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	<title>treffpunkteuropa.de</title>
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	<description>treffpunkteuropa.de ist das Onlinemagazin der Jungen Europ&#228;ischen F&#246;deralist:innen (JEF) Deutschland e.V. Es erscheint siebensprachig und wurde 2012 mit dem Europ&#228;ischen B&#252;rgerpreis ausgezeichnet.
Die JEF setzt sich &#252;berparteilich f&#252;r ein f&#246;deral geeintes und demokratisches Europa ein.
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		<title>Parlamentswahl in Ungarn: Ein Sieg mit Signalwirkung f&#252;r die EU</title>
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		<dc:date>2026-04-26T18:55:46Z</dc:date>
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		<dc:creator>Finn Sch&#228;fer, Le Courrier d'Europe, Luc&#237;a Montenero-Nebot</dc:creator>


		<dc:subject>Wahlen</dc:subject>
		<dc:subject>Viktor Orb&#225;n</dc:subject>
		<dc:subject>Ungarn</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;Am Sonntag, dem 12. April 2026, gewann die Tisza-Partei (&#8222;Respekt und Freiheit&#8220;) 138 der 199 Sitze im ungarischen Parlament. Damit verf&#252;gt sie &#252;ber eine verfassungs&#228;ndernde Mehrheit und beendet zugleich die 16-j&#228;hrige Herrschaft Viktor Orb&#225;ns. Der Wahlsieg des konservativen Tisza-Spitzenkandidaten P&#233;ter Magyar zeigt, dass sich Ungarn f&#252;r Europa entschieden hat und damit auch gegen den Ukrainekurs der Vorg&#228;ngerregierung. Auch der ukrainische Au&#223;enminister begr&#252;&#223;te Magyars Sieg und erkl&#228;rte, dieser k&#246;nne zu mehr Frieden, Sicherheit und Stabilit&#228;t in Europa beitragen.&lt;/p&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/-aus-den-mitgliedsstaaten-" rel="directory"&gt;L&#228;nderfokus&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-wahlen-2032-+" rel="tag"&gt;Wahlen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Victor-Orban-+" rel="tag"&gt;Viktor Orb&#225;n&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Ungarn-+" rel="tag"&gt;Ungarn&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/17/a54cbba6fec69f41c3c46c75380729.jpg?1777231829' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Am Sonntag, dem 12. April 2026, gewann die Tisza-Partei (&#8222;Respekt und Freiheit&#8220;) 138 der 199 Sitze im ungarischen Parlament. Damit verf&#252;gt sie &#252;ber eine verfassungs&#228;ndernde Mehrheit und beendet zugleich die 16-j&#228;hrige Herrschaft Viktor Orb&#225;ns. Der Wahlsieg des konservativen Tisza-Spitzenkandidaten P&#233;ter Magyar zeigt, dass sich Ungarn f&#252;r Europa entschieden hat und damit auch gegen den Ukrainekurs der Vorg&#228;ngerregierung. Auch der &lt;a href=&#034;https://www.franceinfo.fr/monde/europe/elections-legislatives-en-hongrie-le-premier-ministre-sortant-viktor-orban-reconnait-sa-defaite-face-au-leader-de-centre-droit-peter-magyar_7932968.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;ukrainische Au&#223;enminister begr&#252;&#223;te Magyars Sieg&lt;/a&gt; und erkl&#228;rte, dieser k&#246;nne zu mehr Frieden, Sicherheit und Stabilit&#228;t in Europa beitragen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Eine historisch hohe Wahlbeteiligung&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Das langersehnte Ende der &#196;ra Orb&#225;n ist vor allem das Ergebnis einer beispiellosen W&#228;hlermobilisierung. Bei Schlie&#223;ung der Wahllokale am Sonntagabend &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ungarn-wahl-magyar-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;lag die Wahlbeteiligung bei fast 80 %&lt;/a&gt;, dem h&#246;chsten Wert im Land seit der R&#252;ckkehr zur Demokratie im Jahr 1990. Zum Vergleich: Bei den Parlamentswahlen 2022 gaben 69,6 % der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Die hohe Wahlbeteiligung zeigt deutlich, wie gro&#223; der Wunsch nach Ver&#228;nderung in der ungarischen Gesellschaft geworden war. Magyars Appelle an die ungarische Jugend und die ungarische Diaspora haben offensichtlich Geh&#246;r gefunden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach der Ausz&#228;hlung von 77 % der Stimmen lag die von P&#233;ter Magyar gef&#252;hrte Opposition bei 53 % der abgegebenen Stimmen, w&#228;hrend die Fidesz-Partei von Viktor Orb&#225;n auf 38 % kam.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mehrere europ&#228;ische Spitzenpolitiker begr&#252;&#223;ten den Sieg des proeurop&#228;ischen Konservativen, unter ihnen der franz&#246;sische Pr&#228;sident Emmanuel Macron und die Pr&#228;sidentin der Europ&#228;ischen Kommission Ursula von der Leyen. &lt;a href=&#034;https://www.zdfheute.de/politik/ausland/ungarn-wahl-magyar-reaktionen-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Sie zeigte sich erfreut&lt;/a&gt; dar&#252;ber, dass Ungarn sich f&#252;r Europa entschieden habe. In seiner Siegesrede verwies Magyar zudem auf die symbolische Bedeutung des Wahltags: Der 12. April fiel genau auf den 23. Jahrestag des Referendums &#252;ber den Beitritt Ungarns zur Europ&#228;ischen Union (EU) im Jahr 2004.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Ein Durchbruch f&#252;r blockierte EU-Vorhaben&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Der proeurop&#228;ische Sieg k&#246;nnte schon bald konkrete Folgen f&#252;r die EU haben. Als erstes d&#252;rfte Orb&#225;ns Veto gegen das europ&#228;ische Darlehen von 90 Milliarden Euro f&#252;r die Ukraine wieder auf die Tagesordnung kommen. Der k&#252;nftige Premierminister k&#252;ndigte bereits an, das Veto aufzuheben, allerdings unter der Bedingung, dass Budapest sich finanziell nicht an dem Hilfspaket beteiligt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Neben dem Veto gegen das milliardenschwere Darlehen k&#246;nnten nun auch andere blockierte Entscheidungen der EU zur Ukrainepolitik wieder in Bewegung kommen, etwa die Sanktionen gegen Moskau oder die weitere finanzielle Unterst&#252;tzung f&#252;r Kyjiw. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 hatte Ungarn EU-Hilfen f&#252;r die ukrainische Regierung immer wieder erschwert. P&#233;ter Magyar machte daher deutlich, dass er diese ungarische Blockadepolitik nicht fortsetzen werde. F&#252;r die Europ&#228;ische Union geht es nun darum, grundlegende institutionelle Reformen auf den Weg zu bringen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nicht zuletzt geht es um die 18 Milliarden Euro an EU-Mitteln, die seit 2022 wegen Verst&#246;&#223;en gegen rechtsstaatliche Prinzipien eingefroren sind. Magyar k&#252;ndigte an, dass seine Regierung der Europ&#228;ischen Staatsanwaltschaft beitreten werde. Das gilt als zentrale Voraussetzung daf&#252;r, dass die Mittel wieder freigegeben werden. Der k&#252;nftige Premierminister erkl&#228;rte au&#223;erdem, Ungarn werde die von der Kommission geforderten Justizreformen auf den Weg bringen.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Das lang erwartete Ende des &#8222;Orb&#225;nismus&#8220;&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Trotz dieser Versprechen d&#252;rfte die R&#252;ckkehr zu einer voll funktionsf&#228;higen Demokratie f&#252;r das Land schwierig werden. Zwar verf&#252;gen P&#233;ter Magyar und seine Tisza-Partei mit einer Mehrheit von mehr als zwei Dritteln im Parlament &#252;ber einen klaren Vorteil. Doch Viktor Orb&#225;ns Einfluss auf den Staat ist tief verankert. Besonders seitens der Medien und der Justiz ist daher mit erheblichem Widerstand zu rechnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch der Wahlausgang kommt nicht nur Ungarn zugute. Er gibt der Europ&#228;ischen Union Anlass, ihre eigenen institutionellen Schw&#228;chen zu hinterfragen. In der Zeitung The Guardian &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/commentisfree/2026/apr/13/viktor-orban-europe-hungary-democracy-peter-magyar-victory&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;erkl&#228;rte Zselyke Csaky&lt;/a&gt;, Forscherin am Center for European Reform, diese Wahl biete Europa eine echte Chance, &#8222;gest&#228;rkt daraus hervorzugehen und seine grundlegenden Probleme anzugehen&#8220;. Damit verwies sie insbesondere auf die Debatte &#252;ber die Einstimmigkeitsregel in der Au&#223;enpolitik, die es einzelnen Mitgliedstaaten erm&#246;glicht habe, &#8222;den Kontinent in Geiselhaft zu nehmen&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ursula von der Leyen griff diese Dynamik umgehend auf. Bei einer Pressekonferenz in Br&#252;ssel sprach sie sich daf&#252;r aus, in der Au&#223;enpolitik k&#252;nftig st&#228;rker auf qualifizierte Mehrheitsentscheidungen zu setzen, um systematische Blockaden zu verhindern. Die Einstimmigkeitsregel in bestimmten Politikbereichen steht seit dem Vertrag von Lissabon aus dem Jahr 2009 immer wieder im Zentrum europ&#228;ischer Debatten. Damit hatte Viktor Orb&#225;ns lange Regierungszeit zumindest einen positiven Nebeneffekt: Sie hat der EU in der Praxis vor Augen gef&#252;hrt, welchen Preis die Einstimmigkeitsregel haben kann, wenn ein Mitgliedstaat sie als politisches Druckmittel einsetzt.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Eine klare Botschaft an Europas Populisten&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Am Tag nach dem Sieg der Tisza-Partei &lt;a href=&#034;https://www.franceinfo.fr/monde/europe/elections-legislatives-en-hongrie-le-premier-ministre-sortant-viktor-orban-reconnait-sa-defaite-face-au-leader-de-centre-droit-peter-magyar_7932968.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;erkl&#228;rte der ukrainische Au&#223;enminister Andrij Sybiha&lt;/a&gt;, die Niederlage von Viktor Orb&#225;ns Partei werde auch unmittelbare Folgen f&#252;r &#228;hnlich gesinnte Parteien und Bewegungen in Europa haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Wahl l&#228;sst sich als Signal f&#252;r die europ&#228;ische Parteienlandschaft insgesamt verstehen. Der neue Politikstil, mit dem P&#233;ter Magyar an die Macht kam, k&#246;nnte auf eine Entwicklung hin zu einer proeurop&#228;ischen und liberal-konservativen Politik hindeuten. Damit steht er klar im Gegensatz zu den nationalistischen und populistischen Tendenzen des scheidenden Premierministers. Der Durchbruch der proeurop&#228;ischen konservativen Partei f&#228;llt zudem in eine Phase, in der in den Jahren 2026 und 2027 zahlreiche Wahlen in Europa anstehen. Vor diesem Hintergrund k&#246;nnte Magyars Sieg erheblichen Einfluss auf gem&#228;&#223;igte rechte Parteien, aber auch auf die Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse im Europ&#228;ischen Parlament haben. Letztlich bedeutet dieser Sieg f&#252;r Ungarn und seine Bev&#246;lkerung eine Erleichterung auf nationaler Ebene. Betrachtet man ihn jedoch aus europ&#228;ischer Perspektive, ist seine Bedeutung mindestens ebenso gro&#223;, wenn nicht sogar noch gr&#246;&#223;er.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Europ&#228;ische Union blickt auf 16 Jahre des Zusammenlebens mit einem Mitgliedsstaat zur&#252;ck, der sich zunehmend wie ein interner Gegenspieler verhielt. Bei Themen wie der Unterst&#252;tzung f&#252;r die Ukraine oder der Achtung rechtsstaatlicher Grunds&#228;tze trat Ungarn teils sogar als klarer Widersacher auf. Unter Viktor Orb&#225;n war Ungarn innerhalb der EU der einzige Mitgliedstaat, der von einigen internationalen Indizes als &#8222;hybrides Regime&#8220; eingestuft wurde. F&#252;r die EU geht es nun darum, wieder stabile Beziehungen zu Ungarn aufzubauen. Zugleich bleibt die Hoffnung, dass sich dieser Wahlsieg langfristig in belastbaren und dauerhaften Reformen der EU niederschl&#228;gt, damit in Zukunft kein neuer europ&#228;ischer Au&#223;enseiter mehr die Union von innen heraus blockieren kann.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Die T&#252;rkei und der Nahe Osten</title>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Aleksandar Abramovic</dc:creator>



