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	<description>Das Blog von Till Westermayer * 2002</description>
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		<title>Photo of the week: Lizard – II</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Sep 2026 15:35:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&#160; Ich komme gerade von der „Zeit zu handeln“-Demo in Freiburg. 7500 bis 10000 Menschen (was gut ist), viel linke Szene, Gewerkschaften, etc., aber Lücken in Richtung „Breite der Bevölkerung“ – ich muss noch drüber nachdenken, wie ich das finde, und warum es nicht gelingt, breiter zu mobilisieren. Solange: ein recht unpolitisches Foto einer Mauereidechse.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="foto"><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55499346988/in/dateposted-public/" title="Lizard - II"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55499346988_42f58dcaec_c.jpg" width="800" height="533" alt="Lizard - II"></a></div>
<p>&nbsp;<br>
Ich komme gerade von der „Zeit zu handeln“-Demo in Freiburg. 7500 bis 10000 Menschen (was gut ist), viel linke Szene, Gewerkschaften, etc., aber Lücken in Richtung „Breite der Bevölkerung“ – ich muss noch drüber nachdenken, wie ich das finde, und warum es nicht gelingt, breiter zu mobilisieren. Solange: ein recht unpolitisches Foto einer Mauereidechse.</p>
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		<title>Photo of the week: View from the water, Opfinger See, Freiburg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Sep 2026 19:40:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&#160; Am Wochenende saß ich erst fünf Stunden länger als geplant im Zug, und war dann u.a. damit beschäftigt, das Ergebnis der Sachsen-Anhalt-Wahl zu verdauen – deswegen kommt das aktuelle Foto der Woche erst heute. Zu sehen ist mal wieder mein Lieblingssommerort, der Opfinger See, aus einer wie ich finde interessanten Perspektive.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="foto"><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55496695411/in/dateposted-public/" title="View from the water, Opfinger See, Freiburg"><img decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55496695411_6bace0efac_c.jpg" width="800" height="600" alt="View from the water, Opfinger See, Freiburg"></a></div>
<p>&nbsp;<br>
Am Wochenende saß ich erst fünf Stunden länger als geplant im Zug, und war dann u.a. damit beschäftigt, das Ergebnis der Sachsen-Anhalt-Wahl zu verdauen – deswegen kommt das aktuelle Foto der Woche erst heute. Zu sehen ist mal wieder mein Lieblingssommerort, der Opfinger See, aus einer wie ich finde interessanten Perspektive. </p>
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		<title>Sachsen-Anhalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2026 15:57:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Die stark gestiegenen Wahlbeteiligung war ein erstes Warnsignal. Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt dann nicht weit weg von der schlimmstmöglichen Variante einer direkten AfD-Mehrheit. Statt dessen (mit einer gehörigen Portion Ironie des Schicksals) eine AfD mit 39 Sitzen – drei weniger als die absolute Mehrheit von 42 Sitzen – und auf der anderen Seite &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/09/sachsen-anhalt/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Sachsen-Anhalt“ </span>weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die stark gestiegenen Wahlbeteiligung war ein erstes Warnsignal. Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt dann nicht weit weg von der schlimmstmöglichen Variante einer direkten AfD-Mehrheit. Statt dessen (mit einer gehörigen Portion Ironie des Schicksals) eine AfD mit 39 Sitzen – drei weniger als die absolute Mehrheit von 42 Sitzen – und auf der anderen Seite CDU, SPD, Grüne und Linke mit zusammen ebenfalls 39 Sitzen. Die restlichen fünf Mandate entfallen auf das BSW, das mit 5,3 Prozent recht knapp neu in den Landtag gekommen ist. Und damit prompt eine Rolle als Zünglein an der Waage bekommt.</p>
<p>Die Landesverfassung Sachsen-Anhalts sieht vor, dass es zwei Wahlgänge zum Ministerpräsidentenamt gibt, bei denen eine absolute Mehrheit notwendig ist. Bis 2020 gab es zudem noch eine harte Frist, wann diese Wahl spätestens stattzufinden hat; das wurde gestrichen. Eine Frist gibt es jetzt nur noch für das Zusammentreten des Landtags zur konstituierenden Sitzung – übrigens eingeladen nicht durch eine Alterspräsidentin, sondern durch den amtierenden Landtagspräsidenten von der CDU. Diese konstituierende Sitzung muss spätestens am 6. Oktober stattfinden.</p>
<p>Wenn in den beiden Wahlgängen keine absolute Mehrheit erreicht wird, gibt es zunächst eine Abstimmung über die Selbstauflösung des Landtags. Auch hierzu ist eine absolute Mehrheit notwendig. Scheitert diese Abstimmung, kommt es schließlich zum dritten Wahlgang, bei dem die relative Mehrheit ausreicht.</p>
<p>In diesem dritten Wahlgang hätte bei Enthaltung des BSW und aktiver Beteiligung aller anderer Abgeordneter einschließlich der Linken weder der Kandidat der AfD noch eine Kandidatin für CDU, SPD, Grüne und Linke eine Mehrheit. Damit bliebe die bisherige CDU-geführte Regierung geschäftsführend – und ohne Mehrheit im Landtag – im Amt.</p>
<p>Anders sieht es aus, sobald Abgeordnete des BSW aktiv für einen AfD-Kandidaten stimmen, oder wenn Abgeordnete der Linken sich enthalten. Dann wäre recht schnell der Weg für einen AfD-MP frei, der dann Minister*innen ernennen könnte.</p>
<p>Was wäre noch denkbar? Teile der CDU könnten, verrannt in das Gefühl, eine „demokratische“ Wahl unterstützen zu müssen, und vielleicht auch inhaltlich näher an der AfD, als uns das lieb sein kann, eine Minderheitsregierung eines AfD-MPs unterstützen. Damit würde die CDU im Bund vermutlich endgültig implodieren. Aber ob das das Kalkül von Landtagsabgeordneten leitet?</p>
<p>Die einzige halbwegs realistische positive Wendung, die mir noch einfällt, wäre tatsächlich eine überparteiliche Person, auf die sich die Parteien von BSW bis CDU einigen, um dann eine technokratische Regierung einzusetzen. Sonderlich stabil wäre das nicht. </p>
<p>Neben der Regierungsfrage zwischen Chaos und Sturz in blaubraune Zeiten (auch wenn die AfD bei weitem nicht alles umsetzen könnte, was sie sich vorgenommen hat, weil vieles davon nicht in Landeskompetenz liegt oder Verfassungsänderungen voraussetzen würde, bleibt genug, was eine AfD-geführte Regierung schlimmes tun könnte) hängen an 44 Prozent AfD noch eine ganze Reihe anderer Fragen. Das beginnt beim Landtagspräsidenten, geht über die meist proportional ausgerichtete Besetzung externer Gremien bis zur Frage der Ausschussgröße. Alles keine schönen Aussichten. Und ein Landtag, in dem die Arbeit etwa der acht grünen MdL alles andere als vergnügungssteuerpflichtig werden wird.</p>
<p>Wenn die Nachwahlbefragungen halbwegs stimmen, hat die AfD insbesondere Nichtwähler*innen mobilisiert. Ihre höchsten Werte erreicht sie im (ausblutenden) ländlichen Raum. Das schlechteste Ergebnis von „nur“ 18 Prozent dagegen in einem der Wahlkreise im Halle – Grüne kommen hier auf 33 Prozent, in Halle und Magdeburg konnte die Linke zudem Direktmandate erringen. Besonders gute Werte erreichte die AfD unter Menschen mit formal niedriger Bildung, unter Männern und in der mittleren Altersgruppe. Zudem haben viele Menschen, die ihre eigene Lage sozial als schlecht bewerten, AfD gewählt.</p>
<p>Ich vermute, dass gerade diese soziodemografischen Gruppen im Falle einer AfD-Regierung eher noch schlechter dastehen werden – und dass sie, Stichwort kognitive Dissonanz, dies dann trotzdem nicht der AfD zuschreiben werden, sondern andere Schuldige finden werden.</p>
<p>Denjenigen in Sachsen-Anhalt, die nicht AfD gewählt haben, kann ich nur einen langen Atem und Durchhaltevermögen wünschen. Und ja: wir müssen auch darüber nachdenken, was an praktischer Solidarität notwendig sein wird, um z.B. soziale, demokratische und ökologische Projekte zu unterstützen, deren Finanzierung eingestellt wird. (Apropos: das sind genau die Grundsätze, zu denen die Landesverfassung Sachsen-Anhalt alle Institutionen verpflichtet.)</p>
<p>Und dann gibt es die anderen beiden Punkte. Ich glaube nicht daran, dass eine mögliche AfD-Regierung sich schnell entzaubern wird. Sie wurde nicht für Inhalte gewählt, sondern – jedenfalls von vielen – wohl eher für ein bestimmtes Gefühl. Das kann die AfD auch bedienen, wenn sie ganz objektiv Murks baut. Darauf sollten wir uns also nicht verlassen.</p>
