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	<title>treffpunkteuropa.de</title>
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	<description>treffpunkteuropa.de ist das Onlinemagazin der Jungen Europ&#228;ischen F&#246;deralist:innen (JEF) Deutschland e.V. Es erscheint siebensprachig und wurde 2012 mit dem Europ&#228;ischen B&#252;rgerpreis ausgezeichnet.
Die JEF setzt sich &#252;berparteilich f&#252;r ein f&#246;deral geeintes und demokratisches Europa ein.
Beim Magazin mitmachen</description>
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		<title>Einer f&#252;r alle, alle f&#252;r einen? Europas vergessene Beistandsklausel</title>
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		<dc:date>2026-05-13T19:50:42Z</dc:date>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Finn Sch&#228;fer</dc:creator>


		<dc:subject>Sicherheitspolitik</dc:subject>
		<dc:subject>Strategische Autonomie </dc:subject>
		<dc:subject>Verteidigung</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;&#8222;Wir haben Artikel 42.7 &#8212; und wir wissen nicht, was passiert, wenn ein Mitgliedstaat ihn ausl&#246;st&#8220;, &lt;a href=&#034;https://apnews.com/article/cyprus-eu-defense-nato-middle-east-india-2c8f1d530eea810d582f870a50ee799c?&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;sagt der zypriotische Pr&#228;sident Nikos Christodoulides&lt;/a&gt;. Der Satz fasst das Problem besser zusammen als jede Vertragsanalyse: Europas Beistandsversprechen existiert seit Jahren, aber seine praktische Bedeutung bleibt erstaunlich ungekl&#228;rt. Was bedeutet Artikel 42.7 f&#252;r Europas Sicherheit?&lt;/p&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/-Integration-" rel="directory"&gt;Europ&#228;ische Politik und Integration&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Sicherheitspolitik-+" rel="tag"&gt;Sicherheitspolitik&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-strategische-autonomie-+" rel="tag"&gt;Strategische Autonomie &lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Verteidigung-+" rel="tag"&gt;Verteidigung&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/bb/f36ac0db61e09dc5acc9128643e2ac.jpg?1778709270' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#8222;Wir haben Artikel 42 Absatz 7 - und wir wissen nicht, was passiert, wenn ein Mitgliedstaat ihn ausl&#246;st&#8220;, &lt;a href=&#034;https://apnews.com/article/cyprus-eu-defense-nato-middle-east-india-2c8f1d530eea810d582f870a50ee799c?&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;sagt der zyprische Pr&#228;sident Nikos Christodoulides&lt;/a&gt;. Der Satz fasst das Problem besser zusammen als jede Vertragsanalyse: Europas Beistandsversprechen existiert seit Jahren, aber seine praktische Bedeutung bleibt erstaunlich ungekl&#228;rt. Was bedeutet Artikel 42 Abs. 7 f&#252;r Europas Sicherheit?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Vom Randthema zur Sicherheitsfrage&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Seit 2009 steht die Beistandsklausel in den Vertr&#228;gen der Europ&#228;ischen Union (EU), doch im politischen Bewusstsein blieb sie lange eine Randnotiz. &lt;a href=&#034;https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:12008M042&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrags&lt;/a&gt; verpflichtet die Mitgliedstaaten, einem angegriffenen EU-Land Hilfe und Unterst&#252;tzung zu leisten. In den meisten EU-Staaten wurde kollektive Verteidigung seit Jahrzehnten vor allem durch die NATO organisiert und garantiert. Doch sp&#228;testens seit &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-groenland-treffen-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;US-Pr&#228;sident Donald Trump Anfang des Jahres eine Annexion der zu D&#228;nemark geh&#246;renden Insel Gr&#246;nland ins Spiel brachte&lt;/a&gt;, wachsen in Europa die Zweifel, ob die Vereinigten Staaten noch ein verl&#228;sslicher Sicherheitspartner sind. Die Beistandsklausel ist daher kein abstraktes Gedankenspiel mehr, sondern eine Frage sicherheitspolitischer Glaubw&#252;rdigkeit und europ&#228;ischer Solidarit&#228;t im Ernstfall.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am 24. April r&#252;ckte Artikel 42 Abs. 7 deshalb ganz nach oben auf die &lt;a href=&#034;https://www.consilium.europa.eu/de/press/press-releases/2026/04/14/informal-meeting-of-heads-of-state-or-government-of-23-24-april-2026&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Tagesordnung&lt;/a&gt; der europ&#228;ischen Staats- und Regierungschefs beim informellen EU-Gipfel auf Zypern. Besonders das Gastgeberland dr&#228;ngt darauf, die Beistandsklausel mit Leben zu f&#252;llen. Denn Zypern geh&#246;rt neben Irland, Malta und &#214;sterreich zu den wenigen EU-Staaten, die nicht Mitglied der NATO sind. Anfang M&#228;rz traf zudem eine im Iran hergestellte Drohne eine britische Milit&#228;rbasis auf der Insel. &lt;a href=&#034;https://cyprus-mail.com/2026/03/03/akrotiri-evacuation-to-remain-in-place-until-friday&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Die Regierung in Nikosia forderte Anwohner*innen zeitweise auf, ihre H&#228;user zu verlassen&lt;/a&gt;. Artikel 42 Abs. 7 aktivierte die Regierung in Nikosia jedoch nicht.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25785 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/png/ungarn_post-5.png' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/png&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH333/ungarn_post-5-e0b93.png?1778704588' width='500' height='333' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Artikel 42 Abs. 7 des Vertrags &#252;ber die Europ&#228;ische Union. &lt;br class='manualbr' /&gt;Grafik: Finn Sch&#228;fer, erstellt mit Canva.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Der Teufel steckt im Detail&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;So klar der Artikel klingen mag, so ungekl&#228;rt bleiben derzeit die konkreten Abl&#228;ufe. Welche Schwere muss ein Angriff erreichen? Wer koordiniert die Reaktion? Und welche Hilfe m&#252;ssen die Mitgliedstaaten konkret leisten? Was das in der Praxis bedeutet, zeigte sich 2015, als Frankreich nach den Anschl&#228;gen von Paris Artikel 42 Abs. 7 erstmals aktivierte. Die &#252;brigen EU-L&#228;nder erkl&#228;rten zwar ihre Unterst&#252;tzung, doch die &lt;a href=&#034;https://www.europarl.europa.eu/RegData/etudes/BRIE/2015/572799/EPRS_BRI%282015%29572799_EN.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;konkrete Hilfe wurde vor allem bilateral organisiert&lt;/a&gt;. Bis heute bleibt es die einzige Aktivierung des Artikels.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch die Staats- und Regierungschefs sahen hier offenbar Kl&#228;rungsbedarf. Auf ihrem Gipfel Ende April entschieden sie, dass die Kommission einen Ablaufplan f&#252;r die Aktivierung von Artikel 42 Abs. 7 entwickeln soll. Unabh&#228;ngig davon fand bereits Anfang Mai eine erste &lt;a href=&#034;https://www.euractiv.com/news/eu-test-its-mutual-defence-clause-in-first-administrative-drill-since-2022/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Simulation f&#252;r den Ernstfall im Kreis der nationalen Botschafter bei der EU statt&lt;/a&gt;. Laut Euractiv ging es dabei unter anderem um die Rolle des Europ&#228;ischen Ausw&#228;rtigen Dienstes sowie um die H&#246;he der H&#252;rden f&#252;r eine Aktivierung der Klausel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch Artikel 42 Abs. 7 ist nicht nur deshalb kompliziert, weil die Abl&#228;ufe unklar sind. Er bindet auch Staaten zusammen, die sicherheitspolitisch sehr unterschiedlich ausgerichtet sind. Die Klausel erkennt ausdr&#252;cklich den &#8222;besonderen Charakter der Sicherheits- und Verteidigungspolitik&#8220; einzelner Mitgliedstaaten an. Gemeint sind damit vor allem die Sonderf&#228;lle Irland, Malta, &#214;sterreich und Zypern, die nicht der NATO angeh&#246;ren und teilweise als neutral gelten. Gleichzeitig h&#228;lt der Artikel fest, dass die NATO f&#252;r ihre Mitglieder weiterhin das &lt;a href=&#034;https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:12008M042&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Fundament ihrer kollektiven Verteidigung&#8220;&lt;/a&gt; bleibt. Der Artikel verspricht also Solidarit&#228;t, muss aber zugleich die Vielfalt europ&#228;ischer Sicherheitspolitik ber&#252;cksichtigen.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25776 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/jpg/europe-defence-flag-1200px-2.jpg' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/jpeg&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH244/europe-defence-flag-1200px-2-89f49.jpg?1778704588' width='500' height='244' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Soldat*innen mit EU-Flagge.&lt;br class='manualbr' /&gt;&lt;a href=&#034;https://www.eeas.europa.eu/node/456067_fr&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Europ&#228;ischer Ausw&#228;rtiger Dienst&lt;/a&gt; / Europ&#228;ische Union, 2025 / &lt;a href=&#034;https://www.eeas.europa.eu/eeas/legal-notice_en&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Wiedergabe mit Quellenangabe gestattet&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Mehr EU &#8211; weniger NATO?&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Um zu verstehen, was Artikel 42 Abs. 7 fehlt, lohnt sich ein Blick auf die NATO. Auch &lt;a href=&#034;https://www.nato.int/en/about-us/official-texts-and-resources/official-texts/1949/04/04/the-north-atlantic-treaty?selectedLocale=de&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Artikel 5 des NATO-Vertrags&lt;/a&gt; schreibt den Mitgliedstaaten nicht exakt vor, wie sie im B&#252;ndnisfall helfen m&#252;ssen. Ob ein Staat Soldat*innen schickt oder Waffen liefert, entscheiden die jeweiligen Regierungen selbst. Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Mechanismen liegt deshalb weniger in einer v&#246;lligen Automatik des NATO-Vertrags als in den Strukturen dahinter: Die NATO verf&#252;gt &#252;ber eingespielte milit&#228;rische Planungs- und Kommandostrukturen. Der EU fehlt diese jahrzehntelange Erfahrung kollektiver Verteidigungsplanung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gerade deshalb bem&#252;hen sich europ&#228;ische Politiker*innen wohl, die Beistandsklausel nicht in Konkurrenz zur NATO zu stellen. &#8222;Artikel 42 Abs. 7 und die NATO sollten Hand in Hand gehen&#8220;, &lt;a href=&#034;https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/eu-leaders-discuss-mutual-assistance-pact-amid-nato-doubts-2026-04-23/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;betonte die lettische Au&#223;enministerin Baiba Bra&#382;e&lt;/a&gt;. &lt;a href=&#034;https://www.euronews.com/my-europe/2026/04/24/eu-mutual-assistance-clause-doesnt-contradict-nato-kallas-tells-euronews-as-trump-blasts-a&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;EU-Au&#223;enbeauftragte Kaja Kallas stellte klar&lt;/a&gt;, dass das europ&#228;ische Beistandsversprechen und die transatlantische B&#252;ndnisverteidigung einander erg&#228;nzen. Der Krieg in der Ukraine zeigt, wie schwer bestimmte US-F&#228;higkeiten kurzfristig zu ersetzen sind. Nach &lt;a href=&#034;https://www.kielinstitut.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/fis-import/c3f6146b-52c8-40d4-8e3e-78002913cb18-KPB_186_final_Version.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Sch&#228;tzungen des Kiel Instituts f&#252;r Weltwirtschaft&lt;/a&gt; stammten im M&#228;rz 2025 gro&#223;e Teile der an die Ukraine gelieferten Raketenartillerie, Haubitzenmunition und Langstrecken-Flugabwehrsysteme aus den Vereinigten Staaten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Je unberechenbarer Washington als Sicherheitspartner erscheint, desto wichtiger wird die Frage, was Europa im Ernstfall selbst leisten kann. Artikel 42 Abs. 7 bietet daf&#252;r einen rechtlichen Rahmen, aber noch keinen praktischen Ablaufplan. Doch ein kollektives Schutzversprechen, bei dem im Ernstfall unklar bleibt, wer was koordiniert, ist schw&#228;cher, als sein Wortlaut vermuten l&#228;sst. Die EU umfasst NATO-Mitglieder als auch L&#228;nder, die sich als neutral verstehen. Gerade deshalb k&#246;nnte die Kompromissfindung schwierig werden. Die Bemerkung des zyprischen Pr&#228;sidenten Christodoulides bleibt deshalb der Ausgangspunkt: Die Europ&#228;ische Union hat ein Beistandsversprechen. Nun muss sie kl&#228;ren, was daraus im Ernstfall folgt.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Zwei Jobs f&#252;r ein Zuhause</title>
		<link>http://www.taurillon.org/zwei-jobs-fur-ein-zuhause</link>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Mia Stremme</dc:creator>


		<dc:subject>&lt;span lang='en'&gt;Portugal&lt;/span&gt;</dc:subject>
		<dc:subject>Gesellschaft</dc:subject>
		<dc:subject>Geldpolitik</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;In Lissabon und Porto sind die Mietpreise seit 2015 um 124 Prozent angestiegen. Tourismus und Investitionen von Ausl&#228;nder*innen versch&#228;rfen die Lage f&#252;r die Menschen vor Ort zunehmend.&lt;/p&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/-aus-den-mitgliedsstaaten-" rel="directory"&gt;L&#228;nderfokus&lt;/a&gt;

