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	<description>Das Blog von Till Westermayer * 2002</description>
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		<title>Science Fiction und Fantasy im März 2026</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Apr 2026 19:00:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Z. erinnerte mich daran, dass ich eigentlich schon letzten Monat lobende Worte über Chants of Sennaar (2023, Rundisc) verlieren wollte. Gekauft hatte ich das in Frankreich entwickelte Computerspiel wegen der – mich an Moebius und Ligne-claire-Comics erinnernden – Grafik. Es durchzuspielen, war dann sehr viel vergnüglicher als gedacht – die Hauptperson startet in einem in &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/04/science-fiction-und-fantasy-im-maerz-2026/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Science Fiction und Fantasy im März 2026“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/03/Screenshot-2026-04-06-191409.png" alt width="1198" height="708" class="alignnone size-full wp-image-13372" srcset="https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/03/Screenshot-2026-04-06-191409.png 1198w, https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/03/Screenshot-2026-04-06-191409-320x189.png 320w, https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/03/Screenshot-2026-04-06-191409-640x378.png 640w, https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/03/Screenshot-2026-04-06-191409-768x454.png 768w" sizes="(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px"></p>
<p>Z. erinnerte mich daran, dass ich eigentlich schon letzten Monat lobende Worte über <em><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Chants_of_Sennaar">Chants of Sennaar</a></em> (2023, Rundisc) verlieren wollte. Gekauft hatte ich das in Frankreich entwickelte Computerspiel wegen der – mich an Moebius und Ligne-claire-Comics erinnernden – Grafik. Es durchzuspielen, war dann sehr viel vergnüglicher als gedacht – die Hauptperson startet in einem in Gelbtönen gehaltenen Tempel, muss ein paar einfache Puzzle lösen, um Wasser in die richtigen Kanäle zu lenken – um dann mit dem eigentlichen Inhalt des Spiels zu beginnen, nämlich dem Erlernen verschiedener Sprachen/Schriften. Dabei geht es um Begriffe und um eine einfache Grammatik. In den verschiedenen Leveln dieses an den Turm von Babel erinnernden Bauwerks ändert sich die Farbgebung und Ästhetik – und die recht realistisch gestalteten Sprachsysteme. Unterschiedliche Level übersetzend in Verbindung zu bringen, verändert den Turm selbst. Neben den Übersetzungspuzzles gibt es in den verschiedenen Ebenen auch Aufgaben, bei denen es notwendig ist, bestimmte Dinge zu finden und anzuwenden, oder sich in einem bestimmten Rhythmus anzuschleichen, um nicht gesehen zu werden. Und am Schluss stellt sich heraus, dass das Ende noch nicht das Ende ist, und die Auflösung des Geheimnisses dieses Turms komplizierter als gedacht ist. Wer Spaß an Logikrätseln und dem Erkunden eines geheimnisvollen Turms hat, dürfte mit <em>Chants of Sennaar</em> einige unterhaltsame Tage verbringen.</p>
<p>Sonst so: Von den restlichen Folgen der ersten Staffel von <em>Star Trek: Starfleet Academy</em> (Paramount+) war ich sehr angetan; ein emotionaler Abschluss der ersten Staffel. Und ja, weiterhin Coming of Age und Highschool in Space – und das Problem übergroßer Gegner samt Bosskampf am Staffelende, wie bei einigen der neueren Star-Trek-Produktionen. Trotzdem: Science Fiction wird hier sehr gut genutzt, um eine Geschichte über Konflikte und deren (diplomatische) Lösung zu erzählen, und das in berührender Form. Nach anfänglichem Fremdeln mit dem Setting bin ich nun gespannt, wie es in der zweiten Staffel weitergeht. Eine dritte Staffel hat Paramount+ leider <a href="https://variety.com/2026/tv/news/star-trek-starfleet-academy-canceled-season-2-1236696816/">gecancelt</a> – was dazu führt, dass es 2027 dann zum ersten Mal keine Neuentwicklungen im Serienunversium gibt, und was die Frage aufwirft, ob’s an dem zu geringen Publikumszuspruch lag oder ob wir hier erste Effekte davon sehen, dass Paramount+ jetzt zum Medienimperium der Ellison-Familie aus dem Trump-Umfeld gehört. Eine schon in den 1960ern „woke“ Serie, bei der eine hippieske Schulleiterin zeigt, dass manches auch ohne Waffengewalt geht – möglicherweise passte das nicht mehr ins Portfolio. Was dann ebenso möglicherweise kein Einzelfall ist und für die mediale Öffentlichkeit auch „nach Trump“ nichts Gutes verheißt. </p>
<p>Ansonsten haben wir die dritte Staffel der weiterhin unterhaltsamen amerikanischen <em>Ghosts</em>-Variante (Netflix) zu Ende geschaut (und uns gewundert, dass die Staffeln 4 und 5 nicht auf Netflix zu finden sind, sondern nur anderswo – Streaming war auch schon mal einfacher). </p>
<p>Und ich bin ganz angetan von der fünften Staffel von <em>For All Mankind</em> (Apple), die gerade angelaufen ist – und mehr oder weniger gestern spielt, also in einem alternativgeschichtlichen Jahr 2012 (huch: das ist „in echt“ auch schon wieder ganz schön lange her …). Wie reale Ereignisse und die Filmgeschichte vermischt werden, und wie ein Jahr 2012 aussieht, dass unserem 2012 in einigen Punkten technisch weit voraus ist (Raumfahrt, fortgeschrittene Mars-Besiedlung, Videokonferenzen), politisch (und popkulturell) aber auch nicht besser dran ist – das ist auch in der fünften Staffel, der ersten Folge nach zu urteilen, gut gelungen. Ebenso hat mir gefallen, dass die Charaktere, die aus den vorherigen Staffeln bekannt sind und weiter mitspielen, nun recht realistisch gealtert gezeigt werden. Auch diesbezüglich ist sich die Serie in ihrem Realismus treu geblieben.</p>
<p>Damit zu den Büchern. Über <em>Hopeland</em> (2023) von Ian McDonald habe ich schon <a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/03/versuch-einer-rezension-zu-ian-mcdonald-hopeland-2023/">separat etwas geschrieben</a>.</p>
<p><span id="more-13326"></span>Fast ein bisschen wie Star Trek mit abgefeilten Seriennummern wirkt die im Selbstverlag veröffentlichte <a href="https://journeypress.com/titles/kitra/">„Kitra Saga“</a> von Gideon Marcus – eine Gruppe von Jugendlichen (und einem gestaltwandelnden Außerirdischen) erkunden in einem Raumschiff mit Jump-Antrieb ein sich über mehrere Sternsysteme erstreckendes menschliches Imperium. Marcus selbst gibt an, dass ihn die Geschichten, die er als Jugendlicher gelesen hat, zu dieser Serie inspiriert haben. Also: halbwegs realistisch geschriebene Young-Adult-Space-Opera. Hauptperson hier ist Kitra Yilmaz; sie kauft das Raumschiff mit ihrem Erbe (ihre verstorbene Mutter war eine angesehene Diplomatin) und bringt ihre eigenen Traumata und Unsicherheiten mit. Und das Beziehungsgeflecht zu ihrer Crew, die sie aus ihrem Freundeskreis rekrutiert hat, spielt ebenfalls eine große Rolle. Insgesamt eher, hm, fluffy. Interessant das Worldbuilding; es gibt Welten, die von langsameren Generationenschiffen besiedelt wurden und als eher rückständig gelten („mid worlds“), es gibt unterdrückte Religionen, die eine Kultur ist turko-französisch, die andere stark finnisch beeinflusst, es kommen In-Series-Spiele und kulturelle Phänomene vor – und ja, Außerirdische hat die Menschheit auch entdeckt, sie bleiben aber fremd. Unter der Oberfläche schimmern große Themen (die Frage, wie gerecht die imperiale Politik eigentlich ist, und im dritten und vierten Band dann auch düstere Fragen). Die Serie besteht aus den vier jeweils rund 150 bis 200 Seiten umfassenden Bänden <em>Kitra</em> (2020), <em>Sirena</em> (2021), <em>Hyvilma</em> (2023) und <em>Majera</em> (2026).</p>
<p>Dann habe ich noch Laura J. Mixons Cyberpunk-Klassiker <em>Glass Houses</em> (1992) gelesen. Das Buch spielt in einem von Hitze und Überschwemmungen (climate fiction, anyone?) heimgesuchten New York. Die Hauptperson, Ruby Kubick, verlässt ihre kleine Wohnung, die sie zusammen mit ihrer Freundin/Bekannten Melissa bewohnt, nur selten und höchst ungern – stattdessen schickt sie „Waldos“ in die Welt, mit ihrem Bewusstsein verschmelzende Roboter, um mehr oder weniger legale Jobs zu erledigen. Bei einem dieser Jobs geht etwas schief, Golem-Ruby kann einem Unglück in einem Abbruchhaus gerade noch entkommen – und Ruby gerät unwillentlich in eine Intrige in der Welt der reichen „Envies“. Vieles liest sich sehr gegenwärtig, anderes (etwa der Blick auf das sekundengenau abgerechnete VR-Netz) ist in die Jahre gekommen. <em>Glass Houses</em> ist der erste Band der Trilogie <a href="https://www.risingshadow.net/series/8246-avatars-dance">„Avatars Dance“</a>; ob/wann ich die zwei Folgebände lese, muss ich mal noch sehen. <em>Glass Houses</em> ist jedenfalls nicht nur als gerne übersehener Cyberpunk-Meilenstein, sondern auch für sich stehend lesenswert.</p>
<p><em>These Fragile Graces, This Fugitive Heart</em> (2024) ist ein kurzer Roman von Izzy Wasserstein, der als „queer, noir technothriller“ beschrieben wird. Das Buch kann sowohl als große Metapher gelesen werden (die trans Hauptperson Dora trifft auf einen zunächst als männlich wahrgenommenen Klon ihrer selbst) wie auch als SF-Novelle mit Cyberpunk-Anleihen – es kommen Klone und Biotech-Firmen vor, die nicht vor rabiaten Methoden zurückschrecken, eine ziemlich düstere Nachbarschaft, und gehackt wird auch. Kern der Geschichte ist ein Mordfall in Doras ehemaligem anarchistischen Wohnprojekt, in das sie zurückkehrt, um diesen aufzuklären. Kansas City in den 2050er Jahren ist kein freundlicher Ort – die Straßen sind menschenleer und vom Klimawandel gekennzeichnet, wer wegziehen kann, zieht weg, und das anarchistische Wohnprojekt zerstreitet sich über die Frage, welche Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind. Noir, ok, aber dieses Amerika ist ziemlich düster – und geht von einem ebenso düsteren Menschenbild aus. Das hat mich bei dieser ansonsten lesenswerten Novelle etwas abgeschreckt.</p>
