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	<title>notizen </title>
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	<description>aus der provinz</description>
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		<title>Großartig! Pinterest beginnt mit dem Geldverdienen</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 06:41:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markusbreuer]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Ansatz ist mehr als naheliegend und ich habe mich gewundert, dass die das noch nicht eher gemacht haben: Pinterest verbiegt alle Links auf kaufbare Produkte und fügt in diese seine eigenen Affiliate-Codes ein. Von allen Umsätzen, die auf diesem &#8230; <a href="http://notizen.steingrau.de/2012/02/08/grosartig-pinterest-beginnt-mit-dem-geldverdienen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Ansatz ist mehr als naheliegend und ich habe mich gewundert, dass die das noch nicht eher gemacht haben: <a href="http://llsocial.com/2012/02/pinterest-modifying-user-submitted-pins/ " target="_blank">Pinterest verbiegt alle Links auf kaufbare Produkte und fügt in diese seine eigenen Affiliate-Codes ein</a>. Von allen Umsätzen, die auf diesem Wege generiert werden, erhält Pinterest also einen (kleinen) Anteil.</p>
<p>Macht Sinn!</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2304" title="pinterest home" src="http://notizen.steingrau.de/wp-content/uploads/pinteresthome.jpg" alt="" /></p>
<p>Und ich sehe das auch als vollkommen fair an. Was nicht ganz so elegant gelaufen ist: das passiert scheinbar hinter dem Rücken der Anwender und wird in den FAQs und im ToS nicht erwähnt. Das ist etwas uncool. Ich denke aber immer noch, dass ein kostenfreier Service wie Pinterest alles Recht der Welt hat, solche Erlös-Modelle zu fahren.</p>
<p>Cool wäre es, wenn oberhalb eines gewissen Volumens dann aber vielleicht doch die ursprünglichen Pinner an den Erlösen beteiligt würden. Andererseits könnte das interessante Auswirkungen auf das Pinverhalten haben &#8211; vielleicht auch unerwünschte? Ein spannendes Themenfeld.</p>
<p>Pinterest setzt dafür einen Dienst namens <a href="http://skimlinks.com/" target="_blank">Skimlinks</a> ein, der die ganze Verwaltung der Affiliatekonten und vor allem die Umwandlung der Links übernimmt. Cooler Service!<br />
p.s.: Dass das als Riesensensation dargestellt wird, wenn ein junger Startup nahe liegende Ideen zum Geldverdienen einsetzt kann ich nicht ganz verstehen. Auch eine interessante Haltung. Kinners: diese Firmen (und Services) sind dazu da, Geld zu verdienen. Echt! <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/2.4/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
<p>via <button tabindex="-1" data-token-entity="@113480168709011803830">+Tim Bonnemann</button></p>
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		<title>Path saugt das komplette Adressbuch auf die eigenen Server!</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 06:21:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markusbreuer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[net business]]></category>
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		<description><![CDATA[Manchmal habe ich das Gefühl, dass die größte Gefahr für den Datenschutz von sorglosen, jungen Entwicklern ausgeht, die an &#8220;solche Fragen&#8221; nicht einmal denken. Das stimmt natürlich so nicht, aber, wenn man sich diese Story ansieht, wird einem schon Angst &#8230; <a href="http://notizen.steingrau.de/2012/02/08/path-saugt-das-komplette-adressbuch-auf-die-eigenen-server/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal habe ich das Gefühl, dass die größte Gefahr für den Datenschutz von sorglosen, jungen Entwicklern ausgeht, die an &#8220;solche Fragen&#8221; nicht einmal denken. Das stimmt natürlich so nicht, aber, wenn man sich diese Story ansieht, wird einem schon Angst und Bang:</p>
<p>Die in letzter Zeit sehr beliebte mobile App <a href="https://path.com/" target="_blank">Path</a> (für iOS und Android verfügbar), <a href="http://mclov.in/2012/02/08/path-uploads-your-entire-address-book-to-their-servers.html" target="_blank">saugt scheinbar bei der Installation das komplette lokale Adressbuch auf die eigenen Server</a>; nein, nicht die Facebook-Freundesliste oder die Twitter-Follower sondern wirklich das lokale Adressbuch!</p>
<p>Die machen das natürlich, um feststellen zu können, ob jemand aus dem Adreßbuch sich ebenfalls anmeldet und Path-User darauf hinweisen zu können. Aber der <em>intendierte</em> Verwendungszweck spielt gar keine Rolle.</p>
<p><strong>So etwas macht man nicht! </strong><br />
&#8230; vor allem nicht ohne Opt-In. Die Reaktion des Path-CEOs zeigt glücklicherweise, trotz der klebrigen corporate PR-Soße drumherum &#8211; das ihm das unangenehm ist.</p>
<p>Denn sie wissen nicht, was sie tun &#8230; <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/2.4/72x72/1f641.png" alt="🙁" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
<p>Vielleicht macht es Sinn, dass Busines-Angel, VCs und Inkubatoren ihre jungen Koryphäen auch einmal in Sachen Datenschutz coachen. Selbstverständlich liegen im Ignorieren des Datenschutzes schöne Geschäftsmodelle. Aber hier liegen auch eine Menge juristische und Image-Risiken.</p>
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		<title>Technologische Umwälzungen und der „wahre Kern“ einer Marke</title>
		<link>http://notizen.steingrau.de/2012/01/25/technologische-umwalzungen-und-der-wahre-kern-einer-marke/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 11:15:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markusbreuer]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Gespräch über eine große, alte deutsche Marke, die gerade im Niedergang ist, hat mir das Thema &#8220;Markenkern&#8221; wieder ins Bewußtsein geholt. Müssen große Marken eigentlich untergehen, wenn sich die technologische Umwälzungen in ihrem Geschäftsfeld abspielen? Ich denke nicht &#8211; &#8230; <a href="http://notizen.steingrau.de/2012/01/25/technologische-umwalzungen-und-der-wahre-kern-einer-marke/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Gespräch über eine große, alte deutsche Marke, die gerade im Niedergang ist, hat mir das Thema &#8220;Markenkern&#8221; wieder ins Bewußtsein geholt. Müssen große Marken eigentlich untergehen, wenn sich die technologische Umwälzungen in ihrem Geschäftsfeld abspielen? Ich denke nicht &#8211; wenn sie sich auf den tatsächlichen Kern ihrer Marke besinnen und den nicht mit dem aktuell erfolgreichen Geschäftsmodell verwechseln.</p>
