<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"><channel><title><![CDATA[HerrMontag.de thahipster.de thafaker.de]]></title><description><![CDATA[Jan Montags ~ Tech Stuff ~]]></description><link>https://herrmontag.de/</link><image><url>https://herrmontag.de/favicon.png</url><title>HerrMontag.de thahipster.de thafaker.de</title><link>https://herrmontag.de/</link></image><generator>Ghost 6.37</generator><lastBuildDate>Sat, 16 May 2026 15:24:29 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://herrmontag.de/rss/" rel="self" type="application/rss+xml"/><ttl>60</ttl><item><title><![CDATA[RAMageddon - Die große Speicher-Müdigkeit]]></title><description><![CDATA[Der geplante günstige PC-Build scheitert an explodierenden RAM- & SSD-Preisen. Grund: KI-Boom & künstliche Verknappung der Hersteller. Das Ende der goldenen Hardware-Ära macht das Hobby wieder zum Luxus.]]></description><link>https://herrmontag.de/ramageddon-die-grosse-speicher-mudigkeit/</link><guid isPermaLink="false">6a00395744503d0001b824a5</guid><category><![CDATA[gaming]]></category><category><![CDATA[hardware]]></category><category><![CDATA[KI]]></category><category><![CDATA[ramdepression]]></category><dc:creator><![CDATA[Jan Montag]]></dc:creator><pubDate>Tue, 12 May 2026 15:35:56 GMT</pubDate><media:content url="https://images.unsplash.com/photo-1511415932124-42efedd2eacf?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDYxfHxSQU18ZW58MHx8fHwxNzc4NDAzMzI0fDA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2000" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<h3 id="oder-wie-mein-%E2%80%9Epc-build-2026%E2%80%9C-projekt-pl%C3%B6tzlich-zu-einer-kleinen-recherche-%C3%BCber-kapitalismus-ki-und-speicherchips-wurde">Oder: Wie mein &#x201E;PC Build 2026&#x201C;-Projekt pl&#xF6;tzlich zu einer kleinen Recherche &#xFC;ber Kapitalismus, KI und Speicherchips wurde</h3>
<img src="https://images.unsplash.com/photo-1511415932124-42efedd2eacf?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDYxfHxSQU18ZW58MHx8fHwxNzc4NDAzMzI0fDA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2000" alt="RAMageddon - Die gro&#xDF;e Speicher-M&#xFC;digkeit"><p>Eigentlich wollte ich ja <a href="https://herrmontag.de/pc-build-2026">einfach nur wieder einen PC bauen</a>. Das war der urspr&#xFC;ngliche Plan. Nach vielen Jahren. Nach dem Gef&#xFC;hl (eigentlich ist es ja Gewissheit), dass PCs irgendwann aus meinem Leben verschwunden waren, obwohl sie mich jahrzehntelang begleitet hatten. Und dann kam pl&#xF6;tzlich wieder diese Lust zur&#xFC;ck. Vielleicht wegen Linux. Vielleicht auch einfach wegen des &#xC4;lterwerdens und dieser R&#xFC;ckbesinnung auf eine Zeit, in der man noch N&#xE4;chte damit verbrachte, BIOS-Einstellungen zu vergleichen, CPU-K&#xFC;hler in viel zu kleine Geh&#xE4;use zu schrauben und die Karre zu &#xFC;bertakten, den Pentium 166 MMX auf 200. Enorm!</p>
<p>Also begann ich vor ein paar Wochen damit, mein Projekt &#x201E;<a href="https://herrmontag.de/pc-build-2026">PC Build 2026</a>&#x201C; zu planen. Angesto&#xDF;en wurde ich durch die vielen, sehr schicken ITX-Builds. Computer in kleinen Geh&#xE4;usen. Als Apple-Freund schmeichelt das meinem Auge. Zu meiner Zeit waren Gaming-PCs n&#xE4;mlich monstr&#xF6;se RGB-TikTok-Rechner (obschon es TikTok damals noch nicht gab). Ich wollte auch keinen &#x201E;Ultimate AI Workstation Build&#x201C;. Einfach nur einen ehrlichen Midrange-PC. <em>Linux</em>. Mit der guten Technik von 2024, also AM4, DDR4 <em>diesdas</em>. Zukunftssicher genug, ohne komplett wahnsinnig zu werden.</p>
<p><strong>Dachte ich zumindest</strong>.</p>
<p>Und w&#xE4;hrend ich anfing Preise zu vergleichen, merkte ich pl&#xF6;tzlich:<br>
Irgendetwas hat sich verschoben. <strong>RAM</strong> war n&#xE4;mlich <strong>absurd</strong> teuer geworden. <strong>SSDs</strong> ebenfalls. Nicht nur <em>ein bisschen</em> teurer. Sondern richtig unangenehm teuer. So teuer, dass pl&#xF6;tzlich selbst halbwegs vern&#xFC;nftige Mittelklasse-Builds in Preisregionen rutschten, die vor zwei Jahren noch nahezu High-End gewesen w&#xE4;ren. 16 GB-Ram (2x8) f&#xFC;r mindestens 300 Euro. Eine 1 TB SSD f&#xFC;r mindestens 150 Euro (&#xE4;lteres PCIe 4.0). Alles mit Speicher wurde entsprechend teurer. Mein 2 TB RaspberryPi 5 Build von letztem Jahr ist um 100&#x20AC; gestiegen. <strong>Wegen RAM und SSD</strong>. <em>Unfassbar</em>. So eine Schei&#xDF;e. Und das war Grund genug, mich tiefer einzuarbeiten Denn das Verr&#xFC;ckte ist ja: Vor gar nicht allzu langer Zeit lebten wir eigentlich in einer Art goldener Speicher-Utopie, offensichtlich!</p>
<h3 id="die-kurze-zeit-in-der-speicher-pl%C3%B6tzlich-fast-nichts-mehr-kostete-au%C3%9Fer-bei-apple">Die kurze Zeit, in der Speicher pl&#xF6;tzlich fast nichts mehr kostete (au&#xDF;er bei Apple)</h3>
<p>Man vergisst das heute schnell, aber zwischen ungef&#xE4;hr 2022 und 2024 waren SSDs und RAM teilweise l&#xE4;cherlich g&#xFC;nstig geworden. Das war diese Neuaufbauphase nach Corona, in der Hersteller wie Samsung, Micron oder SK Hynix ihre Produktion massiv hochgefahren hatten. W&#xE4;hrend der Pandemie explodierte die Nachfrage nach Hardware. Wegen Homeoffice oder dem Gaming-Boom. Konsolenknappheit. Und weil die Leute am Fenster f&#xFC;r Pflegekr&#xE4;fte klatschten. Alles uns wohl bekannte BNuzzwords jener Tage. Jeder brauchte pl&#xF6;tzlich Technik.</p>
<p>Die Speicherindustrie reagierte wie Industrie eben reagiert:<br>
Mehr produzieren. Viel mehr produzieren. Und dann brach die Nachfrage pl&#xF6;tzlich weg. Oder eher: sie pendelte sich wieder auf ein normales Ma&#xDF; ein. Aber das ist wie mit der Lehrer-Ausbildung. Wir haben keine Lehrer. Wir bilden dann welche aus, mit allen Mitteln. So lange, bis schon klar ist, das keine Kinder mehr nachkommen. Denn Demografie lesen und uns entsprechend anpassen, das k&#xF6;nnen wir nicht, weil wir dumm sind. Und dann wundern wir uns aber, wenn wir pl&#xF6;tzlich zu viele Lehrer und zu wenige Kinder haben. <em>Das konnte ja keiner ahnen</em>. Aber ich schweife ab.</p>
<p>Die Lager liefen voll. Preise st&#xFC;rzten ab. SSDs wurden teilweise billiger als gebrauchte Schallplatten. DDR4-RAM kostete irgendwann so wenig, dass Leute ernsthaft schrieben: &#x201E;Kauf einfach direkt 64 GB, kostet ja nichts mehr.&#x201C; 2-TB-NVMe-SSDs f&#xFC;r unter 100 Euro waren pl&#xF6;tzlich normal und man fing an, sich NVMe-SSD-NAS mit 4 TB Teilen zu bauen. Und all das ging sehr schnell in die &#xF6;ffentliche Wahrnehmung &#xFC;ber. Galt als <strong>normal</strong>!</p>
<p><em>R&#xFC;ckblickend</em> war das wahrscheinlich eine historische Ausnahme. Aber damals dachte man: &quot;Klar. Technik wird eben immer billiger. Das war doch schon immer so&quot;.<br>
War es aber nicht, zumindest nicht dauerhaft. Denn genau diese Preisabst&#xFC;rze waren f&#xFC;r die Hersteller ein Problem. Ein riesiges Problem. Samsung meldete massive Gewinneinbr&#xFC;che. Micron fuhr Produktionen zur&#xFC;ck. NAND-Flash-Hersteller vernichteten teilweise Lagerbest&#xE4;nde oder drosselten ihre Fertigung k&#xFC;nstlich. Die gesamte Branche verstand pl&#xF6;tzlich: Zu viel g&#xFC;nstiger Speicher ist schlecht f&#xFC;rs Gesch&#xE4;ft. Und jetzt, zwei Jahre sp&#xE4;ter, erleben wir die Gegenreaktion <strong>mit voller Wucht</strong>. Aber das liegt nicht nur an der Reduktion der Produktion, sondern an Kollege Sch&#xFC;rschuh.</p>
<h3 id="die-ki-frisst-ihre-erfinder">Die KI frisst ihre Erfinder</h3>
<p>Man kann &#xFC;ber KI denken was man will, aber eines muss man ihr lassen:<br>
Sie konsumiert Hardware wie eine Naturkatastrophe. Nicht nur GPUs. <strong>Speicher</strong>. <em>Vor allem Speicher</em>. Diese gigantischen Modelle, &#xFC;ber die momentan alle reden, m&#xFC;ssen ja auch irgendwo liegen <sup class="footnote-ref"><a href="#fn1" id="fnref1">[1]</a></sup>. Trainiert werden. Geladen werden. Versioniert werden. Zwischengespeichert werden. Irgendwelche AI-Unternehmen schieben heute Datenmengen durch ihre Infrastruktur, die fr&#xFC;her nur bei Google oder Amazon denkbar gewesen w&#xE4;ren oder in einem Monat am De-CIX aufgelaufen sind. Und pl&#xF6;tzlich konkurriert mein kleiner Gaming-PC mit ganzen Rechenzentren. Das klingt absurd, ist aber exakt das, was gerade passiert.</p>
<p>DRAM, NAND, HBM &#x2014; Speicher ist heute keine langweilige PC-Komponente mehr, sondern Infrastruktur f&#xFC;r KI-Systeme. Ein geopolitisch relevanter Rohstoff. Neben seltenen Erden einfach mur schon gut verarbeitet, aber trotzdem politisch. Das merkt man inzwischen &#xFC;berall. Die Hersteller reden kaum noch &#xFC;ber Consumer-Produkte. Alles ist pl&#xF6;tzlich &#x201E;AI optimized&#x201C;. &#x201E;Enterprise ready&#x201C;. &#x201E;Datacenter grade&#x201C;. Selbst Keynotes f&#xFC;hlen sich inzwischen eher wie B&#xF6;rsenveranstaltungen an als wie Technikmessen. Fr&#xFC;her waren Gamer die wichtigsten Kunden der Hardwarebranche, neben der Erotikindustrie. Heute bist du nur noch Kollateralschaden.</p>
<h3 id="der-moment-in-dem-der-selbstbau-pc-wieder-luxus-wurde">Der Moment, in dem der Selbstbau-PC wieder Luxus wurde</h3>
<p>Was mich an der ganzen Sache pers&#xF6;nlich gerade nat&#xFC;rlich am meisten irritiert ist, wie stark das meine gesamte Idee des g&#xFC;nstigen Selbstbau-PCs zerst&#xF6;rt. Es gab mal eine Kategorie von Rechnern zwischen 700 und 1000 Euro. Gute Mittelklasse. Der Working-Class-Hero der PCs, Rechner, die Studenten bauten. Leute mit begrenztem Einkommen. Menschen, die sich monatelang Komponenten zusammensparten. Ich rede schei&#xDF;. aber ihr wisst schon: Heute wirken diese Preisregionen fast nostalgisch. PC Games schrieb vor kurzem, dass Budget-Builds mittlerweile etwa 120 bis 150 Euro teurer seien als noch im Sommer zuvor &#x2014; allein wegen RAM und SSDs. Und dass RAM teilweise viermal so teuer geworden sei wie noch wenige Monate zuvor. Das ist keine normale Marktschwankung mehr.</p>
<p><strong>Das ist eine strukturelle Ver&#xE4;nderung</strong>.</p>
<p>Und pl&#xF6;tzlich entstehen diese v&#xF6;llig absurden Situationen, in denen Leute in Reddit-Foren schreiben, sie h&#xE4;tten &#x201E;zum Gl&#xFC;ck noch rechtzeitig RAM gekauft&#x201C;. Als w&#xFC;rden sie &#xFC;ber Heiz&#xF6;l sprechen. Oder Immobilien. Oder Toilettenpapier. Ich musste dar&#xFC;ber erst lachen. Und jetzt stecke ich in der gleichen Schei&#xDF;e und hab die Karre auf 16 GB reduziert und auf 1 TB NVMe, weil es sonst noch teurer wird. Alter!</p>
<h3 id="die-neue-m%C3%BCdigkeit-der-pc-bastler">Die neue M&#xFC;digkeit der PC-Bastler</h3>
<p>Wenn man sich aktuell durch Hardwareforen liest, taucht &#xFC;berall dieselbe Stimmung auf. Menschen verschieben Builds. Kaufen gebraucht. Bleiben l&#xE4;nger auf AM4. Verwenden alte SATA-SSDs weiter. Oder sagen direkt: &#x201E;Vielleicht doch lieber Konsole.&#x201C; Ich verstehe das inzwischen komplett, mir geht es gerade auch so. Denn die klassische Hoffnung der PC-Welt &#x2014; dass Technik automatisch billiger wird, wenn man nur lange genug wartet &#x2014; funktioniert pl&#xF6;tzlich nicht mehr zuverl&#xE4;ssig wie oben schon beschrieben. Und wahrscheinlich wird es noch ewig dauern, bis sich der Markt etwas entspannt. Wenn er das &#xFC;berhaupt tut. Ich w&#xE4;re gern gerade RAM-industrie und k&#xF6;nnte so teuer verkaufen, wie die Roh&#xF6;lindustrie. Moment. Dann w&#xE4;re ich gern &#xD6;lbohrturm.</p>
<p>Die Hersteller haben gelernt, dass sie k&#xFC;nstliche Verknappung besser kontrollieren k&#xF6;nnen als fr&#xFC;her. Gleichzeitig sorgt der KI-Markt daf&#xFC;r, dass Speicherproduktion heute dort landet, wo die gr&#xF6;&#xDF;ten Margen sitzen: Enterprise. Datacenter. AI-Cluster. Nicht bei meinem kleinen schicken Linux-Gaming-PC. Auf einen Preisrutsch braucht man unter diesen Umst&#xE4;nden nicht warten. Daran glaube ich nicht.</p>
<p>Nat&#xFC;rlich gibt es eben auch Gewinner:</p>
<ul>
<li>Samsung gewinnt.</li>
<li>Micron gewinnt.</li>
<li>SK Hynix gewinnt.</li>
<li>NVIDIA gewinnt sowieso immer.</li>
</ul>
<p>Cloudanbieter gewinnen. KI-Unternehmen gewinnen. Aktion&#xE4;re gewinnen.</p>
<blockquote>
<p>An dieser Stelle will ich auf <a href="https://mthie.com/short/alles-fuer-die-ai.html">mthies Artikel</a> zu AI un den Mega cluster in Utah hinweisen. Was da abgeht, schei&#xDF;e. Wir m&#xFC;ssen AI/KI in dieser Form abschaffen!</p>
</blockquote>
<p>Verlierer sind die klassischen Consumer-Kn&#xF6;del. Und die Bastler. Die Leute, die alle acht oder zehn Jahre mal wieder Lust bekommen, einen Rechner selbst zusammenzubauen. Menschen wie ich, die pl&#xF6;tzlich feststellen, dass ein &#x201E;vern&#xFC;nftiger Midrange-PC&#x201C; heute finanziell deutlich n&#xE4;her an einem Kleinwagen-Leasing ist als an dem Hobby von fr&#xFC;her.</p>
<p>Und das ist alles schei&#xDF;e. Und wenn der Speicherhunger noch daf&#xFC;r sorgt dass die Welt noch ein bisschen mehr zugeschissen wird, dann ist mein Selbstbau-PC nur mehr blo&#xDF;e &#xDC;bertragung hin zu etwas gr&#xF6;&#xDF;erem: n&#xE4;mlich dieser Weltschei&#xDF;e, in der wir uns gerade befinden. Denn PCs waren lange Zeit ein erstaunlich demokratisches Hobby. Mit etwas Geduld und Recherche konnte man sich relativ g&#xFC;nstig etwas bauen, das leistungsf&#xE4;hig war. Technik f&#xFC;hlte sich erreichbar an. Bildungsdurchl&#xE4;ssigkeit. Heute wirkt vieles wieder elit&#xE4;rer. High-End sowieso. Aber inzwischen selbst Mittelklasse.</p>
<p>Je l&#xE4;nger ich mich aber damit besch&#xE4;ftige, desto mehr merke ich, dass diese neue Speicherkrise auch eine Gegenbewegung erzeugt. Leute optimieren wieder. Reparieren wieder (oder tauschen eher aus als komplett zu ersetzen). Bleiben l&#xE4;nger auf alter Hardware. DDR4 wird pl&#xF6;tzlich nicht mehr als &#x201E;veraltet&#x201C; betrachtet, sondern als vern&#xFC;nftige &#xF6;konomische Entscheidung. Menschen entdecken gebrauchte Workstations. Alte AM4-Systeme erleben gerade wahrscheinlich ihren zweiten Fr&#xFC;hling. Auch wenn das schon wieder ad absurdum gef&#xFC;hrt wird, weil die Leute nicht auf 5 upgrade und 4 deshalb auch teuer bleibt. Aber ehrlich gesagt finde ich das irgendwie sogar ein bisschen sch&#xF6;n. Nachaltiger. Weil es Technik wieder einen gewissen Wert gibt. Eine SSD ist pl&#xF6;tzlich nicht mehr irgendein Wegwerfprodukt. RAM wird wieder etwas, &#xFC;ber das man nachdenkt. Nicht mehr einfach: &#x201E;Ach komm, 64 GB kosten eh nichts, mach 128 GB Ram.&#x201C;</p>
<p>Vielleicht erleben wir gerade sogar das Ende dieser absurden Wegwerfphase der PC-Welt. Dieses permanente &#x201E;Upgrade jetzt sofort&#x201C;. Dieses v&#xF6;llige Entwerten funktionierender Hardware. Denn wenn man ehrlich ist: Die meisten Rechner von vor f&#xFC;nf Jahren sind immer noch erstaunlich gut. Ein Ryzen 5700X ist nicht pl&#xF6;tzlich langsam geworden, nur weil irgendein Tech-YouTuber ihn nicht mehr erw&#xE4;hnt. SATA-SSDs laden Spiele immer noch verdammt schnell. Und viele Leute w&#xFC;rden vermutlich kaum einen Unterschied zwischen PCIe 4.0 und PCIe 5.0 bemerken, wenn niemand Benchmarkdiagramme danebenhalten w&#xFC;rde. Nur die Grafik, die verschlingt neben Xavier Naidoo sogar Babys, denn die treibt den PC-Wahnsinn ad absurdum mit ihrer Gier und den unfasbaren Preisen f&#xFC;r oberklasse-Grafik -und die Spiele, die das brauchen. Brauchen sie aber nicht. Auch das eine Leichtigkeit, die man irgendwie wieder draufkriegen muss. Wir alle.</p>
<p>Aber nat&#xFC;rlich funktioniert Hardwareleidenschaft trotzdem nicht logisch. Wir wollen neue Sachen. Neue Mainboards. Neue BIOS-Screens. Dieses Gef&#xFC;hl, wenn ein frisch gebauter Rechner das erste Mal bootet. Das leise Summen neuer L&#xFC;fter. Temperaturen beobachten. Linux installieren. Stundenlang sinnlose Benchmarks laufen lassen wie andere Menschen Modelleisenbahnen aufbauen.</p>
<p>Und genau deshalb trifft mich diese ganze RAM- und SSD-Geschichte emotional h&#xE4;rter, als sie eigentlich sollte und ich schreibe hier bald 2000 Worte dazu. Weil sie aus einem Hobby wieder Luxus macht.<br>
Vielleicht erleben wir ja gerade tats&#xE4;chlich <strong>das Ende der goldenen Consumer-Hardware-Jahre</strong>? Vielleicht war diese Zeit zwischen ungef&#xE4;hr 2016 und 2024 wirklich eine historische Ausnahme: unglaublich leistungsf&#xE4;hige Hardware zu &#xFC;berraschend niedrigen Preisen. Und heute verschiebt sich alles. Technik wird wieder Infrastruktur. Industriepolitik. KI-Wettr&#xFC;sten. Und irgendwo dazwischen sitzt jemand nachts um 1:12 Uhr vor einem Warenkorb mit 32 GB DDR5-RAM und denkt:</p>
<blockquote>
<p>&#x201E;Warte ich noch zwei Monate?&#x201C;</p>
</blockquote>
<p><strong>Meine Antwort</strong>!</p>
<p>Ich glaube langsam:<br>
Die Zeiten, in denen man einfach entspannt auf fallende (Speicher)preise warten konnte, sind vorbei. Genau so wie ich darauf warten kann, dass mir <a href="https://herrmontag.de/proofpoint-ist-der-grund-warum-niemand-mehr-eigene-mailserver-betreibt/">Proofpoint meinen Mailserver frei gibt</a>. Diese Ficker.</p>
<p><em>Amen</em>.</p>
<h3 id="fu%C3%9Fnoten">Fu&#xDF;noten</h3>
<hr class="footnotes-sep">
<section class="footnotes">
<ol class="footnotes-list">
<li id="fn1" class="footnote-item"><p>Es ist wie mit der Cloud. Es gibt keine Cloud. Es gibt nur jemand anderes Computer, auf dem man seine Daten lagert. <a href="#fnref1" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
</ol>
</section>
]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Proofpoint ist der Grund, warum niemand mehr eigene Mailserver betreibt]]></title><description><![CDATA[Trotz perfekter Konfiguration (SPF, DKIM, DMARC) wird eigener Mailserver von Proofpoint geblockt – Apple lehnt ab. Keine Antwort auf Entlistungen. Undurchsichtige Gatekeeper zerstören offenes E-Mail-System.]]></description><link>https://herrmontag.de/proofpoint-ist-der-grund-warum-niemand-mehr-eigene-mailserver-betreibt/</link><guid isPermaLink="false">6a00a5ad7f70cb00013dd5d6</guid><category><![CDATA[proofpoint]]></category><category><![CDATA[email]]></category><category><![CDATA[server]]></category><category><![CDATA[rant]]></category><dc:creator><![CDATA[Jan Montag]]></dc:creator><pubDate>Sun, 10 May 2026 16:02:29 GMT</pubDate><media:content url="https://images.unsplash.com/photo-1746292184556-04b7eaefe97d?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDI4fHxtYWlsJTIwc2VydmVyfGVufDB8fHx8MTc3ODQyODM3N3ww&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2000" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://images.unsplash.com/photo-1746292184556-04b7eaefe97d?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDI4fHxtYWlsJTIwc2VydmVyfGVufDB8fHx8MTc3ODQyODM3N3ww&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2000" alt="Proofpoint ist der Grund, warum niemand mehr eigene Mailserver betreibt"><p>Es gibt diesen einen Moment im Leben eines jeden Technikfreundes &#x1F604;<br>Du sitzt vor deinem Server. Du hast <strong>SPF</strong> korrekt gesetzt. <strong>DKIM</strong> sauber signiert. <strong>DMARC</strong> konfiguriert. <strong>PTR</strong> stimmt. <strong>TLS</strong> l&#xE4;uft. <strong>OpenDKIM</strong>. <strong>OpenDMARC</strong>. <em>Reverse DNS</em>. <em>MTA-STS</em>. <em>DANE </em>vielleicht sogar. Deine Queue ist sauber. Selbstverst&#xE4;ndlich keine offene Relay-Konfiguration. Nat&#xFC;rlich kein Spam. <strong>Nie! </strong>Keine <em>Malware</em>. Erst recht auch keine Beschwerden. Keine Listings bei Spamhaus. Keine Listings bei Barracuda. Keine Listings bei SORBS. <strong>Nichts</strong>.</p><p>Und dann versucht man eine Mail an sich selbst zu schicken. Du nutzt schon seit vielen Jahren die Produkte von Apple und besitzt deshalb auch eine iCloud und me-Adresse. Privat super, automatisch alles integriert mit Kalender etc. pp., es macht schon Sinn. Also schickst du dir selbst etwas weiter und findest irgendwann folgende Antwort, nachdem du dich schon gewundert hast, warum die Mail nicht bei dir ankommt:</p><pre><code>This is the mail system at host mail.

I&apos;m sorry to have to inform you that your message could not
be delivered to one or more recipients. It&apos;s attached below.

For further assistance, please send mail to postmaster.
    
If you do so, please include this problem report. You can
delete your own text from the attached returned message.