<p>Dass ein zu viel an Message nicht unbedingt gut ist, lässt sich schließlich in <em>We Will Rise Again</em> (2025) beobachten – einer Sammlung von Kurzgeschichten und Essays, die um Aktivismus in unterschiedlichen Settings (von Fantasy bis zu <em>near future</em>) kreisen, und wohl größtenteils auch im Zusammenwirken von Autor*innen und Aktivist*innen entstanden sind. Die Herausgeberinnen dieser Anthologie sind Karen Lord, Annalee Newitz und Malka Older – eigentlich vielversprechende Namen. Das Ergebnis ist jedoch, typisches Anthologieproblem, durchwachsen. Neben sehr guten Geschichten – etwa die in ein Fantasy-Setting versetzte Antikriegsgeschichte „Other Wars Elsewhere“ von R.B. Lemberg – finden sich auch eher qualvoll zu lesende Texte. Oder vielleicht hat mich auch der Überschuss an Aktivismus an der einen oder anderen Stelle abgeschreckt.</p>
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		<title>Photo of the week: Magnolia at night</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 19:31:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&#160; Die Magnolie der Nachbarn hat dieses Jahr nur wenige Tage geblüht – wenn ich mich richtig erinnere, war sie schon vor dem Wintereinbruch wieder am Verblühen. Hier im nächtlichen Rätselbild.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="foto"><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55173684114/in/dateposted/" title="Magnolia at night"><img decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55173684114_cbb957b6ba_b.jpg" width="768" height="1024" alt="Magnolia at night"></a></div>
<p>&nbsp;<br>
Die Magnolie der Nachbarn hat dieses Jahr nur wenige Tage geblüht – wenn ich mich richtig erinnere, war sie schon vor dem Wintereinbruch wieder am Verblühen. Hier im nächtlichen Rätselbild.</p>
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		<title>Das Problem sind nicht die fehlenden Ideen – das Problem ist der Weg zur Umsetzung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2026 17:15:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am 29. und 30. Mai 2026 findet „IM/PULS“ statt. Das ist nicht der kulturpolitische Arbeitskreis „Im-Puls“ Staufenberg, auch nicht die sächsische Nacht der Jugendkulturen „im:puls“, und erst recht nicht das „Im.Puls“-Bewegungsteam oder die „Im·Puls“-Tagung Lebenskraft. Nein, hinter diesem Namen – auf das Satzzeichen kommt es an – verbirgt sich was Bündnis/Grünes – genauer gesagt: „Zwei &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/03/das-problem-sind-nicht-die-fehlenden-ideen-das-problem-ist-der-weg-zur-umsetzung/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Das Problem sind nicht die fehlenden Ideen – das Problem ist der Weg zur Umsetzung“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 29. und 30. Mai 2026 findet „IM/PULS“ statt. Das ist nicht der kulturpolitische Arbeitskreis „Im-Puls“ Staufenberg, auch nicht die sächsische Nacht der Jugendkulturen „im:puls“, und erst recht nicht das „Im.Puls“-Bewegungsteam oder die „Im·Puls“-Tagung Lebenskraft. Nein, hinter diesem Namen – auf das Satzzeichen kommt es an – verbirgt sich was Bündnis/Grünes – genauer gesagt: <a href="https://www.gruene.de/artikel/im-puls-zwei-tage-fuer-ideen-debatten-und-neue-perspektiven">„Zwei Tage für Ideen, Debatten und Perspektiven“</a>. Ein grüner Kongress irgendwo zwischen Barcamp, Re:publica und Parteitag. Gesucht werden sollen „Antworten auf eine Welt im Wandel“. Klingt alles irgendwie nice, trotzdem: so richtig begeistert bin ich davon bisher nicht. Und überlege, ob ich mir das Wochenende einplanen soll oder nicht.</p>
<p>Warum dieses Zögern? Banal betrachtet vermutlich deswegen, weil ich schon zu lange dabei bin, zu viele Zukunfts‑, Perspektiv- und Programmkongresse erlebt habe, und auch schon zu lange im „Politikmanagement“ tätig bin. Etwas weniger banal bin ich mir nicht sicher, ob ich die Prämisse hinter „IM/PULS“ teile. Hinter der Prosa steckt der – legitime – Versuch, programmatische Weiterentwicklung innerhalb der in den letzten Jahren stark gewachsenen Partei zu organisieren. Und ja, die Welt heute ist eine andere als vor zehn oder fünfzehn Jahren, und sie ist auch eine andere als 2018 (da wurde das letzte Grundsatzprogramm beschlossen). Und ja, es gibt ein paar innerparteiliche Konflikte, die eher übertüncht als gelöst worden sind. Trotzdem: im Großen und Ganzen habe ich den Eindruck, dass wir programmatisch gut aufgestellt sind. </p>
<p>Wir haben eine aus meiner Sicht realistische Einschätzung der Weltproblemlagen, wir haben vielfach ganz gute Konzepte, um zur Problemlösung beizutragen, und da, wo wir ratlos sind, hat das oft mehr damit zu tun, dass es keine gute Lösung gibt (kleines Stichwort: Nahostkonflikt), als damit, dass wir sie nicht kennen. </p>
<p>Was wir aktuell nicht haben, ist eine Machtperspektive. Da, wo es diese gibt, finden wir einen erstaunlich großen Zuspruch. Wobei mein Eindruck am Infostand in Baden-Württemberg war: den meisten Menschen sind die Details unseres Programms egal. Da zählt insgesamt der Eindruck, dass wir ganz ordentlich arbeiten, das Herz am rechten Fleck und die richtigen Werte haben, und dass es für Baden-Württemberg deutlich besser ist, wenn Cem Özdemir Ministerpräsident wird, als wenn jemand anderes dieses Amt ausfüllt. Und die 30,2 Prozent haben auch etwas damit zu tun, dass eben keine großen programmatischen grünen Debatten stattfanden, sondern sehr pragmatisch „Beinfreiheit“ zugestanden wurde. Was am Schluss dabei heraus kommt, wissen wir dann, wenn es soweit ist. </p>
<p>Was jetzt schon klar ist: wenn, wird es in Baden-Württemberg wieder eine lagerübergreifende Koalition aus Grünen und CDU geben. Genauso, wie es in Rheinland-Pfalz eine lagerübergreifende Koalition aus CDU und SPD geben wird. Und auch im Bund war die „Große Koalition“ ja bekanntlich das einzige, was nach einem oberflächlich ähnlich personenzentriertem, faktisch aber doch anders gelagertem Wahlkampf übrig blieb. </p>
<p>Wer sich die Umfragen der letzten Monate anschaut, und mal ein bisschen rechnet, kommt immer auf etwa 35, 36 Prozent für ein holzschnittartiges „linkes Lager“ aus SPD, Grünen und Linkspartei. Es gab Zeiten, wo das anders war, aber aktuell verschieben sich Umfragewerte innerhalb dieses Lagers – und nur da. Auf der anderen Seite stehen rund 25 Prozent für CDU/CSU und noch einmal rund 25 Prozent für die AfD. Machtoptionen wären damit aktuell: eine CDU/CSU-AfD-Koalition (die hoffentlich die Mehrheit der Union weiterhin ablehnt) oder eine Koalition aus CDU/CSU und (SPD und/oder Grünen); je nach Zahl der verlorenen Stimmen und der Frage, wer innerhalb des „linken Lagers“ gerade vorne liegt, könnte es knapp für eine Zweierkoalition reichen. </p>
<p>Auch wenn die Umfragewerte in den letzten Monaten wenig Dynamik zeigen, gibt es natürlich die Möglichkeit, dass vor der nächsten Bundestagswahl doch noch etwas in Bewegung gerät, dass beispielsweise der verbliebene linksliberale Rest der FDP-Wähler*innen entdeckt, dass es Grüne gibt, oder dass Teile der CDU/CSU-Wählerschaft sich für eine oder einen „mittigen“ grüne*n Kandidat*in begeistern. Solange die oder der keine Gendersternchen benutzt und sich auch sonst betont bürgerlich gibt. </p>
<p>Aber selbst in diesen Szenarien ist eine eigenständige „linke“ Mehrheit weit weg. Eine eigenständige „rechte“ Mehrheit wird von der starken AfD verhindert, so lange diese nicht Teil davon ist.</p>
<p>Was ich sagen will: wenn es eine Machtoption gibt, dann ist es eine lagerübergreifende. Und das heißt, um nochmal auf Baden-Württemberg zurück zu kommen, dass am Schluss neben einigen grünen Juwelen vermutlich sehr viel CDU/CSU-Weiterso in einem Programm zu finden sein wird. </p>
<p>Wenn wir das nicht wollen, dann sollte – unopopuläre Meinung – im Mittelpunkt einer „IM/PULS“-Tagung nicht die Frage der programmatischen Weiterentwicklung stehen, sondern die Frage, welche gesellschaftlichen Bündnisse (auch außerhalb der eigenen Komfortzone) notwendig sind. Oder die Frage, welche Inhalte wir nach vorne stellen, um anschlussfähig an die Fragen der Zeit zu bleiben (und welche eher nicht). Oder die Frage, wie es gelingt, grün zu bleiben und sich trotzdem geschlossen, überzeugt und überzeugend hinter einer Person zu versammeln, die eine reelle Chance hat, die Umfrageergebnisse so zu verschieben, dass Optionen dafür greifbar werden, die guten und mutigen grünen Konzepte, die es ja gibt, auch umzusetzen. Und dabei davon auszugehen, dass es von Tag eins an fiese Gegenkampagnen geben wird – die schon einkalkuliert werden müssten, ohne jedoch den Mut zu verlieren. Zu diskutieren, was dafür jetzt getan werden kann: das wäre für mich ein Impuls, der die Partei vorantragen könnte.</p>
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		<title>Versuch einer Rezension zu Ian McDonald, Hopeland (2023)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Mar 2026 17:01:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[124 Kapitel, und – in der Taschenbuchausgabe – rund 650 Seiten. Ein Wälzer, vornehmer ausgedrückt: opus magnum, und ja, nicht nur, was den Umfang betrifft. Ian McDonald hat mit dem 2023 erschienenen Hopeland ein beeindruckendes Buch geschrieben. Um es zu lesen, brauchte ich allerdings mehrere Anläufe. Das lag erst mal daran, dass ich mir nicht &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/03/versuch-einer-rezension-zu-ian-mcdonald-hopeland-2023/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Versuch einer Rezension zu Ian McDonald, Hopeland (2023)“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/53954471318/" title="The Tower of London - V"><img decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/53954471318_9fb272f52b_b.jpg" width="1024" height="576" alt="The Tower of London - V"></a>
