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	<title>treffpunkteuropa.de</title>
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	<description>treffpunkteuropa.de ist das Onlinemagazin der Jungen Europ&#228;ischen F&#246;deralist:innen (JEF) Deutschland e.V. Es erscheint siebensprachig und wurde 2012 mit dem Europ&#228;ischen B&#252;rgerpreis ausgezeichnet.
Die JEF setzt sich &#252;berparteilich f&#252;r ein f&#246;deral geeintes und demokratisches Europa ein.
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		<title>&#8222;Volksrepublik Narwa&#8220; &#8211; Muss Estland jetzt um seine Staatlichkeit f&#252;rchten?</title>
		<link>http://www.taurillon.org/volksrepublik-narwa-muss-estland-jetzt-um-seine-staatlichkeit-furchten</link>
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		<dc:date>2026-04-02T07:00:00Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Leopold Herter</dc:creator>


		<dc:subject>Estland</dc:subject>
		<dc:subject>Russland</dc:subject>
		<dc:subject>Sowjetunion</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;&#8222;Volksrepublik Narwa&#8220; hei&#223;t die am 14. Juli 2025 erstellte Telegram-Gruppe, welche mit ihrem separatistischen Inhalt in Estland f&#252;r gro&#223;e Diskussionen sorgt.&lt;/p&gt;

-
&lt;a href="http://www.taurillon.org/-aus-den-mitgliedsstaaten-" rel="directory"&gt;L&#228;nderfokus&lt;/a&gt;

/ 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Estonia-+" rel="tag"&gt;Estland&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Russland-+" rel="tag"&gt;Russland&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Sowjetunion-+" rel="tag"&gt;Sowjetunion&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/d7/b60a6bba8e5a9a778fd3d596d8dd03.png?1775114132' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Berichte &#252;ber eine separatistische Internetbewegung um die Stadt Narwa f&#252;hren in Estland zu Sorge und Unbehagen. Wie gilt es mit der vermeintlichen Bedrohung umzugehen in Zeiten, in denen der Imperialismus in Europa wieder Thema ist? Die Situation weckt alte Erinnerungen an das russische Vorgehen in der Ostukraine 2014 und doch l&#246;st die Berichterstattung Diskussionen in der estnischen &#214;ffentlichkeit aus.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Am 11. M&#228;rz berichtet das unabh&#228;ngige estnische &lt;a href=&#034;https://www.propastop.org/en/2026/03/11/separatist-narva-peoples-republic-idea-spreads-on-social-media/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Anti-Propagandaportal &lt;i&gt;Propastop&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; &#252;ber das Auftauchen von Internet-Accounts und Social-Media-Seiten, welche den ostestnischen Landkreis Ida-Virumaa und die dort ans&#228;ssige Stadt Narwa von Estland unabh&#228;ngig erkl&#228;ren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Volksrepublik Narwa&#8220; (rus.: &#1053;&#1072;&#1088;&#1074;&#1089;&#1082;&#1072;&#1103; &#1053;&#1072;&#1088;&#1086;&#1076;&#1085;&#1072;&#1103; &#1056;&#1077;&#1089;&#1087;&#1091;&#1073;&#1083;&#1080;&#1082;&#1072;) hei&#223;t die am 14. Juli 2025 erstellte &lt;i&gt;Telegram&lt;/i&gt;-Gruppe, welche mit ihrem separatistischen Inhalt in Estland f&#252;r gro&#223;e Diskussionen sorgt. T&#228;glich werden dort politisch motivierte Memes gepostet und die Volksrepublik Narwa ausgerufen &#8211; oft eingef&#228;rbt in einer gr&#252;n-schwarz-wei&#223;en Flagge. Sie soll wohl an die estnische Trikolore angelehnt sein und l&#246;st damit eine Provokation aus, denn die Staatlichkeit ist in Estland heilig.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25606 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/png/narva_linn_2017.png' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/png&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH349/narva_linn_2017-202b0.png?1775114132' width='500' height='349' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Ein &#220;berblick auf Estland: Dunkelgelb ist die Region Ida-Virumaa gekenntzeichnet, Rot ist das Stadtgebiets Narwas. Foto: &lt;a href=&#034;https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Flying_Saucer&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Flying Saucer&lt;/a&gt; Wikimedia Commons&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Narw-was? Den Kontext liefert die Vergangenheit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit 1991 ist Estland zum zweiten Mal komplett unabh&#228;ngig. Zuvor wurde das Land wie die beiden anderen baltischen Staaten von 1940 an von der &lt;a href=&#034;https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag-baltikum-wird-sowjetisch-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Sowjetunion besetzt&lt;/a&gt; und in die kommunistische V&#246;lkerunion zwangsintegriert. Der sowjetische Gedanke schaffte es allerdings nie, sich in der Bev&#246;lkerung zu festigen; er befeuerte eher das Gegenteil, denn bis heute wird die Zeit in der Sowjetunion unter Moskau als nationales Trauma angesehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Stadt Narwa ist ein Paradebeispiel f&#252;r das Erbe der sowjetischen Besatzung in Estland. Bis heute sind &lt;a href=&#034;https://andmed.stat.ee/et/stat/rahvaloendus__rel2011__rahvastiku-demograafilised-ja-etno-kultuurilised-naitajad__rahvus-emakeel-ja-keelteoskus-murded/RL0444/table/tableViewLayout2&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#252;ber 95% der Stadtbev&#246;lkerung russischsprachig&lt;/a&gt;. Der Grund daf&#252;r: Die drittgr&#246;&#223;te Stadt des Landes wurde im Zweiten Weltkrieg komplett zerst&#246;rt und musste in der Nachkriegszeit neu erbaut und bev&#246;lkert werden. Um die rebellischen Est*innen zu Sowjetb&#252;rger*innen zu erziehen, entschied sich Moskau dazu, die hohe Dichte an estnischen B&#252;rger*innen in der Volksrepublik auszud&#252;nnen. Daf&#252;r siedelte es russischsprachige Arbeiter*innen aus weiteren Sowjetrepubliken in der neu erbauten Stadt an. Diese russischsprachigen Familien stammten nicht immer aus der Russischen, sondern auch beispielsweise aus der Ukrainischen oder der Kasachischen Volksrepublik, sie waren in ihrer Identit&#228;t als Sowjetb&#252;rger allerdings schon weiter fortgeschritten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach dem Zerfall der &lt;a href=&#034;https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/welche-laender-gehoerten-zur-sowjetunion-15-staaten-21-07-2023-102073493&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Vielv&#246;lkerunion&lt;/a&gt; blieben diese Familien in Estland ans&#228;ssig und damit auch die russische Pr&#228;gung. Daher sorgt die mangelnde Integration eines gro&#223;en Teils dieser Bev&#246;lkerungsgruppe bis heute regelm&#228;&#223;ig f&#252;r brisante politische Diskussionen, insbesondere seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022. Viele ethnische Russen sprechen kein oder nicht ausreichend Estnisch, was Bildungs- und Aufstiegschancen verhindert. Viele Est*innen empfinden das als respektlos gegen&#252;ber ihrer Kultur und Sprache.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Narwa-Szenario &#8211; ein bekannter Fall f&#252;r die NATO&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch in der deutschen &#214;ffentlichkeit ist die Stadt Narwa bekannt. Der Sicherheitswissenschaftler Carlo Masala von der Universit&#228;t der Bundeswehr in M&#252;nchen integrierte die Stadt als zentralen Bestandteil seines Buches: &#8222;&lt;i&gt;Wenn Russland gewinnt&lt;/i&gt;.&#8221; Dort besetzt Russland die estnische Grenzstadt in einem fiktionalen Szenario. Das Buch diskutiert anschlie&#223;end fiktiv &#252;ber die &lt;a href=&#034;https://www.nato.int/en/what-we-do/introduction-to-nato/collective-defence-and-article-5&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Aktivierung des 5. Artikels des &lt;i&gt;NATO&lt;/i&gt;-Vertrages&lt;/a&gt;, also der milit&#228;rischen Beistandspflicht eines &lt;i&gt;NATO&lt;/i&gt;-Partners. Ob dies in der Praxis einer separatistischen Bewegung in und um Narwa allerdings realpolitisch geschehen w&#252;rde, bleibt abzuwarten. Sp&#228;testens seit seiner Ver&#246;ffentlichung wird das Narwa-Szenario, also eine Beteiligung Russlands an der Abtrennung der Stadt aus dem estnischen Staatsgebiet, auch &lt;a href=&#034;https://www.merkur.de/politik/nato-stadt-vor-russischem-angriff-diplomatische-loesung-ist-unsinn-93693333.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;in Deutschland besprochen&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Berichterstattung entfacht Diskurs&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Derartige Bestrebungen sind in Estland also als empfindlich anzusehen, weswegen das estnische Internetportal &lt;i&gt;Propastop&lt;/i&gt;, welches sich anti-propagandistischer Aufkl&#228;rung widmet, einen &lt;a href=&#034;https://www.propastop.org/en/2026/03/11/separatist-narva-peoples-republic-idea-spreads-on-social-media/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Artikel&lt;/a&gt; zur Thematik ver&#246;ffentlichte. Allerdings l&#246;ste das Portal mit ihrer Ver&#246;ffentlichung nicht die gew&#252;nschten Reaktionen aus, sondern entfachte eine breite Diskussion in den estnischen Medien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum Beispiel &lt;a href=&#034;https://news.err.ee/1609966733/indrek-kiisler-propastop-and-the-narva-republic&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;kritisierte&lt;/a&gt; der estnische Journalist Indrek Kiisler das Portal, das mit seinem Artikel &#252;berhaupt erst breitfl&#228;chige Aufmerksamkeit auf die Thematik gebracht hat. Dadurch wurde aus einem kleinen, nicht beachtenswerten Gruppenchat eine Aff&#228;re, die sogar den estnischen Premierminister Kristen Michal &lt;a href=&#034;https://valitsus.ee/uudised/valitsuse-pressikonverents-12-marts-2026&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;dazu veranlasste, sich zu &#228;u&#223;ern&lt;/a&gt;, so Kiisler. Laut ihm ist zudem unklar, ob sich hinter den Online-Accounts und Gruppen-Admins Internet-Trolle oder tats&#228;chliche staatlich gef&#246;rderte Propaganda aus Russland befindet. Mittlerweile meldete sich auch das estnische Au&#223;enministerium auf &lt;a href=&#034;https://x.com/mfaestonia/status/2034976553545687088?s=52&amp;t=OmEnm4ma9BlbCpjVtZCzKg&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;X&lt;/i&gt; zu Wort&lt;/a&gt;: &#8222;Narwa ist Estland. Punkt. Wir durchschauen alle Versuche, uns zu spalten.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Propastop&lt;/i&gt; reagierte auf die Vorw&#252;rfe und ver&#246;ffentlichte am 16. M&#228;rz ein &lt;a href=&#034;https://www.propastop.org/en/2026/03/16/why-does-propastop-write-about-the-narva-peoples-republic-case/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Statement&lt;/a&gt;, in welchem es mitteilt, dass es die Aufgabe des Blogs sei, die estnische Bev&#246;lkerung &#252;ber Propagandaversuche aufzukl&#228;ren und dass es die Bef&#252;rchtungen Kiislers nicht teilt.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25609 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/png/2screenshot_artikel_estland.png' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/png&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH403/2screenshot_artikel_estland-709bb.png?1775114132' width='500' height='403' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Screenshot aus dem Gruppenchat Volksrepublik Narwa auf Telegram &#8211; Das Meme bedeutet &#252;bersetzt: &#8222;Die NATO wird nicht kommen&#8220; (30.03.2026)&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie real ist die Gefahr einer &#8222;Volksrepublik Narwa&#8221;?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch wie sehr m&#252;ssen die estnischen Beh&#246;rden um eine Abtrennung ihres Staatsgebiets f&#252;rchten? Werden die Gedanken an die oft diskutierten &lt;i&gt;Gr&#252;nen M&#228;nnchen&lt;/i&gt; an der Grenze der aktuellen Situation gerecht? Die estnische Internetplattform &lt;i&gt;The Baltic Sentinel&lt;/i&gt;, welche sich auf Verteidigungsnachrichten in Nordosteuropa spezialisiert, gelang es in &lt;a href=&#034;https://balticsentinel.eu/8437404/how-a-journalist-gained-access-to-a-closed-telegram-chat-group-and-posed-as-a-supporter-of-the-narva-people-s-republic&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;investigativen Recherchen&lt;/a&gt;, die Ressourcen und die Manpower hinter der oben besprochenen &lt;i&gt;Telegram&lt;/i&gt;-Gruppe aufzudecken. Diese ergaben, dass es sich hinter dem separatistischen Kanal h&#246;chstwahrscheinlich um eine Einzelperson handelt, welche nicht nur &#252;ber geringe finanzielle Mittel verf&#252;gt, sondern allem Anschein nach auch nicht in Estland sesshaft ist. Im Artikel von &lt;i&gt;The Baltic Sentinel&lt;/i&gt; hei&#223;t es zudem, dass sich die Bef&#252;rchtungen einer aus Moskau dirigierten nachrichtendienstlichen Aktion nicht best&#228;tigen k&#246;nnen. Diese Erkenntnisse d&#252;rften die Kritik am Handeln des Portals &lt;i&gt;Propastop&lt;/i&gt; st&#228;rken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In politisch brisanten Zeiten tragen vor allem die Medien eine besondere Verantwortung, Inhalte korrekt einzuordnen und vor der Ver&#246;ffentlichung zu &#252;berpr&#252;fen. Der &lt;i&gt;Telegram&lt;/i&gt;-Gruppe hat die Berichterstattung unweigerlich einen Schub gegeben. W&#228;hrend &lt;i&gt;Propastop&lt;/i&gt; in ihrem Ursprungsartikel schreibt, die Gruppe verf&#252;ge &#252;ber &#8222;60 bis 70 Abonnenten&#8220;, so umfasst sie zum Zeitpunkt des Abschlusses dieses Artikels (30.03.2026) &#252;ber 1.500 Abonnenten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dennoch: Mittlerweile greift auch das russische Propaganda-Fernsehen die Sache auf und diskutiert offen &#252;ber eine &lt;a href=&#034;https://x.com/nexta_tv/status/2036208872671658332&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Einverleibung Narwas&lt;/a&gt;. Inwiefern es sich hierbei um einen Einsch&#252;chterungsversuch handelt, ist unklar. Die russische Armee ist seit &#252;ber vier Jahren in einen Invasionskrieg in der Ukraine gebunden. Einen zeitnahen Einmarsch ins Baltikum wird sich die milit&#228;rische F&#252;hrung in Moskau &lt;a href=&#034;https://www.euronews.com/2026/02/11/russia-has-no-intention-of-attacking-estonia-or-nato-this-year-says-estonian-intelligence-&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;kaum leisten d&#252;rfen&lt;/a&gt;. Doch auch wenn die Diskussion in Estland &#252;ber die Berichterstattung langsam abgeflacht ist, bleibt die Situation um Narwa angespannt.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Die europ&#228;ische Brandmauer: Realit&#228;t oder nur noch ein politisches Wunschbild?</title>
		<link>http://www.taurillon.org/die-europaische-brandmauer-realitat-oder-nur-noch-ein-politisches</link>
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		<dc:date>2026-03-22T09:11:48Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Mia Stremme</dc:creator>


