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	<title>Thema Hochbegabung</title>
	
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	<description>Viel mehr als IQ&gt;130</description>
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		<title>Glück oder Können?</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 09:50:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars Riske</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Immer Glück ist Können.&#8221; Hermann Gerland, Fußballtrainer]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8220;Immer Glück ist Können.&#8221;</em></p>
<p>Hermann Gerland, Fußballtrainer</p>
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		<title>Vierjährige versetzt Presse in Unruhe</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Apr 2012 17:08:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars Riske</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Heidi Hankins]]></category>
		<category><![CDATA[Intelligenz]]></category>
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		<category><![CDATA[Intelligenztest]]></category>
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		<description><![CDATA[Heidi Hankins ist vier Jahre alt und Mitglied im Mensa-Club. Diese Tatsachen kann man nüchtern kritisch kommentieren wie SPIEGEL Online oder aufgeregt wie BILD.de. Und auch von Personen, die sich (wie ich) wissenschaftlich mit dem Thema Hochbegabung auseinandersetzen, wird man unterschiedliche Reaktionen erhalten, wenn man sie darauf anspricht. Für meine Forschungsarbeit ist der Intelligenzquotient nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heidi Hankins ist vier Jahre alt und Mitglied im Mensa-Club. Diese Tatsachen kann man <a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,827355,00.html" target="_blank">nüchtern kritisch kommentieren wie SPIEGEL Online</a> oder <a href="http://www.bild.de/ratgeber/2012/schlau/schlaue-heidi-wie-wird-intelligenz-ermittelt-23619758.bild.html" target="_blank" >aufgeregt wie BILD.de</a>. Und auch von Personen, die sich (wie ich) wissenschaftlich mit dem Thema Hochbegabung auseinandersetzen, wird man unterschiedliche Reaktionen erhalten, wenn man sie darauf anspricht.</p>
<p>Für meine Forschungsarbeit ist der Intelligenzquotient nicht so bedeutend und meine Faszination für das Thema Hochbegabung bezieht sich stärker auf sportliche und musische Gebiete. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle kurz ein, zwei Dinge kommentieren, die im BILD.de-Artikel stehen und die so nicht unkommentiert bleiben sollten. <span id="more-414"></span>Natürlich sollen und müssen Themen wie Hochbegabung auch außerhalb der Fachpresse diskutiert werden, aber eine Diskussion findet dort i.d.R. nicht statt. Es werden wissenschaftliche Annahmen als <em>wissenschaftlich bewiesen</em> dargestellt, zu denen es durchaus Gegenmeinungen gibt. </p>
<p>Immerhin wird dieses Mal darauf hingewiesen, dass der Intelligenzquotient nicht statisch ist, sondern sich <em>&#8220;gerade bei Kindern und Jugendlichen&#8221;</em> verändern kann. <a href="http://www.thema-hochbegabung.de/wissenschaft/der-intelligenzquotient-ist-keine-statische-personlichkeitseigenschaft">Wie hier im Blog berichtet</a>, wird dies nicht immer so dargestellt. </p>
<p>Aber dann wirft BILD.de unter dem Stichwort &#8220;Fakt ist&#8221; einige Dinge und Begriffe durcheinander (<a href="http://www.bild.de/ratgeber/2012/schlau/schlaue-heidi-wie-wird-intelligenz-ermittelt-23619758.bild.html" target="_blank">lesen Sie selbst</a>): Denn es ist weniger ein Fakt, als vielmehr weitgehend unbestritten, dass für die Entwicklung der Intelligenzleistung wechselseitig genetische Dispositionen und Umwelteinwirkungen verantwortlich sind. Deutlich umstrittener ist schon die Behauptung, dass Förderung nur bis zu einem gewissen Punkt nutzt, weil die Intelligenz durch die Gene quasi gedeckelt sind.</p>