    The mail system

    &lt;jan punkt montag apple knoedel&gt;: host mx01.mail.icloud.com[17.57.156.30] said: 554 5.7.0
    Blocked - see
    https://support.proofpoint.com/dnsbl-lookup.cgi?ip=91.XX.41.1X8 (in reply to RCPT TO command)
</code></pre>
<p><strong>Blocked</strong>. By <em>Proofpoint</em>. Und deshalb direkt <em>rejected</em> von Apple. Weil irgendein undurchsichtiger Silicon-Valley-W&#xE4;chter (<strong>Affe!</strong>) entschieden hat, dass meine IP &#x201E;verd&#xE4;chtig&#x201C; aussieht. </p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-accent"><div class="kg-callout-emoji">&#x1F4A1;</div><div class="kg-callout-text">Nicht weil ich Spam verschickt habe.<br>Nicht weil mein Server kompromittiert w&#xE4;re.<br>Nicht weil ich gegen Standards versto&#xDF;e.</div></div><p>Sondern weil ich es gewagt habe, im Jahr 2026 noch einen eigenen Mailserver zu betreiben. Im Internet in welchem Informationen immer frei sind. Und der Transport auch. Aber am Arsch!<strong> Willkommen im modernen Internet.</strong></p><h2 id="das-internet-geh%C3%B6rt-n%C3%A4mlich-nicht-mehr-dir-wurm">Das Internet geh&#xF6;rt n&#xE4;mlich nicht mehr dir, Wurm!</h2><p>E-Mail war einmal ein dezentrales System. Jeder konnte einen Server betreiben. Genau daf&#xFC;r wurde SMTP erfunden. Offene Standards. F&#xF6;deration. Vertrauen durch technische Korrektheit. Heute existiert faktisch ein Kartell aus gro&#xDF;en Mailanbietern und Sicherheitsfirmen, die sich gegenseitig definieren, was &#x201E;vertrauensw&#xFC;rdig&#x201C; ist. Microsoft. Google. Apple. Proofpoint. Mimecast. Cisco Talos. Alle h&#xE4;ngen irgendwie zusammen. Alle verwalten Blacklists. Alle entscheiden algorithmisch dar&#xFC;ber, ob du kommunizieren darfst.</p><p>Und das Schlimmste? Es gibt <em>keine</em> echte <em>Rechenschaftspflicht</em>.</p><p>Wenn Spamhaus dich listet, gibt es wenigstens nachvollziehbare Gr&#xFC;nde und funktionierende Prozesse. Wenn du sauber arbeitest, bist du dort meistens gar kein Problem. Ich stehe dort nicht. Ich stehe auf keiner einzigen Liste. Gar keiner. nur bei diesen <em>Unwichten</em> von Proofpoint.</p><p>Ich habe bisher 8 mal deren Formular ausgef&#xFC;llt. Ich habe meine Infrastruktur erkl&#xE4;rt und warum ich Mails versenden m&#xF6;chte. Ich habe Nachweise geschickt, dass ich meinen Mailserver erst seit kurzem erfunden habe und es keinen Grund und Versto&#xDF; gibt und dass sie mich deshalb doch bitte wieder von ihrer Liste nehmen m&#xF6;gen. </p><div class="kg-card kg-header-card kg-v2 kg-width-regular " style="background-color: #000000;" data-background-color="#000000">
            
            <div class="kg-header-card-content">
                
                <div class="kg-header-card-text ">
                    <h2 id="ich-warte-tage-und-wochen" class="kg-header-card-heading" style="color: #FFFFFF;" data-text-color="#FFFFFF"><b><strong style="white-space: pre-wrap;">Ich warte Tage und Wochen.</strong></b></h2>
                    <p id="und-nichts-passiert" class="kg-header-card-subheading" style="color: #FFFFFF;" data-text-color="#FFFFFF"><span style="white-space: pre-wrap;">Und nichts passiert.</span></p>
                    
                </div>
            </div>
        </div><p>Keine Antwort. Kein Ticketstatus. Kein Mensch. Keine Transparenz. Nur Schei&#xDF;e. Ein privat betriebener Mailserver ist f&#xFC;r solche Firmen offenbar automatisch suspekt. Weil ich nicht AWS bin. Nicht Google Cloud. Nicht Microsoft 365. Nicht irgendein &#x201E;trusted sender&#x201C;. Dabei bin ich unfassbar <em>trusted</em>, fragt mal meine 36 eBay-Bewertungen als Verk&#xE4;ufer von 2008.</p><p><strong>Die Ironie ist bescheuert</strong>:<br>Die Leute, die sich tats&#xE4;chlich M&#xFC;he geben, Mail korrekt und standardkonform zu betreiben, werden ausgesperrt. W&#xE4;hrend kompromittierte WordPress-Installationen aus irgendeinem Azure-Netz t&#xE4;glich tonnenweise Spam versenden d&#xFC;rfen, bis irgendwann mal jemand reagiert.</p><h3 id="%E2%80%9Esecurity%E2%80%9C">&#x201E;Security&#x201C;</h3><p>Proofpoint verkauft das nat&#xFC;rlich alles als Sicherheit. Das heutige Sicherheitsmodell im E-Mail-&#xD6;kosystem basiert aber zunehmend auf etwas v&#xF6;llig anderem: Reputation durch Marktmacht. Gro&#xDF;e Anbieter d&#xFC;rfen existieren. Kleine Anbieter m&#xFC;ssen ihre Existenz rechtfertigen. Wenn sie gelassen werden. Ich bin nicht mal ein Anbieter. Ich bin ein EMail-Sender-und-Empf&#xE4;nger f&#xFC;r mich selbst.</p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-yellow"><div class="kg-callout-emoji">&#x1F4A1;</div><div class="kg-callout-text">Das ist keine technische L&#xF6;sung mehr. Das ist infrastruktureller <b><strong style="white-space: pre-wrap;">Feudalismus</strong></b>.</div></div><p>Du kannst heute offensichtlich einen perfekt konfigurierten Mailserver betreiben und trotzdem wie ein Cyberkrimineller behandelt werden, einfach weil deine IPv4-Adresse vorher irgendwann einmal jemand anderem geh&#xF6;rt hat oder weil irgendein Reputationssystem beschlossen hat, dass Residential- oder kleine ISP-Netze pauschal &#x201E;verd&#xE4;chtig&#x201C; sind.</p><p>Die eigentliche Aussage lautet:</p><blockquote>&#x201E;Wir vertrauen dir nicht, weil du nicht zu den Gro&#xDF;en geh&#xF6;rst.&#x201C;</blockquote><p>Apple verl&#xE4;sst sich auf solche Drittanbieter und versteckt sich dahinter. Apple macht sich so auch schuldig. Google gleichfalls. Alle. Wenn meine Mails bei Apple nicht ankommen und abgelehnt werden, wei&#xDF; ich nicht mal so richtig, warum. Kein nachvollziehbares Verfahren. Nur eine generische Fehlermeldung mit irgendwelchen Lookup-Links. Das ist besonders absurd, weil Apple sich gern als Datenschutz- und Freiheitsunternehmen inszeniert und besonders einfach funktioniert. Aber offenbar gilt digitale Selbstbestimmung nur so lange, bis jemand seinen eigenen Mailserver betreibt.</p><h2 id="das-ende-des-unabh%C3%A4ngigen-mailservers">Das Ende des unabh&#xE4;ngigen Mailservers</h2><p>Genau wegen solcher Zust&#xE4;nde stirbt das offene E-Mail-System, das offene Internet, langsam aus.</p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-blue"><div class="kg-callout-emoji">&#x1F4A1;</div><div class="kg-callout-text">Nicht weil es technisch unm&#xF6;glich w&#xE4;re.<br>Nicht weil SMTP kaputt w&#xE4;re.<br>Nicht weil kleine Admins inkompetent w&#xE4;ren.</div></div><p>Sondern weil Unternehmen wie Proofpoint als private Gatekeeper auftreten und ohne Transparenz dar&#xFC;ber entscheiden, wer kommunizieren darf. Blockwart-Arschl&#xF6;cher. Und dann wundern sich alle, warum das Internet langweilig, steril und abh&#xE4;ngig geworden ist.</p><p>Mein Server ist sauber.<br>Meine Konfiguration ist sauber.<br>Meine Domain ist sauber.</p><p>Das Problem ist <strong>nicht</strong> mein Mailserver. Das Problem ist ein kaputtes &#xD6;kosystem.</p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-blue"><div class="kg-callout-emoji">&#x1F4A1;</div><div class="kg-callout-text">Marc Haber dazu im <a href="https://zug.network/@Zugschlus/116554825902040904">Fediverse</a>: &quot;Was die Spammer nicht geschafft haben, schaffen die Gro&#xDF;provider jetzt. E Mail kaputt. Und wir verlieren unsere Souver&#xE4;nit&#xE4;t und unsere Flexibilit&#xE4;t. Zum Kotzen.&quot;</div></div><p><strong>FUCK THIS SYSTEM! Schei&#xDF; Proofpoint.</strong></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[PC-Build 2026]]></title><description><![CDATA[PC-Bau-Projekt scheitert fast an absurd hohen RAM-Preisen (DDR4 250€) durch KI-Boom. Alte Technik wird teurer, Consumer nicht mehr Zielgruppe. Schließlich AM5-Build für 1200€ geplant – Kritik an Industrie, die Rechenzentren über Spieler stellt.]]></description><link>https://herrmontag.de/pc-build-2026/</link><guid isPermaLink="false">69fd9d2ed1673f0001d6d318</guid><category><![CDATA[gaming]]></category><dc:creator><![CDATA[Jan Montag]]></dc:creator><pubDate>Fri, 08 May 2026 12:04:56 GMT</pubDate><media:content url="https://images.unsplash.com/photo-1694857807827-cd901ede9ba4?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDJ8fGdhbWluZyUyMHBjJTIwYnVpbGR8ZW58MHx8fHwxNzc4MjI4NzkyfDA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2000" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://images.unsplash.com/photo-1694857807827-cd901ede9ba4?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDJ8fGdhbWluZyUyMHBjJTIwYnVpbGR8ZW58MHx8fHwxNzc4MjI4NzkyfDA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2000" alt="PC-Build 2026"><p>Seit ein paar Wochen sitze ich vor meinem Mac Mini und denke: &#x201E;Eigentlich m&#xFC;sste man mal wieder einen richtigen PC bauen.&#x201C; Nebenbei gucke ich diese Youtube-Influencer-Videos, weil ich krank danieder liege (totbringende M&#xE4;nnergrippe galore) und der Gedanke manifestiert sich, vermutlich weil ich eben doch wie viele M&#xE4;nner um die vierzig schon Rennrad fahre und deshalb noch etwas anderes f&#xFC;r die Midlife-Crisis brauche.</p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-blue"><div class="kg-callout-emoji">&#x1F4A1;</div><div class="kg-callout-text">Das ist nat&#xFC;rlich &#xFC;berspitzt. Ich fahre schon seit ich Studierender war Rennrad und meine Depression kann ich auch ohne Midlife-Crisis.</div></div><p><strong>Ich m&#xF6;chte also einen PC bauen</strong>. Also so einen echten. Mit Geh&#xE4;use. Mit L&#xFC;ftern. Mit Grafikkarte. Mit RAM und mit W&#xE4;rmeleitpaste. Mit Kabelmanagement und BIOS (EFI) und dieser v&#xF6;llig irrationalen Euphorie, wenn der Rechner zum ersten Mal bootet. Da soll Linux drauf. Ich will eine extrem coole, schnelle Linux-Box auf die ich auch mal eine Windows-Testversion ballern kann um zu zocken. Ich will das Potential zum Zocken haben. Aber ich will auch schnell kompilieren.</p><div class="kg-card kg-header-card kg-v2 kg-width-regular " style="background-color: #000000;" data-background-color="#000000">
            
            <div class="kg-header-card-content">
                
                <div class="kg-header-card-text kg-align-center">
                    <h2 id="ich-sage-ja-zu-x86" class="kg-header-card-heading" style="color: #FFFFFF;" data-text-color="#FFFFFF"><span style="white-space: pre-wrap;">Ich sage ja zu x86</span></h2>
                    <p id="denn-ich-habe-seit-vielen-jahren-keine-intelamdarchitektur-mehr-im-haushalt" class="kg-header-card-subheading" style="color: #FFFFFF;" data-text-color="#FFFFFF"><span style="white-space: pre-wrap;">Denn ich habe seit vielen Jahren keine Intel/AMD-Architektur mehr im Haushalt.</span></p>
                    