		<dc:subject>&lt;span lang='fr'&gt;Europ&#228;ische Union&lt;/span&gt;</dc:subject>
		<dc:subject>Rechtsextremismus</dc:subject>
		<dc:subject>EU</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;Ist die Brandmauer gefallen? Die EVP arbeitet wohl eng mit der AfD und anderen rechten Gruppen im Europaparlament zusammen.&lt;/p&gt;

-
&lt;a href="http://www.taurillon.org/-Integration-" rel="directory"&gt;Europ&#228;ische Politik und Integration&lt;/a&gt;

/ 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Europaische-Union-+" rel="tag"&gt;&lt;span lang='fr'&gt;Europ&#228;ische Union&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Rechtsextremismus-+" rel="tag"&gt;Rechtsextremismus&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-mot2187-+" rel="tag"&gt;EU&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/65/f0a8a05d97ef3e93983780f60bac93.jpg?1774172186' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;Die &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt; arbeitet wohl eng mit der &lt;i&gt;AfD&lt;/i&gt; und anderen rechten Gruppen im Europaparlament zusammen. Das hat eine &lt;a href=&#034;https://www.deutschlandfunk.de/dpa-recherche-evp-fraktion-arbeitet-offenbar-enger-mit-rechten-parteien-zusammen-als-bislang-bekannt-102.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Recherche der &lt;i&gt;dpa&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; diese Woche ans Licht gebracht. Schon im November beschloss die konservative &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt; mit den rechten und rechtspopulistischen Fraktionen ein Gesetz. Ist die Brandmauer gefallen?&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Im Br&#252;sseler Gewusel laufen eine Handvoll Abgeordnete herum, die bis vor ein paar Tagen noch heimliche Pl&#228;ne f&#252;r einen Gesetzesentwurf zur Abschiebung von Asylsuchenden schmiedeten. In einer &lt;i&gt;WhatsApp&lt;/i&gt;-Gruppe tauschten sich Abgeordnete der &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt;-Fraktion mit Mitgliedern der Rechtsau&#223;en-Fraktionen aus. Darunter sind auch Abgeordnete der &lt;i&gt;AfD&lt;/i&gt;. Es ist eine &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/ausland/europa/evp-europaparlament-afd-brandmauer-weber-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Recherche der Nachrichtenagentur dpa&lt;/a&gt;, die diese Chat-Gruppe an die &#214;ffentlichkeit bringt. Laut dem Bericht der dpa hei&#223;t es in einer Nachricht: &#8222;Vielen Dank f&#252;r diese hervorragende Zusammenarbeit.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Recherche l&#246;st in Deutschland einen Wirbel an Schlagzeilen aus und sogar Kanzler Friedrich Merz mischt sich in die EU-politische Angelegenheit ein. &#8222;Wir arbeiten nicht zusammen mit den Rechtsradikalen im Europ&#228;ischen Parlament&#8220;, &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/inland/merz-weber-evp-rechte-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;erkl&#228;rt er&lt;/a&gt; und fordert, &#034;dass dies abgestellt wird und dass dies gegebenenfalls auch Konsequenzen hat.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;&#8222;Das ist ein Trend&#8220;&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Doch ist dieser Vorfall so neu? &#8211; Nein, bereits im November beschloss die EVP-Fraktion gemeinsam mit den rechten und rechtspopulistischen Fraktionen &lt;i&gt;EKR&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;PfE&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;ESN&lt;/i&gt; ein Gesetz zur Abschw&#228;chung des EU-Lieferkettengesetzes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Das ist ein Trend, den sehe ich schon seit dem Beginn dieser Legislaturperiode und im November hat es sich mit dem Lieferkettengesetz aber das erste Mal wirklich in der Gesetzgebung ausgedr&#252;ckt&#8220;, sagt Sophia Russack im Interview mit der &lt;a href=&#034;https://www.treffpunkteuropa.de/_mia-stremme_?lang=de&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Autorin&lt;/a&gt;. Sie forscht am Thinktank Centre for European Policy Studies (CEPS).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass jetzt Chatverl&#228;ufe mit rechten Fraktionen an die &#214;ffentlichkeit gekommen sind, &#252;berrascht Russack nicht. Sie habe das schon l&#228;nger beobachtet. &#8222;Es ist der &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt; eben wichtig, deren Agenda durchzubringen, dass es zweitrangig ist, mit welcher Mehrheit&#8220;, fasst sie zusammen. Die &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt; fungiere als Steigb&#252;gelhalter f&#252;r rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien. &#8222;Die Rechtsau&#223;enparteien sind nur so m&#228;chtig, wie die Christdemokraten und Konservativen sie machen.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25579 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/jpg/foto01-2.jpg' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/jpeg&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH333/foto01-2-7ff47.jpg?1774170944' width='500' height='333' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Mannfred Weber, Partei- und Fraktionsvorsitzender der EVP. Foto: CC-BY-4.0: &#169; European Union 2020 &#8211; Source: EP &lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Also gibt es die Brandmauer nicht mehr?&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Russack beantwortet diese Frage mit einem klaren Nein. Doch fragt man andere, wie Manfred Weber, Partei- und Fraktionsvorsitzender der &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt;, steht die Brandmauer noch. Auch nach dem Aufdecken der Chatgruppe &lt;a href=&#034;https://www.deutschlandfunk.de/die-brandmauer-steht-evp-fraktionschef-weber-beteuert-distanz-zur-afd-nach-absprachen-affaere-im-eu--100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;beteuert er weiterhin Distanz zur &lt;i&gt;AfD&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;: &#8222;Es gibt keine Zusammenarbeit mit der &lt;i&gt;AfD&lt;/i&gt; im europ&#228;ischen Parlament, deren Inhalte spielen bei uns keine Rolle.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am &lt;i&gt;CDU&lt;/i&gt;-Parteitag dieses Jahr hatte Weber in seiner Rede jedoch nicht ausgeschlossen, Gesetze mit Mehrheiten mit den Rechten durchzubringen. &lt;a href=&#034;https://www.ardmediathek.de/video/phoenix-vor-ort/manfred-weber-csu-evp-grusswort-auf-cdu-parteitag/phoenix/Y3JpZDovL3Bob2VuaXguZGUvNTE3NzcxMg&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Er sagte&lt;/a&gt;, dass die &lt;i&gt;AfD&lt;/i&gt; kein Partner in der Zusammenarbeit sei, aber dass man die geplante Politik jedoch umsetze. Russack erkl&#228;rt, dass es nicht unbedingt einer konkreten Zusammenarbeit mit den Rechten bedarf, damit die &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt; ihre konservativ-b&#252;rgerliche Linie durchsetzen k&#246;nne. Bei manchen Formulierungen von &#196;nderungsvorschl&#228;gen oder Gesetzen wisse man, dass da vom rechten Rand die Zustimmung komme. So wie im vergangenen Herbst beim Lieferkettengesetz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch bei dem Migrationsgesetz habe es bereits genug &#220;berschneidungen in der Positionierung gegeben. &lt;a href=&#034;https://taz.de/Interne-Chats-belegen-Kooperation-von-EVP-mit-Rechten/!6162482/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Auf Anfrage der &lt;i&gt;dpa&lt;/i&gt; erkl&#228;rte ein Sprecher der &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, man h&#228;tte den Gesetzesentwurf nicht gro&#223; &#252;berarbeiten m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Besonders die Deutschen halten an der europ&#228;ischen Brandmauer fest&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Fast jedes deutsche Medium schrieb &#252;ber die geheimen Chatverl&#228;ufe. Bei ausl&#228;ndischen Medien blieb es hingegen ruhiger, obwohl sich der Vorfall auf europ&#228;ischer Ebene abspielt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der jeweilige nationale Hintergrund spielt in der Debatte eine wichtige Rolle. Beispielsweise st&#246;&#223;t in der italienischen Medien&#246;ffentlichkeit die Kooperation zwischen &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt; und den Rechten nicht auf Emp&#246;rung. Denn im eigenen Land steht die Brandmauer schon l&#228;ngst nicht mehr und die postfaschistische Partei von Giorgia Meloni regiert zusammen mit anderen konservativ-rechten Parteien. Russack erkl&#228;rt: &#8222;In den deutschen Medien ist der Aufschrei so gro&#223;, das ist gut und wichtig, weil das eben auch zeigt, dass die Brandmauer tats&#228;chlich noch in Deutschland steht und es eben gro&#223;es Entsetzen dar&#252;ber gibt, was im Europaparlament passiert.&#8220;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Franz&#246;sische Kommunalwahlen: Radikale Parteien auf dem Vormarsch in die Rath&#228;user</title>
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		<dc:date>2026-03-21T08:59:58Z</dc:date>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Veronika Sch&#252;rr</dc:creator>


		<dc:subject>Frankreich</dc:subject>
		<dc:subject>Regionalpolitik</dc:subject>
		<dc:subject>Rechtsextremismus</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;Historisch niedrige Wahlbeteiligung, schwache Ergebnisse f&#252;r Macrons Lager und ein Erstarken der Rechtsextremen&lt;/p&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/-aus-den-mitgliedsstaaten-" rel="directory"&gt;L&#228;nderfokus&lt;/a&gt;