124 Kapitel, und – in der Taschenbuchausgabe – rund 650 Seiten. Ein Wälzer, vornehmer ausgedrückt: <em>opus magnum</em>, und ja, nicht nur, was den Umfang betrifft. Ian McDonald hat mit dem 2023 erschienenen <em>Hopeland</em> ein beeindruckendes Buch geschrieben. Um es zu lesen, brauchte ich allerdings mehrere Anläufe. </p>
<p>Das lag erst mal daran, dass ich mir nicht sicher war, mit was für einer Art Roman ich es hier zu tun hatte. <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ian_McDonald_(British_author)">McDonald</a> hat sehr unterschiedliche Bücher geschrieben. Einen ersten Kontakt mit seinem Werk hatte ich, als 1997 die deutsche Übersetzung von <em>Chaga</em> herauskam: Science Fiction, die von Aliens in Kenia handelt. <em>River of Gods</em> (2006) spielt in einem futuristischen Cyberpunk-Indien, und <em>Brasyl</em> (2007) in Südamerika zwischen Fußball, Medien und der Quantenrevolution. Später habe ich dann auch einige der eher fantasy-lastigen frühen Romane (<em>King of Morning, Queen of Day</em>, 1991) von ihm gelesen, und dann die steampunkige <em>Planesrunner</em>-Young-Adult-Reihe. Die nächste Trilogie, <em>Luna: New Moon</em> (2015) geht um Intrigen zwischen verschiedenen Familienkonzernen, die den Mond besiedelt und unter sich aufgeteilt haben. </p>
<p>Was ist also zu erwarten, wenn McDonald zu einem Zeitpunkt, als Hopepunk/Solarpunk viral geht, einen Roman auf den Markt wirft, der <em>Hopeland</em> heißt und auf dem Titel (der Kindle-Ausgabe) eine Art Kugelblitz auf einer gotischen Turmspitze zeigt? Und dessen ersten Sätze erst einmal rätselhaft bleiben („Love falls from the summer sky. … It is twenty-three minutes past twenty-two and London burns.“). Doch nochmal Steampunk, eine erwachsene Fortsetzung von <em>Planesrunner</em>? </p>
<p>Und später, als ich begonnen hatte, den Roman zu lesen, und durchaus fasziniert davon war – auch, weil McDonald einen aus meiner Sicht herausragenden Schreibstil pflegt – musste ich mich dann doch immer wieder überwinden, um weiterzulesen. So ganz sicher, warum, bin ich mir nicht. Möglicherweise, weil die Hauptpersonen einem sowohl ans Herz wachsen als auch moralisch möglicherweise fragwürdig sind (dazu gleich mehr). Oder einfach deshalb, weil McDonald überrascht und das Buch immer wieder neue und unerwartete Haken schlägt?</p>
<p>(Das mit dem herausragenden Stil geht nicht nur mit so – Cory Doctorow beschreibt <em>Hopeland</em> als <a href="https://doctorow.medium.com/ian-mcdonalds-hopeland-934ae48415a1">„A novel so eerily good it almost made me angry.“</a>)</p>
<p>Worum geht es? Rückblickend würde ich sagen, dass <em>Hopeland</em> zu 25 Prozent Climate Fiction, zu 20 Prozent ein Near-Future-Thriller, zu 20 Prozent utopische Vision, zu 15 Prozent Familiensaga/Liebesgeschichte, zu 10 Prozent Magie, zu 5 Prozent Gegenwartsdiagnose und zu 5 Prozent Musik ist. Nüchtern beschrieben folgen wir zwei Hauptfiguren (und dutzend Nebenfiguren) über den Zeitraum von 2011 bis 2033 (mit historischen Exkursen bis ins 17. [der reale englische Architekt Nicholas Hawksmoor], 18. [ein fiktives polynesisches Königshaus] bzw. ins frühe 20. Jahrhundert [der imaginäre – hm, Wiener Sektengründer, dazu gleich mehr – Karl-Maria Lindner], und einem Epilog aus dem Jahr 2981). Geografisch betrachtet haben London, das ländliche Irland, Island, Grönland (bzw. Kalaallit Nunaat) die Arktis und das, soweit ich das den Karten entnehmen kann, fiktive polynesische Atoll Ava’u (300 km nördlich von Tonga, 300 km südlich von Samoa …) ihren Auftritt. </p>
<p>Auf dieser Bühne begleiten wir Raisa Peri Antares Hopeland und Amon Brightbourne, die sich kurz nach den eben zitierten ersten Sätzen vor einem von Riots erschütterten London treffen. Raisa: <em>kynnd</em> der Hopeland-Familie/-Sekte/-Religion, „her skin is light brown, her cheekbones sharp, her face freckled, her eyes green, her hair held back by a Nike headband“, beim Versuch, einen Wettbewerb zu gewinnen, der darin besteht, London in einer geraden Linie schnellstmöglich zu durchqueren, um Erzmagier*in zu werden. Amon: musikalisch begabter Sproß der irischen Brightbournes, rote Haare, Tweed, Brogues und Umhängetasche aus Leder, „I have a charmed life“ (und ja, das ist wörtlich zu nehmen, und die Kehrseite davon ist ein Fluch, der Amon begleitet). Wenig später: ein „Starring“ der Hopeland-Familie/-Sekte/-Religion an einem Ort, den nur Eingeweihte finden (und auch das ist wörtlich zu nehmen). Allen Warnungen zum Trotz verliebt Amon sich in Raisas Familie, deren „hearths“ sich über den ganzen Globus erstrecken. Zu der gehört auch Finn, Raisas Partner/Rivale – und dann nimmt der Roman seine erste Abbiegung, und was gerade noch wie eine Romanze junger Erwachsener aussah, wird etwas anderes.  </p>
<p>Und das lässt sich nicht erzählen, ohne ein bisschen zu spoilern, oder zumindest die Handlungsstränge anzureißen, die den Hauptteil des Buches ausmachen. Wer sich komplett überraschen lassen will, muss also hier aufhören zu lesen.</p>
<p><span id="more-13359"></span>Vielleicht als erstes nochmal ein Wort zu der Sekte/Familie/Religion „Hopeland“, die, wenn ich McDonalds Intention richtig lese, vor allem als utopische Vision gedacht ist. Der fiktive Karl-Maria Lindner besucht zu Beginn des 20. Jahrhunderts Polynesien und etabliert in den 1920er Jahren  die Hopeland-Gemeinschaft/Religion. Wobei deren Anhänger*innen sich vor allem dadurch auszeichnen, dass religiöse „orthopraxy, not orthodoxy“ gilt, „conformitity of practices, not belief“. Der polynesische Einschlag rührt daher, dass das westliche Konzept von Familien, Verwandschaften und Geschlechterrollen abgelehnt wird – und ebenso das Konzept geografisch gebundener Nationen. Hopeland versteht sich als eine nicht-geografische Nation, als Familie aus zum Zeitpunkt des Buches einigen zehntausend Individuen, „Konstellationen“, benannt nach dem Hopeland House als Gründungsort. Im Buch <em>Hopeland</em> finden sich, das macht einen Teil des Reizes aus, Protokolle, Vorträge, ein Wikipedia-Eintrag („The Open Familiy Community“), die alle echt sein könnten, jedenfalls recht exakt die Lebensreform-Denkschulen und Sozialexperimente dieser Zeit aufgreifen.</p>
<p>Anders als in unserer Realität gibt es in den 2010er Jahren ff. des Buchs eine im Verborgenen agierende Hopeland-Gemeinschaft, die ihre eigenen Regeln entwickelt hat. Alle Mitglieder der Familie sind <em>kynnd</em>, andere familiäre Beziehungen gibt es nicht. Kinder sind zunächst geschlechtlos, bis sie sich selbst einem Geschlecht zuordnen. Kinder bekommen beim <em>starring</em> ihren Namen, indem sie einem Stern aus einem Sternbild zugeordnet werden (und, äh, die Plazenta gegessen wird). Sich drehende Spiegel an kleinen Ketten – <em>yatas</em> – sind das äußere Zeichen der Hopeland-Religion; manche erkennen im Spiegelbild Geister/Götter, manche auch nicht, und der blinkende Spiegel mag zudem einen Stern darstellen. Nicht nur hier schimmert Magie – unsere erste Begegnung mit Hopeland im Buch ist ein Treffen, zu dem Amon Brightbourne eingeladen wird, dass er aber zunächst nicht findet – der Eingang bleibt verborgen, bis er ihm gezeigt wird. </p>
<p>Gleichzeitig ist dieses erste Begegnung eine ambivalente – eine große Gartenparty, es gibt durchaus unsympathische Charaktere – nur weil jemand <em>kynnd</em> ist, heißt das nicht, dass andere gut mit ihm auskommen müssen. Jedenfalls ist Amon bald mittendrin – und auch das Haus Brightbourne, aus dem er kommt, wird zum Teil der Hopeland-Konstellationen. Brightbourne selbst ist ein verwunschener Ort. Die männlichen Nachkommen sind in der Welt von Gnade („grace“) erfüllt, d.h.: ihnen kann nichts geschehen, sie haben Glück; zugleich bringen sie Unglück an jeden Ort, an dem sie sich zu lange aufhalten. Brightbourne ist zugleich Schauplatz der Musik – ein mechanisches Musikstück, das auf einen Zeitraum von 1000 Jahren angelegt ist. Amon hat mit seinem Vater und Großvater eine musikalische Begabung gemeinsam.</p>
<p>Hier berühren sich die Hopeland-Welt und Brightbourne: es gibt immer wieder Verbindungsstücke in die Welt des Showbiz, seien es Lichteffekte mit Entladungen aus Tesla-Spulen (oder Lichtmagie, um London zu schützen), sei es die eigentliche Quelle der Musik der großen Stars. Und wohl auch Teil der finanziellen Mittel, die hinter Hopeland stehen. </p>
<p>Abseits des Magischen: Eine nicht-geografische Nation, die – egal wo  auf dem Erdball – Anschluss bietet, in der sich mehr oder weniger Gleichgesinnte zusammenfinden, und nach ihren eigenen besseren Regeln leben – klingt das nicht verlockend?</p>
<p>Vielleicht liegt es nur daran, dass zeitgleich zu meiner Lektüre die Epstein-Files hochgekocht sind; aber so ganz konnte ich mich des Eindrucks nicht erwähren, dass sich für die <a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/02/die-obere-schicht/">Epstein-Klasse</a> die Welt möglicherweise so ähnlich anfühlt wie sie hier für die Mitglieder der Hopeland-Gemeinschaft beschrieben wird. Das warf einem allzu unreflektierten Begeistersein mit dieser Vision hinter dem Buch jedenfalls bei meiner Lektüre Steine in den Weg. (Aber immerhin: eine Figur, die den Angehörigen der realen Epstein-Klasse sehr ähnelt, erleidet im Buch ein sehr verdientes Schicksal – Glam-Seasteading klappt halt auch nur, solange die Bediensteten loyal bleiben …)</p>
<p>Vielleicht ist Hopeland, die Gemeinschaft, für McDonald auch nur ein Instrument, um bestimmte sonst sehr unwahrscheinliche Konstellationen in <em>Hopeland</em>, dem Buch, plausibler werden zu lassen.</p>