                </div>
            </div>
        </div><p>Das Problem ist nur: Ich habe privat seit ungef&#xE4;hr 2004 praktisch ausschlie&#xDF;lich Macs benutzt. <a href="https://apfelhammer.de" rel="noreferrer">Power Mac G5</a>, iMacs, MacBooks, sp&#xE4;ter M1 Pro und M4. Diese ganze PC-Welt existierte f&#xFC;r mich eigentlich nur noch aus der Distanz. Wie ein Paralleluniversum, das irgendwann in RGB-Beleuchtung und Twitch-Streaming verschwunden ist. Und ich finde das furchtbar. Diese Entwicklung der krabbelbunten, furchtbar &#xFC;bertriebenen, getunten Golf II GTI Computer, unten im Dorf an der Bushaltestelle. </p><p>Und pl&#xF6;tzlich war da wieder dieser Gedanke. Ein kompakter Gaming-PC. Nicht irgendein Plastik-Raumschiff, sondern etwas Sch&#xF6;nes. Ein kleines Designobjekt f&#xFC;rs Wohnzimmer. Vielleicht im Stil alter HiFi-Komponenten. Holz. Schwarzes Mesh. Minimalistisch. Ein bisschen wie ein skandinavisches M&#xF6;belst&#xFC;ck, das zuf&#xE4;llig Cyberpunk darstellen kann. Oder so &#xE4;hnlich. Die Ideen sind unendlich und viele gefallen mir heutzutage wieder, ganz im Gegensatz zu Gaming-Computern aus den 2000ern. </p><p>Also begann ich zu recherchieren. Und erstaunlicherweise war ich zun&#xE4;chst begeistert. Denn &#xFC;berall las man pl&#xF6;tzlich denselben Satz:</p><blockquote>&#x201E;AM4 ist jetzt der g&#xFC;nstige Sweet Spot.&#x201C;</blockquote><p>Die Idee klang auch erstmal logisch. &#xC4;ltere Plattform. Ausgereift. G&#xFC;nstig. DDR4-RAM billig. Ryzen 5600. Eine Radeon RX 7600 oder 6700 XT dazu. Fertig. Ein sch&#xF6;ner 1080p-Gaming-PC f&#xFC;r vern&#xFC;nftiges Geld. Das reicht mir. Ich brauche kein 4K-Gaming was nur mit einer 2500&#x20AC; Grafikkarte realisierbar ist.</p><p>Und ehrlich gesagt hatte ich mich an der Stelle innerlich schon entschieden. Ich hatte sogar schon ein Geh&#xE4;use gefunden. Das wundersch&#xF6;ne&#xA0;<strong>Lian Li DAN A3 Wood</strong>. Ein Geh&#xE4;use, das nicht aussieht wie &#x201E;Gaming&#x201C;, sondern wie etwas, das man freiwillig im Wohnzimmer stehen l&#xE4;sst. ITX ist zu teuer. Dort kostet alles Aufpreis, je kleiner desto teurer. Die Netzteile, die Mainboards und die Kompromisse an das Kabelmanagement etc. pp.&#x2026;</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/05/hq720.jpg" class="kg-image" alt="PC-Build 2026" loading="lazy" width="686" height="386" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/05/hq720.jpg 600w, https://herrmontag.de/content/images/2026/05/hq720.jpg 686w"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Lian Li Dan a3 Wood (C) Mr. Matt Lee</span></figcaption></figure><p>Pl&#xF6;tzlich machte dieses ganze Projekt Spa&#xDF;. Das Lesen von Hardwareforen, was ich von fr&#xFC;her noch kannte. Das Vergleichen von K&#xFC;hlern. Dieses Abtauchen in Komponentenlisten, das ich seit zwanzig Jahren nicht mehr gemacht hatte, aber von anderen Nerdereien wie <a href="https://vinylisation.de" rel="noreferrer">Hifi-Komponenten</a> gut kenne.</p><h3 id="und-dann-kam-der-ram">Und dann kam der RAM. </h3><p>Genauer gesagt: die Erkenntnis, dass die ganze Grundlage dieses vermeintlichen Preis-Leistungs-Builds eigentlich l&#xE4;ngst kollabiert war. Denn w&#xE4;hrend ich gedanklich noch irgendwo in 2024 unterwegs war &#x2014; &#x201E;DDR4 kostet doch fast nichts mehr&#x201C; &#x2014; hatte die Realit&#xE4;t l&#xE4;ngst beschlossen, komplett absurd zu werden.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://images.unsplash.com/photo-1699796990049-3406a9991baa?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDZ8fFJBTXxlbnwwfHx8fDE3NzgyNDE4Nzd8MA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2000" class="kg-image" alt="PC-Build 2026" loading="lazy" width="4000" height="3000" srcset="https://images.unsplash.com/photo-1699796990049-3406a9991baa?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDZ8fFJBTXxlbnwwfHx8fDE3NzgyNDE4Nzd8MA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=600 600w, https://images.unsplash.com/photo-1699796990049-3406a9991baa?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDZ8fFJBTXxlbnwwfHx8fDE3NzgyNDE4Nzd8MA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=1000 1000w, https://images.unsplash.com/photo-1699796990049-3406a9991baa?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDZ8fFJBTXxlbnwwfHx8fDE3NzgyNDE4Nzd8MA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=1600 1600w, https://images.unsplash.com/photo-1699796990049-3406a9991baa?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDZ8fFJBTXxlbnwwfHx8fDE3NzgyNDE4Nzd8MA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2400 2400w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Photo by </span><a href="https://unsplash.com/@zelebb"><span style="white-space: pre-wrap;">Andrey Matveev</span></a><span style="white-space: pre-wrap;"> / </span><a href="https://unsplash.com/?utm_source=ghost&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=api-credit"><span style="white-space: pre-wrap;">Unsplash</span></a></figcaption></figure><p>32 GB DDR4 Ram f&#xFC;r 250 Euro. Teilweise mehr. F&#xFC;r DDR4? F&#xFC;r eine Technologie, die eigentlich gerade auslaufen sollte. Und pl&#xF6;tzlich fiel dieses ganze Kartenhaus zusammen. Denn der gesamte Reiz vom AM4 bestand ja darin, dass man g&#xFC;nstig einsteigen konnte. G&#xFC;nstiger RAM. G&#xFC;nstige Boards. Reife Plattform. Wenn aber allein der Arbeitsspeicher pl&#xF6;tzlich wieder Mondpreise erreicht, ergibt das Ganze keinen Sinn mehr.</p><figure class="kg-card kg-bookmark-card kg-card-hascaption"><a class="kg-bookmark-container" href="https://larshaendler.com/blog/speicherpreise-durch-die-decke/"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Massive Preissteigerungen bei Speicher | Lars H&#xE4;ndler</div><div class="kg-bookmark-description">Blog, Gelesene B&#xFC;cher, Projekte und Social Links</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://static.ghost.org/v5.0.0/images/link-icon.svg" alt="PC-Build 2026"><span class="kg-bookmark-author">Lars H&#xE4;ndler</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/-1" alt="PC-Build 2026" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">Lars hat die massive Preissteigerung bei RAM ebenfalls beleuchtet.</span></p></figcaption></figure><p>Dann sitzt man pl&#xF6;tzlich da und denkt: &quot;Warum baue ich eigentlich eine Plattform von gestern auf, wenn die Preise fast auf dem Niveau aktueller Systeme liegen?&quot; Und genau da wurde mir klar, wie kaputt dieser Markt inzwischen eigentlich ist. Denn der Grund daf&#xFC;r ist nicht etwa ein technischer Fortschritt, der mir als Nutzer zugutekommt. Sondern die gigantische Verschiebung der Halbleiterindustrie Richtung KI-Infrastruktur. Jeder Arsch und sein Bruder (au&#xDF;er der &#xD6;l-Lobby, die erpresst die Preise an den Tankstellen) profitiert vom KI-Boom und versucht selbstverst&#xE4;ndlich, denn wir sind Turbokapitalisten, das letzte Qu&#xE4;ntchen herauszuholen. </p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-accent"><div class="kg-callout-emoji">&#x1F4A1;</div><div class="kg-callout-text">HBM-Speicher. AI-Beschleuniger. Datacenter. Training-Cluster. Milliardeninvestitionen. Der komplette Markt richtet sich inzwischen auf k&#xFC;nstliche Intelligenz aus.&#xA0;</div></div><p>Und irgendwo am Rand sitzt dann jemand wie ich und denkt einfach nur: &#x201E;Ich wollte doch eigentlich nur mal wieder einen sch&#xF6;nen kleinen Gaming-PC bauen.&#x201C;</p><p>Das Absurde daran ist nicht einmal der Preis selbst. Es ist dieses Gef&#xFC;hl, dass der normale Consumer pl&#xF6;tzlich gar nicht mehr die Zielgruppe ist. Wir Endbenutzer haben diese PC-Spiele-Industrie jahrelang gro&#xDF; gemacht und werden jetzt f&#xFC;r einen KI-Hype links liegen gelassen. Ich bin nicht verletzt. Ich bin nicht b&#xF6;se. Ich bin entt&#xE4;uscht.</p><p>Fr&#xFC;her war Technik irgendwann billiger geworden. Das war die v&#xF6;llig normale Regel. Alte Plattformen wurden erschwinglich. Hardware demokratisierte sich mit der Zeit.</p><p><strong>Heute passiert das Gegenteil</strong>.</p><p>Alte Technologien werden pl&#xF6;tzlich wieder teuer, weil Produktionslinien eingestellt werden, w&#xE4;hrend gleichzeitig alles auf AI-Margen optimiert wird. Der PC-Markt wirkt inzwischen teilweise wie ein Nebenschauplatz einer Industrie, die sich l&#xE4;ngst entschieden hat, dass Rechenzentren wichtiger sind als Menschen mit Schreibtischen.</p><p>Und ehrlich gesagt hinterl&#xE4;sst das bei mir ein seltsames Gef&#xFC;hl. Denn ich merke zunehmend, wie sehr sich Technik gerade von etwas Spielerischem entfernt. Fr&#xFC;her war ein Computer f&#xFC;r mich Kreativit&#xE4;t. Musik. Schreiben. Webseiten bauen. Modding. Doom installieren. IRC. Linux kaputt konfigurieren. Solche Dinge.</p><p>Heute f&#xFC;hlt sich Technologie oft an wie Infrastruktur f&#xFC;r Konzerne. Und KI beschleunigt genau diese Entwicklung massiv. Nat&#xFC;rlich sind Sprachmodelle faszinierend. Nat&#xFC;rlich benutze ich sie selbst. Aber gleichzeitig verschiebt sich gerade etwas Grunds&#xE4;tzliches. Der Ressourcenverbrauch explodiert. Energieverbrauch explodiert. Hardwarepreise explodieren. Und alles scheint sich nur noch um Skalierung zu drehen. Gr&#xF6;&#xDF;er. Mehr Tokens. Mehr Training. Mehr Datacenter.</p><p>Aber wohin eigentlich? Brauchen wir wirklich K&#xFC;hlsysteme in Rechenzentren, die aussehen wie Kraftwerke, damit am Ende noch mehr mittelm&#xE4;&#xDF;ige LinkedIn-Posts generiert werden k&#xF6;nnen? Oder Heinz-G&#xFC;nther Bilder in seinem Blogpost rein schiebt? Ganz klar: nein. Es ging fr&#xFC;her auch ohne Bilder. Es ist beliebig. Es setzt sich ohnehin nicht ab. KI f&#xFC;r die breite Masse verbieten. Das w&#xE4;re vern&#xFC;nftig f&#xFC;r die Welt. Aber ich schweige ab. Es geht ja um meinen Mini-PC-Bau.</p><p>Und trotzdem werde ich diesen PC wahrscheinlich bauen. Nicht trotz dieser absurden Situation, sondern vielleicht gerade deshalb. Weil ein kleiner Rechner mit Holzfront und einer halbwegs vern&#xFC;nftigen Grafikkarte pl&#xF6;tzlich fast wie ein stiller Gegenentwurf wirkt. Ein Computer, der einfach nur ein Computer sein darf.</p><p>Und das ist 2026 offenbar schon fast wieder eine radikale Idee. Denn entweder ich baue gar nichts, oder ich stecke 15000&#x20AC; hinein, bin Influenzier und lebe davon, extrem zu sein. </p><p>Junge! Junge! </p><h3 id="building-pc-build">Building PC Build </h3><p>Also hier ist, was ich mir ausgedacht habe, was ich haben m&#xF6;chte. Ich m&#xF6;chte unter 1000&#x20AC; bleiben. Ich werde nun doch AM5 nutzen, es gibt ja keinen Grund mehr, bei der &#xE4;lteren Sache zu verweilen, wenn die mittlerweile schon Legacy-Upmoney kostet. Dann gleich richtig. 1440p Gaming.</p><ul><li>CPU: Ryzen 7600 (X)</li><li>Mainboard: B650 mATX</li><li>RAM: 32 GB DDR5</li><li>VGA: RX 7600 XT</li><li>Geh&#xE4;use: DAN A3 Wood</li><li>Netzteil: be quiet! Pure Power 12 650W</li><li>&#x2026;</li></ul><table>
<thead>
<tr>
<th>Was</th>
<th>Name</th>
<th>Preis</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Prozessor</td>
<td>Ryzen 7600(X)</td>
<td>150&#x20AC;</td>
</tr>
<tr>
<td>Arbeitsspeicher</td>
<td>16 GB DDR5</td>
<td>280&#x20AC;</td>
</tr>
<tr>
<td>Grafikkarte</td>
<td>Gigabyte Radeon RX 9060 XT 16GB</td>
<td>399&#x20AC;</td>
</tr>
<tr>
<td>Mainboard</td>
<td>ASRock B650M PG Lightning</td>
<td>110&#x20AC;</td>
</tr>
<tr>
<td>Geh&#xE4;use</td>
<td>Lian Li DAN a3</td>
<td>89&#x20AC;</td>
</tr>
<tr>
<td>Netzteil</td>
<td>be quiet! 650 W</td>
<td>65&#x20AC;</td>
</tr>
<tr>
<td>Festspeicher</td>
<td>1 TB NVMe SSD</td>
<td>120&#x20AC;</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Endpreis</strong></td>
<td></td>
<td>ca. 1220&#x20AC;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Ein kleiner Vorteil</strong>: in den DAN A3 passt ein normales ATX-Netzteil, das spart ein bisschen Geld gegen&#xFC;ber minifizierten ITX Netzteilen. Wir sind mit einer 8 GB XT 7600 im Budget von unter 1000&#x20AC;. Allerdings f&#xFC;hlt sich das nach einem Kompromiss an. S&#xE4;mtliche Reviews erz&#xE4;hlen, dass 8 GB f&#xFC;r aktuelle Triple A Spiele nicht mehr ausreichen. Das w&#xFC;rde mich normalerweise nicht interessieren, aber wenn ich hier gerade einen neuen, modernen PC zusammen baue und dann schon einen dicken Kompromiss mit einer nicht mehr zeitgem&#xE4;&#xDF;en Grafikkarte eingehe, f&#xFC;hlt sich das nicht richtig an. Also m&#xFC;ssen wir eine RX 9060 XT 16 GB Karte nehmen. Diese liegen bei 399&#x20AC;. Und ich hatte den Festspeichern vergessen. Und so landen wir bei 1200&#x20AC; mit 16 GB-Ram.</p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-red"><div class="kg-callout-emoji">&#x1F4A1;</div><div class="kg-callout-text">Es bleibt nat&#xFC;rlich so oder so verdammt viel Geld f&#xFC;r nichts, au&#xDF;er ein bisschen Abwechslung.</div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Martin Kohlstedts KLUFT zu mir]]></title><description><![CDATA[Musikkritik: Martin Kohlstedts neues Album „KLUFT“ ist elektrischer. Ich vermisse puristische Klaviermusik früherer Tage („Tag“, „Nacht“, „Flur“), verstehe aber künstlerische Weiterentwicklung – persönlicher Zugang hat sich getrennt.]]></description><link>https://herrmontag.de/martin-kohlstedts-kluft-zu-mir/</link><guid isPermaLink="false">69c629a7bb56630001595396</guid><category><![CDATA[musique]]></category><category><![CDATA[MartinKohlstedt]]></category><category><![CDATA[vinyl]]></category><dc:creator><![CDATA[Jan Montag]]></dc:creator><pubDate>Fri, 27 Mar 2026 08:50:41 GMT</pubDate><media:content url="https://herrmontag.de/content/images/2026/03/IMG_0746-1.jpeg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/03/IMG_0746-1.jpeg" alt="Martin Kohlstedts KLUFT zu mir"><p>Ich sitze hier so rum und trinke Kaffee und die Katze tollt wie verr&#xFC;ckt durch das Loft, Trepp auf, Trepp ab, und so leben wir alle unser Leben, aber dann pl&#xF6;tzlich erhalte ich eine Email. Es ist Martin. <em>Martin Kohlstedt</em>, der K&#xFC;nstler aus Weimar, den ich schon mehrfach live gesehen habe (zumindest sein Newsletter). Dessen Musik ich gro&#xDF;artig und besonders finde und mit dem ich 2021 &#xFC;ber das damals aktuelle Album Flur in Kontakt kam. Und mir auf Schallplatte kaufte. Denn ihr wisst ja, <a href="https://janmontag.de/sunday-09-03-25-16-38/">Musik</a> die ich mag, die <a href="https://herrmontag.de/zeigt-her-eure-vintage-hifi-gears/">kaufe ich mir auf Platte</a>. Und manchmal noch digital als MP3, f&#xFC;r den iPod Classic :-) </p><figure class="kg-card kg-gallery-card kg-width-wide kg-card-hascaption"><div class="kg-gallery-container"><div class="kg-gallery-row"><div class="kg-gallery-image"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/03/79O3pVKztv1o81sScR9GNvFmhYcGn105bV672lMO-1.jpg" width="1000" height="1000" loading="lazy" alt="Martin Kohlstedts KLUFT zu mir" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/03/79O3pVKztv1o81sScR9GNvFmhYcGn105bV672lMO-1.jpg 600w, https://herrmontag.de/content/images/2026/03/79O3pVKztv1o81sScR9GNvFmhYcGn105bV672lMO-1.jpg 1000w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></div><div class="kg-gallery-image"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/03/IMG_3986-2-1.jpg" width="1000" height="1000" loading="lazy" alt="Martin Kohlstedts KLUFT zu mir" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/03/IMG_3986-2-1.jpg 600w, https://herrmontag.de/content/images/2026/03/IMG_3986-2-1.jpg 1000w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></div><div class="kg-gallery-image"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/03/8XOFXtpzV2cn4CcbUIzI4sL2RbKeTYQ438uNYUjr-2.jpg" width="1080" height="1080" loading="lazy" alt="Martin Kohlstedts KLUFT zu mir" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/03/8XOFXtpzV2cn4CcbUIzI4sL2RbKeTYQ438uNYUjr-2.jpg 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/03/8XOFXtpzV2cn4CcbUIzI4sL2RbKeTYQ438uNYUjr-2.jpg 1000w, https://herrmontag.de/content/images/2026/03/8XOFXtpzV2cn4CcbUIzI4sL2RbKeTYQ438uNYUjr-2.jpg 1080w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></div></div><div class="kg-gallery-row"><div class="kg-gallery-image"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/03/bluesky_86c53f63_1.jpg" width="640" height="640" loading="lazy" alt="Martin Kohlstedts KLUFT zu mir" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/03/bluesky_86c53f63_1.jpg 600w, https://herrmontag.de/content/images/2026/03/bluesky_86c53f63_1.jpg 640w"></div><div class="kg-gallery-image"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/03/Musikecke-1.jpg" width="1024" height="768" loading="lazy" alt="Martin Kohlstedts KLUFT zu mir" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/03/Musikecke-1.jpg 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/03/Musikecke-1.jpg 1000w, https://herrmontag.de/content/images/2026/03/Musikecke-1.jpg 1024w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></div></div></div><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">Eine Collage mit vinylistigem Inhalt, Schallplatten, mein Vintage Gear Setup (H&#xF6;recke) usw.</span></p></figcaption></figure><p>Aber darum geht es jetzt nicht, denn ich merke auf, weil Martin sein neues Album ank&#xFC;ndigt. F&#xFC;r Ende April. <strong>KLUFT</strong> wird es hei&#xDF;en. Und ich habe mir seit ich mich in Flur verliebt habe, jedes neue Album (1, FELD) gekauft. Nacht habe ich auf einem <a href="https://janmontag.de/tuesday-28-11-23-09-29/">Konzert in N&#xFC;rnberg</a> sogar <em>nachgekauft</em>.  Weil ich die Art und Weise der m&#xE4;andernden Musik so sehr liebe. Und man darf die Albenversionen niemals mit der Liveperformance gleich setzen. Das sind von Beginn an zwei v&#xF6;llig verschiedene Welten. Martin improvisiert live aus Versatzst&#xFC;cken seiner bekannten Themen und entwickelt neue Songs, das ist unglaublich gut. </p>
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<small>Das Album Flur von Martin Kohlstedt</small>
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<p><strong>Aber das neue Album</strong>, das neue Album l&#xE4;sst mich etwas ratlos zur&#xFC;ck. Es ist wesentlich elektrischer geworden. Dabei geht es aber nicht den Weg eines <em>Jean Michel Jarres</em>, der dereinst ja der K&#xF6;nig des Synthesizers war, nach <em>Kraftwerk</em> und mit <em>Klaus Schulze</em> oder <em>Tangerine Dream</em>, aber es ist anders. Es hat mehr Ger&#xE4;usche und T&#xF6;ne. Man kann das gut an folgendem Vorabh&#xF6;rbespiel erkennen:</p>
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<small>Der Song CON von Martin Kohlstedt</small>
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<p>Nat&#xFC;rlich kann man Jarre und Kohlstedt nicht mit einander vergleichen, Kohlstedt kommt vom Klavier und nimmt Elektronik dazu, Jarre war von Anfang an elektrisch unterwegs und machte Synthesizer, Tape, Klangexperimente. Wahrscheinlich ist der Vergleich mit Klaus Schulze n&#xE4;her dran, beiden sind eher prozesshaft statt mit der perfekten Songstruktur und Schulze mit langen, sich langsam entwickelnden St&#xFC;cken und kaum klassischer Dramaturgie und Martin Kohlstedt ebenfalls prozesshaft und mit modularer Entwicklung. Aber wie dem auch sei...</p><div class="kg-card kg-toggle-card" data-kg-toggle-state="close">
            <div class="kg-toggle-heading">
                <h4 class="kg-toggle-heading-text"><span style="white-space: pre-wrap;">Kohlstedt Discografie (toggle)</span></h4>
                <button class="kg-toggle-card-icon" aria-label="Expand toggle to read content">
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            <div class="kg-toggle-content"><p><b><strong style="white-space: pre-wrap;">Alben</strong></b></p><ul><li value="1"><span style="white-space: pre-wrap;">2012:&#xA0;</span><i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">Tag</em></i><span style="white-space: pre-wrap;">&#xA0;(Edition Kohlstedt)</span></li><li value="2"><span style="white-space: pre-wrap;">2013:&#xA0;</span><i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">Tag Remixes</em></i><span style="white-space: pre-wrap;">&#xA0;(Edition Kohlstedt)</span></li><li value="3"><span style="white-space: pre-wrap;">2014:&#xA0;</span><i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">Nacht</em></i><span style="white-space: pre-wrap;">&#xA0;(Edition Kohlstedt)</span></li><li value="4"><span style="white-space: pre-wrap;">2015:&#xA0;</span><i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">Nacht Reworks</em></i><span style="white-space: pre-wrap;">&#xA0;(Edition Kohlstedt)</span></li><li value="5"><span style="white-space: pre-wrap;">2017:&#xA0;</span><i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">Strom</em></i><span style="white-space: pre-wrap;">&#xA0;(Edition Kohlstedt / Rough Trade)</span></li><li value="6"><span style="white-space: pre-wrap;">2019:&#xA0;</span><i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">Str&#xF6;me</em></i><span style="white-space: pre-wrap;">&#xA0;(mit dem&#xA0;GewandhausChor Leipzig) (Warner Classics)</span></li><li value="7"><span style="white-space: pre-wrap;">2020:&#xA0;</span><i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">FLUR</em></i><span style="white-space: pre-wrap;">&#xA0;(Warner Classics)</span></li><li value="8"><span style="white-space: pre-wrap;">2023:&#xA0;</span><i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">FELD</em></i><span style="white-space: pre-wrap;">&#xA0;(Edition Kohlstedt / Kick The Flame)</span></li></ul></div>
        </div><p>Ich sehne mich nach dem Purismus der Klaviertaste einstiger Tage, aber ich verstehe sehr gut, dass man sich als K&#xFC;nstler unentwegt weiter entwickelt und dabei alte Fans verliert und neue hinzugewinnt. Nicht umsonst k&#xF6;nnen Depesche Mode mit Ihrem Oeuvre aus 5 Jahrzehnten unfassbar viele Fans aller Generationen um sich vereinen, die jedoch unterschiedliche Stile lieben. </p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/03/IMG_0742.jpeg" class="kg-image" alt="Martin Kohlstedts KLUFT zu mir" loading="lazy" width="2000" height="1500" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/03/IMG_0742.jpeg 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/03/IMG_0742.jpeg 1000w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1600/2026/03/IMG_0742.jpeg 1600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w2400/2026/03/IMG_0742.jpeg 2400w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Martin Kohlstedt Klavier (C) Jan Montag</span></figcaption></figure><p>Und so geht es mir mit Martin. Ich mag das fr&#xFC;here Zeug einfach mehr und kann mich mit der Entwicklung seit Feld nicht mehr richtig anfreunden, aber das bedeutet nicht dass ich seine Musik kritisieren, vielmehr kann ich rein subjektiv sagen, was mir bisher besser gefallen hat. </p><p>Die Musik von&#xA0;Martin Kohlstedt&#xA0;zwischen 2010 und 2021 l&#xE4;sst sich f&#xFC;r mich als ein kontinuierliches Ausloten zwischen Neoklassik, Ambient und elektronischer Texturarbeit beschreiben. Fr&#xFC;her eher gepr&#xE4;gt von pr&#xE4;pariertem Klavier und modular aufgebauten Motiven, entwickelte sich ein stark improvisatorischer Ansatz, bei dem einzelne &#x201E;Module&#x201C; flexibel kombiniert und variiert werden. Das ist es, was ich auf den Konzerten so unglaublich lieben. Man sieht, wie die Songs entstehen. Man erkennt einzelne Themen wieder. Die Alben&#xA0;<em>Tag</em>&#xA0;und&#xA0;<em>Nacht</em>&#xA0;etablieren f&#xFC;r mich eine introspektive, oft melancholische Klangsprache, stark auf Reduktion und Resonanzr&#xE4;ume gesetzt. Wie mein Weblog &#x1F604;</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/03/IMG_0746.jpeg" class="kg-image" alt="Martin Kohlstedts KLUFT zu mir" loading="lazy" width="2000" height="1500" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/03/IMG_0746.jpeg 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/03/IMG_0746.jpeg 1000w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1600/2026/03/IMG_0746.jpeg 1600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w2400/2026/03/IMG_0746.jpeg 2400w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Martin Kohlstedt spielt auf der Midissage des K&#xFC;nstlers Peter Runkewitz Anfang 2023 in Erfurt (C) Jan Montag</span></figcaption></figure><p>Sp&#xE4;tere Werke wie&#xA0;<em>Strom</em>&#xA0;erweitern dieses Konzept durch subtile Elektronik und eine st&#xE4;rkere Dynamik zwischen Stille und Verdichtung. Mit&#xA0;<em>Feld</em> verschiebt sich der Fokus zunehmend auf organisch-elektronische Hybridstrukturen. Insgesamt entsteht so eine Musik, die zugleich meditativ und prozesshaft ist, oft zwischen Konzertsaal und Soundinstallation m&#xE4;andernd.</p><p>Am Ende ist es vielleicht genau das, was Kunst ausmacht: Bewegung, Ver&#xE4;nderung und das st&#xE4;ndige Verlassen vertrauter R&#xE4;ume. F&#xFC;r mich bleibt die N&#xE4;he zu den fr&#xFC;heren Arbeiten bestehen, weil sie einen Klangraum ge&#xF6;ffnet haben, in dem ich mich unmittelbar wiederfinde. Ich kann sowas vorher nicht, es war neu und aufregend, in einer beruhigenden ZEN-Art. Die neueren Entwicklungen kann ich nachvollziehen, auch wenn ich darin nicht mehr denselben Zugang entdecke. Das schm&#xE4;lert weder die Qualit&#xE4;t noch die Konsequenz seines Schaffens, sondern markiert lediglich einen Punkt, an dem sich unsere Wege ein St&#xFC;ck weit trennen. Und so h&#xF6;re ich das alte Zeug weiter, mit dem mich viele pers&#xF6;nliche Dinge verbinden, denn ich kann Gef&#xFC;hle durch Musik ganz leicht wieder hervor holen.</p><p>Bis bald auf einem Konzert, Martin.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Pureblog CMS]]></title><description><![CDATA[<p>Da macht sich also dieser junge Mann, nennen wir ihn &quot;wahrer Recke&quot; (eigentlich hei&#xDF;t der <a href="https://kevquirk.com">Kev Quirk</a>), auf den Weg, ein cooles, neues und simples <strong>CMS</strong> zu programmieren. Und nicht nur das. Er programmiert auch gleich noch eine Kommentarl&#xF6;sung mit. Denn Kommentare sollten <strong>niemals</strong></p>]]></description><link>https://herrmontag.de/pureblog-cms/</link><guid isPermaLink="false">69c3e2cfbb566300015952b4</guid><category><![CDATA[weblog]]></category><category><![CDATA[technik]]></category><dc:creator><![CDATA[Jan Montag]]></dc:creator><pubDate>Wed, 25 Mar 2026 14:23:07 GMT</pubDate><media:content url="https://images.unsplash.com/photo-1493382051629-7eb03ec93ea2?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDF8fHB1cmV8ZW58MHx8fHwxNzc0NDQ3NDQxfDA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2000" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://images.unsplash.com/photo-1493382051629-7eb03ec93ea2?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDF8fHB1cmV8ZW58MHx8fHwxNzc0NDQ3NDQxfDA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2000" alt="Pureblog CMS"><p>Da macht sich also dieser junge Mann, nennen wir ihn &quot;wahrer Recke&quot; (eigentlich hei&#xDF;t der <a href="https://kevquirk.com">Kev Quirk</a>), auf den Weg, ein cooles, neues und simples <strong>CMS</strong> zu programmieren. Und nicht nur das. Er programmiert auch gleich noch eine Kommentarl&#xF6;sung mit. Denn Kommentare sollten <strong>niemals</strong> Big Data sein, so wie damals, als dereinst die Menschen ihre lokalen Kommentare lieber an einen Cloud Anbieter wie Disqus &#xFC;bergaben und damit f&#xFC;r ein gro&#xDF;es datenschutzrechtliches Problem sorgten. Aber darum soll es jetzt gar nicht gehen.</p><p>Der junge Recke also programmiert in PHP die Software <strong>Pure Comments</strong> (<a href="https://purecomments.org">Link</a>) und <strong>Pure Blog</strong> (<a href="https://pureblog.org">Link</a>) und bietet das der Menschheit als Alternative zu etablierten Blogl&#xF6;sungen an. Wenn jemand einfach nur schnell mal etwas schreiben m&#xF6;chte. Wenn er kein gro&#xDF;es Pluginsystem ben&#xF6;tigt. Wenn er ein leichtes, schnelles System m&#xF6;chte bei welchem er die Dinge selbst anpassen kann. Und ja, ich habe mir Pureblog jetzt auch ein mal angeschaut. Und ich finde es gro&#xDF;artig! Von der Geschwindigkeit und von der Anpassbarkeit. Purecomments &#xFC;brigens kann mit jeder Website genutzt werden, die Scripts unterst&#xFC;tzt und speichert alles in einer SQlite Datenbank, so wie auch ISSO-Comments. </p><div class="kg-card kg-toggle-card" data-kg-toggle-state="close">
