FeedBurner macht es einfach, Updates in Mein Yahoo!, Newsgator, Bloglines und anderen Newsreadern zu erhalten.
Mehr über Syndication und FeedBurner erfahren...
Wir melden uns kurz, weil nur noch 6 Tage verbleiben, um am CREA-Award teilzunehmen.
Jetzt fragt mich bitte nicht, was das für ein Preis sein soll, der nun im 10ten Jahr ist – und mir trotzdem vollkommen unbekannt. Es wird wohl an mir liegen.
Beim werbenden Bilde zum Preise jedenfalls dachte ich so bei mir, Mensch, wenn links neben der Dame nun ein Stoßdämpfer und nicht der berühmteste Award von Cherrypicker angepriesen würde, würde wohl irgendwer wieder die FRAUENFEINDLICH-Keule rausholen und dem Stoßdämpfer den werblichen Hals umdrehen. Wenn.
Warum bloß entblöden sich trotzdem noch Werber – und sogar, äh, Werbevorbilder wie Cherrypicker -, mit solchen Bildern zu werben? Empfinden die das immer noch als höchste und vorbildliche Kreativität?

Und irgendwie ja auch anstrengend, 10 Runden um sein New Business pitchen zu müssen, oder? Selbst die Übertragungsleistung funktioniert hier nicht so recht – oder hat das einfach keiner gemerkt? Ah, auf der oberflächlichsten Bedeutungsebene geblieben. Verstehe. Na, das hat auch was.
Egal, jetzt soll erstmal für New Business gefighted werden, wie Cherrypicker im Februar pressemitteilte:
“Fight for new business!
Hamburg, 22. Februar 2012 – Beim Kampf ums Agentur-Neugeschäft kommt es auf Taktik und den richtigen Auftritt an.
Zum Kräftemessen unter realen Bedingungen ruft die Agenturmanagement-Beratung cherrypicker jetzt alle interessierten Agenturen für den CREA Credential Award 2012 in den Ring.”
Und der CREA ist keine halbe Sache, sondern ist “der einzige Award mit New Business-Potential”, wie Ihr auf der Startseite des Awards lesen könnt. Was immer das bedeuten mag – denn warum sonst nehmen Agenturen normalerweise an Awards teil?
Trotzdem musste am 10. Mai nochmal per PM erinnert werden – um Anfang Juni die für die Branche erfreulichste Nachrichtenbombe des Jahres platzen zu lassen:
“Ab in die Verlängerung: CREA-Einreichungen bis zum 31. Juli möglich”
Hamburg, 4. Juni 2012 – Die CREA-Organisatoren haben die Einreichungsfrist für den Credential Award 2012 auf Ende Juli verlängert. Im zehnten Jahr des Bestehens sollen möglichst viele Agenturen die Möglichkeit erhalten, ihre Projekte einzureichen und eine der begehrten CREA-Auszeichnungen zu gewinnen.
Oliver Klein, Mit-Organisator und Inhaber von cherrypicker erläutert die Motive: „Wir würden uns freuen, wenn im Jubiläumsjahr so viele Agenturen wie möglich am CREA teilnehmen. Zum einen wünschen wir uns ein möglichst komplettes Gesamtbild der Branche. Zum anderen wollen wir es bei der Preisverleihung am 23. November 2012 in Hamburg richtig krachen lassen und gemeinsam mit vielen Vertretern von Agenturen und Unternehmen feiern.“
Good News, oder? Und entsprechend geht es weiter:
“Über 30 Top-Marketingentscheider bilden die Jury des CREA Credential Award 2012″. Sollten Euch die Namen interessieren: Pech gehabt, aber hier sind die über 30 Top-Marketingentscheider des CREA Credential Award 2011.
Sollten die Euch auch nicht überzeugen können, schafft das vielleicht die Teilnahmegebühr: “870,00 Euro zzgl. der gesetzlichen MwSt. pro Einreichung und Kategorie” (Quelle: Anmelde.pdf).
Vielleicht versteht Ihr jetzt dieses “der einzige Award mit New Business Potential”.
Immer noch nicht überzeugt, teilnehmen zu müssen? Einen hab ich noch:
Der CREA-Award hat auch einen Preis bekommen!
Nein, auch diesen Preis, ebenso wie den CREA selbst, habe ich nicht verstanden. Aber, hey, geht es darum Preise zu verstehen – oder darum, Preise zu gewinnen?
Also los: Mitmachen lohnt sich! Beeeestimmt!
Werbeblogger Autoren bei Twitter: Roland twittert als Werberolli, J. Martin als gyokusai, Ralf Schwartz als Leadmarke.
Ich mag das, liebe w&v. Was zum Ausmalen. Wow, und sogar direkt das Cover. Man darf es selbst gestalten. Das ist mal eine Aktion. Natürlich anlässlich des ADC-Festivals. Genial. Wo sich Deutschlands kreativste Nagler treffen.
Ich mag auch, wie Ihr die Grenzen des Analogen transzendiert und frech und alle Regeln brechend, dazu aufruft, das Cover einfach als .pdf aus diesem neumodischen Internetz herunterzuladen, wo doch bestimmt die meisten noch denken, das Internetz sei eine Supermarktkette in der DDR.
Aber einfach kaufen wie früher, kann ich’s Heft doch auch, oder? Und dann bemalen?
Das sind eben diese revolutionären Ideen, die ich so sehr schätze, zeigt Ihr doch damit immer wieder, wess’ Geistes Kind Ihr seid. Weiter so. Und: “Keine Angst”, niemals würde ich vermuten, Euch seien “die Ideen ausgegangen”. Ganz im Gegenteil. Endlich dreht Ihr auf, traut Euch was, lehnt Euch aus dem analogen Fenster, wagt Euch in diese neue Wissenschaft (wenn nicht gar ‘Welt’) des Digitalen, die wir sonst nur von unseren Uhren kennen, und von Vaters Herzmedikament.
Und ebenso revolutionär geht es weiter: “… das Cover ablichten und per E-Mail (chefredakteur@wuv.de) an uns schicken”. Das hat Stil, ein Photo machen, den Film entwickeln lassen und per eMail an Euch (was rede ich, WOW, direkt an den Chefredakteur) senden, find ich supi
(nur das mit dem Posten ‘Facebook-Fanpage’ dahinter habe ich nicht verstanden).
Zum Ende noch ein letzter Dank: Zum Glück seid Ihr – neben Eurem Wagemut und Euren Experimenten – ganz bodenständig traditionell geblieben und gebt die coole Challenge nur für Leser und nicht auch noch für Leserinnen frei.
Denn wer will schon erfolgreiche Werbung und Kreativität!?
Achtung (Blog)-Publisher: Wir vergeben gratis Content-Plätze auf www.werbeblogger.de. Mehr Infos
Geld alleine macht nicht glücklich. Wer das anders sieht, dürfte kaum nach einem Job in der Werbebranche streben. Der Weg nach oben führt oft durch die Dörfer, mit teilweise dürftig vergüteten Praktikantenzeiten beim Start und scheinbar endlosem Juniordasein und Juniorgehalt. Dabei blickt man sehnsüchtig auf die großen Markenetats mit Glamourfaktor, während man selbst im Tagesgeschäft eher mit der Gestaltung von “Schweinebauchanzeigen” beschäftigt ist.
Nach den Erhebungen von gehalt.de liegt dann z.B. ein durchschnittliches TexterDesignergehalt (umgerechnet bei 12 Monatsgehältern) bei überschaubaren 2.580 € brutto. Wer solo ist und nach Steuerklasse 1 versteuert, sich gesetzlich krankenversichert und Kirchensteuer zahlt, dem bleiben in Hamburg netto rund 1600 €. Für einen Job mit eingebauter Überstundenerwartung ist das nicht gerade die Welt. Obendrein gibt es laut gehalt.de noch ein signifikantes Gefälle bei der Vergütung zwischen Männer und Frauen. Wer allerdings über Personalverantwortung verfügt, dart sich (später vielleicht einmal) über spürbar höhere Bezüge freuen. Aber bekanntlich sind Häuptlinge zahlenmäßig deutlich seltener als Indianer, die Luft ist dort dünner und das Kriegsbeil nie ganz begraben…
Die folgende Illustration von gehalt.de kann also nur eine grobe Orientierung sein (und als SEO wirksames Linkvehikel funktionieren;-)).