<p>Zurück zum Buch: im Kern ist es dann doch <em>climate fiction</em>. Raisa flieht – schwanger – vor dem Brightbourne-Fluch, ihr Kind Atli (Raisasbur Vega Stormtalker) kommt in Island zur Welt. Aus dem kleinen „Vonland“-Hearth, zu dem sie geflohen ist, entsteht nicht nur ein neuer isländischer Wald, sondern auch ein großer arktischer Konzern (saubere Energie und Daten), PBV. Grönland ist unabhängig geworden, der arktische Rat wird zu einer zunehmend wichtigen politischen Kraft.</p>
<p>(Und ja: McDonald geht auch ausführlich auf das amerikanische Verhältnis zu Grönland ein, samt dem ganz realen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Project_Iceworm">Projekt Iceworm</a>, der Idee, nuklear bewaffnete Marschflugkörper unter dem grönländischen Eisschild zu stationieren. Auch ohne Trump 2025 alles sehr deja-vu-ig.)</p>
<p>Raisa landet jedenfalls schließlich in Grönland.</p>
<p>Amon treffen wir dagegen auf der polynesischen Insel Ava’u wieder – die von Missionar*innen ganz unterschiedlicher Art belagert wird. Hier (wie auch in den nordischen Szenen) greift McDonald zu einer dichten Beschreibung der jeweiligen Kultur; ohne viel zu erklären, wird die alte Traditionslinie des polynesischen Königshauses genauso lebendig wie der glokalisierte Alltag der Menschen Ava’us in den 2030er Jahren. Amon verdingt sich als Chorleiter, bekommt später – auch vermittels des*der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fakaleiti">Leiti</a> <em>kynnd</em> Kimmie – Zugang zum Königshaus und unterstützt die Revolte der Prinzessin Ta. (Zwischendrin trifft er zum ersten Mal seinen Sohn (Pronomen he/hé) Atli und reflektiert über den Fluch der Brightbournes). </p>
<p>Eine bessere polynesische Welt ist möglich – wäre da nicht die Tatsache, dass wir uns in den 2030er Jahren des fortgeschrittenen Klimawandels befinden. Ein Sturm läutet den letzten Teil des Buchs ein – Ava’u wird zerstört, das Königreich lebt. Drei Kreuzfahrtschiffe treten, begleitet von einer Flotte aus Fischerbooten, die lange Reise nach Grönland an. </p>
<p>Magie? Reale Hoffnung, wie die Welt der nächsten Jahrzehnte auch aussehen könnte? So oder so: ein Buch, das mich beeindruckt hat; ein Buch, das unsere Gegenwart (und unser Vergangenheit) sehr genau beobachtet hat, und das McDonald mit plausiblen sozialen und technischen Erfindungen der nächsten Jahre verknüpft hat – und mit dem einen oder anderne Ausflug in eine Feenwelt. </p>
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		<title>Photo of the week: Staatsgalerie, Stuttgart</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2026 14:11:14 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&#160; Foto vom historischen Wahlabend am 8. März 2026, der nun auch schon wieder ewig her zu sein scheint. Und leider laufen die Sondierungen nur zäh an. Ich enthalte mich mal weiterer Kommentare und würdige lieber die geschwungenen Linien der Staatsgalerie. Anders als manch anderes ironisch-postmoderne Gebäude der 1980er scheint mir der Stirling-Bau gut gealtert &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/03/photo-of-the-week-staatsgalerie-stuttgart/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Photo of the week: Staatsgalerie, Stuttgart“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="foto"><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55160526227/in/dateposted/" title="Staatsgalerie, Stuttgart"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55160526227_ce5eff08a0_b.jpg" width="1024" height="768" alt="Staatsgalerie, Stuttgart"></a></div>
<p>&nbsp;<br>
Foto vom historischen Wahlabend am 8. März 2026, der nun auch schon wieder ewig her zu sein scheint. Und leider laufen die Sondierungen nur zäh an. Ich enthalte mich mal weiterer Kommentare und würdige lieber die geschwungenen Linien der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsgalerie_Stuttgart">Staatsgalerie</a>. Anders als manch anderes ironisch-postmoderne Gebäude der 1980er scheint mir der Stirling-Bau gut gealtert zu sein. </p>
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		<title>Photo of the week: Plum flower I</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Mar 2026 14:13:20 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[pflaume]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Ein paar Tage März, und schon blüht alles. Passend zur gestrigen Tagundnachtgleiche (und damit dem eigentlichen Frühlingsanfang) hat sich auch der Pflaumenbaum im Garten in Schale geworfen. Birne und Kirsche sehen so aus, als wollten sie in ein paar Tagen folgen. Und ehrlich gesagt: das wurde auch Zeit, dass es mal heller wird!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="foto"><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55159813766/in/photostream/" title="Plum flower - I"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55159813766_5eb2a8a456_b.jpg" width="1024" height="683" alt="Plum flower - I"></a></div>
<p>&nbsp;<br>
Ein paar Tage März, und schon blüht alles. Passend zur gestrigen Tagundnachtgleiche (und damit dem eigentlichen Frühlingsanfang) hat sich auch der Pflaumenbaum im Garten in Schale geworfen. Birne und Kirsche sehen so aus, als wollten sie in ein paar Tagen folgen. Und ehrlich gesagt: das wurde auch Zeit, dass es mal heller wird! </p>
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		<title>Parteireform?!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Mar 2026 19:54:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[So grün, so grün]]></category>
		<category><![CDATA[antragsrechte]]></category>
		<category><![CDATA[bündnis 90/die grünen]]></category>
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		<category><![CDATA[zufallsbürger]]></category>
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					<description><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen sind in den letzten Jahren enorm gewachsen – nicht ganz so stark wie englischen Grünen, die gefühlt gerade explodieren, aber immerhin: Zum 31.12.2024 waren es in Deutschland rd. 155.000 Grüne (+23% im Vergleich zum Vorjahr), zum 31.12.2025 waren es dann über 180.000 (erneut +18%). Im Vergleich zum Zustand Mitte der 1990er Jahren, &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/03/parteireform/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Parteireform?!“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/52219349167/" title="Bee party I"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/52219349167_76f8a05bc7_b.jpg" width="1024" height="683" alt="Bee party I"></a></p>
<p>Bündnis 90/Die Grünen sind in den letzten Jahren enorm gewachsen – nicht ganz so stark wie englischen Grünen, die gefühlt gerade explodieren, aber immerhin: Zum 31.12.2024 waren es in Deutschland rd. 155.000 Grüne (+23% im Vergleich zum Vorjahr), zum 31.12.2025 waren es dann über 180.000 (erneut +18%). Im Vergleich zum Zustand Mitte der 1990er Jahren, als ich in die Partei eingetreten bin, ist das fast unvorstellbar – da waren es knapp 50.000 Mitglieder, und diese <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/192243/umfrage/mitgliederentwicklung-der-gruenen/">Größenordnung</a> galt bis zum Reformkurs von Robert Habeck und Annalena Baerbock 2018 – ab da ging’s dann los mit dem Wachstum.</p>
<p>Das als Hintergrund macht klar, warum in letzter Zeit immer wieder über eine strukturelle Parteireform gesprochen wird. Ja, es ist irgendwie logisch, dass eine viermal so große – und auch in anderer Hinsicht z.T. professionalisierte – Partei andere Instrumente braucht. Gleichzeitig zucke ich bei dem Gedanken zurück, dass wir Grünen uns jetzt erstmal über Monate mit Satzungsfragen befassen. Das ist eine schöne Beschäftigung, wenn es gerade nichts wichtigeres gibt. Und „nichts wichtigeres“ beschreibt die Lage aktuell, nun ja, nicht wirklich gut. Dennoch: ich sehe einen gewissen Sinn darin, das Fass der Parteireform jetzt aufzumachen. Und auch den pragmatischen Ansatz des Bundesvorstands finde ich nachvollziehbar, jedenfalls deutlich besser als theoretische Überbaudiskussionen über das Ende der Mitgliederpartei etc. etc. – all das gab es auch schon mal.</p>
<p>Auf der <a href="https://www.gruene.de/artikel/gruene-parteireform">Website des grünen Bundesverbands</a> wird die Parteireform wie folgt beschrieben:</p>
<blockquote><p>„Doch auch eine gute Satzung braucht von Zeit zu Zeit Aktualisierung und Klarstellung. Jetzt ist ein solcher Moment: Wir wollen an dem festhalten, was sich bewährt hat und modernisieren, was uns für die kommenden Jahre handlungsfähiger macht.“</p></blockquote>
<p>Über die Satzungsänderungen soll in einer Urabstimmung, nicht auf einem Parteitag entschieden werden. Freundlich interpretiert geht es darum, alle Mitglieder mitzunehmen und mitentscheiden zu lassen – etwas weniger freundlich interpretiert lese ich aus dem gewählten Vorgehen auch eine gewisse Angst vor den Eigeninteressen der Parteitagsdelegierten heraus. (Und, Nachtrag: Änderungsanträge oder Alternativanträgen sind auf diesem Weg natürlich auch nicht möglich.) So oder so: es zeichnet eine basisdemokratische Partei aus, dass diese Organisationsfragen von der Partei insgesamt entschieden werden. </p>
<p>Und: die Urabstimmung ist mehrstufig, aktuell läuft noch die Kommentierungsphase, bei der – bis 31. März 2026 – Stellungnahmen von Mitgliedern und Organen eingereicht werden können, die dann in einem Reader zusammengefasst werden. Die eigentliche Abstimmung startet mit dem Versand der Wahlbenachrichtigungen Mitte Mai, abgestimmt wird dann im Juni.</p>
<p>Worum soll es <a href="https://www.gruene.de/service/inhalt-der-urabstimmung">nun ganz konkret gehen</a>? </p>