            <div class="kg-toggle-heading">
                <h4 class="kg-toggle-heading-text"><span style="white-space: pre-wrap;">Was ist Pureblog? (toggle)</span></h4>
                <button class="kg-toggle-card-icon" aria-label="Expand toggle to read content">
                    <svg id="Regular" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" viewbox="0 0 24 24">
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            </div>
            <div class="kg-toggle-content"><p><span style="white-space: pre-wrap;">Pure Blog (oft als&#xA0;</span><b><strong style="white-space: pre-wrap;">Pure Blog CMS</strong></b><span style="white-space: pre-wrap;">&#xA0;bezeichnet) ist ein extrem leichtgewichtiges, dateibasiertes (Flat-File) Content-Management-System, das speziell f&#xFC;r Blogger entwickelt wurde. Es wurde von Kev Quirk entwickelt und ist darauf ausgelegt, die Komplexit&#xE4;t traditioneller CMS wie WordPress zu eliminieren.&#xA0;Hier sind die Kernmerkmale von Pure Blog:</span></p><ul><li value="1"><b><strong style="white-space: pre-wrap;">Keine Datenbank:</strong></b><span style="white-space: pre-wrap;">&#xA0;Als Flat-File-CMS ben&#xF6;tigt Pure Blog keine MySQL-Datenbank, was die Installation, Sicherung und Migration sehr einfach macht.</span></li><li value="2"><b><strong style="white-space: pre-wrap;">Fokus auf das Wesentliche:</strong></b><span style="white-space: pre-wrap;">&#xA0;Es bietet nur die notwendigsten Funktionen, die ein Blogger ben&#xF6;tigt, um Inhalte zu ver&#xF6;ffentlichen, ohne Schnickschnack.</span></li><li value="3"><b><strong style="white-space: pre-wrap;">Performance:</strong></b><span style="white-space: pre-wrap;">&#xA0;Durch den Verzicht auf Datenbankabfragen ist es in der Regel sehr schnell.</span></li><li value="4"><b><strong style="white-space: pre-wrap;">Open Source:</strong></b><span style="white-space: pre-wrap;">&#xA0;Der Quellcode ist offen zug&#xE4;nglich (GitHub).&#xA0;</span></li></ul><p><b><strong style="white-space: pre-wrap;">Wof&#xFC;r eignet es sich?</strong></b><br><span style="white-space: pre-wrap;">Pure Blog ist ideal f&#xFC;r Nutzer, die eine sehr einfache, schnelle und wartungsarme Plattform suchen, um Texte zu publizieren, ohne sich mit komplexen CMS-Einstellungen auseinandersetzen zu m&#xFC;ssen.&#xA0;</span></p></div>
        </div><p>Ihr wisst ja, ich betreibe auf <a href="https://janmontag.de" rel="noreferrer">janmontag.de</a> noch ein kleines Weblog, auf dem ich kurze Dinge poste: Status. Meinungen. Kommentare. Hier, auf herrmontag.de, da schreibe ich lange Texte. Dort eher kleine. Und deshalb ist das janmontag.de Weblog trafficm&#xE4;&#xDF;ig eher weniger stark frequentiert. Und da bietet es sich an, dort ein wenig umher zu spielen. Ich gehe dort den Weg des Purismus. Reduzierung. Alles abschalten und irgendwie selber implementieren. So zumindest mein Gedanke. Und ich beitreibe meine beiden Weblogs mit <a href="https://ghost.org" rel="noreferrer">Ghost CMS</a>. Das finde ich cool. <em>Handelbars</em> (<a href="https://handlebarsjs.com">Link</a>) k&#xF6;nnen viel und man kann das alles sehr stark individualisieren. Worauf ich aber hinaus m&#xF6;chte, ich habe nun angefangen mein Weblog janmontag.de (Ghost) auf Pureblog als CMS zu &#xFC;bertragen. Inhaltlich. Designtechnisch. Als kleine Finger&#xFC;bung. Um mal zu sehen, wie weit ich komme.</p><figure class="kg-card kg-bookmark-card kg-card-hascaption"><a class="kg-bookmark-container" href="https://janmontag.de"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Jan Montag</div><div class="kg-bookmark-description">angst and anger in a rotten world</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/bafkreihkjfs3jppuenholwj67rcghg6y7a3rti66zrjmq7ygeiexu4awd4-1.jpg" alt="Pureblog CMS"><span class="kg-bookmark-author">Jan Montag</span><span class="kg-bookmark-publisher">Jan Montag</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/bafkreihkjfs3jppuenholwj67rcghg6y7a3rti66zrjmq7ygeiexu4awd4-1.jpg" alt="Pureblog CMS" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">Mein Weblog janmontag.de</span></p></figcaption></figure><p>Und was soll ich sagen? An Ghost st&#xF6;rt mich zunehmend, dass es einen schlechten bis noch schlechteren Google Pagespeed erreicht. Ich lande mit janmontag.de bei ca. 60 Punkten, was nicht viel ist. Zu Beginn dachte ich noch, das l&#xE4;ge eventuell daran, dass ich es auf meinem Raspberry-Pi bei mir zu Hause betreibe. Ich bin der Meinung, dass man so ein kleines privates Weblog doch eigentlich gut und gerne zu Hause auf kleiner Hardware betreiben kann und gar nicht erst die gro&#xDF;e Hosting-Keule heraus holen muss. Und weil ich es da schon nicht richtig in den Griff bekommen habe, bin ich eines Tages dann doch auf einen richtigen Webhoster umgezogen und habe mein Ghost-Weblog migriert. Und was soll ich sagen, gef&#xFC;hlt wurde es tats&#xE4;chlich schneller. Aber nicht in echt. Der Pagespeed gibt mir nach wie vor eine schlechte Note und ich kriege es nicht in den Griff.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-25-um-15.10.20.png" class="kg-image" alt="Pureblog CMS" loading="lazy" width="1954" height="1022" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-25-um-15.10.20.png 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-25-um-15.10.20.png 1000w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1600/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-25-um-15.10.20.png 1600w, https://herrmontag.de/content/images/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-25-um-15.10.20.png 1954w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Typischer Google Pagespeed Rank von 57 Punkten</span></figcaption></figure><p>Also habe ich angefangen mein Weblog zu reduzieren, wie eingangs schon erw&#xE4;hnt. Aber auch das brachte keinen Abhilfe. Und deshalb habe ich mir &#xFC;berlegt, probiere ich Pureblog als Motor aus. Denn das erziehlt in einer Testinstallation unglaubliche 100 Punkte. Einen Wert, den sonst nur <strong>Static Site Generatoren</strong> wie <em>Hugo</em> oder <em>Jekyll</em> erreichen. Und da war ich nat&#xFC;rlich ein bisschen neidisch. Denn wenn man gern mal schraubt, wenn man sein Auto tuned, dann will man auch ein bisschen Geschwindigkeit heraus holen. Weil das Spa&#xDF; macht. Nat&#xFC;rlich f&#xE4;hrt der Irmscher auch ohne Weber-Doppelvergaser , aber mit hat man halt 17 PS mehr. Was ich damit sagen will: ich brauche keinen Pagespeed von 100, aber weil Weblogs kleine Zuhauses sind - die den Besitzer abbilden und individuell daher kommen und jeder es ein bisschen anders einrichtet, da ist mir das schon wichtig auch sch&#xF6;n und schnell zu sein. <em>Naja</em>, ihr wisst schon.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-25-um-14.46.55.png" class="kg-image" alt="Pureblog CMS" loading="lazy" width="1112" height="1027" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-25-um-14.46.55.png 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-25-um-14.46.55.png 1000w, https://herrmontag.de/content/images/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-25-um-14.46.55.png 1112w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Pureblog Migration von janmontag.de</span></figcaption></figure><p><strong>Langer Rede kurzer Sinn</strong>. Ich habe also mein Weblog von Ghost auf Pureblog migriert und weil ich das so richtig testen wollte, habe ich einfach aus beiden Weblogs (HerrMontag.de und JanMontag.de) die Inhalte per JSON exportiert, mit einem kleinen Python-Script in Markdown umgewandelt, mit etwas <code>SED Foo</code> den Headerbereich angepasst und schwupps: 5038 Posts online gestellt. Und wisst ihr was? Das l&#xE4;dt! Das performt! Ich habe in diesem angepassten Pureblog CMS mit 5000 Artikeln einen Pagespeed von? Na? <strong>Genau, 100</strong>! Das ist unfassbar, oder? </p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-25-um-14.46.09.png" class="kg-image" alt="Pureblog CMS" loading="lazy" width="976" height="568" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-25-um-14.46.09.png 600w, https://herrmontag.de/content/images/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-25-um-14.46.09.png 976w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Pagespeed Test 100 Punkte</span></figcaption></figure><p>Und wisst ihr, wo ich das Weblog hoste? Genau, auf eben jenem Raspberry-PI 5 der hier hinter dem Fernseher steht. Der l&#xE4;uft mit Caddyserver und servt das Pureblog. Und es funktioniert gro&#xDF;artig. Ich kann das immer noch gar nicht glauben. Allerdings habe ich auch noch ein paar Punkte noch nicht l&#xF6;sen k&#xF6;nnen und ich wei&#xDF; auch noch nicht, ob ich wirklich umsteige oder mich einfach nur mal eing&#xE4;ngig damit besch&#xE4;ftigt habe. Also naja - schauen wir mal was wird. Was wird! </p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/03/wir-freun-uns-was-wird.gif" class="kg-image" alt="Pureblog CMS" loading="lazy" width="498" height="282"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Was wird Meme</span></figcaption></figure><p>Ich kann an dieser Stelle aber jedem (der Weblogs und Websites mag) empfehlen, sich mit Pureblog zu besch&#xE4;ftigen und zu schauen, wohin die Reise gehen k&#xF6;nnte. Ein &#xE4;hnliches CMS zu Pureblog ist Datenstrom Yellow. Und dass es mittlerweile eine kleine deutsche Pureblog-<a href="https://werschreibt.de.cool/pure-blog-website-beispiele">Community</a> gibt, best&#xE4;tigt meiner Meinung nach den Erfolg des noch jungen CMS. </p><h3 id="ressourcen">Ressourcen</h3><figure class="kg-card kg-bookmark-card"><a class="kg-bookmark-container" href="https://pureblog.org"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Pure Blog</div><div class="kg-bookmark-description">Pure Blog is a simple PHP based blogging platform, designed from the ground up for personal blogs and the small web.</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/favicon-1.png" alt="Pureblog CMS"><span class="kg-bookmark-author">PUREBLOG</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/og-image.png" alt="Pureblog CMS" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a></figure><figure class="kg-card kg-bookmark-card"><a class="kg-bookmark-container" href="https://purecomments.org"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Pure Comments</div><div class="kg-bookmark-description">Pure Comments is a simple, lightweight commenting system designed for the small web.</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/favicon-2.png" alt="Pureblog CMS"><span class="kg-bookmark-author">PURECOMMENTS</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/og-image-1.png" alt="Pureblog CMS" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a></figure><figure class="kg-card kg-bookmark-card"><a class="kg-bookmark-container" href="https://isso-comments.de"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Isso &#x2013; a commenting server similar to Disqus</div><div class="kg-bookmark-description"></div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://static.ghost.org/v5.0.0/images/link-icon.svg" alt="Pureblog CMS"></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/isso.svg" alt="Pureblog CMS" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a></figure><figure class="kg-card kg-bookmark-card"><a class="kg-bookmark-container" href="https://janmontag.de"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Jan Montag</div><div class="kg-bookmark-description">angst and anger in a rotten world</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/bafkreihkjfs3jppuenholwj67rcghg6y7a3rti66zrjmq7ygeiexu4awd4-2.jpg" alt="Pureblog CMS"><span class="kg-bookmark-author">Jan Montag</span><span class="kg-bookmark-publisher">Jan Montag</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/bafkreihkjfs3jppuenholwj67rcghg6y7a3rti66zrjmq7ygeiexu4awd4-1-1.jpg" alt="Pureblog CMS" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a></figure><figure class="kg-card kg-bookmark-card"><a class="kg-bookmark-container" href="https://datenstrom.se/de/yellow/"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Datenstrom Yellow</div><div class="kg-bookmark-description">Datenstrom Yellow ist f&#xFC;r Menschen die kleine Webseiten machen.</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/datenstrom.png" alt="Pureblog CMS"><span class="kg-bookmark-author">Datenstrom</span><span class="kg-bookmark-publisher">Mark Seuffert</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/datenstrom-yellow-de.png" alt="Pureblog CMS" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a></figure>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Twttr.eu - aber was sagt das über mich aus?]]></title><description><![CDATA[<p>Meine <a href="https://janmontag.de/notes/twttr-invites-zu-vergeben/">kleine Website</a> hat heute schon davon berichtet, es gibt Twitter wieder. Und damit meine ich nicht Elon-driven X sondern tats&#xE4;chlich Twitter, wie es dereinst gestartet ist. Oder fast. Ein Enthusiast hat als anf&#xE4;nglichen Aprilscherz getarnt eine Epigone der 2008er Twitter-Experience unter der URL twttr.eu</p>]]></description><link>https://herrmontag.de/twttr-eu-aber-was-sagt-das-uber-mich-aus/</link><guid isPermaLink="false">69c190db6278c000012ffbca</guid><category><![CDATA[netzpolitik]]></category><dc:creator><![CDATA[Jan Montag]]></dc:creator><pubDate>Mon, 23 Mar 2026 20:36:53 GMT</pubDate><media:content url="https://herrmontag.de/content/images/2026/03/failwhale.gif.webp" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/03/failwhale.gif.webp" alt="Twttr.eu - aber was sagt das &#xFC;ber mich aus?"><p>Meine <a href="https://janmontag.de/notes/twttr-invites-zu-vergeben/">kleine Website</a> hat heute schon davon berichtet, es gibt Twitter wieder. Und damit meine ich nicht Elon-driven X sondern tats&#xE4;chlich Twitter, wie es dereinst gestartet ist. Oder fast. Ein Enthusiast hat als anf&#xE4;nglichen Aprilscherz getarnt eine Epigone der 2008er Twitter-Experience unter der URL twttr.eu umgesetzt - und nun rennt man <a href="https://twttr.eu/tweet/1178">ihm</a> die Bude ein.</p><p>Zeit, sich mit diesem kleinen K&#xFC;chenph&#xE4;nomen etwas ausgiebiger zu besch&#xE4;ftigen. </p><p>Und w&#xE4;hrend man sich dort anmeldet, aktuell noch schnell einen Invite (von mir) organisiert oder selbst verteilt, stellt sich eine leise, aber hartn&#xE4;ckige Frage: Was genau suche ich hier eigentlich?</p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-blue"><div class="kg-callout-emoji">&#x1F4A1;</div><div class="kg-callout-text">Ich bin selbstverst&#xE4;ndlich auch wieder <i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">early adopter</em></i> und finde die Reduktion ganz spannend, mag das alte Design und besch&#xE4;ftige mich auf <a href="https://janmontag.de" rel="noreferrer">janmontag.de</a> ja auch mit Purismus.</div></div><p>Denn offensichtlich geht es nicht um Funktionalit&#xE4;t. Alles, was <strong>Twttr.eu</strong> kann, konnte das alte&#xA0;Twitter&#xA0;schon &#x2013; und das heutige&#xA0;X&#xA0;kann es ohnehin, nur eben &#xFC;berformt von allem, was in den letzten Jahren hinzugekommen ist. Twttr.eu ist kein Fortschritt. Es ist ein R&#xFC;ckgriff. Und R&#xFC;ckgriffe haben selten mit Technik zu tun, sondern fast immer mit Erinnerung.</p><p>Diese Erinnerung ist erstaunlich stabil. Sie erz&#xE4;hlt von einem Internet, das &#xFC;berschaubar war, von einem digitalen Raum, der nicht sofort in Reichweiten, Strategien und Sichtbarkeiten zerfiel. Man schrieb Dinge, die keine Konsequenz haben mussten. Man war anwesend, ohne sich zu inszenieren. Oder zumindest ohne das Gef&#xFC;hl, es permanent tun zu m&#xFC;ssen. Vielleicht ist es genau das, was hier wieder gesucht wird: eine Form von <em>digitaler Beil&#xE4;ufigkeit</em>. Ein Zustand, in dem nicht jeder Gedanke sofort in Konkurrenz tritt, nicht jeder Beitrag bewertet, eingeordnet, verst&#xE4;rkt oder &#xFC;bersehen wird. Twttr.eu wirkt da genau richtig, eben wie ein Ort au&#xDF;erhalb der Zeit. Ein kleiner Ausbruch aus der Gegenwart, in der alles bereits festgelegt scheint. <strong>Ein Eskapismus!</strong></p><p><img src="https://i.chrrpic.eu/insecure/w:800/plain/s3://orderly-thermos-gu0hl-yp/images/-4y5Q8V.png" alt="Twttr.eu - aber was sagt das &#xFC;ber mich aus?" loading="lazy"></p><figcaption>Twitter Screenshot meines Profils 2009 aus der Wayback Machine.</figcaption><p></p>
<p>Aber diese Vorstellung tr&#xE4;gt nur begrenzt. Denn das, was als &#x201E;fr&#xFC;her&#x201C; erinnert wird, war kein bewusst gestalteter Zustand. Es war ein Nebeneffekt. Ein Produkt seiner Zeit, seiner technischen Grenzen, seiner noch kleinen Nutzerschaft. Vor allem aber war es gepr&#xE4;gt von den Menschen, die damals dort waren. Und genau hier beginnt die Irritation.</p><p>Denn wer ist heute auf Twttr.eu? Es sind nicht &#x201E;alle&#x201C;. Es ist auch kein Querschnitt der Gesellschaft. Es sind die, die schon damals da waren. Diejenigen, die das Netz genutzt haben, bevor es sich selbst erkl&#xE4;rt hat. Menschen, die Blogs schrieben, RSS-Feeds pflegten, sich vielleicht sogar durch Foren bewegten. Fr&#xFC;he Nutzer, so wie ich. Das hat Konsequenzen. Es entsteht eine vertraute Atmosph&#xE4;re, fast so, als w&#xFC;rde man Schallplatten voll alter Musik auflegen, und ein Gef&#xFC;hl transportieren wie fr&#xFC;her. Aber gleichzeitig ist klar: Es ist nicht mehr dieselbe Zeit. Die Gespr&#xE4;che sind andere, die Perspektiven auch. Nicht die Zeit war toll - es war die eigene &quot;Jugend&quot;. Was bleibt, ist eher ein Echo als eine Wiederholung.</p><p>Ich finde es gut die Oberfl&#xE4;che zu rekonstruieren um an etwas anzukn&#xF6;pfen, was damals gut war. Ohne jedoch nat&#xFC;rlich das Gestern wirklich zur&#xFC;ck holen zu wollen. Ich habe heute in einem kleinen Twt <a href="https://twttr.eu/tweet/3199">beschrieben</a>, warum ich twttr.eu gut finde: </p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-23-um-21.26.16.png" class="kg-image" alt="Twttr.eu - aber was sagt das &#xFC;ber mich aus?" loading="lazy" width="828" height="248" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-23-um-21.26.16.png 600w, https://herrmontag.de/content/images/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-23-um-21.26.16.png 828w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Screenshot einer Antwort in eine rKonversation auf Twttr.eu</span></figcaption></figure><p>Was Twttr.eu tats&#xE4;chlich aber auch zeigt, ist weniger eine R&#xFC;ckkehr als eine Sehnsucht. Eine Sehnsucht nach einem Internet, das nicht vollst&#xE4;ndig vermessen ist. Nach R&#xE4;umen, die nicht sofort verwertet werden. Nach einer Form von &#xD6;ffentlichkeit, die noch nicht endg&#xFC;ltig geworden ist. Gleich zu Beginn habe ich einen Twt gelesen, der Sinngem&#xE4;&#xDF;</p><blockquote>aber diesmal bitte ohne die Influemcer gro&#xDF; werden</blockquote><p>aussagte. Und das ist es. Und wenn man ehrlich ist, sagt das vielleicht mehr &#xFC;ber einen selbst aus als &#xFC;ber die Plattform. Es zeigt, dass da nicht nur in mir ein Unbehagen ist mit dem, was das Netz heute geworden ist. Silos: Instagram. Facebook, X und TikTok. Und dass man sich nach etwas sehnt, das klar, weniger laut, weniger abgeschlossen ist. Twttr.eu!</p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-grey"><div class="kg-callout-text">Ob man das dort findet, bleibt jedem selbst &#xFC;berlassen. Aber das ist das auch gar nicht entscheidend. Wahrscheinlich reicht es schon, sich f&#xFC;r einen Moment daran zu erinnern, dass es einmal anders war &#x2013; und dass es theoretisch auch wieder anders sein k&#xF6;nnte.</div></div><h3 id="ressourcen">Ressourcen</h3><figure class="kg-card kg-bookmark-card"><a class="kg-bookmark-container" href="https://janmontag.de/notes/twttr-invites-zu-vergeben/"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Twttr - Invites zu vergeben</div><div class="kg-bookmark-description">Jemand hat Twitter in seiner Inkarnation von ca. 2006 nachgebaut. In gleicher Aufl&#xF6;sung (also f&#xFC;r Screens mit 1024er Pixel), mit Twitpic, Failwhale und so weiter und so fort. Die gleiche Erfahrung wie damals: keine Werbung, keine ver&#xE4;nderte Timeline - einfach Leuten folgen und posten. Der Dienst hei&#xDF;t Twttr (Twttr.eu)</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/bafkreihkjfs3jppuenholwj67rcghg6y7a3rti66zrjmq7ygeiexu4awd4.jpg" alt="Twttr.eu - aber was sagt das &#xFC;ber mich aus?"><span class="kg-bookmark-author">Jan Montag</span><span class="kg-bookmark-publisher">Jan Montag</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/Bildschirmfoto-2026-03-23-um-07.41.07-2.png" alt="Twttr.eu - aber was sagt das &#xFC;ber mich aus?" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a></figure>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Der Mann, der sich verrückt schrieb (Wolfgang Welt)]]></title><description><![CDATA[Das Leben verläuft nicht immer Rund. Das Leben ist oft ein großes Arschloch. Zu mir. Zu dir. Ich habe schon immer ein Faible für all jene Menschen, die keiner geraden Biografie folgen. Oder folgten. In diesem Artikel widme ich mich dem Autor Wolfgang Welt.]]></description><link>https://herrmontag.de/der-mann-der-sich-verruckt-schrieb/</link><guid isPermaLink="false">699446cbb9c88c00016a68c2</guid><category><![CDATA[literatur]]></category><category><![CDATA[wolfgang welt]]></category><dc:creator><![CDATA[Jan Montag]]></dc:creator><pubDate>Fri, 27 Feb 2026 12:49:43 GMT</pubDate><media:content url="https://images.unsplash.com/photo-1507914997623-5b75b37d9cad?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDN8fHdyaXR0ZW58ZW58MHx8fHwxNzc4MTU5ODM3fDA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2000" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://images.unsplash.com/photo-1507914997623-5b75b37d9cad?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDN8fHdyaXR0ZW58ZW58MHx8fHwxNzc4MTU5ODM3fDA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2000" alt="Der Mann, der sich verr&#xFC;ckt schrieb (Wolfgang Welt)"><p><strong>Wolfgang Welt war der deutsche <em>Lester Bangs</em> (</strong><a href="https://www.goodreads.com/book/show/64669.Let_it_Blurt"><strong>Link</strong></a><strong>), ein Musikjournalist, der sich selbst zum Gegenstand seiner Texte machte, ein Schriftsteller, der seine Psychose nicht nur &#xFC;berlebte, sondern sie in Literatur verwandelte &#x2013; und ein Nachtportier, der lieber schrieb als schlief.</strong></p><hr><p>Ich sitze hier mit einer Tasse Kaffee, w&#xE4;hrend drau&#xDF;en der Februarwind gegen die st&#xE4;hlerne Jalousie der Einrichtung klopft, und &#xFC;berlege, wie man einem Mann gerecht wird, der 1952 in <em>Bochum-Langendreer</em> geboren wurde, als Sohn eines Bergmanns und einer Hausfrau, und der sp&#xE4;ter einmal sagen w&#xFC;rde: &quot;Ich schrieb mich verr&#xFC;ckt.&quot; Keine Metapher.</p><p>Die Buchstaben dieses Artikels tippe ich mit einer mechanischen Tastatur (KlickrKlackr), deren Klackern mich an etwas erinnert, was ich beim Lesen von Wolfgang Welt entdeckt habe: Er schrieb auf einer <strong>Olympia SM2</strong>, einer Schreibmaschine, und zwar immer auf den letzten Dr&#xFC;cker, 26 Seiten in neun Stunden, einen Roman in drei Wochen. Assoziation und Affekt statt Handlungsplanung. So wie ich, always late to the Party, Master Thesen kurz vor Deadline - die Kurzfristigkeit des Liefern-k&#xF6;nnens als Lebensinhalt.</p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-green"><div class="kg-callout-emoji">&#x1F4A1;</div><div class="kg-callout-text">&#x2026;die Kurzfristigkeit des Liefern-k&#xF6;nnens als Lebensinhalt</div></div><h2 id="die-fr%C3%BChen-jahre-buddy-holly-und-der-ausbruch">Die fr&#xFC;hen Jahre: Buddy Holly und der Ausbruch</h2><p><strong>Wolfgang Welt</strong> wollte Schriftsteller werden, was sonst. Einer wie er, der die ganze Kulisse bereits im Nachnamen tr&#xE4;gt, muss Schriftsteller werden. Also lie&#xDF; er die Uni sein, bis dahin hatte er Anglistik und Geschichte in Bochum und Dortmund und verkaufte Schallplatten. Und dann, Ende der siebziger Jahre, begann er zu schreiben &#x2013; f&#xFC;r Magazine wie&#xA0;<em>Sounds</em>,&#xA0;<em>Musikexpress</em>&#xA0;und das Bochumer Stadtmagazin&#xA0;<em>Marabo</em>.</p><p>Seine Musikkritiken waren ziemlich subjektiv. Heute sagen einige: meinungsstark. &#xDC;ber Herbert Gr&#xF6;nemeyers Album &quot;Zwo&quot; schrieb er: </p><blockquote>&quot;Ich w&#xE4;re froh, wenn diese Scheibe (man k&#xF6;nnte das b auch durch ein &#xDF; ersetzen) nicht &apos;Zwo&apos;, sondern &apos;Die Letzte&apos; hie&#xDF;e. Was sich der vielbesch&#xE4;ftigte Gr&#xF6;nemeyer hier geleistet hat, ist wie schon bei seinem Deb&#xFC;t vor zwei Jahren unter aller Sau&quot;. </blockquote><p>Jahre sp&#xE4;ter <em>soll</em> Gr&#xF6;nemeyer ihm gesagt haben: &quot;Hattest recht&quot;.</p><p>Und &#xFC;ber Heinz Rudolf Kunze, den studierten Sohn eines SS-Mannes: &quot;Heinz Rudolf Kunze ist eine Null. Er selber wei&#xDF; es am besten&quot;&#xA0;.</p><p>Das war kein professioneller Journalismus im heutigen Sinne. Das war etwas anderes. Das war Welt. Er h&#xF6;rte sich die Platten oft gar nicht an, brauchte das Geld f&#xFC;r Zigaretten. Aber er traf einen Ton, der bis heute nachhallt. Willi Winkler nannte ihn den &quot;Ghostwriter des Lebens&quot;. Peter Handke, der ihn f&#xF6;rderte und dessen Vorwort zu &quot;Ich schrieb mich verr&#xFC;ckt&quot; eine der sch&#xF6;nsten W&#xFC;rdigungen deutscher Sprache enth&#xE4;lt, schrieb: &quot;<em>Wolfgang Welts B&#xFC;cher sind alles, was der Fall ist. Sie verk&#xF6;rpern zuletzt ein einziges Buch: das Buch Wolfgang Welt</em>&quot;.</p><h2 id="die-krise-jr-ewing-in-bochum">Die Krise: J.R. Ewing in Bochum</h2><p>1983, auf dem H&#xF6;hepunkt seiner journalistischen Karriere, holte ihn die Wirklichkeit ein. Welt erlitt eine schizophrene Psychose mit manisch-depressivem Einschlag. Er hielt sich f&#xFC;r J.R. Ewing aus der Fernsehserie &quot;Dallas&quot; und w&#xE4;hnte sich von einem Filmteam verfolgt. Er randalierte, wurde in die geschlossene Psychiatrie eingeliefert.</p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-blue"><div class="kg-callout-emoji">&#x1F4A1;</div><div class="kg-callout-text">Das h&#xE4;tte das Ende sein k&#xF6;nnen. F&#xFC;r viele w&#xE4;re es das gewesen.</div></div><p>Aber Welt schrieb weiter. Und genau hier beginnt das, was ihn einzigartig macht. Er beschrieb seine Psychose nicht aus der Distanz des Genesenen, nicht mit der wohlfeilen Ironie des &#xDC;berlebenden. Er schrieb&#xA0;<em>aus ihr heraus</em>. In &quot;Der Tunnel am Ende des Lichts&quot; (2006) findet sich die unvergessliche Stelle, an der er sich f&#xFC;r J.R. Ewing h&#xE4;lt und die letzte Folge von &quot;Dallas&quot; unbedingt an die Redaktion der&#xA0;<em>Zeit</em>&#xA0;telexen m&#xF6;chte &#x2013; aus dem Bochumer Novotel, in dem einmal der&#xA0;<em>Zeit</em>-Theaterkritiker Benjamin Henrichs logierte.