<p>Im Zusammenhang mit dem Untergang von Kodak ist von mehreren Seiten (ich habe es zum Beispiel von <a href="http://gigaom.com/2012/01/19/why-kodaks-bankruptcy-should-scare-nokia/ " target="_blank">Om Malik auf GigaOm</a> gelesen), kürzlich der Aspekt <strong>Markenkern</strong> thematisiert worden. Die Geschäftsleitung auch großer Unternehmen – zum Beispiel Weltmarken wir Kodak – klammert sich zu oft an einem konkreten Geschäftsmodell fest. Ein solches Geschäftsmodell ist beispielsweise der Verkauf von Fotomaterialien, die Herstellung von Fotoabzügen, der Verkauf von Kameras etc. wie bei Kodak. Es ist eine konkrete Ausprägung des Markenkerns – der eigentlichen Mission der Marke/des Unternehmens.</p>
<p>Dieser Kern war bei Kodak das Festhalten wichtiger Momente im Leben (im eigenen, im Leben der Familie etc.): der „Kodak-Moment“ der im Marketing der Firma zeitweise sogar verwendet wurde. Für dieses „Festhalten und Bewahren“ war eine Zeitlang die Anfertigung von Photos und die Erstellung von Abzügen in einem chemischen Prozeß die optimale Lösung. Kodak hatte hierfür sehr gute, erfolgreiche Angebote und prosperierte.</p>
<p>Dann änderte sich der Markt durch technologische Neuerungen.</p>
<p>Kodak hätte eigene Angebote auf Basis der neuen Technologien und der geänderten Marktgegebenheiten entwickeln können – Angebote, die weiterhin „Momente festhalten und bewahren“. Das hätte aber bedeutet, dass diese neuen Angebote die momentan noch laufenden Geschäfte kanibalisiert hätten. Das erschien den Verantwortlichen widersinnig. Warum sollte man so etwas machen?</p>
<p>Lieber führte man ein Rückzugsgefecht im vorhandenen, immer noch sehr lukrativen Markt. Und knapp 15 Jahre später gab es kein Geschäft mehr, das man hätte verteidigen können. Eigentlich ein schönes Lehrstück. Und doch halten viele hochintelligente, hochqualifizierte und in der Vergangenheit sehr erfolgreiche Manager auch in 2012 die Kodak-Strategie wieder für „alternativlos“. Faszinierend!</p>
<p>Nein, ich habe diese Gedanken nicht auf Nokia bezogen <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/2.4/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
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		</item>
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		<title>Die Warnung vor der &#8220;Filterbubble&#8221; hat vor allem psychologische Ursachen</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 07:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markusbreuer]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[+Kathrin Passig erläuterte kürzlich in einem wunderbaren Artikel in der Süddeutschen Zeitung den Background der Mahner und Warner vor der Filter-Bubble. Für diejenigen, denen dieser Begriff nicht vertraut ist: Es ist eine These des Autors Eli Pariser (die es allerdings früher schon gab) ausführlich &#8230; <a href="http://notizen.steingrau.de/2012/01/13/die-warnung-vor-der-filterbubble-hat-vor-allem-psychologische-ursachen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>+<a href="https://plus.google.com/102711053819769437812">Kathrin Passig</a> erläuterte kürzlich in einem wunderbaren <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/zur-kritik-an-algorithmen-warum-wurde-mir-ausgerechnet-das-empfohlen-1.1253390" target="_blank">Artikel in der Süddeutschen Zeitung</a> den Background der Mahner und Warner vor der <em>Filter-Bubble.</em></p>
<p>Für diejenigen, denen dieser Begriff nicht vertraut ist: Es ist eine These des Autors <em>Eli Pariser</em> (die es allerdings früher schon gab) ausführlich dargelegt in seinem Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3446430342/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=httpnotizenst-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3446430342">Wie wir im Internet entmündigt werden</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=httpnotizenst-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3446430342" alt="" width="1" height="1" border="0" />, das im Februar auch auf Deutsch erscheint: Die zunehmende <em>Personalisierung</em> von Nachrichtenquellen im Internet würde dazu führen, dass die Menschen immer mehr ihnen genehme Nachrichten sehen. Nach einer Weile haben diese Menschen dann das Gefühl, dass das &#8220;die Wahrheit&#8221; ist und alle &#8220;vernünftigen Menschen&#8221; so denken. Sie sind von einer Blase umgeben, die widerstreitende Ansichten nicht mehr durchlässt. In Deutschland ist diese Sorge vor allem durch die ansonsten sehr kluge Miriam Meckel vertreten worden.</p>
<p>Ich glaube diese These nicht; zumindest nicht in ihrem Absolutheitsanspruch. Zum Einen gibt es Menschen, die diese Blase genau so <strong>wollen</strong> und sie sich auch ohne Internet immer schon geschaffen haben. Zum Anderen gibt es Menschen, die nicht in einer solchen Blase leben wollen &#8211; und denen Filter- und Empfehlungssysteme sogar neue Möglichkeiten geben, divergierende, neue, anregende Ansichten zu erfahren.</p>
<p>Siehe auch meinen schon etwas älteren <a href="http://notizen.steingrau.de/2011/05/17/die-personliche-zeitung-die-zeit-ist-reif/" target="_blank">Post zum Thema Personalisierte Zeutungen</a>.</p>
<p>Kathrin Passig stellt &#8211; ganz überzeugend für mich &#8211; die These auf, dass die Angst vor den Filtern im Wesentlichen auf zwei Überzeugungen beruht:</p>
<ol>
<li>Die Empfehlungsalgorithmen sind primitiv und empfehlen mir nur Dinge, die ich schon früher als interessant/gut/präferiert gekennzeichnet habe &#8211; wobei sie sogar grobe Fehler machen.</li>
<li>Empfehlungsalgorithmen sind komplex. Oft verstehe ich nicht, warum mir ein Text, Buch, ein Musiktitel, ein Film oder eine Nachricht empfohlen werden. Da müssen doch finstere Mächte/kommerzielle Interessen im Spiel sein &#8230;</li>
</ol>
<p>Beide Überzeugungen widersprechen sich natürlich, aber was kümmert das einen empörten Mahner und Warner?</p>
<p>Kritikpunkt 1 hat seine Quelle in den tatsächlich eher simplen Empfehlungsalgorithmen, wie sie Amazon, Apple und die meisten kleinen Shops und auch Zeitungen anwenden. Das ist Technologie, die inzwischen über 10 Jahre alt ist, und die tatsächlich sehr gradlinig vorgeht. Tatsächlich können moderne Empfehlungsalgorithmen ganz erstaunliche Vorhersagen machen. Sie leiten aus Filmen und Büchern, die ich mag, durchaus Empfehlungen zu anderen Werken ab, die zunächst als &#8220;völlig anders&#8221; erscheinen mögen &#8211; die mir dann aber doch überraschenderweise zusagen.</p>