<p><span id="more-13340"></span>Neben dann doch einer ganze Menge an Einordnung und Prosa enthält der Urabstimmungsantrag des Bundesvorstands vier Anliegen, die jeweils wiederum mehrere Satzungsänderungen umfassen. Die Satzungsänderungen werden einzeln abgestimmt (online oder per Briefwahl).</p>
<p>Inhaltlich bündeln sich die Satzungsänderungen zu diesen vier Oberthemen:</p>
<p>1. Urabstimmungsinitiative zur Bundesversammlung (Bundesparteitag, BDK)<br>
2. Urabstimmungsinitiative zu Gremienreform<br>
3. Urabstimmungsinitiative zum Bundesvorstand<br>
4. Urabstimmungsinitiative zum Vielfaltsstatut </p>
<p>Das erste Bündel zur <strong>Bundesversammlung</strong> enthält eine Vielzahl unterschiedlich weitreichender Satzungsänderungsanträge:</p>
<ul>
<li>Möglichkeit für kleine Kreisverbände, die nur über das Grundmandat bei der BDK vertreten sind, für dieses Mandat von der Mindestquotierung abzuweichen.</li>
<li>Information der Mitglieder über Anträge, eine Sonder-BDK einzuberufen, so dass Unterschriften zur Erreichung des dafür notwendigen Quorums gesammelt werden können.</li>
<li>Fristverkürzungen für die Einladung zu Parteitagen.</li>
<li>Bisher haben Orts- und Kreisverbände die Möglichkeit, Anträge an die Bundesversammlung zu stellen. Dies soll nun auf die Kreisverbände begrenzt werden.</li>
<li>Bisher haben 50 Mitglieder das Recht, Anträge an die Bundesversammlung zu stellen. Dies soll nun auf 0,05 % der Mitglieder erhöht (und dynamisiert) werden. Aktuell wären das etwa 92 Mitglieder.</li>
<li>Es soll ein Mindestquorum eingeführt werde: mindestens die Hälfte der Unterstützer*innen eines solchen Antrags von Mitgliedern sollen künftig Frauen sein.</li>
<li>Es soll ermöglicht werden, in der Geschäftsordnung der Bundesversammlung festzulegen, dass Antragsberechtigte nicht beliebig viele Anträge und Änderungsanträge einbringen dürfen.</li>
<li>Die Rechte der Antragskommission sollen ausgeweitet werden. Insbesondere soll die (durch die Bundesversammlung gewählte) Antragskommission das Recht bekommen, auch die Nichtbefassung oder die Vertagung eines Antrags vorzuschlagen.</li>
</ul>
<p>Unter dem Stichwort <strong>Gremienreform </strong>finden sich dagegen nur zwei – allerdings komplexere – Vorschläge:</p>
<ul>
<li>Es soll ein neues Organ namens „Mitgliederrat“ geschaffen werden; das ist im Prinzip der Versuch, die Bürgerbeteiligung durch „Zufallsbürger*innen“ innerhalb der innerparteilichen Meinungsbildung abzubilden. Ein Mitgliederrat wird – auf Antrag von 5% der Mitglieder, von 10% der Kreisverbände, von drei Landesvorständen oder durch Beschluss eines der Bundespartei-Gremien – einberufen, um in der Partei strittige, gesellschaftlich relevante Themen (spontan fällt mir hier die Homöopathie ein …) zu diskutieren und Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, die er dann der Bundesversammlung zur Abstimmung vorgelegt kann. Der Mitgliederrat soll bis Ende 2031 evaluiert werden.</li>
<li>Bisher gibt es neben der Bundesversammlung und dem Bundesvorstand einen Länderrat („kleiner Parteitag“) und einen Parteirat (mehr oder weniger ein erweiterter Bundesvorstand). Beide Gremien sollen deutlich verändert und enger miteinander verzahnt werden. Zum einen wird der Länderrat um einen ganze Reihe von stimmberechtigten und kooptierten Mitgliedern erweitert, um die damit gewollte Vernetzung besser abzubilden. Der Parteirat wird nicht mehr wie bisher auf der BDK gewählt, sondern soll nun vom Länderrat aus seiner Mitte bestimmt werden und insbesondere aus Regierungsmitgliedern, Vertreter*innen der verschiedenen Fraktionen sowie der OBs/Landrät*innen bestehen. Der Parteirat tagt einmal monatlich. Bisher können dem Parteirat auch Basisvertreter*innen angehören, sofern sie auf einer BDK eine Mehrheit erhalten – diese Möglichkeit entfällt nun faktisch. Der Parteirat wird damit stärker in Richtung eines „Präsidiums“ gerückt, wie es andere Parteien kennen.</li>
</ul>
<p>Das dritte Bündel betrifft den <strong>Bundesvorstand</strong>. Hier werden wiederum mehrere Satzungsänderungen zur Abstimmung gestellt.</p>
<ul>
<li>Aus dem*der pol. Geschäftsführer*in wird – wie bei anderen Parteien – ein*e Generalsekretär*in; neben den nach innen gerichteten parteiorganisatorischen Aufgaben wird hiermit die Außenvertretung der Partei durch diese Person betont.</li>
<li>Um überhaupt für den Bundesvorstand kandidieren zu können, soll zukünftig die Unterstützung von drei Kreisverbänden, einem Landesvorstand oder von 10% der Delegierten notwendig sein. Bisher gibt es kein solches Quorum.</li>
<li>Zwei Anträge richten sich darauf, die Trennung von Amt und Mandat weiter zu lockern – zum einen geht es um die Frage, ob zukünftig die Hälfte der Bundesvorstandsmitglieder Abgeordnete sein dürfen (bisher ein Drittel), zum anderen darum, dass die Zahl der MdB auf zwei begrenzt wird.</li>
<li>Es sollen Transparenzpflichten für Amts- und Mandatsträger*innen eingeführt werden, insbesondere sollen Bewerber*innen für den Bundesvorstand Auskunft über bezahlte und unbezahlte Tätigkeiten geben.</li>
</ul>
<p>Der letzte Änderungswunsch betrifft schließlich das <strong>Vielfaltsstatut</strong>. Hier geht es darum, messbare Zwischenziele für die Erreichung von Diversität festzulegen und darüber regelmäßig zu berichten. </p>
<p><strong>Bewertung</strong></p>
<p>In der Gesamtschau sind bei diesen Satzungsänderungsanträgen einige dabei, die ich durchaus spannend finde. Andere sind eher als Versuch zu verstehen, bestimmte Verfahren praktikabler zu machen oder eine bessere Anschlussfähigkeit an die Praxis anderer Parteien (und die nach wie vor darauf aufbauenden medialen Erwartungen) zu finden. Ein abschließendes Urteil habe ich mir noch nicht gebildet. Ein paar Schlaglichter möchte ich aber jetzt schon äußern:</p>
<p>Innovativ erscheint mir der Mitgliederrat – jedenfalls dann, wenn er tatsächlich dazu genutzt wird, innerparteiliche Kontroversen unvoreingenommen auszudiskutieren. Bei Zufallsbürger*innen funktioniert das meiner Beobachtung nach gut; Baden-Württemberg ist hier ja Vorreiter und hat – wie unlängst beim Nichtraucherschutzgesetz – gezeigt, dass solche zufällig gelosten Räte durchaus dazu beitragen können, Themen zu klären und Gesetze besser zu machen. Warum das Instrument auf einen Mitgliederrat pro Jahr begrenzt wird, erschließt sich mir nicht so ganz. Ein bisschen wirkt das – und auch die Evaluationsklausel – so, als würde der Bundesvorstand der eigenen Innovationskraft nicht so ganz trauen.</p>
<p>Die Änderungen bei den Antragsberechtigungen für die BDK (und die Einführung eines Quorums für Bewerbungen für den Bundesvorstand) kann ich weitestgehend nachvollziehen. Ja, 100 Unterschriften sind deutlich mehr als die bisherigen 50; gleichzeitig geht’s hier um die digitale Unterstützung per Mausklick, die dann doch einigermaßen schnell einholbar ist. Dass das Antragsrecht von Ortsverbänden entfallen soll, ist ein bisschen schade; vermutlich war allerdings den wenigstens Ortsverbänden bewusst, dass sie dieses Recht haben. Und wenn ich Schätzungen zur durchschnittlichen Zahl der Mitglieder und der Aktiven pro Ortsverband anstelle, dann ist diese Streichung zumindest folgerichtig. </p>
<p>Dass Einzelanträge bei den notwendigen Unterstützer*innen eine 50-Prozent-Mindestquotierung erreichen sollen, scheint mir (leider) stärker als Instrument zur Verhinderung von Anträgen zu wirken als die Erhöhung des Quorums. Dass wir unsere Gremien, Wahllisten und Redelisten mindestquotieren, ist gute Parteitradition – das auf die Unterstützung von Anträgen auszuweiten, erscheint mir jedoch erstmal etwas weit gegriffen. Die Anzahl der Unterstützer*innen nach Geschlecht wird derzeit schon bei Anträgen ausgewiesen. Ohne das jetzt nachgezählt zu haben, meine ich, dass da vielfach Unterstützungen von 20–30 Prozent Frauen üblich sind. Das heißt, hier hätten dann jeweils noch zusätzlich Unterstützerinnen gesucht werden müssen – oder Anträge hätten nicht eingereicht werden können. Ob das dazu beiträgt, Anträge qualitativ besser zu machen? Hier wäre es interessant, sich mal anzuschauen, welche Anträge etwa zum letzten Bundestagswahlprogramm diese Voraussetzung erreicht haben, und welche nicht.</p>
<p>Tatsächlich schwierig finde ich den Ansatz, die Zahl der Anträge pro Gremium/Antragsteller*in (?) zu begrenzen. Auch hier verstehe ich die Intention, und das kann ein Mittel sein, unzählige Anträge – etwa der Grünen Jugend zum Parteiprogramm – auf eine Auswahl nach Priorität zu reduzieren. Unklar ist mir hier, ob/wie sich diese Regel auf Einzelantragsteller*innen anwenden lässt, da je nach Antrag ja unterschiedliche Unterstützer*innen dahinter stehen (und im Zweifel einfach bei den Erstantragsteller*innen durchgewechselt werden kann). Wie überhaupt so eine Grenze aushebelbar ist – dann wird ein Teil der Anträge halt über den Kreisverband, 100 Einzelpersonen oder ein anderes antragsberechtigtes Gremium eingespeist. Insgesamt würde meine Bewertung zu dieser Maßnahme sehr unterschiedlich ausfallen, wenn die konkrete Grenze bei, z.B., zwanzig für ein Wahlprogramm liegt, oder wenn sie bei eins liegt. Das wird in der Satzungsänderung allerdings nicht konkretisiert, sondern auf die jeweilige Geschäftsordnung verwiesen.</p>
<p>Zur weiteren Lockerung der Trennung von Amt und Mandat habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Die Transparenzregeln für den Bundesvorstand erscheinen mir sinnvoll, der Wechsel von „pol. GF“ zu „Generalsekretär*in“ ist ein Angebot an die Medien.</p>