</p><p>&quot;Automatisch schreiben&quot; nannte er das. Und ja, man sp&#xFC;rt es beim Lesen: Diese Texte sind in Trance heruntergetippt, hastig, von einem Getriebenen. Der Leser ger&#xE4;t au&#xDF;er Atem, w&#xE4;hrend er ihnen folgt.</p><p>Ich las k&#xFC;rzlich &quot;Fischsuppe&quot; (2014), seinen letzten zu Lebzeiten erschienenen Text. Der erste Satz: &quot;Am Tag nach meiner Entlassung aus der Psychatrie sa&#xDF; ich in Dr. Hummels Praxis, der mich noch eine Woche krankschreiben wollte, was ich aber ablehnte, weil ich nach drei Wochen Krankenhaus lieber wieder arbeiten wollte&quot;. Das ist Welt.</p><h2 id="die-werke-peggy-sue-und-die-folgen">Die Werke: Peggy Sue und die Folgen</h2><p>Sein Deb&#xFC;troman &quot;Peggy Sue&quot; erschien 1986 im Konkret-Literatur-Verlag. Der erste Satz: &quot;Etwa zwei Jahre nach unserer ersten Begegnung machte mir Sabine am Telefon Aussicht auf einen Fick, allerdings nicht mit ihr selber, sondern mit ihrer j&#xFC;ngeren Schwester&quot;&#xA0;.</p><p><em>Diedrich Diederichsen</em> verriss das Buch in der&#xA0;<em>Spex</em>. Er verstand diesen Gest&#xE4;ndniszwang nicht, fragte, welche Belohnung Welt daf&#xFC;r erwarte. Eine berechtigte Frage. Aber sie ging am Punkt vorbei. Welt schrieb nicht f&#xFC;r Belohnungen. Er schrieb, weil er musste. In &quot;Peggy Sue&quot; hei&#xDF;t es, er schreibe, um &quot;einigen Leuten ein Denkmal zu setzen, die sonst nicht einmal einen Grabstein kriegen w&#xFC;rden&quot;&#xA0;.</p><p>Die Trilogie &quot;Buddy Holly auf der Wilhelmsh&#xF6;he&quot; (2006 bei Suhrkamp) versammelt seine wichtigsten Romane: &quot;Peggy Sue&quot;, &quot;Der Tick&quot; (2001) und &quot;Der Tunnel am Ende des Lichts&quot;. Dazu kamen sp&#xE4;ter &quot;Doris hilft&quot; (2009) und die postumen Sammlungen &quot;Kein Schlaf bis Hammersmith&quot; und &quot;Die Pannsch&#xFC;ppe&quot; (beide 2020), herausgegeben von <em>Martin Willems</em>.</p><p>Was ist das f&#xFC;r eine Literatur? Irgendwo zwischen Charles Bukowski und Rainald Goetz, Beatniks und weiteres. Die zentralen Motive: Buddy Holly und Sex. Alle Geschehnisse werden mit diesen Begriffen abgeglichen. Der Erz&#xE4;hler, fast nie vom Autor zu trennen, schildert sein Leben zwischen Redaktionsstuben und Szenekneipen, Stadionbesuchen und einsamen N&#xE4;chten auf der Bochumer Wilhelmsh&#xF6;he&#xA0;.</p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-grey"><div class="kg-callout-text">Und immer wieder: das Scheitern. An den Frauen. Am Leben. An sich selbst.</div></div><blockquote>&quot;W&#xFC;rde ich mit ihr ficken, bevor ich nach Frankfurt ging? (...) Was bildete ich mir eigentlich ein? Sie war doch offensichtlich in festen H&#xE4;nden. Was sollte ich dickb&#xE4;uchiger abgebrochener Student, der quasi als Hilfsarbeiter schuftete, mir f&#xFC;r Illusionen machen&quot;&#xA0;.</blockquote><h2 id="der-r%C3%BCckzug-nachtportier-aus-%C3%BCberzeugung">Der R&#xFC;ckzug: Nachtportier aus &#xDC;berzeugung</h2><p>Seit 1991 arbeitete Welt als Nachtportier im Schauspielhaus Bochum. 25 Jahre lang. Tags&#xFC;ber schlief er, nachts sa&#xDF; er an der Pforte, las&#xA0;<em>Spiegel</em>, h&#xF6;rte WDR 4, schrieb. &quot;Dat interessiert mich alles nicht mehr&quot;, sagte er &#xFC;ber die Musikszene.</p><p>Warum zog er sich zur&#xFC;ck? Die einfache Antwort: die Krankheit. Die komplexere: Er hatte gefunden, was er brauchte. Einen Job, der ihn nicht auslaugte. Zeit zum Schreiben. Und die richtige Distanz zur Welt.</p><p>In einem Interview sagte er einmal, er k&#xF6;nne nur schreiben, was er selbst erlebt habe. Das ist das Gegenteil von KI. Das ist das Gegenteil von Prompting. Das ist: Leben in Literatur verwandeln, ohne Filter, ohne strategische Kalkulation.</p><p>Der Lektor des Suhrkamp Verlags mahnte ihn einmal, er brauche &quot;einen roten Faden&quot;. Welts Antwort: &quot;mich&quot;&#xA0;.</p><figure class="kg-card kg-embed-card kg-card-hascaption"><iframe width="200" height="113" src="https://www.youtube.com/embed/cnfnP3_OUwU?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen title="Wolfgang Welt im Schauspielhaus Bochum"></iframe><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">Wolfgang Welt im Schauspielhaus in Bochum</span></p></figcaption></figure><div class="kg-card kg-toggle-card" data-kg-toggle-state="close">
            <div class="kg-toggle-heading">
                <h4 class="kg-toggle-heading-text"><span style="white-space: pre-wrap;">Wolfgang Welt und Glumm: Eine Fu&#xDF;note</span></h4>
                <button class="kg-toggle-card-icon" aria-label="Expand toggle to read content">
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            <div class="kg-toggle-content"><p><span style="white-space: pre-wrap;">An dieser Stelle muss ein anderer Autor erw&#xE4;hnt werden, den ich sehr sch&#xE4;tze, der in einem ganz &#xE4;hnlichen Milieu auch &#xE4;hnlich schreibt, aber v&#xF6;llig anders arbeitet:&#xA0;</span><b><strong style="white-space: pre-wrap;">Glumm</strong></b><span style="white-space: pre-wrap;">. W&#xE4;hrend Welt sich selbst zum Gegenstand machte, radikal subjektiv, bis zur Schmerzgrenze, betreibt Glumm etwas, das man als &quot;dokumentarische Fiktion&quot; bezeichnen k&#xF6;nnte. Seine Texte sind recherchiert, konstruiert, durchkomponiert. Welt hingegen schrieb, wie er atmete: automatisch, unvermeidlich, manchmal erstickend.</span></p><p><span style="white-space: pre-wrap;">Glumm w&#xE4;re vielleicht der Lektor gewesen, den Welt nie hatte. Und Welt w&#xE4;re f&#xFC;r Glumm das gewesen, was man einen &quot;Rohstoff-Lieferanten&quot; nennen k&#xF6;nnte &#x2013; das unverarbeitete Leben, das man dann in Form bringt. </span><i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">Vielleicht</em></i><span style="white-space: pre-wrap;">!</span></p></div>
        </div><h2 id="das-verm%C3%A4chtnis-f%C3%BCr-die-die-sonst-keinen-grabstein-kriegen">Das Verm&#xE4;chtnis: F&#xFC;r die, die sonst keinen Grabstein kriegen</h2><p>Wolfgang Welt starb am 19. Juli 2016 in einem Hagener Krankenhaus. Zwei Jahre sp&#xE4;ter widmete ihm das <em>Heinrich-Heine-Institut D&#xFC;sseldorf</em> eine Ausstellung, kuratiert von <em>Martin Willems</em>, der auch seinen Nachlass verwaltet&#xA0;.</p><blockquote>&quot;Eine Ausstellung scheint uns pr&#xE4;destiniert daf&#xFC;r, auf einen Schriftsteller hinzuweisen, der in der deutschen Literatur zweifelsohne eine Sonderstellung innehat&quot;, - sagte Willems damals.</blockquote><p>In der Ausstellung war eine <em>Olympia SM2</em> zu sehen, die Schreibmaschine, auf der Welt seine Texte verfasste. Und Fotos. Und Briefe. Und der abgegriffene Buddy-Holly-Fanclub-Ausweis.</p><figure class="kg-card kg-bookmark-card"><a class="kg-bookmark-container" href="https://www.waz.de/staedte/bochum/article226215761/Ausstellung-ehrt-grossen-Bochumer-Pop-Literaten-Wolfgang-Welt.html"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Ausstellung ehrt gro&#xDF;en Bochumer Pop-Literaten Wolfgang Welt</div><div class="kg-bookmark-description">Vor drei Jahren starb der Schriftsteller Wolfgang Welt. In Langendreer ist jetzt eine l&#xE4;ngst &#xFC;berf&#xE4;llige W&#xFC;rdigung seines Schaffens zu sehen.</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/apple-icon-180.png" alt="Der Mann, der sich verr&#xFC;ckt schrieb (Wolfgang Welt)"><span class="kg-bookmark-author">Westdeutsche Allgemeine Zeitung</span><span class="kg-bookmark-publisher">Sven Westernstr&#xF6;er</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/226215759_1560871771_v16_9_1600.jpeg" alt="Der Mann, der sich verr&#xFC;ckt schrieb (Wolfgang Welt)" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a></figure><p>Seine B&#xFC;cher werden noch gelesen. &quot;Kein Schlaf bis Hammersmith&quot; und &quot;Die Pannsch&#xFC;ppe&quot; sind 2020 erschienen, herausgegeben von Willems. 800 Seiten, die zeigen, was f&#xFC;r ein Autor er war: lakonisch, direkt, kompromisslos, mit einem Sound, den keiner nachmachen kann.</p><p>Frank Sch&#xE4;fer schrieb in der&#xA0;<em>taz</em>, er w&#xFC;rde Welt sofort den Peter-Weiss-Preis verleihen. Daf&#xFC;r, dass er notorisch unangepasst blieb. Daf&#xFC;r, dass er vom Schreiben nicht leben konnte und trotzdem schrieb.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[XTEInk X4 (kleiner eBook Reader)]]></title><description><![CDATA[<p>Wie ihr wisst habe ich damit begonnen, meinen online-Konsum etwas zu reduzieren, Dinge selber zu hosten, Social Media mehr und mehr hinter mir zu lassen und daf&#xFC;r andere Dinge zu tun oder gar nichts mehr. Konkret habe ich also meine Weblogs ausgebaut und betreibe janmontag.de f&#xFC;</p>]]></description><link>https://herrmontag.de/xteink-x4/</link><guid isPermaLink="false">69983255b9c88c00016a6948</guid><category><![CDATA[ebook reader]]></category><dc:creator><![CDATA[Jan Montag]]></dc:creator><pubDate>Fri, 20 Feb 2026 10:23:38 GMT</pubDate><media:content url="https://herrmontag.de/content/images/2026/02/product-image.fill.size_autoxauto.v1764865454.png" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/02/product-image.fill.size_autoxauto.v1764865454.png" alt="XTEInk X4 (kleiner eBook Reader)"><p>Wie ihr wisst habe ich damit begonnen, meinen online-Konsum etwas zu reduzieren, Dinge selber zu hosten, Social Media mehr und mehr hinter mir zu lassen und daf&#xFC;r andere Dinge zu tun oder gar nichts mehr. Konkret habe ich also meine Weblogs ausgebaut und betreibe janmontag.de f&#xFC;r Statusupdates und HerrMontag.de f&#xFC;r gr&#xF6;&#xDF;ere Texte. Ich nutze meine <strong>Canon Digital Ixus</strong> f&#xFC;r Schnappsch&#xFC;sse von unterwegs und meinen <em>iPod Classic</em> zum Musikh&#xF6;ren, habe mir sogar aufgeschrieben wie man <a href="https://wochenstart.com/reduzieren-legacy-scrobbler">trotzdem zu Last.FM scrobbeln kann</a> (auch Schallplatten, hint: legacy scrobbler). </p><p>Und nun habe ich mir f&#xFC;rs Lesen von B&#xFC;chern noch den winzig kleinen <strong>Xteink X4 </strong>eBook-Reader organisiert (und vielleicht interessiert das ja jemanden, deshalb schreibe ich es auf). Weil dieser auch ziemlich <em>disctraction free</em> daher kommt und f&#xFC;r genau eine Anwendung taugt: B&#xFC;cher im ePub-Format zu lesen. Er kann 512 GB via SD-Card adressieren und ist wie schon angesprochen angenehm klein genug, um ihn immer dabei zu haben. Beworben wird er sogar explizit damit, ihn via Magnet an der R&#xFC;ckseite des Handys zu befestigen und mitzunehmen. </p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/02/xteinkx4-q82-w2560-h.webp" class="kg-image" alt="XTEInk X4 (kleiner eBook Reader)" loading="lazy" width="2000" height="1500" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/02/xteinkx4-q82-w2560-h.webp 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/02/xteinkx4-q82-w2560-h.webp 1000w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1600/2026/02/xteinkx4-q82-w2560-h.webp 1600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w2400/2026/02/xteinkx4-q82-w2560-h.webp 2400w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Der Xteink X4 an der R&#xFC;ckseite eines iPhones (</span><i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">Bildquelle: Xteink</em></i><span style="white-space: pre-wrap;">)</span></figcaption></figure><p>Denn klar, lange und viele Texte liest man nach wie vor nicht auf einem Display, das liest man in echt oder auf einem Paper-Ink-Ger&#xE4;t - und das klappt gut. Was allerdings nicht gut klappt, ist die originale asiatische Firmware und Schrift. </p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/02/2026-01-27-15.08.46.jpg.webp" class="kg-image" alt="XTEInk X4 (kleiner eBook Reader)" loading="lazy" width="1240" height="930" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/02/2026-01-27-15.08.46.jpg.webp 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/02/2026-01-27-15.08.46.jpg.webp 1000w, https://herrmontag.de/content/images/2026/02/2026-01-27-15.08.46.jpg.webp 1240w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Verpackungsinhalt (C) spokenlikeageek</span></figcaption></figure><p>Wenn man das Ger&#xE4;t erh&#xE4;lt, muss man es erst mal auf englische Sprache umstellen, um &#xFC;berhaupt etwas erkennen zu k&#xF6;nnen. Dazu geht man folgenderma&#xDF;en vor: </p><ol><li>Schaltet das Ger&#xE4;t ein. Auf dem Startbildschirm suchen wir nach dem&#xA0;<strong>Zahnrad-Symbol</strong>&#xA0;f&#xFC;r die Einstellungen. Wir w&#xE4;hlen dieses Symbol aus und best&#xE4;tigen mit der OK-Taste&#xA0;unten links.</li><li>Im Einstellungsmen&#xFC; ist die Option f&#xFC;r die Sprache&#xA0;<strong>die erste im Men&#xFC;</strong>. Mann kann es nur nicht erkennen. Dort hin navigieren und anklicken. Es sollte sich die Benutzeroberfl&#xE4;che sofort auf Englisch &#xE4;ndern. Gut. So lassen &#x1F604;</li></ol><p>Allerdings gibt es bereits ein <strong>Homebrew-Projekt</strong>, was eine komplette Firmware als Drop-In-Replacement anbietet. Sogar mit einer Website, &#xFC;ber die man das bequem flaschen kann. Dazu schlie&#xDF;t man den <strong>Xteink</strong> via USB-C Kabel an den Computer an, ruft mit dem Chrome-Browser die <a href="https://xteink.dve.al">Website</a> auf, f&#xFC;hrt eine Sicherung der vorhandenen Firmware durch und installiert die dort angebotene Open-Source-Community-Firmware. <strong>Fertig</strong>. Fortan kann man das Ger&#xE4;t sehr gut nutzen. Ich lese gerade <em>Martin Suter</em> und <em>Dorothee Elmiger</em>. Ach ja, eine 32 GB SD-Card und ein USB-SD-Card-Adapter sind im Lieferumfang enthalten. Man steckt den USB-Stick mit der SD-Karte an seinen Rechner, kopiert seine B&#xFC;cher drauf, legt sich vielleicht eine Ordnerstruktur an und steckt diesen wieder in den Reader. Das Ger&#xE4;t verf&#xFC;gt &#xFC;ber WLAN, allerdings habe ich das gar nicht erst in Betrieb genommen.</p><p>Ich </p><ul><li>fotografiere Schnappsch&#xFC;sse mit der <a href="https://herrmontag.de/warum-ich-immer-haufiger-mein-handy-weg-lasse/">Canon Digital Ixus</a></li><li>lese mit dem <strong>Xteink X4</strong> eBooks</li><li>und h&#xF6;re mit dem iPod Classic Musik.</li></ul><p>All diese Dinge w&#xFC;rde ich sonst mit dem Smartphone tun. Ich bin mal gespannt, wann mir das Getue auf die Nerven geht, noch aber geht der Workflow gut, wie er auch vor 10 Jahren gut ging.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/02/IMG_3986-2.jpg" class="kg-image" alt="XTEInk X4 (kleiner eBook Reader)" loading="lazy" width="1024" height="1024" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/02/IMG_3986-2.jpg 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/02/IMG_3986-2.jpg 1000w, https://herrmontag.de/content/images/2026/02/IMG_3986-2.jpg 1024w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Mein Xteink X4 (mit dem Buch Wut und Liebe) und mein iPod Classic (mit dem Song Envious der mighty Hellacopters)</span></figcaption></figure><p>Ich hab mir das Teil spontan vor ca. einem Monat bestellt, als ich einen kleinen Hinweis auf dem <a href="https://happybuddha1975.de/4-kw-2026-trump-und-history-repeating/">Weblog von J&#xFC;rgen</a> dazu sah. Dann hatte ich es schon wieder vergessen und jetzt lag es doch in meinem Postfach.</p><p>[<strong>Update</strong>] Der Reader ist ohne direkte Lichtquelle im Display, das hei&#xDF;t, wie bei einem Buch bin ich auf externes Licht angewiesen, wenn ich etwas sehen m&#xF6;chte. Und weil es aktuell noch relativ fr&#xFC;h dunkel wurde, der Fr&#xFC;hlund nebst Sommer auf sich warten lie&#xDF; und ich damit unzufrieden war, habe ich geschaut, wie man Abhilfe schaffen kann. Mit einer kleinen Lampe. Am besten magnetisch, denn der XTEINK ist ja auch magnetisch und so k&#xF6;nnte man die kleine Lampe anheften. </p><p>So sieht das ganze nun aus und es funktioniert ganz hervorragend:</p><figure class="kg-card kg-gallery-card kg-width-wide kg-card-hascaption"><div class="kg-gallery-container"><div class="kg-gallery-row"><div class="kg-gallery-image"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/03/IMG_4154.jpeg" width="2000" height="2667" loading="lazy" alt="XTEInk X4 (kleiner eBook Reader)" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/03/IMG_4154.jpeg 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/03/IMG_4154.jpeg 1000w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1600/2026/03/IMG_4154.jpeg 1600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w2400/2026/03/IMG_4154.jpeg 2400w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></div><div class="kg-gallery-image"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/03/IMG_4153.jpeg" width="2000" height="2667" loading="lazy" alt="XTEInk X4 (kleiner eBook Reader)" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/03/IMG_4153.jpeg 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/03/IMG_4153.jpeg 1000w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1600/2026/03/IMG_4153.jpeg 1600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w2400/2026/03/IMG_4153.jpeg 2400w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></div></div></div><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">Herr Montag h&#xE4;lt das XTEINK X4 mit kleiner LED-Lampe in der Hand und liest ein Buch darauf, die Lampe leuchtet das Ger&#xE4;t gut aus, all das ist klein genug um es prima mit auf Reisen zu nehmen, in der Jackentasche herum zu tragen.</span></p></figcaption></figure><p>Die kleine LED ist tats&#xE4;chlich die Offizielle f&#xFC;r den XTEInk X4. <a href="https://www.xteink.com/products/xteink-ereader-magnetic-reading-light?srsltid=AfmBOoobeS7Pk6olWFLzhE8jg2l4fhe07dT0r8nZ085SGuWSxljVbIn0" rel="nofollow noopener">Hier</a> findet ihr den Link zum Produkt. Das ist <strong>kein</strong> Affiliate-Link.</p><h3 id="ressourcen">Ressourcen:</h3><figure class="kg-card kg-bookmark-card kg-card-hascaption"><a class="kg-bookmark-container" href="https://github.com/crosspoint-reader/crosspoint-reader"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">GitHub - crosspoint-reader/crosspoint-reader: Firmware for the Xteink X4 e-paper display reader</div><div class="kg-bookmark-description">Firmware for the Xteink X4 e-paper display reader. Contribute to crosspoint-reader/crosspoint-reader development by creating an account on GitHub.</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/pinned-octocat-093da3e6fa40-8.svg" alt="XTEInk X4 (kleiner eBook Reader)"><span class="kg-bookmark-author">GitHub</span><span class="kg-bookmark-publisher">crosspoint-reader</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/crosspoint-reader" alt="XTEInk X4 (kleiner eBook Reader)" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">Github Repo der alternativen Xteink X4 Firmware</span></p></figcaption></figure>
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            <div class="kg-toggle-heading">
                <h4 class="kg-toggle-heading-text"><span style="white-space: pre-wrap;">Um noch mal zusammen zufassen, was ich meine (toggle):</span></h4>
                <button class="kg-toggle-card-icon" aria-label="Expand toggle to read content">
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            <div class="kg-toggle-content"><ul><li value="1"><span style="white-space: pre-wrap;">Ich habe nichts gegen KI. Ich kritisiere nur, wie unreflektiert sie verwendet wird.</span></li><li value="2"><span style="white-space: pre-wrap;">Ich habe nichts gegen einen punktuellen Einsatz von KI. Es ist nur sehr bescheiden, wenn ganze Blogs oder Artikel komplett der KI entstammen.</span></li><li value="3"><span style="white-space: pre-wrap;">Solche komplett generierten Artikel habe ich kritisiert.</span></li><li value="4"><span style="white-space: pre-wrap;">Ich habe mitgeteilt, dass&#xA0;</span><i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">ich</em></i><span style="white-space: pre-wrap;">&#xA0;solche Artikel nicht mehr lesen m&#xF6;chte. Ein Verbot habe ich nicht gefordert.</span></li></ul><p><span style="white-space: pre-wrap;">(Zusammengefasst von </span><a href="https://loggbok.de/posts/2026-02-14-ich-bin-also-intolerant/"><span style="white-space: pre-wrap;">Densco</span></a><span style="white-space: pre-wrap;">)</span></p><ul><li value="1"><span style="white-space: pre-wrap;">Ich kann auch verstehen, wenn man KI zur Kontrolle des eigenen Geschriebenen nutzt. Quasi als Lektor.</span></li><li value="2"><span style="white-space: pre-wrap;">Was ich aber nicht verstehe ist, wenn man einer KI sein eigenes Denken und Schreiben einfach vollst&#xE4;ndig &#xFC;berl&#xE4;sst &#x2013; vor allem im Privaten.</span></li><li value="3"><span style="white-space: pre-wrap;">&quot;Wenn ein privates/pers&#xF6;nliches Blog doch meine Spielwiese ist, dann kann ich eben auch mit KI spielen.&quot;</span><br><span style="white-space: pre-wrap;">Jup. Kannst du. Aber dann tu mir einen Gefallen: Markiere es und &#xFC;berlass mir die Wahl, es nicht zu lesen. Denn ich finde: wenn du in deinem pers&#xF6;nlich Blog jemanden brauchst, der dir dabei hilft, Texte zu schreiben, ist&apos;s nicht mehr&#xA0;</span><i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">privat&#xA0;</em></i><span style="white-space: pre-wrap;">&#x2013; dann bist es n&#xE4;mlich nicht mehr&#xA0;</span><i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">Du</em></i><span style="white-space: pre-wrap;">. Und dann ist&apos;s f&#xFC;r mich schlichtweg auch nicht mehr&#xA0;</span><i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">interessant</em></i><span style="white-space: pre-wrap;">.</span></li></ul><p><span style="white-space: pre-wrap;">(Zusammengefasst von </span><a href="https://gigold.me/blog/keiner-braucht-ki-in-privaten-blogs"><span style="white-space: pre-wrap;">Gigold</span></a><span style="white-space: pre-wrap;">)</span></p></div>
        </div><p>An dieser Stelle noch folgendes: ich habe die Buchstaben des Exzerpt&apos; dieses Artikels z&#xE4;hlen lassen wollen, kurz gegoogelt und diese <a href="https://justdone.com/de/word-counter">Seite</a> dabei gefunden, folgendes ist dabei heraus gekommen:</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-13-um-18.40.41.png" class="kg-image" alt="ai;wr" loading="lazy" width="1225" height="791" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-13-um-18.40.41.png 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-13-um-18.40.41.png 1000w, https://herrmontag.de/content/images/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-13-um-18.40.41.png 1225w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">62% sind KI Inhalte. </span></figcaption></figure><p>Das l&#xE4;sst mich jetzt nat&#xFC;rlich meinen gesamten Text dort hinein kopieren, den ich ohne die Hilfe von KI geschrieben habe. Nicht nur das, ich habe daf&#xFC;r sogar <a href="https://herrmontag.de/mechanische-tastaturen/">KlickerKlacker</a>, meine mechanische Bluetooth-USB-Tastatur, heraus geholt.</p><blockquote>67% deines Textes &#x201E;AI content&#x201C; sieht aus, als w&#xE4;re er von einer KI geschrieben worden</blockquote><p><strong>Okay</strong>, genug Internet f&#xFC;r heute, nicht mal das klappt.</p><hr><figure class="kg-card kg-bookmark-card"><a class="kg-bookmark-container" href="https://herrmontag.de/mechanische-tastaturen/"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Mechanische Tastaturen</div><div class="kg-bookmark-description">Jeder kennt sie, die klackernden, lauten und schwerg&#xE4;ngigen Tastaturen aus der Hochzeit des IBM Personal Computers diesseits der 80er Jahre. Das legend&#xE4;rste Keyboard dieser Zeit war das IBM Keyboard Model M. Es gilt als absolut robuste Arbeitsmaschine und heute als gefragter Klassiker. Aber viele hassen sie heute. Sehr. Denn mittlerweile</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/IMG_8150-24.ico" alt="ai;wr"><span class="kg-bookmark-author">HerrMontag.de</span><span class="kg-bookmark-publisher">Jan Montag</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/photo-1555532538-dcdbd01d373d" alt="ai;wr" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a></figure><figure class="kg-card kg-bookmark-card"><a class="kg-bookmark-container" href="https://gigold.me/notes/aidr"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">ai;dr | Thomas Gigold</div><div class="kg-bookmark-description">tl;dr in Zeiten von KI /auf Threads</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://static.ghost.org/v5.0.0/images/link-icon.svg" alt="ai;wr"><span class="kg-bookmark-author">Thomas Gigold</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/Bildschirmfoto-2026-02-12-um-17.48.20.png" alt="ai;wr" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a></figure><figure class="kg-card kg-bookmark-card"><a class="kg-bookmark-container" href="https://loggbok.de/posts/2026-02-13-niemand-braucht-aislop/"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Niemand braucht AI-Slop &#xB7; Loggbok</div><div class="kg-bookmark-description"></div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/favicon-10.ico" alt="ai;wr"></div></div></a></figure><figure class="kg-card kg-bookmark-card"><a class="kg-bookmark-container" href="https://alphathiel.de/bob-based-on-bullshit/"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">BOB &#x2013; based on bullshit &#x2013; alphathiel.de</div><div class="kg-bookmark-description"></div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/cropped-alphalogosw.avif" alt="ai;wr"></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/cropped-alphalogosw.jpg" alt="ai;wr" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a></figure><figure class="kg-card kg-bookmark-card kg-card-hascaption"><a class="kg-bookmark-container" href="https://mthie.com/viel-spass-noch-uberblogr.html"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Viel Spa&#xDF; noch, Uberblogr &#xB7; mthie spaces</div><div class="kg-bookmark-description">Heute vor genau 14 Monaten habe ich mich f&#xFC;r Uberblogr registriert. Heute ist der Tag, an dem es auch f&#xFC;r mich in dem Webring endet.</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/favicon.png" alt="ai;wr"><span class="kg-bookmark-author">mthie spaces</span><span class="kg-bookmark-publisher">mthie</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/social_card_bg_hu_aedc565f5b63681d.webp" alt="ai;wr" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">mthie zieht sich aus dem Webring zur&#xFC;ck</span></p></figcaption></figure><figure class="kg-card kg-bookmark-card"><a class="kg-bookmark-container" href="https://www.korrupt.biz/48048/wikipedia-de-gegen-ki-generierte-artikeltexte/"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Wikipedia (de) gegen KI-generierte Artikeltexte - Tales from the Mac Hell</div><div class="kg-bookmark-description">Heute endet in der deutschen Wikipedia ein Meinungsbild, in dem &#xFC;ber den Einsatz von LLM in der Artikelerstellung abgestimmt wird. Es war der dritte Anlauf dieser Art und bereits das (einzige) Pro-Argument ist meiner Ansicht nach bemerkenswert: &#x201E;Jetzt ist noch &#x2026; Continue reading &#x2192;</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/apple-icon-180x180-2.png" alt="ai;wr"><span class="kg-bookmark-author">Tales from the Mac Hell</span><span class="kg-bookmark-publisher">Korrupt</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/wikiball.jpg" alt="ai;wr" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a></figure>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Werd ich Lifelogger?]]></title><description><![CDATA[<p>Ich bin ja jemand, der <em>Biografien</em> total spannend findet. Dabei muss die Person aber keineswegs ber&#xFC;hmt sein. Ich liebe zum Beispiel diese Langzeitdokumentation <strong>Die Kinder von Golzow</strong> [^1] total und wenn ich mir vorstelle, wie diese Schulklasse mit ihren unterschiedlichen Startm&#xF6;glickeiten durch die DDR und &#xFC;</p>]]></description><link>https://herrmontag.de/ich-werd-lifelogger-2/</link><guid isPermaLink="false">6988aad17460510001c68885</guid><category><![CDATA[lifelogging]]></category><dc:creator><![CDATA[Jan Montag]]></dc:creator><pubDate>Tue, 10 Feb 2026 15:12:42 GMT</pubDate><media:content url="https://images.unsplash.com/photo-1611480191880-3730b46f8ded?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDd8fG9ic2lkaWFufGVufDB8fHx8MTc3MDczNTg2N3ww&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2000" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://images.unsplash.com/photo-1611480191880-3730b46f8ded?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDd8fG9ic2lkaWFufGVufDB8fHx8MTc3MDczNTg2N3ww&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2000" alt="Werd ich Lifelogger?"><p>Ich bin ja jemand, der <em>Biografien</em> total spannend findet. Dabei muss die Person aber keineswegs ber&#xFC;hmt sein. Ich liebe zum Beispiel diese Langzeitdokumentation <strong>Die Kinder von Golzow</strong> [^1] total und wenn ich mir vorstelle, wie diese Schulklasse mit ihren unterschiedlichen Startm&#xF6;glickeiten durch die DDR und &#xFC;ber die Wende bis in die Zweitausender hinweg begleitet wurde, man Anteil hat, dann ber&#xFC;hrt mich das. So ging es mir auch neulich wieder, als ich auf die 1990er Dokumentation <strong>Bauer K&#xF6;rbls Reise</strong> (<a href="https://janmontag.de/notes/gesehen-bauer-korbls-reise/">Link</a>) aufmerksam wurde.</p>
