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	<description>Party. Pöbeln. Poesie.</description>
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		<title>Hilfe, die Touris sind da!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mann hinter re:marx]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Dec 2025 21:58:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Party.]]></category>
		<category><![CDATA[Pöbeln.]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn früher Touristen nach Chemnitz kamen, dann waren das meistens Dortmundnazis auf Dienstreise, Eisenbahn-Nerds auf der Suche nach dem großen Reichsbahnabenteuer oder Menschen, die sich &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn früher Touristen nach Chemnitz kamen, dann waren das meistens Dortmundnazis auf Dienstreise, Eisenbahn-Nerds auf der Suche nach dem großen Reichsbahnabenteuer oder Menschen, die sich auf dem Weg nach Dresden irgendwie verfahren hatten. Nach dem Kulturhauptstatjahr ist alles anders. Die Einheimischen liegen nachts wach und können vor lauter Rollkofferklackern nicht mehr schlafen, überall ist es voll, ständig hört man andere Sprachen, droht man, in Touristenfallen zu tappen. Eine neue Situation, die den Chemnitzer:innen völlig fremd ist. Viele sind überfordert: Was tue ich, wenn ich Touristen begegne? Wie erkenne ich die überhaupt? Was antworte ich, wenn sie mich nach einem guten Café fragen? Wir helfen euch dabei.</p>
<p><strong>Woran erkenne ich Touristen?</strong></p>
<p>Wenn ihr in Chemnitz Menschen seht, die immer wieder stehen bleiben, sich umgucken, Stadtpläne, schlecht gedruckte Zettel aus der Touristinformation oder Google Maps in der Hand halten und dabei weder Camp David noch Yakuza und auch nicht Engelbert Strauß tragen, dann handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Touristen. Oder um fiese Investoren, die euren schäbigen Sonnenberg-Altbau gentrifizieren wollen. Touristen bewegen sich bevorzugt in Grüppchen (auch Großgruppenbildung möglich) durch die Stadt und tragen immer pragmatische, manchmal auch modische Rucksäcke. In der Hauptreisezeit (April bis September) rechnen wir mit einem erhöhten Aufkommen von E-Bike-Tourern, die man zuverlässig an ihrer Profi-Radfahrermontur erkennt und auf keinen Fall mit „European-Peace-Ride“-Männern oder Jan Ullrich verwechseln sollte. Ob auch Kreuzfahrt-Touristen von Rostock, Hamburg, Genua und Venedig in Bussen nach Chemnitz gekarrt werden, wissen wir noch nicht. Aber 2025 ist alles möglich. Woher die Touristen kommen, erkennt man auf den ersten Blick nur schwer — außer sie sprechen Englisch, dann sind sie aus Berlin. Oder sie sind aus Dresden, dann erzählen sie es einem sofort. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12870" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1339-scaled.jpg" alt="" width="1920" height="1280" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1339-scaled.jpg 1920w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1339-300x200.jpg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1339-1024x683.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1339-768x512.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1339-1536x1024.jpg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1339-2048x1365.jpg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1339-450x300.jpg 450w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></p>
<p><strong>Wo treffe ich Touristen?</strong></p>
<p>Was haben der Trevi-Brunnen, der Eiffelturm, die Sagrada Familia und das Gerümpel in Opas alter Garage gemeinsam? Genau: Alle sind absolute Touristen-Magnete. Weil Chemnitz bekanntermaßen nur drei Sehenswürdigkeiten hat – nämlich den Marktbaum, das Rosterfahrrad an der Zenti und das neue Conti-Loch neben dem Tietz – trifft man Touristen an eher ungewöhnlichen Orten. EEs kann passieren, dass sie am Harthweg aufschlagen und begeistert auf DDR-Garagen zeigen, als handele es sich um das sächsische Pompeji. Oder dass sie vornehm bei Feinkost Häusler sitzen, als wäre es der Gosch auf Sylt, weil man dort beim authentischen Wurstgulasch den besten Blick auf die Majolika-Häuser hat. Manche lassen sich freiwillig von Menschen in Richard-Hartmann-Gründerzeitkostümen durch die Stadt führen oder fahren auf den Kaßberg, um dort in der einzigen Buchhandlung der Stadt nach dem Gesamtwerk von Georg Trakl zu fragen. Immer wieder sieht man sie Rebel-Art-Fassaden fotografieren oder den heruntergekommenen Hot-Super-Hasen auf dem Brühl. Neulich sollen sogar Touristen auf der Franz-Mehring-Straße aufgetaucht sein und euphorisch „Oh look, it’s the monk“ gerufen haben. Da schwillt die stolze Kaßbergbrust. Aber wahrscheinlich waren sie nur froh, endlich eine geöffnete Kneipe gefunden zu haben.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Begeisterung und Hilflosigkeit:<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p>Touris erleben in dieser Stadt gemeinhin zwei Gefühlslagen, die sehr gegensätzlich, aber für Chemnitzer Einheimische dennoch kaum nachvollziehbar sind. Die eine ist Begeisterung, viele Touristen finden Chemnitz nämlich total schön. Das wiederum überfordert die minderwertigkeitskomplexgeplagten Chemnitzer:innen, die dann oft sarkastisch werden oder klassische Imposter-Syndrom-Sätze sagen. Die andere ist Hilflosigkeit: Zum Beispiel, wenn sie verzweifelt an verschlossenen Museumstüren rütteln, obwohl im Internet steht, dass das Gunzenhauser aktuell noch dicht ist. Oder wenn sie orientierungslos vor der Hartmannfabrik herumwandern, weil schon nach 17:30 Uhr ist. Wenn sie unter der Woche mittags einen Kaffee auf dem Kaßberg trinken wollen oder sich auf den ausgestorbenen Brühl verirren, weil sie irgendwo gelesen haben, dass das angeblich ein cooler Kiez sein soll. Das wiederum belustigt die Einheimischen: Was haben diese Touristen denn bitte hier erwartet?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12868" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1304-scaled.jpg" alt="" width="1920" height="1280" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1304-scaled.jpg 1920w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1304-300x200.jpg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1304-1024x683.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1304-768x512.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1304-1536x1024.jpg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1304-2048x1365.jpg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1304-450x300.jpg 450w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></p>
<p><strong>Welche Arten von Touristen gibt es?<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p><i>Leipziger Akteure: </i>Die Backpacker unter den Kuha-Touristen, weil niemand weiß, ob und wie weit sie überhaupt kommen, wir sagen nur RE6. Viele von ihnen stranden am Ende oft ganz woanders, zum Beispiel in Geithain, dem Bali Nordsachsens. Ähnlich wie Backpacker oder deutsche Influencer in Kapstadt haben Leipziger Akteure oft eine gewisse Hybris im Gepäck: In Chemnitz sich bisschen die Kunstszene aneignen, aber wissen: Zuhause, in der Plagwitzer 70-Quadratmeter-Wohnung für 1600 Euro kalt, da ist es doch am schönsten.</p>
<p><i>Berliner:innen, die mal Nazis sehen wollen: </i>Fahren nach Chemnitz wie andere ins Krisengebiet &#8211; irgendwie in der Hoffnung auf eine spannende Nazi-Geschichte, mit der sie sich dann später in Friedrichshain Applaus abholen können, während sie in der sonntags in der Schlange für Sauerteigbrot anstehen. Sind dann total empört, wenn ihnen tatsächlich drei Nazis über den Weg laufen und erzählen in der Sauerteigbrot-Schlange, dass man auf keinen Fall nach Chemnitz fahren kann.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>Westdeutsche Kultur-Touristen: </i>Meist gut gepflegte Best-Ager oder Düsseldorfer:innen in gutem Tuch (Kaschmir, Tweed, Seide), die wegen der Kunst hier sind. Buchen Purple-Path-Kutschfahrten und Villa-Esche-Führungen, interessieren sich außerdem für Karl Schmidt-Rottluff, die Architektur und gehen ins Ballett, die Oper oder über den Kaßberg. Sind meistens ziemlich begeistert von der Stadt. Kulturschock-Potenzial, wenn sie zum ersten Mal einen Garagen-Hof sehen,<span class="Apple-converted-space">  </span>Slum für Autoschrauber. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>Maker-Touristen: </i>Fantasie aus der Bewerbungsphase, existieren nicht. Niemand kommt nach Chemnitz um ein Wort zu laubsägen oder einen Apfelbaum zu pflanzen, wirklich niemand.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>Jan Böhmermann: </i>Millennial-Ableger des E-Bike-Tourers, weiß offensichtlich nicht, dass man in Chemnitz stilecht mit dem Segway oder mit einem überdimensionierten Pick-Up befährt. Will als überregionaler Journalist wahrscheinlich auch Nazis sehen, was kein Problem sein dürfte, und seinen E-Roller in ein Chemnitzer Gewässer schmeißen, wir empfehlen den Stadthallenbrunnen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>White-Lotus-Leute, aber in Chemnitz:</i> Boykottieren New York und Miami wegen Donald Trump, und haben sich stattdessen ein Apartment im Mindset-Ressort „Die Fabrik“ gebucht, wo sie in der Rooftopbar bei Champagner, Kokain und Visionen den Million-Dollar-Sunset über Schönau genießen. Ausflug mit dem Porsche auf den Sonnenberg ins „Alexxanders“ und zum BitCoin-Stack nach Schneeberg. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>Tagestouristen aus dem Erzgebirge:</i> Unterscheiden sich von Chemnitzer Einheimischen eigentlich nur dadurch, dass sie Chemnitz für ein graues, dreckiges Moloch halten und die moderne Kunst- und Kulturwelt noch viel weniger verstehen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12872" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1692-scaled.jpg" alt="" width="1280" height="1920" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1692-scaled.jpg 1280w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1692-200x300.jpg 200w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1692-683x1024.jpg 683w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1692-768x1152.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1692-1024x1536.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF1692-1365x2048.jpg 1365w" sizes="(max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></p>
<p><strong>Typische Touri-Fragen und wie man sie richtig beantwortet:<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p><b><i>Habt ihr hier auch einen richtigen Kiez?: </i></b>Wenn die Frage von jemandem aus Dresden kommt, einfach nicht beantworten. Auch nicht auf den Brühl schicken, das deprimiert die Touristen nur. Empfehlt einfach den Sonnenberg oder Kaßberg. Also den Kaßberg. Also die eine Straße.</p>
<p><b><i>Wo gehts zum Stadtzentrum? </i></b>Wahrscheinlich die am meisten gestellte Frage. Falls sie euch jemand stellt: Nicht lachen. Nicht die Augen rollen. Einfach zum Marktbaum schicken.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b><i>Wo können wir denn hier (auf dem Kaßberg) schön Mittagessen gehen? </i></b>Wenn ihr sie nicht zu „Onkel Franz“ schicken wollt, bleibt nur noch das Turmbrauhaus.</p>
<p><b><i>Was sind das denn für komische Teller dort?</i></b><span class="Apple-converted-space">  </span>„Das ist unser neuer Marktbrunnen.“ (Wenn ihr gerade in der Stadt seid) oder „Das ist das alte Meißner, das die Nachbarn aussortiert haben“ (Wenn ihr gerade auf dem Kaßberg seid.)</p>
<p><b><i>Do you speak English? </i></b>Achtung! Nicht direkt Leute verprügeln, nur weil ihr auf Englisch angesprochen werdet. Ihr könntet zum Beispiel auch einfach auch ein freundliches „NO!“ zurück blaffen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Was ist das denn für ein Turm? </b>„Das ist der Wirkbau-Turm, er war Vorbild für den Campanile in Venedig.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b><i>Wie lange dauert meine Kaffee-Bestellung noch?<span class="Apple-converted-space">  </span></i></b>„Deinen trockenen Kuchen hast du doch schon vor zehn Minuten bekommen, jetzt müssen wir nur noch die spezielle Bohne rösten und den Kaffee mit unserer Slow-Drop-Brew-Technik zubereiten, da wirst du ja wohl noch mal ne halbe Stunde warten können, oder?“</p>
<p><b><i>Wird das dort abgerissen oder gerade neu gebaut?: </i></b>„Das wird gebaut und sieht auch nicht viel hässlicher aus als die Neubauten in deinem schönen München.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b><i>Wie komme ich denn jetzt zurück nach Leipzig?: </i></b>„Am besten über Dresden, dauert etwas länger, aber Sie haben ja Urlaub.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b><i>Könnt ihr eine Ramenbar empfehlen?: </i></b>„Nein, aber wir haben ungefähr 300 andere gute vietnamesische Restaurants, die auch Ramen anbieten.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b><i>Haben Sie das Gesamtwerk von Georg Trakl? </i></b>„Ja natürlich, wollen Sie die Habermas-Schmuckausgabe auch noch gleich mitnehmen?“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Ideen, wie ihr aus dem Touri-Ansturm Kapital schlagen könnt:<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<ul>
<li>Bruchstücke einer alten Badfließe als „original Majolika-Kachel“ verkaufen<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Alte getrocknete Gartenkräuter als „Seltenen Silberlindenblüten-Tee vom Marktbaum“ verscherbeln <span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Eine Matratze in Opas alte Garage legen und als „einmalige Übernachtungsmöglichkeit in originellem Tiny House wie zu DDR-Zeiten“ bei Airbnb reinstellen<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Bier-Kronkorken lassen sich wunderbar als „Original Purple-Path-Bruchstücke“ feilbieten<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>„Polster &amp; Pohl“-Dependance in Köln gründen und scharenweise Kunstinteressierte nach Chemnitz karren<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Jochen-Schweizer Eventgutscheine „Ostalgie-Adventure“ für 371 Euro (ist aber nur der Garagen-Parcours)</li>
<li>Leere Fit-Flaschen nicht sofort in den Plastikmüll werden, sondern zum hundertfachen Preis als „mundgeblasene Roter Turm“-Miniatur verkaufen<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Kleiner illegaler Straßenstand mit überteuertem Maker-Bedarf (Lötkolben, Laubsäge, Heißklebepistole, Washi-Tape, Filz)</li>
<li>Tassen und T-Shirts mit den Konterfeis wichtiger Kuha-Männer bedrucken<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Uber-oder historische Kutschfahrten nach Leipzig anbieten<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ul>
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		<title>Kunst kommt von Chemnitz &#8211; Kunst kennen leicht gemacht</title>
		<link>https://remarx.eu/2025/12/kunst-kommt-von-chemnitz-kunst-kennen-leicht-gemacht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mann hinter re:marx]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Dec 2025 21:25:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Poesie.]]></category>
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					<description><![CDATA[Maken war letztes Jahr, seit der europäischen Kulturhauptstadt muss man in Chemnitz vor allem Kunst kennen. Bei all den wichtigen Kunstevents, die es gab und &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Maken war letztes Jahr, seit der europäischen Kulturhauptstadt muss man in Chemnitz vor allem Kunst kennen. Bei all den wichtigen Kunstevents, die es gab und gibt, kann man schon mal die Übersicht verlieren: Was sagt man wo? Wen trifft man wo?  Wo sind die wichtigsten Spots, wer die wichtigsten Player im Chemnitzer Kunstgame? Eine Übersicht über alles, was ihr kennen solltet</p>
<p><span style="font-size: 18pt;"><strong>Kunstsammlungen<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></span></p>
<p><strong>Wen man hier trifft:</strong> Westdeutsche Kulturtouristen mit Hüten, Kunstkompetenz und Reiseführern, Menschen, die es nicht ganz bis nach Dresden geschafft haben, Ingrid Mössingers Schatten, Leute, die Edvard Munch noch persönlich von früher kennen, Osmar Osten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier macht:</strong> Ganz klassisch: Die Arme hinter dem Rücken verschränken, mindestens zwei Minuten vor jedem Bild stehen bleiben, immer auch einen Schritt zurückgehen für den besseren Gesamteindruck, danach vielleicht noch ein Piccolöchen im Museumscafé.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier sagt:</strong> „Ach, der Schrei, das ist doch nur ne kleine Litho.“ &#8211; „Ich habe mir für Ende Oktober noch mal drei Zeitslots gebucht.“ &#8211; „Wie, Munch war nur drei Wochen in Chemnitz? Ich war auch mal drei Wochen auf Capri. Machen die jetzt auch ne Ausstellung über mich, höhöhö.“ &#8211; „Das Schiff ist völlig überbewertet“ &#8211; „Die moderne Kunst wäre ohne Die Brücke heute nicht dieselbe!“ &#8211; „Also wir auf dem Kaßberg sagen ja KaSchmiR zu Schimdt-Rottluff!&#8220;</p>
<p><strong>Was man hier trägt:</strong> Seidene Halstücher und Schals, Karl Schmidt-Rottluff-Colorcode (Grün, Blau, Gelb, Rot), „Schrei“-Socken aus dem Giftshop, gedecktes Beige, um dem grellen Expressionismus etwas mehr Ernsthaftigkeit entgegenzusetzen. Man kann sich auch in die Farben der Esse hüllen, eine modische Reminiszenz an Daniel Buren, aber die Wahrscheinlichkeit, dass man dann sofort von der eins Energie verklagt wird, ist hoch.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Wen oder was man hier kennen sollte:</strong> Sämtliche Brücke-Künstler, Frédéric Bußmann, Karl Schmidt-Rottluffs Eltern, Bob Dylan, die Befindlichkeiten der ehemaligen Clara-Mosch-Mitglieder, die Kuratorin, Osmar Osten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Größter Fauxpas:</strong> „Die Dresdner hams gut, die haben Caspar David Friedrich“, versehentlich Kartoffelbrei auf den Schmidt-Rottluff kleckern, nichts über Edvard Munch oder Van de Felde wissen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12855" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/IMG_4636-1-scaled.jpeg" alt="" width="900" height="1200" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/IMG_4636-1-scaled.jpeg 900w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/IMG_4636-1-225x300.jpeg 225w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/IMG_4636-1-768x1024.jpeg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/IMG_4636-1-1152x1536.jpeg 1152w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/IMG_4636-1-1536x2048.jpeg 1536w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></p>
<p><strong><span style="font-size: 18pt;">Museum Gunzenhauser<span class="Apple-converted-space"> </span></span></strong></p>
<p><strong>Wen man hier trifft:</strong> Leipziger:innen, die in Kunstpartybussen angekarrt werden und sich darüber beschweren, dass im Museumsfoyer nach 22 Uhr keine Afterhour mit Koks-Buffett geht, Leipziger:innen, die wieder mit Kassetten auflegen, Leute, die gerade angekauft wurden, das Who-is-Who der hippen Chemnitzer Kunst- und Kulturszene, Michael Ballacks feines Kunstgespür, Osmar Osten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier macht:</strong> Bier trinken und rauchen, Fotos von der „Das Kapital“-Hüpfburg, im Sommer auf der Treppe draußen rumlungern und die Leipziger:innen beim Wichtigsein beobachten, Fotos vom roten Treppenaufgang, tanzen, heimlich slowenischen Crémant trinken.</p>
<p><strong>Was man hier trägt:</strong> Eine seltene deutsche Ausgabe des „European Realities“-Katalog als Accessoire unterm Arm.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier sagt:</strong> „Wie, du wurdest noch nicht angekauft?“ &#8211; „Das Gunzenhauser ist unser Moma“ &#8211; „Nee, also es sind schon auch Dresdner da“ &#8211; „Die Topfpflanzenecke ist meine Lieblingsecke“ &#8211; „Neue Sachlichkeit ist billig im Vergleich zum Expressionismus, also kauft!“ &#8211; „Unseren größten Kunstfauxpas hatten wir in New York“ &#8211; „Die Letten sind auch echt super!“ &#8211; „Sehen wir uns dann nochmal im Balboa?“ &#8211; „Ich möchte den Kandinsky da kaufen!“</p>
<p><strong>Wen oder was man hier kennen sollte:</strong> Sämtliche europäische Strömungen der Neuen Sachlichkeit, Ruprecht Geiger, Otto Dix, die Kuratorin, Osmar Osten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Größter Fauxpas:</strong> Zurück nach Leipzig fahren, statt endlich nach Chemnitz zu ziehen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><span style="font-size: 18pt;">Purple Path (Eröffnung)<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<p><strong>Wen man hier trifft:</strong> Auf jeden Fall immer jemanden von der Kulturhauptstadt GmbH, die Fotodrohne von Radar, Alexander Ochs und alle zehn kunstinteressierten Erzgebirger:innen, Osmar Osten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier macht:</strong> Warten, bis die lange Rede von Alexander Ochs endlich vorbei ist, warten, bis die lange Rede von Alexander Ochs endlich vorbei ist, warten, bis die lange Rede von Alexander Ochs endlich vorbei ist, warten, bis die lange Rede von Alexander Ochs endlich vorbei ist, danach vielleicht noch ein bisschen Blasmusik.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier trägt:</strong> Opas alte Bergmannstracht, dicke Daunenjacken, Parkas, festes Schuhwerk, die „So-geht-Sächsisch“-Jacke von Michael Kretschmer, bunte „Chemnitz2025“-Beutel.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier sagt:</strong> „Ich hab meinen ersten Turrell damals in Kalifornien gesehen, das werde ich nie vergessen.“- „Kunst im öffentlichen Raum ist noch mal ganz anders zu bewerten!“ &#8211; „Dafür ist wieder Geld da!“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Wen oder was man hier kennen sollte:</strong> Tony Craggs Arbeiten in Wuppertal, den James Turrell in Freising, den Kurator, Osmar Osten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Größter Fauxpas:</strong> Noch mehr reden als Alexander Ochs.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12858" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF2962-scaled.jpg" alt="" width="1280" height="1920" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF2962-scaled.jpg 1280w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF2962-200x300.jpg 200w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF2962-683x1024.jpg 683w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF2962-768x1152.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF2962-1024x1536.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF2962-1365x2048.jpg 1365w" sizes="auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></p>