Es gibt zum Beispiel auch Texter mit Personalverantwortung (nicht nur Art Directors). Und eine Karriere in der Branche muss nicht zwangsläufig bei Agenturen enden sondern der/die eine oder andere arbeitet direkt beim Kunden bzw. der Marke mit teilweise deutlich höheren Bezügen als bei Werbeagenturen. Und schließlich gibt es ja auch noch den Job des Topmodels, der als kleines Easter Egg in der Illustration eingebaut ist mit einem “Durchschnittsgehalt” von 17 Mio. €. Smarte Berufseinsteiger/innen könnten also ggf. vor die Kamera wechseln und richtig absahnen… Na dann.

Werbeblogger Autoren bei Twitter: Roland twittert als Werberolli, J. Martin als gyokusai, Ralf Schwartz als Leadmarke.
(Nur eines von diesen kleinen Ereignissen am Rande der Marke)
Am 10. April schrieb ich aus gutem Grund diesen Tweet:
“Wow, der @simyo Service inzwischen auf Telekom-Niveau. Fett und satt! Da hat sich der Wechsel ja gelohnt! Saftladen”.
Auf Nachfrage fügte ich noch
“Es geht um den Blödsinn, den Ihr am Telephon macht. Falsche Versprechen und ich darf es zahlen”
hinzu.
Es ging um irgendwie 3Euro und die Kosten des Telephonats, mit dem ich mir meine 3Euro zurückholen wollte. Der ‘Kundenerzieher’ am Telephon hatte nämlich gemeint, ich könne Simyo schreiben, wenn ich ein Problem hätte, er jedenfalls sähe kein Fehlverhalten und würde nichts in meinem Sinne machen.
Genau das aber war das Fehlverhalten, denn 3 Wochen zuvor hatte eine andere Callcenter-Stimme zugesagt, mir bei Schwierigkeiten den ganzen Monat gutzuschreiben. Was korrekt gewesen wäre. Patzigkeit aber ist keine Lösung.
Der dritte Kontakt, eine junge Dame, verstand, um was es wirklich ging: nicht um die absolute Summe, sondern die Art und Weise wie Simyo mit Kunden umgeht, Versprechungen macht, und dann die Leute doch im Regen stehen lässt.
Sie gelobte, sich sofort zu kümmern, alles würde mehr als ausgeglichen, natürlich wäre es kein Problem, mir die 9,90Euro der Monats-Flat gutzuschreiben, denn nichts wäre Simyo wichtiger als zufriedene Kunden.
Zwei Tage später erhielt ich diese Mail:
“Guten Tag Ralf Schwartz,
Sie erhalten von uns eine Gutschrift in Höhe von -1,00 Euro. Diese wird mit Ihrer nächsten Mobilfunkrechnung verrechnet.
Diese Gutschrift erfolgt aus Kulanz und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht.
Wir wünschen viel Freude beim Mobiltelefonieren mit simyo.
Viele Grüße
simyo Service-Team”
Ohne Worte, oder? Das ist wirklich grandios. 1Euro! Und wenn ich richtig Glück habe, ist diese “Gutschrift” über “-1,00 Euro” gar eine Rechnung über 1,00 Euro!
Ich hatte also alles in allem eine Versagerquote von 100% bei meinen letzten 3 Kontakten mit den Menschen von Simyo! Die Marke Simyo scheint auf dem Niveau der grossen Anbieter angelangt zu sein. Einfach einfach einfach traurig.
Achtung (Blog)-Publisher: Wir vergeben gratis Content-Plätze auf www.werbeblogger.de. Mehr Infos
Wow, das ist immer noch ein seltsames Gefühl, wenn die Agenturgruppe, in der du gestern – also vor 7 Jahren – noch Geschäftsführer warst, nun den dritten Top-Kunden in Folge verliert, wie die w&v schreibt:
“Für die Vivaki-Gruppe ist die Procter-Pleite der dritte schwere Schlag innerhalb kurzer Zeit. Vor Ostern verlor sie mit dem Kosmetik-Konzern L‘Oréal einen anderen Großkunden an die Group M. Zusammengenommen stehen beide Etats für ein Bruttovolumen zwischen 600 und 700 Millionen Euro. Ein anderer dicker Fisch unter den Konsumgüterkunden ging Zenith bereits im Februar aus dem Netz: Die Agentur verlor den Planungs-Etat von Reckitt Benckiser (Vanish, Calgon, Sagrotan) an Initiative Media.”
Das Karussel der Kunden zwischen den Marken der 5 Top-Networks (Mediacom, Mediaegde, Mindshare (Group M), Starcom Mediavest, Zenith Optimedia (Vivaki), OMD, PHD (Omnicom), Carat, Vizeum (Aegis), MPG, Arena (Havas)) wird sich in Zukunft noch schneller drehen. Denn es geht nur noch um Marktanteile, die immer stärker über die eigene Größe optimiert werden – ein Teufelskreis.
Je größer das gedrehte Volumen der Agentur, desto größer das Rabattvolumen, dass sie bei allen Medien verhandeln kann. Je größer diese Rabattmasse, desto erfreuter der Einkäufer/Controller des Kunden. So erfreut, dass sie/er diesen Wettbewerb um seine Gunst noch befeuert durch immer abstrusere Forderungen nach immer weiteren Rabatten.
Und: Je größer der Wettbewerb zwischen den großen Mediaagenturen, desto wichtiger ist diese Rabattmasse für den Erfolg des Agentur-Top-Managements selbst, den Bonus, die neuen Felgen.
Je wichtiger Rabatte, der Einkauf also, die Quantitäten, desto weniger priorisiert werden die qualitativen Faktoren. Qualität wird heute in den allermeisten Pitches vom Heiligen Kalb der Großen Zahl an die Wand gespielt. Auch aus kundenseitiger Unwissenheit um die Konsequenzen.
Die Marke des Kunden – oder gar ihr Erfolg, der eigentliche Auftrag einer Agentur – spielen längst keine Rolle mehr. Die Marke, das Produkt des Kunden ist längst bloßes Mittel zum Zwecke, ist das Kind, das im Drama des Kaukasischen Kreidekreises von der falschen Mutter ohne Wimpernzucken entzwei gerissen würde.
Die Beteiligten nehmen dies billigend in Kauf – Agenturen und Medien, ebenso wie Marketing, Einkauf und die eigene Unternehmensführung.
Über kurz oder lang aber wird das jemand merken. Er wird sich Gehör verschaffen, er wird den Markenerfolg wieder in den Vordergrund stellen.
Kunden der Agenturen werden (ab)bröckeln. Werden den Kreis der Rabatt-Elite, die Zeit&Raum-Broker verlassen. Sich der Qualität zuwenden, die mit weit weniger Budget weit effektiver sein kann, denn das ist die wahre Kunst – die inzwischen die allermeisten zu bequem sind, noch beherrschen zu wollen.
Die Gruppe der Top-Networks wird implodieren, wenn nicht …:
Selten war es wichtiger (und dringender), sich vom gestrigen Erfolgsmodell zu verabschieden. Selten war es wichtiger, sich neu zu erfinden. Selten gab es größere Chancen als heute, sich mit hochwertigster, strategischer Mediaberatung einen Namen zu machen.
Wer ehrlich und offenen Auges in die strategische Ferne schaut, weiß das längst – und drückt sich nicht länger (wie die meisten seit vielen, vielen Jahren) davor.
Die Marke des Kunden und ihr Erfolg muss wieder zum einzigen Ziel der organisierten Mediaagenturen werden. Daraus ergeben sich klare Prioritäten, klare Kompetenzen und Fähigkeiten. Daraus ergibt sich der Bedarf nach einem neuen Denken, nach einem neuen Management, das endlich wieder Zukunft gestaltet, statt die vergangenen Erfolge verwaltet.