<p>Das ist eine These für eine wissenschaftliche Diskussion, aber kein unbestrittener Fakt, der in einer allgemeinen Publikation verbreitet werden sollte. Schon gar nicht in einem Artikel, der mich mit Intelligenztest eines vierjährigen Mädchens aufmacht. Es ist doch allenfalls eine theoretische Überlegung, ob selbst eine optimale Förderung ab einem bestimmten Punkt keinen Effekt mehr erzielt. Denn wie sollte das in der Praxis überprüft werden? Ganz sicher nicht mit Intelligenztests.</p>
<p>Aber viel gravierender ist das Signal, das man mit einer solchen Aussage aussendet: ein Alibi dafür, fehlende Effekte der Förderung nicht dem Setting, sondern den Geförderten zuzusprechen. Als wäre es in der Praxis tatsächlich denkbar, dass eine gezielte Förderung bei einem Schüler die maximale Intelligenzleistung erreicht und danach effektlos bleibt!? Und selbst wenn: Um diesen Maximalzustand zu erhalten, würde es doch weiterer Förderung bedürfen. Oder hakt bei Erreichen der maximalen Leistungsfähigkeit eine Rückfallsicherung im Gehirn ein?</p>
<p>Deshalb hätte es mich viel mehr interessiert, welche Förderangebote der Mensa-Verein für dieses vierjährige Mädchen und andere Kinder in diesem Alter bereithält. Daraus könnten Eltern, die solche Artikel lesen, Inspiration für die Förderung ihrer Kinder ziehen und das Gefühl, dass sie mit gezielter Förderung die Entwicklung ihrer Kinder positiv begleiten können &#8211; immer und immer wieder.</p>
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		<title>Kinder, Erwachsene, Persönlichkeiten</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Apr 2012 16:19:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars Riske</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[„Ich habe schon Zwölfjährige getroffen, die größere Persönlichkeiten waren als Vierzigjährige.“ Christian Streich, Fußballtrainer]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Ich habe schon Zwölfjährige getroffen, die größere Persönlichkeiten waren als Vierzigjährige.“</em></p>
<p>Christian Streich, Fußballtrainer</p>
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		<title>Linsanity und die Talentreserve</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 23:39:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars Riske</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Basketball]]></category>
		<category><![CDATA[Identifikation]]></category>
		<category><![CDATA[Jeremy Lin]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Underachievement]]></category>

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		<description><![CDATA[Denken Sie bitte kurz darüber nach, was sich in Ihrem Berufsleben seit dem 4. Februar 2012 getan hat. Sind Sie vielleicht von einem Sachbearbeiter, dessen Fähigkeiten nur selten gebraucht wurden, in die erste Reihe Ihres global operierenden Konzerns aufgestiegen, ohne den nun keine Entscheidung mehr getroffen wird? Ist es nun an Ihnen, die nächsten Arbeitsaufträge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Denken Sie bitte kurz darüber nach, was sich in Ihrem Berufsleben seit dem 4. Februar 2012 getan hat. Sind Sie vielleicht von einem Sachbearbeiter, dessen Fähigkeiten nur selten gebraucht wurden, in die erste Reihe Ihres global operierenden Konzerns aufgestiegen, ohne den nun keine Entscheidung mehr getroffen wird? Ist es nun an Ihnen, die nächsten Arbeitsaufträge an Ihre Kollegen zu delegieren? Wenn das auf Ihren beruflichen Werdegang in den letzten Wochen nicht zutrifft, sind Sie definitiv nicht <a href="http://www.nba.com/playerfile/jeremy_lin/career_stats.html" target="_blank" title="Profil auf NBA.de">Jeremy Lin</a>.</p>