<p>Und das andere sind die Interdependenzen. Sachsen-Anhalt ist eines von 16 Bundesländern, die in ganz unterschiedlichen Formaten im steten Austausch stehen und viel der Politik in Landeskompetenz untereinander abstimmen. Was wird da passieren – und welche Folgen wird das für fünfzehn andere Bundesländer haben, wenn ein Land hart nach rechts zieht? Schon jetzt merken wir ja, wie erfolgreich die AfD darin ist, das Sagbare zu verschieben und die Politik aus der Opposition heraus zu beeinflussen; über diverse mediale Transmissionsriemen genauso wie aufgrund der Unionsstrategie, Feuer mit Feuer zu bekämpfen und Teile der AfD-Programmatik und Sprache zu übernehmen.</p>
<p>Selbst wenn es bei Sachsen-Anhalt bleibt, die Wahlen im Mecklenburg-Vorpommern und Berlin anders ausgehen und wir keine Dominoeffekte in Thüringen und Sachsen beobachten, betrifft uns das alle. Eine gesichert rechtsextreme Partei in dieser Stärke bleibt nicht ohne Wirkung. (Vielleicht wäre Radioaktivität die bessere Metapher als Feuer.)</p>
<p>Es wird jetzt eine Reihe von Demos geben. Die Zivilgesellschaft handelt, und das ist gut so. Aber solange die Medien glauben, eine gute Story sei wichtiger als die Frage, ob sie damit beitragen, unsere Demokratie zu gefährden; solange Journalist*innen und Beamt*innen „vorsichtshalber“ schon mal zurückrudern; solange die drei zuständigen Institutionen vor einem Prüfverfahren vor dem Verfassungsgericht zurückschrecken, – solange das so ist, reicht zivilgesellschaftliches Engagement nicht aus, um die blaue Gefahr wieder zurückzudrängen.</p>
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		<title>Science Fiction und Fantasy im August 2026</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2026 14:29:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Kurz hatte ich mit dem Gedanken gespielt, um 5 Uhr wach genug zu sein, um mir die diesjährige Verleihung der Hugo-Awards anzuschauen – die Worldcon findet in Los Angeles statt, dort ist es das Abendprogramm. Ganz gelungen ist es mir nicht, aber immerhin habe ich dann doch zugeschaut, wie T. Kingfisher mit wechselnden Hüten und &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/08/science-fiction-und-fantasy-im-august-2026/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Science Fiction und Fantasy im August 2026“ </span>weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55479973261/in/dateposted-public/" title="Trainjourney morning"><img decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55479973261_dc2d683fb1_c.jpg" width="800" height="450" alt="Trainjourney morning"></a></p>
<p>Kurz hatte ich mit dem Gedanken gespielt, um 5 Uhr wach genug zu sein, um mir die diesjährige Verleihung der Hugo-Awards anzuschauen – die Worldcon findet in Los Angeles statt, dort ist es das Abendprogramm. Ganz gelungen ist es mir nicht, aber immerhin habe ich dann doch zugeschaut, wie T. Kingfisher mit wechselnden Hüten und biologischen Faktoiden die letzten paar Awards anmoderierte. </p>
<p>Die komplette Übersicht darüber, wer was gewonnen hat (und die sehr in die Tiefe gehenden administrativen Berichte über die Wahl) finden sich auf der <a href="https://www.lacon.org/2026hugos/">Seite der LACon V</a>. In den meisten Kategorien landeten meine persönlichen Favoriten auf dem zweiten oder dritten Platz. Cool finde ich, dass Ada Palmers <em><a href="https://blog.till-westermayer.de/2025/04/science-fiction-und-fantasy-im-maerz-2025/">Inventing the Renaissance</a></em> als <em>best related work</em> gewonnen hat. </p>
<p>Und wie jedes Jahr hat der Hugo-Award auch die Funktion – für mich jedenfalls – mich auf Bücher, Serien, Computerspiele, Kurzgeschichten usw. hinzuweisen, die ich bisher nicht kannte. Die ausführliche Liste der Nominierungen ist da hilfreich. Nebeneffekt: mein (virtueller) Stapel der zu lesenden Bücher wird nicht kleiner, selbst nach diesem August nicht, in dem ich recht viel Zeit zum Lesen (und zum Anschauen von Filmen) gefunden habe.</p>
<p><span id="more-13617"></span>Aufgrund der großen Zahl schreibe ich hier jetzt nichts über die (für mich eher durchwachsene) 4. Staffel von <em>Star Trek: Strange New Worlds</em>, sondern packe das bei Gelegenheit – und wenn das Staffelfinale durch ist – in einen eigenen Blogbeitrag. Ansonsten angeschaut habe ich die ersten fünf Folgen der dritten Staffel von <em>Silo</em> (Apple TV), die ich trotz einiger Plotholes weiter packend fand. Auch wenn weiter offen ist, wie der inzwischen mehr Raum einnehmende gegenwartsnahe Strang über amerikanische Politik und Medizin dann am Schluss wirklich mit der zukünftigen Timeline einer seit hundert Jahren in unterirdischen Silos lebenden Gesellschaft zusammenpasst. </p>
<p>Gemeinsam mit Z. und R. angeschaut habe ich die zweite Staffel von <em>Avatar – The Last Airbender</em> (Netflix). Da ich die gezeichnete Vorlage nicht kenne, weiß ich nicht, wie gut das umgesetzt wurde – für sich genommen gutes Kino, auch weil am Schluss der Staffel eben nicht der große Sieg von Gut gegen Böse steht, und weil alle Hauptpersonen eben auch Schwächen und traumatische Seiten haben. Nebenbei wird einiges über <em>found families</em> und familiäre Erwartungen, politische Intrigen, <em>follow your heart</em> und (enttäuschtes) Vertrauen kommuniziert. </p>
<p>An die auf ein Finale gekürzte dritte Staffel von <em>Good Omens</em> (Prime) bin ich mit gemischten Gefühlen herangegangen – einerseits wegen der Causa Gaiman, andererseits auch, weil ich dachte, dass die Geschichte weitgehend auserzählt ist. Insofern passte es dann, dass die dritte Staffel nur aus einem Film besteht, der sich zwei Fragen widmet: der Beziehung zwischen dem (in himmlische Spitzenämter beförderten und damit kaltgestellten) Engel Aziraphale und dem Dämonen Crowley (Spoiler: ein gutes Ende), und, hm, einer ziemlich kritischen Auseinandersetzung mit Grundannahmen der christlichen Religion vom Zulassen von Leid durch eine allwissende Gottheit bis zur Frage des freien Willens (Spoiler: so richtig gut schneiden da weder Himmel noch Hölle ab, und auch hier: ein gutes Ende). Den einen oder anderen Nebenplot hätte man da sogar noch kürzen können, und auch so: optisch hervorragend, die beiden Hauptpersonen sind mir ans Herz gewachsen, aber insgesamt hat sich <em>Good Omens</em> doch etwas verlaufen, also ausgewaschen und verirrt. </p>
<p>Unterhaltsam, aber nicht besonders tiefgründig fand ich <em><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Milky_Subway:_The_Galactic_Limited_Express">Milky Subway: The Galactic Limited Express</a></em> (Netflix), auf die ich beim Zappen zwischen Plattformen zufällig gestoßen bin: Kleinkriminelle Jugendliche müssen einen wild gewordenen Weltraumexpresszug stoppen. Mit Rückblenden und der einen oder anderen Überraschung und humorvollen Seitenbemerkung gut erzählt. </p>
<p>Nicht zuletzt habe ich die Verfilmung von Andi Weirs <em>Project Hail Mary</em> („Der Astronaut“) angeschaut – in Marburg im riesigen Freiluftkino, am Ende der Vorführung mit sternklarem Himmel. Und ja: das Buch ist gut umgesetzt, genügend große Teile der dahinter stehenden Wissenschaft* sind sauber recherchiert und dargestellt, und am Schluss ist es – trotz einiger mehr oder weniger pubertärer Scherze – deutlich weniger Bro Movie geworden, als ich das beim Lesen befürchtet habe. Also: durchaus anguckbar! (* Die Grundannahme des Films, sprich: im All lebende sternenfressende Bakterien, ist allerdings Quatsch und noch dazu wirkt die Lösung des Problems bei näherer Betrachtung unlogisch; und die Lichtgeschwindigkeit scheint mir ebenfalls nur teilweise beachtet worden zu sein …).  </p>
<p>Damit zu den Büchern. Inzwischen ist der zweite Band von <em>Metropolia</em> (2026) von Fred Duval und Ingo Römling herausgekommen. <em>Metropolia – Die Außenbezirke</em> ist eine Graphic Novel in einem apokalyptischen Berlin, in dem der Privatermittler Sascha Jäger im Auftrag des titelgebenden Konzerns Metropolia unterwegs ist, um Fälle zu lösen – hier einen Brand(anschlag) auf einige gigantische Baumaschine in den „Außenbezirken“. Zugleich ist das Buch eine Geschichte über Flucht und eine Zeit nach der globalen Bewegungsfreiheit, die wir heute für selbstverständlich nehmen. Wäre durchaus verfilmbar.</p>
<p>Apropos Berlin: von der Metropolcon hatte ich mir die von Hannes Riffel herausgegebene Anthologie (oder, wie sich das Buch selbst nennt, den Verlagsalmanach) <a href="https://carcosa-verlag.de/unsere-buecher/das-flirren-der-hoffnung/"><em>Das Flirren der Hoffnung</em></a> (2026) mitgebracht. Neben Kurzgeschichten (u.a. von Becky Chambers und Aiki Mira) enthält das Buch v.a. Texte über das Schreiben und Übersetzen von <em>speculative fiction</em>. Das eröffnet noch einmal ein anderes Fenster auf Science Fiction und Fantasy und erinnert daran, dass beim nicht-muttersprachlichen Lesen in englischer Sprache – der üblichen Konsumform, in der ich diese Medien zu mir nehme – doch die eine oder andere Nuance, das nur angedeutete Bild oder der hintergründige Bezug verloren gehen mag. Gekauft hatte ich mir das Buch auch, weil ich das Projekt des Carcosa-Verlags – Werkausgaben wichtiger Autor*innen in neuer Übersetzung – spannend und unterstützenswert finde, und die Buchgestaltung hervorragend gelungen ist.</p>