/ 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Frankreich,543-+" rel="tag"&gt;Frankreich&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-regionalpolitik-+" rel="tag"&gt;Regionalpolitik&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Rechtsextremismus-+" rel="tag"&gt;Rechtsextremismus&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/c0/baee16aae966fc18fc552a5960091c.jpg?1774087719' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;Foto: yamu Jayanath / Pixabay&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;Historisch niedrige Wahlbeteiligung, schwache Ergebnisse f&#252;r Macrons Lager und ein Erstarken der Rechtsextremen in S&#252;dfrankreich pr&#228;gen die erste Runde der franz&#246;sischen Kommunalwahlen. In vielen St&#228;dten, darunter Marseille, bleibt es weiterhin spannend: Der zweite Urnengang am Sonntag entscheidet nicht nur &#252;ber neue B&#252;rgermeister*innen, sondern liefert auch einen Gradmesser f&#252;r die Pr&#228;sidentschaftswahl 2027. Kann der europakritische &lt;i&gt;Rassemblement National&lt;/i&gt; seinen Einfluss auf lokaler Ebene konsolidieren? Und steigert sein Abschneiden die Chancen f&#252;r die Nachfolge im Pr&#228;sidentenamt?&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Ein lokaler Urnengang von nationaler Bedeutung&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Zu viele Kommunen, zu unbekannt die Gesichter, um &#252;ber die Rath&#228;user hinaus Beachtung zu finden: Normalerweise bleiben die Kommunalwahlen weitgehend unbedeutsam f&#252;r die nationale Politik. 2026 ist die Lage anders.
&lt;a href=&#034;https://www.dfi.de/dossiers/kommunalwahlen-2026&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Am 15. und 22. M&#228;rz werden rund 500.000 kommunale Mandatstr&#228;ger*innen in den knapp 35.000 Gemeinden neu gew&#228;hlt. Die Gemeinder&#228;te bestimmen anschlie&#223;end die B&#252;rgermeister*innen f&#252;r die Amtsperiode 2026 bis 2032&lt;/a&gt;. In Frankreich sind die Kommunen ein zentraler politischer Erfahrungsraum. Trotz der traditionell starken Zentralisierung der Republik bilden die Gemeinden die erste Ebene, auf der B&#252;rger*innen staatliches Handeln konkret erleben: von Stadtplanung, Schulverwaltung und sozialem Wohnungsbau bis hin zu Mobilit&#228;t und Gesundheitsversorgung. Dieses Jahr ziehen die &lt;i&gt;Municipales&lt;/i&gt; ungew&#246;hnlich viel nationale und internationale Aufmerksamkeit auf sich, und das aus zwei Gr&#252;nden:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erstens fallen sie in eine Phase politischer Instabilit&#228;t. Seit der Aufl&#246;sung der Nationalversammlung 2024 pr&#228;gen fehlende parlamentarische Mehrheiten und schwierige Kompromisse die nationale Politik. Im H&#244;tel de Matignon gingen in weniger als zwei Jahren vier verschiedene Premierminister ein und aus. Die kommunale Ebene erscheint vielen dagegen handlungsf&#228;higer und verl&#228;sslicher. &lt;a href=&#034;https://www.ipsos.com/fr-fr/municipales-2026-le-maire-une-figure-de-confiance-dans-une-democratie-fragmentee&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Umfragen zeigen, dass B&#252;rgermeister*innen weiterhin das gr&#246;&#223;te Vertrauen genie&#223;en, w&#228;hrend das Misstrauen gegen&#252;ber der nationalen Politik w&#228;chst&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zweitens finden die Wahlen zu einem besonderen Zeitpunkt statt. Zum zweiten Mal in der Geschichte der F&#252;nften Republik bilden sie die letzte landesweite Direktwahl vor der anstehenden Pr&#228;sidentschaftswahl 2027. Pr&#228;sident Macron kann nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren. Als Stimmungstest geben die Kommunalwahlen Aufschluss dar&#252;ber, welche Kr&#228;fte im Rennen um Macrons Nachfolge an Gewicht gewinnen k&#246;nnten. Dazu geh&#246;rt auch der &lt;i&gt;Rassemblement National&lt;/i&gt;, der versucht, seine nationalen Wahlerfolge erstmals auf kommunaler Ebene zu verankern.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;instagram-media&#034; data-instgrm-captioned data-instgrm-permalink=&#034;https://www.instagram.com/p/DV8OhSDDCnm/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading&#034; data-instgrm-version=&#034;14&#034; style=&#034; background:#FFF; border:0; border-radius:3px; box-shadow:0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width:540px; min-width:326px; padding:0; width:99.375%; width:-webkit-calc(100% - 2px); width:calc(100% - 2px);&#034;&gt;&lt;div style=&#034;padding:16px;&#034;&gt; &lt;a href=&#034;https://www.instagram.com/p/DV8OhSDDCnm/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading&#034; style=&#034; background:#FFFFFF; line-height:0; padding:0 0; text-align:center; text-decoration:none; width:100%;&#034; target=&#034;_blank&#034;&gt;&lt;div style=&#034; display: flex; flex-direction: row; align-items: center;&#034;&gt; &lt;div style=&#034;background-color: #F4F4F4; border-radius: 50%; flex-grow: 0; height: 40px; margin-right: 14px; width: 40px;&#034;&gt;&lt;/div&gt; &lt;div style=&#034;display: flex; flex-direction: column; flex-grow: 1; justify-content: center;&#034;&gt; &lt;div style=&#034; background-color: #F4F4F4; border-radius: 4px; flex-grow: 0; height: 14px; margin-bottom: 6px; width: 100px;&#034;&gt;&lt;/div&gt; &lt;div style=&#034; background-color: #F4F4F4; border-radius: 4px; flex-grow: 0; height: 14px; width: 60px;&#034;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style=&#034;padding: 19% 0;&#034;&gt;&lt;/div&gt; &lt;div style=&#034;display:block; height:50px; margin:0 auto 12px; width:50px;&#034;&gt;&lt;svg width=&#034;50px&#034; height=&#034;50px&#034; viewBox=&#034;0 0 60 60&#034; version=&#034;1.1&#034; xmlns=&#034;https://www.w3.org/2000/svg&#034; xmlns:xlink=&#034;https://www.w3.org/1999/xlink&#034;&gt;&lt;g stroke=&#034;none&#034; stroke-width=&#034;1&#034; fill=&#034;none&#034; fill-rule=&#034;evenodd&#034;&gt;&lt;g transform=&#034;translate(-511.000000, -20.000000)&#034; fill=&#034;#000000&#034;&gt;&lt;g&gt;&lt;path d=&#034;M556.869,30.41 C554.814,30.41 553.148,32.076 553.148,34.131 C553.148,36.186 554.814,37.852 556.869,37.852 C558.924,37.852 560.59,36.186 560.59,34.131 C560.59,32.076 558.924,30.41 556.869,30.41 M541,60.657 C535.114,60.657 530.342,55.887 530.342,50 C530.342,44.114 535.114,39.342 541,39.342 C546.887,39.342 551.658,44.114 551.658,50 C551.658,55.887 546.887,60.657 541,60.657 M541,33.886 C532.1,33.886 524.886,41.1 524.886,50 C524.886,58.899 532.1,66.113 541,66.113 C549.9,66.113 557.115,58.899 557.115,50 C557.115,41.1 549.9,33.886 541,33.886 M565.378,62.101 C565.244,65.022 564.756,66.606 564.346,67.663 C563.803,69.06 563.154,70.057 562.106,71.106 C561.058,72.155 560.06,72.803 558.662,73.347 C557.607,73.757 556.021,74.244 553.102,74.378 C549.944,74.521 548.997,74.552 541,74.552 C533.003,74.552 532.056,74.521 528.898,74.378 C525.979,74.244 524.393,73.757 523.338,73.347 C521.94,72.803 520.942,72.155 519.894,71.106 C518.846,70.057 518.197,69.06 517.654,67.663 C517.244,66.606 516.755,65.022 516.623,62.101 C516.479,58.943 516.448,57.996 516.448,50 C516.448,42.003 516.479,41.056 516.623,37.899 C516.755,34.978 517.244,33.391 517.654,32.338 C518.197,30.938 518.846,29.942 519.894,28.894 C520.942,27.846 521.94,27.196 523.338,26.654 C524.393,26.244 525.979,25.756 528.898,25.623 C532.057,25.479 533.004,25.448 541,25.448 C548.997,25.448 549.943,25.479 553.102,25.623 C556.021,25.756 557.607,26.244 558.662,26.654 C560.06,27.196 561.058,27.846 562.106,28.894 C563.154,29.942 563.803,30.938 564.346,32.338 C564.756,33.391 565.244,34.978 565.378,37.899 C565.522,41.056 565.552,42.003 565.552,50 C565.552,57.996 565.522,58.943 565.378,62.101 M570.82,37.631 C570.674,34.438 570.167,32.258 569.425,30.349 C568.659,28.377 567.633,26.702 565.965,25.035 C564.297,23.368 562.623,22.342 560.652,21.575 C558.743,20.834 556.562,20.326 553.369,20.18 C550.169,20.033 549.148,20 541,20 C532.853,20 531.831,20.033 528.631,20.18 C525.438,20.326 523.257,20.834 521.349,21.575 C519.376,22.342 517.703,23.368 516.035,25.035 C514.368,26.702 513.342,28.377 512.574,30.349 C511.834,32.258 511.326,34.438 511.181,37.631 C511.035,40.831 511,41.851 511,50 C511,58.147 511.035,59.17 511.181,62.369 C511.326,65.562 511.834,67.743 512.574,69.651 C513.342,71.625 514.368,73.296 516.035,74.965 C517.703,76.634 519.376,77.658 521.349,78.425 C523.257,79.167 525.438,79.673 528.631,79.82 C531.831,79.965 532.853,80.001 541,80.001 C549.148,80.001 550.169,79.965 553.369,79.82 C556.562,79.673 558.743,79.167 560.652,78.425 C562.623,77.658 564.297,76.634 565.965,74.965 C567.633,73.296 568.659,71.625 569.425,69.651 C570.167,67.743 570.674,65.562 570.82,62.369 C570.966,59.17 571,58.147 571,50 C571,41.851 570.966,40.831 570.82,37.631&#034;&gt;&lt;/path&gt;&lt;/g&gt;&lt;/g&gt;&lt;/g&gt;&lt;/svg&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style=&#034;padding-top: 8px;&#034;&gt; &lt;div style=&#034; color:#3897f0; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; font-style:normal; font-weight:550; line-height:18px;&#034;&gt;Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style=&#034;padding: 12.5% 0;&#034;&gt;&lt;/div&gt; &lt;div style=&#034;display: flex; flex-direction: row; margin-bottom: 14px; align-items: center;&#034;&gt;&lt;div&gt; &lt;div style=&#034;background-color: #F4F4F4; border-radius: 50%; height: 12.5px; width: 12.5px; transform: translateX(0px) translateY(7px);&#034;&gt;&lt;/div&gt; &lt;div style=&#034;background-color: #F4F4F4; height: 12.5px; transform: rotate(-45deg) translateX(3px) translateY(1px); width: 12.5px; flex-grow: 0; margin-right: 14px; margin-left: 2px;&#034;&gt;&lt;/div&gt; &lt;div style=&#034;background-color: #F4F4F4; border-radius: 50%; height: 12.5px; width: 12.5px; transform: translateX(9px) translateY(-18px);&#034;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style=&#034;margin-left: 8px;&#034;&gt; &lt;div style=&#034; background-color: #F4F4F4; border-radius: 50%; flex-grow: 0; height: 20px; width: 20px;&#034;&gt;&lt;/div&gt; &lt;div style=&#034; width: 0; height: 0; border-top: 2px solid transparent; border-left: 6px solid #f4f4f4; border-bottom: 2px solid transparent; transform: translateX(16px) translateY(-4px) rotate(30deg)&#034;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style=&#034;margin-left: auto;&#034;&gt; &lt;div style=&#034; width: 0px; border-top: 8px solid #F4F4F4; border-right: 8px solid transparent; transform: translateY(16px);&#034;&gt;&lt;/div&gt; &lt;div style=&#034; background-color: #F4F4F4; flex-grow: 0; height: 12px; width: 16px; transform: translateY(-4px);&#034;&gt;&lt;/div&gt; &lt;div style=&#034; width: 0; height: 0; border-top: 8px solid #F4F4F4; border-left: 8px solid transparent; transform: translateY(-4px) translateX(8px);&#034;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt; &lt;div style=&#034;display: flex; flex-direction: column; flex-grow: 1; justify-content: center; margin-bottom: 24px;&#034;&gt; &lt;div style=&#034; background-color: #F4F4F4; border-radius: 4px; flex-grow: 0; height: 14px; margin-bottom: 6px; width: 224px;&#034;&gt;&lt;/div&gt; &lt;div style=&#034; background-color: #F4F4F4; border-radius: 4px; flex-grow: 0; height: 14px; width: 144px;&#034;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/a&gt;
&lt;p style=&#034; color:#c9c8cd; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; line-height:17px; margin-bottom:0; margin-top:8px; overflow:hidden; padding:8px 0 7px; text-align:center; text-overflow:ellipsis; white-space:nowrap;&#034;&gt;&lt;a href=&#034;https://www.instagram.com/p/DV8OhSDDCnm/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading&#034; style=&#034; color:#c9c8cd; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; font-style:normal; font-weight:normal; line-height:17px; text-decoration:none;&#034; target=&#034;_blank&#034;&gt;Ein Beitrag geteilt von Le Monde in English (@lemonde_en)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;script async src=&#034;//www.instagram.com/embed.js&#034;&gt;&lt;/script&gt;&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Schwache Mitte, starke R&#228;nder&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Bereits die erste Runde der Wahlen am 15. M&#228;rz lieferte ein deutliches Signal politischer Unzufriedenheit. Mit knapp 57 Prozent Wahlbeteiligung fiel sie so niedrig aus wie selten zuvor. &lt;a href=&#034;https://www.dfi.de/dossiers/kommunalwahlen-2026&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Nur w&#228;hrend der von der Corona-Pandemie gepr&#228;gten Kommunalwahlen im Jahr 2020 gingen noch weniger B&#252;rger*innen an die Urnen&lt;/a&gt;. Viele sehen darin ein Zeichen f&#252;r eine wachsende Distanz zwischen W&#228;hler*innen und etablierten politischen Parteien. &lt;a href=&#034;https://www.fr.de/politik/extremisten-triumphieren-macrons-politik-treibt-waehler-in-die-arme-von-le-pen-94220928.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Besonders auff&#228;llig war das schwache Abschneiden der regierungsnahen Kreise rund um Pr&#228;sident Macron, die in zahlreichen Kommunen nur eine Nebenrolle spielten&lt;/a&gt;. W&#228;hrend das politische Zentrum an Einfluss verliert, profitieren vor allem Parteien an den R&#228;ndern des politischen Spektrums.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die linkspopulistische Partei &lt;i&gt;La France Insoumise&lt;/i&gt; konnte in den Metropolen wie Paris, Lyon oder Marseille &#252;ber zehn Prozent der Stimmen auf sich vereinen. In den St&#228;dten Lille, Limoges und Toulouse zeichnen sich zudem gute Chancen f&#252;r die Stichwahl am Sonntag (22. M&#228;rz) ab. Das Ergebnis zeigt, dass &lt;i&gt;LFI&lt;/i&gt; durch &lt;a href=&#034;https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/mord-rechtsextremist-lyon-frankreich-student-linksextremisten&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;die rechtsextremen Gedenkm&#228;rsche um den get&#246;teten Aktivisten Quentin Deranque&lt;/a&gt; nicht an Einfluss verloren hat und vielmehr ihre Position innerhalb der linken Parteienlandschaft weiter festigen konnte. Zuvor geriet die Partei unter Druck, da unter den nach Deranques Tod Festgenommenen auch ein Mitarbeiter des &lt;a href=&#034;https://taz.de/Tod-eines-Rechtsextremen/!6155707/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Abgeordneten Rapha&#235;l Arnault&lt;/a&gt; sowie mehrere Personen der von ihm mitgegr&#252;ndeten Antifa-Gruppierung waren. Rechte Stimmen nutzten dies, um &lt;i&gt;LFI&lt;/i&gt; die Verantwortung f&#252;r das t&#246;dliche Delikt zuzuschreiben.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;S&#252;dfrankreich: Hochburg der Rechtsextremen&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Auf den ersten Blick deutet vieles darauf hin, dass es dem &lt;i&gt;Rassemblement National&lt;/i&gt; gelingt, seine nationale St&#228;rke zunehmend auch auf kommunaler Ebene zu verankern. 2020 lag die Partei in elf Kommunen vorn, 2026 sind es in der ersten Runde der Kommunalwahlen bereits 58. Vor allem im S&#252;den des Landes l&#228;sst sich von einem Erfolg der Rechtsextremen sprechen, die von der Schw&#228;che des politischen Zentrums profitieren. In St&#228;dten wie Carcassonne, Fr&#233;jus, Agde und Menton f&#252;hrt die Partei Marine Le Pens bereits nach der ersten Wahl-Runde. In Perpignan, der bislang gr&#246;&#223;ten von &lt;i&gt;RN&lt;/i&gt; regierten Stadt, erreicht Amtsinhaber Louis Aliot schon im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit und steht damit vor seiner Wiederwahl.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch in weiteren s&#252;dlichen St&#228;dten k&#246;nnte der &lt;i&gt;RN&lt;/i&gt; an Einfluss gewinnen: In Toulon, N&#238;mes oder Nizza wird die Stichwahl am Sonntag entscheidend sein. &lt;a href=&#034;https://www.spiegel.de/ausland/kommunalwahlen-frankreich-rechtspopulistisches-rn-vorne-a-36dadf94-c1b0-41d7-a1bc-1cdf35bcce4f&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;In Nizza etwa erzielte &#201;ric Ciotti mit Unterst&#252;tzung des RN ein st&#228;rkeres Ergebnis als der amtierende B&#252;rgermeister und positionierte sich aussichtsreich f&#252;r die zweite Runde am Sonntag&lt;/a&gt;. &#220;ber den S&#252;den hinaus gelingt dem &lt;i&gt;RN&lt;/i&gt; punktuell der Vorsto&#223; in neue Regionen: In der Nouvelle-Aquitaine im S&#252;dwesten des Landes stellt die Partei erstmals B&#252;rgermeister, ein symbolisch wichtiger Schritt f&#252;r eine bislang s&#252;dlich konzentrierte Partei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.zdfheute.de/politik/ausland/frankreich-kommunalwahlen-rechtspopulisten-rassemblement-national-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Gleichzeitig werden die Grenzen ihrer Reichweite deutlich. Im Gegensatz zur linkspopulistischen Partei spielen die Rechtspopulisten in gro&#223;en Metropolen wie Paris, Bordeaux, Toulouse oder Stra&#223;burg weiterhin nur eine untergeordnete Rolle und scheitern mit weniger als acht Prozent der Stimmen bereits in der ersten Wahl-Runde&lt;/a&gt;. Hat Marine Le Pen also Recht, wenn sie auf X einen &#8222;&lt;a href=&#034;https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-03/frankreich-kommunalwahl-rn-lehavre-perpignan&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;riesigen Sieg&lt;/a&gt;&#8220; f&#252;r ihre Bewegung verk&#252;ndet? Der Vormarsch in kleineren und mittelgro&#223;en Kommunen sowie in s&#252;dlichen, traditionell rechten Regionen ist eindeutig sichtbar. Von einer fl&#228;chendeckenden kommunalen Verankerung kann nicht die Rede sein, genauso wenig wie von einem Zugang zu den gro&#223;en Metropolen.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Eine entscheidende zweite Runde: Umk&#228;mpftes Marseille &lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Ein Ausnahmefall ist Marseille: Bei der kommenden Stichwahl in der zweitgr&#246;&#223;ten Stadt Frankreichs entscheidet sich, ob der &lt;i&gt;RN&lt;/i&gt; &#252;ber seine Hochburgen im S&#252;den hinaus auch in urbanen Zentren relevant werden kann. &lt;a href=&#034;https://taz.de/Kommunalwahlen-in-Frankreich/!6157044/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;In der ersten Runde lag der amtierende linke B&#252;rgermeister Beno&#238;t Payan vom B&#252;ndnis &lt;i&gt;Printemps Marseillais&lt;/i&gt; mit 36&#8239;Prozent nur knapp vor dem &lt;i&gt;RN&lt;/i&gt;-Kandidaten Franck Allisio, der 35 Prozent der Stimmen erhielt&lt;/a&gt;. Das Kopf-an-Kopf-Rennen am 22. M&#228;rz wird zeigen, ob der &lt;i&gt;RN&lt;/i&gt; erstmals &#252;berregional an Bedeutung gewinnen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vorerst steht fest: Auf kommunaler Ebene konnten die Rechtsextremen ihre Macht in den traditionellen Hochburgen des S&#252;dens vorerst festigen. Abzuwarten bleibt, ob sie in Marseille auch urbane und heterogene W&#228;hlerschichten &#252;berzeugen k&#246;nnen. Erst dann wird sich zeigen, ob ein m&#246;glicher Einzug ins Rathaus von Marseille zum Sprungbrett in den &#201;lys&#233;e-Palast werden k&#246;nnte.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Jubel im Parlament, Stille in der Wirklichkeit</title>
		<link>http://www.taurillon.org/jubel-im-parlament-stille-in-der-wirklichkeit</link>
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		<dc:date>2026-03-20T10:21:42Z</dc:date>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Sofie Sindelarova</dc:creator>