Mediaagenturen müssen sich wieder in aller Bescheidenheit den Zielen der Marke unterordnen, und sich selbst nicht so wichtig nehmen. Sie müssen wieder zum verlängerten Schreibtisch des Marketings werden (wie Kai Hiemstra 1972 zur Gründung der ersten Mediaagentur Deutschlands bemerkte), nicht, wie ich heute hinzufüge, zum verlängerten Schreibtisch des Einkäufers oder Controllers oder gar des eigenen Kurzfrist-Egos.
Werbeblogger Autoren bei Twitter: Roland twittert als Werberolli, J. Martin als gyokusai, Ralf Schwartz als Leadmarke.
Kampagnen sind Symptome – Markennamen, Slogans und Claims sind Symptome. Sie künden von der Größe, dem Stolz oder dem Ende einer Zeit. Sie sind Symbol, Zeichen, Eisbergspitze. Kopf, von dem der Fisch her stinkt.
Ob sie wollen oder nicht, sie erzählen, was das wahre Problem der Marke, des Produktes ist, des gesamten Marktes gar. Man kann eben nicht nicht kommunizieren.
01 – Beispiele hirnlosen Hochrüstens
- Gillette Fusion ProGlide Power Golden Edition Rasierer
- Somat10 – Das beste Somat aller Zeiten
- L’Oréal ReVitaLift10 (Bekämpft die 10Anzeichen der Hautalterung)
- L’Oréal Men Expert VitaLift5″
- Olaz total effects (7Anti-Ageing Effekte in einem Produkt)
- Bref Power WC-KraftGel mit 6x Effekt (Gegen die 6hartnäckigsten Verschmutzungen).
Einerseits sind manche Namen einfach nicht mehr merkfähig, andererseits nur noch Versionsnummern einer sich selbst überholenden ‘Produktentwicklung’, die in Banalitäten endet.
Jedes Produkt von L’Oréal, Henkel und Kollegen hilft irgendwann gegen alles. Dann braucht man nur noch eines, nämlich das, das gleichzeitig gegen Altersflecken, Urinstein et al. wirkt. Cillit Bang ist da mit “effektiv gegen mehr als 40 Flecken” vielleicht etwas ganz Großem auf der Spur.
02 – Trotzig gegen den Trend
Je höher die Selbstüberschätzung, je divergenter Fremd- und Eigenbild, je konservativer und fortschrittsfeindlicher die eigene Philosophie, desto weiter hergeholt ist der durch den klugen Spruch zu manifestierende Anspruch.
- “Vorsprung durch Technik”
- “Das Beste oder nichts”
- “Das Auto”
Blablabla tönt aus den Marken- und Unternehmens-Websites. Worte, inhaltsleere Hülsen. Technokratische Spielereien ohne Sinn. Ohne Relevanz. Wert- und Nutzenfrei. Ohne Spannung. Ohne Reiz. Ohne Polarisierung. Ohne Persönlichkeit und Gesicht. Ohne Alleinstellungsmerkmal. Distinktion. Ohne auch nur die geringste zukunftsfähige emotionale Aufladung.
Was soll man auch sagen – oder gar zeigen – wenn es nichts zu sagen, zu zeigen gibt? Wenn das Produkt, die Marke nichts hergibt? Keine Innovation, keine Alleinstellung. Muster ohne Wert ist, und Karosserie und Reklame Wolkenkuckucksheime kreieren müssen.
Vorsprung durch Technik von gestern? Warum nur ‘Kompromisslos anspruchsvoll’ statt ‘Kompromisslos mobil’, ‘Kompromisslos ökologisch’, ‘Kompromisslos effizient’?
Wie eindrucksvoll zukunftsfähig könnte man zB ‘Vorsprung durch Technik’ aufladen!? Audi könnte sich damit an die Spitze einer nachhaltigen, (auto)mobilen Bewegung setzen, den Wettbewerb weit hinter sich lassen – würde man sich auf das Wesentliche konzentrieren, statt mit Gimmicks und PS von seinen Versäumnissen abzulenken.
Noch offensichtlicher ist dies bei Mercedes. Aber vielleicht hat man dies schon eingesehen: ‘Das Beste oder nichts’ scheint sang- und klanglos eingemottet zu sein, kann ich es doch auf der Website nicht mehr wirklich entdecken. Einzig hier hat man es wohl zu löschen vergessen: „Unsere weltweite Golfstrategie folgt dem Mercedes-Benz Leitbild ‘Das Beste oder Nichts’”.
Und selbstverständlich kann einem Marketing oder Agentur den Alleinstellungs- oder Marktführeranspruch hinter ‘Das Auto’ erklären. Denkt man darüber jedoch nach, bleibt wenig übrig an Sinn, Inhalt, Relevanz oder Alleinstellung. Von ‘Das Auto’ kann ich mir nichts kaufen. Kein Wunder, denn eigentlich wird auch nur umgekehrt ein Schuh daraus: aus dem Handeln im Markt erwächst die Positionierung in den Köpfen der Menschen.
Fazit: Entschleunigung & Reflexion tut Not
Marken und Unternehmen, Marketing und Agenturen machen es sich zu leicht, wenn sie einfach die Versionsnummer erhöhen, einen weiteren Benefit in das Produkt packen. Machen es sich zu leicht, wenn sie austauschbarste Slogans und Claims wählen, und diese zu allem Überfluss nur mit heisser Luft füllen – statt mit Persönlichkeit, Charakter, Zukunftsfähigkeit.
Lauschen wir aufmerksam den Namen, Slogans und Kampagnen dort draussen, erkennen wir die Verzweiflung von Produkt und Marke, jeden ansprechen, sich ubiquitär prostituieren, und es jedem recht machen zu wollen – innerhalb und ausserhalb des Konzerns. Das muss doch im Wahnsinn enden.
Achtung (Blog)-Publisher: Wir vergeben gratis Content-Plätze auf www.werbeblogger.de. Mehr Infos
Die eine oder der andere erinnert sich vielleicht noch an diese ‘lustige’ Geschichte: Warum Mercedes nicht smart ist – und Smart erst recht nicht: Man hatte mir erklärt, dass ein Smart-Motor es nur bis 60.000km schafft. Und hinter vorgehaltener Hand gesagt, ich hätte einen schlechten Jahrgang erwischt. Jahrgang! Nicht Tag.
Eine schöne Geschichte, nicht wahr?
Nun, diese Geschichte ist nun Historie, denn Mercedes hat das Smart-Center Düsseldorf übernommen, wie ich heute bei meinem Ölwechsel-Termin lernte.
Historie im wahrsten Sinne des Wortes. Legende, Mythos, mündliche Überlieferung. Denn Mercedes hat sich, nach Auskunft meines Ansprechpartners, gespart, die Service-Historie aller Kunden zu übernehmen. Das Beste oder nichts.
Warum auch? Wer braucht eine umfassende Anamnese? Die Besten brauchen sowas nicht. Die haben keine Kinderkrankheiten, keine Midlife-Crisis, keine Wechseljahre, keine Altersschwäche, keine Abweichung vom Soll. Das sind doch nur Autos!? Die sind doch alle gleich. Metall mit ein bißchen Öl.
Vielleicht aber auch nicht, oder? Wenn ich einen schlechten Jahrgang erwischen kann, oder? Da hab ich wohl doch ein Auto mit Seele erwischt, das vom Standard abweichen kann. Aber vielleicht ist dieser ja der Einzige, da muss man ja nicht deswegen die Historie aller Kunden übernehmen.
10 Jahre meiner smarten Automobil-Historie vernichtet mit einem Handstreich! Hm. Wie hatte ich damals schon geschrieben:
“Nicht im Hochglanz, sondern im tristen Alltag muß die Marke ihre Versprechen einlösen, die hochgesteckten Erwartungen erfüllen, die hohen Preise rechtfertigen. Im Alltag, in der Werkstatt, im Service, im Dialog zeigt sich die Stärke, Intelligenz, Zuverlässigkeit und Aufrichtigkeit einer Marke”.