/ 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Portugal,106-+" rel="tag"&gt;&lt;span lang='en'&gt;Portugal&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Gesellschaft-+" rel="tag"&gt;Gesellschaft&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-geldpolitik-+" rel="tag"&gt;Geldpolitik&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/34/988fddca2ea3acd27fccd3fae3de76.jpg?1778138715' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Europa steckt mitten in einer Wohnungskrise und Portugal ist eines der sichtbarsten Beispiele. In Lissabon und Porto sind die Mietpreise seit 2015 um 124 Prozent angestiegen. Tourismus und Investitionen von Ausl&#228;nder*innen versch&#228;rfen die Lage f&#252;r die Menschen vor Ort zunehmend. Wohnen wird gerade f&#252;r junge Menschen zum finanziellen Kraftakt.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;In einem kleinen Park zwischen H&#228;userblocks liegen Liliana und ihre Freundinnen auf einer Wiese und genie&#223;en die portugiesische Nachmittagssonne. Solche Momente sind selten geworden. Freizeit ist f&#252;r sie ein knappes Gut. Die Freundinnen arbeiten 50 bis 60 Stunden pro Woche, &#252;bernehmen Extraschichten oder haben zwei Jobs. Sie tun das aus einem einfachen Grund: um sich in Lissabon ein WG-Zimmer leisten zu k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit sind sie nicht alleine, denn in den portugiesischen Gro&#223;st&#228;dten ist Wohnraum zunehmend unbezahlbar, best&#228;tigt die Organisation f&#252;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einem &lt;a href=&#034;https://www.oecd.org/en/publications/oecd-economic-surveys-portugal-2026_025b3445-en/full-report/tackling-portugal-s-housing-affordability-challenge-promoting-sustainable-and-inclusive-housing_c920df36.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Bericht Anfang des Jahres&lt;/a&gt;. Seit 2013 sind die Immobilienpreise in Portugal st&#228;rker gestiegen als in den meisten anderen L&#228;ndern Europas. Das Problem: Die Immobilien sind im Verh&#228;ltnis zum Einkommen 50 Prozent teurer geworden als noch vor 13 Jahren. Gerade junge Menschen wie Liliana sind besonders davon betroffen, sich angemessenen Wohnraum zu leisten, so die Studie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Ich komme nicht aus Lissabon, sondern aus einer anderen Region in Portugal. Es war sehr schwer, etwas zu finden. Die ersten sechs Monate musste ich bei meinen Gro&#223;eltern wohnen&#8220;, erz&#228;hlt Lilliana. &#220;ber eine Freundin einer Freundin findet sie am Ende eine WG. Eine Wohnung alleine kann sie sich nicht leisten.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25746 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/jpg/freundinnen_in_lissabon.jpg' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/jpeg&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH375/freundinnen_in_lissabon-27fcb.jpg?1778137415' width='500' height='375' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Die drei Freundinnen im Park S&#225; da Bandeira in Lissabon (Lilliana rechts; Rita links). Foto: Mia Stremme &lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Mit 29 bei den Eltern ausziehen&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.europarl.europa.eu/topics/de/article/20241014STO24542/die-wohnraumkrise-in-europa-warum-die-preise-steigen-und-was-die-eu-dagegen-tut#die-wohnraumkrise-in-der-eu-ein-berblick-6&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Eine Statistik des Europ&#228;ischen Parlaments&lt;/a&gt; betrachtet die Mietpreise unabh&#228;ngig vom Einkommen und stellt fest, dass die Wohnimmobilienpreise in der EU durchschnittlich um 53 Prozent anstiegen. In Portugal stiegen sie jedoch um 124 Prozent an. Nur in Ungarn und Litauen war der Preisanstieg noch gr&#246;&#223;er. Junge Menschen bleiben deswegen l&#228;nger zu Hause wohnen. Laut der Studie hatten in einigen Mitgliedstaaten fast 70 Prozent der 18- bis 34-J&#228;hrigen keine andere Wahl, als weiter bei ihren Eltern zu leben. Dadurch f&#252;hren junge Menschen erst sp&#228;ter ein eigenst&#228;ndiges Leben und schieben Lebensentscheidungen wie zum Beispiel Familienplanung oder Wohnortwechsel auf. In Portugal ziehen &lt;a href=&#034;https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=File:Map_1_Estimated_average_age_of_people_leaving_their_parental_home,_2024_.png&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;junge Menschen im Durchschnitt mit fast 29 Jahren von zu Hause aus&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Rita ist 25 Jahre alt und wohnt ebenfalls noch bei ihren Eltern in Lissabon: &#8222;Es ist kein ideales Szenario. Mittlerweile habe ich einen Freund und w&#252;rde gerne mit ihm zusammenziehen. H&#228;tte man mich vor ein paar Jahren gefragt, h&#228;tte ich wohl gesagt, dass ich mit 18 Jahren von zu Hause ausziehe und mit meinem Partner zusammenleben w&#252;rde. Doch das ist derzeit nicht m&#246;glich.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25747 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/jpg/dsc07495.jpg' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/jpeg&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH334/dsc07495-c4920.jpg?1778137415' width='500' height='334' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Der Bau eines neuen Hotels in Lissabon. Foto: Mia Stremme &lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Ausl&#228;nder*innen verst&#228;rken die Wohnungskriese&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Nach der Finanzkrise 2008 f&#252;hrte die portugiesische Regierung das Programm namens &#8222;Golden Visa&#8220; ein. Es erm&#246;glicht Nicht-EU-B&#252;rger*innen eine Aufenthaltsgenehmigung, wenn sie im Gegenzug im Land Investitionen t&#228;tigen, wie zum Beispiel in Immobilien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit Einf&#252;hrung des &#8222;Golden Visa&#8220; wurden rund &lt;a href=&#034;https://getgoldenvisa.com/portugal-golden-visa-statistics&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;13.000 Visa ausgestellt und mehrere zehn Tausend Familienangeh&#246;rige kamen mit nach Portugal&lt;/a&gt;. Die meisten von Ihnen kommen aus China, gefolgt von Brasilien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. In den vergangenen Jahren ist die ausl&#228;ndische Bev&#246;lkerung in Portugal &lt;a href=&#034;https://getgoldenvisa.com/portugal-breaks-recods-with-one-million-residents&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;so stark gewachsen wie nie zuvor in der Geschichte des Landes&lt;/a&gt;. Zwischen 2016 und 2021 erreichte das &#8222;Golden Visa&#8220;-Programm seinen gr&#246;&#223;ten Einfluss auf den portugiesischen Immobilienmarkt, &lt;a href=&#034;https://immigrantinvest.com/reports/portugal-golden-visa-history/#statistics-and-trends-2012-2024&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;schreibt das Beratungsunternehmen Immigrant Invest in einem Bericht&lt;/a&gt;. Rund 87 bis 95 Prozent ausl&#228;ndischer Investitionen waren mit Immobilieninvestitionen verbunden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um der dadurch mitverursachten Wohnungskrise entgegenzuwirken wurde &lt;a href=&#034;https://diariodarepublica.pt/dr/legislacao-consolidada/lei/2023-222471959&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;2023 ein Gesetz&lt;/a&gt; verabschiedet, das keine neuen Aufenthaltstitel mehr zul&#228;sst, die an Investitionen in Immobilien gekn&#252;pft sind. Investoren aus dem Ausland k&#246;nnen seit 2023 also nicht mehr direkt oder indirekt in den Immobiliensektor investieren. Stattdessen sollen sie in Forschungst&#228;tigkeiten und Kultur investieren. Doch diese &#196;nderung hat drei Jahre sp&#228;ter zu keiner sp&#252;rbaren Ver&#228;nderung f&#252;r Liliana und ihre Freundinnen gef&#252;hrt.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Tourismus versch&#228;rft au&#223;erdem das Problem&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Seit den 2010er-Jahren geh&#246;ren Lissabon und Porto zu den Top-Reisezielen Europas. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich die &lt;a href=&#034;https://www.worlddata.info/europe/portugal/tourism.php&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Zahl der Tourist*innen mehr als verdoppelt&lt;/a&gt;. &#220;ber &lt;a href=&#034;https://travelbi.turismodeportugal.pt/en/tourism-in-portugal/tourism-outlook-2025/?returnUrl=https%3A%2F%2Ftravelbi.turismodeportugal.pt%2Fen%2Fsearch%3Ftheme%3D1155&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;30 Millionen G&#228;ste kamen im vergangenen Jahr nach Portugal&lt;/a&gt;, in ein Land, das selbst nur gut &lt;a href=&#034;https://european-union.europa.eu/principles-countries-history/eu-countries/portugal_fr&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;zehn Millionen Einwohner*innen&lt;/a&gt; z&#228;hlt. Mit dem Boom ging auch ein deutlicher Anstieg kurzfristiger Vermietungen einher, zum Beispiel &#252;ber Plattformen wie Airbnb oder booking.com. &lt;a href=&#034;https://www.europarl.europa.eu/topics/en/article/20241014STO24542/housing-crisis-why-prices-are-rising-and-what-the-eu-is-doing-about-it#is-there-really-a-housing-crisis-in-europe-7&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Ein Trend, der sich nicht nur in Portugal abzeichnet, sondern innerhalb der ganzen EU&lt;/a&gt;. Unterk&#252;nfte in bester Lage sind f&#252;r einen St&#228;dtetrip nach Porto oder Lissabon beliebt. Es sind aber auch genau die Stadtteile, in denen Liliana und ihre Freundinnen gerne wohnen m&#246;chten, es sich aber nicht mehr leisten k&#246;nnen. Das Problem: Menschen, die aus dem Ausland kommen, haben eine viel gr&#246;&#223;ere Kaufkraft als die Portugies*innen. In Portugal liegt das durchschnittliche &lt;a href=&#034;https://de.euronews.com/business/2025/05/06/durchschnittsgehalter-in-europa-welche-lander-haben-die-hochsten-gehalter&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Vollzeitgehalt bei unter 2.000 Euro im Monat und liegt unter dem EU-Durchschnitt. In Deutschland verdient man im Durchschnitt mehr als doppelt so viel&lt;/a&gt;. Das hei&#223;t: F&#252;r Menschen aus dem Ausland erscheint vieles g&#252;nstig, aber f&#252;r die Menschen vor Ort ist vieles teuer.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25748 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/jpg/dsc07143.jpg' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/jpeg&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH334/dsc07143-8c422.jpg?1778137416' width='500' height='334' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Innenstadt Porto. Foto: Mia Stremme &lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Hilfe gibt es wenig&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Der Staat versucht, mit &lt;a href=&#034;https://oe2025.gov.pt/Prioridades/Jovens/Mais-oferta-para-estudantes?utm&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Wohnkostenzusch&#252;ssen und dem Ausbau von Studierendenwohnungen die Belastung durch steigende Mieten abzufedern&lt;/a&gt;. &#8222;Ich geh&#246;re zu den Gl&#252;cklichen, die die Chance haben, auch in der Zukunft in Lissabon zu leben, weil ich ein Haus von Verwandten habe. Aber f&#252;r diejenigen, die das nicht haben, ist es unm&#246;glich. Nur wenn man zwei Jobs hat oder mit jemandem zusammenwohnt. Alleine ist es wirklich unm&#246;glich&#8220;, erz&#228;hlt Rita. Liliana erkl&#228;rt, dass es Hilfe seitens der Politik gebe: &#8222;Sie unterst&#252;tzen uns dabei, einen Teil der Miete zu zahlen, jedoch ist es sehr schwierig, &#252;berhaupt Wohnraum zu finden, der sowohl in gutem Zustand als auch zu einem angemessenen Preis verf&#252;gbar ist.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die drei Freundinnen erz&#228;hlen auch, dass ehemalige Mitsch&#252;ler*innen ins Ausland gezogen sind, um dort mehr Geld zu verdienen. Das kommt f&#252;r die drei Freundinnen aber nicht infrage. Sie bleiben lieber in Lissabon, auch wenn das &#220;berstunden und Extraschichten bedeutet.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Ein gr&#246;&#223;eres europ&#228;isches Problem&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Die Wohnungsnot in Portugal ist kein isoliertes Ph&#228;nomen. In vielen europ&#228;ischen St&#228;dten, wie Amsterdam, Paris oder Dublin sind stark steigende Immobilienpreise ebenfalls zu einem zentralen politischen Thema geworden. &lt;a href=&#034;https://www.europarl.europa.eu/topics/en/article/20241014STO24542/housing-crisis-why-prices-are-rising-and-what-the-eu-is-doing-about-it#is-there-really-a-housing-crisis-in-europe-7&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Vor diesem Hintergrund r&#252;cken Wohnungspolitik und der Zugang zu bezahlbarem Wohnraum auch auf EU-Ebene st&#228;rker in den Fokus&lt;/a&gt;. Dennoch bleibt die Wohnungspolitik weitgehend in nationaler Verantwortung, was den Handlungsspielraum europ&#228;ischer Institutionen einschr&#228;nkt und eine einheitliche Politik erschwert.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Machtwechsel in Ungarn - Zittern jetzt Europas Rechtspopulisten?</title>
		<link>http://www.taurillon.org/machtwechsel-in-ungarn-zittern-jetzt-europas-rechtspopulisten</link>
		<guid isPermaLink="true">http://www.taurillon.org/machtwechsel-in-ungarn-zittern-jetzt-europas-rechtspopulisten</guid>
		<dc:date>2026-05-03T12:39:11Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Clara Wernet</dc:creator>



		<description>
&lt;p&gt;Nach 16 Jahren unter der Regierung von Viktor Orb&#225;n steht Ungarn vor einem politischen Neustart. Sieger der Parlamentswahl am 12. April 2026 ist Oppositionsf&#252;hrer P&#233;ter Magyar mit seiner konservativen Tisza-Partei. Doch dieser Wahlausgang ist mehr als nur ein Regierungswechsel - er k&#246;nnte das politische Gleichgewicht in ganz Europa verschieben. Mit 53,18 Prozent der Stimmen und 141 von 199 Sitzen gewinnt die Tisza-Partei, zu deutsch &#8222;Respekt- und Freiheitspartei&#8220;, deutlich die Wahl in (&#8230;)&lt;/p&gt;


-
&lt;a href="http://www.taurillon.org/-aus-den-mitgliedsstaaten-" rel="directory"&gt;L&#228;nderfokus&lt;/a&gt;


