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	<title>Stör•Signale</title>
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	<description>ERICHs PRIVATES ZEITUNGSMAGAZIN</description>
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		<title>Bei Handkäs’ mit Musik sind Messer und Gabel erlaubt</title>
		<link>https://stoersignale.stoer.de/leben/handkaes-mit-musik-messer-und-gabel-erlaubt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Erich Stör]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 12:29:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt/Main]]></category>
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					<description><![CDATA[Handkäs’ mit Musik ist  ein vornehmlich Frankfurter Nationalgericht. (shutterstock). Ob es mit Messer und (oder Gabel) zu verzehren ist – wer will das schon wirklich wissen?
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-drop-cap wp-block-paragraph">Als ich dieser Tage in einer traditionsreichen Äppelwoi-Wirtschaft saß, hörte ich ungewollt einem oberlehrerhaft geführten Gespräch am Nebentisch zu, in dem es um <em>Handkäs’ mit Musik</em> ging. Ein zweifelsfrei als Tourist auszumachender Gast hatte sich diese Frankfurter Spezialität servieren lassen. Sie bestand aus eben jenem Handkäse, dem das Gericht seinen Namen verdankt, und der dazu gehörenden „Musik”, nämlich Zwiebeln, Pfeffer, Salz, Kümmel, Öl und Essig, garniert mit einer kräftigen Scheibe dunklen Sauerteigbrotes und Butter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kellner lieferte außerdem Messer und Gabel, was den Gast auch sogleich veranlasste, den Verzehr zu beginnen. Als er die Gabel in die Hand nahm, mischte sich ein knorziger Einheimischer – am gleichen Tisch sitzend – ungefragt ein, und erklärte ohne Widerspruch duldend, <em>Handkäs’ mit Musik</em> werde nur mit dem Messer gegessen. Und erklärend fügte er hinzu, mit diesem sei eine Scheibe des Handkäses abzuschneiden und nach dem „Baden” in Essig und Öl entweder direkt in den Mund zu schieben oder auf das Brot zu legen und von dort abzubeißen.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ein profaner Grund</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Und warum auch nicht? Nur weil einst die Sachsenhäuser Mainfischer, die Oberräder Gärtner, die Metzger aus dem nahen Schlachthof und die anderen Handwerker bei ihren Brotzeiten in den Äppelwoi-Kneipen wegen ihrer beruflichen Tätigkeiten zwar immer ein Messer in der Tasche hatten, niemals aber eine Gabel, sollte nun auch von den Nachgeborenen <em>Handkäs’ mit Musik</em> alleine mit dem Messer verzehrt werden. Ein profaner Grund, dem man nicht folgen muss. Und deshalb geniesst auch der Autor, gebürtiger Frankfurter aus Sachsenhausen, <em>Handkäs’ mit Musik</em> schon lange mit Messer und Gabel, Tradition hin oder her.</p>


<div class="wp-block-image is-style-tw-frame">
<figure class="aligncenter size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="804" src="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2019/07/DSCN0029-1024x804.jpg" alt="" class="wp-image-5305" srcset="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2019/07/DSCN0029-1024x804.jpg 1024w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2019/07/DSCN0029-300x236.jpg 300w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2019/07/DSCN0029-768x603.jpg 768w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2019/07/DSCN0029.jpg 1191w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Weniger ist manchmal einfacher, aber mehr&#8230; (© Signale)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Der Fremde ließ sich höflich belehren, es war ihm allerdings deutlich anzumerken, dass er den Sinn der Sache nicht wirklich verstand, immerhin hatte der Kellner ihm ja eine Gabel mitgebracht. „Für Touristen eben&#8220; wischte der Eingeborene den Einwand des Gastes locker vom Tisch. Dessen Unverständnis war freilich nachvollziehbar, lässt sich doch auch <em>Handkäs’ mit Musik</em> rein technisch gesehen (und ohne an Geschmack zu verlieren) einfacher mit Messer und Gabel verzehren als nur mit dem Messer.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Und was ist mit der Musik?</strong></h5>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<p class="wp-block-paragraph">Woher, bitte schön, so fragt der inzwischen neugierig gewordene Tourist den Altfrankfurter, kommt der Begriff „Musik&#8220; beim Handkäs&#8220;. Da hat der gute Mann gleich zwei Antworten parat. Die „Musik“ (starke Betonung auf der ersten Silbe!) soll auf jene unangenehmen Geräusche anspielen, die nach dem Verdauen der Zwiebeln in Form von Blähungen entstehen. Aber wahrscheinlicher sei, dass die Flaschen mit Öl und Essig, die früher an den Tisch gebracht wurden, beim Mixen der Marinade zunächst unbeabsichtigt, bald darauf aber mit voller Absicht gegeneinander geschlagen wurden, um „Musik“ zu machen. Wer weiß schon, ob das alles stimmt.</p>
</div></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Kreiselkunst aus Ziegelsteinen, Quarzit und Stahlröhrchen</title>
		<link>https://stoersignale.stoer.de/kultur/kreiselkunst-mit-ziegelsteinen-quarzit-und-stahlroehrchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Erich Stör]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2026 09:59:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Mörfelden-Walldorf]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://stoersignale.stoer.de/?p=5292</guid>

					<description><![CDATA[„Himmelstein”, „Drei hohe Tore” und „Gegen den Strich”:  – drei Kunstwerke, die in der Mitte dreier Verkehrskreisel  in Mörfelden-Walldorf ihren Platz gefunden haben. Eine Betrachtung.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-drop-cap wp-block-paragraph">Doppelstadt Mörfelden-Walldorf, nahe des Frankfurter Flughafens, acht Verkehrskreisel! Teils naturbelassen, andere bestückt mit Skulpturen unterschiedlicher Art. Ich fahre durch die Straßen, passiere immer wieder diese Kunstwerke und weiß sogleich: Ich lebe in einer Gemeinde, die sich im Laufe von vielen Jahren einen guten Ruf als „Stadt der Skulpturen” erworben hat – beruhend auf einer Ausstellung, die seit 1998 alljährlich im Sommer im Bürgerpark bildenden Künstlern die Möglichkeit bietet, ihre Werke einem breiten Publikum vorzustellen. Im Nachklang schmücken derzeit drei dieser Werke auch Verkehrskreisel in der Doppelstadt. Zwei im Stadtteil Mörfelden, eine in Walldorf. Zwei weitere Kunstwerk sind in Mörfelden und Walldorf zu besichtigen, zählen aber&nbsp;zu anderen Kategorien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich am beeindruckendsten der so genannte „Himmelstein”, der seit 2012 den Verkehrskreisel am Vitrolles-Ring, Ecke Zillering in Mörfelden schmückt. Es handelt sich um eine Leihgabe des Bildhauers Rudolf J. Kaltenbach. Dieser teils naturblau angehauchte Stein besteht aus sehr beständigem Quarzit, kommt aus Brasilien und ist entschieden teurer als herkömmlicher Stein. Mit einem Frachter kam der Koloss nach Bremen und von dort per Zug nach Brück in Brandenburg, wo ihn Kaltenbach bei einer Granitfirma mit einer Diamantsäge bearbeitete. Das blassblaue Innere soll Kaltenbach dazu angeregt haben, den Stein zu „öffnen“, um&nbsp; diesen Farbton sichtbar zu machen.&nbsp;Ursprünglich ausgestellt 2010 im Mörfelden-Walldorfer Skulpturenpark und mit dem Publikumspreis ausgezeichnet, danach als Leihgabe an Mörfelden-Walld&lt;orf gegangen.<br></p>


