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	<description>&#34;Mit dem Wissen wächst der Zweifel....&#34; J. W. Goethe</description>
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		<title>Demokratisierung des Schulwesens in Deutschland (2)</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 15:28:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schulwesen]]></category>

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		<description><![CDATA[2) Standarisierung der Schule  Wenn wir uns mit dem Inhalt und dem Lernstoff in Schulen beschäftigen, können wir sehr schnell feststellen, dass die Zentralisierung der Verwaltung mit sich automatisch die Standardisierung des Lernens und des Lehrlevels bringt. Wäre nicht der Fall, wird die Demokratisierung des Schulwesens dasselbe Schicksal erleiden, wie bisherige Schulreformen seit über 30 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>2) Standarisierung der Schule</strong></p>
<p> Wenn wir uns mit dem Inhalt und dem Lernstoff in Schulen beschäftigen, können wir sehr schnell feststellen, dass die Zentralisierung der Verwaltung mit sich automatisch die Standardisierung des Lernens und des Lehrlevels bringt. Wäre nicht der Fall, wird die Demokratisierung des Schulwesens dasselbe Schicksal erleiden, wie bisherige Schulreformen seit über 30 Jahren in Deutschland. Das Schulwesen ist einer von wenigen Lebensbereichen, das man als ein ganzes komplexes System betrachten muss. Das Schulwesen lässt sich nicht partikular betrachten und / oder dafür partikulare Lösungen zu erfinden. Ein gutes Beispiel ist die G8-Schule. Diese angebliche Reform ist schon längst gescheitert. Eine Reform des Schulwesens kann nur in einem langatmigen Prozess und kompakt durchgeführt werden.</p>
<p>Die Standarisierung der Schule hat drei Aspekte: (1) Strukturell (2) Lernstoff (3) Formation</p>
<p>Die strukturelle Standarisierung bedeutet primär die Vereinfachung der schulischen Bildungswege und die Abschaffung der perspektivlosen Schularten. Und diese Struktur umfasst auch die vorschulischen Zeiten, wie etwa Kindergarten. Hier muss darauf hingewiesen werden, dass das Schulwesen ein Mikrokosmos bildet, kein Pädagoge kann heute behaupten, dass der Kindergarten mit der Grundschule, Grundschule mit der Sekundarschule und Sekundarschule mit der Hochschule u. ä. nicht zu tun haben. Wenn wir das Bildungswesen nicht als einen Mikrokosmos betrachten, machen wir denselben Fehler wie bis heute alle Schul- und Bildungsreformen gemeinsam haben. Diese strukturelle Standarisierung ist keine Gleichmacherei, sollte der Idee der Demokratisierung des Schulwesens diese unterstellt sein, liegt das Problem an dem Verständnis über die Demokratie.</p>
<p>Diese Standardisierung ist nicht nur eine belanglose politische Entscheidung, sondern ein demokratischer Akt, denn dieser Standard bezieht sich auf das Schulwesen überhaupt. Die Kinder aus der Unterschicht werden inhaltlich genauso in der Schule für ihre Zukunft befördert wie die Kids aus der Oberschicht mindestens in staatlichen Schulen. Es sind nicht wenige Talente, die zum Opfer ihrer sozialen Herkunft fallen. Wenn in einer Gesellschaft die Zukunft der Kinder durch ihre Herkunft formiert und bestimmt wird, dann kann man nicht mehr von einer Demokratie sprechen. Noch mehr wenn die Kinder in einer Gesellschaft eine schule besuchen, die ohnehin keine Perspektive darbietet, ist eine politisch wie ethische Verbrechen, die diese Gesellschaft in späteren Jahren viel human wie monetär kostet.</p>
<p>Ein weiterer Aspekt der Standarisierung ist der Lernstoff. Nehmen wir das Fach Mathematik an, in der Standardschule werden alle Schüler jedes Jahr zu einer höheren Stufe der mathematischen Fähigkeiten und Fertigkeiten erlangen, ob sie in Süd-, Ost-, West- oder Norddeutschland leben. Das Mathe-Buch ist ebenso standarisiert, dass alle Kinder dieses Landes denselben Lernstoff genießen dürfen. Dann könnte man regional die (Ver-)Änderungen beobachten und im staatlichen Pflichtsinn beaufsichtigen. Reell gibt es eine Mathematik und ist nicht regional oder sogar volksbezogene Wissenschaft. Gibt es vielleicht europäische Mathe, amerikanische Biologie oder russische Chemie? Wenn dies nicht der Fall ist, warum dürfen die Kinder in einer Republik gemeinsamen, gleichen und gerechten Lernstoff verinnerlichen? Der einzige Streitpunkt wäre über die geisteswissenschaftlichen Fächer, Literatur und Ethik. Im Gegenteil zu der Annahme, dass die Kinder eindimensional aufgezogen und unterrichtet werden, sollte man wissen, dass die Kinder, die diskursiv leben und sich daran gewöhnt haben, sich mit der Meinung der anderen auseinanderzusetzen, sind in der Regel „<em>bessere Demokraten</em>“, also schätzen sie besser und intensiver die Demokratie und Freiheit. Was wäre für einen Ethikunterricht, wenn die Kinder sich mit den ethischen Prinzipien nicht auseinandersetzen dürfen, oder was für eine Literatur soll das sein, wenn die Kinder einfach akzeptieren müssen, weil unter einem literarischen Stück der Name Goethe oder Schiller steht. Oder wir sind unserer Pflicht als Erzieher gerecht geworden, wenn wir diese diskursive Chance unseren Kindern ermöglichen.</p>
<p> <a href="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/raum_Schule.gif" rel="lightbox[396]"><img class="alignleft size-medium wp-image-395" title="raum_Schule" src="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/raum_Schule-201x299.gif" alt="" title="raum_Schule" width="201" height="299" /></a>Der dritte Aspekt der Standarisierung liegt in der Formation des Schulsystems. Das Schulsystem ist ein historisches Gebilde. In keinem anderen europäischen Land werden die Kinder so früh, also nach der vierten Klasse in der Grundschule, selektiert, wie in Deutschland. Das Schulsystem in Deutschland besteht aus <em>Selektion und Sanktion</em>. Im Gegenteil appelliert die Idee der Demokratisierung an <em>Integration und würdige Akzeptanz</em>. Die heutige Formation der Schulsysteme in Bundesrepublik ist nicht nur undemokratisch sondern widersprüchlich, denn wie kann man davon ausgehen, dass das Schulwesen allen Kindern mit unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten das allgemeine Bildungsniveau anbieten soll, wenn schon gleich in der Grundschule die Kinder selektiert werden. Die Kehrseite dieser Selektion heißt, alleine was Wissen betrifft, dass das Niveau der allgemeinen Bildung in Deutschland mit der vierten Klasse in der Grundschule erreicht sei. Solche Aussage kann man nicht ernsthaft analysieren, weil diese Aussage nicht ernst ist.</p>
<p>Nun wenn wir uns einigen dass die Formation nicht mehr annehmbar ist, dann müssen wir das Schulsystem so umformieren, dass alle Kinder solange dieselbe Schule besuchen, bis sie das allgemeine Bildungsniveau erreicht haben. In dieser <em>neue Formation</em> ist die Einrichtung der allgemeinen Mittelschule unabdingbar. Wenn wir von vergleichbaren Schulen in europäischen Ländern ausgehen, können wir von 3 bis 4 Jahre Dauer der Mittelschule sprechen.</p>
<p>Der Abschluss der Mittelschule wäre mit einem Alter von 13-14 Jahren, ist eher angemessen als 10 Jahre alt, denn ist alleine die Last der Entscheidung für dieses Alter mit zehn und für eine lebenslange Zukunft unhuman, beinah „<em>kinderfeindlich</em>“.</p>
<p>Nach der Mittelschule ist nun die Frage der Orientierung im Leben, der individuellen Fähigkeiten und des Lebensplans. Grundsätzlich kann man von zwei Orientierungen sprechen, entweder ist ein Schüler eher beruflich oder eher „akademisch“ orientiert.</p>
<p>Im vierten Schulabschnitt, nach Kindergarten, Grundschule und Mittelschule, sollen Schüler konzentriert entweder eine Berufsausbildung fortsetzen, die Schwerpunkte sind recht vielfältig, oder ihre Schule soweit bis zum Abschluss fortsetzen, dass sie nach dem sogenannten „Abitur“ in der fünften Phase mit einem Studium beginnen. Die Erfahrung hat in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass die Vielfalt der Schularten in Deutschland eher den Charakter des Chaos besitzt und nicht der Freiheit. Der vierte Schulabschnitt kann vier Jahre andauern. Der Abschluss der beiden Schularten ist gleichwertig nur mit unterschiedlichen Orientierungen.</p>
<p>Ein Schuljahr soll aus drei bis vier Perioden bestehen. Nach jeder Periode werden die Schüler benotet und nach dem erfolgreichen Abschluss in einem Jahr gelangen ins nächste Jahr bzw. nächste Stufe. Über Benotung und Leistungsbeurteilung wird in einem separaten Beitrag das Thema intensiver diskutiert.</p>
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		<title>Demokratisierung des Schulwesens in Deutschland (1)</title>
		<link>http://www.verbildung.org/2010/05/26/demokratisierung-des-schulwesens-in-deutschland-1/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 May 2010 09:42:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>moh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schulwesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Kein Land kann von sich demokratische Ansprüche behaupten oder davon ausgehen, dass die gesellschafts-politischen Verhältnisse des Landes auf Demokratie aufgebaut worden sind, aber gleich keine Demokratie in ihrem Schulwesen herrscht. Angenommen, wäre dies der Fall, werden massiv kontroverse Gesellschaftserscheinungen diese Gesellschaft begleiten, die gleichwohl in welcher Form ins Licht rücken, bringen mit sich keinen sozialen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kein Land kann von sich demokratische Ansprüche behaupten oder davon ausgehen, dass die gesellschafts-politischen Verhältnisse des Landes auf Demokratie aufgebaut worden sind, aber gleich keine Demokratie in ihrem Schulwesen herrscht. Angenommen, wäre dies der Fall, werden massiv kontroverse Gesellschaftserscheinungen diese Gesellschaft begleiten, die gleichwohl in welcher Form ins Licht rücken, bringen mit sich keinen sozialen Frieden und die Zufriedenheit der Bürger. Im Gegenteil vergrößert sich die Kluft zwischen der Unterschicht und der Oberschicht.</p>