<p>Bei diesen überraschenden Empfehlungen &#8211; und damit sind wir bei Punkt 2 &#8211; gibt es aber kaum noch menschlich verständliche Erläuterungen, wie die Empfehlungen zustande kamen. Die Algorithmen sind keine simplen Wenn-Dann-Bäume mehr. Dahinter stecken lernende Systeme. Ihre Ergebnisse sind u.U. so schwer nachzuvollziehen, wie eine Aus-dem-Bauch-Entscheidung &#8211; und funktionieren doch.</p>
<p>Menschen fällt es schwer, solche &#8220;undurchschaubaren&#8221; Entscheidungen zu akzeptieren &#8211; wenn sie von einem Computer kommen. Bei uns selbst und bei anderen Menschen glauben wir komischerweise an die Weisheit der Intuition <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/2.4/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
<p>In einem <a href="https://plus.google.com/110206154690364699358/posts/FHQzhNxoEBB" target="_blank">Kommentar zu diesem Text auf Google+ </a>meinte Kathrin:</p>
<blockquote><p>Bis sich jemand diese Mühe [eines empirischen Tests] macht, gehe ich davon aus, dass menschliche Empfehlungen vor allem deshalb geschätzt werden, weil man den <em>Empfehlungsvorgang</em> mag oder sich wünscht, dieselben Bücher zu mögen wie der empfehlende Freund.</p></blockquote>
<p>Witzigerweise bestätigte der nächste Kommentator genau diese These &#8230; eher ungewollt.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Erfolgreiche neue Socialmedia-Dienste &#8211; Make Love Not War</title>
		<link>http://notizen.steingrau.de/2012/01/10/erfolgreiche-neue-socialmedia-dienste-make-love-not-war/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 04:41:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markusbreuer]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich hätte auch „Friede, Freude, Eierkuchen“ schreiben können, aber das wäre noch alberner gewesen. Tatsächlich steckt dahinter aber die Vermutung, dass zumindest ein Erfolgsprinzip für schnelles Wachstum von Social-Media-Diensten Zuneigung und Anerkennung ist. Diese Vermutung basiert auf der Beobachtung einiger &#8230; <a href="http://notizen.steingrau.de/2012/01/10/erfolgreiche-neue-socialmedia-dienste-make-love-not-war/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hätte auch „Friede, Freude, Eierkuchen“ schreiben können, aber das wäre noch alberner gewesen. Tatsächlich steckt dahinter aber die Vermutung, dass zumindest ein Erfolgsprinzip für schnelles Wachstum von Social-Media-Diensten Zuneigung und Anerkennung ist. Diese Vermutung basiert auf der Beobachtung einiger der erfolgreichsten – am schnellsten wachsenden – neuen Online-Plattformen des letzten Jahres.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2325" title="love" src="http://notizen.steingrau.de/wp-content/uploads/love-01b.jpg" alt="" /></p>
<p>Für mich war diese Vermutung, die sich in den letzten zwei Wochen herauskristalliert hat, ziemlich überraschend. Schließlich habe auch ich die Beobachtung gemacht, dass viele Leute im Internet gerne mal richtig die Sau rauslassen. Und, wer sich große Foren wie die von SpOn oder heise ansieht, wird rasch feststellen, dass hier gezofft wird ohne Ende. Der Tenor der meisten Kommentare ist kritisch und viele Anwender scheinen nicht nur bestrebt zu sein, ihre Ansichten kund zu tun, sondern wollen offenbar auch alle Menschen mit anderen Ansichten regelrecht fertigmachen. Manche Blog-Autoren haben sich auf Beiträge voller Häme und persönlicher Angriffe spezialisiert – und ziehen eine Vielzahl treuer Leser und begeistert Beifall klatschender Fans an.</p>
<p>Viele Kritiker betrachten das als „typisch das Internet“? Ist das wirklich so? Auch ich habe das lange Zeit geglaubt. Aber in letzter Zeit habe ich Zweifel bekommen. Einige der in den letzten Monaten am schnellsten gewachsenen Social-Media-Plattformen sind <a href="http://instagr.am/" target="_blank">Instagram</a>, <a href="http://www.tumblr.com/about" target="_blank">Tumblr</a>, <a href="http://pinterest.com/" target="_blank">Pinterest</a> und <a href="https://path.com/" target="_blank">Path</a>. Drei dieser Plattformen setzen stark auf „Kuration“ (also Zusammentragen und Remixing von Inhalten). Auch das scheint mir ein gutes Erfolgsrezept für schnelles Wachstum zu sein. Siehe <a href="http://notizen.steingrau.de/2012/01/08/der-mensch-an-sich-ist-faul-kuratieren/" target="_blank">Der Mensch an sich ist faul</a>.</p>
<p>Alle vier der genannten Dienste haben aber noch ein weiteres Merkmal gemeinsam: sie fließen über vor Anerkennung, Lob, Smilies und manchmal sogar Mitgefühl und Liebe. Kann nicht sein? Doch. Wer sich die Streams von Instagram, Pinterest und Path ansieht, wird so gut wie keine Kritik, keine Widerworte, keinen Disput finden. Ähnliches gilt für Tumbler-Blogs – wo die Kommentare manchmal auch komplexer ausfallen können, aber fast immer das Lob vorherrscht. Typische Foren-Kommentare wie „Quatsch!“ oder „Was für ein Haufen Bullshit!“ wird man hier nicht finden. Das ist mit einer der Gründe, warum ich mich so gerne bei Instagram und Path „aufhalte“ – und mit mir Millionen andere.</p>
<p><span id="more-2322"></span>Alle vier der genannten Dienste sind in den letzten Monaten (Instagram und Tumblr schon etwas länger) abgegangen wie eine Rakete oder – anders formuliert: ihre Benutzerzahlen wuchsen exponentiell. In Zahlen: Tumblr ist mit ca. 40 Millionen gehosteten Blogs die weitaus größte Plattform. Der Traffic auf der Plattform hat sich in 2010 etwa verfünffacht. Instagram hat in 2,5 Monaten 1 Million Anwender gewonnen. Nach etwas über einem Jahr sind es nun rund 15 Millionen. Path hat in nur 2 Wochen 1 Million Anwender gefunden. Das war natürlich auch dem Faktor geschuldet, dass die App kurz nach dem Relaunch im Apple App Store gefeatured wurde. Aber auch nach diesem „Spike“ liegen die Download-Zahlen angeblich bei über 100.000 pro Tag und haben Anfang Januar die 2 Millionen-Marke überschritten.</p>
<p>Und Pinterest ist die Erfolgsstory der zweiten Jahreshälfte 2011: <a href="http://allthingsd.com/20111222/pinterests-growth-hockey-stick-would-make-a-great-craft-project/  " target="_blank">Der Traffic hat sich hier innerhalb von 6 Monaten ver-vierzigfacht</a>!</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2326" title="Pinterest-total-visits-12222011" src="http://notizen.steingrau.de/wp-content/uploads/Pinterest-total-visits-12222011.png" alt="" /></p>
