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	<title>Weltenkreuzer</title>
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	<description>Vergangenheit, Zukunft und die verrückte Zeit dazwischen</description>
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		<title>Wir müssen die Grundlage für eine gemeinsame Realität legen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fragmente]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2026 16:43:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Notiz]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Objektivität]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlicher Diskurs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn wir das Problem lösen wollen, dass sich große Teile der Gesellschaft von einer gemeinsamen Definition der Realität entfernt haben, reicht es nicht, auf einer epistemischen Ebene anzusetzen. Wir müssen an den sozialen Identitäten ansetzen – im Kern ein noch größeres Problem, aber zumindest eines, das unsere Schwierigkeiten wirklich beheben könnte. So schreibt Samuel Bagg: [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://weltenkreuzer.de/wir-muessen-die-grundlage-fuer-eine-gemeinsame-realitaet-legen/">Wir müssen die Grundlage für eine gemeinsame Realität legen</a> erschien zuerst auf <a href="https://weltenkreuzer.de">Weltenkreuzer</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir das Problem lösen wollen, dass sich große Teile der Gesellschaft von einer gemeinsamen Definition der Realität entfernt haben, reicht es nicht, auf einer epistemischen Ebene anzusetzen. <a href="https://weltenkreuzer.de/soziale-spaltung-schafft-epistemische-spaltung/" type="post" id="952">Wir müssen an den sozialen Identitäten ansetzen</a> – im Kern ein noch größeres Problem, aber zumindest eines, das unsere Schwierigkeiten wirklich beheben könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://blog.apaonline.org/2025/11/12/the-problem-is-epistemic-the-solution-is-not/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">So schreibt Samuel Bagg</a>:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Properly conceived, restoring the epistemic foundations for a minimally functioning democracy requires nothing less than changing who people are: how they conceive of themselves, which identities they embrace and find most salient, and how they interpret those identities.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist also nicht damit getan, Wissenschaft einfacher zu vermitteln oder sie besser auf die Lebenswelt der Menschen anzupassen. Wir müssen diese Menschen grundsätzlich erst mal wieder dazu bringen, mit uns in ein Gespräch einzutreten, das sich auf dieselbe Realität bezieht:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Making persuasive arguments within a shared deliberative space is a very different task than inviting people into that space to begin with—and it is the latter that is most urgently required today.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Gespräche müssen wiederum in einer Situation stattfinden, die sich für alle Beteiligten „sicher“ anfühlt und nicht direkt die betroffenen „politisierten“ Aspekte ihrer Identität aktiviert. Daher kommt Bragg zu dem Schluss:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Instead, [these conversations] are nearly always rooted in ongoing face-to-face relationships, within organizations whose purposes are not, at least in the first instance, directly political.</p>
</blockquote>
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		<title>Soziale Spaltung schafft epistemische Spaltung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fragmente]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2026 15:21:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Notiz]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlicher Diskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einer der Gründe für die zunehmende Schwäche unserer Demokratien ist die Tatsache, dass wir uns als Gesellschaft nicht mehr auf eine gemeinsame Realität einigen können: Aktuelle Daten und wissenschaftliche Erkenntnisse werden ignoriert, Expert*innen desavouiert und faktische Fragen ideologisiert. Die Ursache für dieses Phänomen liegt