<p><strong><span style="font-size: 18pt;">POCHEN<span class="Apple-converted-space"> </span></span></strong></p>
<p><strong>Wen man hier trifft:</strong> Alle wichtigen POCHEN-Männer und ab und an auch ein paar andere Gäste, Osmar Osten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier macht:</strong> Sich eine halbe Stunde lang über sämtliche Texte beugen und trotzdem nicht verstehen, was zur Hölle eigentlich gemeint ist, in dunklen Hallen vor schwerer, bedrückender Kunst und anstrengenden Klanginstallationen stehen und so tun, also würde man alles verstehen oder über seine strapazierte Ost-Seele sinnieren.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier trägt:</strong> Schwarz, Stufenschnitt, seine neu entdeckte Ost-Identität, und immer ein kleines Fremdwörterlexikon mit sich herum.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier sagt:</strong> „Es heißt Biennale, weil es aller ZWEI Jahre stattfindet.“ &#8211; „Ich verstehe einfach gar nichts“ &#8211; „Ich hasse Klanginstallationen“ &#8211; „Diesmal sind aber ein, zwei gute Arbeiten dabei“ &#8211;<span class="Apple-converted-space">  </span>„Die haben ja auch ne ordentliche Kuration“ &#8211; „Im Polylog mit der dichotomen Gesellschaft wird die paradoxe Gegenwart zu einem neuralgischen Ist-Komplex komprimiert.“ &#8211; „Ah ja, klar.“ &#8211; „Sagt doch gleich, dass es um den Ukraine-Krieg geht.“ &#8211; „Ich geh noch mal zur Bar.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Wen oder was man hier kennen sollte:</strong> Mindestens einen oder zwei der wichtigen POCHEN-Männer, außerdem mindestens hundert wichtige Fremdwörter, Fördermittelgeber:innen, Osmar Osten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Größter Fauxpas:</strong> „Das Ost-Thema nervt mich langsam.“ In leicht verständlicher Sprache kommunizieren.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong><span style="font-size: 18pt;">Begehungen<span class="Apple-converted-space"> </span></span></strong></p>
<p><strong>Wen man hier trifft:</strong> Eigentlich immer jemanden, den man kennt und auch mag, Osmar Osten.</p>
<p><strong>Was man hier macht:</strong> Leute treffen, die man kennt und auch mag, mit denen dann an der Bar abhängen und quatschen und dabei Akteure in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Zwischendurch schaut man sich bisschen Kunst oder eine anstrengende Performance an, aber Kunst ist hier nebensächlich.</p>
<p><strong>Was man hier trägt:</strong> Die Besucherzahlen wie eine Trophäe spazieren und Neunzigerjahre-Vintage-Bloussons. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier sagt: „</strong>Nie wieder Regionalliga“ &#8211; „Hast du den Freie-Presse-Artikel gelesen?“ &#8211; „Früher war die Bar liebevoller gemacht“ -„Die Location ist schon cool“ &#8211; „Die haben dieses Jahr sogar mal eine richtige Kuratorin“ &#8211; „Die Arbeiten in der einen Halle sind das Beste, was ich je bei den Begehungen gesehen habe, aber der Rest ist wie immer.“ &#8211; „Die erste Halle berührt mich null!“ &#8211; „Ey, 7,50 Euro für ein Radler?“ &#8211; „Voll der Ausverkauf!“ &#8211; „Tja, so isses halt, wenn man sich professionalisiert“ &#8211; „Kleingartenanlage war am besten“ &#8211; „Brauerei war auch nicht schlecht“ &#8211; „Hach ja, damals im Gefängnis, das war schön.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Wen oder was man hier kennen sollte:</strong> Die Geschichte aller Begehungen seit 2003 inklusive aller Vereinsvorstände seit 2003 und aller Locations in chronologischer Reihenfolge rückwärts, Osmar Osten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Größter Fauxpas: </strong>Jedes Nicht-Erscheinen angesehener Akteure wird von den Machern registriert. Jedes!<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12854" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF3288-scaled.jpg" alt="" width="1280" height="1920" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF3288-scaled.jpg 1280w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF3288-200x300.jpg 200w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF3288-683x1024.jpg 683w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF3288-768x1152.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF3288-1024x1536.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/DSCF3288-1365x2048.jpg 1365w" sizes="auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></p>
<p><strong><span style="font-size: 18pt;">Hallenkunst<span class="Apple-converted-space"> </span></span></strong></p>
<p><strong>Wen man hier trifft:</strong> Alle alten wichtigen Graffiti-Männer der vergangenen 50 Jahre, den Erfinder der Sprühdose, Raplegenden (Torch) und Mythen von Raplegenden (Samy Deluxe), DJ Ron, DJ Shusta, alle jungen wichtigen Graffiti-Männer der vergangenen fünf Jahre, andere VIBs (Very Important Bros).</p>
<p><strong>Was man hier macht:</strong> einen auf Straße, aber den Vernissage-Sekt gibt’s dann doch nur für VIBs.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier trägt:</strong> Eigentlich egal, Hauptsache es ist von Carhartt. Außerdem: Längst verblichene Streetcredibility und die Last, jetzt ein seriöser Künstler zu sein. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier sagt:</strong> „Das hab ich damals in New York gesprüht“ — „Meine erste U-Bahn, 1984 in Berlin“ — „Du bist Teil der Legende“ — „Beat Street hat mich radikalisiert“ — „Das meiste, was hier hängt, ist Quatsch“ — „Vieles ist Kitsch“ — „Das dort ist schön. Ja, das ist ja auch MALEREI“.</p>
<p><strong>Wen oder was man hier kennen sollte:</strong> Torch, the Complete History of Hip-hop since 1973, die Leute von früher vom Splash! <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Größter Fauxpas:</strong> Die zehn Säulen des Hip-hop nicht korrekt benennen können, nix von Carhartt tragen, nicht wissen, wer Torch ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12861" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/IMG_5492-scaled.jpeg" alt="" width="900" height="1200" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/IMG_5492-scaled.jpeg 900w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/IMG_5492-225x300.jpeg 225w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/IMG_5492-768x1024.jpeg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/IMG_5492-1152x1536.jpeg 1152w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/IMG_5492-1536x2048.jpeg 1536w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></p>
<p><strong><span style="font-size: 18pt;">Galerie Borssenanger (Eröffnung)<span class="Apple-converted-space"> </span></span></strong></p>
<p><strong>Wen man hier trifft:</strong> Das hippe Who-Is-Who der Chemnitzer Kunst- und Kulturszene, Leute aus Leipzig, Dresden UND Berlin, alle wichtigen Akteur:innen von den Kunstsammlungen, Museum Gunzenhauser, POCHEN, Begehungen, Purple Path UND Hallenkunst. Osmar Osten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier macht:</strong> Chips essen und Wein trinken, im <a href="https://remarx.eu/2024/04/wirkbau-oder-die-fabrik-welches-chemnitzer-maker-mekka-ist-besser/">Wirkbauhof</a> cornern, mal kurz rüber ins Atomino gucken und feststellen, dass man zu alt für Einlass ab 23 Uhr geworden ist, rote Punkte unter Bilder kleben lassen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier trägt:</strong> Beanies im Bernsdorfstyle.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier sagt:</strong> „Nehm ich den smokenden Siebenschläfer oder die quarzende Kaulquappe?“ —„Oder doch das rauchende Rotkehlchen?“ — „Der Wirkbau ist das neue Leipzig.“ — „Wo issn der Jan?“ — „Wieso maltn der keine Frauen?“ — „Heute waren wieder Touristen da, aus Düsseldorf!“ — „Wenn der Michael Ballack dann erstmal seine Galerie in Chemnitz hat“ — „Was hattn der so?“ — „Ach, nix Gescheites“ — „Die Leipziger spielen sich wieder auf!“ — „Hat der Bohnenmeister noch auf?“ — „Der Bohnenmeister hat immer zu.&#8220;</p>
<p><strong>Wen oder was man hier kennen sollte:</strong> Osmar Osten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Größter Fauxpas:</strong> Karaoke singen, „Ich kauf mir lieber was in der Rebel Art Gallery.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><span style="font-size: 18pt;"><b>Momentum Galerie<span class="Apple-converted-space"> </span></b></span></p>
<p><strong>Wen man hier trifft:</strong> Leute, die fast alle wesentlich jünger sind, als man selbst (in Chemnitz selten), aber durchaus auch renommierte Kunstakteure, Jan Böhmermann, Jan Böhmermanns alten E-Roller.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier macht:</strong> Raven oder draußen stehen und rauchen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier trägt: </strong>Schwarz, Leder, Keta-Pony, klobige Schuhe, jugendliche Coolness, eine gewisse Abgeklärtheit.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Was man hier sagt:</strong> „Ey hier ist wie Berlin!“ &#8211; „Ich kenn hier fast niemanden“ &#8211; „Krass, so viele junge Leute“ &#8211; „An der Bar kann man mit Paypal zahlen“ &#8211; „Wir spielen sowas von Berlin“ &#8211; „Das ist der Roller vom Böhmermann!“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Wen oder was man hier kennen sollte:</strong> Wen oder was man alles kennt, ist hier noch völlig egal.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12862" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/IMG_5603-scaled.jpeg" alt="" width="900" height="1200" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/IMG_5603-scaled.jpeg 900w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/IMG_5603-225x300.jpeg 225w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/IMG_5603-768x1024.jpeg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/IMG_5603-1152x1536.jpeg 1152w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2025/12/IMG_5603-1536x2048.jpeg 1536w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></p>
<p><b><span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
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		<title>Le Tour du Kaß &#8211; So kommt ihr am besten mit dem Fahrrad auf den Kaßberg</title>
		<link>https://remarx.eu/2024/08/le-tour-du-kass-so-kommt-ihr-am-besten-mit-dem-fahrrad-auf-den-kassberg/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mann hinter re:marx]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Aug 2024 10:09:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Poesie.]]></category>
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					<description><![CDATA[Alle kennen ihn, manche hassen ihn, andere meiden ihn: Der Kaßberg. Für Radfahrer:innen so anstrengend, dass viele die 500 Meter in die Innenstadt lieber mit &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Alle kennen ihn, manche hassen ihn, andere meiden ihn: <a href="https://remarx.eu/2022/09/bruehl-gegen-kassberg-welches-viertel-ist-spiessiger/" target="_blank" rel="noopener">Der Kaßberg</a>. Für Radfahrer:innen so anstrengend, dass viele die 500 Meter in die Innenstadt lieber mit dem Auto fahren und eine dreistündige Parkplatz-Suche in Kauf nehmen, als sich nur ein Mal mit Schaum vorm Mund und Milchsäure in den Beinen die Kaßbergauffahrt hochzuquälen. Nicht umsonst gilt der Aufstieg auf den Kaßberg als härteste Radstrecke der Welt. Doch wie so oft gilt: Viele Wege führen nach oben. Wir haben sie für euch getestet.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="p1"><span class="s1" style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Alpes du Kaß:</strong><b><br />
</b></span><span class="s1" style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Die Kaßbergauffahrt gilt als härtester Berg der Stadt: 28 Höhenmeter, über fünf Prozent Steigung, ein Mythos. Hier wurden Legenden geboren, Busse überholt, E-Roller vor Wut in die Chemnitz geschmissen, „Monster Energy“-Doping-Sünden begangen und vor allem: Fahrräder geschoben. An „Alpes du Kaß&#8220; bzw. am Col d’Ouest sind schon unzählige große Radfahrer:innen aus- oder vom Fahrrad ab- und in den Bus eingestiegen. Von der Theaterstraße aus führt die Strecke über einen brutalen Anstieg mit teilweise bis zu 13 Prozent Steigung zum <b><i>Plateau Village Danser</i></b> auf über 300 Metern Höhe. Hier wartet eine Bergwertung der Kategorie 1000. Viele biegen danach direkt zur Siegerehrung ins aaltra ab. Von da aus geht es flach über die bei Sprintern und Low Performern beliebte <b><i>Rue d’Henriette</i></b> weiter, es folgen zwei gemäßigte Anstiege über den <b><i>Col du George Landgraf </i></b>(75 Meter a 1,3 Prozent Steigung) und den <b><i>Col du Beau Homme</i> </b>(Hübschmannstraße, 250 Meter a 1,8 Prozent Steigung) auf die Weststraße zur Bergankunft bei Emmas Onkel. Das hat aber zu. Echte Kletterer mit Siegermentalität und Winning Mindset biegen an der Tanzenden Siedlung natürlich nicht ab, sondern fahren weiter auf dem<b><i> Col d’Ouest</i></b>, einem langen, zehrenden Anstieg, der nach oben hin allerdings flacher wird. Auch hier wartet eine Bergankunft bei Emmas Onkel, das hat aber leider immer noch zu.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12678" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/08/Y4XZmlSJSwXvcCsgNeWWQ_thumb_4a96.jpg" alt="" width="1086" height="724" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/08/Y4XZmlSJSwXvcCsgNeWWQ_thumb_4a96.jpg 1086w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/08/Y4XZmlSJSwXvcCsgNeWWQ_thumb_4a96-300x200.jpg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/08/Y4XZmlSJSwXvcCsgNeWWQ_thumb_4a96-1024x683.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/08/Y4XZmlSJSwXvcCsgNeWWQ_thumb_4a96-768x512.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/08/Y4XZmlSJSwXvcCsgNeWWQ_thumb_4a96-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1086px) 100vw, 1086px" /></p>
<p class="p1"><span class="s1" style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Mont St. Michel</strong><b><br />
</b></span><span class="s1" style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Es soll Radfahrer:innen geben, die lieber drei Mal hintereinander den Mont Ventoux hochklettern würden, als auch nur ein einziges Mal den <b><i>Mont St. Michel. </i></b>Der<a href="https://www.strava.com/segments/24886953?hl=de-DE" target="_blank" rel="noopener"> strava-umwobene </a>Michaelberg am westlichen Kaßberg-Rand wird mit seinen mehr als 25 Höhenmetern zwar gefürchtet wie kein anderer, aber dafür ist die Route atemberaubend: Über zwei harte Ansteige mit teilweise bis zu 11,8 Prozent Steigung geht es vorbei an Promi-Friedhöfen und alten Bäumen. In Kleingärten wehen Sachsenfahnen, in Maker-Garagen schrauben „Durch die Gnade Gottes“-Ossis an ihren Simmen. Auch die kurze Abfahrt runter zur Weststraße hat es in sich: Gravel-Abschnitte, Wurzelwege, noch mehr Sachsenfahnen und immer wieder Garagen. Im Rossmann sollte man sich schnell einen Hafer-Riegel und Wundheilsalbe für den Arsch holen, um dann die letzten Meter auf der Weststraße vollends genießen zu können.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12677" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/08/xLnB7WWWQRG7YdecSRKdQ_thumb_4a80.jpg" alt="" width="1086" height="724" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/08/xLnB7WWWQRG7YdecSRKdQ_thumb_4a80.jpg 1086w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/08/xLnB7WWWQRG7YdecSRKdQ_thumb_4a80-300x200.jpg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/08/xLnB7WWWQRG7YdecSRKdQ_thumb_4a80-1024x683.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/08/xLnB7WWWQRG7YdecSRKdQ_thumb_4a80-768x512.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/08/xLnB7WWWQRG7YdecSRKdQ_thumb_4a80-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1086px) 100vw, 1086px" /></p>
<p class="p1"><span class="s1" style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Le Puy d’Ermafa</strong><b><br />
</b></span><span class="s1" style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Nicht nur eine der angenehmsten Strecken, sondern auch eine der schönsten — und eine der flachsten. Der <b><i>Puy d’Ermafa</i></b> bietet alles: Einkaufsmöglichkeiten, Parkplätze und Parks, Menschen, die vor Kneipen sitzen und jubeln. Er ist hügelig, er ist steil, er ist flach, er ist die perfekte Kaßbergetappe. Nach einem Sprint über den <i>Place d’Hartmann</i> folgt der kurze Anstieg über den Puy d’Ermafa zum legendären <i>Centre Ermafa.</i> Bei einer Rast im Stadler kann man sich heimlich ein neues E-Bike aussuchen, das man seinen überambitionierten Strava-Freund:innen aber lieber verschweigen sollte. Weiter geht’s: Über die herrlich grüne Uhlich-Straße, durch den <i>Parc d’André</i>, wo sich das Kaßbergleben tummelt und auf Picknickdecken Wein trinkt, auf die Henriettenstraße. Von dort aus nimmt man die steigungsarme <i>Rue Eric Mûesam,</i> dann die <i>Rue Walter Oertel </i>bis zum <i>Col du Franz Mehring</i>. Ab hier ist die Strecke eine einzige Triumph-Fahrt: Vorbei an der Weinhandlung, an Theos, an Onkel Franz, an der Haamit — und überall sitzen Fans, die einem zuwinken, auch Bekannte genannt. Außer bei Emmas Onkel.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1" style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Col d’Enzmann</strong><b><br />
</b></span><span class="s1" style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Unter dem strengen Blick des Graureihers rollt man zunächst an der Chemnitz entlang und nimmt dann den Kappelbach-Schleichweg bis zur schönsten abgeranzten Platte der Stadt an der Reichsstraße. Dort beginnt der Anstieg hoch zum <i>Col d’Haute</i>, der Hohen Straße. An der Katholischen Kirche, dort wo wahrscheinlich gerade das Patt-Mobil parkt und Peter Patt Würste mit Kretsche grillt, nimmt man einen weiteren Schleichweg: Die Brücke über die Reichsstraße. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick über den ganzen Autoverkehr der Stadt. Weiter geht es über den teils gepflasterten <i>Col d’ Enzmann</i>, dem härtesten Pflaster seit Paris-Roubaix, zur herrlich grünen <i>Rue d’Agricola, </i>dann Richtung <i>Parc du Gerard Hauptmann. </i>Von dort aus sind es nur noch wenige Meter bis zur Weststraße.<i> </i>Was für eine Strecke! Am Ende gewinnt man hier vielleicht nicht die Tour du Kaß, aber die Erkenntnis: <i>Montmartre </i>ist auch nur ein überfüllter Hügel in irgendeiner grauen französischen Stadt.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12679" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/08/c839tIS8QwyDNgAtcmLf8g_thumb_4a98.jpg" alt="" width="1086" height="724" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/08/c839tIS8QwyDNgAtcmLf8g_thumb_4a98.jpg 1086w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/08/c839tIS8QwyDNgAtcmLf8g_thumb_4a98-300x200.jpg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/08/c839tIS8QwyDNgAtcmLf8g_thumb_4a98-1024x683.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/08/c839tIS8QwyDNgAtcmLf8g_thumb_4a98-768x512.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/08/c839tIS8QwyDNgAtcmLf8g_thumb_4a98-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1086px) 100vw, 1086px" /></p>
<p class="p1"><span class="s1" style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Col d’Ulmen</strong><b><br />
</b></span><span class="s1" style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Von der Zwickauerstraße aus schiebt man das Fahrrad den Col d’Ulmen hoch bis zum Katzencafé, wo man trotzdem total außer Atem ist und erstmal eine halbstündige Trinkpause machen oder sich am Straßenrand übergeben muss. Vielleicht ist es nur eine Katzenhaar-Allergie, vielleicht aber auch die Erkenntnis, dass der Col d’Ulmen unbezwingbar ist. Aber wie würden die Fabrik-Maker so schön sagen: Radfahren ist nur 50 Prozent Physis, die anderen 50 Prozent sind Mindset. Und das Mindset zwingt sich jetzt noch mal aufs Rad, denn es weiß: Von hier aus geht es nur noch bergab.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1" style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Tour d’Honneur über den Champs Élimbées</strong><b><br />
</b></span><span class="s1"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Die Kaßberg-Ehrenrunde ist fast so flach wie ein re:marx-Witz über die MRB nach Leipzig: Vom Konkordiapark kommend fährt man immer geradeaus auf dem <i>Champs Élimbées, </i>dem auch als „Limbacherstraße“ bekannten Prachtboulevard des Unteren Kaßberges. Das Straßenbild wird vor allem geprägt von Prunk-Supermärkten: Edeka, Rewe, Penny, Lidl, Netto, Hundenetto und noch mal Lidl. Am letzten Lidl biegt man ab auf die <i>Rue Waldenbourg </i>und rollt triumphierend und nur leicht bergan durch Altendorf Richtung Weststraße, Richtung Kaßberg, kurz: Richtung Paris. Und auch: Zur Siegerehrung im Gartenfachmarkt Richter, wo Papagei Felix persönlich die Medaillen verleiht.</span> </span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der große Kommunalwahl-Check für Chemnitz: Welche Partei passt zu mir?</title>
		<link>https://remarx.eu/2024/06/der-grosse-remarx-kommunalwahlomat-welche-partei-passt-zu-mir/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mann hinter re:marx]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Jun 2024 15:26:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pöbeln.]]></category>