		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/5c/09b556adc14b5be946cfca3640363f.jpg?1777813622' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;Nach 16 Jahren unter der Regierung von Viktor Orb&#225;n steht Ungarn vor einem
politischen Neustart. Sieger der Parlamentswahl am 12. April 2026 ist
Oppositionsf&#252;hrer P&#233;ter Magyar mit seiner konservativen Tisza-Partei. Doch dieser
Wahlausgang ist mehr als nur ein Regierungswechsel - er k&#246;nnte das politische
Gleichgewicht in ganz Europa verschieben.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Mit &lt;a href=&#034;https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-04/ungarn-peter-magyar-amtliches-endergebnis-parlament&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;53,18 Prozent der Stimmen und 141 von 199 Sitzen&lt;/a&gt; gewinnt die Tisza-Partei, zu deutsch &#034;Respekt-
und Freiheitspartei&#034;, deutlich die Wahl in Budapest. Besonders entscheidend: Magyar erreicht damit die wichtige &lt;a href=&#034;https://www.bundestag.de/services/glossar/glossar/M/mehrheit-zweidrittelmehrheit-mdb-869662&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Zweidrittelmehrheit&lt;/a&gt; im Parlament. Damit kann er nicht nur regieren, sondern auch zentrale Gesetze und sogar die Verfassung &#228;ndern. Viele politische Bereiche wie das Wahlrecht, die Steuerpolitik oder das Rentensystem k&#246;nnen nur mit einer solchen qualifizierten Mehrheit reformiert werden. Magyar hat damit ein Machtinstrument in der Hand, das mehr als anderthalb Jahrzehnte von Orb&#225;n genutzt wurde, um den Staat grundlegend umzubauen. Jetzt k&#246;nnte genau dieses Instrument gegen das alte System eingesetzt werden, um zentrale Entscheidungen der vergangenen Jahre r&#252;ckg&#228;ngig zu machen. Genau darin liegt die politische Sprengkraft dieser Wahl.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Warum Orb&#225;n die Wahl verloren hat&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Machtverlust von Orb&#225;n ist das Ergebnis mehrerer Entwicklungen, die sich &#252;ber Jahre hinweg aufgebaut haben. Einer der entscheidenden Faktoren ist Magyar selbst. Als ehemaliger Insider der Partei von Orb&#225;n konnte er glaubw&#252;rdig Korruption und Machtmissbrauch anprangern. Damit traf er einen Nerv in der Bev&#246;lkerung.&lt;a href=&#034;https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-04/ungarn-peter-magyar-amtliches-endergebnis-parlament&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;2024 &#252;bernahm Magyar den Vorsitz der damaligen Kleinstpartei Tisza&lt;/a&gt;, die anders als Fidesz, sozialpolitisch eher linke Positionen vertritt, wie beispielsweise den Ausbau der Sozialversicherung, die
Erh&#246;hung des Kindergeldes oder die F&#246;rderung des Wohnungsbaus. Gleichzeitig versch&#228;rfte sich die wirtschaftliche Lage. Steigende Preise f&#252;r Benzin und Lebensmittel belasten viele Haushalte. Ungarn ist zudem stark abh&#228;ngig von russischen Energielieferungen, was besonders im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine zunehmend kritisch gesehen wird. Auch der Konflikt mit der Europ&#228;ischen Union spielte eine zentrale Rolle. Wegen &lt;a href=&#034;https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-04/ungarn-peter-magyar-amtliches-endergebnis-parlament&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Verst&#246;&#223;en gegen Rechtsstaatlichkeit und Korruption&lt;/a&gt; werden seit 2022 F&#246;rdergelder eingefroren. Viele W&#228;hler verbinden mit Magyar die Hoffnung, diese Gelder wieder freizubekommen und die Wirtschaft zu stabilisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Systemdesign: Wie das Wahlrecht angepasst wurde&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass Orb&#225;n so lange an der Macht bleiben konnte, h&#228;ngt mit Ver&#228;nderungen am
Wahlsystem zusammen. Ungarns Wahlsystem besteht aus Elementen der &lt;a href=&#034;https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/das-junge-politik-lexikon/320777/mehrheitswahlrecht/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Mehrheits-&lt;/a&gt; und
&lt;a href=&#034;https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/das-junge-politik-lexikon/321313/verhaeltniswahlrecht/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Verh&#228;ltniswahl&lt;/a&gt;: Ein Teil der Abgeordneten wird direkt gew&#228;hlt, ein anderer &#252;ber Parteilisten
verteilt. Seit einer &lt;a href=&#034;https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-04/ungarn-peter-magyar-amtliches-endergebnis-parlament&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Reform des Wahlgesetzes im Jahr 2011&lt;/a&gt; wurde dieses System jedoch stark
zugunsten gro&#223;er Parteien ver&#228;ndert. Die Zahl der Parlamentssitze wurde nahezu halbiert, von 386 auf 199 Sitze, und ein zweiter Wahlgang wurde abgeschafft. Auch die Wahlkreise wurden neu zugeschnitten - oft so, dass l&#228;ndliche, regierungsnahe Regionen mehr Gewicht bekamen. Davon profitierten tendenziell die Direktkandidierenden der Fidesz-Partei. Hinzu kommt die &lt;a href=&#034;https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-04/ungarn-peter-magyar-amtliches-endergebnis-parlament&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;2024 eingef&#252;hrte Gewinnerkompensation&lt;/a&gt;. Dabei erh&#228;lt der siegende Direktkandidierende die Differenz der Stimmen zum Zweitplatzierten zus&#228;tzlich auf der nationalen Parteiliste angerechnet. Das bedeutet, dass die Partei, die besonders viele Direktmandate gewinnt, einen Bonus bei den Wahlen der Parteiliste bekommt. Das verschaffte der ehemaligen Regierungspartei in der Vergangenheit mehrere zus&#228;tzliche Sitze und half ihr, die Zweidrittelmehrheit zu sichern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was sich innenpolitisch jetzt &#228;ndern k&#246;nnte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Magyar hat einen klaren innenpolitischen Fokus: Er will Korruption bek&#228;mpfen, das Gesundheitssystem verbessern und soziale Probleme st&#228;rker angehen. Auch Investitionen in Infrastruktur und Armutsbek&#228;mpfung stehen auf seiner Agenda. Ein zentraler Hebel seiner Politik ist zudem der Umgang mit den eingefrorenen EU-Geldern. Insgesamt geht es um mehr als &lt;a href=&#034;https://de.euronews.com/my-europe/2025/07/09/mangelnde-rechtsstaatlichkeit-18-mrd-euro-ungarn&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;18 Milliarden Euro&lt;/a&gt;, die wegen Verst&#246;&#223;en gegen Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsvorw&#252;rfen blockiert sind. Magyar hat angek&#252;ndigt, genau diese Bereiche zu reformieren und etwa der Europ&#228;ischen Staatsanwaltschaft beizutreten, um die Kontrolle &#252;ber EU-F&#246;rdermittel zu verbessern. Ziel ist es, die Voraussetzungen zu schaffen, damit die EU-Kommission die Gelder wieder freigeben kann und so auch wirtschaftliche Impulse f&#252;r Ungarn entstehen. Allerdings wird der Umbau nicht konfliktfrei verlaufen. Es gilt als wahrscheinlich, dass Orb&#225;n aus der Opposition heraus weiterhin Einfluss nehmen und politische Prozesse erschweren wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ungarns neue Rolle in der Europ&#228;ischen Union&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch au&#223;enpolitisch steht ein Kurswechsel bevor. Unter Orb&#225;n blockierte Ungarn immer wieder Entscheidungen der EU, etwa Sanktionen gegen Russland oder finanzielle Hilfen f&#252;r die Ukraine. Grund daf&#252;r ist das &lt;a href=&#034;https://www.consilium.europa.eu/de/council-eu/how-does-the-council-vote/unanimity/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Einstimmigkeitsprinzip&lt;/a&gt;, bei dem alle Mitgliedstaaten zustimmen m&#252;ssen. Orb&#225;n pflegte zudem enge Kontakte zum russischen Pr&#228;sidenten Wladimir Putin und verfolgte eine insgesamt EU-kritische Linie. Das f&#252;hrte zu zunehmender Isolation Ungarns innerhalb Europas. Magyar will diesen Kurs &#228;ndern. Er k&#252;ndigte an, Ungarn wieder zu einem verl&#228;sslichen Partner in der EU und NATO zu machen und internationale Beziehungen
wieder zu st&#228;rken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;M&#246;gliche Folgen durch Signalwirkung f&#252;r Europas Rechtspopulisten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; Der Machtwechsel hat eine Bedeutung &#252;ber Ungarn hinaus. Orb&#225;n galt lange als eine der wichtigsten Symbolfiguren rechtspopulistischer Politik in Europa. Sein politisches Modell wurde von anderen Parteien aufmerksam verfolgt.&lt;a href=&#034;https://www.google.com/url?sa=D&amp;q=https://www.europawahl-bw.de/parteien-rechtspopulismus-eu&amp;ust=1777894020000000&amp;usg=AOvVaw2W2I1KhikinnVFer9QIdw7&amp;hl=de&amp;source=gmail&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Im EU-Parlament haben diese Parteien nach der Wahl 2024 Stimmen gewonnen.&lt;/a&gt; Noch agieren sie getrennt nach Fraktionen. Jetzt wird sich herausstellen, ob das f&#252;r einen ideologischen Zusammenschluss reicht. Ungarn zeigt jedoch, dass Zugewinne im EU-Parlament nicht bedeuten m&#252;ssen, dass sich der Trend bei nationalen Wahlen wiederholt. Orb&#225;ns Abwahl zeigt, dass selbst stabile Machtstrukturen aufgebrochen werden k&#246;nnen. Entscheidend ist offenbar, ob es eine glaubw&#252;rdige, schlagfertige und politisch geschlossene Alternative gibt. F&#252;r die EU k&#246;nnte eine kooperativere Haltung Ungarns au&#223;enpolitische Entscheidungsprozesse nun erheblich erleichtern.
Klar ist: Der politische Kurs Ungarns ver&#228;ndert sich - und damit m&#246;glicherweise auch das
Kr&#228;fteverh&#228;ltnis in Europa.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Parlamentswahl in Ungarn: Ein Sieg mit Signalwirkung f&#252;r die EU</title>
		<link>http://www.taurillon.org/neue-ubersetzung-elections-legislatives-en-hongrie-une-victoire-qui</link>
		<guid isPermaLink="true">http://www.taurillon.org/neue-ubersetzung-elections-legislatives-en-hongrie-une-victoire-qui</guid>
		<dc:date>2026-04-26T18:55:46Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Finn Sch&#228;fer, Le Courrier d'Europe, Luc&#237;a Montenero-Nebot</dc:creator>


		<dc:subject>Wahlen</dc:subject>
		<dc:subject>Viktor Orb&#225;n</dc:subject>
		<dc:subject>Ungarn</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;Am Sonntag, dem 12. April 2026, gewann die Tisza-Partei (&#8222;Respekt und Freiheit&#8220;) 138 der 199 Sitze im ungarischen Parlament. Damit verf&#252;gt sie &#252;ber eine verfassungs&#228;ndernde Mehrheit und beendet zugleich die 16-j&#228;hrige Herrschaft Viktor Orb&#225;ns. Der Wahlsieg des konservativen Tisza-Spitzenkandidaten P&#233;ter Magyar zeigt, dass sich Ungarn f&#252;r Europa entschieden hat und damit auch gegen den Ukrainekurs der Vorg&#228;ngerregierung. Auch der ukrainische Au&#223;enminister begr&#252;&#223;te Magyars Sieg und erkl&#228;rte, dieser k&#246;nne zu mehr Frieden, Sicherheit und Stabilit&#228;t in Europa beitragen.&lt;/p&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Ungarn-+" rel="tag"&gt;Ungarn&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/17/a54cbba6fec69f41c3c46c75380729.jpg?1777231829' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Am Sonntag, dem 12. April 2026, gewann die Tisza-Partei (&#8222;Respekt und Freiheit&#8220;) 138 der 199 Sitze im ungarischen Parlament. Damit verf&#252;gt sie &#252;ber eine verfassungs&#228;ndernde Mehrheit und beendet zugleich die 16-j&#228;hrige Herrschaft Viktor Orb&#225;ns. Der Wahlsieg des konservativen Tisza-Spitzenkandidaten P&#233;ter Magyar zeigt, dass sich Ungarn f&#252;r Europa entschieden hat und damit auch gegen den Ukrainekurs der Vorg&#228;ngerregierung. Auch der &lt;a href=&#034;https://www.franceinfo.fr/monde/europe/elections-legislatives-en-hongrie-le-premier-ministre-sortant-viktor-orban-reconnait-sa-defaite-face-au-leader-de-centre-droit-peter-magyar_7932968.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;ukrainische Au&#223;enminister begr&#252;&#223;te Magyars Sieg&lt;/a&gt; und erkl&#228;rte, dieser k&#246;nne zu mehr Frieden, Sicherheit und Stabilit&#228;t in Europa beitragen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Eine historisch hohe Wahlbeteiligung&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Das langersehnte Ende der &#196;ra Orb&#225;n ist vor allem das Ergebnis einer beispiellosen W&#228;hlermobilisierung. Bei Schlie&#223;ung der Wahllokale am Sonntagabend &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ungarn-wahl-magyar-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;lag die Wahlbeteiligung bei fast 80 %&lt;/a&gt;, dem h&#246;chsten Wert im Land seit der R&#252;ckkehr zur Demokratie im Jahr 1990. Zum Vergleich: Bei den Parlamentswahlen 2022 gaben 69,6 % der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Die hohe Wahlbeteiligung zeigt deutlich, wie gro&#223; der Wunsch nach Ver&#228;nderung in der ungarischen Gesellschaft geworden war. Magyars Appelle an die ungarische Jugend und die ungarische Diaspora haben offensichtlich Geh&#246;r gefunden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach der Ausz&#228;hlung von 77 % der Stimmen lag die von P&#233;ter Magyar gef&#252;hrte Opposition bei 53 % der abgegebenen Stimmen, w&#228;hrend die Fidesz-Partei von Viktor Orb&#225;n auf 38 % kam.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mehrere europ&#228;ische Spitzenpolitiker begr&#252;&#223;ten den Sieg des proeurop&#228;ischen Konservativen, unter ihnen der franz&#246;sische Pr&#228;sident Emmanuel Macron und die Pr&#228;sidentin der Europ&#228;ischen Kommission Ursula von der Leyen. &lt;a href=&#034;https://www.zdfheute.de/politik/ausland/ungarn-wahl-magyar-reaktionen-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Sie zeigte sich erfreut&lt;/a&gt; dar&#252;ber, dass Ungarn sich f&#252;r Europa entschieden habe. In seiner Siegesrede verwies Magyar zudem auf die symbolische Bedeutung des Wahltags: Der 12. April fiel genau auf den 23. Jahrestag des Referendums &#252;ber den Beitritt Ungarns zur Europ&#228;ischen Union (EU) im Jahr 2004.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Ein Durchbruch f&#252;r blockierte EU-Vorhaben&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Der proeurop&#228;ische Sieg k&#246;nnte schon bald konkrete Folgen f&#252;r die EU haben. Als erstes d&#252;rfte Orb&#225;ns Veto gegen das europ&#228;ische Darlehen von 90 Milliarden Euro f&#252;r die Ukraine wieder auf die Tagesordnung kommen. Der k&#252;nftige Premierminister k&#252;ndigte bereits an, das Veto aufzuheben, allerdings unter der Bedingung, dass Budapest sich finanziell nicht an dem Hilfspaket beteiligt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Neben dem Veto gegen das milliardenschwere Darlehen k&#246;nnten nun auch andere blockierte Entscheidungen der EU zur Ukrainepolitik wieder in Bewegung kommen, etwa die Sanktionen gegen Moskau oder die weitere finanzielle Unterst&#252;tzung f&#252;r Kyjiw. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 hatte Ungarn EU-Hilfen f&#252;r die ukrainische Regierung immer wieder erschwert. P&#233;ter Magyar machte daher deutlich, dass er diese ungarische Blockadepolitik nicht fortsetzen werde. F&#252;r die Europ&#228;ische Union geht es nun darum, grundlegende institutionelle Reformen auf den Weg zu bringen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nicht zuletzt geht es um die 18 Milliarden Euro an EU-Mitteln, die seit 2022 wegen Verst&#246;&#223;en gegen rechtsstaatliche Prinzipien eingefroren sind. Magyar k&#252;ndigte an, dass seine Regierung der Europ&#228;ischen Staatsanwaltschaft beitreten werde. Das gilt als zentrale Voraussetzung daf&#252;r, dass die Mittel wieder freigegeben werden. Der k&#252;nftige Premierminister erkl&#228;rte au&#223;erdem, Ungarn werde die von der Kommission geforderten Justizreformen auf den Weg bringen.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Das lang erwartete Ende des &#8222;Orb&#225;nismus&#8220;&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Trotz dieser Versprechen d&#252;rfte die R&#252;ckkehr zu einer voll funktionsf&#228;higen Demokratie f&#252;r das Land schwierig werden. Zwar verf&#252;gen P&#233;ter Magyar und seine Tisza-Partei mit einer Mehrheit von mehr als zwei Dritteln im Parlament &#252;ber einen klaren Vorteil. Doch Viktor Orb&#225;ns Einfluss auf den Staat ist tief verankert. Besonders seitens der Medien und der Justiz ist daher mit erheblichem Widerstand zu rechnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch der Wahlausgang kommt nicht nur Ungarn zugute. Er gibt der Europ&#228;ischen Union Anlass, ihre eigenen institutionellen Schw&#228;chen zu hinterfragen. In der Zeitung The Guardian &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/commentisfree/2026/apr/13/viktor-orban-europe-hungary-democracy-peter-magyar-victory&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;erkl&#228;rte Zselyke Csaky&lt;/a&gt;, Forscherin am Center for European Reform, diese Wahl biete Europa eine echte Chance, &#8222;gest&#228;rkt daraus hervorzugehen und seine grundlegenden Probleme anzugehen&#8220;. Damit verwies sie insbesondere auf die Debatte &#252;ber die Einstimmigkeitsregel in der Au&#223;enpolitik, die es einzelnen Mitgliedstaaten erm&#246;glicht habe, &#8222;den Kontinent in Geiselhaft zu nehmen&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ursula von der Leyen griff diese Dynamik umgehend auf. Bei einer Pressekonferenz in Br&#252;ssel sprach sie sich daf&#252;r aus, in der Au&#223;enpolitik k&#252;nftig st&#228;rker auf qualifizierte Mehrheitsentscheidungen zu setzen, um systematische Blockaden zu verhindern. Die Einstimmigkeitsregel in bestimmten Politikbereichen steht seit dem Vertrag von Lissabon aus dem Jahr 2009 immer wieder im Zentrum europ&#228;ischer Debatten. Damit hatte Viktor Orb&#225;ns lange Regierungszeit zumindest einen positiven Nebeneffekt: Sie hat der EU in der Praxis vor Augen gef&#252;hrt, welchen Preis die Einstimmigkeitsregel haben kann, wenn ein Mitgliedstaat sie als politisches Druckmittel einsetzt.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Eine klare Botschaft an Europas Populisten&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Am Tag nach dem Sieg der Tisza-Partei &lt;a href=&#034;https://www.franceinfo.fr/monde/europe/elections-legislatives-en-hongrie-le-premier-ministre-sortant-viktor-orban-reconnait-sa-defaite-face-au-leader-de-centre-droit-peter-magyar_7932968.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;erkl&#228;rte der ukrainische Au&#223;enminister Andrij Sybiha&lt;/a&gt;, die Niederlage von Viktor Orb&#225;ns Partei werde auch unmittelbare Folgen f&#252;r &#228;hnlich gesinnte Parteien und Bewegungen in Europa haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Wahl l&#228;sst sich als Signal f&#252;r die europ&#228;ische Parteienlandschaft insgesamt verstehen. Der neue Politikstil, mit dem P&#233;ter Magyar an die Macht kam, k&#246;nnte auf eine Entwicklung hin zu einer proeurop&#228;ischen und liberal-konservativen Politik hindeuten. Damit steht er klar im Gegensatz zu den nationalistischen und populistischen Tendenzen des scheidenden Premierministers. Der Durchbruch der proeurop&#228;ischen konservativen Partei f&#228;llt zudem in eine Phase, in der in den Jahren 2026 und 2027 zahlreiche Wahlen in Europa anstehen. Vor diesem Hintergrund k&#246;nnte Magyars Sieg erheblichen Einfluss auf gem&#228;&#223;igte rechte Parteien, aber auch auf die Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse im Europ&#228;ischen Parlament haben. Letztlich bedeutet dieser Sieg f&#252;r Ungarn und seine Bev&#246;lkerung eine Erleichterung auf nationaler Ebene. Betrachtet man ihn jedoch aus europ&#228;ischer Perspektive, ist seine Bedeutung mindestens ebenso gro&#223;, wenn nicht sogar noch gr&#246;&#223;er.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Europ&#228;ische Union blickt auf 16 Jahre des Zusammenlebens mit einem Mitgliedsstaat zur&#252;ck, der sich zunehmend wie ein interner Gegenspieler verhielt. Bei Themen wie der Unterst&#252;tzung f&#252;r die Ukraine oder der Achtung rechtsstaatlicher Grunds&#228;tze trat Ungarn teils sogar als klarer Widersacher auf. Unter Viktor Orb&#225;n war Ungarn innerhalb der EU der einzige Mitgliedstaat, der von einigen internationalen Indizes als &#8222;hybrides Regime&#8220; eingestuft wurde. F&#252;r die EU geht es nun darum, wieder stabile Beziehungen zu Ungarn aufzubauen. Zugleich bleibt die Hoffnung, dass sich dieser Wahlsieg langfristig in belastbaren und dauerhaften Reformen der EU niederschl&#228;gt, damit in Zukunft kein neuer europ&#228;ischer Au&#223;enseiter mehr die Union von innen heraus blockieren kann.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Die T&#252;rkei und der Nahe Osten</title>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Aleksandar Abramovic</dc:creator>