Im Alltag, in der Werkstatt, im Service. Nun, DAS Problem hatte man ja nun elegant gelöst. Das schaffen sonst nur Agenturen, die, um Tabula Rasa zu machen, einem Kunden ein komplett neues Team zuweisen – und damit erst recht Probleme heraufbeschwören. Glückwunsch Mercedes!
Dabei begann alles so kundenfreundlich – auf dem Papier: Ich hoffe, ich erinnere das richtig. Vor Monaten bekam ich einen Brief, dass Mercedes übernommen habe, sich für mich aber – so die Entwarnung – nichts ändere.
Hm, es ändert sich nichts (neg) – das wär’ auch noch schöner!
Hm, es ändert sich nichts (pos) – warum macht Ihr es dann!?
Von wegen es ändert sich nichts:
01 – Mercedes spart sich das Geld und macht die Milchmädchen-Rechnung auf, wasweissich 3.000Euro gespart zu haben, für den Transfer der Daten? Dafür sitze ich nun, und all die anderen Kunden, vor den Angestellten des Hauses und erzähle ihnen – auf meine Kosten und auf Kosten von Mercedes meine, unsere smarte Lebensgeschichte!?
02 – Natürlich ändert sich noch eine Kleinigkeit. Denn bei Smart war ich in einem Kundenbindungsprogramm, innerhalb dessen ich beim nächsten bezahlten Werkstattbesuch einen Öl- und Filter-Wechsel gutgeschrieben bekommen hätte. Im Wert von 69Euro!
‘Das Beste oder nichts’ hat sich aber wieder für ‘nichts’ entschieden und die Programme, die Versprechen, die Leistungserfüllung ersatz-, kommentar- und skrupellos gestrichen. Bravo.
Statt also meine Probleme zu lösen, sorgen sie dafür, dass ich sie nun immer wieder repetiere, um sie niemals zu vergessen? Ob das die richtige Medizin ist?
Und sie verlangen 35.000Euro für einen Brabus-Smart, aber zieren sich, mir meine mir zustehenden 69Euro zu geben?
Hm, da erlasse ich ihnen wohl beim nächsten Autokauf die Bürde bei ihnen Kunde zu werden. Obwohl ich gerne den eSmart gehabt hätte, aber besser wird das ja nicht, denn es ist ja schon das Beste – oder nicht(s)?
Werbeblogger Autoren bei Twitter: Roland twittert als Werberolli, J. Martin als gyokusai, Ralf Schwartz als Leadmarke.
Jedem Gesunden Menschenverstand war klar, dass “Unser Stern für Baku” untergehen musste, fiele Stefan Raab nicht noch etwas Geniales ein. Zum Glück können wir uns auf ihn verlassen. Nicht umsonst ist er einer der erfolgreichsten Entertainer und Show-Macher in Deutschland.
Stefan kreierte für die Echtzeit-Baku-Voting-Aktualisierung die Blitztabelle, die er schlicht irgendwo im Sport abguckte.
Eine der einfachsten, aber auch genialsten Ideen der letzten Zeit. ‘Unser Star für Baku’ wurde damit zu der spannendsten, schnellsten, interaktivsten Casting-Show der letzten 9 Jahre. Eine phantastische Demonstration, wie einfach Innovation sein kann, ein Beweis, dass Innovation auch manchmal bedeutet nur, etwas einfach zum ersten Male richtig zu machen.
Aber er hat nicht mit Deutschlands Beton- und Beamtenköpfen gerechnet. Nun also liegt der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) eine Beschwerde vor. Mit der Begründung – und man lasse sich diese auf der Zunge zergehen: “dass die eingeblendete Blitztabelle einen enormen Zeitdruck aufbaue”.
Das muss die mabb natürlich prüfen, statt zurückzuschreiben:
“Seid Ihr eigentlich irre? Baut Zeitdruck auf? Und was ist mit einem 100m-Lauf? Einem Formel1-Rennen? Jeder Auktion bei diesen seltsamen Shopping-Sendern? Mit dem Ladenschluss? Dem TÜV? Der Rente mit 67? Den Rücktrittsforderungen an BP Wulff? Mailboxen? Wird da kein Zeitdruck aufgebaut?”
Ohne Worte! Ich bin gespannt, welcher Casting-Privatsender, der nicht zur ProSiebenSat.1-Gruppe gehört, die Beschwerde einreichte – und welche Entscheidung die mabb trifft.
Achtung (Blog)-Publisher: Wir vergeben gratis Content-Plätze auf www.werbeblogger.de. Mehr Infos
Es begann als Spaßprojekt 2009, aber eigentlich noch viel früher. Denn Jan-Philipp und Malte hatten ihre gesungenen Weihnachtsgrüße in Karaoke-Form bereits regelmäßig Jahre zuvor für Freunde und Familie auf CD gebrannt und verschickt. So erreichten auch mich immer wieder ihre eingesungenen Coversongs.
Mit dem ersten öffentlichen Youtube-Jahresrückblick kam dann aber 2009 der Durchbruch als Web-Viral. Der Aufwand dafür war auch damals schon “nicht ohne”, die Stimmen und der Soundtrack wurden bereits fett aufgenommen und in das Video gemixt. Mit dem Nachfolger 2010 haben die beiden den Videopart aufgebohrt, das Setting in ihrer WG-Küche blieb dabei allerdings im Wesentlichen erhalten, ebenso wie eine Michael Jackson Hymne als Song-Grundlage.
Dieses Jahr durfte das Budget dann noch etwas höher sein, mit einem Feature bei Stern-TV und einem rundum anspruchsvoll und professionell gedrehten Musik-Video-Clip. Irgendwie ist es zwar schade, dass der ursprüngliche “Grasswurzel-WG-Küchenduft” aus den Produktionen weg ist, aber andererseits ist das Ergebnis des aktuellen Jahresrückblicks 2011 auch wieder ein echtes Schmankerl. Auf Grundlage von Madonna´s “Vogue” haben die beiden sich und ihre Leidenschaft für Mimenspiel, Tanz und Verkleidung voll ausleben können, mit grandios adaptierter Clip-Ästhetik. Stellenweise geht bei dieser Bildermacht der Text ein wenig unter, was er nicht verdient. Denn gerade der Text, der sich super auf das originale Vocal-Arrangement des Songs legt, ist ein Highlight.
Frohes Fest 2011 from zwergpisncher on Vimeo.
Trotzdem wünsche ich mir was für 2012:
Please, Malte und Jan-Philipp, go back to the roots. Gebt uns den Stallduft der WG wieder, die Heimeligkeit des Familiären, das kuschelige Setting. Und Maltes Perücken.
Na, geht doch: in großformatigen “Anzeigen” steht Marlboro zum sicheren Tod durch Zigarette, jetzt muß dies halt nur noch im gesetzlich vorgeschriebenen Text geändert werden: “NO MORE MAYBE” – Rauchen ist tödlich!

Photo des City Light Posters: rs.
Geht nicht in das Licht!
Achtung (Blog)-Publisher: Wir vergeben gratis Content-Plätze auf www.werbeblogger.de. Mehr Infos
Wenn Ihr schon immer wissen wolltet, was die Protagonisten in den IKEA-Katalogen so anstellen, wenn keiner guckt (und sie sich nicht gerade Produkte wie ‘Kloppe’ ausdenken), dann schaut Euch diese kleine Video-Perle an:
Via poppeduponthegrid.
Werbeblogger Autoren bei Twitter: Roland twittert als Werberolli, J. Martin als gyokusai, Ralf Schwartz als Leadmarke.
“D64 sind Menschen, die täglich mit den Möglichkeiten und Herausforderungen des Internets für die Transformation unserer Gesellschaft arbeiten” – ich mag diese Alleinstellungs- und Vertretungs-Ansprüche. Widersprechen kann man dem sowieso nicht: “Sie sind sich einig, dass man Politik für die Zukunft nicht mit Gedankengut von gestern machen kann”. Werden wir also alle Mitglied in diesem Verein, “um Deutschland für die digitale Demokratie vorzubereiten”. Denn das wird ja langsam Zeit.