		<dc:subject>Abtreibung</dc:subject>
		<dc:subject>Frauenrechte</dc:subject>
		<dc:subject>Europ&#228;isches Parlament</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;&#8222;My Voice, My Choice&#8220; zeigt: Reproduktive Rechte sind eine gesamteurop&#228;ische Debatte. Doch Zugang zu Abtreibung bleibt oft national begrenzt.&lt;/p&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/-Integration-" rel="directory"&gt;Europ&#228;ische Politik und Integration&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Abtreibung-+" rel="tag"&gt;Abtreibung&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Frauenrechte-+" rel="tag"&gt;Frauenrechte&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Parlement-Europeen-+" rel="tag"&gt;Europ&#228;isches Parlament&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/2f/3622fe04aa51e626e59f9383016274.jpg?1774003427' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;Muss Abtreibung durch die Bev&#246;lkerung akzeptiert werden, bevor sie bereit f&#252;r den Einzug in das Parlament ist?&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zwei Striche tauchen auf dem Teststreifen auf und sofort: Angst. Angst vor der Familie, vor den Kosten, vor dem Gericht. Angst um das eigene Leben.
F&#252;r viele Frauen f&#252;hrt der Weg zur Abtreibung ins Ausland &#8211; und oft ins Schweigen. Schweigen &#252;ber die Scham, Schweigen &#252;ber den Schmerz.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h4 class=&#034;spip&#034;&gt;Ein Blick nach Polen
&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;In Polen ist der Schwangerschaftsabbruch &lt;a href=&#034;https://eastblog.univie.ac.at/2022/10/21/abtreibung-ist-ok-aber-nicht-in-polen/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;rechtlich stark eingeschr&#228;nkt&lt;/a&gt;, nur bei Vorliegen einer Gefahr f&#252;r Leben oder Gesundheit der Frau, sowie bei Vergewaltigungen oder Inzest, bleibt er straffrei.&lt;/strong&gt;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch &lt;a href=&#034;https://taz.de/Abtreibungsrechte-Polinnen-muessen-fuer-einen-Schwangerschaftsabbruch-quer-durch-Europa-fahren/!6157373/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;auch in der Gesellschaft&lt;/a&gt; scheint er angesichts verbreiteter konservativ-katholischer Weltanschauung umstritten. &#196;rzt*innen z&#246;gern oft im Falle lebensbedrohlicher Schwangerschaften einzugreifen &#8211; auch weil sie dadurch drei Jahre Gef&#228;ngnis riskieren. Wieso gelten bestimmte Abbr&#252;che als legitim und andere als moralisch problematisch?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von offizieller Seite wurden in Polen im Jahr 2024 nur 896 legale Schwangerschaftsabbr&#252;che registriert. Die Initiative &lt;i&gt;Abortions Without Borders&lt;/i&gt; sch&#228;tzt hingegen, dass im selben Jahr &lt;a href=&#034;https://taz.de/Abtreibungsrechte-Polinnen-muessen-fuer-einen-Schwangerschaftsabbruch-quer-durch-Europa-fahren/!6157373/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;knapp 180.000 Abbr&#252;che stattgefunden&lt;/a&gt; haben: Mit Medikamenten oder &lt;a href=&#034;https://taz.de/Recherche-Exporting-Abortion/!6078267/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;im Ausland&lt;/a&gt;, mit enormen Kosten und einer gesundheitlichen Gefahr.
&lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/ausland/europa/polen-abtreibungsrecht-parlament-100.htmlhttps://www.tagesschau.de/ausland/europa/polen-abtreibungsrecht-parlament-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;2022 wurden nur 161&lt;/a&gt; legale Abtreibungen vorgenommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dies ist nicht zuletzt auf ein Urteil des polnischen Verfassungsgerichts von Oktober 2020 zur&#252;ckzuf&#252;hren. Der bislang h&#228;ufigste legale Grund f&#252;r einen Abbruch &#8211; fetale Fehlbildungen &#8211; wurde kriminalisiert. &lt;a href=&#034;https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-10/polen-demonstration-schwangerschaftsabbruchgsetz-warschau-andrzej-duda&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Landesweite Proteste&lt;/a&gt; in Polen sahen darin einen massiven Eingriff in die Privatsph&#228;re der Frau.
Am Gesetz &#228;nderte sich dennoch nichts &#8211; bis heute. F&#252;nf Jahre sp&#228;ter, November 2025, stellte der Europ&#228;ische Gerichtshof f&#252;r Menschenrechte (EGMR) nach der&lt;a href=&#034;https://euractiv.de/news/menschenrechtsgerichtshof-ruegt-polen-wegen-verletzung-des-abtreibungsrechts/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Klage einer Frau aus Krakau&lt;/a&gt; erneut fest: Wenn Frauen gezwungen sind, ins Ausland zu reisen, um eine ungewollte Schwangerschaft abzubrechen, wird ihr Recht auf Privat- und Familienleben verletzt. Polen musste eine Entsch&#228;digung in H&#246;he von 15.000 an die Frau zahlen. Die Kl&#228;gerin selbst reiste f&#252;r den Eingriff in die Niederlande.&lt;/p&gt;
&lt;h4 class=&#034;spip&#034;&gt;Europa ist liberaler. Der Zugang nicht.
&lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Im europ&#228;ischen Vergleich wirkt Polen wie eine Ausnahme. In weiten Teilen Europas sind Abtreibungen erlaubt. &lt;a href=&#034;https://www.amnesty.de/schwangerschaftsabbruch-europa-rechte-zugang&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Wie lange, ist unterschiedlich&lt;/a&gt;. Zw&#246;lf Wochen in Deutschland, &#214;sterreich oder Belgien. Vierzehn in Frankreich oder Spanien. In Skandinavien sogar bis zur 18. Woche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Legal bedeutet jedoch nicht automatisch zug&#228;nglich. In einigen L&#228;ndern, etwa wie in Italien oder Kroatien, lehnen &#196;rzt*innen Behandlungen aufgrund moralischer &#220;berzeugungen oft ab. Dies ist kein Einzelph&#228;nomen. Diese &lt;a href=&#034;https://fr.boell.org/de/2024/11/07/das-recht-auf-abtreibung-italien&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Gewissensverweigerer&lt;/a&gt; liegen in Italien bei &#252;ber 70 Prozent, in manchen Regionen sogar bei &#252;ber 90.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch in anderen EU-L&#228;ndern &lt;a href=&#034;https://www.nd-aktuell.de/artikel/1194329.safe-abortion-day-wo-europas-abtreibungsgesetze-am-strengsten-sind.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;erschweren lange Beratungen und hohe Kosten&lt;/a&gt; den Prozess. Doch sind es nicht oft gerade jene Frauen, die sich eine Abtreibung kaum leisten k&#246;nnen, die sie am meisten brauchen?&lt;/p&gt;
&lt;h4 class=&#034;spip&#034;&gt;Von Petition ins Parlament &lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Die B&#252;rger*inneninitiative &lt;a href=&#034;https://taz.de/EU-Parlament-stimmt-fuer-sichere-und-zugaengliche-Abtreibungen-in-Mitgliedstaaten/!6139402/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;My Voice, My Choice&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, initiiert von der slowenischen Aktivistin Nika Kova&#269;, versucht dieses Problem auf europ&#228;ischer Ebene anzugehen.
Sie setzt sich f&#252;r sichere und zug&#228;ngliche Schwangerschaftsabbr&#252;che in der EU ein und fand im vergangenen Jahr bei mehr als einer Millionen Anklang. Konkret werden Fonds f&#252;r Frauen gefordert, die gezwungen sind ins Ausland zu reisen, um eine ungewollte Schwangerschaft abzubrechen.
Jubel bricht aus, als das EU-Parlament im Dezember 2025 mit einer Mehrheit von 56 Prozent seine Unterst&#252;tzung f&#252;r die B&#252;rger*inneninitiative ausdr&#252;ckt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/ausland/europa/schwangerschaftsabbrueche-abtreibungen-europa-buergerinitiative-eu-kommission-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kritiker*innen&lt;/a&gt; stempeln diese Hilfe als Einmischung in interne Angelegenheiten ab, da Gesundheitspolitik in der EU gr&#246;&#223;tenteils auf nationaler Ebene bleibt. Der Finanzierungsmechanismus ist somit f&#252;r die Mitgliedstaaten freiwillig. Es stellt sich die Frage: Werden L&#228;nder wie Polen freiwillig einen Paradigmenwechsel willkommen hei&#223;en, den sie seit Jahren schon erfolgreich blockierten?
Oder hilft diese Initiative trotzdem L&#228;ndern, in denen Abtreibungen entweder teuer oder schwer zug&#228;nglich sind? Wenn Frauen in Italien und Kroatien ein Abbruch von &#196;rzt*innen oft verweigert wird, k&#246;nnte ein Fonds den Weg zu einer anderen Klinik deutlich sicherer und billiger machen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch diese Fragen stellen sich vorerst kaum. &lt;a href=&#034;https://euractiv.de/news/kommission-verweist-auf-bestehende-mittel-fuer-abtreibungen-waehrend-kampagne-historischen-schritt-begruesst/#:~:text=Kommission%20verweist%20auf%20bestehende%20Mittel,historischen&#8220;%20Schritt%20begr&#252;&#223;t%20%7C%20Euractiv%20DE&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Ein neuer Fonds wurde Ende Februar von der EU-Kommission abgelehnt&lt;/a&gt;. Petitionen mit mehr als eine Millionen Unterschriften zwingen die EU-Kommission zwar zu antworten, nicht aber zu handeln. Laut Kommission st&#252;nde Hilfe schon zur Verf&#252;gung. Es wird auf den Sozialfonds Plus verwiesen, der Besch&#228;ftigung und soziale Integration f&#246;rdert und EU-L&#228;ndern auch f&#252;r sicherere Schwangerschaftsabbr&#252;che offensteht. Bislang zeigten hieran jedoch nur zehn EU-L&#228;nder Interesse: &#8222;Es ist Sache der Mitgliedstaaten, zu handeln, weshalb wir dieses Instrument vorschlagen; es ist ihre Entscheidung, ob sie es nutzen wollen&#8220;, begr&#252;ndete Hadja Lahbib, EU-Kommissarin f&#252;r Gleichstellung, die Ablehnung der EU-Kommission.&lt;/p&gt;
&lt;h4 class=&#034;spip&#034;&gt;Aussicht &lt;/h4&gt;
&lt;p&gt;Die Initiative &lt;i&gt;My Voice, My Choice&lt;/i&gt; ist ein wichtiger Schritt f&#252;r die St&#228;rkung reproduktiver Rechte und zeigt, dass sie l&#228;ngst nicht mehr eine nationale Debatte ist &#8211; vor allem, vor dem Hintergrund, dass einige Nationalstaaten eine der grundlegendsten Gesundheitsleistungen f&#252;r Frauen, den Schwangerschaftsabbruch, nicht erm&#246;glichen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber auch dort, wo Abtreibung legal ist, entscheiden oft andere Faktoren &#252;ber den tats&#228;chlichen Zugang: &#196;rzt*innen, Kosten, Beratungen, gesellschaftlicher Druck. Im Parlament wird &#252;ber Rechte abgestimmt. Erst im Alltag entscheidet sich hingegen, ob Frauen sie wirklich auch nutzen k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Muss gesellschaftliche Akzeptanz also erst den Weg freimachen, bevor das Parlament &#8211; ob national oder supranational &#8211; handeln kann? Oder kann Politik solche Ver&#228;nderungen selbst ansto&#223;en?&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Souver&#228;nit&#228;t beginnt im Einkaufskorb</title>
		<link>http://www.taurillon.org/souveranitat-beginnt-im-einkaufskorb</link>
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		<dc:date>2026-03-11T14:29:55Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Katharina Volk</dc:creator>


		<dc:subject>Deutschland</dc:subject>
		<dc:subject>Frankreich</dc:subject>
		<dc:subject>Europa</dc:subject>
		<dc:subject>&lt;span lang='fr'&gt;Europ&#228;ische Union&lt;/span&gt;</dc:subject>
		<dc:subject>Europ&#228;ische Identit&#228;t</dc:subject>
		<dc:subject>Wirtschaft</dc:subject>
		<dc:subject>Europ&#228;ische Identit&#228;t</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;&#8220;Statt Coca Cola, trinken wir nur noch Fritz Cola und statt auf Amazon, wird bei Kaufland bestellt.&#8221; Seit Mitte Februar verbreiten sich solche Aufrufe in den sozialen Medien, europ&#228;ische Alternativen zu US-amerikanischen Produkten zu bevorzugen. B&#252;rger:innen rufen gezielt zum Boykott amerikanischer Waren auf &#8211; als Reaktion auf die von Donald Trump ausgerufenen Z&#246;lle und politischen Signale. Doch wie realistisch ist ein rein europ&#228;ischer Einkauf? Auf dem Wochenmarkt oder bei lokalen (&#8230;)&lt;/p&gt;