<p>Wenn eine demokratische Gesellschaft trotzdem an Mängeln der demokratischen Strukturen im Schulwesen leidet, wird diese Gesellschaft früher oder später sich in eine Kastengesellschaft umwandeln. Das Ergebnis ist eher Gewalt, gegen Menschen gerichtet Städteentwicklung und nicht zuletzt Armut in Bildung.</p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratisches land und genießt die demokratischen Verhältnissen auf der Basis der demokratischen Strukturen, was allerdings nicht demokratisch gesteuert und geführt wird, ist das Schulwesen. Dieses Phänomen kann sich kein demokratisches Land auf Dauer leisten. Würden sich diese undemokratischen Strukturen im Schulwesen fortsetzen, würden diese Miseren aus den Konten der Demokratie und der Bildung abgebucht.</p>
<p>In diesem Beitrag wird der Versuch unternommen, die undemokratischen Verhältnissen, Strukturen und die gravierenden Folgen im Schulwesen aufzuzeichnen und die diskursive Alternative darzustellen.</p>
<p> <strong>1) Zentralisierung der Verwaltung</strong></p>
<p>In einem <a href="http://www.verbildung.org/2010/05/12/religionsunetrricht-in-staatlichen-schulen-5/">Blog-Beitrag </a>haben wir bereits über demokratischen Strukturen mit Ergänzung des föderalen Systems in Deutschland diskutiert. Nun sollen wir uns damit beschäftigen, wie weit der Föderalismus in unserer Zeit im Schulwesen demokratisch wirkt, ob die Demokratie den Gegenteil der Zentralisierung der Verwaltung im Schulsystem bildet oder genau umgekehrt die Zentralisierung der Verwaltung ist mehr demokratisch denn je.</p>
<p>Die Idee des Föderalismus ist nach der Beseitigung des Nationalsozialismus in Deutschland entstanden, um die Demokratie in West Deutschland zu etablieren. Deutschland hat sich positiv im halben Jahrhundert weiterentwickelt. Man könnte sagen, dass aus dem heutigem Deutschland genauso die Gefahr der Rechtsradikalen und Nazis ausgeht wie von vielen anderen demokratisch-europäischen Ländern. Es mag sein, dass in einem föderalen Land die Entscheidungen nach den lokalen oder regionalen Interessen zustanden kommen, aber trifft dies auch das Bildungswesen und die Schule?</p>
<p>Die Zentralisierung der Verwaltung bedeutet nichts anderes als <em>eine Republik, ein Bildung</em>. Warum müssen alle Bundesländer ihr eigenes Bildungsministerium haben? Sind die Entscheidungen über Schulwesen regional bedingt? Kaum kann jemand heutzutage ernsthaft meinen, dass die Mehrzahl dieser kostenspielerischen Ministerien die Förderung und die Gewährleistung der Demokratie bedeutet. Diese Ministerien sind bürokratische Verwaltungsapparate, die im Sinne der lokalen Machtverhältnisse instrumentalisiert werden und dementsprechend fungieren. In dem heutigen Deutschland wird keine Gefahr der Demokratie oder der Freiheit drohen, wenn man die Bildung aus dem Föderalismus ausnimmt. Nach einer Zentralisierung der Verwaltung sind die jetzigen Ministerien eher regionale Direktionen, die genau dasselbe tun wie heute, nur sie sind nicht mehr der Macht im jeweiligen Bundesland unterordnet.</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/brillen1.gif" rel="lightbox[392]"><img class="size-medium wp-image-391 alignleft" title="brillen" src="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/brillen1-300x101.gif" alt="" title="brillen" width="300" height="101" /></a>Die Zentralisierung der Verwaltung entzieht die politische Macht den lokalen Fürsten, im Gewande des Landesministerpräsidenten. Dazu kommen auch zahlreiche Angestellten bzw. Beamten ohne operative Aufgaben, da das Schulsystem unter großem Personalengpass seit Jahrzehnten bundesweit leidet und eine chronische Erscheinungsform geworden ist, lässt sich diese Personalinflation sehr gut ausnutzen, und diese <em>„Akkumulation“</em> sinnvoller einsetzen.</p>
<p>Die historische Erfahrung mit dem Nationalsozialismus wird natürlich alarmieren, dass aus dieser Zentralisierung die Gefahr gegen Kreativität, Innovation, u. ä. ausginge. Diese Aussage hat mehrere Schwierigkeiten, zum einen handelt es sich um die Verwaltung des Schulwesens und nicht die Schule, zum anderen das hiesige und jetzige Schulsystem und dem zufolge das Universitäre die Flucht der Spezialisten verantwortet, in diesem Falle kann diese Behauptung nicht gelten, dass dieses System auf Kreativität, Innovation, u. ä. fördernd auswirkt. Die Zentralisierung der Verwaltung ist auch gleich eine Befreiung aus der Stadtstaatenaffäre, die immer noch tief im politischen Geschehen verwurzelt ist.</p>
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		<title>Religionsunetrricht in staatlichen Schulen? (8)</title>
		<link>http://www.verbildung.org/2010/05/12/religionsunetrricht-in-staatlichen-schulen-8/</link>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 16:20:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schulwesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ethikunterricht ist die Alternative! Die Gewaltform des Staates ist eine Republik in föderaler Art. Diese Republik kann sich auf Dauer nicht auf ein imaginäres Glaubensbekenntnis zum Christentum beziehen, selbst wenn auch ein Bundesinnenminister de Meziére sich über jedes Kruzifix freut. Die Scheindefinition „Wir seien ein christliches abendländliches Land“ ist eher Demagogie als ein Argument, besonders [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ethikunterricht ist die Alternative!</strong></p>
<p>Die Gewaltform des Staates ist eine Republik in föderaler Art. Diese Republik kann sich auf Dauer nicht auf ein imaginäres Glaubensbekenntnis zum Christentum beziehen, selbst wenn auch ein Bundesinnenminister <em>de Meziére</em> sich über jedes Kruzifix freut. Die Scheindefinition „Wir seien ein christliches abendländliches Land“ ist eher Demagogie als ein Argument, besonders um den Religionsunterricht zu rechtfertigen.</p>
<p>Was uns alle aber ohne Rücksicht auf unsere Weltanschauung vereinigt, ist die Ethik. Die Ethik, die für die Republik gilt und nicht hinter Schranken der Stadtstaaten verhaftet bleibt. Diese Ethik darf nicht als Ersatzfach sein, im Gegenteil soll ein Pflichtfach, denn sie gilt allen und sie ist keine private Meinung und auch keine kollektiv angenommene Wahrheit. Die Ethik ist verpflichtend, die Religion aber nur für ihre Gläubigen.</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/referanduum1.jpg" rel="lightbox[378]"><img class="size-medium wp-image-380 alignright" title="referanduum" src="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/referanduum1-300x224.jpg" alt="" width="300" height="193" /></a>Die Entscheidung über Ethik als Pflichtfach für alle Schüler in staatlichen Schulen ist ein großer Befreiungsschritt der Bundesrepublik aus den religiösen Zwängen. So eine Republik kann tatsächlich ihre Neutralität beweisen und souverän alle religiösen Symbole in ihren Schulen untersagen. So eine Republik ist in der Lage den Rechtsstaat vor dem Extremismus zu verteidigen und dessen Nährboden zu entziehen. Der Laizismus ist die staatliche Befreiung aus dem Glauben der Einzelnen. Wir haben mit eine lange konservative Tradition zu tun, die bevor zu dem Staat und der Demokratie loyal ist, fühlt sich ihrem Glauben verpflichtet, daher ist die befreiende Lösung ein Referendum über:</p>
<p>-          In der ganzen Bundesrepublik gilt nur das Pflichtfach Ethik.</p>
<p>-          Der Religionsunterricht ist eine freiwillige private Sache.</p>
<p>-          Der Religionsunterricht liegt außerhalb der staatlichen Schulen.</p>
<p>-          Jede Art Unterricht steht unter staatlicher Aufsicht.</p>
<p>-          Die Schule ist laizistisch und nicht pluralistisch!</p>
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		<title>Religionsunetrricht in staatlichen Schulen? (7)</title>
		<link>http://www.verbildung.org/2010/05/12/religionsunetrricht-in-staatlichen-schulen-7/</link>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 16:04:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schulwesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Religionsunterricht Über die Religionsfreiheit haben wir diskutiert und jeder Mensch als Staatsbürger in einer Demokratie soll als seine Civil Courage einsehen, die Freiheit des Glaubens der Anderen zu respektieren, zu bewahren und ggf. zu verteidigen, als ob es sich um seine eigene Weltanschauung ginge. Dennoch möchten wir hier weiter untersuchen, ob in Deutschland richtig und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Religionsunterricht</strong></p>
<p>Über die Religionsfreiheit haben wir diskutiert und jeder Mensch als Staatsbürger in einer Demokratie soll als seine Civil Courage einsehen, die Freiheit des Glaubens der Anderen zu respektieren, zu bewahren und ggf. zu verteidigen, als ob es sich um seine eigene Weltanschauung ginge. Dennoch möchten wir hier weiter untersuchen, ob in Deutschland richtig und angemessen ist, dass der Religionsunterricht in den staatlichen Schulen stattfindet und noch mehr als staatliche Aufgabe angenommen wird.</p>
<p>Dieser Unterricht als ordentliches Fach widerspricht den säkularen Geist, der Trennung Staat und Kirche. Diese schulische Veranstaltung widerspricht auch die Demokratie, denn der Staat darf sich in die Thematik nicht einmischen, die Sache ist ein privates Anliegen. Selbst wenn es den Religionsunterricht geben soll, könnte man fragen, welche Religion, denn der Staat soll doch seine Neutralität aufbewahren. In dessen Folge, weil wir in demokratischen Verhältnissen leben, heißt es der pluralistische Religionsunterricht. Jeder Religion darf auf Kosten des Staates seinen Glauben lehren, und zum Teil da es sich letzten Endes um eine Ideologie geht, propagieren. Dieser Fall widerspricht den eigentlichen Auftrag an dem Staat von den Bürgern.</p>