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&lt;p&gt;Die T&#252;rkei sieht f&#252;r sich eine bedeutende Rolle im krisengesch&#252;ttelten Nahen Osten, denn Ankara ben&#246;tigt f&#252;r seine wachsende Wirtschaft Energiezufuhren aus der Region. Die bedeutendsten Rivalen dabei sind der Iran, &#196;gypten und Frankreich. Ein Land mit gro&#223;en Ambitionen: Die T&#252;rkei im Nahen Osten Seit Erdogans Regierungsantritt im Jahr 2002 dringt die T&#252;rkei auf eine wichtige Rolle im Nahen Osten. Zun&#228;chst nur diplomatisch, wird dieses Ziel seit dem Arabischen Fr&#252;hling von 2011 auch (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://www.taurillon.org/-europa-und-die-welt-240-" rel="directory"&gt;Europa und die Welt&lt;/a&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/46/7a90dddac66d7c7bdcef4ddba0f393.jpg?1776277070' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;Die T&#252;rkei sieht f&#252;r sich eine bedeutende Rolle im krisengesch&#252;ttelten Nahen Osten, denn Ankara ben&#246;tigt f&#252;r seine wachsende Wirtschaft Energiezufuhren aus der Region. Die bedeutendsten Rivalen dabei sind der Iran, &#196;gypten und Frankreich.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Land mit gro&#223;en Ambitionen: Die T&#252;rkei im Nahen Osten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit Erdogans Regierungsantritt im Jahr 2002 dringt die T&#252;rkei auf eine wichtige Rolle im Nahen Osten. Zun&#228;chst nur diplomatisch, wird dieses Ziel seit dem Arabischen Fr&#252;hling von 2011 auch milit&#228;risch verfolgt. Wichtigster Verb&#252;ndeter der T&#252;rkei ist dabei die Muslimbruderschaft, die ideologisch mit der t&#252;rkischen Regierungspartei AKP verwandt ist. Sollten die Muslimbr&#252;der tats&#228;chlich in den arabischen Staaten an die Macht gelangen, m&#246;chte die AKP auf sie einen dominanten Einfluss aus&#252;ben. Die Kontrolle &#252;ber die arabischen Staaten w&#228;re f&#252;r die T&#252;rkei g&#252;nstig, damit sie Einfluss auf die vom Persischen Golf in die T&#252;rkei f&#252;hrenden Handelsrouten gewinnen kann. Die wachsende t&#252;rkische Wirtschaft ist n&#228;mlich dringend auf Energieimporte angewiesen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kurdistan und die Landverbindung in den Nahen Osten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die t&#252;rkischen Landverbindungen in die arabische Welt f&#252;hren durch das kurdische Siedlungsgebiet. Ein unabh&#228;ngiger Staat Kurdistan w&#252;rde die T&#252;rkei demnach von den arabischen L&#228;ndern abschneiden. Daher betrachtet Ankara die kurdischen Staatsbildungsprozesse im Irak und in Syrien mit gr&#246;&#223;tem Misstrauen. Dies gilt insbesondere gegen&#252;ber der PYG im Norden Syriens, &lt;a href=&#034;https://www.boeckler.de/fpdf/HBS-006880/p_study_hbs_385.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;die in Ankara als Ableger der PKK gilt.&lt;/a&gt; Gegen&#252;ber den irakischen Kurden nimmt die T&#252;rkei eine ambivalente Haltung ein: Einerseits lehnt Ankara eine staatliche Unabh&#228;ngigkeit der Kurdischen Autonomieregion im Nordirak klar ab. Andererseits ist die T&#252;rkei aber auch in Irakisch-Kurdistan der mit Abstand gr&#246;&#223;te Investor in der semi-autonomen Region. Die T&#252;rkei fungiert f&#252;r das irakische Kurdistan &lt;a href=&#034;https://www.boeckler.de/fpdf/HBS-006880/p_study_hbs_385.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;als wirtschaftliche Br&#252;cke zur Au&#223;enwelt.&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Persische Golf: Rivalit&#228;t mit dem Iran&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Persischen Golf bem&#252;ht sich die T&#252;rkei seit geraumer Zeit darum, iranischen Einfluss auf die Golfstaaten zu begrenzen. So unterhalten die t&#252;rkischen Streitkr&#228;fte in Katar einen Milit&#228;rst&#252;tzpunkt und Erdogan Erdogan schloss 2015 mit &#196;gypten und Saudi-Arabien eine gegen den Iran gerichtete Defensivallianz ab. Sie soll den Einfluss Teherans auf die &#246;stliche arabische Welt minimieren. Diesen Ambitionen der T&#252;rkei fiel wohl auch die Assad-Herrschaft in Damaskus zum Opfer: &#220;ber Syrien verl&#228;uft die k&#252;rzeste Landverbindung von der T&#252;rkei zur Arabischen Halbinsel. Daher unterst&#252;tzte Ankara in Syrien auch von ihm abh&#228;ngige Islamisten. Mit Erfolg, &lt;a href=&#034;https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/tuerkei-356/541897/aussen-und-sicherheitspolitik/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;denn die mit Iran verb&#252;ndete Regierung Assad wurde im Dezember 2024 gest&#252;rzt.&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Handelsroute vom Persischen Golf in die T&#252;rkei: Rivalit&#228;t mit &#196;gypten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die T&#252;rkei und &#196;gypten sind gegen&#252;ber dem Iran zwar miteinander verb&#252;ndet, gleichzeitig rivalisieren sie aber auch miteinander um Einfluss in der arabischen Welt. Kairo beansprucht dort traditionell eine F&#252;hrungsrolle und kommt der T&#252;rkei damit in die Quere. Allerdings steckt die &#228;gyptische Wirtschaft seit geraumer Zeit in einer finanziellen Misere ist es um die &#228;gyptischen Finanzen nicht besonders gut bestellt und die aufstrebende T&#252;rkei hat damit gute Chancen, die Rivalit&#228;t zu eigenen Gunsten zu entscheiden. Ankara dringt derzeit in das unmittelbare Vorfeld &#196;gyptens ein: In Syrien ist nun eine pro-t&#252;rkische Regierung an der Macht, in Libyen unterst&#252;tzt die T&#252;rkei die mit Islamisten besetzte Regierung in der Hauptstadt Tripolis gegen den von &#196;gypten unterst&#252;tzten General Haftar in Bengasi und im Sudan bem&#252;ht sich die t&#252;rkische Regierung diplomatisch um einen Waffenstillstand im laufenden B&#252;rgerkrieg. Ein dominanter Einfluss auf diese drei L&#228;nder w&#252;rde es der T&#252;rkei erm&#246;glichen, &#196;gypten strategisch zu umfassenin Schach zu halten. Infolgedessen k&#246;nnte Kairo zu politischem Wohlverhalten gezwungen werden. Damit erhielte die T&#252;rkei eine durchg&#228;ngige maritime Verbindungslinie vom Persischen Golf in das &#246;stliche Mittelmeer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das &#246;stliche Mittelmeer: Rivalit&#228;t mit Frankreich&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das &#246;stliche Mittelmeer ist f&#252;r die T&#252;rkei indessen nicht nur ein Transitraum, sondern auch ein Abbaugebiet f&#252;r Erdgas. Dabei versuchen die anderen Anrainer der Region Ankara aber au&#223;en vor zu halten: Vor einigen Jahren haben sich &#196;gypten, Israel, Griechenland, Zypern, Italien, Jordanien und die Pal&#228;stinensische Autonomiebeh&#246;rde zum &#8222;Gasforum &#214;stliches Mittelmeer&#8220; zusammengeschlossen. Das Forum soll den Energiebedarf seiner Mitgliedsstaaten decken und Gas in die Europ&#228;ische Union exportieren. Es sucht daher die N&#228;he zu Frankreich, dem Griechenland, Zypern und der Libanon eine F&#246;rderlizenz f&#252;r Erdgas erteilt haben. Daraufhin begann die T&#252;rkei auf eigene Faust im &#246;stlichen Mittelmeer nach Gasfeldern zu suchen. Das f&#252;hrte zu einer diplomatischen Krise mit Paris, &lt;a href=&#034;https://iep-berlin.de/site/assets/files/1984/integration_3_2021_4__umbruch_final_kempin.pdf https://www.swp-berlin.org/publikation/tuerkisch-franzoesischer-kulturkonflikt-europa-koennte-sich-gegen-die-tuerkei-verbuenden&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;das auch Kriegsschiffe in die Region entsandte.&lt;/a&gt; Frankreich ist f&#252;r die T&#252;rkei der wohl wichtigste Gegner in Libyen, denn Paris m&#246;chte eine Einflussnahme durch Ankara in dem nordafrikanischen Land verhindern. Die franz&#246;sische Regierung bef&#252;rchtet, &lt;a href=&#034;https://www.nzz.ch/meinung/trikolore-und-halbmond-frankreich-und-die-tuerkei-stehen-sich-im-oestlichen-mittelmeer-gegenueber-dabei-haben-die-beiden-laender-enge-historische-bande-ld.1578048 https://www.derstandard.at/story/2000121638061/der-franzoesisch-tuerkische-wettstreit https://iep-berlin.de/site/assets/files/1984/integration_3_2021_4__umbruch_final_kempin.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Libyen k&#246;nne sich f&#252;r die T&#252;rkei zu einem Einfallstor in das frankophone Afrika entwickeln.&lt;/a&gt;Diese Region, die &#8222;Francafrique&#8220;, steht noch immer unter gro&#223;em Einfluss Frankreichs.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fazit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die T&#252;rkei befindet sich insgesamt gesehen weiterhin in einem Wirtschaftswachstum, wodurch ihre internationale Bedeutung zunimmt. Um ihre Wirtschaft am Laufen zu halten, ben&#246;tigt die T&#252;rkei Energiezufuhren vom Persischen Golf und aus dem &#246;stlichen Mittelmeer. Hier st&#246;&#223;t sie mit anderen wichtigen Staaten wie Frankreich, Iran und &#196;gypten zusammen. Mittel zur Durchsetzung t&#252;rkischer Interessen sind das Milit&#228;r sowie die Zusammenarbeit mit islamistischen Gruppen in den arabischen L&#228;ndern. Da sie mit den USA verb&#252;ndet ist, befindet sich die t&#252;rkische Au&#223;enpolitik derzeit im Aufwind. Ob sich die T&#252;rkei im Wettbewerb der M&#228;chte dauerhaft durchsetzen kann, wird sich zeigen.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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	</item>
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		<title>Interview mit Tim Kl&#252;ssendorf: &#8222;Rechte nichts besser gemacht&#8220;</title>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Hendrik Heim</dc:creator>


		<dc:subject>Demokratie</dc:subject>
		<dc:subject>JEF Deutschland</dc:subject>
		<dc:subject>SPD</dc:subject>
		<dc:subject>AfD</dc:subject>
		<dc:subject>Alternative f&#252;r Deutschland (AfD)</dc:subject>
		<dc:subject>Integration</dc:subject>
		<dc:subject>Klimaschutz</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Er ist erst 34, und steht schon jetzt im Rampenlicht der Bundespolitik: Tim Kl&#252;ssendorf ist Generalsekret&#228;r der SPD. Damit verantwortet er eine Partei, die immer weiter an Zuspruch verliert. Wie blickt Kl&#252;ssendorf auf Europa? Und kann er seine Partei retten? Wir sprechen uns in Ihrem Wahlkreisb&#252;ro in der L&#252;becker Innenstadt. Wenn man hier lang l&#228;uft, mit Marzipanduft in der Nase, denkt man schon: Wenn es noch eine heile Welt gibt, dann hier. Was macht Ihnen gerade Hoffnung? (&#8230;)&lt;/p&gt;


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		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/e3/ab89a60c3759442b5c95e8bf7a596f.jpg?1776276789' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;Er ist erst 34, und steht schon jetzt im Rampenlicht der Bundespolitik: Tim Kl&#252;ssendorf ist Generalsekret&#228;r der SPD. Damit verantwortet er eine Partei, die immer weiter an Zuspruch verliert. Wie blickt Kl&#252;ssendorf auf Europa? Und kann er seine Partei retten?&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wir sprechen uns in Ihrem Wahlkreisb&#252;ro in der L&#252;becker Innenstadt. Wenn man hier lang l&#228;uft, mit Marzipanduft in der Nase, denkt man schon: Wenn es noch eine heile Welt gibt, dann hier. Was macht Ihnen gerade Hoffnung?
&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Es mag gerade nicht leicht sein, Hoffnung zu sch&#246;pfen &#8211; aber wir m&#252;ssen uns immer wieder vor Augen f&#252;hren, dass Menschen schon viel gr&#246;&#223;ere Krisen &#252;berwunden haben, und am Ende hat die Menschlichkeit gesiegt. Gerade eben habe ich zum Beispiel mit einer Dame gesprochen, die sich ehrenamtlich f&#252;r Kinderschutz einsetzt. Solange es Menschen gibt, die jeden Tag daran mitwirken, unsere Welt ein bisschen besser zu machen, gibt es auch Hoffnung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sie waren zeitweise Sprecher der Parlamentarischen Linken in der SPD-Fraktion. Hat der Generalsekret&#228;r Tim Kl&#252;ssendorf die SPD linker gemacht?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Ja! Dass man eine Reform der Einkommenssteuer macht, dass man an die Erbschaftssteuer rangeht, ist mittlerweile absoluter Konsens in der SPD. Wir haben ein Erbschaftsteuer-Konzept vorgelegt, was ich mit erarbeitet habe. Jetzt geht es nat&#252;rlich daran, das umzusetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;In den letzten 28 Jahren hat die SPD 24 Jahre lang mitregiert. Teilweise erkannte man nur noch schwer programmatische Unterschiede zwischen SPD und CDU. Wie soll sich das &#228;ndern?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Zum einen haben wir in einer Phase, wo es aus meiner Sicht nicht notwendig gewesen w&#228;re, diese Zusammenarbeit mit der Union gef&#252;hrt. Es gab 2018, vor allen Dingen durch die Jusos um Kevin K&#252;hnert, eine gro&#223;e Bewegung, die gesagt hat: Wir k&#246;nnen jetzt nicht wieder in die n&#228;chste gro&#223;e Koalition gehen. Auch ich habe damals gegen das Eingehen von Koalitionsgespr&#228;chen gestimmt. Jetzt hat selbst in der Stunde unserer gr&#246;&#223;ten Niederlage die staatspolitische Verantwortung &#252;berwogen. Jede andere Partei in jeder anderen Situation h&#228;tte wahrscheinlich den Weg in die Opposition bewusst gesucht, um sich zu erneuern. Aber wir konnten uns diese Zeit trotz der 16 Prozent eben nicht nehmen, sondern wir mussten sofort in die n&#228;chste Zusammenarbeit mit der Union, weil man unter gar keinen Umst&#228;nden dieses Land einer rechten Mehrheit &#252;berlassen darf. Deswegen ist die Frage nicht, ob uns das gelingen kann, sondern wie. Wir haben einen Grundsatzprogrammprozess angefangen, der auf zwei Jahre angelegt ist, darin diskutieren wir die Grundausrichtung der Sozialdemokratie. Daraus muss eine Vision erwachsen, wie unsere Gesellschaft in 10, 20 Jahren aussehen soll. Und da haben wir auch schon einiges geschafft im ersten Jahr. Dass wir daf&#252;r gesorgt haben, dass Renten nicht sinken, dass endlich ein Tariftreuegesetz gibt, dass endlich mal wieder ins Land investiert wird. Das sind alles sozialdemokratische Erfolge, nur sind das noch nicht so die gro&#223;en Erz&#228;hlstr&#228;nge.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Michael Roth, Ex-Europastaatsminister, sagte im ZDF-Interview mit Blick auf die SPD: &#8222;Die AfD ist auch unser Problem&#8220;. Wie gehen Sie das Problem an?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Ich habe neulich eine spannende Studie von der Friedrich-Ebert-Stiftung gelesen. Da stand: AfD zu w&#228;hlen, widerspricht sogar den &#246;konomischen Interessen der Leute. Aber sie w&#228;hlen sie trotzdem, weil die AfD es in ihren Augen geschafft hat, einfach mal Probleme beim Namen zu nennen und sie nicht sch&#246;nzureden. Das muss uns zu denken geben. Wir sind diejenigen, die dann keine einfachen L&#246;sungen pr&#228;sentieren und nicht auf jede politische Fragestellung &#8222;Ausl&#228;nder raus&#8220; rufen. Jeder, der heute AfD w&#228;hlt, l&#228;uft Gefahr, irgendwann in einem Land zu leben, in dem er nicht mehr frei ist. Aber wir m&#252;ssen trotzdem die Bindung zu den Leuten wieder gewinnen. Und dann habe ich schon mal intern auch bei uns gefragt: Wer von uns w&#252;rde sich morgen in eine Fu&#223;ballerkabine stellen und in ganz normaler Alltagssprache &#252;ber unsere Politik reden k&#246;nnen? Wo sind wir eigentlich mit unseren Diskussionsprozessen und wie k&#246;nnen wir Dinge erkl&#228;ren? Das ist ein Riesenthema.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;In einem Interview sagten Sie, Ihnen fehle es an Zusammenhalt in der Gesellschaft. Haben Sie Vorschl&#228;ge, wie man das Miteinander vor Ort f&#246;rdern kann? &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Zusammenhalt kann man leider nicht beschlie&#223;en, sondern er lebt von uns allen. Wenn man sich gegenseitig wertsch&#228;tzt, Respekt vor der Leistung der anderen hat und man erstmal zuh&#246;rt, bevor man gleich losschl&#228;gt mit seinen eigenen Argumenten und Emotionen, dann w&#228;re es schon mal hilfreich. Durch die Gesellschaft muss wieder ein Ruck gehen. Diese lange Phase der vielen Krisen und Kriege um uns herum, mit der der Coronapandemie und Inflation, die muss jetzt mal endlich enden. Nur kann das niemand versprechen, sondern wir m&#252;ssen einfach alle gemeinsam daran arbeiten. Da ist die Politik nicht besser oder schlechter als alle anderen, die in dieser Gesellschaft leben. Das ist eine Gesamtaufgabe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein langfristigeres Thema ist der Klimaschutz. Ende M&#228;rz haben Sie im Willy-Brandt-Haus einen Klimagipfel veranstaltet. In der Umsetzung scheitern Sie an Klimazielen und die Klimaneutralit&#228;t bis 2045 wird immer unrealistischer. Warum schaffen Sie es nicht, die CDU von mehr Ma&#223;nahmen zu &#252;berzeugen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Da machen wir es uns aber ein bisschen leicht. Es ist gerade nicht nur die CDU, sondern die Gesamtgesellschaft hadert mit sich. Wenn ich an das Heizungsgesetz denke, da haben nicht alle in der Gesellschaft nur Bravo geschrien, das ging vielen zu weit. Es ist ja nicht so, dass die Politik losgel&#246;st ist. Viele denken ja: Ich will am liebsten, dass wir das Klima von heute auf morgen retten, aber bitte ohne Einschnitte. Das ist eine Aufgabenstellung, die niemand l&#246;sen kann. Um beim Heizungsgesetz zu bleiben: Es war uns als SPD ganz wichtig, dass man trotzdem daran festh&#228;lt, dass nachhaltige Heizungen eingebaut werden und wir nicht Gasheizungen staatlich f&#246;rdern. Beim Rest hat die Union auch viele Punkte gemacht. Aber auch bei erneuerbaren Energien setzen wir uns massiv durch. In meiner Rede am besagten Klimagipfel habe ich gesagt, dass wir auch &#246;konomisch gesehen auf Sonne und Wind umsteigen m&#252;ssen, und das k&#246;nnen wir auch und m&#252;ssen da entschlossen vorgehen. Das geht nur mit Kompromissen, in Zeiten, wo viele Menschen Klimaschutz kritisch gegen&#252;berstehen. Da m&#252;ssen wir &#252;berzeugen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Warum sagen Sie dann nicht einfach: F&#252;r die Kinder, die jetzt leben, machen wir noch gute Politik, aber deren Enkel k&#246;nnen wir leider nicht retten? W&#228;re das nicht ehrlich? Um zu sehen, dass Klima gerade nicht im Trend ist, muss man nur nach Amerika schauen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Das w&#252;rde ich nicht auf die USA verk&#252;rzen. China zum Beispiel arbeitet massiv an ihren Emissionen, stellt massiv auf E-Autos um und erreicht seine Klimaziele. Die wissen genau, dass dieser Planet &#252;berleben muss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ob da Moral und nicht Geld im Vordergrund steht&#8230;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Fakt ist: Du kannst die Leute nur &#252;berzeugen, wenn sich Klimaschutz rechnet. Wir m&#252;ssen das mit Wirtschaft zusammenbringen. Man stelle sich vor, den Politikern in den 60er Jahren w&#228;ren ihre Nachkommen egal gewesen. Sie h&#228;tten sich gegenseitig mit Atombomben beschmissen und die Erde verseucht. Das haben sie auch wegen uns nicht getan. Menschen sind durchaus in der Lage, Verantwortung f&#252;r Generationen hinter sich zu tragen. Wir haben eine gro&#223;e Verantwortung f&#252;r die Zukunft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Aktuell w&#252;rden 26 Prozent die AfD w&#228;hlen, dazu k&#228;men 26 Prozent f&#252;r die CDU. Das ist eine satte Mehrheit, die sich tendenziell gegen wirksamen Klimaschutz ausspricht. Hie&#223;e ehrliche Politik nicht, zu sagen: Es geht gerade nicht?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Aufgeben ist keine Option. Das hat auch nichts mit Ehrlichkeit zu tun, sondern ich will ja Leute &#252;berzeugen. Ich finde mich ja nicht damit ab, dass &#252;ber 50 Prozent momentan konservativ oder rechts w&#228;hlen. Nat&#252;rlich k&#228;mpfe ich daf&#252;r, dass wir auch wieder von unseren Ideen Leute &#252;berzeugen k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sehen Sie Chancen f&#252;r mehr europ&#228;ische Zusammenarbeit, im Bereich Sicherheit, aber auch im Bereich Umwelt oder Soziales? Die Interessen werden gerade ja nationaler.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Es ist sehr, sehr schwer, momentan solche Prozesse voranzutreiben. Das war in der Vergangenheit sicherlich einfacher. Bei einigen Fragestellungen sind wir aber geradezu verdammt dazu. Den USA hat im Handelsstreit mit der EU gar nicht geschmeckt, dass wir jetzt Mercosur fertig verhandelt haben. Denen hat auch gar nicht geschmeckt, dass wir mit Indien auf einem guten Weg sind. Uns schmeckt dagegen diese Zollpolitik der Vereinigten Staaten nicht. Seitdem Rechte und teilweise rechtsextreme Kr&#228;fte in den letzten zehn, 15 Jahren wieder an Zulauf gewonnen haben, ist nichts besser geworden! Es gibt kein Wachstum, es gibt kein Zusammenwachsen der Gesellschaft. Ich finde, gerade an der Handelspolitik von Donald Trump zeigt sich das. Er hat versprochen, dass Preise gesenkt werden, dass die Amerikaner mehr davon haben, dass ihre Wirtschaft wieder w&#228;chst. Das Gegenteil ist der Fall. Die Leute leiden unter den hohen Preisen. Er tut nichts daf&#252;r. Und das f&#252;hrt eben auch dazu, dass wir europ&#228;isch, ob wir wollen oder nicht, unsere Wirtschaftspolitik, aber auch unsere Verteidigungspolitik viel st&#228;rker synchronisieren m&#252;ssen. Aber nicht, weil es politisch das Traumprojekt von vielen ist, die momentan Verantwortung tragen, sondern bittere Notwendigkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Glauben Sie an eine Europ&#228;ische Republik?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Es ist ein weiter Weg, aber am Ende glaube ich schon daran. Es ist f&#252;r Europa ein vorbestimmter Weg, dass wir zusammenwachsen, dass wir die Nationalstaaten zur&#252;ckdr&#228;ngen, und eine Republik aus Nationalstaaten werden, so wie Deutschland eine Bundesrepublik mit L&#228;ndern mit unterschiedlichen Identit&#228;ten ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was kann die SPD daf&#252;r tun?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Ich kann daf&#252;r viel tun, indem ich immer wieder in Schulklassen gehe, vom europ&#228;ischen Gedanken mit viel Leidenschaft und &#220;berzeugungskraft rede und vor allen Dingen auch die Vorteile herausstelle. Ohne Europa w&#228;ren wir wirtschaftlich in einer ganz anderen Situation. Auf Kosten anderer europ&#228;ischer Staaten haben wir in den 2000er Jahren nach Einf&#252;hrung des Euros eine Menge wirtschaftliches Wachstum generiert. Unsere Exporte gehen zur H&#228;lfte ins europ&#228;ische Ausland, nicht in die USA oder nach China.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Gibt es echte Freundschaften in der Politik? &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Die kannst du an einer Hand abz&#228;hlen, weil man anders miteinander zu tun hat, das politische Gesch&#228;ft einfach sehr hart ist und Interessen auch manchmal kollidieren. Martin Schulz erz&#228;hlte mir, wie Freundschaften dann zu Bruch gegangen sind, weil man unterschiedliche politische Interessen verfolgt hat, und wie hart das war. Der absolute Gro&#223;teil meines Freundeskreises ist zum Gl&#252;ck au&#223;erhalb der Politik.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Haben Sie Gegner in Ihrer Partei? &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Bestimmt. Aber ich habe keinen, der mir jetzt spontan einfielen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vielen Dank Ihnen!&lt;/strong&gt;
Kl&#252;ssendorf: Alles Gute auch f&#252;r Sie!&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Seine Macht ist das Blockieren</title>
		<link>http://www.taurillon.org/seine-macht-ist-das-blockieren</link>
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		<dc:date>2026-04-14T11:36:09Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Mia Stremme</dc:creator>