<p>Sehr zu empfehlen: John Chus kurzer Roman <em>The Subtle Art of Folding Space</em> (2026). Auf einer Ebene geht es um das Verhältnis von Ellie zu ihrer Schwester Chris; Ellie ist unser Fokuspunkt, und das Buch beginnt damit, dass sie es ganz normal findet, dass Chris jede Woche neue Anschläge auf sie plant. Die aus Taiwan stammende Mutter der beiden liegt im Sterben – und selbst das wird von Chris gegen Ellie genutzt. Interessant wird diese Geschichte nun durch einen innovativen Worldbuilding-Kniff: Ellie folgt der Berufung ihrer Mutter, die eine Meisterin darin war, Reparaturen im Skunkwork vorzunehmen, und so unsere Welt vor dem Untergang zu bewahren. Das Skunkwork ist der Mechanismus, der unser Universum am Laufen hält, und der selbst in einem anderen Universum liegt. Dass es dieses Skunkwork gibt, scheint in der Welt des Romans bekannt zu sein, aber ihm wird von den meisten Menschen keine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Und auch das Universum, in dem „unser“ Skunkwork liegt, hat Zugriff auf Maschinen im Universum eins außerhalb. Während der Mechanismus für Ellie aus Rohren und Ventilen, Puffern und Laufzeiten besteht, visualisiert ihr Cousin Daniel die Korrektheit von Bestandteilen des Skunkworks am liebsten in Form chinesischen Essens, das er scheinbar aus dem Nichts erscheinen lässt. Anderswo tauchen in mehr als drei Dimensionen gefaltete Platten aus Luft auf, die als Blaupause dienen. Ellie muss mit Daniels Hilfe nun tiefer in das Skunkwork eintauchen, als ihr lieb ist, um herauszufinden, wer unautorisierte Änderungen vorgenommen hat – und was dahinter steckt. </p>
<p>Ebenfalls ein ungleiches Paar ermittelt in den beiden Folgebänden zu <a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/01/science-fiction-und-fantasy-winter-edition-2025-26/"><em>A Tainted Cup</em></a> von Robert Jackson Bennett (Shadow of the Leviathan). Dass die auf Biologie aufbauende Welt mit ihren Besonderheiten schon aus dem ersten Band bekannt ist, macht es einfacher, der durchaus vielschichtigen Geschichte zu folgen. Die exzentrische Detektivin Ana – die möglicherweise mehr oder anderes ist, als es scheint – und ihr Assistent Din, der biologisch so verändert wurde, dass er ein perfektes Gedächtnis aufweist, begeben sich in <em>A Drop of Corruption</em> (2025) in ein Grenzgebiet, das noch nicht zum Reich Khanum gehört. Der Weg dorthin führt durch den Dschungel, so richtig willkommen werden sie nicht geheißen – und doch sollen sie den zunächst unerklärbaren Mord an einem Finanzbeamten aufklären. Je mehr sie an einzelnen Fäden ziehen, desto tiefer geht es in ein Geflecht von Intrigen und Verschwörungen. Gut erzählt, mit dem einen oder anderen Punkt, der zum Nachdenken anregt (ja, auch über Könige) und weitgehend glaubwürdig in einer komplett fremdartigen Welt. In <em>A Trade of Blood</em> (2026) verschlägt es Ana und Din in eine Art dünn übertünchten Wilden Westen mit einem Streit zwischen zwei Familienclans (Superkuhherden vs. Futteranbau mit Hilfe von Katzen, und ein bisschen Romeo und Julia spielt auch hinein). Auch <em>A Trade of Blood</em> ist gut geschrieben und spannend zu lesen, ich fand dann aber doch einiges vorhersehbarer und anderes unglaubwürdiger als in den beiden vorausgehenden Romanen. </p>
<p>Nach <em>Slow Gods</em> im Juli habe ich jetzt Claire Norths älteren Roman <em>The First Fifteen Lives of Harry August</em> (2014) gelesen und kann ihn empfehlen. North geht von der Prämisse aus, dass unter uns Menschen leben, die wiedergeboren werden – und zwar nicht in einen neuen Körper. Vielmehr beginnt für diese ihr Leben erneut, zum selben Zeitpunkt und in den selben Umständen, aber mit dem Wissen der vorherigen „Durchläufe“. Damit lässt sich, wenn man nicht verrückt wird, natürlich einiges anfangen – Reichtum und Mäzenatentum, der eine oder andere Stups, um die Welt zu verbessern – oder auch der Versuch, mit dem Wissen um die Zukunft diese ganz neu zu gestalten (was andere verhindern wollen). Der titelgebende Harry August ist einer dieser Menschen, geboren 1919 in einem Waschraum, dann von der Gärtnerfamilie eines Landguts adoptiert, mal Mediziner, mal spiritueller oder weltlicher Entdeckungsreisender, mal Professor der Mathematik. North gibt Harry August einen Erzählton distanziert zu seinem eigenen Leben (kein Wunder, beim vierzehnten oder fünfzehnten Durchlauf), und trotzdem bleibt genügend Humanismus und freier Wille übrig in diesem ganz anderen Ansatz, Zeitreisen zu erzählen. (Und wenn ich auf die Romane von North gucke, die ich bisher gelesen habe, dann wechseln zwar wild die Genres, dieser Grundton bleibt jedoch.) </p>
<p><em>The Unmagical Life of Briar Jones</em> (2025) von Lex Croucher wird teilweise als <em>young adult</em> eingeordnet, von Croucher selbst allerdings nicht, auch wenn es um das Erwachsenwerden von Briar Jones geht. Unsere non-binäre Hauptperson wächst in einer englischen Kleinstadt auf dem Biobauernhof des Stiefvaters auf. Die Kindheit ist durch die Freundschaft zu Seb gekennzeichnet, dessen adeligen Eltern weitgehend abwesend sind – umso mehr Gelegenheit für Briar und Seb, auf den Feldern des Gutes herumzustreifen. Und beide wollen selbstverständlich später auf die von Gerüchten umwobene nahe Temple School gehen. Dass sie mit vollem Namen Temple School of Thaumaturgy heißt, wissen nur Eingeweihte. Seb wird angenommen, Briar nicht. Erst über einen Sommerjob einige Jahre später kommt Briar auf das Schulgelände, und stellt nun fest, dass dieser alte Wunschort zwar tatsächlich eine magische Schule ist (und dass die Architektur pittoresk ist). Magie heitß: die Schüler*innen lernen, andere gegen deren Willen zu beeinflussen. Von den grausamen Aufnahmeritualen bis zur strikten Hierarchie ist die Temple School alles andere als ein schöner Ort. Und Seb ist Teil einer Clique, die ganz oben in der Pyramide des Terrors steht. Briar findet Anschluss an ein queeres Dreiergespann, das die Öffentlichkeit darüber aufklären möchte, durch was für eine Schule Premierminister und Wirtschaftschefinnen hier gehen. Oder ist alles nur ein Plot der Hausmeisterin? Dark Academia, teilweise sehr düster – auch deswegen, weil ein Magiesystem, zu dem gehört, dass diejenigen, die es beherrschen, von anderen alles verlangen können, schnell zu Grausamkeit führt, die Croucher dann auch deutlich beschreibt. Und ja, einen Enemies-to-Lovers-Plot gibt es natürlich auch – zugleich stellt sich heraus, dass es auch in Briars Vergangenheit dunkle Flecken gibt. Diese gut geschriebene Ambivalenz und Komplexität der Charaktere hat mir gefallen. </p>
<p>Ganz neu erschienen ist <em>Everybody’s perfect</em> (2026) von Jo Walton. Dieser Reigen miteinander verwobener Geschichten spielt in einer Art spirituellen Spiegelwelt unserer Stadt Venedig – die im Nebel erscheinende Serenissima, die von verschiedenen Welten aus erreichbar ist. Dementsprechend leben hier neben Menschen aus „unserem Venedig“ (wobei da nicht unterschieden wird, in der Serenissima ist auch jemand aus dem heutigen Nordamerika ein Venezianer oder eine Venezianerin) ganz unterschiedliche Wesen. Teils sind sie humanoid, nur dass sie ein Katzen- oder Hundegesicht haben, das sich im Zweifel hinter einer Maske verstecken lässt, teils kommen sie aus ganz anderen Gesellschaften und erinnern eher an Vögel oder pflanzenverzierte Dominos. Die Erzählform als Reigen, die die Geschichte von einer zur nächsten Person weiterreicht, die in der vorherigen Erzählung jeweils am Rande vorkommt, ermöglicht den Einblick in ganz unterschiedliche Lebenswelten in dieser magischen Stadt. Jenseits der Form zieht sich eine Geschichte über Krankheiten und Körper, Akzeptanz und Lebensformen, Reichtum und Macht durch das Buch – im Vordergrund stehen jedoch die Charaktere und das Worldbuilding.   </p>
<p>Über Waltons monatliche Leseliste bin ich auf die zwei neue(re)n Bände von K.J. Parker gestoßen, die den Anfang der „Loyal Opposition“-Trilogie bilden: <em>Sister Svangerd and the Not Quite Dead</em> (2026) und <em>Sister Svangerd and the Devil You Know</em> (2026). Ein dritter Band ist für Dezember angekündigt. Die Bücher von Parker, die ich bisher gelesen habe, spielten mehr oder weniger in einem Analogum zum Römischen Reich; hier sind wir nun im Mittelalter angelangt. Erzählt werden die Bücher von einem eher besserwisserischen Mönch und Kopisten, der sich als Atheist zu erkennen gibt – und den Zeiten nachtrauert, als nicht nur einige wenige Bücher in dritter Kopie existierten, sondern Menschen noch wussten, wie … Zusammen mit der titelgebenden Nonne Svangerd bildet er ein Duo für die besonderen Fälle. In diesem Setting nehmen beide (im ersten Band) mit einem Spezialauftrag an einem Konzil in einer ehemals glänzenden Stadt teil bzw. versuchen (im zweiten Band) ein Buch mit dämonischen Kräften von einer Pirateninsel zu stehlen. Der Ich-Erzähler macht Pläne, die meist nicht aufgehen, und beeindruckt ansonsten vor allem durch seine Körpergröße; die fromme Svangerd scheut dagegen nicht davor zurück, ein Messer oder ein Schwert zu zücken und ist am Ende oft diejenige, die beide aus üblen Situationen raushaut. Aktion gibt es also genug. Und dann tauchen noch allerhand übersinnliche Gestalten auf: im ersten Band beispielsweise eine Art Zombies (aus Sicht des Ich-Erzählers, der dieses Phänomen aus seiner Jugend in der gottverlassenen Gegend der Mesoge kennt, ist das irgendwas naturgeschichtlich erklärbares) sowie eben diverse Agent*innen der „loyalen Opposition“, sprich: des Teufels. Diese suchen immer wieder das Gespräch mit dem Ich-Erzähler, der jedoch auf seinem Atheismus beharrt und sich nicht so recht vom großen Plan (und dessen Verästelungen) überzeugen lässt. </p>