jedoch nicht darin, dass wir weniger Möglichkeiten hätten, eine gemeinsame Wahrheit [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Einer der Gründe für die zunehmende Schwäche unserer Demokratien ist die Tatsache, dass wir uns als Gesellschaft nicht mehr auf eine gemeinsame Realität einigen können: Aktuelle Daten und wissenschaftliche Erkenntnisse werden ignoriert, Expert*innen desavouiert und faktische Fragen ideologisiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ursache für dieses Phänomen liegt jedoch nicht darin, dass wir weniger Möglichkeiten hätten, eine gemeinsame Wahrheit zu schaffen und abzusichern. Die Ursache ist, dass soziale Identitäten dazu führen, dass viele Menschen diesen Methoden nicht länger vertrauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://blog.apaonline.org/2025/11/12/the-problem-is-epistemic-the-solution-is-not/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">So schreibt Samuel Bagg</a>:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">In study after study, our judgments about which sources to trust turn out to be systematically biased by a “psychological immune system” that functions to protect our identities—leading us to seek out, perceive, trust, and remember information that affirms the status of the groups we identify with, while ignoring, mistrusting, and forgetting that which contradicts or threatens our identities</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Im Laufe des 20. Jahrhunderts hatten wir das Glück, dass die verfügbaren Identitäten sich zum größten Teil an einer gemeinsamen Realität orientierten und Wissenschaft wie Medien grundlegendes Vertrauen entgegenbrachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Konvergenz ist in den letzten 10 bis 20 Jahren gezielt und systematisch gestört worden, sodass unterschiedliche Gruppen sich nun auf unterschiedliche Realitäten beziehen. Damit kann „die Realität“ nicht länger als Korrektiv für Macht fungieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Epische Fantasy zwischen Christian Rach und Terry Pratchett: „The Veiled Throne“ von Ken Liu</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fragmente]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Apr 2026 18:58:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[bookstodon]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es kommt wirklich selten vor, dass ich mich innerhalb von einem Monat durch drei Bände einer Fantasy-Reihe grabe&#160;–&#160;wobei ich mich nicht erinnern kann, dass mir das überhaupt schon mal passiert wäre. Wenn diese drei Bände zusammen dann aber auch noch rund 2500 Seiten haben, ist das Ganze noch überraschender. Es muss also etwas Besonderes dran [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Es kommt wirklich selten vor, dass ich mich innerhalb von einem Monat durch drei Bände einer Fantasy-Reihe grabe&nbsp;–&nbsp;wobei ich mich nicht erinnern kann, dass mir das überhaupt schon mal passiert wäre. Wenn diese drei Bände zusammen dann aber auch noch rund 2500 Seiten haben, ist das Ganze noch überraschender.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es muss also etwas Besonderes dran sein, an dieser „Dandelion Dynasty“ und, boy, ist die besonders. Nachdem die ersten beiden Bände auf jeweils sehr unterschiedliche Weise eine sehr komplexe und faszinierende, aber doch irgendwie „typische“ epische Fantasy-Geschichte erzählt haben, geht Band drei, „<em>The Veiled Throne“</em>, sehr eigene Wege: von der Geschichte eines Kontinents, wenn nicht sogar einer ganzen Welt, hin zur Geschichte einzelner Figuren in dieser Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es beginnt noch mit einer gigantischen Schlacht, in der alle bekannten und neu entwickelten Waffen‑ und Strategie‑Register gezogen werden – und das sind einige, die man in einer klassischen Fantasywelt so nicht erwartet. Aber wir sind hier ja nicht in einer europäisch inspirierten Welt, sondern in einer chinesischen. Und da gab es schon im 10. Jahrhundert eine Eisenproduktion, wie sie Europa erst im 17. Jahrhundert erreicht hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Überhaupt merkt man an allen Ecken und Enden dieser faszinierenden Welt, dass Ken Liu sich von der Geschichte Chinas