		<dc:subject>Polen</dc:subject>
		<dc:subject>Verfassung</dc:subject>
		<dc:subject>Politik</dc:subject>
		<dc:subject>Rechtspopulismus</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;Nawrocki verweigert vier neu gew&#228;hlten Verfassungsrichter*innen den Amtseid &#8211; ein weiterer R&#252;ckschlag f&#252;r die Rechtsstaatlichkeit.&lt;/p&gt;

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		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/c3/e7b483dae3127ad370f8e800b427cc.jpg?1776063029' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Polens Pr&#228;sident Karol Nawrocki demonstriert seine Macht gerne im Veto und versch&#228;rft damit den Machtkonflikt mit Ministerpr&#228;sident Donald Tusk. Nun verweigert er vier neu gew&#228;hlten Verfassungsrichter*innen den Amtseid &#8211; ein weiterer R&#252;ckschlag f&#252;r die Rechtsstaatlichkeit.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Im M&#228;rz hat das polnische Parlament (Sejm) sechs neue Verfassungsrichter*innen gew&#228;hlt. Sie sollen vakante Posten besetzen und die Unabh&#228;ngigkeit und Qualit&#228;t des Verfassungsgerichts verbessern. Doch bevor diese ihr Amt aus&#252;ben k&#246;nnen, m&#252;ssen sie vor dem Pr&#228;sidenten vereidigt werden. Dieser Prozess st&#246;&#223;t seit einigen Wochen auf ein Hindernis namens Karol Nawrocki.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zwei Auserw&#228;hlte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Einladung zur Vereidigung verschickt der polnische Pr&#228;sident Nawrocki nur an zwei Richter*innen, Magdalena Bentkowska und Dariusz Szostek. Die anderen vier Richter*innen warteten vergebens auf die Einladung. Politikwissenschaftler Jakub Jaraczewski erkl&#228;rt gegen&#252;ber der &lt;a href=&#034;https://www.treffpunkteuropa.de/_mia-stremme_?lang=de&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Autorin&lt;/a&gt;: &#8222;Nawrocki hat faktisch eine verfassungswidrige Macht an sich gezogen, indem er entscheidet, welche Richter*innen vor dem Verfassungsgericht den Eid ablegen d&#252;rfen, indem er den Eid von einigen annimmt, ihn bei anderen jedoch verweigert.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die vier Richter*innen nahmen es daraufhin selbst in die Hand und organisierten am 9. M&#228;rz ihre Vereidigung. &lt;a href=&#034;https://www.rp.pl/sady-i-trybunaly/art44116981-zaprzysiezenie-czworga-nowych-sedziow-tk-w-sejmie-zaprosili-prezydenta-nawrockiego&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Nawrocki bekam eine Einladung&lt;/a&gt;, ignorierte sie allerdings. So wurden die Richter*innen des Verfassungsgerichts ohne die Regierung, Parlamentsmitglieder oder Senatoren, aber in Anwesenheit von Sejm-Pr&#228;sident W&#322;odzimierz Czarzasty und eines Notars vereidigt. Die bereits ernannten Richter*innen leisteten aus Solidarit&#228;t erneut den Eid.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die rechtspopulistische Partei &lt;a href=&#034;https://wyborcza.pl/7,75398,32717101,coraz-ostrzejszy-konflikt-wokol-trybunalu-slubowanie-bez-prezydenta.html#s=S.index-K.C-B.1-L.3.duzy&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Recht und Gerechtigkeit (&lt;i&gt;PiS&lt;/i&gt;) benachrichtigt daraufhin die Staatsanwaltschaft und droht mit strafrechtlicher Verfolgung&lt;/a&gt;. Jaraczewski ordnet ein, dass Nawrocki mit seiner Verweigerung den Wunsch des &lt;i&gt;PiS&lt;/i&gt;-Vorsitzenden Jaros&#322;aw Kaczy&#324;ski erf&#252;llen wolle, das Gericht zu kontrollieren und sicherzustellen, dass es die Agenda der &lt;i&gt;PiS&lt;/i&gt; unterst&#252;tze. Nawrcki ist offiziell parteilos, wird aber schon seit dem letzten Wahlkampf von der &lt;i&gt;PiS&lt;/i&gt; unterst&#252;tzt und verfolgt die gleiche politische Linie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die &lt;i&gt;PiS&lt;/i&gt; hat den Rechtsstaat ausgehebelt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25639 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/jpg/warschau1.jpg' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/jpeg&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH375/warschau1-31dd5.jpg?1776061784' width='500' height='375' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Das Oberste Gericht (S&#261;d Najwy&#380;szy) Foto: Stremme/K&#246;hler &lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;Ohne Vereidigung k&#246;nnen die Verfassungsrichter*innen ihr Amt nicht ausf&#252;hren. Das hei&#223;t: Kommen keine Neuen nach, bleiben die Alten. Und das Verfassungsgericht Polens ist weder unabh&#228;ngig, noch unparteiisch, best&#228;tigt der Europ&#228;ische Gerichtshof im Dezember 2025 (&lt;a href=&#034;https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:62023CJ0448&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Urteil v. 18.12.2025, C 448/23&lt;/a&gt;). Die Besetzung des Gerichts erfolgte 2015 und 2016 nicht unabh&#228;ngig und verst&#246;&#223;t deshalb gegen EU-Recht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ursprung des Abbaus der Rechtsstaatlichkeit ist der Machtwechsel 2015: Die &lt;i&gt;PiS&lt;/i&gt;gewinnen die Parlamentswahlen und Andrzej Duda wird Pr&#228;sident. Es ist der Beginn einer sehr konservativen und nationalistischen Politik. &lt;a href=&#034;https://www.bpb.de/themen/europa/polen-analysen/255590/analyse-die-pis-und-das-recht/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Im Visier der Partei steht das Justizsystem&lt;/a&gt;. Durch eine Reihe von Reformen schafft es die &lt;i&gt;PiS&lt;/i&gt;, mit parteinahen Richter*innen die Gerichte zu unterwandern und das bis heute, denn sie sind immer noch im Amt. Nawrocki versuche offenbar, den Zeitpunkt zu verz&#246;gern, ab dem die von der aktuellen zentristischen Regierung gew&#228;hlten Richter*innen die Mehrheit im Gericht haben w&#252;rden, analysiert Jaraczewski.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein politisches Spiel&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25640 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/png/warschau2.png' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/png&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH281/warschau2-e2701.png?1776061784' width='500' height='281' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Das Parlament Polens (Sejm Rzeczypospolitej Polskiej) Foto: Stremme/K&#246;hler &lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;Heute wird das Parlament nicht mehr von der &lt;i&gt;PiS&lt;/i&gt; regiert, sondern seit 2023 von Donald Tusk mit einer Koalition aus zentristischen und proeurop&#228;ischen Parteien. Seit zwei Jahren versucht die Regierung, die unabh&#228;ngige Justiz wiederherzustellen, jedoch bisher ohne gro&#223;e Erfolge. Das Problem: Regierung und Pr&#228;sident kommen nicht aus dem gleichen politischen Lager. Die zentristische Regierung m&#246;chte Reformen, die rechtskonservativen Pr&#228;sidenten, die zwischen 2023 und heute im Amt waren, nicht. Dazu geh&#246;rt auch Nawrocki, der seit August letzten Jahres im Amt ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Ich glaube, dem Pr&#228;sidenten liegt daran, den Konflikt um das Verfassungsgericht zu versch&#228;rfen, und es ist ihm nicht wichtig, dass [ein unabh&#228;ngiges] Verfassungsgericht wiederhergestellt wird&#8220;, sagte der ehemalige Justizminister &lt;a href=&#034;https://www.fakt.pl/polityka/adam-bodnar-o-slubowaniu-sedziow-tk-obowiazek-lezy-po-stronie-prezydenta/fetybpv?utm_source=www.fakt.pl_viasg_fakt&amp;utm_medium=referal&amp;utm_campaign=leo_automatic&amp;srcc=undefined&amp;utm_v=2&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Adam Bodnar im Interview mit der Boulevardzeitung Fakt&lt;/a&gt;. Jaraczewski sieht ein Motiv hinter dem &#8222;politischen Spiel&#8220;: &#8222;Es scheint, dass Nawrocki darauf abzielt, Spannungen in der Regierungskoalition [von Tusk] zu verursachen.&#8220; Denn die zwei Richter*innen, die vor dem Pr&#228;sidenten vereidigt wurden, &lt;a href=&#034;https://wiadomosci.onet.pl/kraj/dwoje-sedziow-tk-zlozylo-slubowanie-zabrali-glos-w-sprawie-decyzji-prezydenta/78vqshw&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;schlugen Juniorpartner der Koalition&lt;/a&gt; vor und nicht Tusks Partei B&#252;rgerplattform.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Duell um die Macht&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist ein st&#228;ndiges politisches Tauziehen zwischen dem Pr&#228;sidenten Nawrocki und dem Ministerpr&#228;sidenten Tusk. Doch am Ende ist es meist Nawrocki, der durch ein Veto der St&#228;rkere ist. Im Februar wollte &lt;a href=&#034;https://www.spiegel.de/ausland/polen-praesident-karol-nawrocki-stoppt-justizreform-von-donald-tusk-a-fcd22f86-f1d7-482a-9c26-c52c02520b0c&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Tusk die Unabh&#228;ngigkeit des nationalen Justizrats wiederherstellen&lt;/a&gt; &#8211; Nawrockis Veto blockiert. Die &lt;a href=&#034;https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-03/karol-nawrocki-veto-eu-kredite-ruestung-donald-tusk-gxe&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Mitte-Links-Koalition von Tusk verabschiedet im M&#228;rz ein Gesetz zu EU-R&#252;stungskrediten&lt;/a&gt; &#8211; Nawrockis Veto blockiert. Theoretisch kann das Parlament Nawrockis Veto &#252;berstimmen. Daf&#252;r ist jedoch &lt;a href=&#034;https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/561987/praesidentschaftswahl-in-polen-2025/?utm_.com&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;eine Drei-F&#252;nftel-Mehrheit im Parlament erforderlich&lt;/a&gt; &#8211; eine H&#252;rde, die die Regierung unter Donald Tusk derzeit nicht erreicht, sodass es zu einer politischen &#8222;Dauerblockade&#8220; kommt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Der Grund f&#252;r diesen Konflikt liegt darin, dass [im Herbst 2027] Wahlen anstehen und beide Seiten zu dem Schluss gekommen sind, dass der polarisierende Konflikt W&#228;hler mobilisiert und ein politisches Element darstellt&#8220;, &lt;a href=&#034;https://www.pap.pl/aktualnosci/politolog-konflikt-miedzy-nawrockim-tuskiem-bedzie-narastal&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;zitiert die polnische Presseagentur den Politologen Szymon Ossowski&lt;/a&gt;. Auch Jaraczewski sieht kein Ende der Krise am Verfassungsgericht. Solange es kein unabh&#228;ngiges Verfassungsgericht gibt, werden sich die polnischen Gerichte und Beh&#246;rden weiterhin auf ihre eigene Auslegung der Verfassung st&#252;tzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die EU schaut der Krise des Rechtsstaats zu&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25641 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/png/warschau3.png' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/png&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH281/warschau3-f1d93.png?1776061784' width='500' height='281' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Flaggen &#252;ber dem Parlament Polens Foto: Stremme/K&#246;hler &lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;Die &lt;a href=&#034;https://www.gov.pl/web/funds-regional-policy/european-funds-for-poland-unblocked?.com&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Europ&#228;ische Kommission hat im Jahr 2024 den Zugang Polens zu insgesamt rund 137 Milliarden Euro an EU-Mitteln aus dem Aufbau- und Wiederaufbaufonds (RRF) sowie aus dem Koh&#228;sionsbudget freigegeben&lt;/a&gt;. Diese Mittel waren zuvor im Zusammenhang mit rechtsstaatlichen Bedenken teilweise blockiert worden. Die Freigabe erfolgte, nachdem die neue polnische Regierung unter Tusk einen Aktionsplan zur Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit vorgelegt hatte. Doch dieser Plan sei mit Nawrocki an der Spitze v&#246;llig unrealistisch, so Jaraczewski. Jetzt m&#252;sste die Kommission das &lt;a href=&#034;https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:62023CJ0448&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Urteil des EuGHs&lt;/a&gt; durchsetzen und Druck auf die polnische Regierung aus&#252;ben. Jaraczewski erkennt jedoch derzeit kein Interesse der Kommission, in dieser Frage Druck auszu&#252;ben.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Entscheidet Putins Propaganda die Wahl in Ungarn?</title>
		<link>http://www.taurillon.org/entscheidet-putins-propaganda-die-wahl-in-ungarn</link>
		<guid isPermaLink="true">http://www.taurillon.org/entscheidet-putins-propaganda-die-wahl-in-ungarn</guid>
		<dc:date>2026-04-11T08:11:54Z</dc:date>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Veronika Sch&#252;rr</dc:creator>