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					<description><![CDATA[In einer Woche wird in Chemnitz ein neuer Stadtrat gewählt und wenn das so läuft, wie wir denken, wird sich die Mehrheit im Stadtrat nach &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">In einer Woche wird in Chemnitz ein neuer Stadtrat gewählt und wenn das so läuft, wie wir denken, wird sich die Mehrheit im Stadtrat nach rechts verschieben. Weil wir aber trotzdem noch Hoffnung haben, haben wir alle Wahlprogramme der demokratischen Parteien gelesen (grob überflogen), damit ihr es nicht tun müsst. Wer hat das richtige Mindset für Chemnitz,  wer fordert die meisten Verbote, wer schickt die meisten Promis ins Rennen und in welches Programm kümmert sich um den Marktbaum? Unser Wahlomat verrät euch, welche Partei am besten zu euch und eurer Idee von Chemnitz passt. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><b><span class="Apple-converted-space">Die FDP</span></b></span></h4>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Heute schon (an)gestoßen? Nein? Dann wird es Zeit, sich jetzt an den wirklich anstoßenden Wahlplakaten der FDP aufzureiben. Der Slogan „Bildung bewegt, Wirtschaft gestaltet“ verspricht ein Heißes-Luft-Level auf Linkedin-Niveau, das <a href="https://chemnitz.freie-demokraten.de/stadtratswahl-2024-0" target="_blank" rel="noopener">Programm</a> ist dann tatsächlich nicht ganz so schlimm. Die FDP will eben FDP-Sachen: Zum Beispiel Steuern senken, die Stadtverwaltung digitalisieren und natürlich den flächendeckenden Ausbau von Tempo300-Zonen. Mehr Fachkräfte, aber weniger Ausländer (siehe Frank Müller-Rosentritt), mehr Polizei, aber auch weniger Verkehr in der Innenstadt (DAS ist nicht mehr unsere FDP!!!11!), Fahrrad-Highways mit freier Fahrt für freie Fahrradfahrer. Und weil die FDP nun mal eine natural born Raserpartei ist, reicht ihr die gemütliche IC-Anbindung nicht, es muss natürlich ein ICE mit 300 kmh sein (der Meinung sind wir allerdings auch). Im Programm stehen aber auch Sachen wie: bessere Jugendförderung, mehr Geld für die freie Kultur, Ausbau von Photovoltaik, Begrünung der Innenstadt und Stärkung der Späti-Kultur, wobei wir uns fragen, welche Späti-Kultur da gemeint sein soll. Naja, jedenfalls, geht schon noch, wären da nicht: </span><br />
<span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Die Plakate:</strong> wurden Gerüchten zu Folge von den Chemnitzer JuLis entworfen und ohne, dass der Rest der Partei davon wusste, hing plötzlich <em><strong>„</strong></em><i><strong>Öfter mal (an)stoßen? Für ein verbessertes Nachtleben in Chemnitz“</strong>  </i>in der halben Stadt — das schlechteste, sexistischste und vielleicht auch dümmste Wahlplakat aller Kommunalwahlzeiten. Während ein wirklich verbessertes Nachtleben vor sexuellen Übergriffen schützt, bedeutet es bei der FDP genau das Gegenteil. Ein Plakat, wie von koksenden Burschenschaftlern getextet, die mal ein Alpha-Mentoring bei Andrew Tate gemacht haben und uns jetzt erklären wollen, worauf es bei einem guten Nachtleben wirklich ankommt: Darauf, dass Männer weiterhin unbehelligt „Spaß“ haben können. Immerhin sind die anderen Plakate besser. Oder? ODER? <strong><em>„Ihre Fachfrau für mehr Fachmänner“.</em></strong> Uff nee. <strong><em>„Damit der Schulweg nicht zur Freistunde wird.“</em> </strong>Hmmm neeee.<strong> <em>„Morgen kommt von machen“: </em></strong>klingt wie ein luftleerer Spruch aus dem Maker2025-Kalender, <em>&#8222;Maken ist wie machen, nur krasser&#8220;</em> und so, hat sich die FDP aber leider nicht aufs Plakat gedruckt.</span> <span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><em><strong>„Einer muss es ja machen“,</strong></em> sagt Frank Müller-Rosentritt und labert auf seinem Plakat etwas über <strong><em>„Einwanderung in Sozialsysteme stoppen“</em></strong>. Einer muss es ja machen: Rechte Rhetorik reproduzieren. Kleiner Tipp an die FDP: einfach mal <strong><em>nicht</em></strong> machen.<br />
<strong>Promifaktor:</strong> Die FDP weiß: Ein abgehalfterter Rockstar wie Ecke Bauer bringt Prozente. Mit einem sehr guten, ja fast schon absurden, zweiten Listenplatz wirbt dieser auf dem Kaßberg deshalb täglich für mehr „Bildung und Gastwirtschaft“ und <em>Die Partei</em> kann satiretechnisch einpacken.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Wer die FDP wählen sollte</strong><b>: </b>Preppy Boys mit Burschenschaftlerscheitel, die nach zwei Bier auch mal über Vergewaltigungswitze lachen, Menschen mit Fabrik-Membership und Innovations-Mindset, Hundebesitzer:innen, Bauerplay-Fans.<span class="Apple-converted-space"><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12635" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/06/3.png" alt="" width="940" height="788" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/06/3.png 940w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/06/3-300x251.png 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/06/3-768x644.png 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/06/3-358x300.png 358w" sizes="auto, (max-width: 940px) 100vw, 940px" /><br />
</span></span></p>
<h4><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><b>Die CDU:</b></span></h4>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Die CDU sei keine Partei für Verbote, das steht fast so <a href="https://www.cdu-chemnitz.de/unser-kommunalwahlprogramm" target="_blank" rel="noopener">oft im Programm</a> wie die Wortkombination „Ordnung und Sicherheit“. Die CDU ist also total gegen Verbote, aber <i>für</i> ein Genderverbot. Sie ist absolut gegen Verbote, aber<i> für</i> Waffen- und Alkoholverbotszonen, sie ist komplett gegen Verbote, aber das AJZ würde sie am liebsten auch verbieten. Sie ist wirklich gegen jegliche Art von Verboten, aber <i>für </i>Verbote von Alkoholiker- und Drogentreffs und dem Abladen von Müll auf Spielplätzen. Was vertretbar ist, aber die Doppelmoral des CDU-Wahlpogrammes ist fast schon peinlich. Noch viel schlimmer als unkontrollierte Gendersternchen, das hat die CDU erkannt, ist aber der viele Müll in Chemnitz — Alexander Dierks hat neulich gleich mehrere illegale leere Eisverpackungen auf dem Sonnenberg gefunden und die Täter kamen wieder mal ungestraft davon. Darüber hinaus hat die CDU offensichtlich immer noch nicht verstanden, was die europäische Kulturhauptstadt ist: Keine Auszeichnung für die „moderne Großstadt Chemnitz“, wie es fälschlicherweise im Programm steht, sondern ein Auftrag zur Entwicklung zu einer solchen. Und dafür scheint die CDU eher hinderlich zu sein: Um die freie Kulturszene schert sie sich nicht, es geht nur um die Hochkultur. Auch sonst: Kaum Innovation, viel Stillstand, konservativ eben, aber das gehört auch zum demokratischen Spektrum dazu. Insgesamt liest sich das CDU-Programm jedoch, als wäre Chemnitz das sächsische El Salvador: Überall Drogen, Gewalt, Kriminalität, Müll, rechte und natürlich auch linke Stimmungsmache, weil letzteres ja bekanntermaßen das größte Problem in Sachsen ist. An den Schulen, in den Parks, in der Innenstadt, schlimm. Noch negativer und schwarzmalerischer wird’s dann nur noch ganz rechts.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Die Plakate:</strong> sind klassisch<i> gäääähnn. Ah sorry, kurz eingeschlafen. </i>Die Plakate der CDU sind klassisch …<i> huch, schon wieder eingeschlafen</i>. Die Plakate der CDU sind in etwa so spannend wie ein torloses Unentschieden zweier extrem defensiv spielender Fußballmannschaften und so innovativ wie ein achtstündiger Podcast über Konrad Adenauers Handschrift: <em><strong>Weil es um Chemnitz geht.</strong></em><br />
</span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Promifaktor</strong><b>: </b>Die CDU schickt Chris Dietrich ins Rennen, der ewig scheiternde Visionär, der schon mit dem Bürgerfest sein goldenes Händchen für die Stille Mitte in Yakuza-Fraktur bewiesen hat und eine Art Ecke Bauer der CDU ist.<em><strong> „Chemnitz zum Paris des Ostens machen“,</strong></em> will Jakob Kullik, kein Promi, aber ein Superspruch. Immerhin: Für die CDU kandidieren <em>gefühlt</em> mehr Menschen mit Migrationshintergrund als für die Linke und die SPD, nämlich zwei oder so. Das sollte allen zu denken geben.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Wer die CDU wählen sollte</strong><b>: </b>Menschen, die die fünf Minuten zur Arbeit oder zum Bäcker immer mit dem Auto fahren, weil es einfach so schön bequem ist, Menschen, die beim ASR arbeiten, Menschen, die Angst vor Veränderung haben. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12637" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/06/1.png" alt="" width="940" height="788" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/06/1.png 940w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/06/1-300x251.png 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/06/1-768x644.png 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/06/1-358x300.png 358w" sizes="auto, (max-width: 940px) 100vw, 940px" /></p>
<h4><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><b>Die Linke</b></span></h4>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">ist sowas wie der poppige Gegenentwurf der CDU. Beim Slogan schwört sie auf das Stilmittel des populären, aber eben auch fast immer generischen Dreiklanges, in diesem Fall ist es:<b> „Sozial. Gerecht. Nachhaltig.“</b> <a href="https://www.chemnitz-wahl24.de" target="_blank" rel="noopener">Das Programm</a> der Linken dreht sich in Chemnitz vor allem um soziale Themen: Wie kann man das Leben in der Stadt für Senior:innen besser machen, wie kann man einkommensschwache Menschen besser unterstützen, Familien, Jugendliche und Kinder, Alleinerziehende, Geflüchtete, Wohnungslose oder Suchtkranke? Es geht um mehr Sozialarbeit, bessere Integration, mehr Inklusion und Barrierefreiheit, mehr antifaschistische Arbeit. Es geht auch viel um den Wohnungsmarkt, weil die Linke anscheinend Chemnitz mit Leipzig verwechselt hat, das kann schon mal passieren. Die eine Stadt gilt schließlich als boomende, junge, hippe Sachsen-Metropole, die andere Stadt ist Leipzig.<span class="Apple-converted-space">  Allerdings glauben wir, dass der Wohnungsmarkt aktuell einfach kein Thema für Chemnitzer Wähler:innen ist. </span>Im Programm findet man noch andere spannende Ideen, die sich lesen wie aus einem re:marx-Post, aber ernst gemeint sind. Zum Beispiel: Der Lulatsch als Boulderturm, Garagenanlagen vor Kuha-Spekulanten schützen, eine Erlebniswelt „Versteinerter Wald“, mehr Züge nach Berlin Kreuzberg, Rheinmetall darf nicht CFC-Sponsor werden, mehr Pop-Up-Stores und Spätis. In diesen beiden — und auch in einigen anderen Punkten — sind sich Linke und FDP übrigens erstaunlich ähnlich, was beide ärgern dürfte. Was uns im Programm fehlt, ist ein Punkt zum besseren Schutz der Silberlinde, z.B. vor Austrocknung, Hitzetod, Borkenkäfer und Vandalismus.<br />
</span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Die Plakate</strong><b>: </b>setzen auf poppige Farben wie rot, lila und grün und knackige Sprüche wie „<em><strong>Geht nicht, gibt’s nicht“,</strong> <strong>„Chemnitz, jung und alt“</strong></em> oder Banger wie<em><strong> „Chemnitz macht Betrieb“</strong></em>. Textlich kann man da noch mal ran, aber die Plakate zählen zu den besseren in der Stadt. <span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Wer die Linke wählen sollte</strong><b>: </b>Ist die Linke eine Art FDP für Leute mit antikapitalistischer Low-Performer-Mentality? Wer keinen Bock auf die permanente kapitalistische Leistungsgesellschaft, Nazis, soziale Ungerechtigkeiten oder die Rüstungsindustrie hat, kann jedenfalls ohne Bedenken die Linke wählen.<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12634" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/06/2.png" alt="" width="940" height="788" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/06/2.png 940w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/06/2-300x251.png 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/06/2-768x644.png 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/06/2-358x300.png 358w" sizes="auto, (max-width: 940px) 100vw, 940px" /></p>
<h4><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><b>Die Grünen</b></span></h4>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">wollen uns ja bekanntermaßen alles verbieten, unsere Dieselmotoren, unsere Kantinen-Currywurst, und wahrscheinlich wollen sie uns jetzt auch noch unsere schönen Chemnitzer Betonplätze wegnehmen, also gleich mal gucken, was so drin steht im Programm: <span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong><i>„Fünf Prozent der städtischen Kulturmittel für die Freie Kulturszene“</i></strong>: Na okay, das wollen auch FDP, Linke und bestimmt auch die SPD, das ist ja nicht direkt ein Verbot. <strong><i>„Rock am Kopp wiederbeleben“:</i> </strong>Hmm, auch kein Verbot.<strong><i> „Multiprofessionelle Teams in allen Schulen“:</i> </strong>Keine Ahnung was das überhaupt sein soll, aber klingt nicht nach Verbot. Ah hier, wussten wir es doch: <strong>„<i>Ein städtisches Radwegenetz mit Winterdienst“</i></strong> — typisch Grüne, jetzt wollen sie auch noch Schnee und Eis auf Radwegen verbieten. Oder hier:<i><strong> “Förderung des Chemnitzer Ernährungsrats für gesunde Ernährung“</strong> </i>— Wie bitte? Wir entscheiden ja wohl selbst, ob wir ein doppelt paniertes Schweineschnitzel in Mayo-Ketchup-Sahne-Soße mit dreifach Pommes zum Mittag essen oder nicht!<span class="Apple-converted-space">  </span>Oder hier: <i><strong>„… wollen wir zudem eine Fahrradstreife etablieren, die vor allem die Sicherheit der Radfahrerinnen und Radfahrer im Blick hat, aber auch die Einhaltung von Straßenregeln im Radverkehr beachtet“</strong> — </i>Entschuldigung!?!? Wir wollen auf unserem Lastenrad<span class="Apple-converted-space">  </span>genauso rücksichtslos durch die Stadt brettern, wie 80 Prozent aller Chemnitzer Autofahrer:innen es täglich tun. Das gibts ja alles gar nicht. <i>„<strong>Deshalb setzen wir uns dafür ein, Lärmquellen in der Stadt zu beseitigen – bspw. durch Lärmschutzwände“. </strong></i>Boah Leute,<i> </i>was denn noch alles?<strong><i> „Maßnahmen gegen Rechtsextremismus“<span class="Apple-converted-space">  </span></i></strong>— Sorry, aber unsere Nazis lassen wir uns hier in Chemnitz nicht verbieten! Und: Auch im Programm der Grünen kein Punkt zum besseren Schutz des Marktbaumes, wir sind sehr enttäuscht. Immerhin: Die Grünen sind die einzige Partei, die Europa im Programm hat. Und: Im Gegensatz zur Antiverbotspartei CDU kommt das Wort „Verbot“ <a href="https://gruene-chemnitz.de/wahlprogramm-kommunalwahl-2024/" target="_blank" rel="noopener">im Programm</a> kein einziges Mal vor. </span><br />
<span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Die Plakate:</strong> Kommen für eine Verbots-Diktatur-Partei viel zu hippiesk daher: Tanzende und springende Kandidat:innen auf dem Opernplatz sind viel zu fröhlich für die Stadt. Ansonsten tun die Grünen, was fast alle Parteien tun: Kandidatenportraits mit Sprüchen. Zum Beispiel: <em><strong>„Gemeinsam für den Chemnitzer Osten“,</strong> </em>sorry, aber wir als Kaßberg-Wessis finden die ewig identitäre Ossi-Erzählung langsam nur noch nervig.<em><strong> „Gemeinsam für den Chemnitzer Norden“</strong></em>. Achso gut, wir nehmen alles zurück. Ansonsten steht auf allen: <em><b>„Machen, was zählt“ </b></em>— und wenn re:marx eine Partei wäre, dann würden wir die Wörter „machen“, „Macher“ und „Maker“ in Chemnitz sofort verbieten lassen.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Promifaktor:</strong> Ziemlich hoch, weil man ungefähr die Hälfte der Kandidat:innen von Twitter, äh sorry, X kennt. Mit Boris Kaiser kandidiert außerdem ein wichtiger Chemnitzer Podcast-Mann.<br />
</span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Wer die Grünen wählen sollte:</strong> Menschen, die keinen Bock darauf haben, bei 6000 Grad im Sommer auf Chemnitzer Plätzen zu verglühen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><b>Die SPD</b></span></h4>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Chemnitz gilt als stabile SPD-Hochburg: Chemnitz hat OB Svenni, ein Bundestagsdirektmandat und war bei der letzten Bundestagswahl der einzige rote Fleck in ganz Sachsen. Aber die SPD hat es sehr, sehr schwer in Sachsen, deshalb machen auch die Chemnitzer Genossen im Slogan vorsichtshalber mal ein bisschen auf CDU: <em><strong>„Chemnitz? Na sicher!“</strong></em><b><br />
</b><a href="https://stark-fuer-chemnitz.de/themen/" target="_blank" rel="noopener">Und das Programm?</a> Ist länger als jede CumEx-Akte von Olaf Scholz und kommt als schick designtes PDF mit vielen Bildern. Ganz oben im Programm der SPD stehen Familien- und Bildungspolitik, Kinder- und Jugendarbeit. Die SPD will unter anderem: kostenlose Menstruationsartikel in Unisex-Klos, den Aufbau eines Jugendparlamentes, Konkordiaparks in allen Stadtteilen, sich für bessere psychologische Betreuung von pandemiegebeutelten Jugendlichen einsetzen, Alleinerziehende und Pflegefamilien stärken. Dazwischen immer wieder auch mal Stockfotos, zum Beispiel von süßen Katzen, Cat Content als letzter Ausweg. Weiter im Programm: Die SPD will rechte Strukturen bekämpfen und queere Netzwerke stärken, mehr „sichere Großevents“ statt „seltene Ereignisse“ und die Innenstadt soll von einem „Angstort“ (Achtung, CDU-Wording) zu einem „Herzensort“ werden. Sprich: Das „IloveC“ muss endlich zurück auf den Marktplatz! Ach nee, die SPD meint die Innenstadtwache, ein gläserner Ort für eine gläserne Stadt.<i> </i>Hier hat die Partei folgende Idee: <i>„Durch Umfragen und Beteiligungsmöglichkeiten möchten wir von den Bürger*innen Hinweise erhalten, an welchen Orten sie sich nicht wohl fühlen und woran dies liegt.“<span class="Apple-converted-space"> </span></i> Da weiß man jetzt schon, was für Antworten kommen werden. Was unter anderem noch im Programm steht:<i> </i><i>„</i><i>Die SPD Chemnitz wird sich nicht für Alkoholverbotszonen, Waffenverbotszonen oder ähnliches aussprechen.“</i> (Achtung, CDU-Diss). Und folgender Satz, der gut ist, weil er in anderen Wahlprogrammen in dieser Deutlichkeit komplett fehlt: „<i>Wir solidarisieren uns mit und bekennen uns zum jüdischen Leben in Chemnitz. Des Weiteren unterstützen wir Bildungsangebote, die zum Thema Antisemitismus aufklären.“ </i>Ansonsten auch hier wieder: Kein Wort zum  <a href="https://remarx.eu/2023/11/die-post-der-moderne-kein-herz-fuer-baeume/" target="_blank" rel="noopener">Marktbaum.</a> Schwach.<br />
</span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Die Plakate:</strong> kommen im SPD-Coporate-Design in Schwarz-Weiß und Rot, huch. Das ist zwar nicht überraschend, aber mindestens so solide wie ein TikTok von Olaf Scholz. Die knallroten „Gegen Hass und Hetze&#8220;-Statements, die die Partei überall in der Stadt aufgehängt hat, finden wir gut.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Promifaktor:</strong> EXTREM hoch. Der SPD ist es gelungen, viele parteilose Kandidat:innen für hintere Listenplätze zu finden, und da tummelt sich viel Prominenz. Doch im Gegensatz zu den Stockbildern auf der SPD-Webseite, ist die Kandidat:innenliste sehr weiß, und irgendwie auch sehr männlich. Das wiederum passt gut zu OB Svenni. Abgesehen von einer berühmten Galeristin, findet man dort vor allem sehr wichtige Männer, zum Beispiel Sören Uhle, ein weiterer wichtiger Podcastmann mit gutem Listenplatz. Oder Kai Winkler, den wichtigsten Fahrradmann der Stadt. Und während Genoss:innen aus Hannover oder so beim Wort &#8222;Currywurst&#8220; vor allem an Gerhard Schröder denken, denken die Chemnitzer:innen natürlich sofort an Falk Hammermüller.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Wer die SPD wählen sollte:</strong> OB-Svenni-Ultras, Menschen, die Mitleid mit Underdogs haben, und Menschen, die beim Demokratisch-Wählen einfach auf Nummer sicher gehen wollen.<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<h4><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><b>Die Partei</b></span></h4>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><b><span class="Apple-converted-space"><br />
</span></b></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">hat erkannt, was das große Problem der Chemnitzer Innenstadt ist: fremdländische Leute, die nicht von hier sind. Sondern aus Einsiedel. Deshalb sollen Einsiedler:innen und andere Leute aus Randgebieten nun in ihre Herkunftsgebiete zurückgeführt werden. Die Parteisäge soll zum Raumfahrtsbahnhof, Euba geflutet und Grüna vollständig entsiegelt werden, der Kaßberg soll einen Soli-Zuschlag für ärmere Stadtteile zahlen, Clubs sollen bessere Angebote für Senior:innen schaffen.<br />
</span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Die Plakate:</strong> Gehören eindeutig zu dem besten, was derzeit in Chemnitz hängt. Der Klassiker <em><strong>„Schlimm“</strong></em> fasst in der Chemnitzer Innenstadt alles perfekt zusammen.<em><strong> „Einer von hier“</strong> </em>ist auch super und Cedels <em><strong>„Authentisch“</strong></em> ist besonders unter Jens Kieselsteins Dreiklang <em><strong>„Ehrgeizig. Authentisch. Erfahren.</strong><strong>“</strong></em> perfekt platziert. <em><strong>„Unser Geld für unsere Leute“</strong></em> und <em><strong>„Wer CDU wählt, kann auch gleich Grün wählen“</strong></em> sind leider nicht von der Partei, sondern von der AfD, könnten aber genau so gut auch Satire sein. (Leider ernstgemeint)<br />
</span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Wer die Partei wählen sollte:</strong> Ecke Bauer.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Wirkbau oder Die Fabrik: Welches Chemnitzer Maker-Mekka ist besser?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mann hinter re:marx]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Apr 2024 14:03:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pöbeln.]]></category>