<div class="wp-block-image is-style-tw-frame">
<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="926" height="1024" src="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/DSCN0034-2-926x1024.jpg" alt="" class="wp-image-5348" srcset="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/DSCN0034-2-926x1024.jpg 926w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/DSCN0034-2-271x300.jpg 271w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/DSCN0034-2-768x849.jpg 768w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/DSCN0034-2.jpg 1112w" sizes="(max-width: 926px) 100vw, 926px" /><figcaption class="wp-element-caption">„Die drei Tore&#8220; von Sigrid Siegele in Walldorf 2026. (© Signale/ES)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die 2017 verstorbene Darmstädter Künstlerin Sigrid Siegele gewann 2000 den 1. Preis der &#8222;Skulpturen im Park”-Ausstellung mit&nbsp; einem Kunstwerk, das sie „Drei hohe Tore” nannte. Wenn ich den Kreisel an der Okrifteler Straße/Ecke Nordring in Walldorf benutzte, umfahre ich die drei steinernen Säulen aus Ziegelsteinen, jede mit einer weichen Verformung und andersartig&nbsp; gestaltet, aber jedes mit einer Öffnung versehen und als Tor zu definieren, das aus unterschiedlichen Anlässen zu durchschreiten ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal denke ich, es sind Begrüßungsstelen für eine immer stärker pulsierende Stadt. Die Straßen sind viel befahren, weil Aus- und Einfallstor zwischen Flughafen und Walldorf. Mehrere Buslinien nutzen den Kreisel, der umgeben ist vom alten Feuerwehrhaus, Sporthalle, Bauhof und Stadtpolizei-Domizil. Ohne die Tore wäre der Kreisel öde und leer, obwohl der Autofahrer die Kunst kaum wahrnimmt, zu stark muss er sich auf den Verkehr konzentrieren…</p>


<div class="wp-block-image is-style-tw-frame">
<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="1200" height="1376" src="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_0383.jpg" alt="" class="wp-image-5361" srcset="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_0383.jpg 1200w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_0383-262x300.jpg 262w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_0383-893x1024.jpg 893w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_0383-768x881.jpg 768w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Angelika Summa: Stahlröhrchen in Mörfelden zur Kugel verarbeitet. (© Signale/ES)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Angelika Summa, geboren 1952 Bayreuth, lebt und arbeitet in Würzburg. Ihre aus dünnen, gebogenen Stahlrohren geschweisste Kugel mit 2,20 Meter Durchmesser, betitelt „Gegen den Strich”, war ebenfalls im Skulpturenpark aufgestellt und wurde später dem Kreisel Rüsselsheimer Straße, Gärtnerweg, Bahndamm zugeordnet. Summas Intention ist, aus dem ursprünglichem Chaos vieler Einzelteile ein geordnetes Ganzes zu schaffen. Ihr bevorzugte Material sind Drähte und Rohre in unterschiedlichen Stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Techniken wie Wickeln, Verknoten, Knüpfen, Häkeln, aber auch Löten und Schweissen, formt sie sowohl filigrane Kleinobjekte als auch raumgreifende Skulpturen wie die Kugel von Mörfelden, die mich an einen Wollknäuel erinnert, dessen langer Faden sich an der Oberfläche zu einem Ball&nbsp; verwickelt.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Andere Intentionen</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht aus dem Skulpturenpark stammend sind die Kunstwerke im Kreisel der Rüsselsheimer Straße am Schlichter. Künstler aus den Mörfelden-Walldorfer Partnerstädten Torre Pellice (Italien), Vitrolles (Frankreich) und Wageningen (Niederlande) gestalteten mit Einzelstücken das Ensemble, das&nbsp; am 5. April 2014 eingeweiht wurde. </p>


<div class="wp-block-image is-style-tw-frame">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="899" src="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_0372-e1781183536691-1024x899.jpg" alt="" class="wp-image-5325" srcset="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_0372-e1781183536691-1024x899.jpg 1024w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_0372-e1781183536691-300x263.jpg 300w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_0372-e1781183536691-768x674.jpg 768w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_0372-e1781183536691.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Drei Kunstwerke im Kreisel an der B 486 in Mörfelden. (© Signale/ES)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Remco de Kluizenaar und Taas van Herpen aus Wageningen bauten aus einem Eichenstamm einen „Baum”, der Bienen ein ökologisches Zuhause bieten soll – ein Bienenkindergarten sozusagen. Dr. Mario Fina (Torre Pellice) bearbeitete einen Stein und überzog ihn mit einer Metall-Legierung, auf der das Profil der Piemonter Berge zu sehen ist. Eingraviert wurden die Namen von Menschen, die in der Vergangenheit eine besondere Bedeutung für Torre Pellice hatten. Rosario Cilia schließlich schuf eine Metallkonstruktion, welche die Begegnung der Bürgermeister aus Vitrolles (Frankreich) und Mörfelden-Walldorf symbolisiert.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Der Regenbogenkreisel</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Ein spezielles Objekt ziert den Ortsteil Walldorf. An der Ecke Mörfelder Straße/Alpenring entstand 2025 als Sinnbild für eine offene und vielfältige Stadt der so genannte Regenbogenkreisel, der von Schülerinnen und Schülern der Bertha von Suttner-Schule unter Leitung der Künstlerin Olga Batt gestaltet wurde. </p>


<div class="wp-block-image is-style-tw-frame">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="787" src="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_0336-1024x787.jpg" alt="" class="wp-image-5295" srcset="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_0336-1024x787.jpg 1024w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_0336-300x231.jpg 300w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_0336-768x590.jpg 768w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_0336.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Regenbogen-Kreisel in Walldorf. (© Signale/ES)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Der mit bunten Farben getünchte winzige Kreisel soll den Charakter der Stadt symbolisieren, in der Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen, Herkünften und geschlechtlichen Identitäten leben. Kurz nach der Einweihung wurde der Kreisel von Ewiggestrigen beschmiert und verunstaltet, was umgehend eine Protestdemonstration politisch engagierter Menschen auslöste.</p>