<p>Zugegeben: Der Vergleich hinkt ein wenig, da Lin bereits vor dem 4. Februar 2012 zu den zwölf Spielern im Kader der New York Knicks gehörte. Dennoch ist sein Karriereverlauf seit diesem Tag einzigartig: War er vorher ein Ergänzungsspieler vom Ende der Bank, der in seiner zweiten Spielzeit in der stärksten Basketballliga der Welt schon mal sechs, manchmal aber auch nur zwei Minuten Einsatzzeit bekam (von 48), stand Lin seit dem Spiel gegen die New Jersey Nets am Abend des 4. Februar 2012 in keiner Partie weniger als 24 Minuten auf dem Feld (Stand: 26.03.2012). Und er entscheidet in diesen Minuten als Aufbauspieler nicht nur, welcher seiner Mitspieler den nächsten Wurf nimmt, sondern versenkt die wichtigen Bälle inzwischen auch selbst:</p>
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<p>Wie aber konnte es dazu kommen, dass ein unbekannter Spieler derart ins Rampenlicht rückt? Kurzfristig brauchte es &#8211; wie so häufig im Sport &#8211; die Verletzung anderer Spieler, damit Lin die Möglichkeit erhielt, seine Leistungsfähigkeit unter Wettkampfbedingungen unter Beweis zu stellen. Galt die wichtige Spielmacherposition bis zum Februar als die große Schwäche der Knicks, hatte das Team praktisch über Nacht einen akzeptablen Point Guard: Jeremy Lin. Der Big Apple, Sportfans in Amerika und auf der ganzen Welt zeigten sich begeistert. Die gesamte Entwicklung wurde von der örtlichen Presse in einem Wort zusammengefasst: LINSANITY!</p>
<p>Aus Sicht der Begabungsforschung möchte ich zwei Aspekte dieses modernen Märchens herausheben:</p>
<h3>Der kulturelle Filter &#8211; schon wieder!</h3>
<p>Erst in der letzten Woche hatte ich hier im Blog <a href="http://www.thema-hochbegabung.de/allgemein/einflussfaktor-kultur">das Phänomen des kulturellen Filters</a> beschrieben, der unsere Wahrnehmung beeinflusst und häufig das Wesentliche unkenntlich macht. Das gilt auch in diesem Fall, denn Jeremy Lin entsprach nicht den Vorstellungen, die wir &#8211; und auch die Trainer, Scouts und Sportexperten &#8211; von einem Point Guard oder überhaupt von einem Spieler in der NBA haben: ein <em>asiatisch-amerikanischer</em> Absolvent der <em>Havard-Universität</em>.</p>
<p><span id="more-398"></span>Beide Eigenschaften sind natürlich an sich nicht hinderlich für eine Karriere als Sportler, aber ihnen fehlt es an erfolgreichen Rollenmodellen im Basketball, also an Vorbildern: Weder gab es in der Vergangenheit (besonders) erfolgreiche und viele Basketballer asiatischer Abstammung, noch (besonders) erfolgreiche und viele Harvard-Absolventen in der NBA.</p>
<p>Etwas vereinfacht könnte man formulieren, dass die Kombination &#8220;Asiate &#8211; Havard&#8221; verbreiteter ist, als &#8220;Havard &#8211; NBA-Spieler&#8221; und &#8220;Asiate &#8211; NBA-Spieler&#8221;. Wäre Lin ein herausragender Schachspieler, hätten ihm beide Eigenschaften wohl nicht im Weg gestanden, gibt es in der Kombination &#8220;Asiate &#8211; Schach&#8221; und &#8220;Elite-Universität &#8211; Schach&#8221; deutlich mehr Rollenmodelle.</p>
<p>Diese Annahmen sind nicht rassistisch motiviert, sondern entspringen unseren kumulierten Erfahrungswerten &#8211; und diese prägen unsere Entscheidungsmuster. Es ist natürlich zu hoffen und auch anzunehmen, dass Lins Karriere dazu beitragen wird, diesen kulturellen Filter abzubauen, in dem er mit seinen Leistungen die Funktion des erfolgreichen Rollenmodells übernimmt: der erfolgreiche asiatisch-amerikanische Basketballer mit Havard-Abschluss. Dies gilt natürlich für die Verantwortlichen im amerikanischen Profibasketball, die nun sensibilisiert sind, aber auch für die jungen asiatisch-amerikanischen Sportler und/oder Havard-Absolventen, die in Lin den Beweis erkennen können, dass sich ihre Anstrengungen auszahlen können.</p>
<h3>Nicht-Identifizierung seines Talents</h3>
<p>In seiner Premierensaison in der NBA hat Jeremy Lin 2010/2011 für die Golden State Warriors gespielt (29 Spiele, im Schnitt ~10min) und die Vorbereitung dieser Saison mit den Houston Rockets absolviert, die ihn an Weihnachten 2011 aus seinem Vertrag entließen. Drei Tage später wurde er als Ergänzungsspieler von den New York Knicks unter Vertrag genommen.</p>