<p>Ich glaube nicht, dass dieses Zusammentreffen Zufall ist. Meine These:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Es gibt eine große Teilmenge (vielleicht die Mehrheit) der Internet-Nutzer, die sich in einer Umgebung, die positives Feedback, Lob, Anerkennung, Zuneigung fördert, am wohlsten fühlen. Sie haben Foren und andere Diskussionsplattformen im Internet mit aggressiven Umgangsformen bislang gemieden. Diese Menschen werden von neuen Plattformen, die positives Feedback fördern, angezogen. Sie sorgen auf diesen Plattformen für rasches Wachstum durch direkte Empfehlungen und intensive Bereitstellung von <em>user generated content</em>.</strong></p>
<p>Was auch zu dieser These passt: eines der meist-gehypeten deutschen Startups von 2011, <a href="http://notizen.steingrau.de/2012/01/05/warum-amen-nicht-so-richtig-abgeht-das-ist-nur-fur-jungs/" target="_blank">Amen, scheint immer noch relativ langsam zu wachsen</a> – obwohl Amen einfach zu bedienen ist, ein Grundbedürfnis bedient („was ich immer schon &#8216;mal sagen wollte“), erfahrene Gründer, bekannte Geldgeber und – für deutsche Verhältnisse – viel Startkapital dahinter steht. Amen fördert aber Aussagen, die sehr absolut und fast ein bisschen aggressiv klingen „XYZ ist das beste ABC auf der ganzen Welt“. Und Amen erlaubt nur zwei Arten der Reaktion „Ja, genau so ist es!“ und „Neee! BCA ist viel besser!“</p>
<p>So etwas macht in gewissen Kreisen von Freunden bestimmt Spaß – und ist ja auch nicht wirklich bös gemeint. Aber es spiegelt sehr stark – wenn auch in sehr stilisierte Form – die konfliktgeladene Kultur der Foren wieder. Auch hierfür gibt es „einen Markt“. Daran besteht gar kein Zweifel. Aber für diesen Markt gibt es schon viele Angebote. Amen bietet lediglich eine kompaktere, coolere Form davon für eine jüngere Zielgruppe.</p>
<p>Dienste wie Instagram und Path hingegen erschließen neue Zielgruppen. Und sie scheinen sehr, sehr erfolgreich damit zu sein.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Mensch an sich ist faul &#8211; und &#8220;Kuratieren&#8221; herrlich bequem</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 14:50:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markusbreuer]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine der am schnellsten wachsenden Plattformen im Social Web war in den letzten Monaten sicherlich Pinterest. Das rapide Wachstum teilt dieser Newcomer mit einer älteren Plattform: Tumblr. Und das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit der beiden Dienste. Bei beiden liegt &#8230; <a href="http://notizen.steingrau.de/2012/01/08/der-mensch-an-sich-ist-faul-kuratieren/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eine der am schnellsten wachsenden Plattformen im Social Web war in den letzten Monaten sicherlich Pinterest. Das rapide Wachstum teilt dieser Newcomer mit einer älteren Plattform: Tumblr. Und das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit der beiden Dienste. Bei beiden liegt die<em>Kuration</em> von Inhalten im Kern der Funktionalität. Genau das erklärt das explosive Wachstum. Und deswegen stehen sicherlich noch eine ganze Reihe von Startups ins Haus, die ähnliche Ansätze verfolgen werden.</p>
<p>Etwas wirklich Neues zu schaffen, oder auch nur einen ganzen &#8211; womöglich noch grammatikalisch und orthografisch korrekten &#8211; Satz zu schreiben, empfinden viele unserer Mitmenschen als einen anstrengenden Akt.</p>
<h3><strong>Andere arbeiten lassen</strong></h3>
<p>Das ist nicht weiter verwerflich. Aber es stellt ein großes Problem für neue Social-Media-Plattformen dar. Diese basieren ja oft auf dem Prinzip<em>user generated content</em> (UGC). Das heißt: Inhalte, die ein Teil der Anwender online stellt (Fotos, Texte, Links etc.) machen diese Plattform für die große Mehrheit der Anwender &#8211; die lediglich konsumiert &#8211; erst attraktiv.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2304" title="pinterest home" src="http://notizen.steingrau.de/wp-content/uploads/pinteresthome.jpg" alt="" /></p>
<p>Das ist für das Geschäftsmodell extrem sexy: ein Teil der Anwender erzeugt unbezahlt Inhalte. Viele Andere konsumieren die und zahlen dafür &#8211; mit Pageviews, die zu Adviews werden. Die klassischen werbefinanzierte Web-Plattform ist fertig. Auf deutsch sagt man zu <em>user generated content</em> deshalb auch gern Andere-Arbeiten-Lassen (AAL).</p>
<p><span id="more-2303"></span>Das UGC-Prinzip ist zugleich aber auch eine enorme Hürde für jeden neuen Startup. Tatsächlich, würde ich sagen, dass die Hauptfrage, die sich die Entwickler jeder neuen Plattform dieses Art stellen müssen, lautet</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Wie können wir einen hinreichend großen Teil unserer Anwender (von Natur aus faul; siehe oben) dazu bringen, kostenlos ihre Zeit und Energie zu investieren, um die Inhalte zu schaffen, die wir später monetarisieren können?</strong></p>
<p>Es mag sein, dass sich das eine oder andere Gründerteam dieser Frage nicht bewußt ist, aber sie steht immer im Raum. Die Antworten, die man darauf findet, entscheiden, wie schnell die Userzahl gerade am Anfang wächst &#8211; was für das Überleben eines Startups nicht unwichtig ist <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/2.4/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
<p>Es gibt unterschiedliche Ansätze, Inhalte-Produzenten zu belohnen und dadurch die Produktion anzufeuern. Siehe <a href="http://intelligent-gamification.de/" target="_blank">Gamification</a>  und das Tom-Sawyer-Prinzip. Aber es lohnt sich in jedem Fall auch, die unterschiedlichen Veranlagungen der Menschen zu berücksichtigen .. und den Aufwand für die Generierung von Inhalten zu klein wie möglich zu halten.</p>
<h3><strong>Forresters <em>Social Ladder</em></strong></h3>
<p>Verkompliziert wird das Ganze noch durch die Tatsache, dass die Gesamtheit der User nicht einfach in Produzenten und Konsumenten aufgeteilt werden kann. Die Aktiven (alle, außer den Konsumenten) neigen zu unterschiedlichen Aktivitäten. Zwei Consultants von Forrester haben dazu vor einigen Jahren mal die Soziale Leiter (_social ladder_) entwickelt, bei der die Kreativen Produzenten oben stehen und die Konsumenten unten. Dazwischen befinden sich <em>Critics</em>, <em>Conversationalists</em>, <em>Collectors</em> und <em>Joiners</em> Die vollständige Liste:</p>
<ul>
<li>Creators</li>
<li>Conversationalists</li>
<li>Critics</li>
<li>Collectors</li>
<li>Joiners</li>
<li>Spectators</li>
</ul>