hat inspirieren lassen – angefangen von den zentralen Prüfungen für Beamte über die kontinuierliche Zersplitterung und Neuzusammensetzung des großen Reichs bis hin zur großen Bedrohung durch Nomadenvölker. Alles klar der chinesischen Geschichte entlehnt, aber für die westliche Fantasy vollkommen anschlussfähig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber zurück zur Geschichte: Nach der großen Schlacht wird es ein bisschen kleiner und es gibt Intrigen, Familienfehden und Rebellion, wie wir sie aus den ersten beiden Bänden schon kennen. Dann aber kommt ein Bruch, und das Buch nimmt eine etwas überraschende Wendung: Von der großen Weltgeschichte wechseln wir in eine einzelne Stadt und erleben einen Wettstreit zweier Restaurants. Über mehrere hundert Seiten wirkt der Roman phasenweise wie die Nacherzählung einer Episode „Rach, der Restauranttester“ durch Terry Pratchett und macht dabei eine Menge Spaß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende schließt sich dann natürlich wieder der Bogen zur übergreifenden Geschichte, dieser bleibt jedoch vorerst eher lose und dürfte im vierten und letzten Band dann erst wieder richtig aufgegriffen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch thematisch ist „<em>The Veiled Throne“</em> ein absolutes Fest: Die wissenschaftlichen Entdeckungen, technischen Erfindungen und strategischen Überlegungen machen einfach Spaß. Nachdenklich hingegen wird es, wenn es um Identität geht, um die Geschichten, die wir uns selbst und anderen erzählen, und um die Frage, wo im Krieg eigentlich die Guten sind. Dabei schafft es Liu hervorragend, Handlung mit philosophischen Reflexionen zu verknüpfen und jeder Figur ein komplexes und widersprüchliches Innenleben zu verpassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr merkt vermutlich, auch „The Veiled Throne“ hat mich wieder absolut gefesselt und macht „Dandelion Dynasty“ zum Anwärter auf eine der besten epischen Fantasy-Reihen, die ich bisher gelesen habe. Nach ein paar Tagen Pause und ein, zwei Perry-Rhodan-Heften zur mentalen Erholung werde ich mich dann wohl auch ziemlich bald dem vierten und letzten Band der Reihe – „Speaking Bones“ – widmen.</p>
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		<title>Etwas andere Fantasy in klassischerem Gewand: „The Wall of Storms“ von ken Liu</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fragmente]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Mar 2026 19:26:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der zweite Band von Ken Lius „Dandelion Dynasty“-Reihe schließt unmittelbar an den ersten Band „Grace of Kings“. Entsprechend macht es keinen Sinn, hier die Handlung auch nur anreißen zu wollen, denn das würde unweigerlich das Ende des ersten Bandes spoilern. Über Themen, Erzählweise und Struktur kann ich aber natürlich eine Menge sagen. Nachdem „Grace of [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Band von Ken Lius „Dandelion Dynasty“-Reihe schließt unmittelbar an den ersten Band „Grace of Kings“. Entsprechend macht es keinen Sinn, hier die Handlung auch nur anreißen zu wollen, denn das würde unweigerlich das Ende des ersten Bandes spoilern. Über Themen, Erzählweise und Struktur kann ich aber natürlich eine Menge sagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem „Grace of Kings“ ein sehr hohes Erzähltempo hat und oft von Ort zu Ort und durch die Zeit springt, ist „The Wall of Storms“ deutlich klassischer, ja fast schon minimalistisch. Es erzählt eine geradlinige Geschichte aus zwei oder drei Perspektiven und streut die eine oder andere ausführliche Rückblende ein. So kommt man als Leser natürlich näher an die Figuren heran. Das lohnt sich auch, denn die Figuren sind nochmal wesentlich lebendiger, tiefgründiger und komplexer als im ersten Band.