<pre class="wp-block-preformatted has-text-color has-link-color wp-elements-ead8dc71b85fdab58765031207893efe" style="color:#118f8ffc"><strong>PINNWAND: Am Kreisel der B 44, Einmündung Gärtnerweg und Dieselstraße, wurden die kleinen, bunten Kunstwerke – einige beweglichen Teile mit Solarenergie betrieben –  im Zusammenhang mit der grundhaften Sanierung der Bundesstraße und der veralteten Wasserleitungen vorübergehend entfernt.</strong> <strong>Wann kommen sie wieder an ihren Standort?</strong></pre>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">5292</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Nonna. Thomas de Padovas italienische Angelegenheit</title>
		<link>https://stoersignale.stoer.de/literatur/oma-thomas-de-padovas-italienische-angelegenheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Erich Stör]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 08:33:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
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					<description><![CDATA[Das italienische Dorf Mattinata (Imago Images) ist Schauplatz eines Romans von Thomas de Padova, in dem es um das eintönige Leben seiner Großmutter geht – um seine Nonna!
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-drop-cap wp-block-paragraph">Thomas de Padova verfasst wissenschaftlich durchdrungene Sach- und Fachbücher. Der Journalist und Autor, 1965 in Neuwied geboren, so sagt seine vom Verlag verbreitete Vita, studierte Physik und Astronomie in Bonn und Bologna, war Redakteur beim Berliner „Tagesspiegel“, arbeitete am Max-Planck-Institut und war Stadtschreiber von Bonn. <em>„Allein gegen die Schwerkraft. Einstein 1914–1918“; „Alles wird Zahl. Wie sich die Mathematik in der Renaissance neu erfand“; „Das Weltgeheimnis: Kepler, Galilei und die Vermessung des Himmels“; „Leibniz, Newton und die Erfindung der Zeit“; „Quantenlicht. Das Jahrzehnt der Physik 1919–1929</em>“ sind Thomas de Padovas bekannteste Bücher.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allesamt eine Mischung von wissenschaftlicher Betrachtung und mühseliger Faktensammlung, aber gerade für Laien spannend wie eine gute Detektivgeschichte. Schon die pfiffigen Titel machen Lust aufs Lesen. Die leichtgängigeren Bücher „Schlau nach acht“, „Wissenschaft im Strandkorb“ und „Die Kinderzimmer-Akademie“ befassen sich mit Alltagsfragen, auf die nicht jeder gleich eine Antwort weiß. Rätsel und offene Fragen werden beantwortet, humorvoll gewürzter Erkenntnisgewinn, nicht nur für junge Menschen.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Familienbekenntnis</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen diesen Wissensbüchern fällt Nonna aus dem Rahmen, wurde es doch zu einem persönlichen Familienbekenntnis. Ein Buch, in dem stimmungsvoll aus dem einfachen Leben und der düsteren Welt seiner italienischen Großmutter berichtet wird. Als Kind und Heranwachsender hatte Thomas de Padova mit seinen Eltern die Sommerferien oft in dem italienischen Ort Mattinata in Apulien verbracht, aus dem seine männlichen Vorfahren stammten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nonna erwartete die Familie ihres Sohnes mit Enkel Thomas auf einem Stuhl im Dunkel sitzend: eine alte, schwarz gekleidete Frau vor der sich Thomas als Kind sogar fürchtete. Das Zimmer war ihr zur Heimat geworden, und in diesem kam es erst zu längeren Gesprächen als dieser ein junger Mann geworden war und sich nicht mehr nur für das Wellen schlagende Meer interessierte.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image is-style-tw-frame">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="988" src="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/03/shutterstock_1238976988-1024x988.jpg" alt="" class="wp-image-5042" srcset="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/03/shutterstock_1238976988-1024x988.jpg 1024w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/03/shutterstock_1238976988-300x290.jpg 300w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/03/shutterstock_1238976988-768x741.jpg 768w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/03/shutterstock_1238976988.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Am engen Strand von Mattinata. (© Arkanto / shutterstock.com)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Über das Leben, das sie geführt hatte, öffnete sie sich allerdings nur zögernd und bruchstückhaft. Ihre Beziehung zu seinem Großvater blieb zunächst unklar in der Düsternis des Zimmers. Später erzählte sie mehr von ihren frühen Verehrern und Heiratskandidaten und aus welchen Gründen sie ihren Mann geheiratet hatte. Eine alte Nähmaschine stand im Zimmer, das Telefon, zu dem sie die besorgten Nachbarn überredet hatten, blieb überwiegend ungenutzt, einen Kühlschrank gab es nicht, der Wechsel vom Lira zum Euro in ihren letzten Lebensjahren trieb sie zur Verzweiflung.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Urgroßvater, Großvater und Vater waren hier geboren worden und zu unterschiedlichen Zeiten aus dieser armen Gegend in Italien – am Sporn des italiensichren Stiefels – aufgebrochen, um in der weiten Welt ihr Glück zu finden. Amerika und später Deutschland waren ihre Fluchtpunkte für ein besseres Leben. Seine Nonna, die Großmutter, war geblieben, sie hatte nichts anderes gesehen als den kargen von Armut geprägten 6000-Seelen-Ort – fast schon eine Kleinstadt&nbsp; – mit den vor der brennenden Sonne schützenden weißen Häusern, umspült vom Wasser der Adria; und sogar mit einem kleinen Wikipedia-Eintrag.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Geheimnisse</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Manches blieb gleichwohl im Dunkeln, Geheimnisse bleiben Geheimnisse, auch in Familien. Als Thomas de Padova gefragt wurde, was für eine Mensch sie gewesen sei, fiel die Antwort nicht schwer:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-color has-link-color wp-elements-bbcaadfca458ff4061d85d4c7a570013 wp-block-paragraph" style="color:#0a66c7"><strong><em>„Meine Nonna war eine willensstarke, resolute, einsame Frau, geboren noch vor Beginn des Ersten Weltkriegs und aufgewachsen in einer bäuerlichen Familie, tüchtig und lebensklug, ohne jede Schulbildung. Nachdem sie die Feldarbeit hinter sich gelassen hatte, saß sie, wie viele Frauen des Südens, die längste Zeit des Tages auf einem Stuhl im Halbdunkel ihrer Wohnung, während draußen die Sonne schien und das Meer glitzerte…“&nbsp;</em></strong></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">In seinen tagebuchartigen Erzählungen schildert Thomas de Padova wie er sommers mit ihr in diesem Halbdunkel saß. Oft Stunden, in denen nichts geschah. Es wurde wenig gesprochen, sie gab nur wenig von sich preis, so dass nur ein unvollständiges Gemälde ihres Lebens entstand. Berührend schildert Thomas de Padova die Stunden, an dem seine Nonna diese Welt verließ, nicht ohne vorher noch um ihr geliebtes Zitroneneis zu bitten…</p>


<div class="wp-block-image is-style-tw-frame">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="664" src="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/09/imago0333268504m.jpg" alt="" class="wp-image-208" srcset="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/09/imago0333268504m.jpg 1000w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/09/imago0333268504m-300x199.jpg 300w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/09/imago0333268504m-768x510.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">In den Straßen von Mattinata. (© Imago Images)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Nonna ist keine Biografie herkömmlicher Art, kein glattes Aneinanderreihen von Gesprächen, kein Roman im üblichen Sinne, sondern liebevolles Eintauchen in eine deutsch-italienische Familiengeschichte, in der es nicht alleine um die Großmutter geht, sondern in tiefer gehenden Notizen auch um geschichtliche und soziale Aspekte des Landes. Eine italienische Angelegenheit.</p>