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		<title>Photo of the week: Nationalpark – III</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Aug 2026 09:07:47 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[winfried kretschmann]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Die jährliche Teamklausur findet fast schon traditionell im Nationalpark Schwarzwald statt. Nebenbei eine Gelegenheit, um zu sehen, wie der 2014 eingerichtete Nationalpark von Jahr zu Jahr „eine Spur wilder“ wird und wie die Natur übernimmt. Vermutlich – neben der Politik des Gehörtwerdens – das Projekt der Regierungszeit Kretschmann mit der stärksten Dauerwirkung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="foto"><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55480397630/in/dateposted-public/" title="Nationalpark - III"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55480397630_4f30673a55_c.jpg" width="800" height="533" alt="Nationalpark - III"></a></div>
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Die jährliche Teamklausur findet fast schon traditionell im Nationalpark Schwarzwald statt. Nebenbei eine Gelegenheit, um zu sehen, wie der 2014 eingerichtete Nationalpark von Jahr zu Jahr „eine Spur wilder“ wird und wie die Natur übernimmt. Vermutlich – neben der Politik des Gehörtwerdens – das Projekt der Regierungszeit Kretschmann mit der stärksten Dauerwirkung. </p>
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		<title>Photo of the week: Sonnenhut – I</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2026 08:32:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&#160; Licht flutet durch die Blüten des Sonnenhuts und verspricht einen weiteren Sommertag. Inzwischen sind die Blüten längst ausgeblichen und verblüht, und das Wetter fühlt sich schon wieder sehr nach Herbst an.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="foto"><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55463437796/in/dateposted-public/" title="Sonnenhut - I"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55463437796_f7632d56f3_c.jpg" width="800" height="533" alt="Sonnenhut - I"></a></div>
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Licht flutet durch die Blüten des Sonnenhuts und verspricht einen weiteren Sommertag. Inzwischen sind die Blüten längst ausgeblichen und verblüht, und das Wetter fühlt sich schon wieder sehr nach Herbst an.</p>
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		<title>Kurz: Ungeliebte Chatbots</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Aug 2026 14:48:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitales Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Einer der Nebeneffekte der Zeit der großen Sprachmodelle sind Chatbots als Erstkontakt bzw. Ersatz für Kund*innen-Kontakt. Zumindest in meiner erweiterten Bubble kommen diese nicht so gut an: Nur drei Prozent der Teilnehmer*innen an der Umfrage nutzen Chatbots gerne. Sechs Prozent würden sie gerne nutzen, wenn sie besser funktionieren würden, der Rest nutzt sie widerwillig (16 &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/08/kurz-ungeliebte-chatbots/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Kurz: Ungeliebte Chatbots“ </span>weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Einer der Nebeneffekte der Zeit der großen Sprachmodelle sind Chatbots als Erstkontakt bzw. Ersatz für Kund*innen-Kontakt. Zumindest in meiner erweiterten Bubble kommen diese nicht so gut an:</p>
<figure id="attachment_13670" aria-describedby="caption-attachment-13670" style="width: 525px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/08/IMG_5650.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/08/IMG_5650-532x640.jpeg" alt width="525" height="632" class="size-large wp-image-13670" srcset="https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/08/IMG_5650-532x640.jpeg 532w, https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/08/IMG_5650-199x240.jpeg 199w, https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/08/IMG_5650-768x924.jpeg 768w, https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/08/IMG_5650.jpeg 982w" sizes="auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px"></a><figcaption id="caption-attachment-13670" class="wp-caption-text">Screenshot einer <a href="https://mastodon.social/@_tillwe_/117121248490878155">Umfrage</a> auf Mastodon.</figcaption></figure>
<p>Nur drei Prozent der Teilnehmer*innen an der Umfrage nutzen Chatbots gerne. Sechs Prozent würden sie gerne nutzen, wenn sie besser funktionieren würden, der Rest nutzt sie widerwillig (16 Prozent) oder versucht, die Nutzung zu vermeiden (75 Prozent). </p>
<p>Das finde ich durchaus erstaunlich für etwas, das gefühlt jede Behörde und jedes Unternehmen „haben muss“. Klar, aus der Sicht der Organisation spart so ein „niedrigschwelliger“ Chat Personal. Trotzdem klingt das so, als wäre eine gut gepflegte Website/FAQ und ein E‑Mail-Kontakt (und ggf. eine Telefonnummer) viel zielführender als ein Bot-pop-up.</p>
<p>Ich würde gerne wissen, ob diese Wahrnehmung empirisch bestätigt wird, sprich, ob es Untersuchungen dazu gibt, was zu höherer Kund*innen-Zufriedenheit führt. Hinweise dazu gerne im Kommentarfeld.</p>
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		<title>Der kalte Sommer des Jahres Zweitausendsechsundzwanzig</title>
		<link>https://blog.till-westermayer.de/2026/08/der-kalte-sommer-des-jahres-zweitausendsechsundzwanzig/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Aug 2026 13:40:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das Wetter]]></category>
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					<description><![CDATA[Alle, die dabei waren, wissen, dass diese Überschrift beißender Spott ist. Irgendwann haben wir aufgehört, die Hitzewellen zu zählen. Vielleicht nach der dritten? Dieser Sommer war der mit dem sehr heißen Juni, dem sehr heißen Juli und dem sehr heißen August. Plötzlich war 35° Celsius eine ganz normale Temperatur, richtig heiß war es erst, als &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/08/der-kalte-sommer-des-jahres-zweitausendsechsundzwanzig/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Der kalte Sommer des Jahres Zweitausendsechsundzwanzig“ </span>weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55461418429/in/dateposted-ff/" title="Dry summer, Freiburg-Rieselfeld"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55461418429_68571ce844_c.jpg" width="800" height="450" alt="Dry summer, Freiburg-Rieselfeld"></a></p>
<p>Alle, die dabei waren, wissen, dass diese Überschrift beißender Spott ist. Irgendwann haben wir aufgehört, die <a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/06/into-the-heat/">Hitzewellen </a>zu zählen. Vielleicht nach der dritten? Dieser Sommer war der mit dem sehr heißen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hitzewelle_in_Europa_im_Juni_2026">Juni</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCrre_und_Hitze_in_Europa_2026">dem sehr heißen Juli und dem sehr heißen August.</a> Plötzlich war 35° Celsius eine ganz normale Temperatur, richtig heiß war es erst, als es in Richtung 40° Grad ging. </p>
<p>Um ehrlich zu sein: auch davor war es schon kaum auszuhalten. Nachts kühlte es auf vielleicht 25° ab; ein geschicktes Management des Lüftens und Verdunkelns ermöglichte es dann, die Temperatur in der Wohnung unter 30° zu halten, jedenfalls im Reihenhaus in Gundelfingen. Die Dachgeschosswohnung in Esslingen war nochmals ein ganz anderer Fall, der mich lehrte, wie unangenehm und wenig erholsam es ist, bei 30° und mehr zu schlafen, und wie sehr die tagelange und wochenlange Hitze an einem zehrt. </p>
<p><a href="https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/08/2026-08-innen.png"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/08/2026-08-innen-640x332.png" alt width="525" height="272" class="alignnone size-large wp-image-13652" srcset="https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/08/2026-08-innen-640x332.png 640w, https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/08/2026-08-innen-320x166.png 320w, https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/08/2026-08-innen.png 701w" sizes="auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px"></a><br>