<p>Auch als langjähriger Länderratsdelegierter – aktuell: stlv. Delegierter – bin ich noch etwas skeptisch, was das Konstrukt aus einem um diverse Amtspersonen erweitertem Länderrat und dem aus der Mitte gewähltem Parteirat als Koordinationsgremium von Funktionär*innen betrifft. So ist der Länderrat als kleiner Parteitag bisher oftmals eher nur nach außen gerichtet, dient als Schaufenster vor Wahlen und nicht als echter Ort der Meinungsbildung und Debatte. Das würde sich durch die neue Funktion vermutlich nicht wesentlich ändern; die jetzt genannten Amtsmitglieder sind meiner Erfahrung nach eh mindestens als Gäste, wenn nicht als Delegierte, beim Länderrat dabei. Der vom Länderrat aus seiner Mitte gewählte – dann eigentlich nur noch aus Funktionsträger*innen bestehende – Parteirat könnte dazu beitragen, die unterschiedlichen Ebenen in der Partei besser miteinander zu verbinden. Allerdings glaube ich, dass das Delegiertenprinzip hier an seine Grenzen stößt: eigentlich bräuchte es ein regelmäßig (virtuell) tagendes Gremium, in dem nicht zwei Regierungsmitglieder und eine Oberbürgermeisterin vertreten sind (und dann jeweils „ihre Gruppe“ vertreten sollen), sondern alle Fraktionsvorsitzenden, alle Landrät*innen und Oberbürgermeister*innen, alle Landesvorstände und auch alle Minister*innen. Insofern befüchte ich, dass der Parteirat neuer Form auch nicht viel besser funktioniert als der bisherige.</p>
<p>Soweit mal als erste Eindrücke zum Parteireformprozess, den der Bundesvorstand angestoßen hat. Ich bin gespannt, ob es Diskussionsbeiträge hierzu gibt.</p>
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		<title>Photo of the week: Nox thru the window</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 09:51:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Katzencontent]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Unsere Katze Nox bringt – wie wohl alle Katzen – einige Eigenheiten mit. Eine davon ist die, dass sie ihre höchstprivate Katzenklappe nur im Notfall verwenden mag, um das Haus zu verlassen, und eigentlich nie, um das Haus zu betreten. Statt dessen wartet sie mehr oder weniger geduldig (und zunehmend lauter miauend) vor Türen, &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/03/photo-of-the-week-nox-thru-the-window/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Photo of the week: Nox thru the window“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="foto"><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55147342183/in/dateposted/" title="Nox thru the window"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55147342183_f906aaf4a8_b.jpg" width="768" height="1024" alt="Nox thru the window"></a></div>
<p>&nbsp;<br>
Unsere Katze Nox bringt – wie wohl alle Katzen – einige Eigenheiten mit. Eine davon ist die, dass sie ihre höchstprivate Katzenklappe nur im Notfall verwenden mag, um das Haus zu verlassen, und eigentlich nie, um das Haus zu betreten. Statt dessen wartet sie mehr oder weniger geduldig (und zunehmend lauter miauend) vor Türen, bis ihr endlich jemand aufmacht. Oder sie klettert, wenn wir in der Küche am Esstisch sitzen, auf die Fensterbank des Küchenfensters – Pfotenabdrücke zeugen davon. Das kann durchaus mit einem Moment des Erschreckens verbunden sein. Wer würde gelassen bleiben, wenn plötzlich vor dem Fenster ein kleiner schwarzer Nachtdämon auftaucht?  </p>
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		<title>Wahlanalyse zur Landtagswahl 2026</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Mar 2026 14:16:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[baden-württemberg]]></category>
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		<category><![CDATA[wahlanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[wahlergebnis]]></category>
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					<description><![CDATA[Knapp eine Woche nach der Wahl will ich dann doch ein paar Worte dazu in mein Blog packen. Wobei: aktuell wird leider jedes Wort auf die Goldwaage gelegt, Stichwort „Schmutzkampagne“. Insofern bleibe ich mal weitgehend bei dem, was sich halbwegs faktenbasiert über das Wahlergebnis sagen lässt. Ich hatte fünf „Key Questions“: 1. Wer liegt vorne &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/03/wahlanalyse-zur-landtagswahl-2026/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Wahlanalyse zur Landtagswahl 2026“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Knapp eine Woche nach der Wahl will ich dann doch ein paar Worte dazu in mein Blog packen. Wobei: aktuell wird leider jedes Wort auf die Goldwaage gelegt, Stichwort „Schmutzkampagne“. Insofern bleibe ich mal weitgehend bei dem, was sich halbwegs faktenbasiert über das Wahlergebnis sagen lässt.</p>
<p>Ich hatte fünf „Key Questions“:</p>
<p><b>1. Wer liegt vorne bei den Zweitstimmen – Grüne mit Cem Özdemir oder die CDU mit Manuel Hagel?</b><br>
<b>2. Wie groß ist der Abstand zwischen Grünen und CDU? Und damit verbunden: Ist bereits um 18 Uhr klar, in welche Richtung es geht, oder müssen wir bis spät in die Nacht warten?</b></p>
<p>In den ersten Prognosen um 18 Uhr sah das noch sehr deutlich aus, zumindest bei der ARD, mit einem deutlichem Vorsprung der Grünen vor der CDU. Das gab einerseits riesigen Jubel (die Staatsgalerie, in der die grüne Wahlparty stattfand, wurde da sehr laut), andererseits dann aber allseits die besorgte Frage, ob dieser Vorsprung den halten würde. Bis das tatsächliche Endergebnis feststand, dauerte es dann bis deutlich nach Mitternacht, aber schon gegen 22 Uhr war klar: Grüne liegen bei den Zweitstimmen uneinholbar vorne, und auch wenn es „nur“ rund 25.000 Stimmen sind (30,2 zu 29,7 Prozent), steht damit ein Ergebnis fest.</p>
<p>Für die Nachwelt hier nochmals das <a href="https://wahlen.statistik-bw.de/ltw26/">vorläufige Endergebnis</a>: GRÜNE 30,2 (-2,4) Prozent, CDU 29,7 (+5,6) Prozent, SPD 5,5 (-5,5) Prozent, AfD 18,8 (+9,1) Prozent, Linke und FDP jeweils mit 4,4 Prozent der Zweitstimmen nicht im Landtag. Wahlbeteiligung bei 69,6 Prozent, im Vergleich zur letzten Wahl deutlich gestiegen</p>
<p>Die letzte Umfrage vor der Wahl (ZDF-Politbarometer) sah Grüne und CDU jeweils bei 28 Prozent; hier gab es also auf beiden Seiten noch einmal einen ordentlichen Mobilisierungsschub in den letzten Tagen und Stunden. Das zeigt sich auch im Vergleich der Briefwahlstimmen zur Urnenwahl.</p>
<p><span id="more-13329"></span><b>3. Wie wird das neue Zweistimmensystem genutzt? Kommt es zu (taktischem) Stimmensplitting, oder wird einheitlich gewählt?</b></p>
<p>Hier waren sehr deutliche Effekte spürbar. Die Differenz zwischen der neuen Erststimme und der Zweitstimme liegt bei Grünen und CDU jeweils bei etwa fünf Prozent – die CDU liegt dadurch bei der Erststimme deutlich vorne, bei der Zweitstimme sind es wie geschrieben Grüne. </p>
<p>Von den 58 grünen Direktmandaten bei der letzten Wahl konnten nur 13 gehalten werden (4 x Stuttgart, 2 x Karlsruhe, 1 x Mannheim, Heidelberg, Tübingen, 2 x Freiburg, Lörrach, Konstanz). In Lörrach liegt Sarah Hagmann dabei nach vorl. Endergebnis nur 106 Stimmen vor dem CDU-Kandidaten. Ein Mannheimer Wahlkreis ging sehr knapp an die AfD; Vorsprung hier rund 320 Stimmen vor CDU und Grünen, die beide fast gleich auf liegen. Alle übrigen Direktmandate konnte die CDU gewinnen.</p>
<p>Das hatte dann auch massive Auswirkungen auf die Landtagsgröße. Ich bin davon ausgegangen, dass wir um die 20–25 Direktmandate halten können, dass also das Stimmensplitting und „Zweitstimme Cem“ weniger stark wirkt. Bei 25 grünen Direktmandaten wäre der Landtag beispielsweise nur 124 Sitze stark geworden (44/44/8/28). </p>
<p>So gab es einen erheblichen CDU-Überhang, der ausgeglichen werden musste und letztlich zu einer Landtagsgröße von 157 Sitzen (also drei mehr als bisher) geführt hat. Wäre die FDP oder die Linke über die Fünfprozenthürde gekommen, wären sogar 165–170 Mandate möglich gewesen.</p>
<p>Neu, in der Presse viel berichtet und bei der CDU nach ersten Gratulationen zum Wahlsieg dann doch Ausgangspunkt für Forderungen wie etwa der nach einem zwischen beiden Parteien wechselnden Ministerpräsidenten ist der Gleichstand in Mandaten zwischen grüner und CDU-Fraktion. Beide kommen nach dem vorl. Endergebnis auf je 56 Mandate (SPD 10, AfD 35). Das ist in gewisser Weise Neuland, auch wenn es in anderen Landtagen ähnliche Konstallationen schon gab – und wenn es ganz klar Usus ist, bei gleicher Mandatsstärke die Zweitstimmen als Indikator dafür heranzuziehen, wer die stärke Fraktion ist.</p>
<p>Dass es zum Gleichstand kommt, lag wohl an rd. 1500 Stimmen; lange sah es in den Hochrechnungen (und auch in unseren eigenen Berechnungen) so aus, als würde der Landtag auf 158 Sitze kommen und die grüne Fraktion ein Mandat mehr als die CDU-Fraktion erhalten. Erst kurz vor Ende der Auszählung machte die Information die Runde, dass wahlrecht.de mit 56/56 rechnet – was sich dann mal wieder bestätigen sollte.</p>
<p>Im Vergleich zu den (nach einem Übertritt) bisherigen 57 Abgeordneten bleibt die grüne Fraktion fast gleich stark. Mit 19 Abgeordneten ist ein Drittel neu, bei CDU und AfD ziehen ähnlich viele neue Abgeordnete in den Landtag ein.</p>
<p>Bei SPD und Grünen klappte es mit der Quotierung – die ja ein Versprechen des neuen Wahlrechts war – bei der CDU (aufgrund der fehlenden Quotierung der Direktmandate) und der AfD (die wie immer eine sehr männerlastige Liste zur Wahl stellte) nicht. Der Frauenanteil im neuen Landtag steigt damit im Vergleich zur 17. Legislaturperiode nur minimal an. </p>
<p><b>4. Zur Wahlrechtsreform gehört auch das Wahlrecht ab 16 – wie intensiv wird dieses genutzt werden, und wo gehen die Stimmen der Erstwähler*innen hin?</b></p>
<p>Ob es Daten zur Wahlbeteiligung nach Altersgruppe gibt, weiß ich nicht. Das <a href="https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2026-03-08-LT-DE-BW/umfrage-alter.shtml">Wahlergebnis in der jüngsten Altersgruppe</a> ist aus grüner Sicht erfreulich: mit 28 Prozent in der Gruppe der 16–24 Jahre alten wird etwa das Gesamtergebnis erreicht; Grüne hier liegen deutlich vor CDU (16 Prozent), AfD (16 Prozent) und Linke (14 Prozent). Der Effekt, der bei der Bundestagswahl und bei vorherigen Landtagswahlen zu beobachten war, dass das grüne Ergebnis gerade bei Jüngeren einbrach, war hier also nicht zu sehen.</p>