		<dc:subject>Viktor Orb&#225;n</dc:subject>
		<dc:subject>Parlamentswahlen</dc:subject>
		<dc:subject>Ungarn</dc:subject>
		<dc:subject>Rechtspopulismus</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Von Politikberatern des Kremls, die Desinformationskampagnen koordinieren, bis hin zum Vorschlag eines inszenierten Attentats auf Viktor Orb&#225;n: Der Wahlkampf vor den ungarischen Parlamentswahlen am 12. April ist aggressiv wie selten zuvor. Erstmals nach 16 Jahren wird die Abwahl des am l&#228;ngsten amtierenden rechtspopulistischen Regierungschefs Europas realistisch. Warum k&#246;nnte ein Wahlsieg des Oppositionsf&#252;hrers P&#233;ter Magyar die EU st&#228;rken? Und wie weit reicht Russlands hybride Einflussnahme, (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://www.taurillon.org/-aus-den-mitgliedsstaaten-" rel="directory"&gt;L&#228;nderfokus&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Victor-Orban-+" rel="tag"&gt;Viktor Orb&#225;n&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-parlamentswahlen-+" rel="tag"&gt;Parlamentswahlen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Ungarn-+" rel="tag"&gt;Ungarn&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Rechtspopulismus-+" rel="tag"&gt;Rechtspopulismus&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/25/2c867c31bee492ad4e17c9d2a57ff3.jpg?1775896197' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;Von Politikberatern des Kremls, die Desinformationskampagnen koordinieren, bis hin zum Vorschlag eines inszenierten Attentats auf Viktor Orb&#225;n: Der Wahlkampf vor den ungarischen Parlamentswahlen am 12. April ist aggressiv wie selten zuvor. Erstmals nach 16 Jahren wird die Abwahl des am l&#228;ngsten amtierenden rechtspopulistischen Regierungschefs Europas realistisch. Warum k&#246;nnte ein Wahlsieg des Oppositionsf&#252;hrers P&#233;ter Magyar die EU st&#228;rken? Und wie weit reicht Russlands hybride Einflussnahme, um genau das zu verhindern?&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Bereits drei Wochen vor dem entscheidenden Urnengang steht Budapest im Fokus medialer Aufmerksamkeit. &lt;a href=&#034;https://de.euronews.com/my-europe/2026/03/21/ungarn-europas-rechte-orban-weidel&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Auf der CPAC-Konferenz bot sich eine B&#252;hne f&#252;r internationale populistische F&#252;hrungspers&#246;nlichkeiten&lt;/a&gt;, darunter Alice Weidel, Argentiniens Pr&#228;sident Javier Milei sowie per Videoschalte Donald Trump. Auch der US-Vizepr&#228;sident reiste f&#252;nf Tage vor der Wahl in die ungarische Hauptstadt. Sie alle nutzten ihre Auftritte f&#252;r Unterst&#252;tzungsbekundungen zugunsten des ungarischen Ministerpr&#228;sidenten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch der internationale Applaus f&#252;r die Regierungspartei Fidesz kann die Stimmen der Opposition nicht mehr &#252;bert&#246;nen. Die zentristische und reformorientierte TISZA-Partei unter Magyar k&#246;nnte eine der bedeutendsten Wahlen nach dem Fall des Kommunismus 1989 f&#252;r sich entscheiden. &lt;a href=&#034;https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/ungarn-viktor-orban-fidesz-umfragen-wahl-gxe&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Laut Angaben des Meinungsforschungsinstituts Median&lt;/a&gt; kommt Orb&#225;ns Partei Fidesz auf 31 Prozent, w&#228;hrend die Oppositionspartei TISZA 42 Prozent erzielt. Die Stimmen der noch unentschlossenen W&#228;hler werden am Wahltag entscheidend sein, da sie einen beispiellosen Wandel im politischen System herbeif&#252;hren k&#246;nnten. Im Laufe seiner f&#252;nf Amtszeiten hat Orb&#225;n das Land zunehmend zu einer &lt;a href=&#034;https://www.fr.de/politik/wie-ungarn-unter-viktor-orban-zur-illiberalen-demokratie-wurde-94251828.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;illiberalen Demokratie&lt;/a&gt; mit autokratischen Z&#252;gen umgestaltet.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;St&#246;renfried in Br&#252;ssel &lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Die ungarische Parlamentswahl ist mehr als eine nationale Richtungsentscheidung. Sie k&#246;nnte institutionelle Reformen auf EU-Ebene ansto&#223;en. Unter Orb&#225;n hat Ungarn wiederholt sein Vetorecht als politisches Druckmittel genutzt und zur Blockade zentraler Beschl&#252;sse gef&#252;hrt. &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-gipfel-orban-ukraine-102.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;So blockierte das Land Ende M&#228;rz ein 90-Milliarden-Euro-Darlehen f&#252;r die Ukraine und stellte Bedingungen wie die Wiederaufnahme russischer &#214;llieferungen &#252;ber die Druschba-Pipeline&lt;/a&gt;. Zudem positioniert sich Ungarn regelm&#228;&#223;ig gegen neue Sanktionspakete gegen Russland, so auch beim &lt;a href=&#034;https://euractiv.de/news/ungarn-will-gegen-das-20-russland-sanktionspaket-der-eu-sein-veto-einlegen/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;20. Sanktionspaket&lt;/a&gt;, mit dem die Europ&#228;ische Union ein Signal im Vorfeld des vierten Jahrestags des russischen Angriffs auf die Ukraine setzen wollte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn Bundeskanzler Friedrich Merz Ungarn daher einen &#8222;&lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-gipfel-orban-ukraine-102.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Akt grober Illoyalit&#228;t&lt;/a&gt;&#8220; vorwirft, verleihen neue Enth&#252;llungen &#252;ber Au&#223;enminister P&#233;ter Szijj&#225;rt&#243; dieser Einsch&#228;tzung zus&#228;tzlich Gewicht. Nach &lt;a href=&#034;https://vsquare.org/kremlin-hotline-hungary-colluded-with-russia-to-delist-sanctioned-oligarchs-companies-and-banks/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Recherchen des Investigativmediums VSquare&lt;/a&gt; soll Szijj&#225;rt&#243; vertrauliche Informationen aus EU-Ratssitzungen an seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow weitergegeben haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Insgesamt treibt die wiederholte Blockadepolitik der prorussischen Regierung Orb&#225;ns die EU an den Rand ihrer Handlungsunf&#228;higkeit und heizt die &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/ausland/europa/wadephul-eu-einstimmigkeit-102.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Debatte &#252;ber die Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips&lt;/a&gt; weiter an. Vor diesem Hintergrund w&#252;rde ein m&#246;glicher Machtwechsel in Ungarn am 12. April die Aussicht auf eine geschlossenere europ&#228;ische Au&#223;enpolitik erh&#246;hen.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Putins Troll-Armee in Budapest&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Ein solcher Kurswechsel liegt jedoch kaum im Interesse des Kremls. Rum&#228;nien, Moldau, nun auch Ungarn: Die gezielte Einmischung Russlands in Wahlen mit dem Ziel, proeurop&#228;ischen Einfluss zu schw&#228;chen, ist &lt;a href=&#034;https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/wahlen-in-moldau-wie-russland-in-transnistrien-versucht-einfluss-zu-nehmen-accg-110703300.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;kein neues Ph&#228;nomen&lt;/a&gt;. Die Einflussnahme im ungarischen Wahlkampf folgt dabei erprobten Mustern, die bereits aus anderen L&#228;ndern bekannt sind. Nach &lt;a href=&#034;https://vsquare.org/putins-gru-linked-election-fixers-are-already-in-budapest-to-help-orban/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Recherchen eines Investigativjournalisten des Portals VSquare&lt;/a&gt; soll hinter den Kulissen der russischen Botschaft eine zentrale Figur agieren, die bereits in Moldau aktiv war. Sergei Kiryenko, Kreml-Ideologe und enger Vertrauter Putins, gilt demnach als Leiter eines dreik&#246;pfigen Teams des russischen Milit&#228;rgeheimdienstes GRU, das nach Budapest entsandt wurde, um eine Einflusskampagne zu koordinieren, die auf prorussischen politischen Narrativen basiert. &lt;a href=&#034;https://www.dw.com/de/russlands-staatschef-putin-k&#228;mpft-mit-ungarns-premier-viktor-orban-fuer-dessen-wahlsieg/a-76318396&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Putins &#8222;Polittechnologen&#8220;&lt;/a&gt; sind seit Jahren Teil seines Machtapparats und auf die gezielte Steuerung der Meinungsbildung spezialisiert.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Gef&#228;lschte Medienidentit&#228;ten
&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Auch Fake News, die Experten k&#252;rzlich auf eine russische Desinformationskampagne zur&#252;ckf&#252;hrten, sind keine Neuheit. Das Netzwerk Storm-1516 soll bereits im Umfeld der US-Pr&#228;sidentschaftswahl 2024 sowie der Bundestagswahl 2025 aktiv gewesen sein. &#220;ber eine &lt;a href=&#034;https://de.euronews.com/my-europe/2026/03/30/euronews-kreml-propaganda-ungarn&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;gef&#228;lschte Website im Stil von Euronews&lt;/a&gt; wurden dem Oppositionsf&#252;hrer Beleidigungen gegen US-Pr&#228;sident Donald Trump zugeschrieben. Parallel verbreiteten sich Videos mit nachgeahmtem Branding in sozialen Netzwerken, offenbar koordiniert &#252;ber anonymisierte Accounts.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nicht nur im Falle von Euronews kommt es zum Einsatz von &#8222;Media Spoofing&#8220;: &lt;a href=&#034;https://corporate.dw.com/de/wahlkampf-in-ungarn-pro-russische-doppelg&#228;nger-kampagne-nutzt-dw-marke/a-76609997&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Auch weitere bekannte Medienmarken wie die Deutsche Welle oder Reuters werden imitiert&lt;/a&gt;, um Inhalte glaubw&#252;rdig erscheinen zu lassen. In gef&#228;lschten Videos wurde etwa behauptet, dass ukrainische Gefl&#252;chtete einen Anschlag auf Orb&#225;n planten. Faktenchecks der Deutschen Welle ordnen die gef&#228;lschten Inhalte dabei prorussischen Desinformationskampagnen wie &lt;a href=&#034;https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/wahl-in-ungarn-gefaelschte-russische-videos-machen-stimmung-gegen-ukrainische-gefluechtete-accg-200696246.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Matrjoschka&#8220; (auch &#8222;Operation Overload&#8220; genannt)&lt;/a&gt; zu. Durch die gezielte Nutzung vertrauter Logos und Designs wird die Seriosit&#228;t echter Medien missbraucht, um Desinformation &#252;berzeugend zu verbreiten und Feindbilder zu sch&#252;ren.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;EU als Kriegstreiber, Orb&#225;n als Friedensw&#228;chter
&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Hinrichtungen von M&#228;nnern, die ungarische Uniformen tragen, eine Tochter, die zu Hause fragt, wann ihr Vater zur&#252;ckkehrt. &lt;a href=&#034;https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/ungarn-wahl-so-unterstuetzen-russland-und-die-usa-europas-feinde-kolumne-a-6db7a2d1-04b3-4f44-b018-981c70634bad&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Mit emotionalisierten, KI-generierten Videos versucht die Fidesz-Partei, in den sozialen Medien die W&#228;hler f&#252;r sich gewinnen und hinter einem gemeinsamen Feind zu vereinen&lt;/a&gt;, n&#228;mlich der Ukraine und der EU. In diesen Narrativen der Deepfakes erscheint die EU zunehmend als mitverantwortlich f&#252;r den Krieg.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;twitter-tweet&#034;&gt;&lt;p lang=&#034;en&#034; dir=&#034;ltr&#034;&gt;Fidesz has published a disgusting AI-generated video in which a young Hungarian girl is searching for her father while he is being executed in a war, shot in the head at close range. With this video, Fidesz has truly crossed every boundary. What &lt;a href=&#034;https://twitter.com/PM_ViktorOrban?ref_src=twsrc%5Etfw&#034;&gt;@PM_ViktorOrban&lt;/a&gt; and his people&#8230; &lt;a href=&#034;https://t.co/0OF2K3UVrB&#034;&gt;pic.twitter.com/0OF2K3UVrB&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8212; Magyar P&#233;ter (Ne f&#233;ljetek) (@magyarpeterMP) &lt;a href=&#034;https://twitter.com/magyarpeterMP/status/2024416848008147370?ref_src=twsrc%5Etfw&#034;&gt;February 19, 2026&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt; &lt;script async src=&#034;https://platform.twitter.com/widgets.js&#034; charset=&#034;utf-8&#034;&gt;&lt;/script&gt;
&lt;p&gt;Zugleich wird der Oppositionsf&#252;hrer Magyar als Marionette Br&#252;ssels dargestellt, um innenpolitische Gegner mit dieser Bedrohungserz&#228;hlung zu verkn&#252;pfen. Alles au&#223;erhalb der Regierung, sei es die EU oder Magyar, wird als Konfliktakteur eines Bedrohungsszenarios dargestellt, w&#228;hrend die Regierung Orb&#225;n sich als Garant von Stabilit&#228;t und Frieden inszeniert. Auf diese Weise lenkt die Regierungspartei von der wirtschaftlichen Stagnation im Inland ab und verschiebt den Fokus bewusst auf eine vermeintliche sicherheitspolitische Gefahr.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Wahlbeobachtung mit Kreml-Verbindungen &lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Neben den medialen Einflussnahmen steht auch die Frage im Raum, inwiefern Russland den Wahlprozess vor Ort beeinflusst. &lt;a href=&#034;https://de.euronews.com/my-europe/2026/03/20/putins-dolmetscherin-osze-wahl-ungarn-orban&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;So wurde mit Daria Boyarskaya eine ehemalige Dolmetscherin Putins und heutige Mitarbeiterin der OSZE (Organisation f&#252;r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) als Wahlbeobachterin in Ungarn eingesetzt&lt;/a&gt;. Die Mission umfasst mehr als 200 Beobachter, die von der Kampagne &#252;ber die Medienberichterstattung bis hin zur Ausz&#228;hlung die Parlamentswahlen begleiten und bewerten sollen. &lt;a href=&#034;https://www.spiegel.de/ausland/russland-ungarn-osze-geraet-wegen-russischer-mitarbeiterin-bei-ungarn-mission-unter-druck-a-4b137518-7c96-479c-b68b-fc584a233af2&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Rund 60 Mitglieder des EU-Parlaments verlangen Boyarskayas Ausschluss aus dem Wahlbeobachtungsprozess.&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;W&#228;hrend sich der Wahlausgang erst am Sonntag entscheidet, zeigt schon der Wahlkampf: Von Washington bis Moskau haben rechtspopulistische Kr&#228;fte ein Interesse am Fortbestand der illiberalen Demokratie im Herzen Europas. Die j&#252;ngsten &lt;a href=&#034;https://www.washingtonpost.com/world/2026/03/21/hungary-election-interference-russia-orban/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Enth&#252;llungen der Washington Post&lt;/a&gt;, wonach der russische Geheimdienst SWR sogar einen inszenierten Attentatsversuch auf Orb&#225;n vorgeschlagen haben soll, um seine Popularit&#228;t zu st&#228;rken, machen deutlich: Insbesondere der Kreml wird auf hybride und personelle Strategien setzen, um Orb&#225;n im Amt zu halten. Denn eine starke Marionette in Budapest bedeutet weiterhin ein in zentralen Entscheidungsfragen gel&#228;hmtes Br&#252;ssel. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>&#8222;Volksrepublik Narwa&#8220; &#8211; Muss Estland jetzt um seine Staatlichkeit f&#252;rchten?</title>
		<link>http://www.taurillon.org/volksrepublik-narwa-muss-estland-jetzt-um-seine-staatlichkeit-furchten</link>
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		<dc:date>2026-04-02T07:00:00Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Leopold Herter</dc:creator>