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Struktur also ein wenig klassischer wird, setzt sich Liu bei den Themen deutlich von seinen Genre-Kolleg*innen ab. Es geht zwar weiter auch um Macht, Loyalität und Herrschaft, aber hier setzt Liu schon seinen ersten Twist an: Diesmal geht es ganz explizit um den Versuch, ein gerade „befreites“ Land tatsächlich fair und gerecht zu regieren. Das ist mit all den bestehenden Strukturen nämlich gar nicht so einfach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann gibt Liu aber auch noch einen Einblick in die vier dominierenden philosophischen Schulen des Kontinents, die natürlich von philosophischen Systemen auf der Erde inspiriert sind. Es ist aber sehr spannend, sie hier mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Im weiteren Verlauf verschiebt sich das Thema dann auf die naturwissenschaftliche Forschung und insbesondere die Erforschung fremdartiger und die Entwicklung eigener neuer Waffen. Dazu kommen schließlich auch Fragen der militärischen und der diplomatischen Strategie. Das sind Themen, die man in dieser Form in der Fantasy selten findet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„The Wall of Storms“ ist also durchaus anders als der erste Band der Reihe, aber mindestens genauso gut. Auch wenn es diesmal 800 Seiten waren und die nächsten Bände noch länger sind, werde ich mir die definitiv bald zu Gemüte führen.</p>
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		<title>Nicht für jede*n, aber für mich: „The Grace of Kings“ von Ken Liu</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fragmente]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Mar 2026 08:53:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich bin lange um die Dandelion-Dynasty-Bücher von Ken Liu herumgeschlichen: Die Rezensionen gingen weit auseinander und ein erster Band mit mehr als 600 Seiten macht den Einstieg nicht gerade einfach. Doch, boy, bin ich froh, es dann jetzt doch gewagt zu haben, aber ich weiß jetzt auch, warum die Reihe die Gemüter so spaltet. Die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ich bin lange um die Dandelion-Dynasty-Bücher von Ken Liu herumgeschlichen: Die Rezensionen gingen weit auseinander und ein erster Band mit mehr als 600 Seiten macht den Einstieg nicht gerade einfach. Doch, boy, bin ich froh, es dann jetzt doch gewagt zu haben, aber ich weiß jetzt auch, warum die Reihe die Gemüter so spaltet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte ist erst mal nichts wirklich Besonderes: Ein Kaiser stirbt, sein Nachfolger ist schwach, und so beginnen die einzelnen Gebiete des Reichs nach Unabhängigkeit zu streben. Die Themen, die sich daraus ergeben, sind auch relativ offensichtlich: Loyalität, Macht, Vertrauen und die Frage nach dem „guten“ Regieren – wobei das vielleicht schon ein wenig vom Genrestandard abweicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abweichung wird aber noch deutlicher bei Ken Lius Erzählweise, die sehr sachlich und fokussiert daherkommt. Er verzichtet nahezu komplett auf sprachliche Schnörkel oder weitschweifende Erklärungen. Es gibt auch keine langen introspektiven Phasen oder Charakterstudien. Stattdessen beschreibt er auf 10 Seiten ein wichtiges Ereignis und macht dann einen Sprung in Zeit und/oder Raum, um den nächsten historischen Moment zu beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entgegen dem Fantasy-Trend schaut er dabei nicht auf den „kleinen Mann“ oder in den Mikrokosmos einer Stadt. Stattdessen behält er die historische Entwicklung im Blick. Dadurch kann er auf 600 Seiten eine epische und hochkomplexe Geschichte des Kontinents erzählen. Dabei schafft er es aber trotzdem, die zentralen Figuren nuanciert zu beschreiben und ihre inneren wie äußeren Konflikte spannend zu schildern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer blumigen, ausschweifenden Eskapismus in einer romantisierten Mittelalter-Fantasy sucht, ist hier ebenso falsch wie Fans emotionalisierter und emotionalisierender Geschichten. Das Buch ist aber wie gemacht für Leser*innen, die die Geschichte eines Kontinents verfolgen und deren zentrale Protagonist*innen kennen- und verstehen lernen möchten.</p>