<pre class="wp-block-preformatted has-text-color has-link-color wp-elements-87913ef8b5ff844f7cc0eff026909b27" style="color:#118f8ffc"><strong>PINNWAND: Das Zitat von Thomas de Padova über seine Nonna stammt aus einem Interview, dass der Hanser-Verlag Berlin führte.</strong></pre>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Pferde mit blonden Mähnen aus dem Bergdorf Hafling</title>
		<link>https://stoersignale.stoer.de/natur/kleinblonde-pferde-aus-dem-bergdorf-hafling/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Erich Stör]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2026 08:02:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Südtirol]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Bergdorf auf einem Hochplateau zwischen Bozen und Meran in Südtirol ist die Heimat der blonden Haflinger Pferde, die sich durch Genügsamkeit und Fleiß auszeichnen.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-drop-cap wp-block-paragraph">Zugegeben, mit Pferden hatte ich zeitlebens nicht viel zu tun, wenn man davon absieht, dass ich als Achtjähriger mit einer Bierkutsche und belgischen Brauereipferden im Geschirr durch Frankfurt zuckelte oder als junger Reporter für eine Frankfurter Tageszeitung eine kurze Zeit über die Rennen auf der Galopp-Rennbahn in Frankfurt berichtete. Dann aber liefen mir bei einem Urlaub in Südtirol auf dem sonnenüberfluteten Hochplateau Tschögglberg einige dieser gedrungenen Pferde mit den blonden Mähnen über den Weg und ich begann mich für diese Rasse zu erwärmen, die nach dem Ort Hafling über den Dächern von Meran benannt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der „Ort der Pferde“ liegt zwischen Bozen und Meran und trennt Etsch- und Sarntal. Aus Richtung Bozen kommend, führt die Autostraße vom Weinort Terlan in lang gezogenen Kehren bergwärts, auf der weiteren Fahrt werden die Orte Verschneid, Mölten, Schlaneid und Vöran passiert. Immer wieder sind auf den Wiesen grasende oder frischfröhlich umherjagende Haflinger zu sehen, ohne sich bei ihrem Treiben stören zu lassen. Die Gegend um Hafling liegt auf einer Höhe zwischen 1200 und 2500 Metern und besteht aus großen Almen und schattenreichen Wäldern. Von hier oben lässt sich von bestimmten Positionen ein Blick in das Etschtal und auf die Texelgruppe werfen. Genauso gut lässt sich natürlich von Meran herauffahren, ebenfalls kurvenreich: und wir sind oft genug nach Hafling gekommen, um hier zu wandern.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ursprünglich aus Schluderns</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bergdorf mit den Streusiedlungen St. Kathrein, Hafling Dorf, Hafling Oberdorf und Falzeben, knapp 1000 Bewohner,&nbsp; hat den „Haflingern“ also den Namen gegeben, obwohl das kompakte Pferd ursprünglich aus Schluderns im Vinschgau stammt. Einer historischen Überlieferung zufolge hatte dort ein Mann namens Josef Folie 1874 aus einem orientalischen Hengst und einer galizischen Landstute ein Pferd gezüchtet, das für die Arbeit auf schmalen Saumpfaden in den unwegsamen Bergen unverzichtbar war.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image is-style-default">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="881" src="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2019/10/shutterstock_2768005147-1024x881.jpg" alt="" class="wp-image-5277" srcset="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2019/10/shutterstock_2768005147-1024x881.jpg 1024w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2019/10/shutterstock_2768005147-300x258.jpg 300w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2019/10/shutterstock_2768005147-768x661.jpg 768w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2019/10/shutterstock_2768005147.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zwei Haflinger als Fiaker-Pferde in Salzburg. (© Koajan / shutterstock.com)</figcaption></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Weil sich die karge Gegend am Tschögglberg besonders gut für die Zucht eignete, versuchten immer mehr Bergbauern ihr Einkommen mit der Kunst des Pferde züchtens aufzubessern. Als schließlich sich erste Erfolg einstellten und durch Erlass des kaiserköniglichen Ackerbauministers 1898 die Bezeichnung „Haflinger“ durch die österreich-ungarische Donaumonarchie geschützt, und die Zucht in der Gegend um Hafling gefördert wurde, war dies zugleich die Geburt des „Haflingers“.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unterstützung von „oberster Stelle“ hatte einen guten Grund. Dem Pony werden viele positive Eigenschaften zugeschrieben. Es gilt als fleißig und unkompliziert und ist für robuste Arbeiten durch Ausdauer, Gutmütigkeit und Trittsicherheit bestens geeignet. Haflinger sind nicht höher als 1,48 Meter, besitzen ein fuchsfarbenes Fell, das allerdings in dunklerer und hellerer Schattierung vorkommt. Am auffälligsten ist jedoch die lange, hellblonde Mähne.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Haflinger prägen den Ort</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Das Leben der Menschen in Hafling, knapp 1000 Einwohner zählend, und heute immer noch als Namensgeber der „Haflinger“ bekannt, wird seit 150 Jahren von den Pferden geprägt. Reitschulen und Kutschendienste gehören neben den Züchtern zum täglichen Leben, Beim Spazierengehen begegnen dem Wanderer allerorten die klein gewachsenen Tiere. Obwohl dem Namen nach Hafling noch immer das Zentrum der Zucht ist (oder zu sein scheint), werden inzwischen Haflinger vor allem in Bayern, Österreich und im Norden Italiens gezüchtet.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="912" height="1024" src="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2019/10/shutterstock_2083674091-912x1024.jpg" alt="" class="wp-image-5279" srcset="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2019/10/shutterstock_2083674091-912x1024.jpg 912w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2019/10/shutterstock_2083674091-267x300.jpg 267w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2019/10/shutterstock_2083674091-768x863.jpg 768w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2019/10/shutterstock_2083674091.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 912px) 100vw, 912px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Haflinger als Dressurpferd. (© BabettsBildergalerie / shutterstock.com)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Waren die Haflinger früher noch überwiegend als Lasttiere unterwegs, weil sie „schweres Gepäck“ in schwierigem Geläuf klaglos zu tragen vermochten, sind sie in heutigen Zeiten auch als Familien- oder Freizeitpferde beliebt. Ihre Wertschätzung erfahren sie auch durch die traditionsreichen Haflinger-Wettbewerbe auf der Meraner Pferderennbahn. Die Osterrennen gehören jedes Jahr zu den Höhepunkten der Saison.&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Fachwerk-Quartier am Alten Bamberger Rathaus</title>
		<link>https://stoersignale.stoer.de/stadtbesuch/kurioses-rottmeisterhaus-im-fraenkischen-bamberg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Erich Stör]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jun 2026 11:43:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stadtbesuch]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Mainland]]></category>
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					<description><![CDATA[Das kurios-originelle „Rottmeisterhaus“ (stock.adobe.com) am Alten Bamberger Rathaus dürfte eines der am meisten fotografierten Gebäude in Deutschland sein. Verständlich.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-drop-cap wp-block-paragraph">Zwei Dinge sind mir zum fränkischen Kleinod Bamberg stets spontan eingefallen: Der Bamberger Reiter aus dem 13. Jahrhundert, der als städtisches Wahrzeichen im Dom seinen Platz gefunden hat, sowie das Bamberger Hörnchen. Letzteres kein Gebäck, wie man zunächst vermuten möchte, sondern eine Kartoffelsorte mit exzellentem Ruf. Die Ähnlichkeit der Knollen mit Hörnchen aus den Backstuben hat ihr den Namen gegeben. Vom Reitersmann hörte ich erstmals im Unterricht in der Schule, von den Hörnchen beim Gemüsehändler um die Ecke. Er erzählte, dieser alte Erdapfel sei wegen seines nussigen Geschmacks eine Lieblinggfrucht für Feinschmecker, aber vom Aussterben bedroht, weil die gekrümmten Knollen für eine maschinelle Bearbeitung nicht geeignet seien.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Wie angeklebt</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Über Rolle von Reiter und Kartoffel-Hörnchen will ich indessen nicht erzählen, ich schiebe ihre Geschichte einfach beiseite und widme mich dem Alten Rathaus, das mich schon bei meinem ersten Besuch in Bamberg gefangen nahm. Das ansehnliche Gebäude ragt mitten aus der Regnitz und ist wahrscheinlich eines der am&nbsp; häufigsten fotografierten Gebäude in Deutschland, wobei die Objektive oder Smartphones von Hobby- oder Berufsfotografen vor allem auf das Rottmeisterhaus gerichtet sind. Das Fachwerkgebilde wirkt schwebend und ein wenig wie angeklebt an das eigentliche Rathaus. Gleichwohl wirken die Gebäude wie ein einheitliches Ensemble und man kann sich nur schwerlich das eine ohne das andere vorstellen.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1015" src="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/02/shutterstock_2707966257-1024x1015.jpg" alt="" class="wp-image-4516" srcset="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/02/shutterstock_2707966257-1024x1015.jpg 1024w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/02/shutterstock_2707966257-300x298.jpg 300w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/02/shutterstock_2707966257-150x150.jpg 150w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/02/shutterstock_2707966257-768x762.jpg 768w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/02/shutterstock_2707966257.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Der Bamberger Reiter im Dom. (© Frank Wagner/Shutterstock.com)</strong></figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Das Rottmeisterhaus diente im Mittelalter den vorgesetzten Rottenführern der Stadtwachen als Unterkunft. Das kurios-originelle&nbsp; Fachwerk wurde wohl erst einige Jahrzehnte nach dem Bau des Rathauses angefügt, was sich aus seiner erstmaligen urkundlichen Erwähnung im Jahr 1386 ablesen lässt; für das Rathaus selbst gibt es einen Hinweis auf einen dort abgehaltenen Markt aus 1268. Die Daten existieren, aber eine Gewähr lässt sich daraus nicht ableiten.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Mitten in der Regnitz</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gesamtgebäude steht mitten im Fluß. Aber warum? Historiker berichten in diversen Überlieferungen von der Sage, die Bamberger Bürger hätten ein Rathaus bauen, der herrschende Bischof aber kein Grundstück hergeben wollen. Daraufhin wären die schlauen Bürgersleut’ auf die Idee gekommen, in der Regnitz eine künstliche Insel zu errichten und darauf (neben einer bereits bestehenden Brückenanlage mit Turm) das Rathaus zu errichten. Weil die Regnitz kein Grund und Boden des Bischofs gewesen sei, habe dieser den Bauarbeiten erzürnt, aber tatenlos zuschauen müssen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bei Sagen üblich, lässt sich der Wahrheitsgehalt nicht belegen. Andere Erkenntnisse sprechen dagegen. Autoren der Enzoklopädie „Wikipedia“ glauben herausgefunden zu haben, der Standort inmitten des&nbsp; Flusses sollte wahrscheinlich nur „die beiden bürgerlichen Gebiete (Sandgebiet unterhalb der Domburg und die Inselstadt) miteinander verbinden.“ Doch auch dies ist eher eine Vermutung.&nbsp;</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Hartes Eichenholz</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Egal. Tatsache ist, dass das Rathaus samt Nebengebäuden in der Regnitz steht. Wie kann das sein? – so fragt sich mancher der staunenden Besucher. Und erhält die Antwort, die fleißigen Bamberger Handwerker hätten Hunderte von Eichenpfählen in den Grund des Flusses getrieben, um ein stabiles Fundament zu schaffen. Das habe vorzüglich geklappt, weil Eichenholz im Wasser nicht verfault, sondern sich zu eine Masse zusamenfügt, die in ihrer dauerhaften Festigkeit sogar Beton ersetzen kann. Grund genug, um von 1897 bis 1922 Bamberger Straßenbahnen über die Straße durch das Alte Rathaus fahren zu lassen.</p>