<p><a href="http://notizen.steingrau.de/wp-content/uploads/social-technographics-ladder1.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-2306" title="social-technographics-ladder" src="http://notizen.steingrau.de/wp-content/uploads/social-technographics-ladder1-266x300.png" alt="" width="266" height="300" /></a>Wie sinnvoll genau diese Aufteilung ist, will ich nicht diskutieren (ich habe ein paar Zweifel). Aber es ist klar, dass ein Anwender heute viele Möglichkeit hat, Inhalte zu kreieren, zu kommentieren, zu bewerten, auszuwählen und weiter zu geben &#8211; und, dass alle diese Aktivitäten für andere Anwender wertvoll sein können &#8211; und damit interessant für das Geschäftsmodell.</p>
<p>Diese Strukturen ändern sich im Laufe der Zeit. Sie ändern sich durch technische Gegebenheiten und durch sich entwickelnde Gewohnheiten. In den frühen Blogs gab es eigentlich nur Schreiben, Lesen und Kommentieren. Heute kann man Beiträge <em>liken</em>, <em>plussen</em>, <em>sharen</em>, <em>raten</em>,<em>diggen</em>, <em>stumblen</em> etc. und diese Aktivitäten oft auch kommentieren. Alle diese Möglichkeiten &#8211; und ein paar mehr &#8211; müssen in einer Wachstumsstrategie für eine UGC-Plattform berücksichtigt werden.</p>
<h3><strong>Modetrend <em>kuratieren</em> &#8211; Der Inhalte-Remix</strong></h3>
<p><strong></strong>Gewissermaßen der &#8220;neuste Trend&#8221; in diese Hinsicht ist das Zusammentragen und Neu-Veröffentlichen von bereits existenten Inhalten &#8211; im Profi-Deutsch &#8220;Kuratieren&#8221; genannt. Das gibt es schon länger &#8211; tatsächlich gibt es eine ganze &#8220;Klasse&#8221; von Bloggern, die im wesentlichen Links zu bereits existierenden Inhalten posten und ggf. mehr oder weniger originell kommentieren &#8211; zu denen auch ich in Teilen gehöre. Aber das war eher eine spezielle Nutzung existierender Plattformen wie Blogs, Facebook und Twitter für einen dedizierten Zweck.</p>
<p>Mit der letzten Inkarnation von Tumbler und erst Recht Pinterest ist dieser Prozeß aber perfektioniert und zur Kernfunktionialität großer Plattformen geworden, die sehr hohe Zuwachsraten aufweisen. Warum wachsen diese Dienste so schnell? Was macht &#8220;kuratieren&#8221; so reizvoll.</p>
<p>Dahinter steht im Grunde das gute alte Remixing, das seine Wurzeln in der Musik hat &#8211; inzwischen aber in vielen Bereichen von Kunst und Kultur Einzug gehalten hat: man nimmt die Arbeiten anderer, fügt sie in neuen Kombinationen zusammen, ergänzt ein bisschen Eigenes und fertig ist ein neues Kunstwerk. Ich meine das gar nicht despektierlich, aber &#8230; was diesen Prozeß so attraktiv macht, ist seine &#8220;Effizienz&#8221;: typisch für einen Remix ist es, dass das neue Werk mit einem Bruchteil der Arbeit, entsteht, die man für etwas komplett Neues hätte aufwenden müssen. Und es sieht viel kompletter, viel attraktiver aus, wie hätte man den geringen Arbeitsaufwand, den man in den Remix investierte in eine neu Kreation gesteckt.</p>
<p>Genau das macht Kurations-Plattformen so attraktiv: mit einem wachen Auge, etwas Kreativität und ein bisschen Talent für Sprach- oder Wortwitz kann ein Tumblr-Blog oder ein Pinterest-Pin sehr schnell sehr gut aussehen und zieht viele positive Kommentare, Likes, Tweets, Shares und Re-Pins an. Das ist &#8220;Belohnung&#8221;, positives Feedback, dass die &#8220;Autoren&#8221; dazu motiviert, mehr zu tun.</p>
<p>Und es sind viel mehr Menschen, die den Aufwand erübrigen können/wollen, Kuratoren zu sein, als Autoren. Genau deshalb wachsen diese Plattformen so schnell. Und Startups haben ein neues &#8220;Modul&#8221; für die Konzeption neuer Dienste im Baukasten.</p>
<p>Hat Rocket Internet eigentlich schon einen Pinterest-Clone am Start? <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/2.4/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
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		<item>
		<title>Warum Amen nicht so richtig abgeht: Das ist nur für Jungs!</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 17:34:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markusbreuer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[net business]]></category>
		<category><![CDATA[net marketing]]></category>
		<category><![CDATA[user experience]]></category>
		<category><![CDATA[amen]]></category>
		<category><![CDATA[intent]]></category>
		<category><![CDATA[opinion]]></category>
		<category><![CDATA[opinion graph]]></category>
		<category><![CDATA[sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[startup]]></category>

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		<description><![CDATA[Das noch relativ junge Amen ist eine wirklich coole App. Der schlichte Ansatz ist faszinierend, das Design der App großartig und die Performance (beim Matching schon vorhandener Objekte, Personen etc.) beeindruckend. Auch die Bedienung ist denkbar einfach und elegant &#8211; was &#8230; <a href="http://notizen.steingrau.de/2012/01/05/warum-amen-nicht-so-richtig-abgeht-das-ist-nur-fur-jungs/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das noch relativ junge <em>Amen</em> ist eine wirklich coole App. Der schlichte Ansatz ist faszinierend, das Design der App großartig und die Performance (beim Matching schon vorhandener Objekte, Personen etc.) beeindruckend. Auch die Bedienung ist denkbar einfach und elegant &#8211; was natürlich auch damit zu tun hat, dass die Funktionalität extrem &#8220;schlank&#8221; ist, um es mal so neutral auszudrücken. Für eine App ist das aber kein Nachteil. Im Gegenteil. So kann jeder den Dienst sofort verstehen und ohne lange Anlernzeit nutzen.</p>
<p>Trotzdem hebt das Ding nicht richtig ab, scheint&#8217;s.</p>
<p><a href="http://notizen.steingrau.de/wp-content/uploads/Amen-01.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2311" title="Amen 01" src="http://notizen.steingrau.de/wp-content/uploads/Amen-01-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a> <a href="http://notizen.steingrau.de/wp-content/uploads/Amen-02.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2312" title="Amen 02" src="http://notizen.steingrau.de/wp-content/uploads/Amen-02-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a> <a href="http://notizen.steingrau.de/wp-content/uploads/Amen-04.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2314" title="Amen 04" src="http://notizen.steingrau.de/wp-content/uploads/Amen-04-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a></p>