<p>Die Erfahrung mit dem Volksentscheid in Berlin ist wertvoll um zu untersuchen, was die Bürger sind und was sie wollen. In Berlin sind nur 32% der Bürger Mitglied einer der beiden großen Kirchen. Desinteresse der Bürger zeigt sich an der Wahlbeteiligung mit ca 29,2% der Stimmberechtigten. Die Pro-Religionsunterricht-Gruppe, sogenannte Pro-Reli, hatte mit dieser niedrigen Beteiligung 48,5% der Stimmen gewonnen. Fiktiv hochgerechnet hätten nur 14% aller Stimmberechtigten den Religionsunterricht in den staatlichen Schulen gewählt. Diese Pro-Reli-Gruppe wollte das „Berliner Modell“ kippen. Das „Berliner“ Modell schreibt die Ethik als Pflichtfach von 7. bis 10. Klasse vor und die Religion als freiwillig. Im Grunde handelt es sich nicht direkt um die Religion oder den Religionsunterricht, es geht vielmehr um die Prinzipien der Staatlichkeit. Angenommen dass das Pflichtfach Religion bundesweit abgeschafft wird, sind die Folgen zahlreich, zum großen Teil ein neues Verständnis und aufgeklärte Vorstellung vom Staat und seiner exekutiven Mandat. Man kann säkular sein und gleich sich für die Symbole seiner Konfession auf Kosten von anderen einsetzen. Der pluralistische Ansatz aber führt zu keinem versprechenden Erfolg, denn hier wird wieder der Staat für die private Meinung und kollektiv angenommene Wahrheit beauftragt. Diese Auslegung des Pluralismus verursacht weitere soziale Spannungen, denken wir etwa an den unorganisierten und zum kleinen Teil aber dennoch vorhandenen politisierten Islam, wie will ein säkular moderner Staat diesen pluralistischen Ansatz umsetzen, oder denken Sie an christlichen Sekten. Wollen wir den Staat zu einer religiösen Instanz machen, die Entscheidung über Zulassung der Konfessionen verleihen? Wäre das der Fall, können wir weiter modern sein und bleiben, um die Glaubensfreiheit zu genießen? Kehren wir zurück an einfachste Fragen; die Eltern schicken ihre Kinder in die Schule, um an das in der Menschheit gewonnenen Wissen teilzuhaben, um mit diesem Wissen sich ein besseres Leben zu verdienen, … etc. Niemand auch nicht die Vorfechter des Religionsunterrichts akzeptieren, dass ihre Kinder an einem Unterricht teilnehmen, in dem die Meinung von Anderen als Wahrheit ihren Kindern beigebracht wird. Will jemand den Staat doch so nach seinem Glauben formieren, ist er dann ein religiöser Fundamentalist und daher ein Gegner der Demokratie. Die Niederlage der kirchlichen Gruppe Pro-Reli beweist, dass den Anhängern des Religionsunterrichts primär nicht um die Religion geht, sondern um die Ideologie. Wollen wir unseren Kindern die Werte vermitteln, die uns in einer Gesellschaft zusammenhalten und uns dazu motivieren, miteinander freiheitlich- demokratisch umzugehen, tut diese Aufgabe eigentlich die Ethik. Die Ethik kennt keinen Muselman, Christ, Jude, Buddhist, …, die Ethik kennt den Menschen ohne Rücksicht auf seine Religion, Herkunft, Rasse, Geschlecht, … Die Ethik ist eigentlich pluralistisch, und nicht die Vervielfältigung des Religionsunterrichts durch verschiedene Konfessionen und Orientierungen. Begeht man doch den Weg, den Religionsunterricht in den staatlichen Schulen als ordentliches Fach anzubieten, zeigt die Erfahrung, dass nur christliche Religion angeboten wird, will man aber das demokratische Gesicht nicht verlieren, zwingt sich in die Verleumdung, wie etwa in Hessen wird Muttersprache als Ersatzfach für den Religionsunterricht angeboten, das ist nichts anderes als türkische Sprache, besteht die Bundesrepublik aus Deutschen und Türken?</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/Klassenkreuz.jpg" rel="lightbox[314]"><img class="size-medium wp-image-368 alignleft" title="Klassenkreuz" src="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/Klassenkreuz-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Der Religionsunterricht ist nicht nur ein Thema unsrer Zeit, sondern auch eine Debatte unter Pädagogen in der Weimarer Republik gewesen. Es bildeten sich zwei Fronten, eine war Gegner des Religionsfaches in den staatlichen Schulen, die andere war dafür mit dem Argument wie etwa, dass es wichtig sei, den Kindern religiöse Elemente beizubringen. In der Verfassung der Weimarer Republik kam daraus § 149 zustande:</p>
<p><strong>§ 149</strong><strong>: </strong></p>
<p>„(1) Der Religionsunterricht ist ordentliches Lehrfach der Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien (weltlichen) Schulen. Seine Erteilung wird im Rahmen der Schulgesetzgebung geregelt. Der Religionsunterricht wird in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der betreffenden Religionsgesellschaft unbeschadet des Aufsichtsrechts des Staates erteilt.<br />
(2) Die Erteilung religiösen Unterrichts und die Vornahme kirchlicher Verrichtungen bleibt der Willenserklärung der Lehrer, die Teilnahme an religiösen Unterrichtsfächern und an kirchlichen Feiern und Handlungen der Willenserklärung desjenigen überlassen, der über die religiöse Erziehung des Kindes zu bestimmen hat.<br />
(3) Die theologischen Fakultäten an den Hochschulen bleiben erhalten.“</p>
<p>Nach der Machtergreifung des Nationalsozialismus wurde das Reichskonkordat 1933 zwischen Vatikan und NS-Regime unterschrieben, Im Konkordat §21-24 ist der katholische Religionsunterricht ordentliches Schulfach erklärt, in dem die Kinder im Geiste des Christentum erzogen werden müssen. Die katholische Kirche reklamiert, dass diese Vereinbarung vom NS-Regime mehrfach verletzt und verneint wurde.</p>
<p>Außer christlichem Religionsunterricht wird buddhistischen, etwa in Berlin, in Zusammenarbeit mit der <a href="http://www.dharma.de/">Buddhistischen Gesellschaft Berlin e.V</a>. seit etwa 2003 unterrichtet.</p>
<p>Hauptsächlich beziehen sich die Schwierigkeiten dieses pluralistischen Konzepts auf den Islam, denn inhaltlich kann der Islam im Gegenteil anderer Konfessionen nicht einheitlich für den Unterricht manifestiert werden, da kein allgemein anerkannte religiöse Autorität gibt, dazu kommen auch unterschiedliche inner-islamische Konfessionen, die auch zum Teil verfeindet sind.</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/betender-Muselman.jpg" rel="lightbox[314]"><img class="size-full wp-image-369 alignright" title="betender Muselman" src="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/betender-Muselman.jpg" alt="" width="201" height="150" /></a>Das pluralistische Konzept bedeutet Religionsunterricht für alle, das wiederum, dass jedes Kind als Staatbürger das Recht hat, in seinem Glauben in staatlichen Schulen Unterricht zu bekommen. Natürlich müssen diese Religionsgemeinschaften zu dem Staatswesen des Landes loyal sein und die Grundsätze wie etwa Freiheit, Demokratie, Republik, etc anerkennen. Das Deutschland eine föderale Republik ist, haben einzelne Länder ihre eigene Vorgehensweise, eigene Ministerien, Machtbefugnisse. Das ist ein ernst zunehmendes Hindernis auf diesem vermeintlich pluralistischen Weg.</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/2010/05/12/religionsunetrricht-in-staatlichen-schulen-8/">(&#8230; weiter)</a></p>
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		<title>Religionsunetrricht in staatlichen Schulen? (6)</title>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 15:54:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schulwesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Religionsfreiheit Eine Errungenschaft in der Moderne unter demokratischen Verhältnissen in einem Rechtsstaat mit der republikanischen Staatsform ist die Religionsfreiheit. Die Religionsfreiheit als Glaubensfreiheit ist die Grundlage der Menschenrechte und äußerst elementar. Die Glaubensfreiheit reduziert sich keineswegs auf eine bestimmte Religion, im Gegenteil lässt sich als die Freiheit für die Weltanschauung anerkennen. Inzwischen ist die Religionsfreiheit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Religionsfreiheit</strong></p>
<p>Eine Errungenschaft in der Moderne unter demokratischen Verhältnissen in einem Rechtsstaat mit der republikanischen Staatsform ist die Religionsfreiheit. Die Religionsfreiheit als Glaubensfreiheit ist die Grundlage der Menschenrechte und äußerst elementar. Die Glaubensfreiheit reduziert sich keineswegs auf eine bestimmte Religion, im Gegenteil lässt sich als die Freiheit für die Weltanschauung anerkennen.</p>
<p>Inzwischen ist die Religionsfreiheit nicht nur ein Bestandteil der <em><a title="Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" href="file:///E:/Allgemeine%20Erkl%C3%A4rung%20der%20Menschenrechte.pdf">Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte</a></em>, sondern auch der <em>Europäischen Menschenrechtskonventionen</em>. nach Artikel 18 der <em>Universal Declaration of Human Rights</em>:</p>
<p>„Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.“</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/Religionsfreiheit.jpg" rel="lightbox[312]"><img class="size-medium wp-image-360 alignright" title="Religionsfreiheit" src="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/Religionsfreiheit-177x300.jpg" alt="" width="177" height="300" /></a>In den Diskussionen über Glaubensfreiheit wird oft das Thema verzerrt dargestellt, also wird z. B. versucht, mit dem Zustand der islamischen Welt die Missstände in Europa zu rechtfertigen. Diese Argumente sind gefährlich und führen zu keinem sozialen Frieden, denn die Glaubensfreiheit ist kein Produkt einer Religion und ist nicht durch die vermeintlich christlich-kirchliche Toleranz entstanden. Sie ist vielmehr eine der größten Errungenschaften der globalen Zivilisation. Wenn in einem islamischen Land die <em>Anders-Glauben-und-Denken</em> verfolgt und bestraft wird, ist doch keine Legitimation dafür, dass in einem demokratisch freiheitlich rechtsstaatlichen Land einen Verstoß gegen diese Menschenrechte zugelassen oder geduldet wird. Außerdem führen solche Argumente dahin, dass man, Paradebeispiel Immigranten, als die Bürger einer hier zum Beispiel islamischen Gesellschaft für die staatlichen Verbrechen in einem anderen Staat verantwortlich macht und nicht zuletzt schließt man die „Anderen“ aus dem Gemeinschaftsleben aus. Dass in Deutschland einige Parteien in ihrem Namen Christentum mittragen, ist jedoch automatisch keine Akzeptanz für die Einrichtung eines christlichen Staates gegeben, genauso wenig für die neue Definition der Religions- Glaubensfreiheit.</p>