<em>Durchschnittstemperatur im Haus (inkl. Keller)</em></p>
<p><a href="https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/08/2026-08-balkon.png"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/08/2026-08-balkon-640x368.png" alt width="525" height="302" class="alignnone size-large wp-image-13653" srcset="https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/08/2026-08-balkon-640x368.png 640w, https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/08/2026-08-balkon-320x184.png 320w, https://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2026/08/2026-08-balkon.png 705w" sizes="auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px"></a><br>
<em>Temperatur auf dem Balkon</em></p>
<p>Rausgehen? Eher nicht, wenn es sich vermeiden lässt. Wenn nicht, dann mit viel Sonnencreme und Hut. Große steinerne Plätze zeigen allen, die sie betreten, wie wichtig Begrünung und Hitzeschutz wären. In Gundelfingen fällt in die heißen Tage die Entscheidung, den Sonne-Platz dann doch zumindest ein bisschen zu begrünen, Vernebler und einen Trinkbrunnen aufzustellen. Immerhin. Eigentlich müsste bei öffentlichen Gebäuden bereits die Kühlung mit bedacht werden. So weit sind wir allerdings noch nicht.</p>
<p>Zu diesem Sommer – unangenehm heiß, körperlich spürbar, nein, mehr als das: tödlich heiß, dazu reicht ein Blick auf die Zahl der <a href="https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/klima/hitze/hitzetote-2026-1553029.html">Hitzetoten </a> – gehört die Dürre. Überall ist es gelb. Wir sehen verdorrtes Gras und Bäume im Herbstmodus. Und das geht schon seit Mitte Juni so. Reichlich Tomaten, das auch, aber die wollen auch jeden Tag gegossen werden. Die Regentonne ist natürlich längt leer. Die Landwirtschaft warnt vor drohenden Ernteverlusten. Ich gehe davon aus, dass die Lebensmittelpreise im Herbst erneut steigen werden. Nicht wegen der hohen Kosten, sondern weil das Angebot sinken wird. </p>
<p>Und zu diesem Sommer gehören die Waldbrände – erst in Frankreich und Spanien, also weit weg. Bei uns nur klein und schnell gelöscht, dort ein Böschungsbrand, dort ein Wäldchen, seit einigen Tagen nun die Nachrichten aus der Eifel und der belgischen Hohen Venn – größter Waldbrand, den es in NRW je gab; größter Waldbrand in Belgien, dort brennt inzwischen auch der Torf im Hochmoor. Evakuierte Orte, hunderte Hektar in Flammen. In diesem Ausmaß ist das neu, glaube ich. Und natürlich sind unsere Ökosysteme nicht auf eine „Feuersaison“ vorbereitet.</p>
<p>Das große „told you so“ umfasst auch das Energiesystem. Flüsse führen Niedrigwasser, Massentransporte per Schiff, Kohle zum Beispiel, fallen ebenso aus wie die Kühlung der Atomkraftwerke in den Nachbarländern. Vielleicht braucht es mehr Solaranlagen über den Feldern, Agri-PV als Schattenspender. </p>
<p>Heute früh hat es dann zum ersten Mal seit langem wieder geregnet. Die Temperatur ist nicht mehr ganz so hoch. Mit dem Regenduft kommt Energie zurück. Mal sehen, wie die ausgebrannten Böden damit umgehen, wenn in den nächsten Tagen Gewitter größere Mengen Regen bringen. Am Nachmittag war jedenfalls alles, was heute früh gefallen ist, schon wieder verdunstet, der Boden trocken wie eh und je. </p>
<p>Der Sommer 2026 wird als einer der Hitzesommer in Erinnerung bleiben. Fragt sich nur, wie lange. Wann der nächste „Rekordsommer“ ihn ablöst, wann es als normal gelten wird, dass es im Sommer in Deutschland tropische Nächte und 40° am Tag hat. Und irgendwann wird dieser Sommer dann zu einem der kälteren werden. </p>
<p>Vorbereitet sind wir darauf nicht. Immerhin: die SPD im Bund fängt jetzt mal an, darüber nachzudenken, ob ein Bundesklimaanpassungspaket nicht hilfreich sein könnte. Die Kommunen jedenfalls sind eher überfordert, ob in den Ländern etwas geschieht, hängt vom Zufall der jeweiligen Regierungskonstellation ab. Eigentlich müssten jetzt Klimaschutz – um die mittelfristige Zukunft nicht noch schlimmer werden zu lassen – und Klimaanpassung in all ihren Aspekten von der Gesundheit über den Städtebau bis zu Wald und Landwirtschaft jetzt massiv an Bedeutung gewinnen. In einer Parallelwelt würde ein Bundeskanzler hier Orientierung geben, einen Masterplan auf den Tisch legen, davon sprechen, dass jetzt alle von der Zivilbevölkerung über die Vereine und Gewerkschaften, alle von Politik bis Wirtschaft an einem Strang ziehen müssten, und dass wir es gemeinsam schaffen können, schnelle Klimaanpassungsmaßnahmen umzusetzen, ambitionierte Klimaschutzpläne nicht nur aufzuschreiben, sondern sie zu verwirklichen und die Wirtschaft so aufzustellen, dass sie nicht mehr von fossilen Systemen abhängig ist. In dieser Timeline bleibt das ein Traum, stattdessen wird davon gesprochen, Subventionen für Agrardiesel auszubauen, die Energiewende abzubremsen und die Klimaziele nach hinten zu schieben. Alles andere ist Wetter, und wir sollen uns mal nicht so anstellen.</p>
<p>Zumindest die <a href="https://www.tagesschau.de/inland/spd-aktionsplan-hitzeschutz-100.html">SPD im Bund scheint aufgewacht zu sein</a> in diesem Sommer des Jahres 2026. Es wäre zu hoffen, dass dieser Vorstoß Erfolg hat. Und dass wir alle nicht in zwei Wochen wieder vergessen haben, wie unerträglich die Folgen der Klimakatastrophe heute schon sind.  </p>
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		<title>Photo of the week: Marburg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Aug 2026 16:05:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Photo of the week]]></category>
		<category><![CDATA[marburg]]></category>
		<category><![CDATA[reise]]></category>
		<category><![CDATA[universitätsstadt]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Landgrafenschloss liegt oberhalb der gestapelten Stadt; wir sind an diesem Wochenende sehr viele Treppen gestiegen. Spannend fand ich die Mischung aus studentisch geprägter Universitätsstadt mit politischer Geschichte und Haltung und die allgegenwärtige Fachwerkromantik. (Neo-)gotisches Gebäude der Alten Universität. Im Inneren der neuen Universitätsbibliothek. Und zum Abschluss ein Blick vom Schloss auf die Stadt (mit &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/08/photo-of-the-week-marburg/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Photo of the week: Marburg“ </span>weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<table>
<tr>
<td valign="top" width="50%">
<div class="foto"><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55457084814/in/dateposted-ff/" title="Landgrafenschloss, Marburg - 12"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55457084814_bff0f51d15_n.jpg" width="320" height="320" alt="Landgrafenschloss, Marburg - 12"></a></div>
<p>Das Landgrafenschloss liegt oberhalb der gestapelten Stadt; wir sind an diesem Wochenende sehr viele Treppen gestiegen.</p></td>
<td valign="top">
<div class="foto"><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55457028418/in/dateposted-ff/" title="Marburg political - 04"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55457028418_5e1a7c4b40_n.jpg" width="320" height="320" alt="Marburg political - 04"></a></div>
<p>Spannend fand ich die Mischung aus studentisch geprägter Universitätsstadt mit politischer Geschichte und Haltung und die allgegenwärtige Fachwerkromantik.</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign="top">
<div class="foto"><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55456669626/in/dateposted-ff/" title="Alte Universität Marburg - 09"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55456669626_50ae32512c_n.jpg" width="320" height="320" alt="Alte Universität Marburg - 09"></a></div>
<p>(Neo-)gotisches Gebäude der Alten Universität.</p></td>
<td valign="top">
<div class="foto"><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55457306815/in/dateposted-ff/" title="Universitätsbibliothek, Marburg - 05"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55457306815_25257e6569_n.jpg" width="320" height="320" alt="Universitätsbibliothek, Marburg - 05"></a></div>
<p>Im Inneren der neuen Universitätsbibliothek.</p></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2">
<div class="foto"><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55456917736/in/dateposted-ff/" title="Postcard view, Marburg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55456917736_f9330a4c9f_z.jpg" width="640" height="480" alt="Postcard view, Marburg"></a></div>
<p>Und zum Abschluss ein Blick vom Schloss auf die Stadt (mit Kirche St. Marien) bei Sonnenuntergang – <a href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/albums/72177720335077503">weitere Fotos auf Flickr</a>.