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		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/04/e5811cd8afa3569b3032fecae0b23f.jpg?1773240765' class='spip_logo spip_logo_right spip_logo_survol' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; data-src-hover=&#034;IMG/logo/alexas_fotos-shopping-2615482_1920-2.jpg?1773172790&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#8220;Statt Coca Cola, trinken wir nur noch Fritz Cola und statt auf Amazon, wird bei Kaufland bestellt.&#8221; Seit Mitte Februar verbreiten sich solche Aufrufe in den sozialen Medien, europ&#228;ische Alternativen zu US-amerikanischen Produkten zu bevorzugen. B&#252;rger:innen rufen gezielt zum Boykott amerikanischer Waren auf &#8211; als Reaktion auf die von Donald Trump ausgerufenen Z&#246;lle und politischen Signale. Doch wie realistisch ist ein rein europ&#228;ischer Einkauf?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf dem Wochenmarkt oder bei lokalen H&#228;ndlern scheint der Umstieg leicht: Mehl, Eier, Obst und Gem&#252;se sind oft regional, weniger verpackt und von h&#246;herer Qualit&#228;t. Allerdings sind diese Produkte meist teurer als im Supermarkt. Dort wird es komplizierter. Zwar ist bei Obst und Gem&#252;se das Herkunftsland angegeben, doch nicht alle Produkte lassen sich in Europa herstellen &#8211; besonders nicht au&#223;erhalb der Saison. Wer auf bestimmte Marken setzt, hadert bei der Umstellung auf europ&#228;ische Marken.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Europ&#228;ische Alternativen: Apps und Webseiten als Helfer&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Plattformen wie &#8222;Go European&#8220; oder &#8222;Buy-Europe.net&#8220; listen europ&#228;ische Alternativen auf. Unter den Hashtags #GoEuropean und #BuyEuropean zeigen Nutzende Produktempfehlungen: Statt Milka gibt es Rittersport oder Lindt, statt Pringles das Snack-Universum von Lorenz. Apps wie Brandsnap.eu oder die d&#228;nische App NonUSA scannen Produkte im Supermarkt und zeigen deren Herkunft an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Alternativen reichen dabei von Lebensmittel &#252;ber Kleidung bis hin zu Streamingplattformen. Auch Alternativen zu Instagram, Snapchat, WhatsApp und Facebook werden gezeigt. Doch hier stellt sich dann die Frage, inwieweit ein europ&#228;isches Nischenprodukt die Funktion eines weltweiten Netzwerkes tats&#228;chlich ersetzen kann. Viele Nutzer:innen verfolgen das Ziel, m&#246;glichst viele ihrer Freund:innen m&#246;glichst einfach zu erreichen &#8211; auch wenn die am anderen Ende des Globus leben.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Frankreichs Regierung zeigt, wie es geht&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.heise.de/news/Frankreich-ersetzt-MS-Teams-und-Zoom-durch-eigene-Videokonferenzsoftware-11155120.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Bis 2027 sollen alle staatlichen Dienste Frankreichs auf die hauseigene Videokonferenz-Plattform Visio umsteigen&lt;/a&gt;. Entwickelt von der &#8220;Direction Interminist&#233;rielle du Num&#233;rique&#8221; (DINUM), soll Visio die Abh&#228;ngigkeit von au&#223;ereurop&#228;ischen Anbietern wie Microsoft Teams, Zoom, Google Meet, Webex und GoTo-Meeting beenden. Den Anfang macht das franz&#246;sische Forschungszentrum CNRS mit seinen 34.000 Mitarbeiter:innen, sowie 120.000 assoziierte Forscher:innen. Es hat angek&#252;ndigt, seinen bisherigen Zoom-Vertrag bis Ende M&#228;rz 2026 zu k&#252;ndigen. Auch die Krankenversicherung Assurance Maladie sowie die franz&#246;sische Generaldirektion f&#252;r &#246;ffentliche Finanzen sind bereits auf Visio umgestiegen. Das Verteidigungsministerium folgt im ersten Quartal 2026.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;David Amiel, Minister f&#252;r &#246;ffentlichen Dienst und Staatsreform, betont: &#8222;Dieses Projekt zeigt, wie entschlossen Premierminister und Regierung sind, die digitale Unabh&#228;ngigkeit Frankreichs zur&#252;ckzuerobern. Wir k&#246;nnen nicht riskieren, dass unser wissenschaftlicher Austausch, sensible Daten und strategische Innovationen au&#223;ereurop&#228;ischen Akteuren ausgesetzt sind.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Wirtschaftliche Auswirkungen: Chance oder Risiko?&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Handelsexperte Gerrit Heinemann sieht wirtschaftlich und finanziell Potenzial bei einem im weitesten Sinne regionalen Umstieg. &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/handelskonflikt-europaeische-produkte-buy-european-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Er sagt zur Tagesschau&lt;/a&gt;: &#8222;Wenn das Importvolumen aus den USA sinkt, steigen automatisch die Verk&#228;ufe europ&#228;ischer Produkte.&#8220; Doch Samina Sultan, Volkswirtin am Institut der Deutschen Wirtschaft. warnt: &#8222;Das Importvolumen aus den USA ist enorm gro&#223;, und wenn das durch die Verweigerung von K&#228;ufen nach unten geht, dann gehen automatisch die Verk&#228;ufe von EU-Produkten nach oben. Es ist zu erwarten, dass alle europ&#228;ischen Konsumg&#252;terhersteller und auch deutschen Hersteller davon profitieren d&#252;rften.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ob der Trend anh&#228;lt, wird sich zeigen. Volkswirtin Samina Sultan, warnt in der &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/handelskonflikt-europaeische-produkte-buy-european-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Tagesschau&lt;/a&gt; allerdings vor zu gro&#223;en Erwartungen. Der zivilgesellschaftliche Boykott stecke noch in den Kinderschuhen. Zudem sei ungewiss, inwiefern der Boykott auch europ&#228;ische Hersteller beeinflussen wird: &#8222;Es ist so, dass wir in einer sehr vernetzten und globalen Welt leben. Das hei&#223;t, Waren werden in der Regel aus verschiedenen Vorprodukten, die aus verschiedenen L&#228;ndern kommen, hergestellt. Wenn man also ein gezieltes Endprodukt boykottiert, trifft man damit sicherlich nicht nur ein Land. Daher ist die Sache doch sehr viel komplizierter.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Fazit: Souver&#228;nit&#228;t f&#228;ngt im Kleinen an&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Ob der europ&#228;ische Konsum langfristig steigt, bleibt abzuwarten. Klar ist: Jede Kaufentscheidung kann ein Signal setzen &#8211; f&#252;r mehr Unabh&#228;ngigkeit und europ&#228;ische Wertsch&#246;pfung. Auch hier gilt: Europa f&#228;ngt mit jedem und jeder von uns an.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>&#8222;Jenseits von Grenzen und Machtverh&#228;ltnissen: Feministischer F&#246;deralismus erkl&#228;rt&#8220;</title>
		<link>http://www.taurillon.org/neue-ubersetzung-not-all-feminists-automatically-see-federalism-as</link>
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		<dc:date>2026-03-11T12:09:46Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Melanie Thut, Nina H&#246;ll</dc:creator>



		<description>
&lt;p&gt;Interview mit Melanie Thut, Pr&#228;sidentin der Jungen Europ&#228;ischen F&#246;deralisten (JEF) Deutschland und Mitbegr&#252;nderin des Feministischen F&#246;deralismusprojekts, gef&#252;hrt von Nina H&#246;ll, Vorstandsmitglied der JEF Deutschland. NH: Was bedeutet der Begriff &#8222;f&#246;deraler Feminismus&#8220; f&#252;r Sie pers&#246;nlich? MT: F&#252;r mich bedeutet f&#246;deraler Feminismus, den Kampf f&#252;r die Befreiung mit der politischen Struktur zu verbinden, die ihn tats&#228;chlich aufrechterhalten kann: eine f&#246;derale Gesellschaft und ein Staat, (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://www.taurillon.org/-gesellschaft-kultur-" rel="directory"&gt;Jugend, Gesellschaft und Kultur&lt;/a&gt;


		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/f9/b728bb122381a0b2825d067701aedd.png?1773231818' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;Interview mit Melanie Thut, Pr&#228;sidentin der Jungen Europ&#228;ischen F&#246;deralisten (JEF) Deutschland und Mitbegr&#252;nderin des Feministischen F&#246;deralismusprojekts, gef&#252;hrt von Nina H&#246;ll, Vorstandsmitglied der JEF Deutschland.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;NH: Was bedeutet der Begriff &#8222;f&#246;deraler Feminismus&#8220; f&#252;r Sie pers&#246;nlich?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;MT: F&#252;r mich bedeutet f&#246;deraler Feminismus, den Kampf f&#252;r die Befreiung mit der politischen Struktur zu verbinden, die ihn tats&#228;chlich aufrechterhalten kann: eine f&#246;derale Gesellschaft und ein Staat, der Freiheiten und Rechte verankert. Es geht um die Emanzipation der Menschheit durch den Abbau hierarchischer Strukturen zwischen den Menschen, wobei stets intersektional gedacht und die spezifischen K&#228;mpfe verschiedener Gruppen, insbesondere von Frauen, anerkannt werden m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf einer sehr pers&#246;nlichen Ebene verbindet es zwei meiner Leidenschaften, Feminismus und F&#246;deralismus, und schafft an ihrer Schnittstelle etwas Neues. Ich glaube auch, dass die Privatsph&#228;re selbst f&#246;deralistisch ist: gelebte Realit&#228;ten, lokale K&#228;mpfe und pers&#246;nliche Erfahrungen sind wichtig und k&#246;nnen in ein gemeinsames politisches Projekt, sogar in eine Sache f&#252;r ein vereintes Europa, verwandelt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Privatsph&#228;re ist f&#246;deralistisch: den eigenen Kampf zur Sache eines vereinten Europas zu machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;NH: W&#252;rden Sie sagen, dass es bereits eine feste Definition gibt, oder handelt es sich eher um ein offenes Konzept, das wir gemeinsam ausf&#252;llen m&#252;ssen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;MT: Ich w&#252;rde nicht sagen, dass der f&#246;derale Feminismus v&#246;llig undefiniert ist. Ursula Hirschmann hat diese Ideen bereits in ihrem Beitrag zum Manifest von Ventotene und sp&#228;ter durch die Organisation &#8220;femmes pour l'Europe&#8221; im Jahr 1975 miteinander verbunden. Leider verlor das Projekt nach ihrer Erkrankung an Schwung und geriet weitgehend in Vergessenheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seitdem gab es zwar gelegentliche Initiativen, aber nie in strukturierter oder nachhaltiger Form. Heute, f&#252;nfzig Jahre sp&#228;ter, befinden wir uns in einem anderen historischen Moment, der mehr Offenheit, kollektive Ans&#228;tze und gemeinsame Reflexion erm&#246;glicht. Deshalb sehe ich den f&#246;deralen Feminismus als etwas, das wir jetzt gemeinsam entwickeln m&#252;ssen, zum Beispiel durch Netzwerke, Dialog und eine Reihe von Artikeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;NH: Wie unterscheidet sich Ihrer Meinung nach der f&#246;derale Feminismus vom &#8222;klassischen&#8221; Feminismus oder anderen feministischen Bewegungen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;MT: Der f&#246;derale Feminismus ist eindeutig ein politisches Projekt, das auf Partizipation und Demokratie basiert. Er verbindet strukturellen Wandel mit einem intersektionalen Verst&#228;ndnis der laufenden K&#228;mpfe. Er ist weniger eine neue Welle des Feminismus, sondern eher ein neues Instrument, ein politischer Rahmen, der es erm&#246;glicht, feministische K&#228;mpfe effektiver zu f&#252;hren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der F&#246;deralismus bietet rechtliche und institutionelle Instrumente durch den Staat, um Ungleichheiten zu &#252;berwinden und Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Er ist zudem global anwendbar und zukunftsorientiert. Feminismus und F&#246;deralismus existieren als unterschiedliche Bewegungen, aber der f&#246;derale Feminismus wirkt genau an ihrer Schnittstelle, wo sich beide erg&#228;nzen und gegenseitig st&#228;rken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;NH: Welche Werte oder Prinzipien w&#252;rden Sie als Kern des f&#246;deralen Feminismus betrachten?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;MT: Nationalstaaten und patriarchalische Systeme neigen dazu, Gesellschaften zu spalten und Macht zu zentralisieren. Im Gegensatz dazu zielen sowohl F&#246;deralismus als auch Feminismus darauf ab, Macht gleichm&#228;&#223;iger zu verteilen und so eine dezentrale Teilhabe und Freiheit f&#252;r alle zu erm&#246;glichen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nationalismus verst&#228;rkt oft Ungleichheit &#8211; beispielsweise durch die Instrumentalisierung des K&#246;rpers von Frauen f&#252;r demografische oder ideologische Zwecke oder durch die Einschr&#228;nkung politischer Rechte. Der f&#246;derale Feminismus widersetzt sich dem, indem er Raum f&#252;r vielf&#228;ltige Identit&#228;ten und geteilte Macht schafft. Im Mittelpunkt stehen Frieden, gewaltfreie Koexistenz und die &#220;berzeugung, dass jeder Mensch in Freiheit und Sicherheit leben und sein Potenzial voll aussch&#246;pfen k&#246;nnen sollte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;NH: F&#246;deralismus lebt von Vielfalt und Zusammenarbeit. Feminismus lebt von Gleichberechtigung und Empowerment. Wie passt das f&#252;r Sie zusammen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;MT: Im Zentrum beider Ans&#228;tze steht die Emanzipation des Individuums von unterdr&#252;ckenden Machtstrukturen. Beim f&#246;deralen Feminismus geht es um gleiche Rechte f&#252;r alle und darum, die Voraussetzungen daf&#252;r zu schaffen, dass Menschen frei, friedlich und sicher leben k&#246;nnen. Diese Ideen passen sehr nat&#252;rlich zusammen, weil sie sich auf Menschen und ihr Wohlergehen konzentrieren und nicht auf abstrakte Institutionen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;NH: Inwieweit kann f&#246;derales Denken, wie beispielsweise Machtteilung, Subsidiarit&#228;t und Vernetzung, feministische Anliegen st&#228;rken?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;MT: F&#246;derales Denken bietet eine breitere Sichtweise auf die Gesellschaft und das t&#228;gliche Leben. Es bringt die Entscheidungsfindung n&#228;her an die Betroffenen heran, insbesondere auf lokaler Ebene, wo Frauen oft stark vernetzt und tief in ihren Gemeinschaften engagiert sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#246;deralismus f&#246;rdert auch das Denken &#252;ber nationale Grenzen hinaus &#8211; in unserem Fall &#252;ber Europa hinweg &#8211; und die Zusammenarbeit zur St&#228;rkung gemeinsamer Anliegen. Ein europ&#228;ischer Rahmen kann beispielsweise dazu beitragen, Rechte zu garantieren, wenn nationale Regierungen dies nicht tun.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;NH: Wie erleben Sie den f&#246;deralen Feminismus in Ihrer eigenen Arbeit oder innerhalb Ihres Vereins?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;MT: Innerhalb der f&#246;deralistischen Bewegung gibt es seit langem eine Gruppe von Menschen, die sich mit diesen Fragen besch&#228;ftigen, inspiriert durch Besuche in Ventotene und Diskussionen um Ursula Hirschmann und andere. Im letzten Jahr sind wir jedoch von der Reflexion zum Handeln &#252;bergegangen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch das Projekt &#8222;Feminist Federalist&#8220;, Artikel in The New Federalist, &#246;ffentliche Lesungen auf Ventotene und Stra&#223;enaktionen lassen wir dieses Erbe aktiv wieder aufleben. Unser Ziel ist es, ein Netzwerk aufzubauen und diese Arbeit fortzusetzen. Pers&#246;nlichkeiten wie Petra Kelly sind auch f&#252;r mich pers&#246;nlich eine gro&#223;e Inspiration. Diese Gespr&#228;che und Reflexionen am sp&#228;ten Abend sind es, die mich wirklich antreiben und meine Leidenschaft entfachen, und ich bin gespannt, was als N&#228;chstes kommt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;NH: Haben Sie ein Beispiel daf&#252;r, wo f&#246;derale Strukturen feministische Forderungen unterst&#252;tzt haben oder wo sie ein Hindernis darstellten?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;MT: Ein gutes Beispiel ist die Plattform &#8222;My Voice, My Choice&#8221;, eine europ&#228;ische B&#252;rgerinitiative, die sich f&#252;r sichere und zug&#228;ngliche Abtreibungen einsetzt. Sie sammelte 1,2 Millionen Unterschriften in ganz Europa und ist noch immer aktiv. Feministinnen aus vielen L&#228;ndern haben sich zusammengeschlossen und ein f&#246;derales Instrument genutzt, um dort zu handeln, wo nationale Regierungen versagt haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Initiative hat eine enorme &#246;ffentliche Sichtbarkeit geschaffen und zeigt, wie ein europ&#228;ischer Dachverband feministische Forderungen &#252;ber Grenzen hinweg st&#228;rken kann. Genau diese Art von Ansatz brauchen wir mehr, idealerweise verankert in einem wirklich f&#246;deralen Europa.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;NH: Welche Elemente sollte ein Handbuch zum f&#246;deralen Feminismus unbedingt enthalten?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;MT: Ich bin mir nicht sicher, ob ein Handbuch das richtige Format ist. Anstatt eine neue, feststehende feministische Doktrin zu definieren, sehe ich den f&#246;deralen Feminismus als eine fortlaufende Erforschung von Schnittpunkten und gemeinsamen K&#228;mpfen. Es handelt sich nicht um eine separate Welle des Feminismus, die isoliert untersucht werden muss, sondern um einen Raum, in dem gemeinsame K&#228;mpfe entstehen und gemeinsam untersucht werden k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Reflexion, wie wir sie in dieser Artikelserie betreiben, ist &#228;u&#223;erst wertvoll. F&#246;deraler Feminismus kann fruchtbar sein, aber nicht alle Feministinnen sehen ihn automatisch als relevant an, insbesondere wenn sie kein klares politisches Projekt dahinter erkennen. Diese Spannung ist es wert, offen diskutiert zu werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;NH: F&#246;derale Strukturen sind manchmal schwerf&#228;llig. Wie k&#246;nnen feministische Anliegen dennoch dynamisch und effektiv vorangebracht werden?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;MT: Sie k&#246;nnen durch starke Instrumente der B&#252;rgerbeteiligung und durch einen direkten, kontinuierlichen Dialog mit der Zivilgesellschaft auf verschiedenen politischen Ebenen vorangebracht werden. Die Sensibilisierung der &#214;ffentlichkeit ist ebenso wichtig wie die Gew&#228;hrleistung, dass der f&#246;derale Feminismus inklusiv bleibt und wirklich unterschiedliche Perspektiven repr&#228;sentiert, darunter auch intersektionale, migrantische und queere Stimmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;NH: K&#246;nnte der f&#246;derale Feminismus ein Modell sein, das &#252;ber Europa hinaus Wirkung zeigt?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;MT: Auf jeden Fall. Wir k&#246;nnen bereits viel von feministischen Bewegungen au&#223;erhalb Europas lernen, beispielsweise von denen in Rojava. Dort wurde ein konf&#246;derales System zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen, darunter Kurden, etabliert, wodurch eine multiethnische politische Struktur entstanden ist, die Minderheiten aktiv einbezieht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben uns im Rahmen des israelisch-pal&#228;stinensischen F&#246;deralistischen Friedensforums mit diesen Ideen auseinandergesetzt, und sie zeigen, dass der f&#246;derale Feminismus globale Relevanz und Potenzial hat.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Die Zukunft der Monarchie ist weiblich</title>
		<link>http://www.taurillon.org/die-zukunft-der-monarchie-ist-weiblich</link>
		<guid isPermaLink="true">http://www.taurillon.org/die-zukunft-der-monarchie-ist-weiblich</guid>
		<dc:date>2026-03-08T14:22:51Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Maike Dreesbeimdieke</dc:creator>