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					<description><![CDATA[Wohnungen in irgendwelchen angesagten Chemnitzer Stadtvierteln waren gestern, heute hat man Spaces (Büros) in sanierten oder halbsanierten Industriekomplexen (Fabriken). Man ist nicht mehr einfach nur &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Wohnungen in irgendwelchen angesagten Chemnitzer <a href="https://remarx.eu/2022/09/bruehl-gegen-kassberg-welches-viertel-ist-spiessiger/" target="_blank" rel="noopener">Stadtvierteln</a> waren gestern, heute hat man Spaces (Büros) in sanierten oder halbsanierten Industriekomplexen (Fabriken). Man ist nicht mehr einfach nur Mieter, man ist Maker — oder Member. Man hängt nicht mehr einfach nur mit den Leuten aus dem Kiez im Hinterhof ab, man networkt mit der Community in stylischen Areas. Man setzt sich nicht einfach nur mit dem Laptop in ein schickes Café, das es in Chemnitz gar nicht gibt, man arbeitet mit agilem Mindset an neuen Projekten und Innovationen. In welchem der drei coolen Chemnitzer Stadtviertel ihr wohnt, juckt also nicht mehr — was zählt, ist, wo ihr euren <a href="https://remarx.eu/2023/02/not-so-urban-dictionary-kuha-chemnitz-chemnitz-kuha/" target="_blank" rel="noopener">Makerspace</a> habt. </span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Hier stechen zwei große Player heraus: Die ehemalige Tüllfabrik an der Zwickauer Straße und der Wirkbau mit seinem schönen Turm, in beiden wurden früher Textilmaschinen produziert. Doch während die Fabrik gerade noch von Malte Ziegenhagen höchstpersönlich saniert wird und lautstark um potenzielle Maker wirbt, ist der Wirkbau schon fertig entwickelt und von sehr wichtigen Makern besiedelt. </span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Wir haben beide für euch auf wichtige Maker-Kritierien wie Mindset, LinkedIn-Potenzial, Nazi-Umfeld, Wellnessfaktor und Michael-Ballack-Galerien gecheckt.<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<p><strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Mindset: </span></strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Chemnitz zeichnet sich bisher eher durch seine Low-Performer-Mentalität aus: Geringes Durchschnittseinkommen, niedrige Mieten, auf den Straßen nur Skodas statt Porsches<span class="Apple-converted-space"> </span>unterwegs, kaum Achievements beim internationalen Fernverkehr, schlechte Performance bei sämtlichen Wirtschaftsrankings, die Maker meckern nur und die anderen Städte erwähnen uns nie in ihren LinkedIn-Beiträgen. Nur innerhalb der reichweitenstarken Nazi-Targetgroup performt die Stadt einigermaßen. Die Fabrik will das ändern und aus dem ewig lowperformenden Chemnitz eine echte Leadership-City mit agilem Mindset machen. Agil heißt im Fabrik-Kontext, dass man sich mit seinem Macbook auch mal demonstrativ ins Café-Fenster setzen kann, also das, was in „richtigen Städten“ schon seit 20 Jahren normal ist. Wobei „richtige Stadt“ eben eine Frage des Mindsets ist, und wenn wir alle nur genug Geld in unsere Fabrik-<a href="https://www.diefabrik.de/memberships" target="_blank" rel="noopener">Memberships</a> investieren, muss sich Chemnitz nie wieder mit richtigen Städten vergleichen. Das ist natürlich toll, aber am Ende dreht sich Chemnitz hier wieder nur um sich selbst, wie so viele notorische „Mindset“-Sager:innen. Der Wirkbau hingegen braucht gar kein Mindset, er ist einfach gefestigt in seiner Haltung: EUROPA steht in großen Leuchtlettern an der Fassade.<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Fazit:</strong> Wenn Chemnitz irgendeine Art von Mindset braucht, dann ja wohl Europa.<b><span class="Apple-converted-space"> </span></b></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Dieser Punkt MUSS an den Wirkbau gehen. Wirkbau 1, Fabrik 0.<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<p><strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Publikum:<span class="Apple-converted-space"> </span></span></strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">In der die Fabrik trifft man LinkedIn-Poser und Peter Patt, im Wirkbau Leute aus New York und angesehene Leipziger Spinnerei-Akteure. Während sich in der die Fabrik mittelalte Männergrüppchen und selbsternannte Expert:innen gegenseitig KI-Bla und die laufende Niners-Saison erklären, diskutieren im Wirkbau kunstbeflissene Kulturkenner:innen darüber, ob die Nacktheit bei POCHEN-Peformances ein Akt der Subversion oder ein archaischer Affront ist, beides ist natürlich ähnlich anstrengend. Im Wirkbau klirren junge Menschengrüppchen mit Bierflaschen und reden berlinerisches Halb-Englisch bei überteuertem Flat White im Bohnenmeister, in der Fabrik werfen sich Baller gegenseitig leere Marketing-Buzzwords zu. In der Fabrik kann man dank „organisiertem Zufall“ der deutschen Designlegende Werner Aisslinger begegnen und ihn aus Versehen mit Lars Fassmann verwechseln, im Wirkbau legt Lars Eidinger auf. Im Wirkbau gibt es Mieter, in der Fabrik Member. In der Fabrik trifft man einen künstlichen Malte Ziegenhagen-Avatar, im Wirkbau den echten Osmar Osten.<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><b>Fazit: </b>New York ist cooler als LinkedIn, deshalb muss dieser Punkt wieder an den Wirkbau gehen. Wirkbau: 2, Fabrik: 0</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12607" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/04/1.png" alt="" width="940" height="788" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/04/1.png 940w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/04/1-300x251.png 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/04/1-768x644.png 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/04/1-358x300.png 358w" sizes="auto, (max-width: 940px) 100vw, 940px" /></p>
<p><strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Dachterrassen:<span class="Apple-converted-space"> </span></span></strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Die Fabrik hat natürlich gar keine Dachterrasse, sondern ein „Rooftop“, das sagt man so, wenn man schon mal „Die Höhle der Löwen“ geguckt und deshalb Ahnung von Investments hat. <i>„Unser Dach bietet mehr als nur eine Terrasse“</i>, steht auf der Webseite, nämlich einen Basketballplatz, eine Outdoor-Küche — also wahrscheinlich einen Webergrill — und die „Memberlounge“. Das klingt ein bisschen wie die DB Lounge, in die man nur reindarf, wenn man erste Klasse-Tickets gebucht hat, und ist deshalb bei „eat the rich&#8220; mitgemeint. Aber weil für Highperformer, wie man sie in der Fabrik nun mal trifft, der Sky das Limit ist, hat man von hier oben aus einen „einmaligen Ausblick auf die Kulturhauptstadt 2025“ — und auf das Jugendzentrum der Identitären Bewegung.<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Ganz bodenständig hingegen der Wirkbau: Das Rooftop heißt hier ganz schlicht und bürgernah „Dachgarten“ und braucht gar keine exklusive Lounge, weil es mehr Bäume hat als der Chemnitzer Markt und mehr Stadtgrün als die gesamte Innenstadt und Atomino-Sommerfeste noch dazu. Ein echter Value für die Community, wie man drüben in der Fabrik sagen würde.<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Fazit:<span class="Apple-converted-space"> </span></strong> Weil Dachterrassen grundsätzlich gut sind, gibt es einen Punkt für beide. Wirkbau 3, Fabrik 1<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<h2>Hier gibt es keine Treppen, hier gibt es nur Bulletpoints</h2>
<p><strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">LinkedIn-Potential:<span class="Apple-converted-space"> </span></span></strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">LinkedIn, auch bekannt als Facebook für Businessboomer, ist der Dyson-Föhn unter den sozialen Netzwerken — angeblich total krass, am Ende kommt aber auch nur heiße Luft raus. In ihrer sich ewig selbstbestätigenden Inhaltslosigkeit sind LinkedIn-Posts aber fast schon eine eigene Kunstform, und diese Kunstform hat die Fabrik perfektioniert. Während der Wirkbau nicht mal ein eigenes LinkedIn-Profil hat (übrigens ein unterschätztes Qualitätsmerkmal), IST die Fabrik LinkedIn, aber als realer Ort. Heißt: Alle sind Expert:innen, Speaker, Leadershipper, Brand Visionär:innen oder Creative Creators also irgendwie wichtig, aber niemand weiß, wofür. Auf LinkedIn schreibt die Fabrik über sich selbst: „<i>Hier entsteht eine Community zum Vernetzen und Verwirklichen. Damit Visionen zu Realitäten werden. Und Verbindungen zu Innovationen“, </i>und mehr muss man auch gar nicht über LinkedIn wissen.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Fazit:</strong> In den Wirkbauhallen schallt’s zwar und vorm Atomino wird geraucht, in der Fabrik ist aber mehr Schall und Rauch: Hier gibt es keine Treppen, hier gibt es nur Bulletpoints und die führen alle nach oben. Punkt für die Fabrik. Wirkbau: 3, Fabrik: 2<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<p><strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Nomads: </span></strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Es kann keinen geschäftigen Working-Business-Something-Space geben, ohne dass superwichtige Maker mit MacBook vor einer überteuerten Schüssel Salat sitzen. Dafür gibt es im Wirkbau — und im Rest der Stadt — eigentlich nur einen einzigen Ort, das <a href="https://www.nomad-chemnitz.de" target="_blank" rel="noopener">Nomad</a>. Das Nomad hieß früher ganz normal „Suppengrün“, hat sich dann einen fancy Namen gegeben und sorgt seitdem dafür, dass die ganze Stadt bald nur noch nach dem „Grilled Veggie“-Salat schmecken wird, auch die Fabrik. Denn dort soll es ebenfalls eine Nomad-Filiale geben, genauer gesagt eine „Nomad Bakery&#8220;. Das ist LinkedIn-Lingo und heißt übersetzt so viel wie „Bäckerei“. Für irgendein Brot und paar Zimtschnecken an einem angesagten Laden anstehen, das kannte man bisher eigentlich nur aus Berlin Mitte, aber weil in der Fabrik eben nicht nur Bread, sondern auch ein neues Chemnitzer Mindset gebaked wird, kann man das wahrscheinlich auch bald an der Zwickauer Straße tun. Das Haupt-Nomad, in dem es das beste Essen aller Nomads gibt, bleibt allerdings im Wirkbau — und hat zudem ein großes Avocado-Bild an der Wand, wie es sich für moderne Lifestyle-Kantinen gehört.<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Fazit:</strong> Bakery ist ja ganz nett, aber Roulade ist besser. Der Punkt geht an den Wirkbau, die Fabrik bekommt einen halben Trostpunkt. Wirkbau: 4, Fabrik: 2,5.<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12608" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/04/Design-ohne-Titel.png" alt="" width="940" height="788" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/04/Design-ohne-Titel.png 940w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/04/Design-ohne-Titel-300x251.png 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/04/Design-ohne-Titel-768x644.png 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/04/Design-ohne-Titel-358x300.png 358w" sizes="auto, (max-width: 940px) 100vw, 940px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Berlinfaktor:<span class="Apple-converted-space"> </span></span></strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Die Fabrik macht einen auf Möchtegern-Soho-Haus, der Wirkbau einen auf Spinnerei Leipzig, nur ohne Leute. Beides ist natürlich ein bisschen peinlich und erinnert an den Monitoringbericht der EU-Kommission zur Kulturhauptstadt, in dem stand, dass das ganze Co-Working-Maker-Spaces-Ding ja wohl seit 20 Jahren durch sei. Nicht in Chemnitz, liebe EU-Kommission, nicht in Chemnitz. Hier geht es gerade erst los. Die Frage ist also: Wo fühlt es sich mehr an wie in Berlin? Wenn man im Bohnenmeister teuren Flat White trinkt und sich danach in der Galerie Borssenanger feministische Art von Osmar Osten anguckt — oder wenn man auf dem Fabrik-Rooftop gemeinsam mit dem Malte-Ziegenhagen-Avatar Körbe wirft und danach in der Pitch Area zusammen mit Diana zur Löwen Business-Ideen austauscht? Die Antwort: Wenn man im Atomino sitzt und durch die großen Fenster die Züge über den Bahnbogen fahren sieht.<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Fazit:</strong> Das <a href="https://remarx.eu/2021/02/im-never-gonna-dance-again-eine-imaginaere-clubtour-durch-chemnitz/" target="_blank" rel="noopener">Atomino</a> rettet mal wieder die Stadt. Ein Punkt für den Wirkbau wegen Kunst, Kaffee und Bahnverkehr, ein halber für die Fabrik wegen Werner Aisslinger. Wirkbau: 5, Fabrik: 3</span></p>
<h2>Feministische Art oder Ideen pitchen mit Diana zur Löwen?</h2>
<p><strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Wellnessangebote: </span></strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Arbeit ist nicht alles, wichtig ist auch, dass man sich in seiner Freizeit fit hält, um auf Arbeit besser performen zu können. Die Fabrik hat das erkannt, und baut sich ein schickes „Gym“ (das ist LinkedIn für Fitnessstudio) in den Keller, wo man seinen High-Protein-Performer-Body formen kann. Wer seine Kinder mit auf Arbeit nehmen möchte, kann sie im „Kids Space“ parken, wo sie mit Gleichaltrigen networken, sich gegenseitig kreative Ausmalideen pitchen und im Basketbällchenbad toben können. Wer wiederum auf regelmäßige Trinkkuren schwört, kann eine kostenlose Tee-, Wasser- und Kaffeeflat in Anspruch nehmen, vorausgesetzt, man bezahlt mindestens 120 Euro im Monat für eine Membership. </span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Der Wirkbau hingegen setzt auf die heilende Kraft der Tanztherapie: Hier kann man von Mittwoch bis Samstag im Atomino den Stress wegtanzen und bei einer anti-aryuvedischen Schnapskur der Besinnung entkommen. Den Tanzretreat bekommt man ab ca. 20 Euro pro Abend, inklusive Eintritt. Fortgeschrittene trainieren allerdings gegenüber im Tanzclub Orchidee.<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Fazit:</strong> Die Wasserflat gibt’s zwar aus jeder handelsüblichen Leitung, aber für die fancy Fitte bekommt die Fabrik einen halben Punkt. Der Sieg geht trotzdem an den Workoutbau. Wirkbau: 6, Fabrik: 3,5</span></p>
<p><strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Expert:innendichte:<span class="Apple-converted-space"> </span></span></strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Klar, im Wirkbau sitzt mit Staffbase zwar das einzige Einhorn Sachsens und es gibt einmal im Jahr POCHEN-Veranstaltungen, die niemand versteht, aber die echten Expert:innen wird man zukünftig in der Fabrik treffen. Hier wird sich die geballte Chemnitzer Fachkompetenz versammeln, und zwar für alles, was gerade wirklich wichtig ist: KI, Basketball, Excel, Crypto, E-Mobility, Tech-Trends, Siebträgermaschinen, Mindset, Kulturhauptstadt, Paint, Creative Leadership, Outlook, Projekt Management, Mental Health, Teambuilding, Innovation, Investment, Fax, digitale Transformation, Entrepreneurship, das neueste Apple-Update, Tesla-Aktien, you name it.<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><b>Fazit:</b> Hier kann es also keine zweite Expert:innen-Meinung geben: Diesen Punkt schnappt sich die Fabrik. Wirkbau: 6, Fabrik: 4,5</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12606" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/04/2.png" alt="" width="940" height="788" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/04/2.png 940w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/04/2-300x251.png 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/04/2-768x644.png 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/04/2-358x300.png 358w" sizes="auto, (max-width: 940px) 100vw, 940px" /></p>
<p><strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Nazi-Umfeld:<span class="Apple-converted-space"> </span></span></strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Machen wir uns nichts vor, in Chemnitz ist natürlich immer Nazi-Umfeld. Die Frage ist also: Wo ist MEHR Nazi-Umfeld? Im unmittelbaren Wirkbau-Umfeld sieht man gehäuft CFC-Ultras-Sticker, aber die gibt es mittlerweile überall. Ansonsten ist der Wirkbau von Bernsdorf umgeben, das ist durchaus international, und von Altchemnitz, das ist einfach nur leer.<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Die Fabrik hat ein bisschen mehr Pech: Die Zwickauer Straße ist, wie alle Chemnitzer Ausfallstraßen, vor allem ein verlängerter Minderwertigkeitskomplex in die nächstgrößere Stadt. Und dann eben ausgerechnet nach Zwickau. Dementsprechend dubios ist mitunter die Umgebung dort, irgendwie ein bisschen, naja, seltsam, wie zum Beispiel die Imbisse am Kappelbach. Und dann ist direkt gegenüber auch noch Schönau, wo neuerdings europäische Spitzen-Nazis nisten und sich ein neues IB-Nest hingebaut haben. </span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><b>Fazit:</b> Zwickau schlägt Altchemnitz, Fabrik: 5,5, Wirkbau: 6</span></p>
<p><strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Michael-Ballack-Galerien: </span></strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Beide Kreativfabriken hatten unabhängig voneinander einst große Ambitionen — auf eine von unserem Micha höchstpersönlich betriebene Art-Gallery mit ausgewählten Werken aus der privaten Kunstsammlung der CFC-Wade der Nation. Allerdings gelten beide Pläne soweit wir wissen mittlerweile als gescheitert, dafür soll demnächst aber angeblich ein Matthias-Schweighöfer-Theater auf dem Kaßberg eröffnen. Jedenfalls: Schwach! Punktabzug für beide: Wirkbau 5, Fabrik 4,5</span></p>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Fazit:</strong> Der Wirkbau schlägt die Fabrik zwar ganz knapp, aber Expert:innen wissen, dass beide längst durch sind. Echte Maker investieren jetzt in einen szenigen <a href="https://remarx.eu/2020/12/bruehl-gegen-zietenaugustusburger-das-duell-der-szenestrassen/" target="_blank" rel="noopener">Sonnenberg</a>-Space in der Stadtwirtschaft oder melden sich zum 3D-klöppeln in einem gottverlassenen Maker-Hub im Erzgebirge an. Die<a href="https://www.stadtwirtschaft.org/konzept" target="_blank" rel="noopener"> Stadtwirtschaft</a> ist wie die Fabrik, nur mit noch besserem Nazi-Umfeld und noch leereren Floskeln („hier entsteht ein Treffpunkt für Produktion, kreatives Schaffen und Unterhaltung“) und dabei auch noch eine städtische Interventionsfläche. Sie kann Maker-Hemdsärmligkeit, Entrepreneurship und Akteurs-Wichtigkeit miteinander vereinen wie der Wirkbau und steht dabei der Fabrik in Sachen LinkedIn-Lingo in nichts nach. Hier gibt es drei Höfe, unterteilt nach beliebten „Macher:innen-Aktivitäten“, zum Beispiel den <em>„Eventhof: Flexibler Raum für Ereignisse, temporäre Events und performative Aneignung“</em> oder den „<em>Kreativhof: Kreativer Austausch zwischen Arealnutzer:innen und Besucher:innen.“</em><b> </b>Ihr wisst absolut nicht, was GENAU damit gemeint ist? Perfekt — das ist das Maker-Mindset für 2025. <span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Die Post der Moderne: Heute schlechte Gesellschaft</title>
		<link>https://remarx.eu/2024/02/die-post-der-moderne-heute-schlechte-gesellschaft/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mann hinter re:marx]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Feb 2024 14:34:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pöbeln.]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Chemnitzer Rathaus blinkt jetzt eine Leuchtschrift: bürokratieblaue Letter, kaum lesbar und trotzdem: wie am Times Square. Chemnitz, das New York des Ostens, wir haben &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Am Chemnitzer Rathaus blinkt jetzt eine Leuchtschrift: bürokratieblaue Letter, kaum lesbar und trotzdem: wie am Times Square. Chemnitz, das New York des Ostens, wir haben es schon immer gesagt. „Chemnitz, Kulturhauptstadt Europas“, sagt wiederum die Leuchtschrift. In 355 Tagen oder in 352 oder in 333 oder 33 oder 3, je nach dem, welcher Tag heute ist. Jedenfalls,<i> it’s the final Countdown, </i>und er hat begonnen, seitdem OB Svenni bei seinem Neujahrsempfang feierlich auf den Symbol-Knopf gedrückt und das letzte Level freigeschaltet hat. Der Countdown läuft bis zum 18. Januar 2025, wenn beim Kuha-Opening die große Makerparade über die Brückenstraße ziehen wird und die Freie Sachsen Trommelgruppe gleich hinterher. Das haben Kohlmann und Co. jedenfalls schon mal beziehungsweise <i>noch</i> mal <a href="https://www.freiepresse.de/chemnitz/freie-sachsen-und-pro-chemnitz-kuendigen-erstes-stoerfeuer-fuer-kulturhauptstadt-an-artikel13213740" target="_blank" rel="noopener">angekündigt</a> — Chemnitz nimmt es mit der konsequenten Umsetzung des Bid Books eben sehr genau. Aber wahrscheinlich wird das alles gar nicht so schlimm, weil die Stille Mitte bei der Makerparade selbst gemakte Gegenstände in die Luft halten und damit endgültig rechte Strukturen zerschlagen wird. Und wenn dann ein Lichtkegel feierlich den Spruch „Maker aller Länder vereinigt euch“ zur Livemusik eines gecancelten Mannes auf die Parteisäge projizieren wird und wir alle kollektiv Gänsehaut haben, dann haben wir Chemnitz endlich durchgespielt. Das wird gut. Oder?<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><i>Oder?<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></i></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><i>o d e r?<span class="Apple-converted-space"> </span></i></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Auf Instagram vermittelte die Stadt neulich eher einen gegenteiligen Eindruck: Wieder OB Svenni, dieses Mal<a href="https://www.youtube.com/watch?v=hpucM8cBlFE" target="_blank" rel="noopener"> in einem Video.</a> Er erzählt etwas zur Kulturhauptstadt. „W<i>arum sind denn gerade DIE Kulturhauptstadt geworden?“, </i>sagt er, als würde er selbst daran zweifeln, dann aber:<i> „Weil wir es unbedingt wollen“. </i>Dabei sieht er allerdings aus, als würde er jeden Moment in Tränen ausbrechen, als hätte ihn jemand dazu gezwungen, das so zu sagen. Wie ein Kind, das in der Kita scharfe Aal-Suppe mit Spinatbrocken essen muss.<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Ganz anders unser Ministerpräsident Micha, der in seiner <a href="https://www.youtube.com/watch?v=8NbQ_lbh8x8" target="_blank" rel="noopener">Neujahrsansprache</a> entschlossen einen auf Rammstein macht, mit Helm im Stahlwerk, hinter ihm Funken und Feuer und Männer. Von ihm: Worte wie „Stolz, Leidenschaft, Deutschland, Arbeit“, eine Rede wie von Till Lindemann geschrieben. Das ist der Macher- und Mackergeist, den Chemnitz jetzt braucht. Denn eigentlich müssten wir alle längst fanatisch „Fetzt“-Schilder laubsägen, täglich unsere Euja-Hoodies auftragen, die Garage noch mal gründlich putzen, die Zweitwohnung schon mal auf Airbnb einstellen, uns das neue Bekenntnis-Herz auf den Oberschenkel tätowieren lassen. Eigentlich müsste die Stadt flirren vor nervösem Taten- äh Makerdrang. Eigentlich.