<p>Grund genug also, mich mit dem Thema Lifelogging zu besch&#xE4;ftigen. Mit was? Ja genau!</p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-green"><div class="kg-callout-emoji">&#x1F4A1;</div><div class="kg-callout-text"><b><strong style="white-space: pre-wrap;">Lifelogging</strong></b> bezeichnet das&#xA0;umfassende, digitale Protokollieren des eigenen Lebens, inklusive Aktivit&#xE4;ten, K&#xF6;rperdaten (Self-Tracking) und visuellen Eindr&#xFC;cken. Mithilfe von Wearables, Smartphones oder Kameras werden Daten wie Schritte, Schlaf, Ern&#xE4;hrung oder Fotos erfasst. Ziele sind meist Leistungsoptimierung, Selbstoptimierung, Gesundheitsvorsorge oder Ged&#xE4;chtnisst&#xFC;tze</div></div><p>Lifelogging ist also mehr als das simple Festhalten von Daten oder Ereignissen: Es ist der Prozess, alles, was an f&#xFC;r mich bedeutsamen Erlebnissen, Einsichten, Ideen und Informationen passiert, systematisch zu dokumentieren und in eine langfristig nutzbare Struktur zu &#xFC;berf&#xFC;hren. Im <strong>beruflichen Kontext</strong> kann mir ein solches System vielleicht helfen, komplexe Projekte zu koordinieren, Wissen f&#xFC;r langfristige Entscheidungen greifbar zu machen und kreative Zusammenh&#xE4;nge sichtbar zu machen, die mir im Alltagsgesch&#xE4;ft sonst verborgen bleiben. Im <strong>privaten Bereich</strong> unterst&#xFC;tzt Lifelogging die Reflexion von Gewohnheiten, Zielen und pers&#xF6;nlichen Entwicklungen &#x2013; als externes Ged&#xE4;chtnis, das mich entlastet und zugleich inspiriert. F&#xFC;r mich also als Ged&#xE4;chtnisst&#xFC;tze zu verstehen.</p><p>Ich finde das spannend und betreibe Logging, sehr reduziert, mit meinen Weblogs und fr&#xFC;her Webseiten ja ohnehin schon seit Ende der 90er Jahre, weil ich schon immer Dinge in meinem schn&#xF6;den Alltag festgehalten habe. Aber diesmal, also als Lifelogger, da m&#xF6;chte ich das nicht &#xF6;ffentlich tun, sondern f&#xFC;r mich. Ich m&#xF6;chte eine Struktur mit vernetzten Notizen schaffen in denen ich mich bewegen kann.</p><p>Da sind Kalendereintr&#xE4;ge und t&#xE4;gliche Notizen (die ich an gewissen Stellen sowieso anlege), angereichert mit Links und/oder weiteren Informationen, die mit einander verbunden werden und durch kluge Software zu einem zweiten Gehirn heran wachsen. Die Notiz &#xFC;ber <em>dies</em> und <em>das</em> im Jahr 2003 ist nur eine Notiz, aber wenn ich im Jahr 2026 wieder mit dem Thema zu tun habe und mir mein zweites Gehirn hier einen Link erstellt, weil es die Information findet, dann hilft mir das (vielleicht). Ich m&#xF6;chte das ausprobieren.</p><p>Ein historisches Beispiel daf&#xFC;r, wie ein Mensch &#xFC;ber Jahrzehnte sein pers&#xF6;nliches Wissens- und Lebensarchiv aufgebaut und genutzt hat, liefert&#xA0;<strong>Buckminster Fuller</strong>&#xA0;mit seinem&#xA0;<em>Dymaxion Chronofile</em>. Fuller begann bereits im Jahr 1917 damit, nahezu jeden Aspekt seines Lebens zu dokumentieren: Briefe, Rechnungen, Skizzen, Notizen, Zeitungsausschnitte und Korrespondenzen sammelte er in einem riesigen Chronofile-Archiv, das er bis in die 1980er Jahre erweiterte. Dieses Archiv stellte f&#xFC;r ihn nicht nur eine Erinnerungshilfe dar, sondern einen wissenschaftlichen Datensatz, mit dem er Erkenntnisse &#xFC;ber das&#xA0;<em>Zeitalter der beschleunigten Entwicklung und &#x201E;ephemeralization&#x201C;</em>&#xA0;gewinnen wollte &#x2013; also &#xFC;ber das Prinzip, mit weniger Ressourcen immer mehr erreichen zu k&#xF6;nnen. Fullers Chronofile ist heute eine Quelle historischer und methodischer Einsichten dar&#xFC;ber, wie ein Leben als&#xA0;<em>offene Datenstruktur</em>&#xA0;gedacht werden kann, und erinnert uns daran, dass Lifelogging kein rein technisches Artefakt ist, sondern ein bewusstes Lebensprojekt.&#xA0;</p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-blue"><div class="kg-callout-emoji">&#x1F4A1;</div><div class="kg-callout-text"><b><strong style="white-space: pre-wrap;">R. Buckminster Fuller</strong></b> ist f&#xFC;r mich schon lange ein Begriff, n&#xE4;mlich durch die Illuminaten-Triologie (<i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">Illuminatus!</em></i>&#xA0;(1975)) die ich Anfang der 200er las. Er spielt zwar keine tragende Hauptrolle als handelnde Figur, wird jedoch als reale, vision&#xE4;re Pers&#xF6;nlichkeit an mehreren Stellen erw&#xE4;hnt und in die absurde, verschw&#xF6;rungstheoretische Welt des Romans eingebunden. Er fungiert als eine Art intellektueller Bezugspunkt f&#xFC;r die &#x201E;guten&#x201C; Kr&#xE4;fte im Buch, die gegen die Illuminaten k&#xE4;mpfen.&#xA0;</div></div><p>In der Wissensarbeit ist ein anderes, institutionell gepr&#xE4;gtes Beispiel vielleicht noch relevanter:&#xA0;<strong>Niklas Luhmanns Zettelkasten</strong>. Luhmann, einer der einflussreichsten Soziologen des 20. Jahrhunderts (ich kenne ihn aus dem Studium als Systemtheoretiker), baute &#xFC;ber mehr als drei Jahrzehnte ein analoges Notizsystem aus etwa 90000 Karteikarten auf. Jede Notiz trat als selbstst&#xE4;ndiger Gedanke auf, wurde eindeutig nummeriert und mit anderen Karten durch Querverweise vernetzt. Aus diesem &#x201E;zweiten Gehirn&#x201C; entstanden mehr als siebzig B&#xFC;cher und hunderte Aufs&#xE4;tze &#x2013; ein klarer Beweis daf&#xFC;r, dass ein externes Wissensnetz die produktive Kapazit&#xE4;t des Denkens erheblich erweitern kann.&#xA0;</p><p>Heute wird der Kern dieser Technik digital nachgebildet und weiterentwickelt &#x2013; am prominentesten mit der Software&#xA0;<strong>Obsidian</strong>, einem Markdown-basierten Notizwerkzeug, das durch bidirektionale Links, graphische Visualisierungen und eine intensive Plugin-Gemeinschaft ein &#x201E;Second Brain&#x201C; technisch zug&#xE4;nglich macht. Obsidian speichert alle Notizen lokal in offenen Textdateien, wodurch das Archiv sowohl zukunftssicher als auch unabh&#xE4;ngig von propriet&#xE4;ren Cloud-Diensten bleibt &#x2013; eine essentielle Eigenschaft f&#xFC;r ernsthaftes Lifelogging und pers&#xF6;nliche Wissensarchitektur.&#xA0;</p><p>Im Zentrum dieses digitalen zweiten Gehirns stehen Methoden des&#xA0;<em>Personal Knowledge Management</em>&#xA0;(PKM), von denen die Zettelkastenmethode eine zentrale Rolle spielt. Inspiriert durch Luhmann wird hier nicht blo&#xDF; Information gesammelt, sondern&#xA0;<strong>atomare Notizen</strong>&#xA0;erstellt &#x2013; jede Notiz enth&#xE4;lt einen klar abgegrenzten Gedanken, der mit anderen &#xFC;ber Links und Tags verkn&#xFC;pft wird. Diese Vernetzungslogik schafft nicht nur Wiederauffindbarkeit, sondern eine emergente Struktur von Wissen, die quer zu starren Themen hierarchien neue Einsichten erm&#xF6;glicht.&#xA0;</p><p>In Obsidian existieren dazu verschiedene Plugins, die das Luhmann-Prinzip noch n&#xE4;her an die digitale Praxis bringen: So unterst&#xFC;tzt etwa das&#xA0;<em>Luhman-Plugin</em>&#xA0;(selbstverst&#xE4;ndlich ein N) die Anlage von Zettelkasten-Notizen mit eindeutigen Luhmann-stilisierten IDs und vereinfacht gleichzeitig das Erstellen von Verkn&#xFC;pfungen zwischen einzelnen Zetteln.&#xA0;Andere Community-Erweiterungen wie die&#xA0;<em>Zettelkasten Navigation</em>&#xA0;bieten graphische Ansichten, die sowohl die Folgeketten von Gedanken als auch Schl&#xFC;sselwort-Indizes visualisieren, wodurch die Navigation im eigenen Wissensnetz erleichtert wird.&#xA0;</p><p>Doch Lifelogging im Sinne eines zweiten Gehirns ist nicht nur Verwaltung von Wissen, es ist eine Art Haltung. Ich wei&#xDF; nicht, ob mir das zu anstrengend wird, weil ich mich kenne. &quot;Hast du das schon ins Journal eingetragen?&quot; &quot;Dort musst du noch einen Link setzen&quot;. Ich neige dazu, obsessiv zu werden. </p><p>In Obsidian lassen sich beispielsweise&#xA0;<strong>Tages- oder Lebensjournale</strong>&#xA0;mit Aufgaben, Reflexionen, Lese- und Arbeitsnotizen verbinden. Mit Plugins f&#xFC;r&#xA0;<strong>Spaced Repetition</strong>&#xA0;oder&#xA0;<strong>Flashcards</strong>&#xA0;kann man aus dem Archiv sogar ein aktives Lernsystem machen, das nicht nur organisiert, sondern auch erinnert und Wissen langfristig verankert. Ebenso k&#xF6;nnen Visualisierungs-Plugins helfen, Muster im eigenen Verhalten oder Gedanken zu erkennen &#x2013; ein wertvoller Output gerade in beruflicher Planung oder pers&#xF6;nlicher Entwicklung.&#xA0;</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/02/HSGH_022-000941_Niklas_Luhmann_-cropped-.png" class="kg-image" alt="Werd ich Lifelogger?" loading="lazy" width="1280" height="1501" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/02/HSGH_022-000941_Niklas_Luhmann_-cropped-.png 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/02/HSGH_022-000941_Niklas_Luhmann_-cropped-.png 1000w, https://herrmontag.de/content/images/2026/02/HSGH_022-000941_Niklas_Luhmann_-cropped-.png 1280w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Niklas Luhmann an einem Kolloquium an der Universit&#xE4;t St. Gallen (1989) Universit&#xE4;tsarchiv St.Gallen&#xA0;| HSGH 022/000941 | CC-BY-SA 4.0</span></figcaption></figure><p>Die Verkn&#xFC;pfung von Lifelogging mit einem digitalen zweiten Gehirn &#xF6;ffnet mir zudem Perspektiven &#xFC;ber den reinen Nutzen hinaus: Wenn ich meine Notizen nicht als lineare Auflistung, sondern als Netzwerk von Gedanken betrachte, dann wird mein Archiv selbst zu einem aktiven Sparringspartner. Luhmann beschrieb den Zettelkasten als eine Art kommunikativen Partner, der ihm beim Denken half, weil die R&#xFC;ckkopplungen zwischen Notizen immer wieder neue Assoziationen erzeugten.&#xA0;Diese Dynamik, die einst in Holz- und Pappschachteln realisiert wurde, findet heute eine potente digitale Entsprechung &#x2013; offen, vernetzbar und nachhaltig gespeichert in Markdown-Dateien.</p><p><strong>Letztlich zeigt sich</strong>: Ob als wissenschaftliches Werkzeug, kreatives Denkmedium oder Lebensarchiv &#x2013; Lifelogging (mit Obsidian) kann einen praktischen Ansatz bieten, um die Masse unserer Informationen zu b&#xE4;ndigen und gleichzeitig nutzbar zu machen.</p><p>Ich habe allerdings noch keine Anleitung zum Lifelogging mit Obsidian gefunden, die man einfach umsetzen k&#xF6;nnte. Ich kann also nur beginnen und gucken, wie sich das System erweitert, was ich brauche und was wieder entfernt wird. Ob es &#xFC;berhaupt f&#xFC;r mich funktioniert. Ich w&#xFC;rde mit einem Kalenderplugin starten wollen, damit ich die dort ohnehin schon existierenden Notizen weiter verwenden kann. Und dann anreichern. Und schauen, was noch n&#xF6;tig ist.</p><p>Das sch&#xF6;ne an Markdown Dateien aber ist nat&#xFC;rlich, dass ich sie auch einfach ver&#xF6;ffentlichen k&#xF6;nnte: im Weblog, als PDF oder wei&#xDF; der Geier. <em>Mega gut</em>.</p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-purple"><div class="kg-callout-emoji">&#x1F4A1;</div><div class="kg-callout-text"><b><strong style="white-space: pre-wrap;">Habt ihr das schon versucht</strong></b>? Was spricht daf&#xFC;r, was spricht dagegen? Was sprichst gegen Obsidian und gibt es andere Tools?</div></div><h3 id="ressourcen">Ressourcen</h3><figure class="kg-card kg-bookmark-card kg-card-hascaption"><a class="kg-bookmark-container" href="https://obsidian.md"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Obsidian - Sharpen your thinking</div><div class="kg-bookmark-description">The free and flexible app for your private thoughts.</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/favicon-3.svg" alt="Werd ich Lifelogger?"><span class="kg-bookmark-author">Obsidian</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/banner.png" alt="Werd ich Lifelogger?" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">Obsidian Website und offizieller Download</span></p></figcaption></figure><figure class="kg-card kg-bookmark-card kg-card-hascaption"><a class="kg-bookmark-container" href="https://niklas-luhmann-archiv.de/nachlass/zettelkasten"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Niklas Luhmann-Archiv</div><div class="kg-bookmark-description">Niklas Luhmann-Archiv</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/mstile-310x310.png" alt="Werd ich Lifelogger?"><span class="kg-bookmark-author">Niklas Luhmann-Archiv</span></div></div></a><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">Das Niklas Luhmann Archiv</span></p></figcaption></figure><figure class="kg-card kg-bookmark-card kg-card-hascaption"><a class="kg-bookmark-container" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Dymaxion_Chronofile"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Dymaxion Chronofile - Wikipedia</div><div class="kg-bookmark-description"></div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/wikipedia-1.png" alt="Werd ich Lifelogger?"><span class="kg-bookmark-author">Wikimedia Foundation, Inc.</span><span class="kg-bookmark-publisher">Contributors to Wikimedia projects</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/R._Buckminster_Fuller_1972_-cropped-.jpg" alt="Werd ich Lifelogger?" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">Wikipedia &#xFC;ber Buckminster Fuller</span></p></figcaption></figure><figure class="kg-card kg-bookmark-card kg-card-hascaption"><a class="kg-bookmark-container" href="https://forum.obsidian.md/t/obsidian-logging-daily-note-logging-from-the-command-line/101536"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Obsidian-logging - daily note logging from the command line</div><div class="kg-bookmark-description">Hi I have created a program in rust called olog. It allows me to log quickly to my obsidian daily note file from the command line. It writes directly to the vault files, and as such you don&#x2019;t need Obsidian running for olog to work. It really makes it extremely low friction to append log entries to my daily note. The program is written with my vault structure in mind, but is configurable. Give me a shout-out if your need can not be satisfied with the current setup. Source-code and documentati&#x2026;</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/0cedd4e1cf1110227bf4b08f114909f357cc2ce6_2_180x180.png" alt="Werd ich Lifelogger?"><span class="kg-bookmark-author">Obsidian Forum</span><span class="kg-bookmark-publisher">ljantzen</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/ba1a1301f580d34a881803aa5ed8cf7ff3cdf0ef.png" alt="Werd ich Lifelogger?" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">Obsidian Logging via Terminal</span></p></figcaption></figure><figure class="kg-card kg-bookmark-card kg-card-hascaption"><a class="kg-bookmark-container" href="https://github.com/Dyldog/luhman-obsidian-plugin"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">GitHub - Dyldog/luhman-obsidian-plugin</div><div class="kg-bookmark-description">Contribute to Dyldog/luhman-obsidian-plugin development by creating an account on GitHub.</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/pinned-octocat-093da3e6fa40-7.svg" alt="Werd ich Lifelogger?"><span class="kg-bookmark-author">GitHub</span><span class="kg-bookmark-publisher">Dyldog</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/luhman-obsidian-plugin" alt="Werd ich Lifelogger?" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">Luhmann Plugin</span></p></figcaption></figure><h3 id="fu%C3%9Fnoten">Fu&#xDF;noten</h3>
<p>[1]: Es begann 1961 &#x2013; nur wenige Tage nach dem Bau der Berliner Mauer. Damals traten 18 Kinder im brandenburgischen Dorf Golzow ihren ersten Schultag an. Die Filmemacher Barbara und Winfried Junge begleiteten sie mit der Kamera &#x2013; &#xFC;ber Jahrzehnte hinweg. Aus einem Schulportr&#xE4;t wurde ein einzigartiges Zeitdokument: &quot;Die Kinder von Golzow&quot; gelten heute als &#xE4;lteste Langzeitbeobachtung der Filmgeschichte. &#xDC;ber mehr als vier Jahrzehnte hinweg zeichnen die Filme die Lebenswege von M&#xE4;dchen und Jungen aus dem Oderbruch nach &#x2013; durch Kindheit, Jugend und Erwachsensein, durch DDR-Zeit, Wende und Wiedervereinigung.</p>
]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Handy weglassen, aber philosophisch angenähert]]></title><description><![CDATA[<p>Ich habe am Wochenende meine <strong>Canon Digital Ixus</strong> Camera wiedergefunden und m&#xF6;chte fortan mit ihr Fotos erstellen. Also die von unterwegs. Ich m&#xF6;chte vor allem aber mein Smartphone zu Hause liegen lassen und meine langen Spazierg&#xE4;nge und Aktivit&#xE4;ten ohne Telefon t&#xE4;</p>]]></description><link>https://herrmontag.de/warum-ich-immer-haufiger-mein-handy-weg-lasse/</link><guid isPermaLink="false">6980dbe49d5c5700012ee907</guid><category><![CDATA[detoxing]]></category><category><![CDATA[long post]]></category><category><![CDATA[philosophie]]></category><dc:creator><![CDATA[Jan Montag]]></dc:creator><pubDate>Wed, 04 Feb 2026 14:59:48 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe am Wochenende meine <strong>Canon Digital Ixus</strong> Camera wiedergefunden und m&#xF6;chte fortan mit ihr Fotos erstellen. Also die von unterwegs. Ich m&#xF6;chte vor allem aber mein Smartphone zu Hause liegen lassen und meine langen Spazierg&#xE4;nge und Aktivit&#xE4;ten ohne Telefon t&#xE4;tigen. <em>So wie fr&#xFC;her</em>. Ich m&#xF6;chte mein Smartphone-Detoxing verst&#xE4;rken und nach M&#xF6;glichkeit auf die allumfassende Erreichbarkeit, Kurzkonzentration und was alles noch damit zusammenh&#xE4;ngt, verzichten. Ich m&#xF6;chte es sogar aktiv unterbinden. Auch und vor allem dem Drang m&#xF6;chte ich mich widersetzen, gleich von unterwegs einen Post abzusetzen sondern zu warten, das Erlebte sich setzen zu lassen, die Bilder mit einem alten USB 2.0 Kabel herunter zu laden, zu bearbeiten, eventuell wieder hoch zu laden und dann etwas dazu zu sagen. Mit einer Zwischensequenz des Denkens.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/05/IMG_3671-1.jpeg" class="kg-image" alt="Canon Digital IXUS 70 auf Holztisch" loading="lazy" width="2000" height="2000" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/05/IMG_3671-1.jpeg 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/05/IMG_3671-1.jpeg 1000w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1600/2026/05/IMG_3671-1.jpeg 1600w, https://herrmontag.de/content/images/2026/05/IMG_3671-1.jpeg 2000w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Canon Digital IXUS 70 auf Holztisch</span></figcaption></figure><p>Der Wunsch, sich aus der digitalen Dauerverf&#xFC;gbarkeit zur&#xFC;ckzuziehen, ist dabei aber kein technikfeindlicher Impuls, sondern ein zutiefst philosophischer. Er ber&#xFC;hrt Fragen nach Zeit, Aufmerksamkeit, Selbstverh&#xE4;ltnis und Weltbezug. Smartphones sind nicht einfach Werkzeuge; sie strukturieren meine Wahrnehmung. Sie fragmentieren meine Zeit in Benachrichtigungen, zerlegen Erfahrung in potenziell teilbare Ereignisse und verschieben den Fokus vom Erleben zum Dokumentieren. Was ich sehe, sehe ich immer auch schon im Hinblick darauf, wie es geteilt werden k&#xF6;nnte. Bestes Beispiel daf&#xFC;r sind immer noch die Foodblogger, die einfach nicht in Ruhe essen k&#xF6;nnen, weil sie teilen und antworten m&#xFC;ssen. Oder ich, der einen langen Spaziergang am Wochenende nicht des Spazierens wegen tut, sondern um die gemachten Fotos sofort auf Social Media zu teilen.</p><p><em>Eva Illouz</em> zeigt mit ihrer <em>Emotionalisierung der &#xD6;ffentlichkeit</em>, wie stark Selbstwahrnehmung vom antizipierten Blick anderer gepr&#xE4;gt ist. Selbst intime oder banale Momente werden innerlich bereits &#x201E;f&#xFC;r ein Publikum&#x201C; erlebt. Das Smartphone fungiert dabei als permanenter Zeuge.</p><p>Wenn ich also viel &#xF6;fter ohne Telefon unterwegs bin, entziehe ich dem Moment sein implizites Publikum. Das Erlebte muss niemandem gefallen, niemandem erkl&#xE4;rt werden, niemandem gen&#xFC;gen. Wie entspannend, oder? Das Festhalten mit der Kamera ist so endlich kein performativer Akt mehr, sondern ein&#xA0;<strong>privates Archivieren von Bedeutung</strong>. So wie ich mir das w&#xFC;nsche. F&#xFC;r mich. Und vielleicht auch sp&#xE4;ter noch f&#xFC;r andere.</p><p><em>Byung-Chul Han</em> beschreibt die Gegenwart nicht mehr als Disziplinargesellschaft, sondern als&#xA0;&quot;<strong>Leistungsgesellschaft</strong>, in der wir uns selbst ausbeuten&quot;. Das Smartphone ist dabei kein &#xDC;berwachungsinstrument von au&#xDF;en, sondern ein&#xA0;<strong>Selbstoptimierungs- und Selbstexpositionsger&#xE4;t</strong>. Erreichbarkeit ist keine Pflicht mehr, sondern eine internalisierte Erwartung.</p><p>Mein R&#xFC;ckzug l&#xE4;sst sich hier als&#xA0;<strong>Wiederaneignung von Negativit&#xE4;t</strong>&#xA0;verstehen:<br>Nicht erreichbar sein, nicht reagieren, nicht posten &#x2013; das sind bewusste Unterlassungen in einer Kultur, die st&#xE4;ndige Positivit&#xE4;t verlangt. Han spricht davon, dass Tiefe, Kontemplation und Dauer nur dort entstehen, wo etwas&#xA0;<em>nicht</em>&#xA0;sofort verf&#xFC;gbar ist. Und es f&#xE4;llt mir nicht leicht.</p><p>Dass ich sp&#xE4;ter posten will ist also philosophisch kein Aufschub, sondern&#xA0;<strong>Widerstand gegen die Diktatur des Jetzt</strong>. &#x1F604;</p><p>In dieser Logik wird Gegenwart zu einem Durchgangsstadium. Der Moment ist nicht mehr Selbstzweck, sondern Rohmaterial. Der franz&#xF6;sische Philosoph <em>Henri Bergson</em> unterschied zwischen <em>messbarer Zeit</em> und <em>gelebter Dauer</em>. Smartphones ziehen uns permanent aus dieser Dauer heraus. Sie zerhacken den Fluss der Erfahrung in kleine, abrufbare Einheiten. Der Spaziergang wird unterbrochen, nicht nur &#xE4;u&#xDF;erlich, sondern innerlich: durch den st&#xE4;ndigen Impuls zu pr&#xFC;fen, zu reagieren, zu antworten.</p><p><strong>Matthew Crawford</strong> argumentiert, dass Aufmerksamkeit heute ein umk&#xE4;mpftes Gut ist. Digitale Systeme sind darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit zu binden, nicht Bedeutung zu erzeugen. Das Smartphone kolonisiert nicht nur Zeit, sondern auch&#xA0;<strong>Intentionalit&#xE4;t</strong>: Es bestimmt, worauf ich mich richte &#x2013; oft gegen meinen Willen.</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/05/IMG_3670.jpeg" class="kg-image" alt="Canon Digital Ixus von hinten. Die Kamera ist ausgeschaltet." loading="lazy" width="2000" height="2000" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/05/IMG_3670.jpeg 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/05/IMG_3670.jpeg 1000w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1600/2026/05/IMG_3670.jpeg 1600w, https://herrmontag.de/content/images/2026/05/IMG_3670.jpeg 2000w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></figure><p>Mein Wunsch, das Telefon zu Hause zu lassen, l&#xE4;sst sich als&#xA0;<strong>ph&#xE4;nomenologische Reinigung</strong>&#xA0;verstehen und das kann man folgenderma&#xDF;en beschreiben: ich reduziere die Anzahl m&#xF6;glicher Handlungen, um die verbleibenden intensiver wahrnehmen zu k&#xF6;nnen. Die alte Kamera zwingt (mich) zur Entscheidung, nicht zur Reaktion.</p><p>Weniger erreichbar sein zu wollen ist deshalb kein R&#xFC;ckzug aus der Welt, sondern ein Versuch, wieder in ihr anzukommen. Erreichbarkeit bedeutet heute vor allem Reaktionspflicht. Wer erreichbar ist, steht in einem latenten Arbeitsverh&#xE4;ltnis zur Welt. Jede Nachricht tr&#xE4;gt die implizite Frage: &#x201E;Warum antwortest du nicht?&#x201C; Sich dem zu entziehen hei&#xDF;t, sich wieder ein Recht auf Unverf&#xFC;gbarkeit zu nehmen &#x2013; ein Recht, das der Soziologe Hartmut Rosa als Voraussetzung von Resonanz beschreibt. Resonanz entsteht nicht unter Zwang, sondern dort, wo etwas antworten&#xA0;<em>kann</em>, nicht&#xA0;<em>muss</em>.</p><figure class="kg-card kg-gallery-card kg-width-wide kg-card-hascaption"><div class="kg-gallery-container"><div class="kg-gallery-row"><div class="kg-gallery-image"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/02/IMG_3670.jpeg" width="2000" height="2000" loading="lazy" alt srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/02/IMG_3670.jpeg 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/02/IMG_3670.jpeg 1000w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1600/2026/02/IMG_3670.jpeg 1600w, https://herrmontag.de/content/images/2026/02/IMG_3670.jpeg 2000w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></div><div class="kg-gallery-image"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/05/IMG_3671-1-2.jpeg" width="2000" height="2000" loading="lazy" alt srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/05/IMG_3671-1-2.jpeg 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/05/IMG_3671-1-2.jpeg 1000w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1600/2026/05/IMG_3671-1-2.jpeg 1600w, https://herrmontag.de/content/images/2026/05/IMG_3671-1-2.jpeg 2000w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></div></div><div class="kg-gallery-row"><div class="kg-gallery-image"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/05/IMG_3669-1.jpeg" width="2000" height="2000" loading="lazy" alt srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/05/IMG_3669-1.jpeg 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/05/IMG_3669-1.jpeg 1000w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1600/2026/05/IMG_3669-1.jpeg 1600w, https://herrmontag.de/content/images/2026/05/IMG_3669-1.jpeg 2000w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></div><div class="kg-gallery-image"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/05/IMG_3986-2.jpg" width="1000" height="1000" loading="lazy" alt srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/05/IMG_3986-2.jpg 600w, https://herrmontag.de/content/images/2026/05/IMG_3986-2.jpg 1000w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></div></div></div><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">Meine Canon Digital Ixus von allen Seiten.</span></p></figcaption></figure><p>Gleichzeitig bleibt der Wunsch, die Welt festzuhalten. Fotografieren mit einer alten Digitalkamera ist dabei kein nostalgischer Gag, sondern ein anderes Verh&#xE4;ltnis zur Technik. Die Kamera ist zweckgebunden. Sie kann fotografieren &#x2013; sonst nichts. Sie fordert eine Entscheidung: Jetzt oder nicht. Kein Scrollen, kein Sofort-Feedback, keine Statistik. Das Bild bleibt zun&#xE4;chst bei mir. Es muss warten. Und mit ihm auch die Bedeutung dessen, was ich erlebt habe.