		<dc:subject>Estland</dc:subject>
		<dc:subject>Russland</dc:subject>
		<dc:subject>Sowjetunion</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;&#8222;Volksrepublik Narwa&#8220; hei&#223;t die am 14. Juli 2025 erstellte Telegram-Gruppe, welche mit ihrem separatistischen Inhalt in Estland f&#252;r gro&#223;e Diskussionen sorgt.&lt;/p&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/-aus-den-mitgliedsstaaten-" rel="directory"&gt;L&#228;nderfokus&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Estonia-+" rel="tag"&gt;Estland&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Russland-+" rel="tag"&gt;Russland&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Sowjetunion-+" rel="tag"&gt;Sowjetunion&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/d7/b60a6bba8e5a9a778fd3d596d8dd03.png?1775114132' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Berichte &#252;ber eine separatistische Internetbewegung um die Stadt Narwa f&#252;hren in Estland zu Sorge und Unbehagen. Wie gilt es mit der vermeintlichen Bedrohung umzugehen in Zeiten, in denen der Imperialismus in Europa wieder Thema ist? Die Situation weckt alte Erinnerungen an das russische Vorgehen in der Ostukraine 2014 und doch l&#246;st die Berichterstattung Diskussionen in der estnischen &#214;ffentlichkeit aus.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Am 11. M&#228;rz berichtet das unabh&#228;ngige estnische &lt;a href=&#034;https://www.propastop.org/en/2026/03/11/separatist-narva-peoples-republic-idea-spreads-on-social-media/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Anti-Propagandaportal &lt;i&gt;Propastop&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; &#252;ber das Auftauchen von Internet-Accounts und Social-Media-Seiten, welche den ostestnischen Landkreis Ida-Virumaa und die dort ans&#228;ssige Stadt Narwa von Estland unabh&#228;ngig erkl&#228;ren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Volksrepublik Narwa&#8220; (rus.: &#1053;&#1072;&#1088;&#1074;&#1089;&#1082;&#1072;&#1103; &#1053;&#1072;&#1088;&#1086;&#1076;&#1085;&#1072;&#1103; &#1056;&#1077;&#1089;&#1087;&#1091;&#1073;&#1083;&#1080;&#1082;&#1072;) hei&#223;t die am 14. Juli 2025 erstellte &lt;i&gt;Telegram&lt;/i&gt;-Gruppe, welche mit ihrem separatistischen Inhalt in Estland f&#252;r gro&#223;e Diskussionen sorgt. T&#228;glich werden dort politisch motivierte Memes gepostet und die Volksrepublik Narwa ausgerufen &#8211; oft eingef&#228;rbt in einer gr&#252;n-schwarz-wei&#223;en Flagge. Sie soll wohl an die estnische Trikolore angelehnt sein und l&#246;st damit eine Provokation aus, denn die Staatlichkeit ist in Estland heilig.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25606 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/png/narva_linn_2017.png' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/png&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH349/narva_linn_2017-202b0.png?1775114132' width='500' height='349' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Ein &#220;berblick auf Estland: Dunkelgelb ist die Region Ida-Virumaa gekenntzeichnet, Rot ist das Stadtgebiets Narwas. Foto: &lt;a href=&#034;https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Flying_Saucer&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Flying Saucer&lt;/a&gt; Wikimedia Commons&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Narw-was? Den Kontext liefert die Vergangenheit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit 1991 ist Estland zum zweiten Mal komplett unabh&#228;ngig. Zuvor wurde das Land wie die beiden anderen baltischen Staaten von 1940 an von der &lt;a href=&#034;https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag-baltikum-wird-sowjetisch-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Sowjetunion besetzt&lt;/a&gt; und in die kommunistische V&#246;lkerunion zwangsintegriert. Der sowjetische Gedanke schaffte es allerdings nie, sich in der Bev&#246;lkerung zu festigen; er befeuerte eher das Gegenteil, denn bis heute wird die Zeit in der Sowjetunion unter Moskau als nationales Trauma angesehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Stadt Narwa ist ein Paradebeispiel f&#252;r das Erbe der sowjetischen Besatzung in Estland. Bis heute sind &lt;a href=&#034;https://andmed.stat.ee/et/stat/rahvaloendus__rel2011__rahvastiku-demograafilised-ja-etno-kultuurilised-naitajad__rahvus-emakeel-ja-keelteoskus-murded/RL0444/table/tableViewLayout2&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#252;ber 95% der Stadtbev&#246;lkerung russischsprachig&lt;/a&gt;. Der Grund daf&#252;r: Die drittgr&#246;&#223;te Stadt des Landes wurde im Zweiten Weltkrieg komplett zerst&#246;rt und musste in der Nachkriegszeit neu erbaut und bev&#246;lkert werden. Um die rebellischen Est*innen zu Sowjetb&#252;rger*innen zu erziehen, entschied sich Moskau dazu, die hohe Dichte an estnischen B&#252;rger*innen in der Volksrepublik auszud&#252;nnen. Daf&#252;r siedelte es russischsprachige Arbeiter*innen aus weiteren Sowjetrepubliken in der neu erbauten Stadt an. Diese russischsprachigen Familien stammten nicht immer aus der Russischen, sondern auch beispielsweise aus der Ukrainischen oder der Kasachischen Volksrepublik, sie waren in ihrer Identit&#228;t als Sowjetb&#252;rger allerdings schon weiter fortgeschritten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach dem Zerfall der &lt;a href=&#034;https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/welche-laender-gehoerten-zur-sowjetunion-15-staaten-21-07-2023-102073493&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Vielv&#246;lkerunion&lt;/a&gt; blieben diese Familien in Estland ans&#228;ssig und damit auch die russische Pr&#228;gung. Daher sorgt die mangelnde Integration eines gro&#223;en Teils dieser Bev&#246;lkerungsgruppe bis heute regelm&#228;&#223;ig f&#252;r brisante politische Diskussionen, insbesondere seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022. Viele ethnische Russen sprechen kein oder nicht ausreichend Estnisch, was Bildungs- und Aufstiegschancen verhindert. Viele Est*innen empfinden das als respektlos gegen&#252;ber ihrer Kultur und Sprache.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Narwa-Szenario &#8211; ein bekannter Fall f&#252;r die NATO&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch in der deutschen &#214;ffentlichkeit ist die Stadt Narwa bekannt. Der Sicherheitswissenschaftler Carlo Masala von der Universit&#228;t der Bundeswehr in M&#252;nchen integrierte die Stadt als zentralen Bestandteil seines Buches: &#8222;&lt;i&gt;Wenn Russland gewinnt&lt;/i&gt;.&#8221; Dort besetzt Russland die estnische Grenzstadt in einem fiktionalen Szenario. Das Buch diskutiert anschlie&#223;end fiktiv &#252;ber die &lt;a href=&#034;https://www.nato.int/en/what-we-do/introduction-to-nato/collective-defence-and-article-5&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Aktivierung des 5. Artikels des &lt;i&gt;NATO&lt;/i&gt;-Vertrages&lt;/a&gt;, also der milit&#228;rischen Beistandspflicht eines &lt;i&gt;NATO&lt;/i&gt;-Partners. Ob dies in der Praxis einer separatistischen Bewegung in und um Narwa allerdings realpolitisch geschehen w&#252;rde, bleibt abzuwarten. Sp&#228;testens seit seiner Ver&#246;ffentlichung wird das Narwa-Szenario, also eine Beteiligung Russlands an der Abtrennung der Stadt aus dem estnischen Staatsgebiet, auch &lt;a href=&#034;https://www.merkur.de/politik/nato-stadt-vor-russischem-angriff-diplomatische-loesung-ist-unsinn-93693333.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;in Deutschland besprochen&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Berichterstattung entfacht Diskurs&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Derartige Bestrebungen sind in Estland also als empfindlich anzusehen, weswegen das estnische Internetportal &lt;i&gt;Propastop&lt;/i&gt;, welches sich anti-propagandistischer Aufkl&#228;rung widmet, einen &lt;a href=&#034;https://www.propastop.org/en/2026/03/11/separatist-narva-peoples-republic-idea-spreads-on-social-media/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Artikel&lt;/a&gt; zur Thematik ver&#246;ffentlichte. Allerdings l&#246;ste das Portal mit ihrer Ver&#246;ffentlichung nicht die gew&#252;nschten Reaktionen aus, sondern entfachte eine breite Diskussion in den estnischen Medien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum Beispiel &lt;a href=&#034;https://news.err.ee/1609966733/indrek-kiisler-propastop-and-the-narva-republic&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;kritisierte&lt;/a&gt; der estnische Journalist Indrek Kiisler das Portal, das mit seinem Artikel &#252;berhaupt erst breitfl&#228;chige Aufmerksamkeit auf die Thematik gebracht hat. Dadurch wurde aus einem kleinen, nicht beachtenswerten Gruppenchat eine Aff&#228;re, die sogar den estnischen Premierminister Kristen Michal &lt;a href=&#034;https://valitsus.ee/uudised/valitsuse-pressikonverents-12-marts-2026&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;dazu veranlasste, sich zu &#228;u&#223;ern&lt;/a&gt;, so Kiisler. Laut ihm ist zudem unklar, ob sich hinter den Online-Accounts und Gruppen-Admins Internet-Trolle oder tats&#228;chliche staatlich gef&#246;rderte Propaganda aus Russland befindet. Mittlerweile meldete sich auch das estnische Au&#223;enministerium auf &lt;a href=&#034;https://x.com/mfaestonia/status/2034976553545687088?s=52&amp;t=OmEnm4ma9BlbCpjVtZCzKg&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;X&lt;/i&gt; zu Wort&lt;/a&gt;: &#8222;Narwa ist Estland. Punkt. Wir durchschauen alle Versuche, uns zu spalten.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Propastop&lt;/i&gt; reagierte auf die Vorw&#252;rfe und ver&#246;ffentlichte am 16. M&#228;rz ein &lt;a href=&#034;https://www.propastop.org/en/2026/03/16/why-does-propastop-write-about-the-narva-peoples-republic-case/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Statement&lt;/a&gt;, in welchem es mitteilt, dass es die Aufgabe des Blogs sei, die estnische Bev&#246;lkerung &#252;ber Propagandaversuche aufzukl&#228;ren und dass es die Bef&#252;rchtungen Kiislers nicht teilt.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25609 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/png/2screenshot_artikel_estland.png' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/png&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH403/2screenshot_artikel_estland-709bb.png?1775114132' width='500' height='403' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Screenshot aus dem Gruppenchat Volksrepublik Narwa auf Telegram &#8211; Das Meme bedeutet &#252;bersetzt: &#8222;Die NATO wird nicht kommen&#8220; (30.03.2026)&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie real ist die Gefahr einer &#8222;Volksrepublik Narwa&#8221;?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch wie sehr m&#252;ssen die estnischen Beh&#246;rden um eine Abtrennung ihres Staatsgebiets f&#252;rchten? Werden die Gedanken an die oft diskutierten &lt;i&gt;Gr&#252;nen M&#228;nnchen&lt;/i&gt; an der Grenze der aktuellen Situation gerecht? Die estnische Internetplattform &lt;i&gt;The Baltic Sentinel&lt;/i&gt;, welche sich auf Verteidigungsnachrichten in Nordosteuropa spezialisiert, gelang es in &lt;a href=&#034;https://balticsentinel.eu/8437404/how-a-journalist-gained-access-to-a-closed-telegram-chat-group-and-posed-as-a-supporter-of-the-narva-people-s-republic&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;investigativen Recherchen&lt;/a&gt;, die Ressourcen und die Manpower hinter der oben besprochenen &lt;i&gt;Telegram&lt;/i&gt;-Gruppe aufzudecken. Diese ergaben, dass es sich hinter dem separatistischen Kanal h&#246;chstwahrscheinlich um eine Einzelperson handelt, welche nicht nur &#252;ber geringe finanzielle Mittel verf&#252;gt, sondern allem Anschein nach auch nicht in Estland sesshaft ist. Im Artikel von &lt;i&gt;The Baltic Sentinel&lt;/i&gt; hei&#223;t es zudem, dass sich die Bef&#252;rchtungen einer aus Moskau dirigierten nachrichtendienstlichen Aktion nicht best&#228;tigen k&#246;nnen. Diese Erkenntnisse d&#252;rften die Kritik am Handeln des Portals &lt;i&gt;Propastop&lt;/i&gt; st&#228;rken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In politisch brisanten Zeiten tragen vor allem die Medien eine besondere Verantwortung, Inhalte korrekt einzuordnen und vor der Ver&#246;ffentlichung zu &#252;berpr&#252;fen. Der &lt;i&gt;Telegram&lt;/i&gt;-Gruppe hat die Berichterstattung unweigerlich einen Schub gegeben. W&#228;hrend &lt;i&gt;Propastop&lt;/i&gt; in ihrem Ursprungsartikel schreibt, die Gruppe verf&#252;ge &#252;ber &#8222;60 bis 70 Abonnenten&#8220;, so umfasst sie zum Zeitpunkt des Abschlusses dieses Artikels (30.03.2026) &#252;ber 1.500 Abonnenten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dennoch: Mittlerweile greift auch das russische Propaganda-Fernsehen die Sache auf und diskutiert offen &#252;ber eine &lt;a href=&#034;https://x.com/nexta_tv/status/2036208872671658332&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Einverleibung Narwas&lt;/a&gt;. Inwiefern es sich hierbei um einen Einsch&#252;chterungsversuch handelt, ist unklar. Die russische Armee ist seit &#252;ber vier Jahren in einen Invasionskrieg in der Ukraine gebunden. Einen zeitnahen Einmarsch ins Baltikum wird sich die milit&#228;rische F&#252;hrung in Moskau &lt;a href=&#034;https://www.euronews.com/2026/02/11/russia-has-no-intention-of-attacking-estonia-or-nato-this-year-says-estonian-intelligence-&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;kaum leisten d&#252;rfen&lt;/a&gt;. Doch auch wenn die Diskussion in Estland &#252;ber die Berichterstattung langsam abgeflacht ist, bleibt die Situation um Narwa angespannt.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Die europ&#228;ische Brandmauer: Realit&#228;t oder nur noch ein politisches Wunschbild?</title>
		<link>http://www.taurillon.org/die-europaische-brandmauer-realitat-oder-nur-noch-ein-politisches</link>
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		<dc:date>2026-03-22T09:11:48Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Mia Stremme</dc:creator>


		<dc:subject>&lt;span lang='fr'&gt;Europ&#228;ische Union&lt;/span&gt;</dc:subject>
		<dc:subject>Rechtsextremismus</dc:subject>
		<dc:subject>EU</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;Ist die Brandmauer gefallen? Die EVP arbeitet wohl eng mit der AfD und anderen rechten Gruppen im Europaparlament zusammen.&lt;/p&gt;