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&lt;p&gt;Die T&#252;rkei sieht f&#252;r sich eine bedeutende Rolle im krisengesch&#252;ttelten Nahen Osten, denn Ankara ben&#246;tigt f&#252;r seine wachsende Wirtschaft Energiezufuhren aus der Region. Die bedeutendsten Rivalen dabei sind der Iran, &#196;gypten und Frankreich. Ein Land mit gro&#223;en Ambitionen: Die T&#252;rkei im Nahen Osten Seit Erdogans Regierungsantritt im Jahr 2002 dringt die T&#252;rkei auf eine wichtige Rolle im Nahen Osten. Zun&#228;chst nur diplomatisch, wird dieses Ziel seit dem Arabischen Fr&#252;hling von 2011 auch (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://www.taurillon.org/-europa-und-die-welt-240-" rel="directory"&gt;Europa und die Welt&lt;/a&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/46/7a90dddac66d7c7bdcef4ddba0f393.jpg?1776277070' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;Die T&#252;rkei sieht f&#252;r sich eine bedeutende Rolle im krisengesch&#252;ttelten Nahen Osten, denn Ankara ben&#246;tigt f&#252;r seine wachsende Wirtschaft Energiezufuhren aus der Region. Die bedeutendsten Rivalen dabei sind der Iran, &#196;gypten und Frankreich.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Land mit gro&#223;en Ambitionen: Die T&#252;rkei im Nahen Osten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit Erdogans Regierungsantritt im Jahr 2002 dringt die T&#252;rkei auf eine wichtige Rolle im Nahen Osten. Zun&#228;chst nur diplomatisch, wird dieses Ziel seit dem Arabischen Fr&#252;hling von 2011 auch milit&#228;risch verfolgt. Wichtigster Verb&#252;ndeter der T&#252;rkei ist dabei die Muslimbruderschaft, die ideologisch mit der t&#252;rkischen Regierungspartei AKP verwandt ist. Sollten die Muslimbr&#252;der tats&#228;chlich in den arabischen Staaten an die Macht gelangen, m&#246;chte die AKP auf sie einen dominanten Einfluss aus&#252;ben. Die Kontrolle &#252;ber die arabischen Staaten w&#228;re f&#252;r die T&#252;rkei g&#252;nstig, damit sie Einfluss auf die vom Persischen Golf in die T&#252;rkei f&#252;hrenden Handelsrouten gewinnen kann. Die wachsende t&#252;rkische Wirtschaft ist n&#228;mlich dringend auf Energieimporte angewiesen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kurdistan und die Landverbindung in den Nahen Osten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die t&#252;rkischen Landverbindungen in die arabische Welt f&#252;hren durch das kurdische Siedlungsgebiet. Ein unabh&#228;ngiger Staat Kurdistan w&#252;rde die T&#252;rkei demnach von den arabischen L&#228;ndern abschneiden. Daher betrachtet Ankara die kurdischen Staatsbildungsprozesse im Irak und in Syrien mit gr&#246;&#223;tem Misstrauen. Dies gilt insbesondere gegen&#252;ber der PYG im Norden Syriens, &lt;a href=&#034;https://www.boeckler.de/fpdf/HBS-006880/p_study_hbs_385.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;die in Ankara als Ableger der PKK gilt.&lt;/a&gt; Gegen&#252;ber den irakischen Kurden nimmt die T&#252;rkei eine ambivalente Haltung ein: Einerseits lehnt Ankara eine staatliche Unabh&#228;ngigkeit der Kurdischen Autonomieregion im Nordirak klar ab. Andererseits ist die T&#252;rkei aber auch in Irakisch-Kurdistan der mit Abstand gr&#246;&#223;te Investor in der semi-autonomen Region. Die T&#252;rkei fungiert f&#252;r das irakische Kurdistan &lt;a href=&#034;https://www.boeckler.de/fpdf/HBS-006880/p_study_hbs_385.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;als wirtschaftliche Br&#252;cke zur Au&#223;enwelt.&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Persische Golf: Rivalit&#228;t mit dem Iran&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Persischen Golf bem&#252;ht sich die T&#252;rkei seit geraumer Zeit darum, iranischen Einfluss auf die Golfstaaten zu begrenzen. So unterhalten die t&#252;rkischen Streitkr&#228;fte in Katar einen Milit&#228;rst&#252;tzpunkt und Erdogan Erdogan schloss 2015 mit &#196;gypten und Saudi-Arabien eine gegen den Iran gerichtete Defensivallianz ab. Sie soll den Einfluss Teherans auf die &#246;stliche arabische Welt minimieren. Diesen Ambitionen der T&#252;rkei fiel wohl auch die Assad-Herrschaft in Damaskus zum Opfer: &#220;ber Syrien verl&#228;uft die k&#252;rzeste Landverbindung von der T&#252;rkei zur Arabischen Halbinsel. Daher unterst&#252;tzte Ankara in Syrien auch von ihm abh&#228;ngige Islamisten. Mit Erfolg, &lt;a href=&#034;https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/tuerkei-356/541897/aussen-und-sicherheitspolitik/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;denn die mit Iran verb&#252;ndete Regierung Assad wurde im Dezember 2024 gest&#252;rzt.&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Handelsroute vom Persischen Golf in die T&#252;rkei: Rivalit&#228;t mit &#196;gypten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die T&#252;rkei und &#196;gypten sind gegen&#252;ber dem Iran zwar miteinander verb&#252;ndet, gleichzeitig rivalisieren sie aber auch miteinander um Einfluss in der arabischen Welt. Kairo beansprucht dort traditionell eine F&#252;hrungsrolle und kommt der T&#252;rkei damit in die Quere. Allerdings steckt die &#228;gyptische Wirtschaft seit geraumer Zeit in einer finanziellen Misere ist es um die &#228;gyptischen Finanzen nicht besonders gut bestellt und die aufstrebende T&#252;rkei hat damit gute Chancen, die Rivalit&#228;t zu eigenen Gunsten zu entscheiden. Ankara dringt derzeit in das unmittelbare Vorfeld &#196;gyptens ein: In Syrien ist nun eine pro-t&#252;rkische Regierung an der Macht, in Libyen unterst&#252;tzt die T&#252;rkei die mit Islamisten besetzte Regierung in der Hauptstadt Tripolis gegen den von &#196;gypten unterst&#252;tzten General Haftar in Bengasi und im Sudan bem&#252;ht sich die t&#252;rkische Regierung diplomatisch um einen Waffenstillstand im laufenden B&#252;rgerkrieg. Ein dominanter Einfluss auf diese drei L&#228;nder w&#252;rde es der T&#252;rkei erm&#246;glichen, &#196;gypten strategisch zu umfassenin Schach zu halten. Infolgedessen k&#246;nnte Kairo zu politischem Wohlverhalten gezwungen werden. Damit erhielte die T&#252;rkei eine durchg&#228;ngige maritime Verbindungslinie vom Persischen Golf in das &#246;stliche Mittelmeer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das &#246;stliche Mittelmeer: Rivalit&#228;t mit Frankreich&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das &#246;stliche Mittelmeer ist f&#252;r die T&#252;rkei indessen nicht nur ein Transitraum, sondern auch ein Abbaugebiet f&#252;r Erdgas. Dabei versuchen die anderen Anrainer der Region Ankara aber au&#223;en vor zu halten: Vor einigen Jahren haben sich &#196;gypten, Israel, Griechenland, Zypern, Italien, Jordanien und die Pal&#228;stinensische Autonomiebeh&#246;rde zum &#8222;Gasforum &#214;stliches Mittelmeer&#8220; zusammengeschlossen. Das Forum soll den Energiebedarf seiner Mitgliedsstaaten decken und Gas in die Europ&#228;ische Union exportieren. Es sucht daher die N&#228;he zu Frankreich, dem Griechenland, Zypern und der Libanon eine F&#246;rderlizenz f&#252;r Erdgas erteilt haben. Daraufhin begann die T&#252;rkei auf eigene Faust im &#246;stlichen Mittelmeer nach Gasfeldern zu suchen. Das f&#252;hrte zu einer diplomatischen Krise mit Paris, &lt;a href=&#034;https://iep-berlin.de/site/assets/files/1984/integration_3_2021_4__umbruch_final_kempin.pdf https://www.swp-berlin.org/publikation/tuerkisch-franzoesischer-kulturkonflikt-europa-koennte-sich-gegen-die-tuerkei-verbuenden&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;das auch Kriegsschiffe in die Region entsandte.&lt;/a&gt; Frankreich ist f&#252;r die T&#252;rkei der wohl wichtigste Gegner in Libyen, denn Paris m&#246;chte eine Einflussnahme durch Ankara in dem nordafrikanischen Land verhindern. Die franz&#246;sische Regierung bef&#252;rchtet, &lt;a href=&#034;https://www.nzz.ch/meinung/trikolore-und-halbmond-frankreich-und-die-tuerkei-stehen-sich-im-oestlichen-mittelmeer-gegenueber-dabei-haben-die-beiden-laender-enge-historische-bande-ld.1578048 https://www.derstandard.at/story/2000121638061/der-franzoesisch-tuerkische-wettstreit https://iep-berlin.de/site/assets/files/1984/integration_3_2021_4__umbruch_final_kempin.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Libyen k&#246;nne sich f&#252;r die T&#252;rkei zu einem Einfallstor in das frankophone Afrika entwickeln.&lt;/a&gt;Diese Region, die &#8222;Francafrique&#8220;, steht noch immer unter gro&#223;em Einfluss Frankreichs.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fazit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die T&#252;rkei befindet sich insgesamt gesehen weiterhin in einem Wirtschaftswachstum, wodurch ihre internationale Bedeutung zunimmt. Um ihre Wirtschaft am Laufen zu halten, ben&#246;tigt die T&#252;rkei Energiezufuhren vom Persischen Golf und aus dem &#246;stlichen Mittelmeer. Hier st&#246;&#223;t sie mit anderen wichtigen Staaten wie Frankreich, Iran und &#196;gypten zusammen. Mittel zur Durchsetzung t&#252;rkischer Interessen sind das Milit&#228;r sowie die Zusammenarbeit mit islamistischen Gruppen in den arabischen L&#228;ndern. Da sie mit den USA verb&#252;ndet ist, befindet sich die t&#252;rkische Au&#223;enpolitik derzeit im Aufwind. Ob sich die T&#252;rkei im Wettbewerb der M&#228;chte dauerhaft durchsetzen kann, wird sich zeigen.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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	</item>
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		<title>Interview mit Tim Kl&#252;ssendorf: &#8222;Rechte nichts besser gemacht&#8220;</title>
		<link>http://www.taurillon.org/interview-mit-tim-klussendorf-rechte-nichts-besser-gemacht</link>
		<guid isPermaLink="true">http://www.taurillon.org/interview-mit-tim-klussendorf-rechte-nichts-besser-gemacht</guid>
		<dc:date>2026-04-15T17:37:50Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Hendrik Heim</dc:creator>