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		<title>„The Spear Cuts Through Water“ von Simon Jimenez</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fragmente]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Mar 2026 11:34:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist schwer, über „The Spear Cuts Through Water“ eine kurze Rezension zu schreiben. Es gibt zu viele Ebenen, auf denen man über den Roman Interessantes sagen könnte: die spannende Fantasy-Geschichte in einer faszinierenden und gleichzeitig irgendwie unwirklich erscheinenden Welt, das Verschwimmen unterschiedlicher Erzählebenen zwischen zeitgenössischem Roman, magischem Realismus und klassischerer Fantasy, die verschiedenen thematischen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://weltenkreuzer.de/the-spear-cuts-through-water-von-simon-jimenez/">„The Spear Cuts Through Water“ von Simon Jimenez</a> erschien zuerst auf <a href="https://weltenkreuzer.de">Weltenkreuzer</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Es ist schwer, über „The Spear Cuts Through Water“ eine kurze Rezension zu schreiben. Es gibt zu viele Ebenen, auf denen man über den Roman Interessantes sagen könnte: die spannende Fantasy-Geschichte in einer faszinierenden und gleichzeitig irgendwie unwirklich erscheinenden Welt, das Verschwimmen unterschiedlicher Erzählebenen zwischen zeitgenössischem Roman, magischem Realismus und klassischerer Fantasy, die verschiedenen thematischen Stränge um Familie, Schicksal und Tradition, aber auch um Macht und Kontrolle oder die Endfremdung von Mensch und Kultur. Dann ist da auch noch die äußerst spannende Erzählweise, in der der Autor immer wieder kurze Gedankengänge einzelner Nebenfiguren mitten in den Text schreibt und das die Welt dichter und komplexer erscheinen lässt, als sie es auf den zweiten Blick wirklich ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also ein rundum faszinierender Roman, dessen Geschichte die eine oder andere Länge hat und den ich auch nicht immer wirklich en détail verstanden habe, der aber lange in mir nachhallt…</p>



<h3 class="wp-block-heading">Herausstechende Zitate:</h3>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">“Keen words improvised on the spot.” The Defect shook its head. “In simple words: bullshit.”</p>
</blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Fathers leave in all sorts of ways. Some of them leave in the dark. Some leave only in their heads, while their bodies remain, staring at the world around them forever distantly. Others fade out over time, like an old photo rubbed raw</p>
</blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">But though I cannot help but wish that when the world quirks and shudders, we have the wherewithal to listen, even I cannot deny how difficult it can be, to accept that sometimes, to survive, we must change our course.</p>
</blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://weltenkreuzer.de/the-spear-cuts-through-water-von-simon-jimenez/">„The Spear Cuts Through Water“ von Simon Jimenez</a> erschien zuerst auf <a href="https://weltenkreuzer.de">Weltenkreuzer</a>.</p>
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		<title>Handys befriedigen unser Bedürfnis, etwas mit den Händen zu machen</title>
		<link>https://weltenkreuzer.de/handys-befriedigen-unser-beduerfnis-etwas-mit-den-haenden-zu-machen/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Mar 2026 19:53:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Notiz]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmerksamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Embodied Cognition]]></category>
		<category><![CDATA[Handy]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sehr spannende Idee in einem Video von Hazel Thayer: Unsere Hände sind eng mit unserem Gehirn verbunden und unser Gehirn neigt in unterschiedlichem Maße dazu, zu „wandern“. Dieses „mind wandering“ könnte eng mit dem Bedürfnis verbunden sein, etwas mit unseren Händen zu machen, was kaum konkrete Aufmerksamkeit erfordert – wie zum Beispiel zur Routine gewordene [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://weltenkreuzer.de/handys-befriedigen-unser-beduerfnis-etwas-mit-den-haenden-zu-machen/">Handys befriedigen unser Bedürfnis, etwas mit den Händen zu machen</a> erschien zuerst auf <a href="https://weltenkreuzer.de">Weltenkreuzer</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Sehr spannende Idee <a href="https://www.youtube.com/watch?v=7mI6nm8QlQo" target="_blank" rel="noreferrer noopener">in einem Video von Hazel Thayer</a>: Unsere Hände sind eng mit unserem Gehirn verbunden und unser Gehirn neigt in unterschiedlichem Maße dazu, zu „wandern“. Dieses „mind wandering“ könnte eng mit dem Bedürfnis verbunden sein, etwas mit unseren Händen zu machen, was kaum konkrete Aufmerksamkeit erfordert – wie zum Beispiel zur Routine gewordene Handarbeit. Hier bietet das Handy mit seinen Möglichkeiten zu wischen und zu tippen ein sehr attraktives Angebot, das uns auch darüber hinaus noch mit Dopamin versorgt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://weltenkreuzer.de/handys-befriedigen-unser-beduerfnis-etwas-mit-den-haenden-zu-machen/">Handys befriedigen unser Bedürfnis, etwas mit den Händen zu machen</a> erschien zuerst auf <a href="https://weltenkreuzer.de">Weltenkreuzer</a>.</p>