-
&lt;a href="http://www.taurillon.org/-Integration-" rel="directory"&gt;Europ&#228;ische Politik und Integration&lt;/a&gt;

/ 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Europaische-Union-+" rel="tag"&gt;&lt;span lang='fr'&gt;Europ&#228;ische Union&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Rechtsextremismus-+" rel="tag"&gt;Rechtsextremismus&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-mot2187-+" rel="tag"&gt;EU&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/65/f0a8a05d97ef3e93983780f60bac93.jpg?1774172186' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;Die &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt; arbeitet wohl eng mit der &lt;i&gt;AfD&lt;/i&gt; und anderen rechten Gruppen im Europaparlament zusammen. Das hat eine &lt;a href=&#034;https://www.deutschlandfunk.de/dpa-recherche-evp-fraktion-arbeitet-offenbar-enger-mit-rechten-parteien-zusammen-als-bislang-bekannt-102.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Recherche der &lt;i&gt;dpa&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; diese Woche ans Licht gebracht. Schon im November beschloss die konservative &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt; mit den rechten und rechtspopulistischen Fraktionen ein Gesetz. Ist die Brandmauer gefallen?&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Im Br&#252;sseler Gewusel laufen eine Handvoll Abgeordnete herum, die bis vor ein paar Tagen noch heimliche Pl&#228;ne f&#252;r einen Gesetzesentwurf zur Abschiebung von Asylsuchenden schmiedeten. In einer &lt;i&gt;WhatsApp&lt;/i&gt;-Gruppe tauschten sich Abgeordnete der &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt;-Fraktion mit Mitgliedern der Rechtsau&#223;en-Fraktionen aus. Darunter sind auch Abgeordnete der &lt;i&gt;AfD&lt;/i&gt;. Es ist eine &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/ausland/europa/evp-europaparlament-afd-brandmauer-weber-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Recherche der Nachrichtenagentur dpa&lt;/a&gt;, die diese Chat-Gruppe an die &#214;ffentlichkeit bringt. Laut dem Bericht der dpa hei&#223;t es in einer Nachricht: &#8222;Vielen Dank f&#252;r diese hervorragende Zusammenarbeit.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Recherche l&#246;st in Deutschland einen Wirbel an Schlagzeilen aus und sogar Kanzler Friedrich Merz mischt sich in die EU-politische Angelegenheit ein. &#8222;Wir arbeiten nicht zusammen mit den Rechtsradikalen im Europ&#228;ischen Parlament&#8220;, &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/inland/merz-weber-evp-rechte-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;erkl&#228;rt er&lt;/a&gt; und fordert, &#034;dass dies abgestellt wird und dass dies gegebenenfalls auch Konsequenzen hat.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;&#8222;Das ist ein Trend&#8220;&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Doch ist dieser Vorfall so neu? &#8211; Nein, bereits im November beschloss die EVP-Fraktion gemeinsam mit den rechten und rechtspopulistischen Fraktionen &lt;i&gt;EKR&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;PfE&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;ESN&lt;/i&gt; ein Gesetz zur Abschw&#228;chung des EU-Lieferkettengesetzes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Das ist ein Trend, den sehe ich schon seit dem Beginn dieser Legislaturperiode und im November hat es sich mit dem Lieferkettengesetz aber das erste Mal wirklich in der Gesetzgebung ausgedr&#252;ckt&#8220;, sagt Sophia Russack im Interview mit der &lt;a href=&#034;https://www.treffpunkteuropa.de/_mia-stremme_?lang=de&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Autorin&lt;/a&gt;. Sie forscht am Thinktank Centre for European Policy Studies (CEPS).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass jetzt Chatverl&#228;ufe mit rechten Fraktionen an die &#214;ffentlichkeit gekommen sind, &#252;berrascht Russack nicht. Sie habe das schon l&#228;nger beobachtet. &#8222;Es ist der &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt; eben wichtig, deren Agenda durchzubringen, dass es zweitrangig ist, mit welcher Mehrheit&#8220;, fasst sie zusammen. Die &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt; fungiere als Steigb&#252;gelhalter f&#252;r rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien. &#8222;Die Rechtsau&#223;enparteien sind nur so m&#228;chtig, wie die Christdemokraten und Konservativen sie machen.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25579 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/jpg/foto01-2.jpg' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/jpeg&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH333/foto01-2-7ff47.jpg?1774170944' width='500' height='333' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Mannfred Weber, Partei- und Fraktionsvorsitzender der EVP. Foto: CC-BY-4.0: &#169; European Union 2020 &#8211; Source: EP &lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Also gibt es die Brandmauer nicht mehr?&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Russack beantwortet diese Frage mit einem klaren Nein. Doch fragt man andere, wie Manfred Weber, Partei- und Fraktionsvorsitzender der &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt;, steht die Brandmauer noch. Auch nach dem Aufdecken der Chatgruppe &lt;a href=&#034;https://www.deutschlandfunk.de/die-brandmauer-steht-evp-fraktionschef-weber-beteuert-distanz-zur-afd-nach-absprachen-affaere-im-eu--100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;beteuert er weiterhin Distanz zur &lt;i&gt;AfD&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;: &#8222;Es gibt keine Zusammenarbeit mit der &lt;i&gt;AfD&lt;/i&gt; im europ&#228;ischen Parlament, deren Inhalte spielen bei uns keine Rolle.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am &lt;i&gt;CDU&lt;/i&gt;-Parteitag dieses Jahr hatte Weber in seiner Rede jedoch nicht ausgeschlossen, Gesetze mit Mehrheiten mit den Rechten durchzubringen. &lt;a href=&#034;https://www.ardmediathek.de/video/phoenix-vor-ort/manfred-weber-csu-evp-grusswort-auf-cdu-parteitag/phoenix/Y3JpZDovL3Bob2VuaXguZGUvNTE3NzcxMg&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Er sagte&lt;/a&gt;, dass die &lt;i&gt;AfD&lt;/i&gt; kein Partner in der Zusammenarbeit sei, aber dass man die geplante Politik jedoch umsetze. Russack erkl&#228;rt, dass es nicht unbedingt einer konkreten Zusammenarbeit mit den Rechten bedarf, damit die &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt; ihre konservativ-b&#252;rgerliche Linie durchsetzen k&#246;nne. Bei manchen Formulierungen von &#196;nderungsvorschl&#228;gen oder Gesetzen wisse man, dass da vom rechten Rand die Zustimmung komme. So wie im vergangenen Herbst beim Lieferkettengesetz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch bei dem Migrationsgesetz habe es bereits genug &#220;berschneidungen in der Positionierung gegeben. &lt;a href=&#034;https://taz.de/Interne-Chats-belegen-Kooperation-von-EVP-mit-Rechten/!6162482/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Auf Anfrage der &lt;i&gt;dpa&lt;/i&gt; erkl&#228;rte ein Sprecher der &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, man h&#228;tte den Gesetzesentwurf nicht gro&#223; &#252;berarbeiten m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Besonders die Deutschen halten an der europ&#228;ischen Brandmauer fest&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Fast jedes deutsche Medium schrieb &#252;ber die geheimen Chatverl&#228;ufe. Bei ausl&#228;ndischen Medien blieb es hingegen ruhiger, obwohl sich der Vorfall auf europ&#228;ischer Ebene abspielt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der jeweilige nationale Hintergrund spielt in der Debatte eine wichtige Rolle. Beispielsweise st&#246;&#223;t in der italienischen Medien&#246;ffentlichkeit die Kooperation zwischen &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt; und den Rechten nicht auf Emp&#246;rung. Denn im eigenen Land steht die Brandmauer schon l&#228;ngst nicht mehr und die postfaschistische Partei von Giorgia Meloni regiert zusammen mit anderen konservativ-rechten Parteien. Russack erkl&#228;rt: &#8222;In den deutschen Medien ist der Aufschrei so gro&#223;, das ist gut und wichtig, weil das eben auch zeigt, dass die Brandmauer tats&#228;chlich noch in Deutschland steht und es eben gro&#223;es Entsetzen dar&#252;ber gibt, was im Europaparlament passiert.&#8220;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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	</item>
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		<title>Franz&#246;sische Kommunalwahlen: Radikale Parteien auf dem Vormarsch in die Rath&#228;user</title>
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		<dc:date>2026-03-21T08:59:58Z</dc:date>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Veronika Sch&#252;rr</dc:creator>


