schluss machen möchte mit der hinterwäldlerischen und realitätsverweigernden Praxis des jetzigen Monopol-Vereins namens <span class="caps">GEMA</span>.</p>
<p>Als Kind einer Musikerfamilie bin ich schon früh mit der <span class="caps">GEMA</span> in Berührung gekommen, nämlich immer wenn es darum ging, dass man bei öffentlichen Konzerten der Musikschule (7-jährige Mädchen und Jungen mit fürchterlichem Gekratze auf der Geige) darauf zu achten hatte, die kopierten Noten tunlichst mit neutralen Pappdeckeln zu verstecken und nach dem Auftritt sofort wieder zuzuklappen, damit etwaig anwesende <span class="caps">GEMA</span>-Mitarbeiter das nicht mitbekämen. Wie realistisch dieses Szenario im Nachhinein war – unklar. Es war jedenfalls kein guter Start in meinem Verhältnis zu dieser Institution.</p>
<p>Meine späteren <a href="https://soundcloud.com/gerritvanaaken/sets">popmusikalischen Produktionen</a> waren nicht ganz auf dem Niveau, dass eine Anmeldung bei der <span class="caps">GEMA</span> sich gelohnt hätte. Und hätte ich damals, Ende der Neunziger Jahre, gewusst, was ich mir mit einer Mitgliedschaft für Probleme aufhalsen würde, hätte ich es zweimal nicht gemacht. Ich hatte ja viel zu viel Spaß, die entstandenen Tracks über das junge Web in die Welt zu verteilen – kostenlos. Das ich damals mit dem ganzen Upgeloade meiner Zeit um 10 bis 15 Jahre voraus war, ahnte ich nicht. Und dass ich das als <span class="caps">GEMA</span>-Mitglied nicht gedurft hätte, wäre mir extrem seltsam vorgekommen. </p>
<p>Heute wäre ich froh gewesen, wenn es damals bereits etwas wie die C3S gegeben hätte. Eine faire und coole Organisation, die sich der Verwertung von Musikstücken annimmt, dem Künstler Flexibilität gibt, was den Umgang mit den eigenen Werken betrifft, und die vor allem das Netz und die heutige Praxis der Musiknutzung (Remix, Download, Streaming) anerkennt und begrüßt.</p>
<p>Derzeit befindet sich die C3S in der Gründungsvorbereitung. Sie <a href="http://www.startnext.de/c3s">sammeln über Startnext</a> zwischen 50.000 und 200.000 Euro, um das operative Geschäft starten zu können. Derzeit sind jedoch leider erst 82.000 Euro zusammengekommen, was deswegen schade ist, weil beim Erreichen des Großen Ziels von 200.000 € das Land <span class="caps">NRW</span> noch einmal den gleichen Betrag oben drauf legen würde. Es ist also eine wirklich spannende Sache diesmal, und jeder Euro zählt. Ich selber bin selbstredend gleich Genosse geworden, was lediglich 50 Euro kostet. Mein Ziel ist es, meinen gesamten Musikkatalog so rasch wie möglich bei der C3S verwerten zu lassen. Denn eines hat sich seit 1999 nicht geändert: ich liebe es immer noch, meine Musik in die Welt zu tragen – ob die Welt das nun will oder nicht!</p> 
		]]></content>
		<id>tag:praegnanz.de,2013-09-03:c81bb43669c9077beca97d41dfb44399</id>
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