<p>Zugespitzt wird die Kopftuchdebatte energisch von allen Seiten geführt. Missverständnisse, Demagogie, … etc. treffen sich in dieser Debatte voller Wucht. Mit minimal gesundem Menschenverstand lässt sich so eine heiße Diskussion viel produktiver führen, wenn wir uns über das Prinzip einig sind, als die Demagogen aus verschiedenen Lagern bis jetzt veranstaltet haben.</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/imaginäres_Kopftuch.jpg" rel="lightbox[312]"><img class="size-medium wp-image-361 alignleft" title="imaginäres_Kopftuch" src="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/imaginäres_Kopftuch-300x95.jpg" alt="" width="300" height="95" /></a></p>
<p>Was das Glauben an sich anbelangt, ist zunächst eine persönliche Meinung, die sich in eigener Gemeinde als kollektiv angenommene Wahrheit darstellt wird. Geschichtlich betrachtet ist der Mythos Galileis bestes Beispiel für die Konfrontation zwischen Glauben und Wissen. Wenn wir einen Augenblick dem Thema „Glauben und Wissen“ unsere Aufmerksamkeit widmen, stellen wir recht schnell fest, dass seit Renaissance große Spannung zwischen dem Glauben und dem Wissen gibt. Arthur Schopenhauer bringt auf den Punkt, da er die Philosophie als Wissenschaft begründet, nennt „was sich wissen lässt“. Glauben und Wissen sind „von Grund aus verschiedene Dinge“ und „dafür ist er Glaube, dass er enthält was man nicht wissen kann.“ (Arthur Schopenhauer, Sämtliche Werke, Bd. 5, S. 153) Rechtsstaatlich darf der Staat sich in der Glaubenssache seiner Bürger nicht einmischen. Die Bundesrepublik leidet unter einem chronisch gewordenen Problem. Sie ist mehr oder weniger säkular aber nicht laizistisch. Die Politiker der rechten Lager propagieren für ein christlich-abendländliches Deutschland, diese Beschreibung hat weder eine rechtliche Grundlage noch entspricht der Realität.</p>
<p>Hier liegen die Wurzeln des Dilemmas im Grundgesetz, denn die Weltanscheuung darf nicht zur Benachteiligung führen.</p>
<p><strong>- § 3 Abs. 3 GG:</strong></p>
<p>„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“</p>
<p>Die Bürger genießen ihre Glaubensfreiheit und Ausübung ihrer Sakralen.</p>
<p><strong>- § 4 Abs. 1 und 2 GG:</strong></p>
<p>„(1)Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“</p>
<p>(2)„Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“</p>
<p>Plötzlich erhält der Staat von GG den Auftrag, sich um den Religionsunterricht als ordentliches Fach in staatlichen Schulen zu kümmern, obwohl der Staat sich nicht in die religiösen Angelegenheiten seiner Bürger einmischen darf.</p>
<p><strong>- § 7 Abs. 1-3 GG: </strong></p>
<p>„(1) Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates.</p>
<p>(2) Die Erziehungsberechtigten haben das Recht, über die Teilnahme des Kindes am Religionsunterricht zu bestimmen.</p>
<p>(3) Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in  Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt. Kein Lehrer darf gegen seinen Willen verpflichtet werden, Religionsunterricht zu erteilen.“</p>
<p>Das Grundgesetzt der Bundesrepublik lehnt sich auf seine demokratisch-rechtsstaatlichen Vorgängerin, auf die Weimarer Reichsverfassung (WRV).</p>
<p><strong>- § 140 GG:</strong></p>
<p>„Die Bestimmungen der Artikel 136, 137, 138, 139 und 141 der deutschen Verfassung vom 11. August 1919 sind Bestandteil dieses Grundgesetzes.“</p>
<p>Die Religion ist ganz private Sache und dafür ist kein Bürger einem Dritten oder dem Staat gegenüber eine Rechenschaft schuldig und noch mehr, die Sakralen sind nur freiwillig ohne jeglichen Zwang.</p>
<p><strong>- § 136 der <a href="http://www.documentarchiv.de/wr/wrv.html"><em>Verfassung der Weimarer Republik (WRV)</em>:</a></strong></p>
<p>(1) Die bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten werden durch die Ausübung der Religionsfreiheit weder bedingt noch beschränkt.<br />
(2) Der Genuss bürgerlicher und staatsbürgerlicher Rechte sowie die Zulassung zu öffentlichen Ämtern sind unabhängig von dem religiösen Bekenntnis.<br />
(3) Niemand ist verpflichtet, seine religiöse Überzeugung zu offenbaren. Die Behörden haben nur soweit das Recht, nach der Zugehörigkeit zu einer Religionsgesellschaft zu fragen als davon Rechte und Pflichten abhängen oder eine gesetzlich angeordnete statistische Erhebung dies erfordert.<br />
(4) Niemand darf zu einer kirchlichen Handlung oder Feierlichkeit oder zur Teilnahme an religiösen Übungen oder zur Benutzung einer religiösen Eidesform gezwungen werden.</p>
<p>Der progressivste Grundsatz befindet sich in dieser Verfassung, dass es keine Staatskirche gibt. Dieser Grundsatz verstärkt das Dilemma, und juristisch führt zu einer Sackgasse, denn nicht nur der Religionsunterricht ein Dilemma im Staat wird, sondern die kirchlichen Steuer auch, denn die Religionsgesellschaft sollte selbständig sich verwalten, auf der anderen Seite vermittelt der Staat die Steuergelder als Kirchensteuer an die Kirchen weiter. Die juristische Erklärung dafür ist tief in dem Charakter der Stadtstaaten verwurzelt.</p>
<p>-<strong> § 137</strong><strong> der WRV:</strong><br />
(1) Es besteht keine Staatskirche.<br />
(2) Die Freiheit der Vereinigung zu Religionsgesellschaften wird gewährleistet. Der Zusammenschluss von Religionsgesellschaften innerhalb des Reichsgebiets unterliegt keinen Beschränkungen.<br />
(3) Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes. Sie verleiht ihre Ämter ohne Mitwirkung des Staates oder der bürgerlichen Gemeinde.<br />
(4) Religionsgesellschaften erwerben die Rechtsfähigkeit nach den allgemeinen Vorschriften des bürgerlichen Rechtes.<br />
(5) Die Religionsgesellschaften bleiben Körperschaften des öffentlichen Rechtes, soweit sie solche bisher waren. Anderen Religionsgesellschaften sind auf ihren Antrag gleiche Rechte zu gewähren, wenn sie durch ihre Verfassung und die Zahl ihrer Mitglieder die Gewähr der Dauer bieten. Schließen sich mehrere derartige öffentlich-rechtliche Religionsgesellschaften zu einem Verbande zusammen, so ist auch dieser Verband eine öffentlich-rechtliche Körperschaft.<br />
(6) Die Religionsgesellschaften, welche Körperschaften des öffentlichen Rechtes sind, sind berechtigt, auf Grund der bürgerlichen Steuerlisten nach Maßgabe der landesrechtlichen Bestimmungen Steuern zu erheben.<br />
(7) Den Religionsgesellschaften werden die Vereinigungen gleichgestellt, die sich die gemeinschaftliche Pflege einer Weltanschauung zur Aufgabe machen.<br />
(8) Soweit die Durchführung dieser Bestimmungen eine weitere Regelung erfordert, liegt diese der Landesgesetzgebung ob.</p>
<p><strong>§ 138</strong><strong> der WRV:</strong><br />
(1) Die auf Gesetz, Vertrag oder besonderen Rechtstiteln beruhenden Staatsleistungen an die Religionsgesellschaften werden durch die Landesgesetzgebung abgelöst. Die Grundsätze hierfür stellt das Reich auf.<br />
(2) Das Eigentum und andere Rechte der Religionsgesellschaften und religiösen Vereine an ihren für Kultus-, Unterrichts- und Wohltätigkeitszwecke bestimmten Anstalten, Stiftungen und sonstigen Vermögen werden gewährleistet.</p>
<p>Eine spannende Geschichte der Entstehung der Bundesrepublik ist gerade die Bremer Klausel. Schon hatten einige Abgeordnete beim GG-Entwurf großes Bedenken, was den Religionsunterricht anbelangt, daraus ist der Artikel 141 im GG verfasst worden. Diese Klausel ist wiederum nicht die Lösung, die unserem Zeitgeist im 20. Jahrhundert entspricht.</p>
<p><strong>§ 141 GG: (Bremer Klausel)</strong></p>
<p>„Artikel 7 Abs.3 Satz 1 findet keine Anwendung in einem Lande, in dem am 1. Januar 1949 eine andere landesrechtliche Regelung bestand.“</p>
<p>Dass die Menschen, als Individuen oder Staatsbürger, ihrem Glauben nachgehen oder von ihren Glaubensgemeinden über die Lehre ihrer Religion unterrichtet werden, sind all dies in Grundrechten und Menschenrechten verankert und ein moderner Staat, der Anspruch auf Republik, Demokratie und Freiheit hat, muss diese gewährleisten. Die Frage nach dem Religionsunterricht als die staatliche Aufgabe ist nun damit nicht beantwortet.</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/2010/05/12/religionsunetrricht-in-staatlichen-schulen-7/">(&#8230; weiter)</a></p>
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		<title>Religionsunetrricht in staatlichen Schulen? (5)</title>
		<link>http://www.verbildung.org/2010/05/12/religionsunetrricht-in-staatlichen-schulen-5/</link>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 15:42:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schulwesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ist die Bundesrepublik Deutschland? Nach der Anatomie dieser Begriffe soll hier untersucht werden, was die Bundesrepublik sei? Zweifelsohne ist die Bundesrepublik ein säkularer Staat, dieser Staat entstand aus republikanischen Ideen und dem föderalistischen Gedankengut. Im Schulwesen ist aber Deutschland kein laizistischer Staat und vor der Säkularisierung macht Halt. Nun ist es berechtigt zu fragen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was ist die Bundesrepublik Deutschland?</strong></p>
<p>Nach der Anatomie dieser Begriffe soll hier untersucht werden, was die Bundesrepublik sei? Zweifelsohne ist die Bundesrepublik ein säkularer Staat, dieser Staat entstand aus republikanischen Ideen und dem föderalistischen Gedankengut.</p>
<p>Im Schulwesen ist aber Deutschland kein laizistischer Staat und vor der Säkularisierung macht Halt. Nun ist es berechtigt zu fragen, warum der Nachbarstaat Frankreich so radikalen Laizismus ausübt und Deutschland Meilenweise davon entfernt ist, gleichwohl auch nicht pluralistisch wie Skandinavien?</p>