</p></td>
</tr>
</table>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Protokollnotiz zur Sonnenfinsternis</title>
		<link>https://blog.till-westermayer.de/2026/08/protokollnotiz-zur-sonnenfinsternis/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Aug 2026 19:39:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das Wetter]]></category>
		<category><![CDATA[Familiengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Freiburg]]></category>
		<category><![CDATA[Gundelfingen]]></category>
		<category><![CDATA[eclipse]]></category>
		<category><![CDATA[gundelfingen]]></category>
		<category><![CDATA[sonnenfinsternis]]></category>
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					<description><![CDATA[Doch, das war ganz eindrucksvoll, auch wenn es hier bei uns „nur“ 90 Prozent Bedeckung gab. Am Anfang eher unscheinbar, war dann irgendwann – genau um 20:17 Uhr – nur noch eine schmale Sonnensichel übrig, und danach wurde die Sonne wieder größer und versank als rosa-orangefarbener Mond im Sonnenuntergang. Zwischendrin wurde es, meine ich, merklich &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/08/protokollnotiz-zur-sonnenfinsternis/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Protokollnotiz zur Sonnenfinsternis“ </span>weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55459854324/in/album-72177720335096572/" title="Setting sun-moon - II"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55459854324_5fd94f093e_b.jpg" width="1024" height="683" alt="Setting sun-moon - II"></a></p>
<p><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55459789133/in/album-72177720335096572/" title="Eclipse collage"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="https://live.staticflickr.com/65535/55459789133_a47c93872b_n.jpg" width="320" height="320" alt="Eclipse collage"></a>Doch, das war ganz eindrucksvoll, auch wenn es hier bei uns „nur“ 90 Prozent Bedeckung gab. Am Anfang eher unscheinbar, war dann irgendwann – genau um 20:17 Uhr – nur noch eine schmale Sonnensichel übrig, und danach wurde die Sonne wieder größer und versank als rosa-orangefarbener Mond im Sonnenuntergang. Zwischendrin wurde es, meine ich, merklich kühler, und die Farben verloren an Sättigung. Angeguckt haben wir das Spektakel am Rebberg in Gundelfingen – auf den Wiesen war recht reger Betrieb; weiter unten im Ort fehlte die freie Sicht nach Westen.</p>
<p>Und weil so eine fast totale Sonnenfinsternis so oft nicht vorkommt, habe ich mal rausgekramt, was ich fast genau 27 Jahre zuvor in mein Tagebuch geschrieben habe – 1999 fand die letzte totale Sonnenfinsternis in Deutschland statt, allerdings lag Freiburg damals nicht im Kernschatten, der über Stuttgart und Karlsruhe verlief:</p>
<blockquote><p>11. August 1999</p>
<p>„Tag der Sonnenfinsternis“. Es ist bewölkt und regnerisch; meinen ursprünglichen Plan, nach Offenburg zu fahren, habe ich mangels Schutzbrille und mangels Lust auf Zugfahren aufgegeben. Stattdessen mit Mama nach St. Peter bzw. zum Kandel, in der Hoffnung, dort Sonne und den weiten Blick übers Land zu finden. Fehlanzeige: Der Kandel ist nebelumhangen, der weite Blick ins Land ist in St. Peter nicht vorhanden. Statt dessen schauen wir uns St. Peter an und finden dann bei allmählich aufklarendem Himmel einen netten Ort in den Wiesen, von wo aus zumindest die Gegend zu sehen ist.</p>
<p>Ich filme fleißig auf Video, wir gucken abwechselnd durch die Schutzbrille bzw. durch die Wolken, und tatsächlich – die Sonne wird zum Sichelmond. Allerdings wird es zwar merklich kälter und dunkler – aber keinesfalls Nacht. Auch die zwei bis fünf Prozent Sonne reichen für „Gewitterstimmung“ o.ä. aus. Nachher mache ich mir Vorwürfe, doch lieber in Karlsruhe oder Baden-Baden gewesen sein zu sollen – dort soll es richtig dunkel geworden sein. Naja. Vorbei.</p></blockquote>
<p>Zwischenzeitlich habe ich gehört, dass es auch in Karlsruhe damals alles andere als eindrucksvoll war. Spannend damals fand ich den Zeitpunkt, da war die Bedeckung nämlich mitten am Tag, so dass das Dunkler- und Kälterwerden eben wirklich seltsam wirkte. Anders als heute, als Sonnenfinsternis und Sonnenuntergang sich gut ergänzten.</p>
<p>Die nächste in Deutschland (knapp) sichtbare <em>totale</em> Sonnenfinsternis ist wohl <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_zentralen_Sonnenfinsternisse_in_Europa_im_21._Jahrhundert">2081</a>, und selbst die immerhin in Österreich sichtbare ringförmige Sonnenfinsternis 2075 kommt mir ein bisschen spät. Immerhin: die Sonnenfinsternis 2027 ist mit 50% Bedeckung in Deutschland <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenfinsternis_vom_2._August_2027">zu sehen</a> und auch 2028 und 2030 folgen weitere partielle Sonnenfinsternisse, die in Deutschland zu sehen sein werden.  </p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Photo of the week: Frankfurt skyscrapers – 15</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Aug 2026 13:12:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gestaltungsfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Photo of the week]]></category>
		<category><![CDATA[frankfurt am main]]></category>
		<category><![CDATA[hochhaus]]></category>
		<category><![CDATA[wolkenkratzer]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Das Wochenende haben wir mit einem Städteausflug nach Marburg verbracht. Und weil wir auf dem Weg dahin in Frankfurt ein bisschen Zeit hatten, sind wir da noch Wolkenkratzer gucken gegangen (und haben einen Blick vom Maintower auf die Stadt geworfen). Irgendwo zwischen „Cities: Skylines“ und Metropolengefühl.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="foto"><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55454845638/in/dateposted-ff/" title="Frankfurt skyscrapers - 15"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55454845638_d59e6080c3_b.jpg" width="683" height="1024" alt="Frankfurt skyscrapers - 15"></a></div>
<p>&nbsp;<br>
Das Wochenende haben wir mit einem Städteausflug nach Marburg verbracht. Und weil wir auf dem Weg dahin in Frankfurt ein bisschen Zeit hatten, sind wir da noch Wolkenkratzer gucken gegangen (und haben einen Blick <a href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55455123090/in/dateposted-ff/">vom Maintower auf die Stadt</a> geworfen). Irgendwo zwischen „Cities: Skylines“ und Metropolengefühl. </p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Photo of the week: Sunset colours, Gundelfingen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Aug 2026 13:43:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gundelfingen]]></category>
		<category><![CDATA[Photo of the week]]></category>
		<category><![CDATA[gundelfingen]]></category>
		<category><![CDATA[sommer]]></category>
		<category><![CDATA[sonnenuntergang]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Letzten Donnerstag haben wir mit dem grünen Ortsverband eine Waldführung angeboten. Was wir vorher nicht wussten: dass es einer der heißesten Tage des Jahres werden würde, dass es genau zu Beginn leichten Regen und aufkommende Sturmböen geben würde, und dass es dann im Wald doch überwiegend angenehmen und trocken bleiben würde. Jetzt kenne ich &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/08/photo-of-the-week-sunset-colours-gundelfingen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Photo of the week: Sunset colours, Gundelfingen“ </span>weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="foto"><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55433111676/in/dateposted-ff/" title="Sunset colours, Gundelfingen - III"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55433111676_be89129638_b.jpg" width="1024" height="576" alt="Sunset colours, Gundelfingen - III"></a></div>
<p>&nbsp;<br>
Letzten Donnerstag haben wir mit dem grünen Ortsverband eine Waldführung angeboten. Was wir vorher nicht wussten: dass es einer der heißesten Tage des Jahres werden würde, dass es genau zu Beginn leichten Regen und aufkommende Sturmböen geben würde, und dass es dann im Wald doch überwiegend angenehmen und trocken bleiben würde. Jetzt kenne ich mich noch etwas besser als vorher im „unteren Wald“ in Gundelfingen aus und weiß, wo Waldrefugien und wo Entwicklungszonen liegen. </p>
<p>Das Foto hier ist auf dem Nachhauseweg entstanden. Und gibt nur einen Teil der sommernächtlichen Sonnenuntergangsfarben am Rebberg wieder. </p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Science Fiction und Fantasy im Juli 2026 (der Rest)</title>
		<link>https://blog.till-westermayer.de/2026/07/science-fiction-und-fantasy-im-juli-2026-der-rest/</link>
					<comments>https://blog.till-westermayer.de/2026/07/science-fiction-und-fantasy-im-juli-2026-der-rest/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2026 20:45:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[alex shvartsman]]></category>
		<category><![CDATA[becky chambers]]></category>
		<category><![CDATA[claire north]]></category>
		<category><![CDATA[crispr]]></category>
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		<category><![CDATA[julie knoepfler]]></category>
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		<category><![CDATA[rebecca campbell]]></category>