		<dc:subject>Demokratie</dc:subject>
		<dc:subject>JEF Deutschland</dc:subject>
		<dc:subject>SPD</dc:subject>
		<dc:subject>AfD</dc:subject>
		<dc:subject>Alternative f&#252;r Deutschland (AfD)</dc:subject>
		<dc:subject>Integration</dc:subject>
		<dc:subject>Klimaschutz</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Er ist erst 34, und steht schon jetzt im Rampenlicht der Bundespolitik: Tim Kl&#252;ssendorf ist Generalsekret&#228;r der SPD. Damit verantwortet er eine Partei, die immer weiter an Zuspruch verliert. Wie blickt Kl&#252;ssendorf auf Europa? Und kann er seine Partei retten? Wir sprechen uns in Ihrem Wahlkreisb&#252;ro in der L&#252;becker Innenstadt. Wenn man hier lang l&#228;uft, mit Marzipanduft in der Nase, denkt man schon: Wenn es noch eine heile Welt gibt, dann hier. Was macht Ihnen gerade Hoffnung? (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Demokratie-+" rel="tag"&gt;Demokratie&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-JEF-Deutschland,421-+" rel="tag"&gt;JEF Deutschland&lt;/a&gt;, 
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&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-AfD-+" rel="tag"&gt;AfD&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Alternative-fur-Deutschland-AfD-+" rel="tag"&gt;Alternative f&#252;r Deutschland (AfD)&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-integration,322-+" rel="tag"&gt;Integration&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-klimaschutz-+" rel="tag"&gt;Klimaschutz&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/e3/ab89a60c3759442b5c95e8bf7a596f.jpg?1776276789' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;Er ist erst 34, und steht schon jetzt im Rampenlicht der Bundespolitik: Tim Kl&#252;ssendorf ist Generalsekret&#228;r der SPD. Damit verantwortet er eine Partei, die immer weiter an Zuspruch verliert. Wie blickt Kl&#252;ssendorf auf Europa? Und kann er seine Partei retten?&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wir sprechen uns in Ihrem Wahlkreisb&#252;ro in der L&#252;becker Innenstadt. Wenn man hier lang l&#228;uft, mit Marzipanduft in der Nase, denkt man schon: Wenn es noch eine heile Welt gibt, dann hier. Was macht Ihnen gerade Hoffnung?
&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Es mag gerade nicht leicht sein, Hoffnung zu sch&#246;pfen &#8211; aber wir m&#252;ssen uns immer wieder vor Augen f&#252;hren, dass Menschen schon viel gr&#246;&#223;ere Krisen &#252;berwunden haben, und am Ende hat die Menschlichkeit gesiegt. Gerade eben habe ich zum Beispiel mit einer Dame gesprochen, die sich ehrenamtlich f&#252;r Kinderschutz einsetzt. Solange es Menschen gibt, die jeden Tag daran mitwirken, unsere Welt ein bisschen besser zu machen, gibt es auch Hoffnung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sie waren zeitweise Sprecher der Parlamentarischen Linken in der SPD-Fraktion. Hat der Generalsekret&#228;r Tim Kl&#252;ssendorf die SPD linker gemacht?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Ja! Dass man eine Reform der Einkommenssteuer macht, dass man an die Erbschaftssteuer rangeht, ist mittlerweile absoluter Konsens in der SPD. Wir haben ein Erbschaftsteuer-Konzept vorgelegt, was ich mit erarbeitet habe. Jetzt geht es nat&#252;rlich daran, das umzusetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;In den letzten 28 Jahren hat die SPD 24 Jahre lang mitregiert. Teilweise erkannte man nur noch schwer programmatische Unterschiede zwischen SPD und CDU. Wie soll sich das &#228;ndern?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Zum einen haben wir in einer Phase, wo es aus meiner Sicht nicht notwendig gewesen w&#228;re, diese Zusammenarbeit mit der Union gef&#252;hrt. Es gab 2018, vor allen Dingen durch die Jusos um Kevin K&#252;hnert, eine gro&#223;e Bewegung, die gesagt hat: Wir k&#246;nnen jetzt nicht wieder in die n&#228;chste gro&#223;e Koalition gehen. Auch ich habe damals gegen das Eingehen von Koalitionsgespr&#228;chen gestimmt. Jetzt hat selbst in der Stunde unserer gr&#246;&#223;ten Niederlage die staatspolitische Verantwortung &#252;berwogen. Jede andere Partei in jeder anderen Situation h&#228;tte wahrscheinlich den Weg in die Opposition bewusst gesucht, um sich zu erneuern. Aber wir konnten uns diese Zeit trotz der 16 Prozent eben nicht nehmen, sondern wir mussten sofort in die n&#228;chste Zusammenarbeit mit der Union, weil man unter gar keinen Umst&#228;nden dieses Land einer rechten Mehrheit &#252;berlassen darf. Deswegen ist die Frage nicht, ob uns das gelingen kann, sondern wie. Wir haben einen Grundsatzprogrammprozess angefangen, der auf zwei Jahre angelegt ist, darin diskutieren wir die Grundausrichtung der Sozialdemokratie. Daraus muss eine Vision erwachsen, wie unsere Gesellschaft in 10, 20 Jahren aussehen soll. Und da haben wir auch schon einiges geschafft im ersten Jahr. Dass wir daf&#252;r gesorgt haben, dass Renten nicht sinken, dass endlich ein Tariftreuegesetz gibt, dass endlich mal wieder ins Land investiert wird. Das sind alles sozialdemokratische Erfolge, nur sind das noch nicht so die gro&#223;en Erz&#228;hlstr&#228;nge.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Michael Roth, Ex-Europastaatsminister, sagte im ZDF-Interview mit Blick auf die SPD: &#8222;Die AfD ist auch unser Problem&#8220;. Wie gehen Sie das Problem an?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Ich habe neulich eine spannende Studie von der Friedrich-Ebert-Stiftung gelesen. Da stand: AfD zu w&#228;hlen, widerspricht sogar den &#246;konomischen Interessen der Leute. Aber sie w&#228;hlen sie trotzdem, weil die AfD es in ihren Augen geschafft hat, einfach mal Probleme beim Namen zu nennen und sie nicht sch&#246;nzureden. Das muss uns zu denken geben. Wir sind diejenigen, die dann keine einfachen L&#246;sungen pr&#228;sentieren und nicht auf jede politische Fragestellung &#8222;Ausl&#228;nder raus&#8220; rufen. Jeder, der heute AfD w&#228;hlt, l&#228;uft Gefahr, irgendwann in einem Land zu leben, in dem er nicht mehr frei ist. Aber wir m&#252;ssen trotzdem die Bindung zu den Leuten wieder gewinnen. Und dann habe ich schon mal intern auch bei uns gefragt: Wer von uns w&#252;rde sich morgen in eine Fu&#223;ballerkabine stellen und in ganz normaler Alltagssprache &#252;ber unsere Politik reden k&#246;nnen? Wo sind wir eigentlich mit unseren Diskussionsprozessen und wie k&#246;nnen wir Dinge erkl&#228;ren? Das ist ein Riesenthema.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;In einem Interview sagten Sie, Ihnen fehle es an Zusammenhalt in der Gesellschaft. Haben Sie Vorschl&#228;ge, wie man das Miteinander vor Ort f&#246;rdern kann? &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Zusammenhalt kann man leider nicht beschlie&#223;en, sondern er lebt von uns allen. Wenn man sich gegenseitig wertsch&#228;tzt, Respekt vor der Leistung der anderen hat und man erstmal zuh&#246;rt, bevor man gleich losschl&#228;gt mit seinen eigenen Argumenten und Emotionen, dann w&#228;re es schon mal hilfreich. Durch die Gesellschaft muss wieder ein Ruck gehen. Diese lange Phase der vielen Krisen und Kriege um uns herum, mit der der Coronapandemie und Inflation, die muss jetzt mal endlich enden. Nur kann das niemand versprechen, sondern wir m&#252;ssen einfach alle gemeinsam daran arbeiten. Da ist die Politik nicht besser oder schlechter als alle anderen, die in dieser Gesellschaft leben. Das ist eine Gesamtaufgabe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein langfristigeres Thema ist der Klimaschutz. Ende M&#228;rz haben Sie im Willy-Brandt-Haus einen Klimagipfel veranstaltet. In der Umsetzung scheitern Sie an Klimazielen und die Klimaneutralit&#228;t bis 2045 wird immer unrealistischer. Warum schaffen Sie es nicht, die CDU von mehr Ma&#223;nahmen zu &#252;berzeugen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Da machen wir es uns aber ein bisschen leicht. Es ist gerade nicht nur die CDU, sondern die Gesamtgesellschaft hadert mit sich. Wenn ich an das Heizungsgesetz denke, da haben nicht alle in der Gesellschaft nur Bravo geschrien, das ging vielen zu weit. Es ist ja nicht so, dass die Politik losgel&#246;st ist. Viele denken ja: Ich will am liebsten, dass wir das Klima von heute auf morgen retten, aber bitte ohne Einschnitte. Das ist eine Aufgabenstellung, die niemand l&#246;sen kann. Um beim Heizungsgesetz zu bleiben: Es war uns als SPD ganz wichtig, dass man trotzdem daran festh&#228;lt, dass nachhaltige Heizungen eingebaut werden und wir nicht Gasheizungen staatlich f&#246;rdern. Beim Rest hat die Union auch viele Punkte gemacht. Aber auch bei erneuerbaren Energien setzen wir uns massiv durch. In meiner Rede am besagten Klimagipfel habe ich gesagt, dass wir auch &#246;konomisch gesehen auf Sonne und Wind umsteigen m&#252;ssen, und das k&#246;nnen wir auch und m&#252;ssen da entschlossen vorgehen. Das geht nur mit Kompromissen, in Zeiten, wo viele Menschen Klimaschutz kritisch gegen&#252;berstehen. Da m&#252;ssen wir &#252;berzeugen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Warum sagen Sie dann nicht einfach: F&#252;r die Kinder, die jetzt leben, machen wir noch gute Politik, aber deren Enkel k&#246;nnen wir leider nicht retten? W&#228;re das nicht ehrlich? Um zu sehen, dass Klima gerade nicht im Trend ist, muss man nur nach Amerika schauen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Das w&#252;rde ich nicht auf die USA verk&#252;rzen. China zum Beispiel arbeitet massiv an ihren Emissionen, stellt massiv auf E-Autos um und erreicht seine Klimaziele. Die wissen genau, dass dieser Planet &#252;berleben muss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ob da Moral und nicht Geld im Vordergrund steht&#8230;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Fakt ist: Du kannst die Leute nur &#252;berzeugen, wenn sich Klimaschutz rechnet. Wir m&#252;ssen das mit Wirtschaft zusammenbringen. Man stelle sich vor, den Politikern in den 60er Jahren w&#228;ren ihre Nachkommen egal gewesen. Sie h&#228;tten sich gegenseitig mit Atombomben beschmissen und die Erde verseucht. Das haben sie auch wegen uns nicht getan. Menschen sind durchaus in der Lage, Verantwortung f&#252;r Generationen hinter sich zu tragen. Wir haben eine gro&#223;e Verantwortung f&#252;r die Zukunft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Aktuell w&#252;rden 26 Prozent die AfD w&#228;hlen, dazu k&#228;men 26 Prozent f&#252;r die CDU. Das ist eine satte Mehrheit, die sich tendenziell gegen wirksamen Klimaschutz ausspricht. Hie&#223;e ehrliche Politik nicht, zu sagen: Es geht gerade nicht?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Aufgeben ist keine Option. Das hat auch nichts mit Ehrlichkeit zu tun, sondern ich will ja Leute &#252;berzeugen. Ich finde mich ja nicht damit ab, dass &#252;ber 50 Prozent momentan konservativ oder rechts w&#228;hlen. Nat&#252;rlich k&#228;mpfe ich daf&#252;r, dass wir auch wieder von unseren Ideen Leute &#252;berzeugen k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sehen Sie Chancen f&#252;r mehr europ&#228;ische Zusammenarbeit, im Bereich Sicherheit, aber auch im Bereich Umwelt oder Soziales? Die Interessen werden gerade ja nationaler.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Es ist sehr, sehr schwer, momentan solche Prozesse voranzutreiben. Das war in der Vergangenheit sicherlich einfacher. Bei einigen Fragestellungen sind wir aber geradezu verdammt dazu. Den USA hat im Handelsstreit mit der EU gar nicht geschmeckt, dass wir jetzt Mercosur fertig verhandelt haben. Denen hat auch gar nicht geschmeckt, dass wir mit Indien auf einem guten Weg sind. Uns schmeckt dagegen diese Zollpolitik der Vereinigten Staaten nicht. Seitdem Rechte und teilweise rechtsextreme Kr&#228;fte in den letzten zehn, 15 Jahren wieder an Zulauf gewonnen haben, ist nichts besser geworden! Es gibt kein Wachstum, es gibt kein Zusammenwachsen der Gesellschaft. Ich finde, gerade an der Handelspolitik von Donald Trump zeigt sich das. Er hat versprochen, dass Preise gesenkt werden, dass die Amerikaner mehr davon haben, dass ihre Wirtschaft wieder w&#228;chst. Das Gegenteil ist der Fall. Die Leute leiden unter den hohen Preisen. Er tut nichts daf&#252;r. Und das f&#252;hrt eben auch dazu, dass wir europ&#228;isch, ob wir wollen oder nicht, unsere Wirtschaftspolitik, aber auch unsere Verteidigungspolitik viel st&#228;rker synchronisieren m&#252;ssen. Aber nicht, weil es politisch das Traumprojekt von vielen ist, die momentan Verantwortung tragen, sondern bittere Notwendigkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Glauben Sie an eine Europ&#228;ische Republik?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Es ist ein weiter Weg, aber am Ende glaube ich schon daran. Es ist f&#252;r Europa ein vorbestimmter Weg, dass wir zusammenwachsen, dass wir die Nationalstaaten zur&#252;ckdr&#228;ngen, und eine Republik aus Nationalstaaten werden, so wie Deutschland eine Bundesrepublik mit L&#228;ndern mit unterschiedlichen Identit&#228;ten ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was kann die SPD daf&#252;r tun?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Ich kann daf&#252;r viel tun, indem ich immer wieder in Schulklassen gehe, vom europ&#228;ischen Gedanken mit viel Leidenschaft und &#220;berzeugungskraft rede und vor allen Dingen auch die Vorteile herausstelle. Ohne Europa w&#228;ren wir wirtschaftlich in einer ganz anderen Situation. Auf Kosten anderer europ&#228;ischer Staaten haben wir in den 2000er Jahren nach Einf&#252;hrung des Euros eine Menge wirtschaftliches Wachstum generiert. Unsere Exporte gehen zur H&#228;lfte ins europ&#228;ische Ausland, nicht in die USA oder nach China.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Gibt es echte Freundschaften in der Politik? &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Die kannst du an einer Hand abz&#228;hlen, weil man anders miteinander zu tun hat, das politische Gesch&#228;ft einfach sehr hart ist und Interessen auch manchmal kollidieren. Martin Schulz erz&#228;hlte mir, wie Freundschaften dann zu Bruch gegangen sind, weil man unterschiedliche politische Interessen verfolgt hat, und wie hart das war. Der absolute Gro&#223;teil meines Freundeskreises ist zum Gl&#252;ck au&#223;erhalb der Politik.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Haben Sie Gegner in Ihrer Partei? &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kl&#252;ssendorf: Bestimmt. Aber ich habe keinen, der mir jetzt spontan einfielen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vielen Dank Ihnen!&lt;/strong&gt;
Kl&#252;ssendorf: Alles Gute auch f&#252;r Sie!&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Seine Macht ist das Blockieren</title>
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		<dc:creator>Mia Stremme</dc:creator>


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		<dc:subject>Politik</dc:subject>
		<dc:subject>Rechtspopulismus</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;Nawrocki verweigert vier neu gew&#228;hlten Verfassungsrichter*innen den Amtseid &#8211; ein weiterer R&#252;ckschlag f&#252;r die Rechtsstaatlichkeit.&lt;/p&gt;