<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12589" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/02/DSCF0121-scaled.jpeg" alt="" width="1920" height="1280" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/02/DSCF0121-scaled.jpeg 1920w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/02/DSCF0121-300x200.jpeg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/02/DSCF0121-1024x683.jpeg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/02/DSCF0121-768x512.jpeg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/02/DSCF0121-1536x1024.jpeg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/02/DSCF0121-2048x1365.jpeg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/02/DSCF0121-450x300.jpeg 450w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Aber die Stimmung ist schlecht in der Provinz, in der Stadt, im ganzen Land. Zumindest wird das jetzt immer so gesagt, wie eine Anti-Affirmation inmitten der TikTok-esoterischen Manifestationsmantren. Die schlechte Stimmung, das ist der neueste Hauptstadttrend, den alle unreflektiert mitmachen: Schnauzbärte, schwarze Steppjacken, als Social-Media-Aktivismus getarnter Antisemitismus. Und jetzt hängen, passend zur Rückkehr der Nullerjahre-Baggypants, auch noch die Mundwinkel ganz weit unten. Warum? Weil alles so schlecht ist hier bei uns in Deutschland. Danke, Ampel!<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Klar, Ukraine, Afghanistan, Hamas-Terror, Gaza zerbombt, Jemen, Sudan, Klimawandel und so, aber uns hier, uns trifft das alles am härtesten. Denn wer denkt an unseren Wohlstand? Wer schützt unsere Konten? Wer rettet unsere Kalbsschnitzel?</span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Im Oberopferland Sachsen ist natürlich alles besonders schlecht: die Ampel, die Ausländer, die anderen. Nie ging es uns schlechter. Darauf erstmal den Dritt-SUV aus der Ebersdorfer Eigenheimgarage holen und raus aufs Feld dieseln, noch mal 1000 Euro wegböllern, als Zeichen gegen die da oben. Unzufriedensein aus Prinzip. Von Umsturzplänen faseln und Nazis wählen wollen, weil sich dann die Komplexität der Welt sofort in braune Luft auflöst und alles besser wird.<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Und ja, vieles ist teurer geworden, und ja, viele Menschen sind von Armut betroffen. Aber laut sind vor allem die anderen. Laut oft sind die, die Angst davor haben, einen Teil ihres Wohlstandes abgeben zu müssen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">In Chemnitz ist die Stimmung wie die Stadt selbst: irgendwie grau, irgendwo dazwischen. Vielleicht geht es bergab mit der Stadt, denn alles schließt, der Mäcces, Vapiano, Jysk, die Hälfte der Läden am Rosenhof ist dicht, und wenn etwas neu eröffnet, dann ist es direkt ein Jugendzentrum der IB. Vielleicht geht es aber auch bergauf mit der Stadt, denn die Kulturhauptstadt kommt und mit ihr die Touristen und überhaupt, der <a href="https://remarx.eu/2023/11/die-post-der-moderne-kein-herz-fuer-baeume/" target="_blank" rel="noopener">Marktbaum</a> zeigt schon erste Knospen in dieser baumfeindlichen Umgebung, wenn das mal kein Zeichen ist. Trotzdem bleibt die Euphorie gedämpft,<span class="Apple-converted-space"> </span>weil auch über der Kulturhauptstadt das demokratische Damoklesschwert namens „Superwahljahr“ hängt, das in Sachsen zum „Supergauwahljahr“ werden könnte. Wie wird das mit der europäischen Kulturhauptstadt, wenn sich die Mehrheiten im Stadtrat und im Landtag ändern? Welcher Ministerpräsident schüttelt am 18. Januar 2025 internationale Maker-Hände?<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<h2><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Das Zeitalter des rauchlosen Lulatsch </span></h2>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Immerhin: In Chemnitz ist ein neues Zeitalter angebrochen. Nein, nicht das Zeitalter des Wassermanns, von dem jetzt auf TikTok alle faseln. Chemnitz hat natürlich ein eigenes Zeitalter:<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">In Chemnitz steht Pluto jetzt im Zeitalter des rauchlosen Lulatsch. Dort stand er zuletzt vor der Industrialisierung, also bevor sich die Stadt zum sächsischen Manchester und zu internationaler Größe aufschwang. Zeitalter-Expert:innen sind sich noch uneinig, ob das Zeitalter des rauchlosen Lulatsch nun Aufschwung oder Untergang der Stadt bedeutet. Bei einem sind sich allerdings sicher: Das Zeitalter des rauchlosen Lulatsch wird ein revolutionäres Zeitalter, nicht nur wegen des damit verbundenen <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/chemnitz/braunkohle-heizen-energie-waerme-koehleausstieg-100.html" target="_blank" rel="noopener">Braunkohleausstiegs der eins energie</a> und weil es dem Lulatsch gelungen ist, nach Jahrzehnten des Ketterauchens von einem Tag auf den anderen rauchfrei zu werden, sondern </span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">auch wegen seiner provokativ bunten Farben, die im traditionell grau geprägten Chemnitz schon immer als revolutionär galten.<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12590" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/02/DSCF0106-scaled.jpeg" alt="" width="1920" height="1280" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/02/DSCF0106-scaled.jpeg 1920w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/02/DSCF0106-300x200.jpeg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/02/DSCF0106-1024x683.jpeg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/02/DSCF0106-768x512.jpeg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/02/DSCF0106-1536x1024.jpeg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/02/DSCF0106-2048x1365.jpeg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2024/02/DSCF0106-450x300.jpeg 450w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Und tatsächlich: Seitdem das Heizkraftwerk Chemnitz-Nord am 18. Januar – genau ein Jahr vor Kuha-Opening (Zufall oder Chiffre?) — heruntergefahren wurde, laufen die Dinge in der Stadt anders: <span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Einerseits gibt es eine schleichende Übernahme durch das Erzgebirge. Nicht nur durch die auefarbenen Arme des Purple Path, die auch Teile von Chemnitz immer fester umklammern, sondern auch durch <a href="https://www.freiepresse.de/chemnitz/caf-emmas-onkel-auf-dem-chemnitzer-kassberg-hat-einen-neuen-betreiber-artikel13228531" target="_blank" rel="noopener">erzgebirgische Gastronomen</a>, die hier plötzlich eine Kneipe nach der anderen übernehmen, unter anderem <a href="https://remarx.eu/2018/05/draussen-vor-emmas-onkel-eine-anleitung-zum-szenischen-sitzen/" target="_blank" rel="noopener">Emmas Onkel</a> auf dem Kaßberg. Der Kaßberg wird also erzgebirgifiziert. Was kommt als nächstes: Klöppel-Spaces, Hutzn-Brunch, Prepper-Bar, Schwurbel-Trommel-Kurs? Was auch immer es ist, es deutet eher auf den Untergang der Stadt hin.<br />
</span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Andererseits: Direkt am Sonntag nach der Lulatschabschaltung waren 12.000 Menschen gegen Rechtsextremismus <a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/extremismus-chemnitz-erneut-demo-gegen-rechts-in-chemnitz-rund-2100-teilnehmer-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-240124-99-739656" target="_blank" rel="noopener">auf der Straße</a>, am Mittwoch danach noch mal rund 2000. Die VHS eröffnet eine Jugendkunstschule. Und: Sogar OB Svenni kümmert sich plötzlich um <a href="https://www.freiepresse.de/chemnitz/nach-umfrage-schock-in-chemnitz-wie-die-stadt-auch-fuer-junge-leute-attraktiver-werden-will-artikel13226150" target="_blank" rel="noopener">die Bedürfnisse der fünf verbliebenen Jugendlichen</a> in der Stadt. Das wiederum deutet eher auf Aufschwung hin.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Hoffen wir also, dass es der rauchlose Lulatsch gut mit uns meint.<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
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		<title>Die Post der Moderne: Kein Herz für Bäume</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mann hinter re:marx]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Nov 2023 17:35:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pöbeln.]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein altes Chemnitzer Sprichwort sagt: „Eine Stadt sollte in ihrem Leben drei Dinge tun: Ein Kellnbergerhaus bauen, einen Marktbaum pflanzen und einen Maker zeugen.“ Seitdem &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Ein altes Chemnitzer Sprichwort sagt: „Eine Stadt sollte in ihrem Leben drei Dinge tun: Ein Kellnbergerhaus bauen, einen Marktbaum pflanzen und einen Maker zeugen.“<br />
</span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Seitdem nun also Anfang November auf dem Chemnitzer Markt ein Baum gepflanzt wurde, ist Chemnitz endlich die perfekte Stadt und mindestens so alpha wie all die Männer, die ein Haus gebaut, einen Baum gepflanzt und, ganz wichtig, einen SOHN gezeugt haben. Aber weil Chemnitz immer noch Chemnitz ist, treibt die Baumpflanzung natürlich seltene Blüten in den kommunalen Kommentarspalten: Die Chemnitzer:innen sind wie immer unzufrieden mit ihrem Baum. Chemnitz gilt generell als sehr baumkritische Stadt: Wie oft wurden hier schon unschuldige vogtländische Fichten als „Krücken“ oder „Krüppel“ beschimpft, nur weil sie nicht dem erzgebirgischen Weihnachtsbaum-Maß-Index entsprechen?<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Dass nun ausgerechnet das vermeintlich harmlose Thema Baum die Boomer triggert, hätte man also ahnen können. Denn was ist ein Baum, also im besten Fall? Genau: Ein Baum ist <i>grün.</i> Und Grün sein ist einfach schwierig in Sachsen. In der anti-grünen Säge-Sachsen-Logik macht ein Baum nicht etwa Schatten oder saubere Luft oder Lebensraum für Vögel und Insekten, nein — ein Baum macht vor allem <i>Dreck.<span class="Apple-converted-space"> </span></i></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12561" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8670-scaled.jpg" alt="" width="1920" height="1280" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8670-scaled.jpg 1920w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8670-300x200.jpg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8670-1024x683.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8670-768x512.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8670-1536x1024.jpg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8670-2048x1365.jpg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8670-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></p>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Jetzt steht in unserer ohnehin sehr empfindlichen Innenstadt, die ja schon dreckig und gefährlich genug ist, also auch noch ein Baum. Eine Silberlinde um genauer zu sein, eine aus Südosteuropa eingewanderte Art, die — wir wissen es jetzt schon — im Sommer ihre lästigen Lindenblüten einfach so auf den Boden werfen und dort liegen lassen wird. Die die unzähligen Autos, die täglich auf dem Markt parken, schmutzig machen wird, oder, noch schlimmer, Kratzer durch herabfallende Zweige verursachen und später keine Verantwortung dafür übernehmen wird. Die Silberlinde wirft jetzt schon ihren Schatten voraus, denn niemand hat uns gesagt, wann die Linde eigentlich blüht, nämlich im Juli: Genau, das Weinfest ist in Gefahr. Lindenblüten im Grauburgunder, Lindenblüten als Langostopping, Lindenblüten auf dem Pflaster, auf dem man dann betrunken ausrutscht. Und überhaupt: das Laub. Leute. DAS LAUB!? Wie viele laute Laubbläser wird es in Zukunft brauchen, um den Marktplatz vom Lindenlaub zu befreien und was bedeutet das für unseren <a href="https://remarx.eu/2019/12/wiki-how-chemnitz-ueber-den-mittelaltermarkt-laufen-ohne-die-pest-zu-bekommen/" target="_blank" rel="noopener">Weihnachtsmarkt</a>? Kann es überhaupt noch einen Weihnachtsmarkt geben, wenn drei Lindenblätter auf dem Pflaster liegen und den Marktplatz verschmutzen? Fragen, auf die es noch keine Antwort gibt, aber eines ist klar: All das würde nicht passieren, wenn man eine trockene Thuja gepflanzt oder ein hübsches Schotterbeet angelegt oder einen der Bäume aus dem versteinerten Wald hingestellt hätte.</span></p>
<h2>Die wenigsten wussten es bisher: Bäume wachsen</h2>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Dann gibt es noch die andere Fraktion, die sich daueraufgeregt darüber empört, dass der Baum zu klein ist, typisch Chemnitz, und so was will Kulturhauptstadt werden?<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Auch wir haben uns den Baum ehrlich gesagt ein bisschen größer vorgestellt, haben gedacht dass ein spektakulärer Schwertransport eine rustikale dreihundertjährige Eiche anschleppt oder eine gigantische Trauerweide mit Ästen, die so schlecht gelaunt über dem Marktpflaster hängen wie die Chemnitz-Fressen der Passanten. Jetzt, wo wir das aufschreiben, fällt uns auf, wie naiv das war. Bäume sind erstens teuer, Bäume haben zweitens Wurzeln und können nicht so einfach hin und her gepflanzt werden und drittens, und das wussten bisher die wenigsten: Bäume <i>wachsen</i>.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Vor allem die Silberlinde wächst, sie ist wachstumsstärker als die deutsche Automobilindustrie, macht 40-60 cm im Jahr (für Pflanzen ist das sehr sehr gut) und ist außerdem besonders beliebt bei Hummeln. Was will man eigentlich mehr? Ach ja. Mehr Bäume will man, ein paar Buddys für unsere kleine Silberlinde. Aber der strenge Haushaltsplan von Sparstrumpf-Svenni sagt dazu leider nein. Wir mögen den Marktbaum jedenfalls, auch wenn (oder weil) er wahrscheinlich großes Meme-Potenzial hat. Er tut uns nur ein bisschen leid, weil er da so ganz alleine steht. Außerdem machen wir uns ein bisschen Sorgen: Dass ein Grünhassender ihn nachts brutal absägt oder dass sich Proteste vor dem Baum formieren, dass es aufgeheizte „Wider Stamm“-Rufe gibt oder dass Käse Maik bei seiner umjubelten Rückkehr auf den Chemnitzer Wochenmarkt den Baum aus Versehen einfach umfährt. Vor allem aber machen wir uns Sorgen, dass der Baum allein in endlos trockenen Hitzesommern auf einem schattenfreien Marktplatz leiden muss.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12562" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8694-scaled.jpg" alt="" width="1920" height="1280" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8694-scaled.jpg 1920w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8694-300x200.jpg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8694-1024x683.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8694-768x512.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8694-1536x1024.jpg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8694-2048x1365.jpg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8694-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></p>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Themawechsel: Und zwar hat Chemnitz ja auch eine Handvoll Jugendliche, die in Zukunft hemmungslos unter dem Baum herumlungern <i>könnten. </i>Wenn sie nicht zu sehr damit beschäftigt wären, aus Chemnitz wegziehen zu wollen. Was fällt ihnen ein, jetzt wo Chemnitz ein<span class="Apple-converted-space"> Lichterfest und ein Leuchtherz hat?<br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Jedenfalls hat die Stadt neulich eine Jugendumfrage gestartet, sage noch mal jemand die Stadt tue nichts für ihre Jugend, und 6000 Fragebögen an Jugendliche im Alter zwischen 16 und 19 Jahren geschickt. Etwa 1800 Fragebögen kamen ausgefüllt zurück — und das Ergebnis ist bitter: Fast <a href="https://www.chemnitz.de/chemnitz/media/aktuell/umfragen/jugendumfrage_auswertung_2023.pdf">80 Prozent aller Jugendlichen</a> wollen vielleicht oder sicher weg aus Chemnitz. </span></p>
<h2>Alle, die mal einen Nagel eingeschlagen haben, sind plötzlich Maker</h2>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Unter anderem wurde gefragt, was wichtig ist, damit junge Menschen in der Stadt bleiben, und die Antwort wird niemanden überraschen, außer Sven Schulze. Neben beruflichen Perspektiven sind das nämlich vor allem: Kultur, Veranstaltungen, Events und Festivals. Also Hutfestival, Weindorf, Rod Stewart Revival, Maker-Folklore, Kastelruther Spatzen und Brauereimeile – was die Trendsetter-City Chemnitz eben so kulturell für junge Menschen zu bieten hat.<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Auch noch wichtig waren unter anderem: Freizeitmöglichkeiten (Schlüpfermarkt, Parkeisenbahn und Eisenbahnmuseum Hilbersdorf), Shopping (Kik, Tedi und Pepco) oder Nah- und Fernverkehr (Citybahn nach Aue). Gar nicht wichtig hingegen war: Beteiligung. Das ist lustig, weil: Die europäische Kulturhauptstadt, die Chemnitz ja vor sich selbst retten soll, vor allem auf <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/chemnitz/chemnitz-stollberg/kulturhauptstadt-chemnitz-gelebte-nachbarschaft-kultur-news-100.html" target="_blank" rel="noopener">provinzielle Partizipationskonzepte</a> setzt und allen, die mal irgendwann einen Nagel eingeschlagen haben, plötzlich den Maker-Stempel aufdrückt. Das ist okay, kann aber nicht alles sein. Denn es will gar nicht jeder immer Maker sein, sondern ganz oft auch einfach nur User. Auch wir haben gar keinen Bock auf Lötkolben, 3D-Druck und Klöppelstuhl, wir wollen einfach nur Kultur konsumieren. Popkultur oder geile provokative Kunst, es kann gerne politisch sein oder auch nicht, es sollte nur keine Angst vor Haltung haben und nicht ständig ängstlich vor potenziellen Facebook-Boomer-Kommentaren einknicken.</span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">OB Svenni, der Mann, der das einzige Angebot für junge Menschen dieser Art quasi gecancelt hat und die Jugend nun aus der Stadt spart, zeigt sich jetzt natürlich total verwundert von den Umfrage-Ergebnissen: Er sei überrascht, dass Heimatverbundenheit für die Jugendlichen nicht so wichtig ist wie Kultur, Festivals, Shopping, Freizeit und…was wars noch? Ach ja, Perspektive. <a href="https://www.freiepresse.de/chemnitz/umfrage-unter-chemnitzer-jugendlichen-ueberrascht-oberbuergermeister-fast-90-prozent-der-abiturienten-wollen-wegziehen-artikel13119655">Das sagte er ernsthaft</a> der Freien Presse.<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Aber: Er sehe die Ergebnisse als Handlungsanweisung. Immerhin. Vermutlich wird er aber eher an der beruflichen Perspektive (Wirtschaft) schrauben, als auch nur irgendwie an der Kultur.<span class="Apple-converted-space"><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12564" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8665-scaled.jpeg" alt="" width="1920" height="1280" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8665-scaled.jpeg 1920w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8665-300x200.jpeg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8665-1024x683.jpeg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8665-768x512.jpeg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8665-1536x1024.jpeg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8665-2048x1365.jpeg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/11/DSCF8665-450x300.jpeg 450w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Zum Schluss noch eine Meldung aus der viel gefürchteten Sprachdiktatur. Man darf ja heutzutage gar nichts mehr sagen, „CDU-Politiker:innen“ zum Beispiel. Das soll jetzt verboten werden – von CDU-Politiker:innen. Die CDU will der Stadtverwaltung <a href="https://www.freiepresse.de/chemnitz/chemnitzer-cdu-will-dem-rathaus-das-gendern-verbieten-artikel13122744" target="_blank" rel="noopener">das Gendern verbieten</a>, weil geschlechtergerechte Sprache ja bekanntermaßen das größte Problem unserer Zeit ist. Und weil Chemnitz als Stadt derart fortschrittlich ist, dass hier permanent rücksichtslos gegendert wird, als gäbe es keinen Duden mehr. Zum Beispiel manchmal in Insta-Posts der Stadtverwaltung. Zu viel für die CDU, die jetzt einen auf Zwickau machen und die schlimme Sprachdiktatur, unter der wir hier alle leiden, verbieten will. Richtig so! Der Fortschritt der Gesellschaft lässt sich nur noch mit Verboten bremsen. Das hat auch OB Svenni erkannt, und bleibt, obwohl er selbst  kein Freund des Genderns ist, erstaunlich stabil: Er hat der CDU das Genderverbot einfach verboten. </span></p>
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		<title>Die Post der Moderne: Aber hier leben, nein danke</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mann hinter re:marx]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Aug 2023 21:02:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pöbeln.]]></category>