<p>Nach seinen ersten großartigen Auftritten im Trikot der Knicks im Februar 2012 wurden &#8211; natürlich &#8211; schnell Stimmen laut, welche die Trainer und das Management der Warriors und der Rockets dafür kritisierten, Lin nicht gehalten und in ihr Team integriert zu haben. Warum diese Kritik zugleich richtig und falsch ist, erklärte der General Manager der Houston Rockets, <a href="http://espn.go.com/espnradio/play?id=7638084" target="_blank">Daryl Morey, in einem Interview mit Bill Simmons von ESPN</a>:</p>
<p>Sinngemäß bezeichnet Morey die Entscheidung, Lins Vertrag zu Gunsten eines anderen Spielers gekündigt und ihn nicht langfristig für seine Franchise (also seine Mannschaft) unter Vertrag genommen zu haben, als Fehler. Aus der Rückschau stimmt das zweifellos. Andererseits hatten sie ihm überhaupt einen Vertrag gegeben, weil sie in Jeremy Lin einen Basketballer mit NBA-Format erkannt hatten &#8211; genau wie die Golden State Warriors, die New York Knicks und einige weitere Teams, die ihm Angebote unterbreitet hatten (darunter auch Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks). Aber der Großteil der dreißig NBA-Team hatte in Lin nicht einmal einen Spieler für ihre Ersatzbank gesehen. Diese Fehleinschätzung gilt es ebenso zu kritisieren.</p>
<p>Ohne Zweifel ist, dass die Warriors und die Rockets Lins Leistungsfähigkeit durch die tägliche Zusammenarbeit im Training und bei Spielen besser hätten einschätzen müssen. Aber die anderen Teams haben einen Spieler mit Starterqualitäten, der noch dazu vertragslos und günstig zu haben war, einfach übersehen.</p>
<p>Natürlich ist diese Kritik aus heutiger Sicht &#8211; nach Lins Leistungsexplosion &#8211; einfach zu formulieren, aber Profimannschaften beschäftigen große Scoutingabteilungen, deren Hauptaufgabe und Daseinsberechtigung es ist, talentierte Spieler für ihre Klubs zu entdecken. Und Jeremy Lin lebte nicht versteckt in Würzburg oder Asien, sondern drängte sich bei der Draft 2010 und der &#8216;summer league&#8217; immer wieder ins Blickfeld der Teams.</p>
<h3>Lerneffekt</h3>
<p>Jeremy Lin hat schon jetzt eine Vorbildfunktion inne: Wenn die Verantwortlichen der NBA-Teams das nächste Mal einen asiatisch-amerikanischen Spieler oder einen Spieler aus einem &#8220;Elite-College&#8221; wie Havard vorspielen lassen, wird mit Sicherheit der Satz &#8220;Vielleicht ist das der nächste Jeremy Lin&#8221; fallen und ihre Aufmerksamkeit schärfen. Genau wie die Teams dazu angehalten sein müssen, das Potential <u>aller</u> Spieler im eigenen Kader (noch) genauer zu analysieren, bevor sie Personalentscheidungen treffen. Es gilt die Leistungsfähigkeit in den Blick zu nehmen, nicht nur die Leistung. Für die Zeit bis zu seinem Durchbruch bei den Knicks kann man Jeremy Lin getrost als Underachiever bezeichnen.</p>
<p>Auch wir selbst sollten unsere Entscheidungsmuster ständig auf den Prüfstand stellen. Das Beispiel aus meinen Vorträgen ist Mezut Özil, dem viele Menschen durchaus eine große Fußballkarriere zugetraut haben. Aber trauen wir türkischen Zuwanderern ähnliche Leistungen auch im Tennis zu? Oder im Golf? Geben wir ihnen überhaupt die Möglichkeit, ihre Leistungsfähigkeit in diesen Sportarten zu entwickeln? Oder ist ein musisch begabtes Kind aus der Mongolei weniger begabt, weil wir das Instrument nicht kennen, das es virtuos beherrscht? Jeder (Sport-)Verband beschwört inzwischen die Gruppe der Migranten als Talentreserve, die er heben möchte. Das wird aber nur gelingen, wenn wir die Filter kennen und entsprechend ausschalten.</p>
<p>Als NBA- und Sportfan sollte man die Lektion lernen, dass das Glück für das eigene Team nicht immer einen Trade oder Transfer entfernt ist, sondern manchmal bereits auf der eigenen Ersatzbank sitzt. Gönnen wir den Jungs und Mädels ihre Einsatzzeiten und sind geduldig mit ihnen &#8211; vielleicht steckt in einem oder einer von ihnen der nächste Jeremy Lin.</p>
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		<title>Der kulturelle Filter</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Mar 2012 19:20:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars Riske</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Migranten]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Talent]]></category>