<p>Als eine Ursache habe ich immer angesehen, dass das Teil offensichtlich mehr aus Sicht der Datenabnehmer konstruiert wurde als auch Sicht der Anwender &#8211; und die deshalb nicht so motiviert sind, ihren Content abzugeben. Das war mehr eine generelle Vermutung nach ein paar Minuten und ein paar Artikeln Sekundärliteratur. Ich kenne das wahre Geschäftsmodell hinter Amen nicht, aber es scheint mir mehr als offensichtlich zu sein, dass der Dienst möglichst eindeutige, harte Sentiments (und letztendlich Intents) seiner Nutzer ermitteln möchte &#8211; gut monetarisierbar für Werbung und Online-Vertrieb. Solche Informationen kann man selbstverständlich auch aus Twitter oder Facebook-Post herausziehen. Das ist aber mit einer hohen Ungenauigkeit behaftet: aus einem natürlich &#8211; oft kurzen, fehlerhaften mit kryptischen abgekürzten versehenen Satz &#8211; zuverlässig eine Ansicht heraus zu lesen, ist &#8220;nicht trivial&#8221; &#8211; um es vorsichtig zu formulieren.</p>
<p>Amen hingegen gibt klare Strukturen vor, hat Kategorien für die bewerteten Objekte (Person, Ding oder Ort) und erzwingt eine klare Entscheidung: <em>Der/die/das Großartigste</em> oder <em>Größter Mist alles Zeiten</em>. Theoretisch führt das zu Klarheit und einfacherer Auswertbarkeit.</p>
<p>Wer sich einmal den Amen-Stream ansieht, wird feststellen, dass die meisten Statements trotzdem eher in die Kategorie (bemüht) humorig bis albern fällt. Der Nutzen &#8211; für kommerzielle Abnehmer der Daten oder andere Menschen &#8211; scheint mir bei Statements wie den folgenden eher gering zu sein:</p>
<ul>
<li>Licking It is the Best Way To Prevent People From Stealing Your Food Ever</li>
<li>The Internet is the Best Way To Distract Yourself From Doing Actual Work Ever.</li>
<li>&#8220;Put Your USB Stick In My Port&#8221; is the Best Dirty Nerd Talk Ever</li>
<li>8 hours of sleep is the Best Investment Ever</li>
<li>Face Your Problems Don&#8217;t Facebook Your Problems is the Best Advice I&#8217;ve Heard All Day !!</li>
<li>A Handshake Where Your Counterpart Gives You The Hand Without Any Power So It Feels Like A Dead Fish is the Worst Awkward Physical Contact Ever</li>
<li>A Lego Castle is the Worst Thing To Step On In The Middle Of The Night</li>
<li>Spätzle is the Best Traditional German Food Ever</li>
<li>Laughing so hard your stomach hurts is the Best Natural High in Life Ever</li>
<li>&#8230;</li>
</ul>
<p>Nein, das ist auch nicht irrelevanter als die meisten Tweets. Aber eben auch nicht weniger. Innerhalb von Freundeskreisen ist es aber vielleicht ein witziges Gesellschaftsspiel. Ich habe selbst habe jetzt trotzdem mal ein bisschen damit rumgespielt. Nach einem halben Dutzend Statements habe ich mich allerdings gefragt, warum ich selbst &#8211; von Natur aus sehr mitteilsam <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/2.4/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> &#8211; nicht mehr Lust habe, hier meine Ansichten kundzutun.</p>
<p>Erkenntnis: ich bin einfach nicht selbstbewusst oder arrogant genug (&lt;- keine gehässigen Kommentare, bitte), um viele Statements der Art <strong>THE BEST/THE WORST</strong> stuff <strong>EVER/ON EARTH</strong> etc. abzugeben. In solchen Absolutismen denke ich nicht. Und ich frage mich, wer so denkt. In einer geekigen, leicht angeberischen jungmänner-dominierten Subkultur vielleicht? Um es mal sehr klischeehaft zu formulieren:</p>
<blockquote><p><strong>XXX was the best rap artist. Evah! Period.</strong><br />
<strong>Amen, Brother!</strong><br />
<strong>Word!</strong></p></blockquote>
<p><strong></strong>Aus Spaß könnte ich so etwas sagen, aber ich würde es nie ernst meinen. Halte ich ein bestimmtes Musikstück, ein bestimmtes Buch, einen Autor, Komponisten, Musik, Restaurant, ein Auto, Computer, Baum, Schauspieler, Film &#8230; für <strong>THE BEST/THE WORST</strong>? Nein, für alle diese Bewertung habe ich mindestens ein halbes Dutzend Kandidaten und selbst dann würde ich das einschränkender formulieren, auf Zeiträume, Regionen, Sub-Genres etc. beziehen.</p>
<p>Ich frage mich, wie vielen Menschen das ähnlich geht und wie viele das von längerer Beschäftigung mit Amen abhält.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Blogger gehören in Schublade INFP!</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 09:39:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markusbreuer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[net life]]></category>

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		<description><![CDATA[Der berüchtigte Gunter Dueck hat endlich herausgefunden, was „Die Blogger“ wirklich vereint: Gemäß der bekannten Persönlichkeitstypologie von Myers-Briggs sind (fast) alle vom Typ INFP. Was bemerkenswert ist. In der Gesamtbevölkerung stellt dieser Persönlichkeitstyp nämlich nur einen Anteil von ca. 2% bei &#8230; <a href="http://notizen.steingrau.de/2012/01/04/die-blogger-gehoren-in-schublade-infp/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der berüchtigte <a href="http://www.omnisophie.com/day_157.html" target="_blank">Gunter Dueck hat endlich herausgefunden</a>, was „Die Blogger“ wirklich vereint: Gemäß der bekannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Myers-Briggs-Typindikator" target="_blank">Persönlichkeitstypologie von Myers-Briggs</a> sind (fast) alle vom Typ <a href="http://www.themindbehind.net/mbti/types/INFP.html" target="_blank">INFP</a>. Was bemerkenswert ist. In der Gesamtbevölkerung stellt dieser Persönlichkeitstyp nämlich nur einen Anteil von ca. 2% bei den Männern und 5% bei den Frauen. Bei den Bloggern sind sie laut Herrn Dueck zu mehr als 50% vertreten.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2301" title="schublade" src="http://notizen.steingrau.de/wp-content/uploads/schublade.jpg" alt="" /></p>
<p>Kann das sein? Ich kann mich erinnern, mich vor rund 10 Jahren mal über die öffentliche Wahrnehmung „Der Blogger“ aufgeregt zu haben. Meine Ansicht lautete, glaube ich,</p>
<blockquote><p>Der einzige Satz, der mit &#8216;die Blogger&#8217; anfängt und uneingeschränkt stimmt, geht mit &#8216;betreiben ein Weblog&#8217; zu Ende.</p></blockquote>
<p>Habe ich mich mit diesem Rant geirrt? Vielleicht.</p>
<p><span id="more-2299"></span></p>
<p>Bei näherem Nachdenken über die Frage finde ich Duecks „Erkenntnis“ nicht wirklich verwunderlich. Schließlich ist schon seit geraumer Zeit bekannt, dass nur ein sehr geringer Teil der Menschen das Bestreben hat, zu bloggen – oder sich in Intranets mit eigenen Inhalten zu Worte melden, statt nur die der Anderen zu lesen. Auch die Balance zwischen denen, die auf YouTube Beiträge einstellen und denen, die durchzappen, sieht ähnlich aus. Und dafür muss es ja Gründe geben.</p>