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					<description><![CDATA[Wo liegt eigentlich die schwierigste Stadt Deutschlands? Duisburg soll ja ziemlich schlimm sein oder Gelsenkirchen, andere würden Kassel sagen, vielleicht sogar Berlin. Es gibt Menschen, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wo liegt eigentlich die schwierigste Stadt Deutschlands? Duisburg soll ja ziemlich schlimm sein oder Gelsenkirchen, andere würden Kassel sagen, vielleicht sogar Berlin. Es gibt Menschen, die<span class="Apple-converted-space"> </span>finden München schwierig: die Mieten, die CSU, die Lederhosen, das Austernschlürfen vorm Dallmayr und so. Und überhaupt: Beim Thema schwierige Stadt müssen wir dringend über <a href="https://remarx.eu/2022/04/prunks-not-dead-wie-viel-chemnitz-steckt-in-dresden/" target="_blank" rel="noopener">Dresden</a> reden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Vielleicht müssen wir aber auch mal wieder über uns selbst reden, also über Chemnitz, denn Süddeutsche, FAZ und co. sind sich sicher: Die schwierigste Stadt Deutschlands – das <i>muss</i> Chemnitz sein. „<a href="https://www.sueddeutsche.de/kultur/frederic-bussmann-kunstsammlungen-chemnitz-afd-rechtsextremismus-karlsruhe-1.6083279" target="_blank" rel="noopener">Ein Gespräch über eine der schwierigsten Städte Deutschlands“</a>, schrieb die Süddeutsche im Teaser für ein Interview mit Frédéric Bußmann, einem, der es nicht geschafft hat auf dem harten Pflaster des deutschen Pjöngjangs. Die FAZ, anderes Blatt, selber Autor, betitelte ihre Chemnitzer Ortsbegehung mit <i>„<a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/chemnitz-wie-kann-die-stadt-zur-kulturhauptstadt-werden-19068763.html" target="_blank" rel="noopener">Bitte heute kein ‚Sieg Heil‘-Gebrülle</a>“.</i> Dabei geht es in dem Artikel eigentlich um was anderes, um die Kulturhauptstadt. Aber weil es ein Text über <i>Chemnitz<span class="Apple-converted-space">  </span></i>ist, muss es automatisch immer auch um Nazis gehen, das erzählt sich einfach besser. Die Geschichte ist quasi schon fertig, bevor die Reporter:innen überhaupt aus der MRB geklettert und einmal mit wichtigen Akteuren über die von Baggern und Beef aufgewühlte Zietenstraße spaziert sind. Mittlerweile ist das fast schon ein eigenes journalistisches Genre: Ost-Stadt-Porn. Und weil Ost-Stadt-Porn sells, also Nazis gut klicken, und der August 2018 demnächst fünf Jahre alt wird, ist Chemnitz so heiß wie eh und je: Die Platten, die Nazis, die Neunziger, die bittere Ironie des Karl-Marx-Monuments, von wegen schwierig. Keine Stadt ist als Thema für eine Ost-Stadt-Porn-Reportage mit Gefahrenzuschlag so dankbar wie Chemnitz.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12533" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/08/DSCF8639-scaled.jpg" alt="" width="1920" height="1280" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/08/DSCF8639-scaled.jpg 1920w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/08/DSCF8639-300x200.jpg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/08/DSCF8639-1024x683.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/08/DSCF8639-768x512.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/08/DSCF8639-1536x1024.jpg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/08/DSCF8639-2048x1365.jpg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/08/DSCF8639-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></p>
<p>Wir hier in Chemnitz wissen das längst, also das mit der schwierigsten Stadt der Welt. Chemnitz, die härteste Tür des Landes, das Berghain als Stadt, die anderen sollen erstmal rankommen, die Gelsenkirchens und Duisburgs und Hannovers und Münchens dieser Welt.<span class="Apple-converted-space"> </span>Wir kämpfen uns Jahr für Jahr durch acht Monate grau vernieselten Chemnitzer Herbst,<span class="Apple-converted-space"> </span>nur der nukleare Winter ist schlimmer. Wir erleiden regelmäßig heftige Cringe-Krämpfe, wenn sich das Stadtmarketing mal wieder was Belebendes für unsere hoffnungslose Innenstadt ausgedacht hat. Wir werden in einem Moment von ungeahnten Großstadtgefühlen überwältigt, und im nächsten Augenblick schlagen wir uns auf dem brutalen Beton die Hoffnung blutig, wenn montags versprengte Faschos mit Freie Sachsen-Fahnen unbehelligt durch Innenstadt laufen. Wir müssen die Präsentkörbe der Stadt Chemnitz ertragen und dem OB dabei zusehen, wie er Rasen mäht, Pizza backt, dem Bundeskanzler zur Begrüßung eine Fitflasche schenkt, der CWE die Schuld für alles gibt. Und wenn wir mit dem Zug in die weite Welt reisen wollen, werden wir von der MRB härter durchgeschüttelt als Oppenheimer von der Detonationswelle seiner beschissenen Bombe. Wir sind trotzdem noch da. Manche sind sogar freiwillig wieder zurückgekommen, in eine der schwierigsten Städte Deutschlands. Aber schon Frank Sinatra sang über Chemnitz: &#8222;<i>If you can’t make it here, you won’t make it anywhere.&#8220;</i></p>
<p>Nun waren die letzten Chemnitz-Wochen besonders schwierig, was am Sommerloch lag. Die Süddeutsche würde schreiben: Ein Text über das Leben in einem der schwierigsten Sommerlöcher Deutschlands. Denn seit Ende Juni klafft in Chemnitz ein veranstaltungsloser Krater in dreifacher Größe des neuen Conti-Lochs am tietz. Kein Kosmos, kein Anstehen an der Käse Maik Schlange, keine nennenswerten Konzerte, die Clubs dicht, die Lieblingskneipen im Urlaub, stattdessen: Hundert Wochen Weindorf. Dort musste die Jugend nun verdursten, in diesem auch popkulturell sehr trockenen Sommer – oder sich direkt in die Alkoholabhängigkeit treiben lassen. Eine Chemnitzer Tragödie.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Doch seit letzter Woche hat sich das Chemnitzer Sommerloch schlagartig in Berliner Luft aufgelöst, und das liegt an dem Mann, der immer zur Stelle ist, wenn Chemnitz mal wieder vor sich selbst gerettet werden muss: Lars Fassmann.<span class="Apple-converted-space"> </span>Der Projekthaussegen hängt schief in Fassmanien, <a href="https://www.freiepresse.de/chemnitz/spaeti-schliessung-auf-dem-chemnitzer-sonnenberg-streit-zwischen-zwei-vereinen-laesst-projekt-platzen-artikel12996829" target="_blank" rel="noopener">und jetzt muss der Späti schließen</a>. Weil die einen die Küche nicht geputzt haben und die anderen nie zum Plenum gekommen sind oder so, ein bisschen wie bei einem Studi-WG-Streit um den Gemeinschaftsraum – und natürlich um die Haushaltskasse. <span class="Apple-converted-space"> </span>Die Stadt ist jedenfalls tief gespalten, entweder ist man jetzt Team Fassmann oder Team Späti. Ein Riss geht durch die Bubble, ein bisschen so wie damals mit der Judäischen Volksfront und der Volksfront Judäa.<span class="Apple-converted-space"> </span>Wobei eine ganz neue Front auf den Plan getreten ist, die AFA. Das steht in Chemnitz neuerdings für <a href="https://www.tag24.de/chemnitz/lokales/gute-zieten-schlechte-zieten-spaeti-zoff-auf-dem-sonnenberg-2917455" target="_blank" rel="noopener">Anti-Fassman-Aktion</a> oder für Akteur-Fight-Arena, ersterer wiederum nimmt’s nicht mit Humor und hat direkt eine Anzeige rausgeballert. Der Akteursbeef bedeutet vor allem eines: Das Ende des <a href="https://remarx.eu/2018/08/sonnenberg-vs-kassberg-das-duell-der-hoods-im-faktencheck/" target="_blank" rel="noopener">Sonnenbergs</a>, wie wir ihn aus den immer gleichen Ost-Stadt-Porn-Reportagen kennen, und auch generell. Im Kreativ-Königreich bröckeln die labilen Strukturen wie der Putz von den halbsanierten Wohnungs-Wänden. Der Sonnenberg ist durch, aber war der Sonnenberg jemals richtig da?<span class="Apple-converted-space"> </span>Dafür schlägt jetzt die Stunde der anderen Stadtteile: Der Brühl strauchelt und könnte eine Späti-Spritze gebrauchen, Bernsdorf hat auch nicht viel zu bieten. Die Akteure könnten aber mal was Neues probieren, das Yorckgebiet zum Beispiel oder Hilbersdorf als neuen Sonnenberg etablieren. Völlig unberührt von all dem bleibt der Kaßberg, der die anderen Stadtteile nur von oben herab belächelt, er hat schon viele Akteure kommen und sich zerstreiten sehen. Der Kaßberg ist trotzdem wieder da. Aber war der Kaßberg jemals richtig weg?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12535" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/08/DSCF8641-scaled.jpg" alt="" width="1920" height="1280" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/08/DSCF8641-scaled.jpg 1920w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/08/DSCF8641-300x200.jpg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/08/DSCF8641-1024x683.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/08/DSCF8641-768x512.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/08/DSCF8641-1536x1024.jpg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/08/DSCF8641-2048x1365.jpg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/08/DSCF8641-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></p>
<p>Vielleicht gilt Chemnitz auch deshalb als eine schwierigsten Städte Deutschlands, weil es sich seit Jahren in endlosen Umlaufbahnen um sich selbst dreht, und zwar ausschließlich. Aber nun ist Chemnitz ja europäische <a href="https://remarx.eu/2023/02/not-so-urban-dictionary-kuha-chemnitz-chemnitz-kuha/" target="_blank" rel="noopener">Kulturhauptstadt</a> geworden, um sich nach außen zu öffnen und sich mal ein paar neue, weitläufigere Umlaufbahnen zu suchen. Doch was macht die Stadt stattdessen? Genau, sie dreht sich noch viel härter um sich selbst als die vom Weindorf beschwipsten Säulen des Manifold-Marktplatz-Brunnens. Die Umlaufbahn, auf der Chemnitz um sich selbst kreist, wird immer kleiner.<span class="Apple-converted-space"> </span>Großes Gejammer, mehr Befindlichkeiten als bei einem fünfwöchigen Poetry-Slam-Festival, eine Opfermentalität, wie man sie sonst nur aus Dresden kennt, und dann das ewig-nörgelige Beteiligungs-Geweine. Die Selbstbezogenheit der Stadt sorgt zunehmend dafür, dass das „europäisch“ in „Europäische Kulturhauptstadt“ für „egal“ steht. Dabei hat sich Chemnitz auch genau deswegen für den Titel europäische Kulturhauptstadt beworben: Damit „Leute von außen“ kommen und neue Impulse mitbringen. Weil Chemnitz das von alleine eben nicht so richtig schafft.<span class="Apple-converted-space"> </span>Nun sind wieder mal „Leute von außen“ gekommen, das mag man ja generell nicht so gerne in der Stadt: Die EU-Kommission hat sich mal den aktuellen Kuha-Stand angeguckt. Das Fazit: Chemnitz fehlt das Europa-Mindset, der ganze Co-Working-Maker-Quatsch ist voll 2010, man solle sich doch bitte ans Bid Book halten und ein ordentliches Projektmanagement wäre auch nicht schlecht. Trotzdem alles entspannt,  ist ja noch bisschen Zeit bis 2025, für Projektmanagement gibt&#8217;s tolle Tools und internationale Netzwerke brauchen wir hier nicht. Schließlich sind wir eine Stadt, in der aus einem pseudo-spanischen Restaurant (Hispano) ein internationales Schnitzelparadies wird. Wenn ihr euch jetzt fragt, was &#8222;internationale (?) Schnitzel (?)&#8220; überhaupt sein sollen und euch dabei ein leicht ungutes Gefühl überkommt: Willkommen in einer der schwierigsten Kulturhauptstädte Deutschlands.</p>
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		<title>Lachen, Weindorf, Tanzen: Der Guide für die coolsten Orte des Chemnitz-Sommers</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mann hinter re:marx]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Jul 2023 15:53:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Sommer legt die Stadt lahm, mal wieder. Die Chemnitzer:innen ächzen unter der Hitze wie Sven Schulzes Pizza im heißen Mensa-Ofen, suchen Schatten unter den &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Der Sommer legt die Stadt lahm, mal wieder. Die Chemnitzer:innen ächzen unter der Hitze wie Sven Schulzes <a href="https://twitter.com/remarxeu/status/1680555303786409997" target="_blank" rel="noopener">Pizza im heißen Mensa-Ofen</a>, suchen Schatten unter den neuen bunten Lampenschirmen, baden im Stadthallenparkbrunnen, machen Siesta auf den Betonbänken am Johannisplatz. Und trotzdem gilt: Man muss sich zeigen in Chemnitz. Deshalb haben wir einen kleinen Guide für die wichtigsten Orte des Chemnitz-Sommers zusammengestellt: Was trägt und trinkt man auf dem Weindorf? Was sagt man vorm Balboa? Wie verhalte ich mich, wenn ich vorm Späti von einem Weltkunst-Redakteur zu Freiräumen befragt werde? Was sollten Brühl-Bewohner:innen bei <em>100MeterSommer</em> beachten? Wie finde ich auf dem Chemnitztalradweg die große Liebe? Unser Guide bringt euch sicher durch den Sommer. </span></p>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><b><span class="Apple-converted-space"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12513" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/6.png" alt="" width="1080" height="1080" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/6.png 1080w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/6-300x300.png 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/6-1024x1024.png 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/6-150x150.png 150w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/6-768x768.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px" /></span></b></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Wen man hier trifft:</strong> Stadtverwaltung und Stille Mitte, OB Svenni auf Sommertour, die High Society auf hohen Schuhen am Schloss Wackerbarth-Stand, aber auch junge Menschen, die wahrscheinlich ironisch hingehen, weil alle anderen Festivals nicht mehr existieren. Svenni hat sich eine Welt zurecht gespart, in der für die vernachlässigte Chemnitzer Jugend nur noch der traurige Exzess auf dem <a href="https://www.freiepresse.de/chemnitz/das-laengste-weinfest-sachsens-so-will-chemnitz-100-000-besucher-anlocken-artikel12964090" target="_blank" rel="noopener">Weindorf</a> bleibt.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier trägt:</strong> Das Weindorf öffnet schon um elf oder so und dann schlägt die Stunde der <a href="https://www.zeit.de/2023/11/vanilla-girls-trend-tiktok-mode?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com" target="_blank" rel="noopener">Vanilla Girls</a> und Boys – der angebliche Instagram-Trend der Nichtfarben und Nudetöne gehört in Chemnitz schon längst zum guten Farbton: Rentner:innen in zeitlosen Beige oder Chemnitzer Créme schunkeln sich vormittags in Riesling-Laune als wäre das nicht das harte Pflaster der Chemnitzer Marktplatzes sondern die paradiesische Schlageridylle des ZDF Fernsehgartens.<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Abends trägt man lange Sommerkleider, lässige Leinen- oder Engelbert Strauß-Hosen, Lebenslust und einen leichten Schwipps.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier trinkt:</strong> Klar, Mosel-, Weintor-, oder Saale-Unstrut-Weine sind nicht schlecht, und wer es exotisch mag, greift auch mal zu griechischen, österreichischen oder ungarischen Weinen. Aber wer wirklich was auf sich hält, trinkt einen edlen Sachsen-Tropfen –<span class="Apple-converted-space">  </span>wenn der Sachsenschatz ein alkoholisches Getränk wäre, dann ein Elbhang-Spätburgunder<i> Blanc de Noir </i>aus Radebeul.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier sagt:<span class="Apple-converted-space"> </span></strong>„Zu Vino sag ich nie no“ oder „Wein heißt Wein“ oder „Man muss auch mal Wein sagen können!“, leicht torkelndes Tränenlachsmiley.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Wozu man hier tanzt:</strong> „Griechischer Wein“ von Martin Schmitt singt Udo Jürgens im Bauerplay-Extended-Exzess-Remix.<br />
</span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Lieber nicht:</strong> sich bei 80 Grad ohne Schatten in der gnadenlosen Marktplatz-Hitze volllaufen lassen als wäre das ein Partyabend unter der sengenden Sangria-Sonne Mallorcas. <span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Unbedingt:</strong> den weinschweren Kopf regelmäßig unter die großzügigen Wassermassen des ebenfalls torkelnden Marktplatz-Brunnen „Manifold“ halten.<br />
</span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Flirt-Tipp:</strong> sich bei der Polonaise zur Schlagermusik vom Andrea Berg Double näher kommen bzw. bei der Polonaise zu Schlagermusik dem Andrea Berg Double näher kommen.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Geheimtipp:</strong> Weit wegfahren ist was für Boomer, die denken, Flugmeilen sammeln wäre ein mutiger Akt der Rebellion gegen den „Klimaterrorismus“ der Letzten Generation. Nachhaltige Großstädter:innen setzen jetzt auf „Staycation&#8220; – das heißt, sie verbringen ihre drei Wochen Jahresurlaub auf dem Chemnitzer Weindorf oder in einem Camper am Rande vom:<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12508" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/1.png" alt="" width="1080" height="1080" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/1.png 1080w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/1-300x300.png 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/1-1024x1024.png 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/1-150x150.png 150w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/1-768x768.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px" /></p>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Wen man hier trifft:</strong> Der Chemnitztalradweg gilt neben der 200 Meter langen Fahrradstraße an der Jannsen-Fabrik als DIE Presswurst-Hauptverkehrsader und ist im Prinzip der einzige Radweg der Stadt. Dementsprechend sieht man hier viele MAMIL (middle aged men in lycra), aber auch EBFDIL (e-bikers fully dressed in lycra) — das höchste Level des in Chemnitz erreichbaren Presswurst-Daseins — und ein paar Menschen, die für die European Peace Ride trainieren (in Kuha-Lycra). Außerdem: selbstoptimierte Inlineskating-Sportpaare (eher unbeliebt), entspannte Spaziergänger:innen mit Hund (sehr unbeliebt), manchmal auch Familien beim gemütlichen Fahrradausflug (bisschen unbeliebt, fahren zu langsam, versperren den Weg), Jugendliche mit BMX-Rädern und Boomboxen (ohne Wertung).<br />
</span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier trägt:</strong> Thermodynamisch im Windschnitt rasierte Beine, die abgetragenen Kuha-Trikots der Tour de Bidbook 2020, die neuesten <i>Tour de France-</i>Trikot-Trends, „Rapha“-Radmützen und Accessoires schicker italienischer Rennradmarken (Bianchi, Pinarello, Campagnolo, Mussolini). Aber auch sportive Camp David Polos sind okay. Modebewusste Fahrradmänner setzen an heißen Sommertagen auf halb offen getragene Trikots, aber Achtung: Körperhaare bremsen.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier trinkt:</strong> isotonische Getränke aus sportlichen Trinkflaschen, Powerade, ein alkoholfreies Radler im Auerswalder Mühlenkeller, Wasser, Wasser, Wasser.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier sagt:</strong> „Zwischen Wittgensdorf und Markersdorf fahr ich eigentlich immer nen 50er Schnitt“, „Bin noch nicht zufrieden mit meinem Pacing“ und ganz laut „MAL ZUR SEITE BITTE!!!!“<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Lieber nicht:</strong> entspannt an den herrlichen grünen Fluss-Auen der Chemnitz entlang radeln und dabei die Natur genießen.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Unbedingt:</strong> verbissen das Tempo halten, passiv-aggressiv auffahren (geht besonders gut mit Mountain- oder Fatbike) und aufpassen, dass man sich nicht von irgendwelchen Low Performance-Bummlern den Schnitt versauen lässt.<br />
</span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Flirt-Tipp:</strong> Bei einer Trinkpause unter der Autobahnbrücke von einem Fahrradmann den Unterschied zwischen Road- und Gravel-Bike erklären lassen oder warum Carbon besser ist als Stahl. Geht immer: „Panne“ haben.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Geheimtipp:</strong> Im Tunnel vor der einen Brücke kann es sehr kalt werden, man sollte sich für den Notfall also immer warme Winterpresswurst-Sachen einpacken. Das Heizkraftwerk Chemnitz Nord gilt als gefährliche Unfallstelle, weil es da sehr eng ist und alle vom Lulatsch abgelenkt sind. Und: Die wenigsten wissen es, aber der Chemnitztalradweg beginnt und endet am: <span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12509" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/2.png" alt="" width="1080" height="1080" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/2.png 1080w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/2-300x300.png 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/2-1024x1024.png 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/2-150x150.png 150w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/2-768x768.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px" /></p>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Wen man hier trifft:</strong> Chemnitzer Pop- und Subkulturakteure an gigantisch großen Stammtischen, riesige Männergruppen (TU Chemnitz-Ingenieure, Skatspieler, Fußballmannschaften mit eigenem Balboa-Trinkspruch), Student:innen und andere Menschen unter 60 (in Chemnitz selten), Schauspieler:innen und Tänzer:innen in aufregenden Glitzerfummeln, wie man sie sonst nur von Harry Styles kennt. Manchmal, also im Sinne von sehr regelmäßig, fahren aggressive Fatbike-Gangs mit lauter Boombox-Musik vorbei, manchmal grölen betrunkene Marxkopf-Männer irgendwas Frauenfeindliches am Zuhause-Schild, aber die sind alle zum Glück weit weg.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier trägt:</strong> Den casual Brühl Bro Schick: Sneaker und hochgezogene Socken, Sonnenbrille, Basketballshorts. Aber auch Britpop-Haare, Atomino-Tattoos, Babyphones, Metal-Shirts, Vokuhila, Schnauzer, ReSales Hawaii-Hemd und Micro-Mütze sind okay, denn eigentlich ist es komplett egal, was man hier trägt, viel wichtiger ist:<br />
</span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier trinkt:</strong> Limoncello mit Wodka und Tonic, Spumoni oder einen der sehr guten Sours. Absolut nichts falsch machen kann man mit einem kühlen Zwöni vom Fass, Kozel ist auch gut.<br />
</span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier sagt:</strong> „Zwei Assi-Snickers, bitte“ oder „Heute geschlossen wegen gestern“. Mutige sagen: „Stammtisch ist eigentlich voll das patriarchalische Relikt“. Wenn es sehr voll ist, kann man auch mal mit Berliner Themen experimentieren, also mit halbenglischen Selbstfindungs-Satzhülsen oder First-World-Millennial-Problemen wie „Mein Vulva-Abdruck hat erstmal eine Body-Postivity-Crisis bei mir ausgelöst“ oder „Und dann ist uns mitten in Laos der Motorradreifen geplatzt“. An warmen Sommerabenden lässt man den Blick über die letzte belebte Brühl-Ecke schweifen und seufzt: „Hach, fast wie in Italien“.<br />