		<dc:subject>Frankreich</dc:subject>
		<dc:subject>Regionalpolitik</dc:subject>
		<dc:subject>Rechtsextremismus</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;Historisch niedrige Wahlbeteiligung, schwache Ergebnisse f&#252;r Macrons Lager und ein Erstarken der Rechtsextremen&lt;/p&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/-aus-den-mitgliedsstaaten-" rel="directory"&gt;L&#228;nderfokus&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Frankreich,543-+" rel="tag"&gt;Frankreich&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-regionalpolitik-+" rel="tag"&gt;Regionalpolitik&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Rechtsextremismus-+" rel="tag"&gt;Rechtsextremismus&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/c0/baee16aae966fc18fc552a5960091c.jpg?1774087719' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;Foto: yamu Jayanath / Pixabay&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;Historisch niedrige Wahlbeteiligung, schwache Ergebnisse f&#252;r Macrons Lager und ein Erstarken der Rechtsextremen in S&#252;dfrankreich pr&#228;gen die erste Runde der franz&#246;sischen Kommunalwahlen. In vielen St&#228;dten, darunter Marseille, bleibt es weiterhin spannend: Der zweite Urnengang am Sonntag entscheidet nicht nur &#252;ber neue B&#252;rgermeister*innen, sondern liefert auch einen Gradmesser f&#252;r die Pr&#228;sidentschaftswahl 2027. Kann der europakritische &lt;i&gt;Rassemblement National&lt;/i&gt; seinen Einfluss auf lokaler Ebene konsolidieren? Und steigert sein Abschneiden die Chancen f&#252;r die Nachfolge im Pr&#228;sidentenamt?&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Ein lokaler Urnengang von nationaler Bedeutung&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Zu viele Kommunen, zu unbekannt die Gesichter, um &#252;ber die Rath&#228;user hinaus Beachtung zu finden: Normalerweise bleiben die Kommunalwahlen weitgehend unbedeutsam f&#252;r die nationale Politik. 2026 ist die Lage anders.
&lt;a href=&#034;https://www.dfi.de/dossiers/kommunalwahlen-2026&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Am 15. und 22. M&#228;rz werden rund 500.000 kommunale Mandatstr&#228;ger*innen in den knapp 35.000 Gemeinden neu gew&#228;hlt. Die Gemeinder&#228;te bestimmen anschlie&#223;end die B&#252;rgermeister*innen f&#252;r die Amtsperiode 2026 bis 2032&lt;/a&gt;. In Frankreich sind die Kommunen ein zentraler politischer Erfahrungsraum. Trotz der traditionell starken Zentralisierung der Republik bilden die Gemeinden die erste Ebene, auf der B&#252;rger*innen staatliches Handeln konkret erleben: von Stadtplanung, Schulverwaltung und sozialem Wohnungsbau bis hin zu Mobilit&#228;t und Gesundheitsversorgung. Dieses Jahr ziehen die &lt;i&gt;Municipales&lt;/i&gt; ungew&#246;hnlich viel nationale und internationale Aufmerksamkeit auf sich, und das aus zwei Gr&#252;nden:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erstens fallen sie in eine Phase politischer Instabilit&#228;t. Seit der Aufl&#246;sung der Nationalversammlung 2024 pr&#228;gen fehlende parlamentarische Mehrheiten und schwierige Kompromisse die nationale Politik. Im H&#244;tel de Matignon gingen in weniger als zwei Jahren vier verschiedene Premierminister ein und aus. Die kommunale Ebene erscheint vielen dagegen handlungsf&#228;higer und verl&#228;sslicher. &lt;a href=&#034;https://www.ipsos.com/fr-fr/municipales-2026-le-maire-une-figure-de-confiance-dans-une-democratie-fragmentee&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Umfragen zeigen, dass B&#252;rgermeister*innen weiterhin das gr&#246;&#223;te Vertrauen genie&#223;en, w&#228;hrend das Misstrauen gegen&#252;ber der nationalen Politik w&#228;chst&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zweitens finden die Wahlen zu einem besonderen Zeitpunkt statt. Zum zweiten Mal in der Geschichte der F&#252;nften Republik bilden sie die letzte landesweite Direktwahl vor der anstehenden Pr&#228;sidentschaftswahl 2027. Pr&#228;sident Macron kann nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren. Als Stimmungstest geben die Kommunalwahlen Aufschluss dar&#252;ber, welche Kr&#228;fte im Rennen um Macrons Nachfolge an Gewicht gewinnen k&#246;nnten. Dazu geh&#246;rt auch der &lt;i&gt;Rassemblement National&lt;/i&gt;, der versucht, seine nationalen Wahlerfolge erstmals auf kommunaler Ebene zu verankern.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;instagram-media&#034; data-instgrm-captioned data-instgrm-permalink=&#034;https://www.instagram.com/p/DV8OhSDDCnm/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading&#034; data-instgrm-version=&#034;14&#034; style=&#034; background:#FFF; border:0; border-radius:3px; box-shadow:0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width:540px; min-width:326px; padding:0; width:99.375%; width:-webkit-calc(100% - 2px); width:calc(100% - 2px);&#034;&gt;&lt;div style=&#034;padding:16px;&#034;&gt; &lt;a href=&#034;https://www.instagram.com/p/DV8OhSDDCnm/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading&#034; style=&#034; background:#FFFFFF; line-height:0; padding:0 0; text-align:center; text-decoration:none; width:100%;&#034; target=&#034;_blank&#034;&gt;&lt;div style=&#034; display: flex; flex-direction: row; align-items: center;&#034;&gt; &lt;div style=&#034;background-color: #F4F4F4; border-radius: 50%; flex-grow: 0; height: 40px; margin-right: 14px; width: 40px;&#034;&gt;&lt;/div&gt; &lt;div style=&#034;display: flex; flex-direction: column; flex-grow: 1; justify-content: center;&#034;&gt; &lt;div style=&#034; background-color: #F4F4F4; border-radius: 4px; flex-grow: 0; height: 14px; margin-bottom: 6px; width: 100px;&#034;&gt;&lt;/div&gt; &lt;div style=&#034; background-color: #F4F4F4; border-radius: 4px; flex-grow: 0; height: 14px; width: 60px;&#034;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style=&#034;padding: 19% 0;&#034;&gt;&lt;/div&gt; &lt;div style=&#034;display:block; height:50px; margin:0 auto 12px; width:50px;&#034;&gt;&lt;svg width=&#034;50px&#034; height=&#034;50px&#034; viewBox=&#034;0 0 60 60&#034; version=&#034;1.1&#034; xmlns=&#034;https://www.w3.org/2000/svg&#034; xmlns:xlink=&#034;https://www.w3.org/1999/xlink&#034;&gt;&lt;g stroke=&#034;none&#034; stroke-width=&#034;1&#034; fill=&#034;none&#034; fill-rule=&#034;evenodd&#034;&gt;&lt;g transform=&#034;translate(-511.000000, -20.000000)&#034; fill=&#034;#000000&#034;&gt;&lt;g&gt;&lt;path d=&#034;M556.869,30.41 C554.814,30.41 553.148,32.076 553.148,34.131 C553.148,36.186 554.814,37.852 556.869,37.852 C558.924,37.852 560.59,36.186 560.59,34.131 C560.59,32.076 558.924,30.41 556.869,30.41 M541,60.657 C535.114,60.657 530.342,55.887 530.342,50 C530.342,44.114 535.114,39.342 541,39.342 C546.887,39.342 551.658,44.114 551.658,50 C551.658,55.887 546.887,60.657 541,60.657 M541,33.886 C532.1,33.886 524.886,41.1 524.886,50 C524.886,58.899 532.1,66.113 541,66.113 C549.9,66.113 557.115,58.899 557.115,50 C557.115,41.1 549.9,33.886 541,33.886 M565.378,62.101 C565.244,65.022 564.756,66.606 564.346,67.663 C563.803,69.06 563.154,70.057 562.106,71.106 C561.058,72.155 560.06,72.803 558.662,73.347 C557.607,73.757 556.021,74.244 553.102,74.378 C549.944,74.521 548.997,74.552 541,74.552 C533.003,74.552 532.056,74.521 528.898,74.378 C525.979,74.244 524.393,73.757 523.338,73.347 C521.94,72.803 520.942,72.155 519.894,71.106 C518.846,70.057 518.197,69.06 517.654,67.663 C517.244,66.606 516.755,65.022 516.623,62.101 C516.479,58.943 516.448,57.996 516.448,50 C516.448,42.003 516.479,41.056 516.623,37.899 C516.755,34.978 517.244,33.391 517.654,32.338 C518.197,30.938 518.846,29.942 519.894,28.894 C520.942,27.846 521.94,27.196 523.338,26.654 C524.393,26.244 525.979,25.756 528.898,25.623 C532.057,25.479 533.004,25.448 541,25.448 C548.997,25.448 549.943,25.479 553.102,25.623 C556.021,25.756 557.607,26.244 558.662,26.654 C560.06,27.196 561.058,27.846 562.106,28.894 C563.154,29.942 563.803,30.938 564.346,32.338 C564.756,33.391 565.244,34.978 565.378,37.899 C565.522,41.056 565.552,42.003 565.552,50 C565.552,57.996 565.522,58.943 565.378,62.101 M570.82,37.631 C570.674,34.438 570.167,32.258 569.425,30.349 C568.659,28.377 567.633,26.702 565.965,25.035 C564.297,23.368 562.623,22.342 560.652,21.575 C558.743,20.834 556.562,20.326 553.369,20.18 C550.169,20.033 549.148,20 541,20 C532.853,20 531.831,20.033 528.631,20.18 C525.438,20.326 523.257,20.834 521.349,21.575 C519.376,22.342 517.703,23.368 516.035,25.035 C514.368,26.702 513.342,28.377 512.574,30.349 C511.834,32.258 511.326,34.438 511.181,37.631 C511.035,40.831 511,41.851 511,50 C511,58.147 511.035,59.17 511.181,62.369 C511.326,65.562 511.834,67.743 512.574,69.651 C513.342,71.625 514.368,73.296 516.035,74.965 C517.703,76.634 519.376,77.658 521.349,78.425 C523.257,79.167 525.438,79.673 528.631,79.82 C531.831,79.965 532.853,80.001 541,80.001 C549.148,80.001 550.169,79.965 553.369,79.82 C556.562,79.673 558.743,79.167 560.652,78.425 C562.623,77.658 564.297,76.634 565.965,74.965 C567.633,73.296 568.659,71.625 569.425,69.651 C570.167,67.743 570.674,65.562 570.82,62.369 C570.966,59.17 571,58.147 571,50 C571,41.851 570.966,40.831 570.82,37.631&#034;&gt;&lt;/path&gt;&lt;/g&gt;&lt;/g&gt;&lt;/g&gt;&lt;/svg&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style=&#034;padding-top: 8px;&#034;&gt; &lt;div style=&#034; color:#3897f0; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; font-style:normal; font-weight:550; line-height:18px;&#034;&gt;Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style=&#034;padding: 12.5% 0;&#034;&gt;&lt;/div&gt; &lt;div style=&#034;display: flex; flex-direction: row; margin-bottom: 14px; align-items: center;&#034;&gt;&lt;div&gt; &lt;div style=&#034;background-color: #F4F4F4; border-radius: 50%; height: 12.5px; width: 12.5px; transform: translateX(0px) translateY(7px);&#034;&gt;&lt;/div&gt; &lt;div style=&#034;background-color: #F4F4F4; height: 12.5px; transform: rotate(-45deg) translateX(3px) translateY(1px); width: 12.5px; flex-grow: 0; margin-right: 14px; margin-left: 2px;&#034;&gt;&lt;/div&gt; &lt;div style=&#034;background-color: #F4F4F4; border-radius: 50%; height: 12.5px; width: 12.5px; transform: translateX(9px) translateY(-18px);&#034;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style=&#034;margin-left: 8px;&#034;&gt; &lt;div style=&#034; 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&lt;p style=&#034; color:#c9c8cd; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; line-height:17px; margin-bottom:0; margin-top:8px; overflow:hidden; padding:8px 0 7px; text-align:center; text-overflow:ellipsis; white-space:nowrap;&#034;&gt;&lt;a href=&#034;https://www.instagram.com/p/DV8OhSDDCnm/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading&#034; style=&#034; color:#c9c8cd; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; font-style:normal; font-weight:normal; line-height:17px; text-decoration:none;&#034; target=&#034;_blank&#034;&gt;Ein Beitrag geteilt von Le Monde in English (@lemonde_en)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;script async src=&#034;//www.instagram.com/embed.js&#034;&gt;&lt;/script&gt;&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Schwache Mitte, starke R&#228;nder&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Bereits die erste Runde der Wahlen am 15. M&#228;rz lieferte ein deutliches Signal politischer Unzufriedenheit. Mit knapp 57 Prozent Wahlbeteiligung fiel sie so niedrig aus wie selten zuvor. &lt;a href=&#034;https://www.dfi.de/dossiers/kommunalwahlen-2026&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Nur w&#228;hrend der von der Corona-Pandemie gepr&#228;gten Kommunalwahlen im Jahr 2020 gingen noch weniger B&#252;rger*innen an die Urnen&lt;/a&gt;. Viele sehen darin ein Zeichen f&#252;r eine wachsende Distanz zwischen W&#228;hler*innen und etablierten politischen Parteien. &lt;a href=&#034;https://www.fr.de/politik/extremisten-triumphieren-macrons-politik-treibt-waehler-in-die-arme-von-le-pen-94220928.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Besonders auff&#228;llig war das schwache Abschneiden der regierungsnahen Kreise rund um Pr&#228;sident Macron, die in zahlreichen Kommunen nur eine Nebenrolle spielten&lt;/a&gt;. W&#228;hrend das politische Zentrum an Einfluss verliert, profitieren vor allem Parteien an den R&#228;ndern des politischen Spektrums.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die linkspopulistische Partei &lt;i&gt;La France Insoumise&lt;/i&gt; konnte in den Metropolen wie Paris, Lyon oder Marseille &#252;ber zehn Prozent der Stimmen auf sich vereinen. In den St&#228;dten Lille, Limoges und Toulouse zeichnen sich zudem gute Chancen f&#252;r die Stichwahl am Sonntag (22. M&#228;rz) ab. Das Ergebnis zeigt, dass &lt;i&gt;LFI&lt;/i&gt; durch &lt;a href=&#034;https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/mord-rechtsextremist-lyon-frankreich-student-linksextremisten&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;die rechtsextremen Gedenkm&#228;rsche um den get&#246;teten Aktivisten Quentin Deranque&lt;/a&gt; nicht an Einfluss verloren hat und vielmehr ihre Position innerhalb der linken Parteienlandschaft weiter festigen konnte. Zuvor geriet die Partei unter Druck, da unter den nach Deranques Tod Festgenommenen auch ein Mitarbeiter des &lt;a href=&#034;https://taz.de/Tod-eines-Rechtsextremen/!6155707/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Abgeordneten Rapha&#235;l Arnault&lt;/a&gt; sowie mehrere Personen der von ihm mitgegr&#252;ndeten Antifa-Gruppierung waren. Rechte Stimmen nutzten dies, um &lt;i&gt;LFI&lt;/i&gt; die Verantwortung f&#252;r das t&#246;dliche Delikt zuzuschreiben.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;S&#252;dfrankreich: Hochburg der Rechtsextremen&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Auf den ersten Blick deutet vieles darauf hin, dass es dem &lt;i&gt;Rassemblement National&lt;/i&gt; gelingt, seine nationale St&#228;rke zunehmend auch auf kommunaler Ebene zu verankern. 2020 lag die Partei in elf Kommunen vorn, 2026 sind es in der ersten Runde der Kommunalwahlen bereits 58. Vor allem im S&#252;den des Landes l&#228;sst sich von einem Erfolg der Rechtsextremen sprechen, die von der Schw&#228;che des politischen Zentrums profitieren. In St&#228;dten wie Carcassonne, Fr&#233;jus, Agde und Menton f&#252;hrt die Partei Marine Le Pens bereits nach der ersten Wahl-Runde. In Perpignan, der bislang gr&#246;&#223;ten von &lt;i&gt;RN&lt;/i&gt; regierten Stadt, erreicht Amtsinhaber Louis Aliot schon im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit und steht damit vor seiner Wiederwahl.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch in weiteren s&#252;dlichen St&#228;dten k&#246;nnte der &lt;i&gt;RN&lt;/i&gt; an Einfluss gewinnen: In Toulon, N&#238;mes oder Nizza wird die Stichwahl am Sonntag entscheidend sein. &lt;a href=&#034;https://www.spiegel.de/ausland/kommunalwahlen-frankreich-rechtspopulistisches-rn-vorne-a-36dadf94-c1b0-41d7-a1bc-1cdf35bcce4f&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;In Nizza etwa erzielte &#201;ric Ciotti mit Unterst&#252;tzung des RN ein st&#228;rkeres Ergebnis als der amtierende B&#252;rgermeister und positionierte sich aussichtsreich f&#252;r die zweite Runde am Sonntag&lt;/a&gt;. &#220;ber den S&#252;den hinaus gelingt dem &lt;i&gt;RN&lt;/i&gt; punktuell der Vorsto&#223; in neue Regionen: In der Nouvelle-Aquitaine im S&#252;dwesten des Landes stellt die Partei erstmals B&#252;rgermeister, ein symbolisch wichtiger Schritt f&#252;r eine bislang s&#252;dlich konzentrierte Partei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.zdfheute.de/politik/ausland/frankreich-kommunalwahlen-rechtspopulisten-rassemblement-national-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Gleichzeitig werden die Grenzen ihrer Reichweite deutlich. Im Gegensatz zur linkspopulistischen Partei spielen die Rechtspopulisten in gro&#223;en Metropolen wie Paris, Bordeaux, Toulouse oder Stra&#223;burg weiterhin nur eine untergeordnete Rolle und scheitern mit weniger als acht Prozent der Stimmen bereits in der ersten Wahl-Runde&lt;/a&gt;. Hat Marine Le Pen also Recht, wenn sie auf X einen &#8222;&lt;a href=&#034;https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-03/frankreich-kommunalwahl-rn-lehavre-perpignan&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;riesigen Sieg&lt;/a&gt;&#8220; f&#252;r ihre Bewegung verk&#252;ndet? Der Vormarsch in kleineren und mittelgro&#223;en Kommunen sowie in s&#252;dlichen, traditionell rechten Regionen ist eindeutig sichtbar. Von einer fl&#228;chendeckenden kommunalen Verankerung kann nicht die Rede sein, genauso wenig wie von einem Zugang zu den gro&#223;en Metropolen.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Eine entscheidende zweite Runde: Umk&#228;mpftes Marseille &lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Ein Ausnahmefall ist Marseille: Bei der kommenden Stichwahl in der zweitgr&#246;&#223;ten Stadt Frankreichs entscheidet sich, ob der &lt;i&gt;RN&lt;/i&gt; &#252;ber seine Hochburgen im S&#252;den hinaus auch in urbanen Zentren relevant werden kann. &lt;a href=&#034;https://taz.de/Kommunalwahlen-in-Frankreich/!6157044/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;In der ersten Runde lag der amtierende linke B&#252;rgermeister Beno&#238;t Payan vom B&#252;ndnis &lt;i&gt;Printemps Marseillais&lt;/i&gt; mit 36&#8239;Prozent nur knapp vor dem &lt;i&gt;RN&lt;/i&gt;-Kandidaten Franck Allisio, der 35 Prozent der Stimmen erhielt&lt;/a&gt;. Das Kopf-an-Kopf-Rennen am 22. M&#228;rz wird zeigen, ob der &lt;i&gt;RN&lt;/i&gt; erstmals &#252;berregional an Bedeutung gewinnen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vorerst steht fest: Auf kommunaler Ebene konnten die Rechtsextremen ihre Macht in den traditionellen Hochburgen des S&#252;dens vorerst festigen. Abzuwarten bleibt, ob sie in Marseille auch urbane und heterogene W&#228;hlerschichten &#252;berzeugen k&#246;nnen. Erst dann wird sich zeigen, ob ein m&#246;glicher Einzug ins Rathaus von Marseille zum Sprungbrett in den &#201;lys&#233;e-Palast werden k&#246;nnte.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Jubel im Parlament, Stille in der Wirklichkeit</title>
		<link>http://www.taurillon.org/jubel-im-parlament-stille-in-der-wirklichkeit</link>
		<guid isPermaLink="true">http://www.taurillon.org/jubel-im-parlament-stille-in-der-wirklichkeit</guid>
		<dc:date>2026-03-20T10:21:42Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Sofie Sindelarova</dc:creator>


		<dc:subject>Abtreibung</dc:subject>
		<dc:subject>Frauenrechte</dc:subject>
		<dc:subject>Europ&#228;isches Parlament</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;&#8222;My Voice, My Choice&#8220; zeigt: Reproduktive Rechte sind eine gesamteurop&#228;ische Debatte. Doch Zugang zu Abtreibung bleibt oft national begrenzt.&lt;/p&gt;