<p>Der erste Unterschied liegt darin, dass Frankreich durch die Revolution 1789 formiert ist. Bis heute hat die Revolution nachhaltig die tiefsten Einflüsse auf Land und Menschen hinterlassen. Die Reformation hat sicherlich den Katholizismus entscheidend in Abzug aus Macht bedrängt, aber dennoch hat das Wesen der Staatsreligion nicht gemildert. In Weimarer Republik war der Geist des Laizismus präsent aber nicht entscheidend, obwohl die Trennung von Staat und Kirche in der Verfassung verankert war.</p>
<p>Vom Nationalsozialismus wurden der Laizismus und dessen sozialen Bewegung, also Arbeiterbewegung, zerschlagen. Nach der Beseitigung des NS-Regimes war die Kirche die einzige Organisation, die noch funktionierte. Das ist nicht zu wundern, warum es in einem hoch modernen Staat Parteien gibt, die sich mit christlichem Suffix schminken. Nicht nur diese christlichen Parteien sondern auch die Sozialdemokratie ist nach 1945 die neue politische Heimat der Gläubigen und Kirchen geworden. Das <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Godesberger_Programm">Godesberger Programm</a></em> ist eine Folge davon.</p>
<p>Die opferreiche Niederlage im Krieg besonders in Ostfronten, die Teilung Deutschlands und der Kalte Krieg sind andere Elemente, die historisch verhindert haben, aus Deutschland ein ernsthaft laizistisches Land wird, was weder mit republikanischen Ideen noch mit Föderalismus im Widerspruch steht.</p>
<p>Im Grundgesetz steht im Gegensatz zu der Verfassung der Weimarer Republik keine ausdrückliche Verneinung einer Staatskirche. In keinem anderen europäischen Land ist zwischen Säkularismus und Laizismus so eine große Kluft wie in Deutschland, die <a href="file:///E:/verfassung%20der%20Weimarer%20Republik%20vom%2011%20August%201919.pdf">Verfassung der Weimarer Republik</a> war in dieser Hinsicht viel fortgeschrittener als derer heutigen Bundesrepublik. Die Ironie der Staatszuschüsse an die Kirchen, sowohl katholischen als auch evangelischen, dehnt sich so weiter bis die Honorierung der Unterrichtsstunden an die Kirche für die Religion in den staatlichen Schulen. Nach § 7 – Abs 2 des GG ist der Religionsunterricht ein ordentliches Fach, wobei die Eltern das Recht haben, ihre Kinder vom Religionsunterricht abzumelden, in einigen Bundesländern sollen dann an Ethikunterricht teilnehmen. In einem späteren Passus werden uns mit dem Ethikunterricht beschäftigen. Die Ergänzung zu dieser Verschmelzung von Staat und Kirche kommen weitere Möglichkeiten der Kirchen in Medien, Rundfunk, …etc. Im Grundgesetz der Bundesrepublik wird auf die „Verantwortung vor Gott“ in der Präambel aufgewiesen, das ist allerdings bedingt durch die deutsche Geschichte und ist als Folge des Nationalsozialismus und seines Absolutheitsanspruches zu verstehen.</p>
<p>Mit diesem Hintergrund ist das zu erwarten, dass es in Deutschland zu den heftigen Glaubenskonfrontationen kommen werden kann, denn die Verhältnisse zwischen Kirchenmitgliedern, Bevölkerung und dem Einfluss der Kirchen in den verschiedenen Lebensbereichen stimmen nicht mehr.</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/2010/05/12/religionsunetrricht-in-staatlichen-schulen-6/">(&#8230; weiter)</a></p>
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		<title>Religionsunetrricht in staatlichen Schulen? (4)</title>
		<link>http://www.verbildung.org/2010/05/12/religionsunetrricht-in-staatlichen-schulen-4/</link>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 15:35:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schulwesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Moderne Wahrlich ist eine Diskussion über die Moderne recht kompliziert. Würden wir wie der deutsche Philosoph Jürgen Habermas denken, dann ist die Moderne ein „unvollendetes Projekt“. Die Moderne steht der Tradition gegenüber und ursprünglich gegen die Antike und im politischen Sinne Ancien (Französisch: Vergangen). Die Moderne stammt aus dem Latein modernus (übersetzt: neu) mit Adverb [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Moderne</strong></p>
<p>Wahrlich ist eine Diskussion über die Moderne recht kompliziert. Würden wir wie der deutsche Philosoph Jürgen Habermas denken, dann ist die Moderne ein „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas">unvollendetes Projekt</a>“. Die Moderne steht der Tradition gegenüber und ursprünglich gegen die Antike und im politischen Sinne <em>Ancien</em> (Französisch: Vergangen). Die Moderne stammt aus dem Latein <em>modernus</em> (übersetzt: neu) mit Adverb <em>modo</em> (übersetzt. Eben jetzt). Später wurde im Zuge der Französischen Revolution als Gegensatz zu dem alten Regime verwendet. Die Moderne hat auch philologische Verwandtschaft mit Mode, Modernismus, Modernität  und sinnesverwandt mit dem Forschritt. In der Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte versteht man als eine ästhetische Epoche.</p>
<p>Über den Beginn der Moderne gibt es zahlreiche Publikationen und Streitigkeiten, besonders aus dem historischen Blickwinkel. Ohne sich in Details zu verlieren, können wir festhalten, dass im 15. Jahrhundert der westlichen Zeitrechnung die Erneuerung oder <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Renaissance">Renaissance</a></em> begonnen hat. Die Renaissance kurz dargestellt, ist Wiedergeburt der Gedankengut der Antike, also die Befreiung aus der christlich-kirchlichen Dogmen. Der <em>Protestantismus</em> hat das religiöse Gesicht des Glaubens geändert und das religiöse Machtmonopol vom Vatikan verneint. Die <em>Industrialisierung</em> hat Mitte des 18. Jahrhunderts mit gravierenden ökonomischen Folgen begonnen. Am Ende des 18. Jahrhunderts war die <em>Französische Revolution</em>. Neue Bedeutung hat das Individuum dem Menschen verliehen, nun ist der Mensch als soziales Lebewesen ein Individuum. In der Moderne handelt der Mensch emanzipatorisch, diese Emanzipation ist gleichwohl die Befreiung wie auch Verhängnis, denken wir an die Beherrschung der Natur, wo der Mensch sich vom natürlichen Zwang befreit, verfesselt sich selbst gleich in Fortschritt. Nicht nur sind die Menschen Individuen geworden, sondern die territorialen Staaten sind Nationalstaaten geworden, die ehemaligen Einwohner in einem Territorium sind die Bürger des Staates und dieser Staat definiert sich wiederum auch über seine Bürger. Hier gibt es natürlich große Unterschiede zwischen Nationalstaaten, eine setzt aus Vorfahren und Volkszugehörigkeit, anderer auf die Bürger, die arbeiten.</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/moderne.jpg" rel="lightbox[307]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-349" title="moderne" src="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/moderne-181x300.jpg" alt="" width="181" height="300" /></a></p>
<p>Die Moderne wird von zwei Seiten angegriffen: Traditionalistisch und Postmodern. Hier möchten wir nicht uns in diese Debatte weiter vertiefen, denn unser Beitrag möchte zu dem Kern also Schulwesen kommen. Traditionalisten, wenn nicht ideologisch agieren, dann mindestens übersehen, dass die Traditionen auch durch andere Traditionen im Laufe der Menschheitsgeschichte ersetzt worden sind. Die menschliche Entwicklung setzt den Wandel in Traditionen voraus.</p>
<p>Auf der anderen Seite geht die Postmoderne von einer Epoche aus, die noch nicht abgeschlossen ist. Es liegt keine Anzeichen oder der Übergang zu anderen Epochen vor. Dass die Anhänger der Postmoderne eher mit der Literatur oder Kunst den beginn einer neunen Phase begründen wollen, rechtfertigt nicht diese Behauptung auch im sozialen und politischen Bereich. Man darf nicht vergessen, dass die Modernität keinen Anspruch auf die ewige Standhaltung hat, denn modern ist vergänglich. Alles was modern ist, soll nicht gut heißen, zwei große Kriege in Europa waren auch Komponenten der Moderne.</p>
<p><strong>Demokratie(n)</strong></p>
<p>Ein Rechtsstaat muss demokratisch sein, ohne Demokratie kann kein Rechtsstaat existieren, aber was ist die Demokratie? Welche Formen gibt es? Leben wir in einer Demokratie oder nur teilweise demokratisch? Diese Fragen scheinen sehr einfach bis zum vulgär, aber in der Tat sind solche Fragen tiefgreifend verankert in den gesellschaftlichen Formationen zu beantworten.</p>
<p>Demokratie besteht aus zwei griechischen Wörtern: δῆμος [<em>dēmos</em>] „Volk“ und κρατία [<em>kratía</em>], „Herrschaft“, wie etwa Volksherrschaft, in der Antike waren nur die männlichen Bürger in der griechischen Polis das Volk. Die Demokratie hat nun verschiedene Akzente angenommen, daher sprechen wir von Demokratien. In Deutschland ist die Demokratie eine Säule des Staates und der Verfassung überhaupt.</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/bleistifte1.gif" rel="lightbox[307]"><img class="size-medium wp-image-350 alignright" title="bleistifte1" src="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/bleistifte1-300x114.gif" alt="" width="300" height="114" /></a></p>