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		<title>Form zählt in unserem Diskurs mehr als Inhalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fragmente]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Feb 2026 19:19:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Notiz]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Diskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Form]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>An den Reaktionen auf die Neugründung der AfD-Jugendorganisation in #Giessen vor einiger Zeit konnte man schön das Grundproblem des deutschen Umgangs mit dem politischen Rechtsextremismus erkennen: Die extremen Aussagen in der Halle und allgemein aus dem Umfeld der Partei bleiben unkommentiert und Teilnehmende werden sogar mit Polizei-Eskorte zur Veranstaltung gefahren. Gleichzeitig wird der zivile Protest [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">An den Reaktionen auf die Neugründung der AfD-Jugendorganisation in <a href="#Giessen">#Giessen</a> vor einiger Zeit konnte man schön das Grundproblem des deutschen Umgangs mit dem politischen Rechtsextremismus erkennen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die extremen Aussagen in der Halle und allgemein aus dem Umfeld der Partei bleiben unkommentiert und Teilnehmende werden sogar mit Polizei-Eskorte zur Veranstaltung gefahren. Gleichzeitig wird der zivile Protest zehntausender Demonstrant*innen kritisiert, weil diese sich der Polizei gewaltfrei(!) widersetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier zeigt sich – mal wieder –, dass extreme Inhalte, die „zivil“ vorgetragen werden, in der gesellschaftlichen Diskussion höher geschätzt werden, als zivile Inhalte, die mit „extremen“ Methoden vorgetragen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das passt gut zu dem, <a href="https://weltenkreuzer.de/wir-moderieren-uns-zu-tode/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">was Nasrin Amirsedghi über unsere „farblose Demokratie“ schreibt</a>. Und auch in der Nutzung von KI sehen wir, dass <a href="https://weltenkreuzer.de/form-inhalt-und-ki/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Form“ in unserer Gesellschaft aktuell mehr zählt, als der konkrete Inhalt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Wir müssen lernen, um die Welt zu trauern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fragmente]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2026 19:14:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Notiz]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Kollaps]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollillusion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Klimakatastrophe schreitet voran und auch der Vormarsch des Faschismus scheint immer weniger aufzuhalten zu sein. Das ist eine Kränkung unseres modernen Ichs, das davon ausgeht, die Welt werde von Tag zu Tag besser und alles ließe sich kontrollieren. Das war schon immer eine Illusion, diese zerbricht nun aber immer häufiger, ohne dass wir individuell [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://weltenkreuzer.de/wir-muessen-lernen-um-die-welt-zu-trauern/">Wir müssen lernen, um die Welt zu trauern</a> erschien zuerst auf <a href="https://weltenkreuzer.de">Weltenkreuzer</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Klimakatastrophe schreitet voran und auch der Vormarsch des Faschismus scheint immer weniger aufzuhalten zu sein. Das ist eine Kränkung unseres modernen Ichs, das davon ausgeht, <a href="https://weltenkreuzer.de/gesellschaftlicher-fortschirtt-rueckschritt/">die Welt werde von Tag zu Tag besser</a> und <a