		<dc:subject>Frauenpolitik</dc:subject>
		<dc:subject>Monarchie</dc:subject>
		<dc:subject>Next Generation EU</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;In Europa w&#228;chst eine Generation von Thronfolgerinnen heran, die die Zukunft der europ&#228;ischen Monarchie pr&#228;gen wird.&lt;/p&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/-europa-und-die-welt-240-" rel="directory"&gt;Europa und die Welt&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Frauenpolitik-+" rel="tag"&gt;Frauenpolitik&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-monarchie-+" rel="tag"&gt;Monarchie&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-next-generation-eu-+" rel="tag"&gt;Next Generation EU&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/07/e21364b204f6f23b84b1b7938ddd9a.jpg?1772976371' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;Ein Blick auf Europas K&#246;nigsh&#228;user zeigt einen bemerkenswerten Trend. W&#228;hrend derzeit kaum eine Frau auf einem europ&#228;ischen Thron sitzt, stehen in mehreren Monarchien junge Prinzessinnen bereit, ihre L&#228;nder eines Tages zu repr&#228;sentieren.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Diese Entwicklung steht f&#252;r mehr als nur einen Generationswechsel. Sie zeigt auch, wie sehr sich die Regeln und Vorstellungen innerhalb der Monarchien ver&#228;ndert haben. Wo fr&#252;her m&#228;nnliche Nachkommen automatisch Vorrang hatten, entscheidet heute in vielen L&#228;ndern schlicht die Reihenfolge der Geburt.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Monarchinnen der Geschichte&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Frauen auf dem Thron sind keineswegs eine neue Erscheinung. Schon fr&#252;h pr&#228;gten m&#228;chtige Monarchinnen die Geschichte Europas. Eine der bekanntesten ist &lt;a href=&#034;https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/bedeutende-herrscherinnen-koenigin-elisabeth-i-von-england&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Elizabeth I.&lt;/a&gt;, die England im 16. Jahrhundert regierte. Das Land erlebte unter ihrer Herrschaft eine Phase staatlicher Ordnung und kultureller Bl&#252;te, die uns heute als &#8222;elisabethanisches Zeitalter&#8220; bekannt ist. &lt;br&gt; &lt;br&gt;
Auch in der modernen Zeit haben Monarchinnen ihre Spuren hinterlassen. Besonders pr&#228;gend war die Regentschaft von &lt;a href=&#034;https://www.swr.de/leben/prominente/queen-elizabeth-todestag-koenigin-elisabeth-rekorde-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Elizabeth II.&lt;/a&gt;. Mehr als siebzig Jahre lang stand sie an der Spitze des Vereinigten K&#246;nigreichs und wurde zu einer der bekanntesten und langlebigsten Monarchinnen der Geschichte. Zusammen mit anderen langj&#228;hrigen Herrscherinnen wie der d&#228;nischen &lt;a href=&#034;https://www.ndr.de/kultur/Margrethe-II-von-Daenemark-Beliebte-Monarchin-ist-nun-im-Ruhestand,margrethe254.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;K&#246;nigin Margrethe II.&lt;/a&gt; verk&#246;rperte sie eine Epoche, in der Frauen &#252;ber Jahrzehnte hinweg Stabilit&#228;t und Kontinuit&#228;t in ihren Monarchien symbolisierten. &lt;br&gt; &lt;br&gt;
Der Weg von Frauen auf den europ&#228;ischen Thron war dennoch Jahrhunderte lang von Regeln gepr&#228;gt, die &lt;a href=&#034;https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/frauen-auf-dem-thron-die-royale-zukunft-ist-klar-weiblich-gepragt-11298016.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;m&#228;nnliche Nachkommen bevorzugten&lt;/a&gt;. Selbst wenn eine Prinzessin das erstgeborene Kind war, verlor sie ihren Platz, sobald ein j&#252;ngerer Bruder geboren worden ist. &lt;br&gt; &lt;br&gt;
Die Folgen dieser Regelungen lassen sich in mehreren Dynastien beobachten. In &lt;a href=&#034;https://adelswelt.de/die-uebergangenen-prinzessinnen-die-nicht-regieren-duerfen/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Spanien etwa verlor die Infantin Elena ihren Platz&lt;/a&gt; als m&#246;gliche Thronfolgerin, als ihr Bruder Felipe geboren wurde. Das Geschlecht entschied damals zwangsl&#228;ufig &#252;ber die Hierarchie innerhalb der k&#246;niglichen Familie. Das gilt in Spanien bis heute. Auch in anderen europ&#228;ischen F&#252;rstenh&#228;usern besteht solch eine Bevorzugung teilweise bis heute fort. Etwa im F&#252;rstentum Monaco haben sowohl Prinzessin Caroline als auch nachher Prinzessin Gabriella trotz ihrer Stellung innerhalb der Familie keinen Anspruch auf den Thron. &lt;br&gt; &lt;br&gt;
Erst in den vergangenen Jahrzehnten begannen viele Monarchien, ihre Thronfolgeregeln neu zu gestalten. Schweden f&#252;hrte bereits 1980 die sogenannte &lt;a href=&#034;https://grokipedia.com/page/swedish_act_of_succession&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;absolute Primogenitur&lt;/a&gt; ein, bei der ausschlie&#223;lich die &lt;a href=&#034;https://www.welt.de/iconist/partnerschaft/article243624477/Monarchie-Noch-nie-gab-es-in-Europa-so-viele-Kronprinzessinnen.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Reihenfolge der Geburt&lt;/a&gt; entscheidend ist. Sp&#228;ter folgten Belgien, Norwegen und die Niederlande mit &#228;hnlichen Reformen.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Die n&#228;chste Generation der K&#246;niginnen&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Diese Reformen haben eine neue Generation von Thronfolgerinnen hervorgebracht. In mehreren europ&#228;ischen Monarchien stehen junge Frauen bereits an der Spitze oder zumindest weit oben in der Thronfolge. &lt;br&gt; &lt;br&gt;
Eine von ihnen ist Prinzessin Elisabeth von Belgien. Sie ist die &#228;lteste Tochter von K&#246;nig Philippe und steht an erster Stelle der belgischen Thronfolge. Damit wird sie eines Tages die erste K&#246;nigin des Landes werden. M&#246;glich wurde das durch eine &lt;a href=&#034;https://www.welt.de/iconist/partnerschaft/article243624477/Monarchie-Noch-nie-gab-es-in-Europa-so-viele-Kronprinzessinnen.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#196;nderung der belgischen Verfassung&lt;/a&gt; in den 1990er Jahren, die erstmals eine geschlechtsunabh&#228;ngige Thronfolge einf&#252;hrte. Elisabeth &lt;a href=&#034;https://www.sn.at/panorama/international/europas-naechste-koeniginnen-so-bereiten-sie-sich-vor-art-600422&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;bereitet sich intensiv auf ihre zuk&#252;nftige Rolle vor&lt;/a&gt;. Sie studierte unter anderem in Oxford und absolvierte zudem eine milit&#228;rische Ausbildung, wie sie zur Vorbereitung vieler europ&#228;ischer ThronfolgerInnen geh&#246;rt. &lt;br&gt; &lt;br&gt;
Auch in den Niederlanden w&#228;chst eine zuk&#252;nftige K&#246;nigin heran. Prinzessin Catharina Amalia ist die &#228;lteste Tochter von K&#246;nig Willem Alexander und K&#246;nigin M&#225;xima und steht seit ihrer Vollj&#228;hrigkeit offiziell an der Spitze der Thronfolge. Eine K&#246;nigin ist historisch betrachtet &lt;a href=&#034;https://www.vogue.de/artikel/neue-generation-royals-europa-koeniginnen-gen-z&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;keineswegs ungew&#246;hnlich f&#252;r die Niederlande&lt;/a&gt;. Das Land wurde zwischen 1890 und 2013 mit Wilhelmina, Juliana und Beatrix &#252;ber mehr als ein Jahrhundert hinweg von drei K&#246;niginnen regiert. Amalia k&#246;nnte diese Tradition eines Tages fortsetzen. W&#228;hrend ihres Studiums in Amsterdam lebte sie in einer Wohngemeinschaft und arbeitete an einer Strandbar &#8211; &lt;a href=&#034;https://www.morgenpost.de/vermischtes/article236677331/niederlande-prinzessin-amalia-morddrohungen-mafia.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;ziemlich ungew&#246;hnlich f&#252;r eine Prinzessin&lt;/a&gt;. Diese Erfahrung sollte sie bewusst n&#228;her an den Alltag ihrer Generation bringen. &lt;br&gt; &lt;br&gt;
Auch in Spanien bereitet sich eine m&#246;gliche K&#246;nigin vor. Prinzessin Leonor, die &#228;lteste Tochter von K&#246;nig Felipe VI., steht heute an erster Stelle der spanischen Thronfolge und r&#252;ckt zunehmend ins &lt;a href=&#034;https://www.welt.de/iconist/partnerschaft/article243624477/Monarchie-Noch-nie-gab-es-in-Europa-so-viele-Kronprinzessinnen.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Zentrum der &#246;ffentlichen Aufmerksamkeit&lt;/a&gt;. Auch zu ihrer Vorbereitung geh&#246;rt eine milit&#228;rische Ausbildung, die sie durch verschiedene Teilstreitkr&#228;fte f&#252;hrt und die sie Schritt f&#252;r Schritt an die Rolle eines zuk&#252;nftigen Staatsoberhauptes heranf&#252;hren soll. &lt;br&gt; &lt;br&gt;
In Skandinavien zeigt sich besonders deutlich, wie sehr sich die Monarchien ver&#228;ndert haben. Kronprinzessin Victoria wird eines Tages den schwedischen Thron besteigen. Dass sie heute Thronfolgerin ist, geht auf die Reform des Thronfolgegesetzes von 1980 zur&#252;ck, durch die sie ihren j&#252;ngeren Bruder &#252;berholte. Mit Victorias Tochter Estelle steht bereits die n&#228;chste Generation bereit. Sie w&#228;chst als Zweite in der Thronfolge auf und verk&#246;rpert eine Monarchie, in der das Geschlecht keine Rolle mehr spielt. &lt;br&gt; &lt;br&gt;
Auch Norwegen geh&#246;rt zu den L&#228;ndern, in denen k&#252;nftig eine Frau den Thron &#252;bernehmen k&#246;nnte. Nach Kronprinz Haakon steht seine Tochter Ingrid Alexandra an zweiter Stelle der Thronfolge und gilt als Vertreterin einer jungen Generation von Royals, die st&#228;rker mit der Gesellschaft ihres Landes verbunden sein sollen.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Monarchie im Wandel&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Die zuk&#252;nftigen K&#246;niginnen Europas stehen damit an der Schnittstelle zwischen Tradition und Moderne. Sie wachsen in einer Zeit auf, in der Monarchien moderner auftreten m&#252;ssen als fr&#252;her. Viele von ihnen haben internationale Ausbildungen, sprechen mehrere Sprachen und treten bewusst als Vertreterinnen einer neuen Generation auf. Gleichzeitig bleiben die &lt;a href=&#034;https://www.sn.at/panorama/international/europas-naechste-koeniginnen-so-bereiten-sie-sich-vor-art-600422&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;grundlegenden Regeln der Monarchie&lt;/a&gt; bestehen: politische Neutralit&#228;t, repr&#228;sentative Aufgaben und eine Rolle als verbindende Figur &#252;ber politische Lager hinweg. &lt;br&gt; &lt;br&gt;
Nachdem Frauen lange Zeit um ihren Platz in der Thronfolge k&#228;mpfen mussten, steht nun eine Generation bereit, f&#252;r die Gleichberechtigung im K&#246;nigshaus selbstverst&#228;ndlich geworden ist &#8211; ein bemerkenswerter Wandel. &lt;br&gt; &lt;br&gt;
Wenn diese Prinzessinnen eines Tages ihre Kronen tragen, k&#246;nnte sich eine historische Entwicklung best&#228;tigen: Die Zukunft der europ&#228;ischen Monarchie ist weiblich.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Die &#8222;Koalition der Willigen&#8220; </title>
		<link>http://www.taurillon.org/die-koalition-der-willigen-17552</link>
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		<dc:date>2026-02-18T14:29:42Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Fabienne Hofmeister</dc:creator>