<p>Nicht nur die Mehrheit ist die erste Eigenschaft einer möglichen Demokratie, sondern die Wahl der Staatsbürger als der Äußerungsweg dieser Bürger muss allgemein, gleich, frei und geheim sein. Die Demokratie setzt natürlich die Grundrechte, wie Meinungsfreiheit voraus. Und ein Staat ist dann demokratisch, wenn er souverän auf seinem Territorium ein Volk hat, und das Volk besteht aus Bürgern des Staates und sie haben das Recht, um die Akteure der Exekutive und Legislative zu wählen. Man könnte zum Schluss sagen, ein demokratischer Staat lässt seine Regierung ohne Nasenblutung stürzen. Die Demokratie resultiert sich aus der Annahme des Naturrechtes und den Menschenrechten. Nach der Auffassung Aristoteles ist die Demokratie diejenige Staatsform, die alle Herrscher sind, und diese Alle sind die Armen. Für Aristoteles ist die Freiheit die Grundlage der Demokratie. Mit dem Staatswesen und der Demokratie hatte sich Platon der Lehrer Aristoteles auch beschäftigt. In der Moderne wurde der Begriff Demokratie besonders von <em>Jean-Jacques Rousseau</em> in seinem <em>Du contract Social</em> vertragstheoretische Aspekten der Demokratie hervorgerufen. Bei Rousseau sind die Herrscher gleich auch die beherrschten und aus dem Gemeinwillen ergibt sich <em>Volkssouveränität</em>. <em>John Locke</em> und Charles Montesquieu betrachten den demokratischen Staat durch seine Gewaltenteilung. Die Gründung von <em>House of Commons</em> im 13. Jahrhundert ist die Epochemacher in der Demokratisierung, denn das <em>Parlament</em> wird zu einem Merkmal der Demokratie. Das erste Parlament entstand in seiner modernen Form unter dem König von Engeland Wilhelm, <em>Bill of Rights</em> wurde 1789 verfasst und damit Immunität, finanzielle Unabhängigkeit und das recht auf Mitgliederversammlungen ohne königliche Zustimmung für das Parlament wurden eingeräumt. Hier darf nicht außer acht gelassen werden, dass die demokratisierten Länder Europas von Eliten regiert werden, die bereits im Mittelalter dem Adeln oder Klerus oder später Grossbürgertum angehören. Diese Herkunft ist die Herausforderung unsrer Epoche gegenüber der Demokratie, denn die Demokratie hat eine Überlebenschance, solange sie finanzierbar ist. Die Weimarer Republik war die erste demokratische Staatsform auf dem Deutschen Territorium. Das Phänomen der Weimarer Republik ist schon historisch sehr wichtig, denn sie beweist, wie eine Republik sich von der Demokratie verabschiedet und weiter in der republikanischen Form ein beispielloses totalitäres Regime wird. Die <em>Bundesrepublik Deutschland</em> ist nicht nur eine Demokratie nach dem <em>NS-Regime</em>, sondern eine föderale Republik. Alle diese Eigenschaften dieser Republik formen andere Lebensbereiche, vor allem das Schulwesen.</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/lobbyismus.jpg" rel="lightbox[307]"><img class="size-medium wp-image-351   alignright" title="lobbyismus" src="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/lobbyismus-262x300.jpg" alt="" width="262" height="300" /></a>Der Lobbyismus ist der moderne Feind der parlamentarischen Demokratie. Er ist eine Gefahr gegen die Demokratie und ebenso eine gegen das Wesen des Parlaments. Der Rückkehrschluss ist, dass die Kinder und Jugendlichen keine Lobby haben, deswegen werden ihre Interessen nicht mit Macht und Nachdruck vertreten. Die Demokratie hat verschiedene Formen, die zum Teil das Wesen der Demokratie verändern, kaum ist ein anderes politisches System so facettenreich wie die demokratisches, aber gleich wie sie gestaltet worden sind, müssen alle selben Eigenschaften, Kriterien und Funktionen haben. Oft wird die Demokratie mit Republik oder auch mit Rechtsstaat verwechselt. Im Grunde genommen wird diese Verwechselung durch die gemeinsamen Funktionen der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit verursacht, denn Freiheit und Sicherheit der Bürger müssen erreicht und sorgfältig beaufsichtigt werden, durch Wahl und Gesetz, dennoch ist das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit das Fundament für diese Funktionen. Die Demokratie an sich bedeutet keine Garantie für den Schutz der Minderheiten vor der Mehrheit, auf der anderen Seite lebt die Demokratie von Meinungsunterschieden und Vielfältigkeit der Interessen. Nicht selten wird angenommen, was rechtmäßig ist, soll auch gerecht sein und viel mehr irritierend demokratisch soll, was keineswegs der Fall ist.</p>
<p>Die Kritiker der Demokratie beziehen sich hauptsächlich auf die Irrationalität der unwissenden Wähler, wirtschaftlich uneffiziente Funktionalität der Demokratie. Wieweit diese Kritik der zutreffende Fall ist, ist jedoch unterschiedlich. Hier lässt sich fragen, was man an der Stelle der Demokratie installieren könnte, die Antwort ist in unserer Geschichte plausibel, ohne Demokratie führt der Weg in die Barbarei und ebenso wie die nicht finanzierbare Demokratie.</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/2010/05/12/religionsunetrricht-in-staatlichen-schulen-5/">(&#8230; weiter)</a></p>
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		<item>
		<title>Religionsunetrricht in staatlichen Schulen? (3)</title>
		<link>http://www.verbildung.org/2010/05/12/religionsunetrricht-in-staatlichen-schulen-3/</link>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 15:22:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schulwesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Rechtsstaat Der Begriff Rechtsstaat ist im 19. Jahrhundert von damaligen Gesellschaftsverhältnissen geprägt worden. Robert von Mohl hat zum Gegenteil des aristokratischen Staats verwendet und später fand in einer Publikation von Otto Bähr der Rechtsstaat seine Verwendung. Der Rechtsstaat hält sich an seinen festgelegten Prinzipien und wehrt sich gegen Beliebigkeit der Machtinhaber. Der Rechtsstaat geht grundsätzlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Rechtsstaat</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Der Begriff <em>Rechtsstaat</em> ist im 19. Jahrhundert von damaligen Gesellschaftsverhältnissen geprägt worden. Robert von Mohl hat zum Gegenteil des aristokratischen Staats verwendet und später fand in einer Publikation von Otto Bähr der Rechtsstaat seine Verwendung. Der Rechtsstaat hält sich an seinen festgelegten Prinzipien und wehrt sich gegen Beliebigkeit der Machtinhaber. Der Rechtsstaat geht grundsätzlich von den objektiven Werten und derer Aufrechterhaltung. Die historische Entwicklung der U.S.amerikanischen Verfassung hat die Idee des Rechtsstaates in Europa stark beeinflusst.</p>
<p>Die Entwicklungsgeschichte des Rechtsstaates zeigt, dass alleine das positive Recht nicht ausreichend die Sicherheit des Rechtes vor Missbrauch garantieren kann, wie der Nationalsozialismus die Macht gerade in einem Rechtsstaat eroberte. Nach 1945 wurde die rechtsstaatliche Staatstheorie mit Menschenrechten ergänzt. (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Radbruchsche_Formel">Formulierung Radbruchs</a>)</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/Rechtsstaat.jpg" rel="lightbox[305]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-343" title="Rechtsstaat" src="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/Rechtsstaat-300x228.jpg" alt="" width="237" height="180" /></a></p>
<p>Der moderne Rechtsstaat hat gewisse Eigenschaften, wie etwa Gewaltmonopol, Gewaltenteilung, Gesetzmäßigkeit in Exekutive und Judikative, Aufsicht und Beschränkung für den Gesetzgeber, Staatsverpflichtung für die Begründung seines Handelns, Überprüfung und Überwachung des Staates durch unabhängige Institutionen, Verhältnismäßigkeit, Verlässlichkeit in staatlichem Handeln. Ein Rechtsstaat steht zum Widerspruch eines Polizeistaates. Die Aufgabe des Staates liegt in Gewährleistung der  Sicherheit, Freiheit und des Eigentums seiner Bürger.  Der Rechtsstaat steht nicht automatisch zum Widerspruch des Sozialstaates. In der Bundesrepublik kommt der Begriff „Rechtsstaat“ in Art. 28 Abs. 1 und Art. 20 Abs. 3 GG vor. Die Grundrechte, wie Freiheit und Gleichheit, sind die unersetzbaren Bestandteile des Rechtsstaats Deutschland. Darüber hinaus ist die Unabhängigkeit der Richter und der Gerichte ein Garant für die Aufrechterhaltung des modernen Rechtsstaats. Nach der historischen Betrachtung ist die Säkularisierung die Vorstufe des Rechtsstaates gewesen.</p>
<p><strong>Republik</strong></p>
<p>Die Republik wird salopp als das Gegenstück der Despotie verstanden. Der Begriff <em><a href="http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=AG1XSO">Republik</a></em> ist Latein, <em>res publica</em> und bedeutet <em>die Sache der Öffentlichkeit</em> und wurde in der Antike in Rom als eine <em>Staatsform</em> verstanden, mit dem Ziel und Aufgabe: Gemeinwesen und Gemeinwohl. In der <em>Französischen Revolution</em> wurde <em>république</em> als revolutionäre Lösung gegen Monarchie eingesetzt. Heute bezeichnen sich viele Diktaturen Republik, was mit dem Geiste der Republik kaum zu tun hat. Im Kernpunkt hat eine Republik einen gewählten Staatspräsidenten, der nach seinem Amt wiederum einen vom Volk bestimmten Nachfolger hat. Die Republik ist eigentlich eine Herrschaftsform mit eigenständigen Eigenschaften. Mit anderen Worten ist nicht jede Republik demokratisch und wird auch nicht zwingend rechtsstaatlich regiert. Die historische Entwicklung des Begriffes Republik und was man unter Republik in unterschiedlichen Epochen verstanden hat und versteht, liegt außerhalb der Absicht dieses Aufsatzes.</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/GG.jpg" rel="lightbox[305]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-344" title="GG" src="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/GG-300x293.jpg" alt="" width="300" height="293" /></a></p>
<p>Die Weimarer Republik, als die erste Republik Deutschlands, verstand die Republik als ihre verpflichtende Staatsform, schon in Artikel 1 Absatz 1 liegt die republikanische Form vor. Die republikanische Idee wurde in die Staatsform der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen, allerdings mit einem Randcharakter in Artikel 20 Abs. 1 GG: „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“ Hier ist es zu erkennen, dass die Republik im Grundgesetz nicht explizit als Staatsform erwähnt wird, dennoch ist der Name republikanisch und zwar föderativ, diese Form Republik lässt natürlich nicht zu, dass die Mitglieder aus dem Bund einfach austreten können. Republik und Demokratie sind zwei Begriffe, die oft miteinander verwechselt werden. Sie sind nicht gleich, auch nicht Gegensätze, eher ergänzend, Republik geht von der Wahl des Volkes aus, die Demokratie vom Willen des Volkes und der vom Volk an den Staat übertragenen Gewalt. Z. B. sind Großbritannien, Dänemark, Schweden, Norwegen eine Demokratie aber keine Republik, oder umgekehrt Volksrepublik China, Syrien, Iran, Kuba sind eine Republik aber keine Demokratie.</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/2010/05/12/religionsunetrricht-in-staatlichen-schulen-4/">(&#8230; weiter)</a></p>