<div class="wp-block-image is-style-default">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="898" height="1024" src="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/12/iStock-593317714-2-898x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3064" srcset="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/12/iStock-593317714-2-898x1024.jpg 898w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/12/iStock-593317714-2-263x300.jpg 263w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/12/iStock-593317714-2-768x876.jpg 768w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/12/iStock-593317714-2.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 898px) 100vw, 898px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Lebhaftes Treiben vor dem Alten Rathaus in Bamberg. (© istock.com / TomekD76)</strong></figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Heutzutage sind Altes Rathaus samt Rottmeisterhaus, Dom und Residenzschloss Anziehungspunkte für Touristinnen und Touristen aus aller Welt. Die Kameras oder Bilder machenden Telefone klicken, klicken, klicken. Auch anderswo, denn die historischen Bezirke Berg-, Insel- und Gärtnerstadt gehören zum UNESCO-Welterbe. Die historische Substanz ist weitgehend original erhalten, über 1000 Häuser stehen unter Denkmalschutz. Es gibt viel zu sehen in Bamberg.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Konstantin Ziolkowskis Ideen schweben über Wostotschny</title>
		<link>https://stoersignale.stoer.de/kosmos/konstantin-ziolkowskis-stern-leuchtet-ueber-wostotschny/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Erich Stör]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 May 2026 08:58:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kosmos]]></category>
		<category><![CDATA[Russland-UdSSR]]></category>
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					<description><![CDATA[Taiga-Wälder, Amur, feuerspeiende Raketen-Ungeheuer und das Städtchen Ziolkowski im Fernen Osten. Oder Kaluga? Oder Wostotschny? Was hat es damit auf sich? Einige Antworten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-drop-cap wp-block-paragraph">Höhere Mathematik war noch nie mein Ding. Sie blieb mir fremd und rätselhaft. Das wurde mir schmerzhaft bewusst, als ich vor einigen Jahren die Aufzeichnungen eines gewissen Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski sah, voller merkwürdiger Zeichen, angereichert mit Zeichnungen, Symbolen und Randnotizen. Vollgekritzelte Papiere. Was hatte es damit auf sich?&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Enthusiast der Raumfahrt hatte ich den Namen Ziolkowski in Publikationen öfter gelesen, aber lange nicht richtig einordnen können. Die Helden des Weltalls waren anderswo zu orten. Juri Gagarin als Erster auf einer Erdumlaufbahn, Alexej Leonow der erste Mensch, der in den freien Weltraum ausstieg, Valentina Tereschkowa, die&nbsp; erste Frau im All, allesamt sowjet-russischer Herkunft und schließlich: Neil Armstrong, der amerikanische Mann im Mond, tiefe Fußspuren hinterlassend. Dazu&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konstrukteure, Ingenieure, Techniker, Militärs, einfache Arbeiter in den Montagehallen und an den Rampen. Doch sie alle wären nicht zu Ruhm und Ehren gekommen ohne diesen Mathematik- und Physiklehrer aus Kaluga, einer Stadt knapp 200 Kilometer südlich von Moskau.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Seiner Zeit weit voraus</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Der schmale Mann mit Nickelbrille war einer der ersten, die sich mit theoretischen Fragen der Raumfahrt befassten. Heute gilt er als „geistiger Vater (nicht nur) der russischen Raumfahrt“. Lange verkannt und sogar als Phantast abgetan, war Ziolkowski (1857-1935) seiner Zeit weit voraus war. Er veröffentlichte 1903 die noch heute gültige Grundgleichung zur Bestimmung der Geschwindigkeit von Raketen und formulierte Pläne von Satelliten und Weltraumstationen, genaue Details erspare ich mir hier und verweise aufs Internet.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Forscher erlebte die Realisierung seiner theoretischen Ansätze allerdings nicht mehr. In den Fünfziger Jahren wurden in der UdSSR seine Pläne jedoch unter maßgeblicher Leitung des legendären sowjetischen Chefkonstrukteurs Sergej Pawlowitsch Koroljow, der als junger Student Ziolkowski noch zu dessen Lebzeiten in Kaluga aufgesucht hatte, Stück für Stück realisiert.&nbsp;</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Späte Würdigung</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Eine späte Würdigung des Raumfahrt-Theoretikers folgte 2015. Neunzig Jahre nach seinem Tod wurde das kleine Städtchen Uglegorsk am Kosmodrom Wostotschny im Fernen Osten in Ziolkowski umbenannt. Warum gerade Uglegork? Die kleine Stadt ist organisatorisches Zentrum des Kosmodroms Wostotschny, dem modernen russischen Tor zum Weltraum, das das in die Jahre gekommene Baikonur (Kasachstan) ergänzen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wostotschny ist 2026 zehn Jahre in Betrieb, gleichwohl neu und in den Kinderschuhen steckend. Sojus-Raketen starten bisher noch selten, aber regelmässig, eine Angara-Plattform hat nach einem Probestart mit einer schweren Rakete ihre offizielle Zulassung erhalten. Einer Meldung der Nachrichtenagentur TASS entnehme ich dieser Tage, dass ein privater Investor 2026 eine Vorrichtung für den Flug der superleichten Rakete „Start-1M”, beruhend auf der Interkontinental-Rakete Topol, errichtet, von der 2027 erste kommerzielle Flüge erfolgen sollen. Der Alltag der Raumfahrt in Wostotschny, das auf deutsch etwa „Östlicher Weltraumbahnhof&#8220; heisst – die Tageszeitung im nahe gelegenen Blagoweschtschensk bezeichnet Wostotschny sogar schlicht als „Baikonur Ost” – , hat also begonnen.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="893" src="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/05/shutterstock_2227487621-1024x893.jpg" alt="" class="wp-image-5238" srcset="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/05/shutterstock_2227487621-1024x893.jpg 1024w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/05/shutterstock_2227487621-300x262.jpg 300w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/05/shutterstock_2227487621-768x669.jpg 768w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/05/shutterstock_2227487621.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Raumfahrtmuseum in Ziolkowskis Heimatstadt Kaluga. (Collection Maykowa, shutterstock).</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Und die Stadt „Ziolkowski” wächst ebenso rasant wie das nahe Kosmodrom. In zwei Kilometer Entfernung von den Startkomplexen befindet sich das Technische Zentrum mit der Halle für die Endmontage der Raketen. Fertiggestellt wurden Fabriken zur Sauerstoff- und Stickstoffproduktion-, ein Heizkraftwerk, Messpunkte für Telemetrie-Daten, eine Filiale des „Kosmonauten-Trainingszentrum Juri Gagarin&#8220; sowie diverse anderen Betriebe. Der Flughafen ist fertiggestellt, ein Bahnhof sowie Wohnhäuser, Geschäfte, Bildungs- und Kulturstätten für demnächst 40.000 Einwohner runden das Bild ab.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und über allem schwebt der Geist des genialen Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski aus Kaluga, der posthum hier eine neue Heimat gefunden hat.</p>



<pre class="wp-block-preformatted has-text-color has-link-color wp-elements-d9738c2ba4ca62f37d9b63a46bee089e" style="color:#118f8ffc"><strong>PINNWAND: Neben Ziolkowski (1857–1935) zählen die Deutschen Hermann Oberth (1894–1989) und Walter Hohmann (1880–1945) sowie der US-Amerikaner Robert Goddard (1882–1945) zu den bekanntesten Theoretikern der Raumfahrt-Geschichte. Goddard war auch Praktiker und  startete 1926 die weltweit erste erfolgreiche Flüssigkeitsrakete.</strong><br></pre>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Wenn im Rosental der Frühtau an den Blättern hängt…</title>
		<link>https://stoersignale.stoer.de/reiseerlebnis/wenn-im-rosental-der-tau-noch-an-den-blaettern-haengt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Erich Stör]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 May 2026 07:53:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseerlebnis]]></category>
		<category><![CDATA[Bulgarien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://stoersignale.stoer.de/?p=4956</guid>