		<dc:subject>&lt;span lang='fr'&gt;Europ&#228;ische Union&lt;/span&gt;</dc:subject>
		<dc:subject>&lt;span lang='en'&gt;Ukraine&lt;/span&gt;</dc:subject>
		<dc:subject>Frankreich</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die europ&#228;ische Sicherheitsordnung tief ersch&#252;ttert. W&#228;hrend die NATO weiterhin als R&#252;ckgrat kollektiver Verteidigung gilt, formiert sich parallel eine neue Initiative: die sogenannte &#8222;Koalition der Willigen&#8220;. Unter der F&#252;hrung von Frankreich und Gro&#223;britannien soll sie ein m&#246;gliches Friedensabkommen milit&#228;risch absichern &#8211; ein Schritt, der nicht nur sicherheitspolitisch, sondern auch geopolitisch von Bedeutung ist. Doch was steckt hinter dieser Koalition? Und sendet sie tats&#228;chlich ein starkes Signal &#8211; auch in Richtung Moskau?&lt;/p&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/-europa-und-die-welt-240-" rel="directory"&gt;Europa und die Welt&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Europaische-Union-+" rel="tag"&gt;&lt;span lang='fr'&gt;Europ&#228;ische Union&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Ukraine,103-+" rel="tag"&gt;&lt;span lang='en'&gt;Ukraine&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Frankreich,543-+" rel="tag"&gt;Frankreich&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/9a/d4583ca23a02b57d1d449c255299b3.jpg?1771428160' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Ein diplomatischer Kraftakt nach dem transatlantischen Eklat&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Die Entstehung der Koalition ist eng mit einem diplomatischen Eklat verbunden: US-Pr&#228;sident Donald Trump &#252;berraschte Europa mit einem Alleingang &#8211; einem 90-min&#252;tigen Telefonat mit Wladimir Putin, das ohne Abstimmung mit Kiew oder den europ&#228;ischen Partnern stattfand. Die Sorge, dass die USA ihre Rolle als Sicherheitsgarant aufgeben k&#246;nnten, war pl&#246;tzlich real. In Reaktion darauf rief Emmanuel Macron am 17. Februar ein Treffen europ&#228;ischer Spitzenpolitiker ein. Wenige Wochen sp&#228;ter folgte ein Gipfel in London, bei dem Premierminister Keir Starmer die Idee einer &#8222;Koalition der Willigen&#8220; konkretisierte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ziel der Koalition ist es, ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine durch milit&#228;rische Pr&#228;senz abzusichern. Frankreich und Gro&#223;britannien haben sich offen f&#252;r die Entsendung von Truppen gezeigt, ebenso wie die Niederlande und Schweden. Insgesamt haben sich 26 Staaten grunds&#228;tzlich bereit erkl&#228;rt, sich zu beteiligen &#8211; sei es durch Bodentruppen, Luftunterst&#252;tzung oder maritime Pr&#228;senz.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Symbolik und Substanz: Zwischen politischem Theater und sicherheitspolitischer Notwendigkeit&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Trotz der diplomatischen Dynamik bleibt die Koalition inhaltlich vage. Britische Milit&#228;rs kritisieren das Vorhaben als &#8222;politisches Theater&#8220; und bem&#228;ngeln die fehlende operative Klarheit. Auch die Frage, ob europ&#228;ische Truppen tats&#228;chlich in die Ukraine entsendet werden, bleibt umstritten. Macron stellte klar, dass dies nur im Falle eines stabilen Waffenstillstands geschehen k&#246;nne &#8211; nicht w&#228;hrend einer blo&#223;en Waffenruhe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Uneinigkeit innerhalb Europas ist ebenfalls sp&#252;rbar: Spanien lehnt eine Truppenentsendung ab, D&#228;nemark fordert weitere Kl&#228;rungen, und Deutschland zeigt sich zur&#252;ckhaltend. Die Forderung nach einer US-Absicherung unterstreicht die fortbestehende Abh&#228;ngigkeit vom transatlantischen Partner &#8211; ein Widerspruch zur Idee europ&#228;ischer Eigenst&#228;ndigkeit.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Eine neue europ&#228;ische Sicherheitsarchitektur?&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Die Koalition der Willigen k&#246;nnte als Keimzelle einer eigenst&#228;ndigen europ&#228;ischen Sicherheitsarchitektur verstanden werden. Die EU hat in den letzten Jahren sicherheitspolitisch dazugelernt: Waffenlieferungen, Sanktionen, strategische Autonomie &#8211; all das w&#228;re vor 2022 undenkbar gewesen. Doch die strukturellen Defizite bleiben: fehlende milit&#228;rische Kapazit&#228;ten, nationale Egoismen und die Unsicherheit &#252;ber die Rolle der USA unter Trump 2.0.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Charles Michel, Pr&#228;sident des Europ&#228;ischen Rates, forderte bereits 2024, Europa m&#252;sse &#8222;die Verantwortung f&#252;r seine eigene Sicherheit &#252;bernehmen&#8220;. Doch die Realit&#228;t zeigt: Die EU ist noch weit entfernt von einer koh&#228;renten Verteidigungsunion. Die Koalition der Willigen ist daher eher ein pragmatischer Zwischenschritt &#8211; ein Versuch, handlungsf&#228;hig zu bleiben, ohne die NATO zu ersetzen.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Signalwirkung gegen&#252;ber Russland &#8211; Eskalation oder Abschreckung?&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Die Entsendung europ&#228;ischer Truppen &#8211; selbst nur als Option &#8211; wird in Moskau als Provokation gewertet. Pr&#228;sident Putin erkl&#228;rte, westliche Soldaten in der Ukraine w&#228;ren &#8222;legitime Ziele&#8220;. Auch Ex-Verteidigungsminister Schoigu warnte vor einem Weltkriegsrisiko und bezeichnete die Koalition als &#8222;Invasoren&#8220;. Die russische F&#252;hrung sieht in der europ&#228;ischen Initiative eine Bedrohung &#8211; was zeigt, dass die Koalition durchaus Wirkung entfaltet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch diese Wirkung ist ambivalent: Einerseits demonstriert Europa Entschlossenheit, andererseits droht eine Eskalation. Die Balance zwischen Abschreckung und Deeskalation ist fragil &#8211; und h&#228;ngt stark von der Glaubw&#252;rdigkeit und Koh&#228;renz der europ&#228;ischen Position ab.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Fazit: Ein Schritt in die richtige Richtung &#8211; aber kein Durchbruch&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Die &#8222;Koalition der Willigen&#8220; ist Ausdruck europ&#228;ischer Handlungsbereitschaft in einer Zeit geopolitischer Unsicherheit. Sie zeigt, dass Europa nicht l&#228;nger nur reagiert, sondern eigene sicherheitspolitische Initiativen ergreift. Doch der Weg zu einer echten Sicherheitsarchitektur ist noch weit. Ohne strategische Klarheit, milit&#228;rische Kapazit&#228;ten und politische Geschlossenheit bleibt die Koalition ein symbolischer Vorsto&#223; &#8211; mit begrenzter Substanz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ob sie sich als Vorl&#228;ufer einer neuen europ&#228;ischen Sicherheitsordnung etabliert oder als Episode in der Geschichte des Ukraine-Kriegs verblasst, h&#228;ngt von der n&#228;chsten Phase ab: der konkreten Umsetzung, der Einbindung der USA &#8211; und der Reaktion Russlands.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Tourismus im Wandel: Trends, Ziele und Herausforderungen</title>
		<link>http://www.taurillon.org/tourismus-im-wandel-trends-ziele-und-herausforderungen</link>
		<guid isPermaLink="true">http://www.taurillon.org/tourismus-im-wandel-trends-ziele-und-herausforderungen</guid>
		<dc:date>2026-02-16T15:10:18Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Katharina Volk</dc:creator>


		<dc:subject>Frankreich</dc:subject>
		<dc:subject>Polen</dc:subject>
		<dc:subject>Deutschland</dc:subject>
		<dc:subject>D&#228;nemark</dc:subject>
		<dc:subject>Schweiz</dc:subject>
		<dc:subject>Reisen</dc:subject>
		<dc:subject>tourisme</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Die ersten Wochen des neuen Jahres sind geschafft: In Arbeit, Uni und Schule haben wir uns wieder eingegroovt. Fasching steht vor der T&#252;r und damit in einigen Bundesl&#228;ndern auch schon die n&#228;chsten Ferien. Reiseb&#252;ros und Blogs werben verst&#228;rkt mit Fr&#252;hbucherrabatten, um m&#246;glichst rasch Buchungen f&#252;r die kommende Urlaubssaison zu generieren. Besonders europ&#228;ische Reiseziele werden dieses Jahr intensiv beworben: vermeintlich noch unentdeckte Perlen, neue Trenddestinationen &#8211; aber auch die (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Suisse-+" rel="tag"&gt;Schweiz&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-reisen-+" rel="tag"&gt;Reisen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-tourisme-+" rel="tag"&gt;tourisme&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/c7/6152b1a40e9a92f37a81a7fa1b8dfe.jpg?1771256770' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Die ersten Wochen des neuen Jahres sind geschafft: In Arbeit, Uni und Schule haben wir uns wieder eingegroovt. Fasching steht vor der T&#252;r und damit in einigen Bundesl&#228;ndern auch schon die n&#228;chsten Ferien. Reiseb&#252;ros und Blogs werben verst&#228;rkt mit Fr&#252;hbucherrabatten, um m&#246;glichst rasch Buchungen f&#252;r die kommende Urlaubssaison zu generieren. Besonders europ&#228;ische Reiseziele werden dieses Jahr intensiv beworben: vermeintlich noch unentdeckte Perlen, neue Trenddestinationen &#8211; aber auch die Auswirkungen von &#220;bertourismus, sozialen Medien und KI-gest&#252;tzter Reiseplanung auf St&#228;dte und Regionen r&#252;cken damit in den Fokus und machen die Schattenseiten sichtbar.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Die Reisetrends 2026&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;1 &#8211; Ruheoasen und &#8222;Qietcations&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bereits im vergangenen Jahr zeichnete sich ein klarer Trend ab: Digital Detox, Ruhe, Spiritualit&#228;t und Entschleunigung gewinnen an Bedeutung. Ziel ist es, sich wieder st&#228;rker auf sich selbst zu konzentrieren und fernab des Trubels innere Balance zu finden. Unter dem Schlagwort &lt;a href=&#034;https://www.pnp.de/nachrichten/wirtschaft/von-tromsoe-bis-triest-die-neuesten-urlaubstrends-und-lieblingsziele-der-deutschen-17775260&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Astro-Travel&#8220;&lt;/a&gt; wurden 2025 Reiseziele beworben, die &#8211; basierend auf Sternzeichen, Geburtsdatum und -zeit &#8211; Erholung, Inspiration oder romantische Auszeiten versprechen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Neu dazu kommt 2026 das Prinzip der &lt;a href=&#034;https://www.bbc.com/travel/article/20251201-seven-travel-trends-that-will-define-2026&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Quietcations&#8220;&lt;/a&gt; (eine Wortkombination aus engl. &#8222;quiet&#8220; = Ruhe und engl. &#8222;(va)cation&#8220; = Urlaub). Gemeint sind Urlaube, die gezielt Ruhe, Komfort und Abstand von der st&#228;ndigen Erreichbarkeit des Alltags bieten: Handy weglegen, Tempo rausnehmen, sich wiederfinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://www.adac.de/reise-freizeit/reiseplanung/inspirationen/europa/rhodos-sehenswuerdigkeiten/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Geeignete Reiseziele&lt;/a&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Laut einer Studie liegt die griechische Insel Rhodos weltweit auf Platz eins der ruhigsten Destinationen. Hervorgehoben werden die geringe L&#228;rmbelastung und die niedrige Instagram-Pr&#228;senz &#8211; nur rund eine Million Beitr&#228;ge sind mit diesem Reiseziel markiert. Besucher:innen k&#246;nnen dort antike St&#228;tten wie den Gro&#223;meisterpalast, den Mandraki-Hafen oder das sagenumwobene Areal des Kolosses von Rhodos erkunden. Auch das nahegelegene Tal der Schmetterlinge sowie die Region rund um Prasonisi, ein Hotspot f&#252;r Surfer:innen, laden zur Entschleunigung ein.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Vilnius (Litauen) gilt ebenfalls als R&#252;ckzugsort. Ein Reiseblog beschreibt die Stadt als ideal f&#252;r &lt;a href=&#034;https://www.govilnius.lt/media-news/why-vilnius-is-europes-hidden-winter-quietcation-location&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;authentische, entschleunigende Erlebnisse&lt;/a&gt;&#8220;. Zu jeder Jahreszeit bieten die umliegenden W&#228;lder, zahlreiche Saunen sowie eine charmante, wenig &#252;berlaufene Altstadt mit kleinen Caf&#233;s und Restaurants Ruhe. Erg&#228;nzt wird das Angebot durch Museen und Galerien wie das KGB-Museum, die Bernsteingalerie oder die historische Stadtmauer. Besonders sehenswert ist der backsteinerne Gediminas-Turm, von dem aus zahlreiche Wanderwege durch den einst von der Sowjetunion angelegten Wald starten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den &lt;a href=&#034;https://mom.travel/blog/new-study-reveals-the-top-10-cities-for-quietcationing/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Top 10 der ruhigsten St&#228;dte weltweit&lt;/a&gt; f&#252;r eine &#8222;Quietcation&#8220; finden sich insgesamt neun europ&#228;ische Destinationen: neben Rhodos und Vilnius auch Edinburgh, Oslo, Helsinki, Tallinn, Valencia, Stockholm und Kopenhagen. Auf Platz neun liegt Kyoto in Japan.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2 &#8211; Ma&#223;geschneiderte, personalisierte Reisen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;K&#252;nstliche Intelligenz ist l&#228;ngst Teil des Alltags &#8211; auch in der Reiseplanung. Generative Chatbots durchsuchen internationale Webseiten und Blogs, erstellen individuelle Routenvorschl&#228;ge, empfehlen Unterk&#252;nfte und Attraktionen und ber&#252;cksichtigen dabei Budget, Reisezeit und pers&#246;nliche Interessen. Problematisch sind jedoch der hohe Energieverbrauch solcher Systeme sowie sogenannte &#8222;Halluzinationen&#8220;, also fehlerhafte oder erfundene Informationen. Zudem greifen KI-Tools h&#228;ufig auf ohnehin popul&#228;re Reiseziele und Social-Media-Trends zur&#252;ck, was bestehende Besucherstr&#246;me weiter verst&#228;rken und &lt;a href=&#034;https://www.reisereporter.de/reiseinspiration/reisetrends/an-diesen-8-reisetrends-kommen-wir-im-jahr-2026-nicht-vorbei-JDPMEEY4QNAWNHKD4OMEGKASLU.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#220;bertourismus&lt;/a&gt; beg&#252;nstigen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein prominentes Beispiel ist Spanien. Das Land verzeichnete 2024 mit rund 94 Millionen Besucher:innen einen neuen Rekord. Seit fast zwei Jahren &lt;a href=&#034;https://www.zdfheute.de/politik/ausland/spanien-tourismus-regulierung-2025-unterkuenfte-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;protestieren Einwohner:innen&lt;/a&gt; gegen &#220;berf&#252;llung, steigenden Wasserverbrauch und explodierende Wohnkosten. Viele Immobilien werden als Ferienunterk&#252;nfte vermietet, was den Wohnraum verknappt und zu steigenden Mieten f&#252;hrt . Ministerpr&#228;sident Pedro S&#225;nchez reagierte unter anderem mit strengeren Regeln f&#252;r Ferienwohnungen. In zahlreichen St&#228;dten fordern Proteste zudem &lt;a href=&#034;https://www.zdfheute.de/panorama/proteste-kanarische-inseln-massen-tourismus-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Besucherobergrenzen, Einschr&#228;nkungen f&#252;r Str&#228;nde und Lokale sowie den Schutz von Kultur, Identit&#228;t und Lebensqualit&#228;t&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; 3 &#8211; Reisen zu Spielorten von Filmen, Serien und B&#252;chern&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pilgerreisen zu besonderen Orten sind kein neues Ph&#228;nomen. Schon vom 15. bis 19. Jahrhundert unternahm der europ&#228;ische Adel sogenannte &lt;a href=&#034;https://www.kavalierstour.de/grand-tour&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Grand Tours&lt;/a&gt;, um Bildung, Charakter und Weltgewandtheit zu erlangen. Dichter:innen und Denker:innen wie zum Beispiel Johann Wolfgang von Goethe machten bestimmte Routen durch ihre Werke ber&#252;hmt und Reisende wollten den Spuren der Genies folgen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heute &#252;bernehmen Influencer:innen und Popkultur diese Rolle. Drehorte von Filmen, Serien und literarischen Werken z&#228;hlen seit Jahren zu den stabilsten Reisetrends. Angeboten werden etwa Touren zu Harry-Potter-Schaupl&#228;tzen, Besuche der Game of Thrones-Drehorte in Dubrovnik oder Rundreisen durch England auf den Spuren von Rosamunde Pilcher.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Das &lt;a href=&#034;https://www.forbes.com/sites/ramseyqubein/2025/01/19/must-visit-movie-tourism/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Forbes-Magazin&lt;/a&gt; empfiehlt in diesem Zusammenhang beispielsweise den Comer See in Norditalien (u. a. Star Wars), London (u. a. James Bond, Harry Potter, Notting Hill) und Salzburg (Meine Lieder &#8211; meine Tr&#228;ume).&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Die beliebtesten Reiseziele der Europ&#228;er:innen&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Die Deutschen geben im Schnitt 1.544 Euro pro Person f&#252;r ihren Haupturlaub aus und bleiben rund 13 Tage. &lt;a href=&#034;https://www.handelsblatt.com/arts_und_style/lifestyle/urlaub-die-beliebtesten-reiseziele-der-deutschen-im-jahr-2025/24597070.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Die beliebteste Destination 2025&lt;/a&gt; war Deutschland! Denn die Heimat hat von Strand bis Gebirge hin zu Metropolen alles zu bieten &#8211; und ist im Schnitt auch noch 500 Euro g&#252;nstiger als das europ&#228;ische Ausland. Es folgen Spanien, Italien, die T&#252;rkei, Skandinavien, Griechenland, &#214;sterreich, Frankreich und Kroatien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch die &lt;a href=&#034;https://www.outwild.fr/les-destinations-de-vacances-les-plus-prisees-des-francais/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Franz&#246;sinnen und Franzosen&lt;/a&gt; bleiben am liebsten im eigenen Land oder fliegen zu den &#220;berseegebieten wie Martinique oder Guadeloupe &#8211; die im &#220;brigen zur EU geh&#246;ren. Auf Platz 2 landet Spanien, dann Portugal und Italien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.statista.com/statistics/1154323/leading-traveling-destinations-abroad-among-danes/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;D&#228;n:innen&lt;/a&gt; reisen ebenfalls am liebsten innerhalb des eigenen Landes. Spanien liegt auch hier auf Platz zwei, gefolgt von Italien, Griechenland, Deutschland, Frankreich, den USA, Schweden, Gro&#223;britannien und der T&#252;rkei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Rund zwei Drittel der &lt;a href=&#034;https://www.dfds.com/en/passenger-ferries/press/poles-on-holiday&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Pol:innen&lt;/a&gt; verbringen ihren Urlaub im eigenen Land. Beliebt sind zudem die T&#252;rkei, Tunesien, Bulgarien, Spanien und Griechenland. Zunehmend entdeckt werden auch Albanien, die Dominikanische Republik und die Vereinigten Arabischen Emirate.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r &lt;a href=&#034;https://brauchtumschweiz.ch/wohin-verreisen-schweizer-am-liebsten/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Schweizer:innen&lt;/a&gt; steht ebenfalls das eigene Land an erster Stelle. In Europa reisen sie bevorzugt nach Italien, Frankreich, Deutschland, Spanien und &#214;sterreich. Fernreisen f&#252;hren h&#228;ufig nach Asien, Nordamerika, S&#252;dafrika und Ozeanien.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Wirtschaftsfaktor Tourismus&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Das World Travel &amp; Tourism Council sch&#228;tzte den &lt;a href=&#034;https://europeannewsroom.com/de/eu-reisebranche-im-aufwind-platz-an-der-sonne-oder-zu-viele-schattenseiten/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Beitrag des Tourismus zum Bruttoinlandsprodukt der EU&lt;/a&gt; im Jahr 2025 auf rund 1,9 Billionen Euro &#8211; etwa 10,5 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Seit 2023 erholt sich die Branche deutlich vom pandemiebedingten Einbruch; die Zahlen haben wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht. Laut Eurostat verbringen 43 Prozent der EU-B&#252;rger:innen ihren Urlaub im eigenen Land. Europas beliebtestes Reiseziel bleibt Spanien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotz der wirtschaftlichen Bedeutung warnt die EU vor den Folgen des &#220;bertourismus. Seit 2022 setzt sich eine &lt;a href=&#034;https://europeannewsroom.com/de/eu-reisebranche-im-aufwind-platz-an-der-sonne-oder-zu-viele-schattenseiten/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;EU-Initiative&lt;/a&gt; f&#252;r einen gr&#252;nen Wandel und mehr Resilienz im Tourismus ein. Ziel sind umweltfreundlicheres Reisen, bessere digitale Services und reibungsloser grenz&#252;berschreitender Verkehr. Gleichzeitig stehen Ma&#223;nahmen wie h&#246;here Tourismusabgaben f&#252;r stark frequentierte Ziele, strengere Regeln f&#252;r Kurzzeitvermietungen und Beschr&#228;nkungen f&#252;r Kreuzfahrtschiffe zur Diskussion. Weitere L&#246;sungsans&#228;tze sind Investitionen in Infrastruktur, bessere Koordination zwischen St&#228;dten und Tourismusbetrieben, die Einbindung der Bev&#246;lkerung, die F&#246;rderung der Nebensaison, alternative Reiseziele sowie Besucherobergrenzen.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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<item xml:lang="de">
		<title>Das Urteil Cupirak-Trojan: ein Wendepunkt f&#252;r die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen</title>
		<link>http://www.taurillon.org/das-urteil-cupirak-trojan-ein-wendepunkt-fur-die-anerkennung</link>
		<guid isPermaLink="true">http://www.taurillon.org/das-urteil-cupirak-trojan-ein-wendepunkt-fur-die-anerkennung</guid>
		<dc:date>2026-02-02T22:07:33Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Finn Sch&#228;fer, Kassy Vallejo-Ramirez</dc:creator>