</p><p>Kein richtiger Text ohne Rosa &#x1F604; <em>Hartmut Rosa</em> in unserem Falle! Er unterscheidet zwischen&#xA0;<em>Verf&#xFC;gbarkeit</em>&#xA0;und&#xA0;<em>Resonanz</em>. Moderne Gesellschaften versuchen, Welt permanent verf&#xFC;gbar zu machen &#x2013; messbar, teilbar, beschleunigt. Doch echte Resonanz entsteht nur dort, wo Welt sich&#xA0;<strong>nicht erzwingen l&#xE4;sst</strong>.</p><p>Mein Vorgehen bez&#xFC;glich gehen, erleben, sp&#xE4;ter anschauen und sp&#xE4;ter schreiben erzeugt (f&#xFC;r mich) genau diese Resonanzachse:</p><ul><li>K&#xF6;rperliche Bewegung (Spaziergang)</li><li>Zeitliche Verz&#xF6;gerung</li><li>Reflexive R&#xFC;ckkehr zum Erlebten</li></ul><p>Das Sofort-Posten zerst&#xF6;rt irgendwie diesen Resonanzraum, weil es Erfahrung sofort in Output verwandelt. Mein Detoxing ist schon ein bisschen auch ein  Eskapismus, aber vor allem auch ein&#xA0;<strong>Resonanzexperiment</strong>.</p><p>Mein Warten ist philosophisch entscheidend. Frau Arendt hat damals benannt, dass Bedeutung erst im Nachdenken entsteht, nicht im unmittelbaren Vollzug. Eine Sache die ich versuche immer zu leben. Auf alles bezogen, auch auf die Arbeit und den Umgang Anderer. Aber hier meine ich, dass sofort geteilte Erlebnisse diesen Prozess verk&#xFC;rzen. Das Erlebnis wird externalisiert, bevor es sich innerlich setzen konnte. Das sp&#xE4;tere Herunterladen &#xFC;ber ein altes USB-2.0-Kabel, das Bearbeiten, das erneute Anschauen &#x2013; all das verlangsamt. Es schafft Distanz, und gerade diese Distanz macht Reflexion m&#xF6;glich.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/02/IMG_2853.JPG" class="kg-image" alt="Digital Ixus hat ein Foto vom Sonnenaufgang heute morgen erstellt." loading="lazy" width="2000" height="1500" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/02/IMG_2853.JPG 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/02/IMG_2853.JPG 1000w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1600/2026/02/IMG_2853.JPG 1600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w2400/2026/02/IMG_2853.JPG 2400w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Digital Ixus hat ein Foto vom Sonnenaufgang heute morgen erstellt.</span></figcaption></figure><p>Der digitale R&#xFC;ckzug ist f&#xFC;r mich kein Verlust, sondern eine Verschiebung: weg von der permanenten Aktualit&#xE4;t hin zur Nachtr&#xE4;glichkeit. Weg von der Echtzeit hin zur Erinnerung. Die Welt wird nicht weniger festgehalten, sondern anders &#x2013; weniger als Beweis der eigenen Pr&#xE4;senz, mehr als Spur einer Begegnung. </p><p>Zum Schluss bleibt f&#xFC;r mich also eigentlich nur Post-Digitalit&#xE4;t und Verz&#xF6;gerung, so wie sie Bernard Stiegler beschreibt. Genauer beschreibt Stiegler Technik als Ged&#xE4;chtnisst&#xFC;tze, die unser Denken formt. Schnelle Technik erzeugt schnelles Denken &#x2013; oft auf Kosten von Tiefe. <em>Tech-Dumbness</em>. Und wenn ich jetzt sage dass immer mehr Menschen komplexe Dinge nutzen ohne sie zu hinterfragen oder deren Funktionalit&#xE4;t richtig zu verstehen, kann man mir mit Atombomben kommen, aber die sind nicht f&#xFC;r jedermann. Quantenmechanik im Alltag auch nicht. Aber Technik eben schon. Sowie Medienkompetenz. Aber das Fass mache ich jetzt nicht mehr auf. </p><p>Mein &quot;analoger Workflow&quot; (USB-Kabel, manuelles &#xDC;bertragen, sp&#xE4;tere Bearbeitung) f&#xFC;hrt also eher eine&#xA0;<strong>produktive Reibung</strong>&#xA0;ein. Diese Reibung ist erkenntnisf&#xF6;rdernd. Sie verhindert die Kurzschlussreaktion zwischen Erlebnis und Ver&#xF6;ffentlichung. Aber halt nicht trotz, sondern&#xA0;<strong>wegen der Umst&#xE4;ndlichkeit</strong>&#xA0;entsteht Bedeutung. Und jetzt h&#xF6;re ich auf und frage, wer mitmacht. Au&#xDF;er wirres, der macht das n&#xE4;mlich bei vielen Dingen auch oft so - oder denkt dar&#xFC;ber nach.</p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-blue"><div class="kg-callout-emoji">&#x1F4A1;</div><div class="kg-callout-text"><i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">Warte, ich machs bisschen pathetisch</em></i>: Nicht offline um der Abwesenheit willen, sondern offline, um wieder anwesend zu sein.</div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Die älteste Sache in meinem Besitz]]></title><description><![CDATA[<p>Ich st&#xF6;bere ja gern mal durch anderer Leute Dinge (am liebsten kuriert), sei es nun eine Musiksammlung oder andere Devotionalien. Und heute bin ich in meinem Feedreader &#xFC;ber <a href="https://alphathiel.de/die-aelteste-sache-in-meinem-besitz/">Alphathiel</a>&apos;s Artikel &quot;Die &#xE4;lteste Sache in meinem Besitz&quot; gestolpert, die mich erfreute. Nicht nur</p>]]></description><link>https://herrmontag.de/die-alteste-sache-in-meinem-besitz/</link><guid isPermaLink="false">6980b3b39d5c5700012ee8c5</guid><category><![CDATA[vintage computing]]></category><category><![CDATA[pictures]]></category><category><![CDATA[digital ixus]]></category><dc:creator><![CDATA[Jan Montag]]></dc:creator><pubDate>Mon, 02 Feb 2026 15:12:46 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p>Ich st&#xF6;bere ja gern mal durch anderer Leute Dinge (am liebsten kuriert), sei es nun eine Musiksammlung oder andere Devotionalien. Und heute bin ich in meinem Feedreader &#xFC;ber <a href="https://alphathiel.de/die-aelteste-sache-in-meinem-besitz/">Alphathiel</a>&apos;s Artikel &quot;Die &#xE4;lteste Sache in meinem Besitz&quot; gestolpert, die mich erfreute. Nicht nur wegen des Atari ST, den ich selbst besitze, sondern auch auch wegen seiner CD-Sammlung. Beides besitzt <strong>er</strong> zwar nicht mehr, aber das war mir Grund genug zu &#xFC;berlegen, was ich altem Zeug denn so besitze.</p><p>Ich glaube, das Bild von meinem Opa ist aus den 60er Jahren, ein Original Schr&#xF6;der.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/02/IMG_2864.JPG" class="kg-image" alt="Das Bild &quot;Nackte Frau&quot; lehnt an einem Balken, daneben ein bunter Teppich und ein paar Pflanzen" loading="lazy" width="2000" height="2667" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/02/IMG_2864.JPG 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/02/IMG_2864.JPG 1000w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1600/2026/02/IMG_2864.JPG 1600w, https://herrmontag.de/content/images/2026/02/IMG_2864.JPG 2304w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Das Bild &quot;Nackte Frau&quot; lehnt an einem Balken, daneben ein bunter Teppich und ein paar Pflanzen</span></figcaption></figure><p>Und die <strong>Stereoanlage</strong>, die ist Mitte der 70er. <a href="https://herrmontag.de/zeigt-her-eure-vintage-hifi-gears/">Hier</a> habe ich schon mal ausf&#xFC;hrlicher dar&#xFC;ber geschrieben.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/02/IMG_2866.JPG" class="kg-image" alt="Eine Stereoanlage aus den 1970er Jahren neben Schallplattenspieler und Blumen (Kastanie)." loading="lazy" width="2000" height="1500" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/02/IMG_2866.JPG 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/02/IMG_2866.JPG 1000w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1600/2026/02/IMG_2866.JPG 1600w, https://herrmontag.de/content/images/2026/02/IMG_2866.JPG 2043w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Eine Stereoanlage aus den 1970er Jahren neben Schallplattenspieler und Blumen (Kastanie).</span></figcaption></figure><p>Aber der <strong>iMac</strong>, der ist von 1998 und er funktioniert immer noch und es macht gro&#xDF;e Freude, wie auch auf dem C=64 oder dem Amiga 1200, damit herum zu spielen.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/02/IMG_2869.JPG" class="kg-image" alt="iMac G3 Fruit Colors Vintage Macintosh nebst CD-Rohlingen und der orinigal Maus und Tastatur." loading="lazy" width="2000" height="1500" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/02/IMG_2869.JPG 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/02/IMG_2869.JPG 1000w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1600/2026/02/IMG_2869.JPG 1600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w2400/2026/02/IMG_2869.JPG 2400w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">iMac G3 Fruit Colors Vintage Macintosh</span></figcaption></figure><p>Ich muss gestehen: ich mag alte Dinge. Autos, Computer, Musik!</p><hr><figure class="kg-card kg-bookmark-card"><a class="kg-bookmark-container" href="https://thomasrigby.com/posts/what-is-the-oldest-thing-you-own/"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">What is the oldest thing you own?</div><div class="kg-bookmark-description">In a world of mindless consumption, keeping hold of things is punk af</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/favicon-2.svg" alt><span class="kg-bookmark-author">thomasrigby.com</span><span class="kg-bookmark-publisher">Thomas Rigby</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/9fzwaiX2XQ-600.jpeg" alt onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a></figure><figure class="kg-card kg-bookmark-card"><a class="kg-bookmark-container" href="https://herrmontag.de/zeigt-her-eure-vintage-hifi-gears/"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Zeigt her eure (Vintage) Hifi Gears</div><div class="kg-bookmark-description">Weil der Bjorn gerade davon angefangen hat neues Hifi Equipment f&#xFC;rs Wohnzimmer anzuschaffen und mich damit sofort gekriegt hat, m&#xF6;chte ich an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, meine Vintage Hifi Stereo Anlage zu zeigen. Ich lege Wert auf gute Schallplatten-Qualit&#xE4;t, die ich nach wie vor neu und gebraucht erwerbe. Allerdings</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/IMG_8150-23.ico" alt><span class="kg-bookmark-author">HerrMontag.de</span><span class="kg-bookmark-publisher">Jan Montag</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/Musikecke-1.jpg" alt onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a></figure>
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<small>All Pictures are made with my Canon Digital Ixus 70 Camera.</small>
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]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[The Grateful Dead]]></title><description><![CDATA[<p>Weil ich gerade meine MP3 (FLAC) Dateien <a href="https://herrmontag.de/beets-raumt-den-magen-auf-mp3-tagging-im-terminal/">aufr&#xE4;ume</a> und neu tagge, bin ich mal wieder &#xFC;ber <strong>Greatful Dead</strong> gestolpert. Vor allem der Song <em>Fire on the Mountain</em> hat mich damals live ziemlich erreicht. Vielleicht, weil ich selber oft ein Feuer im Oberst&#xFC;bchen hab. Vielleicht aber</p>]]></description><link>https://herrmontag.de/the-grateful-dead/</link><guid isPermaLink="false">697f61849f10c80001b5f305</guid><category><![CDATA[musique]]></category><dc:creator><![CDATA[Jan Montag]]></dc:creator><pubDate>Sun, 01 Feb 2026 15:25:27 GMT</pubDate><media:content url="https://herrmontag.de/content/images/2026/02/Grateful_Dead_at_the_Warfield-01.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/02/Grateful_Dead_at_the_Warfield-01.jpg" alt="The Grateful Dead"><p>Weil ich gerade meine MP3 (FLAC) Dateien <a href="https://herrmontag.de/beets-raumt-den-magen-auf-mp3-tagging-im-terminal/">aufr&#xE4;ume</a> und neu tagge, bin ich mal wieder &#xFC;ber <strong>Greatful Dead</strong> gestolpert. Vor allem der Song <em>Fire on the Mountain</em> hat mich damals live ziemlich erreicht. Vielleicht, weil ich selber oft ein Feuer im Oberst&#xFC;bchen hab. Vielleicht aber auch, weil die Grateful Dead eine dieser Bands sind, die weniger &#xFC;ber einzelne Songs funktionieren als &#xFC;ber Zust&#xE4;nde. &#xDC;ber Dauer. &#xDC;ber das, was zwischen den T&#xF6;nen passiert.</p><p>Man kann die Grateful Dead kaum h&#xF6;ren, ohne sofort in Zuschreibungen zu geraten: Jam-Band, Hippie-Soundtrack, LSD-Folklore, endlose Konzerte, bunte B&#xE4;ren, Jerry Garcia als Ikone. Und genau das liebe ich aber auch, schon bei den Doors hat mich das <em>Schamanenhafte</em> total fasziniert, wenn Jim in die W&#xFC;ste gerannt ist um Meskalin zu nehmen oder mit einer Schah Menschen auf einem Konzert wie eine Polonese durch den Saal marschierte, nackig.</p><p>Das alles stimmt &#x2013; und ist gleichzeitig viel zu kurz gegriffen. Denn die Grateful Dead waren nicht einfach eine Rockband, sondern ein kulturelles Experiment, das &#xFC;ber Jahrzehnte lief. Mit offenem Ausgang. Und mit Kollateralsch&#xE4;den. Bis heute!</p><figure class="kg-card kg-embed-card kg-card-hascaption"><iframe width="200" height="150" src="https://www.youtube.com/embed/O_YcGpQmYSU?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen title="Grateful Dead - Fire on the Mountain (Live at Oakland Stadium 5/27/1989) [Official Video]"></iframe><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">Greatful Dead - Fire On The Mountain Live</span></p></figcaption></figure><h4 id="eine-band-ohne-zentrum-%E2%80%93-und-genau-deshalb-mit-wirkung">Eine Band ohne Zentrum &#x2013; und genau deshalb mit Wirkung</h4><p>Gegr&#xFC;ndet Mitte der 1960er in San Francisco, mitten im Epizentrum der amerikanischen Gegenkultur, waren die Grateful Dead von Anfang an anders organisiert als die meisten ihrer Zeitgenossen. Zwar gab es mit Jerry Garcia eine klare Identifikationsfigur, aber nie den klassischen Frontmann. Die Band war ein Kollektiv, manchmal fast eine lose F&#xF6;deration musikalischer Ideen. Entscheidungen wurden diskutiert, ausprobiert, verworfen. Songs waren selten abgeschlossen. Sie entwickelten sich &#xFC;ber Jahre hinweg &#x2013; oder zerfielen wieder.</p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-blue"><div class="kg-callout-emoji">&#x1F4A1;</div><div class="kg-callout-text"><b><strong style="white-space: pre-wrap;">Das hatte Konsequenzen</strong></b>: Die Grateful Dead waren im Studio nie wirklich zu Hause. Ihre Alben sind interessant, manchmal gro&#xDF;artig, aber sie erkl&#xE4;ren nicht, warum diese Band so wichtig war. Die eigentliche Kunst passierte live. Auf der B&#xFC;hne. Im Moment. In einer Zeit, in der Rockmusik zunehmend perfektioniert, verdichtet und kommerzialisiert wurde, setzten die Dead auf Offenheit, Risiko und Scheitern als M&#xF6;glichkeit.</div></div><p>Ein Grateful-Dead-Konzert war kein reproduzierbares Produkt. Es war ein Ereignis. Man wusste nie, wie lange ein Song dauern w&#xFC;rde, ob er sich aufl&#xF6;ste, in ein anderes St&#xFC;ck &#xFC;berging oder v&#xF6;llig entgleiste. Genau darin lag der Reiz. Und genau darin lag auch die Zumutung. <em>Martin Kohlstedt</em> macht heute genau sowas: Er hat ein gewisses Repertoire an Songs und St&#xFC;cken und Sounds und ansonsten improvisiert er aus bestehenden Songstrukturen neue Kunstwerke live auf der B&#xFC;hne.</p><h4 id="improvisation-als-haltung">Improvisation als Haltung</h4><p>Improvisation bei den Grateful Dead war kein Solo-Egotrip, sondern eine kollektive Praxis. Anders als im klassischen Rock, wo Improvisation oft bedeutet: einer spielt, die anderen begleiten, funktionierte das bei den Dead eher wie ein Gespr&#xE4;ch. Musiker h&#xF6;ren einander zu, reagieren, widersprechen, fallen sich ins Wort, lassen Raum. </p><p>Das hatte viel mit Jazz zu tun, aber auch mit Bluegrass, Folk und experimenteller Musik. Phil Lesh spielte Basslinien, die eher melodisch als rhythmisch waren. Bob Weir arbeitete mit ungew&#xF6;hnlichen Akkorden und Rhythmen. Garcia war kein Virtuose im klassischen Sinne, aber ein extrem sensibler Gitarrist, der Linien suchte statt Effekte.</p><p>Diese Offenheit hatte Einfluss. Nicht nur auf sp&#xE4;tere Jam-Bands wie Phish oder Widespread Panic, sondern auch auf die Art, wie Live-Musik gedacht wurde. Konzerte als einmalige Erfahrung, nicht als perfekte Reproduktion einer Platte &#x2013; das ist heute fast selbstverst&#xE4;ndlich, war damals aber ein Gegenentwurf zur aufkommenden Rock-Industrie.</p><h4 id="die-deadheads-%E2%80%93-publikum-als-teil-des-systems">Die Deadheads &#x2013; Publikum als Teil des Systems</h4><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://images.unsplash.com/photo-1459749411175-04bf5292ceea?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDF8fGNvbmNlcnR8ZW58MHx8fHwxNzY5OTU4NjI0fDA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2000" class="kg-image" alt="The Grateful Dead" loading="lazy" width="5184" height="3456" srcset="https://images.unsplash.com/photo-1459749411175-04bf5292ceea?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDF8fGNvbmNlcnR8ZW58MHx8fHwxNzY5OTU4NjI0fDA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=600 600w, https://images.unsplash.com/photo-1459749411175-04bf5292ceea?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDF8fGNvbmNlcnR8ZW58MHx8fHwxNzY5OTU4NjI0fDA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=1000 1000w, https://images.unsplash.com/photo-1459749411175-04bf5292ceea?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDF8fGNvbmNlcnR8ZW58MHx8fHwxNzY5OTU4NjI0fDA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=1600 1600w, https://images.unsplash.com/photo-1459749411175-04bf5292ceea?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDF8fGNvbmNlcnR8ZW58MHx8fHwxNzY5OTU4NjI0fDA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2400 2400w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Photo by </span><a href="https://unsplash.com/@nainoa"><span style="white-space: pre-wrap;">Nainoa Shizuru</span></a><span style="white-space: pre-wrap;"> / </span><a href="https://unsplash.com/?utm_source=ghost&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=api-credit"><span style="white-space: pre-wrap;">Unsplash</span></a></figcaption></figure><p>Vielleicht noch wichtiger als die Musik war das Verh&#xE4;ltnis zwischen Band und Publikum. Die sogenannten <em>Deadheads</em> waren keine Fans im klassischen Sinn. Sie waren Teil eines sozialen Netzwerks, das sich von Konzert zu Konzert bewegte. Menschen folgten der Band quer durch die USA, verkauften selbstgemachte Shirts, tauschten Tapes, lebten tempor&#xE4;r au&#xDF;erhalb normaler &#xF6;konomischer Strukturen.</p><p>Die Grateful Dead haben dieses Verhalten nicht nur toleriert, sondern aktiv unterst&#xFC;tzt. Sie erlaubten &#x2013; ja f&#xF6;rderten &#x2013; das Mitschneiden ihrer Konzerte. In einer Zeit, in der Bootlegs als Bedrohung galten, &#xF6;ffneten sie den Raum. Das war radikal. Und es war vision&#xE4;r.</p><p>Ohne es so zu nennen, haben die Grateful Dead damit etwas vorweggenommen, das heute selbstverst&#xE4;ndlich ist:</p><ul><li>Community statt Konsument</li><li>Zirkulation statt Besitz</li><li>Prozess statt Produkt</li></ul><p>Man kann durchaus argumentieren, dass viele heutige Formen von Open-Source-Denken, Fan-Kulturen und netzbasierter Zusammenarbeit hier einen kulturellen Vorl&#xE4;ufer haben. Nicht technisch, sondern mental.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-width-wide kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/02/Red_Rocks_Amphitheater_with_deadheads_waiting_to_start_taken_8-11-1987.jpg" class="kg-image" alt="The Grateful Dead" loading="lazy" width="960" height="763" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/02/Red_Rocks_Amphitheater_with_deadheads_waiting_to_start_taken_8-11-1987.jpg 600w, https://herrmontag.de/content/images/2026/02/Red_Rocks_Amphitheater_with_deadheads_waiting_to_start_taken_8-11-1987.jpg 960w"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Beginn eines Konzerts 1987 - (C) </span><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Grateful_Dead#/media/Datei:Red_Rocks_Amphitheater_with_deadheads_waiting_to_start_taken_8-11-1987.jpg"><span style="white-space: pre-wrap;">mark l. knowles</span></a></figcaption></figure><h4 id="technik-sound-und-das-wall-of-sound">Technik, Sound und das Wall of Sound</h4><p>Auch technisch waren die Grateful Dead Vorreiter. Das ber&#xFC;hmte&#xA0;<em>Wall of Sound</em>-PA-System der fr&#xFC;hen 1970er war nicht nur gigantisch, sondern konzeptionell neu. Ziel war nicht Lautst&#xE4;rke, sondern Klarheit. Jeder Musiker hatte sein eigenes Lautsprechersystem, Gesangsmikrofone waren phaseninvertiert, um R&#xFC;ckkopplungen zu vermeiden. Der Aufwand war absurd. Der Transport ruin&#xF6;s. Aber der Klang war revolution&#xE4;r.</p><p>Diese Besessenheit von Soundqualit&#xE4;t hatte Folgen f&#xFC;r die gesamte Live-Industrie. Viele heute selbstverst&#xE4;ndliche Standards im Beschallungsbereich wurden von Technikern entwickelt, die bei oder mit den Grateful Dead gearbeitet haben. Auch hier wieder: kein kurzfristiger Erfolg, sondern langfristiger Einfluss.</p><h4 id="fire-on-the-mountain-%E2%80%93-ein-song-als-zustand">Fire on the Mountain &#x2013; ein Song als Zustand</h4><p><em>Fire on the Mountain</em>&#xA0;ist ein gutes Beispiel daf&#xFC;r, wie ein vergleichsweise simples St&#xFC;ck zu etwas Gr&#xF6;&#xDF;erem werden kann. Der Song selbst ist strukturell &#xFC;berschaubar, fast zur&#xFC;ckhaltend. Aber live &#xF6;ffnet er R&#xE4;ume. Er ist weniger Erz&#xE4;hlung als Atmosph&#xE4;re. Ein schwelendes Gef&#xFC;hl, das sich langsam ausbreitet.</p><p>Vielleicht ist es genau das, was viele Menschen &#x2013; mich eingeschlossen &#x2013; daran so trifft. Dieses latente Brennen. Nicht Explosion, sondern Glut. Ein inneres Feuer, das nicht unbedingt zerst&#xF6;rt, aber auch nicht zur Ruhe kommt.</p><p>Die Texte der Grateful Dead sind oft r&#xE4;tselhaft, fragmentarisch, voller Anspielungen. Robert Hunter schrieb keine klassischen Rocklyrics, sondern poetische Miniaturen, die eher Assoziationen ausl&#xF6;sen als Bedeutungen festlegen. Auch das tr&#xE4;gt dazu bei, dass die Musik nicht altert. Sie legt sich nicht fest.</p><h4 id="die-dunkle-seite-drogen-heroin-verlust">Die dunkle Seite: Drogen, Heroin, Verlust</h4><p>So viel zur Mythologie. Aber man kommt nicht umhin, &#xFC;ber die Schattenseiten zu sprechen. Ich liebe es, nicht weil ich darin bade, sondern weil ich selbst dunkle Schatten auf der Sonne sehe, die negativen, zerst&#xF6;rerischen und dunklen Momente eines K&#xFC;nstlers, nein, eines Menschen, zu sehen. Zu beschreiben. So wie auch in meinem Artikel &#xFC;ber <a href="https://herrmontag.de/townes-van-zandt-der-vergessene-poet-der-amerikanischen-musik/">Townes van Zandt</a>. Die <em>Grateful Dead</em> sind untrennbar mit Drogen verbunden. LSD als bewusstseinserweiterndes Werkzeug spielte in den fr&#xFC;hen Jahren eine zentrale Rolle. Dar&#xFC;ber kann man diskutieren, historisch einordnen, vielleicht sogar differenziert urteilen.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://images.unsplash.com/photo-1600400821914-a6d158f60595?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDE4fHxkcnVnc3xlbnwwfHx8fDE3Njk5NTg3Mjd8MA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2000" class="kg-image" alt="The Grateful Dead" loading="lazy" width="4346" height="3477" srcset="https://images.unsplash.com/photo-1600400821914-a6d158f60595?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDE4fHxkcnVnc3xlbnwwfHx8fDE3Njk5NTg3Mjd8MA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=600 600w, https://images.unsplash.com/photo-1600400821914-a6d158f60595?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDE4fHxkcnVnc3xlbnwwfHx8fDE3Njk5NTg3Mjd8MA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=1000 1000w, https://images.unsplash.com/photo-1600400821914-a6d158f60595?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDE4fHxkcnVnc3xlbnwwfHx8fDE3Njk5NTg3Mjd8MA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=1600 1600w, https://images.unsplash.com/photo-1600400821914-a6d158f60595?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDE4fHxkcnVnc3xlbnwwfHx8fDE3Njk5NTg3Mjd8MA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2400 2400w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Photo by </span><a href="https://unsplash.com/@kyleclevelandphoto"><span style="white-space: pre-wrap;">Kyle Cleveland</span></a><span style="white-space: pre-wrap;"> / </span><a href="https://unsplash.com/?utm_source=ghost&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=api-credit"><span style="white-space: pre-wrap;">Unsplash</span></a></figcaption></figure><p>Heroin hingegen ist eine andere Geschichte. Eine zerst&#xF6;rerische. Eine, die K&#xF6;rper, Beziehungen und Lebensl&#xE4;ufe frisst. Neben Nico hat das Heroin auch Jerry verreist.</p><p>Jerry Garcia war jahrzehntelang heroinabh&#xE4;ngig. Nicht als romantischer Rockstar-Exzess, sondern als schleichende Krankheit. Seine Stimme ver&#xE4;nderte sich, sein Spiel wurde phasenweise unkonzentrierter, seine Pr&#xE4;senz br&#xFC;chiger. Die Band machte weiter. Die Touren liefen. Das System funktionierte &#x2013; auf Kosten der Menschen darin.</p><p>Heroin wirkt nicht spektakul&#xE4;r. Es zerst&#xF6;rt leise. Es nimmt Antrieb, verengt den Horizont, verschiebt Priorit&#xE4;ten. Und es ist gnadenlos. Viele im Umfeld der Dead starben fr&#xFC;h oder verschwanden. Andere trugen bleibende Sch&#xE4;den davon.</p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-accent"><div class="kg-callout-emoji">&#x1F4A1;</div><div class="kg-callout-text">Man muss das klar benennen: Die Romantisierung der Drogenerfahrung, die in der R&#xFC;ckschau oft mitschwingt, verschleiert reale Gewalt. Gegen den eigenen K&#xF6;rper. Gegen Freundschaften. Gegen jede Form von Zukunft.</div></div><h4 id="freiheit-ohne-halt">Freiheit ohne Halt</h4><p>Vielleicht liegt hier auch ein Kernproblem der Grateful-Dead-Utopie. Die Idee radikaler Freiheit, von Offenheit, von permanentem Unterwegssein, funktioniert nur begrenzt ohne Struktur. <em>Ohne Grenzen</em>. Ohne F&#xFC;rsorge, die mehr ist als Loyalit&#xE4;t.</p><p>Die Band war &#xFC;ber Jahrzehnte unterwegs. Immer weiter. Aufh&#xF6;ren war keine Option. Stillstand wurde vermieden. Und genau das f&#xFC;hrte dazu, dass Probleme &#x2013; pers&#xF6;nliche wie strukturelle &#x2013; nicht wirklich gel&#xF6;st, sondern umspielt wurden.</p><p>Das Publikum wollte die Dead. Die Dead wollten spielen. Der Kreislauf schloss sich. Bis er nicht mehr trug.</p><h4 id="bedeutung-trotz-allem">Bedeutung trotz allem</h4><p>Und trotzdem &#x2013; oder vielleicht gerade deshalb &#x2013; bleiben die Grateful Dead bedeutend. Nicht, weil sie perfekt waren. Sondern weil sie Dinge ausprobiert haben, die sonst niemand wagte. Weil sie sich der Logik von Effizienz, Hitparade und Verwertbarkeit entzogen haben. Weil sie gezeigt haben, dass Musik ein sozialer Raum sein kann.</p><p>Man kann ihre Musik lieben oder ablehnen. Man kann sie langweilig finden, selbstverliebt oder zu lang. Alles legitim. Aber man kann sie nicht auf einen Stil oder eine Epoche reduzieren.</p><p>Die Grateful Dead waren ein Versuch. Einer, der Jahrzehnte dauerte. Mit H&#xF6;hen, Tiefen, Irrwegen und echten Errungenschaften. Und mit Kosten, die man nicht ignorieren sollte.</p><p>Vielleicht ist es genau das, was beim Wiederh&#xF6;ren bleibt, wenn man seine Musikbibliothek aufr&#xE4;umt und pl&#xF6;tzlich wieder&#xA0;<em>Fire on the Mountain</em>&#xA0;l&#xE4;uft: das Wissen, dass Kreativit&#xE4;t immer auch Risiko ist. Dass Freiheit nicht unschuldig ist. Und dass manches Feuer w&#xE4;rmt &#x2013; und anderes verbrennt.</p><p>Und vielleicht reicht das schon, um diese Band immer wieder neu zu h&#xF6;ren. Nicht aus Nostalgie. Sondern aus Respekt vor einem offenen, widerspr&#xFC;chlichen, zutiefst menschlichen Projekt.</p><div class="kg-card kg-header-card kg-v2 kg-width-full kg-content-wide " style="background-color: #000000;" data-background-color="#000000">
            