Ein wenig haben die Herren Richel und Lumma einem schon leid getan, wenn sie wieder die Prügel einstecken mußten für den Quatsch, den die SPD wiedermal verzapfte, wenn es um Netzpolitik ging – oder was sie dafür hielt.
Umso besser, daß sich die Herren (und Damen) aus dieser selbstgewählten Falle befreien konnten, die sie eine Zeitlang als Herausforderung und Fitness-Übung verstanden, bis sie erkannten, daß dies doch nur Sisyphos-Arbeit ist – und nun versuchen, die Partei von außen zu verändern.
Daß man Systeme nicht von innen verändern kann, wußten Leonard Cohen und ich schon lange. “They sentenced me to 20 years of boredom for trying to change the system from within”, singt er in der ersten Zeile seines Songs ‘First we take Manhattan’. Aber wer hört schon auf uns?
Weder die Autoindustrie, noch Energie-, Zement-, Pharma-, Verlags- und Medien-Industrie sind von innen zu heilen, zu wandeln oder gar neu zu erfinden, dazu sind sie viel zu satt. Ebensowenig wie eben die Politik.
Allzu schön und bequem hat man es sich in seiner Welt gemacht als daß man sich von der größten Erfindung seit des Buchdruckes aufscheuchen und hinter dem warmen Ofen vertreiben lassen möchte.
Umso besser, daß wir nun ein paar Kämpfer haben, die wissen, wo es langgeht. Und, ehrlich gesagt, traue ich diesen Damen und Herren mehr zu als der digiges.
Caveat: Im Grunde hat man die Selbstzerstörungssequenz in die Gründungsmitgliedschaft direkt mit eingebaut. Die Bombe tickt schon, nähert sich asymptotisch Fünf vor Zwölf.
So richtig knallen wird es allerspätestens, wenn die wirtschaftlichen Interessen von Facebook und Google der DNA der menschlichen Mitglieder diametral widersprechen.
Genau das macht es aber so spannend.
Ebenso wie die Parteilichkeit des Vereins.
Zwei größere Hürden hätte man sich nicht setzen können. Aber wenn die Damen und Herren daran wachsen, wird aus D64 tatsächlich der legitime, ruhm- und ehrenvolle Nachfolger des legendären C64 werden können.
Dies meine ich ernst und soll nicht wie die Häme eines ZX81-, Spectrum- und Atari-Users klingen.
Wünschen wir D64, seinen Machern und Mitgliedern viel Erfolg und rufen ihnen die 2.Zeile des Cohen-Songs zu – in der Hoffnung, sie möge Realität werden: ”First we take Manhattan – then we take Berlin!”
Achtung (Blog)-Publisher: Wir vergeben gratis Content-Plätze auf www.werbeblogger.de. Mehr Infos
Es betrifft nicht den Werbeblogger selbst (der hatte allerdings auch schon einmal äußerst unangenehmen Kontakt mit den Viagra-Spammern), sondern im aktuellen Fall ein von mir betreutes WordPress-Projekt. Dort tauchen seit einiger Zeit ausschließlich in den (Google-)Suchergebnissen nicht etwa die korrekten Seitenbeschreibungen auf, sondern der bekannte Keyword- und Linkrotz aus den Fingern der Blackhat-SEOs.
Es scheint, als habe der Hack (zumindest teilweise) die Züge des sogenannten Pharma Hacks, der vor einiger Zeit bei WordPress-Installtationen grassierte. Während meiner Maßnahmen, nun die Seite und Installation zu fixen, war ich dann doch überrascht ,wie viele “normale” Seiten offensichtlich ähnliche Probleme haben, möglicherweise ohne es bereits selbst bemerkt zu haben.
Insbesondere gilt das für die bei meinen Recherchen via Google immer wieder auftauchenden Seiten der Aspect Online AG. Einen ersten Check der eigenen Seiten kann man am einfachsten bei Google selbst durchführen, indem man nach einschlägigen Keywords wie z.B. “Viagra” auf den eigenen Seiten sucht. Bei den Google Serps sieht das Suchergebnis für aspect-online.de dann z.B. so aus:

Logisch, dass diese Effekte neben Reputationsproblemen auch massive Auswirkungen auf den Traffic und Umsatz haben können. Nicht zuletzt ist die Gefahr groß, von Google aus dem Suchindex geworfen zu werden, was für das Online-Marketing in einem harten Wettbewerbsumfeld eine echte wirtschaftliche Katastrophe darstellen kann.
Wer von euch hat bereits mit ähnlichen Problemen zu tun gehabt? Was hat – zumindest bei WordPress- am besten geholfen?
P.S.: Der Aspect Online AG schicke ich jetzt schnell einmal direkt einen Hinweis via Mail.
Werbeblogger Autoren bei Twitter: Roland twittert als Werberolli, J. Martin als gyokusai, Ralf Schwartz als Leadmarke.
Update 23. November, 08:58Uhr:
Mir liegt nun eine offizielle Stellungnahme von Procter. Ich denke, man kann sie als Bestätigung meines Posts verstehen, oder? Widerspruch – oder gar Antworten auf etwaig entstandene Fragen – kann ich nämlich nicht entdecken.
Hier also die Stellungnahme, die mir von Sandra schriftlich zur Veröffentlichung freigegeben wurde:
“Sehr geehrter Herr Schwartz,
Pampers liegt die gesunde und glückliche Entwicklung aller Babys auf der Welt sehr am Herzen. Um diese bestmöglich garantieren zu können, schließt sich Pampers auf globaler und lokaler Ebene mit unterschiedlichen Partnern zusammen, die genau dieses Ziel auch verfolgen. UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, ist dafür genau der richtige Partner.Seit 2006 unterstützt Pampers UNICEF, um Tetanus bei Neugeborenen in den Entwicklungsländern zu besiegen. Durch die gemeinsame globale Kampagne von Pampers für UNICEF können 100 Millionen Mütter und ihre Babys vor Tetanus geschützt werden. Die Kampagne wurde in den letzten Jahren in 26 Ländern durchgeführt, in denen Tetanus bei Neugeborenen noch immer ein Problem ist. In zwei von diesen 26 Ländern, (Myanmar und Uganda) bestätigte die WHO 2010 die Eliminierung von Tetanus bei Neugeborenen. In weiteren sieben Ländern, die von Pampers unterstützt werden, sollen die Impfkampagnen bis Ende 2011 komplett abgeschlossen werden, sodass der Bestätigungsprozess zur Eliminierung von Tetanus bei Neugeborenen über die WHO in die Wege geleitet werden kann. Aber immer noch sind 130 Millionen Mütter und ihre Babys in 39 Ländern von der tödlichen Infektion bedroht. Tetanus betrifft die Ärmsten und Schwächsten der Bevölkerung, die meist in nur sehr schwer zugänglichen Regionen in den ärmsten Ländern der Welt leben und kaum Zugang zu einer qualifizierten Gesundheitsversorgung haben.
Der Betrag von 0,053 Euro entspricht genau den Kosten einer Impfdosis, die benötigt wird, um diese Mütter und ihre Babys gegen Tetanus zu schützen. Mit der Aktion konnte Pampers die Impfdosen zur Verfügung stellen und auch die Lieferung der Impfdosen unterstützen. Ausserdem konnte Pampers dazu beitragen, in der Öffentlichkeit genügend Aufmerksamkeit zu schaffen für ein Thema, das in den industrialisierten Ländern so nicht mehr präsent ist.
Pampers wird auch in Zukunft im Rahmen der Initiative „ 1 Packung = 1 lebensrettende Impfdosis“ einen Betrag an UNICEF spenden, der zum Beispiel den Kosten einer Impfdosis entspricht, denn die Zusammenarbeit von Pampers und UNICEF ist langfristig angelegt.
Mit freundlichen Grüßen,
Sandra Broich
Public Relations Germany, Austria and Switzerland
Baby Care/Fabric Care”
“Vielen Dank für die ausführliche Antwort”, hatte ich darauf geantwortet.