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		<title>Religionsunetrricht in staatlichen Schulen? (2)</title>
		<link>http://www.verbildung.org/2010/05/12/religionsunetrricht-in-staatlichen-schulen-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 14:11:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schulwesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Pluralismus Die Länder; die in der Sache der Religion und ihres Schulwesens mehr oder weniger pluralistisch die Schule gestalten, haben i. d. R. eine Staatsreligion, etwa wie skandinavische Länder und England z. B. sind staatsreligiös protestantisch. In Niederlanden haben alle Religionen eigene Schulen, was sehr umstritten ist. In Niederlanden geht man aus dem Standpunkt der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pluralismus</strong></p>
<p>Die Länder; die in der Sache der Religion und ihres Schulwesens mehr oder weniger pluralistisch die Schule gestalten, haben i. d. R. eine Staatsreligion, etwa wie skandinavische Länder und England z. B. sind staatsreligiös protestantisch. In Niederlanden haben alle Religionen eigene Schulen, was sehr umstritten ist. In Niederlanden geht man aus dem Standpunkt der Toleranz aus, die Toleranz hat mittlerweile eigene Grenzen erricht, nach dem Mord an van Gogh.</p>
<p>Großbritannien ist pragmatistisch in der Religionsfrage im Schulwesen. Dort werden Morgengebete in der Schule gehalten mit der Erweiterung für andere Religionen. Der Staatsapparat ist inzwischen multikulturell geworden, denn die Unruhen Ende der 80er Jahren haben schon gelehrt, dass die Integration und Toleranz den sozialen Frieden mehr gewährleisten als Abschottung und Ausschließung.</p>
<p>In Österreich, bedingt durch die Geschichte der Habsburg’schen Monarchie, ist die Gesellschaft den Muslimen multikulturell und damit setzt auf den Pluralismus. Inzwischen suchen sich die Kopftuchträgerinnen aus Deutschland Ihr Exil in Österreich. Im österreichischen Schulwesen ist der Religionsunterricht ein Pflichtfach, bis jetzt haben alle Schüler, die einer anerkannten Religion zugehören, den Religionsunterricht in ihrer eigenen Glaubenrichtung bekommen. Seit 1997 können die Schüler, die keinen Religionsunterricht bekommen wollen / dürfen / können, müssen die Ethik als Ersatz nehmen. Die Kehrseite des Pluralismus ist die Diskriminierung und die fremdenfeindliche Politik, etwa die Kopftuchdebatte in allen diesen sogenannten pluralistischen Ländern.</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/malen1.gif" rel="lightbox[303]"><img class="size-medium wp-image-331  alignright" title="malen1" src="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/malen1-300x200.gif" alt="" width="300" height="200" /></a>Der Pluralismus ist theoretisch kein partikulares System und steht im Gegenzug zum Totalitarismus, vertritt eine Gesellschaftsform, in der alle Interessen und Individuen sich auf kleinstem gemeinsamem Nenner realisieren. Dieser kleinste gemeinsame Nenner ist auf Toleranz und Freiheit jedes Einzelnen basiert. In dem Kontext des Pluralismus sind die Begrifflichkeiten miteinbezogen: Freiheit, Menschenrechte, Rechtsstaat, Demokratie … etc.</p>
<p>In der Praxis aber wird der Pluralismus als eine Verneinung des Individuums verstanden, die westliche Philosophie in der Nachkriegszeit hat sich sehr oft mit dem Pluralismus beschäftigt, u. a. Hannah Arendt, Jürgen Habermas. Das größte Problem des Pluralismus erweist sich die Religion, mit ihrem Anspruch auf die absolute Wahrheit. Politisch gesehen ist der Pluralismus eine Herausforderung, die eine moderne Gesellschaft zu beantworten hat; in diesem Zusammenhang möchten wir untersuchen, ob wir eine pluralistische oder laizistische Schule benötigen, um unsere zeitgenössische Herausforderungen meister zu werden. Jedes Land hat seinen eigenen Werdeprozess, deswegen lässt sich nicht behaupten, dass der Pluralismus im Zusammenhang mit dem Religionsunterricht in Deutschland eher zu positivern Gesellschaftsereignissen führen kann wie in Großbritannien mit anderen Grundvoraussetzungen und historischen Gegebenheiten.</p>
<p><strong>Säkularisierung</strong></p>
<p>Der Ursprung der Säkularisierung liegt im Staatskirchenrecht und im Verlaufe der Geschichte hat ihre Bedeutung einige Erweiterungen gewonnen. Aus denselben Wurzeln stammen Säkularismus und Säkularisation. Der Säkularismus ist die Weltanschauung, die die Trennung von Religion und Staat verlangt. Philologisch versteht man unter säkular weltlich oder profan. Ein Staat kann daher säkular aber gleich nicht laizistisch sein. Die Bedeutung der Säkularisierung hat ihre Wurzeln im Christentum und wurde allmählich im Sinne der „Entchristlichung“, „Desakralisierung“ und „Verweltlichung“ verstanden. Später ist die Säkularisierung ein rechtlich-politischer Begriff. Die Güter und der Besitz der Kirche wurden enteignet. Die Säkularisierung wurde zu einem politischen Rechtsakt. Der im Jahre 1648 abgeschlossenen <a href="http://www.osnabrueck.de/10179.asp">Westfälischen Frieden</a> wurde der Prozess der Verdrängung der Kirche aus den weltlichen Lebensbereichen angestoßen. Dieser Prozess hat sich fortgesetzt, bis Napoleon zwei Jahrhunderte später die Kirche enteignet hatte. Aus rechtlich-politischem Aspekt ist diese Enteignung die Säkularisierung. Über die Säkularisierung streitet man seit Jahrhundert, zwei Fronten interpretieren Ihre Version der Säkularisation, traditionalistisch wie fortschrittlich, reaktionär wie revolutionär, aber alle beiden Fronten sind in einem Punkt einig: Ablehnung der <a href="http://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Augustinus.html">augustinschen Reichlehre</a> mit seinem Dualismus und die Teilung der Welt in Ewigkeit und Welt, Diesseits und Jenseits. G. W. F. Hegel stellt sein Konzept von der Verweltlichung im <a href="http://www.zeno.org/Philosophie/M/Hegel,+Georg+Wilhelm+Friedrich/Vorlesungen+%C3%BCber+die+Geschichte+der+Philosophie">negativen</a> und <a href="http://www.uni-due.de/einladung/Vorlesungen/literaturge/hegel2.htm">positiven</a> Begriff. Der Staat behauptet sich nun der Kirche gegenüber, göttlich zu sein. Diese Verschiebung der Göttlichkeit ist eine der historischen Grundvoraussetzungen der Reformation gewesen.</p>
<p>Im 20. Jahrhundert hat <a href="http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/WeberMax/index.html">Max Weber</a> den Begriff Säkularisierung bedeutend beeinflusst. Max Weber hat den Säkularisierungsprozess als den <em>okzidentalen Rationalismus und Entzauberung der Welt</em> ausgelegt. Seine Interpretation über Säkularisierung bezieht sich auf die Weber’schen These über die Ethik des calvinistischen Protestantismus als geistige Grundlage des Kapitalismus. Max Weber analysiert die Voraussetzung des kapitalistischen Fortschritts im 19. und Anfang des 20. Jahrhundert und beschäftigt sich intensiv mit dem <em>okzidentalen Rationalismus</em>. Diese <em><a href="http://www.textlog.de/weber_wirtschaft.html">Entzauberung der Welt</a></em> birgt in sich eine profane Weltanschauung.</p>
<p>Im sozial-politischen Gebiet mit Anlehnung auf der Weber’schen Soziologie wird die Säkularisierung nach drei Grundprinzipien verstanden, zum einen nach der Handlungswahl, wie etwa die Selbstbestimmung des Individuums, zum anderen nach der zunehmenden Spezialisierung durch Rollen, Status und Institutionen und zum anderen nach der Legitimation und der Anerkennung und Institutionalisierung der Veränderung <em>[Siehe: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 8, S. 1151-1152] </em></p>
<p><a title="Friedrich Gogarten" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Gogarten">Friedrich Gogarten</a> hat den Begriff Säkularismus aus seiner theologischen Sicht geprägt. Man könnte sagen, dass die Begrifflichkeit Gogartens der Grundstein der dialektischen Theologie in der Neuzeit ist. Diese neuzeitliche Auslegung der Säkularisierung sieht in der Säkularisation, die legitimierte profane Welt, aber keinen Gegenstand der Theologie, die die Glaubenslehre als ihre Hauptaufgabe sieht. Die Säkularisierung „wird theologisch legitimiert als Funktion des Autonomieverständnisses der modernen „profanen“ Welt, die sich von der sog. christlichen Kultur emanzipiert hat: Die Befreiung der Welt, die somit „nur“ Welt sein darf, ist gleichzeitig auch Befreiung des Glaubens von der Welt. <em>[ebda. , S. 1143)]</em></p>
<p>Die Auslegung der Säkularisierung ist ein umfangreiches Gebiet, z. B. der französische Theologe R. Mehl versteht die Säkularisierung als die soziale Befreiung von der Religion im Sinne der „Privatisierung“ der Religion.</p>
<p>Ob wir uns als säkularer Mensch verstehen, oder tief gläubig sind, lässt uns die Diskussion über die säkulare Welt nicht vorbei. Der gemeinsame Nenner unserer Zeit ist jedoch keine privatisierte Religion, sondern allgemein anerkannte Ethik, um uns in unserem Tun und Lassen eine friedliche Gesellschaft zu ermöglichen. Und nicht zuletzt, die Politiker aus aller Color können sich nicht in unserer Zeit hinter ihren religiös-ideologischen Interessen verstecken und aus ihrer letztendlich Privatsphäre eine entzauberte Welt zum in diesem Fall pädagogischen Fesseln zwingen.</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/2010/05/12/religionsunetrricht-in-staatlichen-schulen-3/">(&#8230;. weiter)</a></p>
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		<title>Religionsunetrricht in staatlichen Schulen? (1)</title>
		<link>http://www.verbildung.org/2010/05/10/religionsunetrricht-in-staatlichen-schulen-1/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 15:44:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schulwesen]]></category>