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		<description><![CDATA[Leider komme ich derzeit selten dazu, etwas für den Blog zu schreiben, da ich mit Hochdruck an meiner Dissertation arbeite. Aber dieses &#8220;Experiment&#8221; fand ich zu bemerkenswert (im wahrsten Sinne des Wortes), um es hier nicht kurz darzustellen: Joshua Bell, ein bekannter amerikanischer Violinist, hat sich in den Eingangsbereich einer U-Bahn-Station in Washington D.C. gestellt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Leider komme ich derzeit selten dazu, etwas für den Blog zu schreiben, da ich mit Hochdruck an meiner Dissertation arbeite. Aber dieses &#8220;Experiment&#8221; fand ich zu bemerkenswert (im wahrsten Sinne des Wortes), um es hier nicht kurz darzustellen:</p>
<p>Joshua Bell, ein bekannter amerikanischer Violinist, hat sich in den Eingangsbereich einer U-Bahn-Station in Washington D.C. gestellt und musiziert. In 43 Minuten passierten exakt 1.097 Personen den Musiker, zumeist auf dem Weg zu ihrer Arbeit (Washington Post: <em>&#8220;for almost all of them, a government job&#8221;</em>), und warfen ca. $32 in seinen Geigenkasten, während der Künstler auf seiner $3.5 Mio teuren Stradivari u.a. Bachs &#8220;Chaconne&#8221; spielte, das als eines der anspruchsvollsten Violinenstücke überhaupt gilt.</p>
<p>Diese Widersprüche in der Aktion der Washington Post (<a href="http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2007/04/04/AR2007040401721.html" target="_blank" >hier ausführlichst beschrieben</a>) begeistern mich. Denn unter den Pendlern waren sicherlich einige, die sich für klassische Musik begeistern und durchaus bereit sind, für ein Konzert mit Joshua Bell den üblichen Kartenpreis von $100 zu bezahlen.</p>
<p><em>Die Aktion soll uns daran erinnern, dass unsere Wahrnehmung von Begabung, Talent und Leistungsfähigkeit mannigfaltig beeinflusst wird.</em> Die Menschen erwarten auf ihrem Weg zur Arbeit, in einer U-Bahn-Station und von einem Straßenmusikanten keine musikalische Darbietung von derartiger Qualität und erkennen sie deshalb auch nicht. </p>
<p>In Vorträgen zum Thema Hochbegabung führe ich regelmäßig das Beispiel des besonders begabten Zuwanderers an, der vielleicht ein Instrument spielt oder eine Sportart beherrscht, das uns nicht bekannt ist oder für die wir uns nicht interessieren. Das bedeutet nicht, dass die Begabung dieses Menschen weniger bestechend ist, nur weil er nun in einem anderen Land lebt.</p>
<p>Wir nehmen die Welt um uns herum in einem kulturellen Filter wahr, den wir uns bewusst machen müssen, wenn wir Zuwanderer und deren Kinder tatsächlich &#8220;als Talentreserve&#8221; aktivieren möchten &#8211; und wenn man die Publikationen der Sportverbände oder Interviews von Bildungspolitikern aufmerksam liest, besteht ein breites Interesse daran. </p>
<p>Ich möchte gerne meinen Anteil dazu leisten &#8211; und arbeite deshalb jetzt an meiner Dissertation weiter.</p>
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		<title>Wie Eltern fördern</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 21:35:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars Riske</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Comedy]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Jimmy Fallon]]></category>