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 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/c3/e7b483dae3127ad370f8e800b427cc.jpg?1776063029' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Polens Pr&#228;sident Karol Nawrocki demonstriert seine Macht gerne im Veto und versch&#228;rft damit den Machtkonflikt mit Ministerpr&#228;sident Donald Tusk. Nun verweigert er vier neu gew&#228;hlten Verfassungsrichter*innen den Amtseid &#8211; ein weiterer R&#252;ckschlag f&#252;r die Rechtsstaatlichkeit.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Im M&#228;rz hat das polnische Parlament (Sejm) sechs neue Verfassungsrichter*innen gew&#228;hlt. Sie sollen vakante Posten besetzen und die Unabh&#228;ngigkeit und Qualit&#228;t des Verfassungsgerichts verbessern. Doch bevor diese ihr Amt aus&#252;ben k&#246;nnen, m&#252;ssen sie vor dem Pr&#228;sidenten vereidigt werden. Dieser Prozess st&#246;&#223;t seit einigen Wochen auf ein Hindernis namens Karol Nawrocki.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zwei Auserw&#228;hlte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Einladung zur Vereidigung verschickt der polnische Pr&#228;sident Nawrocki nur an zwei Richter*innen, Magdalena Bentkowska und Dariusz Szostek. Die anderen vier Richter*innen warteten vergebens auf die Einladung. Politikwissenschaftler Jakub Jaraczewski erkl&#228;rt gegen&#252;ber der &lt;a href=&#034;https://www.treffpunkteuropa.de/_mia-stremme_?lang=de&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Autorin&lt;/a&gt;: &#8222;Nawrocki hat faktisch eine verfassungswidrige Macht an sich gezogen, indem er entscheidet, welche Richter*innen vor dem Verfassungsgericht den Eid ablegen d&#252;rfen, indem er den Eid von einigen annimmt, ihn bei anderen jedoch verweigert.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die vier Richter*innen nahmen es daraufhin selbst in die Hand und organisierten am 9. M&#228;rz ihre Vereidigung. &lt;a href=&#034;https://www.rp.pl/sady-i-trybunaly/art44116981-zaprzysiezenie-czworga-nowych-sedziow-tk-w-sejmie-zaprosili-prezydenta-nawrockiego&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Nawrocki bekam eine Einladung&lt;/a&gt;, ignorierte sie allerdings. So wurden die Richter*innen des Verfassungsgerichts ohne die Regierung, Parlamentsmitglieder oder Senatoren, aber in Anwesenheit von Sejm-Pr&#228;sident W&#322;odzimierz Czarzasty und eines Notars vereidigt. Die bereits ernannten Richter*innen leisteten aus Solidarit&#228;t erneut den Eid.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die rechtspopulistische Partei &lt;a href=&#034;https://wyborcza.pl/7,75398,32717101,coraz-ostrzejszy-konflikt-wokol-trybunalu-slubowanie-bez-prezydenta.html#s=S.index-K.C-B.1-L.3.duzy&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Recht und Gerechtigkeit (&lt;i&gt;PiS&lt;/i&gt;) benachrichtigt daraufhin die Staatsanwaltschaft und droht mit strafrechtlicher Verfolgung&lt;/a&gt;. Jaraczewski ordnet ein, dass Nawrocki mit seiner Verweigerung den Wunsch des &lt;i&gt;PiS&lt;/i&gt;-Vorsitzenden Jaros&#322;aw Kaczy&#324;ski erf&#252;llen wolle, das Gericht zu kontrollieren und sicherzustellen, dass es die Agenda der &lt;i&gt;PiS&lt;/i&gt; unterst&#252;tze. Nawrcki ist offiziell parteilos, wird aber schon seit dem letzten Wahlkampf von der &lt;i&gt;PiS&lt;/i&gt; unterst&#252;tzt und verfolgt die gleiche politische Linie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die &lt;i&gt;PiS&lt;/i&gt; hat den Rechtsstaat ausgehebelt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25639 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/jpg/warschau1.jpg' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/jpeg&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH375/warschau1-31dd5.jpg?1776061784' width='500' height='375' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Das Oberste Gericht (S&#261;d Najwy&#380;szy) Foto: Stremme/K&#246;hler &lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;Ohne Vereidigung k&#246;nnen die Verfassungsrichter*innen ihr Amt nicht ausf&#252;hren. Das hei&#223;t: Kommen keine Neuen nach, bleiben die Alten. Und das Verfassungsgericht Polens ist weder unabh&#228;ngig, noch unparteiisch, best&#228;tigt der Europ&#228;ische Gerichtshof im Dezember 2025 (&lt;a href=&#034;https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:62023CJ0448&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Urteil v. 18.12.2025, C 448/23&lt;/a&gt;). Die Besetzung des Gerichts erfolgte 2015 und 2016 nicht unabh&#228;ngig und verst&#246;&#223;t deshalb gegen EU-Recht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ursprung des Abbaus der Rechtsstaatlichkeit ist der Machtwechsel 2015: Die &lt;i&gt;PiS&lt;/i&gt;gewinnen die Parlamentswahlen und Andrzej Duda wird Pr&#228;sident. Es ist der Beginn einer sehr konservativen und nationalistischen Politik. &lt;a href=&#034;https://www.bpb.de/themen/europa/polen-analysen/255590/analyse-die-pis-und-das-recht/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Im Visier der Partei steht das Justizsystem&lt;/a&gt;. Durch eine Reihe von Reformen schafft es die &lt;i&gt;PiS&lt;/i&gt;, mit parteinahen Richter*innen die Gerichte zu unterwandern und das bis heute, denn sie sind immer noch im Amt. Nawrocki versuche offenbar, den Zeitpunkt zu verz&#246;gern, ab dem die von der aktuellen zentristischen Regierung gew&#228;hlten Richter*innen die Mehrheit im Gericht haben w&#252;rden, analysiert Jaraczewski.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein politisches Spiel&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25640 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/png/warschau2.png' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/png&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH281/warschau2-e2701.png?1776061784' width='500' height='281' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Das Parlament Polens (Sejm Rzeczypospolitej Polskiej) Foto: Stremme/K&#246;hler &lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;Heute wird das Parlament nicht mehr von der &lt;i&gt;PiS&lt;/i&gt; regiert, sondern seit 2023 von Donald Tusk mit einer Koalition aus zentristischen und proeurop&#228;ischen Parteien. Seit zwei Jahren versucht die Regierung, die unabh&#228;ngige Justiz wiederherzustellen, jedoch bisher ohne gro&#223;e Erfolge. Das Problem: Regierung und Pr&#228;sident kommen nicht aus dem gleichen politischen Lager. Die zentristische Regierung m&#246;chte Reformen, die rechtskonservativen Pr&#228;sidenten, die zwischen 2023 und heute im Amt waren, nicht. Dazu geh&#246;rt auch Nawrocki, der seit August letzten Jahres im Amt ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Ich glaube, dem Pr&#228;sidenten liegt daran, den Konflikt um das Verfassungsgericht zu versch&#228;rfen, und es ist ihm nicht wichtig, dass [ein unabh&#228;ngiges] Verfassungsgericht wiederhergestellt wird&#8220;, sagte der ehemalige Justizminister &lt;a href=&#034;https://www.fakt.pl/polityka/adam-bodnar-o-slubowaniu-sedziow-tk-obowiazek-lezy-po-stronie-prezydenta/fetybpv?utm_source=www.fakt.pl_viasg_fakt&amp;utm_medium=referal&amp;utm_campaign=leo_automatic&amp;srcc=undefined&amp;utm_v=2&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Adam Bodnar im Interview mit der Boulevardzeitung Fakt&lt;/a&gt;. Jaraczewski sieht ein Motiv hinter dem &#8222;politischen Spiel&#8220;: &#8222;Es scheint, dass Nawrocki darauf abzielt, Spannungen in der Regierungskoalition [von Tusk] zu verursachen.&#8220; Denn die zwei Richter*innen, die vor dem Pr&#228;sidenten vereidigt wurden, &lt;a href=&#034;https://wiadomosci.onet.pl/kraj/dwoje-sedziow-tk-zlozylo-slubowanie-zabrali-glos-w-sprawie-decyzji-prezydenta/78vqshw&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;schlugen Juniorpartner der Koalition&lt;/a&gt; vor und nicht Tusks Partei B&#252;rgerplattform.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Duell um die Macht&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist ein st&#228;ndiges politisches Tauziehen zwischen dem Pr&#228;sidenten Nawrocki und dem Ministerpr&#228;sidenten Tusk. Doch am Ende ist es meist Nawrocki, der durch ein Veto der St&#228;rkere ist. Im Februar wollte &lt;a href=&#034;https://www.spiegel.de/ausland/polen-praesident-karol-nawrocki-stoppt-justizreform-von-donald-tusk-a-fcd22f86-f1d7-482a-9c26-c52c02520b0c&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Tusk die Unabh&#228;ngigkeit des nationalen Justizrats wiederherstellen&lt;/a&gt; &#8211; Nawrockis Veto blockiert. Die &lt;a href=&#034;https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-03/karol-nawrocki-veto-eu-kredite-ruestung-donald-tusk-gxe&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Mitte-Links-Koalition von Tusk verabschiedet im M&#228;rz ein Gesetz zu EU-R&#252;stungskrediten&lt;/a&gt; &#8211; Nawrockis Veto blockiert. Theoretisch kann das Parlament Nawrockis Veto &#252;berstimmen. Daf&#252;r ist jedoch &lt;a href=&#034;https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/561987/praesidentschaftswahl-in-polen-2025/?utm_.com&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;eine Drei-F&#252;nftel-Mehrheit im Parlament erforderlich&lt;/a&gt; &#8211; eine H&#252;rde, die die Regierung unter Donald Tusk derzeit nicht erreicht, sodass es zu einer politischen &#8222;Dauerblockade&#8220; kommt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Der Grund f&#252;r diesen Konflikt liegt darin, dass [im Herbst 2027] Wahlen anstehen und beide Seiten zu dem Schluss gekommen sind, dass der polarisierende Konflikt W&#228;hler mobilisiert und ein politisches Element darstellt&#8220;, &lt;a href=&#034;https://www.pap.pl/aktualnosci/politolog-konflikt-miedzy-nawrockim-tuskiem-bedzie-narastal&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;zitiert die polnische Presseagentur den Politologen Szymon Ossowski&lt;/a&gt;. Auch Jaraczewski sieht kein Ende der Krise am Verfassungsgericht. Solange es kein unabh&#228;ngiges Verfassungsgericht gibt, werden sich die polnischen Gerichte und Beh&#246;rden weiterhin auf ihre eigene Auslegung der Verfassung st&#252;tzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die EU schaut der Krise des Rechtsstaats zu&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25641 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/png/warschau3.png' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/png&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH281/warschau3-f1d93.png?1776061784' width='500' height='281' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Flaggen &#252;ber dem Parlament Polens Foto: Stremme/K&#246;hler &lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;Die &lt;a href=&#034;https://www.gov.pl/web/funds-regional-policy/european-funds-for-poland-unblocked?.com&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Europ&#228;ische Kommission hat im Jahr 2024 den Zugang Polens zu insgesamt rund 137 Milliarden Euro an EU-Mitteln aus dem Aufbau- und Wiederaufbaufonds (RRF) sowie aus dem Koh&#228;sionsbudget freigegeben&lt;/a&gt;. Diese Mittel waren zuvor im Zusammenhang mit rechtsstaatlichen Bedenken teilweise blockiert worden. Die Freigabe erfolgte, nachdem die neue polnische Regierung unter Tusk einen Aktionsplan zur Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit vorgelegt hatte. Doch dieser Plan sei mit Nawrocki an der Spitze v&#246;llig unrealistisch, so Jaraczewski. Jetzt m&#252;sste die Kommission das &lt;a href=&#034;https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:62023CJ0448&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Urteil des EuGHs&lt;/a&gt; durchsetzen und Druck auf die polnische Regierung aus&#252;ben. Jaraczewski erkennt jedoch derzeit kein Interesse der Kommission, in dieser Frage Druck auszu&#252;ben.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Entscheidet Putins Propaganda die Wahl in Ungarn?</title>
		<link>http://www.taurillon.org/entscheidet-putins-propaganda-die-wahl-in-ungarn</link>
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		<dc:date>2026-04-11T08:11:54Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Veronika Sch&#252;rr</dc:creator>


		<dc:subject>Viktor Orb&#225;n</dc:subject>
		<dc:subject>Parlamentswahlen</dc:subject>
		<dc:subject>Ungarn</dc:subject>
		<dc:subject>Rechtspopulismus</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Von Politikberatern des Kremls, die Desinformationskampagnen koordinieren, bis hin zum Vorschlag eines inszenierten Attentats auf Viktor Orb&#225;n: Der Wahlkampf vor den ungarischen Parlamentswahlen am 12. April ist aggressiv wie selten zuvor. Erstmals nach 16 Jahren wird die Abwahl des am l&#228;ngsten amtierenden rechtspopulistischen Regierungschefs Europas realistisch. Warum k&#246;nnte ein Wahlsieg des Oppositionsf&#252;hrers P&#233;ter Magyar die EU st&#228;rken? Und wie weit reicht Russlands hybride Einflussnahme, (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://www.taurillon.org/-aus-den-mitgliedsstaaten-" rel="directory"&gt;L&#228;nderfokus&lt;/a&gt;