Inzwischen gibt es auch eine ‘Antwort’ auf die Pampers-Aktion von Jonas: er hat eine Facebook-Page eingerichtet, auf der man seine Meinung hinterlassen kann!
Also: Hinterlaßt auch dort Eure Meinung oder ‘liked’ die Seite!
Ursprünglicher Beitrag:
Gerade laufen sie wieder auf allen Kanälen, diese feinen Pampers-Spots, in denen sich die Marke wiedermal als Lebensretter geriert.
“1 Packung = 1 lebensrettende Impfdosis
Mit jedem Kauf einer Packung Pampers mit Aktionslogo spenden wir den Gegenwert einer Tetanus-Impfdosis an UNICEF”, schreibt Procter dazu auf der Website.
Wie gut und wichtig diese Aktion für Procter ist, sieht man an der Ausweitung der Aktion schon im nächsten Satz: “Sie helfen auch mit jedem Kauf einer Packung Ariel, Lenor, Swiffer, Mr. Proper, Antikal und Febreze mit UNICEF-Logo bzw. aus dem UNICEF-Aktionsdisplay”.
Kein Wunder, denn bei Pampers scheint man eine einfache Rechnung gemacht zu haben:
01 – Mit “lebensrettend” kann man eindrucksvoll von jeder Müllproblematik ablenken. Denn wer Leben rettet, kann doch nicht am anderen Ende der Welt diese absichtlich zumüllen, oder? Oder doch, wie 2010 hier im werbeblogger beschrieben?
02 - ”Lebensrettende Impfdosis” – Hey, das zieht doch besser als jede Produktoptimierung, die zudem teures Geld kostet, und damit jedesmal ein Renditen-Va-Banque-Spiel ist.
03 – Procter bohrt das Image der Marke auf: “Lebensrettende Impfdosis” – das hört sich irgendwie sinn- und wertvoll an. Und wenn eine Packung Pampers 17,79Euro kostet, dann kann Pampers auch gerne eine Impfdosis spend(ier)en, oder?
Nun, wenn die jungen Mütter wüßten, was Procter auch gar nicht verschweigt, würden sie dreimal überlegen, ob das so ein guter Deal ist. Denn die “lebensrettende Impfdosis” kostet genau 0,053Euro(!), wie im Kleingedruckten steht. Also 5Cent. Von 1779Cent Preis pro Packung.
04 – Um aber den Marketing-Stunt perfekt zu machen, realisiert Pampers gleichzeitig empfindliche Preiserhöhungen, wie die Wiwo dieser Tage in Die dreistesten Mogelpackungen berichtet: “104 Stück für 17,79 Euro: Das war einmal. Nun gibt es für den selben Preis nur noch 96 Stück. Versteckte Preiserhöhung nennt sich diese Änderung der Verpackungsgröße – laut Verbraucherzentrale Hamburg ist es bereits die 4. Preiserhöhung in vier Jahren”.
Die versteckte Preiserhöhung schlägt also mit 1,37Euro zu Buche – mit 137Cent vs der Impfdosis-Spende für 5Cent!
05 – Daß es im Kleingedruckten schon gar nicht mehr wirklich um eine Impfdosis geht, sondern nur noch um “zum Beispiel” die “Kosten für eine Impfdosis”, oder die Klick-Aktionen bei 100 bzw. 200.000 Klicks gedeckelt sind, ist da nur noch Chronistenpflicht.
Ob das funktioniert? Hm, was meint Ihr?
Ob man das den jungen Müttern mal erzählen müßte? Oder gar der Franzi von Almsick, die dieses Jahr die Aktion sponsort?
Trotz der guten Absicht und des noblen Gedankens und der hoffentlich tatsächlichen Hilfe, ist dieses für mich ein großes Geschäft, das ein klein wenig zum Himmel stinkt.
Achtung (Blog)-Publisher: Wir vergeben gratis Content-Plätze auf www.werbeblogger.de. Mehr Infos
Kürzlich, ich weiß nicht mehr wo, erfuhr ich von einem Fernsehzuschauer, der sinngemäß folgendes an eine Sendeanstalt schrieb: “Liebe Sendeanstalt, ich verbitte mir in Zukunft, dass Sie mein Fernsehgerät lauter stellen, wenn ein Werbespot beginnt!” Ich musste lachen, aber der Zuschauer bringt eigentlich nur auf den Punkt, worüber sich viele Menschen aufregen, auch täglich in meinem direkten persönlichen Umfeld. Werbung im TV scheint sich in das Gehör der Zuschauer mit wildem Soundgetöse und Geschrei ranzuwanzen, gerne auch direkt im Anschluss an leise Passagen einer Sendung oder eines Spielfims. Die Hoffung der Werbetreibenden: mehr Aufmerksamkeit der Zuschauer auf Werbung. Tatsächlich dürfte genau das Gegenteil der Fall sein, gepaart mit Wut und Aggression der Zuschauer auf die plötzlich einsetzenden vorlauten Attacken.
Vor mehr als zwei Jahren hatte ich mich schon mit diesem Thema beschäftigt und schrieb damals:
Die stellenweise brachiale Unterbrechung des Programms mit hartem Schnitt und prompt einsetzenden größeren Werbelautstärken ist das perfekt dokumentierte veraltete Selbstverständnis einer Branche, die nach dem Marktschreierprinzip Aufmerksamkeit sucht und Verbraucher verschreckt.
Mit Beginn des Jahres 2012 wollen die Sendergruppen um ARD und ZDF nun die Werbung wieder “leiser” ausstrahlen, indem sie den Spotproduzenten technisch neue Vorgaben machen. (Wer tiefer in das soundtechnische Thema “Kompression und Lautheit” einsteigen will, kann das auch hier tun.)
Und der ARD Vermarkter ASS hat nach ersten Tests! gemäß w&v dann auch schon ein Trostpflaster für uneinsichtige Werber im Gepäck: TV-Werbung würde so angepasst beim Konsumenten eher akzeptiert und auch die Zuschauerbeschwerden würden sich reduzieren.
Vermutlich hätte man zu dieser Erkenntnis auch durch einfache Selbstbeobachtung kommen können, aber immerhin sind wir an diesem Punkt jetzt mal einen Schritt weiter. Mal schauen, ob die “Privaten” folgen werden. Vielleicht erinnert man sich dann generell auch in der Werbung an Redensarten wie “Wer schreit, der lügt. Die Wahrheit hat eine leise Stimme.”
Werbeblogger Autoren bei Twitter: Roland twittert als Werberolli, J. Martin als gyokusai, Ralf Schwartz als Leadmarke.
Ganz ursprünglich hat die zur Zeit weltweit wertvollste Marke “Apple” einmal mit einem “Logo” begonnen, was alle Beteiligten bei der Reproduktion wohl an den Rand der Verzweifelung geführt hätte. Unter anderem aus diesem Grund wurde dann auch das Apple-Logo deutlich simplifiziert. Trotzdem zeigt dieser Ursprungsentwurf schon den Apfel, der -nach diesem Motiv- dem weisen Isaac Newton durch seinen baldigen Fall auf den Kopf die Eingebung für die Beschreibung der Schwerkraft geben wird.
Im weiteren Verlauf der Logo-Entwicklung wurde der Apfel immer weiter stilisiert vor allem durch das Merkmal des “Anbisses”, womit eine wesentliche -etwas weniger naturwissenschaftliche- Deutung und Wirkung hinzukam (Zitat Wikipedia):
Als die Frucht schlechthin symbolisieren Apfel und Apfelbaum die Themenbereiche Sexualität, Fruchtbarkeit und Leben, Erkenntnis und Entscheidung sowie Reichtum.
Einen Großteil dieser Apfelsymbolik findet man auch im Leben und Wirken des leider viel zu früh vestorbenen Apple-(Mit-) Gründers Steve Jobs, vor allem rückblickend, was seine visionären Denkansätze nur noch mehr verdeutlicht.