					<description><![CDATA[Rosenblätter zu pflücken, ist in Bulgarien eine Knochenarbeit. Doch wenn die Ernte vorbei ist, wird bei einem internationalen Rosenfest in in der Stadt Kazanlak (Foto: Shutterstock) gefeiert.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-drop-cap wp-block-paragraph">Mit meinem bulgarischen Bekannten Petar T. bin ich in einem uralten Lada in Bulgarien unterwegs. Wie sind auf dem Weg von der Hauptstadt Sofia ans Schwarze Meer. Es ist Ende Mai, die Sonne steht hoch und strahlt vom blauen Himmel. Mittagszeit in Karlovo, einem kleinen Städtchen im weltberühmten Rosental. Wir legen eine Rast ein. Ich wundere mich, dass auf den Feldern keine Erntehelfer oder -helferinnen zu sehen sind. Petar, der versonnen über die Landschaft schaut, klärt mich schmunzelnd auf: „Kein Wunder, das niemand zu sehe<em>n ist. Die Rosen müssen sehr früh morgens, noch vor dem Sonnenaufgang und einzeln mit der Hand gepflückt werden, weil der Ölgehalt dann am höchsten ist. Das erfordert nicht nur Geschick und Ausdauer, sondern ist harte Knochenarbeit.&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Herzen des Landes und südlich des Balkangebirges erstreckt sich auf einer Länge von rund 130 Kilometern dieses Rosental, das durch seine Einbettung zwischen Balkangebirge im Norden und der Sredna-Gora-Kette im Süden meist von starken Winden verschont bleibt. Das schafft klimatisch hervorragende Bedingungen für die rosafarbenen Damaszener Blüten, die ursprünglich aus dem Nahen Osten stammen, aber seit 1710 zwischen Sopol, Karlovo, Kalofer und Kazanlak entlang der Staatsstraße 6 angebaut werden.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="902" src="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/04/shutterstock_1262271469-1024x902.jpg" alt="" class="wp-image-4958" srcset="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/04/shutterstock_1262271469-1024x902.jpg 1024w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/04/shutterstock_1262271469-300x264.jpg 300w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/04/shutterstock_1262271469-768x676.jpg 768w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/04/shutterstock_1262271469.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rosen ernten ist Knochenarbeit. (© RaDoll / Shutterstock.com)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Im Mai und Juni blühen die Blumen auf den Rosenfeldern, ein Genuss für Nasen und Augen der vorbeifahrenden oder anhaltenden Besucher (auch für uns) – und eine wichtige Deviseneinnahme für den bulgarischen Staat. Während andere Rosen oft nur im Hinblick auf ihr schönes Aussehen gezüchtet werden, steht bei der „Damaszener&#8220; der Charakter im Vordergrund. Das sind Natürlichkeit, Duft und Tiefe. Ähnlich wie bei einem guten Wein, was sogleich auch romantische Gefühle aufkommen lässt; ich erinnere Petar an einen alten Freddy-Breck-Schlager aus den Siebziger Jahren, in dem Rosen und die Liebe besungen wurde und dessen schmalziger Text von Bulgarien-Liebhabern teilweise abgewandelt wurde in: <em>„Schön ist es im Rosenland, schön ist es am Goldenen Strand.&#8220;</em></p>