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		<category><![CDATA[star trek: strange new worlds]]></category>
		<category><![CDATA[star trek: the original series]]></category>
		<category><![CDATA[tenet]]></category>
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		<category><![CDATA[victoria schwab]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>becky cham­bers to be taught novel­la clai­re north slow&#160;gods</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/tillwe/55387464882/in/dateposted-ff/" title="Sunset clouds, Gundelfingen"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55387464882_c47419d56f_b.jpg" width="1024" height="683" alt="Sunset clouds, Gundelfingen"></a></p>
<p>Anfang Juli habe ich die <em>Dandelion Dynasty</em> zu Ende gelesen; dazu habe ich <a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/07/science-fiction-im-juni-und-juli-2026/">hier einiges aufgeschrieben</a>. Den Restmonat habe ich mit fünf (teilweise kurzen) Romanen und einem, hm, Sachbuch verbracht. </p>
<p>Das Sachbuch heißt <em>How To Build A Dragon Or Die Trying: A Satirical Look At Cutting-Edge Science</em> (2019) und wurde von einem Vater-Tochter-Duo geschrieben (2021 auch als <em>Drachenzucht für Einsteiger</em> auf deutsch erschienen). Paul Knoepfler ist ein Professor für Zellbiologie, seine Tochter Julie Knoepfler hat sich die Frage, ob es möglich wäre, mit Hilfe von Gentechnik etc. zu züchten, in einem Schulprojekt in der 8. Klasse gestellt. Das Ergebnis ist ein Buch, das mal sehr nach Teenager-Vorstellungen eines Drachenhaustiers klingt und mal nach Wissenschaft. Hier und auch in einigen anderen Punkten hätte dem Buch ein etwas strengeres Lektorat gut getan; so gibt es doch den Eindruck vieler unnötiger Wiederholungen und Zwischenzusammenfassungen. Und Satire, die das Buch auch sein will, ist halt keine Satire, wenn vor jedem übertreibenden oder sarkastischen Satz erst einmal darauf hingewiesen wird, dass es sich hier um Satire handelt. Ein bisschen schwing da die Angst mit, dass irgendwer das tatsächlich als Anleitung lesen könnte. Ich fand das Buch trotz dieser sprachlichen Schwächen interessant zu lesen – von den Überlegungen, was wohl eine gute Grundlage wäre, um einen Drachen zu züchten – Eidechsen, Vögel, Komodo-Warane – über Wirbeltierbaupläne, die Genetik von Federn und Schuppen bis hin zur Frage, wie Flugfähigkeit (wenig Gewicht), Intelligenz (großes Gehirn) und Feuerspucken (komplizierte Mechanismen) in ein Tier passen könnten. Bei Wiederkäuermägen zur Methanherstellung (Feuer) fühlte ich mich an Ken Lius Silkpunk-Drachen erinnert. Gut gefallen hat mir der Abschluss des Buchs, der auslotet, welche ethischen Fragen eigentlich damit verbunden wären, einen Drachen in die Welt zu bringen – vom Blick auf das Wohlbefinden des Tiers über die potenzielle Waffentauglichkeit bis zu ökologischen Fragen. Dabei kommen auch die problematischeren Seiten von Crispr/Cas und Klonen als Hype-Technologien der 2010er Jahre nicht zu kurz. Realistischerer Fantasy-Weltenbau wäre eher ein Nebeneffekt der Lektüre, insgesamt geht des den Knoepflers wohl eher um die Aufforderung, mit zellbiologischen Techniken verantwortungsvoll umzugehen.</p>
<p>Drachen, äh, Dinosaurier, tauchten dann auch in der ersten Folge der vierten Staffel von <em>Star Trek: Strange New Worlds</em> (Paramount+) auf. Insgesamt habe ich diese Folge als Hommage an <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/A_Princess_of_Mars">A Princess of Mars</a> und ähnliche Pulp-Geschichten gelesen. Bonus: ein gigantisches Zeitreiseparadox. Weniger gut gefallen hat mir die zweite Folge der vierten Staffel – hier wird zum Stilmittel „Body Horror“ gegriffen. Das wird zwar gut umgesetzt, und genutzt, um die Psychologie einiger Hauptcharaktere auszuloten, aber ist erstens nicht meines und führt zweitens für meinen Geschmack viel zu viel an Übersinnlichkeit in den Star-Trek-Kanon ein. Geister? Wirklich?</p>
<p><span id="more-13582"></span>Apropos Star Trek: TOS, also die ursprüngliche Serie, kannte ich bisher aus einzelnen Folgen, teilweise in deutscher Synchronisation im Fernsehprogramm der 1980er und 1990er, teilweise auf anderen Wegen im Originalton. Jetzt habe ich die Gelegenheit genutzt, mir <em>The Cage</em> (Paramount+) anzuschauen, den ich bisher ebenfalls nicht vollständig gesehen hatte. <em>The Cage</em> ist der erste Star-Trek-Pilotfilm von Gene Roddenberry aus dem Jahr 1965, der allerdings erst Ende der 1980er Jahre öffentlich gezeigt wurde. Während Spock hier schon zum Team der Enterprise gehört (allerdings noch sehr jung und nicht allein durch Logik geprägt), heißt der Captain noch Pike und nicht Kirk; Majel Barret spielt seine Stellvertreterin „Number One“. Ich fand es spannend zu sehen, wo <em>The Cage</em> schon typisch Star Trek war, und wohin sich die Serie dann später entwickelte. <em>Strange New Worlds</em> greift ja mehr oder weniger dieser Besatzung um Captain Pike auf, aber auch hier hat sich einiges weiter und <a href="https://memory-alpha.fandom.com/wiki/The_Cage_(episode)#Continuity">anders entwickelt</a>. Das fängt schon bei der Farbgebung und den Uniformen an, die im Piloten in pastellig-beigen Tönen gehalten sind und <a href="https://memory-beta.fandom.com/wiki/The_Cage?file=Pike_captures_the_Keeper.jpg">sehr nach Nicki</a> aussehen.  </p>
<p>Star Trek ist eines der SF-Franchises, das in Alex Shvartsmans schnell durchgelesener Space-Opera-Satire <em>The Best of All Possible Planets</em> (2026) aufs Korn genommen wird. Doctor Who, Star Wars und viele andere Tropes und Klischees rutschen ebenfalls ins Bild, während wir Dhawan und Rada auf ihre Reise mit dem Raumschiff <em>Theseus</em> begleiten. Das Ziel: ein MacGuffin als Ersatz für das bröckelnde Schutzschild der letzten Erdsiedlung organisieren. Stilistisch orientiert sich Shavrtsman an Douglas Adams, überwiegend mit Erfolg; er selbst nennt Voltaires Satire <em>Candide</em> über die „beste aller möglichen Welten“ als Vorbild. Nette Sache.</p>
<p>Nochmal Weltraum: ich war fest überzeugt, Becky Chambers Novelle <em>To be taught, if fortunate</em> (2019) schon gelesen zu haben, um dann festzustellen, dass das nicht der Fall ist. Der Roman hat weitgehend die Form von Nachrichten, die vier Astronaut*innen an die Erde schicken; Autorin dieser Nachrichten ist Ariadne. Die Astronaut*innen befinden sich auf einer Forschungsmission. Sie erkunden mehrere Lichtjahre entfernte Exoplaneten. Ermöglicht wird dies durch Kryoschlaf und „Somaforming“; letzteres meint die genetische Anpassung an die jeweiligen Bedingungen des Zielplaneten, zum Beispiel glitzernde Hautzellen, die Strahlung umwandeln, oder zusätzliche Muskeln, um mit höherer Schwerkraft klarzukommen. Trotzdem bleibt es eine lange Reise mit langen Orbits und Stationen auf den Planeten – und entsprechender Dynamik in der Vierergruppe. Chambers legt großen Wert darauf, dass ihre Astronaut*innen respektvoll und minimalinvasiv mit den Ökosystemen umgehen, die sie beobachten – dazu gehören beispielsweise aufwendige Dekontaminationsverfahren. Als irgendwann die gesammelten Nachrichten und Antworten von der Erde ausbleiben, und der Kontakt zu dem Kollektiv abreißt, dass sie ins All geschickt hat, müssen die Astronaut*innen entscheiden, wie sie damit umgehen. Chambers Briefroman entpuppt sich hier als philosophisches Gedankenexperiment.</p>
<p><em>Slow Gods</em> (2025) von Claire North nimmt sich – großartig geschrieben – ebenfalls den Weltraum als philosophisches Labor. Der ist hier in einer fernen Zukunft besiedelt. Neben verschiedenen ursprünglich menschlichen Kulturen gibt es andere Zivilisationen, und ja: auch intelligente Roboter. Maw, die Hauptperson, wird in die hyperkapitalistische Welt des Shine geboren, erlebt dort eine erfolglose Revolte und landet schließlich im Pilotensitz eines Jumpships. Um in diesem Universum den Raum zwischen Sternen schneller als mit Lichtgeschwindigkeit zu durchqueren, treten Jumpships in eine von Düsternis und Grusel erfüllte Zwischenwelt ein. Hier Pilot*in zu sein, machen die wenigsten mehr als einmal. Maw jedenfalls stirbt, hinterlässt ein Massaker und erwacht als Monster, als eine nicht alternde Kopie, die auch nach schlimmsten Verletzungen wieder zum Originalzustand zurückkehrt, sobald sie aus dem Gedächtnis geraten ist. Damit sorgt Maw für Furcht, lebt faktisch im Exil auf einer bewachten Insel – außer, wenn er als Pilot gebraucht wird, begleitet/bewachte von einem Roboter. In diesem Setting explodiert eine Supernova, wie von den Slow, einer Maschinenzivilisation mit gottgleichen Fähigkeiten, vorhergesagt. Norths Buch skizziert die ganz unterschiedlichen Umgangsweisen von Welten, die wissen, dass sie in einigen Jahrzehnten von der Druckwelle der Supernova vernichtet werden, mit diesem Wissen – von kapitalistischer Vertuschung bis hin zum Aufbau eines möglichst gerecht gestalteten Evakuierungsprogramms, das doch nicht alle retten können wird, in einer friedliebenden und in jeder Hinsicht nuancierten Welt. Und sie lässt uns daran teilhaben, wie Maw allmählich beginnt, seine nicht mehr menschliche Form zu akzeptieren. Letztlich geht sie in dem Buch der Frage nach, was es heißt, ein Gott zu sein, bei dem eine Entscheidung aus Liebe bedeuten kann, eine Zivilisation dem Untergang zu widmen, um in der Summe mehr Wesen zu retten. Sehr eindrucksvoll, und ja: die Vergleiche mit Ann Leckie sind durchaus angebracht. </p>