Vielleicht ist dieser Apfel und seine Strahlkraft als Weltmarke und Symbol nach innen und außen auch mit der Grund, warum gerade Apple sich ständig offensiv und auch medienwirksam bei seiner Markenverteidigung und Designmustern verhält, zuletzt gegen Samsung im iPhone/iPad Umfeld, wobei die Beklagten nun ihrerseits auch nicht zimperlich sind.
Steve Jobs schien generell den Eindruck zu haben, dass die führenden Wettbewerber vor allem im Mobile-Umfeld eigentlich nur von Apple “abgucken”, was ihn auch zu martialischen Ansagen brachte.
Diese zwischen gesunder Wehrhaftigkeit und manischer Verteidigungswut pendelnde Haltung dürfte auch ein Erbe sein, welches das Unternehmen als festen DNA-Code weiter in sich tragen wird. So führt die Frage nach dem Apfelsymbol zwangsläufig auch zu der Frage, ob Apple als Marke den Anspruch erworben hat, im gewerblichen Umfeld jeden anderen Apfel abzumahnen, der dem appelschen Verständnis von Verwechslungsgefahr zu nahe kommt. In Abwandlung der Tellschen Sage habe ich dazu passend eher zufällig dieses Motiv gefunden, welches natürlich nicht ursprünglich in Richtung “Apple” zielte ;-).

Ein gerade wieder kursierender, dazu passender Fall von Markenstreitigkeiten läuft gerade bei einem kleinen Café in Bonn, welches sich “Apfelkind” nennt und konsequenterweise ein Logo trägt, welches einen Apfel und ein Kindergesicht erkennen lässt.
Dieses Logo wollte die Eigentümerin nun als Wort-/Bildmarke eintragen lassen, wobei Apple damit nicht einverstanden ist. Kleinkariert oder konsequent und berechtigt? Ich will es hier gar nicht bewerten, die Tatzengeschichte reicht mir für´s Erste. Aber es zeigt eben, dass auch andere Firmen mit Apfel im Logo damit rechnen müssen, auch einmal einen Brief von Apple zu bekommen. Und davon gibt es einige in diesem Kontext, wobei mir diese Marke bzw. der Claim besonders gefällt:”green apple ist ihr partner für Jobs und Qualität.”

Gleich der “Jobs” mit drin. Perfekt.
Und vor dem größten Apfel, namentlich New York, dem “Big Apple”, machte Apple auch nicht halt. Ts. Und ich dachte früher einmal: “An apple a day keeps the doctor away.” Dann wünsche ich Apple eher einmal eine gute Portion blend-a-med. “Damit Sie morgen auch noch kraftvoll zubeißen können!”

Achtung (Blog)-Publisher: Wir vergeben gratis Content-Plätze auf www.werbeblogger.de. Mehr Infos
Eben sah ich dieses schon ältere Bild – es löste eine ganze Kaskade an Gedanken aus (Werbung wirkt, nicht wahr? – Aber eben nicht so, wie es sich mancher wünscht):
Mit den Jahren hat sich die Werbung in etwas hineingesteigert, was sie nun anscheinend nicht mehr aus eigenen Mitteln in den Griff bekommt: in die – wohlgemerkt künstliche – Überhöhung des Produktes und der Botschaft.
Als Produkte immer austauschbarer wurden, da sich das Marketing keine Mühe mehr gab, als ‘normale’ Botschaften niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlockten, lehnten sich die Werber immer weiter aus dem Fenster, entfernte sich das Marketing immer weiter vom wahren Produktnutzen.
Das war wunderbar für das Marketing, die Produkte mußten gar nicht mehr wirklich halten, was die Werbung versprach, sondern man kommunizierte Träume, Images, Lifestyle. Bloß keine wirklichen Lösungen mehr.
Das löste gleichzeitig auch die Zielgruppenproblematik eins und zwei: erstens kannte man seine Zielgruppe in Wirklichkeit gar nicht, zweitens wollte man eh an jeden verkaufen, da man – oh wunder – im angestammten Markt immer weniger Erfolg hatte. Ob das wohl an der Distanzierung vom Nutzen lag?
Man sprach also alle an – und somit keinen mehr. Man hoffte auf die Trendsetter und Early-Adopter, sie würden die Massen schon über kurz oder lang bewegen, und transzendierte Nutzen und Lösungen in blumige Wolkenkuckucksheime. Werbung wurde zum Produkt. Man kaufte eine Vision, Illusion, Fata Morgana.
Jedes Produkt, jede Marke und vor allem jeder Marketingleiter wollte plötzlich Kult sein. Cool für alle Beteiligten: Weniger Arbeit, schönere Locations und Frauen. Nicht mehr diese langweilige Realität. Aber auch nicht mehr kalkulierbar, nicht mehr berechenbar, nicht mehr planbar. Der Controller wurde sauer, der Marketer und Werber zum Künstler.
Nur der Konsument wurde irgendwo dazwischen nicht mehr abgeholt. Zwischen all diesem Wahnsinn aus Technik, Marktforschung, Extrapolationen, Markenkern- und Produktnutzen-Auflösungserscheinungen.
Und nun? Immer mehr Klingen im Rasierer, immer mehr Additive im Benzin, immer mehr Benefits in Oil of Olaz, immer größere Zahlen hinter Somat, Breff und Calgon. Soviele, daß man sich leise lächelnd abwendet. So viele, daß man Werbung – und Werber – nicht mehr ernst nimmt. Daß man Marke und Marketing nicht mehr ernst nimmt. Daß man dem Handel mehr vertraut. Daß man dem niedrigen Preis mehr vertraut. Daß man potentielle Fehlentscheidungen (und ihre Konsequenzen) minimiert – statt Nutzen zu maximieren.
Man wählt, was einen potentiell weniger enttäuscht. Denn Enttäuschungen haben einen schlau und vorsichtig gemacht. Frustriert. Fast schon muß man sagen: realistisch.
Da kann man Marketing und Werbung nur gratulieren!
Werbeblogger Autoren bei Twitter: Roland twittert als Werberolli, J. Martin als gyokusai, Ralf Schwartz als Leadmarke.
Viel ist schon über die Frage geschrieben worden, welchen Schaden Musikpiraten und Raubkopierer anrichten, die sich ihre Musik aus illegalen Quellen besorgen. Für die Musikindustrie und ihre Verbände ist der Fall klar: an vielen, wenn nicht allen “Raubkopierern” verliert die Industrie einen potenziellen Kunden und damit laufend Umsätze in Milliardenhöhe. Aber ist das wirklich so?
Ein spanischer Richter, der bei einem Fall von Handel mit illegalen Musicdownloads eingesetzt war, kommt zu bemerkenswerten Schlüssen. Zusammengefasst:
1. Das Ausmaß eines wirtschaftlichen Verlustes durch illegale Downloads für die Musikindustrie kann nicht gemessen werden.
2. Es könnte sich durchaus auch genau gegensätzlich verhalten: illegale Downloads kurbeln letztlich das Musikgeschäft an.
Er begründet dies mit der Einschätzung, dass Musikpiraten zunächst bewusst auf den Kauf zugunsten einer illegalen Quelle verzichten wollen, also die Musik ursprünglich nicht etwa käuflich und legal erwerben wollten, was sich aber später ändere. Bei torrentfreak.com exisitiert auszugsweise eine englische Übersetzung des Richterspruchs, die ich hier einmal frei ins Deutsche übersetze:
Im Gegensatz zum rechtlichen Argument ist es in jedem Fall vorstellbar, dass sich Kunden, die zuvor eine illegale Kopie gesehen oder gehört haben, anschließend das Original kaufen, weil es ihren persönlichen Geschmack trifft, so dass der Markt von Originalwaren vom Verkauf von Raubkopien profitiert.
(“In any case, reversing the legal argument, it is conceivable that a customer, after hearing or viewing the pirated copy, may decide to purchase the original, finding it to their taste, so that the sale of pirated copies, far from harming, benefits the market for original items.”)