<p><b>5. Und schließlich: wie sieht es an der Fünf-Prozent-Hürde aus?</b></p>
<p>Vermutlich vor allem aufgrund der Polarisierung und Zuspitzung auf zwei Personen/Parteien ist die FDP aus dem Landtag geflogen und hat die Linke mit 4,4 Prozent deutlich schlechter abgeschnitten als in den Umfragen und ist nicht in den Landtag gekommen. Krass sind die nur noch 5,5 Prozent der SPD, d.h. eine Halbierung. Dass die SPD vor der Fünf-Prozent-Hürde zittern muss, ist neu – und nichts positives. Sollte es mit der Koalition aus Grünen und CDU klappen, wird die SPD die einzige – aber sehr kleine – demokratische Opposition. An Untersuchungsausschüsse etc. ist hier nicht zu denken. </p>
<p>Die AfD ist mit 18,8 Prozent nicht ganz so stark geworden wie in den Umfragen prognostiziert. Dennoch ist eine 35-köpfige AfD-Opposition – und damit auch eine rechtsextreme stärkste Oppositionsfraktion – nichts, was diesem Landtag gut tun wird. In der vorletzten Wahlperiode war die AfD-Fraktion mit damals 15,1 Prozent auch schon einmal größer als zuletzt. Das führte dann zu internem Streit bis hin zur Aufteilung in zwei Fraktionen. Auch jetzt zeichnen sich schon erste Sollbruchstellen ab.</p>
<p>Inklusive FDP und Linke entfielen 15,8 Prozent der Stimmen auf Parteien, die den Einzug in den Landtag nicht geschafft haben. Das ist eine ganze Menge an „verlorenen Stimmen“. Ich persönlich glaube ja nach wie vor, dass ein wie auch immer geartetes Präferenzwahlsystem hier eine gute Lösung wäre, um das Wahlergebnis repräsentativer zu machen.</p>
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		<title>Landtagswahl Baden-Württemberg: Jetzt zählt es</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Mar 2026 08:06:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Wahllokale in Baden-Württemberg sind geöffnet, der 18. Landtag wird gewählt Dabei gilt zum ersten Mal das neue Wahlrecht mit zwei Stimmen. Meine fünf Key Questions für den Wahlausgang sind: Wer liegt vorne bei den Zweitstimmen – Grüne mit Cem Özdemir oder die CDU mit Manuel Hagel? Die letzte Umfrage (Politbarometer vom Donnerstag) sieht beide &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/03/landtagswahl-baden-wuerttemberg-jetzt-zaehlt-es/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Landtagswahl Baden-Württemberg: Jetzt zählt es“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wahllokale in Baden-Württemberg sind geöffnet, der 18. Landtag wird gewählt Dabei gilt zum ersten Mal das neue Wahlrecht mit zwei Stimmen.</p>
<p>Meine fünf Key Questions für den Wahlausgang sind:</p>
<ol>
<li>Wer liegt vorne bei den Zweitstimmen – Grüne mit Cem Özdemir oder die CDU mit Manuel Hagel? Die letzte Umfrage (Politbarometer vom Donnerstag) sieht beide bei 28 Prozent. Insofern können einige wenige Stimmen darüber entscheiden, wer Ministerpräsident wird – andere Konstellationen sind politisch ausgeschlossen (mit AfD) oder rechnerisch sehr unwahrscheinlich („Schwarze Ampel“).</li>
<li>Wie groß ist der Abstand zwischen Grünen und CDU? Und damit verbunden: Ist bereits um 18 Uhr klar, in welche Richtung es geht, oder müssen wir bis spät in die Nacht warten, weil to close to call (dazu kommt: neues Wahlsystem, das dürfte Prognose-Unsicherheiten eher vergrößern).</li>
<li>Wie wird das neue Zweistimmensystem genutzt? Kommt es zu (taktischem) Stimmensplitting, oder wird einheitlich gewählt? Können viele der bisherigen grünen Direktmandate gehalten werden, oder setzt sich die bessere lokale Vernetzung der CDU in vielen Wahlkreisen durch? Das hat dann auch Auswirkungen auf die Landtagsgröße – je stärker Direktmandate und Zweitstimme auseinander gehen, desto größer wird der Landtag über die Mindestgröße von 120 (70 Direktmandate, 50 Listenmandate) hinaus. (Bei der letzten Wahl gingen 58 der 70 Direktmandate an Grüne, der Rest an die CDU. Diesmal halte ich einige AfD-Direktmandate für möglich. Diesmal halte ich einen deutlich kleineren Landtag als 2021 – 154 Sitze – für möglich.)</li>
<li>Zur Wahlrechtsreform gehört auch das Wahlrecht ab 16 – wie intensiv wird dieses genutzt werden, und wo gehen die Stimmen der Erstwähler*innen hin?</li>
<li>Und schließlich: wie sieht es an der Fünf-Prozent-Hürde aus? Linke und FDP sind in der letzten Umfrage bei 5,5 Prozent, die SPD bei acht. Kommt die Linke das erste Mal ins Landesparlamente in Baden-Württemberg? Wie sieht es mit der FDP aus – die seit Landesgründung ununterbrochen im Landtag sitzt?</li>
</ol>
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		<title>Photo of the week: Looking for early spring in the garden – II</title>
		<link>https://blog.till-westermayer.de/2026/03/photo-of-the-week-looking-for-early-spring-in-the-garden-ii/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Mar 2026 19:55:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Photo of the week]]></category>
		<category><![CDATA[frühling]]></category>
		<category><![CDATA[garten]]></category>
		<category><![CDATA[krokus]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Ergänzend zum Krokus der letzten Woche hier noch einer, der im Sonnenschein leuchtet. In dieser ersten Märzwoche ist der Garten aufgeblüht; nicht mehr lange, dann fangen auch die Obstbäume an, und überall grünt es. (Ach ja: ich hoffe, dass das morgen bei der Landtagswahl auch der Fall sein wird …).]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="foto"><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55123022065/in/dateposted/" title="Looking for early spring in the garden - II"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55123022065_ddc51b2230_b.jpg" width="1024" height="1024" alt="Looking for early spring in the garden - II"></a></div>
<p>&nbsp;<br>
Ergänzend zum Krokus der letzten Woche hier noch einer, der im Sonnenschein leuchtet. In dieser ersten Märzwoche ist der Garten aufgeblüht; nicht mehr lange, dann fangen auch die Obstbäume an, und überall grünt es. (Ach ja: ich hoffe, dass das morgen bei der Landtagswahl auch der Fall sein wird …).</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Kurz zum „Umfrage-Beben“</title>
		<link>https://blog.till-westermayer.de/2026/03/kurz-zum-umfrage-beben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Mar 2026 11:22:24 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[wahlsystem]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Donnerstagabend veröffentlichte der SWR den „DeutschlandTrend extra“ zur Landtagswahl in Baden-Württemberg und titelte berechtigt von einem „Umfrage-Beben“. Im Vergleich zur letzten Umfrage von Infratest Dimap gab es hier deutliche Veränderungen – Grüne +4, CDU ‑1. Damit sind beide mit 27 Prozentpunkten zu 28 Prozentpunkten fast gleichauf. Anlässlich dieser Umfrage habe ich den Rechner zum &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/03/kurz-zum-umfrage-beben/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Kurz zum „Umfrage-Beben““</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Donnerstagabend veröffentlichte der SWR den „DeutschlandTrend extra“ zur Landtagswahl in Baden-Württemberg und titelte berechtigt von einem <a href="https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/bw-trend/aktuelle-umfrage-februar-sonntagsfrage-landtagswahl-2026-bw-trend-100.html">„Umfrage-Beben“</a>. Im Vergleich zur letzten Umfrage von Infratest Dimap gab es hier deutliche Veränderungen – Grüne +4, CDU ‑1. Damit sind beide mit 27 Prozentpunkten zu 28 Prozentpunkten fast gleichauf.</p>
<p><a href="https://blog.till-westermayer.de/wahlen/"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/03/lt202602-218x240.png" alt width="218" height="240" class="alignright size-medium wp-image-13303" srcset="https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/03/lt202602-218x240.png 218w, https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/03/lt202602.png 371w" sizes="auto, (max-width: 218px) 100vw, 218px"></a>Anlässlich dieser Umfrage habe ich den <a href="https://blog.till-westermayer.de/wahlen/">Rechner zum Wahlrecht</a> aktualisiert und die Umfrage sowie einigermaßen plausible mögliche Direktmandate hinzugefügte. Annahme hier: über das Land hinweg verändern sich die Wahlkreisergebnisse ähnlich wie das Landergebnis.</p>
<p>Wenn die Wahl am kommenden Sonntag tatsächlich so ausgehen würde, kämen wir damit auf einen Landtag mit „nur“ 133 Sitzen (aktuell: 154), davon 39 Grüne und 41 CDU.</p>
<p>Wenn weniger Direktmandate für Grüne angenommen werden, steigt die Landtagsgröße – wer möchte, kann im verlinkten Rechner damit experimentieren.</p>
<p>Schon vor den vergangenen Landtagswahlen gab es jeweils kurz vorher nochmal grüne Gewinne in den Umfragen. Auch in der Langfristperspektive ist die aktuelle Umfrage jedoch herausragend:</p>
<p><iframe title="SWR-BW-Trend / Landtagswahlen BW" aria-label="Liniendiagramm" id="datawrapper-chart-yaT4p" src="https://datawrapper.dwcdn.net/yaT4p/11/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="620" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">window.addEventListener("message",function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"]){var e=document.querySelectorAll("iframe");for(var t in a.data["datawrapper-height"])for(var r,i=0;r=e[i];i++)if(r.contentWindow===a.source){var d=a.data["datawrapper-height"][t]+"px";r.style.height=d}}});</script><br>