href="https://weltenkreuzer.de/wir-stehen-der-welt-aggressiv-gegenueber/">alles ließe sich kontrollieren</a>. <a href="https://weltenkreuzer.de/komplexitaet-annehmen-heisst-kontrollverlust-zu-akzeptieren/">Das war schon immer eine Illusion</a>, diese <a href="https://weltenkreuzer.de/versuchte-kontrolle-ueber-komplexitaet-erzeugt-einen-instabilen-teufelskreis/">zerbricht nun aber immer häufiger</a>, <a href="https://weltenkreuzer.de/handeln-aus-demut-nicht-aus-hybris/">ohne dass wir individuell oder als Gesellschaft mit den Werkzeugen ausgestattet wären, damit umzugehen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tante (<a rel="mention" class="u-url mention" href="https://tldr.nettime.org/@tante">@tante</a>) macht dies in einem <a href="https://tante.cc/2026/02/06/the-world-that-was/">lesenswerten Blogbeitrag</a> greifbar:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">The structure wasn’t perfect. Or even great. We built a world order based on exploitation of the planet and each other. With some good things bolted to it here or there, some remnants of socialist and human rights thinking. Certain safety nets, certain conventions.&nbsp;It wasn’t much, but it was something. And now that they are being dismantled in record time I am grieving for those tiny things.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst wenn man nicht der Illusion anheimfällt, unsere sei die „beste aller Welten“, führt der aktuelle Weg sicherlich nicht in die richtige Richtung, und selbst alle (vorgeblichen) Sicherungsmaßnahmen können diesen Weg anscheinend bestenfalls verlangsamen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">I am grieving because I had felt like there was sort of a “emergency break” kind of thing that would ensure things would be going too bad.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Der einzige Weg ist der, den auch <a href="https://zwischenzweideckeln.de/102-i-want-a-better-catastrophe-von-andrew-boyd/">Andrew Boyd</a> oder Tadzio Müller in ihren Texten und Büchern aufzeigen, und den ich hier zusammengefasst habe: <a href="https://nilsmueller.info/um-handlungsfaehig-zu-werden-muessen-wir-die-hoffnung-aufgeben/">Um handlungsfähig zu werden, müssen wir die Hoffnung aufgeben</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://weltenkreuzer.de/wir-muessen-lernen-um-die-welt-zu-trauern/">Wir müssen lernen, um die Welt zu trauern</a> erschien zuerst auf <a href="https://weltenkreuzer.de">Weltenkreuzer</a>.</p>
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		<title>Das Ende der Terra Ignota: „Perhaps the Stars“ von Ada Palmer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fragmente]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Feb 2026 12:38:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach rund 85 Stunden Hörbuch auf mehreren Hundert Jogging-Kilometern quer durch Dortmund habe ich meinen Re-„Read“ der Terra Ignota-Reihe abgeschlossen – logischerweise als Hörbuch und nicht mit dem Kindle vor der Nase. Ich bin üblicherweise nicht so der ganz große Freund von englischsprachigen Hörbüchern, da sie mir für „nebenbei“ zu viel aktives Zuhören erfordern. Doch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Nach rund 85 Stunden Hörbuch auf mehreren Hundert Jogging-Kilometern quer durch Dortmund habe ich meinen Re-„Read“ der <em>Terra Ignota</em>-Reihe abgeschlossen – logischerweise als Hörbuch und nicht mit dem Kindle vor der Nase. Ich bin üblicherweise nicht so der ganz große Freund von englischsprachigen Hörbüchern, da sie mir für „nebenbei“ zu viel aktives Zuhören erfordern. Doch für die großartig inszenierte <a href="https://www.graphicaudiointernational.net/our-productions/series/s-z/terra-ignota.html"><em>GraphicAudio</em>-Version</a> dieser faszinierenden Reihe habe ich dann doch eine Ausnahme gemacht. Dafür konnte ich die dann halt nicht beim Haushalten hören, sondern „nur“ auf dem wöchentlichen Pendelweg und mit Laufschuhen an den Füßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reihe erzählt die Geschichte der Menschheit im 25. Jahrhundert, die mehrere Jahrhunderte des Friedens hinter sich hat. In der bestehenden Ordnung zeigen sich jetzt aber die ersten Risse. In den ersten beiden Bänden kommen immer mehr Geheimnisse, Intrigen und