<p>Die Charakteristika der INFPler und die Mechanismen, die Dueck hinter dem Bestreben, zu bloggen, daraus ableitet, sind nicht unplausibel. Was nicht heißt, dass diese These stimmt. Aber Einiges davon habe ich schon in mir wiederentdeckt.</p>
<p>Nein, Ich möchte damit weder der Persönlichkeitstypologie von Myers-Briggs das Wort reden noch einen anderen Persönlichkeitstypologien. Ich finde so etwas zwar persönlich immer ganz praktisch – wenn man bewusst und vorsichtig damit umgeht – bin mir aber bewusst, dass jegliche Art von Klassifizierung von vielen anderen Menschen abgelehnt wird.</p>
<p>Ich habe mir nach dem Lesen des Artikels übrigens mal den Spaß gemacht, mit den öffentlich zugänglichen Materialien eine Selbstklassifizierung vorzunehmen. Überraschenderweise bin ich kein INFP sondern eher <a href="http://www.themindbehind.net/mbti/types/INTP.html" target="_blank">INTP</a> bis <a href="http://www.themindbehind.net/mbti/types/INTJ.html" target="_blank">INTJ</a> <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/2.4/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
<p>Illustration by <a href="http://www.flickr.com/photos/happymonkey/">Happy Monkey</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank">by-nc-sa</a>)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Ende der Männer?</title>
		<link>http://notizen.steingrau.de/2012/01/03/das-ende-der-manner/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 13:53:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markusbreuer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[evolution]]></category>
		<category><![CDATA[real business]]></category>
		<category><![CDATA[real life]]></category>
		<category><![CDATA[feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[gender]]></category>
		<category><![CDATA[matriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[patriarchat]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute in der Mittagspause auf Zuruf von +Teresa Bücker den Artikel The End of Men aus dem Atlantic Magazine gelesen. Interessant. Der Artikel zeichnet ein Bild einer Gesellschaft, in der &#8220;Der Mann&#8221; zunehmend marginalisiert wird und um seine Existenzberechtigung ringen muss. Das &#8230; <a href="http://notizen.steingrau.de/2012/01/03/das-ende-der-manner/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Heute in der Mittagspause auf Zuruf von <button tabindex="-1" data-token-entity="@103548238176790118808">+Teresa Bücker</button> den Artikel <a href="http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2010/07/the-end-of-men/8135/?single_page=true" target="_blank">The End of Men</a> aus dem Atlantic Magazine gelesen. Interessant.</p>
<p>Der Artikel zeichnet ein Bild einer Gesellschaft, in der &#8220;Der Mann&#8221; zunehmend marginalisiert wird und um seine Existenzberechtigung ringen muss. Das ist nicht witzig/comedy-artig beschrieben, sondern legt nüchterne Fakten dar. Insbesondere im beruflichen Umfeld tun sich die Männer immer schwerer. Die Anforderungen der sich veränderten Wirtschaftsfeld werden von Frauen besser erfüllt. An vielen Unis sind die Frauen in der Mehrzahl, haben schon an der Schule die besseren Noten und hinterher die besseren Abschlüsse. In prestigeträchtigen Berufen klettert der Frauenanteil langsam aber sicher auf 50% &#8230; und darüber. Zumindest im Durchschnitt werden auch die Gehaltsunterschiede immer geringer. Wenn Eltern das Geschlecht ihres Kindes wählen, entscheiden Sie sich vermehrt für Jungen.</p>
<p>Die Autorin Hanna Rosin legt sich nicht 100% fest, aber sie schlägt als Erklärungsmodell vor, dass es die sich gewandelte Wirtschaftswelt ist, in der die körperlichen Fähigkeiten einen immer geringere Rolle spielen und mehr und mehr intellektuelle und kommunikative Fähigkeiten zählen, die diese Entwicklung unvermeidlich machen.</p>
<p><span id="more-2297"></span></p>
<p>Mir kamen beim Lesen ganz unterschiedliche Gedanken; ernsthafte und eher humorige. Es ist auf jeden Fall für jeden Mann und jede Frau &#8211; und insbesondere für Eltern &#8211; ein sehr spannender Text.</p>
<p>Zwischendurch las er sich für meine Begriffe allerdings etwas sehr euphorisch (man muss Frau Rosin aber konzedieren, dass sie das selbst relativiert), sowohl, was die Faktenlage angeht als auch deren Bewertung. Wenn ich mich recht erinnere, gibt es zum Beispiel einige Weltregionen, in denen zunehmender Frauenmangel herrscht &#8211; weil Eltern das Geschlecht ihrer Nachkommen entsprechend wählen (Stichwort <em>Gendercide</em>). Und die Tatsache, dass immer mehr Frauen ihre Kinder auch ohne männliche (ideelle und monetäre Unterstützung) aufziehen ist garantiert ein Zugewinn an Freiheit (vor männlicher Bevormundung) aber auch eine sehr hohe Belastung.</p>
<p>Terasa Bücker hatte den Artikel ursprünglich auch im Zusammenhang mit dem Thema <em>Dating</em> erwähnt. Es ging da ursprünglich um ein Buch zum Thema &#8220;Stress mit dem Dating&#8221; und den Widerspruch zwischen den ganzen Dating-Ratgebern, die Frauen immer noch die Frauchen-Rolle ans Herz legen und der Realität, in der die Frauen nun mal keine Frauchen sind und nicht sein wollen. Auch hier könnte man sich ja durchaus fragen, wie die neuen Freiheiten und die Umkehrung der Machtverhältnisse sich im erotisch/romantischen Zusammenspiel der Geschlechter widerspiegelt und welche Auswirkungen es auf Wohlbefinden und Zufriedenheit der Beteiligten hat.</p>
<p>Diese Abwägung ist aber sicherlich sehr schwierig und kein Grund, die Zeiten des Patriarchats zurück zu sehnen.</p>
<p>Was mir nur am Rande leicht schmunzelnd auffiel: wenn es wirklich die &#8211; primär technologisch getriebene &#8211; Veränderung der Wirtschaftswelt ist, die die alten patriachalischen Verhältnisse hinwegfegt, <strong>dann waren die Männer ja gar keine Chauvinisten-Schweine!!?</strong> <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/2.4/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Sie waren nur ein paar Tausend Jahre lang das Geschlecht, dass den entsprechenden Anforderungen besser gewachsen war &#8211; und haben diese Lage vielleicht <em>etwas</em> egoistisch ausgenutzt.</p>