/ 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Victor-Orban-+" rel="tag"&gt;Viktor Orb&#225;n&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-parlamentswahlen-+" rel="tag"&gt;Parlamentswahlen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Ungarn-+" rel="tag"&gt;Ungarn&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Rechtspopulismus-+" rel="tag"&gt;Rechtspopulismus&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/25/2c867c31bee492ad4e17c9d2a57ff3.jpg?1775896197' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;Von Politikberatern des Kremls, die Desinformationskampagnen koordinieren, bis hin zum Vorschlag eines inszenierten Attentats auf Viktor Orb&#225;n: Der Wahlkampf vor den ungarischen Parlamentswahlen am 12. April ist aggressiv wie selten zuvor. Erstmals nach 16 Jahren wird die Abwahl des am l&#228;ngsten amtierenden rechtspopulistischen Regierungschefs Europas realistisch. Warum k&#246;nnte ein Wahlsieg des Oppositionsf&#252;hrers P&#233;ter Magyar die EU st&#228;rken? Und wie weit reicht Russlands hybride Einflussnahme, um genau das zu verhindern?&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Bereits drei Wochen vor dem entscheidenden Urnengang steht Budapest im Fokus medialer Aufmerksamkeit. &lt;a href=&#034;https://de.euronews.com/my-europe/2026/03/21/ungarn-europas-rechte-orban-weidel&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Auf der CPAC-Konferenz bot sich eine B&#252;hne f&#252;r internationale populistische F&#252;hrungspers&#246;nlichkeiten&lt;/a&gt;, darunter Alice Weidel, Argentiniens Pr&#228;sident Javier Milei sowie per Videoschalte Donald Trump. Auch der US-Vizepr&#228;sident reiste f&#252;nf Tage vor der Wahl in die ungarische Hauptstadt. Sie alle nutzten ihre Auftritte f&#252;r Unterst&#252;tzungsbekundungen zugunsten des ungarischen Ministerpr&#228;sidenten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch der internationale Applaus f&#252;r die Regierungspartei Fidesz kann die Stimmen der Opposition nicht mehr &#252;bert&#246;nen. Die zentristische und reformorientierte TISZA-Partei unter Magyar k&#246;nnte eine der bedeutendsten Wahlen nach dem Fall des Kommunismus 1989 f&#252;r sich entscheiden. &lt;a href=&#034;https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/ungarn-viktor-orban-fidesz-umfragen-wahl-gxe&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Laut Angaben des Meinungsforschungsinstituts Median&lt;/a&gt; kommt Orb&#225;ns Partei Fidesz auf 31 Prozent, w&#228;hrend die Oppositionspartei TISZA 42 Prozent erzielt. Die Stimmen der noch unentschlossenen W&#228;hler werden am Wahltag entscheidend sein, da sie einen beispiellosen Wandel im politischen System herbeif&#252;hren k&#246;nnten. Im Laufe seiner f&#252;nf Amtszeiten hat Orb&#225;n das Land zunehmend zu einer &lt;a href=&#034;https://www.fr.de/politik/wie-ungarn-unter-viktor-orban-zur-illiberalen-demokratie-wurde-94251828.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;illiberalen Demokratie&lt;/a&gt; mit autokratischen Z&#252;gen umgestaltet.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;St&#246;renfried in Br&#252;ssel &lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Die ungarische Parlamentswahl ist mehr als eine nationale Richtungsentscheidung. Sie k&#246;nnte institutionelle Reformen auf EU-Ebene ansto&#223;en. Unter Orb&#225;n hat Ungarn wiederholt sein Vetorecht als politisches Druckmittel genutzt und zur Blockade zentraler Beschl&#252;sse gef&#252;hrt. &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-gipfel-orban-ukraine-102.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;So blockierte das Land Ende M&#228;rz ein 90-Milliarden-Euro-Darlehen f&#252;r die Ukraine und stellte Bedingungen wie die Wiederaufnahme russischer &#214;llieferungen &#252;ber die Druschba-Pipeline&lt;/a&gt;. Zudem positioniert sich Ungarn regelm&#228;&#223;ig gegen neue Sanktionspakete gegen Russland, so auch beim &lt;a href=&#034;https://euractiv.de/news/ungarn-will-gegen-das-20-russland-sanktionspaket-der-eu-sein-veto-einlegen/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;20. Sanktionspaket&lt;/a&gt;, mit dem die Europ&#228;ische Union ein Signal im Vorfeld des vierten Jahrestags des russischen Angriffs auf die Ukraine setzen wollte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn Bundeskanzler Friedrich Merz Ungarn daher einen &#8222;&lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-gipfel-orban-ukraine-102.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Akt grober Illoyalit&#228;t&lt;/a&gt;&#8220; vorwirft, verleihen neue Enth&#252;llungen &#252;ber Au&#223;enminister P&#233;ter Szijj&#225;rt&#243; dieser Einsch&#228;tzung zus&#228;tzlich Gewicht. Nach &lt;a href=&#034;https://vsquare.org/kremlin-hotline-hungary-colluded-with-russia-to-delist-sanctioned-oligarchs-companies-and-banks/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Recherchen des Investigativmediums VSquare&lt;/a&gt; soll Szijj&#225;rt&#243; vertrauliche Informationen aus EU-Ratssitzungen an seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow weitergegeben haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Insgesamt treibt die wiederholte Blockadepolitik der prorussischen Regierung Orb&#225;ns die EU an den Rand ihrer Handlungsunf&#228;higkeit und heizt die &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/ausland/europa/wadephul-eu-einstimmigkeit-102.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Debatte &#252;ber die Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips&lt;/a&gt; weiter an. Vor diesem Hintergrund w&#252;rde ein m&#246;glicher Machtwechsel in Ungarn am 12. April die Aussicht auf eine geschlossenere europ&#228;ische Au&#223;enpolitik erh&#246;hen.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Putins Troll-Armee in Budapest&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Ein solcher Kurswechsel liegt jedoch kaum im Interesse des Kremls. Rum&#228;nien, Moldau, nun auch Ungarn: Die gezielte Einmischung Russlands in Wahlen mit dem Ziel, proeurop&#228;ischen Einfluss zu schw&#228;chen, ist &lt;a href=&#034;https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/wahlen-in-moldau-wie-russland-in-transnistrien-versucht-einfluss-zu-nehmen-accg-110703300.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;kein neues Ph&#228;nomen&lt;/a&gt;. Die Einflussnahme im ungarischen Wahlkampf folgt dabei erprobten Mustern, die bereits aus anderen L&#228;ndern bekannt sind. Nach &lt;a href=&#034;https://vsquare.org/putins-gru-linked-election-fixers-are-already-in-budapest-to-help-orban/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Recherchen eines Investigativjournalisten des Portals VSquare&lt;/a&gt; soll hinter den Kulissen der russischen Botschaft eine zentrale Figur agieren, die bereits in Moldau aktiv war. Sergei Kiryenko, Kreml-Ideologe und enger Vertrauter Putins, gilt demnach als Leiter eines dreik&#246;pfigen Teams des russischen Milit&#228;rgeheimdienstes GRU, das nach Budapest entsandt wurde, um eine Einflusskampagne zu koordinieren, die auf prorussischen politischen Narrativen basiert. &lt;a href=&#034;https://www.dw.com/de/russlands-staatschef-putin-k&#228;mpft-mit-ungarns-premier-viktor-orban-fuer-dessen-wahlsieg/a-76318396&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Putins &#8222;Polittechnologen&#8220;&lt;/a&gt; sind seit Jahren Teil seines Machtapparats und auf die gezielte Steuerung der Meinungsbildung spezialisiert.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Gef&#228;lschte Medienidentit&#228;ten
&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Auch Fake News, die Experten k&#252;rzlich auf eine russische Desinformationskampagne zur&#252;ckf&#252;hrten, sind keine Neuheit. Das Netzwerk Storm-1516 soll bereits im Umfeld der US-Pr&#228;sidentschaftswahl 2024 sowie der Bundestagswahl 2025 aktiv gewesen sein. &#220;ber eine &lt;a href=&#034;https://de.euronews.com/my-europe/2026/03/30/euronews-kreml-propaganda-ungarn&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;gef&#228;lschte Website im Stil von Euronews&lt;/a&gt; wurden dem Oppositionsf&#252;hrer Beleidigungen gegen US-Pr&#228;sident Donald Trump zugeschrieben. Parallel verbreiteten sich Videos mit nachgeahmtem Branding in sozialen Netzwerken, offenbar koordiniert &#252;ber anonymisierte Accounts.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nicht nur im Falle von Euronews kommt es zum Einsatz von &#8222;Media Spoofing&#8220;: &lt;a href=&#034;https://corporate.dw.com/de/wahlkampf-in-ungarn-pro-russische-doppelg&#228;nger-kampagne-nutzt-dw-marke/a-76609997&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Auch weitere bekannte Medienmarken wie die Deutsche Welle oder Reuters werden imitiert&lt;/a&gt;, um Inhalte glaubw&#252;rdig erscheinen zu lassen. In gef&#228;lschten Videos wurde etwa behauptet, dass ukrainische Gefl&#252;chtete einen Anschlag auf Orb&#225;n planten. Faktenchecks der Deutschen Welle ordnen die gef&#228;lschten Inhalte dabei prorussischen Desinformationskampagnen wie &lt;a href=&#034;https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/wahl-in-ungarn-gefaelschte-russische-videos-machen-stimmung-gegen-ukrainische-gefluechtete-accg-200696246.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Matrjoschka&#8220; (auch &#8222;Operation Overload&#8220; genannt)&lt;/a&gt; zu. Durch die gezielte Nutzung vertrauter Logos und Designs wird die Seriosit&#228;t echter Medien missbraucht, um Desinformation &#252;berzeugend zu verbreiten und Feindbilder zu sch&#252;ren.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;EU als Kriegstreiber, Orb&#225;n als Friedensw&#228;chter
&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Hinrichtungen von M&#228;nnern, die ungarische Uniformen tragen, eine Tochter, die zu Hause fragt, wann ihr Vater zur&#252;ckkehrt. &lt;a href=&#034;https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/ungarn-wahl-so-unterstuetzen-russland-und-die-usa-europas-feinde-kolumne-a-6db7a2d1-04b3-4f44-b018-981c70634bad&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Mit emotionalisierten, KI-generierten Videos versucht die Fidesz-Partei, in den sozialen Medien die W&#228;hler f&#252;r sich gewinnen und hinter einem gemeinsamen Feind zu vereinen&lt;/a&gt;, n&#228;mlich der Ukraine und der EU. In diesen Narrativen der Deepfakes erscheint die EU zunehmend als mitverantwortlich f&#252;r den Krieg.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;twitter-tweet&#034;&gt;&lt;p lang=&#034;en&#034; dir=&#034;ltr&#034;&gt;Fidesz has published a disgusting AI-generated video in which a young Hungarian girl is searching for her father while he is being executed in a war, shot in the head at close range. With this video, Fidesz has truly crossed every boundary. What &lt;a href=&#034;https://twitter.com/PM_ViktorOrban?ref_src=twsrc%5Etfw&#034;&gt;@PM_ViktorOrban&lt;/a&gt; and his people&#8230; &lt;a href=&#034;https://t.co/0OF2K3UVrB&#034;&gt;pic.twitter.com/0OF2K3UVrB&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8212; Magyar P&#233;ter (Ne f&#233;ljetek) (@magyarpeterMP) &lt;a href=&#034;https://twitter.com/magyarpeterMP/status/2024416848008147370?ref_src=twsrc%5Etfw&#034;&gt;February 19, 2026&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt; &lt;script async src=&#034;https://platform.twitter.com/widgets.js&#034; charset=&#034;utf-8&#034;&gt;&lt;/script&gt;
&lt;p&gt;Zugleich wird der Oppositionsf&#252;hrer Magyar als Marionette Br&#252;ssels dargestellt, um innenpolitische Gegner mit dieser Bedrohungserz&#228;hlung zu verkn&#252;pfen. Alles au&#223;erhalb der Regierung, sei es die EU oder Magyar, wird als Konfliktakteur eines Bedrohungsszenarios dargestellt, w&#228;hrend die Regierung Orb&#225;n sich als Garant von Stabilit&#228;t und Frieden inszeniert. Auf diese Weise lenkt die Regierungspartei von der wirtschaftlichen Stagnation im Inland ab und verschiebt den Fokus bewusst auf eine vermeintliche sicherheitspolitische Gefahr.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Wahlbeobachtung mit Kreml-Verbindungen &lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Neben den medialen Einflussnahmen steht auch die Frage im Raum, inwiefern Russland den Wahlprozess vor Ort beeinflusst. &lt;a href=&#034;https://de.euronews.com/my-europe/2026/03/20/putins-dolmetscherin-osze-wahl-ungarn-orban&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;So wurde mit Daria Boyarskaya eine ehemalige Dolmetscherin Putins und heutige Mitarbeiterin der OSZE (Organisation f&#252;r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) als Wahlbeobachterin in Ungarn eingesetzt&lt;/a&gt;. Die Mission umfasst mehr als 200 Beobachter, die von der Kampagne &#252;ber die Medienberichterstattung bis hin zur Ausz&#228;hlung die Parlamentswahlen begleiten und bewerten sollen. &lt;a href=&#034;https://www.spiegel.de/ausland/russland-ungarn-osze-geraet-wegen-russischer-mitarbeiterin-bei-ungarn-mission-unter-druck-a-4b137518-7c96-479c-b68b-fc584a233af2&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Rund 60 Mitglieder des EU-Parlaments verlangen Boyarskayas Ausschluss aus dem Wahlbeobachtungsprozess.&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;W&#228;hrend sich der Wahlausgang erst am Sonntag entscheidet, zeigt schon der Wahlkampf: Von Washington bis Moskau haben rechtspopulistische Kr&#228;fte ein Interesse am Fortbestand der illiberalen Demokratie im Herzen Europas. Die j&#252;ngsten &lt;a href=&#034;https://www.washingtonpost.com/world/2026/03/21/hungary-election-interference-russia-orban/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Enth&#252;llungen der Washington Post&lt;/a&gt;, wonach der russische Geheimdienst SWR sogar einen inszenierten Attentatsversuch auf Orb&#225;n vorgeschlagen haben soll, um seine Popularit&#228;t zu st&#228;rken, machen deutlich: Insbesondere der Kreml wird auf hybride und personelle Strategien setzen, um Orb&#225;n im Amt zu halten. Denn eine starke Marionette in Budapest bedeutet weiterhin ein in zentralen Entscheidungsfragen gel&#228;hmtes Br&#252;ssel. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>&#8222;Volksrepublik Narwa&#8220; &#8211; Muss Estland jetzt um seine Staatlichkeit f&#252;rchten?</title>
		<link>http://www.taurillon.org/volksrepublik-narwa-muss-estland-jetzt-um-seine-staatlichkeit-furchten</link>
		<guid isPermaLink="true">http://www.taurillon.org/volksrepublik-narwa-muss-estland-jetzt-um-seine-staatlichkeit-furchten</guid>
		<dc:date>2026-04-02T07:00:00Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Leopold Herter</dc:creator>


		<dc:subject>Estland</dc:subject>
		<dc:subject>Russland</dc:subject>
		<dc:subject>Sowjetunion</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;&#8222;Volksrepublik Narwa&#8220; hei&#223;t die am 14. Juli 2025 erstellte Telegram-Gruppe, welche mit ihrem separatistischen Inhalt in Estland f&#252;r gro&#223;e Diskussionen sorgt.&lt;/p&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/-aus-den-mitgliedsstaaten-" rel="directory"&gt;L&#228;nderfokus&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Estonia-+" rel="tag"&gt;Estland&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Russland-+" rel="tag"&gt;Russland&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Sowjetunion-+" rel="tag"&gt;Sowjetunion&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/d7/b60a6bba8e5a9a778fd3d596d8dd03.png?1775114132' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Berichte &#252;ber eine separatistische Internetbewegung um die Stadt Narwa f&#252;hren in Estland zu Sorge und Unbehagen. Wie gilt es mit der vermeintlichen Bedrohung umzugehen in Zeiten, in denen der Imperialismus in Europa wieder Thema ist? Die Situation weckt alte Erinnerungen an das russische Vorgehen in der Ostukraine 2014 und doch l&#246;st die Berichterstattung Diskussionen in der estnischen &#214;ffentlichkeit aus.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Am 11. M&#228;rz berichtet das unabh&#228;ngige estnische &lt;a href=&#034;https://www.propastop.org/en/2026/03/11/separatist-narva-peoples-republic-idea-spreads-on-social-media/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Anti-Propagandaportal &lt;i&gt;Propastop&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; &#252;ber das Auftauchen von Internet-Accounts und Social-Media-Seiten, welche den ostestnischen Landkreis Ida-Virumaa und die dort ans&#228;ssige Stadt Narwa von Estland unabh&#228;ngig erkl&#228;ren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Volksrepublik Narwa&#8220; (rus.: &#1053;&#1072;&#1088;&#1074;&#1089;&#1082;&#1072;&#1103; &#1053;&#1072;&#1088;&#1086;&#1076;&#1085;&#1072;&#1103; &#1056;&#1077;&#1089;&#1087;&#1091;&#1073;&#1083;&#1080;&#1082;&#1072;) hei&#223;t die am 14. Juli 2025 erstellte &lt;i&gt;Telegram&lt;/i&gt;-Gruppe, welche mit ihrem separatistischen Inhalt in Estland f&#252;r gro&#223;e Diskussionen sorgt. T&#228;glich werden dort politisch motivierte Memes gepostet und die Volksrepublik Narwa ausgerufen &#8211; oft eingef&#228;rbt in einer gr&#252;n-schwarz-wei&#223;en Flagge. Sie soll wohl an die estnische Trikolore angelehnt sein und l&#246;st damit eine Provokation aus, denn die Staatlichkeit ist in Estland heilig.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25606 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/png/narva_linn_2017.png' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/png&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH349/narva_linn_2017-202b0.png?1775114132' width='500' height='349' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Ein &#220;berblick auf Estland: Dunkelgelb ist die Region Ida-Virumaa gekenntzeichnet, Rot ist das Stadtgebiets Narwas. Foto: &lt;a href=&#034;https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Flying_Saucer&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Flying Saucer&lt;/a&gt; Wikimedia Commons&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Narw-was? Den Kontext liefert die Vergangenheit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit 1991 ist Estland zum zweiten Mal komplett unabh&#228;ngig. Zuvor wurde das Land wie die beiden anderen baltischen Staaten von 1940 an von der &lt;a href=&#034;https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag-baltikum-wird-sowjetisch-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Sowjetunion besetzt&lt;/a&gt; und in die kommunistische V&#246;lkerunion zwangsintegriert. Der sowjetische Gedanke schaffte es allerdings nie, sich in der Bev&#246;lkerung zu festigen; er befeuerte eher das Gegenteil, denn bis heute wird die Zeit in der Sowjetunion unter Moskau als nationales Trauma angesehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Stadt Narwa ist ein Paradebeispiel f&#252;r das Erbe der sowjetischen Besatzung in Estland. Bis heute sind &lt;a href=&#034;https://andmed.stat.ee/et/stat/rahvaloendus__rel2011__rahvastiku-demograafilised-ja-etno-kultuurilised-naitajad__rahvus-emakeel-ja-keelteoskus-murded/RL0444/table/tableViewLayout2&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#252;ber 95% der Stadtbev&#246;lkerung russischsprachig&lt;/a&gt;. Der Grund daf&#252;r: Die drittgr&#246;&#223;te Stadt des Landes wurde im Zweiten Weltkrieg komplett zerst&#246;rt und musste in der Nachkriegszeit neu erbaut und bev&#246;lkert werden. Um die rebellischen Est*innen zu Sowjetb&#252;rger*innen zu erziehen, entschied sich Moskau dazu, die hohe Dichte an estnischen B&#252;rger*innen in der Volksrepublik auszud&#252;nnen. Daf&#252;r siedelte es russischsprachige Arbeiter*innen aus weiteren Sowjetrepubliken in der neu erbauten Stadt an. Diese russischsprachigen Familien stammten nicht immer aus der Russischen, sondern auch beispielsweise aus der Ukrainischen oder der Kasachischen Volksrepublik, sie waren in ihrer Identit&#228;t als Sowjetb&#252;rger allerdings schon weiter fortgeschritten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach dem Zerfall der &lt;a href=&#034;https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/welche-laender-gehoerten-zur-sowjetunion-15-staaten-21-07-2023-102073493&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Vielv&#246;lkerunion&lt;/a&gt; blieben diese Familien in Estland ans&#228;ssig und damit auch die russische Pr&#228;gung. Daher sorgt die mangelnde Integration eines gro&#223;en Teils dieser Bev&#246;lkerungsgruppe bis heute regelm&#228;&#223;ig f&#252;r brisante politische Diskussionen, insbesondere seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022. Viele ethnische Russen sprechen kein oder nicht ausreichend Estnisch, was Bildungs- und Aufstiegschancen verhindert. Viele Est*innen empfinden das als respektlos gegen&#252;ber ihrer Kultur und Sprache.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Narwa-Szenario &#8211; ein bekannter Fall f&#252;r die NATO&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch in der deutschen &#214;ffentlichkeit ist die Stadt Narwa bekannt. Der Sicherheitswissenschaftler Carlo Masala von der Universit&#228;t der Bundeswehr in M&#252;nchen integrierte die Stadt als zentralen Bestandteil seines Buches: &#8222;&lt;i&gt;Wenn Russland gewinnt&lt;/i&gt;.&#8221; Dort besetzt Russland die estnische Grenzstadt in einem fiktionalen Szenario. Das Buch diskutiert anschlie&#223;end fiktiv &#252;ber die &lt;a href=&#034;https://www.nato.int/en/what-we-do/introduction-to-nato/collective-defence-and-article-5&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Aktivierung des 5. Artikels des &lt;i&gt;NATO&lt;/i&gt;-Vertrages&lt;/a&gt;, also der milit&#228;rischen Beistandspflicht eines &lt;i&gt;NATO&lt;/i&gt;-Partners. Ob dies in der Praxis einer separatistischen Bewegung in und um Narwa allerdings realpolitisch geschehen w&#252;rde, bleibt abzuwarten. Sp&#228;testens seit seiner Ver&#246;ffentlichung wird das Narwa-Szenario, also eine Beteiligung Russlands an der Abtrennung der Stadt aus dem estnischen Staatsgebiet, auch &lt;a href=&#034;https://www.merkur.de/politik/nato-stadt-vor-russischem-angriff-diplomatische-loesung-ist-unsinn-93693333.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;in Deutschland besprochen&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Berichterstattung entfacht Diskurs&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Derartige Bestrebungen sind in Estland also als empfindlich anzusehen, weswegen das estnische Internetportal &lt;i&gt;Propastop&lt;/i&gt;, welches sich anti-propagandistischer Aufkl&#228;rung widmet, einen &lt;a href=&#034;https://www.propastop.org/en/2026/03/11/separatist-narva-peoples-republic-idea-spreads-on-social-media/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Artikel&lt;/a&gt; zur Thematik ver&#246;ffentlichte. Allerdings l&#246;ste das Portal mit ihrer Ver&#246;ffentlichung nicht die gew&#252;nschten Reaktionen aus, sondern entfachte eine breite Diskussion in den estnischen Medien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum Beispiel &lt;a href=&#034;https://news.err.ee/1609966733/indrek-kiisler-propastop-and-the-narva-republic&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;kritisierte&lt;/a&gt; der estnische Journalist Indrek Kiisler das Portal, das mit seinem Artikel &#252;berhaupt erst breitfl&#228;chige Aufmerksamkeit auf die Thematik gebracht hat. Dadurch wurde aus einem kleinen, nicht beachtenswerten Gruppenchat eine Aff&#228;re, die sogar den estnischen Premierminister Kristen Michal &lt;a href=&#034;https://valitsus.ee/uudised/valitsuse-pressikonverents-12-marts-2026&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;dazu veranlasste, sich zu &#228;u&#223;ern&lt;/a&gt;, so Kiisler. Laut ihm ist zudem unklar, ob sich hinter den Online-Accounts und Gruppen-Admins Internet-Trolle oder tats&#228;chliche staatlich gef&#246;rderte Propaganda aus Russland befindet. Mittlerweile meldete sich auch das estnische Au&#223;enministerium auf &lt;a href=&#034;https://x.com/mfaestonia/status/2034976553545687088?s=52&amp;t=OmEnm4ma9BlbCpjVtZCzKg&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;X&lt;/i&gt; zu Wort&lt;/a&gt;: &#8222;Narwa ist Estland. Punkt. Wir durchschauen alle Versuche, uns zu spalten.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Propastop&lt;/i&gt; reagierte auf die Vorw&#252;rfe und ver&#246;ffentlichte am 16. M&#228;rz ein &lt;a href=&#034;https://www.propastop.org/en/2026/03/16/why-does-propastop-write-about-the-narva-peoples-republic-case/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Statement&lt;/a&gt;, in welchem es mitteilt, dass es die Aufgabe des Blogs sei, die estnische Bev&#246;lkerung &#252;ber Propagandaversuche aufzukl&#228;ren und dass es die Bef&#252;rchtungen Kiislers nicht teilt.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25609 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/png/2screenshot_artikel_estland.png' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/png&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH403/2screenshot_artikel_estland-709bb.png?1775114132' width='500' height='403' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Screenshot aus dem Gruppenchat Volksrepublik Narwa auf Telegram &#8211; Das Meme bedeutet &#252;bersetzt: &#8222;Die NATO wird nicht kommen&#8220; (30.03.2026)&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie real ist die Gefahr einer &#8222;Volksrepublik Narwa&#8221;?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch wie sehr m&#252;ssen die estnischen Beh&#246;rden um eine Abtrennung ihres Staatsgebiets f&#252;rchten? Werden die Gedanken an die oft diskutierten &lt;i&gt;Gr&#252;nen M&#228;nnchen&lt;/i&gt; an der Grenze der aktuellen Situation gerecht? Die estnische Internetplattform &lt;i&gt;The Baltic Sentinel&lt;/i&gt;, welche sich auf Verteidigungsnachrichten in Nordosteuropa spezialisiert, gelang es in &lt;a href=&#034;https://balticsentinel.eu/8437404/how-a-journalist-gained-access-to-a-closed-telegram-chat-group-and-posed-as-a-supporter-of-the-narva-people-s-republic&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;investigativen Recherchen&lt;/a&gt;, die Ressourcen und die Manpower hinter der oben besprochenen &lt;i&gt;Telegram&lt;/i&gt;-Gruppe aufzudecken. Diese ergaben, dass es sich hinter dem separatistischen Kanal h&#246;chstwahrscheinlich um eine Einzelperson handelt, welche nicht nur &#252;ber geringe finanzielle Mittel verf&#252;gt, sondern allem Anschein nach auch nicht in Estland sesshaft ist. Im Artikel von &lt;i&gt;The Baltic Sentinel&lt;/i&gt; hei&#223;t es zudem, dass sich die Bef&#252;rchtungen einer aus Moskau dirigierten nachrichtendienstlichen Aktion nicht best&#228;tigen k&#246;nnen. Diese Erkenntnisse d&#252;rften die Kritik am Handeln des Portals &lt;i&gt;Propastop&lt;/i&gt; st&#228;rken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In politisch brisanten Zeiten tragen vor allem die Medien eine besondere Verantwortung, Inhalte korrekt einzuordnen und vor der Ver&#246;ffentlichung zu &#252;berpr&#252;fen. Der &lt;i&gt;Telegram&lt;/i&gt;-Gruppe hat die Berichterstattung unweigerlich einen Schub gegeben. W&#228;hrend &lt;i&gt;Propastop&lt;/i&gt; in ihrem Ursprungsartikel schreibt, die Gruppe verf&#252;ge &#252;ber &#8222;60 bis 70 Abonnenten&#8220;, so umfasst sie zum Zeitpunkt des Abschlusses dieses Artikels (30.03.2026) &#252;ber 1.500 Abonnenten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dennoch: Mittlerweile greift auch das russische Propaganda-Fernsehen die Sache auf und diskutiert offen &#252;ber eine &lt;a href=&#034;https://x.com/nexta_tv/status/2036208872671658332&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Einverleibung Narwas&lt;/a&gt;. Inwiefern es sich hierbei um einen Einsch&#252;chterungsversuch handelt, ist unklar. Die russische Armee ist seit &#252;ber vier Jahren in einen Invasionskrieg in der Ukraine gebunden. Einen zeitnahen Einmarsch ins Baltikum wird sich die milit&#228;rische F&#252;hrung in Moskau &lt;a href=&#034;https://www.euronews.com/2026/02/11/russia-has-no-intention-of-attacking-estonia-or-nato-this-year-says-estonian-intelligence-&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;kaum leisten d&#252;rfen&lt;/a&gt;. Doch auch wenn die Diskussion in Estland &#252;ber die Berichterstattung langsam abgeflacht ist, bleibt die Situation um Narwa angespannt.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Die europ&#228;ische Brandmauer: Realit&#228;t oder nur noch ein politisches Wunschbild?</title>
		<link>http://www.taurillon.org/die-europaische-brandmauer-realitat-oder-nur-noch-ein-politisches</link>
		<guid isPermaLink="true">http://www.taurillon.org/die-europaische-brandmauer-realitat-oder-nur-noch-ein-politisches</guid>
		<dc:date>2026-03-22T09:11:48Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Mia Stremme</dc:creator>