</span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Unbedingt:</strong> Einen eigenen Stammtisch gründen und ein unausgesprochenes Stammtisch-Battle mit den anderen fünf Stammtischen starten. Wem es innerhalb von zwei Wochen gelingt, den größten Balboa-Stammtisch zu etablieren, kann Kiezlegenden-Status erreichen. <span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Lieber nicht:</strong> ein Getränk ohne Alkohol bestellen oder nur ein Wasser oder – großer Faux-Pas –einen Tee. Man sollte außerdem niemals und unter keinen Umständen mit dem Rücken zum Brühl sitzen, sonst verpasst man eventuell noch jemanden, den man kennt.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Flirt-Tipp:</strong> Beim Vorbeilaufen einfach mal auf Verdacht in die Menge winken, die Chance, dass da jemand, den man kennt, sitzt und zurück winkt, liegt bei 95 Prozent. Und wer weiß, vielleicht ist ja auch mal jemand dabei, den man noch nicht kennt. (unwahrscheinlich) <span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Geheimtipp</strong><b>: </b>bei schönem Wetter sonntags hin gehen, das heilt das von geschlossenen Kneipen gebeutelte Chemnitz-Herz. Wer Chemnitz dann immer noch doof findet, hat einfach nicht das richtige Mindset und muss dringend mal in:<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12510" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/3.png" alt="" width="1080" height="1080" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/3.png 1080w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/3-300x300.png 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/3-1024x1024.png 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/3-150x150.png 150w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/3-768x768.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px" /></p>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Wen man hier trifft:</strong> Entrepreneurs, Founder und CEOs, CFOs und CDOs, Speaker und Expert:innen, aber auch Leader, Managing Directors, Baller, Networker und Kollaborateur:innen. Außerdem: Visionär:innen, Pioneers, Trend- und Mindsetter und hin und wieder auch ganz normale Maker, Möchtegern-Thelens und Mittelstand-Musks.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier trägt:</strong> das, was man auch auf seinem LinkedIn-Profilfoto anhat.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier trinkt:</strong> Kulturmische und Mindsekt auf Eis, Veuve Cliquot und Karls Kollab, Member<span class="Apple-converted-space"> trinken was von ihrer exklusiven </span>Kaffee-, Tee und Wasser-Flat.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier sagt:</strong> „Danke für deinen inspirierenden Speaker-Impuls zum Thema High Performer-Energie in gelernten Low Level Citys“ und „Wow, das ist ja echt DER neue place to innovate hier!“ Oder man sagt: „Ohne agiles Mindset kommt man heute nicht mehr weit“ und „Hier investiert man nicht nur in Chemnitz, man investiert auch in SICH SELBST!“ Wer es prägnant mag, sagt: „Believe in your dreams und mach Sport!“ Die wichtigste Frage aber ist: „Machst du schon Membership oder wartest du lieber auf das Professional-Coworker-Paket?“<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier meint:</strong> „Eigentlich hab ich keine Ahnung, aber ich möchte trotzdem unbedingt was sagen.“<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Lieber nicht:</strong> hinterfragen, was das eigentlich alles bedeutet (nichts). </span><br />
<span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Unbedingt:</strong> vor dem Fabrik-Besuch ein ordentliches FDP-Mindset zurechtlegen. <span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Flirt-Tipp:</strong> direkt auf LinkedIn vernetzen und gemeinsam einen inspirierenden Speaker-Impuls vorbereiten.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Geheimtipp</strong><b>: </b>statt „Mindset“ kann man auch einfach „Einstellung“ sagen oder „Haltung“, das klingt zwar nicht so wichtig, aber sympathischer und ein bisschen mehr nach ambitionierten Regionalliga-Fußballtrainer – was anderes ist <i>Die Fabrik </i>letztendlich ja auch nicht. Wer wirklich netzwerken will, geht zu:<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12514" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/7.png" alt="" width="1080" height="1080" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/7.png 1080w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/7-300x300.png 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/7-1024x1024.png 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/7-150x150.png 150w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/7-768x768.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px" /></p>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Wen man hier trifft:</strong> Eventtouristen, die zwei mal im Jahr mit dem Auto aus entlegenen Stadtteilen (Altendorf, Schlossviertel, <a href="https://remarx.eu/2022/09/bruehl-gegen-kassberg-welches-viertel-ist-spiessiger/" target="_blank" rel="noopener">Brühl</a>) anreisen, um sich dann darüber zu beschweren, dass sie auf dem Kaßberg keinen Parkplatz finden.<span class="Apple-converted-space">  </span>Man sieht sie meist in Menschentrauben vor der <i>Haamit</i> stehen und begeistert auf „dieses eine Café“ zeigen oder sich mit Selfiesticks über die Franz-Mehring-Straße schieben und Fotos von der einheimischen Bohéme machen. Aber natürlich sind auch ALLE einschlägig bekannten Kaßberger:innen da, von denen viele genervt „Brühli go home“ in ihre Bratwurst nuscheln oder sich darüber aufregen, dass dieses Jahr wieder nicht die Straße gesperrt wurde und die Touristen die Gehwege verstopfen. Viele von ihnen versuchen auch, ihren alten Kaßberg-Krempel (Meißner Porzellan, Teile vom Sachsenschatz, Papas alte Rolex), der es hier normalerweise nicht mal in eine verlotterte Verschenkkiste schaffen würde, völlig überteuert an Menschen aus „benachteiligten“ Stadtteilen (Adelsberg, Schönau) zu verkaufen. </span><br />
<span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier trägt:</strong> Der Kaßberg gilt als das Kokain unter den Chemnitzer Stadtvierteln, das heißt: Hier trägt man vor allem ein völlig übersteigertes Selbstbewusstsein spazieren und blickt von oben auf all die anderen Versager-Viertel herab.<br />
</span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier trinkt oder isst:</strong> Eine „Monschter“ in der Winzerstube, das ist eine monströse Weißweinschorle, die Profis direkt aus dem Weißbierglas ballern, oder ein handgebrautes Ale in der <i>Haamit</i>.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier sagt:</strong> „Also ICH würde niemals auf dem Brühl wohnen wollen – ist der nicht schon wieder durch?“ oder „Sonnenberg? Sorry, aber die Akteure dort sind totaaal anstrengend und dann der ganze Zietenstaub“ oder „Ich gehe eigentlich nie in die Innenstadt“ oder „Wo liegt nochmal Bernsdorf?“ Auch populär: „Und wo parkst <i>du</i>?“<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Flirttipp:</strong> Sich versehentlich im Gedränge an der Lessing-Kreuzung anrempeln und sofort zusammen nach Hilbersdorf durchbrennen. <span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Lieber nicht:</strong> Das kaßbergtypische Kammermusik-Konzert der Mozart-Gesellschaft mit prolligen Brühl-Beats torpedieren oder anderweitig den Sittenverfall anderer Stadtteile in die vornehme Kaßberger Höhenluft importieren.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Unbedingt:</strong> 100MeterSommer ist ein Fest in der Hand der Franz-Mehring-Dynastie, der man fast schon Clan-Strukturen nachsagen könnte, deshalb sollten Menschen aus anderen Kaßbergstraßen endlich mal zu Gegenveranstaltungen mobilisieren.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Geheimtipp:</strong> 100MeterSommer kann man rund um die Kneipenmeile Franz-Mehring-Straße eigentlich ganzjährig haben – die Straße ist immer voller Verschenkkisten und Kneipen. Wem das zu spießig ist, der sollte mal zum:</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12511" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/4.png" alt="" width="1080" height="1080" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/4.png 1080w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/4-300x300.png 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/4-1024x1024.png 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/4-150x150.png 150w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/4-768x768.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px" /></p>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Wen man hier trifft:</strong> ZDF- oder ARD-Reporter:innen auf der Suche nach dem „anderen“ Osten, einen wohlbehelmten Paul Ronzheimer auf der Suche nach der nächsten kugelsicheren Gefahren-Geschichte, Kunst-Magazine auf der Suche nach den same old Storys über kreative Freiräume, GenZ-Hoffnungsträger:innen auf Suche nach dem neuem Leipzig.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier trägt:</strong> Vintageteile aus dem ReSales an der Clausstraße, bevorzugt aus den Neunziger- (Millennial-Akteure) oder Nullerjahren (GenZ-Akteure).<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier sagt:</strong><b><br />
</b>„Siehst du das, mein Sohn? Das gehört alles Lars Fassmann! Alles, was das Licht berührt.“ (ausladende Geste über gesamte Zietenstraße) </span><br />
<span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">„Und an dieser Tür hier, da erkennt man noch klar die Einschusslöcher.“ (zu Paul Ronzheimer)<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">„Leipzig? Berlin? Das sind doch fertige Städte, für mich einfach nicht mehr spannend. Hier hat man noch so krasse Gestaltungsmöglichkeiten, hier kann man noch reinwirken in die Stadt. Die Freiräume sind unglaublich!“ (zu random ARD- oder Kunstmagazin-Reporter:innen)<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">„Finds ja mega cool hier mit der Baustelle, vor allem wenn man das patriarchalische Bagger-Gehabe aufbricht und neue Nutzungskonzepte entwickelt.“<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">„Die Küche der Zukunft muss feministischer gedacht werden“.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">„Sehen wir uns dann in der StaWi oder in der Sauna?“<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier trinkt oder isst:</strong> internationale Cuisine aus aller Welt, dazu ein kühles Sterni<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Flirt-Tipp: </strong>Zusammen in den Zietenaugust setzen und gemeinsam einen superromantischen Fördermittelantrag ausfüllen.<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Lieber nicht: </strong>Gemeinsam mit Peter Patt in kugelsicherer Weste aufkreuzen. <b><span class="Apple-converted-space"><br />
</span></b></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Unbedingt:</strong> nach dem Essen im Zietentreff versacken. Mit anderen Akteuren über den spießigen Kaßberg lachen und lästern.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Geheimtipp:</strong> Der Baustellenstaub und die coolen Kippen legen sich irgendwann auf die Lunge, Zeit mal durchzuatmen. Ab zum: </span></p>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><span class="Apple-converted-space"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12512" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/5.png" alt="" width="1080" height="1080" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/5.png 1080w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/5-300x300.png 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/5-1024x1024.png 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/5-150x150.png 150w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/07/5-768x768.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px" /> </span></span></p>
<p><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Wen man hier trifft:</strong> Alle. Die Kaßberg-Familien, Mindsetmänner, die Rewe-Randalierer:innen vom Wall, die verschwitzte Stille Mitte, Sonnenberg-Intellektuelle, Triathlon-Trainierende und junge Schwimmflügel-Kader. Für andere ist der kleine Stausee vielleicht nur eine traurige Stadtrand-Pfütze, für Chemnitzer:innen ist Rabenstein wie die Rivera, die Copacabana, die Kosta Karl-Marx-Stadt, der einzige Ort, an dem man sich vom aufgeheizten Moloch abkühlen kann. <span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier trägt:</strong> Badeshorts in Reichsflaggen-Farben, Eiserne und andere Kreuze, mit heißer Nadel unter die Haut gebrannt.<span class="Apple-converted-space">  </span>Auch beliebt: Großflächige „La Familia“-Tattoos und „LA VIDA LOCA“-Schnörkel. Der Rest trägt ganz normale Badehosen, Badeanzüge, Bikinis, Burkinis oder auch mal gar nichts. <span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier trinkt oder isst:</strong> Überteuerte Freibadpommes, ein Magnum für fünf Euro und lauwarmes Marx-Städter, oben auf dem heißen Sonnendeck.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Was man hier sagt: </strong>„Freundebereich“ statt „FKK-Bereich“ und „Damals beim <a href="https://remarx.eu/2018/07/remarx-auf-dem-kosmonaut-als-oldtimer-auf-dem-autotuner-treffen/" target="_blank" rel="noopener">Kosmonaut</a>…“<span class="Apple-converted-space">  </span>und dann schaut man auf die sanft rauschenden Tannenwipfel und denkt wehmütig zurück an eine Zeit, in der die Chemnitzer Jugend noch nicht in popkulturlosen Sommern auf dem Weindorf verdursten musste.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Flirt-Tipp: </strong>Auf dem FKK-Volleyball-Feld lernt man sicher nette neue Leute kennen.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Unbedingt:</strong> Sportlichkeit demonstrieren und auf den aufgeblasenen Eisberg hochklettern (wenn man unter 25 Jahre alt ist)<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Lieber nicht:</strong> Sportlichkeit demonstrieren und auf den aufgeblasenen Eisberg hochklettern (wenn man über 25 Jahre alt ist).<br />
</span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;"><strong>Geheimtipp:</strong> An warmen Sommerferientagen ist die Parksituation oft schwierig und man zahlt noch mal extra. Besser: Bei 40 Grad im Schatten mit dem Fahrrad hochquälen, dann knallt die Abkühlung besser rein.<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
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		<title>Die schönsten 49-Euro-Ticket-Strecken ab Chemnitz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mann hinter re:marx]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Jun 2023 12:30:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Poesie.]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Sommerloch wird langsam größer und es hat Reisefieber. Das bedeutet vor allem eines: Überfüllte Züge, überhitzte Städte, überteuerte Hotels und überlaufene Strände. Wir sagen: &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Das Sommerloch wird langsam größer und es hat Reisefieber. Das bedeutet vor allem eines: Überfüllte Züge, überhitzte Städte, überteuerte Hotels und überlaufene Strände. Wir sagen: Wegfahren lohnt sich nicht. Trendsetter verbringen ihren Sommer jetzt in Chemnitz: Weindorf statt Feriensiedlung, Uferstrand statt Ostseebad, Hitzschlag auf einem baumlosen Betonplatz statt Sonnenbrand an der Adria. Doch der Sommer in Chemnitz muss nicht langweilig sein, schließlich gibt es das 49-Euro-Ticket  – damit kommt man problemlos von Chemnitz aus in die weite Welt, also ins Chemnitzer Umland. Nicht umsonst gilt das 49-Euro-Ticket als Interrail-Ticket der Provinz, selten kam man günstiger und nachhaltiger an so viele Sehnsuchtsorte: Nach Cranzahl zum Beispiel oder nach Glauchau, nach Burgstädt, nach Tharandt oder nach Thalheim. </span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Aber welche Strecken sind die schönsten und welche Fahrt ins Graue lohnt sich jetzt besonders? Unsere re:marxeigene Reise-Rubrik &#8222;Ohne Vergnügen&#8220; hat die besten Strecken für euch rausgesucht, von Chemnitz aus ohne umsteigen. Und weil es da gar nicht sooo viele gibt, sind auch ein paar lohnenswerte innerstädtische Reisen dabei. </span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12470" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF7616-scaled.jpg" alt="" width="1920" height="1280" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF7616-scaled.jpg 1920w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF7616-300x200.jpg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF7616-1024x683.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF7616-768x512.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF7616-1536x1024.jpg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF7616-2048x1365.jpg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF7616-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></p>
<p><strong><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Mit der RB 30 von Chemnitz Mitte nach Zwickau zu Käse Maik<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span></strong><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Reisedauer:</strong> 42 Minuten<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Abfahrt:</strong><span class="Apple-converted-space"><strong> </strong> </span>Das Tolle an der RB30 ist, dass man nicht unbedingt am Hauptbahnhof einsteigen muss,<span class="Apple-converted-space">  </span>sondern auch mal den anderen Chemnitzer Bahnhöfen eine Chance geben kann, Chemnitz Mitte zum Beispiel. Einst galt Mitte als Schandfleck mit Schienen, doch seitdem der Ruin wegbetoniert und rausgentrifiziert wurde, ist es mindestens genauso cool, in Mitte in die RB30 Richtung Zwickau zu steigen, wie mit dem ICE in Berlin Südkreuz einzufahren. Allerdings ist es auch wesentlich einsamer, denn ab Chemnitz Mitte fahren so viele Züge, wie Berlin Ringbahn-Richtungen hat: genau zwei — die RB 30 Richtung Zwickau und die RB 30 Richtung Dresden.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Unterwegs:</strong> liegen in Fahrtrichtung links die idyllischen, hakenkreuzbedeckten Hügel des Erzgebirges, blühen Apfelbäume und Rapsfelder, säumen kleine Bauernhöfe die Strecke und der traumhaft schöne Sachsenring. Rechter Hand liegt, naja, der Rest von Westsachsen. Aussteigen kann man unter anderem in Wüstenbrand, einem Ort, der nur aus einem Bahnhof besteht und die Einöde hält, die sein Name verspricht. Oder in St Egidien, das nach historischem Klosterstädtchen mit Touristenmassen klingt, aber auch nichts weiter ist. Volker Wissing Fans können zur biblischen Produktionsstätte Mosel pilgern, wo ein riesiger Auto-Tempel steht, an dessen Fassade die Initialen des Verkehrsministers prangen.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Ankunft:</strong> Nach 42 Minuten erreicht man Zwickau. Zwickau ist zwar nicht bekannt als „Die Perle an der Zwickauer Mulde“, aber immerhin die viertgrößte Stadt Sachsens. Dementsprechend hat Zwickau auch den vierttristesten Bahnhof Sachsens. Wenn man es dort raus und in die Innenstadt rein geschafft hat, hat Zwickau dann doch einiges zu bieten: Eine gute erhaltene Altstadt zum Beispiel, die mit Chemnitzer Neidgefühlen gepflastert ist, Robert Schumanns altes Klavier, ein paar gute Restaurants. Mit einiges meint man in Chemnitz aber vor allem: einen original Käse Maik Stand auf dem Markt. Außerdem ist Zwickau reich – auch an Nazi-Geschichten. Hier ist schließlich der NSU hingezogen, als es ihm in Chemnitz zu rechts wurde. <span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><b><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12472" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF8146-scaled.jpg" alt="" width="1920" height="1280" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF8146-scaled.jpg 1920w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF8146-300x200.jpg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF8146-1024x683.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF8146-768x512.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF8146-1536x1024.jpg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF8146-2048x1365.jpg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF8146-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></b></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Mit dem RE6 nach Geithain<span class="Apple-converted-space"> </span></strong><b><span class="Apple-converted-space"><br />
</span></b></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Reisedauer:</strong> durchschnittlich 27 bis 270 Minuten<br />
</span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Abfahrt:</strong> Am Gleis 5 des Chemnitzer Hauptbahnhofs geht es steil die Karriereleiter (Reichsbahntreppe) hoch Richtung Leipzig. Es kann schließlich kein Zufall sein, dass die Fahrt von Chemnitz nach Leipzig immer mit einem Aufstieg beginnt und die Rückfahrt immer mit einem Abstieg endet.<br />
</span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Unterwegs:</strong> rattert man durch den Chemnitzer Norden, vorbei an der Esse und ihren verblichenen Farben, vorbei an der Käse Maik Maus, die aus dem Wittgensdorfer Headquarter winkt, über die Autobahn, über die man gefühlt zehn Mal schneller nach Leipzig kommt, aber das ist eben nur ein Gefühl. Im Zug, wenn die Reichsbahn-Waggons eingleisig romantisch klappern, überwiegt ein anderes Gefühl: Der Spiegel nennt es Nostalgie, wir nennen es Abgehängt-Sein.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Ankunft:</strong> Die Wahrscheinlichkeit, mit dem RE6 tatsächlich in <a href="https://remarx.eu/2020/11/wieviel-chemnitz-steckt-in-leipzig/" target="_blank" rel="noopener">Leipzig</a> anzukommen, ist gering. Warum also nicht mal dort aussteigen, wo sich sonst niemand raustraut: Im Mittleren Westen Sachsens. Denn mitten im weißen Sachsenkarten-Fleck, der sich zwischen Burgstädt und Bad Lausick ausdehnt wie ein schwarzes Loch, liegt Geithain, um die 6000 Einwohner:innen, der äußerste Rand vom Leipziger Land. Abenteuersüchtige 7 vs Wild-Fans können für ein ausgiebiges Sachsen-Survival-Training natürlich auch im Nichts von Narsdorf aussteigen, doch für alle, die mit der Zivilisation liebäugeln und dennoch Abgeschiedenheit suchen, lohnt sich ein Besuch in Geithain. Alles, wofür man normalerweise ins hippe Leipzig fährt, kann man auch hier haben: einen Döner, ein Cafè, die Nikolaikirche und einen Tierpark, der nicht so elitär-abgehoben ist wie der Leipziger Zoo, in dem Tiere noch in traurigen Gitterkäfigen gehalten werden und am Imbiss bodenständige Bockwurst statt bonziges Mövenpick-Buffet serviert wird. Das Beste an Geithain aber ist: Falls die Kleinstadt-Idylle doch zu erdrückend wird, kann man immer noch nach Leipzig fahren, und zwar nicht mit der Reichs-, sondern mit der S-Bahn.<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12476" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/FB193BE6-7B62-4B9A-82B8-4D525D994748-939-000002A0B2B4944C-scaled.jpg" alt="" width="1920" height="1280" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/FB193BE6-7B62-4B9A-82B8-4D525D994748-939-000002A0B2B4944C-scaled.jpg 1920w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/FB193BE6-7B62-4B9A-82B8-4D525D994748-939-000002A0B2B4944C-300x200.jpg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/FB193BE6-7B62-4B9A-82B8-4D525D994748-939-000002A0B2B4944C-1024x683.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/FB193BE6-7B62-4B9A-82B8-4D525D994748-939-000002A0B2B4944C-768x512.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/FB193BE6-7B62-4B9A-82B8-4D525D994748-939-000002A0B2B4944C-1536x1024.jpg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/FB193BE6-7B62-4B9A-82B8-4D525D994748-939-000002A0B2B4944C-2048x1365.jpg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/FB193BE6-7B62-4B9A-82B8-4D525D994748-939-000002A0B2B4944C-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Mit dem RE3 in den Westen (nach Hof)</strong><b><span class="Apple-converted-space"><br />