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		<description><![CDATA[„Manche Maler machen aus der Sonne einen gelben Punkt. Andere machen aus einem gelben Punkt eine Sonne.“ Pablo Picasso In keinem anderen Lebensbereich reflektieren sich gleichzeitig so viele Elemente aus dem gesellschaftlichen Kontext, der praktizierenden Staatstheorie, wie auch mit Wirtschaftsinteressen, wie im Schulwesen. Es wäre naiv, wenn wir in der Untersuchung des Schulsystems und der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;">„Manche Maler machen aus der Sonne einen gelben Punkt.</p>
<p style="text-align: right;">Andere machen aus einem gelben Punkt eine Sonne.“</p>
<p style="text-align: right;">Pablo Picasso</p>
<p>In keinem anderen Lebensbereich reflektieren sich gleichzeitig so viele Elemente aus dem gesellschaftlichen Kontext, der praktizierenden Staatstheorie, wie auch mit Wirtschaftsinteressen, wie im Schulwesen. Es wäre naiv, wenn wir in der Untersuchung des Schulsystems und der Zulässigkeit des Religionsunterrichts nur aus einem religiös-ideologischen Aspekt die Schule erforschen. Hier scheint erforderlich zu sein, zunächst einen Exkurs in die Begrifflichkeiten vorzunehmen. Vor allem ist es wichtig vor Augen zu halten, dass die Missstände im Schulwesen den Charakter des Dominoeffektes erreicht haben. Wenn die Frage des Religionsunterrichts beantwortet ist, dann ist erst der Beginn einer strukturellen Veränderung der staatlichen Schule überhaupt.</p>
<p><strong>Laizismus</strong></p>
<p>Der Laizismus ist ein staatlich-rechtliches Modell, in dem der Staat und die Religion streng voneinander getrennt sind, d. h. in staatlichen Einrichtungen und Institutionen keinen religiösen Einfluss ausgeübt werden darf.</p>
<p>Dieser Begriff kommt vom griechischen <em>λαϊκισμός</em> mit der Bedeutung „nicht-geistliche“, also Laie. Der Laizismus wurde vom französischen Pädagogen Ferdinand Buisson geprägt. Im Jahre 1946 wurde das Prinzip der <em>laïcité</em> in die Verfassung aufgenommen. Seitdem ist die Republik Frankreichs gesetzmäßig <em>république laïque</em>. Der Laizismus ist eine prozessartige Entwicklung gewesen. Im Jahre 1804 wurde <em>Code Civil</em> von<em> Napoléon Bonaparte </em>verkündet. In dieser Zeit wurden einige Gebiete von der Kirche auf den Staat übertragen, wie etwa Standesamt, Eheschließung, Ausbildung an Universitäten, gleich wird die Religion als legitim vom Staat anerkannt. Ab 1808 sieht der Staat unter dem Napoléon alle Religionen gleich bzw. gleichgültig, so eine pluralistische Interpretation des Glaubens in der Gesellschaft. Nach der Dreyfuss-Affäre und aufgrund der Grundeinstellung der katholischen Kirche, besonders ihres Antisemitismus, hat sich der Staat von der katholischen Kirche befreit und aus dem Prinzip der Neutralität wurden alle Religionen gleichermaßen gesetzlich aus dem Staat entfernt. In dieser Zeit wurde das Schulwesen konfessionsfrei neu gestaltet. Am 9 Dezember 1905 wurde das Gesetz über die Trennung von Kirche und Staat verabschiedet und die Kirchenangehörigen durften nicht mehr unterrichten. Die Religion wurde vor allem zur Übernahme ihrer Rolle als private Sache geführt. Die Schule ist der zentrale Ort des Laizismus geworden, auch im laizistischen Prozess wie heute. Historisch hat das Kreuz in der Schule schon eine wichtige Rolle gespielt, denn im laizistischen Prozess wurde das Kreuz als Allegorie der bis dahin herrschenden Religion aus den Schulen entfernt, ebenso wie die Lerninhalte und Lernbücher. In den 1880er Jahren sind die Schulen in Frankreich fundamental laizistisch umorganisiert. Statt dem katholischen Religionsunterricht wurde Moral unterrichtet. In dieser Epoche hat Jules Ferry der französische Bildungsminister eine entscheidende Rolle gespielt. Bei der Entwicklung des Begriffes gab es wohl Uneinstimmigkeiten, aber heute alles was nicht religiös ist und mit der Gesellschaft zu tun hat, ist <em>laïque</em>. Die politische Ergänzung zum Laizismus, die logisch erschient, ist die <em>Neutralität</em> des Staates allen Religionen gegenüber. Der Staat ist weder einer Religion noch ihrem Klerus verpflichtet. Historisch-philosophisch gesehen ist der Laizismus die logische Folge der Kant’schen Philosophie. Der Staat verbindet die Menschen in einer Einheit und ist allen seinen Bürgern gleich und neutral. Diese verbindende Einheit ist die Ausbildung, welche einen pluralistischen Charakter hat. Der Laizismus muss gleich das Recht der Individuen anerkennen, wenn sie in privaten Sphären religiös wie auch aus sozialen Gründen anders leben und erleben möchten. Der Laizismus ist im Grunde genommen eine zivile Herausforderung, die seit der Französischen Revolution aufgestellt worden ist. Die Idee der Republik kann nicht ohne Existenz des laizistischen Staatsapparats verwirklicht werden. Der Laizismus als Herausforderung stellt sich Europa gegenüber, denn wie tiefgreifend laizistisch sollen eigentlich die europäische einheitliche Verfassung und die daraus resultierenden Gesetze sein?</p>
<p>Frankreich hat verfassungsgemäß 1905 das Gesetzt zur Trennung von Kirche und Staat <em>Loi sur la séparation des églises et de l&#8217;état</em> unter Minister <em>Combes</em> verabschiedet. Das Gesetzt ist bekannt als <em>Loi Combes</em>.</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/loi_Combes.jpg" rel="lightbox[297]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-319" title="loi_Combes" src="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/loi_Combes-300x189.jpg" alt="" width="342" height="216" /></a></p>
<p style="text-align: center;">Loi Combes</p>
<p>Der andere Staat der EU, der sich laizistisch orientiert, ist Portugal. Alle anderen europäischen Staaten bekennen sich nicht explizit zum Laizismus aber dennoch führen  mit unterschiedlicher Art und Weise die Trennung von Staat und Religion durch, und damit wird versucht die Neutralität des Staates den verschiedenen Weltanschauungen zu gewährleisten. Hier muss von einem säkularen Staat aber nicht einem laizistischen gesprochen werden, denn ein säkularer Staat hält sich von der Zugehörigkeit einer Religion fern, der laizistische Staat findet sich keiner Religion verpflichtet und allen Religionen ihrer Bürger ist neutral.</p>
<p>Der Laizismus in Frankreich, als Geburtsort, hat zwei Akzente, einmal wird der Laizismus als institutionelle Trennung Staat und Kirche verstanden, andermal als strenge und radikalisierte Form, ein Verbot der religiösen Aktivitäten außer im sehr privaten Umfeld. Nach dem <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zweites_Vatikanisches_Konzil">Zweiten Vatikanischen Konzil</a></em> akzeptiert das Papsttum zwar den Laizismus und propagiert nicht mehr für eine Staatsreligion aber hat nicht den Laizismus anerkannt, da der Vatikan ein ideologisches Problem hat. Der Vatikan kann nicht auf einer Seite die geistige Autorität des Papstes an der Stelle aller weltlichen Autoritäten hervorheben, auf der anderen Seite staatliche Gewalt in allen ihren Formen akzeptieren. Der französische Laizismus ist ein Bestandteil der Staatstheorie, die Neutralität des Staates allen Religionen gegenüber, derer Gleichbehandlung und ihre Freiheit als Grundprinzipien hat, noch mehr ist der Laizismus ein Fundament der französischen Verfassung. Daraus resultiert es sich, dass die Religion weder staatliche noch öffentliche Rolle spielt. Hier ist auch zu berücksichtigen, dass 1905 gesamtes Vermögen der Kirche verstaatlicht wurde. Der französische Staat mit Ausnahme <em>Elsass</em> und <em>Département Moselle</em> erkennt die Existenz der Organisation der Kirche, aber gibt es weder Zuschüsse noch Unterstützung, nur steuerliche Begünstigungen. Beim Militär gibt es katholische, protestantische, jüdische und seit 2005 auch islamische Seelsorge. Dennoch wird die Religion als Privatsache betrachtet und daher liegt auch keine Statistik über die Glaubenszugehörigkeit in Frankreich. Aus den öffentlichen Schulen ist die Religion ganz entfernt worden, hier bildet „<em>enseignement catholique</em>“ die Ausnahme. In Frankreich sind jegliche Religionssymbole in der Schule untersagt: Kreuz, Turban der Sikhs, Kippa, Kopftuch oder klerikale Tracht. Dennoch werden in zwei Radiosender sonntags Gottesdienste übertragen. Seit Nicolas Sarkozy der Staatpräsident ist, versucht dieser den Laizismus neu zu definieren. Damit versucht Sarkozy den Laizismus zu instrumentalisieren, um gegen den Fundamentalismus vorzugehen. Diese Position Sarkozys ist in Frankreich sehr umstritten. In Deutschland wünschen sich die Katholiken den Laizismus zu instrumentalisieren, um gegen den Fundamentalismus vorzugehen. Diese Position Sarkozys ist in Frankreich sehr umstritten. In Deutschland wünschen sich die Katholiken den Zusammenbruch des Laizismus Frankreichs als Symbol des Scheiterns der <em><a href="http://www.die-tagespost.de/Archiv/titel_anzeige.asp?ID=780">„Grand Nation“</a></em>, denn Frankreich ist nicht nur laizistisch, säkular sondern das größte katholische Land Europas.</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/laizismus.jpg" rel="lightbox[297]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-329" title="laizismus" src="http://www.verbildung.org/wp-content/uploads/2010/05/laizismus-300x264.jpg" alt="" width="300" height="264" /></a></p>
<p>Nach dem französischen Vorbild des Laizismus sind die Vernunft und die Werte der Revolution maßgebend und nicht der Glaube. Die strikt laizistische Praxis in Frankreich stellt die religiöse Abstinenz dar, aus diesem theoretischen Kontext haben 1989 drei Schülerinnen mit Kopftuch den Schulverweis bekommen. Der Streit um Kopftuch in der Schule ist an sich ein separates Thema, das in einem eigenständigen Beitrag untersucht werden muss.</p>
<p>Andere europäische Länder vertreten in ihren Staatsformen weniger laizistische Gestalt, sie sind entweder verbunden mit einer Religion, wie etwa Bayern oder Italien oder setzen auf den religiösen und kulturellen Pluralismus, wie Großbritannien.</p>
<p><a href="http://www.verbildung.org/2010/05/12/religionsunetrricht-in-staatlichen-schulen-2/">(&#8230;weiter)</a></p>
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