Die spannende Frage ist jetzt, was in den nächsten sieben Tagen noch passiert. Viele haben schon Briefwahl gemacht, andere sind noch unschlüssig. Mit der aktuellen Umfrage (und ähnlich guten Zahlen beim ZDF/Forschungsgruppe Wahlen) ist es jedenfalls in den Bereich des Möglichen gerückt, dass Cem Özdemir der nächste Ministerpräsident Baden-Württembergs wird. Dafür kommt es auf jede Zweitstimme an.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Science Fiction und Fantasy im Februar 2026</title>
		<link>https://blog.till-westermayer.de/2026/03/science-fiction-und-fantasy-im-februar-2026/</link>
					<comments>https://blog.till-westermayer.de/2026/03/science-fiction-und-fantasy-im-februar-2026/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Mar 2026 06:51:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[charles stross]]></category>
		<category><![CDATA[fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[horror]]></category>
		<category><![CDATA[science fiction]]></category>
		<category><![CDATA[star trek: starfleet academy]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Februar bin ich leider kaum dazu gekommen, Science Fiction und Fantasy zu, hm, konsumieren. Als Ablenkung von Wahlkampf etc. diente dann eher Wordfeud. Was ich gelesen habe, ist Charles Stross Abschluss der Laundry-Files-Serie im Buch The Regicide Report (2026). Das Buch bildet einen gelungenen Abschluss dieser Horror-als-angewandte-Mathematik-Bürokratie-Comedy-Reihe, und ist erfolgreich darin, ein paar lose &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/03/science-fiction-und-fantasy-im-februar-2026/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Science Fiction und Fantasy im Februar 2026“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55094375717/in/dateposted/" title="Landtag at night, Stuttgart"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55094375717_9c0315d748_b.jpg" width="1024" height="576" alt="Landtag at night, Stuttgart"></a></p>
<p>Im Februar bin ich leider kaum dazu gekommen, Science Fiction und Fantasy zu, hm, konsumieren. Als Ablenkung von Wahlkampf etc. diente dann eher Wordfeud. </p>
<p>Was ich gelesen habe, ist Charles Stross Abschluss der Laundry-Files-Serie im Buch <em>The Regicide Report</em> (2026). Das Buch bildet einen gelungenen Abschluss dieser Horror-als-angewandte-Mathematik-Bürokratie-Comedy-Reihe, und ist erfolgreich darin, ein paar lose Enden zu verknüpfen. Wir dürfen – im England des Jahres 2015 oder so – noch einmal einen Blick auf Bob / The Eater of Souls und Mo werfen. Über allem schwebt schon das „New Management“ des Premierministers Fabian Everyman, Avatar Nyarlathoteps, zu dessen Regierungsstil Hinrichtungen und Menschenopfer gehören. Bob und Mo müssen sich jeweils in neuen Rollen im Senior Management der Laundry zurechtfinden – Meetings, Public-Relations-Auftritte vor ungläubigen Teilen der Bevölkerung („magic is real“) – und werden dann einer Einsatzgruppe zugeordnet, die einen geplanten Anschlag auf die Queen verhindern soll. Queen Elizabeth ist allein durch ihre Rolle und lange Regierungszeit ein extremer Konzentrationspunkt von Mana. Und das weckt Begierden. So taucht etwa ein gewisser <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Schreckenskabinett_des_Dr._Phibes">Dr. Phibes</a> auf (und setzt die Tradition der filmischen bzw. literarischen Vorlagen für die einzelnen Laundry-Bücher fort). Wer die Reihe nicht kennt, wird mit dem <em>Regicide Report</em> wenig anfangen können. Für alle anderen: unbedingt lesenswert. Danach schläft man ruhiger. </p>
<p>Gelesen habe ich zudem <em>Hopeland</em> von Ian McDonald, da bin ich aber noch dran – eine Rezension folgt, wenn ich durch bin.</p>
<p>Angeschaut habe ich weitere Folgen von Star Trek: Starfleet Academy (Paramount+), genauer gesagt: die Folgen 6 bis 8 der aktuell laufenden ersten Staffel. Und, wow – was als Highschool-Film im Weltraum begonnen hat, gewinnt jetzt doch einiges an Substanz und Tiefe. Eine Exkursion zu einem Raumschiff-Wrack, die als Übung gedacht ist, wird schnell zu bitterer Realität. Und die Traumata, die sich da entwickeln, sind in der nächsten Folge nicht einfach weggewischt, sondern ziehen sich durch und verändern die Charaktere. Wie dies geschieht, dazu will ich hier gar nicht mehr verraten – nur der Hinweis, dass so viel Charakterentwicklung bei Star Trek selten war; weit weg von „jede Woche ein neues Abenteuer auf einem neuen Planeten“. Umso besser, dass das Zusammenwachsen unserer Hauptpersonen, der Umgang mit tief sitzenden Verletzungen und verstörenden Erlebnissen hier so viel Raum einnimmt. </p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Photo of the week: Crocus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Feb 2026 10:58:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Photo of the week]]></category>
		<category><![CDATA[hummel]]></category>
		<category><![CDATA[krokus]]></category>
		<category><![CDATA[sonne]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Die letzten Februartage waren schon sehr warm und frühlingshaft, irgendwo las ich sogar etwas von „frühsommerlich“. Ich merke, dass ich die Sonne vermisst habe. Und wohl nicht nur ich – Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und so weiter sind in großer Zahl unterwegs und stürzen sich auf die ersten Blüten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="foto"><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55120693699/in/dateposted/" title="Crocus"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55120693699_3972322b2f_b.jpg" width="1024" height="1024" alt="Crocus"></a></div>
<p>&nbsp;<br>
Die letzten Februartage waren schon sehr warm und frühlingshaft, irgendwo las ich sogar etwas von „frühsommerlich“. Ich merke, dass ich die Sonne vermisst habe. Und wohl nicht nur ich – Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und so weiter sind in großer Zahl unterwegs und stürzen sich auf die ersten Blüten.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>SWR: Ein Wahlkampf-Duell als Gameshow</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 22:38:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[afd]]></category>
		<category><![CDATA[baden-württemberg]]></category>
		<category><![CDATA[bündnis 90/die grünen]]></category>
		<category><![CDATA[cdu]]></category>
		<category><![CDATA[cem özdemir]]></category>
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		<category><![CDATA[landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[manuel hagel]]></category>
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		<category><![CDATA[wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[Hat das Duell-Format einen Mehrwert? Jedenfalls dann nicht, wenn daraus – wie beim SWR zur Landtagswahl 2026 – ohne Not ein Triell gemacht wird, und ein AfD-Politiker mit an den Tisch geholt wird, der weder zur Landtagswahl antritt noch auch nur den Hauch einer Chance hat, Ministerpräsident von Baden-Württemberg zu werden. Und der dann über &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/02/swr-ein-wahlkampf-duell-als-gameshow/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„SWR: Ein Wahlkampf-Duell als Gameshow“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hat das Duell-Format einen Mehrwert? Jedenfalls dann nicht, wenn daraus – wie beim <a href="https://www.swr.de/swraktuell/wahlen/landtagswahl/bw-blog-debatte-spitzenkandidaten-landtagswahl-100.html">SWR zur Landtagswahl 2026</a> – ohne Not ein Triell gemacht wird, und ein AfD-Politiker mit an den Tisch geholt wird, der weder zur Landtagswahl antritt noch auch nur den Hauch einer Chance hat, Ministerpräsident von Baden-Württemberg zu werden. Und der dann über weite Strecken die Debatte dominiert. Der „Faktencheck“ im Hintergrund biss sich an wenigen Themen fest, viele Behauptungen blieben einfach stehen. Eine Einordnung, dass dieser so verbindlich wirkende Typ der Kandidat einer Partei ist, die klar rechtsextremistisch ist, erfolgte nicht. Aus Sicht des SWR: wohl ganz normale Leute.</p>
<p>Die Botschaften der beiden ernsthaften Kandidaten, Cem Özdemir und Manuel Hagel, bestanden leider in weiten Teilen aus Versatzstücken, die schon einmal gehört hatte, wer die eine oder andere Wahlkampfrede verfolgt hat. Eine nicht genutzte Chance.</p>
<p>Immerhin wurde deutlich, dass Manuel Hagel eine Vorliebe für Triaden hat („dazu braucht es drei Dinge“) und mit leuchtenden Augen auswendig gelernte Phrasen über Jobs durch Sonderwirtschaftszonen aufsagen kann. Cem Özdemir setzte Punkte beim solaren Umbau der Wirtschaft und beim Mieterschutz – leider hakten die Moderator*innen hier nicht nach, als Hagel ebenfalls etwas zur Mietpreisbremse sagen sollte und dann nur über Grunderwerb sprach.</p>
<p>Am aufschlussreichsten erschien mir eine Sequenz am Ende. Zum Gameshowsetting mit Buzzern, Schnellfragerunden und mit Plingpling unterlegten Datenpräsentation gehörte auch „fragen Sie einen der anderen Kandidaten“.</p>
<p>Frage Cem, sinngemäß: „Ich richte meine Frage an Manuel Hagel. Unter Winfried Kretschmann haben wir zehn Jahre gut zusammen regiert, in guten wie in schlechten Zeiten. “</p>
<p>Antwort Hagel, sinngemäß: „Ähm, tja … unser Land wurde gut regiert … ähm … daran haben wohl auch die Grünen einen Anteil.“</p>
<p>Hagel macht einen Wahlkampf, als wäre er nicht Fraktionsvorsitzender in dieser Koalition, als würde die CDU nicht seit zehn Jahren für Wirtschaft und für Innenpolitik Verantwortung tragen. Digitalisierung liegt in einem CDU-Ressort. Und alle Daten deuten darauf hin, dass die einzige mögliche Koalition im demokratischen Spektrum – je nachdem – Grün-Schwarz oder Schwarz-Grün sein wird. Aber ein positives Wort für die bisherige Regierung kommt ihm nicht über die Lippen.</p>
<p>Mich erinnert das an Merz, dessen vollmundigen Versprechen ja auch nur eine sehr begrenzte Halbwertszeit hatten. Verlässlichkeit sieht anders aus.</p>
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