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		<description><![CDATA[Neben meinem großen Interesse am Thema Hochbegabung habe ich eine weitere Leidenschaft: die wunderbare Welt der Late-Night-Shows. In Bill Carters Buch The War for Late Night habe ich eine sehr interessante Passage zum Thema Begabungsförderung gefunden. Bei Jimmy Fallon, heute Gastgeber einer sehr erfolgreichen Show im amerikanischen Fernsehen, wurde bereits im Kindesalter der Grundstein für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neben meinem großen Interesse am Thema Hochbegabung habe ich eine weitere Leidenschaft: die wunderbare Welt der Late-Night-Shows. In Bill Carters Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0452297494/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&#038;tag=lodlatenondem-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0452297494">The War for Late Night</a> habe ich eine sehr interessante Passage zum Thema Begabungsförderung gefunden. Bei Jimmy Fallon, heute Gastgeber einer sehr erfolgreichen Show im amerikanischen Fernsehen, wurde bereits im Kindesalter der Grundstein für seine Karriere als Comedian gelegt &#8211; und zwar gezielt:</p>
<p><em>&#8220;Recognizing they had a funny kid on their hands, his accomodating parents, who enjoyed (the comedy show) Saturday Night Live themselves, taped segments of the show (the safer ones) in the mid-1980s to replay for their kids, who would try to re-create some of the sketches.&#8221;</em></p>
<p>Was für eine tolle Anekdote zum Thema Begabungsförderung! Ich werde sie in meine Präsentationen aufnehmen, in denen ich immer wieder von besonderen Beispielen der Begabungsförderung berichte: Eltern, die ihren Kindern die (jugendfreien) Folgen ihrer bevorzugten Comedy-Show aufzeichnen und vorspielen, um deren Sinn für Humor zu fördern, sind doch ein hervorragendes Beispiel dafür, wie vielfältig Begabungsförderung sein kann!<br />
<img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=lodlatenondem-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0452297494" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /></p>
<img src="http://feeds.feedburner.com/~r/themahochbegabung/~4/Mg-p6kPK4FE" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
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		<title>Individueller Unterricht</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 15:07:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars Riske</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Individuelle Förderung]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Die Lehrerin hat mit unserem Sohn eine Geheimvereinbarung getroffen: Wenn sie ihm zuzwinkerte bedeutete das: Ich weiß, dass du es weißt, aber leider kann ich dich jetzt nicht drannehmen.&#8221; (Elternbericht; gefunden in einer Präsentation von Dr. Helga Ulbricht)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8220;Die Lehrerin hat mit unserem Sohn eine Geheimvereinbarung getroffen: Wenn sie ihm zuzwinkerte bedeutete das: Ich weiß, dass du es weißt, aber leider kann ich dich jetzt nicht drannehmen.&#8221;</em></p>
<p>(Elternbericht; gefunden in einer <a href="http://www.google.de/url?sa=t&#038;rct=j&#038;q=methoden%20der%20hochbegabtenf%C3%B6rderung&#038;source=web&#038;cd=1&#038;ved=0CCQQFjAA&#038;url=http%3A%2F%2Fwww.sbndb.de%2Fweb-content%2Fhochbegabung%2FMaterialkoffer_180506%2FPraesentationen_100405%2FFoerderungsmoeglichkeiten_04-05.ppt&#038;ei=0LoiT8yEOoLqObKXhK8I&#038;usg=AFQjCNHj_AD-Pf37lmDlx21iyneqAgFpdA&#038;sig2=drvJlFlam1w3eSV_9PM0tw" target="_blank">Präsentation von Dr. Helga Ulbricht</a>)</p>
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		<title>Pädagogik in Nachwuchsleistungszentren</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Nov 2011 01:04:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars Riske</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Mike Tyson]]></category>
		<category><![CDATA[Nachwuchsleistungszentren]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem Artikel der Fußballfachzeitschrift 11Freunde las ich folgendes Zitat, das eines der zentralen Probleme der Begabtenförderung im Sport auf den Punkt bringt: &#8220;Wenn man etwas Tragisches sehen will, dann schnappt man sich ein 19 Jahre altes Kind und gibt ihm 50 Millionen Dollar.&#8221; &#8211; Mike Tyson Die Bezeichnung Kind passt so gar nicht zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In <a href="http://www.11freunde.de/bundesligen/145134?page=3" target="_blank" >einem Artikel der Fußballfachzeitschrift 11Freunde</a> las ich folgendes Zitat, das eines der zentralen Probleme der Begabtenförderung im Sport auf den Punkt bringt:</p>