<h5 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-10706986ad2d416f1dd1fb4549fa3796"><strong>Keinerlei Romantik</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Petar brummt jedoch ungehalten: <em>„Mit Romantik und Spaß, wie es oft auf von der Tourismus-Branche verbreiteten Folklore-Fotos zu sehen ist, hat das nichts zu tun. Und die Pflückerinnen und Pflücker unterbezahlt.&#8220;</em> Er räumt aber ein, dass es nach der Erntesaison in Kazanlak ein großes Rosenfestival gibt, das internationalen Ruf geniesst und von vielen ausländischen Gästen besucht wird. <em>„Dort sind die traditionellen Volkstrachten und das Feiern angebracht. Ich hab’ nichts dagegen!&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch neugieriger geworden, frage ich, warum es so wichtig ist, frühmorgens zu pflücken? <em>„Nur wenn der Morgentau noch auf den Blättern hängt, ist beim Destillieren ein optimales Ergebnis zu erzielen.&#8220;</em> Und ich mag es kaum glauben, was Petar an Information nachschiebt. <em>„Um ein Liter Rosenöl zu gewinnen, sind&nbsp; je nach Jahreszeit drei bis fünf Tonnen Blätter notwendig.&#8220;</em> Umgerechnet entspricht das 10.000 bis 30.000 handgepflückter Rosen. Unter diesen Voraussetzungen ist der Literpreis zwischen 83 und 85 Euro sogar relativ günstig.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="882" src="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/04/shutterstock_2584858673-1024x882.jpg" alt="" class="wp-image-4959" srcset="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/04/shutterstock_2584858673-1024x882.jpg 1024w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/04/shutterstock_2584858673-300x259.jpg 300w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/04/shutterstock_2584858673-768x662.jpg 768w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2026/04/shutterstock_2584858673.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Blumen und das kostbare Erzeugnis Rosenöl. (© Esin Deniz / Shutterstock.com)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Was für ein Aufwand und wie gering der Ertrag, zumal die Blätter nur einmal im Jahr geerntet werden können –&nbsp; was freilich ausreicht, um&nbsp; 70 Prozent der Weltproduktion zu decken. Bulgariens Exportartikel Nummer 1&nbsp;stammt aus dem Rosenland.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Gedanken an Manchester und Trainer Pep Guardiola</title>
		<link>https://stoersignale.stoer.de/sport/begegnungen-mit-manchester-und-fussballtrainer-pep-guardiola/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Erich Stör]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2026 11:38:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>
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					<description><![CDATA[Der katalanisch-spanische Fußballtrainer Pep Guardiola (Foto: Shutterstock) verlässt bei Manchester City die Seitenlinie. Einige meiner Erinnerungen an die Industriestadt  in Mittelengland.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-drop-cap wp-block-paragraph">Viermal in meinem Leben wurde ich nicht nur beiläufig, sondern fast mit der Nase auf die englische Industriestadt Manchester gestossen. Das erste Mal in meinen Kinderjahren, als ich von den Eltern eine Cordhose erhielt, mit der Bemerkung, diese „Manchester-Hose&#8220; sei so robust, das sie wohl meinen „Zerreissproben&#8220; länger standhalten würde, als die bisherigen. Das zweite Mal, als ich 1956 in einer Kino-Wochenschau einen Filmbericht sah, in dem über den deutschen Kriegsgefangenen Bert Trautmann berichtet wurde, der nach dem Zweiten Weltkrieg in England geblieben war und gerade als Torwart von Manchester City zum Fußballer des Jahres gewählt worden war. Das dritte Mal, als ich bei einem gewerkschaftlichen Lehrgang mich längerer Zeit mit dem Begriff des „Manchester-Kapitalismus&#8220; und seiner Schattenseiten beschäftigte, und zum vierten Mal in den vergangenen Jahren, als&nbsp; der Fußballclub Manchester City durch die erfolgreiche Arbeit des Trainers Pep Guardiola reihenweise Titel gewann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Frühsommer 2026&nbsp; ist dieser Guardiola als Teammanager des englischen Spitzenclubs zurückgetreten. In Zukunft wird er als globaler Botschafter für die City Football Group arbeiten, zu der neben den Citizens noch New York City FC und weitere internationale Klubs gehören. Der aus Katalonien stammende Spanier wurde nach seinem Abgang aus dem Trainergeschäft mit Lobeshymnen überschüttet, eine Tribüne im Stadion wird in Zukunft seinen Namen tragen. Mit Recht wie ich meine, hat er doch den englischen Klub nach seinen Stationen in Barcelona und München zu außergewöhnlichen Erfolgen geführt.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>41 Titel gewonnen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Der eher intellektuell wirkende Mann mit lichtem Haar und wachen Augen, war als Trainer und Coach ein Gigant, der sein Metier beherrschte wie kein anderer. Mit 41 Titelgewinnen (FC Barcelona, Bayern München, Manchester City) steht der Katalane unangefochten an der imaginären Tabellenspitze im Ranking seiner Berufskollegen. Seine letzten Erfolge waren der Gewinn des englischen Pokals und des Ligapokals 2026. Erfolgreicher als Guardiola war bisher nur der schottische Trainer Sir Alex Ferguson, der insgesamt 49 Titel in Schottland und England gewann. Alleine mit Manchester United – noch einmal ein Bezug zu dieser Stadt – holte Ferguson 38 Trophäen, darunter zweimal die Champions League und 13 Mal die englische Meisterschaft.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über Guardiola aber ist alles gesagt. Ob er noch einmal an die Seitenlinie zurückkehren wird, ist offen; er weiß es wohl selbst nicht genau. Ich verkneife mir auch eine Würdigung, das können (und werden) Berufenere tun, zumal ich seine Arbeit nie real kennengelernt habe und nur aus dem Fernsehen kenne. Ich beschränke mich auf eine Zusammenfassung seiner Erfolge. Sie sagen mehr als Tausende schöner Worte.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Außergewöhnliche Liste</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Nationale Meistertitel:</em> FC Barcelona (2009, 2010, 2011), FC Bayern München (2014, 2015, 2016), Manchester City (2018, 2019, 2021, 2022, 2023, 2024).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Nationale Pokalsiege:</em> FC Barcelona (2009, 2012), FC Bayern München (2014, 2016), Manchester City (2019, 2020, 2023, 2026; plus englischer Ligapokal 2018, 2019, 2020, 2021, 2026).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Nationale Superpokale:</em> FC Barcelona (2010, 2011, 2012), Manchester City (2019, 2020, 2025).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Internationale Titel</em>, Champions League:, FC Barcelona (2009, 2011), Manchester City (2023). &#8211; UEFA-Supercup: FC Barcelona (2010, 2012),&nbsp; FC Bayern München (2014), Manchester City (2024), Klub-WM: FC Barcelona (2010, 2012), FC Bayern München (2014), Manchester City (2024).</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Auch Langeweile</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Guardiola war und ist ein Besessener seines Berufs, der nicht nur den reinen Erfolg sieht. Er träumt vom „perfekten Fußball&#8220;. Als Guardiola nach seinen Antriebskräften befragt wurde, berief er sich nicht auf die gewonnenen Titel, sondern sagte: <em>„Mein Traum ist, mit meinen Spielern neue Ideen zu entwickeln und ganz neue Sachen auszuprobieren.&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist ihm gewiss gelungen. Der von ihm entwickelte und geprägte Tiki-Taka-Fußball war brillant, sehenswert und bereichernd, aber oft genug auch mehr als langweilig. Diese endlosen Ballstafetten, dieses ewige Hin und Her… Da kann ehrlicher Amateurfußball manchmal spannender sein. Trotzdem: Danke Guardiola.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Sind wir allein? Isaac Asimov sinniert über fremde Welten</title>
		<link>https://stoersignale.stoer.de/kosmos/sind-wir-allein-isaac-asimow-ueber-fremde-welten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Erich Stör]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 11:34:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kosmos]]></category>
		<category><![CDATA[Universum]]></category>
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					<description><![CDATA[Isaac Asimovs Buch über fremde Welten (1979) gibt auch 47 Jahre nach dem Erscheinen einen faszinierenden Überblick über die Möglichkeit, bewohnbare Planeten zu entdecken.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-drop-cap wp-block-paragraph">Es steht außer Frage, dass es im Universum intelligentes Leben gibt. Dafür liefert unser Erde den unübersehbaren Beweis. Doch die Frage, die Wissenschaftler, Astronomen oder Philosophen (und auch einfache Menschen) umtreibt, lautet: Sind wir alleine im Weltall? Niemand kann das bisher beantworten, doch seit immer mehr Sternensysteme mit Planeten in unserer Milchstraße entdeckt werden, setzt sich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass es im Kosmos nur so wimmeln muss von intelligentem (oder auch nichtintelligentem) Leben, ganz egal wie immer das auch aussehen mag.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Thema hat auch mich schon immer fasziniert. Gerade in der Zeit der Corona-Krise ist gelegentlich auch die Frage diskutiert worden, ob ein Virus das Leben, zumindest das der Gattung „Homo sapiens&#8220;,&nbsp; gänzlich auslöschen könnte. Dies wird in das Reich der Fabel verwiesen, aber der Gedanke reizt dazu, sich wieder einmal mit der Möglichkeit der Existenz von außerirdischen Lebensformen zu beschäftigen. Deshalb habe ich das bereits 1979 erschienene Buch <em>Außerirdische Zivilisationen </em>von Isaac Asimov aus dem Bücherschrank geholt, um meine Erinnerungen aufzufrischen.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Wissenschaftliche Erkenntnisse</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Asimov wußte, worüber er schrieb. Dieser russisch-amerikanische Biochemiker und Sachbuchautor (1920-1992) war auch ein exzellenter Science-Fiction-Autor. Doch was er zu Papier brachte, entsprang nicht der überschäumenden Laune eines fantasiebegabten Schriftstellers, sondern fußte auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus den Siebziger Jahren, wobei unter Astronomen Einigkeit darüber besteht, dass sich hoch entwickeltes Leben nur auf Planeten entwickeln kann, die ausreichend über Wasser verfügen und in der temperatur-gemässigten Ökosphäre liegen; ein nur etwa zehn Millionen Kilometer breiter Streifen, mit idealer Entfernung zum Zentralgestirn. Nur dort sind Bedingungen für die Entstehung von Leben – jedenfalls so, wie wir es kennen – , vorhanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Planeten muss es aber reichlich geben – und deshalb auch Leben, in welcher Form auch immer. Asimov untermauerte seine Ansicht mit zahlreichen Beispielen. Dabei ging Asimow nicht gerade überschwänglich zu Werk, sondern eher vorsichtig. Als Grundlage wählt er die Anzahl der Sterne in unserer Galaxie, die nach Ansicht der Astronomen bei 250 bis 300 Milliarden liegt. Weil Leben nur auf sonnenähnlichen Sternen möglich ist, reduziert sich die Zahl erheblich, denn grob geschätzt weisen nur ein Viertel aller Sterne in der Milchstraße diese Voraussetzungen auf, also etwa 75 Milliarden. Nur 52 Milliarden davon dürften wahrscheinlich über die zwingend erforderliche Ökosphäre verfügen, die Leben auf einem Planeten überhaupt ermöglicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach weiteren Einschränkungen verschiedener Art schätzte Asimov die Anzahl bewohnbarer Planeten in unserer Galaxie auf 650 Millionen, wovon 600 Millionen belebt sein dürften, 416 Millionen wird ein vielfältiges Landleben zugebilligt und 390 Millionen davon könnten eine technisierte Zivilisation aufweisen.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="873" height="619" src="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2023/09/clipdealer-B11831280-photo_jpg_s-1.jpg" alt="" class="wp-image-3535" srcset="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2023/09/clipdealer-B11831280-photo_jpg_s-1.jpg 873w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2023/09/clipdealer-B11831280-photo_jpg_s-1-300x213.jpg 300w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2023/09/clipdealer-B11831280-photo_jpg_s-1-768x545.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 873px) 100vw, 873px" /><figcaption class="wp-element-caption">Blick in die Tiefen des Universums. (© Clipdealer)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Da allerdings Zivilisationen auf einem erdähnlichen Planeten nur einen Bruchteil der Zeit existieren, die zwischen dem ersten Auftauchen einer Zivilisation und dem Ende des Zentralsterns liegen, und auch die gleichzeitige Existenz von Zivilisationen eher gering sein dürfte, reduziert sich die Zahl der Planeten, die gerade in diesem Moment von einer technischen Zivilisation bewohnt sein könnten, noch einmal. Asimov beziffert sie auf nur noch 530.000. Relativ wenig im Hinblick auf die 300 Milliarden Sterne in unserer Milchstraße, aber doch unfaßbar viele. Asimov räumt ein, dass er sich bei seinen Überlegungen aber auch geirrt haben könnte. Aber ein solcher Irrtum würde nicht viel ändern.&nbsp;</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Unglaubliche Zahl</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst wenn in unserer Galaxie tatsächlich nur die Erde von intelligenten Lebewesen bewohnt würde, heisst das noch nichts. Denn wenn man annimmt, es gäbe nur in jeder Galaxie mit ihren jeweils Milliarden Einzelsternen nur einen einzigen von intelligenten Lebewesen bewohnten Planeten, so kommen wir dennoch auf eine unglaubliche Zahl. Denn gegenwärtig wird die Anzahl der Galaxien (und es werden immer neue entdeckt) auf zwei Billionen veranschlagt. Aber schon eine Billion sind 1000 Milliarden oder auch eine „Eins mit zwölf Nullen&#8220;. Die Anzahl von lebenstragenden Planeten wäre immer noch schwindelerregend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Issac Asimovs Buch zeigt, dass heute und auch in ferner Zukunft die Frage nach außerirdischen Zivilisationen immer wieder neu gestellt werden wird, angereichert mit neuem Wissen, so dass die Antworten nicht leichter werden. Wie eingangs schon festgestellt, gibt es im Universum auf jeden Fall intelligentes Leben. Unsere eigene Existenz beweist das. Warum also nicht anderswo auch?</p>