</span></b></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Reisedauer:</strong> 1 Stunde und 40 Minuten<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Die Abfahrt:</strong> vom Chemnitzer Hauptbahnhof startet ab Gleis10, dort wo die modernen, leisen MRBs abfahren, die nur selten zu spät kommen und nie ausfallen. Der Hauptbahnhof ist unterteilt in die gute (Gleis 10) und die schlechte MRB (Gleis 5), und in den Westen reist man natürlich geschmeidig mit der guten MRB, auch als ICE Südwestsachsens bekannt.<br />
</span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Unterwegs:</strong> ist es wichtig, in regelmäßigen Abständen „OST OST OST Deutschland“ durch den gesamten Zug zu grölen oder wenigstens ein „Ossis – härter als der Rest“-Fraktur-Shirt prominent aufzufahren, schließlich fährt man in den Westen, da sollte man schon den leidgestählten Opfer-Ossi raushängen lassen. Nextlevel-Ossis zeigen bei solchen Fahrten gerne mal ein Best-Of ihrer strammsten Hitlergrüße, aber man muss es mit der Ost-Identität ja nicht gleich übertreiben. Wer sich schämt, Ossi zu sein, kann einfach nur betroffen aus dem Fenster schauen: Da fliegen sie vorbei, die lieblichen Landschaften Wild Wild Westsachsens, das widerwillige Vogtland, das nie so richtig zu Sachsen gehören wollte, Städte wie Glauchau, Zwickau, Plauen. Irgendwann fährt der Zug über die ehemalige Grenze, ältere Ostdeutsche werden jetzt zu Dosenbier und Leberwurstschnitte die alten Geschichten von 1990 servieren, doch bevor die nostalgische Anekdote vom Begrüßungsgeld zu Ende erzählt ist, hält der Zug schon in Hof.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Ankunft:</strong> Hof gehört zu Franken, also irgendwie auch zum Bundesland Bayern, und ist somit das exotischste Reiseziel, das man von Chemnitz aus erreichen kann (ohne umzusteigen). Man kann bei Yorma am Bahnhof einen Kaffee und eine Brezel kaufen, sich wie in München fühlen, ein bisschen „WIDERSTAND“ oder „FRIEDE FREIHEIT KEINE DIKTATUR“ durch die hübsche Bahnhofshalle skandieren und dann eigentlich auch direkt wieder heim ins Ossi-Reich fahren.<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12467" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/5F911054-896A-43A7-94D8-8F676A2B1915-38950-000037F7B1E270DC-scaled.jpg" alt="" width="1920" height="1280" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/5F911054-896A-43A7-94D8-8F676A2B1915-38950-000037F7B1E270DC-scaled.jpg 1920w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/5F911054-896A-43A7-94D8-8F676A2B1915-38950-000037F7B1E270DC-300x200.jpg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/5F911054-896A-43A7-94D8-8F676A2B1915-38950-000037F7B1E270DC-1024x683.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/5F911054-896A-43A7-94D8-8F676A2B1915-38950-000037F7B1E270DC-768x512.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/5F911054-896A-43A7-94D8-8F676A2B1915-38950-000037F7B1E270DC-1536x1024.jpg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/5F911054-896A-43A7-94D8-8F676A2B1915-38950-000037F7B1E270DC-2048x1365.jpg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/5F911054-896A-43A7-94D8-8F676A2B1915-38950-000037F7B1E270DC-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12469" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/37BB96F7-3AA7-4486-B734-BB9EEEFB466D-28659-000017B535B8BC42-scaled.jpg" alt="" width="1920" height="1280" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/37BB96F7-3AA7-4486-B734-BB9EEEFB466D-28659-000017B535B8BC42-scaled.jpg 1920w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/37BB96F7-3AA7-4486-B734-BB9EEEFB466D-28659-000017B535B8BC42-300x200.jpg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/37BB96F7-3AA7-4486-B734-BB9EEEFB466D-28659-000017B535B8BC42-1024x683.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/37BB96F7-3AA7-4486-B734-BB9EEEFB466D-28659-000017B535B8BC42-768x512.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/37BB96F7-3AA7-4486-B734-BB9EEEFB466D-28659-000017B535B8BC42-1536x1024.jpg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/37BB96F7-3AA7-4486-B734-BB9EEEFB466D-28659-000017B535B8BC42-2048x1365.jpg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/37BB96F7-3AA7-4486-B734-BB9EEEFB466D-28659-000017B535B8BC42-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></p>
<p><strong><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Mit dem IC2270 von Chemnitz nach Dresden:</span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><br />
</span></strong><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Reisedauer:</strong> Keine Ahnung, der IC fährt aktuell gar nicht über Dresden nach Berlin, sondern über Riesa — das 49-Euro Ticket gilt theoretisch aber trotzdem ab 01. Juli auf beiden Strecken.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Abfahrt:</strong> Mitten in der Nacht, also um 06:26 Uhr, wenn die alte Arbeiterstadt Chemnitz aufsteht und sich schon wieder über irgendetwas aufregt, fährt am Chemnitzer Hauptbahnhof einer von krassen zwei Intercitys Richtung Berlin. <span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Unterwegs:</strong> Es ist die Strecke Chemnitz-Dresden, wie man sie kennt, und zumindest draußen ist alles wie immer: Kurz vor Tharandt verfinstert sich die Welt, weil man sich der Sächsischen Schweiz nähert und es wird auch danach nicht besser: Freital, Dresden, you name it. Und trotzdem ist alles anders: Man sitzt in einem Fernzug, es gibt den Versuch eines Bordbistros (Snackautomat und Kaffeemaschine) und es gibt WLAN, das Personal trägt richtige Deutsche Bahn Uniform, vielleicht wird auch was auf Englisch durchgesagt und man vergisst, dass man eigentlich nur in einer weiß angemalten Regionalbahn sitzt. </span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Wer zu lange in Chemnitz lebt, verdrückt spätestens in Freiberg eine Träne der Fernverkehrs-Rührung.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Ankunft:</strong> Das Tolle am IC2270 von Chemnitz nach Berlin/Rostock ist, dass dieser Zug nicht in Dresden endet, man kann also sitzen bleiben und nach Berlin durchfahren oder gleich ans Meer. Nur das 49-Euro Ticket gilt hier dann leider nicht mehr.<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12468" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/7CEBAB93-E47F-49EB-9452-334EAB135C58-7834-000021D6409E1563-scaled.jpg" alt="" width="1920" height="1280" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/7CEBAB93-E47F-49EB-9452-334EAB135C58-7834-000021D6409E1563-scaled.jpg 1920w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/7CEBAB93-E47F-49EB-9452-334EAB135C58-7834-000021D6409E1563-300x200.jpg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/7CEBAB93-E47F-49EB-9452-334EAB135C58-7834-000021D6409E1563-1024x683.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/7CEBAB93-E47F-49EB-9452-334EAB135C58-7834-000021D6409E1563-768x512.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/7CEBAB93-E47F-49EB-9452-334EAB135C58-7834-000021D6409E1563-1536x1024.jpg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/7CEBAB93-E47F-49EB-9452-334EAB135C58-7834-000021D6409E1563-2048x1365.jpg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/7CEBAB93-E47F-49EB-9452-334EAB135C58-7834-000021D6409E1563-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Mit dem Ringbus über den Sonnenberg</strong><b><br />
</b></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Gefühlte Reisedauer</strong><b>: </b>unendlich<br />
</span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Tatsächliche Reisedauer:</strong> ca. 48 Minuten<b><br />
</b><strong>Abfahrt:</strong> Für den größtmöglichen Kulturschock lohnt es sich, an einer gut situierten Kaßberghaltestelle, z.B. der Barbarossastraße, einzusteigen, und zwar in die 82 A, die über den Sonnenberg zum TU Campus fährt.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Unterwegs:</strong> Die Ringbusfahrt führt von den goldenen Höhen des Kaßbergs durch finstere Täler wie die Limbacher Straße und zwielichtige Schattenwelten wie das Lutherviertel über die Silicon-Valley-Hügel des Technocampus zurück in die sicheren Arme des Kaßbergs. Mittendrin liegt der Sonnenberg – der Stadtteil, der Mythos, die Legende.<span class="Apple-converted-space"> </span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Menschen mit ausgeprägtem „Kaßberg Saviour Komplex“ steigen hier aus, zum Beispiel an der Reinhardtstraße oder am CFC-Stadion, und machen Fotos mit armen Methgesichtern oder verlotterten Yakuza-Nazis, die sie später auf LinkedIn posten. Dazu ein eindringlicher Text: „Wir müssen diesen Leuten helfen“, Hashtag Charity. Die Kommentarspalte wird es danken: Mit andächtig gefalteten Emoji-Händen und herzerwärmenden Sätzen wie „Einfach nur traurig, was auf dem Sonnenberg passiert“ oder „Danke für deine wichtigen Worte“ oder „Wow, wahnsinnig wichtige Insights – welche Learnings hast du für dein Kaßbergleben mitgenommen?“ Nach einem derart schweren Sozialschock braucht der geneigte <i>Sonnenberg Justice Warrior</i> erstmal Erholung: Bevor man wieder in den Ringbus steigt, kann man im Alexxanders ein Menü für 300 Euro mit Weinbegleitung essen und mit den Golfschläger-Freund:innen im Rotary Club abkumpeln, schon ist die Welt wieder stuckverziert.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Ankunft:</strong> nie, mit dem Ringbus kann man ewig, also bis 23:30 Uhr, im Kreis fahren, und das ist es ja, was in Chemnitz zählt.<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12477" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF8572-scaled.jpg" alt="" width="1920" height="1280" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF8572-scaled.jpg 1920w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF8572-300x200.jpg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF8572-1024x683.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF8572-768x512.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF8572-1536x1024.jpg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF8572-2048x1365.jpg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF8572-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /><br />
</span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Mit Bus und Bahn einmal quer durch Chemnitz (Von Hutholz nach Ebersdorf)</strong><b><br />
</b></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Gefühlte Reisedauer:</strong> ca. 6 Stunden<br />
<span class="Apple-converted-space"><strong>tatsächliche Reisedauer:</strong>  ca. 42 Minuten<br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Die Abfahrt:</strong> beginnt dort, wo Chemnitz endet, wo die hohen Häuserschluchten des Heckerts abrupt ins Erzgebirge übergehen. Auf der einen Seite urbaner Grauer-Beton-Grind, auf der anderen: Das Heckert-Gebiet. Spaß: Auf der anderen Seite liegt natürlich Neukirchen, das mit seinen schattenlosen Schottergärten mindestens genau so verbaut ist wie der Ausblick in einer handelsüblichen Heckert-Platte.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Unterwegs:</strong> Ab Hutholz geht es mit der Bahnlinie 4 Richtung Hauptbahnhof oder mit der Bahnlinie 5 Richtung Gablenz einmal quer durchs Heckert. Die Plattenbausiedlung streckt sich über fünf Stadtteile oder so und gilt deshalb als das New York von Chemnitz. Es gilt aber auch als das Ruhrgebiet von Chemnitz, schließlich leben in diesem innerstädtischen Seniorenballungsgebiet über 30.000 Menschen – in der Bahn ist also mit erhöhtem Fahrgastaufkommen zu rechnen. Nach fünf Stunden Fahrt durchs Plattenmeer erreicht man die Zentralhaltestelle, den Schmelztiegel der Chemnitzer Nahverkehrs, hier muss man umsteigen. Die Zenti ist Chaos, Großstadt, Mayhem. Auf jedem zugigen Zenti-Bahnsteig lauern Gefahren: Vom Fatbike überfahren zu werden zum Beispiel, oder über die Schlange vorm Mobilitätszentrum zu stolpern. Oder die Montagsprozente in der Apotheke zu verpassen oder – allerhöchster Horror – in den falschen Bus zu steigen und aus Versehen in Penig zu landen. Man sollte also unbedingt die Nerven bewahren und für den Umstieg ein bisschen Zeit einplanen. Nach Ebersdorf fährt man weiter mit der Buslinie 21 – die fährt am tietz ab und ballert dann über Hauptbahnhof, Sonnenberg und Hilbersdorf nach Ebersdorf.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Ankunft:</strong> Ebersdorf ist vor allem für die Pro Chemnitz Bürgerwehr-Patrouille vor der Erstaufnahme-Einrichtung bekannt und hat auch sonst nicht viel zu bieten, vom Internet-Highlight <a href="https://www.unserebersdorf.de/Stadtteil-Ebersdorf/Ebersdorfer-Pranger/" target="_blank" rel="noopener">„Ebersdorfer Pranger“</a> auf der ortseigenen „Unser Ebersdorf“-Webseite abgesehen. Nachdem man sich von der halben CVAG-Tagesreise erholt hat, kann man eigentlich auch sofort wieder den Bus zurücknehmen, in Hilbersdorf am Eisenbahnmuseum aussteigen und von Richard Hartmanns guten alten Dampflok-Zeiten träumen.<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12478" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/IMG_3714-scaled.jpeg" alt="" width="1800" height="1200" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/IMG_3714-scaled.jpeg 1800w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/IMG_3714-300x200.jpeg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/IMG_3714-1024x683.jpeg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/IMG_3714-768x512.jpeg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/IMG_3714-1536x1024.jpeg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/IMG_3714-2048x1365.jpeg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/IMG_3714-450x300.jpeg 450w" sizes="auto, (max-width: 1800px) 100vw, 1800px" /></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Mit dem Bus 262 von Chemnitz in die Kulturregion (nach Oelsnitz)</strong><b><br />
</b></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Reisedauer:</strong> 1 Stunde und 18 Minuten<br />
</span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Die Abfahrt:</strong> beginnt vorm Chemnitzer Hauptbahnhof – wobei unklar ist, ob das jetzt ein Up- oder ein Downgrade ist.<br />
</span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Unterwegs:</strong> Eine Überlandfahrt mit dem Bus ins <a href="https://remarx.eu/2021/01/abgefakt-das-erzgebirge/" target="_blank" rel="noopener">Erzgebirge</a> gilt als Kreuzfahrt des regionalen Nahverkehrs: Gemeinsam mit reiselustigen Renter:innen schaukelt man durch die Landschaft von einem Sehnsuchtsort zum nächsten, zum Beispiel zu Haltestellen wie „Tankstelle“, „Warte“, „Gewerbegebiet“, „Kronprinz“, „Autoservice“ oder „Haltepunkt“. Wie bei einer richtigen Kreuzfahrt auch, kann man zwischendurch an Land gehen und sich zum Beispiel endlich mal den „Autoservice“ in Lugau angucken, das ist viel besser als Dubrovnik, Santorin oder Venedig: Hier gibt es keine Touristenmassen, keine überteuerten Hafenrestaurants, keine Souvenir-Händler, die einem das mühsam gesparte Kreuzfahrtgeld aus der Camp-David-Hosentasche leiern wollen. Hier ist einfach niemand und auch nichts in der Nähe, Lonely Planet würde „Slow Tourism“ dazu sagen.<span class="Apple-converted-space">  </span>Bevor man sich nach zwei bis drei einsamen Stunden im erzgebirgischen Gewerbegebiet ärgert, dass man nicht doch den SUV genommen hat, kommt vielleicht schon der nächste Bus und man kann mit dem Traumschiff weiter schippern, Richtung:<br />
</span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Ankunft:</strong> Oelsnitz im Erzgebirge, das ist kein unbedeutendes Nest zwischen Lugau und Niederwürschnitz, sondern Kulturregion, die coole Schwester der Chemnitzer Versager-Kulturhauptstadt. Schließlich befindet sich hier das <a href="https://www.bergbaumuseum-oelsnitz.de" target="_blank" rel="noopener">Bergbaumuseum</a> und ein Teilabschnitt des Purple Path – auf dem kann man dann zurück nach Chemnitz wandern, wenn man ihn denn findet.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12148" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2022/10/26DCF34C-2180-4D4C-B03C-D2178E8D24E4-38687-000037E8FB1C137E-scaled.jpg" alt="" width="1800" height="1200" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2022/10/26DCF34C-2180-4D4C-B03C-D2178E8D24E4-38687-000037E8FB1C137E-scaled.jpg 1800w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2022/10/26DCF34C-2180-4D4C-B03C-D2178E8D24E4-38687-000037E8FB1C137E-300x200.jpg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2022/10/26DCF34C-2180-4D4C-B03C-D2178E8D24E4-38687-000037E8FB1C137E-1024x683.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2022/10/26DCF34C-2180-4D4C-B03C-D2178E8D24E4-38687-000037E8FB1C137E-768x512.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2022/10/26DCF34C-2180-4D4C-B03C-D2178E8D24E4-38687-000037E8FB1C137E-1536x1024.jpg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2022/10/26DCF34C-2180-4D4C-B03C-D2178E8D24E4-38687-000037E8FB1C137E-2048x1365.jpg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2022/10/26DCF34C-2180-4D4C-B03C-D2178E8D24E4-38687-000037E8FB1C137E-450x300.jpg 450w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2022/10/26DCF34C-2180-4D4C-B03C-D2178E8D24E4-38687-000037E8FB1C137E-1250x833.jpg 1250w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2022/10/26DCF34C-2180-4D4C-B03C-D2178E8D24E4-38687-000037E8FB1C137E-400x267.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 1800px) 100vw, 1800px" /></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Nach 23 Uhr mit dem ALT vom AJZ an die Zenti:</strong><b><br />
</b><strong><span class="Apple-converted-space">Gefühlte Reisedauer: </span></strong><span class="Apple-converted-space">20 Stunden</span><b><span class="Apple-converted-space"><br />
</span></b></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Tatsächliche Reisedauer:</strong> 1 Stunde und 10, 16 oder 38 Minuten<br />
</span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Die Abfahrt:</strong> Wenn man vom AJZ – zum Beispiel nach einem Marteria Konzert – nach Hause möchte, steigt man am besten an der Haltestelle „Chemnitztal“ ein, mitten in der Glösaer Einöde.<span class="Apple-converted-space">  </span>Über der Haltestelle schimmert tröstend das Lulatschlicht, ansonsten ist da niemand, nicht mal ein Bus Richtung Innenstadt. Deshalb muss man ein ALT bestellen, das ist kein lang gärendes Craft Beer, sondern ein Anruflinientaxi, also ein normales Taxi, das entlang der Buslinie 22 fährt und in dem die normalen VMS-Tickets- und Tarife gelten. Weil man das ALT 30 Minuten vor Fahrtbeginn bestellen muss und weil es auch nur bis 23:26 Uhr fährt, braucht diese Reise etwas mehr Vorab-Planung und ist quasi nur nüchtern möglich.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Unterwegs:</strong> Falls das ALT tatsächlich kommt, hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man fährt zum Zöllnerplatz und wartet dort eine Stunde lang auf den nächsten Nachtbus Richtung Zentralhaltestelle – oder man wagt ein Abenteuer durch die Chemnitzer Nacht, steigt an der Emilienstraße aus und nimmt von dort aus den Nachtbus Richtung Ebersdorf bis zur Haltestelle Helmholtzstraße. Dort steigt man um in den Bus 640 Richtung Schillerplatz und läuft anschließend vom Schillerplatz zum Hauptbahnhof, wo die letzte Citybahn zur Zenti fährt. Die Tatsache, dass man zu Fuß vermutlich schneller da gewesen wäre, kann man ignorieren, denn wie bei jeder guten Abenteuer-Van-Life-Weltreise gilt auch hier: Der Weg ist das Ziel.<span class="Apple-converted-space"><br />
</span></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Ankunft:</strong> Nachdem man bereits über eine Stunde lang unterwegs war, ist man natürlich immer noch nicht angekommen, sondern erstmal nur an der Zenti. Ein Ort, an dem es kein Ankommen gibt – und manchmal auch kein Wegkommen.<span class="Apple-converted-space"> </span></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12479" src="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF7451-scaled.jpg" alt="" width="1920" height="1280" srcset="https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF7451-scaled.jpg 1920w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF7451-300x200.jpg 300w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF7451-1024x683.jpg 1024w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF7451-768x512.jpg 768w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF7451-1536x1024.jpg 1536w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF7451-2048x1365.jpg 2048w, https://remarx.eu/wp-content/uploads/2023/06/DSCF7451-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></p>
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