<p><em>&#8220;Wenn man etwas Tragisches sehen will, dann schnappt man sich ein 19 Jahre altes Kind und gibt ihm 50 Millionen Dollar.&#8221; &#8211; Mike Tyson</em></p>
<p>Die Bezeichnung Kind passt so gar nicht zu unseren Vorstellungen eines Hochleistungssportlers im besten Alter, der Verantwortung für seine persönliche Entwicklung, das Auskommen seiner Familie (und nicht selten für das seiner Freunde) und häufig genug auch noch die Zukunft eines ganzen Vereins trägt. Rund um die Uhr begutachtet von den Medien und aufmerksamen Fans, die jede Entscheidung kommentieren &#8211; auf und neben dem Platz.</p>
<p>Der Leiter eines Nachwuchsleistungszentrums in der Fußballbundesliga erklärte mir in einem persönlichen Gespräch den Auftrag des NLZ in Bezug auf die sportliche Förderung &#8211; und bat mich um eine Einschätzung des pädagogischen Auftrags. Der ergibt sich in erster Linie aus der besonderen Herausforderung, diese jungen Sportler auf dem Weg zu ihren persönlichen Zielen zu unterstützen und ihnen dabei in diesem extrem leistungsorientierten, vom normalen Leben der Gleichaltrigen so weit entfernten Umfeld das Bewusstsein dafür zu vermitteln, dass sie auch ohne ihre besondere Leistungsfähigkeit <em>liebenswerte</em> Menschen sind. Dass sie eben nicht (nur) um ihres persönlichen Erfolgs wegen gemocht werden. Sprich: Dafür Sorge zu tragen, dass die Entwicklung nicht allzu heterogen verläuft, denn eine gefestigte Persönlichkeit ist die optimale Grundlage, auf der Höchstleistung entstehen kann.</p>
<p>Deshalb sollte die sportliche Förderung und die pädagogische Betreuung der Nachwuchssportler mit unterschiedlicher Zielsetzung und &#8211; vor allem &#8211; durch unterschiedliche Personen stattfinden, denn der Trainer, der einen Sportler jeden Tag wieder aufgrund seiner sportlichen Fähigkeiten beurteilen muss, ist durch seinen eigentlichen Auftrag nicht die richtige Person für die Förderung der persönlichen Entwicklung abseits des Platzes. Er kann und muss diese effektiv unterstützen und ist sicherlich eine wichtige Bezugsperson für sie sozial-emotionale Entwicklung, aber er sollte sie nicht allein verantworten (müssen). Deutlich gesagt: Es muss auch innerhalb des NLZ einen geschützten Bereich geben, in dem die persönliche Leistung nicht an erster Stelle steht.</p>
<p>Denn neben den 19 Jahre alten Kindern, die plötzlich mit $50Mio umgehen lernen müssen, gibt es noch eine zweite Herausforderung in der Nachwuchsförderung: die 19 Jahre alten Kinder, denen niemals jemand Millionen gibt. Auch das kann tragisch werden.</p>
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		<title>Der Intelligenzquotient ist keine statische Persönlichkeitseigenschaft!</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 23:26:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars Riske</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Intelligenzquotient]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf Spiegel Online war heute zu lesen, dass sich der IQ von Jugendlichen stark verändern kann. Eigentlich eine selbstverständliche Aussage, könnte man denken, aber in der breiten Öffentlichkeit hat sich diese Erkenntnis noch nicht durchgesetzt. Wenn der Club der Hochbegabten, Mensa, ein einzelnes Testergebnis von 130+ zum Aufnahmekriterium macht, kann dieser Wert doch nicht (stark) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf Spiegel Online war heute zu lesen, dass sich <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,792740,00.html" target="_blank" >der IQ von Jugendlichen stark verändern kann</a>. Eigentlich eine selbstverständliche Aussage, könnte man denken, aber in der breiten Öffentlichkeit hat sich diese Erkenntnis noch nicht durchgesetzt. Wenn der Club der Hochbegabten, Mensa, ein einzelnes Testergebnis von 130+ zum Aufnahmekriterium macht, kann dieser Wert doch nicht (stark) schwankend sein.</p>