<p>Dann habe ich noch zwei Bücher gelesen, die nichts mit dem Weltraum zu tun haben. Von Victoria Schwab hatte ich noch <em>City of Ghosts</em> (2018) rumliegen, den ersten Band einer Jugendbuchreihe rund um die amerikanische Teenagerin Cassidy Blake, die mit einem Fuß im Geisterreich steht. Ihr Sidekick ist ein Geisterjunge – und gemeinsam erleben sie Abenteuer in Edinburghs Ober- und Unterwelt. Gut geschriebene Unterhaltung, mit ein paar interessanten Twists (wie gut, dass es analoge Spiegelreflexkameras gibt). Gewusst hätte ich gerne, ob Victoria Schwab die vielen Harry-Potter-Referenzen heute noch so verwendet hätte. Im Buch tauchen sie vor allem als Teenage-Street-Cred auf, sinngemäß: „Du hättest sicher Gryffindor als Haus gewählt? – Wie kommst du darauf? – Nun, der rot-gelbe Schal und der Pulli mit dem Aufdruck …“. </p>
<p>Und nochmal Übersinnliches, aber ganz anderes gestrickt: Von Rebecca Campbell Arboreality war ich recht angetan; jetzt habe ich ihren Erstling <em>The Paradise Engine</em> (2013) gelesen. Das Buch setzt auf zwei Zeitebenen, die miteinander verflochten sind, auch wenn manche Zusammenhänge offen bleiben (was für mich dann auch das Ende etwas unbefriedigend erscheinen ließ). In der Gegenwart begleiten wir Anthea, eine wissenschaftliche Hilfskraft und <em>grad student</em> in einer wohl Vancouver nachempfundenen Stadt, die gerade ihre Freundin an eine New-Age-Bewegung verloren hat. Die zweite Zeitebene spielt in der Zwischenkriegszeit; Liam schlägt sich als Tenor im ausklingenden Vaudeville-Zirkus mehr schlecht als recht durch, bis er auf eine Industriellengattin stößt, die ihn als musikalische Begleitung für ihre Tour mit Erbauungsliedern für Arbeiter in British Columbia bucht. Anatheas Job besteht darin, die Geschichte dieser Industriellenfamilie und des damit verbundenen Theatergebäudes zu rekonstruieren; Liam stößt auf eine theosophische Kommune, die zumindest räumlich etwas mit Anatheas Großmutter zu tun hat – und auch mit der namensgebenden Paradiesmaschine. Offen bleibt: Gibt es Geister? Oder sind es doch nur Zufälle, die diese Geschichten zusammenhalten? Gut gefallen hat mir Campbells dichte Beobachtung der unterschiedlichen Milieus und Orte, überhaupt: ihre Sprache. Dennoch bleibt die Geschichte insgesamt für mich unscharf, einen Fokuspunkt zu finden, bleibt Sache der Leser*in. </p>
<p>Last but not least habe ich mir endlich mal <em>Tenet</em> (2020) angeschaut – gut gemacht, und die Frage, ob denn Kausalität tatsächlich so wie im Film gezeigt funktionieren würde, wenn es die Möglichkeit gäbe, Entropie umzudrehen, hat noch an den Tagen danach zu Diskussionen am Frühstückstisch geführt. </p>
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		<title>Photo of the week: Maracuja flower</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jul 2026 16:51:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&#160; In einem Vorgarten in Esslingen, an dem ich regelmäßig vorbeikomme, wachsen diese Passionsblumen, die ich dann jedesmal bewundern muss, wenn ich dran vorbeikomme.]]></description>
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In einem Vorgarten in Esslingen, an dem ich regelmäßig vorbeikomme, wachsen diese Passionsblumen, die ich dann jedesmal bewundern muss, wenn ich dran vorbeikomme. </p>
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		<title>Das C‑Wort – Chaos-Tage bei der CDU</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Till Westermayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Jul 2026 07:52:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Erst stürzt Jens Spahn. Nicht über Maskenverkäufe, nicht über Immobiliendeals, nicht über eine in den Sand gesetzte Wahl einer Verfassungsrichterin – nein, darüber, dass sein Mann ein Kind in den USA hat austragen lassen, aka „Leihmutterschaft“. Die Spahn politisch ablehnt, die die CDU/CSU politisch ablehnt, und die in Deutschland verboten ist. Das war dann selbst &#8230; <p class="link-more"><a href="https://blog.till-westermayer.de/2026/07/das-c-wort-chaos-tage-bei-der-cdu/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Das C‑Wort – Chaos-Tage bei der CDU“ </span>weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erst stürzt Jens Spahn. Nicht über Maskenverkäufe, nicht über Immobiliendeals, nicht über eine in den Sand gesetzte Wahl einer Verfassungsrichterin – nein, darüber, dass sein Mann ein Kind in den USA hat austragen lassen, aka „Leihmutterschaft“. Die Spahn politisch ablehnt, die die CDU/CSU politisch ablehnt, und die in Deutschland verboten ist. Das war dann selbst für die Union zu viel, oder, etwas weniger freundlich: das war der erste Jens-Spahn-Skandal, der mit dem christdemokratischen Wertegerüst unvereinbar war.</p>
<p>Spahns trat also als Fraktionsvorsitzender der Union zurück. Er bleibt Bundestagsabgeordneter, und es wird jetzt schon gemunkelt, dass er eigentlich nur Anlauf nimmt, um dann vielleicht 2029 für eine Koalition mit der AfD zur Verfügung zu stehen. Sein Rücktritt löste dann eine Kettenreaktion aus: Merz und Söder einigten sich darauf, dass Thorsten Frei neuer Fraktionschef wird. (Aus grüner Sicht bemerkenswert: wieso liegt das bei Merz und Söder – und nicht bei den Abgeordneten der CDU/CSU im Deutschen Bundestag?) </p>
<p>Der glücklose Kanzleramtsminister machte dort einen Platz frei, ihm folgt seine baden-württembergische Kollegin Nina Warken, nachdem sie als Gesundheitsministerin erfolgreich – gegen die Proteste unter anderem der Länder und Kommunen – eine GKV-Reform durchgesetzt hat, über die es bei uns im Land heißt, dass sie das Krankenhaussterben massiv beschleunigen wird. Gesundheitsminister wird nicht Jens Spahn, sondern Carsten Linnemann, der bisher eher nicht durch gesundheitspolitische Ambitionen aufgefallen ist. Entsprechend unterstricht Merz bei der Pressekonferenz die wirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitssektors. </p>
<p>Bei der Pressekonferenz ebenfalls vorgestellt wurde der Wechsel von Philipp Amthor als Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen ins Kanzleramt. Möglicherweise eine gute Nachricht aus Digitalisierungssicht/IFG-Sicht, möglicherweise auch nicht.</p>
<p>Das erstaunlichste an der Vorstellung war allerdings, was nicht gesagt wurde. Auch Verkehrsminister Patrick Schnieder soll wohl entlassen werden. Merz‘ neuer Ministerkandidat sprang aber kurzfristig ab, wohl, weil dieser dann doch realisierte, dass er eigentlich mit Verkehrspolitik nichts am Hut hat. Entsprechend verkündete der Kanzler nur, dass es weitere Umbesetzungen geben wird. Möglicherweise folgt Schnieder – bei dem nicht so ganz klar ist, warum er eigentlich gehen muss – mit Steffen Bilger ein weiterer baden-württembergischer Christdemokrat. </p>
<p>Ob das für Baden-Württemberg gut ist? Bisher ist von den angeblich so engen Drähten von Hagel zu Warken (und Frei) in dem, was politisch umgesetzt wird, wenig zu spüren. Siehe GKV-Reform. </p>
<p>In Berlin hat, das ist vielleicht noch relevant, schon die politische Sommerpause begonnen. Der Bundestag tagt erst wieder im September. Das heißt aber auch: aktuell ist unklar, ob die rochierten Minister*innen eigentlich überhaupt ihr Amt antreten können, oder ob dies erst nach der Vereidigung im September geschehen kann. Oder ob der Bundestag aufgrund des Spahn-Rücktritts aus der Sommerpause zurückgeholt wird. </p>
<p>Nicht ersetzt wird im Übrigen die Energiewende-Brems-Ministerin Reiche. </p>
<p>Da trifft das Wort Chaos-Tage dann vielleicht doch ganz gut auf den Zustand der C‑Partei zu – so richtig einen Plan sehe ich jedenfalls nicht. Im Hintergrund die Wahl Anfang September in Sachsen-Anhalt und die bisher ganz und gar nicht halbierte AfD. Danach die Wahl in Berlin mit einem eilig ernannten Ersatz-Spitzenkandidaten der CDU, nachdem Wegener über angebliche Telefongespräche und Tennisspiele stürzte. Die Pressekonferenz endete mit der Ankündigung – nach einem Herbst und einem Frühjahr der Reformen -, dass nach der Sommerpause dann aber wirklich geliefert wird. Wobei: wenn damit die Umsetzung des zwischen den beiden Regierungsparteien vereinbarten Reformpakets gemeint ist, dass das IFG massiv einschränkt, unter dem Stichwort „Bürokratieabbau“ die Kettensäge rausholt, vorsieht, dass kranke Arbeitnehmer*innen bereits am ersten Tag eine Krankschreibung vorweisen müssen – und diese nicht mehr telefonisch erfolgen kann -, von den ganzen Kürzungen im Sozialbereich ganz zu schweigen … dann bin ich nicht so sicher, ob ich hier einen „Herbst der Reformen“ haben möchte. </p>
<p>Was mich schließlich zu der Frage bringt, ob Merz – der ja ganz anders als die Ampel regieren wollte – ein erfolgreicher Kanzler ist. Bisher gibt es wenig, was darauf hindeutet. Die Umfragewerte sind miserabel, die persönlichen Zustimmungswerte sind miserabel, die wirtschaftliche Lage ist weiter schlecht – und der Kanzler beschwert sich wie eh und je darüber, dass sein Volk nörgelt, zu wenig Arbeit und unzufrieden ist. Vermutlich hat er sich das mit dem Regieren auch anders vorgestellt. Und schuld ist diesmal nicht die SPD, sondern die CDU/CSU ganz alleine.</p>
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