-
&lt;a href="http://www.taurillon.org/-Integration-" rel="directory"&gt;Europ&#228;ische Politik und Integration&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Abtreibung-+" rel="tag"&gt;Abtreibung&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Frauenrechte-+" rel="tag"&gt;Frauenrechte&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Parlement-Europeen-+" rel="tag"&gt;Europ&#228;isches Parlament&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/2f/3622fe04aa51e626e59f9383016274.jpg?1774003427' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;Muss Abtreibung durch die Bev&#246;lkerung akzeptiert werden, bevor sie bereit f&#252;r den Einzug in das Parlament ist?&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zwei Striche tauchen auf dem Teststreifen auf und sofort: Angst. Angst vor der Familie, vor den Kosten, vor dem Gericht. Angst um das eigene Leben.
F&#252;r viele Frauen f&#252;hrt der Weg zur Abtreibung ins Ausland &#8211; und oft ins Schweigen. Schweigen &#252;ber die Scham, Schweigen &#252;ber den Schmerz.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h4 class=&#034;spip&#034;&gt;Ein Blick nach Polen
&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;In Polen ist der Schwangerschaftsabbruch &lt;a href=&#034;https://eastblog.univie.ac.at/2022/10/21/abtreibung-ist-ok-aber-nicht-in-polen/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;rechtlich stark eingeschr&#228;nkt&lt;/a&gt;, nur bei Vorliegen einer Gefahr f&#252;r Leben oder Gesundheit der Frau, sowie bei Vergewaltigungen oder Inzest, bleibt er straffrei.&lt;/strong&gt;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch &lt;a href=&#034;https://taz.de/Abtreibungsrechte-Polinnen-muessen-fuer-einen-Schwangerschaftsabbruch-quer-durch-Europa-fahren/!6157373/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;auch in der Gesellschaft&lt;/a&gt; scheint er angesichts verbreiteter konservativ-katholischer Weltanschauung umstritten. &#196;rzt*innen z&#246;gern oft im Falle lebensbedrohlicher Schwangerschaften einzugreifen &#8211; auch weil sie dadurch drei Jahre Gef&#228;ngnis riskieren. Wieso gelten bestimmte Abbr&#252;che als legitim und andere als moralisch problematisch?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von offizieller Seite wurden in Polen im Jahr 2024 nur 896 legale Schwangerschaftsabbr&#252;che registriert. Die Initiative &lt;i&gt;Abortions Without Borders&lt;/i&gt; sch&#228;tzt hingegen, dass im selben Jahr &lt;a href=&#034;https://taz.de/Abtreibungsrechte-Polinnen-muessen-fuer-einen-Schwangerschaftsabbruch-quer-durch-Europa-fahren/!6157373/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;knapp 180.000 Abbr&#252;che stattgefunden&lt;/a&gt; haben: Mit Medikamenten oder &lt;a href=&#034;https://taz.de/Recherche-Exporting-Abortion/!6078267/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;im Ausland&lt;/a&gt;, mit enormen Kosten und einer gesundheitlichen Gefahr.
&lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/ausland/europa/polen-abtreibungsrecht-parlament-100.htmlhttps://www.tagesschau.de/ausland/europa/polen-abtreibungsrecht-parlament-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;2022 wurden nur 161&lt;/a&gt; legale Abtreibungen vorgenommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dies ist nicht zuletzt auf ein Urteil des polnischen Verfassungsgerichts von Oktober 2020 zur&#252;ckzuf&#252;hren. Der bislang h&#228;ufigste legale Grund f&#252;r einen Abbruch &#8211; fetale Fehlbildungen &#8211; wurde kriminalisiert. &lt;a href=&#034;https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-10/polen-demonstration-schwangerschaftsabbruchgsetz-warschau-andrzej-duda&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Landesweite Proteste&lt;/a&gt; in Polen sahen darin einen massiven Eingriff in die Privatsph&#228;re der Frau.
Am Gesetz &#228;nderte sich dennoch nichts &#8211; bis heute. F&#252;nf Jahre sp&#228;ter, November 2025, stellte der Europ&#228;ische Gerichtshof f&#252;r Menschenrechte (EGMR) nach der&lt;a href=&#034;https://euractiv.de/news/menschenrechtsgerichtshof-ruegt-polen-wegen-verletzung-des-abtreibungsrechts/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Klage einer Frau aus Krakau&lt;/a&gt; erneut fest: Wenn Frauen gezwungen sind, ins Ausland zu reisen, um eine ungewollte Schwangerschaft abzubrechen, wird ihr Recht auf Privat- und Familienleben verletzt. Polen musste eine Entsch&#228;digung in H&#246;he von 15.000 an die Frau zahlen. Die Kl&#228;gerin selbst reiste f&#252;r den Eingriff in die Niederlande.&lt;/p&gt;
&lt;h4 class=&#034;spip&#034;&gt;Europa ist liberaler. Der Zugang nicht.
&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Im europ&#228;ischen Vergleich wirkt Polen wie eine Ausnahme. In weiten Teilen Europas sind Abtreibungen erlaubt. &lt;a href=&#034;https://www.amnesty.de/schwangerschaftsabbruch-europa-rechte-zugang&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Wie lange, ist unterschiedlich&lt;/a&gt;. Zw&#246;lf Wochen in Deutschland, &#214;sterreich oder Belgien. Vierzehn in Frankreich oder Spanien. In Skandinavien sogar bis zur 18. Woche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Legal bedeutet jedoch nicht automatisch zug&#228;nglich. In einigen L&#228;ndern, etwa wie in Italien oder Kroatien, lehnen &#196;rzt*innen Behandlungen aufgrund moralischer &#220;berzeugungen oft ab. Dies ist kein Einzelph&#228;nomen. Diese &lt;a href=&#034;https://fr.boell.org/de/2024/11/07/das-recht-auf-abtreibung-italien&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Gewissensverweigerer&lt;/a&gt; liegen in Italien bei &#252;ber 70 Prozent, in manchen Regionen sogar bei &#252;ber 90.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch in anderen EU-L&#228;ndern &lt;a href=&#034;https://www.nd-aktuell.de/artikel/1194329.safe-abortion-day-wo-europas-abtreibungsgesetze-am-strengsten-sind.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;erschweren lange Beratungen und hohe Kosten&lt;/a&gt; den Prozess. Doch sind es nicht oft gerade jene Frauen, die sich eine Abtreibung kaum leisten k&#246;nnen, die sie am meisten brauchen?&lt;/p&gt;
&lt;h4 class=&#034;spip&#034;&gt;Von Petition ins Parlament &lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Die B&#252;rger*inneninitiative &lt;a href=&#034;https://taz.de/EU-Parlament-stimmt-fuer-sichere-und-zugaengliche-Abtreibungen-in-Mitgliedstaaten/!6139402/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;My Voice, My Choice&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, initiiert von der slowenischen Aktivistin Nika Kova&#269;, versucht dieses Problem auf europ&#228;ischer Ebene anzugehen.
Sie setzt sich f&#252;r sichere und zug&#228;ngliche Schwangerschaftsabbr&#252;che in der EU ein und fand im vergangenen Jahr bei mehr als einer Millionen Anklang. Konkret werden Fonds f&#252;r Frauen gefordert, die gezwungen sind ins Ausland zu reisen, um eine ungewollte Schwangerschaft abzubrechen.
Jubel bricht aus, als das EU-Parlament im Dezember 2025 mit einer Mehrheit von 56 Prozent seine Unterst&#252;tzung f&#252;r die B&#252;rger*inneninitiative ausdr&#252;ckt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/ausland/europa/schwangerschaftsabbrueche-abtreibungen-europa-buergerinitiative-eu-kommission-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kritiker*innen&lt;/a&gt; stempeln diese Hilfe als Einmischung in interne Angelegenheiten ab, da Gesundheitspolitik in der EU gr&#246;&#223;tenteils auf nationaler Ebene bleibt. Der Finanzierungsmechanismus ist somit f&#252;r die Mitgliedstaaten freiwillig. Es stellt sich die Frage: Werden L&#228;nder wie Polen freiwillig einen Paradigmenwechsel willkommen hei&#223;en, den sie seit Jahren schon erfolgreich blockierten?
Oder hilft diese Initiative trotzdem L&#228;ndern, in denen Abtreibungen entweder teuer oder schwer zug&#228;nglich sind? Wenn Frauen in Italien und Kroatien ein Abbruch von &#196;rzt*innen oft verweigert wird, k&#246;nnte ein Fonds den Weg zu einer anderen Klinik deutlich sicherer und billiger machen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch diese Fragen stellen sich vorerst kaum. &lt;a href=&#034;https://euractiv.de/news/kommission-verweist-auf-bestehende-mittel-fuer-abtreibungen-waehrend-kampagne-historischen-schritt-begruesst/#:~:text=Kommission%20verweist%20auf%20bestehende%20Mittel,historischen&#8220;%20Schritt%20begr&#252;&#223;t%20%7C%20Euractiv%20DE&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Ein neuer Fonds wurde Ende Februar von der EU-Kommission abgelehnt&lt;/a&gt;. Petitionen mit mehr als eine Millionen Unterschriften zwingen die EU-Kommission zwar zu antworten, nicht aber zu handeln. Laut Kommission st&#252;nde Hilfe schon zur Verf&#252;gung. Es wird auf den Sozialfonds Plus verwiesen, der Besch&#228;ftigung und soziale Integration f&#246;rdert und EU-L&#228;ndern auch f&#252;r sicherere Schwangerschaftsabbr&#252;che offensteht. Bislang zeigten hieran jedoch nur zehn EU-L&#228;nder Interesse: &#8222;Es ist Sache der Mitgliedstaaten, zu handeln, weshalb wir dieses Instrument vorschlagen; es ist ihre Entscheidung, ob sie es nutzen wollen&#8220;, begr&#252;ndete Hadja Lahbib, EU-Kommissarin f&#252;r Gleichstellung, die Ablehnung der EU-Kommission.&lt;/p&gt;
&lt;h4 class=&#034;spip&#034;&gt;Aussicht &lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Die Initiative &lt;i&gt;My Voice, My Choice&lt;/i&gt; ist ein wichtiger Schritt f&#252;r die St&#228;rkung reproduktiver Rechte und zeigt, dass sie l&#228;ngst nicht mehr eine nationale Debatte ist &#8211; vor allem, vor dem Hintergrund, dass einige Nationalstaaten eine der grundlegendsten Gesundheitsleistungen f&#252;r Frauen, den Schwangerschaftsabbruch, nicht erm&#246;glichen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber auch dort, wo Abtreibung legal ist, entscheiden oft andere Faktoren &#252;ber den tats&#228;chlichen Zugang: &#196;rzt*innen, Kosten, Beratungen, gesellschaftlicher Druck. Im Parlament wird &#252;ber Rechte abgestimmt. Erst im Alltag entscheidet sich hingegen, ob Frauen sie wirklich auch nutzen k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Muss gesellschaftliche Akzeptanz also erst den Weg freimachen, bevor das Parlament &#8211; ob national oder supranational &#8211; handeln kann? Oder kann Politik solche Ver&#228;nderungen selbst ansto&#223;en?&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Souver&#228;nit&#228;t beginnt im Einkaufskorb</title>
		<link>http://www.taurillon.org/souveranitat-beginnt-im-einkaufskorb</link>
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		<dc:date>2026-03-11T14:29:55Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Katharina Volk</dc:creator>


		<dc:subject>Deutschland</dc:subject>
		<dc:subject>Frankreich</dc:subject>
		<dc:subject>Europa</dc:subject>
		<dc:subject>&lt;span lang='fr'&gt;Europ&#228;ische Union&lt;/span&gt;</dc:subject>
		<dc:subject>Europ&#228;ische Identit&#228;t</dc:subject>
		<dc:subject>Wirtschaft</dc:subject>
		<dc:subject>Europ&#228;ische Identit&#228;t</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;&#8220;Statt Coca Cola, trinken wir nur noch Fritz Cola und statt auf Amazon, wird bei Kaufland bestellt.&#8221; Seit Mitte Februar verbreiten sich solche Aufrufe in den sozialen Medien, europ&#228;ische Alternativen zu US-amerikanischen Produkten zu bevorzugen. B&#252;rger:innen rufen gezielt zum Boykott amerikanischer Waren auf &#8211; als Reaktion auf die von Donald Trump ausgerufenen Z&#246;lle und politischen Signale. Doch wie realistisch ist ein rein europ&#228;ischer Einkauf? Auf dem Wochenmarkt oder bei lokalen (&#8230;)&lt;/p&gt;


-
&lt;a href="http://www.taurillon.org/-wirtschaft-und-sozialpolitik-" rel="directory"&gt;Wirtschafts- und Sozialpolitik&lt;/a&gt;

/ 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-deutschland-1695-+" rel="tag"&gt;Deutschland&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Frankreich,543-+" rel="tag"&gt;Frankreich&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Europa-+" rel="tag"&gt;Europa&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Europaische-Union-+" rel="tag"&gt;&lt;span lang='fr'&gt;Europ&#228;ische Union&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Europaische-Identitat-+" rel="tag"&gt;Europ&#228;ische Identit&#228;t&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Wirtschaft-+" rel="tag"&gt;Wirtschaft&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-europaische-identitat-1187-+" rel="tag"&gt;Europ&#228;ische Identit&#228;t&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/04/e5811cd8afa3569b3032fecae0b23f.jpg?1773240765' class='spip_logo spip_logo_right spip_logo_survol' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; data-src-hover=&#034;IMG/logo/alexas_fotos-shopping-2615482_1920-2.jpg?1773172790&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#8220;Statt Coca Cola, trinken wir nur noch Fritz Cola und statt auf Amazon, wird bei Kaufland bestellt.&#8221; Seit Mitte Februar verbreiten sich solche Aufrufe in den sozialen Medien, europ&#228;ische Alternativen zu US-amerikanischen Produkten zu bevorzugen. B&#252;rger:innen rufen gezielt zum Boykott amerikanischer Waren auf &#8211; als Reaktion auf die von Donald Trump ausgerufenen Z&#246;lle und politischen Signale. Doch wie realistisch ist ein rein europ&#228;ischer Einkauf?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf dem Wochenmarkt oder bei lokalen H&#228;ndlern scheint der Umstieg leicht: Mehl, Eier, Obst und Gem&#252;se sind oft regional, weniger verpackt und von h&#246;herer Qualit&#228;t. Allerdings sind diese Produkte meist teurer als im Supermarkt. Dort wird es komplizierter. Zwar ist bei Obst und Gem&#252;se das Herkunftsland angegeben, doch nicht alle Produkte lassen sich in Europa herstellen &#8211; besonders nicht au&#223;erhalb der Saison. Wer auf bestimmte Marken setzt, hadert bei der Umstellung auf europ&#228;ische Marken.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Europ&#228;ische Alternativen: Apps und Webseiten als Helfer&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Plattformen wie &#8222;Go European&#8220; oder &#8222;Buy-Europe.net&#8220; listen europ&#228;ische Alternativen auf. Unter den Hashtags #GoEuropean und #BuyEuropean zeigen Nutzende Produktempfehlungen: Statt Milka gibt es Rittersport oder Lindt, statt Pringles das Snack-Universum von Lorenz. Apps wie Brandsnap.eu oder die d&#228;nische App NonUSA scannen Produkte im Supermarkt und zeigen deren Herkunft an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Alternativen reichen dabei von Lebensmittel &#252;ber Kleidung bis hin zu Streamingplattformen. Auch Alternativen zu Instagram, Snapchat, WhatsApp und Facebook werden gezeigt. Doch hier stellt sich dann die Frage, inwieweit ein europ&#228;isches Nischenprodukt die Funktion eines weltweiten Netzwerkes tats&#228;chlich ersetzen kann. Viele Nutzer:innen verfolgen das Ziel, m&#246;glichst viele ihrer Freund:innen m&#246;glichst einfach zu erreichen &#8211; auch wenn die am anderen Ende des Globus leben.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Frankreichs Regierung zeigt, wie es geht&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.heise.de/news/Frankreich-ersetzt-MS-Teams-und-Zoom-durch-eigene-Videokonferenzsoftware-11155120.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Bis 2027 sollen alle staatlichen Dienste Frankreichs auf die hauseigene Videokonferenz-Plattform Visio umsteigen&lt;/a&gt;. Entwickelt von der &#8220;Direction Interminist&#233;rielle du Num&#233;rique&#8221; (DINUM), soll Visio die Abh&#228;ngigkeit von au&#223;ereurop&#228;ischen Anbietern wie Microsoft Teams, Zoom, Google Meet, Webex und GoTo-Meeting beenden. Den Anfang macht das franz&#246;sische Forschungszentrum CNRS mit seinen 34.000 Mitarbeiter:innen, sowie 120.000 assoziierte Forscher:innen. Es hat angek&#252;ndigt, seinen bisherigen Zoom-Vertrag bis Ende M&#228;rz 2026 zu k&#252;ndigen. Auch die Krankenversicherung Assurance Maladie sowie die franz&#246;sische Generaldirektion f&#252;r &#246;ffentliche Finanzen sind bereits auf Visio umgestiegen. Das Verteidigungsministerium folgt im ersten Quartal 2026.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;David Amiel, Minister f&#252;r &#246;ffentlichen Dienst und Staatsreform, betont: &#8222;Dieses Projekt zeigt, wie entschlossen Premierminister und Regierung sind, die digitale Unabh&#228;ngigkeit Frankreichs zur&#252;ckzuerobern. Wir k&#246;nnen nicht riskieren, dass unser wissenschaftlicher Austausch, sensible Daten und strategische Innovationen au&#223;ereurop&#228;ischen Akteuren ausgesetzt sind.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Wirtschaftliche Auswirkungen: Chance oder Risiko?&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Handelsexperte Gerrit Heinemann sieht wirtschaftlich und finanziell Potenzial bei einem im weitesten Sinne regionalen Umstieg. &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/handelskonflikt-europaeische-produkte-buy-european-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Er sagt zur Tagesschau&lt;/a&gt;: &#8222;Wenn das Importvolumen aus den USA sinkt, steigen automatisch die Verk&#228;ufe europ&#228;ischer Produkte.&#8220; Doch Samina Sultan, Volkswirtin am Institut der Deutschen Wirtschaft. warnt: &#8222;Das Importvolumen aus den USA ist enorm gro&#223;, und wenn das durch die Verweigerung von K&#228;ufen nach unten geht, dann gehen automatisch die Verk&#228;ufe von EU-Produkten nach oben. Es ist zu erwarten, dass alle europ&#228;ischen Konsumg&#252;terhersteller und auch deutschen Hersteller davon profitieren d&#252;rften.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ob der Trend anh&#228;lt, wird sich zeigen. Volkswirtin Samina Sultan, warnt in der &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/handelskonflikt-europaeische-produkte-buy-european-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Tagesschau&lt;/a&gt; allerdings vor zu gro&#223;en Erwartungen. Der zivilgesellschaftliche Boykott stecke noch in den Kinderschuhen. Zudem sei ungewiss, inwiefern der Boykott auch europ&#228;ische Hersteller beeinflussen wird: &#8222;Es ist so, dass wir in einer sehr vernetzten und globalen Welt leben. Das hei&#223;t, Waren werden in der Regel aus verschiedenen Vorprodukten, die aus verschiedenen L&#228;ndern kommen, hergestellt. Wenn man also ein gezieltes Endprodukt boykottiert, trifft man damit sicherlich nicht nur ein Land. Daher ist die Sache doch sehr viel komplizierter.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Fazit: Souver&#228;nit&#228;t f&#228;ngt im Kleinen an&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Ob der europ&#228;ische Konsum langfristig steigt, bleibt abzuwarten. Klar ist: Jede Kaufentscheidung kann ein Signal setzen &#8211; f&#252;r mehr Unabh&#228;ngigkeit und europ&#228;ische Wertsch&#246;pfung. Auch hier gilt: Europa f&#228;ngt mit jedem und jeder von uns an.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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