<p>Und diese Fehlannahme bzw. Fehlinterpretation von Testergebnissen hat Auswirkungen auf die Art und Weise, wie wir mit Menschen umgehen. Wer nach der vierte Klasse einer Schulform zugeordnet wird, hat &#8211; je nach Bundesland &#8211; einige Mühen auf sich zu nehmen, später doch noch einen höheren Schulabschluss zu absolvieren. Ein Schulwechsel von der Realschule auf das Gymnasium nach der achten Klasse? Außerdem kosten Testungen Geld. Warum soll man also einzelne Tests wiederholen lassen, wenn man doch ein Gutachten vorliegen hat, auf dessen Grundlage Kinder manchmal über Jahre hinweg eingeschätzt und betreut werden?</p>
<p>Dieses Thema werde ich auch in meiner Dissertation kommentieren &#8211; aber trotzdem schreie ich schon jetzt in die Welt hinaus: der Intelligenzquotient ist keine statische Persönlichkeitseigenschaft!</p>
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		<title>10.000 ist die neue 130</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Oct 2011 08:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lars Riske</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[10.000-Stunden-Formel]]></category>
		<category><![CDATA[Bill Gates]]></category>
		<category><![CDATA[Genie]]></category>
		<category><![CDATA[Steve Jobs]]></category>
		<category><![CDATA[The Beatles]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer sich wie ich wissenschaftlich mit dem Thema Hochbegabung beschäftigt, schaut natürlich immer genau hin, wenn in den Medien Beiträge zu diesem Thema publiziert werden. Diese Woche war es mal wieder soweit, denn zu Steve Jobs&#8217; Tod huldigte DER SPIEGEL den Apple-Gründer als Genie. Und lieferte auch gleich einen Erklärungsversuch mit, warum ausgerechnet Jobs zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich wie ich wissenschaftlich mit dem Thema Hochbegabung beschäftigt, schaut natürlich immer genau hin, wenn in den Medien Beiträge zu diesem Thema publiziert werden. Diese Woche war es mal wieder soweit, denn zu Steve Jobs&#8217; Tod huldigte DER SPIEGEL den Apple-Gründer als Genie. Und lieferte auch gleich einen Erklärungsversuch mit, warum ausgerechnet Jobs zum Genie wurde:</p>
<p><em>&#8220;Bill Gates, Bill Joy, Mozart und die Beatles haben mit Steve Jobs einiges gemeinsam: Sie lebten zur richtigen Zeit mit dem richtigen Talent am richtigen Ort. Sie bekamen die Gelegenheit zu üben. Exzessiv zu üben. (&#8230;) 10.000 frühe Trainingsstunden machen wahre Meister aus.&#8221;</em></p>
<p>Diese Aussage ist so allgemein, dass man ihr kaum widersprechen kann, fasst sie doch wissenschaftliche Erkenntnisse zusammen, die so u.a. auch bei <a href="http://www.thema-hochbegabung.de/stichworte/albert-ziegler" >Prof. Dr. Albert Zielger</a> zu finden sind. Bei der Anwendung dieser Erkenntnisse auf konkrete Beispiele erreicht der Autor seine Grenzen:</p>
<p><em>&#8220;Die Beatles bekamen Hamburg, sie spielten zwischen 1960 und 1962 an sieben Tagen pro Woche fünf oder mehr Stunden am Stück live auf der Bühne.&#8221;</em></p>
<p>Während die Medien einen IQ-Wert von 130 als geradezu natürlichen Grenzwert für Hochbegabung einer breiten Öffentlichkeit &#8220;eingehämmert&#8221; haben, beobachte ich eine ähnliche Entwicklung bei der 10.000-Stunden-Formel. Allerdings wird DER SPIEGEL so leicht keinen Wissenschaftler finden, der fünfstündige Live-Auftritte als geeigneten Übungsrahmen für die Weiterentwicklung der eigenen Leistungsfähigkeit bezeichnen würde. Denn bei Auftritten vor Publikum kommt es eben nicht auf die Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten, sondern ausschließlich auf das Wiederholen bereits erreichter Leistungen an. Natürlich werden diese Live-Auftritte geeignet gewesen sein, um Effekte wie Lampenfieber zu lindern, aber die Weiterentwicklung der handwerklichen Fähigkeiten der Musiker werden sie weniger dienlich gewesen sein.</p>
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