            <div class="kg-header-card-content">
                
                <div class="kg-header-card-text kg-align-center">
                    <h2 id="was-and-is-now-forever-one-of-the-grateful-dead" class="kg-header-card-heading" style="color: #FFFFFF;" data-text-color="#FFFFFF"><span style="white-space: pre-wrap;">Was and is now forever one of the Grateful Dead</span></h2>
                    
                    
                </div>
            </div>
        </div>
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<hr>
<p><em>Herr Montag ist Musikfreund, der sich gern mit der Erforschung ikonischer K&#xFC;nstler besch&#xE4;ftigt. Weitere Artikel finden Sie auf <a href="https://herrmontag.de/tag/musique">herrmontag.de</a>.</em></p>
]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[[UPDATE] Beets räumt den Magen auf (MP3-Tagging im Terminal)]]></title><description><![CDATA[<p><strong>Musiksammlungen</strong> wachsen selten geplant. Sie entstehen. Aus alten Backups, aus gerippten CDs, aus Downloads, aus obskuren Bandcamp-K&#xE4;ufen um drei Uhr nachts. Irgendwann hat man dann mehrere tausend Dateien, die irgendwie zusammengeh&#xF6;ren, aber sich nicht mehr wirklich verstehen. Unterschiedliche Schreibweisen, fehlende Tags, kryptische Ordnernamen. Und sp&#xE4;</p>]]></description><link>https://herrmontag.de/beets-raumt-den-magen-auf-mp3-tagging-im-terminal/</link><guid isPermaLink="false">697cdb3af0752500014785bf</guid><category><![CDATA[mp3]]></category><category><![CDATA[navidrome]]></category><category><![CDATA[beets]]></category><category><![CDATA[how to]]></category><category><![CDATA[anleitung]]></category><category><![CDATA[update]]></category><dc:creator><![CDATA[Jan Montag]]></dc:creator><pubDate>Sat, 31 Jan 2026 08:10:44 GMT</pubDate><media:content url="https://images.unsplash.com/photo-1679111762210-61c132c0402f?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDEwfHxtcDN8ZW58MHx8fHwxNzY5NzkxMDI0fDA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2000" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://images.unsplash.com/photo-1679111762210-61c132c0402f?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=M3wxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDEwfHxtcDN8ZW58MHx8fHwxNzY5NzkxMDI0fDA&amp;ixlib=rb-4.1.0&amp;q=80&amp;w=2000" alt="[UPDATE] Beets r&#xE4;umt den Magen auf (MP3-Tagging im Terminal)"><p><strong>Musiksammlungen</strong> wachsen selten geplant. Sie entstehen. Aus alten Backups, aus gerippten CDs, aus Downloads, aus obskuren Bandcamp-K&#xE4;ufen um drei Uhr nachts. Irgendwann hat man dann mehrere tausend Dateien, die irgendwie zusammengeh&#xF6;ren, aber sich nicht mehr wirklich verstehen. Unterschiedliche Schreibweisen, fehlende Tags, kryptische Ordnernamen. Und sp&#xE4;testens dann, wenn man die Sammlung nicht nur <em>besitzt</em>, sondern <em>nutzt</em> &#x2013; etwa &#xFC;ber Navidrome &#x2013; wird klar: So kann das nicht bleiben. Ich hab irgendwann meine alte MP3-Platte wieder gefunden, mich gefreut und ein wenig dar&#xFC;ber nachgedacht, dann einen <a href="https://herrmontag.de/navidrome-mein-eigenes-spotify/">MP3-Streaming-Server</a> installiert und h&#xF6;re seitdem sehr viel von meiner eigenen Sammlung. Weil ich dadurch wieder zu Musik und K&#xFC;nstlern komme, die ich schon lange vergessen hatte. Die h&#xE4;tte mir auch kein Kn&#xF6;del-Algorithmus von Spotify vorgeschlagen (au&#xDF;erdem sollte man <a href="https://janmontag.de/warum-ich-spotify-meide-n-sollte/">Spotify meiden</a>). Und jetzt geht es um die Organisation meiner Sammlung.</p><p><strong>Beets</strong> ist eines dieser Werkzeuge, die keine gro&#xDF;en Versprechen machen, sondern still ihre Arbeit erledigen. Es ist ein Terminalprogramm, das sich ausschlie&#xDF;lich um Metadaten k&#xFC;mmert. Keine GUI, keine Animationen, kein Schnickschnack. Stattdessen ein sehr klarer Ansatz: Musikdateien werden analysiert, mit einer verl&#xE4;sslichen Referenzdatenbank (MusicBrainz) abgeglichen und anschlie&#xDF;end konsistent benannt, sortiert und getaggt. Das Ergebnis ist keine neue Musik, sondern eine neue Ordnung.</p><p>Was Beets im Kern tut, ist schnell erkl&#xE4;rt, aber in der Wirkung enorm. Es liest vorhandene Tags aus, vergleicht sie mit bekannten Releases, fragt im Zweifel nach und korrigiert dann mit verschiedenen Optionen und M&#xF6;glichkeiten. Albumk&#xFC;nstler werden vereinheitlicht, Tracknummern stimmen pl&#xF6;tzlich, Compilations sind auch als solche erkennbar. Dinge, die man jahrelang ignoriert hat, weil sie m&#xFC;hsam waren, erledigt Beets in einem Rutsch.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/01/beets.png" class="kg-image" alt="[UPDATE] Beets r&#xE4;umt den Magen auf (MP3-Tagging im Terminal)" loading="lazy" width="1684" height="1348" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/01/beets.png 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/01/beets.png 1000w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1600/2026/01/beets.png 1600w, https://herrmontag.de/content/images/2026/01/beets.png 1684w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Beets taggt Musik</span></figcaption></figure><p>Ich mag an Beets vor allem den Umstand, dass es mich zwingt, Entscheidungen zu treffen. Beim Import zeigt das Tool Vorschl&#xE4;ge an, inklusive Abweichungen, Unsicherheiten und Wahrscheinlichkeiten. Man kann zustimmen, nachbessern oder &#xFC;berspringen. Das f&#xFC;hlt sich weniger nach Automatik an und mehr nach <em>Aufr&#xE4;umen mit System</em>. </p><h3 id="warum-das-f%C3%BCr-navidrome-so-gut-funktioniert">Warum das f&#xFC;r Navidrome so gut funktioniert</h3><p>Navidrome ist schnell, schlank und angenehm unaufgeregt. Aber Navidrome ist kein Magier. Es zeigt nur das an, was in den Dateien steckt. Wenn dort Chaos herrscht, spiegelt sich das unmittelbar im Webinterface und in den Clients wider. Beets ist deshalb kein optionales Extra, sondern fast schon die logische Vorstufe.</p><p>Eine sauber mit Beets gepflegte Bibliothek bringt f&#xFC;r Navidrome vor allem drei Dinge:</p><ul><li>konsistente K&#xFC;nstler- und Albennamen, was Suche und Sortierung deutlich verbessert</li><li>vollst&#xE4;ndige und korrekte Album-Metadaten inklusive Cover</li><li>eine stabile Ordnerstruktur, die schnelle Scans und zuverl&#xE4;ssige Updates erm&#xF6;glicht</li></ul><p>Gerade wenn mehrere Clients auf dieselbe Library zugreifen &#x2013; Web, Mobile, Terminal &#x2013; merkt man schnell, wie viel entspannter sich Musik nutzen l&#xE4;sst, wenn die Grundlage stimmt.</p><h3 id="klassische-installation">Klassische Installation</h3><p>Beets ist erfreulich unspektakul&#xE4;r zu installieren. Unter einem aktuellen Ubuntu 24.04 geht das direkt aus den Paketquellen. Ein Terminal reicht.</p><p>Zuerst die Paketliste aktualisieren und Beets installieren:</p><pre><code class="language-bash">sudo apt update
sudo apt install beets
</code></pre><h2 id="beets-konfigurieren-beet-confige">Beets konfigurieren (<code>beet config -e</code>)</h2><p>Die gesamte Steuerung von Beets l&#xE4;uft &#xFC;ber eine einzige Datei:&#xA0;<code>config.yaml</code>. Sie liegt unter:</p><p><code>~/.config/beets/config.yaml</code></p><p>Am einfachsten bearbeitet man sie direkt mit dem eingebauten Editor-Aufruf:</p><p><code>beet config -e</code></p><p>Damit &#xF6;ffnet Beets die Konfigurationsdatei im Standardeditor (meist&#xA0;<code>nano</code>&#xA0;oder&#xA0;<code>vim</code>). Eine sinnvolle Minimal-Konfiguration f&#xFC;r eine Navidrome-Library k&#xF6;nnte so aussehen:</p><pre><code class="language-yaml">
directory: /srv/music
library: ~/.config/beets/library.db

import:
  move: no
  copy: yes
  resume: ask
  incremental: yes

paths:
  default: $albumartist/$album/$track - $title
  comp: Compilations/$album/$track - $title

plugins: fetchart embedart duplicates scrub

fetchart:
  auto: yes

embedart:
  auto: yes

scrub:
  auto: yes

</code></pre>
<p>Kurz erkl&#xE4;rt, was hier passiert: Beets kopiert (erst mal) importierte Dateien in ein neues, sauberes Zielverzeichnis, schreibt korrigierte Tags direkt in die Dateien, behandelt Compilations separat und sorgt automatisch f&#xFC;r Cover-Downloads und eingebettete Bilder. Genau das, was Navidrome sp&#xE4;ter erwartet. Eigentlich wollen wir auch noch aktivieren, dass automatisch die Lyrics gesucht und in den Song embedded werden. Dann zeigt Navidrome wie Spotify auch die Liedtexte an.</p><hr><h2 id="musik-importieren">Musik importieren</h2><p>Der zentrale Arbeitsbefehl von Beets ist&#xA0;<code>import</code>. Damit wird Musik analysiert, abgeglichen und einsortiert.</p><p><code>beet import /pfad/zu/deiner/musik</code></p><p>Beets zeigt Vorschl&#xE4;ge an und fragt bei Unsicherheiten nach. Nichts wird ohne Zustimmung ver&#xE4;ndert. Gerade beim ersten Import lohnt es sich, langsam und aufmerksam durchzugehen.</p><p><strong>Wichtig:</strong>&#xA0;Beets fragt f&#xFC;r jedes Album:</p><ul><li><strong>Apply</strong>&#xA0;- Metadaten anwenden (empfohlen bei guten Treffern)</li><li><strong>Skip</strong>&#xA0;- Album &#xFC;berspringen</li><li><strong>As is</strong>&#xA0;- Importieren ohne Tagging</li><li><strong>Enter search</strong>&#xA0;- Manuelle Suche</li><li><strong>Use as-is</strong>&#xA0;- Originaltags beibehalten</li></ul><hr><h2 id="wichtige-beets-befehle-im-alltag">Wichtige Beets-Befehle im Alltag</h2><p>Nach dem Import ist Beets nicht &#x201E;fertig&#x201C;, sondern wird zum Werkzeugkasten. Ein paar Befehle tauchen immer wieder auf:</p><ul><li><code>beet status</code><br>Zeigt an, ob es nicht importierte Dateien oder offene Aufgaben gibt.</li><li><code>beet ls</code><br>Listet Inhalte der Bibliothek auf, filterbar nach K&#xFC;nstler, Album, Genre usw.</li><li><code>beet info QUERY</code><br>Zeigt detaillierte Metadaten zu einzelnen Tracks oder Alben.</li><li><code>beet modify</code><br>Erm&#xF6;glicht nachtr&#xE4;gliche &#xC4;nderungen an Tags &#x2013; gezielt und reproduzierbar.</li><li><code>beet duplicates</code><br>Findet doppelte Dateien anhand von Metadaten oder Checksummen.</li><li><code>beet update</code><br>Aktualisiert die Beets-Datenbank, wenn Dateien au&#xDF;erhalb von Beets ge&#xE4;ndert wurden.</li></ul><p>Diese Befehle machen Beets langfristig wertvoll: Die Musikbibliothek bleibt kein statisches Archiv, sondern ein gepflegter Bestand, wie meine Vinyl-Sammlung auch.</p><hr><h2 id="fazit">Fazit</h2><p>Beets hat mir nicht nur geholfen, meine Musikbibliothek aufzur&#xE4;umen. Es hat mir auch gezeigt, wie sehr Ordnung die Nutzung verbessert &#x2013; nicht aus Prinzip, sondern aus praktischen Gr&#xFC;nden. Navidrome profitiert davon unmittelbar, aber auch unabh&#xE4;ngig davon f&#xFC;hlt sich eine saubere Library einfach richtig an. Man kann den vollst&#xE4;ndig getaggten Kram nat&#xFC;rlich auch auf seinem Powermac G5 in iTunes importieren und von dort auf seinen Ipod Classic &#xFC;berspielen, es gibt viele M&#xF6;glichkeiten &#x1F604;</p><p>Beets ist kein Tool f&#xFC;r Perfektionisten, sondern f&#xFC;r Menschen, die ihre Musik ernst nehmen. Nicht im Sinne von Besitz, sondern im Sinne von Pflege. Und das ist &#x2013; gerade in Zeiten von fl&#xFC;chtigem Streaming &#x2013; vielleicht das Beste, was man seiner eigenen Sammlung antun kann.</p><figure class="kg-card kg-bookmark-card"><a class="kg-bookmark-container" href="https://herrmontag.de/navidrome-mein-eigenes-spotify/"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Navidrome - mein eigenes Spotify [UPDATE]</div><div class="kg-bookmark-description">Neulich stolperte ich im Kabuff (kleiner, dunkler, meist fensterloser [Neben]raum, Abstellraum) &#xFC;ber (m)eine alte 1 TB Festplatte und nachdem ich etwas fand um diese alte &#x201C;Spindel&#x201D; in Betrieb zu nehmen, entdeckte ich meine MP3-Sammlung darauf. Stundenlange ripping-Sessions und elendes MP3-Tagging fielen mir wieder ein, Sharing-N&#xE4;chte mit Freunden und</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/IMG_8150-22.ico" alt="[UPDATE] Beets r&#xE4;umt den Magen auf (MP3-Tagging im Terminal)"><span class="kg-bookmark-author">HerrMontag.de</span><span class="kg-bookmark-publisher">Jan Montag</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/photo-1515010137531-66995c7f40e6" alt="[UPDATE] Beets r&#xE4;umt den Magen auf (MP3-Tagging im Terminal)" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a></figure><hr><h3 id="onetagger">Onetagger</h3><p>[<strong>UPDATE</strong>] Ich bin auf meiner Suche nach der perfekten Tagging-Station noch nicht am Ziel angekommen und so trug es sich zu, dass ich soeben die Software <strong>onetagger</strong> ausprobiert habe. Sie verf&#xFC;gt &#xFC;ber ein VUE-Interface und ist eine Rust/Cargo App, die man ebenfalls auf seinem Rechner kompiliert und lokal startet. Es &#xF6;ffnet sich dann die Oberfl&#xE4;che.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/01/onetagger.png" class="kg-image" alt="[UPDATE] Beets r&#xE4;umt den Magen auf (MP3-Tagging im Terminal)" loading="lazy" width="1392" height="1070" srcset="https://herrmontag.de/content/images/size/w600/2026/01/onetagger.png 600w, https://herrmontag.de/content/images/size/w1000/2026/01/onetagger.png 1000w, https://herrmontag.de/content/images/2026/01/onetagger.png 1392w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption><span style="white-space: pre-wrap;">Onetagger durchsucht OST Files und versucht diese, zu erkennen.</span></figcaption></figure><p>Die Ergebnisse sind ungef&#xE4;hr so wie von Beets, aber es ist etwas leichter zu handeln. So richtig zufrieden bin ich nicht, aber mittlerweile glaube ich, liegt es einfach an meinen schrottigen MP3-Files.</p><p>Bei mir auf dem Mac ging das mit <a href="https://brew.sh">Homebrew</a> ungef&#xE4;hr so:</p><p><code>brew install node</code></p><p><code>brew install pnpm</code></p><p><code>git clone </code><a href="https://github.com/Marekkon5/onetagger.git"><code>https://github.com/Marekkon5/onetagger.git</code></a><code>&amp;&amp; cd onetager</code></p><figure class="kg-card kg-code-card"><pre><code class="language-bash">cd client
pnpm i
pnpm run build
cd ..</code></pre><figcaption><p dir="ltr"><span style="white-space: pre-wrap;">Zun&#xE4;chst die grafische Oberfl&#xE4;che kompilieren</span></p></figcaption></figure><p>und dann mit <code>cargo build --release</code> die unterliegende <strong>Rust</strong> App bauen. Wenn er damit fertig ist, und selbst auf meinem M4 dauerte das einige Zeit, sollte man die grafische Oberfl&#xE4;che (es ist eine Web App f&#xFC;r die Rust App) starten k&#xF6;nnen.</p><p>Wechselt dazu ins Verzeichnis: <code>cd target/release/</code> und startet mit <code>./onetagger</code> die App.</p><figure class="kg-card kg-bookmark-card"><a class="kg-bookmark-container" href="https://github.com/Marekkon5/onetagger"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">GitHub - Marekkon5/onetagger: Music tagger for Windows, MacOS and Linux with Beatport, Discogs, Musicbrainz, Spotify, Traxsource and many other platforms support.</div><div class="kg-bookmark-description">Music tagger for Windows, MacOS and Linux with Beatport, Discogs, Musicbrainz, Spotify, Traxsource and many other platforms support. - GitHub - Marekkon5/onetagger: Music tagger for Windows, MacOS&#x2026;</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://herrmontag.de/content/images/icon/pinned-octocat-093da3e6fa40-5.svg" alt="[UPDATE] Beets r&#xE4;umt den Magen auf (MP3-Tagging im Terminal)"><span class="kg-bookmark-author">GitHub</span><span class="kg-bookmark-publisher">Marekkon5</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://herrmontag.de/content/images/thumbnail/onetagger" alt="[UPDATE] Beets r&#xE4;umt den Magen auf (MP3-Tagging im Terminal)" onerror="this.style.display = &apos;none&apos;"></div></a></figure><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Jazz]]></title><description><![CDATA[John Coltrane und Miles Davis und Art Blakey und Cannonball Adderley und Milt Jackson und vielleicht auch Thelonious Monk]]></description><link>https://herrmontag.de/jazz/</link><guid isPermaLink="false">69690e75e8af7000015bcd24</guid><category><![CDATA[musique]]></category><category><![CDATA[jazz]]></category><dc:creator><![CDATA[Jan Montag]]></dc:creator><pubDate>Thu, 15 Jan 2026 15:59:42 GMT</pubDate><media:content url="https://herrmontag.de/content/images/2026/01/Bildschirmfoto-2026-01-15-um-15.07.39-1.png" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-blue"><div class="kg-callout-emoji">&#x1F4A1;</div><div class="kg-callout-text">Dieser Beitrag erschien zuerst auf <a href="https://janmontag.de/jazz/">JanMontag.de</a>, aber da ist nicht gen&#xFC;gend Platz.</div></div><img src="https://herrmontag.de/content/images/2026/01/Bildschirmfoto-2026-01-15-um-15.07.39-1.png" alt="Jazz"><p>Es gibt eine bestimmte Art von Freiheit, die ich fast ausschlie&#xDF;lich im Jazz der 1960er Jahre finde. Eine Freiheit, die ohne Worte auskommt und gerade deshalb so viel sagt. <em>John Coltrane</em>, <em>Art Blakey</em>, <em>Miles Davis</em> &#x2013; Namen, die man beinahe ehrf&#xFC;rchtig aufz&#xE4;hlt, obwohl es mir eigentlich weniger um den Kanon geht als um das Gef&#xFC;hl, das diese Musik bis heute in mir ausl&#xF6;st.</p><p>Gestern bin ich zuf&#xE4;llig &#xFC;ber ein Video gestolpert, in dem der <strong>Altk&#xFC;nstler</strong> <strong><em>Miles Davis</em></strong> in der &quot;Arsenio Hall Show&quot; auftritt ein neues Lied pr&#xE4;sentiert und ich dachte nur: du kannst versuchen cool zu sein, aber du wirst nie so Miles-Davis-In-Seiner-Bunten-Jacke-80s-Style-Galore cool sein! </p><figure class="kg-card kg-embed-card kg-card-hascaption"><iframe width="200" height="150" src="https://www.youtube.com/embed/NZIQCRVga3Y?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen title="Miles Davis - Jojo - Arsenio Hall Show - w/ Interview - 1989"></iframe><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">Miles Davis in der Arsenio Hall Show</span></p></figcaption></figure><p>Wie das Fl&#xFC;gelhorn und das Saxophon miteinander spielen ist unglaublich gut. Auch wenn Miles gesundheitlich angeschlagen kaum noch den Talk der Show wahrnehmen kann, so muss ich mich doch verbeugen. In einer Zeit, den 80s, mit ganz viel neuer Musik, mit Millionensellern schafft es Miles Davis, trotz k&#xFC;nstlerischer Avantgarde, zum Megastar aufzusteigen und seiner Kunst treu zu bleiben. Unglaublich gut.</p><p>Was mich an diesem Jazz besonders fasziniert, ist seine Konsequenz, auf die menschliche Stimme zu verzichten. Keine Texte, keine klaren Botschaften, kein &#x201E;Ich meine dies oder das&#x201C;. Stattdessen &#xFC;bernehmen Trompeten, Saxophone, Schlagzeug und Bass die Rolle des Erz&#xE4;hlers. Und sie tun das mit einer Direktheit, die Sprache oft nicht erreicht. Eine Trompete, die sich selbst bedient, sich windet, aufb&#xE4;umt, zur&#xFC;ckzieht &#x2013; das ist f&#xFC;r mich ehrlicher Ausdruck. Man h&#xF6;rt Denken, Suchen, Zweifeln und Entschlossenheit in Echtzeit.</p><p>Ich hab Jazz nie begriffen oder verstanden, ich kann die Songstrukturen nicht nachvollziehen aber ich konnte Jazz schon immer f&#xFC;hlen. Dass da etwas besonderes passiert wenn Leute miteinerander <em>jazzen</em>.</p><p><strong>Miles Davis</strong> war darin zweifellos eine ikonische Figur. Cool, distanziert, manchmal fast unnahbar. Gerade seine Zur&#xFC;ckhaltung, dieses kontrollierte Spiel mit Pausen und Br&#xFC;chen, macht ihn so wirkungsvoll. Davis musste nicht laut sein, um pr&#xE4;sent zu sein. Seine Trompete sprach mit einer Lakonie, die fast arrogant wirkte, aber genau darin lag ihre Autorit&#xE4;t. Sp&#xE4;ter wurde seine Musik sperriger, abstrakter, aber die Haltung blieb: keine Erkl&#xE4;rungen, keine Zugest&#xE4;ndnisse.</p><p>Und doch &#x2013; so sehr ich Miles Davis sch&#xE4;tze &#x2013; steht <strong>John Coltrane</strong> f&#xFC;r mich noch einmal auf einer anderen Ebene. Coltrane ist weniger Pose, weniger Coolness, daf&#xFC;r mehr Dringlichkeit. Sein Spiel wirkt wie eine existenzielle Notwendigkeit. Man h&#xF6;rt bei ihm nicht nur Virtuosit&#xE4;t, sondern eine beinahe spirituelle Suche. Seine Soli sind keine Statements, sondern Prozesse. Sie wollen nicht gefallen, sie wollen etwas herausfinden.</p><figure class="kg-card kg-embed-card kg-card-hascaption"><iframe width="200" height="150" src="https://www.youtube.com/embed/JQvc-Gkwhow?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen title="My Favorite Things (Stereo) (2022 Remaster)"></iframe><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">John Coltranes My Favorite Things</span></p></figcaption></figure><p>Bei John Coltrane kommt f&#xFC;r mich noch etwas Entscheidendes hinzu: eine radikale Ernsthaftigkeit. Sein Spiel wirkt nie dekorativ oder beil&#xE4;ufig, sondern immer notwendig. Selbst in den ruhigeren Passagen schwingt eine innere Spannung mit, als k&#xF6;nne er jederzeit wieder ausbrechen. Coltrane spielt nicht, um zu unterhalten, sondern um etwas zu durchdringen. Man h&#xF6;rt Einfl&#xFC;sse aus Blues, Gospel, indischer Musik und freier Improvisation, aber nichts davon wirkt beliebig. Alles ordnet sich einer Suche unter, die gr&#xF6;&#xDF;er ist als Stilfragen oder Epochen. Gerade in Alben wie&#xA0;<em>A Love Supreme</em>&#xA0;oder den sp&#xE4;ten Live-Aufnahmen zeigt sich diese Kompromisslosigkeit: Die Musik fordert Aufmerksamkeit, Geduld und Offenheit &#x2013; und schenkt daf&#xFC;r eine Tiefe, die mich immer wieder zur&#xFC;ckkehren l&#xE4;sst.</p><p><strong>Cannonball Adderley</strong> bringt in diesen Kosmos noch einmal eine ganz eigene Farbe ein. Wo Coltrane oft nach innen dr&#xE4;ngt und sich in langen, suchenden Linien verliert, klingt Adderleys Altsaxophon offener, w&#xE4;rmer, fast gespr&#xE4;chig. Sein Spiel hat eine Erdung im Blues und im Soul, die unmittelbar zug&#xE4;nglich ist, ohne jemals banal zu werden. Man h&#xF6;rt bei ihm Freude, Swing und eine k&#xF6;rperliche Pr&#xE4;senz, die den Jazz dieser Zeit mit einer besonderen Lebendigkeit aufl&#xE4;dt. Gerade diese Mischung aus technischer Brillanz und emotionaler Direktheit macht ihn f&#xFC;r mich zu einer wichtigen Stimme &#x2013; auch wenn er ohne Stimme spielt.</p><figure class="kg-card kg-embed-card kg-card-hascaption"><iframe width="200" height="113" src="https://www.youtube.com/embed/xC7w9N69eZg?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen title="Cannonball  Adderley and Milt Jackson - Things Are Getting Better"></iframe><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">Cannonball Adderley und Milt Jackson - Things Are Getting Better Album</span></p></figcaption></figure><p>Besonders spannend finde ich Adderleys Rolle im Umfeld von Miles Davis, etwa auf&#xA0;<em>Kind of Blue</em>. W&#xE4;hrend Davis die k&#xFC;hle Struktur vorgibt und Coltrane die Grenzen auslotet, wirkt Adderley oft wie der Vermittler: Er h&#xE4;lt die Musik zusammen, erdet sie, bringt sie zur&#xFC;ck zum Groove. Seine Soli erz&#xE4;hlen Geschichten, die man sofort versteht, ohne dass sie simpel w&#xE4;ren. Vielleicht ist es genau diese Balance aus Zug&#xE4;nglichkeit und Tiefe, die Cannonball Adderley so unverzichtbar macht &#x2013; ein Musiker, der zeigt, dass Jazz gleichzeitig anspruchsvoll, warm und zutiefst menschlich sein kann.</p><p><strong>Art Blakey</strong> wiederum pr&#xE4;zisiert, dass Rhythmus nicht blo&#xDF; Begleitung ist, sondern Haltung. Sein Schlagzeug treibt an, fordert heraus, h&#xE4;lt zusammen. Auch hier keine Stimme n&#xF6;tig &#x2013; das Schlagzeug spricht laut genug.</p><p>Vielleicht liebe ich diesen Jazz gerade deshalb so sehr: weil er mir nichts erkl&#xE4;rt. Weil ich ihn nicht verstehe. Weil ich gar nicht erst anfangen muss dar&#xFC;ber zu philosophieren wie bei anderen Dingen. Er l&#xE4;sst Raum. Raum f&#xFC;r eigene Gedanken, f&#xFC;r Stimmungen, f&#xFC;r Zweifel. In einer Welt, die permanent spricht und kommentiert, ist diese wortlose Intensit&#xE4;t f&#xFC;r mich bis heute unschlagbar. </p><p>Ich kann da einfach nur zuh&#xF6;ren.</p>]]></content:encoded></item></channel></rss>