<p>Dann wollen wir doch alle mal hoffen, dass die Frauen ihre Machposition im kommenden Matriarchat nicht so fies missbrauchen werden &#8211; und ihnen etwas einfällt, was man mit den in der Wirtschaft eigentlich tendenziell unbrauchbaren Männern anfangen kann.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Warum kein -1 wenn es doch +1 gibt &#8211; und kein Dislike neben dem Like?</title>
		<link>http://notizen.steingrau.de/2011/12/22/warum-kein-1-wenn-es-doch-1-gibt-und-kein-dislike-neben-dem-like/</link>
		<comments>http://notizen.steingrau.de/2011/12/22/warum-kein-1-wenn-es-doch-1-gibt-und-kein-dislike-neben-dem-like/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 17:23:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markusbreuer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[net business]]></category>
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		<description><![CDATA[Heute kam mir in einer Online-Diskussion wieder einmal die Forderung nach eimem &#8220;-1&#8221;-Button unter. Das viel mir deshalb auf, weil ich kürzlich mit Kollegen drüber diskutiert habe, wie fruchtlose Diskussionen und Flamewars entstehen und wie man sie dämpfen kann. Auch &#8230; <a href="http://notizen.steingrau.de/2011/12/22/warum-kein-1-wenn-es-doch-1-gibt-und-kein-dislike-neben-dem-like/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Heute kam mir in einer Online-Diskussion wieder einmal die Forderung nach eimem &#8220;-1&#8221;-Button unter. Das viel mir deshalb auf, weil ich kürzlich mit Kollegen drüber diskutiert habe, wie fruchtlose Diskussionen und Flamewars entstehen und wie man sie dämpfen kann.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2294" title="ThumbsDown" src="http://notizen.steingrau.de/wp-content/uploads/ThumbsDown.jpg" alt="" /></p>
<p>Auch ich habe mich vor einigen Jahren immer wieder einmal gefragt, warum es auf einigen Plattformen neben dem Thumbs-Up kein Thumbs-Down gibt. Es hat eine Weile gedauert, bis ich da von selbst drauf gekommen bin &#8211; vermutlich hätte man es auch googlen können: in einer Community, in der es möglich ist, über einen anderen Menschen mit einem Mausklick den Daumen zu senken, herrscht eine ganz andere Atmosphäre als in einer, in der das nicht geht. Mobbing Storms sind viel einfacher zu entfachen.</p>
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<h3>Negatives Feedback &#8211; speziell unspezifisches &#8211; schreckt ab</h3>
<p>So etwas macht manchen Menschen Spaß &#8211; siehe die Bewertungen beim Video von Rebecca Black (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=kfVsfOSbJY0">Rebecca Black &#8211; Friday &#8211; Official Music Video</a>) Es gibt ja regelrechte Kampagnen, in denen dazu aufgefordert wird, Videos auf Youtube zu dissen. Junge Menschen sind dafür besonders anfällig, speziell, wenn Peer Pressure eine Rolle spielt. Der negative Seiteneffekt &#8211; abseits der fragwürdigen Moral hinter solchen Aktionen &#8211; ist, dass dadurch die Bereitschaft, eigene Beiträge online zu stellen, bei anderen Menschen sinkt.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Viele Menschen, die wertvolle Beiträge auf UGC-Plattformen bringen könnten &#8211; und gerne würden &#8211; werden durch <em>Dislike</em> Buttons geradezu systematisch demotiviert.</strong></p>
<p>Deshalb macht es Sinn, lediglich positive Meinungsäußerungen als <em>One-Click</em> zuzulassen und für Kritik die Barriere höher zu legen. Einen kritischen Kommentar zu schreiben, kostet ja mehr Aufwand.</p>
<p><span id="more-2296"></span></p>
<p>Die Aussage &#8220;Daumen runter&#8221; in tausendfacher Zahl ist &#8211; speziell ohne nähere Angabe von Gründen &#8211; sehr demotivierend. Natürlich enthält auch Daumen hoch keine spezifischen Informationen. Aber es ist positives Feedback, das mich für meine Mühe, einen Inhalt zu erstellen, entlohnt. Da genügt oft das freundliche Nicken.</p>
<p>Als ich diese These in einem kleinen Post auf Google+ vorstellte, bekam ich einigen Zuspruch aber auch erbitterte Widerrede. Ein Diskussionsteilnehmer sah hinter der Unterdrückung des Dislike-Buttons eine Art Zensur und eine hinterlistige Taktik von Geschäftsmachern, positive Beiträge zu betonen. Solche Verschwörungstheorien sind mir nicht ganz fern. Aber ich glaube, dass manche Menschen (insbesondere männlichen Geschlechts) die psychologische Wirkung negativen Feedback in großer Zahl unterschätzen.</p>
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<h3>Männer pöbeln &#8211; Frauen loben</h3>
<p>In unserer westlichen Kultur &#8211; speziell unter Männern &#8211; noch spezieller unter jungen Männern &#8211; ist es geradezu cool, die eigene Ansicht zu verteidigen, indem man die andere Ansicht oder den Menschen, der sie vertritt, kritisiert, runtermacht und auf jeden Fall aggressiv angeht. Online ist das ebenfalls üblich &#8211; besonders auffällig in Techie-Kreisen. Wer sich daran gewöhnt hat und über ein entsprechend dickes Fell verfügt, dem macht das nichts und er (meistens ist es ein er) macht mit.</p>
<p>Es gibt aber auch Menschen, die sich mit so etwas extrem unwohl fühlen und solchen Plattformen deshalb fern bleiben. Möchte ich auch deren Beiträge bei mir sehen, muss ich ihnen eine Umgebung schaffen, in der sie sich wohlfühlen. Kritik deshalb etwas schwieriger &#8211; nicht unmöglich &#8211; zu machen, ist eine Möglichkeit, das zu tun.</p>
<p>Ich muss in diesem Zusammenhang auch an eine andere Diskussion über Markenpräferenzen denken: Wenn ein Mann in einer Kneipe oder auf eine Party über seinen neuen BMW schwärmt, wird mit nahezu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein anderer Mann aufstehen, BMW runtermachen und seinen Audi/Mercedes loben. Je mehr Alkohol im Spiel ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit. Das eine Frau eine andere zusammenstaucht, weil beide unterschiedliche Haarpflegelinien bevorzugen, habe ich noch nicht erlebt. Und, ehrlich gesagt, finde ich das auch gut so. Die Konsequenz: wer Frauen auf seiner Plattform halten möchte, macht es am besten nicht zu einfach, negatives Feedback abzusondern.</p>
<p>Davon abgesehen halte ich es einfach auch nicht für konstruktiv, auf jede Äußerung eines anderen Menschen, die mir nicht behagt, mit einem &#8220;Was&#8217;n Schwachsinn&#8221; zu reagieren. Wobei &#8220;Was&#8217;n Schwachsinn&#8221; sogar schon differenziertere Kritik ist, als einen Daumen-Runter-Button anzuklicken. Lob darf unspezifisch sein. Kritik sollte immer spezifisch &#8211; und wenn möglich konstruktiv &#8211; sein.</p>
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