Harter Tobak. Wenn ich an die massive Markenpiraterie aus Fernost denke, dann habe ich da so meine Zweifel, vor allem bei Produkten im ursprünglich hochpreisigen oder Luxussegment, die wegen ihrer Investitionshöhe dem “Durchschnittsverdiener” vermutlich auch weiterhin verschlossen bleiben. Anders sieht es ggf. tatsächlich bei Musikdownloads aus, wo “Schwarzlader” zugleich die treuesten iTunes-Kunden (geworden) sind, wie der ehemalige Chef von EMI digital vor einiger Zeit schon bemerkte.
Merrill profiled the file sharing behaviour of people who used Limewire against the top iTunes sales and the biggest iTunes buyers were the same as the highest sharing “thieves” on Limewire.
Dieses Verhalten ist eigentlich so alt wie das Handelsmarketing selbst, wo brauchbare Produktproben, Betas und Gratis-Zugänge absatzdynamisch wirken, nur dass die Musikindustrie ihren eigenen “Interessenten” offensichtlich nicht so richtig über den Weg traut, ja, sie eher ständig als Hauptschuldigen für schwindende Musikabsätze ausmacht.
Warum sonst promoten die Labels und Verlage ihre Musik und Künstler nicht selbst mit dem Download von ganzen Songs, gebunden an eine Nutzer-ID und die Möglichkeit, sie mit weiteren Angeboten nach ihren Vorlieben zu versorgen?! Was sollen diese albernen Hörproben-Schnipsel in Grammophon-Qualität?!
Achtung (Blog)-Publisher: Wir vergeben gratis Content-Plätze auf www.werbeblogger.de. Mehr Infos
Ich habe mich total verliebt in dieses Wort ‘Binsen-Gebinde’ von AvLBerlin, aus deren Tweet “Werbung ist eintönig: Koch und Schwartz in der Wirtschaftswoche – knackige Kritik oder Binsen-Gebinde? http://j.mp/rbEeus” – und habe in der Folge ein wenig reflektiert, wiedergekäut und philosophiert. (Dank gebührt, ohne Ironie, AvL, die mich auf diese Spur brachten.)
Binsen-Gebinde: eine Strauß von Binsenweisheiten und Binsenwahrheiten. Binsenweisheit/-wahrheit: eine allgemein bekannte Tatsache, die keiner weiteren Verbreitung bedarf.
UND GENAU DA WIRD ES SPANNEND!
Manchmal denke ich, es ist viel sinnvoller in Binsenweisheiten zu sprechen, damit aus der Weisheit endlich die Tat wird, als in Innovationen sich zu verlieren, die erst langsam durch die Trendsetter-Hirne tröpfeln müssen, durch die Early-Adopter-Adern fließen müssen, ehe sie in relevanten Mengen auftreten und die Massem bewegen können.
Binsenweisheiten dagegen sind allgemein bekannt, allein der letzte Schritt fehlt: die Umsetzung. Schwatzen können wir alle. Vor allem, wenn die Tage nie vergehen, wir auf die Uhr starren oder in den Untiefen des Tagesgeschäftes langsam versacken, uns verstecken gar, damit neue Horizonte uns nicht entdecken, uns nicht rufen, uns nicht locken mit Sonne, güldenen Verheißungen und Zukünften und uns nur noch frustrierter am Abend nach Hause schleichen lassen würden.
Nein, das einzige Contra der Binsenweisheit ist ihre theoretische Konsistenz.
INNOVATION im binsenweisheitlichen Sinne und Kontext könnte man definieren als:
ES ZUM ALLERERSTEN MALE RICHTIG MACHEN!
Das große Pro der Binsenweisheit ist ihre Ubiquität. Jeder könnte morgen sofort Konsequenzen ziehen. Jeder wartet nur – ohne es zu wissen – auf den Initialfunken. Die Muskeln sind längst angespannt. Man ist bereit zum Sprung in diese neue Welt jenseits der Binse.
Allein, man will nicht der Erste sein, nicht der Nagel sein, der herausragt, plötzlich. Denn der herausragende, oder besser: hervorragende, Nagel wird vom japanischen Sprichworte sofort (wieder) eingeschlagen.
Die Binsenweisheit könnte gar den Rand zur Revolution markieren. Eine reine Frustrationsgrad-Erwägung. Eine Wasserstandsmeldung am bald überlaufenden Fasse.
Die Binsenweisheit – ein Mem, das sich in die Herzen der Menschen brennt, den Widerstand misst, die Toleranz, die Schmerzschwelle auslotet, die Ungeduld der Jugend auf die Probe stellt.
Denn, und das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Je mehr Binse, desto mehr Wahrheit. Je mehr Binse, desto schlimmer. Je mehr Binse, desto eher – verdammt nochmal – muss sich endlich etwas ändern! Alle wissen es, keiner tut etwas.
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern – genau! UMSO SCHLIMMER!
Die Binsenweisheit – auch ein Gradmesser der Gleichgültigkeit der Betroffenen. Ein Gradmesser ihrer Ohnmacht und Lustlosigkeit, den Wandel zu wagen.
Wir sollten uns alle gemeinsam der Binsenweisheiten in Werbung, Kommunikation, Marketing annehmen!
(Anmerkung: Der geneigte Leser möge im Geiste in den folgenden Zeilen ‘MediaCom’ durch die eigene Agentur, das eigene Unternehmen ersetzen, sich dann – bitte wertfrei – an die eigene Nase fassen.)
76 Follower, hm, das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass mit MediaCom hier “Deutschlands größte Media-Agentur” twittert.
Sieht man sich jedoch die Tweets an, die dort in den Äther gesandt werden, muss man sagen, 76 Follower sind eine ganze Menge – für diesen Inhalt, der im Grunde gegen Null geht, qualitativ und quantitativ.
Aber Qualität, ebenso wie Schönheit, das wissen wir, liegt im Auge des Betrachters.
“Deutschlands größte Media-Agentur” hat nach eigenen Twitter-Bio-Angaben 720 Mitarbeiter. Und dann nur 76 Follower!?
Interessieren sich MediaCom-Leute nicht für Neue Medien, das Netz, Social Media?
Interessieren sich MediaCom-Leute nicht für die Verlautbarungen, Ankündigungen, weltweiten News des eigenen Unternehmens, der eigenen Gruppe?
Interessieren sich MediaCom-Kunden nicht für ihre Agentur?
Gibt es bei MediaCom nur 76 Personen, die sich mit Neuen Medien, dem Netz, Social Media identifizieren können?
Oder gar: Gibt es bei MediaCom nur 76 Personen, die sich mit dem eigenen Unternehmen identifizieren können?
Auf der anderen Seite hat MediaCom nur 25 Personen nahegelegt, MediaCom zu folgen – denn sovielen Accounts folgt MediaCom selbst.
Da ist es eine Leistung, 3mal mehr Follower zu mobilisieren, oder? Mancher, der mal eben 2.500-25.000 Leuten folgt, wäre glücklich, er hätte Follower von einem Drittel dieser Zahl gewonnen, geschweige gar eine Balance erreicht.
Ist nur 25 Accounts zu folgen eigentlich Bescheidenheit oder Faulheit?
Trotzdem gibt es – ob der Größe MediaComs – zu denken, dass weder aus der MediaCom selbst, noch aus der Kreativschwester Grey, noch aus der Gruppe, noch aus dem Markt relevante Follower-Zahlen zusammenkommen.
MediaCom ist am Ende eine normale Network-Agentur. Ein Konzern. Ein gutes Beispiel dafür, daß man engagierte und kompetente Menschen braucht, um Dinge zum Leben zu erwecken, um zB Social Media zu leben. Das ist weder gut, noch schlecht. Das ist einfach so. Und hängt mit den eigenen Zielen, den eigenen Prioritäten, dem eigenen Kontext, den eigenen Ansprüchen zusammen.
Hängt damit zusammen, ob man neugierig, vielfältig, kreativ, innovativ und wertschöpfend ist – oder ob man das – völlig wertfrei – nicht mehr nötig hat, da man eh der Größte ist!?
Achtung (Blog)-Publisher: Wir vergeben gratis Content-Plätze auf www.werbeblogger.de. Mehr Infos