unüberbrückbare Differenzen ans Licht, bis die Welt vor dem Abgrund eines neuen Krieges steht. Die Anspannung von diesem Krieg prägt dann den dritten Band mit dem passenden Titel <em>The Will to Battle</em>, bevor der vierte und letzte Band – <em>Perhaps the Stars</em> – den Verlauf des Krieges zeigt und die Entstehung einer neuen Ordnung begleitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war jetzt aber nur die absolut oberflächliche Grobzusammenfassung eines filigranen Geflechts aus Figuren, Fraktionen und sozialen Strukturen, die sich im Laufe der Romane langsam erschließen. Gleichzeitig sind nur wenige Akteure das, was sie auf den ersten Blick zu sein scheinen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist also komplex, was durch den faszinierenden, aber anspruchsvollen Erzählstil noch verstärkt wird. Die Autorin Ada Palmer (<a rel="mention" class="u-url mention" href="https://wandering.shop/@adapalmer">@adapalmer</a>) – eine US-amerikanische Historikerin – lässt sich von der Erzählform früher Romane inspirieren und erzählt die Geschichte durch die Augen mehrerer unzuverlässiger Erzähler. Auch sprachlich orientiert sie sich eher am 18. bzw. 19. Jahrhundert als an unserer Zeit. Wenn dann noch zahlreiche historische Figuren wie Achilles oder Thomas Hobbes auftreten, wird endgültig klar, dass es hier nicht nur um die Zukunft des Menschen geht, sondern genauso sehr, wenn nicht gar mehr, um ihre Vergangenheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich könnte jetzt vermutlich über tausende Wörter all die Themen herausarbeiten und Parallelen zwischen der Zukunft Ada Palmers und unserer jetzigen Welt aufzeigen. Das würde meine aktuell für solche Kapriolen verfügbare Freizeit aber dann doch massiv überfordern. Also greife ich mal nur zwei Punkte heraus:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Direkt im ersten Band lernen wir eine Figur kennen, deren geschichtliche Rolle und gesellschaftliche Position mich frappierend an einen gewissen amerikanischen Inselbesitzer erinnert, der aktuell (Februar 2026) die Nachrichten dominiert. Darauf angesprochen sagt Palmer auch: „Descended from the same cultural archetype, alas.“ Überhaupt spielen diese kulturellen Archetypen eine zentrale Rolle, und Palmer bedient sich dabei aus der Geschichte ebenso kreativ wie aus ihrer lebhaften Fantasie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein anderer Aspekt, der eher in den späteren Romanen aufkommt, ist die Frage nach den Ambitionen der Menschheit: „Welche Ziele stellt sie sich?“, „Welche Ziele verwirft sie?“ und „Welche Opfer ist sie bereit, dafür zu erbringen?“ – ich bleibe hier mal bewusst vage, um euch nicht über die Maßen zu spoilern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Themen sind die Relevanz unserer „biologischen“ Grundbedürfnisse auch in einer sehr aufgeklärten Gesellschaft, alternative Lebens- und Gesellschaftsformen, das Weiterwirken alter und teilweise vergessen geglaubter kultureller Muster, die Unvermeidlichkeit(?) von Konflikt und, und, und…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt also unendlich viel zu entdecken, sodass ein Re-Read sehr lohnenswert ist. Und wer auch nur grundlegend etwas mit Hörbüchern anfangen kann, sollte spezifisch dafür in die aufwendig vertonte Version von <em>GraphicAudio</em> reinhören: Das ist keine einfache Lesung, sondern eine umfängliche Inszenierung mit vielen großartigen Sprecher*innen, passenden Hintergrundgeräuschen und sogar ein wenig Musik, die dem Abspann zufolge von Ada Palmer selbst geschrieben und eingespielt wurde. Als Erstkontakt mit der Serie ist diese Inszenierung vielleicht etwas zu hart, für einen zweiten, dritten oder späteren Durchgang aber perfekt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reise ist lang, aber sie lohnt sich, und es gibt keinen Roman, der so lange und stark in mir nachhallt, wie diese Reihe.</p>



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<p>Der Beitrag <a href="https://weltenkreuzer.de/das-ende-der-terra-ignota-perhaps-the-stars-von-ada-palmer/">Das Ende der Terra Ignota: „Perhaps the Stars“ von Ada Palmer</a> erschien zuerst auf <a href="https://weltenkreuzer.de">Weltenkreuzer</a>.</p>
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