		<dc:subject>Polen</dc:subject>
		<dc:subject>Gleichgeschlechtliche Ehe</dc:subject>
		<dc:subject>LGBTQI*</dc:subject>
		<dc:subject>EU-Recht</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;Am 25. November 2025 f&#228;llte der Europ&#228;ische Gerichtshof ein historisches Urteil: Gleichgeschlechtliche Ehepaare, die in einem Mitgliedstaat der Europ&#228;ischen Union rechtsg&#252;ltig verheiratet sind, m&#252;ssen in allen anderen Mitgliedstaaten als solche anerkannt werden, wenn sie ihr Recht auf Freiz&#252;gigkeit aus&#252;ben. Diese Entscheidung stellt einen wichtigen Meilenstein f&#252;r den Schutz der Rechte von LGBTQ+-Personen in der Europ&#228;ischen Union dar und betont zugleich die zentrale Rolle der gegenseitigen Anerkennung im europ&#228;ischen Recht.&lt;/p&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/-Integration-" rel="directory"&gt;Europ&#228;ische Politik und Integration&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Pologne,108-+" rel="tag"&gt;Polen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-gleichgeschlechtliche-ehe-+" rel="tag"&gt;Gleichgeschlechtliche Ehe&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-lgbt-+" rel="tag"&gt;LGBTQI*&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-eu-recht-+" rel="tag"&gt;EU-Recht&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/0a/3ece9f4b95499dc47bb8bfff6a7854.jpg?1770078631' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Am 25. November 2025 f&#228;llte der Europ&#228;ische Gerichtshof ein historisches Urteil: Gleichgeschlechtliche Ehepaare, die in einem Mitgliedstaat der Europ&#228;ischen Union rechtsg&#252;ltig verheiratet sind, m&#252;ssen in allen anderen Mitgliedstaaten als solche anerkannt werden, wenn sie ihr Recht auf Freiz&#252;gigkeit aus&#252;ben. Diese Entscheidung stellt einen wichtigen Meilenstein f&#252;r den Schutz der Rechte von LGBTQ+-Personen in der Europ&#228;ischen Union dar und betont zugleich die zentrale Rolle der gegenseitigen Anerkennung im europ&#228;ischen Recht.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Die verpflichtende Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen innerhalb der EU&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Am 6. Juni 2018 heirateten ein polnischer Staatsb&#252;rger und ein Doppelstaatsangeh&#246;riger (deutsch-polnisch) in Berlin. Nach einiger Zeit in Deutschland machten sie von ihrem Recht auf Freiz&#252;gigkeit Gebrauch und zogen nach Polen. Dort beantragten sie die Eintragung ihrer Ehe in das polnische Personenstandsregister. Im Jahr 2019 lehnten die polnischen Beh&#246;rden diesen Antrag ab, da das polnische Recht gleichgeschlechtliche Ehen nicht anerkennt. Ein solcher Eintrag w&#252;rde ihrer Auffassung nach &#8222;die grundlegenden Prinzipien der polnischen Rechtsordnung verletzen&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese verweigerte Anerkennung hatte f&#252;r das Ehepaar weitreichende Folgen. Zum einen stellte sie einen Eingriff in ihr Privat- und Familienleben dar, zum anderen verhinderte sie den Zugang zu ehebezogenen Rechten in Polen, etwa die M&#246;glichkeit einer Namens&#228;nderung oder den Anspruch auf Mitversicherung des Ehegatten in der gesetzlichen Krankenversicherung im Falle von Arbeitslosigkeit. Das Paar legte gegen die Entscheidung Berufung ein, und der Fall gelangte schlie&#223;lich vor den &lt;i&gt;Naczelny S&#261;d Administracyjny&lt;/i&gt;, das Oberste Verwaltungsgericht Polens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieses legte dem Europ&#228;ischen Gerichtshof (EuGH) eine Vorabentscheidungsfrage vor: Ist Polen nach Unionsrecht verpflichtet, eine in einem anderen Mitgliedstaat rechtm&#228;&#223;ig geschlossene gleichgeschlechtliche Ehe anzuerkennen? &lt;a href=&#034;https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:62023CJ0713&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;In seinem Urteil&lt;/a&gt; kam der Gerichtshof zu genau diesem Schluss. Zur Wahrung der Personenfreiz&#252;gigkeit sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, eine rechtsg&#252;ltig geschlossene Ehe zwischen zwei EU-B&#252;rgern anzuerkennen, auch wenn sie in einem anderen Mitgliedstaat geschlossen wurde. Im konkreten Fall stellte der EuGH fest, dass zur Umsetzung dieser Verpflichtung die Eintragung der Ehe in das polnische Personenstandsregister erforderlich ist.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Der Grundsatz der gegenseitigen Anerkennung im Dienst der Grundrechte&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Die Entscheidung st&#252;tzt sich unmittelbar auf die Artikel 20 und 21 des Vertrags &#252;ber die Arbeitsweise der Europ&#228;ischen Union (AEUV), die die Unionsb&#252;rgerschaft begr&#252;nden und jedem Unionsb&#252;rger das Recht garantieren, sich innerhalb der Europ&#228;ischen Union frei zu bewegen und aufzuhalten. Die zentrale Herausforderung besteht darin, gleichgeschlechtlichen Paaren die tats&#228;chliche Aus&#252;bung ihrer Freiz&#252;gigkeit zu erm&#246;glichen, ohne dass ihnen durch die Nichtanerkennung ihrer Ehe durch einen Mitgliedstaat Rechte vorenthalten werden. Eine solche Verweigerung w&#252;rde zudem das durch Artikel 7 der Charta der Grundrechte der Europ&#228;ischen Union gesch&#252;tzte Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens verletzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem Zusammenhang betont der EuGH den Grundsatz der gegenseitigen Anerkennung. Dieser ist fest in der europ&#228;ischen Rechtsordnung verankert und geht auf das Urteil Cassis de Dijon aus dem Jahr 1979 zur&#252;ck. Damals entschied der Gerichtshof, dass ein Produkt, das in einem Mitgliedstaat rechtm&#228;&#223;ig in Verkehr gebracht wurde, grunds&#228;tzlich im gesamten Binnenmarkt frei gehandelt werden darf. Dieses Prinzip beruht auf gegenseitigem Vertrauen zwischen den Mitgliedstaaten: Was in einem Staat rechtm&#228;&#223;ig ist, soll auch in einem anderen akzeptiert werden. Seitdem wurde dieser Grundsatz schrittweise ausgeweitet &#8211; zun&#228;chst von Waren auf Dienstleistungen und schlie&#223;lich auf grundlegende Rechte von Personen und ihren Personenstand. Das Urteil vom November 2025 reiht sich somit in diese fortschreitende Entwicklung der Rechtsprechung ein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bereits im &lt;i&gt;Urteil Coman&lt;/i&gt; vom 5. Juni 2018 hatte der Gerichtshof festgestellt, dass die Mitgliedstaaten gleichgeschlechtliche Ehen anerkennen m&#252;ssen, soweit dies zur Gew&#228;hrung eines Aufenthaltsrechts f&#252;r den Ehepartner erforderlich ist. Mit dem Urteil Cupirak-Trojan vom 25. November 2025 geht der EuGH nun einen Schritt weiter: Die Anerkennung einer in einem anderen Mitgliedstaat geschlossenen gleichgeschlechtlichen Ehe muss generell erfolgen, sofern dies f&#252;r die Aus&#252;bung der Freiz&#252;gigkeit erforderlich ist. Dabei ist jedoch zu betonen, dass das Urteil die Mitgliedstaaten nicht verpflichtet, gleichgeschlechtliche Ehen zu legalisieren, sondern lediglich dazu, anderswo rechtsg&#252;ltig geschlossene Ehen anzuerkennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Entwicklung best&#228;tigt, dass der Grundsatz der gegenseitigen Anerkennung ein zentrales Strukturprinzip des europ&#228;ischen Rechts darstellt, auch in Fragen des Personenstands und der pers&#246;nlichen Identit&#228;t. Andere aktuelle Urteile, etwa zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Elternschaft oder zur &#196;nderung des Personenstands von Transpersonen, zeigen dieselbe Tendenz: Die Europ&#228;ische Union zielt darauf ab, die tats&#228;chliche Wirksamkeit der Grundrechte und die Freiz&#252;gigkeit zu gew&#228;hrleisten &#8211; selbst dann, wenn nationale Rechtsordnungen voneinander abweichen.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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