		<dc:subject>&lt;span lang='fr'&gt;Europ&#228;ische Union&lt;/span&gt;</dc:subject>
		<dc:subject>Rechtsextremismus</dc:subject>
		<dc:subject>EU</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;Ist die Brandmauer gefallen? Die EVP arbeitet wohl eng mit der AfD und anderen rechten Gruppen im Europaparlament zusammen.&lt;/p&gt;

-
&lt;a href="http://www.taurillon.org/-Integration-" rel="directory"&gt;Europ&#228;ische Politik und Integration&lt;/a&gt;

/ 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Europaische-Union-+" rel="tag"&gt;&lt;span lang='fr'&gt;Europ&#228;ische Union&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-Rechtsextremismus-+" rel="tag"&gt;Rechtsextremismus&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.taurillon.org/+-mot2187-+" rel="tag"&gt;EU&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-gd2/65/f0a8a05d97ef3e93983780f60bac93.jpg?1774172186' class='spip_logo spip_logo_right' width='1200' height='630' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_chapo'&gt;&lt;p&gt;Die &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt; arbeitet wohl eng mit der &lt;i&gt;AfD&lt;/i&gt; und anderen rechten Gruppen im Europaparlament zusammen. Das hat eine &lt;a href=&#034;https://www.deutschlandfunk.de/dpa-recherche-evp-fraktion-arbeitet-offenbar-enger-mit-rechten-parteien-zusammen-als-bislang-bekannt-102.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Recherche der &lt;i&gt;dpa&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; diese Woche ans Licht gebracht. Schon im November beschloss die konservative &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt; mit den rechten und rechtspopulistischen Fraktionen ein Gesetz. Ist die Brandmauer gefallen?&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Im Br&#252;sseler Gewusel laufen eine Handvoll Abgeordnete herum, die bis vor ein paar Tagen noch heimliche Pl&#228;ne f&#252;r einen Gesetzesentwurf zur Abschiebung von Asylsuchenden schmiedeten. In einer &lt;i&gt;WhatsApp&lt;/i&gt;-Gruppe tauschten sich Abgeordnete der &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt;-Fraktion mit Mitgliedern der Rechtsau&#223;en-Fraktionen aus. Darunter sind auch Abgeordnete der &lt;i&gt;AfD&lt;/i&gt;. Es ist eine &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/ausland/europa/evp-europaparlament-afd-brandmauer-weber-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Recherche der Nachrichtenagentur dpa&lt;/a&gt;, die diese Chat-Gruppe an die &#214;ffentlichkeit bringt. Laut dem Bericht der dpa hei&#223;t es in einer Nachricht: &#8222;Vielen Dank f&#252;r diese hervorragende Zusammenarbeit.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Recherche l&#246;st in Deutschland einen Wirbel an Schlagzeilen aus und sogar Kanzler Friedrich Merz mischt sich in die EU-politische Angelegenheit ein. &#8222;Wir arbeiten nicht zusammen mit den Rechtsradikalen im Europ&#228;ischen Parlament&#8220;, &lt;a href=&#034;https://www.tagesschau.de/inland/merz-weber-evp-rechte-100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;erkl&#228;rt er&lt;/a&gt; und fordert, &#034;dass dies abgestellt wird und dass dies gegebenenfalls auch Konsequenzen hat.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;&#8222;Das ist ein Trend&#8220;&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Doch ist dieser Vorfall so neu? &#8211; Nein, bereits im November beschloss die EVP-Fraktion gemeinsam mit den rechten und rechtspopulistischen Fraktionen &lt;i&gt;EKR&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;PfE&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;ESN&lt;/i&gt; ein Gesetz zur Abschw&#228;chung des EU-Lieferkettengesetzes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Das ist ein Trend, den sehe ich schon seit dem Beginn dieser Legislaturperiode und im November hat es sich mit dem Lieferkettengesetz aber das erste Mal wirklich in der Gesetzgebung ausgedr&#252;ckt&#8220;, sagt Sophia Russack im Interview mit der &lt;a href=&#034;https://www.treffpunkteuropa.de/_mia-stremme_?lang=de&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Autorin&lt;/a&gt;. Sie forscht am Thinktank Centre for European Policy Studies (CEPS).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass jetzt Chatverl&#228;ufe mit rechten Fraktionen an die &#214;ffentlichkeit gekommen sind, &#252;berrascht Russack nicht. Sie habe das schon l&#228;nger beobachtet. &#8222;Es ist der &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt; eben wichtig, deren Agenda durchzubringen, dass es zweitrangig ist, mit welcher Mehrheit&#8220;, fasst sie zusammen. Die &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt; fungiere als Steigb&#252;gelhalter f&#252;r rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien. &#8222;Die Rechtsau&#223;enparteien sind nur so m&#228;chtig, wie die Christdemokraten und Konservativen sie machen.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;center&gt;&lt;div class='spip_document_25579 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='http://www.taurillon.org/IMG/jpg/foto01-2.jpg' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/jpeg&#034;&gt; &lt;img src='http://www.taurillon.org/local/cache-vignettes/L500xH333/foto01-2-7ff47.jpg?1774170944' width='500' height='333' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;small&gt; Mannfred Weber, Partei- und Fraktionsvorsitzender der EVP. Foto: CC-BY-4.0: &#169; European Union 2020 &#8211; Source: EP &lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;hr&gt;&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Also gibt es die Brandmauer nicht mehr?&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Russack beantwortet diese Frage mit einem klaren Nein. Doch fragt man andere, wie Manfred Weber, Partei- und Fraktionsvorsitzender der &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt;, steht die Brandmauer noch. Auch nach dem Aufdecken der Chatgruppe &lt;a href=&#034;https://www.deutschlandfunk.de/die-brandmauer-steht-evp-fraktionschef-weber-beteuert-distanz-zur-afd-nach-absprachen-affaere-im-eu--100.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;beteuert er weiterhin Distanz zur &lt;i&gt;AfD&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;: &#8222;Es gibt keine Zusammenarbeit mit der &lt;i&gt;AfD&lt;/i&gt; im europ&#228;ischen Parlament, deren Inhalte spielen bei uns keine Rolle.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am &lt;i&gt;CDU&lt;/i&gt;-Parteitag dieses Jahr hatte Weber in seiner Rede jedoch nicht ausgeschlossen, Gesetze mit Mehrheiten mit den Rechten durchzubringen. &lt;a href=&#034;https://www.ardmediathek.de/video/phoenix-vor-ort/manfred-weber-csu-evp-grusswort-auf-cdu-parteitag/phoenix/Y3JpZDovL3Bob2VuaXguZGUvNTE3NzcxMg&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Er sagte&lt;/a&gt;, dass die &lt;i&gt;AfD&lt;/i&gt; kein Partner in der Zusammenarbeit sei, aber dass man die geplante Politik jedoch umsetze. Russack erkl&#228;rt, dass es nicht unbedingt einer konkreten Zusammenarbeit mit den Rechten bedarf, damit die &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt; ihre konservativ-b&#252;rgerliche Linie durchsetzen k&#246;nne. Bei manchen Formulierungen von &#196;nderungsvorschl&#228;gen oder Gesetzen wisse man, dass da vom rechten Rand die Zustimmung komme. So wie im vergangenen Herbst beim Lieferkettengesetz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch bei dem Migrationsgesetz habe es bereits genug &#220;berschneidungen in der Positionierung gegeben. &lt;a href=&#034;https://taz.de/Interne-Chats-belegen-Kooperation-von-EVP-mit-Rechten/!6162482/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Auf Anfrage der &lt;i&gt;dpa&lt;/i&gt; erkl&#228;rte ein Sprecher der &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, man h&#228;tte den Gesetzesentwurf nicht gro&#223; &#252;berarbeiten m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;h3 class=&#034;spip&#034;&gt;Besonders die Deutschen halten an der europ&#228;ischen Brandmauer fest&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Fast jedes deutsche Medium schrieb &#252;ber die geheimen Chatverl&#228;ufe. Bei ausl&#228;ndischen Medien blieb es hingegen ruhiger, obwohl sich der Vorfall auf europ&#228;ischer Ebene abspielt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der jeweilige nationale Hintergrund spielt in der Debatte eine wichtige Rolle. Beispielsweise st&#246;&#223;t in der italienischen Medien&#246;ffentlichkeit die Kooperation zwischen &lt;i&gt;EVP&lt;/i&gt; und den Rechten nicht auf Emp&#246;rung. Denn im eigenen Land steht die Brandmauer schon l&#228;ngst nicht mehr und die postfaschistische Partei von Giorgia Meloni regiert zusammen mit anderen konservativ-rechten Parteien. Russack erkl&#228;rt: &#8222;In den deutschen Medien ist der Aufschrei so gro&#223;, das ist gut und wichtig, weil das eben auch zeigt, dass die Brandmauer tats&#228;chlich noch in Deutschland steht und es eben gro&#223;es Entsetzen dar&#252;ber gibt, was im Europaparlament passiert.&#8220;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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