<pre class="wp-block-preformatted has-text-color has-link-color wp-elements-edf653335d4bfeb2fb66151e7948970d" style="color:#118f8ffc"><strong>PINNWAND: „Außerirdische Zivilisationen“ von Issac Asimov, Verlag Kiepenhauer &amp; Witsch (Köln) 1981, Lizenzausgabe: Deutscher Bücherbund. – Zuerst erschienen bei Crown Publishers, New York 1979.</strong></pre>
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		<title>Rauschender Wasserfall in der Saarburger Altstadt</title>
		<link>https://stoersignale.stoer.de/stadtbesuch/rauschender-wasserfall-in-der-saarburger-altstadt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Erich Stör]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Apr 2026 08:28:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stadtbesuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mosel-Saar]]></category>
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					<description><![CDATA[Saarburg im westlichen Hunsrück ist ein Kleinod und wird von einem Wasserfall (Illustration: Stock.adobe.com) mitten in der Altstadt geprägt. Eine Attraktion für Besucher und Einheimische.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-drop-cap wp-block-paragraph">Saarburg also. Knapp 8000 Einwohner, Bundesland Rheinland-Pfalz. Eine Kleinstadt, die nicht im Zentrum des Landes sich befindet, sondern im westlichen Hunsrück im Grenzgebiet zu Luxemburg; dort an den Rand der Republik gelehnt, weit entfernt von schillernden Ballungsgebieten mit den mächtigen Metropolen, in denen das Leben zu pulsieren scheint, aber oft nur oberflächlich dahinrast. Immerhin liegt Saarburg nahe bei Trier, jener von den alten Römern geschaffenen ältesten Stadt Deutschlands.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst als mich ein beruflicher Termin in den westlichen Hunsrück führte, lernte ich in späten Lebensjahren dieses Kleinod kennen, das eingebettet zwischen Weinhängen mit Riesling-Reben und dichten Wäldern sich zu dieser Zeit zu einem Anziehungspunkt gemausert hatte, dominiert von der Saar und überblickt von Burgruine gleichen Namens&nbsp; – gesegnet mit einem Wasserfall in der Altstadt, der für den Tourismus in Saarburg wahrlich Gold wert ist. Zwanzig Meter tief stürzt das rauschende Wasser über Felskaskaden zwischen Ober- und Unterstadt in die Tiefe.&nbsp;</p>



<h5 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-cb463077bee9f66bb7f5aa47c3a33489"><strong>Löschwasser und Mühlenantrieb</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Spektakel ist keineswegs natürlicher Art, sondern dem profanen Grund geschuldet, die peitschende Kraft des Leukbachs und das Gefälle der Stadt zu nutzen, um sowohl Löschwasser bereit zu halten als auch aus wirtschaftlichen Gründen zwei Mühlen (Hackenberger ubnd Kürfürstliche) dauerhaft antreiben zu können. Touristische Erwägungen spielten beim Bau – genannt wird das 11./12. Jahrhundert – naturgemäß keine Rolle, doch rund um Wasserfall und Buttermarkt enstand damals ein besonderer Altstadt-Charme.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="734" src="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/12/AdobeStock_398053012-1024x734.jpeg" alt="" class="wp-image-3006" srcset="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/12/AdobeStock_398053012-1024x734.jpeg 1024w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/12/AdobeStock_398053012-300x215.jpeg 300w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/12/AdobeStock_398053012-768x550.jpeg 768w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/12/AdobeStock_398053012.jpeg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Restaurants am Leukbach in Saarburg: (© icrms / stock.adobe.com)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Saarburgs Zentrum mit Wasserfall, Altstadt und Buttermarkt wird von Marketing-Menschen gerne als „Klein-Venedig“ bezeichnet, was mir unnötig erscheint. Saarburg ist Saarburg – und die kleine Stadt spielt hier ihre Erkennungsmelodie, manchmal übermütig, dann wieder leise und zurückhaltend, jedenfalls nicht aufdringlich.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fischer- und Schifferhäuser – auf schweren Eichenpfählen ruhend – sind bunt gestrichen und gepflegt, malerische Gassen machen das Flanieren zum Genuss. Ich sehe eine „Schatztruhe“ voller antiker Waren, eine Boutique mit feinen Gewändern und ein weniger modisches Texilgeschäft. Doch das sind neben einem Hotel eher die Ausnahmen von der Regel. Restaurants und Cafés sind in der Überzahl. Kleine Brücken oder Stege verbinden die beiden Seiten des Leukbachs bevor er nach dem Waserfall in die Saar mündet.&nbsp;</p>



<h5 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-e2eb11fba1115ee5af4b6af3ed79137a">Gnädiger Schatten</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Nach längerem Erkundungsgang setze ich mich an einen der Tische und beobachte eine ältere Dame, die an ihrem Kaffee nippt und vom Kuchen nascht, gleichzeitig mit einer hellbraun getigerten Katze palavert, die leise miauend um ihren Tisch herumstreicht. Schlechte Situation für einige Vögel, die am Boden herabgefallene Krümel aufpicken möchten. Ein Mann betagten Alters schmaucht genüsslich sein Pfeifchen. Aus einem der Lokale ertönt leise Musik, eher schnulzig als modern. Es kommt keine Hektik auf, selbst die Bedienenden strahlen Gelassenheit und Ruhe aus. Es ist Nachmittag, die Zeit scheint stillzustehen, es entwickelt sich ein Hang zur Schläfrigkeit. Weit aufgespannte Schirme spenden gnädigen Schatten gegen Sonnenstrahlen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="776" src="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/12/AdobeStock_398053354-1024x776.jpeg" alt="" class="wp-image-3007" srcset="https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/12/AdobeStock_398053354-1024x776.jpeg 1024w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/12/AdobeStock_398053354-300x227.jpeg 300w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/12/AdobeStock_398053354-768x582.jpeg 768w, https://stoersignale.stoer.de/wp-content/uploads/2025/12/AdobeStock_398053354.jpeg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kaffeehaus-Atmosphäre am Markt in Saarburg. (© icrms / stock.adobe.com)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ausser dem Wasserfall gibt es weitere Sehenswürdigkeiten wie&nbsp;die Museen Hackenberger Mühle und Amüseum sowie eine Glockengießerei – von der Burgruine die, der Stadt ihren Namen gibt, ganz zu schweigen. Die Veste wurde von Graf Siegfried von Luxemburg errichtet und erstmals 964 n. Christus urkundlich erwähnt. Sie war zeitweise Sitz der Trierer Erzbischöfe und wurde nach kriegerischen Auseinandersetzungen 1705 von französischen Heerscharen gesprengt. Teile der Umfassungsmauern sowie ein Wohnturm sind erhalten. Die Ruine gilt als eine der ältesten Höhenburgen in Südwestdeutschland.</p>



<p class="has-normal-font-size wp-block-paragraph">Nicht alles lässt sich bei einem von Arbeit geprägten Kurzbesuch erfassen, dazu braucht es Zeit. Selbst eine halbstündige Informationsfahrt mit der schnuckeligen Saartalbahn reicht nicht aus. Alle Eindrücke von Saarburg sind nur Momentaufnahmen…</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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